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Winter ° 2018 evangelisch und sächsisch

Zuhause? Geburt: Im Krankenhaus oder Advent: Ein Zauber auch für Nicht-Chr isten

Worauf warten wir da eigentlich? M I T   FA M I L I E N -T I P P S , C O M I C   U N D  V I E L E M  M E H R


Ohne S ONNTAG fehlt Dir was! Gerhard Schöne

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© Steffen Giersch

Inhalt • im Winter

4 Kinderumfrage Worauf wartest du und freust dich im Advent?

24 © Steffen Giersch

6 Titelgeschichte Was Nicht-Christen im Advent erwarten 11 Warten für Anfänger

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E Titelillustration: Daniel Ramirez Perez

14 Interview Damit Weihnachten in Familien nicht der Baum brennt 24 Reportage Geburt im Krankenhaus oder Zuhause?

5 Aktuelles

12 Veranstaltungen Traditionell durch den Winter 12 Impressum 18 Comic Lena wartet 21 Rätsel 22 Tipps zum Lesen und Vorlesen 28 Selber machen Basteln im Winter 30 Fabian Vogt Es werde Licht

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Advent erinnern die Termin­ kalender vieler Familien an Zeitpläne von Managern. Hier ein Advenstbasteln der Schule, dort das Krippenspiel des Kin­ dergartens, dazu all die Feiern in Vereinen und auf Arbeit. Die stille Zeit ist ziemlich hektisch ge ­worden. Prall gefüllt ist sie auch mit Erwartun­ gen. Und das ist ja auch richtig so, denn Advent heißt: Ankunft. Doch auf wen war­ ten wir da eigentlich? Das fragen wir in diesem FamilienSONNTAG. Bei Holzkünstlern und ihren Kindern im erzgebirgischen Weihnachtsland haben wir erfahren, wel­ cher Zauber und welches Geheimnis im Advent liegen – selbst wenn die Menschen

© Steffen Giersch

Editorial

gar nicht in der Kirche sind. Es ist die Er­ wartung von gemein­samen Stunden in der Familie bei Kerzenlicht und Weihrauch­ duft, von Geschenken, von Liebe. Und von einem Glauben, den manch einer nicht in Worte fassen kann (Seite 6). Das ist ein ziemlich großes Paket an Er­ wartungen. Manchmal ist es so schwer, dass man unter ihm nur zusammenbre­ chen kann. Wenn gerade Weihnachten nicht alles perfekt ist. Wenn am Fest des Friedens einiges Unfriedliche an die Oberfläche kommt. Dann brennt der Baum. Warum das so ist und was man dagegen tun kann – das verrät uns der Familienbe­ rater Stefan Mühl (Seite 14).

Weihnachten ist auch das Fest einer Ge­ burt. Und auch die wird heute oft zur Glaubensfrage: Soll das Kind im Kranken­ haus zur Welt kommen, in einem Geburts­ haus oder zuhause? Wir haben gemein­ sam mit der Hebamme Romy Leuteritz nach Antworten gesucht (Seite 24). Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Andreas Roth

Verantwortlicher Redakteur

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Ich freue mich auf die viele Schokolade und aufs Fernsehschauen. Und auf die vielen Lichter und das Plätzchenbacken. Und das Liedersingen. Matteo, 5

Ich freue mich auf die schönen Figuren in meinem Kalender. Und auf Kuscheldecken, Plätzchenbacken und Liedersingen. Marie, 4

Worauf wartest du und freust dich im Advent? NACHGEFR AGT

Ich freue mich auf das Basteln des Weihnachtsschmuckes und Plätzchenbacken. Marlene, 3

Marlene, Erik, Marie, Matteo und Jona besuchen die Kindertagesstätte »Arche Noah« in Wurzen.

Ich freue mich auf den Nikolaus und auf die Geschenke. Und auf den Weihnachtsschmuck, Weihnachtslieder, Plätzchen. Erik, 6

Ich freue mich auf die Eisenbahn auf dem Weihnachtsmarkt. Auf die Kerzen, auf das Türchenöffnen und Weihnachtsliedersingen. Jona, 4

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• Interview & Fotos: Karola Richter


Aktuelles • Winter

Alleinerziehende erhalten mehr Geld – doch es bleiben Kritikpunkte

Wenn Kinder pflegen müssen Im Internet finden pflegende Kinder und Jugendliche jetzt Hilfe »In Deutschland gibt es über 250 000 Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern, Geschwister oder Großeltern zu Hause pflegerisch unterstützen müssen«, berichtet Ralph Knüttel von den Johannitern. Häufig stehen die Kinder und Jugendlichen mit den Erfahrungen, die sie täglich machen, alleine da und wissen nicht, wie sie mit belastenden Situationen umgehen sollen. »Diese Kinder brauchen dringend Unterstützung«, sagt Ralph Knüttel über die Motivation der Johanniter zu diesem Projekt. Als Experten im Bereich der ambulanten Pflege sowie in der Kinderund Jugendarbeit entwickelten die Johanniter daher das Projekt »superhands«, mit dem sie den pflegenden Kindern und Jugendlichen mit leicht verständlichen Informationen und Tipps zur Seite stehen wollen. Der Regionalverband Unterfranken startete exemplarisch mit diesem Projekt in Deutschland.

• Alle Informationen im Internet unter www.superhands.de

Elterngeld im Internet beantragen

»Am beschämendsten ist die hohe Zahl armer Kinder«

Sachsen ist Vorreiter bei neuem digitalen Service

Diakonie fordert mehr Unterstützung für Menschen mit wenig Geld © EVLKS

Seit der Reform des Unterhaltsvorschusses im Juli 2017 beziehen 300 000 Kinder mehr als zuvor diese Leistung, teilt die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie (eaf) mit. Zuvor mussten alleinerziehende Mütter oder Väter den ganzen oder einen Teil des vom Ex-Partner nicht gezahlten Unterhalts aufbringen. Dies ist ein wesent­ licher Grund für die Armut Alleinerziehender und ihrer Kinder. »Vieles ist damit besser geworden, einige Forderungen bleiben trotzdem offen«, sagt eaf-Geschäftsführerin Insa Schöningh. So sollte der Vorschuss nicht bei einer erneuten Heirat des betreuenden Elternteils enden – und dieser sollte auch das gesamte Elterngeld erhalten und nicht wie bisher nur die Hälfte.

Millionen Menschen fehle in Deutschland ausreichend Geld für Ernährung, Wohnung oder Energie. Das kritisiert Sachsens Diakonie-Chef Dietrich Bauer. »Und am beschämendsten ist die dauerhaft hohe Zahl armer Kinder.« Die Regelsätze der Grundsicherung unterschritten das Existenzminimum um etwa ein Viertel, so der DiakonieDirektor. Deshalb haben Diakonie, Caritas und sechs weitere Organisationen bei den Vereinten Nationen einen Bericht eingereicht, der erhebliche Lücken bei der Um­ setzung des UN-Sozialpakts in Deutschland aufzeigt. »Arme Menschen sind keine Bittsteller, sie haben Rechte«, sagt Bauer. Besonders gelte das für die Bekämpfung von Dietrich Bauer Kinder- und Erwerbsarmut.

Sachsens Familien können seit Oktober eine der beliebtesten Familienleistungen auch online beantragen. »Eltern bekommen die Möglichkeit, ihre Anträge komfortabel und zeitsparend online auszufüllen, zu bearbeiten und bei Bedarf abzuspeichern«, sagt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). »Digitale Hilfe-Funktionen ersparen Recherchen und Nachfragen und verringern die Gefahr von Fehlern schon bei der Eingabe.« Der Freistaat nimmt als Pilotland an dem Projekt des Bundes zur Einrichtung eines digitalen Online-Portals für das Elterngeld teil. Im vollen Umfang soll der Service ab Anfang 2019 verfügbar sein.

• Alle Informationen im Internet unter www.elterngeld-digital.de

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© GDJ / Pixabay

© Johanniter / Nadine Studeny Photography

Mehr Kinder bekommen Unterhalt


Der Advent ist voller Erwartungen: Kinder freuen sich auf Geschenke und Schnee – und Erwachsene auf eine erfüllte Zeit. Das ist mehr als Tradition. Da ist ein Zauber, ein Geheimnis. Die Holzkünstler aus dem Erzgebirge und ihre Familien kennen es vielleicht besonders gut. Selbst wenn sie nicht in der Kirche sind.


Titelstory

»Einfach, weil da Gott ist«

Advent heißt Ankunft. Doch wer da eigentlich kommt, dafür gibt es viele Antworten. Lea (6) schlängelt sich durch sie ihren eigenen Weg. Auf einem rosa Kinderfahrrad mit Körbchen und Blume, auf dem Gepäckträger ihre vierjährige ­ Kindergartenfreundin Jodie, umkurvt sie in der Werkstatt ihres Vaters Stapel aus Schwibbögen mit Weihnachtsmännern, Weihnachtsmärkten samt Geschenkebuden, Bergmännern und Engeln. Sind sie die Erwarteten? Wenn die Mädchen im Kindergarten sind, liegt das adventliche Geheimnis in der Werkstatt von Leas Vater Lars Oelschlägel in einem feinen Nebel von Spänen. Sägen und Schleifmaschinen sind

die Melodie dazu und es riecht nach Holz. Kurz vor Weihnachten ist Hochsaison in der kleinen Neuhausener Firma SchwibboLa. Die Ankunft, die Oelschlägels Kunden sehnlich erwarten, ist die des Paketes mit der frohen Holzkunstbotschaft aus dem Erzgebirge. Jodies Vater Andreas Walter, gelernter Spielzeugmacher, hat seine eigene Werkstatt gleich ­nebenan in der ehemaligen Neuhausener Stuhl­fabrik. Tagsüber und im Advent auch bis in die Abende hinein dreht, schleift und lackiert er in einer Firma im Nachbarort Seiffen kleine Holzfiguren. Mit Liebe macht er seine Arbeit. »Aber ob ich eine Maria mache oder eine Krippe oder einen Bergmann

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Titelstory • »Einfach, weil da Gott ist«

Da liegt Jesus in der Krippe, Josef und Maria haben ihn da reingelegt. Und warum freuen sich die Menschen heute noch darüber?

Einfach, weil da Gott ist. Jodie ist mir persönlich egal«, sagt Walter (45), handfest und gutmütig – ein Handwerker wie aus dem ­Bilderbuch. Auch, dass er keiner Kirche angehört, ist typisch. Zumindest in Sachsen. Bei dem Schwibbogen-Macher Lars Oelschlägel, 30 Jahre jung und samt Hornbrille und rotem T-Shirt gut auch in einer Leipziger Internetagentur vorstellbar, ist das nicht anders. Und auch bei der jungen Mutter Tina Lohse (28) nicht. Aufgewachsen ist sie in einer Neuhausener Holzkunstfamilie mit all den weihnachtlichen Gestalten. »Da liegt es in der Wiege«, sagt sie, »wir haben Weihnachten immer gefeiert wie die Christen«. Ohne welche zu sein. Es ist Tradition.

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Und doch ist da mehr. Ein Zauber, ein Geheimnis. Es leuchtet auf, wenn Tina Lohse von den Adventsabenden in ihrer Familie erzählt, von ­ Kerzenlicht oder der Kinderfreude, wenn sie die Weihnachtssachen vom Boden holt. Wenn ihr Sohn Moritz (4) sagt: »Am liebsten mag ich, in den Adventskalender zu gucken.« Das Überraschende. Worauf sich sein kleiner Bruder Fritz (2) freut? »Der Weihnachtsmann«, sagt er und klaubt die kleine rote Holzfigur mit dem weißen Bart vom Schwibbogen. »Hohoho!«, viel mehr sagt er nicht. Es ist ja alles gesagt. Die Augen des Zweijährigen mit den blonden Locken leuchten.


Die Seiffener Kirche ist in vielen Schwibbögen von Lars Oelschlägel dabei – obwohl er selbst gar kein Kirchenmitglied ist. Aber das heißt nicht, dass er nicht glaubt.

Wahrscheinlich lässt sich nur so dem Geheimnis des Advents auf die Spur kommen. Und wahrscheinlich kann es dafür gar keine Antwort in der Sprache der Erwachsenen geben. Lars Oelschlägel spannt in seiner Werkstatt mit ein paar Schrauben eine große Platte fest. Dann fräst wie von Geisterhand ein kleiner Bohrer vier Schwibbögen aus dem Holz. Die Formen hat Oelschlägel in den Computer gezeichnet: Die Seiffener Kirche ist oft dabei. Ganz in der Mitte. Worauf sich seine Tochter Lea freut? »Dass der Weihnachtsmann kommt und uns Geschenke bringt«, antwortet das Mädchen mit den glatten braunen Haaren ohne eine Sekunde zu zögern. »Ich wünsche mir eine Weihnachtslaterne für meine Puppe und ein Barbie-Schloss.« – »Und ich wünsche mir auch das Barbie-Schloss«, fügt ihre blonde Freundin Jodie schnell hinzu. Das musste gesagt werden. Denn Wünsche dürfen nicht geheim bleiben. Manchmal machen sie der Leiterin ihres evangelischen Kinderhauses in Neuhausen aber auch Sorgen. »Viele Kinder sagen nicht: ich wünsche mir – sondern: ich bekomme«, sagt Anita Zimmermann (63), »das ist das Schlimme.« Die Entzauberung des Wartens, wenn der Wunsch zum Einkaufszettel wird. »Wir spüren auch, dass der Advent in vielen Familien Hektik bedeutet, die von den Eltern auf ihre Kinder übertragen wird.« Deshalb wollen die Erzieherinnen des evange­ lischen Kindergartens »Vier Jahreszeiten« wie Jodies Mutter Stefanie Walter Ruhe in die einst stille und heute geschäftige Zeit bringen. Sie vertiefen sich mit den Jungen und Mädchen in das Licht einer Kerze, kneten mit den Händen Plätzchenteig, schärfen die Sinne. Um sensibel zu sein für das, was da vielleicht noch kommt. Jenseits von Barbie-Schlössern.

»Hohoho!«

Fritz, 2 Jahre

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Titelstory • »Einfach, weil da Gott ist«

»Oh, da ist Jesus!«

Da liegt es in der Wiege ... wir haben Weihnachten immer gefeiert wie die Christen. Tina Lohse Mutter von Moritz und Fritz

Jodie, 4 Jahre

Leas, Jodies und Moritz’ Eltern erwarten da jedenfalls etwas. Ruhe, Besinnung, Zeit mit ihren Lieben. Noch steht Jodies Vater Andreas Walter bis Mitte Dezember lange in der Werkstatt, bis meist vier freie Wochen folgen. Lars Oelschlägel verschickt zwei Tage vor dem Heiligen Abend mit seiner Frau und seinen zwei Mitarbeitern das letzte Paket. Dann wird die Werkstatt gefegt und geputzt. Es ist ein Ritual geworden. Weggewischt wird auch der Stress, um frei zu sein für das Erwartete. Doch zuvor fängt Lars Oelschlägel in aller Früh an mit dem Tagwerk, um die sich im Advent türmenden Internet-Bestellungen abzuarbeiten und trotzdem etwas Zeit für die Familie zu haben. Und bestückt die Schwibbögen mit Lichtern und Figuren. Mit Weihnachtsmännern, Sternsingern, Pinguinen. Und Engeln. Er kennt die biblischen Geschichten aus dem Religionsunterricht, auch wenn er nicht getauft ist. Als ungläubig würde er sich nie beschreiben. »In manchen Situationen denke ich schon, dass es Gott gibt.« Er hat auch eine adventliche Hoffnung: Dass alle gesund sind zu Weihnachten und niemand allein bleibt.

»Oh, da ist Jesus!«, ruft Jodie erfreut, als sie in Lars Oelschlägels Werkstatt eine hölzerne Weihnachtstanne mit Krippe entdeckt. Es ist fast die Einzige im Sortiment der Schwibbögen. Die Vierjährige mit dem keck strahlenden Gesicht freut das. Wenn sie mit ihren Eltern die Weihnachtsmärkte in Freiberg und Dresden besucht, hält sie jedes Mal Ausschau nach der Krippe. Nach dieser unglaublichen Geschichte von dem Kind im Stall. Weihnachten erklärt Jodie so: »Da liegt Jesus in der Krippe, Josef und Maria haben ihn da rein­ gelegt.« Und warum freuen sich die Menschen heute noch darüber? »Einfach, weil da Gott ist«, antwortet die Vierjährige. Das ist das ganze Geheimnis. Und ihr Vater wundert sich. »Es ist komisch, wir haben es ihr gar nicht beigebracht«, sagt Andreas Walter, der Männelmacher. »Aber sie ist von Anfang an begeistert. Und total vernarrt in ihre Kinderbibel.« Ihre Eltern lesen sie ihr vor. Auch wenn ihr Vater längst nicht alles ­versteht. »Und der Jesus wurde auch rangenagelt an ein Kreuz«, wirft die sechsjährige Lea in der Schwibbogenwerkstatt ein. Für sie gehört das auch zur Weihnachtsgeschichte. Da ist mehr als eine heile Welt, das weiß sie schon. Der Advent, das Warten auf etwas Großes, ist zerbrechlich. »Weihnachten ist, wenn der Schnee kommt«, sagt Lea. Und Jodie streckt fröhlich ihre Zunge heraus: »Ich mag es, Schneeflocken auf meiner Zunge schmelzen zu lassen.« Festhalten lässt sich auch der Advent nicht. Aber erwarten. •

Advent in der Weihnachtswerkstatt von Lars Oelschlägel (Mitte) mit seinen Kindern Lea (3. v. li.) und Elias (2. v. li.). Stefanie und Andreas Walter (li. und re.) mit ihren Kindern Jodie und Nick (vorn) sowie die Neuhausener Kindergartenleiterin Anita Zimmermann (li. hinten) sind auch mit dabei.

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Text: Andreas Roth Illustrationen: Daniel Ramirez Perez Fotos: Steffen Giersch


Das Blaue vom Himmel versprochen Abraham war der erste Wartende, der ziemlich sauer war. »Mir hast du keine Nachkommen gegeben und einer von meinen Dienern wird mein Erbe sein«, beklagte er sich bei Gott. Der hatte Abraham nämlich schon lange vorher viele Kinder versprochen. Gottes Antwort: »Sieh gen Himmel und zähle die Sterne. So zahlreich sollen deine Nachkommen sein.« Und ließ Abraham weiter warten. Doch am Ende, als schon alles zu spät schien, wurden seine Kinder und Enkel und Urenkel das Volk Israel. Weil Abraham zum Himmel gesehen und die Sterne gezählt hatte.

Nichts mehr zu erwarten? Schlimmer als Warten ist nur eines: Wenn es nichts mehr zu erwarten gibt. So ging es dem Propheten Elia, der für Gott und das Gute gekämpft hatte und am Ende um sein Leben laufen musste. »Es ist genug«, sprach er erschöpft in der Wüste und legte sich unter einen Wacholderbaum, »so nimm nun, Herr, meine Seele.« Doch Gott nahm sie nicht. Ganz im Gegenteil: Zwei Mal berührte Elia ein Engel, gab ihm Brot und Wasser und sagte: »Du hast einen weiten Weg vor dir.« Am Ende dieses Weges sah er Gott – aber ganz anders als gedacht.

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FÜR A NFÄ NGER

Bitte nicht vertrösten Warten ist etwas für Schwächlinge? Nein, Warten kann die Welt verändern. Denn wer wartet, weiß: Es muss auch anders gehen. Besser. »Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen«, singt eine gewisse Maria in Nazareth über ihre Hoffnung auf einen Retter oder Messias, der die Herzen der Menschen verwandeln kann. »Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.« Maria war schwanger. Es war Advent.

Geht das immer so langsam? Seit Jahr­tau­senden kommen die Menschen aus dem Warten nicht heraus. Sie warten auf Glück, Liebe oder den Hauptgewinn. Oft dauert es ganz schön lange. Aber das heißt nicht, dass da nichts kommt, weiß schon die Bibel.

Anders als erwartet In Marias Sohn Jesus sahen seine Freunde den Retter – doch der starb am Kreuz. Das Erwartete war tot. Auch die Illusion, der Wunsch. Doch dann begegnete der weinenden Maria am Grab ein Mann, den sie für den Gärtner hielt. Und zwei Jünger trafen auf einer Straße einen Mann, bei dem ihr Herz brannte. Erst später spürten sie, dass es der Erwartete war. Der den Tod besiegt hatte. Er war ganz anders. Als hungriger, fremder, kranker oder gefangener Mensch ist er unter den Menschen, kündigte Jesus an. »Und was ihr getan habt diesen meinen geringsten Geschwistern, das habt ihr mir getan.« • Text: Andreas Roth, Illustration: Daniel Ramirez Perez

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Veranstaltungen • Traditionell durch den Winter Gespanntes Warten im Advent – Feiern bis ins neue Jahr

Weihnachtsmarkt neu entdecken

kurz gemeldet

Die Adventszeit bietet in jeder noch so kleinen und großen Stadt Weihnachtsmärkte. Hier eine Auswahl: Um bereits 10 Uhr geht es am 1. Dezember in der Heimatstadt der Sterne – dem ostsächsichen Herrnhut – los. Um 11:30 Uhr wird der Bläserchor der Herrnhuter Brüdergemeine beliebte Weihnachtschoräle zu Gehör bringen. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt ist das Adventskonzert um 15 Uhr im Kirchensaal der Brüdergemeine. Am 2. Dezember ab 14 Uhr können Sie in einem schönen Flair von Dorfplatz, Kirche, Heimatstube, Weihnachtspyramide und Köstlichkeiten auf dem Weihnachtsmarkt (hodowne wiki) im Krabat-Dorf an der gleichnamigen Mühle in Schwarzkollm die weihnachtliche Stimmung genießen. Ende ist ca. 19:30 Uhr. In Pirna findet ab dem 27.11. der Canaletto-Markt statt. Mit schönen Illuminationen und einem ganz besonderen Flair lädt er auch noch nach dem Trubel der Adventszeit bis 30.12. zum Verweilen ein.

• Mehr Informationen unter www.herrnhut.de,

© ZZDD, K. Prausse (1); Stadt Herrnhut (2); OTV Schwarzkollm (3)

www.canalettomarkt.de und www.krabat-muehle.de

Pyramidenanschieben: Bereits am 29. November um 18 Uhr startet die schönste Jahreszeit mit dem Pyramidenanschieben in Johanngeorgenstadt. Die Fachgruppe Schnitzen des Erzgebirgsvereins e. V. lädt dazu auf den Platz des Bergmanns. Nikolausspiel: »Zeigt her eure Schuh« heißt es wieder am 6. Dezember. Aber fern von Süßigkeiten in den Schuhen kann man vielerorts das Nikolausspiel sehen. So tradi­tionell in der Leipziger Nikolaikirche. Nach dem Spiel gibt es einen Umzug zur katholischen St. Trinitatiskirche, wo ein ganz besonderer Nikolaus auf alle kleinen Gäste wartet. Weitere Termine aus ganz Sachsen unter www.evlks.de/aktuelles/ veranstaltungen Lucia-Tag: Literarisch gemütliche Momente gibt es am 13. Dezember in Chemnitz in der EVA-BU-Christliche Lesewelt – zum LuciaTag ab 18 Uhr mit Weihnachtsgeschichten, Lichterkreisen und Lampionsalven.

erleb  Friedenslicht von Bethlehem: In der Dresdner Kreuzkirche findet am 5. Januar 2019 eine besondere Vesper statt. Neben der Aufführung von Schütz’ Weihnachthis­torie auf historischen Instrumenten wird auch das Friedenslicht von Bethlehem in dieser besonderen Stunde ausgeteilt. Los geht es um 17 Uhr.

Ob in der Oberlausitz in Herrnhut (links) oder Schwarzkollm (rechts) oder in Pirna an der Elbe (oben) – auch Ostsachsen kann Sie mit weihnacht­ lichen Traditionen bezaubern.

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Familien-Spiele-Nachmittag: Am 9. Januar 2019 lädt die Johanneskirch­ gemeinde Dresden-Striesen zu einem Familien-Spiele-Nachmittag für Jung und Alt. Los geht es ab 16 Uhr im Gemeinde­ zentrum in der Haydnstraße 23.


Gemütliches Beisammensein über und unter Tage Hutznohmde und Mettenschichten – eine erzgebirgische Tradition, die man erlebt haben muss Wissen Sie, was eine Mettenschicht ist? Und wo der Schwib­ bogen seinen Ursprung hat? Erfahren Sie dies und mehr bei den traditionellen Veranstaltungen in den erzgebirgischen Bergwerken während der Adventszeit. Verbringen Sie einen Abend wie die Bergleute es früher am letzten Arbeitstag vor Heiligabend getan haben. Unter Tage mit deftigem, aber simplem Mahl und viel Wissenswertem, zum Beispiel in ­Schneckenstein, Pferdegöpel, Aue und weiteren Veranstaltungsorten. Wem es über Tage besser gefällt, der kann einen geselligen Hutznohmd verbringen. Gemeinsames Essen und Trinken, Singen und Geschichten erzählen – eine alte Tradition der Bergmannsfrauen. Zum Beispiel im Bergbaumuseum Oelsnitz und in mancher Kirchgemeinde.

Der Stern von Bethlehem Auf den Spuren des geheimnisvollen Weihnachtssterns wandeln

• Weitere Termine finden Sie unter

• Zahlreiche Termine im November und Dezember und Infos finden

Sie u. a. auf www.erzgebirge.de oder www.bergbaumuseum-oelsnitz.de

© Bergbaumuseum Oelsnitz

Im Zeiss Planetarium Drebach können Sie am 9. und 16. Dezember dem berühmten Himmels­phänomen auf den Grund gehen, welches die Könige aus dem Morgenland zu Jesus geleitet hat, und erfahren, welche Möglichkeiten die Himmelsbeobachtung als Erklärung zulässt. Im zweiten Teil der Veranstaltung wird der weihnachtliche Sternhimmel erkundet und werden die schönsten Sternbilder betrachtet. Für Kinder ab 12 Jahre geeignet, Karten­r eservierung wird empfohlen. Dieses Programm kann auch als Gruppenveranstaltung zu gesonderten Terminen gebucht werden . www.planetarium-erzgebirge.de/index.php/ veranstaltungs-kalender/month.calendar/2018/12

 Nisse

IMPRESSUM FamilienSONNTAG | Sonderveröffentlichung von DER SONNTAG – Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens | Internet: www.familiensonntag.org | Herausgeber: Evange­ lischer Medienverband in Sachsen e. V. (EMV) | Redaktion: Andreas Roth (verantwortlich), Karola Richter; familien@sonntag-sachsen.de | Gestaltung: Anja Haß | Verlag: Evangelisches Medienhaus GmbH, Postfach 22 15 61, 04135 Leipzig, Geschäftsführung: Sebastian Knöfel | Vertrieb: Christine Herrmann, herrmann@emh-leipzig.de | Anzeigen­s ervice: Matthias Keppler, Tel. (0341) 711 41 35, anzeigen@emh-leipzig.de; Agentur Uta Mittelbach Tel. (036483) 20 55 82, info@agentur-mittelbach.de; m-public Medien Services GmbH, Tel: (030) 325 321 434, hirschel@m-public.de; Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr 2. vom 1. Januar 2019 | Druck: Schenkelberg Druck Weimar GmbH, Hergestellt aus 100 %-Recyclingpapier | Copyright: Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung innerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manus­k ripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen. | Redaktionsschluss: 19. November 2018

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Die sächsischen christlichen Freizeithäuser finden Sie auch hier: www.evangelische-haeuser.de


Weihnachten soll alles schön sein. Und alle Augen sollen glänzen. Doch gar nicht so selten sind da auch Tränen. Oder Streit. Warum ist das so? Stefan Mühl von der Familienberatungsstelle der Diakonie Freiberg meint: Zu Weihnachten bricht oft auf, was das ganze Jahr über keinen Raum hatte.

Herr Mühl, ist nach Weihnachten in Ihrer Beratungsstelle viel los, wenn in Familien der Baum brennt? Stefan Mühl: Wir haben nach den Weihnachts­ feiertagen geöffnet, weil wir offen auch für Notfälle sein wollen. Die Erfahrung lehrt, dass es in den Weihnachtstagen in Familien entweder ruhig oder richtig heftig ist – dazwischen geht es selten.

Was zu Weihnachten aufbricht, entsteht nicht erst zu Weihnachten.

Kommen denn deshalb mehr Menschen nach Weihnachten in Ihre Familienberatungsstelle? Meist erst Anfang Januar. Die Konflikte, die unmittelbar zu Weihnachten aufgebrochen sind, sind dann entweder verraucht – oder weiten sich zu großen Konflikten aus. Was zu Weihnachten aufbricht, entsteht nicht erst zu Weihnachten. Sondern die Themen, die hinter den Konflikten liegen, sind oft über längere Zeit gewachsen.

Worum geht es da? Es sind oft Beziehungskonflikte zwischen Eltern und Kindern, zwischen Partnern, aber auch zwischen Eltern und Großeltern oder Schwiegereltern. Frisch getrennte Elternteile bewegen dagegen schon vor Weihnachten oft die Angst vor Einsamkeit und der Verlust von Familienritualen. In der Adventszeit kommen Menschen mit Verlusterfahrungen schon häufiger zu uns. Weihnachten ist für die meisten Menschen ein Fest der Familie und des Friedens. Ein zu hoher Anspruch, an dem man nur scheitern kann? Der Wunsch ist da, die Wirklichkeit ist aber oft anders. Und dieser Gegensatz kann schmerzen. Um in der Familie gut beieinander sein zu können, muss ich zuerst gut bei mir und zu mir sein. Und das braucht unter anderem regelmäßige Zeiten des Innehaltens. Doch das ist heute vielleicht noch weniger als früher selbstverständlich. E-Mails, WhatsApp, die vielen Medien: Alles will schnell beantwortet werden und ist viel schneller getaktet und lenkt mich ab. Da ist ein Druck, der vom Innehalten abhält. Zu Weihnachten kann dann aufbrechen, was das ganze Jahr über keinen Platz hatte. Weil bestimmte Probleme in einer Familie über Monate verdrängt wurden, kommen sie in den Feiertagen mit Wucht? Das kann passieren, ja. Wenn ich zu Weihnachten mit meiner Familie zusammen bin, mit der ich übers Jahr ganz wenig Zeit verbracht und auch mal Schwieriges ausgetragen habe, dann bündelt sich alles in einer kurzen Zeit, die zudem noch mit großen Erwartungen behaftet ist.

Die heilige ist keine heile Familie 14


Interview

Stefan Mühl Zur Person

Familie

Stefan Mühl (45) leitet die Familienund Erziehungsberatungsstelle der Diakonie Freiberg. Der DiplomPädagoge ist systemischer Therapeut und Familientherapeut, wohnt im Erzgebirge – und hat selbst vier Kinder.


Wir sehen eine Art Patchwork-Familie, Jesus war ein uneheliches Kind, die Familie war auf der Flucht und hat in prekären Verhältnissen gelebt – und trotzdem konnte da etwas Besonderes passieren.

Ist das so schlimm? Grundsätzlich nein, denn Konflikte gehören zu Beziehungen dazu. Weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben, braucht es auch mal Konflikte, sonst wären wir uns ja gleichgültig. Man kann dann auch fragen: Wozu ist der Konflikt gut? Was kann man aus ihm lernen? Im besten Fall ist man durch ihn einen Schritt weitergekommen. Doch zwischen Bescherung und Gänsebraten ist dafür in der Regel kein Raum. Für solche Themen kann eine Familienberatung etwas längerfristig eine große Chance sein. Eigentlich will doch jeder in der Adventsund Weihnachtszeit Besinnung und Ruhe – und dann wird es doch wieder stressig. Warum? Weil vielleicht noch mehr Erwartungen als sonst schon da sind. Muss mein Kind zu jeder Weihnachtsfeier gehen? Müssen wir als Eltern für jede Feier Plätzchen backen? Müssen wir jeden Weihnachtsmarkt besuchen? Da muss ich mich entscheiden. In meiner eigenen Familie setzen wir uns nach der Weihnachtszeit zusammen und denken darüber nach, was schön war und was nicht so schön. Und das notieren wir im Kalender fürs neue Jahr – und haben damit schon bei­z eiten gute Ideen für das, was uns wichtig ist.

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Was sind das denn für Dinge? Zum Beispiel, dass wir ein bisschen langfristiger überlegen, wo wir an den Feiertagen hingehen und Besuche machen möchten oder wann wir Gäste empfangen – und wann nicht. So rollt die Zeit nicht nur auf uns zu, sondern wir gestalten sie auch. Weihnachten muss perfekt sein. Das macht ganz schön Druck. Hinter diesem Wunsch stehen oft nicht befriedigte Bedürfnisse. Das Streben nach Perfektion ist eine Art Ersatz, der eine Weile lang trägt. Aber nicht wirklich lange. Und man muss an diesem Anspruch letzlich scheitern, weil das Leben nicht perfekt ist. Die Geburt des Kindes in der Krippe von Bethlehem ist ja auch alles andere als perfekt. Was können wir von ihr lernen? Die heilige Familie ist keine heile Familie. Wenn wir diese Geschichte auf uns wirken lassen, sehen wir eine Art Patchwork-Familie, Jesus war ein uneheliches Kind, die Familie war auf der Flucht und hat in prekären Verhältnissen gelebt – und trotzdem konnte da etwas Besonderes passieren. Wenn ich das auf mich wirken lasse, merke ich auch, dass es auf äußere Perfektion nicht so sehr ankommt – und eher anders und im Inneren Frieden wächst. Auch in Familien.


Interview • mit Stefan Mühl

Aber wie kann das gelingen in einer Adventszeit voller Termine? Das Innehalten braucht Übung. Wie bei einem Sport, den man trainieren kann. Zum Beispiel, indem man zum Frühstück mit den Kindern eine Kerze anzündet. Oder den Kindern und damit sich selber etwas vorliest. Oder sich mal solange Zeit nimmt, bis die Kerzen an einer Pyramide niedergebrannt sind. Das kann auch etwas Meditatives haben. Eigentlich braucht es gar nicht so viel dafür. Können nicht auch Traditionen Druck ­machen? Gerade zu Weihnachten. Rituale und Traditionen sind etwas ganz wich­ tiges. Wenn sie verlorengehen, gehen auch Halt und Heimat verloren. Doch wenn Traditionen und Rituale etwas Starres sind und nicht mehr aus innerer Freiheit heraus gelebt werden, wird es schwierig. Es steht schon in der Bibel: Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat. Wenn ich merke, dass beispielsweise bei der Tradition der Weihnachtsgans ein großer Familienkonflikt aufbricht, kann das ein wichtiger Hinweis dafür sein, einmal nach den Gründen dahinter zu sehen und nicht immer weiterzumachen wie immer schon. Sind die Weihnachtsfeiertage ein guter Zeitpunkt dafür? Es wäre natürlich besser, beizeiten vorher schon damit anzufangen. Wenn allerdings Weihnachten schon vor der Tür steht, kann es helfen, dann nicht nur zu essen und zu sitzen, sondern etwas zusammen zu tun, ein Spiel zu spielen, auch rauszugehen. Ein Waldspaziergang kann da manchen Raum eröffnen. Und wenn dann doch der Konflikt da ist, hilft es, über mich zu sprechen und das, was mir wichtig ist und nicht über den anderen oder was ich vom anderen will. Und dann zu hören, was der andere im besten Fall über sich und seine Wünsche mir sagen will. Und dabei bewegt sich dann ganz sicher etwas ... Aber schneien muss es zu Weihnachten wenigstens! Das Klischee der weißen Weihnacht. Mit dem Schnee wird auch etwas zugedeckt: nämlich das, was vom letzten Jahr geblieben ist. Wenn er aber dann nach Weihnachten oder spätestens im neuen Jahr wegtaut, sieht man wieder, was darunter liegt. • Die Fragen stellte Andreas Roth. Fotos: Steffen Giersch

Hilfe für Familien Familienberatungsstellen der Diakonie und anderer Träger bieten in allen Regionen Sachsens ihre Hilfe an. Kostenfrei und vertraulich. Mehr Informationen unter www.diakonie-sachsen.de

Die neue Hörbuchreihe für Kinder. DIE HÖRBIBEL FÜR K INDER Spieldauer: je 40 Minuten CD im Digipack je €(D) 9,95 €(A) 11,20* DER WEG IN DAS GELOBTE L AND ISBN 978-3-438-02240-0 J E S U S E R Z Ä H LT V O M REICH GOT TES ISBN 978-3-438-02241-7 J E S U S I S T A U F E R S TA N D E N ISBN 978-3-438-02242-4 * unverbindlich empfohlener Preis

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Comic • Lena wartet

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Rätsel • zum Mitmachen

Original

Rund um das Jesuskind haben sich 7 Fehler in die untere Krippenszene eingeschlichen. Kannst du sie alle finden?

Wartezeit – Ratezeit ­Die

Rätselseite f ür ausgeschlafene Schlauköpfe Bitte schickt euren Weg zur Krippe bis zum 14. Dezember 2018 an familien@sonntag-sachsen.de oder FamilienSONNTAG, Blumenstraße 76, 04155 Leipzig. Zu gewinnen gibt es je ein Exemplar:

Zeig den Gelehrten den richtigen Weg zur Krippe!

ä s t r el Das Lösungswort aus dem FamilienSONNTAG Herbst 2018 lautete: GOT T HÖRT

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Zwölf Impulse über das Warten auf Glück und die Sehnsucht Nicht die Erfüllung unserer Träume verleiht unserer Existenz Sinn, sondern die Sehnsucht und das Warten auf das Glück. Das behauptet zumindest der preisgekrönte holländische Philosoph und Schriftsteller Coen Simon, Jahrgang 1972. In zwölf Essays betrachtet er aus philosphischer Perspektive die Sehnsucht nach Glück und welche Rolle das Warten dabei spielt. Dabei nimmt er Bezug auf Schopenhauer, Kant oder Descartes. Anders als der Titel befürchten lässt, ist das Buch keine der sattsam bekannten Anleitungen zum Glücklichsein, auch keine philosphisch abstrakte Abhandlung. Coen Simon ist es gelungen, ebenso anregende wie assoziative Betrachtungen über Kindheitserinnerungen und Jugenderfahrungen in gut lesbare Texte über die »Sehnsucht nach einem Zuhause« oder das »Verlangen, die Zeit anzuhalten« oder den »Wunsch, es möge ein Ende haben«

Tag für Tag etwas Neues oder Altes entdecken Ein zeitgemäßer Weihnachtsroman, geschrieben wie ein Adventskalender, der das Heute und Gestern des Weihnachtsfestes in Beziehung setzt. Ein Adventskalender zieht in die Familie ein und bringt eine skurrile Geschichte mit sich. Er ist ein Geschenk. Die Eltern und ihre beiden Töchter öffnen täglich eine Tür und werden in eine Geschichte mit wahrem Hintergrund entführt. Dabei läuft das normale Leben der Familie weiter. Immer wieder dringt die Adventsgeschichte in den Alltag ein, entfesselt Erinnerungen an die eigene Jugend und Kindheit. Modick gelingt der Spagat zwischen Realität und Erzählung, zwischen Religiosität und Neuorientierung ohne jeglichen Kitsch. Sehr gut geeignet für Literaturkreise und für alle, die es vermeiden wollen, zum Weihnachtsmuffel zu werden.  Dirk Purz Vierundzwanzig Türen Klaus Modick | Roman | Illustrationen von Jub Mönster | Köln: Kiepenheuer & Witsch 2018 | 247 Seiten | 10 Euro (D) | ISBN 978-3-462-05106-3

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fließen zu lassen. Existenzielle Themen, philosopisch betrachtet: Nachdenkenswerte Impulse für Gesprächs- und Literaturkreise.  Dagmar Paffenholz Warten macht glücklich! Eine Philosophie der Sehnsucht Coen Simon | Deutsch von Ira Wilhelm | Darmstadt: Theiss 2015 | 192 Seiten | 19,95 Euro (D) | ISBN 978-3-8062-3031-4

Wann schneit es endlich? Es ist nicht leicht, auf etwas zu warten, was man nicht kennt. »Der Winter ist wunderschön«, erzählt der Rehbock und damit ist es um Herrn Eichhorns Winterschlaf erst mal geschehen. Er setzt alles daran wach zu bleiben, um endlich einmal Schnee zu sehen. Sein Umherrennen und Singen scheucht die Winterschläfer Igel und Bär auf. Vielleicht geht es schneller, wenn sie alle die erste Schneeflocke suchen. Aber wie sieht sie aus? Sie haben gehört: weiß und nass und kalt und weich! Feiner Bleistiftstrich und zurückhaltende Farbigkeit, treffsichere Darstellung der Stimmungen, die sich in jeder Körperhaltung, in Blicken und Perspektiven zeigen, sind Merkmale dieses großartigen Buches über das Warten auf das Unbekannte. Ob als Vorlesebuch oder als Impuls für einen Gottesdienst, dieses vergnüg­ liche Buch ist überall ein Treffer.   Gabriele Kassenbrock Herr Eichhorn und der erste Schnee Sebastian Meschenmoser | Esslingen: Esslinger 2007 | 64 Seiten | 9,95 Euro (D) | ISBN 978-3-480-22359-6 Texte: Eine Auswahl vom Ev. Literaturportal in Göttingen, www.eliport.de


Bücher • Tipps zum Lesen und Vorlesen

Lass das mal den Papa machen ...

Der Kater wartet. Wann kommt Weihnachten denn endlich zur Wohnungstür herein?

Die alltäglich-aufregenden Erlebnisse von Maja und ihrem Papa.

Besuch mag der Kater. Als er also hört, dass Weihnachten vor der Tür steht, spitzt er die Ohren und wartet auf den Angekündigten. Aber Weihnachten lässt sich Zeit. Im Haus geschieht einiges, es wird gebacken, ein Baum kommt ins Haus, der Nikolaus auch. Weihnachten ist immer noch nicht da. Was macht Weihnachten aus? Wie erklären wir Weihnachten jemandem, der den Begriff nicht kennt? Der etwas hochnäsige, eigenwillige, aber sehr neu­ gierige Kater in Monika Feths Geschichte wird von Boris Aljinovic sehr lebendig interpretiert. Das macht es den Zuhörenden leicht, sich auf die ungewohnte Perspektive des uneingeweihten Beobachters einzulassen. Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren. Birgit Schönfeld

Doch, es gibt eine Mama, denn an einer Stelle kommentiert sie den von Maja und Papa soeben frisch gekauften Weihnachtsbaum. Aber ansonsten spielt sie absolut keine Rolle – dies ist ein Buch, das nur Maja und Papa gehört. Als Leser gewinnt man den Eindruck, das ganze Leben der beiden sei ein einziges Abenteuer und Fest. Aber das machen sie einfach daraus, aus den alltäglichsten Geschehnissen: dem Besuch im Baumarkt mit dem Kauf einer Mausefalle, dem Aussuchen des Weihnachtsbaums und als Höhepunkt vielleicht dem Büchereibesuch, wo Maja ihre eigene Lesekarte – mit einer Geheimnummer! – erhält. Acht wunderbare Geschichten zum Vorlesen, besonders für das Kindergarten­ alter geeignet. Astrid van Nahl

Weihnachten steht vor der Tür Monika Feth | Ungekürzte Lesung | Gelesen von Boris Aljinovic | Berlin: Argon 2017 | 1 CD, 36 Min. | 12,95 Euro (D) | ISBN 978-3-8398-4146-4

Mein Papa und ich Ulf Nilsson | Illustrationen von Heike Herold | Deutsch von Ole Könnecke | Frankfurt: Moritz 2018 | 74 Seiten | 16 Euro (D) | ISBN 978-3-89565-362-9

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Eine bezaubernde Weihnachtsgeschichte von Zsuzsa Bánk über die Freundschaft, vom Aufbrechen und von Momenten, in denen man das Leben beim Schopf packen muss.

Susanne Niemeyer erzählt von Engeln, die sich in den Weg stellen, Beine machen und befl ügeln – ein himmlisches Lesevergnügen. 136 Seiten | Klappenbroschur ISBN 978-3-96038-155-6 € 15,00 [D]

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25.04.18 09:19


Reportage

Kreißsaal oder Es muss ja nicht immer ein Stall sein wie in der Weihnachtsgeschichte: Patty Steins Sohn erblickte das Licht der Welt in ihrer Wohnung – weil sie sich dort sicherer fühlt. Linda Roth suchte die Sicherheit einer Geburt im Krankenhaus. Die Lichtensteiner Hebamme Romy Leuteritz hat sie beide begleitet. Jede Frau muss ihren eigenen Weg gehen, findet sie.

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© Icon: Clker-Free-Vector-Images / Pixabay

Doch bei einer Geburt ist nichts mit Machen – sie muss man zulassen. Das fällt vielen schwer. Auch Gottvertrauen zu haben, oder Gottergebenheit. Eine Geburt ist etwas Schicksalhaftes. Romy Leuteritz Hebamme seit 20 Jahren

Sofa? Alvin schlummert entspannt auf einer gelben Stoffrolle, die ihn wie ein Zuhause umschließt. Arvid strampelt und späht ­etwas skeptisch in die fremde Umgebung. So unterschiedlich sind Menschen. Selbst wenn sie gerade vier Monate alt sind. Alvin kam zu Hause auf die Welt und Arvid im Krankenhaus. Die einen brauchen Geborgenheit, die anderen Sicherheit. Und oft ist beides dasselbe. Vielleicht ist dieses Bedürfnis nie tiefer als bei einer Geburt. Alvins Mutter Patty Stein kaufte Wochen vor dem Termin mit ihrem Mann Malerfolie zum Abdecken des Sofas ein, legte Bettlaken zurecht und Schüsseln für das heiße Wasser. So hatte es ihr die Hebamme auf einer Liste notiert. Was man so braucht, wenn das Kind in einer Chemnitzer Altbauwohnung geboren werden soll. Alles lag griffbereit Anfang Mai.

Da war der errechnete Geburtstermin schon eine Woche verstrichen. Patty Steins Ärztin riet dazu, die Geburt mit Medikamenten einzuleiten. Doch die 23-jährige Lehramtsstudentin sagte mit ihrem Mann: »Solange es medizinisch in Ordnung ist, warten wir, bis sich unser Kind selbst entscheidet.« Ihre Ärztin hatte auch von einer Hausgeburt abgeraten. Ihr Kind sei relativ klein, hatte sie mit Blick auf das Ultraschallbild gesagt. Auch eine Herzstörung des Kindes stand als Vermutung im Raum. »Ich habe einfach auf meine Intuition gehört«, sagt Patty Stein. Und auf ihre Hebamme Romy Leuteritz. »Eine Geburt ist für mich etwas Natürliches und ein Krankenhaus ist etwas für Kranke.« Patty Stein aber fühlte sich nicht krank. »Mir war es sehr wichtig, dass ich bei der Geburt an einem sicheren Ort bin – und der ist für mich unsere Wohnung.« Das nächste Krankenhaus, das hatte sie vorher in Erfahrung gebracht, liegt im Notfall eine Viertelstunde entfernt. An einem der ersten Maitage, es war früh gegen sechs und schon hell, fühlte Arvids Mutter Linda Roth auf der Straße ­z wischen ihrer Heimat in Niederwürschnitz und Lichtenstein jede Bodenwelle und jedes Pflaster. 15 Minuten wie eine schmerzhafte Unendlichkeit. Die Wehen waren heftig geworden und ihr Freund fuhr sie ins Lichtensteiner Krankenhaus. »Ich bin ein Mensch, der sehr viel Sicherheit braucht«, sagt die 23-jährige Psychologiestudentin. Deshalb Krankenhaus. Es war ihre Wahl. Dort wartete Romy Leuteritz auf sie.

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Reportage • Kreißsaal oder Sofa? Eine Geburt ist für mich etwas Natürliches und ein Krankenhaus ist etwas für Kranke.

10 365 Geburten außerhalb

von Kliniken wurden 2016 in Deutschland dokumentiert.

795 409 Geburten wurden 2016 in der Bundesrepublik insgesamt gezählt.

Patty Stein Alvins Mutter

(Quelle: Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe)

»Sicherheit ist eine Bekenntnisfrage«, sagt die freiberuf­liche Hebamme. »Die einen verstehen unter Sicherheit, dass sofort medizinische Hilfe zur Stelle ist, wenn etwas ganz Schlimmes passiert – andere Frauen verstehen darunter die Geborgenheit zuhause, wo sie am besten auf ihren Körper h ­ ören können.« Seit 20 Jahren bietet Romy Leuteritz (43), die selbst drei Kinder geboren hat, den Frauen beides an. Und klärt sie über Vorteile wie Risiken auf. Von beiden Wegen. Rund 1,5 Prozent aller Kinder wurden in den letzten Jahren ­geplant oder ungeplant außerhalb von Kliniken geboren. Bei 16,2 Prozent der 2015 von der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe erfassten Hausgeburten kamen die Kinder erst nach einer Verlegung in ein Krankenhaus zur Welt – um Risiken auszuschalten, aber oft nicht unbedingt ­wegen akuter Lebensgefahr. In den Wochen vor Alvins Geburt kam Romy Leuteritz immer wieder zu Patty Stein, ambulant im Lichtensteiner Krankenhaus legte sie ihr einen Gurt um den Bauch und hörte über zwei Elektroden die Herztöne ihres Kindes. Diese Kardiotokografie (CTG) genannte Methode ist Standard bei Hebammen. Die von Patty Steins Ärztin vermuteten Herzprobleme ihres ungeborenen Sohnes nahm die Geburtshelferin ernst, beobachtete und untersuchte. Am Ende kam die erfahrene Hebamme zu dem Schluss, dass eine Hausgeburt möglich ist. Und die junge Mutter vertraute ihr. In anderen Fällen hat Romy Leuteritz Geburten zuhause abgelehnt, wenn ihr das medizi­ nische Risiko zu hoch erschien.

Als Linda Roth im Lichstensteiner Krankenhaus ankam, war Romy Leuteritz schon da. »Ich hätte schon auch gern mein Kind zu Hause bekommen, aber ich habe es mir nicht zugetraut«, sagt Arvids Mutter. Der Kompromiss hieß für sie Beleg­ hebamme: Eine feste Begleiterin, die sie vor, während und nach der Geburt begleitet. »Dass es im Krankenhaus geschah, war mir egal«, sagt Linda Roth zu ihrer Hebamme, »aber dass Du und mein Freund da waren, das hat mir Sicherheit gegeben.« Vor hundert Jahren noch starben viele Mütter und Kinder bei der Geburt. Und auch heute ist das Kinderbekommen in vielen Ländern der Welt lebensgefährlich. Dass es in unseren Breiten anders kam, ist ein Verdienst der Medizin. Und der Krankenhäuser. Und zugleich wuchs in den letzten Jahrzehnten ein Unbehagen. »Ich wollte keine Form von medizinischen Eingriffen oder wehenfördernde oder -hemmende Medikamente«, sagt die junge Mutter Patty Stein. »Ich meine, dass dies in Kranken­ häusern oft unnötig geschieht.« Sie ist mit diesem Eindruck nicht allein. »Das Krankenhaus war ein Fortschritt«, sagt die Hebamme Romy Leuteritz, die selbst auch in der Lichten­ steiner Klinik arbeitet, »aber der Fehler ist, dass der natürliche Geburtsvorgang vernachlässigt wurde.«

1815 Geburten von insgesamt

11 181 außerklinischen Geburten 2015

mussten in eine Klinik verlegt werden. (Quelle: Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe)

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Romy Leuteritz Hebamme seit 20 Jahren

Und das hat auch einen ganz und gar unmedizinischen Grund: Immer mehr Eltern verklagen Ärzte und Hebammen vor G ­ ericht, wenn etwas bei der Geburt schief geht. Die Folgen: Mediziner greifen bei Risiken lieber zum Kaiserschnitt, statt eine natürliche Geburt mit Unwägbarkeiten abzuwarten. Und die Berufsversicherungen für Hausgeburten werden für viele Hebammen unerschwinglich teuer. Viele von ihnen haben schon aufgegeben. Über zehn Praxen musste Patty Stein abtelefonieren, bis sie bei Romy Leuteritz fündig wurde. Die ist mittlerweile eine der letzten freiberuflichen Hebammen in ihrer Gegend, die noch Hausgeburten begleitet. Und sie muss für ihre Rufbereitschaft den hohen Preis von 500 Euro verlangen, von dem die Krankenkasse nur die Hälfte übernimmt. Hausgeburten sind nichts für Ärmere. »Das ist nicht akzeptabel«, sagt Romy Leuteritz.

Linda Roth Arvids Mutter

Es gibt noch einen Grund für den juristischen Druck auf Ärzte und Hebammen. Er hat mit Glück zu tun. Oder genauer mit der Erwartung von Glück. »Heute muss die Geburt oft wie das Heiraten zelebriert werden und das schafft einen Leistungsdruck«, beobachtet Romy Leuteritz. »Doch bei einer Geburt ist nichts mit Machen – sie muss man zulassen. Das fällt vielen schwer. Auch Gottvertrauen zu haben, oder Gottergebenheit. Eine Geburt ist etwas Schicksalhaftes.« Das Optimieren erreicht in ihr eine letzte Grenze. Am 4. Mai kam um 8.59 im Lichstensteiner Krankenhaus nach zwei Stunden, die Linda Roth wie eine Ewigkeit mit immer schmerzhafteren Wehenwellen vorkamen, ihr Sohn Arvid zur Welt. Sie blieb noch drei Tage in der Klinik, weil sie nicht aufstehen konnte, und ihr Freund war bei ihr und wickelte nachts ihr Kind. Und sie war froh über beides. Zwei Tage später abends gegen sieben Uhr klingelte Romy ­L euteritz an der Chemnitzer Wohnung von Patty Stein. Eine halbe Stunde nach Mitternacht war ihr Sohn Alvin geboren. Auf dem Sofa seiner Familie. Er war nicht zu klein, sein Herz war gesund. • Text: Andreas Roth Fotos: Steffen Giersch

259 Hausgeburten

in Sachsen gab es 2015

36 466 Geburten gab es insgesamt in Sachsen 2015. (Quelle: Statistisches Landesamt/ Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe)

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© Icons: Open Clipart-Vectors / Pixabay (Nuckel), kmicican / Pixabay (Kinderwagen), i-eagle123 / Pixabay (Füße)

Zitat xxxxx xxxxxxx.

Ich bin ein Mensch, der sehr viel Sicherheit braucht.


Selber machen • im Winter

Material • Walnussschalen • S chleifenband aus Stoff oder Bast • Klebepistole • Watte • Etwas Wasser

Basteleien, mit denen Sie jedem eine Freude machen können Wir zeigen Ihnen winterlich-weihnachtliche Basteleien, die ohne großen Aufwand gemacht sind und als kleines Geschenk in der Adventszeit besonders gut ankommen. Vom Holzstern in der Adventszeit über die Krippe zu Heiligabend bis zum Schneemann, der auch im neuen Jahr noch dekorativ ist und Freude macht.

• Eine ausführliche Anleitung

für alle Projekte finden Sie auf www.familiensonntag.org

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Selber machen

Unsere bunten Basteltipps für die gemütliche Jahreszeit.

Mini-Weihnachtskrippen – das kleine Geschenk ANLEITUNG Suchen Sie sich eine möglichst große Walnusshälfte, in die Sie die Krippe platzieren möchten. Danach geht es an die Gestaltung von Maria, Josef und dem Jesuskind. Schneiden Sie sich die Watte in kleine Mengen und feuchten Sie diese an, um pro Krippe zwei kleine Kügelchen mit etwa einem halben Zentimeter Durchmesser und ein längliches Stück als Jesus (etwa 0,75–1 cm) zu formen. Diese gut festdrücken beim Formen und dann trocknen lassen. Nun wickeln Sie die Kugeln als Köpfe in das Schleifenband. Dabei ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Befestigen Sie das Band mit ein paar kleinen Punkten Kleber, damit beim Einsetzen in die Walnuss nicht die ganze Figur auseinanderfällt. Für das Jesuskind nehmen Sie ein längliches Stück Watte und umkleben es straff mit Schleifenband. Haben Sie die drei Figuren geformt, platzieren Sie Maria und Josef nebeneinander

und Jesus davor und wickeln Sie etwas überstehendes Band von Josef und Maria wie eine Decke vor Jesus. Füllen Sie etwas Heißkleber in die Walnussschale und setzen Sie vorsichtig die kleine Familie ein. Sollten Ihre Figuren etwas klein geraten sein und die Krippe nicht füllen, wickeln Sie noch etwas Schleifenband um die Figuren bzw. kleiden Sie die Walnussschale damit aus. Jetzt nur noch kurz trocknen lassen und fertig ist ein Mini-Geschenk für Groß und Klein. TIPP Sie können auch die Walnussschale außen noch bunt gestalten. Wer etwas mehr Aufwand betreiben möchte, kann sich im Bastelgeschäft ein kleines Schmuckscharnier kaufen und eine zweite Walnusshälfte als Deckel auf die andere Hälfte setzen. So bleibt die Krippe geschützt und die Neugier vor dem Öffnen des MiniGeschenks steigt.

• Fotos: Konstanze Wechsel & Karola Richter, Text: Karola Richter


Material

Schneemänner und Pinguine aus Strick

• Pro Stern: 8 Wäscheklammern aus Holz • Heißklebepistole • Farben nach Geschmack

ANLEITUNG Für den Schneemann nehmen Sie einen weißen Strumpf. Die Zehenspitzen werden etwa 5 cm lang abgetrennt – daraus entsteht später die Mütze. Das abgeschnittene Ende des Strumpfes gut mit Bindfaden verschließen. Dann mit Reis (oder Linsen) befüllen und auch am anderen Ende verschließen. Für die Taille bzw. den Hals wird Gummiband benutzt und dann der Pfeifenreiniger darüber gelegt. Nun noch die Mütze aus dem Zehenteil aufsetzen und das Gesicht gestalten – fertig.

KlammerSterne als vielfältige Deko ANLEITUNG Diese Sterne sind sehr schnell gemacht, robust und ein Hingucker! Pro Stern nehmen Sie acht Wäscheklammern und entfernen die Feder aus der Mitte. Nun legen Sie die Hälften andersherum aneinander und kleben sie zusammen. Danach werden die Klammern mit dem dickeren Ende kreisförmig aneinandergeklebt, bis sie einen Stern ergeben. Nun kann bunt gestaltet werden oder auch einfach naturbelassen.

TIPP Schweres Füllmaterial wie Reis ist besser als Füllwatte, da der Schneemann sonst nicht stehen bleibt.

Material • B aumwollstrümpfe in schwarz und weiß

TIPP Wenn Sie die Klammern komplett einfärben möchten, empfiehlt sich das Bemalen der Klammerteile vor dem Zusammenkleben, da Sie hinterher nicht mehr an alle Stellen herankommen. Für einen weihnachtlichen Glanzeffekt können Sie die Klammern auch mit Nagellack anstreichen. Wir haben einmal Nagellack und einmal Glitzer-Leim zum Dekorieren verwendet. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und das Bastelprojekt ist kinderleicht! Hinterher sind sie schön als Kerzenhalter, Baum- oder Türschmuck.

• Bindfaden, Schleifenband und Pfeifen­ reiniger • R eis, Löffel • S chere, Stift, Gummibänder • Augen und Nase (roter Pompom)

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Grund zum Feiern • von Fabian Vogt

(das genaue Datum wusste keiner), fiel jemandem ein: »Hat nicht Jesus gesagt: Ich bin das Licht der Welt!?« Ja, das hatte er. Und er hatte es auch vorgelebt: So wie die Sonne Licht in die Dunkelheit bringt, macht die Liebe Gottes das Leben hell.

Es werde Licht Früher, als es noch keinen Strom, keine elektrischen Lampen und keine leuchtenden Displays gab, feierten die Menschen jedes Jahr ein ganz besonderes Fest: nämlich die Wintersonnenwende. Die längste Nacht des Jahres. Weil sie wussten: Ab jetzt werden die Nächte wieder kürzer und das Licht kommt zurück. Wie schön! »Ha!«, dachten sich die Römer da: »Diese zauberhafte Nacht ... die ist doch quasi der Geburtstag der Sonne. « Und so feierten sie fortan immer am 25. Dezember die Geburt ihres Sonnengottes Sol mit einer riesigen Party (korrekter wäre der 21. gewesen, aber damals hat man anders gerechnet): Das Licht kommt zur Welt. Tja, und als dann die Christinnen und Christen eifrig über­ legten, wann sie denn den Geburtstag von Jesus feiern sollten

Also war man sich schnell einig: Diese »heilige« Nacht, in der die Menschen seit jeher gefeiert haben, dass es ab jetzt wieder hell wird, diese Nacht ist auch der perfekte Termin für die Geburt Jesu, für »Weihnachten«. Und darum gehören bis heute die Lichter als Zeichen für das »Licht der Welt« zur Weihnachtszeit dazu: am Adventskranz, am Weihnachtsbaum oder im Fenster. Alle Welt soll sehen: Der helle Schein überwindet die Finsternis. Natürlich sind Licht und Dunkelheit auch symbolische Begriffe. Dunkelheit kann zum Beispiel für Angst, Sorge, Trauer oder Wut stehen – alles, was das Leben verfinstert. Und die Zusage Jesu lautet: Da, wo Menschen Gott begegnen, da fängt etwas zu strahlen an, das die Kraft hat, das Düstere zu überwinden. Was kommt an Weihnachten in die Welt? Ganz einfach: Die Botschaft vom Licht. In Gestalt von Jesus Christus, der immer wieder davon schwärmt, dass Gott die Menschen erleuchten kann. Und: Wer dieses Licht kennt, der fängt selbst an zu leuchten. Der Apostel Paulus jedenfalls ermutigt: »Lebt als Kinder des Lichts!« •

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FamilienSONNTAG 4/2018 – Winter  

Im Advent erinnern die Terminkalender vieler Familien an Zeitpläne von Managern. Hier ein Advenstbasteln der Schule, dort das Krippenspiel d...

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