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KiTa aktuell MO 2012 Heft 4, S. 101 Antje Grundmann-Otto, Diplom-Pädagogin, Moderatorin für Gesundheitszirkel; Kita-Fachberaterin im AWO Landesverband Sachsen bis 2010 / Volker Abdel Fattah, Sachsen, MA Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie; Referent für Kinder- und Jugendhilfe, AWO Landesverband

Ergebnisse belegen besondere Anforderungen für Leitungskräfte Die Gesunderhaltung der Mitarbeiter/innen in den Kindertageseinrichtungen ist eine grundlegende Voraussetzung für das bestmögliche Aufwachsen der betreuten Kinder. Diese Selbstverständlichkeit, die der Freistaat Sachsen im Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“ mit dem Handlungsfeld „Erzieherinnen- und Erziehergesundheit“ aufnimmt, gewinnt durch die demografisch bedingte Personalverknappung zusätzliche Bedeutung. Insofern wenden sich die beteiligten Institutionen auf administrativer wie Trägerebene insbesondere der Situation pädagogischer Fachkräfte rund um den Gruppenalltag zu.

Antje Grundmann-Otto, Diplom-Pädagogin, Moderatorin für Gesundheitszirkel; Kita-Fachberaterin im AWO Landesverband Sachsen bis 2010

Volker Abdel Fattah, Sachsen, MA Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie; Referent für Kinder- und Jugendhilfe, AWO Landesverband Ganz in diesem Sinne fand am 18. November 2011 in Dresden eine Fachtagung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport zum Thema „Gesundheit von Erziehern/innen im demographischen Wandel“ statt. Das im Rahmen der bundesweit ausgerichteten Fachtagung dokumentierte Interesse der beteiligten Institutionen an einer Gesunderhaltung der Erzieher/innen bei der Bewältigung des Bildungs- und Erziehungsauftrages im Gruppenalltag ist beachtlich. Wie aber stellt sich die Situation für die Leiter/innen der Kindertageseinrichtungen dar? In Umsetzung des Sächsischen Gesundheitsziels „Gesund aufwachsen“ beteiligten sich unter Koordination des AWO Landesverbandes Sachsen die 200 Kindertageseinrichtungen des Verbandes an der AWO Gesundheitsinitiative ICH LEBE GESUND, die am 10. September 2007 im Beisein der damaligen Sozialministerin Helma Orosz feierlich eröffnet wurde. Das landesweite Projekt der AWO wurde über Befragungen des Landesverbandes empirisch

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begleitet. In einer ab 2007 durchgeführten Ist-Stand-Analyse über gesundheitsfördernde Ansätze in den AWO Kindertageseinrichtungen wurden u.a. Merkmale zum Arbeits- und Gesundheitsschutz des Erzieherpersonals in den befragten Kindergruppen erhoben.1 Die Ergebnisse dieser Erhebung bildeten die Grundlage für die sich anschließende Befragung der Kita-Leitungen, die im Verlauf des zweiten Halbjahrs 2009 durchgeführt wurde mit dem Ziel, die infolge der Ist-Stand-Analyse angenommene spezifische Situation zum Arbeits- und Gesundheitsschutz der Leiter/innen zu erfassen. Für die nachfolgenden Ausführungen werden die Ergebnisse der o.g. Ist-Stand-Analyse als Vergleichswerte herangezogen.

Erhebungsmerkmale der Befragung Im Zeitraum Juli bis Oktober 2009 wurden die Leiter/innen aller Kindertageseinrichtungen der AWO in Sachsen befragt, zum Zeitpunkt der Befragung betraf dies 182 Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft von 20 Kreisverbänden und Fachgesellschaften der AWO. Die Befragung wurde als Vollerhebung durchgeführt. Zur Anwendung kann ein standardisierter Fragebogen mit insgesamt acht Fragekomplexen. Dieser wurde durch die Leitungen von 87 Kindertageseinrichtungen bei 18 Trägern beantwortet (Stichprobengröße = 47,8 Prozent).

Zusammenfassung der Ergebnisse2 1. Die meisten Leitungskräfte befinden sich im Gruppendienst: Unabhängig von der Zahl der Kinder und der Größe des Erzieherteams in der Einrichtung sind 86,2 Prozent der Leitungskräfte zusätzlich im Gruppendienst tätig. Neben unregelmäßigen Vertretungen wegen Krankheit, Urlaub und Fortbildung befinden sich annähernd ein Drittel aller Leitungskräfte (30,8 Prozent) im regelmäßigen Gruppendienst. Ebenfalls ein Drittel aller im Gruppendienst tätigen Leitungskräfte (30,7 Prozent) empfindet diese Einbindung als persönliche Hauptbelastung. 2. Die meisten Leitungskräfte leiden unter Erschöpfung und Dauerstress: Durch 61,6 Prozent der Leitungskräfte wurden Erschöpfungs- und Dauerstresssymptome angegeben. Beschwerden dieser Form wurden damit signifikant häufiger als in der Vergleichsgruppe der Erzieher/innen benannt (36,5 Prozent). Unter Rücken- und Gelenkschmerzen leiden 59,3 Prozent der Leitungskräfte (Vergleichsgruppe 68,9 Prozent). Die dritte Hauptbelastung stellen mit 31,4 Prozent Kopfschmerzen und Migräneanfälle bei den Leitungskräfte dar (Vergleichsgruppe 43,4 Prozent). Lediglich 19,8 Prozent der Leitungskräfte war der Befragung zufolge beschwerdefrei (Vergleichsgruppe 16,3 Prozent). Bemerkenswert ist die Abweichung zwischen Leitungskräften und Erzieherpersonal insbesondere bei den Angaben zu Erschöpfungs- und Dauerstresssymptomen, hier liegt für die Kita-Leitungen fast eine Verdopplung der Werte vor. Dagegen nähern sich die Werte der anderen Beschwerdegruppen und die zur Beschwerdefreiheit an. Dies wird auch im Vergleich der Häufigkeitsangaben deutlich: wurden durch die Vergleichsgruppe der Erzieher/innen die

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KiTa aktuell MO 2012, 102 häufigsten Angaben zu Rücken- und Gelenkschmerzen vorgenommen und folgen Angaben zu Erschöpfungs- und Dauerstresssymptomen erst an dritter Stelle, so verschiebt sich dieses Bild für die Stichprobe der Kita-Leitungen. Die Häufigkeit von Angaben zu Erschöpfungs- und Dauerstresssymptomen liegt hier an erster Stelle. 3. Kleinere Kindertageseinrichtungen bedeuten höhere Belastungen: Die Befragungsergebnisse belegen einen sehr starken Zusammenhang zwischen abnehmender Kinderzahl einer Kindertageseinrichtung bei zunehmend schlechterem Gesundheitszustand der KitaLeitungen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich mit zunehmender Größe der Kindertageseinrichtung der Gesundheitszustand der Kita-Leitung deutlich besser darstellt. Auch die Anzahl der unterstellten pädagogischen Fachkräfte hat einen starken Zusammenhang mit der Gesundheit der Leitungskräfte. Je mehr Erzieher/innen unterstellt sind, desto weniger Gesundheitsbeschwerden wurden durch die Leitungskräfte angegeben. Hingegen lässt sich für das ansteigende Alter der Leitungskräfte nur ein sehr schwacher Zusammenhang bei der Zunahme gesundheitlicher Beschwerden ermitteln. 4. Das Aufgabenspektrum der Kita-Leitungen ist unstrukturiert und trägt die Gefahr der Überforderung in sich: In einer offenen Fragestellung wurden die Kita-Leitungen um stichpunktartige Angaben zu ihrem Aufgabenspektrum gebeten. Das Antwortverhalten fällt sehr differenziert aus und lässt den Schluss auf ein unstrukturiertes und inhomogenes Arbeitsfeld zu, das aufgrund seines unklaren Charakters gesundheitsgefährdende Risiken und Überlastungen in sich birgt. Für die Auswertung wurden alle 795 Einzelangaben in elf Aufgabengruppen zusammengefasst. Wird die Häufigkeit der Einzelangaben berücksichtigt ergibt sich im Sinne einer Rangskala folgendes Aufgabenprofil: 1. 2.

Betriebsführung der Kindertageseinrichtung Personalführung

3. 4. 5. 6.

Planung und Durchführung des Bildungs- und Erziehungsauftrages Zusammenarbeit mit Eltern und Elternvertretung Zusammenarbeit mit dem Träger Umsetzung des Qualitätsmanagements

7. 8. 9. 10.

Regelung der Betreuungsverhältnisse Dienste und Arbeiten in der Gruppe Organisation und Kontrolle von Baumaßnahmen Planung und Organisation von Festen und Höhepunkten

11.

Projektplanung, -beauftragung und -abrechnung

Durch die offene Fragestellung war die breite Streuung im Antwortverhalten zu erwarten, ebenso die nicht vollständige Wiedergabe des Aufgabenspektrums durch jede der antwortenden KitaLeitungen. Im Ergebnis gelang es jedoch, den Leitungsalltag in einer Kindertageseinrichtung und dessen Aufgabengewichtung annähernd realistisch zu erfassen. Dabei lässt die hohe Zahl der 179 Items einerseits den Rückschluss auf ein unstrukturiertes und inhomogenes Arbeitsfeld zu. Andererseits wird eine Durchmischung bzw. Unklarheit zwischen den originären Zuständigkeiten von Kita-Trägern und Kita-Leitungen deutlich.

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5. Die originäre Aufgabenwahrnehmung der Kita-Leitung wird durch unzureichende Rahmenbedingungen und eine faktische Allzuständigkeit belastet: In einer ebenfalls offenen Fragestellung sollte angegeben werden, welche Tätigkeiten persönlich als Hauptbelastung empfunden werden. Ebenso wie bei der vorausgehenden Fragestellung zum Aufgabenspektrum fiel das Antwortverhalten erwartet differenziert aus, allerdings überraschte die Vielzahl der insgesamt 184 Einzelangaben. Durch lediglich elf Kita-Leitungen wurde die Frage negativ oder gar nicht beantwortet, 87,4 Prozent der Stichprobe beantwortete die Fragestellung mit mindestens einer Angabe (Maximum sieben, Mittelwert 2,1 je Fragebogen). Die vielen Einzelangaben wurden ebenfalls im Sinne einer Rangskala in den folgenden neun Hauptbelastungsgruppen zusammengefasst: 1. 2.

Umfang der Aufgabenwahrnehmung Begrenzte Zeit- und Personalressourcen

3. 4. 5. 6.

Tätigkeiten im Gruppendienst Büro- und Verwaltungsarbeiten Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen Umsetzung des Qualitätsmanagements

7. 8. 9.

Konfliktbewältigung Begrenzte/eingeschränkte Finanzmittel Eigene Fortbildung

Das klare Antwortverhalten weist auf die drängendsten Probleme im Kita-Leitungsalltag hin: dies sind der unklare bzw. offene Aufgabenzuschnitt der Kita-Leitungen sowie die Überlastung mit Aufgaben, die ein deutlich größeres Zeit- und Personalvolumen benötigen als tatsächlich vorhanden.

Schlussfolgerungen Die Leiter/innen der Kindertageseinrichtungen sind einer besonderen Arbeitssituation ausgesetzt, die sich hinsichtlich der Anforderungen und Belastungen signifikant von denen der pädagogischen Fachkräfte im Gruppenalltag unterscheidet. Deshalb genügt es nicht, den Arbeits- und Gesundheitsschutz einer Kindertageseinrichtung auf das Erzieherpersonal zu fokussieren, vielmehr ist parallel die besondere Arbeitssituation der Kita-Leitung zu beachten. Diese Forderung der spezifischen Gestaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Kita-Leitungen richtet sich dabei an folgende drei Handlungsebenen und Akteure: Weiterentwicklung der landesrechtlichen Rahmenbedingungen: Die o.g. Befunde geben einen deutlichen Hinweis darauf, dass Kita-Leitungen die umfassenden und multiplen Aufgaben einer Betriebsleitung wahrnehmen sollen und müssen. Und dazu bedarf es unabhängig von der Größe einer Kindertageseinrichtung der konsequenten Freistellung vom pädagogischen Gruppendienst. Zwar kann diese Praxisnähe bereichernd für das Verhältnis zu Kindern und Eltern sein, dürfte jedoch einmalig bleiben im Verständnis eines modernen Unternehmensmanagements. Und die Leitung einer Kindertageseinrichtung kommt der Leitung eines Unternehmens heute mehr als nur nahe. Damit im Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Personalschlüssel in den Kindertageseinrichtungen. Gerade in Einrichtungen mit kleinerer Personalausstattung muss der Ausfall von pädagogischen Fachkräften infolge Krankheit, Urlaub oder Fortbildung durch die KitaLeitung kompensiert werden. Da aber auch diese Kompensation das breite Aufgabenfeld der Leitung beeinträchtigt, können

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KiTa aktuell MO 2012, 103 nur über den Weg einer Änderung des Personalschlüssels die anfallenden Personalausfälle durch das Erzieherteam selbst aufgefangen werden. Und dazu bedarf es der Änderung landesrechtlicher Vorgaben in § 12 SächsKitaG sowie der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel durch Kommunen und Land. In Anbetracht der Häufigkeit von Büro- und Verwaltungsaufgaben stellt sich außerdem die Frage, ob und vor allem wie für Tätigkeiten dieser Art die Finanzierung zusätzlicher Verwaltungsanteile in der Kindertageseinrichtung möglich wird. Nicht zuletzt ist das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport in seiner Aufgabe als oberste Landesjugendbehörde gefragt, geht es um die Beschreibung des Aufgaben- und Stellenzuschnitts von Kita-Leitungskräften. Adäquat der Empfehlung zur Fachberatung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege bietet die Initiierung und Verabschiedung einer Empfehlung zur Leitung von Kindertageseinrichtungen die Möglichkeit zur strukturellen und qualitativen Untersetzung des Aufgabenfeldes und damit zur organisatorischen und inhaltlichen Entlastung der Kita-Leitungen. Klare Aufgabenteilung zwischen Kita-Träger und Einrichtung: Die o.g. Befunde weisen darauf hin, dass die Aufgabenverteilung zwischen Träger und Leitung einer Kindertageseinrichtung und damit die Aufteilung der Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiche neu bestimmt werden muss. In diesem Sinne könnte bereits eine Landesempfehlung für die Leitung einer Kindertageseinrichtung richtungweisend wirkend. Originär zuständig für die Beachtung und Gewährleistung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind jedoch die Träger der Kindertageseinrichtungen. In Umsetzung ihrer Verantwortlichkeit für das unterstellte Leitungspersonal in der Kindertageseinrichtung gibt das in der Befragung erfolgte detaillierte Antwortverhalten die notwendigen Handlungsschritte geradezu vor: ▪ Gewährleistung einer ausreichenden Fachberatung bzw. des Zugangs zu Fachberatung für die rechtliche und pädagogische Absicherung des verantworteten Einrichtungsbetriebs, ▪ Überprüfung und verbindliche Klärung der Aufgabenverteilung zwischen Träger und KitaLeitung, ▪ Entlastung der Kita-Leitung von fachfremden Aufgaben- und Verantwortungsbereichen (z.B. Aufsicht bei Baumaßnahmen und Instandsetzungen), ▪ Breitstellung ausreichender Zeitressourcen durch Gruppenfreistellungen und Vollzeitarbeitsverhältnisse, ▪ Entlastung von Kontrollaufgaben in hauswirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Bereichen durch externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Hygiene, ▪ zentrale Koordinierung und Betreuung von zusätzlichen Arbeitskräften wie ABM, AGH oder BFD über den Träger, ▪ Verlagerung von originären Verwaltungsaufgaben wie Abrechnung, Beitreiben der Elternund Essensbeiträge, Stichtagsmeldungen und Statistik auf eine Verwaltungskraft oder an den Träger sowie ▪ Begleitung der Qualitätsentwicklung und -sicherung durch den Träger. Die o.g. Aufzählung versteht sich als nicht abschließende Nennung von Handlungsansätzen, die im Hinblick auf eine Verbesserung der Arbeitsplatzsituation der Kita-Leitungen notwendig sind. Jedoch resultieren diese aus der erhobenen Situationsbeschreibung und stellen insofern ein realistisches Abbild der notwendigsten Schritte dar. In diesem Sinne kann auch die Anmerkung aus einem der Fragebogen herangezogen werden, der

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zufolge „tatsächliche Tätigkeiten und die Stellenbeschreibung nicht mehr im Einklang“ sind. Erweiterung des betrieblichen Arbeitsschutzes in der Kindertageseinrichtung: Neben den bisher dargestellten Handlungserfordernissen für Land und Träger liegt in den Kindertageseinrichtungen selbst die dritte Handlungsebene. Und auf dieser geht es um die Ausweitung des Arbeits- und Gesundheitsschutzverständnisses sowie entsprechender Maßnahmen auf die Leitungspersonen. Allein die Tatsache der Übertragung unternehmerischer Pflichten auf die Kita-Leitung entbindet den Träger nicht von der Gewährleistung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der Kindertageseinrichtung einschließlich des Arbeitsplatzes „Leitung“. Daneben ist die Kita-Leitung in ihrem Selbstverständnis gefragt, geht es um die Integration in betriebliche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Eine mögliche Methode zur internen Identifizierung von Belastungen im Kita-Alltag ist die Durchführung von Gesundheitszirkeln. Im moderierten Gespräch wird es dem Erzieherteam möglich, Belastungen zu erkennen, zu differenzieren, zu modifizieren und nach möglichen Lösungswegen zu suchen. Dieser interne Prozess sollte auch die spezifischen Belastungen der Kita-Leitung integrieren. Nur ein umfassender Gesundheitszirkel, der alle Fachkräfte im Unternehmen „Kita“ ebenso wie die Leitung im Blick hat, ist geeignet Belastungen zu erkennen und gemeinsam Wege für eine Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu finden. Fazit In internen Maßnahmen wie dem Gesundheitszirkel ist die Kita-Leitung eine äußerst wichtige Person, da diese die Verantwortung für ihre Kindertageseinrichtung hat. Insofern bedeutet die Delegation von originären Trägerpflichten und zentralen Verantwortungsbereichen auf die KitaLeitung keineswegs die Entbindung beider Akteure von der Verantwortung für gesunderhaltende Leitungsbedingungen. Neben den zuvor genannten Handlungserfordernissen auf Landes- und Trägerebene sind die Leiter/innen selbst gefragt, eigene Aktivitäten für ihre Gesunderhaltung in der Kindertageseinrichtung zu entwickeln und diese gegenüber dem Träger sowie beim eigenen Erzieherteam durchzusetzen.

→ WEITERE INFOS Die statistische Auswertung der Studie sowie weitere Literaturhinweise finden Sie unter: www.go.kita.de/z5u5g8. Informationen zur Fachtagung des SMK am 18. November 2011: www.slfg.de Informationen zur AWO Gesundheitsinitiative ICH LEBE GESUND: http://www.awosachsen.de/index.php?entry_id=50 Informationen zum Gesundheitszirkel für Erzieher/innen in der Kindertageseinrichtung:http://www.kita-gesundheitszirkel.de/index.html

Fußnoten: 1

vgl. Grundmann-Otto/Abdel Fattah (2009).

2

Eine erste Veröffentlichung von Ergebnissen erfolgte im Newsletter 3/2010 der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V., S. 3. (© Wolters Kluwer Deutschland)

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KiTa_aktuell.Fachbeitrag_Leitungskräfte.2012-04  

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