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Die Prüfungen begannen dann mit ca. einstündiger Verzögerung. Frankfurt hatte wohl ein temporäres Taxidefizit, was einen Teil der sensei verspätet eintreffen ließ. Um den Zeitverlust zu kompensieren, entschied man sich, den Umfang der schriftlichen Prüfungen auf eine Frage zu reduzieren. Wer hieraus allerdings glaubte ableiten zu können, dem schriftlichen Teil sei keine große Bedeutung beizumessen, wurde – zumindest gerüchteweise – eines Besseren belehrt. Zum Auftakt der Prüfung wurde von einem der hanshi eine Zeremonie geschossen. Nach kurzer Pause begann das eigentliche Prüfungsvorschießen. Von ca. 10:30 bis um ca. 16:00 Uhr wurden, eine Mittagspause abgerechnet, insgesamt 355 Schützen „durchgeschleust“. Das Prüfungsergebnis lag dann nach ca. einstündiger Beratung der sensei fest und wurde einer deutlich geschrumpften Schar von ausharrenden kyujin verkündet. Bis auf zwei Kandidaten durften sich am Ende des Tages alle über das Erreichen des angestrebten Dan-Grades freuen – ein Prozentsatz, der in den Vorjahresseminaren nicht ganz so hoch ausgefallen war. Ob dies der Milde und Nachsicht der Lehrer oder der insgesamt überzeugenden Schieß-leistung zu verdanken ist, muss letztendlich wohl jeder kyujin für sich ausmachen. Das C- Seminar in Frankfurt am Main stellt aber in jedem Fall eine wertvolle Wegmarke für die weitere Entwicklung eines jeden Teilnehmers dar. Als Austragungsort war die Landessportschule Hessen eine in jeder Hinsicht sehr geeignete Wahl. Frankfurt ist – mit Sicherheit nicht nur im Kyudo – eine Reise wert. Dies ist nicht zuletzt der exzellenten Organisation des Seminars zu verdanken. Hierfür gilt den Organisatoren und Helfern, die sich in großem Einsatz um die Vorbereitung und Austragung des EKFSeminars eingesetzt haben, ausdrücklich Dank und Anerkennung. 2 Christian Pautsch

Es geht immer weiter Fr ankf urt / Hamb ur g Nach dem B-Seminar

In der Chronologie bildete das B-Seminar, wie üblich, das Schlusslicht. Hierzu waren rund 220 Anwärter für sandan und yondan gekommen. Am Tag der Anreise liefen bei Eintreffen unserer Hamburger Gruppe noch die Prüfungen für godan und renshi. Die Temperaturen in der Halle ließen bereits Böses erahnen: Viele der bekannten Gesichter stöhnten ob der schwülwarmen Luft, die den Prüflingen den Schweiß aus den Poren trieb. Vielleicht blieben deswegen mache Schützen unter ihren erwarteten Möglichkeiten. Wir konnten

jedenfalls nur hoffen, dass es der Wettergott mit uns gnädiger meinte. Dem war aber zunächst nicht ganz so. Bei molligen Termperaturen ging es in die ersten Seminartage. Zu Beginn übten wir ein ähnliches Aufstellungsritual wie das C-Seminar – ein erster Flexibilitätstest für die leicht verstörten Anwärter. Nach den obligatorischen Ansprachen folgte ein beeindruckendes yawatashi der ANKFDelegation. Die größere Gruppe der sandan-Anwärter verblieb danach in der Haupthalle, während die kleinere Gruppe der yondan-Anwärter mit der älteren Nebenhalle vorlieb nehmen musste. Der erste Trainingsblock brachte einige Ernüchterung: Viele Schützen mögen sich am Ende des Tages gefragt haben, was sie bisher überhaupt gelernt hatten. Doch ehrlicherweise muss gesagt werden, dass die sensei uns zwar ziemlich auseinander genommen haben – dann aber jeden einzelnen Schützen im Rahmen seiner Möglichkeiten wieder aufgebaut haben. Als ich am 3. Tag das Okay von Toba sensei bekam, dämmerte mir, dass es doch etwas werden könnte. Die Seminartage hatten es in sich, der Prüfungstag war ein einziger Nervenkitzel. Wer dank guter Vorbereitung und entschlossenem Auftreten durchkam, durfte sich freuen. Immerhin zwei Drittel schafften es nicht. 2 Klaus-Peter Staudinger

Zanshin I | 09 21

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ZANSHIN I.09  

Das Deutsche Kyudo Magazin (DKyuB e.V.) German Kyudo Magazine

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