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haben usw. Alles das sind die vielen Punkte, die zu beachten sind, wenn man von Tsunomi no hataraki spricht. Der Fokus muß mit aller Macht darauf gerichtet sein, jeden einzelnen dieser Punkte inhaltlich genau zu können. In einem Text hat Urakami sensei geschrieben: „Wenn man sich genügend Zeit nimmt für Tsunomi no hataraki und Nobiai, wird es überhaupt keine krankhaften Gewohnheiten geben“. Das bedeutet, wenn Tsunomi no hataraki beherrscht wird, wird man keinerlei Lücken schaffen. Früher sagte man deutlich: „Wenn man Tsunomi no hataraki nicht erfahren hat, sollte man nicht über (Bogen-)Schießen reden“; und das heißt, wenn man trifft ohne dieses Hataraki, ist das kein Schuss, der einen Wert hat.

schiedener Distanz). Aufpassen wegen Yurumi, Hayake, Veränderung des Hozuke: oben – unten, vorher – nachher. Darauf achten, dass sich keine schlechten Angewohnheiten einstellen. Zu diesem Zeitpunkt kann man, im Bereich des Möglichen, den Schützen selbst Nobiai – Yagoro – Hanare – Zanshin beobachten lassen, und man unterrichtet dahingehend, dass das Bewusstsein nirgends verloren geht. 3. Entsprechend dem Fortschritt des Schützen wird geübt, auf das normale Mato zu schießen. Man soll viele Pfeile schießen, um die Technik zu verbessern. Da die schlechten Gewohnheiten von Yurumi und Hayake aufkommen, muss man so unterrichten, dass sie, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt, wenn sie noch im Knospenzustand ist, abgeschnitten werden. Taihai wird ebenfalls Stück Seit vielen Jahren unterstützen Sie auch für Stück unterrichtet. Wenn die 1. und 2. Kyudoka in anderen europäischen Län- Stufe korrekt durchgeführt ist, ist es dern, wie Italien, Spanien, Finnland, wichtig, zum Mato-Schießen zu kommen. Ungarn, usw., vom Anfängerstadium bis zu fortgeschrittenen Schützen. Welche Entwicklungsstufen (z.B. Zeit und Seit der Einführung der Heki To Ryu in Aufwand) sehen Sie als wichtig an, damit Deutschland erleben wir bei EKF- oder ein Kyudoka ein gutes Verständnis der ANKF/IKYF-Seminaren, dass die Schießtechnischen Fähigkeiten in der Heki To techniken der verschiedenen KyudoRyu entwickelt? schulen unterschiedlich sind. Kyudoka tun sich schwer mit der Anzahl und der 1 1. Anfang des Lernens (Stufe des Maki- Verschiedenartigkeit der Informationen wara-Schießens): von unterschiedlichen, international erRichtiger Ablauf des Ausziehens und Zeit- fahrenen Lehrern. punkt des Nobiai und Tsunomi no Was könnten die hauptsächlichen GefahHataraki; Richtung; Geschwindigkeit u.a.; ren sein, wenn Kyudoka die Inhalte der verBewegungen korrekt ausführen. Wenn schiedenen Lehrer bzw. Schulen in Theorie man sich nicht ganz zu Anfang das Tsu- und Praxis irgendwie „vermischen“? nomi no Hataraki merken kann, ist ein Fortschritt schwierig. Wenn man sich 1 Nicht nur die Insaiha, auch Kisha, einen Fehler angeeignet hat, wird später Schießen zu Pferde, oder Dôsha, Schießen eine Verbesserung schwierig. Hat man am Sanjusangendo, haben je nach ihren sich (an das richtige Ausziehen) gewöhnt, Zielen und Zwecken ihre eigene dann ist im Hanare die Absicht da, das Schießtechnik entwickelt. Von Ashibumi Auslösen links und rechts zusammen- bis Zanshin ist in den verschiedenen stimmend zu machen. Wird dabei das Tai Techniken einer mit dem anderen Schritt no wari-komi eingesetzt, wird die Kraft verknüpft. Nehmen wir zum Vergleich des Hanare verstärkt und man wird Bauklötzchen: wird im unteren Bereich Zanshin stark ausführen. (z.B. Ashibumi, Dozukuri oder Yugamae) 2. Schießen auf nahe und mittlere irgendwo fehlerhaft gebaut, wird, oben angekommen, dieser Fehler Probleme Distanz: Üben des exakten Zielens: links – rechts, nach sich ziehen. Zum Beispiel, ist bei oben – unten (unterschiedlich bei ver- Yugamae das Ansetzen des Tenouchi

fehlerhaft, wird von Nobiai bis Hanare das Tsunomi no hataraki ungenügend sein und die Trefferquote geringer werden. Oder, wird im Yugamae beim Monomi der Kopf zu stark zum Mato hin gedreht, was falsch ist, kommt der Kopf leicht ins Schwanken und das Zielen wird unsicher, die linke Schulter ist zu sehr angespannt und die Arbeit der Yunde wird behindert, das Tsunomi no hataraki ungenügend. Das heißt, wenn man die Techniken mischt, bedeutet das für das Hanare im Ergebnis ein Minus.

Mit Bezug zu Frage 4: Erleben Sie eine ähnliche Situation in Japan? Wenn ja, wie sprechen Sie dieses beim tagtäglichen Üben an der Tsukuba Universität an? Wenn nein, könnten Sie uns bitte einen Rat geben, um die Situation eines „Vermischens“ für deutsche Kyudoka zu verhindern? 1

Solche Mischungen sind in Japan vergleichsweise selten. Insbesondere wird an den Universitäten die Kyudo- Technik in traditioneller Weise von einer zur nächsten Lehrergeneration weitergegeben. Zudem gibt es die OB, die „Older Boys“, Graduierte des Klubs, so dass sich die Schießtechnik so gut wie nicht verändert. Zudem sind die Universitäten voneinander getrennt, und es gibt einer anderen Universität gegenüber weder Urteil noch Kritik. Auch die Berufstätigen schießen miteinander unter einem Lehrer, so dass auch da eine Mischung der Techniken selten ist, wie ich meine. Die Berufstätigen kennen die Unterschiede, und ich denke, sie mischen die Techniken nicht. Außerdem hat jede Schule ihre eigenen Kyudobücher herausgegeben, so dass man die Unterschiede gut vergleichen kann.

Im Namen der deutschen Kyudoka, möchte ich unsere tiefe Wertschätzung und Dankbarkeit für Ihre andauernden Anstrengungen in den letzten Jahren ausdrücken und wir hoffen, dass wir Sie in Zukunft weiterhin begrüßen können.

Zanshin I | 09 15

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ZANSHIN I.09  

Das Deutsche Kyudo Magazin (DKyuB e.V.) German Kyudo Magazine

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