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Familien erzählen Mitten aus dem Leben

Familie als Berufung Die Zeitschrift für Paare, die zusammenbleiben wollen

Sakrament der Versöhnung › Seite 8

Trennung › Seite 20

Klima-Wandel › Seite 30

Winter 2019

Ankunft des Herrn › Seite 36


Stell dir vor, Ehepaare, die Familie begeistert leben, schreiben über ihre Erfahrungen mit allen Kämpfen und Katastrophen, mit allen Freuden und Erfolgen... Das ist die FAB!

... wir schreiben für die FAB: Familie Bednarik „Unsere Liebe füreinander und zu unseren Kindern genießen und unsere Verbindung mit dem lieben Gott pflegen.“ Familie Koch

Familie Socher Familie Mayrhofer

Pater Kentenich Gründer von Schönstatt

Familie Schiffl

Familie Sickinger Familie Haslinger

„Als Eheteam ist es einfach schöner. Gemeinsam bauen wir an einer neuen Welt.“

Familie Zeitlinger

Familie Riedenauer

Sr. Gertrud-Maria

Familie Höllwerth „Vertrauen auf Gott und seine Hilfe - weil er uns einander und die Kinder anvertraut hat.“

Familie Fink

D2a  s FNaemt izw l i ee a r kl sdBeerr CuHf u RISTLI n g 4C/H2 EN 0 1 9H ä u s e r

Familie Russold


Familie als Berufung ... den Partner nach 15 Jahren Ehe noch lieben! Echt jetzt?

... eine gesunde Work-Life Balance und Leben aus christlichen Werten!

Familie Rehor

Normal?

...die Kinder zu starken und freien Persönlichkeiten erziehen, die mit beiden Beinen im Leben stehen! Übertrieben?

Wir suchen neue Wege, wie Ehe und Familie heute Familie Braun

gelingen kann und Freude macht. Dafür ist die FAB unsere Plattform.

Familie Zöhrer

Liebe Familien, liebe Leserinnen und Leser!

„Gut verwurzelt mit dem Blick nach oben an der „neuen Stadt“ bauen.“

Familie Karner

Gottesmutter von Schönstatt

Die kalte Jahreszeit zieht ins Land, wir stehen in der Früh im Dunkeln auf und es wird auch schon früh finster – die Tage werden kürzer und doch sind wir voller Erwartung auf das schönste und gleichsam emotionalste Fest des Jahres, auf Weihnachten, auf die Geburt des Christkindes! Wie bereiten wir uns darauf vor? Wie werden wir offen für die Ankunft des Herrn? Das Thema Klima-Wandel passt da gut dazu. Wie oft kippt die Stimmung bei uns zu Hause, weil einer gerade schlecht drauf ist und alle anderen damit ansteckt? Vielleicht auch ein Ansporn für uns als Familie im Advent vor allem auf die Atmosphäre in unserem Haus zu achten und uns gegenseitig wohlwollend und wertschätzend zu begegnen. Ein schwieriges Thema hat uns bei unserer letzten Redaktionssitzung beschäftigt. Wir beobachten, dass sich Ehepaare unter unseren Freunden, sogar in unseren Familien trennen. Vor kurzem erst haben sich gute Bekannte von uns getrennt. Ein komisches Gefühl, sie nicht mehr gemeinsam zu sehen. Und wie verhalte ich mich, wenn ich einen von ihnen sehe? Hintergehe ich damit den Anderen? … Wir haben zu einem guten, gesunden Umgang mit dem verbleibenden Partner unsere FAB-Familien nach ihren Erfahrungen gefragt. In unserer Reihe der Sakramente haben wir dieses Mal die Beichte herausgegriffen – sie verbindet alle Themen dieser FAB. Ohne Versöhnung, ohne Verzeihung gibt es kein geglücktes Eheleben, kein Weihnachten und auch keinen Klima-Wandel in unseren Familien.

Familie Jenny und Bernhard Fürlinger

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Adventzeit, die offen ist für die Ankunft des Herrn und ein freudiges und friedvolles Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Liebsten! Verbringen Sie auch 2020 wunderbare Momente mit Ihrer Familie als Berufung.

Familie als Berufung bedeutet für uns ...

... sich füreinander hinzugeben, ohne es dem anderen anzurechnen.

Claudia & Klaus

Ed i t o r i a l  

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„ Die FAB verbindet alle Familien und Familienbegeisterten, die ein gemeinsames Ziel haben: An einer durch Familien erneuerten, christlichen Welt mitzubauen. Und es werden immer mehr! Aus Der Redaktion

Viele Jahre war Sr. Maria Margarita Seiser in Wien im Schönstattzentrum am Kahlenberg als Oberin tätig und hat die kleine Gemeinschaft mit viel Schönstattgeist, Kompetenz, Geduld und einem weiten Herzen geführt. Am 16. November haben wir Sr. Maria Mar-

garita am Kahlenberg verabschiedet und Ihr für die wertvollen Jahre am Kahlenberg gedankt. Sr. Maria Margarita verlässt Österreich, um sich einer neuen Aufgabe in Deutschland zu widmen. Wir wünschen ihr viel Freude und Gottes reichen Segen dabei! Und wir werden sie vermissen!

Sr. Maria Margarita

Ab dem 22. November übernimmt Schwester M. Gabrijele Tröndle die Hausleitung des Schönstattzentrums am Kahlenberg und das Amt der Oberin für die Schwestern am Kahlenberg. Sr. M. Gabrijele ist in Titisee-Neustadt im Schwarzwald geboren und gehört seit 1974 zum Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern. Nach dem Studium für das Lehramt an beruflichen Schulen hauswirtschaftlicher Richtung (Theoriefächer und Deutsch) wirkte sie an verschiedenen Schulen, nicht zuletzt bis 2016 als Schulleiterin in der Fachschule für Sozialpädagogik und in der Berufsfachschule für Altenpflege auf der Liebfrauenhöhe in Rottenburg, Deutschland.

Sr. M. Gabrijele freut sich auf die neuen Aufgaben und die Begegnung mit der Schönstattfamilie in Österreich und mit den Menschen, die zum Schönstattzentrum auf den Kahlenberg kommen. „Wir leben in der Heiligen Stadt in einer familiären Gemeinschaft – als eigenständige Häuser der Heiligen Stadt, jedes mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten, Sr. M. Gabrijele einzigartig und gleichzeitig verbunden durch ein gemeinsames Ziel vor Augen.“ Diese Formulierung aus den sieben Säulen der Heiligen Stadt auf dem Kahlenberg gefällt ihr besonders gut. Da möchte sie gerne mitarbeiten. Die FAB freut sich schon auf ein persönliches Kennenlernen mit Sr. M. Gabrijele! Wir wünschen ihr viele wunderbare Stunden in Österreich – damit Wien zur neuen Heimat wird!

Die FAB wird nur durch Ihre Spende finanziert: Mit monatlich € 1,- helfen Sie uns unsere Druckkosten zu decken, mit monatlich € 2,- ermöglichen Sie, dass wir die FAB weiter verteilen! IBAN: AT502011128650461300 Impressum: Familie als Berufung

XXXV. Erscheinungsjahr, 4/2019, Herbst ISSN: 1682-3133 Erscheint 4x jährlich. Bezug kostenlos, bitte um ­freiwillige Spenden zur Deckung der Druckkosten. Richtpreise 2019: Jahresabo Österreich € 15, Jahresabo EU € 19, Jahresabo Schweiz SFr 23, Jahresabo Übersee € 30 Konto Österreich + EU (außer Schweiz): BLZ: 20111, ERSTE, IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW Konto Schweiz: IBAN: CH2709000000855876735, BIC: POFICHBEXXX

4  Familie als Berufung 4/2019

Medieninhaber & Verleger: FAB-Verein Herausgeber: Ingeborg und Richard Sickinger Chefredaktion: Claudia und Klaus Umschaden Inspiratorische Kräfte: IRS, HMS, SMM, PJK, MTA Layout: Tamara Fink Alle: Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien E-Mail: familie.als.berufung@schoenstatt.at Homepage: www.familiealsberufung.at Redaktionsteam für 2019: Fam. Fürlinger, Fam. Rehor, Fam. Zöhrer, Fam. Umschaden Arbeitsmaterial: Fam. Zöhrer, Fam. Berger Sr. Gertrud-Maria, Fam. König, Fam. Rammerstorfer Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsgemeinschaft. Sie gilt als weltweite Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche.

Illustrationen: Wolfgang Krisai Fotos: B. Mucha, Fam. Kräftner, Cover-Foto: Fam. Fürlinger Korrektur: S. Höfer, C. Bednarik R. Sonnleithner, V. Steurer Versand: Fam. Fellhofer Vertrieb und Bestellungen: Fam. Fellhofer, Klivieng. 82/22, 1220 Wien, Tel: 01/282 71 57, E-Mail: fellhofer@schoenstatt.at Druck: PrintOn, Johann Seiberl, www.print-on.at Nachdruck & Publikation: Nach Rücksprache mit der Chefredaktion und mit Quellenangabe möglich.


Inhalt unsere Ehe

So können Sie die FAB bestellen: FAB-Telefon 01/282 71 57 Familie Fellhofer familie.als.berufung@schoenstatt.at

Beichte - Familien erzählen › Seite 8 Pater Kentenich - Beichte › Seite 12 Arbeitsmaterial: Die Beichte als Sakrament für Ehe und Familie › Seite 14 Arbeitsmaterial: beziehungsWeise - Sr. Gertrud-Maria › Seite 17 Eheteamfragen › Seite 19

u n s e r Z U h a u sE

Trennung - Familien erzählen › Seite 20 Pater Kentenich - Trennung › Seite 24 Arbeitsmaterial: Die christiliche Ehe › Seite 28 Eheteamfragen › Seite 29 Klima-Wandel - Famiilien erzählen › Seite 30 Arbeitsmaterial: Das Klima bestimmt, was wächst › Seite 34 Eheteamfragen › Seite 35

Online - Bestellung www.familiealsberufung.at per E-Mail familie.als.berufung@schoenstatt.at

unsere Kinder

Kindermund - Kinder erzählen

› Seite 26

per Telefon Familie Fellhofer 01/282 71 57 per Post Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien Familie als Berufung, ERSTE Österr. Sparkasse, BLZ: 20111, IBAN: AT502011128650461300

Wachstum

Die zweite Halbzeit entscheidet › Seite 13 Advent - Ehepaare erzählen › Seite 36 Eheteamfragen › Seite 39 Arbeitsmaterial: Offen werden für die Ankunft des Herrn › Seite 40

Kontonr. Schweiz: IBAN CH2709000000855876735 BIC: POFICHBEXXX Die FAB erscheint viermal im Jahr und wird nur durch Spenden finanziert. Richtwert/Jahr: Österreich € 15, EU € 19, Schweiz SFr 23, Übersee € 30

unsere Bewegung

Eine Zeit der großen Sorge › Seite 6 Segel-Exerzitzien › Seite 25 Kahlenberg neu › Seite 45 Impressum › Seite 4 Schönstatt Familyshop › Seite 50 Ehevorbereitung › Seite 51 Familientreffpunkte › Seite 48 Familie als Berufung 4/2019 

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Erde, Umwelt, Klima – was ist die Botschaft für uns?

Eine Zeit der großen Sorge G r o SS e s w a g e n Hl. stadt bauen

Wir erleben ein Zeitalter der großen Sorge. Die Erde ist begrenzt, das Klima verändert sich, der Kunststoff im Meer nimmt zu. Der Mensch übt großen Druck auf die Natur, auf die Schöpfung aus. Die Frage drängt: Droht uns die Gefahr, dass der Lebensraum Erde unwiderruflich geschädigt wird? Was können, was sollen wir tun? Und was sagt uns Gott? Ingeborg & Richard Sickinger, Bewegungsleiter der österreichischen Schönstatt-Bewegung

„ Heute sind wir von Gott eingeladen bei uns selbst anzusetzen, anders zu leben.

Wir plaudern mit einem jungen Mann am Rande eines Familien-Treffens. Er möchte ein Start-up gründen. Es soll im Umweltbereich sein, seine Vision: Eine App, die Menschen erleben lässt, dass jeder einzelne einen Unterschied macht. Die Sorge um die Schöpfung bewegt viele. Umwelt und Klima war das entscheidende Thema der letzten Nationalratswahl. In der Kirche hat Papst Franziskus, gleich am Anfang seiner Amtszeit die Enzyklika „Laudato si“ veröffentlicht, mit dem Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus.“ Die Amazonien-Synode trägt dieses Anliegen weiter: Die Welt steht vor grundlegenden integralen Zukunftsfragen, die keinen Aufschub mehr dulden und das gemeinsame internationale solidarische Handeln erfordern. Eine neue Generation zeigt großes Umweltbewusstsein. Eine sichtbare Sprecherin dieser Generation ist Greta mit den von ihr initiierten „Fridays for Future“. Viele Jugendliche handeln bewusst anders: vom Upcyclen (aus Abfallstoffen werden kreative neue Produkte gemacht) bis zum Dumpstern (weggeworfene Lebensmittel werden aus der Mülltonne gerettet) entwickeln sich neue Verhaltensweisen. Manche Familie oder manches Klassenzimmer praktiziert „30 Tage ohne Kunststoff“ und macht dabei wertvolle Erfahrungen. Auch das Selbstverständnis im beruflichen Wirken ist zusehends davon geprägt. Bei einer Vorstellrunde meint ein junger Ingenieur, der im Bereich der Gebäudetechnikplanung tätig ist: „Ich arbeite für den Erhalt der Schöpfung.“ Das ist stark. Interessant ist die Beobachtung, dass mit dieser Haltung sehr oft auch die Bereitschaft verbunden ist, anders zu leben, sich neue Haltungen anzueignen, sich die Überzeugung etwas kosten zu lassen. Während viele revolutionäre Ansätze oder politische Forderungen in der Vergangenheit an die Adresse „der anderen“ gehen, die etwas ändern sollen, ist im Umweltbereich zusehends die Bereitschaft spürbar: „Es kommt auch darauf an, dass ich anders lebe. Ich kann etwas tun, ich muss etwas tun!“

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Die Story Schönstatts zeigt die Aktualität dieser Bereitschaft: Heute sind wir von Gott eingeladen bei uns selbst anzusetzen, anders zu leben, um die Herausforderungen unserer Zeit in Griff zu bekommen. Konkret: Die Gottesmutter sucht Ehepaare, die bereit sind, an sich zu arbeiten, in der Liebe zu wachsen, neue Menschen zu werden in Christus, Häuser zu werden die ihre Umgebung verändern. Und dazu möchte sie uns im Hausheiligtum wachsen lassen, befähigen und senden, wenn wir das Liebesbündnis mit ihr schließen.


Und welche Qualität soll diese Erneuerung haben?

Wir blicken zur Heiligen Stadt, der Zielgestalt von Kirche und Welt, und suchen dort nach Orientierung. Die Heilige Stadt ist ein Bild aus dem Schlusskapitel der Heiligen Schrift, das beschreibt: Am Ende der Zeiten, da wird es schön sein, da wird es keine Tränen und kein Leid mehr geben, da werden wir ganz bei Gott sein. Der Prophet Johannes beschreibt in dieser Vision der Heiligen Stadt: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ (Offb 21,1) Wenn man aus dem Griechischen übersetzt, steht da eigentlich nicht „neu“, im Sinne von: die alte Welt wird entsorgt und durch eine neue Welt ersetzt, sondern die Formulierung bedeutet eine erNEUerte Erde, die uns geschenkt wird. D.h. die Welt wird verwandelt und verklärt, und ihre Bewohner werden geheiligt sein. Und es ist unsere Aufgabe als Christen, schon heute mitzuwirken an dieser Verklärung und Heiligung. Aus der Umweltbewegung hören wir die starke Botschaft: Wir sind verantwortlich dafür, was mit unserer Erde geschieht. Und aus dem Glauben hören wir die Botschaft: Wir sind aber nicht alleine verantwortlich, Gott hat uns eine Mitverantwortung für die Schöpfung gegeben. Das schützt vor Überforderung! Die Gottesmutter will uns gewinnen für diese Mitarbeit, dazu ist der Krug im Heiligtum eine sichtbare Einladung. „Nichts ohne dich, nichts ohne uns“: Wir wirken mit Gott zusammen, das schenkt ein neues Lebensgefühl. Diese Mitverantwortung ist nicht eine belastende Verantwortung, sondern eine aufbauende: Wir sind nicht alleine verantwortlich für diese Welt, aber wir wirken aktiv mit. P. Josef Kentenich beschreibt zwei Straßengräben, in die man heute geraten kann: Die Geschichts-Aktivisten und die Geschichts-Passivisten. Die Ge schichts-Aktivisten sind Menschen, die die Gesamtlast der Verantwortung auf ihren Schultern spüren, sie müssen durch mehr Aktivität und noch mehr Anstrengung die Probleme alleine lösen. Die Geschichts-Passivisten hingegen sind Menschen, die glauben, dass man eh nichts machen kann bzw. muss und sich der Verantwortung Wachsen durch Passivität entzieht. Wir Christen gehen einen dritten Weg: von innen Wir sind gerufen, als Baumeister der Heiligen Stadt GeschichtsSchöpferische Menschen zu werden. Das sind Menschen, die aus dem Geist der Sieben Säulen der heiligen Stadt leben: Wir sind gerufen mitzugestalten, kreativ und schöpferisch zu werden, Gründer zu werden und Verantwortung mitzutragen - aber wir müssen nicht alles alleine tun.

Ausstrahlen

Schöpferisch gestalten Gott in unserer Mitte

Gründergeist

So wirken wir als „Mitarbeiter Gottes“, wie Paulus sagt, mit Gott zusammen. Das ist das neue und befreiende Lebensgefühl. Dabei sehen wir Umwelt und Klima aber nicht nur in meteorologischem, sondern in einem noch umfassenderen Sinn, wie man in den Erfahrungsbeiträgen dieser Nummer der FAB lesen kann. Und in Momenten, wo hier oder dort etwas gelingt und erfahrbar wird, da leuchtet ein Stück Heilige Stadt auf.

Von Herz zu Herz Heimat finden und geben

Ja, wir leben in einer Zeit der großen Sorge. Für P.Kentenich waren Schwierigkeiten immer ein Zeichen, dass der liebe Gott – ganz besonders durch sein Lieblingswerkzeug, die Gottesmutter – in eine Szene eingreifen will. Unsere Antwort: wir bauen unser Haus der Heiligen Stadt, das bedeutet, in unserem Einflussbereich setzen wir uns konkret für die Schöpfung ein. Dabei leben wir aus einer doppelten Haltung, einem Sowohl-als-auch: Gott hat alles in der Hand – und zugleich sind wir aufgefordert mitzuwirken. Wir tun unseren Teil – und der große Gott, die Gottesmutter tut ihren Teil. ◆ Ingeborg und Richard Sickinger Leiter der Schönstatt Bewegung Österreich Großes wagen – Heilige Stadt bauen

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B e i ch t e

Fam. Kräftner

F a m i l i e n e rz ä h l e n

Ein verborgener Schatz

Das Sakrament der Beichte „ Nach einer Beichte bin ich wieder durchlässiger für Gottes Liebe und darum ist es mir so wertvoll!

Advent und Weihnachten stehen vor der Tür. Für unsere Eltern war es noch selbstverständlich, dass man vor Weihnachten (und nicht nur) beichten geht. Wir wollen wieder auf die Lebenserfahrung unserer FAB Familien zurückgreifen, um den Schatz dieses Sakraments zu heben. Wie geht es ihnen mit dem Sakrament der Versöhnung und welches Brauchtum hat sich in ihren Familien rund um die Beichte entwickelt. Lesen wir von unseren FAB Familien, was ihnen wertvoll geworden ist und auch wie sie ihre Kinder liebevoll an die Vergebung heran- und in die Arme des barmherzigen Vatergottes führen. Du strahlst so!

Ich will die beste Beziehung zu Gott

Jetzt mache ich aber immer wieder Dinge die mich wegbringen von Ihm, weil ich mich ärgere, über andere schlecht rede bzw. denke oder zu stolz oder maßlos bin. Das bringt mich weg von der Liebe Gottes. Das spüre ich vielleicht anfangs nicht, ich bin vielleicht grantiger oder unzufriedener, strenger mit mir selbst oder dem Umfeld, sehe mehr und mehr nur das Negative, bin unentspannt usw.

Ich gehe gerne zur Beichte, ich liebe es! Vielleicht nicht unbedingt die Beichte selbst, aber das was dabei und danach mit mir geschieht. Ich verstehe es, dass Beichten unangenehm ist, geht mir genauso. Wer schaut schon gern auf die missglückten Momente im Leben und muss sie dann noch ausspre- Ich habe gelernt darauf zu achten, chen!? mich selbst zu beobachten, Fühlung zu halten mit meiner Seele. Für mich ist die Beichte etwas ganz Wenn ich das merke, weiß ich für Wertvolles geworden, das ich mir mich schon: Jetzt ist es wieder Zeit langsam erobert habe! für eine Beichte!

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Grundsätzlich geht es mir dabei darum, dass ich eine Beziehung zu Gott haben möchte, einfach die bestmöglichste – weil er mich so unendlich liebt.

Und ich freue mich dann schon darauf, einen Neubeginn zu machen, gelöster und positiver zu sein und wieder die Liebe Gottes mehr zu spüren. Mein Mann fragt mich


dann manchmal: „Warst du beich- eigentlich Jesus sich das anhört und die Vergebung schenkt. Einten, du strahlst so!?“ mal nahm ich ganz unerwartet bei Ja nach einer Beichte bin ich wie- einem „Abend der Barmherzigkeit“ der durchlässiger für Gottes Liebe teil, wo ich die Beichte wirklich als und darum ist es mir so wertvoll! ◆ Fest der Versöhnung erleben durfte und gemerkt habe, wie wichtig es ist, alles, das mich von Gott trennt, Familienbeichte wegzuräumen. Im Gegenteil: noch nie habe ich mich so froh und frei gefühlt und die Beichte wahrhaftig Ein Grund zum Feiern als ein ganz besonderes Geschenk Als unser erstes Kind sich auf die erlebt. Erstkommunion vorbereitete und zur Beichte hingeführt wurde, ist Dieser Abend hat wirklich alles veränuns klar geworden, dass wir von dert. unseren Kindern nichts erwarten Mittlerweile gehen zwei unserer können, was wir nicht selber tun. drei Kinder zur Kommunion und Deshalb haben wir uns entschlos- somit auch zur Beichte. Schon sen, vor Ostern als ganze Familie während der Erstkommunionsvorbeichten zu gehen. bereitung wurde den Kindern bewusst gemacht, dass die Beichte ein In unserer Nähe gibt es ein Kloster, schönes und wichtiges Sakrament das zu bestimmten Zeiten Beichte ist. Nicht ein Muss, sondern Darf anbietet. Wir sind alle nachein- – ich darf vor den Herrn treten, ander gegangen. Das hat es un- mein Scheitern, mein Versagen serem Kommunionkind leichter vor Ihn bringen und dann „reingegemacht, es zu wagen. Offenbar waschen“ wieder gehen in der Gehat es so ansteckend gewirkt, dass wissheit, daß mir vergeben wurde. sogar der fünfjährige kleine Bruder Die Beichte ist inzwischen ein Sagern beichten wollte. krament, das wir gerne und oft feiern. Meine Hoffnung ist, daß Hinterher haben wir dann als Fa- unser Jüngster die Beichte für sich milie mit Kaffee und Kuchen gefei- entdeckt und sie als „Werkzeug“ ert. Inzwischen gehört die Famili- für ein Leben mit dem lieben Gott enbeichte zu unserer Vorbereitung erkennt. ◆ auf die großen Feste im Kirchenjahr. Manchmal machen wir nach der Beichte noch einen Ausflug als Neuanfang ganze Familie: einfach um zu feiern. ◆ Dusche für die Seele Kein Muss

Reingewaschen Beichte war bei uns, bevor unser ältester Sohn zur Erstkommunion ging, ein Sakrament, zu dem man eher ungern gegangen ist. Mein Mann tat und tut sich sehr schwer damit, für mich war es ein „ich muß“, da die Kirche uns als Christen die Beichte sehr ans Herz legt. Es war für mich lange unangenehm und peinlich, alles was ich falsch gemacht habe, einem Priester zu sagen, obwohl ich wusste, dass ja

Uns Eltern ist es seit vielen Jahren ein Bedürfnis mehrmals im Jahr beichten zu gehen. Monatlich schaffen wir es nicht, aber doch mehrmals im Jahr. Wir erleben mit jeder Beichte einen Neuanfang in unserer Beziehung zum lieben Gott. Es ist wie eine Dusche für unsere Seele. Danach können wir wieder gestärkt unseren Weg weiter gehen. Die Beichte erleben wir immer wieder als ein Heimkommen zu Gott, der mit seiner Liebe immer auf uns wartet. In dieser Haltung sind auch unsere Kinder aufgewachsen und haben im Volksschulalter oder manchmal

„ Offenbar hat es so ansteckend gewirkt, dass sogar der fünfjährige kleine Bruder gern beichten wollte.

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B e i ch t e F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ Das ist der Moment in dem ich unglaubliche Dankbarkeit verspüre, der Moment in dem die Sonnenstrahlen es endlich durch die graue Wolkenwand schaffen.

auch schon im Kindergartenalter FAB schreibe, ist gerade genauso selbst den Wunsch geäußert auch eine Zeit. Das graue Wetter von draußen scheint hereinzukriechen beichten gehen zu dürfen. und sich in meinem Herzen festzuWie bereiten wir uns darauf vor? krallen. Wir Erwachsenen üben uns in der Gewissenserforschung und für die Seit Tagen sehe ich nur mehr den Kinder haben wir einen anspre- Haufen von Problemen und Archenden Kinderbeichtspiegel ge- beit, dazu ein krankes Kind, meine funden. Jeder schreibt für sich sei- Laune ist an einem Tiefpunkt und nen eigenen Zettel, den wir nach der Versucher hat leichtes Spiel mit der Beichte in kleine Stücke zerrei- mir. ßen oder verbrennen. Eine Spirale aus Frust und ÄrNach der Beichte gönnen wir uns ger verbreitet sich in mir und aus immer wieder mal einen frisch ge- meinem Loch komm ich selber backenen Kuchen oder belohnen nicht mehr raus. Ich schnappe kuruns anders. Damit wollen wir un- zerhand mein Handy und tippe serer Versöhnung einen festlichen eine Nachricht: „Hast du Zeit für mich?“ …. Charakter geben. In unserer Pfarre hatten wir viele Meinen Beichtpriester kenne ich nun schon seit mehr als Jahre einen Aushilfspriester, zu 10 Jahren, noch aus dem wir eine persönliche der Zeit meiner Freundschaftsbeziehung Jugendgruppe in aufgebaut haben. Mittder Pfarre. Und lerweile ist er in einer seither hat er anderen Pfarre eingemich durch die setzt, allerdings gehen verschiedensten wir noch immer gerPhasen meines ne zu ihm beichten. Lebens begleiFür uns ist es wertvoll tet, er hat uns von Zeit zu Zeit zu ihm beichten zu gehen, da er uns persönlich kennt und wir erfahren seine Ratschläge als sehr wertvoll für unser geistliches Wachsen. ◆ Fortschritte sichtbar machen

Mein Beichtpriester Während ich so sitze und meinen Artikel für die

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auch getraut und unsere Kinder getauft. Genau das ist es auch, was für mich einen eigenen Beichtpriester zu haben, so wertvoll macht: er kennt mich und meine Geschichte. Ich muss mich nicht lange erklären und er versteht mich. Er sieht meine Entwicklung von außen und wenn ich – selbstkritisch – mit mir hadere und es mir schwer fällt, kleine Fortschritte zu sehen, kann er sie für mich sichtbar machen. Er kennt mich so gut, dass er weiß in welchen Momenten ich ein nettes Wort oder eine Aufmunterung brauche und wann es ruhig etwas herausfordernder sein darf. Es tut mir einfach gut, denn ich weiß, dass ich dort meine Lasten ablegen, aus festgefahrenen Spurrinnen heraustreten, meine Fehler zugeben und meine Verletzungen heilen lassen darf. Und da ich schon so lange von meinem Beichtpriester begleitet werde, ist die Hemmschwelle sich aufzumachen und loszugehen auch nicht mehr so groß.

Tief berührt und glücklich kam er aus dem Gesprächszimmer, setzte sich noch zum Tabernakel um zu beten und strahlte! Das erste was er zu uns sagte war: „Wann gehen wir wieder?“ Diesen Moment werden wir nie vergessen. Normalerweise erlebt man das als Elternteil nicht, da die Erstbeichte im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung geschieht. Es war ein sehr wertvolles Geschenk für uns dabei sein zu dürfen und ihn selbst darauf vorzubereiten. ◆ „Machen wir ja eh nicht!“

Die 10 Gebote

Eine Zeit lang haben wir uns – auf Wunsch eines unserer Kinder – regelmäßig beim Familiengebet ein Gebot Gottes angeschaut. Wir haben es auf einen Zettel geschrieben Die Antwort auf meine Nachricht und dann darüber gesprochen was lässt nicht lange auf sich warten, da dazugehört. Wie z.B.: ich habe einen Termin für nächste Woche bekommen. Das ist der - du sollst nicht die Ehe brechen, UnMoment in dem ich unglaubliche keuschheit betreiben... Dankbarkeit verspüre, der Mo- Die Kinder meinten, dass sie das ment in dem die Sonnenstrahlen es noch nichts angehe! Aber wir haendlich durch die graue Wolken- ben dann gesammelt, dass es da wand schaffen. ◆ vielleicht auch um den Umgang miteinander geht, auch zu den Freunden und wie wir uns anzie„Wann gehen wir wieder?“ hen um auf uns aufmerksam zu machen.

Erstbeichte

Unser Jüngster (damals 6 Jahre) hat uns immer wieder über die Beichte ausgefragt, da wir regelmäßig als Familie beichten gehen. Er hat uns beobachtet und auch immer wieder gesagt, dass er selbst auch gehen möchte. Wir haben dann mit unserem Familienbeichtpriester darüber gesprochen und ausgemacht, dass wir ihn zu Hause auf seine Erstbeichte vorbereiten. Im Jänner war es dann soweit. Es war für uns ein ganz besonderes Ereignis als Familie zu beichten und mitzuerleben wie er seine Erstbeichte erlebt.

„ Tief berührt und glücklich kam er aus dem Gesprächszimmer, setzte sich noch zum Tabernakel um zu beten und strahlte!

- du sollst nicht begehren deines nächsten Gut...

Wir haben festgestellt, dass es da nicht nur um Neid geht, sondern uns auch angeschaut, wie wir auf Werbung reagieren, ob wir alles haben müssen... - du sollst nicht stehlen...

„Ja, wir stehlen ja eh nichts!“ Aber wie schaut es mit Ausgeborgtem aus, geben wir das wieder zurück? Dinge, die liegen gelassen wurden, hebe ich sie auf und stecke sie ein oder versuche ich den Besitzer zu finden?

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Durch das regelmäßige Sakrament der Versöhnung wurde ich im Laufe der Zeit viel sensibler auch auf kleine Verfehlungen und ich habe die Erfahrung gemacht, es gibt keine Sünde, die zu klein ist und auch keine, die zu groß ist, um sie vor Da gäbe es noch einige Punkte, die den HERRN zu bringen – denn wir aufschreiben könnten! GOTT ist in unserer Schwachheit stark! Es war sehr spannend mit den Kindern einmal mehr darüber zu re- Viele Menschen meinen oft, ich den. Wir Erwachsene haben ja den habe sowieso immer die gleichen Beichtspiegel, den wir zur Hilfe „Schwächen“ – die Antwort des nehmen können, um uns die Weite Priesters: „Sei dankbar, dass nicht und Tiefe jedes einzelnen Gebotes neue dazugekommen sind!“ … zu erarbeiten. Für die Kinder war welch‘ eine Ermutigung!  das sozusagen unser Beichtspiegel, Unsere verschmutzte Wäsche den wir gemeinsam erarbeitet ha- braucht die Waschmaschine, um ben! ◆ wieder sauber zu werden und unsere Seele wird durch das Sakrament der Beichte wieder rein und strahGanz Mensch werden lend – kostenlos! - du sollst nicht töten…

B e i ch t e F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ „Sei dankbar, dass nicht neue dazugekommen sind!“

Hier wieder die Aussage der Kinder: „Machen wir ja eh nicht!“ Wie gehen wir miteinander um? Verletzen wir uns – in Gedanken, Worten und Werken?

Nichts ist zu groß

Unsere Kids gehen im Rahmen des Religionsunterrichtes zur Hl. Beichte. Wir haben auch schon überlegt, gemeinsam als Familie beichten zu gehen und mit einem „Beichtfest“ z.B. in der Pizzeria abzuschließen!

Vor einigen Jahren haben wir „unseren“ Beichtvater in der Nähe unseres Heimatortes kennengelernt, und wir planen etwa alle 4-6 Wochen einen Beichttermin ein, welchen wir im Anschluss gleich als Eheabend nützen! Vor der Erstkommunion haben wir mit unseren Kindern über Wir sind sehr dankbar dafür, weil die Beichte mithilfe eines Kiner uns mittlerweile schon sehr der-Beichtspiegels (auch hilfreich gut kennt, und wir jedes Mal dort für Erwachsene !) gesprochen „abgeholt werden“, wo wir gerade und so versucht, ihnen die Angst mit unseren „Lebenslasten“ stehen vor der Erstbeichte zu nehmen! oder uns gerade der Schuh drückt Jesus lädt uns ein: „Kommt alle zu und wir so immer mehr persön- mir, die Ihr mühselig und beladen lich, als Paar und als Familie in den seid – ich werde Euch erquicken Plan Gottes hineinwachsen dürfen und Ruhe verschaffen!“ Mt. 11,28 ◆ – ganz der Mensch zu werden, zu dem wir erdacht und erschaffen sind!

P a t e r K e n t e n i ch

Wer sich wundert über seine Sünden, beweist, dass er sich nicht kennt. Die Heiligen fehlen auch, aber sie wundern sich nicht, wenn sie Dummheiten begangen haben. Priestertagung Aug. 1933: Marianisch priesterliche Lebensweisheit 12  Familie als Berufung 4/2019


Die zweite Halbzeit entscheidet wmw2 unsere Bwewgung

Am 18.10.2019 trafen sich 7 Ehepaare der wmw2 Generation auf dem Kahlenberg zum Thema „ Die zweite Halbzeit entscheidet“. Wir waren eine kleine feine Runde von Ehepaaren aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, und der Steiermark. Anlässlich des 105. Geburtstages der Schönstattbewegung durften wir an der Bündnisfeier im Kapellchen teilnehmen. Helene und Franz Rammerstorfer ermutigten uns in ihrem Einführungsimpuls nicht nur Lesemeister, die schon viel gehört haben, sondern „Lebemeister“ zu sein, die das Gehörte im Leben umsetzen.

„ Wmw2 Kurztagungen am Kahlenberg 25. - 27. September 2020 11. - 13. Dezember 2020

Am Samstagvormittag nach dem Frühstück und der Hl. Messe mit Pater Felix hörten wir einen Vortrag von Familie Maria und Toni Lilek mit dem Thema „Älter werden für Ungeübte“ – Loslassen lernen. Sie erzählten uns mit viel Humor gewürzt von den Veränderungen in ihrem Leben, die durchaus auch Freude bereiten können. Am Samstagnachmittag durften wir eine „Zeit der Stille“ ausprobieren, in der wir Gottes Nähe besonders entdecken konnten. Nach einer Pause bei Kaffee und Kuchen lauschten wir dem Referat von Martina und Gerd Reisner mit dem Thema „Meine Grenzen, Deine Grenzen“ – Neu zusammenwachsen als Paar. Die Grenzen wurden als Freiheit interpretiert. Auch dieser Vortrag wurde sehr humorvoll präsentiert. Am Abend hatten wir die Gelegenheit uns in 2 Kleingruppen über all das Gehörte auszutauschen. Nachdem wir bei der Ofenbank noch den Tag als Paar vor Gott Revue passieren ließen, gab es beim gemütlichen Teil noch viel zu lachen. Am Sonntag hörten wir nach der Hl. Messe mit Pater Felix noch einen Impuls von Ehepaar Uli und Gustav Sperat zum Thema: „Nicht bitter werden, sondern lieben“-Ja sagen zum Leben. Wir hörten, wenn wir alles mit Freude angehen, dann kann es gelingen. So kehrten wir mit viel Freude im Herzen und gestärkt durch die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten für unseren Alltag wieder heim. Familie als Berufung 4/2019 

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Unsere Familie eine Liebesinsel B e i ch t e Arb e i t s m a t e r i a l

Die Beichte als Sakrament für Ehe und Familie Hilfe zur Lebensbewältigung Wir haben uns längere Zeit nicht gesehen und ich merke bald, dass sich irgendetwas verändert hat. Meine Freundin hat eine schwere Zeit hinter sich und sie wirkt nun gelöster und entschiedener. Sie erzählt mir, dass sie seit einiger Zeit eine Psychotherapeutin aufsucht und dass ihr die Gespräche mit ihr helfen, einiges aufzuarbeiten. Judith und Gerhard Zöhrer

„ Da ist die Sehnsucht, davon frei zu werden, Hilfe zu bekommen, aufgefangen zu sein und sich wieder wertvoll zu fühlen.

Unsere Zeit, unsere Gesellschaft kennt den Wert des Aussprechens, des Erzählens von Schwierigkeiten bei professionellen Therapeuten. Etwas in Vergessenheit geraten ist die Möglichkeit, die die Kirche durch das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, bietet: Da ist etwas, was mein Leben schwierig macht, da bin ich mit meinem Verhalten daran beteiligt, da habe ich andere verletzt und da stoße ich an meine Grenzen, das zu ändern. Da ist die Sehnsucht, davon frei zu werden, Hilfe zu bekommen, aufgefangen zu sein und sich wieder wertvoll zu fühlen. Jeder, der in Gemeinschaft lebt, der in einer Ehe und Familie lebt, kennt solche Erfahrungen.

Eine Mutter einer erwachsenen Tochter erzählt: „Die Hochzeit meiner Tochter hat mich an meine Grenzen gebracht. Fast wären mein Mann und ich vor der Trauung abgereist.“ Durch die Hochzeitsvorbereitungen sind alte Verwundungen und Ungelöstes zum Vorschein gekommen. Die Mutter nimmt dann psychologische Hilfe in Anspruch und erkennt dadurch Muster und Verwicklungen. Das, was sie durch die psychologische Beratung erkennt, macht sie sehr betroffen. Sie weiß, dass sie die Hilfe und Gnade Gottes braucht und bittet um ein Beichtgespräch. Ist die Beichte ein Familiensakrament?

Wir kennen die sieben Sakramente der Kirche. Einige davon sind beliebt und werden in der Familie gerne gefeiert: das Sakrament der Ehe, die Taufe der Kinder, die erste heilige Kommunion. Kann die Beichte, das Sakrament der Versöhnung auch ein Familiensakrament sein? Kann uns dieses Sakrament helfen, unsere Ehe, unsere Familie besser zu leben?

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Auf den Familienwochen der Schönstattbewegung gibt es oftmals das Angebot der Beichte. Von vielen Ehepaaren wird das gerne angenom-


men. Sie machen vielleicht eine ähnliche Erfahrung wie ein Ehepaar, dem es wichtig ist, regelmäßig zur Beichte zu gehen. Wenn sie ihre Beziehung als schwierig erleben, sagt meistens einer von ihnen: „Jetzt ist es Zeit, dass wir wieder zur Beichte gehen. Die Beichte hilft uns, wieder neu anzufangen. Wir verstehen uns danach wieder besser, freuen uns wieder aneinander.“ Beides könnte dabei zusammenwirken: die Gnade des Neuanfangs, die uns durch das Sakrament zugesprochen ist, aber auch das Erkennen, dass an Schwierigkeiten in der Partnerschaft nicht nur der Partner schuld ist, sondern dass es auch einen eigenen Anteil gibt. Wenn ich diesen erkenne, in die Beichte hineinlege, es mir Leid tut und ich mich bemühe, das zu ändern, dann kann wieder Freude aneinander in die Beziehung kommen. Unsere Lebensmelodie neu einstimmen

P. Kentenich empfiehlt in einem Vortrag für Familien die regelmäßige Beichte. Er spricht von der Beichte als „zweite Taufe“. In der Taufe spricht Gott uns zu, dass wir sein geliebtes Kind sind. Wir sind eingeladen, diese Liebe auch auszustrahlen. Es ist, wie wenn wir ein Musikinstrument in die Hände bekommen und darauf eine wunderschöne Melodie spielen können. Damit diese gut klingt, muss das Instrument immer wieder in regelmäßigen, nicht zu langen Abständen, gestimmt werden. In der Beichte stimmen wir unser Instrument, damit unsere Lebensmelodie wieder gut erklingt.

„ Das Hausheiligtum ist ihr Ort, wo „das Bitte, das Danke, das Entschuldige“ verankert wird.

Es gibt in unserem Leben Vieles, das unsere Lebensmelodie verstimmt und disharmonisch klingen lässt. Unsere Stimmgabel ist das Hauptgebot der Gottesliebe, der Nächstenliebe und der Selbstliebe. P. Kentenich spricht in einem Aufsatz über seine Philosophie der Erziehung davon, dass der einzelne und die Gesellschaft so lebt, wie Gott es will, wenn das „Weltgrundgesetz der Liebe zum Lebens- und Erziehungsgrundsatz“ wird. Sein Ziel, sein Ideal für die Familien ist, dass sie zu „Liebesinseln“ werden. Diese Liebesinseln haben eine Mitte: das Hausheiligtum. Bitte, Danke und Entschuldige

Papst Franziskus empfiehlt für ein glückliches Familienleben die drei Worte: Bitte, Danke und Entschuldige. Ein Ehepaar erzählt von einem Tag an dem ihre drei Kinder heftig gestritten haben. Die Mutter ist dadurch genervt und unfreundlich. Der Vater, der von einem anstrengenden Arbeitstag kommt, weist die Kinder lautstark zurecht. Die Mutter ist jetzt wiederum über den Ton, den der Ehemann gegenüber den Kindern anschlägt, wütend. Diese Familie versammelt sich abends um das Hausheiligtum. An jenem Abend tragen sie nun in ihr Abendgebet nicht nur ihren Dank, ihre Fürbitte für sich und andere hinein, sondern auch die Bitte um Verzeihung. Die Kinder werden angeregt, sich zu entschuldigen, auch der Vater und die Mutter bitten um Verzeihung.

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B e i ch t e Arb e i t s m a t e r i a l

Das Hausheiligtum ist ihr Ort, wo „das Bitte, das Danke, das Entschuldige“ verankert wird, damit es im Alltag nicht in Vergessenheit gerät. Es ist auch der Ort, wo sie sich an die Liebe Gottes erinnern, dass Gott unser Leben mit all seinen Schwächen in ein „Liebesmeer“ hineintaucht, wie P. Kentenich in einem Abendgebet betet. Beichtvorbereitung passiert in der Familie

Das ist auch laut P. Kentenich die beste Beichtvorbereitung: täglich abends auf das Leben zu schauen und sich wieder auszurichten an dem Hauptgebot der Gottesliebe, Nächstenliebe und Selbstliebe. Mit einem Abendgebet, dass ein „Entschuldige“ enthält, wird auch das Gewissen der Kinder geschult. Sie werden aufmerksam darauf, was es für ein gutes Zusammenleben braucht. Wenn die Kinder erleben, wie sich die Eltern darum bemühen, wie sie selbst das Sakrament der Versöhnung in Anspruch nehmen, dann verlieren auch die Kinder die Scheu vor diesem Sakrament.

„ Es ist das Bemühen, das Ringen der Eltern, die die Atmosphäre für das Entstehen einer Familienliebesinsel schaffen.

Eine Teilnehmerin einer Familientagung erzählt: „Ich war ganz erstaunt, wie viele der anwesenden Kinder das Angebot des begleitenden Priesters zur Beichte angenommen haben. Er hat sie beim Ausflug eingeladen, mit ihm jeweils einzeln ein Stück des Weges mit zu gehen, mit ihm zu plaudern, von ihren Schwierigkeiten zu erzählen und ihm zu sagen, ob sie das als Gespräch oder als Beichte absolvieren wollen.“ Es ist das Bemühen, das Ringen der Eltern, die die Atmosphäre für das Entstehen einer Familienliebesinsel schaffen. P. Kentenich spricht auch vom „erzogenen Erzieher“, d.h. wenn ich etwas entdecke, was mir an meinem Kind missfällt, dann überlege ich, ob ich dieses Verhalten auch bei mir kenne und dann bemühe ich mich mit ganzer Kraft dieses Verhalten zu überwinden. Nur so ist das Zurechtweisen des Kindes wirksam und kann von ihm angenommen werden. Die Beichte kann dabei unterstützend wirken. Ein Familienvater berichtet: „Ich verzichte freitags auf das Surfen im Internet. Ich möchte damit helfen, meine Kinder zu unterstützen mit ihrem Medienkonsum besser umzugehen.“ In der Beichtvorbereitung im Erstkommunionsunterricht wird gerne das Gleichnis vom „Barmherzigen Vater“ aus dem Lukasevangelium erzählt. Der Sohn macht sich auf den Weg zu seinem Vater, weil es ihm schlecht geht, weil er erkannt hat, das sein Leben nicht in Ordnung ist. Und was macht der Vater? Er hält keine Moralpredigt, er eilt ihm entgegen, nimmt ihn mit offenen Armen auf und überschüttet ihn mit Geschenken. Die Beichte kann der Ort sein, wo wir im Sakrament der Versöhnung weit über unsere eigene Anstrengung hinaus, zusätzliche Kraft bekommen, an der Liebesinsel Familie weiterzubauen. ◆

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Etwas Tolles, das die katholische Kirche hat

beziehungsWeise

B e i ch t e Arb e i t s m a t e r i a l

„Das religiöse Leben hat sich bei uns erst durch die Kinder wieder entwickelt“, erzählt mir ein Familienvater. Im Rückblick nimmt er einen echten Umbruch wahr. Gott ist eingebrochen in sein Leben. Noch vor acht Jahren war er ein voller Gegner der Beichte. Er dachte sich: „Was soll ich denn dem Priester meinen „Quatsch“ erzählen. Ich spreche mit meinem Herrgott. Fertig.“ Sr. Gertrud-Maria

Und inzwischen macht er die Erfahrung, dass Beichten gut tut. „Wenn ich raus komme, dann schnaufe ich tief auf. Es tut gut, dass ich abgeben kann. Es ist schon etwas Tolles, was die katholische Kirche da hat!“

Beziehung neu knüpfen

Richtig angewandt bedeutet das Sakrament der Versöhnung nicht nur eine besondere Gnade, sondern auch ein Beitrag zur seelischen Hygiene. Eine Beziehung lässt sich symbolisch verstehen wie ein Faden von Herz zu Herz. Bei Streit und Konflikten, reißt der Faden. Dann braucht es Schritte der Versöhnung, um den Faden erneut zu verknoten. Der Vorteil dabei: beide Seiten kommen dadurch näher zueinander. Auch in der Beziehung zum Himmel ist das so: Ein neu verknoteter Faden bringt die Seele dem Du Gottes wieder näher. Auch dies ist Wirkung des richtig angewandten Bußsakramentes.

„ Ein neu verknoteter Faden bringt die Seele dem Du Gottes wieder näher.

Pfarrer Werner Krimm hatte das Glück, solche Beichterfahrungen zu machen bei Pater Kentenich. Es waren erleichternde Erfahrungen und gleichzeitig auch interessant für ihn als Priester. Wenn er seine Sünden gesagt hatte, antwortete Pater Kentenich: „Gratuliere!“ Natürlich nicht zu den Sünden, sondern zu der Ehrlichkeit. Als er mit allem ganz fertig war, sagte Pater Kentenich: „Deo gratias – alleluja!“ „Das war sehr schön“, erinnert sich Pfarrer Krimm, „ich hatte das Gefühl: Er freut sich, dass ich alles gesagt hatte. Es blieb das Gefühl: Ich kann mit allem kommen, der Vater freut sich. Er gibt das Erbarmen Gottes an dich weiter.“ Gewissenserforschung und Beichte macht Sinn, wenn es nicht um Sündenregister und pflichtmäßige Lasten geht, sondern darum, eine persönliche Beziehung zu pflegen. Es ist die große Chance, tiefere Schichten der Seele zu erreichen und zu befreien. Dieser Vorgang rührt das Kind in der Seele an und pflegt die kindliche Beziehung zum väterlichen und mütterlichen Du Gottes.

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Gewissensspiegel - der Blick auf ein Du

B e i ch t e Arb e i t s m a t e r i a l

„ Pflege des Gewissens und auch Pflege eines gesunden Schuldgefühls lässt deshalb Wachsen von innen und dient der seelischen Gesundheit.

Vor einigen Jahren fiel mir ein spannendes Buch in die Hand mit dem Titel: „Die Tränen meiner Seele“. Die Nordkoreanerin Kim Hyun Hee, ein hübsches, hochbegabtes Mädchen, erzählt ihre Geschichte. Sie wird als Teenager ausgewählt für den Parteikader. Dies ist die höchste Ehre, die jemandem widerfahren konnte. Sie wird in einem harten körperlichen und geistigen Training vorbereitet für wichtige Aufträge. Sie bekommt strenge Auflagen und hat sehr wenig Kontakt nach Hause. Dann wird ihr der Auftrag ihres Lebens angetragen - zusammen mit einem älteren Agenten soll sie, um ihr Vaterland und die Partei zu schützen, eine Bombe in ein Flugzeug schmuggeln, um es nach ihrem Verlassen in die Luft zu jagen. Sie führt alles auftragsgemäß aus. Auf der Damentoilette des Flughafens macht sie die letzten entscheidenden Handgriffe - sie entsichert die Bombe. „Das war’s. Ich hatte es tatsächlich getan. Ich seufzte vor Erleichterung und hielt einen Moment inne mit dem Gedanken, dass es nun kein Zurück mehr gab. In diesem Augenblick fühlte ich weder Schuld noch Reue für das, was ich tat. Ich dachte nur daran, dass ich den Auftrag zu Ende bringen musste und mein Land nicht enttäuschen durfte. Als ich jedoch auf dem Weg aus der Toilette an einem Spiegel vorbeikam und mein Gesicht erblickte, das von der Angst und Anstrengung der letzten Tage gezeichnet war, musste ich mich doch fragen, wie in aller Welt ich bloß hierher gekommen war. Einen kurzen Augenblick lang sah ich das Gesicht, das ich als Kind gekannt hatte, nicht das gereifte ausgeprägte Gesicht, das mir jetzt entgegenstarrte. Dort in der Damentoilette erschien es mir fremd, seltsam fremd sogar, als wäre ich erwachsen geworden, ohne es bemerkt zu haben und vergessen hätte, wer ich war. Ich konnte in meinem Gesicht auch die Züge meiner Mutter erkennen, und fragte mich, was sie jetzt von mir gedacht hätte. Ich hatte das untrügliche Gefühl, dass sie das, was ich hier tat, nicht für gut befunden hätte, egal welche Ehrungen mir dafür zuteil würden. Es dauerte sehr lange, bis ich mich von diesen Gedanken befreien konnte.“ Bezeichnend ist, wie in einer solchen Grenzsituation das Gesicht der Mutter auf einmal vor ihr steht. Die Stimme des Gewissens ist eng verknüpft mit der Mutter, die Kim gelehrt hatte, was eigentlich gut und richtig ist. Interessant auch, wie ihr eigenes Gesicht ihr plötzlich gealtert, erwachsen vorkommt und das Gefühl der eigenen Identität verlorenzugehen droht: „als ob ich vergessen hätte, wer ich war“. Die Stimme des gesunden Gewissens ignorieren bewirkt auf Dauer die Entfremdung mit sich selber, den Verlust der Kindlichkeit - im besten Sinn des Wortes. Pflege des Gewissens und auch Pflege eines gesunden Schuldgefühls lässt deshalb Wachsen von innen und dient der seelischen Gesundheit. Es macht Sinn für eine neue christliche Kultur, für das Leben in der Heiligen Stadt. Sage mir, mit wem du umgehst …

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Vor vielen Jahren, als ich aus der Jugendarbeit ausgestiegen bin, spielten die Jugendlichen ein Theaterstück: Das Kagami. Es handelt von einer Familie, in der die Mutter früh stirbt. Vor ihrem Tod schenkt sie ihrer


kleinen Tochter ein „Kagami“. Es ist ein Spiegel. Da die Kleine noch nie einen Spiegel gesehen hat, glaubt sie, ihre Mutter in diesem kleinen Wunderding zu sehen. Immer wieder spricht sie mit ihrem Kagami. Ihr ganzes Tun und Lassen bespricht sie so mit ihrer Mutter. Als der Vater nach zehn Jahren Fern-sein seine groß gewordene Tochter wiedersieht, hat er den Eindruck, seine verstorbene Frau zu sehen. Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist. Wer ist mein „Kagami“, das mir mein besseres, mein bestes Ich spiegelt? • • •

Ein Mensch, der mir Vorbild ist? Maria, die starke, würdige und schlichte Frau? Jesus, der einerseits sehr wohl sagen konnte, was Recht und was Unrecht ist - denken wir etwa an die Szene mit den Verkäufern im Tempel; der andererseits aber auch der barmherzig Liebende ist, wie es in seinem Gleichnis vom Hirten und dem verlorenen Schaf deutlich wird oder an seiner Reaktion auf die Frau, die wegen Ehebruch gesteinigt werden soll. „Auch ich verurteile dich nicht - geh und sündige nicht mehr.“

Der beste Gewissensspiegel ist der Blick auf ein Du, letztlich auf das Du des gerechten und barmherzigen liebenden Vatergottes. ◆

„ Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir,

EHEteamfragen

ŠŠ ŠŠ ŠŠ

wer du bist.

Wo wurden mir Erlebnisse geschenkt, die mich zum gerechten und barmhezig liebenden Vatergott führen? Worunter leide ich? Wer und was macht mir das Herz und den Blick frei? Wie können wir als Paar einander stärken, von innen zu wachsen?

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Trennung F a m i l i e n e rz ä h l e n

Wenn das Glück zerbricht

Trennung „ Mit jeder Begegnung wurde es entspannter und ich entdeckte an meinem Vater Eigenschaften, die mir bisher unbekannt waren.

Ein Thema, das viele Familien beschäftigt, sind die Trennungen und Scheidungen in unserem Umfeld, in der Familie oder in der Nachbarschaft. Wir haben FAB-Familien gebeten, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen, wie sie mit Trennungen umgehen und wie es ihnen mit dem neuen Partner bei Eltern, Geschwistern und Freunden geht. Sie beschreiben auch, wie sie dieses Thema mit ihren Kindern thematisieren und diesen dennoch Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Im Jahresgebet heißt es „Meines ganz Leben – den Anderen ganz annehmen, dadurch entsteht Heilige Stadt“. FAB-Familien erzählen, wie sie das im Alltag leben. Eine zweite Chance

Wenn Eltern sich trennen Nach der Trennung meiner Eltern entschied ich mich aus mehreren persönlichen Gründen den Kontakt zu meinem Vater abzubrechen. Wir haben uns mehrere Jahre weder gesehen noch gesprochen. Von seiner Seite kam nie ein Annäherungsversuch was mich sehr gekränkt hat.

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wie er reagieren würde, wenn ich plötzlich wieder in seinem Leben auftauchte. Nach vielen schlaflosen Nächten, rief ich ihn an. Es war ein Telefonat wie zwischen zwei Fremden. Wir beide waren sehr unsicher und vorsichtig. Auch das erste Treffen war nicht wie man es vom verlorenen Sohn aus der Bibel kennt. Alle Beteiligten waren sehr reserviert. Mein Vater hatte wieder eine neue Lebensgefährtin und das machte die ganze Situation noch mal schwieriger. Ich ließ mich aber nicht beirren, denn schließlich wollte ich meinem Kind nicht den Opa vorenthalten.

Es kam eine Zeit, wo ich nichts mehr erwartet hatte und ich selbst eine Familie gründete. Mit der Geburt unseres ersten Kindes kam aber die tiefe Sehnsucht meinem Vater sein Enkelkind in die Arme Mit jeder Begegnung wurde es zu legen. Ich war mir nicht sicher, entspannter und ich entdeckte


an meinem Vater Eigenschaften, die mir bisher unbekannt waren. Er genoss die Zeit mit seinen Enkelkindern (inzwischen 3) in vollen Zügen und er verwöhnte sie bei jeder Gelegenheit. Gegenüber den Kindern habe ich nie über meine Kindheit gesprochen, Ich wollte, dass sie sich völlig unbefangen ein eigenes Bild von ihrem Opa machen konnten.

Ich will …

Weglaufen

Manchmal möchte ich einfach weglaufen und alles hinter mir lassen. Richtig alles – meinen Mann, meine Kinder, mein Haus … einfach nur weg und irgendwo neu starten. Es ist mir einfach zu viel. So viele Pflichten, so viele Termine, jeder will etwas von mir und Erst nach seinem Tod kamen viele zerrt an mir. Einfach nur weg! Was Dinge ans Licht, was unsere inzwi- hält mich noch? schen erwachsenen Kinder sehr überrascht hatte. „Danke, dass wir Vor vielen Jahren habe ich ein den Opa kennen lernen durften, Versprechen gegeben: „Ich will auch wenn es für dich nicht im- Dich lieben, achten und ehren in mer einfach war!“, kam von un- guten wie auch schlechten Zeiten, serer Ältesten. Nicht nur das war bis dass der Tod uns scheidet“. Ich eine Bestätigung für mein Tun, habe nicht versprochen sondern auch die Tatsa„solange ich will“. che, dass die vielen lieUnseren Kindern bevollen Begegnungen sage ich immer zwischen meinem Va„versprochen ist ter und seinen Enkelversprochen kindern, eine Heilsund wird auch geschichte für mich nicht gebrowar. chen“. Das gilt Ich bin mir sicher, der liebe Gott hat meinem Vater, als GroßVATER eine zweite Chance gegeben – und er hat sie großartig genutzt. ◆

„ Manchmal möchte ich einfach weglaufen und alles hinter mir lassen. Richtig alles!

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Trennung F a m i l i e n e rz ä h l e n

für jedes Versprechen – auch für auch sehr sensibel und fragen auch jene, die mir vielleicht eben jetzt manchmal „Lasst ihr euch jetzt schwer fallen. Anders wäre es (viel- scheiden ?“ leicht bequem aber) unehrlich. Aber da können wir uns als EheUnd ganz ehrlich, ich glaube, auch paar schon wieder in den Arm wenn mir manchmal nach Weg- nehmen und dankbar sein, für laufen zumute ist, glücklich wür- unseren von Gottes Liebesplan gede ich nicht werden ohne meine schenkten Partner mit allen Ecken Familie. Ich würde sie dann doch und Kanten. Und so ist es auch in vermissen. Jeden Einzelnen – be- vielen Familien unserer Bekannginnend bei meinem Ehemann, ten, egal welches Geschlecht der den mir Gott zugedacht hat. Partner hat. ◆ Also, Weglaufen ist keine Option. Wahre Glücksmomente Kämpfen und beten schon! ◆ Wir wollen niemanden verurteilen

„ Und doch ist unser Vater immer wieder nach Hause zurückgekehrt – das waren dann wirkliche Glücksmomente!

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Versöhnung ist möglich!

In meiner Kindheit haben meine Eltern sehr viel gestritten. Ganze 4 Mal ist mein Vater ausgezogen und hat uns Monate lang mit unseWir haben einige gleichgeschlecht- rer Mutter alleine gelassen. liche und auch Patchwork ähnliche Familien in unserem Freun- „Wenigstens streiten sie jetzt nicht deskreis. Unsere Kinder (10 und mehr“, dachte ich mir damals. 6 Jahre) fragen natürlich „Warum Ja, es war in diesen Zeiten ruhiger. haben die einen zwei Mamas oder Aber glücklich waren wir Kinder die anderen zwei Papas oder wa- nicht wirklich. Ich ärgerte mich rum nur eine Mama oder einen über meine Mutter und über meiPapa?“ Gerade Kindern fallen „an- nen Vater. Ich wusste auch nie, wie dere“, uns vielleicht fremde, Fami- ich mit meinen Vater, den ich in lienkonstellationen sofort auf. diesen Zeiten schon auch sah, umgehen sollte. Ich war böse auf ihn, Wir versuchen da ganz offen damit weil er uns verlassen hatte. umzugehen und unseren Kindern ehrliche Antworten auf ihre Fra- Ich wollte nicht einmal ein Tagen zu geben. Wir bemühen uns schengeld von ihm! Etwas lag den Anderen anzunehmen, wie er über uns wie ein durchsichtiger ist. Wer sind wir, dass wir andere Schatten – unausgesprochen und verurteilen? bedrückend. Und doch ist unser Vater immer wieder nach Hause Vielleicht fällt manchen gerade zurückgekehrt – das waren dann diese Annahme der Anderen sehr wirkliche Glücksmomente! Und schwer, aber der Glaube, dass Gott ich bewunderte in diesen Momenuns alle gleich lieb hat und nur das ten meine Eltern, dass sie sich doch Beste für uns möchte, stärkt uns wieder versöhnten und einander und so möchten wir es auch un- vergeben konnten. seren Kindern vermitteln. Wir bemühen uns, den Wert „Familie“ zu Heute sind meine Eltern nach 45 leben, indem jeder so sein darf, wie Ehejahren 20 davon glücklich verer ist und da versuchen wir unse- heiratet :o) … es hat länger gedauren Kindern als Eltern Vorbild zu ert und doch sind sie sich im Saksein. rament der Ehe treu geblieben. Sie sind zu einem Team zusammengeKlar streiten wir auch mal. Unse- wachsen und wirklich durch dick re Kinder sind in diesem Punkt und dünn miteinander gegangen.

Meines ganz leben, den Anderen ganz annehmen


Schade, dass ich als Kind dieses Glück nicht erleben konnte. Aber ich erlebe Freude, dass sie jetzt im Alter zueinanderstehen und den Weg miteinander meistern! ◆

Was also jetzt? Was tun? Und in diese Zeit der Zerrissenheit, des Grübelns, … kam unser Jahresgebet mit dem Satz:

„Meines ganz leben, den anderen ganz annehmen“. Ja, genau das Wir sagen „Ja“ war es, die Antwort auf unsere Frage: Begehen wir Verrat an unserer Antwort auf meine Treue zum Ehesakrament, wenn wir die Situation annehmen, unFragen seren Sohn auf seinem neuen Weg Manchmal gibt es in unserem Le- begleiten, und helfen, wo unsere ben Momente, wo wir das Gefühl Hilfe notwendig ist? haben, es zieht uns den Boden unter den Füßen weg. Uns ging Unseres ganz leben, nichts davon es heuer so, als unser Sohn zu uns aufgeben, anderen auch weiterhin kam und sagte: „Ich trenne mich Mut machen, diesen Weg zu gevon meiner Frau. Und ich weiß, hen, dieses Wagnis einzugehen, ja wie ihr darüber denkt, aber ihr zu sagen ein Leben lang. könnt sagen, was ihr wollt, es gibt für mich kein Zurück. Das alles Und trotzdem auch Ja zu sagen ist gut überlegt, ich kann einfach zur Situation, dazu, dass das eben nicht anders.“ nicht für jeden möglich ist. Schlaflose Nächte, Überlegungen, was haben wir übersehen, wo hätten wir helfend und vermittelnd eingreifen können?

Und Ja zu sagen zu unserem Sohn, zu seinem Weg, ihn annehmen auf diesem, seinen Weg, ihm zu zeigen, dass er in unserer Liebe geborgen bleibt, egal welchen Weg Und was nun? er geht. Dass es nicht an uns ist, zu Wir selbst sind glücklich verheira- urteilen, weil wir nur ein Stück der tet, seit einer halben Ewigkeit und Wahrheit kennen. mein Mann sagt immer wieder zu jungen Paaren: „Ihr werdet sehen, Wir möchten aber auch weiterhin es wird von Jahr zu Jahr schöner.“ Ja sagen zu unserer SchwiegertochDas ist auch unsere Überzeugung, ter, die wir immer sehr geschätzt auch, dass Gott uns einander zuge- haben, wir müssen nicht Partei erdacht hat, dass ein liebevoller Plan greifen und das entlastet uns sehr. dahinter steckt, wie er uns zusam- „Hl. Stadt, wo Gott in unserer Mitmengeführt und dann begleitet te wohnt und die Liebe als Funhat. Sicher gibt es auch in unserem dament gilt… Meines ganz leben, Leben Höhen und Tiefen, Streit, den anderen ganz annehmen.“ Ich Auseinandersetzungen und dann glaube, ich hatte noch nie eine so wieder Phasen der Gewissheit, wir tiefe Beziehung zu einem Jahresgehören zusammen und sind zu- gebet wie diesmal, weil es wirklich tiefst dankbar dafür, einander zu Antwort gibt auf meine Lebenssihaben. Wir erleben, dass dieses tuation und meine Sehnsucht. ◆ „Ja – ein Leben lang“ möglich ist, wenn wir an unserer Beziehung arbeiten, im Gespräch bleiben, ei- Sie tut ihm gut nander annehmen in unserer Unterschiedlichkeit und Fehlerhaftig- Lieblingsgedanke Gottes keit. Diese Freude an diesem Weg möchten wir auch immer wieder Pater Kentenich sagt: „Jeder weitergeben und setzen uns ein für Mensch ist ein Lieblingsgedanke junge aber auch ältere Paare, um Gottes“. Da steht sie nun, die neue sie auf ihrem Weg zu begleiten. Freundin eines engen Verwandten.

„ Wir erleben, dass dieses „Ja – ein Leben lang“ möglich ist, wenn wir an unserer Beziehung arbeiten.

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Er will sich von seiner langjährigen de erstaunt fest: von den drei neuFrau scheiden lassen, weil sie sich en Kindern leben zwei Kinder in auseinander gelebt haben. Patchworkfamilien. Trennung F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ „Weißt du, dein Papa kommt jeden Tag nach Hause und spielt am Abend noch mit dir.“

Gilt das mit dem Lieblingsgedanken Gottes auch für die neue Freundin? Irgendwie sind wir verwirrt und wissen nicht so recht, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen. Wir wollen uns von Pater Kentenich führen lassen und nehmen die neue Freundin wohlwollend in unserer Familie auf, auch sie soll sich wohl fühlen. Einige Jahre vergehen und wir stellen fest, diese neue Beziehung tut unserem Verwandten gut – er ist aufgeblüht. Aus dem ruhigen Stubenhocker ist ein lustiger Mann geworden, der viel reist, an Kulturevents teilnimmt und das Leben genießt. ◆

Ein Kind kennt den Vater gar nicht, und weiß auch nicht, wo es getauft wurde. Das andere Kind erzählt, dass es nach der Gruppenstunde vom Papa abgeholt wird und es mit der Schwester gemeinsam das Wochenende beim Papa verbringt. Der Bruder bleibt bei der Mama, weil der einen anderen Vater hat. Wir hören aufmerksam zu und sind erstaunt. Die anderen Kinder reagieren gar nicht. Es scheint, als wäre das eh alles normal.

Am Abend sagt unser Sohn, dass es doch super sein müsse, wenn man jedes Wochenende wo anders schlafen kann, doppeltes Spielzeug Doppeltes Spielzeug, hat und nicht alle Geschwister doppelte Freude? mitnehmen muss! Da sagt meine Frau zu ihm: „Weißt du, dein Papa Patchworkfamilien kommt jeden Tag nach Hause und spielt am Abend noch mit dir. Als wir die Vorbereitungsstun- Papa und ich haben uns lieb und den der Erstkommunion als Ti- versöhnen uns, wenn wir gestritten scheltern durchführen, stellen wir haben.“ ◆ schon in der ersten Gruppenstun-

P a t e r K e n t e n i ch

Und wenn ich ein Menschenschicksal vor mir habe, das durch tiefste Nacht, durch tiefste Schuld hindurchgegangen ist. Ehrfurcht vor jedem Menschen. Ich weiß ja gar nicht, welche Kinderstube dieses Menschenkind gehabt hat. Ich weiß ja gar nicht, welche Erbanlagen das arme Geschöpf mit sich bringt. Wenn wir ehrlich sind, wenn wir

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nur ein wenig objektiv wahr sind innerlich, dann werden wir uns sagen: „Wenn ich in dieser Haut steckte, wenn ich diese Vergangenheit hinter mir hätte, wahrhaftig, wie stände es dann mit mir?“ Deswegen: Ehrfurcht vor jedem Menschenschicksal. Ethos und Ideal (1931)


Auf den Spuren des Heiligen Paulus

Segel-Exerzitien für Männer mit Pater Elmar Busse

Nach einigen Erfahrungen mit Segelwochen mit Männern aus der Schönstattbewegung haben wir die Idee entwickelt, Segel-Exerzitien mit Pater Elmar Busse zu veranstalten. Ablauf:

Ex e r z i t i e n Unsere Bewegung

Wir werden voraussichtlich mit 2 Segelyachten in See stechen. Auf jedem Boot gibt es Schlafplätze für 6-7 Personen.

Wir wollen Krafttanken

Pater Busse wird auf jedem Boot täglich einen Impuls für die jeweilige Crew halten. Es werden Zeiten der Stille und des Austauschs eingeplant sowie täglich eine Heilige Messe.

und familiären Alltag

Thema der Woche: Auf den Spuren des Heiligen Paulus

Wir wollen Krafttanken für den beruflichen und familiären Alltag durch Geistpflege, Gebet, Gespräche und Naturerlebnis. Im Juni sollte auch durchaus der eine oder andere Badestopp möglich sein. Am Abend wird jeweils ein den Wetterbedingungen angepasster Ort angesteuert (Marina, Hafen, Ankerbucht). Ebenso sind wetterbedingte Änderungen der geplanten Route möglich. Segel-Erfahrungen sind nicht erforderlich.

für den beruflichen durch Geistpflege, Gebet, Gespräche und Naturerlebnis.

Kosten:

Die Kosten setzen sich aus der Chartergebühr einer Yacht, den Liegeplatzgebühren und Kosten für die Verpflegung (Crewkasse) zusammen. Hinzu kommen noch Reisegebühren und ein Honorar für Pater Busse. Voraussichtlich ist von etwa 700 € pro Person auszugehen (ohne Kosten für die Anfahrt).

Termin:

Informationen und Anmeldung:

6. bis 13. Juni 2020 Ausgangsort: Pula (Kroatien) Segelrevier Nordadria südlich von Pula

Matthias König matthias.koenig@hiway.at 0676 83127 7009

Anmeldeschluss: 30. Dezember 2019 Familie als Berufung 4/2019 

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Kindermund

Kindermund

unsere kinder

Sarah (4): „Bäh Mama, das Mineralwasser

Wir haben eine Waage gekauft

schmeckt gar nicht mehr mineralzig!“

und stellen sie ins Bad unter das Waschbecken. Tobias (9) sagt: „Wie praktisch! Wenn das Waschbecken

Den Kindern ist langweilig. Papa schlägt vor: „Geht doch ein bisserl in den Garten,

runterkracht wird es gleich gewogen!“

Trampolin hüpfen!“ Josef (3) versteht nicht ganz: „Was? Zur Tante Wien? Wer ist denn das?“

Unser großer Sohn ist sehr sensibel und

Mama bekommt zum Geburtstag ein

sagte einmal zu uns Eltern: „Ich brauche

Wellness-Wochenende geschenkt. Alle

momentan ganz viel Ehe!“ (Er meinte

Kinder haben das mit Papa besprochen

„Nähe“…). Unsere Antwort: Ehe kann er

und sind mehr oder weniger

später mal haben…!

einverstanden. Am nächsten Tag darf Mama länger schlafen. Die Kinder sind ganz leise und spielen brav. Beim späten Frühstück bedankt sich Mama. Felix (6):

Valentina (3) steht unter der Dusche und

Martin (7) wird es in der Oper „Aida“

„Wir haben uns gedacht, wenn wir brav

genießt das warme plätschernde Wasser.

langweilig: „Ich versteh nicht, warum

sind und dich schlafen lassen, dann

Mama steht neben der Dusche und passt

sie noch so lang singen muss, bevor sie

musst du nicht auf dieses Wellness-

auf. Valentina mault: „Mama, geh endlich!

stirbt!“

Wochenende fahren!“

Lass mich allein! Geh weg, geh lieber Pizza essen!“

Anja (5) malt sich und die Eltern auf

Maria (5) erklärt den Heimweg und zeigt

Paul (7) hat heute besonderes

ein Blatt Papier. Sie zeigt es den Eltern:

auf einen Hydranten: „Und dort, beim

Kuschelbedürfnis und beschwert sich:

„Schaut mal, das ist die Mama, die ist

Ministranten, abbiegen!“

„Ich möchte mehr Zeit mit meiner

schön, das ist der Papa, der ist cool, und

leiblichen Mutter verbringen!“

ich, ich bin klein!“

Kindermund...

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Ihr Kind hat einen guten Spruch auf Lager? Dann lassen Sie uns doch daran teilhaben und schreiben uns einfach unter: kontakt@familiealsberufung.at


Wir gratulieren und wünschen Gottes Segen!

Willkommen unsere kinder

Eva-Maria und Johannes Höllwerth aus Alland, NÖ zur Geburt ihres Kindes Raphael Franziskus Maria

am 19. 05. 2019

Agnes und Dominik Hiller aus Mistelbach, NÖ zur Geburt ihres Kindes Magdalena Julia

am 30.09.2019

Kerstin Köberl und Matthias Lugert aus Graz/ Stmk. zur Geburt ihres Kindes Aurelia Marie

am 20.10.2019

Aurelia Marie Köberl

Romana und Reinhard Hemmelmayr aus Unterweitersdorf, OÖ zur Geburt ihres Kindes Magdalena

am 25.10.2019

Magdalena Julia Hiller

Raphael Franziskus Maria Höllwerth

...Willkommen!

Wenn Sie ein Baby bekommen haben und möchten, dass ein Foto in der FAB veröffentlicht wird, schicken Sie es an: kontakt@familiealsberufung.at

Magdalena Hemmelmayr Familie als Berufung 4/2019 

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Eine hohe Würde und Bürde

Die christliche Ehe Trennung

Der Austrittsvertrag zwischen England und der EU scheint nach langen zähen Verhandlungen konstruktive Formen angenommen zu haben. Der britische Premierminister spricht von einem „guten Deal“ für beide Seiten.

Arb e i t s m a t e r i a l

Uschi und Matthias König

EU-Kommissionspräsident Juncker findet andere Worte: „Das ist kein Freudentag. Das ist eine geordnete Scheidung. Es gibt keine glückliche Scheidung.“

Durch seine Worte spricht viel Wehmut und Sorge.

Was für die Europäische Union gilt, trifft wohl auch für die kleinste gemeinsame Einheit eines Staates zu, auf die Familie.

„ Oftmals wird man herausgefordert etwas in seinem Leben loszulassen, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, neue Wege zu gehen.

Der Brexit beschäftigt nach wie vor und dabei bleiben viele wichtige Themen unbeantwortet und unbearbeitet auf der Strecke. Bleiben nicht bei einer Scheidung eines Ehepaares auch viele innere Themen auf der Strecke? Handelt es sich nicht um vergebene Chancen des menschlichen inneren Wachstums beider Ehepartner? Abgesehen davon, dass es für Kinder nur in Ausnahmesituationen die beste Lösung sein kann, nicht mehr in der Familie gemeinsam leben zu können. Ich erinnere mich an einen Satz, den ich einer lieben Freundin vor vielen Jahren in unbeschwerter Leichtigkeit und Sicherheit gesagt habe: „Investiere deine wertvolle Zeit nicht in Gedanken an eine Trennung, sondern baut weiter an eurem Ehehaus, auch wenn es schwer ist. Eine christliche Ehe ist unauflöslich, sie wurde im Himmel geschlossen.“ Jesus selbst spricht von dieser hohen Würde und hohen Bürde, die eine christliche Ehe auszeichnet. Als unsere Kinder noch klein waren, kam unsere Tochter einmal nach Hause und war recht verstört. Eine Schulfreundin hat in der Schule geweint, weil der Papa von zu Hause ausgezogen war. Scheidung! Plötzlich bekam unser kleines Mädchen Angst. Ich erinnere mich noch gut, dass ich ganz spontan zu ihr sagte: „Bei uns sicher nicht. Du brauchst keine Angst zu haben. Auch wenn wir uns manchmal streiten, haben wir uns sehr lieb. Und außerdem hilft uns Jesus zusammenzuhalten. Das hat er uns versprochen und wir haben es ihm versprochen, in guten und in schweren Tagen.“ Jung und ohne große Eheerfahrung las ich sehr gerne Romane über Beziehungskisten, die mit den menschlichen Schwächen und Versuchungen spielen. Nachdem ich das Leid einer verlassenen Frau und das Zerbrechen einer Familie im „richtigen Leben“ miterlebt hatte, warf ich alle diese Bücher in den Papiermüll. Mir wurde bewusst, wie viel Schönrederei das menschliche Leid verdeckte.

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Schwierigkeiten und Ehekrisen sind immer Chancen für positive Veränderungen. Das hört sich so harmlos an – ist es aber nicht! Oftmals wird man herausgefordert etwas in seinem Leben loszulassen, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, neue Wege zu gehen. Das Gift seelischer Verletzungen entfaltet seine Wirkung im Verborgenen und über lange Zeit.


Oftmals werden persönliche Probleme und Konflikte, die das Ergebnis unverdauter Kränkungen sind, lange Zeit nicht erkannt und mit aktuellen Schwierigkeiten in der Ehe in Verbindung gebracht und auf den Ehepartner projiziert. Es lohnt sich jede mögliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Situation klar sehen zu können. Gute Freunde sind besonders wertvoll, offene Gespräche ein Geschenk des Himmels. Therapeuten, die den wahren Wert einer Ehe verstehen, können hilfreiche Brückenbauer sein. Die Beichte und das Eingestehen der eigenen menschlichen Schwäche haben bei einer Bewältigung einer Krise einen unverzichtbar heilsamen Anteil. Kürzlich habe ich in einer Zeitschrift einen sehr offenen Bericht eines Ehepaares, das um ihre Ehe kämpft, gelesen. Sie hatten sich scheinbar aus den Augen verloren, als der Mann eine Affäre begann. Er hat seinen Ehering abgelegt, und dabei gemerkt wie sehr dies seine Frau noch verletzte. Er: „Wenn da solche Gefühle sind. Wut bei ihr, Reue bei mir, dann gibt es eine Chance. Es war ein harter steiniger Weg zurück. Sie – ehrlich: „Wirklich verzeihen, fiel mir so schwer.“ Er – demütig: „Ich bin ihr dankbar dafür.“ „Wir sind dankbar für den Neuanfang, auch wenn er wacklig war und noch ist. Wir haben unsere Ringe in Platin einfassen lassen. Sie sind nun breiter und beständiger.“ Die Wissenschaft vom Verzeihen ist eine junge Disziplin.

Systematisch geforscht wird erst seit 30 Jahren, vor allem in den USA, wo die „Science of Forgiveness“ inzwischen fest etabliert ist. Robert Enright: „Verzeihen ist ein komplexer, verwirrender Prozess. Es bedeutet eben nicht, das Unrecht, das einem angetan wurde, zu vergessen, zu beschönigen oder zu entschuldigen. Vielmehr geht es darum, die Macht der bösen Tat zu brechen und durch einen scheinbar widersinnigen Schachzug die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen.“ Gelingt dies, kann es die Rettung der Ehe bedeuten.

„ Wir haben unsere Ringe in Platin einfassen lassen. Sie sind nun breiter und beständiger.“

Warum solche Erfolgsgeschichten, wie jene vorhin erzählte, nicht oft in christlichen Zeitschriften stehen, ist wohl leicht erklärt: sie werden in den Beichtstühlen erzählt, ausgeweint und vergeben. Vergebung ist ein Geschenk aus menschlicher Standfestigkeit und göttlicher Gnade. Die Scheidung eine menschliche Lösung. Besonders schwer wird es, wenn einer der Ehepartner nicht bereit ist zu vergeben und auf die Scheidung besteht. Das ist wohl das schwerste Leid. „Die Liebe trägt alles, erträgt alles, hält allem stand“. (1 Kor 13) In einer sehr schmerzhaften schwierigen Situation gab ein Pater einen wertvollen Rat: Da steht „Alles“ und nicht „fast Alles“. Zu diesem Zeitpunkt war der Korintherbrief, er war gleichzeitig die Trauungslesung dieses Paares, der innere Rettungsanker. Gott ist der Dritte im Bunde. Für immer und ewig.◆

EHEteamfragen

ŠŠ ŠŠ ŠŠ ŠŠ

Was schätze ich an Dir? Was ist unser Geheimrezept für eine geglückte Ehe? Wie gehen wir mit getrennten Paaren um? Wie bringen wir unseren Kindern Wertschätzung bei?

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Klimawandel

B. Mucha

F a m i l i e n e rz ä h l e n

Von der Sehnsucht nach dem blühenden Leben

Klima-Wandel „ Das Frühaufstehen hat sich mehr als gelohnt, die Eifersucht zwischen den Geschwistern wurde kleiner, das Klima wieder besser.

Die Zeitungen sind voll mit Schlagzeilen bezüglich des Klimawandels. Uns geht es allerdings um den Wandel des Klimas in unserem Haus. Was können wir tun, damit wir eine saubere, reine Luft haben, damit eine gute Atmosphäre in unserem Haus herrscht? Wie können wir ein gutes Klima in unserem Haus und vor allem in unserer Familie schaffen, damit alle gut gedeihen und wachsen können? Uns fällt dazu folgender Vergleich ein: Wenn eine Pflanze kaputt wird, schauen wir, was der Pflanze fehlt, damit sie wieder aufblüht – hat sie zu wenig Wasser, genügend Licht? Wenn ein Mensch aber Fehler macht, dann stempeln wir diesen Menschen als schlecht ab, anstatt zu erforschen, was ihm fehlt, damit auch er wachsen kann. Wie schaffen wir eine positives Klima, damit wir in unserer Familie, damit unsere Kinder wachsen und stark werden können? Lesen wir von den Erfahrungen unserer FAB-Familien: Auf ins Wochenende

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und sage nichts. Dann sagt unsere 6-jährige Tochter: „Ist doch Verfahren! ganz egal, wie wir dort hinkommen, Hauptsache wir fahren in An einem sonnigen Sonntagvor- den Freizeitpark!“ Mein Mann mittag sitzen wir im Auto in Rich- und ich müssen lachen. tung Freizeitpark. Ein erholsames Wochenende im Schönstattzen- Ja, sie hat recht! Wir fahren weitrum am Kahlenberg liegt hinter ter und freuen uns auf den geuns und wir freuen uns auf den ge- meinsamen Familienausflug. ◆ meinsamen Ausflug. Das Navi soll uns den kürzesten Weg zeigen, wir wollen schnell im Freizeitpark sein. Auf der Tangente in Wien übersieht mein Mann eine Abzweigung und wir fahren in eine ganz andere Richtung weiter, umkehren ist unmöglich! Mein Mann ärgert sich. Ich mich auch, bleibe aber still


Große Freude

Noch eine Partie Rummy? Manchmal ist der Alltag so dicht, dass eines der Kinder zu kurz kommt oder sich zumindest zurückgesetzt fühlt. Ich hatte auch schon das Gefühl, nie richtig Zeit für meinen Sohn zu haben. Das Klima verschlechterte sich. Dann hat es sich zufällig ergeben, dass in der Früh noch Zeit für ein kurzes Spiel war. Die Freude war so groß, dass wir das ausgebaut haben. Die Nachmittage und Abende waren zwar noch länger von den Bedürfnissen der kleinen Geschwister geprägt, aber wir hatten eine Nische für Exklusivzeit gefunden und manchmal sogar an Schultagen noch vor dem Frühstück eine ganze Partie Rummy gespielt! Das Frühaufstehen hat sich mehr als gelohnt, die Eifersucht zwischen den Geschwistern wurde kleiner, das Klima wieder besser. ◆ Sommergewitter im Anmarsch

em erfahren, wie tief ich von Gott als sein Kind geliebt bin, wieder lernen, dass mich der Heilige Geist durch alle Stürme des Alltags leitet und meinen Tank immer anfüllt, mir verdeutlichen, dass Gott mich als Mami berufen und somit mit aller Weisheit und Fähigkeit für diese Aufgabe ausgestattet hat und die Kraft des Wortes Gottes erkennen, das ich segens- und verheißungsvoll über meine Familie und mich aussprechen darf. Seither ziert eine große Krone unseren Badezimmerspiegel (ich bin eine Königstochter) und diverse Bibelzitate unsere Wände. Denn nur allzu leicht vergesse ich im Alltag all diese wertvollen Erkenntnisse wieder. Nun fällt es mir viel leichter Verantwortung für unser Familienklima zu tragen und den Stürmen des Alltags zu trotzen. Ich versuche aus der Kraft meiner Berufung heraus zu leben und freue mich über jeden Tag, an dem es gelingt, eine gute Atmosphäre für uns alle zu schaffen. ◆

„ Ich durfte von neuem erfahren, wie tief ich von Gott als sein Kind geliebt bin.

Die Krone im Badezimmer Meine Jüngste ist wie ein tropischer Wirbelsturm, wild, voller Energie und manchmal komplett unberechenbar; meine Ältere ist wie das stille Meer, doch auch da brechen bekanntlich hin und wieder Tsunamis aus und mein Mann und ich haben gelegentlich die Mentalität von Sommergewittern. Wetterwarnung voraus. Unlängst las ich in einem Buch, dass die Mutter für das Familienklima verantwortlich ist und musste lachen. Denn ja, so fühle ich auch, aber noch vor ein paar Monaten hätte mich dieser Satz aus der Fassung gebracht, aber dann kam der Sommer und ich habe so unheimlich viel gelernt. Ich durfte von neu-

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In Fühlung gehen

Spieleabend Klimawandel F a m i l i e n e rz ä h l e n

Wir beobachten, dass unser Klima zu Hause, unser Miteinander ganz davon abhängt wie unsere Beziehung zueinander ist. Unsere Kinder sind jetzt schon größer und haben diesen Sommer alle ein eigenes Zimmer bekommen, jeder hat sein Reich. Wir freuen uns, dass sie sich dort auch wohl fühlen. Sie ziehen sich zeitweise sehr gerne zurück – auch um zu „chillen“. Jetzt liegt es an uns als Eltern dafür zu sorgen, dass wir weiter Kontakt zu ihnen haben, dass wir mit ihnen in Fühlung gehen.

„ Wenn ich mich von Gott geliebt weiß, kann ich Rückschläge besser einstecken.

Unser Jüngster kommt dann manchmal und bittet darum, dass wir wieder einmal einen Spielenachmittag – als ganze Familie – machen können. Diese Zeit ist ihm ganz wertvoll, da seine Brüder doch schon viel unterwegs sind oder lernen müssen. Mit Knabberzeug, Kuchen oder guten Getränken machen wir diese Zeit auch auf anderer Ebene genussvoll. Wir lachen viel und sind uns als Familie nahe. Beziehung schaffen zu jedem Einzelnen von ihnen gelingt am Abend besonders gut. Wenn sie zur Ruhe kommen, freuen sie sich über Massagen (meist Papazeit) und exklusive Zeit mit einem von uns. Gute Gespräche entstehen meist in dieser Zeit! Es tut uns gut, diese Zeit zu schenken. ◆ Die schöneren Seiten

Tisch decken anders

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Was bei uns einen spürbaren Einfluss auf das Klima hat, ist, wenn wir mit kleinen Zeichen die Wertschätzung (du bist mir etwas – einen Aufwand – wert) zeigen. Ganz deutlich spüren wir das bei der Tischkultur. Decken wir am Sonntag „nur für uns“ ein schönes Tischtuch, zur Jahreszeit passende

Servietten, dann ist die Atmosphäre anders als mit der Plastiktischdecke und der Rolle Küchenpapier. Vielleicht, weil wir dadurch zeigen, dass uns das gemeinsame Essen wichtig und ein Fest ist, streiten die Kinder dann auch weniger und die Gespräche sind positiver. Als ob das schöne Geschirr automatisch die schöneren Seiten in uns nach außen bringt. ◆ Was ich tun kann

Positive Grundeinstellung Das Klima in unserer Familie ist von mehreren Faktoren abhängig. Einer der wichtigsten – und der, den ich am meisten beeinflussen kann – bin ich selber. Wenn ich zu wenig Schlaf habe, dann bin ich am nächsten Tag grantig und lasse das mehr oder weniger unbewusst an meiner Umgebung aus. Daher möchte ich meinen Liebsten zuliebe rechtzeitig ins Bett gehen. Je intensiver mein Gebetsleben und je stärker meine Beziehung zu Gott ist, umso positiver ist meine Grundeinstellung. Wenn ich mich von Gott geliebt weiß, kann ich Rückschläge besser einstecken, dann gehe ich den Extraweg in die Küche um den vergessenen Löffel zu holen, dann nehme ich die Launen der Kinder mit Humor und kann die Stimmung viel leichter ins Positive wandeln. Ein kurzes Verbinden mit dem lieben Gott in aller Früh hilft mir da oft. Wenn ich die Kinder und meine Frau im Herzen mitnehme,

wenn es die Arbeitslast zulässt, dass ich mich immer wieder – und sei es nur in Gedanken – mit ihnen verbinde und ihre Lebenssituation mittrage, wenn ich mich auf der Heimfahrt bereits auf sie einstelle, dann kann ich am Abend viel besser auf sie eingehen, dann verstehe


ich ihre aktuelle Lebenssituation, was sie bewegt, die Sehnsüchte und Wünsche viel besser. Dann frage ich sie nach ihrem Tag, nach der Schularbeit, nach ihren Highlights. Dann schaffe ich ein positives Klima, in dem sie sich gerne mitteilen und ihr Leben mit mir teilen. Am Abend hilft mir die Rückschau auf den Tag um dankbar zu sein für alles Schöne, das mit der liebe Gott untertags geschenkt hat. Dann kann ich aus dieser Dankbarkeit heraus dem lieben Gott eine Kleinigkeit zurückschenken – ein kleines Opfer in den Krug werfen – und damit das Klima vom kommenden Tag mit dem Zauberstab von Gottes Liebe verwandeln. ◆ Unser höchstes Gut

Exklusivzeiten Wenn wir merken, einem unserer Kids gehts gerade nicht so gut, versuchen wir mehr Exklusivzeit für sie zu haben – abends oder tagsüber. Wir versuchen herauszufinden, was es braucht. Sind es Spaziergänge, Kuschelzeiten, mehr Vorlesezeiten oder vielleicht braucht es mehr Lob und gute Worte? Es ist manchmal gar nicht so einfach das herauszufinden. Aber in einer wohlwollenden Atmosphäre, wo sie spüren, dass sie angenommen und geliebt sind, öffnen sie sich leichter! Unser Ältester liebt es mit mir alleine eine Runde spazieren zu gehen. Manchmal reden wir dann viel, manchmal weniger. Manchmal hat er viele Fragen und manchmal habe ich das Gefühl, er möchte gefragt werden, was ich auch gern mache... nicht um ihn auszuhorchen, sondern um ihm zu zeigen: Du bist mir wichtig, ich erfahre gern etwas von dir! Der Zweite liebt es zu raufen und gutes Essen zu genießen!

Und unser Jüngster liebt es zu ku-

scheln, zu spielen oder etwas Vorgelesen zu bekommen – wichtig ist das Gemeinsame (kann auch Putzen oder Kochen sein!). Diese Exklusivzeiten gelingen mal besser und mal schlechter, aber wir bleiben dran, denn unsere Familie ist unser höchstes Gut! ◆ Wenn die Stimmung drückt

Pause Es gibt Zeiten, da läuft das Leben nicht nur, sondern es rennt uns fast davon. Schularbeiten und Tests stehen an, Termine in der Pfarre häufen sich, Arzttermine, die man nicht versäumen sollte, außergewöhnliche Termine in der Schule oder Vorträge, die man besuchen oder halten möchte, neben all den alltäglichen Dingen, die wir versuchen zu bewältigen. Und es passiert, dass die Stimmung zu Hause drückend wird. Es fühlt sich an, als ob jeder nur noch funktioniert.

„ Wir bleiben dran, denn unsere Familie ist unser höchstes Gut!

Was können wir da machen?

Wir schauen uns an, was wir brauchen, nicht nur gemeinsam und als Familie, sondern jeder von uns Eltern. Wir sind es gewohnt immer für unsere Kinder da zu sein, aber auch wir als Eltern benötigen ab und zu eine Auszeit vom Alltag und Zeit, die wir nur für uns alleine - zum Gestalten - haben. Wie wir diese Zeit nützen, ist dann ganz unterschiedlich. Wir haben gelernt, es ist wichtig diese Zeit auszurufen, damit der Ehepartner sie als solche wahrnimmt und sich auskennt. Einfach nur zurückziehen kann zu Missverständnissen führen. Wenn wir auf diese Rückzugszeiten achten, dann sind wir beide ausgeglichener und können diese Stimmung auch in unsere Familie tragen. Manchmal gelingt uns das schon gut. ◆

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Das Magnifikat-Klima Klimawandel Arb e i t s m a t e r i a l

Das Klima bestimmt, was wächst Sehr anschaulich haben wir die Feststellung: „Das Klima bestimmt, was wächst“ in Island erfahren. Lavawüste, stürmisches, unfreundliches Wetter, kaum Vegetation – und dann plötzlich frische Paradeiser, Bananenstauden, üppige Vegetation – in einem Glashaus in der Lavawüste – erwärmt von heißen, natürlich vorkommenden Quellen.

Eva und Erich Berger

„ Ich sehe Gott tiefer, erlebe ihn tiefer, weil ich kleiner bin.

Auch wenn wir dieses Bild nicht zu 100% auf unser Haus umlegen können – es gibt uns doch einen Anstoß, eine Motivation für ein Wachstumsklima zu sorgen. Pater Kentenich meint: „Es hängt ja so viel davon ab, in welchem Klima wir uns befinden.“

Wir fragen uns: Wodurch wird das Klima bestimmt? Wie können wir ein Wachstumsklima schaffen? In der Kürze zwei Aspekte: Eine Grundbedingung und eine Anwendung. 1) Ich bin der Klimafaktor Nr. 1

Ein zweifaches „Ja“ zu mir selbst bestimmt das Klima, das ich verbreite: Das „Ja“ zu meiner Schwäche und das „Ja“ zu meiner Identität, meiner Eigenart, meiner Sendung – Quelle für beide „Jas“ ist meine Beziehung zu Gott. Pater Kentenich spricht über die Bedeutung der Demut, um aus diesem zweifachen „ja“ leben zu können: Die besondere Bedeutung der Demut:

Die wahre, echte, kindliche Demut, das schlichte Kleinsein vor Gott gibt uns den Schlüssel in die Hand zu den Erbarmungen Gottes. … Wenn ich klein bin, ist das Gefäß leer, dann kann Gottes Erbarmung hineinströmen, wenn nicht, ist ja schon alles besetzt. – Damit ist der zweite Vorteil schon gegeben. Jeder Akt der tiefergehenden echten Demut stößt gleichsam neue Schichten in Gott auf: Ich sehe Gott tiefer, erlebe ihn tiefer, weil ich kleiner bin. Demut bedingt schließlich wahre Fruchtbarkeit der apostolischen Tätigkeit. … Das will heißen: Solange ich mein Kleinsein vor Gott erkenne und anerkenne – das heißt nicht: Ich muss auch menschlich ungeschickt und dumm sein oder müsste meine Fähigkeiten zertrümmern, um klein zu sein, sondern das heißt nur, ich muss alles als Geschenk Gottes auffassen, muss mein Abhängigkeitsbewusstsein immer wachhalten vor Gott – dann kann, und nur dann will er Großes in mir und durch mich wirken. Großes hat an mir getan, der da mächtig und dessen Name heilig. Mit solchen Menschen will Gott immer als Werkzeuge weiter Großes wirken. klein und wertvoll sein

ich kann etwas Großes bewirken, weil ich mich wohlfühle in meiner Haut, ich kann Wachstumsklima ausstrahlen.“ 34  Familie als Berufung 4/2019

Vertiefende Gedanken dazu von Pfr. L. Erhard (7‘): www.t1p.de/Magnificat


2) Wir schaffen ein Wachstumsklima in unserem Haus

„Du kannst das!“ – ehrliches Vertrauen kann Wunder wirken. Unser 6-jähriger Sohn bedient alleine die elektrische Brotschneidemaschine – unsere Besucher sind schockiert – aber Markus kann das – wir haben es ihm gezeigt und miteinander geübt. Vertrauen – wir in unseren Sohn – er in uns. Er vertraut uns, dass wir als Ehepaar zusammenhalten, er drückt das später in der Pubertät in dem „Kompliment“ aus: „Ihr seid so gemein, ihr seid immer einer Meinung!“ Eh klar, wir reden ja miteinander – er spürt das, das gibt ihm Halt. Wie soll das Klima in unserem Haus sein?

Friede, Freude, Eierkuchen – so romantisch ist es nicht. Wir versuchen ein Klima zu schaffen, das Kinder stark macht – da gehören Herausforderungen und Spannungen dazu. „Wie wollen wir eigentlich sein?“ – ein Gesprächsschwerpunkt in dieser Richtung kann uns beide weiter bringen – auch wenn es auf den ersten Blick „eh klar“ scheint. Doch es geht um die gemeinsame Sehnsucht, es geht um das, was Gott in unsere Zweieinheit hineingelegt hat – um das, wo es uns hinzieht. Ein Satz, ein Bild, die diese Sehnsucht beschreiben, kann uns Orientierung geben und auch eine Hilfe sein, in unserem Haus ein originelles Klima zu schaffen, in dem wir uns als originelle Familie entfalten können. Das Klima bestimmt, was wächst.

Pater Kentenich empfiehlt ein „Magnifikat-Klima“ zu schaffen. Was können wir uns darunter vorstellen? Uns fasziniert die Begegnung von Maria und Elisabeth. „Maria eilte über das Gebirge“ – die Heilige Schrift beschreibt (Lk 1,39-56) die Atmosphäre, das Klima, in dem die beiden Frauen einander begegnen – eine Atmosphäre der Freude, die beiden sehen einander groß und freuen sich an der Sendung, die Gott der jeweils anderen zugedacht hat – und die jetzt Wirklichkeit wird. Und diese Freude überträgt sich auf die Kinder, die sie unter ihren Herzen tragen.

„ „Du kannst das!“ – ehrliches Vertrauen kann Wunder wirken.

Pater Kentenich: „Es ist eine überaus optimistische Grundeinstellung zum Leben, die wir unser Eigen nennen: Magnifikat-Stimmung. Immer Optimismus. Selbst dort, wo wir unsere Schwäche erleben.“ „Du kannst das!“ – Wir können das – ein Klima schaffen, in dem sich Menschen wohlfühlen, denn „Freudige Grundeinstellung ist der Schlüssel zum Herzen der Menschen“ (JK) Literatur: „Erziehen mit Freude“, Verlag himmelwärts ◆

EHEteamfragen

ŠŠ ŠŠ ŠŠ ŠŠ ŠŠ

Nehme ich mich an, so wie ich bin – mit meinen Schwächen und Stärken? Fühle ich mich wohl in meiner Haut? Wie machen wir unsere Kinder stark? Trauen wir unseren Kindern etwas zu? Wann haben wir schon ein Magnifikat-Klima bei uns erlebt?

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Adv e n t

Fam. Kräftner

F a m i l i e n e rz ä h l e n

Vorbereitungen

Die stille Zeit „ Alle drei Kinder wohnen nicht mehr zuhause, wenn sie aber

In Vorbereitung auf das Weihnachtsfest wollen wir wieder still werden. Wir wollen uns auf das Wichtige konzentrieren, uns selbst bereit machen für die Ankunft des Herrn. FAB-Familien erzählen von dem Brauchtum, das sie entwickelt haben. Sie erzählen, wodurch bei ihnen Freude aufkommen kann, wie sich lang gehegte Sehnsüchte erfüllen und in welchen Ereignissen sie die Ankunft des Herrn „greifbar“ erleben durften.

zufällig bei uns sind, nehmen sie immer noch gerne am Herbergsuchen teil.

Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn

Herbergsuche

Als unsere Kinder klein waren, war es für uns sehr wichtig, uns gemeinsam auf Weihnachten, auf die Ankunft des Herrn, vorzubereiten. Neben den Abenden vorm Adventkranz war auch das Herbergssuchen, das bei uns im Dorf abgehalten wird, bei den Kindern sehr beliebt und sie haben auch aktiv – zuerst beim Sprücherl Aufsagen und später beim Singen des Herbergsliedes oder beim Lesen eines Textes – mitgewirkt. Alle drei Kinder wohnen nicht mehr zuhause, wenn sie aber zufällig bei uns sind, nehmen sie immer noch gerne am Herbergsuchen teil.

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Eine beliebte Tradition war auch immer das Verschenken unserer persönlich gestalteten Weih-

nachtsbillets. Dazu haben wir unsere Kinder bei einem weihnachtlichen Motiv fotografiert, persönliche und besinnliche Texte hinzugefügt und an unsere Freunde und Verwandte geschickt. Die Großeltern haben diese Billets immer wie einen Schatz aufgehoben und es war für sie sehr schön, damit auch die Entwicklung „ihrer“ Kinder über Jahre hindurch bildlich verfolgen zu können. ◆ Goldgräber wollen wir sein

Der Nikolausbrief

Als unsere Kinder klein waren, schrieben wir jedem von ihnen einen Nikolausbrief. An diesem Brauch haben wir festgehalten, auch wenn die Kinder inzwischen erwachsen sind und zum Teil gar nicht mehr zuhause wohnen. Aus dem Brief ist nun eine Nikolaus-e-mail geworden (Absen-


der-E-Mail-Adresse mit nikolaus@ …). Das ist für uns so kostbar, dass wir da jedes Jahr einmal auf jedes Kind schauen und ihm schreiben, wo es wertvoll ist, was es gut kann, wo wir einfach stolz sind oder eine Freude an ihm haben, an dem erwachsenen Kind. Die Idee haben wir von P. Beller, der hat gesagt: Goldgräber sollen wir sein. Ein Goldgräber ist einer, der in den Berg hineingräbt, ganz viel Gestein herausholt, und nach (vielleicht ganz winzigen) Goldnuggets sucht. Und genau dieses Bild vom Goldgräber haben wir dann auf die Nikolausbriefe umgelegt. Hinzuschauen, was jedes Kind besonders gut kann. In meiner Schule hat ein Lehrerkollege gesagt, an einem bestimmten Schüler fände er überhaupt nichts Gutes. Ich habe dann gesucht, und schließlich zu diesem Lehrer gesagt: Aber hast du nicht gesehen, da und dort hat dieses Kind eine Stärke. Und das mache ich auch in den Gesprächen mit den Eltern so: sie darauf hinführen, dass auch sie die guten Seiten in ihrem Kind erkennen. Wir dürfen auch dem Ehepartner so einen Nikolausbrief schreiben. Und wenn es sich bis zum 6. Dezember nicht ausgeht, dann vielleicht bis zum 24. Dezember. Es ist nun vielleicht ein bisschen schwierig, bei erwachsenen Kindern damit anzufangen, ihnen einen Nikolausbrief zu schreiben; aber dem Ehepartner kann man jedenfalls einen solchen Goldgräberbrief zukommen lassen. ◆ Ein tägliches Licht

Adventkranz oder Adventkerze?? Wir haben darüber nachgedacht, wie denn das bei uns beiden im Advent war, als wir Kinder waren. Im Gespräch sind uns da so Kleinigkeiten aufgefallen:

Meine Frau erinnerte sich: In meiner Familie gab es statt eines Adventkranzes eine Adventkerze. Am Sonntag betrachteten wir in der Kirche den Adventkranz. Das war für uns etwas Besonders. Zuhause wurde allerdings täglich am Abend die Adventkerze angezündet. Auf der waren Striche für jeden Tag. Da haben wir in unseren Adventfeiern darauf geachtet, dass die Kerze jedes Mal bis zum nächsten Datumsstrich herunterbrannte. Dabei probten wir auch Weihnachtslieder. Sechs Weihnachtslieder haben wir damals am Hl. Abend immer gesungen, und da konnten wir dann wirklich alle Strophen auswendig. Ich staune jedes Jahr immer wieder, wenn im Advent die Schwiegermutter bei uns zu Besuch ist und die beiden, meine Frau und ihre Mutter, stets weitere Strophen singen, wo ich schon lange nicht mehr mitkann. Dieses Training aus der Kindheit hat also heute noch Wirkung. ◆

„ Sechs Weihnachtslieder haben wir damals am Hl. Abend immer gesungen, und da konnten wir dann

Auszeiten finden

Die Adventzeit bewusst gestalten Es wäre sicher vermessen zu sagen, dass es einfach ist, in der Adventzeit dem vorweihnachtlichen Alltag zu entfliehen! Zu dicht reihen sich gerade auch bei uns älteren Paaren die verlockenden Termine von Einladungen aller Art, interessanten Veranstaltungen und persönlichen Alltagsinteressen aneinander. Dabei sind die Anforderungen des Alltags in Berufs- und Arbeitswelt sowie in der Familie stetig gewachsen. Und alle Jahre wieder nehmen wir uns vor, im Advent bewusst diesem Alltagsstress entgegenzusteuern. Es ist gut nicht müde zu werden und sich feste Vorsätze für eine ruhige, besinnliche Adventzeit zu nehmen.

wirklich alle Strophen auswendig.

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Adv e n t F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ In dieser Stimmung sind alle irgendwie noch bei sich und können so ganz persönlich Gott ihr Herz öffnen.

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Bei uns beginnt der Advent immer schon vorher. Das bedeutet: mein Mann besorgt schönes Tannenreisig aus dem ich dann einen Adventkranz für uns und manchmal auch noch für jemand anderen binde. Mein Mann ist sehr begabt darin, das Haus außen und rundherum adventlich zu schmücken und nimmt sich dafür auch wirklich Zeit. Da gibt es im und vor dem Haus besondere „Plätze“, die mit duftendem Tannenreisig, Lichtern, Laternen und Kerzen geschmückt werden, die bis ins neue Jahr eine besondere Stimmung ermöglichen. Rückblickend auf die vergangenen Jahrzehnte haben wir für uns als Ehepaar und Familie einen guten Weg gefunden, um wieder verstärkt das Geheimnis der Weihnacht bzw. das Mysterium von der Menschwerdung Gottes spüren zu dürfen. So nützen wir seit vielen Jahren einmal in der Woche – also 4 mal in der Adventzeit – die Gelegenheit, den Rorate-Gottesdienst zu besuchen. Dieser beginnt sehr früh am Morgen, bereits um 6.00h und findet ohne elektrisches Licht, mit vielen, vielen Kerzen, besinnlicher Musik und den nicht scharf erkennbaren Gesichtern der Messbesucher statt. In dieser Stimmung sind alle irgendwie noch bei sich und können so ganz persönlich Gott ihr Herz öffnen.

Einerseits gibt es eine besinnliche, religiöse Feier mit Liedern, Frohbotschaft und Gebet bei der auch die Nachbarkinder eingebunden werden. Die Feier findet in unserer Garage rund um den Adventkranz statt. Andererseits locken wir mit dem Maronibraten, Feuerkörben, welche die Kinder befeuern dürfen, vielen Lichtern und Laternen. Das ist für viele unserer Nachbarn ein echter „Ziaga“. Die meisten Nachbarn nehmen selbstgemachte Kekse mit und es gibt Glühwein, Tee oder Punsch. Apropos Kinder: seit mittlerweile 30 Jahren finden sich in unserer Siedlung Kinder (früher waren es unsere eigenen und bis zu 25!), die das Friedenslicht am 24. Dezember in der Früh von der Kirche abholen und in alle Häuser der Nachbarschaft mit ihren Laternen tragen. Ja, darauf freuen wir uns schon wieder sehr! Erfreut sind wir auch darüber, dass es in der Adventzeit bewusst Fernsehzeit-Einschränkungen gibt und wir gerne rund um den Adventkranz miteinander beten. ◆ Jeder für Jeden

Unser Zeit-SchenkAdvent-Kalender

Nach jeder Rorate gibt es immer ein besonderes Frühstück beim nächsten Bäcker – mit einigen Verwandten und Freunden, die es geschafft haben, bereits so früh aus den Federn zu kommen! Da sind wir dann gut gestärkt und ermutigt den neuen Tag anzugehen – sehr zu empfehlen!

Der Advent ist die hektischste Zeit des Jahres. In der Firma muss noch einiges fertig werden vor Weihnachten. Die Geschenke wollen wohlüberlegt und rechtzeitig organisiert sein. Die Kinder haben ihre Advent- und Weihnachtsvorstellungen. Und zu guter Letzt wollen unsere Freunde – und seit letztem Jahr auch unsere Nachbarn – noch einen Punsch mit uns trinken gehen.

Etwas hat sich bei uns auch in den letzten Jahren etabliert! Eine Adventfeier bei uns zuhause, zu der die Nachbarn über „Whats-App“ eingeladen werden.

Wir haben daher in unserer Familie ein Brauchtum für uns entwickelt, das uns Zeit mit unseren Liebsten sichert: Vor dem Advent überlegt sich jedes Familien-Mit-


glied, womit es denn die übrigen Familienmitglieder beschenken will. Das reicht vom Mama Kaffee ans Bett bringen, mit einer Schwester einen Film anschauen, das Lieblingsspiel mit dem Bruder spielen oder mit Papa Maroni essen gehen. Dann werden die Zettel vorbereitet, gefaltet und beschriftet mit „von Papa für Mama“ und von meiner Frau zeitlich über den Advent verteilt. An den Advent-Sonntagen kommen dann noch Aktivitäten als ganze Familie wie beispielsweise der Besuch eines Christkindlmarkts hinzu.

… bis dann alle Kerzen brennen

So ist gesichert, dass wir trotz all dem Trubel um uns herum auch noch Zeit mit unseren Liebsten verbringen. Dass die Freude in der gemeinsam verbrachten Zeit nicht zu kurz kommt, dafür sorgen wir schon. Und wenn sich leider doch nicht mehr alles vor Weihnachten ausgeht: Wir freuen uns auch im Jänner über die nachgeholten gemeinsamen Aktivitäten. ◆

Die Älteste, also die Oma darf anfangen; dann kommen die anderen in der Reihenfolge des Alters dran, wobei der, der an der Reihe ist, eine Fürbitte spricht und erst dann eine Kerze anzündet; dann kommt der nächste dran.

Der Fürbitt-Christbaum Heiliger Abend. Einige unserer erwachsen gewordenen Kinder sind mit ihren Kindern zu Besuch. Bei uns ist im Lauf der Jahre für das Anzünden der Christbaumkerzen folgendes Brauchtum entstanden: Wir zünden die Kerzen am Baum nicht gleich alle an, sondern wir beginnen mit einer kleinen Andacht und im Lauf dieser Andacht zünden wir dann nach und nach die Kerzen an.

So werden ganz langsam der Baum und der Raum immer heller. Besonders schön ist es, wenn auch die Kinder etwas sagen. Schließlich brennen für viele Menschen und deren Anliegen Kerzen am Christbaum. ◆

„ Wir beginnen mit einer kleinen Andacht, und im Lauf dieser Andacht zünden wir dann nach und nach die Kerzen an.

EHEteamfragen

ŠŠ

Haben wir beide uns schon einmal darüber unterhalten, welches „Tal“ bei uns „gefüllt“ werden soll, was ,weil es „krumm“ ist, „gerade“ werden soll? Und wie unser Beitrag dazu aussehen kann?

ŠŠ

Ist bei uns schon so manches, was uneben war, (wieder) eben, was krumm war, (wieder) gerade geworden, und wie ist das zustande gekommen?

ŠŠ

Wo ist bei uns Freude aufgekommen, als sich (vielleicht unerwartet) eine lang gehegte (vielleicht nicht ausgesprochene) Sehnsucht erfüllt hat?

ŠŠ

Wo hat sich Geduld „bezahlt“ gemacht – bei unseren erwachsen gewordenen Kindern, Schwiegerkindern, Enkelkindern, bei unserem Ehepartner, bei mir selber?

ŠŠ

Wann und in welchen Ereignissen haben wir die Ankunft des Herrn bei uns „greifbar“ erlebt?

ŠŠ

„Neuer Himmel, neue Erde, neue Stadt – heilige Stadt“ – Wo haben wir da mitgebaut? Familie als Berufung 4/2019 

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Advent

Adv e n t Arb e i t s m a t e r i a l

Offen werden für die Ankunft des Herrn Im Gottesvolk Israel dauerte der Advent, die Erwartung des Messias, des angekündigten Nachkommens Davids, bereits viele Jahrhunderte, etwa 1000 Jahre, bis endlich die Zeit erfüllt war und Gott uns seinen Sohn sandte als Erlöser, geboren von Maria (vgl. Gal 4,4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt …). Helene und Franz Rammerstorfer

Gemessen an dieser riesigen Zeitspanne (etwa 1000 Jahre) ist unser Advent im Kirchenjahr (weniger als 4 Wochen) geradezu nur ein Augenaufschlag, ein Atemzug … und doch beinhaltet dieser relativ kurze Advent liturgisch einen Zeitraum von etwa 15, 16, 17 Jahren.

„ Das Eintreten des Messias in unsere Welt geschieht in mehreren und eigentlich recht leisen Schritten.

Wie geschieht denn dieses so lange ersehnte, endlich eintretende Kommen des Messias? – Denken wir da nicht zu schnell an Weihnachten, an die Geburt Jesu im Stall? – Das Eintreten des Messias in unsere Welt geschieht in mehreren und eigentlich recht leisen Schritten. Unbemerkt von der Welt setzt Gott den ersten Schritt für sein unmittelbares Kommen etwa 15, 16, 17 Jahre vor dem Sichtbarwerden der Menschwerdung Gottes in der Geburt Jesu; nämlich in dem Ereignis, das wir am 8. Dezember feiern: Mariae Empfängnis: In Maria hat sich Gott den Weg geschaffen, auf dem er als Mensch zu uns kommen wollte:

Dieser „Weg“ sollte ein ganz reiner, ein ganz würdevoller, ein ganz Gottes würdiger Weg sein – ohne Makel, makellos, und so auch ohne Makel der Erbsünde – unbefleckt vom ersten Augenblick ihres Daseins an, wollte Gott Maria haben: Immaculata, unbefleckte Empfängnis. Über die Kindheit und Jugend Mariens wissen wir eigentlich nichts Konkretes, aber wir dürfen davon ausgehen, dass Maria in die nun schon an die 1000 Jahre andauernde Sehnsucht/Erwartung des Gottesvolkes eingestimmt hat; in der Matutin im Schönstatt-Offizium beten wir: Dein Heiligtum ist unser Nazareth, das in der Nacht der Zeit verborgen steht. Dort ringst du, Unbefleckte, im Gebete voll Sehnsucht nach des Heiles Morgenröte;

Und so sehen wir Maria, die junge Frau, die Jungfrau, in ihrer äußeren und inneren Unbeflecktheit, in ihrer Sehnsucht, wenn wir den Text in dieser Strophe weiter betrachten: Dort ringst du, Unbefleckte, im Gebete voll Sehnsucht nach des Heiles Morgenröte; dort ist‘s, wo Gabriel den Antrag stellt und durch dein Fiat sich die Welt erhellt. 40  Familie als Berufung 4/2019

Der zweite große Schritt: „… wo Gabriel den Antrag stellt und durch dein


Fiat sich die Welt erhellt“ – auch hier wieder ganz im Stillen, unbemerkt von der Welt, wie auch der erste Schritt es war; der zweite Schritt auf dem Weg Gottes zu uns Menschen: Empfängnis des Herrn: In ihrem Fiat, mir geschehe, wie du gesagt hast, liegt bereits das Aufkeimen der Erfüllung der Sehnsucht Mariens, einer Sehnsucht, die eingebettet ist in die schon viele Hunderte Jahre dauernde Sehnsucht des Gottesvolkes. Auch wenn wir als Ehepaar schon Jahrzehnte miteinander unterwegs sind, dürfen wir uns immer wieder einmal fragen: Wo liegen unsere Sehnsüchte, unsere Erwartungen? Worauf sind denn unsere Sehnsüchte hin gerichtet, bei deren Anflug von Erfüllungen es bei uns und um uns hell wird? – Was erwarten wir, erhoffen wir, erbitten wir, worum ringen wir voll Sehnsucht im Gebete? – Was ist denn für uns „des Heiles Morgenröte“? – Advent: Zeit der Erwartung! Offen werden für das Kommen des Herrn. Und: Wo hat denn bei uns, bei mir, der Engel schon einen Antrag gestellt, eine leise Anfrage Gottes an mich: Möchtest Du nicht dieses oder jenes für mich sein, für mich werden…? Wo sind also unsere Sehnsüchte, welches Tal soll sich heben, was ist denn krumm, von dem wir uns so sehr wünschen, dass es gerade werde? – Bilder aus dem Buch Jesaja: Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken; was krumm ist, soll gerade werden … und dann der Blick auf die Erfüllung der Sehnsucht: „Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn!“ Möchten wir aufmachen und unseren eigenen Sehnsüchten nachspüren?

Und dann, wenn wir sie aufgespürt haben, diese Sehnsüchte einmünden lassen in die Sehnsucht Mariens: „Dort ringst du, Unbefleckte, im Gebete - voll Sehnsucht nach des Heiles Morgenröte“; ein Ringen – nicht ein melancholisches Dämmern in Resignation „Schön wär’s ja, aber ….“ – ein Ringen voll Sehnsucht nach des Heiles Morgenröte“ --- und dann das Fiat: „Ja, mir geschehe!“ – Denn bei Gott ist nichts unmöglich! Möchten wir uns nicht im Advent mit unseren Sehnsüchten öffnen für die Ankunft des Herrn? Und – für unseren Ehepartner öffnen; Sehnsüchte einander mitteilen? Sehnsüchte heraufholen – vielleicht aufschreiben … und miteinander darüber reden…. Und dann kommt Freude auf – Freude über die Erfahrung:

„ Auch wenn wir als Ehepaar schon Jahrzehnte miteinander unterwegs sind, dürfen wir uns immer wieder einmal fragen: Wo liegen unsere Sehnsüchte, unsere Erwartungen?

Er, Gott selber, wird kommen. – Wie oft haben wir das nicht schon erlebt: diese Freude der Erfüllung einer Sehnsucht!? Freude, die es auszukosten gilt! – Advent: offen werden für das Kommen des Herrn. – Ganz persönlich in unser Leben und auch insgesamt in unsere Welt: Wiederkunft Christi: persönlich in unser Leben oft und oft – und: wie es im 2. Petrusbrief steht, wo dann mit der Wiederkunft Christi ein neuer Himmel und eine neue Erde angekündigt werden. – Beides, das Kommen Christi in unser persönliches Leben und die damit verbundene Erfüllung der Sehnsucht und das Kommen Christi in die Welt, erfordert von uns Geduld, und so ermuntert uns der 2. Petrusbrief mit den Worten: „Das eine .. dürft ihr nicht übersehen: Dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag sind …. Geduld – Er wird kommen! – Er ist ja schon längst da! Erneut seh ich dein Fiat still dich sprechen, dein Licht die Nacht von Schönstatt aus durchbrechen, weil Gott voll Weisheit gnädig es erwählt als hellen Leuchtturm für die heutige Welt.

Advent ist nicht ein einmaliges Ereignis: „Sehnsucht erfüllt, abgeschlossen!“; Nein: – auch bei der Gottesmutter nicht … Erneut seh ich ….. Advent auch heuer wieder: Offen werden für die Ankunft des Herrn!

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Unsere Liebe Ein Dauerbrenner E h e p a a r e e rz ä h l e n

Leuchtturmpaar

Apostolisch unterwegs „ Wir haben uns die Frage gestellt, welchen Berufungsweg uns Gott führen will.

Elfriede und Alois Hirschmugl sind diesmal unser Leuchtturmehepaar. Sie sind eine Unternehmerfamilie mit drei erwachsenen Söhnen, die teilweise auch im Familienbetrieb mitarbeiten. Sie erzählen uns, wie die Spiritualität Schönstatts ihr Unternehmertum mitprägt und Hilfe auch in schwierigen Zeiten ist. FAB: Elfriede und Alois, wir freuen uns, heute bei euch zu sein. Uns interessiert sehr, wie ihr euch kennengelernt habt, wann und wie euer Anknüpfungspunkt zur Schönstattbewegung war?

Wir sind jetzt 35 Jahre verheiratet. Kennengelernt haben wir uns dadurch, dass Elfriede in der HTL Mödling, die Alois besucht hat, im Schülerwohnheim eine Gruppe der Legio Mariens geleitet hat. Alois war damals 15 Jahre und Elfriede 22 Jahre alt. Alois: Sie ist mir sofort aufgefallen und ein Jahr später habe ich gewusst, dass das die Frau ist, die ich heiraten möchte. Das habe ich dann auch mit 19 Jahren getan. Elfriede: Für mich war Alois natürlich zuerst einer von den Burschen, die ich zu begleiten hatte. Im Laufe der Zeit haben sich einige Burschen öfters in meiner Pfarre in Sittendorf eingefunden. Ich habe den Shuttledienst spät am Abend ins Schülerheim Mödling übernommen und dabei ist Alois als Gesprächspartner übriggeblieben. Wir sind lange Zeit im Auto vor dem Schülerheim gesessen und haben geplaudert. Alois hat dann bald auch Verantwortung in der Legio Mariens übernommen und so haben wir gemeinsam im Apostolat gearbeitet. Wir haben uns die Frage gestellt, welchen Berufungsweg uns Gott führen will. Jeder von uns hat sich auch für das Ordensleben interessiert, sich verschiedene klösterliche Gemeinschaften angeschaut. Schlussendlich sind wir im Hafen der Ehe gelandet.

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Auch als Ehepaar und Familie mit kleinen Kindern wollten wir apostolisch unterwegs sein. Der Pfarrer von Heiligenkreuz hat eine Veranstaltung organisiert, bei der sich verschiedene Erneuerungsbewegungen vorgestellt haben. Anton Freudensprung hat gemeinsam mit Sr. Maria Margarita von Schönstatt erzählt. Wir hatten damals in der Legio Mariens Familiennachmittage organisiert. So sind wir 1995 auch durch die Zeitschrift MTA, ein Vorläufer


der FAB, zur Familienakademie gestoßen. Wir haben uns danach auch in der Ehevorbereitung engagiert. FAB: Ihr führt ja miteinander ein Unternehmen, das unter anderem ökologische Baustoffe und Farben für gesundes Arbeiten und Wohnen anbietet und ihr seid auch in der Fassadenerneuerung im Denkmalschutz tätig. Auffallend in eurem Büroraum ist das Firmenheiligtum. Was ist euch in eurem Unternehmen wichtig und wie lebt ihr das als Schönstätter?

Uns geht es um den ökologischen Gedanken, um die Werterhaltung für die nächste Generation, um Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, die sich nachweislich gesundheitsfördernd auf das Arbeiten und Wohnen auswirken und eine Oase der Freude schaffen. Wir wollen auch die regionalen Kleinbetriebe stärken, indem wir die Rohstoffe von heimischen Bauern beziehen. Auch unseren Kaffee beziehen wir von einer kleinen Firma, die Bauern einen fairen Lohn zahlt, sodass ihre Kinder nicht arbeiten müssen, sondern in die Schule gehen können. Wir arbeiten als Eheteam, als Familienteam. Als Familie sind wir stark und das macht auch unsere Firma zu etwas Besonderem. Das Liebesbündnis mit der Gottesmutter gibt uns den Auftrag, auch in Verbundenheit mit den Menschen um uns zu leben, sich für sie zu interessieren, an ihren Sorgen Anteil zu haben, sie zu besuchen, vor allem, wenn sie krank sind, für sie zu beten. Wir sind Herzensmenschen, auch im Beruf. Nur, wenn es eine Herzensverbindung gibt, dann kann etwas entstehen. Schönstätter sind normale Menschen mit verrückten Ideen.

Eine „verrückte Idee“ ist, dass wir den pallotinischen Gedanken, eines „apostolischen Weltverbands“, d.h. den Zusammenschluss aller apostolischen Bewegungen weltweit, den P. Kentenich aufgreift, auch für die Unternehmer umsetzen wollen. Wir dürfen zur Zeit in der Leitung der Bewegung „Wirtschaft in Gemeinschaft“ - Österreich mitarbeiten, die stark von der Fokolare Bewegung geprägt wird.

Als Familie sind wir stark und das macht auch unsere Firma zu etwas Besonderem.

FAB: Ihr habt der Schönstattbewegung Österreichs einen wichtigen Impuls geschenkt. Könnt Ihr uns darüber erzählten?

Eine weitere „verrückte Idee“, die seit dem Jahre 2000 gemeinsam mit anderen Mitdenkern in uns schlummert, die „P. Kentenich Akademie“, in der P. Kentenich in der Gestalt als Gründer und Manager für Führungskräfte aufgearbeitet wird. Dabei ist es uns wichtig geworden, uns mit P. Kentenich als unseren Vater und Gründer zu beschäftigen. Wir erleben uns besonders als von P. Kentenich gesendet. Wir haben ihm an seinem Sarkophag in der Kirche auf Berg Schönstatt in Vallendar das Versprechen gegeben, uns und unsere Arbeit ihm zur Verfügung zu stellen. Unser Suchen und Fragen hat auch beigetragen, dass in der Gemeinschaft mehr von P. Kentenich gesprochen wird. Wir waren unter den ersten im deutschen Sprachraum, die im Jahre 2003 nach Milwaukee gereist sind, der Ort in Amerika, wo P. Kentenich während seiner zeitweisen kirchlichen Verbannung gelebt hat, die vom Papst persönlich gegen Schluss des Zweiten Vatikanums aufgehoben wurde. In Milwaukee haben wir P. Kentenich als „Väterlichen Priester“ kennengelernt und haben uns von seinem großen Vorsehungsglauben anstecken lassen. Wir leben auch heute noch viele Beziehungen mit „Schönstatt International“.

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Unsere Liebe Ein Dauerbrenner E h e p a a r e e rz ä h l e n

FAB: Ihr habt gerade durch Elfriedes Krankheit eine schwierige Zeit hinter euch. Wir freuen uns sehr, dich, Elfriede, heute so munter und fröhlich zu sehen. Was hat dir, was hat euch besonders geholfen?

Wir haben erfahren, dass wir uns in unserer Ehe aufeinander verlassen können, in guten und in schlechten Tagen. Meine Familie und viele Freunde haben uns sehr unterstützt, durch praktische Hilfe, durch Besuche, durch Gebet. Elfriede: Alois wurde durch unsere Söhne von der Firmenarbeit freigespielt und konnte jeden Tag bei mir im Krankenhaus sein. Ich habe am Tisch neben meinem Krankenhausbett ein kleines Heiligtum aufgestellt. Ich hatte keine Angst und habe mich von Gott und der Gottesmutter getragen gefühlt. Ich kann für diese Zeit dankbar sein. Und natürlich sind wir dankbar, dass es mir wieder gut geht. Ich habe jetzt mehr Lebensqualität. In der Früh, nach einem gemeinsamen Frühstück, setze ich mich in unser Hausheiligtum.

„ Konkret gelebtes Liebesbündnis bedeutet auch, der Gottesmutter immer wieder Danke zu sagen.

Durch die Zeit der Krankheit ist auch mehr Klarheit in mein, in unser Leben gekommen. Es ist, wie wenn der liebe Gott uns einen Tritt gegeben hätte. Durch die herausfordernde Firmenumstrukturierung haben wir oftmals vergessen, was wirklich wichtig ist: die Beziehungspflege untereinander als Paar, als Familie, unter Freunden, mit dem lieben Gott. FAB: Welche Botschaft wollt ihr unseren Lesern weitergeben?

Lebt das Liebesbündnis konkret, in der praktischen Anteilnahme, im Gebet und den Kruggaben füreinander. Konkret gelebtes Liebesbündnis bedeutet auch, der Gottesmutter immer wieder Danke zu sagen. Mit nichts kann man sie mehr becircen. Wir sagen viel zu wenig Danke. P. Kentenich hat schon im Zuge der Bitte „Danke“ gesagt. Das „Dankeslied“ aus „Himmelwärts“ hat er bereits im Gefängnis von Koblenz vor seinem Aufenthalt im KZ Dachau geschrieben. Werdet Herzensmenschen, die von Herz zu Herz den Menschen begegnen, sich für Ihre Anliegen und Nöte interessieren, denn Gemeinschaft schenkt wieder Gemeinschaft. Entdeckt P. Kentenich als einen Mann Gottes, der sein ganzen Leben der Gottesmutter zur Verfügung gestellt hat und als Priester viele Menschen zur Heiligkeit geführt hat, und der das heute noch tut. Wir sind überzeugt, dass wir als Schönstattfamilie noch am Anfang stehen, um P. Kentenich zu verstehen. Er hat uns und der Kirche so viele Botschaften geschenkt, die weit über die Bewegung hinaus die gesamte Kirche stärken können. FAB: Vielen Dank für das Gespräch.

44  Familie als Berufung 4/2019


Kahlenberg neu

Liebe Familien, liebe Leser,

Hier entsteht Heilige Stadt - jetzt geht‘s los

viele von Ihnen lesen schon lange die FAB und finden es einfach gut, dass es diese Zeitschrift von Schönstatt gibt, in der Familien davon berichten, wie sie ihr Leben „mit Gott in der Mitte“ gestalten, mit allen Kämpfen und allen guten Erfahrungen und allen Freuden. Nun haben wir einen großen Schritt vor: Den Zu- und Ausbau des Österreichischen Schönstatt-Zentrums. Wir laden Sie sehr herzlich ein: Unterstützen Sie dieses große Projekt - damit noch mehr Familien Inspiration, Stärkung und das Gnadenwirken des Heiligtums erfahren können. Wir rechnen mit Ihrer Großzügigkeit - der gute Gott wird uns führen. Umbau/Zubau katholisches Bildungszentrum Schönstatt am Kahlenberg

Nach mehrjähriger Planungsarbeit und Abstimmung innerhalb der Schönstattbewegung wurden die Pläne und Unterlagen von unserer Architektin (Ziviltechnikerbüro für Architektur und Städtebau Maria Bieber) bei Bau- und Gewerbebehörde eingereicht. Die Einreichung berücksichtigt Überlegungen wie sich das Zentrum in den nächsten Jahren entwickeln könnte und umfasst daher den größtmöglichen Ausbau in 5 Ausbaustufen, also auch Vergrößerungen, die vielleicht erst in ein paar Jahren nötig werden. Was davon im aktuellen Projekt realisiert werden kann, hängt von der Großzügigkeit der Spender ab. Familie als Berufung 4/2019 

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Hier entsteht Heilige Stadt - jetzt geht‘s los Umfang des aktuellen Bauprojektes

„ Daher bitten wir alle, die sich durch „Hand anlegen“ engagieren wollen sich telefonisch oder per Mail zu melden.

Wir rechnen ab dem Startschuss, also ab jetzt, mit einer erhöhten Spendenbereitschaft, sodass jedenfalls die Mittel für die Minimal-Ausbaustufe 1a bis zum Baubeginn aufgebracht werden können. Diese enthält den Zubau und die unbedingt nötigen Anpassungen des Bestandes. Damit entsteht einerseits ein zentraler Küchenbereich - mit der bisherigen Lösung würden wir die gewerberechtliche Genehmigung verlieren - andererseits ein größerer Seminarbereich. Was wir derzeit haben ist einfach zu klein geworden. Es wäre sehr wünschenswert, in der Umsetzungsphase - vom Baubeginn September 2020 bis Inbetriebnahme Ende Juni 2021 - gleich auch Ausbaustufe 1b für die gewerberechtliche Ertüchtigung der Zimmer im OG des Pater-Kentenich-Hauses und Ausbaustufe 1c für den Umbau des Erd- und Kellergeschosses im Pater-Kentenich-Haus realisieren zu können. Erst in der Ausbaustufe 1c entstehen zusätzliche Zimmer, das neue Kinderland und der Jugendbereich. Spendenabsetzbarkeit in Kooperation mit „Jugend Eine Welt“

Im Rahmen der Kooperation zwischen der Schönstattbewegung und „Jugend Eine Welt“ wird die Spendenabsetzbarkeit möglich. Unser Projektleiter Bruno Mucha erläutert gerne die Details dazu (Kontakt siehe unten). 46  Familie als Berufung 4/2019

Es wäre schön, wenn möglichst viele die steuerbegünstigte Möglichkeit bereits 2019 nutzen würden um das Spendenvolumen zu erhöhen. Natürlich kann weiterhin auch direkt an die Schönstätter Marienschwestern gespendet werden: IBAN: AT49 3200 0004 0430 9266 BIC: RLNWATWW Alle Beiträge sind willkommen

Wir freuen uns, wenn Sie das Projekt unterstützen und mittragen: mit Ihrem Gebet, Ihren Beiträgen ins Gnadenkapital - oder durch aktive Mitarbeit am Bau der Heiligen Stadt. Es wird in den nächsten Monaten immer wieder Tätigkeiten geben, die durch ehrenamtliche Arbeit durchgeführt werden können. Daher bitten wir alle, die sich durch „Hand anlegen“ engagieren wollen, sich telefonisch oder per Mail zu melden. Interessant sind auch Kontakte zu Unternehmen, die uns kostengünstige Angebote für unser Projekt legen können. Wer also jemanden kennt, der jemanden kennt, ... bitte jetzt diesen Kontakt herstellen und den Projektleiter informieren (Kontakt siehe unten). Es hilft uns sehr, wenn Sie Ihre Spendenzusage bis Ende 2019 machen. So kann das Projektteam leichter entscheiden, bis zu welcher Ausbaustufe das Projekt bis Ende Juni 2021 umgesetzt werden kann.


Kahlenberg neu E-Mail: spenden@schoenstattzenrumwien.at An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für alle bisherigen Beiträge! Wir hoffen sehr, dass jetzt wo es „richtig losgeht“, auch die Unterstützer zahlreicher werden.

Kurze Informationen über WhatsApp

Ein erster Vorgeschmack auf die Baustelle

Von 17. bis 19. September wurden für die Untersuchungen am Gebäudebestand (Mauern, Decken, Fundamente) und Bodenschürfungen im Gelände durchgeführt. Diese Untersuchungen sind nicht nur für das erforderliche Statik-Gutachten, sondern ermöglichen auch eine genauere Abschätzung der Kosten für Bau und Aushub.

„ Projektleiter: bruno.mucha@outlook.com

Wir beabsichtigen ca. 2mal pro Monat ein kurzes „Projekt-Highlight“ per WhatsApp zu senden. Bei Interesse bitte ein WhatsApp mit dem Inhalt „Hier entsteht heilige Stadt“ an +43 680 1407152 „Schönstatt am Kahlenberg“ senden. Kontakt zum Projektleiter

Ein kurzes E-Mail an bruno.mucha@outlook.com genügt. Auch ein Anruf unter +43 664 8855 4856 ist möglich; bitte eine Nachricht hinterlassen.

gez.: Sr. Maria Margarita Seiser Oberin Sr. M. Gabrijele Tröndle (Hausleitung) Schönstätter Marienschwestern, Bauträger Ingeborg und Richard Sickinger Bewegungsleiter der Schönstatt Bewegung Österreich Bruno Mucha, Projektleiter

Familie als Berufung 4/2019 

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FAB

Wir laden ein Schönstattzentrum Wien-Kahlenberg Bündnisfeier jeden 18. des Monats im Heiligtum 16:30 - 18:30 Uhr: Anbetung 18:45 Uhr: Hl. Messe 19:30 Uhr: Bündnisfeier Danach Einladung zur Jause

P. Kentenich Abend monatliche Veranstaltungsreihe mit Vaterlesung am 4. jedes Monat, Treffpunkt um 19:00 im Heiligtum Ort: Schönstatt am Kahlenberg keine Anmeldung erforderlich. Es sind alle eingeladen, die Pater Kentenich besser kennenlernen wollen.

Andacht/Rosenkranzgebet Sonn- und Feiertag, 14:30 Uhr Andacht in der Kapelle Jeden Donnerstag, 15:00 Rosenkranz in der Kapelle

Diözese St. Pölten

Erzdiözese Wien Bündnisfeier in Walterskirchen jeden 18. des Monats bei der Marienfestung oder in der Kirche Winter 18 Uhr, Sommer 19 Uhr Bündnisfeier in den Häusern Info: Haus Mölzer, Bruderndorf, 02269/26 26 Info: Haus Huber, Mistelbach, 02572/58 78

Bündnisfeier Jeden 18. des Monats in der Kapelle des KH Zwettl, 20 Uhr Info: Fam. Heider 02826/211 36 Friedensgebet und Bündnisfeier jeden 18. des Monats, 19:00 Uhr Ort: Haus Frank in Nöchling, Info: Fam. Zeitlinger 0664/73878237

Diözese Feldkirch

Fackelwanderung 07. Dezember 2019 Ort: Dorfhaus – 3123 Neustift-Hofstetten Info: Doris & Andreas Hönig, 0677/63097361, familie.hoenig@outlook.com

Bündnisfeier jeweils Samstag nach dem 18. des Monats

Ort: Haus Nagel, 6900 Bregenz, Schnabelgässle 1a, 19:30 Uhr Info: Fam. Nagel, 0650/2102142 fam-nagel@gmx.at

Friedensgebet 01. Jänner 2020, 18:00 Uhr Ort: beim Brunnen in Oberwölbling Doris & Andreas Hönig, 0677/63097361, familie.hoenig@outlook.com

Diözese GrazSeckau

Diözese Linz Rosenkranz Jeden Donnerstag um 18 Uhr in der Barbara-Kapelle am Freinberg/Linz Bündnisfeier jeden 18. des Monats in der Barbara-Kapelle am Freinberg/ Linz, 19 Uhr

Begegnungstag 08. Dezember 09:00 - 17:00 Ort: Stift Rein Info: Fam. Köberl Whats App 0664/152 7476 Email: fam.koeberl@gmx.at Familienurlaub plus spezial 28.12. 2019 - 02.01. 2020 Ort: Sigmundsberg - Mariazell Info: Hertha Schiffl familienbuero@schoenstatt.at 0699 / 12 260 454 oder 01/320 13 07 - 110

Veranstaltungen Erzdiözese Wien

Veranstaltungen Diözese St. Pölten

Veranstaltungen Diözese Graz-Seckau

Veranstaltungen Diözese Linz

Haus Mitter, 02246/34032, fam.mitter@schoenstatt.at

Haus Hönig, 0676/6052631, familie.hoenig@outlook.com

Haus Körbler, 0650/6786100, fam.koerbler@gmail.com

Haus Gumpoldsberger, 0664/3939297, gumpoldsberger@inext.at


Termine Segel-Exerzitien 06. - 13. Juni 2020 Ort: Pula (Kroatien) Info: Matthias König matthias.koenig@hiway.at 0676 83127 7009 Anmeldeschluss: 30. Dezember 2019

Jugendliche und junge Erwachsene be cause Wochenende für junge Frauen ab 15 Jahren 14. - 15. Dezember 2019 Ort: Kahlenberg Info: Maria Hageneder

mjf@schoenstatt.at www.schoenstattmjf.at

Faschingswochenende für Mädchen von 10-14 Jahren 21. - 23. Feb 2020 Ort: Kahlenberg Info: Maria Hageneder

mjf@schoenstatt.at www.schoenstattmjf.at

Schweigeexerzitien für junge Frauen ab 18 Jahren 28. Feb - 01. März 2020 Ort: Kahlenberg Info: Maria Hageneder

mjf@schoenstatt.at www.schoenstattmjf.at

Sommerlager für Mädchen von 9-13 Jahren 11. - 16. Juli 2020 Ort: Vorarlberg oder Umgebung Info: Maria Hageneder

mjf@schoenstatt.at www.schoenstattmjf.at

Sommerlager für Mädchen von 10-12 Jahren 19. - 24. Juli 2020 Ort: Kahlenberg Info: Maria Hageneder

mjf@schoenstatt.at www.schoenstattmjf.at

Sommerlager für Mädchen von 13-15 Jahre 26. - 31. Juli 2020 Ort: Eggenburg Info: Maria Hageneder

mjf@schoenstatt.at www.schoenstattmjf.at

Veranstaltungen Diözese Innsbruck

Veranstaltungen Diözese Feldkirch

Veranstaltungen Erzdiözese Salzburg

Veranstaltungen Diözese Eisenstadt

Haus Grüner, 0676/88400 4134, oskar_erna_gruener@ yahoo.de

Haus Nagel, 0650/ 210 214 2 fam-nagel@gmx.at

Haus Rettenwender 06457/33 541, rettenwender.family@sbg.at

Haus Federer 02682/20 764, familie.federer@kabelplus.at


FAB

Für das Leben in unserem Haus:

Shop

familyshop.schoenstatt.at Mit Ihrem Einkauf im Schönstatt Familyshop unterstützen Sie den Familienfonds. Dieser Fonds setzt ein Zeichen der Verbundenheit mit kinderreichen Familien. Für Familientagungen gibt es die Möglichkeit, um Förderung der Kosten ab dem dritten Kind aus dem Spendentopf des Familienfonds anzusuchen.

Als Ehepaar heilig werden Pater Tilmann Beller

€ 5,-

96 Seiten, ISBN 3-85028-350-X

Das Wachstumsprinzip

€ 15,-

PODCASTS zum Nachhören auf CD € 7,-

Impulse für Familien auf CD

Gemeinsam stärker!

€ 8,-

Das Eheteam Gesprächsbuch

Ingeborg und Richard Sickinger Edition Himmelwärts, 2014, 220 Seiten, ISBN: 978-3-200-03899-8 Gb

Virtuelles Heiligtum - Power your life! Podcasts mit den Themen: „Ideal & Wirklichkeit“ „Work - Life Balance“ „Pubertät“ „Das wünsch ich mir von Dir“

Pater T. Beller Pater T. Beller Pater E. Busse

€ 19,50

Im Hausheiligtum können wir unsere Freuden und Sorgen für andere fruchtbar machen - so wird unser Haus zur Gnadenquelle! Höhe: 15cm; mit Text oder Abbildung Gnadenquelle Hertha Schiffl Schönstatt Familienbüro / Familyshop Öffnungszeiten in den Schulzeiten jeweils Di. und Do. von 9:30 bis 13:30 Uhr Wenn Sie eine Nachricht auf Band hinterlassen, rufe ich Sie gerne zurück.

50  Familie als Berufung 4/2019

Zum Nachhören und Nachspüren: u.a. zu:

Sr. M. Gertraud Evanzin: „Mann und Frau wir sind einfach anders, faszinierend“ Gabi & Martin Kräftner: „...damit unser Feuer brennt“ Pater Felix Strässle: „Konflikt & Versöhnung“

Pfarrer Dr. B. Mucha

Der Krug

Tel: 01/320 13 07 - 110

€ 7,-

Mutter unserer Häuser

€ 29,-

Die „bewegliche Außenstelle“ unseres Hausheiligtums - damit Bekannte oder Nachbarn die Kraft unseres Hausheiligtums erfahren können.

per E-Mail oder Link

per Post:

Schönstatt Familyshop familienbuero@schoenstatt.at

Schönstatt Familyshop Schönstatt am Kahlenberg 1190 Wien

oder familienshop.schoenstatt.at


Der beste Start in unsere Ehe

6 Abende 6 Themen 1 Leben lang Wann wollen wir es wagen?

www.traut-euch.at Wien

Vorarlberg

Freitag, 13. Jänner 2020, 19:00- 22:00 Ort: Wien, Schönstatt am Kahlenberg Info: Fam. Tod 0676 / 5754100 familienbuero@schoenstatt.at

Freitag, 07. Februar 2020, 19:30 - 22:30 Ort: St. Josefskloster Info: Familie Nagel 0650 21021 42 fam-nagel@gmx.at

Beginn Kurs Wien, 1. Abend

Beginn Kurs Vorarlberg - Lauterach, 1. Abend

Niederösterreich

Tirol

Sonntag, 19. Jänner 2020, 19:00- 22:00 Ort: Seitenstetten Info: Familie Zeitlinger 0664/ 738 78 237 familie.zeitlinger@gmx.net

Freitag, 24. Jänner 2020, 19:00 - 22:00 Ort: Stift Wilten, Info: Famile Mathies 0699/18267828 M m.mathies@tsn.at

Beginn Kurs Niederösterreich, 1. Abend

Niederösterreich

gerne zur Verfügung! Eva & Otmar Tod

Oberösterreich

Beginn Kurs OÖ, Ottnang, 1. Abend

Niederösterreich

Steiermark

Freitag, 21. Februar 2020, 19:00- 22:00 Ort: Stift Göttweig Info: Familie Hönig 0676 605 26 31 familie.hoenig@outlook.com

Freitag, 10. Jänner 2020, 19:00 - 22:00 Ort: Pfarre Leutschach/Kindergarten Info: Fam. Körbler 0650/ 67 86 100 ernstkoerbler@gmx.at

Beginn Kurs Niederösterreich, 1. Abend

stehen wir Euch

Beginn Kurs Tirol - Innsbruck, 1. Abend

Beginn Kurs Niederösterreich, 1. Abend

Sonntag, 26. Jänner 2020, 17:30- 20:30 Ort: Herzogenburg Info: Familie Rigler 0650 / 509 01 59 mama.rigler@gmail.com

Für Fragen und Anliege

Freitag, 28. Februar 2020, 19:30 - 22:30 Ort: Michaelszentrum, Info: Familie Neubauer 0732/6771474 M neubauer@indmath.uni-linz.ac.at Beginn Kurs Stmk - Leutschach, 1. Abend

Familie als Berufung 4/2019 

Der Erfolg: 1.000 Paare waren schon dabei!

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vo n F a m i l i e n , fü r F a m i l i e n 4/2019

S a kr a m e n t d e r V e rs ö h n u n g

Familie als Berufung Die Zeitschrift für Paare, die zusammenbleiben wollen! Mutmachende Erfahrungen von Ehepaaren,

Tr e n n u n g

die mit Begeisterung Familie leben.

Tipps und Know-how, wie man Glaube und Leben erfolgreich miteinander verbinden kann.

Ein Netzwerk von gleichgesinnten Familien als Stärkung für den eigenen Weg. Klima-Wandel

Dieses Exemplar von Familie als Berufung wurde von folgender Familie aufgelegt:

A n k u n f t d e s H e rr n

P.b.b. Erscheinungsort Wien • Verlagspostamt 1190 Wien 02Z031822S

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Familie als Berufung 4/2019  

Die Familienzeitschrift dere österreichischen Schönstatt Bewegung mit Tipps und gelungenen Lebensbeispielen rund um das Thema Ehe, Familie,...

Familie als Berufung 4/2019  

Die Familienzeitschrift dere österreichischen Schönstatt Bewegung mit Tipps und gelungenen Lebensbeispielen rund um das Thema Ehe, Familie,...

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