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Winter ° 2019 evangelisch und sächsisch

Alle Jahre wieder: Wie ich Geschenke finde Reportage: Adventsf reude mit wenig Geld

Schenken –

Stress oder Segen? M I T   FA M I L I E N -T I P P S , C O M I C   U N D  V I E L E M  M E H R

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© Steffen Giersch

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Geschenke sind etwas Wunderbares. Sie lassen Augen leuchten, überraschen, machen schon dem Schenker beim Aussuchen Freude. So soll es sein. Und für die meisten Kinder ist es auch so. Genau so. Aber wir Erwachsene? Arbeiten im Advent hektisch Wunschzettel ab, überschwemmen die Innenstädte, lassen Paketboten schlecht bezahlte Überstunden machen, zermartern uns den Kopf auf der Suche nach der kleinsten Geschenkidee. Oft mit Druck oder schlechtem Gewissen. Oder sagen uns: Wir schenken uns dieses Jahr mal nix. Der Zauber des Schenkens scheint verflogen. Dieser FamilienSONNTAG will ihm wieder auf die Spur kommen. Zwei Mütter, ein Vater und eine Großmutter aus dem Erzgebirge erzählen ab Seite 6, wie sie ihn suchen und finden – auch wenn es nicht immer leicht ist. Und die Freitaler Familien­

beraterin Katrin Maes erklärt ab Seite 14, was Kinder und Familien wirklich brauchen – nicht nur zu Weihnachten. Dass wertvolle Geschenke auch ohne viel Geld und mit Hartz IV möglich sind, zeigt die Geschichte von Kati Z. und ihrer Tochter ab Seite 24. Denn die adventliche Botschaft Gottes ist: Lasst Euch beschenken und findet Frieden. Das wünsche ich Ihnen auch in diesem Advent – mit herzlichen Grüßen

Andreas Roth Verantwortlicher Redakteur

Ich habe Oma und Opa schon oft einen Strauß Blätter geschenkt. Auch Bilder zum Geburtstag meiner Mama, die sich drüber gefreut hat. Letztes Jahr haben wir Duftseife gemacht, die habe ich auch verschenkt. Luise, 5

Ich schenke meiner Mama zum Geburtstag ein Teelicht, das ich selber gemacht habe. Das ist eine Überraschung. Ich habe auch schon oft Bilder verschenkt. Das bringt Freude, wenn sich jemand drüber freut. Patricia, 6

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© Steffen Giersch

Inhalt • im Winter

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4 Aktuelles

12 Veranstaltungen Adventlich unterwegs 12 Impressum 18 Comic Lena und der Advent

© Steffen Giersch

21 Rätsel

14 Titelillustration: Anja Maria Eisen

6 Titelgeschichte Im Geschenke-Stress

22 Tipps zum Lesen und Vorlesen

14 Interview Was Kinder brauchen

28 Selber machen Ganz persönliche Grüße für die Adventszeit

24 Reportage Advent mit Hartz IV

30 Fabian Vogt Voll eingeschenkt

Hast du schon mal jemandem etwas geschenkt?

Ich habe Mama und Papa schon ganz oft Bilder gemalt und geschenkt, sie freuen sich immer und finden das gut. Leni, 5

NACHGEFR AGT Leni, Luise, Patricia und Nils besuchen das Christliche Kinderhaus in Dresden-Kleinzschachwitz und basteln und ­m alen über das ganze Jahr viele schöne Dinge, die sie dann verschenken.

• T ext & Fotos: Karola Richter

Ich habe eine Laterne gebastelt, die werde ich verschenken. Ich habe ja schon eine. Meine Oma und meine zwei Opas freuen sich immer über Bilder von mir. Nils, 6

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Aktuelles • Winter

Abzüge für Alleinerziehende © Mukhina1 / iStock

Sie profitieren nicht von höherem Kindergeld. Das Kindergeld steigt – doch Kinder von Alleinerziehenden haben nichts davon. Denn wenn ein Elternteil keinen Unterhalt zahlt, zieht der Staat den aufgestockten Zuschuss sofort wieder vom Unterhaltsvorschuss ab. »Spart der Staat jedoch die zehn Euro, die es ab Juli mehr gibt, beim Unterhaltsvorschuss direkt wieder ein, ist das keine Entlastung«, kritisiert Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleiner­ziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV). »Wir bekommen viele empörte Reaktionen von Alleinerziehenden, dass ausgerechnet ihnen die Kindergelderhöhung nicht gegönnt wird«, berichtet Jaspers. »Dabei haben sie finanziell höhere Belastungen und strampeln sich redlich ab, um alle Herausforderungen des Alltags mit Kindern allein zu bewältigen.«

Nach Trennung: Wechselmodell wird nicht zum Regelfall Bundestag entscheidet sich gegen ein neues Gesetz Nach einer Scheidung sollen sich Mutter und Vater zu gleichen Teilen um ihre Kinder kümmern. Dieses Wechselmodell soll nach Willen der FDP gesetzlich geregelt und zum Normalfall werden – doch eine Mehrheit im Rechtsausschuss des Bundestages hat das Ende September abgelehnt. Anja Kannegießer vom Berufsverband Deutscher Psychologen sagte in einer Expertenanhörung im Bundestag, es gebe kein einheitliches Bild in der Forschung zum Thema Wechselmodell. Vielmehr müssten jeweils im Einzelfall die Bedürfnisse des Kindes und der Familie im Blick sein. Hildegund Sünderhauf-Kravets von der Evangelischen Hochschule Nürnberg sieht dagegen im Wechselmodell die von den meisten Eltern gewünschte partnerschaftliche Aufgabenteilung und das Kinderrecht auf beide Elternteile am besten gewahrt – auch wenn es kein Allheilmittel für alle Probleme zwischen Trennungseltern sein könne.

• Mehr Informationen unter www.lagz-sachsen.de 4

Kosten für Auszeit sind vielen zu hoch. Die Idee ist gut: Für die Pflege von nahen Angehörigen dürfen Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten ihre Arbeitszeit maximal zwei Jahre reduzieren. Die dadurch entstehenden Lohneinbußen soll ein zinsloses Darlehen durch den Staat ausgleichen. Doch seit Ein­ führung des Gesetzes 2015 haben nicht einmal 1000 Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, so die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie (eaf). »Es ist zu viel verlangt, dass die Menschen neben ihrem Beruf noch die Pflege leisten und dies dann auch noch selbst finanzieren.« meint Geschäftsführerin Insa Schöningh und fordert den finanziellen Ausgleich.

© Halfpoint / iStock

Immer mehr sächsische Kinder ohne Karies. Karies sei in Sachsen weiter auf dem Rückzug, erklären Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) und die Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege, Angela Grundmann. »Die Zahngesundheit unserer Kinder hat sich in den vergangenen Jahren weiter deutlich verbessert«, sagt die Zahnärztin Angela Grundmann. »Knapp 60 Prozent der Erstklässler haben kariesfreie Zähne. Bei den 12-Jährigen haben 80 Prozent ein naturgesundes bleibendes Gebiss.« Dies sei auch das Ergebnis ausdauernder und kontinuierlicher Präventions­ arbeit bei Kindern. Zwei der wichtigsten Faktoren: Das Auftragen von Fluorid durch einen Zahnarzt als Kariesprophylaxe und das Motivieren, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen.

© KHalfpoint / iStock

Zähne werden gesünder

Kaum eine Familie nimmt Pflegezeit


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Gastkommen hatte sie das Down tar ­Syndrom. Was das für eine ist Eine extrem schwe Krankheit, mit der ein weil Mensch grund re Entscheidung glücklich leben unsere Gesell schaft durch wider­, alles, was medizintech te? Der wissen könn­ sprüch schaftl nisch möglich ist, auch tatsäch Fortschritt ermög ich­medizinische wird. liche Fliehkräfte vorangetriebe lich wissen zu Zum n licht Wer wollen einen es, der in unsere mit einem . geht es um Inklus einfachen Blutte r Gesellschaft on, also um i­ wohnenden inne­ die gesellschaftli das Down­Syndrst Trisomie 21, also wollte Versuc Von ch ge­ fektion hung nach Per­ Reinhard Kardin gleichberechtigte om, bereits im Sinne frühen Schwa al Marx Teilhabe aller ngerschaft festzusin der Menschen. Zum u. Heinrich Bedfo Attraktivität und marktorientierter anderen ermög Bisher musst tellen. der wissen Lebensoptim rd-Strohm e dieser Test schaftlich­technisc licht widersteht, brauch ierung privat be­ schritt zahlt werden. eit nunmehr 25 t keine Belehr he Fort­ Bei der vor zwei Jahren begehen (2) Höchsten ung. Wochen und ein individuell designtes Leben stattgefunden wir die ökume Respekt, en zwar noch vor der Verschmelzu – ständnis und jede nötige alles Ver­ tag thematisierteDebatte im Bundes­ von das Leben. Wir nische Woche für Ei ng zung auf sind sehr dank­ allem die soziale n daher einige vor nen und Samenzelle. Personen allen gesellschaftliUnterstüt­ bar, dass sich kön­ nicht Unger chen über nen, nur durch Erzieh echtigkeit für Ebe­ eine so lange eine Frau hat einkommenss Zeit Christen ung und Lebenum die Last, die das Glück Kultur geform in chwache Famili gemei eines t werden, sonde ein Patenkind unsere Ehe ist wichtig. Schutz des mensc nsam für den rn auch Kind s mit einem Down­Syndr Noch wichtiger en. Das durch Medizin mitgebracht. om­ zweife und Techn erscheint dringl Es war nur ein mir aber die engagieren und hlichen Lebens Frage, was der paar Jahre icher stehen Eltern ik. Umso tragen zu llos auch mit sich bringt, jünger als wir die unantastbar Test die Eltern bedeu können. selbst Würde jedes bei Schwan­ tet, wenn er zukün für gerschaft mit Kinde einzelnen Mensc e Besuch. Sie lachte und kam öfter zu zur (3) Eine rn, bei denen Regelleistung ftig somie 21 bewusst mache hen Tri­ des ausgesgesellschaftliche Ächtung der Krankenkass liebte es, unsere gern und viel. Sie wird. n. diagno prochenen oder en Entscheidung stiziert wird, vor der Wird dadurch In diesem Jubiläu damals kleinen Kinde gespro nicht unaus : Was msjahr wid­ die chene ­ ist der Wert dieses gesell­ Leben r zu wickeln n Vorwurfs »Sind men wir uns s, ist es krank und im Kinde der Suizidpräven selbst schuld!«, doch »Was ist der Wert rwagen spa­ tion. Jedes Jahr wenn die Mühen ­ Geborene, die oder nur anders? zieren zu fahren nehmen sich dieses Lebens, Alltags und die 10 000 Menschen etwa . manchmal gravie des ist es kran k oder schen Abweichung mit dieser geneti­ den war für sie überhDer Alltag das Leben ren­ (finan ihr , ziellen weil Leben nur in ihrem Leben sie ) Belastungen meistern, bar anders?« und ihre Famili Problem. Meine aupt kein keinen Sinn mehr offen­ werden. en, empfinden sehen, weil Frage zu Recht diese sie verzweifelt, mal: »Sie hat eine Frau sagte manch­ schaft Wie bereichernd als schwere Kränku nungslos oder hoff­ liche, ärztliche, Und wächst die für das eigene ng. 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Dies al­ n, oder nicht? dies: (1) Respe lassen Mütte bedarf es der BeteiliZiel zu erreichen, gt, kt für schen r und Väter, – auch ein Menscder den Men­ die für sich lichst vieler gesells gung auch mög­ Recht in Anspr das henkin Trisomie d mit uch nehmen, kirchlicher Einric chaftlicher und nicht gescha 21 – nach seinem Ebenbild Wor t zur Woc ffen hat. he möchten wir deshalhtungen. Gerne Beratungsstellen b die vielfältigen der Kirchen in Öffentlichkeit stärker bekan der nt ma­ chen. In den Hilfsan Beispiel der Telefo geboten zum nseelsorge, der Christus spric Caritas und der ht: Diakonie stehen ausgebildete, Ich bin der gute wurden (die Zeitun oft ehrenamtlich gut Hirte. Meine g legte Wert darauf e Mit­ arbeiter als Gespr Schafe chische« Wölfe hören meine , dass es »tsche ächspa waren). Meine rtner Stimme, und Verfügung. Sie zur der Besonderhei Gedanken gehen ­ ewiges, wahres Leben ich wissen, wie wichti kenne sie, und bei ihm finden t, zu so funktio der persönliche sie folgen mir, ter gar nicht gleichdass die Wölfe die Schafe . Wenn Kirche niert, dann sind Beistand in schweg im und ich gebe ren Krisen sein wir trotz aller ­ sie um den gesich angreifen. Vielmehr schleic Gat­ berlegungen Gerufe Strukturü­ ihnen das ewige kann. ne, nicht Getrie hen erten Raum herum Aufmerksam Leben. bene. Lasst uns die Schafe in Panik. und versetzen zusammen bleiben bei ihm, für suizidgefähr te Menschen unserem guten de­ und ihm nachfo Sie zu säen sein, Hirten lgen. gewiss Joh. 10, Verse 11.27.2 ist aber eine Aufgabe von fel, ob sie in der ermaßen in den Schafen den 8 uns allen. Nicht Zwei­ Herde wirklic mer im­ ist Wilfried Warna eine Selbsttötung hin brechen immer h sicher sind. eute stehen einma Darauf­ t zu ver­ wieder hindern. Angeh örige und Freun der Überlegung. l die Hirten im Mittelpunkt ihr Heil außerhalb der HerdeSchafe aus und suchen und oftmals profes de Dabei wäre es – ressanter, über sionelle Berate doch viel inte­ leichtes und leckeres Opfer und werden dann ein die dem Toten die Wölfe zu für die Wölfe. All diese Gedan sprechen, die unserem Land verbunden warenr, ken sich in die erfahren dann wiede , Herde und ihre kommen mir, wenn ich über selbst Leid und Die erste Eupho r angesiedelt haben. Trau­ er. Als Christen Bedrohung nachd rie darüber Jesus verzich flogen zu sein. wollen wir unsere enke. Doch tet darauf Mitmenschen Selbst in Oberw scheint freilich ver­ schwö n beistehen in ersten Schafe ren. Er möchte , die Eventualitäten zu be­ ihrem zu beklagen, die iesenthal gilt es, die aufzei Nachdenken über nicht die drohen Wilfried Warna gen, sondern von Wölfen gerisse den Gefahren das, was sie hält t er und sagt: ist trägt, und über n Er lockt, Pfarrer in Annab Ich bin der gute statt zu drohen ergHirte. Buchh und dunkel ist. das, was brüchig . Er lockt damit, olz. In solche dass wir n Begeg Leserservice Tel. nungen kann jemand, der sein ­ (03 41) 7 11 41 16 <abos Foto: Steffen Giersch ben nur noch Le­ ervice@sonntag-sach negati sen.de> Redaktion Nähe und Zuspru v sieht, wieder ch erleben. Tel. (03 41) 7 11 41 70 <reda

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Titelstory

Schenken â&#x20AC;&#x201C; Stress oder Segen?

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Der Advent soll eigentlich besinnlich sein, doch vor Weihnachten bricht in vielen Familien der Stress aus: Wie finden wir nur gute Geschenke? Wir haben doch schon alles – und worum geht es am Heiligen Abend wirklich? Zwei Mütter, ein Vater und eine Urgroßmutter im Erzgebirge haben darauf ganz unterschiedliche Antworten.

Lieber weniger als zu viel Für mich ist es eine größere Freude, etwas zu verschenken, als etwas zu bekommen. Ich mache das sehr gern. Aber warum wir uns Weihnachten so viel schenken, habe ich nie richtig verstanden. Es ist doch der Geburtstag Jesu. Eigentlich sollte doch das Geschenk sein, dass wir gemeinsam das Fest vorbereiten. Dass wir zusammen sind. Auch bei Geschenken für unsere einjährige Tochter Lotta sind wir etwas vorsichtig: Lieber weniger als zu viel. Lieber etwas aus Holz oder Spielzeug, mit dem sie kreativ werden kann. Das Materielle nimmt schnell überhand und das Spielzimmer ist schnell voll. Mir ist es deshalb immer ganz lieb, wenn Eltern und Großeltern vorher fragen: Was braucht ihr? Für Lottas zweiten Ge­ burtstag wollen wir ihr eine Kinderküche schenken. Da kann jeder etwas Zubehör schenken. Lieber weniger, aber wertvoller. Wir wollen nachhaltig leben.

Auch am Heiligen Abend ist das Schenken für mich viel zu viel geworden. Das Eigent­ liche von Weihnachten ist zur Nebensache geworden, das ist schade. Wir sind eine große Familie und das Zusammensein mit ihr ist doch wichtiger als das Schenken. Ich habe versucht, das in meiner Familie einzuführen, aber die meisten meinten: Schenken gehört sich so. Doch wenn ich Freunde oder Angehörige frage, wissen sie oft nicht, was sie sich wünschen. Ich selbst weiß ja auch nicht, was ich mir Materielles wünschen soll. Ich habe eigentlich alles. Und was man braucht, kauft man sich. Das macht es schwierig, eine Idee für ein Geschenk zu finden. Ich frage mich dann, ob derjenige Hobbys oder Interessen hat, für die ich etwas suchen kann. Ich selbst freue mich am meisten über gemeinsame Unternehmungen oder Gut­ scheine. Meinen Eltern habe ich ein Abend­ essen zu zweit geschenkt. Und ich verschen­ ke gern selbstgemachte Marmelade, selbst hergestellte Liköre und Pralinen. Oder selbstgebackene Kekse.

Annegret Becker (27), aus Annaberg-Buchholz, Mutter von Lotta (1)

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Was man sich eigentlich wünscht, kann man nicht kaufen

Als ich selbst Kind war, habe ich mich besonders über Plüschtiere gefreut. Und wenn zum Kindergeburtstag oder Weih­ nachten die Familie beisammen war. Das lernt man erst richtig schätzen, wenn man älter wird. Wenn Familienmitglieder weggestorben sind.

Die Adventszeit ist Stress für mich. Es fällt mir schwer, gute Geschenke zu finden. Letztes Weihnachten habe ich meiner kleinen Tochter Sunny einen Ball, Bücher und einen Gutschein für Anziehsachen geschenkt. Ich lebe getrennt von ihrer Mutter und sehe sie nur einmal in der Woche, unsere Situation ist ein bisschen verzwickt – es ist alles deshalb besonders schwer.

Als Erwachsener sind Geschenke nicht mehr so wichtig. Was man sich eigentlich wünscht, kann man nicht kaufen: Gesund­ heit, Glück und Frieden. Das schönste Geschenk aber ist für mich, dass meine Tochter gesund ist.

Ich selbst halte nicht so viel von Geburtsta­ gen und Geschenken. Aber wenn es um die eigene Tochter geht, ist das was anderes. Zu ihrem ersten Geburtstag habe ich ihr einen Lauflernwagen geschenkt, das hatte mir ihre Mutter gesagt. Beim zweiten Geburts­ tag wurde ich ins kalte Wasser geschmissen. Ich musste selbst etwas finden. Da habe ich ihr eine Puppe geschenkt. Ob Sunny sich gefreut hat? Ich weiß es nicht, sie hat sie zuhause ausgepackt.

Was ich Sunny schenke zu Weihnachten? Da fange ich jetzt erst an zu überlegen. Und ich muss mit ihrer Mutter sprechen, was angebracht ist. Es soll ja nichts Unnötiges sein. Leicht ist es nicht, etwas zu finden. Manchmal kommt mir ein Gedankenblitz, meistens bei meiner Arbeit als Reinigungs­ kraft, im Gespräch mit Kollegen. Ich bin konfirmiert, aber schon Jahre nicht mehr in der Kirche gewesen. Doch das erste Weihnachten mit meiner Tochter hat uns ihre Mutter mit ins Annaberger »Haus der Hoffnung« genommen. Das war sehr schön. Kuscheltiere hat Sunny jedenfalls erst mal genug, das hat mir ihre Mutter schon gesagt.

Thomas Haase (29), aus Eibenstock, Vater von Sunny-Sophia (2)

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Titelstory • Schenken: Stress oder Segen?

Mir gefällt es am meisten, einmal so richtig reden zu können Es gibt heute zu viele Geschenke. Das finde ich nicht gut. In meiner Kindheit habe ich auf einem Mecklenburger Dorf gelebt mit zehn Geschwistern. Kurz nach dem Krieg waren wir vormittags in der Schule und danach auf dem Feld, Enten und Kühe hüten. Geschenke gab es kaum – woher nehmen und nicht stehlen? Und wenn es etwas gab zu Weihnachten, haben es Mutter und Vater selbst hergestellt. Mein schönstes Geschenk war ein Pferd mit Wagen, von meinem Vater gebaut. Mutter hatte dazu Lumpenpüppchen genäht. Damit haben wir im Sand gespielt und mit Steinen. Über Kleinigkeiten haben wir uns gefreut. Heute brauchen die Kinder Com­ puter und Handy. Trotzdem hatte ich eine schöne Kindheit. Meine Enkelkinder wollen nichts geschenkt bekommen von mir. Sie haben doch heute alles. Aber natürlich schenke ich was. Dann bekommen sie eben Geld für ein Oma-

Sparbuch, das sie für ein Studium oder die Fahrerlaubnis verwenden können. Eine Enkeltochter hat sich von mir selbst gehäkelte Handschuhe gewünscht und die andere trägt gern gestrickte Strümpfe, das mache ich gern. Dann sind meine Enkel­ kinder zufrieden und ich bin zufrieden. Mit meinen drei Töchtern schenken wir uns zu Weihnachten nichts. Das ist gar nicht traurig. Mir gefällt es am meisten, wenn wir dann alle zusammen sitzen und einmal so richtig reden können. Eine Kleinigkeit gibt es auch, das ist ganz normal – aber wir müssen nichts schenken. Ein Glas Sekt zusammen zu trinken, allein das gibt mir sehr viel. Weil man die ganze Woche über allein ist. Und allein trinkt man doch keinen Sekt.

Gisela Wiederänders (81), aus Annaberg-Buchholz, Mutter, Großmutter und Urgroßmutter

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Titelstory • Schenken: Stress oder Segen?

Wenn es wirklich von Herzen kommt, bedeutet mir ein Geschenk sehr viel Je größer die Familie und der Freundes­ kreis wird, desto anstrengender wird die Suche nach Geschenken. Bei unserem dritten Kind Matheo ist es definitiv schwer, Spielzeug zu finden, das wir noch nicht haben. Und zu Weihnachten sind die Geschenke für die Kinder nach dem dritten ausgepackten Paket auch nicht mehr so interessant. Sie müssen selbst lange über­ legen: Was wünschen sie sich noch? Natürlich finde ich es schön, mit den Kin­ dern am Heiligen Abend gemeinsam Geschenke auszupacken und ihre Freude zu erleben. Aber eigentlich geht es zu Weihnachten doch nicht so sehr um Ge­ schenke, sondern darum, als Familie zusammen zu sein. Mir selbst sind Ge­ schenke weniger wichtig. Als Erwachsene kauf ich mir ein Buch, das ich mir wünsche, selbst.

Unter erwachsenen Freunden und Famili­ enmitgliedern weiß ich vor einem Fest oft gar nicht, was ich schenken soll. Ich habe sogar schon knapp vor Weihnachten am 23. Dezember hier in unserem Annaberger Weltladen noch Geschenke besorgt: Kaffee, einen Wein oder leckere Schokolade. Ich bin eine schlechte Geschenke-Planerin. Ich kaufe lieber zwischen den Festen einmal spontan, wenn ich etwas sehe, worüber sich jemand aus meiner Familie oder von meinen Freunden freuen würde. Das fällt mir leichter.

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Ich glaube, man muss sich nicht solchen Druck machen, unbedingt ein originelles Geschenk zu finden. Ich finde es eher schön, wenn man sich eine Kleinigkeit schenkt und eine liebe Karte dazu schreibt. Das macht es persönlich. Wenn es wirklich von Herzen kommt und sich jemand Gedanken gemacht hat, bedeutet mir ein Geschenk sehr viel.

Christiane Schubert (36), aus Annaberg-Buchholz, Mutter von Emil (5), Matheo (2) und Greta (9)

Ich schenke lieber gemeinsame Zeit, um zusammen etwas zu erleben. Ins Schwimm­ bad zu gehen, zum Beispiel. Oder ein gemeinsames Konzert mit meiner Schwester und unseren Eltern. Notiert von Andreas Roth, Fotos: Steffen Giersch, Illustrationen: Anja Maria Eisen

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Wir danken dem Familienzentrum Annaberg für die freundliche Unterstützung.


Wir schenken uns lieber nichts? Das geht gar nicht, wussten schon die Menschen der Bibel – denn eigentlich sind alle wichtigen Dinge im Leben ein Geschenk.

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FÜR A NFÄ NGER 

Was ich brauche, schenke ich mir selbst Das könnte schwierig werden. Das Leben, die Gesundheit, Liebe, das Glück – alles Dinge, die wir nicht machen können. Wir können auf sie hoffen, um sie bitten. Gott zum Beispiel. Manchmal werden wir mit ihnen beschenkt. Und manchmal nicht. Und dann?

Dann ist Weihnachten Und dann gibt es Geschenke. Das war schon in Bethlehem so. Drei Gelehrte kamen da in den ärmlichen Stall von weit aus dem Osten her und brachten ein paar teure Luxusartikel mit: Gold und den heiligen Weihrauch-Duft und das heilende Myrrhe-Balsam. Was die drei Weisen aus dem Morgenland an die Krippe Jesu legten, war ihre Hoffnung auf Heilung in einer unheilen Welt. Sie schenkten etwas sehr Teures: ihren Glauben.

Überraschung Das allererste Weihnachtsgeschenk war ganz anders. Ziemlich merkwürdig sogar. Von einem Kind in einem Stall in einer kleinen jüdischen Stadt schreibt Lukas in der Bibel. Von einem Licht, das in die Finsternis der Welt scheint, schreibt der Evangelist Johannes. Und die ersten Christen sagten es so: »Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Men­ schen gleich« (Philipperbrief). Ein Gott, der Mensch wurde. Um mit ihnen zu lieben und zu leiden. Dieses Geschenk macht Gott den Menschen zu Weihnachten.

Mehr geht nicht

Dieses seltsame Weihnachtsgeschenk trägt den Namen Jesus. Er heilt Kranke, tröstet Trauernde, steht an der Seite der Armen und Ausgegrenz­ ten, lebt den Verzicht auf Gewalt und Gier vor, vergibt Gescheiterten. Jesus zeigt, was Gott will. Und wie Gott ist. Die Menschen aber, die von Gewalt und Macht profitieren, finden dieses Geschenk gar nicht gut. Sie kreuzigen ihn am Ende. Zuvor aber bittet Jesus die Menschen, die er seine Freunde nennt: »Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.«

Das kann ich nicht annehmen Liebe ist ein Geschenk. Die von Menschen und die von Gott. »Geben ist seliger als Nehmen«, hat Jesus gesagt – aber mindestens genauso wichtig war ihm dies: Lasst euch beschenken! Lasst euch überraschen! Das größte Geschenk ist näher, als ihr denkt. • Text: Andreas Roth, Illustration: Anja Maria Eisen

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Veranstaltungen • Adventlich unterwegs Musik & mehr bis ins neue Jahr

Besonders weihnachtliche Klänge

kurz empfohlen

Weihnachtsoratorien und Konzerte bieten musikalische Jahreshöhepunkte In der Advents- und Weihnachtszeit erklingt in den sächsischen Kirchen fast täglich ein besonderes Konzert. In vielen Weihnachtskonzerten kommt dabei in Auszügen auch das Weihnachts­ oratorium von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Bereits am 30. November um 17 Uhr in der Christuskirche in FreitalDeuben oder der Kreuzkirche Dresden. Unter dem Motto »Freu dich, Erd und Sternenzelt« spielt am 1. Dezember um 17 Uhr Classic Brass in der St. Martinskirche Meerane auf, ebenfalls mit Auszügen aus dem Oratorium sowie mit deutschen und internat­ionalen Weihnachts­l iedern sowie manchen instrumentalen Weihnachtsklassikern. Das Weihnachtsoratorium hören Sie zur gleichen Zeit in der Christuskirche Dresden-Strehlen. Am Nikolaustag sowie am 7. Dezember führen um 19.30 Uhr in der Dresdner Frauenkirche der Kammer­c hor der Frauenkirche und das ensemble frauenkirche dresden unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert Bachs Weihnachts­ oratorium auf. Ebenfalls am 7. Dezember um 19:30 Uhr erklingt in der Leipziger Nikolaikirche unter dem Motto »Weihnachten im alten Sachsen« festliche Weihnachtsmusik aus Leipzig und Dresden mit dem Konzertchor Leipzig, dem Neuen Barockorchester Leipzig unter Leitung von Matthias Jung sowie Instrumentalisten und Solisten. Informationen zu Eintrittskarten finden Sie bei den jeweiligen Kirchgemeinden.

Am 26. November um 10 Uhr öffnet der Ökumenische Christmarktstand der Freiberger Gemeinden in der Rathausgarage Obermarkt. Bis zum 22. Dezember sind die Besucher des Christmarktes ein­geladen zum Ausruhen, Aufwärmen, Basteln oder Stöbern im Bücherstand. Infos unter www.jakobi-christophorus.de Zu einem Finnischen Adventssingen im Gemeindezentrum Dresden-Strießen in der Haydnstraße lädt die Finnische Gemeinde Dresden am 29. November ein. Los geht es um 19 Uhr. Es werden weihnachtliche Lieder zum Zuhören und Mitsingen dargeboten. Infos unter www.johanneskirchgemeinde.de Am 1. Dezember eröffnet nicht nur die diesjährige Adventsausstellung, sondern die Himmelfahrtskirche Dresden-Leuben lädt um 9.30 Uhr zum Regionalgottesdienst zum 1. Advent mit Kindergottesdienst, Kurrende und Posaunenchor. Infos unter www.himmelfahrtskirche-dresden.de

• Weitere musikalische Veranstaltungen gibt es unter

© Classic Brass

© Kirchgemeinde Freital

www. evlks.de/aktuelles/veranstaltungen

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© Konzertchor Leipzig

Das Puppentheater »Das verlorene Geschenk« können Sie am 1. Dezember um 10 und 15 Uhr im Kulturverein Zschoner Mühle e. V. in Dresden sehen. Hexe sein ist manchmal gar nicht so einfach, besonders um die Weihnachtszeit herum. Da gibt es für jeden im Wald Geschenke, nur nicht für die Hexe. Infos unter www.zschoner-muehle.de/puppentheater Das Collegium canorum Lobaviense ging in den Oktoberferien auf Konzertreise nach Bayern. Im musikalischen Reisebericht am 2. Februar 2020 um 16 Uhr hören Sie die Eindrücke, die es dabei gewinnen konnte, in der Löbauer Johanniskirche.


© Michael Schmidt

Tag der Stille in Grumbach Einen Tag auf den Glauben besinnen Stille Tage bieten eine kurze Auszeit und die Aussicht, mögliche Übungen für den eigenen geistlichen Alltag kennenzulernen. Sie beginnen jeweils am Morgen um 9 Uhr und enden gegen 17 Uhr. Die Teilnehmer erwarten dabei Wahrnehmungsübungen, Betrachtung sowie Einzel- und Gemeinschaftselemente. In der Mittagspause bleibt Zeit zum Ausruhen oder Spazieren. Der Tag schließt mit der Feier des Heiligen Abendmahls.

Adventskonzert des Dresdner Kreuzchors im Stadion Dresden Großveranstaltung mit familiärem und besinnlichem Flair

• Weitere Informationen unter www.kreuzchor.com

IMPRESSUM FamilienSONNTAG | Sonderveröffentlichung von DER SONNTAG – Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens | Internet: www.familiensonntag.org | Herausgeber: Evange­lischer Medienverband in Sachsen e. V. (EMV) | Redaktion: Andreas Roth (verantwortlich), Karola Richter; familien@sonntag-sachsen.de | Gestaltung: Anja Haß | Verlag: Evangelisches Medienhaus GmbH, Postfach 22 15 61, 04135 Leipzig, Geschäftsführung: Sebastian Knöfel | Vertrieb: Christine Herrmann, herrmann@emh-leipzig.de | Anzeigen­ service: Liane Rätzer, Tel. (0341) 711 41 35, anzeigen@emh-leipzig.de; m-public Medien Services GmbH; Die aktuellen Mediadaten finden Sie auf www.familiensonntag.org. | Druck: Schenkelberg Druck Weimar GmbH, Hergestellt aus 100 %-Recyclingpapier | Copyright: Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung innerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manus­k ripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen. | Redaktionsschluss: 11. November 2019

• Informationen unter www.haus-der-stille.net © congerdesign/Pixabay

In den Dresdner Kalendern ist es ein festes Datum in der Adventszeit: Das traditionelle Weihnachtsliedersingen des Dresdner Kreuzchores im DDV-Stadion lockt vier Tage vor Heiligabend mit einer einzigartigen Stimmung. Kerzenlicht unter freiem Himmel, dazu eine gute Mischung zwischen schlichten Kirchenliedsätzen, berührenden Soloeinlagen und poppigen Arrangements internationaler Weihnachtslieder. Dazu lädt sich der Dresdner Kreuzchor eine große Band und prominente Gäste ein. Zum ersten Mal stehen 2019 neben dem Dresdner Kreuzchor auch die Dresdner Kapellknaben auf der Bühne. Der mehr als 300 Jahre alte Chor der Katholischen Hofkirche ist genauso wie die 800 Jahre alten Kruzianer Teil des immateriellen Weltkulturerbes. Termin: 21. Dezember um 17.00 Uhr.

Die Kosten betragen, so nichts anderes angegeben, 15 Euro. Für die Anmeldung genügt ein Telefonat oder eine E-Mail. Gerade nach dem Jahreswechsel kann eine Auszeit den Start ins neue Jahr mit Energie und Kraft unterstützen. Die ersten Termine im neuen Jahr sind der 3. Januar 2020 (Anmeldung bitte bis 1. 1.) und der 19. Februar (Anmeldung bitte bis 16. 2.). Die Stillen Tage werden geleitet von Anette Bärisch.


»Kinder brauchen nicht viel Spielzeug, sie brauchen Liebe und Zuneigung«

Frau Maes, wann haben Sie sich das letzte Mal über ein Geschenk richtig gefreut? Katrin Maes: Letztes Jahr zum meinem 40. Geburtstag, als ich von meiner ­ Freundin einen Gutschein für einen Besuch in einem Trampolin-Park be­ kommen habe. Das war ein tolles ­Geschenk, weil es ein gemeinsames Erlebnis ist – und etwas, das ich sonst nicht getan hätte. Sie hat da gut auf mich gehört, was mir gefällt. Und wann waren Sie das letzte Mal beim Schenken gestresst? Als ich ein Geschenk zum Schulanfang gesucht habe. Wenn ich losgehe in Geschäfte und sich die Geschenkidee, die ich im Kopf habe, nicht umsetzen lässt in der Realität. Warum schenken wir Menschen uns überhaupt etwas? Schenken steht eng mit Schwangerschaft und Geburt in Verbindung – und damit sofort auch mit Weihnachten. Weil Jesus als Geschenk Gottes der Ursprung aller Geschenke ist. Und für viele junge Eltern

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ist das schönste Geschenk ihr Kind, das unter dem Weihnachtsbaum liegt – das höre ich sehr oft. Weil da eine neue Beziehung entstanden ist. Das ist das Anliegen aller Geschenke: Sie zeigen, in welcher Beziehung ich zu einem anderen Menschen stehe. Und wie ich ihm eine Freude machen kann. Was sagt ein Geschenk denn über den Schenker und den Beschenkten aus? Für viele Menschen soll der hohe Preis eines Geschenkes den hohen Wert der Beziehung zu dem Beschenkten zeigen – aber das sagt noch nichts über die wirkliche Qualität ihrer Beziehung aus. Ist Schenken ganz selbstlos? Eltern und Großeltern machen Kindern große Geschenke, um leuchtende Augen zu sehen, Dankbarkeit zu erfahren – und geliebt zu werden. Ganz selbstlos ist nie ein Geschenk. Die Erwartung der Freude des Beschenk­ ten steht immer dahinter. Und dass er sich bedankt.

Wenn Kinder von Eltern oder Groß­ eltern mit Geschenken überschüttet werden: Ist das auch eine Art Macht­ kampf um ihre Herzen? Geschenke können tatsächlich ein Machinstrument sein, wenn zum Beispiel eine Rivalität entsteht: Wer hat das größere oder schönere Geschenk gemacht? Das sind auch Themen bei uns in der Fami­ lienberatung, etwa wenn Eltern sich getrennt haben und die Angst da ist, dass ein Partner sich die Zuneigung des gemeinsamen Kindes erkaufen will. Auch unter Großeltern kommt das vor. Darf ein Beschenkter enttäuscht sein? Kinder sind da ganz ehrlich und sagen manchmal: War das schon alles? Oder: Das ist nicht das, was ich mir gewünscht habe. Da kann schnell Enttäuschung auf allen Seiten entstehen. Erwachsene heucheln eher, als dass sie sagen: Tut mir leid, das Geschenk gefällt mir nicht. Aber es wäre wünschenswert, auch seine Enttäuschung zeigen zu dürfen. Denn das heißt auch, dem Schenker im nächs­ ten Jahr eine neue Chance zu bieten, etwas Passendes zu finden.


Interview

Geschenke können viel über eine Beziehung ­erzählen – doch ganz selbstlos sind sie nie. Die Freitaler Familienbe­ raterin Katrin Maes weiß, wie selbst die Enttäu­ schung über ein Geschenk eine Chance sein kann und warum wir auch das Beschenkt-Werden neu lernen müssen.

Katrin Maes Zur Person Die 40-jährige Sozialpädagogin aus Bannewitz leitet seit vier Jahren die Familienberatungsstelle der Diakonie in Freital. Dort ist auch das Schenken immer wieder ein Thema – etwa bei getrennten Elternteilen.

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Interview • mit Katrin Maes

Zeigt eine solche Ehrlichkeit nicht auch die Qualität einer Beziehung? Wenn eine Beziehung stimmig ist, hält sie diese Offenheit aus. Aber es ist nicht immer einfach. Denn es gibt unterschiedliche Wertvorstellungen auch beim Schenken – und es ist sicher auch eine Generationenfrage. Wie kann ich denn damit umgehen, wenn mein Geschenk nicht gefällt? Indem ich Verständnis zeige: Schön, dass du mir das ehrlich sagst, das ist okay. Und im besten Fall einmal fragen: Wie können wir es machen, dass du dich beim nächsten Mal mehr freust? Die Enttäuschung über ein Geschenk also lieber nicht persönlich nehmen? Ja. Auch wenn ich die Enttäuschung verstehe: Da rennt man im Advent durch die überhitzten Geschäfte auf der Suche nach einem Geschenk, alles ist sehr stressig und manchmal eine Qual – und dann freut sich der Beschenkte nicht. Aber dieses Risiko ist beim Schenken immer da.

Schenken steht eng mit Schwangerschaft und Geburt in Verbindung – und damit sofort auch mit Weihnachten. Weil Jesus als Geschenk Gottes der Ursprung aller Geschenke ist.

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Manche Menschen machen wunderbar originelle und aufwändige Geschenke – dürfen sie dann eben­ solche Gegengeschenke erwarten? Wer sehr originelle Geschenke macht, erwartet oft Ähnliches für sich. Aber jeder sollte sich die Freiheit nehmen zu sagen: Ich bin nicht so kreativ, aber ich habe meine Stärken auf anderen Gebieten und schenke vielleicht Zeit oder ein offenes Ohr. Wie findet man überhaupt ein gutes Geschenk? Indem ich daran denke, was mir selbst gefällt? Diese Frage kann ich mir zuerst stellen: Was ist mir selbst so wichtig, das ich es verschenken möchte? Aber muss ich ein Geschenk nicht mit den Augen des Beschenkten ­aussuchen und nicht mit meinen eigenen? Natürlich muss man sich zugleich in den anderen einfühlen: Was hat er für Interessen, was macht sein Leben aus, wo kann ich vielleicht andocken? Aber ein Geschenk sollte auch zu meinen eigenen Werten passen.

Ist durch Wohlstand und Soziale Medien heute der Druck höher, ein möglichst ausgefallenes und teures Geschenk zu machen? Bei der riesigen Auswahl heutzutage entsteht Stress schon dabei, sich zu entscheiden. Das ist immer anstrengend. Und die Vergleiche untereinander – gerade auch durch Soziale Medien im Internet – sind eine große Herausfor­derung. Und der Druck, mithalten zu müssen. Wenn man dann nur aus Pflichtgefühl heraus schenkt, merkt das der Beschenkte? Menschen sind so feinfühlig, dass sie spüren, ob hinter dem Schenken ein Bedürfnis steht oder nur eine Pflicht. Und das ist dem Geschenk vielleicht auch anzusehen. Eine psychologische Studie zeigt: Unpassende Geschenke können einer Partnerschaft sogar schaden. Geschenke sagen immer etwas über eine Beziehung aus. Aus Angst davor meinen viele Paare: Wir schenken uns nichts mehr, wir haben ja alles. Aber Geschenke können auch eine Beziehung beleben, wenn man sich fragt: Welche Ziele haben wir noch gemeinsam? Oder wenn man sich einlässt auf ein Geschenk, das man sich eigentlich nicht gewünscht hat, und gemeinsam damit neue Erfahrungen sammelt. In ärmeren Zeiten schenkten sich die Menschen Nützliches – das gilt heute im Wohlstand als langweilig. Aber vielleicht macht es manchmal mehr Freude als bemüht Origi­ nelles? Frauen wollen nicht immer etwas für die Küche und Männer nicht immer Werkzeug geschenkt bekommen. Aber auch in praktischen Geschenken kann sich zeigen, dass jemand sich Gedanken gemacht hat. Und sie machen Sinn. Wir müssen wieder den Mut haben, einfache Dinge zu schenken.


Weihnachten aber werden volle Kinderzimmer noch voller. Kinder brauchen nicht viel Spielzeug, sie brauchen vor allem Liebe und Zunei­ gung. Da sollten wir den Mut haben, weniger zu schenken und den Fokus auf einfache Dinge zu legen, die auch glücklich machen.

Kinder brauchen nicht viel Spielzeug, sie brauchen vor allem Liebe und Zuneigung. Da sollten wir den Mut haben, weniger zu schenken und den Fokus auf einfache Dinge zu legen.

Auch Wissenschaftler können belegen: Der materielle Wert eines Geschenkes ist nicht entscheidend für die Freude. Wenn man zusammen etwas baut oder gemeinsam etwas erlebt, verbindet das viel mehr. Oder man verschenkt Erleb­ nisse, die man gern mit anderen teilen will: Das kann ein Spiel, ein Buch oder ein Kochkurs sein.

Wie lernen wir wieder, dass ein Geschenk wirklich ein Geschenk ist? Die Botschaft von Weihnachten kann uns da helfen. An der Krippe ging es um ganz einfache Dinge. Und Wünsche dürfen auch unerfüllt bleiben. Wenn Kinder erleben, das Schenken nur Stress ist und jeder Wunsch erfüllt wird, dann ist Beschenkt-Werden auch nichts Schönes. • Die Fragen stellte Andreas Roth. Fotos: Steffen Giersch

Wir leben in einer Leistungsgesell­ schaft, in der jeder des eigenen Glückes Schmied sein soll – müssen wir auch das Beschenkt-Werden neu lernen? Ja, unbedingt. Das macht auch den großen Stress aus beim Schenken, weil man als Empfänger denkt: Genau so muss ich es wieder zurückgeben. Mein Geschenk muss diesen hohen Ansprü­ chen genügen.

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Comic â&#x20AC;˘ Lena und der Advent

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Rätsel • zum Mitmachen

Könnt Ihr es noch erwarten? Die Rätselseite ­ f ür ausgeschlafene Schlauköpfe Bitte schickt das Lösungswort bis zum 15. Dezember 2019 an familien@sonntag-sachsen.de oder FamilienSONNTAG, Blumenstraße 76, 04155 Leipzig. Zu gewinnen gibt es drei Exemplare:

Lena hat die Weihnachtsdeko ausgepackt. Vier Gegenstände sind doppelt. Kannst du diese finden?

Das ist das Lösungswort aus dem FamilienSONNTAG Herbst 2019:

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Was ist Weihnachten für uns? Uralte und bislang neue Texte aus heutiger Perspektive auf das Weihnachtsfest. Nach fünf Zitaten aus dem bekannten Weihnachtslied »Vom Himmel hoch« von Martin Luther stellt der Herausgeber Lieder, Gedichte und Erzählungen zusammen. Dabei wird der Bogen weit gespannt von altbekannten Erzählungen bis in die Gegenwart, in der das Wissen um die christliche Tradition nicht mehr präsent ist. Es sind nachdenklich machende, auch kritisch-ironische Texte zu Konsumrausch und der Flut von Geschenken dabei. Die schwierige Situation des Nikolaus, der mit Tränen in den Augen auf eine Plakatwand schaut, auf der es heißt: Ausländer raus. Da ist aber auch Joseph, der sich beschwert, dass er vor allem in der Kunst als alter Trottel dargestellt wird, obwohl er es doch war, der mit Mutter und Kind nach Ägypten floh, nachdem der Engel ihm das befohlen hatte und sie dadurch rettete. Eine Sammlung von sehr unterschiedlichen Erzählungen, die an den

christlichen Ursprung oder das Fehlen dieses Bezuges in der Gegenwart hinweisen. Halgard Kuhn/eliport.de Vom Himmel hoch Geschichten und Lieder zu Advent und Weihnachten Thomas Begrich (Hrsg.) | Illustrationen von Kristina Heidmann | Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2019 | gebunden, 213 Seiten | 15 Euro (D) | ISBN: 978-3-374-06099-3

Zum Besinnen in der Weihnachtszeit

Der Klassiker, bunt und in Reimen

Auf dem Weg zur Menschwerdung. Nachdenkliche adventliche Geschichten für Erwachsene zum Vor- und Selberlesen.

Ein Pappbilderbuch zur biblischen Weihnachtsgeschichte in Reimform.

Dieser Band, vereint in fünf Abschnitten je sechs kurze, teilweise aber literarisch anspruchsvolle Prosatexte. Jede Geschichte wird umrahmt von einem vorangestellten erschließenden Gedicht und einer Fotoillustration. Anders als der Titel vermuten lässt, kommen die Texte nicht nur leichtfüßig daher, sondern verlangen, dass ihnen emotional Raum gegeben wird. Die Geschichten setzen an bei der menschlichen Selbsterkenntnis, um dann bei der Menschwerdung Gottes anzukommen. Eine interessante Fundgrube für alle, die nachdenkliche, zur Kontemplation anregende (Vorlese-)Geschichten suchen. Birgit Schönfeld/eliport.de Die Katze an der Krippe Andere Geschichten für die weihnachtliche Zeit Britta Grothues, Detlef Kuhn und Jürgen Kuhn | Ostfildern: Patmos 2019 | gebunden, 119 Seiten | 18 Euro (D) | ISBN: ISBN 978-3-8436-1166-4

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Das kleinformatige Pappbilderbuch erzählt die Geschichte von der Geburt Jesu in kurzen gereimten Versen nach. Durch die direkte Ansprache, sprachliche Bilder, den rhythmischen Ton und einen leichten Witz eignet sich der Text gut zum Vorlesen. Zum gemein­ samen Betrachten laden die stimmungsvollen, verschmitzt humorvollen Illustrationen von Jörg Mühle ein, der die Charaktere der handelnden Personen mit wenigen Strichen gekonnt an­z udeuten vermag. Zum Vorlesen und zum gemeinsamen Betrachten mit Kindern ab 2 Jahren, auch wenn diese noch nicht jedes Wort verstehen. Gut einsetzbar in Gruppen für Kleinkinder in der Gemeindearbeit. Anke Märk-Bürmann/eliport.de Die Weihnachtsgeschichte in Reimen Thomas Krüger | Illustrationen von Jörg Mühle | Hamburg: Carlsen 2019 | kartoniert, 26 Seiten | 9,99 € (D) | ISBN: 978-3-551-17148-1


Bücher • Tipps zum Lesen und Vorlesen

Singen macht das Herz weit

Wenn Kinder mehr erfahren möchten

Eine kostbare Sammlung bekannter und vielseitiger Lieder.

Ein Aufklärungsbuch erzählt aus der Sicht eines Mädchens.

Die einen tun es morgens unter der Dusche, die anderen nur in lustiger Gesellschaft oder in der Kirche. Kinder werden damit in den Schlaf gewogen, Prüflingen soll es geholfen haben: Über alle Zeiten und sozialen Schranken hinweg haben Menschen allein und miteinander gesungen. Singen befreit und tröstet. Singen macht das Herz weit und schafft Gemeinschaft. Das von Larissa Bertonasco illustrierte Liederbuch enthält 100 liebenswürdige Lieder, die nach Jahreszeiten und Gelegenheiten geordnet sind. Von »Die Gedanken sind frei« über »Die Vogelhochzeit«, »Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad« bis zu »Weißt du, wie viel Sternlein stehen?«. Mit Noten und Gitarrengriffen. EVA

Maxis Mama ist schwanger. Das führt zu vielen Fragen bei der Sechsjährigen. Wie kommt das Baby in Mamas Bauch? Und wann weiß das Baby, wann es rauskommen soll? Und wie kommt es raus? Maxi macht sich ihre Gedanken, denn Bens kleiner Bruder ist gestorben, weil er zu früh auf die Welt kam, Thomas hat gar keinen Vater, sondern zwei Mütter und Jimmy sieht ganz anders aus, als seine Eltern. Locker und ungezwungen erzählt die Autorin eine Familiengeschichte aus der Sicht der kleinen Maxi. Sie bekommt ehrliche Antworten und alles wird beim Namen genannt, ohne dass es peinlich wirkt. Die Illustrationen sind altersgerecht und verspielt. Helena Schäuble/eliport.de

Komm, wir singen Das große chrismon-Liederbuch für Jung und Alt Illustrationen von Larissa Bertonasco| Leipzig: edition chrismon 2013 | Hardcover, 240 Seiten | 7,95 € (D) | ISBN: 978-3-869-21110-7

Schokostreuselgroß Ein Baby in Mamas Bauch Bette Westera | Illustrationen von Julia Dürr | Deutsch von Rolf Erdorf | Hildesheim: Gerstenberg 2019 | gebunden, 86 Seiten | 18 € (D) | ISBN: 978-3-8369-5649-9

Von Übermut bis Demut

Erklären und Verstehen

Eine Reise durch die verschiedenen A ­ spekte von Mut mit persönlicher Note.

Kindgerechte Darstellung von Krebs­erkrankung und Behandlung ohne Beschönigungen.

Martin Kolozs war ein mutiger Junge, manchmal auch ein übermütiger, manchmal fehlte ihm wohl auch Mut. In seinem kleinen Büchlein nähert sich der Philosoph und Schrift­ steller in Gedanken und Reflexionen sowie etymologischen und theologischen Ansätzen dem Mut in allen seinen Erscheinungsformen. Gemischt mit Anekdoten aus seiner Kindheit, der Jugend im katholischen Internat und philosophischen Aspekten zu Kleinmut, Freimut, Wagemut, Schwermut und vielen anderen »Gemütern« regt das Buch zum Nachsinnen an. Man blickt automatisch auf das eigene Leben und sinniert über den eigenen Mut. Die etwas mehr als 100 Seiten sind schnell und mit Leichtigkeit gelesen und bieten sich durch die einzelnen kurzen Abschnitte zum Lesen als Andacht oder zur Meditation an. FS

Lotte ist vier Jahre alt. Als sie plötzlich sehr schlapp ist und viele blaue Flecke an sich entdeckt, stellt ihr Arzt Leukämie fest. Ab da beginnt eine monatelange Behandlung mit vielen medizinischen Dingen, die für Kinder schwer zu verstehen ist. Die junge Autorin Sonja Marshall schafft es in diesem Buch, kindgerecht die Reise von Diagnose über Behandlung bis zur Genesung so zu erklären, dass sie in Wort und Bild von Kindern ver­standen werden kann. Auch, warum es nicht immer ein gutes Ende gibt. Ein Buch, das Kindern erklärt, was mit ihnen oder Freunden passiert, wenn sie Krebs haben, und Eltern unterstützt, die richtigen Worte für all das zu finden, was steril und unerklärbar wirkt, aber wichtig zu wissen ist. FS

Über Mut: Gedanken und Ref lexionen Martin Kolozs | Innsbruck: Tyrolia 2019 | gebunden, 128 Seiten | 14,95 € (D) | ISBN: 978-3-7022-3778-3

Lotte und die Chemo-Männchen Sonja Marshall | Ostfildern: Patmos 2019 | gebunden, 40 Seiten | 14 € (D) | ISBN: 978-3-8436-1182-4

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Š Wald + Zapfen : Clker-Free-Vector-Images/pixabay

Lassen sich mit Hartz IV gute Weihnachtsgeschenke finden? Die Leipzigerin Kati Z. und ihre vier Kinder wissen: Das geht â&#x20AC;&#x201C; aber der Advent bietet noch viel mehr. Gerade in schweren Zeiten.

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»Man denkt diese Wünsche schon gar nicht mehr«

Wie eine Fremde steht sie im Strom der Käufer. Sie sieht in die Schaufenster, hinter denen sich Waren fürs Weihnachtsgeschäft schön gemacht haben. Kati Z. (46) schaut sie interessiert, aber gelassen an. Als wären sie weit weg. Es regnet. Ihren Kindern hat sie gesagt, dass jeder einen Herzenswunsch auf seinen Wunschzettel schrei­ ben darf. »Wenn ich mir von Mama etwas wün­ sche, bin ich schon sehr realistisch«, sagt ihre Tochter Oona (19). »Sonst bringt es nichts.« Letztes Weihnachten hat sie sich Karten fürs Ballett gewünscht. Bei ihrer kleinen Schwester Raya (6) stand ein mit Gold und Glitzer angemal­ tes Holz-Einhorn auf dem Zettel, bei ihrem kleinen Bruder Levin (11) eine Salami, nur für ihn. Kati Z. und ihre vier Kinder leben trotz ihres Mini-Jobs bei einem Verlag von Hartz IV. So wie 42 Prozent aller Alleinerziehenden in Sachsen. Nie würde Kati Z. sagen, dass sie arm seien. Sie haben eine schöne Wohnung, weil ihr Vermieter ein Herz hat. Sie können im Sommer in den Urlaub in die Uckermark fahren, weil der Staat das unter­ stützt. Sie können Bio-Lebensmittel kaufen, weil ihr Gewissen das fordert. Kati Z. ist dankbar. Doch wenn am Monatsende gar nichts mehr übrig ist oder ein Brief vom Amt im Briefkasten liegt, der zu viel gezahltes Geld zurückfordert, kommt die Angst. »Ich versuche, sie nicht überhand nehmen zu lassen, die Hoffnung zu behalten«, sagt sie. »Das geht mal besser, mal schlechter.«

Reportage

Ausgerechnet der Advent hilft ihr dabei. Und ihren Kindern. Kati Z. lässt sich treiben vom Strom der Käufer in der Leipziger Innenstadt. Eine Getriebene aber ist sie nicht. Den Konsum und Reichtum um sie herum blickt sie mit fröhlicher Neugier an wie ein exotisches Schauspiel. Obwohl die studierte Sängerin, die früher mit einem Pop-Jazz-Trio deutschlandweit in Clubs Konzerte gab, schon lange keinen großen Auftritt mehr hatte. Obwohl sie seit sechs Jahren alleinerzie­ hend ist. Obwohl das alles viel Kraft kostet. Vom Geld nicht zu reden. Am ersten Advent bereitet sie mit ihren Kin­ dern wie jedes Jahr zu Hause einen Tisch vor. Ihr Adventskalender besteht aus Geschichten und einem Korb. Jeden Tag darf ein anderes Kind, gerecht verteilt, ein Säckchen öffnen. In der ersten Adventswoche sind Steine, Zapfen und Moos darin, die sie auf einem Tisch verteilen. In der zweiten Woche kommen hölzerne Schafe und Hirten dazu. In der dritten Adventswoche packen sie Maria und Josef aus und schicken sie zwischen Moos und Steinen auf dem Tisch auf den Weg zur Krippe. Jeden Tag einen kleinen Schritt. Und abends lesen sie Geschichten vor.

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Man kann auch ­etwas schenken, das nicht viel Geld kostet, aber zeigt: Ich habe mir Gedanken gemacht mit Herz.

© Wald + Zapfen : Clker-Free-Vector-Images/pixabay

Oona, 19 Jahre

»Das ist mir ziemlich wichtig«, sagt die große Tochter Oona. Umso mehr, seit das Zusammensein mit allen drei Geschwistern seit der Trennung ihrer Eltern nicht mehr selbstverständlich ist. »Der Advent ist eine besondere Zeit, denn er hat für uns viel mit Geborgenheit zu tun«, sagt Kati Z., obwohl sie gar kein Mitglied einer Kirche ist. »Die Rituale geben den Kindern Sicherheit – und mir auch. Gerade in den Zeiten, wo es mir nicht gut ging. Dann denke ich: Letztes Jahr konntest du noch kaum singen, jetzt geht es schon wieder.« In kleinen Schritten. So wie Maria und Josef auf dem Weg zu ihrer Krippe auf Familie Z.’s Tisch. Die Herzenswünsche ihrer Kinder hat die Mutter immer zu erfüllen versucht. Wollte Levin den golden geflügelten Zauberball namens Schnatz, mit dem in Harry-Potter-Romanen Wettkämpfe der Magier bestritten werden, dann suchte sie so lange, bis sie im Internet fündig wurde. Für 13 Euro, sogar mit Uhr. Oder als sich ihre Jungs eine Playmobil-Ritterburg wünschten, wühlte sich sich durch tausende Gebraucht-Angebote für wenig Geld im Netz. Wochen und Monate vor Weihnach­

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ten fängt sie damit an. Anders wird das nichts. Die Freude am Heiligen Abend ist nicht Second Hand, sondern groß. Und trotzdem: Als Oona noch jünger war und eine Freundin ein Spiel­ schloss bekam oder zu Nikolaus Geschenke für viel Geld und sie nur ein paar Süßigkeiten und einen Apfel – da war sie neidisch und auch enttäuscht. »Ich dachte: Warum bekommt sie das und ich nicht? Das habe ich damals nicht verstanden.« Ihre Mutter erklärte es ihr. Nicht, dass sie zu wenig Geld hätten. Sondern dass Nikolaus nur der Vorbote des Christkindes ist. Das begriff sie. Und heute, da sie ihren Schulabschluss macht, versteht sie noch mehr. »Wir lernen den Wert der Dinge viel mehr schätzen. Und wenn Geld keine Rolle spielt, wird es schwerer werden damit klar zu kommen, wenn man einmal im Leben wenig hat.« Als Oona noch jünger war, stellte sie sich auf den Leipziger Weihnachtsmarkt und spielte Flöte. Um ihren Freunden auch einmal eine Tafel Schokolade oder eine andere Kleinigkeit schen­ ken zu können. »Man kann auch etwas schenken, das nicht viel Geld kostet, aber zeigt: Ich habe mir Gedanken gemacht mit Herz.« Das haben Oona und ihre Geschwister in ihrer Kindheit gelernt. Und doch sind nicht alle Wünsche nur mit Herz zu erfüllen. Das weiß Oona auch. »Ich bin noch nie mit dem Flugzeug geflogen, ich wäre gern einmal an einem Sandstrand auf einer Insel oder eine Woche in einem Hotel – aber da weiß ich, ich brauche nicht einmal darüber nachzudenken.« Vielleicht, überlegt sie, ist auch das angesichts der Klimaerhitzung nicht nur schlecht.


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Reportage • »Man denkt diese Wünsche schon gar nicht mehr«

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Ihre Ansprechpartnerin Liane Rätzer Evangelisches Medienhaus GmbH Telefon 0341-7 11 41 35 E-Mail: anzeigen@emh-leipzig.de

Ausgaben 2020 22. März (Buchungsschluss: 14. Februar) 21. Juni (Buchungsschluss: 14. Mai) 6. September (Buchungsschluss: 31. Juli) 22. November (Buchungsschluss: 16. Oktober)

© Marko Babii / iStock

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Kati Z., 46 Jahre

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Man muss den Moment genießen, das habe ich im Leben gelernt. Man weiß nie, wann es zu Ende ist.

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Text: Andreas Roth Fotos: Steffen Giersch

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Bevor am Heiligen Abend die Glocke klingelt und alle nacheinander ihre Geschenke auspacken, erst die Jüngsten, dann die Älteren, wird Kati Z. mit ihren Kindern wieder in eine Kirche in LeipzigGohlis gehen. Dann hörte sie viele Gottesdienst­ besucher über den vorweihnachtlichen Stress stöhnen. Und auch jetzt schon im warmen Luftzug des Kaufhauses blickt sie den hastenden Menschen hinterher und denkt: »Mein Gott, was haben alle für einen Stress. Dann hat doch der Advent seinen Inhalt verfehlt.« Kati Z. hat ein Geschenk, das ziemlich groß ist und nirgends zu kaufen. Es ist die Zeit, die sie ihren Kindern schenkt. »Man muss den Moment genießen, das habe ich im Leben gelernt. Man weiß nie, wann es zu Ende ist.« Wenn sie abends ihre vier Kinder warm im Bett liegen sieht, dann weiß sie, was ein Geschenk ist. Dann kann jeder Abend ein Heiliger Abend sein. •

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Im Kaufhaus fühlt ihre Mutter den Stoff eines geblümten Kleides. »Ich kaufe mir nur selten etwas«, sagt Kati Z. »Ich frage mich dann: Brauchst du’s wirklich?« Vielleicht ein Paar Schuhe zum Wech­ seln wären nicht schlecht. Oder eine Zeitung abonnieren. Oder öfter Freunde zum Essen nach Hause einladen oder ihnen öfter etwas schenken, einfach so. Oder einmal essen gehen. »Als Mutter würde ich mir als Letzte etwas kaufen. Man denkt diese Wünsche schon gar nicht mehr, man unterdrückt sie eben«, sagt Kati Z. »Davon werde ich nicht unglücklich, aber es kostet Kraft und Energie, all das nicht zu wollen.« Wenn Kati Z. wirklich Wünsche frei hätte, dann hätte sie auch ein paar an Staat und Politik. Dass ihr nicht mehr für jeden Tag, den ihre Kinder bei ihrem Vater verbringen, der Hartz IV-Satz gekürzt wird – obwohl ihre Kosten für Wohnung, Fahr­ karten und Schule weiterlaufen. Oder dass nicht mehr jeder Euro von Kindergeld und Unterhalt von ihrem Arbeitslosengeld wieder abgezogen wird. »Am Ende werden die Kinder damit bestraft«, sagt Kati Z. Ihre Tochter Oona sagt: »Das ist absurd.« Als sie kleiner war, hat sie nie danach gefragt. Und ihre Mutter hat es ihren Kindern nie erzählt.


Selber machen • im Winter

Ganz persönliche Grüße für die Adventszeit

Selber machen In dieser Ausgabe gestalten wir einen sehr persönlichen Advents­ kalender, der sich ganz individuell an den Beschenkten anpassen lässt. Für unseren ­Adventskalender basteln wir »Glücksnüsse«, die wie die bekannten Glückskekse Weisheiten, Sprüche oder Wünsche übermitteln.

Adventskalender ANLEITUNG Für unseren Adventskalender beginnen wir mit den Nüssen. Nachdem wir 48 Hälften gefunden haben, die sich idealerweise zu 24 ganzen Nüssen zusammensetzen lassen, bemalen wir diese außen. Ganz bunt, in weihnachtlichen Farben, golden oder weiß, wie Schnee – das ist ganz Ihrem Geschmack oder dem des zu Beschenkenden überlassen. Der nächste Schritt ist die Vorbereitung des Inhaltes. Suchen Sie sich 24 Dinge aus, die Sie aufschreiben möchten. Das können Bibelzitate, Sprüche, Wünsche, Aufgaben zum Besinnen oder lustige Kleinigkeiten sein, die Sie ganz individuell abstimmen können. Gerne können Sie dem Beschenkten auch mit diesen Zetteln überraschen, wo und bei wem er am jeweiligen Tag nach weiteren Überraschungen suchen darf. Wenn Sie 24 Dinge gefunden haben, schreiben Sie diese jeweils auf einen langen Streifen Papier. Vorn lassen Sie circa 2 Zentimeter frei, dort wird die Tageszahl draufgeschrieben. Die Streifen nummerieren Sie dann von 1 bis 24 durch. Dann werden sie eingerollt, sodass die Zahl noch zu erkennen ist. Der nächste Schritt ist nun, die Papierstreifen in die Nüsse zu füllen und diese zu verschließen. Setzen Sie mit der Heißklebepistole zwei Leimpunkte auf eine Nusshälfte. Dann legen Sie den Papierstreifen so in die Hälfte, dass die Zahl herausschaut. Nun schnell die zweite Hälfte aufsetzen, um die Nuss zu verschließen. Bitte beachten Sie, dass das Papier nicht in den Leim gerät, aber die Nuss auch nicht zu schlecht verschlossen ist. Wenn die Lücken zu groß sind, kann es sonst passieren, dass der Streifen komplett in die Nuss rutscht und die Zahl nicht mehr zu erkennen ist. Daher immer genug vom Streifen überstehen lassen und die Nusshälften gut aneinander drücken.

• T ext & Fotos: Karola Richter 28


Und so geht es ...

Sind alle 24 Nüsse gefüllt, können Sie sie nach Herzenslust anordnen. In einer Schale oder in einer Vase, oder Sie kleben die Nüsse mit Heißkleber auf einen Tannenzweig oder ein rustikales Holzbrett und dekorieren es noch mit einer Lichterkette oder Baumschmuck. Material • 48 vollständige Walnusshälften • Acrylfarben oder Nagellack • Papier, Stifte, Schere • Heißkleber

PROFI-TIPP  Beim Knacken der Nüsse ist es oft etwas knifflig, komplette und unzerbrochene Hälften zu bekommen. Aber dafür gibt es einen einfachen Trick. Gehen Sie mit einem stabilen, spitzen Messer am dickeren Ende der Walnuss vorsichtig zwischen die beiden Hälften. Mit etwas Hin- und Herbewegen lassen sich die Hälften dann auseinanderbrechen, ohne durchzubrechen. Das funktioniert am besten mit gut durchgetrockneten Nüssen vom Vorjahr oder älter.

Lesen und Singen im Advent Thomas Begrich (Hrsg.) VOM HIMMEL HOCH Geschichten und Lieder zu Advent und Weihnachten Mit Illustrationen von Kristina Heldmann 216 Seiten | Hardcover ISBN 978-3-374-06099-3 € 15,00 [D]

Dieses Buch vereint froh machende, versöhnliche und auch einige eher nachdenkliche Erzählungen von neuen Autoren wie altbekannten Dichtern, u. a. von Zsuzsa Bánk, Dietrich Mendt oder Johann Wolfgang von Goethe. Sie wollen gelesen, vorgelesen und weitererzählt werden. Tun Sie es!

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Grund zum Feiern • von Fabian Vogt

Voll eingeschenkt Geschenke sind verpackte Liebe. Und wie! Jedenfalls dann, wenn die oder der andere sich hingebungsvoll überlegt hat, was uns einen kleinen Freudenschrei entlocken oder ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern kann. Und genauso waren Geschenke ursprünglich gedacht. Das verrät zumindest das bezaubernde Wort »Schenken«. Es bedeutet nämlich eigentlich – aufgepasst: »Zu-trinken-Geben«. Ja, deshalb sagen wir noch heute »Ein-Schenken« und »Aus-Schenken«. Und hinter diesem Begriff steckt ein wunderschöner Brauch: Als es noch keine Autos, Eisenbahnen oder Flugzeuge gab, war es üblich, dass Reisende – wenn sie nach langem Fußweg ein Haus betraten – direkt etwas zu trinken angeboten bekamen: »Hey, du bist erschöpft und müde, jetzt still erst mal deinen Durst«. Sprich: Das ausgeschenkte Getränk war der erste Willkommensgruß – und damit ein Zeichen echter Gastfreundschaft:

»Trink! Hier soll es dir gut gehen. Ich wünsche mir, dass dein Körper und deine Seele erquickt werden«, wie man früher gerne sagte. Nun: Wer schon mal so richtig Durst hatte, der weiß, wie toll es sich anfühlt, wenn dann ein kaltes Getränk die Kehle runterrinnt. Mehr noch: Angeblich war dieser Willkommensbrauch eine derart wohltuende Erfahrung, dass man in einigen Regionen sogar dazu überging, dem Gast den Becher gleich noch dazu zu schenken. Was also ist ein großartiges Geschenk? Ganz einfach: Eines, das unseren Durst stillt. Und damit ist nicht nur die Lust auf etwas Flüssiges gemeint, sondern der gesamte »Lebensdurst« eines Menschen – all das, wonach wir uns sehnen und was wir uns von ganzem Herzen wünschen. Wenn uns also jemand etwas »schenkt«, das hilft, unseren Lebensdurst zu stillen, dann hat dieser Mensch das Geheimnis des Schenkens verstanden. Nebenbei: In diesem Sinne war auch Jesus ein großer Schenker. Er hat nämlich mal gesagt: »Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie mehr Durst haben«. Und was für ein »Wasser« schenkt Jesus aus? Na, er meinte damit natürlich die Liebe Gottes. Sag ich doch: Geschenke sind verpackte Liebe. •

20 19 Die schönste Zeit zum Ankommen Auf 24 Kalenderblättern ziehen wir eine Spur durch den Advent. Mit scharf geschnitzten Texten und Bildern, die von der weihnachtlichen Hoffnung erzählen. Jeden Tag gibt es eine Postkarte zum Heraustrennen dazu. Um die Vorfreude zu teilen, um Frieden und Liebesgrüße in die Welt zu schicken – an beste Freunde, ferne Verwandte oder fast vergessene Bekannte. Matthias Lemme | Susanne Niemeyer STILLE POST Der Adventskalender zum Ankommen 52 Seiten | Metallspiralbindung Froschaufsteller ISBN 978-3-96038-206-5 € 15,00 [D]

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22.08.2018 15:12:53


Neue Bibeln für den Bücherherbst NEU »Mach die Bibel zu deinem Buch!« So lässt sich das Konzept dieser Bibel aus­ gabe zusammenfassen. Es entstand unter Beteiligung Jugendlicher und stellt einen völlig neuen Ansatz zum Entdecken der Bibel und ihrer Botschaft dar.

GUT E NACHR ICHT BIBEL Kreativ Edition 16,2 × 22 cm, 1604 Seiten, Flexibler Farbeinband ISBN 978-3-438-01725-3 €(D) 24,90

DIE BIBEL NACH MARTIN LUTHERS ÜBERSET ZUNG RE V IDIERT 20 17 Ausgabe mit Liedern und Texten von Martin Luther Mit Apokryphen 14 × 21 cm, 1536 Seiten + 64 farbige Sonderseiten + 4 farbige Karten Fadenheftung, Leseband ISBN 978-3-438-03307-9 €(D) 24,90

Broschierte Ausgabe Mit Apokryphen 14 × 21 cm, 1536 Seiten + 4 farbige Karten in den Umschlagklappen Klappenbroschur, Klebebindung ISBN 978-3-438-03340-6 €(D) 15,90

Balinger Straße 31 A | 70567 Stuttgart | www.die-bibel.de

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Erhältlich in Ihrer Buchhandlung oder unter 0800-242 3546

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FamilienSonnta 4/19 – Winter  

Geschenke sind etwas Wunderbares. Sie lassen Augen leuchten, überraschen, machen schon dem Schenker beim Aussuchen Freude. So soll es sein....

FamilienSonnta 4/19 – Winter  

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