Familie als Berufung 2/2022

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Familien erzählen Mitten aus dem Leben

Familie als Berufung Die Zeitschrift für Paare, die zusammenbleiben wollen

Gott in unserer Mitte › Seite 8

Eltern sein › Seite 14

Mein Kind - ein Geschenk Gottes › Seite 26

Sommer 2022

Beurteilen & Verurteilen › Seite 37


Stell dir vor, Ehepaare, die Familie begeistert leben, schreiben über ihre Erfahrungen mit allen Kämpfen und Katastrophen, mit allen Freuden und Erfolgen... Das ist die FAB!

... wir schreiben für die FAB: Familie Bednarik „Unsere Liebe füreinander und zu unseren Kindern genießen und unsere Verbindung mit dem lieben Gott pflegen.“ Familie Pernerstorfer

Familie Socher Familie Mayrhofer

Pater Kentenich Gründer von Schönstatt

Familie Schiffl

Familie Sickinger Familie Haslinger

„Als Eheteam ist es einfach schöner. Gemeinsam bauen wir an einer neuen Welt.“

Familie Zeitlinger

Familie Riedenauer

Sr. Gertrud-Maria

Familie Höllwerth „Vertrauen auf Gott und seine Hilfe - weil er uns einander und die Kinder anvertraut hat.“

Familie Fink

D2a s FNaemt izlw i ee a r kl sdBeerr CuHf u RInS g TLI2C/H2 EN 0 2 2H ä u s e r

Familie Russold


Familie als Berufung

... den Partner nach 15 Jahren Ehe noch lieben! Echt jetzt?

... eine gesunde Work-Life Balance und Leben aus christlichen Werten! Normal?

Familie Rehor

...die Kinder zu starken und freien Persönlichkeiten erziehen, die mit beiden Beinen im Leben stehen! Übertrieben?

Wir suchen neue Wege, wie Ehe und Familie heute Familie Braun

gelingen kann und Freude macht. Dafür ist die FAB unsere Plattform.

Familie Zöhrer „Gut verwurzelt mit dem Blick nach oben an der „neuen Stadt“ bauen.“

Liebe Familien, liebe Leserinnen und Leser!

Familie Fürlinger

Gottesmutter von Schönstatt

Der Sommer steht vor der Tür – für mich (Claudia) die schönste Jahreszeit. Eine Zeit für Grillpartys, Sommerfeste und Picknicks. Eine Zeit für Herz-zu-Herz-Treffen, Treffen mit Menschen, die uns wichtig sind. Um dieses Herz zu Herz geht es bei unserem ersten Thema. Vom 22. bis 26. Juni findet in Rom das Weltfamilientreffen im Jahr der Familie statt. Die letzten beiden FABs haben sich bereits mit den Themen Mutter sein und Vater sein beschäftigt. Diesmal haben wir die Delegierten für dieses Treffen Familie Patricia und Günther Mayrhofer gebeten, uns einen Artikel zum Thema Eltern sein zu schreiben. Denn Familie besteht aus Eltern, die gemeinsam ein starkes Team sind … und Familie besteht auch aus Kindern. Kindern, die uns vom lieben Gott geschenkt sind, die wir begleiten dürfen auf ihrem Weg zum Erwachsensein. Wir freuen uns, dass wir mit dieser FAB auch einen kleinen Beitrag für das Weltfamilientreffen (www.weltfamilientag.at) beisteuern können. Schließlich geht es im letzten Thema um das Beurteilen und Verurteilen von anderen Menschen. Wie oft sind wir mit unseren Gedanken zu schnell und stecken unser Gegenüber durch unser Urteil voreilig in eine Schublade? Wir wünschen Euch, liebe Leserinnen und Leser der FAB, einen erholsamen Sommer mit guten Lesestunden,

Claudia & Klaus Cornelia und Alois Pernsteiner aus Brunn am Gebirge (NÖ) Familie als Berufung bedeutet für uns ...

...gemeinsam durch das Leben gehen mit Liebe und Zuversicht.

Ed i t o r i a l

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„ Die FAB verbindet alle Familien und Familienbegeisterten, die ein gemeinsames Ziel haben: An einer durch Familien erneuerten, christlichen Welt mitzubauen. Und es werden immer mehr!

Das Zentrum der Häuser der Heiligen Stadt wird neu gebaut. Wir alle sind Häuser der Heiligen Stadt. Wir bauen mit - durch Beiträge ins Gnadenkapital. Die Gottesmutter möchte durch meine Beiträge die Herzen vieler an sich ziehen. Das Schönstattzentrum am Kahlenberg soll Heimat werden für viele. Dafür braucht die Gottesmutter MICH ganz persönlich. Nichts ohne dich - nichts ohne uns. Als sichtbares Zeichen für den geistigen Bau der Heiligen Stadt wollen wir die Holzhäuser gestalten. Für jede Kruggabe, die wir der MTA schenken, kann ein Zeichen auf das Holzhaus gemacht werden. (z.B.: ein Punkt, ein Strich, ein Dachziegel, …die Gestaltung kann ganz individuell sein). Die mit Gnadenkapital gefüllten Häuser bekommen einen Platz im Heiligtum am Kahlenberg. Sie dürfen es gerne mit der Post an die Marienschwestern schicken! Schönstattzentrum Wien-Kahlenberg Sulzwiese 1 A-1190 Wien

mail: kontakt@schoenstattzentrum-wien.at https://www.heiligestadtjetzt.net https://www.heilige-stadt.at

Die FAB wird nur durch Ihre Spende finanziert: Mit monatlich € 1,- helfen Sie uns unsere Druckkosten zu decken, mit monatlich € 2,- ermöglichen Sie, dass wir die FAB weiter verteilen! IBAN: AT502011128650461300 Impressum: Familie als Berufung

MMXXII. Erscheinungsjahr, 2/2022, Sommer ISSN: 1682-3133 Erscheint 4x jährlich. Bezug kostenlos, bitte um ­freiwillige Spenden zur Deckung der Druckkosten. Richtpreise 2022: Jahresabo Österreich € 20.-, Jahresabo EU € 25,-, Jahresabo Schweiz SFr 28,-, Jahresabo Übersee € 35,Konto Österreich + EU (außer Schweiz): BLZ: 20111, ERSTE, IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW Konto Schweiz: IBAN: CH2709000000855876735, BIC: POFICHBEXXX

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Medieninhaber & Verleger: FAB-Verein Herausgeber: Ingeborg und Richard Sickinger Chefredaktion: Claudia und Klaus Umschaden Inspiratorische Kräfte: IRS, HMS, SMM, PJK, MTA Layout: Tamara Fink Alle: Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien E-Mail: familie.als.berufung@schoenstatt.at Homepage: www.familiealsberufung.at Redaktionsteam für 2022: Fam. Rehor, Fam. Fürlinger, Fam. Pernerstorfer, Fam. Zöhrer, Stefan Keznickl, Fam. Umschaden Arbeitsmaterial: Fam. Mayrhofer, Fam. Meister, Fam. Maderthaner, Fam. Rammerstorfer Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsgemeinschaft. Sie gilt als weltweite Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche.

Illustrationen: Wolfgang Krisai Fotos: Fam. Kräftner, Fam. Umschaden, pixabay Cover-Foto: Fam. Pernsteiner Korrektur: S. Höfer, C. Bednarik R. Sonnleithner, V. Steurer Versand: Fam. Fellhofer Vertrieb und Bestellungen: Fam. Fellhofer, Klivieng. 82/22, 1220 Wien, Tel: 01/282 71 57, E-Mail: fellhofer@schoenstatt.at Druck: PrintOn, Johann Seiberl, www.print-on.at Nachdruck & Publikation: Nach Rücksprache mit der Chefredaktion und mit Quellenangabe möglich.


So können Sie die FAB bestellen:

Inhalt

FAB-Telefon 01/282 71 57 Familie Fellhofer familie.als.berufung@schoenstatt.at Unsere Kinder

Eltern sein - Familien erzählen › Seite 14 Arbeitsmaterial: Eltern sein - ein Eheteam sein › Seite 20 Eltern sein - Eheteamfragen › Seite 22 Pater Kentenich - Eltern sein › Seite 23 Kindermund - Kinder erzählen › Seite 24 Mein Kind - ein Geschenk Gottes - Familien erzählen › Seite 26 Arbeitsmaterial: Gott hat dich uns anvertraut › Seite 34 Eltern sein - Eheteamfragen › Seite 36

u n s e r Z U h a u sE

Online - Bestellung www.familiealsberufung.at

Gott in unserer Mitte - Familien erzählen › Seite 8 Arbeitsmaterial: Gott in unserer Mitte › Seite 12 Gott in unserer Mitte - Eheteamfragen › Seite 13

unsere Ehe

per E-Mail familie.als.berufung@schoenstatt.at

Unsere Liebe - ein Dauerbrenner - Ehepaare erzählen › Seite 43

per Telefon Familie Fellhofer 01/282 71 57 per Post Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien Familie als Berufung,

Wachstum

Beurteilen - Verurteilen? - Familien erzählen › Seite 37 Arbeitsmaterial: Beurteilen - Verurteilen › Seite 41 Beurteilen - Verurteilen - Eheteamfragen › Seite 42

ERSTE Österr. Sparkasse, BLZ: 20111, IBAN: AT502011128650461300 Kontonr. Schweiz: IBAN CH2709000000855876735 BIC: POFICHBEXXX Die FAB erscheint viermal im Jahr und wird nur durch Spenden finanziert. Richtwert/Jahr: Österreich € 20,-, EU € 25,-, Schweiz SFr 28,-, Übersee € 35,-

unsere Bewegung

Akademie › Seite 46

Impressum › Seite 4 Familientreffpunkte › Seite 48 Schönstatt Familyshop › Seite 50 Ehevorbereitung › Seite 51 Familie als Berufung 2/2022

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GroSSes wagen -

In einer Zeit von Spannungen und Polarisierung

Hl. stadt bauen

Wir bauen an einer neuen Wir-Kultur

Ingeborg & Richard Sickinger, Bewegungsleiter der österreichischen Schönstatt-Bewegung

Wir stehen in einer Zeit von vielen Herausforderungen. Der UkraineKrieg bewegt, täglich bekommen wir neue Meldungen und Bilder, die uns schockieren und uns unsere Ohnmacht fühlen lassen. Dann gibt es Meldungen über Korruption in der Politik, über die weitere Entwicklung von Corona, über die Sorge um die Umwelt… Manchmal fühlt man sich wie in Daueralarm angesichts von Spannungen, Polarisierung und Unfrieden.

Als Familien sind wir gefordert – auch unsere Kinder erleben vieles davon mit. Wir fragen uns, was können wir tun?

In einem Raum der

Wir sind überzeugt, dass wir als Familien Übungsfeld und Vorreiter einer neuen Wir-Kultur sein können. Der liebe Gott braucht uns, um Räume zu schaffen, wo wir bewusst an einer neuen Kultur arbeiten, eine Kultur der Liebe, eine christliche Kultur - und diese auch ausstrahlen können.

Wertschätzung und der Offenheit kann ein Mehr an Verständnis entstehen.

Pater Kentenich war bekannt dafür, dass er mit Menschen unterschiedlichster Ausrichtung ins Gespräch kommen konnte. Im KZ Dachau, wo er über drei Jahre inhaftiert war, hatte er gute Beziehungen mit Kommunisten, mit Menschen anderer Konfessionen, mit dem „Kapo“ seines Gefängnisblocks. Er hat in jedem Menschen den Gottesfunken gesehen – und war zugleich standfest in seinen Überzeugungen. Wir haben einen Satz von ihm gefunden, der für uns wie ein Schlüssel ist: Das Richtige aus der Meinung eines anderen heraushören. In jedem steckt ein Edelstein, den wir mitunter durch viel Geduld und ehrliches Interesse herauslocken können. So kann ich auch an anderen Meinungen das Richtige heraushören, um zu einem echten Wir zu kommen. Das bedeutet nicht, dass jede Meinung richtig ist - aber ich kann herausfinden: Was bewegt den Anderen? Was ist das Wertvolle, das Berechtigte daran? In einem Raum der Wertschätzung und der Offenheit kann ein Mehr an Verständnis entstehen. Das hat auch mit Opfergeist zu tun: Nicht so zuhören, dass ich nur auf eine Möglichkeit warte, meine eigenen Gedanken zu sagen – sondern so zuhören, dass ich den anderen, sein Anliegen wirklich verstehen will und dem Raum gebe.

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So wie P. Kentenich anderen Menschen begegnet ist, möchten wir anderen begegnen – und wir erleben eine neue Wir-Kultur. Durch echtes Zuhören, Wertschätzung und den Glauben an das Gute im anderen, das mitunter verborgen ist. Pater Kentenichs Charisma war es, das Charisma der anderen zu entdecken: Was an Kostbarkeit in ihnen steckt ans Licht holen, damit es allen leuchten kann. Gib uns von diesem Charisma, Pater Kentenich! Gib uns von diesem Gottesgeist! Damit Räume wachsen,


in denen sich andere entfalten, ihre Berufung finden und sich in ihrer originellen Art einbringen können. Das macht unser Schönstatt aus, das macht die Heilige Stadt reich und lebendig. Das hält einer Welt voller sozialer Kälte, Diversität, Spannungen und Gleichgültigkeit geglücktes Miteinander, Wachstum und echte Gemeinschaft entgegen. Ich bin gefragt, die individuellen Fähigkeiten und Stärken meiner Kollegen, meiner Freundinnen, meines Ehepartners, meiner Kinder zu entdecken und diese noch besser zu Entfaltung zu bringen; aber auch in uns selbst und den Menschen unserer Umgebung. Welche Sehnsucht hat jemand? Wo gibt es bei jemandem vielleicht eine offene Tür für den Glauben, für Schönstatt? In einer Atmosphäre der Freude aneinander und der gegenseitigen Wertschätzung kann aus formaler Zugehörigkeit ein echtes Miteinander werden, ein Reichtum an Gemeinschaft, der das Leben lebenswert macht, ein „Herz zu Herz“ in der Heiligen Stadt – eine neue Welt, an der wir mit Schönstatt bauen. Dein Charisma – unser Schönstatt. Was wir leben, das wirkt hinaus, das strahlen wir aus.

Eine Anregung für euer Ehe-Gespräch

Setzt euch eine Stunde gemütlich zusammen und überlegt: Was sind eigentlich deine besonderen Stärken - und was sind meine besonderen Talente? Wo ergänzen wir uns – was ist unser gemeinsames Charisma, was können wir beide einbringen? ◆

„ Dein Charisma – unser Schönstatt.

Eure Richard & Ingeborg Sickinger

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Gott in unserer Mitte

Familie Kräftner

F a m i l i e n e rz ä h l e n

Glauben und Leben verbinden

Gott in unserer Mitte „ Gott in unserer Mitte bedeutet für mich, dass wir den Tag mit Gott beginnen und beenden.

In der heiligen Stadt wohnen Gott und die Gottesmutter in unserer Mitte. Sie lassen sich im Schönstattheiligtum, in unserem Hausheiligtum und in unserem Herzensheiligtum nieder und bewirken dort Großes. Wir schenken unser Leid und unsere Freuden ins Gnadenkapital, damit sie in Liebe verwandelt werden. Wir nehmen Gott in unseren Alltag mit, bringen ihn zu unseren Liebsten und weniger Lieben. Er ist mit seiner Allmacht bei uns und begleitet uns. FAB Familien erzählen uns aus ihrem Erfahrungsschatz, wo sie Gott in ihrer Mitte erfahren durften.

Der liebende Blick

Du bist da

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tut, und sage ihm: Lieber Gott beschütze sie jetzt oder hilf ihr bei ihrer Prüfung. Wenn ich ein Rettungsauto mit Sirene vorbeifahren höre, sage ich, steh jetzt den Sanitätern bei und heile die Kranken. Wenn ich schlimme Dinge in den Nachrichten höre und ich mich hilflos fühle, sage ich, Gottesmutter sorge du.

Wir haben einmal in einem Vortrag gehört: Unser Leben unter dem Blick des liebenden Vatergottes zu führen. Dieser Satz hat mich sehr fasziniert - zu wissen, er ist immer da, er freut sich an uns, er leidet mit uns, er kennt uns und liebt uns trotzdem oder vielleicht Oder, wenn ich einen Parkplatz sogar deswegen, wir dürfen mit al- finde, obwohl rundherum alles lem zu ihm kommen. zugeparkt ist, dann gibt es ein kleines: Danke, das ist lieb von Das hat mir ein neues Lebens- dir. gefühl vermittelt, ich habe mir dann angewöhnt, mit Gott, mit Eine brennende Kerze der Gottesmutter, mit unseren Ein besonderer Ort dieser Nähe, Fürsprechern im Himmel zu spre- wo der Himmel die Erde für chen, innerlich, ohne laute Wor- uns berührt, ist unser Hausheite, ganz einfach. Wenn ich in das ligtum. Dort findet alles seinen Zimmer meiner Tochter komme, Platz, das uns wichtig ist, Bitte überlege ich, was sie jetzt gerade und Dankbarkeit: eine persön-


liche Geburtstagskarte, die Parte eines lieben Verstorbenen, ein nettes Geschenk, ein Foto von jemandem, der uns um unser Gebet gebeten hat. Und da brennt auch eine Kerze, als Symbol dafür, dass Gott da ist. So ist es bei uns Brauch geworden, wenn es ein besonderes Anliegen gibt, dann brennt diese Kerze nur dafür. Wenn also mein Enkelkind eine schwere Prüfung hat und sie trotz Lernens sehr unsicher ist, habe ich immer wieder gesagt: Heute brennt die Kerze für dich. Und obwohl Glaube ansonsten in ihrem Leben nicht besonders präsent ist, nimmt sie das gerne an und freut sich. Das letzte Mal vor einer besonders schweren Prüfung hat sie auch alle ihre Freundinnen gebeten, für sie ein Kerzerl anzuzünden. So kann unsere Nähe zum lieben Gott auch für andere ansteckend sein, sie seine Nähe erleben und spüren lassen. ◆ Praktisch & lebensnah

Im Mittelpunkt Bei unseren eintägigen Eheseminaren haben wir immer versucht, auch vor religiös wenig vorgebildeten Paaren ganz selbstverständlich vom lieben Gott zu reden, aber so, dass man den Wert für das Leben erkennt: • Der Partner – ein Geschenk und Liebesbeweis Gottes • Die Meinungen und Eigenschaften des Partners, auch wo sie uns herausfordern – eine Botschaft Gottes ganz konkret für mich • Das Ablösen vom Elternhaus – ein im Plan Gottes liegender Wachstumsprozess für das junge Paar und eine von Gott vor gesehene Reifung für die Eltern • Die eheliche Begegnung – ein Verschenkt-Sein, in dem uns Gott ganz nahe ist … Die Rückmeldung eines Paares nach einem solchen Tag, bei dem wir ständig von Gott gesprochen haben: „Wir haben befürchtet,

dass es zu religiös wird, aber es war so praktisch und lebensnahe.“ Offenbar können Menschen die Botschaft von Gott gut annehmen, wenn er ganz selbstverständlich im Mittelpunkt steht. ◆ Unter Deinen Schutz

Sie wirkt Unser Vater hat es eigentlich nicht so sehr mit dem Glauben. Mittlerweile ist er fast 90 Jahre alt und die Freunde sind fast alle schon gestorben. Er selbst hat auch viele Vorerkrankungen und letztes Jahr war dann auch noch seine Hüfte kaputt. Täglich bekam er Infusionen gegen die beinahe unerträglichen Schmerzen. In dieser Zeit der Unsicherheit haben wir ihm dann ein MTA Bild ins Krankenhaus mitgebracht und unserem Papa gesagt, dass „Sie“, die Gottesmutter, immer auf ihn aufpassen wird. Erstmals konnte er das Bild annehmen. Nach der erfolgreichen Operation hat er uns dann erzählt, dass er die MTA in den Operationssaal mitnehmen wollte.

„ Wenn ich einen Parkplatz finde, obwohl rundherum alles zugeparkt ist, dann gibt es ein kleines: Danke, das ist lieb von dir.

Der Arzt hat ihm dann erklärt, dass der OP Raum direkt unter seinem Zimmer liegt und „Sie“ dann auch von oben wirken wird! ◆ Viele kleine Geschenke

Dankbarkeit Wir haben bei unserer letzten Familienrunde uns als Vorsatz genommen: „Abends meinem Ehepartner erzählen, wofür ich heute dankbar bin.“ Wir haben große Freude mit diesem Rundenvorsatz. Viele Bereiche werden damit abgedeckt (vorausgesetzt wir finden dafür Zeit): Der Tagesrückblick mit der Ausrichtung auf die vielen Kleinigkeiten, die mir Gott heute geschenkt hat –

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Gott in unserer Mitte F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ Ich bin einfach glücklich, weil ich Gott selbst hinter diesen Geschenken entdeckt habe und ihm dadurch begegne.

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Dankbarkeit Gott gegenüber dafür Jeder darf sich einbringen – Das Teilen und das Gespräch mit Gott ist da meinem Ehepartner darüber. Wir haben vor kurzem Ostern geMir persönlich ist die Dankbarkeit feiert. Die Karwoche war schon sehr ans Herz gewachsen. Oft sind sehr dicht. Unsere Kinder hatten auch meine Augen verschlossen für an den Liturgietagen vormittags die vielen kleinen Geschenke im immer Ministrantenprobe, wir Alltag. Manchmal öffnet mir Gott wollten traditionell unsere Ostermeine Augen wie mit einem „eye kerze gestalten, das Osterbrot wollcatcher“ – mein Auge sieht etwas te gebacken werden usw. und es trifft mich mitten ins Herz. Und schon kommt Freude dazu, Am Karfreitag spitzten sich die Arpositive Emotionen mischen sich beiten zu. Eigentlich wollten wir hinzu und ich bin einfach glück- nachmittags zu einer Kreuzweganlich, weil ich Gott selbst hinter die- dacht gehen. Eine Stunde davor sen Geschenken entdeckt habe und haben wir uns spontan umentihm dadurch begegne. schieden: Wir bleiben daheim und beten als Familie einen KinderIn einem Zitat heißt es „Dankbare kreuzweg (mit kurzen, einfachen Menschen sind glückliche Men- Texten). schen“. Das kann ich mit meinen eigenen Erfahrungen unterstrei- Während ich dazu passende Lieder chen. ◆ gesucht habe, haben unsere Kinder mit 14 verschiedenen Teelichtern Stationen vorbereitet. Zwischen Wir danken den Stationen wurde mit den Kaplasteinen ein Weg gelegt. Anhand Tischgebet von Playmobil Figuren wurde Jesu Kreuzweg dargestellt. Ich habe in den letzten Tagen überlegt, woran es denn für Au- Jeder hat etwas beigetragen, konnßenstehende ersichtlich ist, dass te seine kreativen Talente einbrinGott in unserer Mitte ist? Und da gen und wir haben als Familie eine ist mir gleich ein Beispiel eingefal- schöne Gottesbegegnung daheim len: unsere Kinder nehmen immer erlebt/erfahren dürfen. Es war für wieder Gastkinder nach der Schule uns als Familie eine tiefe Erfahrung mit nach Hause und gemeinsam – Gottes Gegenwart war spürbar. ◆ essen wir dann das Mittagessen, sie machen ihre Hausübung und spielen miteinander. Und wenn so Ohne Gebet ein Kind das erste Mal da ist, ist es meistens verwundert, dass wir vor Doch Gott ist da dem Essen beten und Gott danke sagen. Nach einer kurzen Erklä- Zugegeben: wir würden es gerrung ist unser Tischgebet kein The- ne viel öfter schaffen, gemeinsam ma mehr. Vor ein paar Wochen als Familie zu beten und irgendwar wieder ein Kind zu Besuch … wie funkt uns der Alltag immer und vor lauter Hunger stürzten wieder einmal dazwischen. Da ist sich alle aufs Essen. Und gerade abends noch ein Anruf, die Lesedieses Gastkind erinnerte uns ans hausübung ist noch ausständig, Gebet: „Beten wir denn heute gar der Wäschetrockner und und und. nicht?“ Etwas beschämt, dank- Es ist dann einfach höchste Zeit, ten wir dem lieben Gott für unser die Kinder ins Bett zu bringen und Essen. Und doch freute ich mich mehr als ein kleines „Jesus segne insgeheim, dass unser Tischgebet dich“ ist dann nicht mehr drin. nicht belächelt, sondern eingeforDennoch sind wir überzeugt, Gott dert wird. ◆ ist in unserer Mitte und das per-


manent. Damit das auch für unsere Kinder erfahrbar wird, bemühen wir uns, den Alltag mit unserem Glauben zu verbinden und die verschiedensten Situationen mit Gott in Verbindung zu bringen.

Für unsere Hochzeitskerze haben wir damals den Bibelvers aus dem Matthäusevangelium gewählt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. In dieser Gewissheit möchten wir als Familie Ganz wesentlich ist für uns dabei, leben und mit offenen Herzen uns uns in der Dankbarkeit zu üben. immer mehr auf diese Gegenwart Wir sagen dem lieben Gott danke einlassen. ◆ - ganz spontan, wenn uns etwas Freude bereitet. Ob es die schöne Aussicht aus unserem Wohnzim- Vom Anfang bis zum Ende mer ist, oder dass es einem Freund, der krank war, wieder besser geht. Segenskreuz Wir danken für unser Essen, für den tollen Ausflug…. und machen uns bewusst - nichts ist selbstverständlich. Pater Kentenich drückt es im Buch: „Kind sein vor Gott“ so aus: „Ein edles Gemüt soll immer ein Deo gratias auf den Lippen haben. Ich möchte die Parole ausgeben: Aufräumen mit den Selbstverständlichkeiten.“ Das spricht uns an und motiviert uns. Etwas, das uns ebenfalls wesentlich erscheint, ist, das Staunen nicht zu verlernen. Der liebe Gott ist für uns in den ganz kleinen Dingen wahrnehmbar - wenn wir die Genialität von Blüten oder Tieren beobachten, oder wenn wir ein Baby in den Arm nehmen und uns das Wunder des Lebens bewusst wird. In diesem Wahrnehmen und Staunen zeigt sich uns ein Stück weit die unendliche Größe und Liebe Gottes.

Gott in unserer Mitte bedeutet für mich, dass wir den Tag mit Gott beginnen und beenden und ER auch immer wieder zwischendurch präsent ist. Ein sichtbares Zeichen dafür ist, dass ich meine Kinder beim Verlassen des Hauses immer wieder segne und ihnen ein Kreuzerl auf die Stirn male. Und dieses Segenskreuzerl gibt es auch vorm Schlafen gehen. Denn Gott ist bei uns, bei Tag und bei Nacht. ◆

„ Wir danken für unser Essen, für den tollen Ausflug…. und machen uns bewusst - nichts ist selbstverständlich.

Zuhause haben wir unser Hausheiligtum mit dem Kreuz und einem Bild der Gottesmutter im Wohnraum so platziert, dass wir immer wieder den Blick darauf richten können und uns so bewusst machen: Gott ist in unserer Mitte. In unserem Hausheiligtum ist Platz für Symbole, Fotos, für all das, was wir der Gottesmutter hinlegen möchten, wo wir darauf vertrauen, dass wir getragen sind und in dem Bewusstsein leben, dass es nichts gibt, was wir Gott nicht anvertrauen können. Familie als Berufung 2/2022

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Geliebt werden und lieben

Gott in unserer Mitte

Gott in unserer Mitte

Arb e i t s m a t e r i a l

Karina: Gott hat für mich von meiner Kindheit an Bedeutung, er ist Teil meines Lebens und hat mich zu Herbert geführt. Ich habe in meiner Jugend nach jedem Kommunionempfang aus dem alten „Gotteslob“ S. 60 das Gebet um einen Menschen, der mich versteht und dem ich alles sagen kann, der mich aufrichtig liebt, gebetet. Herbert und mir war es bereits in den Jugendjahren ein Anliegen, Jugendliche für Gott und die katholische Kirche zu begeistern. Wir haben uns gemeinsam in einer katholischen Organisation (Legio Mariae) engagiert und immer besser kennengelernt und eine freundschaftliche Liebe entwickelt. Gott, das Beschäftigen mit religiösen und philosophischen Themen und der Austausch darüber hat uns sehr verbunden. Das war der Beginn unserer Liebesbeziehung mit Gott in unserer Mitte. Meine Gebete wurden erhört: Gott hat mich so unbeschreiblich reich beschenkt durch meinen Mann und unsere vier Kinder. Eine besondere Freude für uns als Ehepaar ist die Zusage Gottes, durch das Ehesakrament für immer bei uns zu sein. „Niemals werden wir Eheleute auf unsere eigenen Kräfte gestellt sein, um uns den Herausforderungen zu stellen, die uns begegnen.“ (Papst Franziskus in „Amoris laetitia“) Karina & Herbert Meister

„ Die Erfahrung geliebt zu werden und diese Liebe zu erwidern, gegenüber meiner Frau und meinen Kindern, ist für mich die schönste Gottesbegegnung.

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Herbert: Die Erfahrung geliebt zu werden und diese Liebe zu erwidern, gegenüber meiner Frau und meinen Kindern, ist für mich die schönste Gottesbegegnung. Gott ist dreifaltig, das bedeutet für mich, Gott ist in sich schon Familie, Gemeinschaft; die Freude aneinander ist ein Wesenszeichen Gottes. Er will uns teilhaben lassen an der innergöttlichen großen Freude des sich ganz Schenkens und Annehmens. Es ist schön zu beobachten, wenn sich unsere Kinder nicht nur gut verstehen, sondern einander Freude machen wollen. Wenn es einem nicht so gut geht und der andere ihn tröstet oder versucht aufzumuntern. Sogar wenn sie gestritten haben und sich danach wieder versöhnen, ist die Geschwisterliebe ein schönes Zeichen dafür, dass Gott mitten in unserer Familie erlebbar ist. Ein besonders starkes Erlebnis war die Bereitschaft unserer jetzt bereits erwachsenen Söhne, als sie noch Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren waren, ihr ganzes „Vermögen“ zu geben, als eine Bekannte in der Pfarre für die Unterstützung eines afrikanischen Waisenhauses Werbung gemacht hatte. Jakob gab sein ganzes Erspartes - alles was er hatte – und überraschte als Kind die anderen für diese großzügige Haltung. Der Älteste tat ähnliches in der Schule. Seine Lehrerin rief bei uns an und fragte, ob wir damit einverstanden wären. Zuerst waren wir überrascht, da wir davon nichts wussten, aber wir waren sofort einverstanden, da wir ihnen auch unser Vertrauen schenken wollen, dass ihr Besitz tatsächlich ihnen gehört und sie darüber frei verfügen sollen. Erst vor kurzem habe ich gefragt, ob sie das einmal bereut hätten. „Keinen Augenblick“, war ihre Antwort. Gott ist großzügig; es ist schön, wenn die eigenen Kinder das verstehen und uns darin Vorbild sind. Wir erleben oft in der Sichtweise der Kinder, in ihrem Blick auf das Schöne und Gute in der Welt, dass Gott in unserer Mitte ist.


Begegnung mit Gott

Karina: In der Familie ist es uns wichtig, immer wieder gemeinsam am Sonntag Hl. Messe zu feiern. Die gemeinsame Feier der Eucharistie ist eine besondere Freude und Kraftquelle. Für uns ist Gott untrennbar mit Freiheit verbunden. Umso schöner ist es, dass unsere jungen erwachsenen Söhne (Rafael 19J, Jakob 17J) den Besuch der Sonntagsmesse in ihre persönlichen Zeitpläne integrieren und nicht deshalb die Messe besuchen, weil wir es einfordern. Jakob ist katholischer Pfadfinder und öfters mit seinen Freunden und Priestern in den Bergen und feiert dort Hl. Messe. Wir versuchen, die Hl. Messe mit schönen Gemeinschaftserfahrungen für die Kinder zu verbinden und feiern daher mit Freunden Hl. Messe. Dieses Jahr haben wir den Ostersonntag mit Freunden um 5:00 Uhr in der Früh gefeiert und Magdalena mit ihren 10 Jahren hat begeistert mit einer befreundeten jungen Frau gesungen. Das sind Gotteserfahrungen, die in Gemeinschaft erlebt werden.

gründergeist Arb e i t s m a t e r i a l

Herbert: Zu Mittag danken wir gemeinsam Gott für alles, was er uns jeden Tag schenkt. Das können auch schwierige Zeiten sein, die unsere Persönlichkeit formen und prägen. Besonders schön ist es, wenn wir an großen Feiertagen nicht nur im kleinen Kreis der Familie feiern, sondern mit unseren Geschwistern und ihren Kindern. Dann ist eine große Kinderschar im Haus und auch wenn nicht alle an Gott glauben oder vielleicht eine andere Form des Glaubens leben, feiern, lachen und spielen wir. So erfahren wir Gott durch Menschen, denen das gar nicht so bewusst ist. Karina: Ich liebe die Schöpfung Gottes mit ihrer Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Menschen. In unserer Familie sind wir sehr verschieden in unseren Charakteren und Vorlieben. Immer wieder ist dies eine Herausforderung, aber auch Bereicherung. Ich bewundere meinen Mann für seine philosophischen Gedanken und seine Fähigkeit, zu jedem Thema etwas Interessantes erzählen zu können, meine Söhne für ihre Schlagfertigkeit und meine Tochter für ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein. Herbert und mir ist es wichtig, dass sich die Kinder in ihrer Eigenart entwickeln können und von uns vermittelt bekommen: „Es ist nicht nur gut, so wie Du bist, sondern Du bist eine unersetzliche Bereicherung!“ Herbert: Gott ist nicht nur in der gemeinsamen Freude, im Feiern erlebbar, sondern gerade auch im Leid. Wenn etwas schiefläuft, auch in der Familie, dann ist es eine große Erfahrung, trotzdem gemeinsam vor unserem Schönstatthausheiligtum zu beten und zu singen. Zu Ostern waren wir alle beichten; auch das ist eine Erfahrung, dass Gott mit uns den Weg geht, auch wenn dieser Weg nicht immer gerade verläuft. Unsere Tochter mit ihren 10 Jahren hat gefragt, warum wir das machen, da sie es nicht gewohnt ist. Wir haben ihr erklärt, dass es wichtig ist, auch zu wissen, was wir falsch machen, wo wir jemandem weh getan und uns gegen Gottes Liebe gewendet haben. Sie ist sofort mitgekommen, obwohl sie erst einmal bei der Erstkommunion bei der Beichte war. Um gesund aufzuwachsen, ist es wichtig, seine Schwächen und Sünden zu kennen und sich dieser auch bewusst zu sein, sich selbst auch mit dieser Seite anzunehmen. Gerade die Kinder haben hier ein sehr großes Feingefühl und zeigen uns, was in unserer Familie nicht so passt. Unsere Kinder haben uns vielleicht sogar mehr zu Gott hingeführt und zu einem besseren Leben erzogen als wir sie. Karina und Herbert: Wir sind sehr dankbar dafür, dass Gott uns durch die Schönstattbewegung in vielen Begegnungen mit Schönstättern und durch Texte von P. Kentenich reich beschenkt und bereichert. ◆

EHEteamfragen

Was macht uns besondere Freude in unserem Leben? Durch welche Menschen begegne ich Gott? Was ist mein bzw. dein Lieblingsgebet?

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Eltern sein

Familie Umschaden

f a m i l i e n e rz ä h l e n

Perfekte Eltern?

Eltern sein „ Der Blick auf das „geglückte Leben“ stärke uns folglich im Bewusstsein und im Gefühl, dass Leben wirklich gelingen kann.

Mutter-Sein und Vater-Sein hat in erster Linie etwas mit eigenen Erfahrungen und dem eigenen Selbstbild zu tun. Was habe ich in meiner Kindheit gesehen und wie möchte ich mich sehen? Schwierig kann es werden, wenn wir – durch uns selbst oder von außen – mit Zuschreibungen und Erwartungshaltungen konfrontiert sind, wie man als Mutter oder Vater sein oder eben nicht sein soll. Zum Problem wird es, wenn wir merken, dieses Rollenbild passt für mich einfach nicht. Da müssen wir unseren je eigenen Weg finden. Dass es viele und ganz unterschiedliche Wege gibt, haben die letzten beiden Hefte der FAB sehr schön gezeigt. Eltern-Sein hingegen ist von vornherein etwas, das Mutter und Vater gemeinsam betrifft. Gemeinsam sind wir die Eltern unserer Kinder, jeder allein ist nur ein Eltern-Teil. Wir sind Teil eines Ganzen, das nicht für sich allein existiert, sondern stets bezogen ist auf unsere Kinder: Ohne Kinder keine Eltern. Wie wir uns als Eltern definieren, variiert von Paar zu Paar. Manche stürzen sich mehr oder weniger blindlings ins Eltern-Sein, manche überlegen sich sehr intensiv und diskutieren oft, wie sie ihre Elternschaft verstehen und wahrnehmen wollen. Letzteres ist in unserem Umfeld eher der Fall. Man will ja nichts falsch machen. Perfekte Eltern? Der Wunsch, alles perfekt zu machen, setzt unter Druck. Aber was ist schon perfekt? Wer definiert das? Freunde und Verwandte? Führen wir viele Gespräche mit Personen, um zu erfahren, wie sie es machen oder gemacht haben, damit wir es auch so machen können, ist das wohl nicht optimal. Spannend an den Erzählungen etwa von „Leuchtturmehepaaren“ mag das Wie schon sein, aber wichtig und wirksam wird vielmehr die Haltung, mit der diese Paare – in der Regel auch Eltern – ihr Leben meistern, und die Tatsache, dass sie das in guter Stimmung tun. Der Blick auf das „geglückte Leben“ stärke uns folglich im Bewusstsein und im Gefühl, dass Leben wirklich gelingen kann, um dadurch inspiriert als Eltern unseren gemeinsamen Weg zu finden.

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Vorbild und Liebe

Reibebaum sein Je älter unsere Kinder werden, desto mehr merke ich, wie wichtig unser gemeinsames Auftreten als Eltern bzw. unsere gemeinsame Stärke gefragt ist. Das Sprichwort: „Erziehen ist Vorbild und Liebe!“ kann ich auch immer mehr verstehen. Auch der Charakter des Kindes spielt eine so große Rolle. Wir haben ein Kind (vom Grundtyp melancholisch), das man eher in die Welt „schubsen“ bzw. ermutigen muss, sich etwas zuzutrauen oder Freunde zu treffen oder bei einer Sache dranzubleiben – zur Zeit grad die Schule durchzuhalten. Unser 3. Kind ist wiederum sehr mutig. Sie hat schon als Baby alles erkundet (auch mit einigen Stürzen) und sich viel zugetraut. Auch heute mit 14 Jahren würde sie am liebsten jedes Wochenende bei Freunden übernachten oder ausgehen. Da sind wir als Eltern gefordert, ihr nicht alles zu erlauben, damit auch noch ein gemeinsames Leben innerhalb der Familie möglich ist und auch Zeiten bleiben, wo wir nicht Taxidienst spielen. Das geht am besten, wenn wir uns vorher absprechen, was wir dem Kind erlauben oder eben nicht. Früher hab ich oft spontan entschieden, aber aus schlechten Erfahrungen hab ich gelernt, dass ich uns (als Eltern) auch Zeit geben darf. Zum Kind sage ich dann im 1. Moment: „Das möchte ich nicht alleine entscheiden, ich bespreche das noch mit dem Papa.“ Wenn die Entscheidung gefällt ist, sprechen wir mit dem Kind.

liert – auch wenn mir seine Meinung im Moment gerade nicht passt. Später können wir das im Paargespräch klären. Theoretisch kannte ich den Begriff des Reibebaums für pubertierende Kinder, aber was das tatsächlich bedeutet, darf ich jetzt gerade lernen. ◆

WE n n d i e a r b e i t üb e r l a s t e t F a m i l i e n e rz ä h l e n

Abenteuer Familie

Gemeinsam statt einsam Als Elternteam haben wir den großen Vorteil, dass wir gemeinsam für unser Haus, unsere Kinder und unser Leben zuständig sind. Wir teilen uns manches auf, im Sinne von „Du kümmerst dich um das, ich um jenes“, doch im Grunde sind wir beide zuständig. Auch wenn einer von uns in manchen Bereichen besser ist, ist uns wichtig, dass wir es beide können. Denn wenn Mama berufsbedingt einmal in der Küche ausfällt, übernimmt Papa, umgekehrt kann Mama auch einmal die Waschmaschine reparieren (dank Google und YouTube).

„ Genauso ist es bei den Kindern – wir bemühen uns beide da zu sein und unseren Kindern Vorbild und Stütze zu sein.

Genauso ist es bei den Kindern – wir bemühen uns beide da zu sein und unseren Kindern Vorbild und Stütze zu sein, sie im Leben zu begleiten und die Themen, die anstehen, anzugehen.

Das schaffen wir nur, wenn wir uns als Eltern austauschen und im Gespräch bleiben, darüber, was gerade ansteht, welche Aufgaben erledigt gehören und welches Kind gerade mehr AufIch weiß, wir stehen als Eltern bei- merksamkeit braucht. de dahinter und das gibt uns und auch dem Kind Sicherheit, auch Wenn uns das gelingt, merken wenn es manchmal noch endlose wir auch, das die Überbelastung Diskussion bedeutet… „Aber wa- für den Einzelnen nicht so hoch rum nicht?“ usw. Als Mutter habe ist, denn wir können uns aufeinich gemerkt, dass es wichtig ist, ander verlassen und tragen beide dem Vater nicht zu widersprechen, gleichermaßen für das Gelingen damit er seine Autorität nicht ver- des Abenteuers Familie mit. ◆

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Wann kommt Papa

Ergänzung beim Raufen eltern sein F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ Umso mehr bin ich für die Wochenenden dankbar, wo dann auch mal mein Mann übernehmen kann.

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Neulich kam unser ältester Sohn von der Schule heim und fragte, wann denn Papa von der Arbeit heimkäme. Auf die Frage, warum er das wissen wolle, sagte er: „Ich muss heute unbedingt noch mit Papa raufen!“ Ich musste schmunzeln, denn das Raufen mit den Kids ist eindeutig die Kernkompetenz meines Mannes. Mittlerweile weiß ich auch schon, dass ich den Raum frühzeitig verlasse, sonst bekomme ich alle Zustände. Denn das beste Raufen ist jenes, wenn Mama nicht dabei ist! Am Anfang ist mir das nicht leicht gefallen. Heute bin ich froh, dass das mein Mann übernimmt - ich lasse mich beim Raufen gerne von ihm ergänzen! ◆

Erfahrung der eigenen Berufung. Aber das kann werden aus gewichtigen elterlichen Worten und Haltungen. ◆ Gottes Liebesplan

Erziehung – große Herausforderung Ein Jahr nach der Hochzeit war er da – unser Erstgeborener. Das war eine Riesen-Freude, doch auch eine große Herausforderung. Wenig Schlaf, keine Erfahrung und schlechte Vorbilder in der eigenen Familie sind keine guten Voraussetzungen für die Erziehung von freien, starken Persönlichkeiten.

Ein erfahrenes Ehepaar hat uns in einem Hausgespräch zugesagt, dass es kein Zufall ist, dass unsere Kinder genau uns als Eltern bekommen haben, sondern dass das genau dem Liebesplan Gottes folgt. Möglichkeiten eröffnen Diese Gewissheit begleitet mich noch heute in meinem Erziehungsalltag. Daher traue ich mir zu, geVom Gewicht der meinsam mit meiner Frau mit all elterlichen Worte meinem Wissen und Nicht-WisVor einiger Zeit waren wir bei der sen unsere Kinder zu erziehen – zu Familie meiner Schwägerin zu Be- freien, starken, priesterlichen Persuch. Die (evangelische) Mutter sönlichkeiten. ◆ meines Schwagers fragte unsere älteste, damals fünfjährige Tochter: „Weißt Du schon, was Du einmal „Frag den Papa“ werden willst?“ „Nein“, antwortete sie, „aber der Papa hätte gern, dass Entspannt wir alle drei Klosterschwestern werden.“ Damit war das Thema Da ich derzeit mit dem dritten Kind in Karenz bin, verbringe ich auch schon wieder beendet. mehr Zeit mit den Kindern als Als mir meine Frau diese kurze Sze- mein Mann. Meine Kinder zeigen ne geschildert hat, habe ich zuerst ihre Gefühle – zumindest mir gegelacht, mir dann aber schon Ge- genüber – sehr ausdrucksstark. danken gemacht, wie unsere Gro- Diese Gefühle dann immer adße darauf gekommen sein konn- äquat zu begleiten, kann sehr ante – denn so hatte ich das gewiss strengend sein. Umso mehr bin ich nicht formuliert. Zugegeben, es ist für die Wochenenden dankbar, wo mir wichtig, dass die Möglichkeit, dann auch mal mein Mann übereinen geistlichen Beruf zu wählen, nehmen kann. als Denkmöglichkeit präsent ist, aber ich bin mir dessen bewusst, Es tut dann außerdem gut, nicht dass dieser Weg nicht geplant wer- alle alltäglichen Entscheidungen den kann – vor allem nicht von allein treffen zu müssen, sondern den Eltern – dazu braucht es die dies mit meinem Mann abzu-


sprechen bzw. auch mal sagen zu können: „Frag den Papa.“ Es entspannt, wenn man weiß, man ist nicht allein, sondern zu zweit. ◆ Was sind denn gute Eltern?

Ein Frühstücksgespräch „Was sind gute Eltern?“, fragte ich heute unsere beiden Töchter, als wir den Frühstückstisch deckten. „Die sind froh“, antwortete die Ältere (9 Jahre) spontan. Auf diese Idee wäre ich nie gekommen, doch leuchtete mir das sofort ein, denn die Freude ist in der Familie – wie im Glauben – ein ganz wesentlicher Maßstab. Wo Zufriedenheit, Heiterkeit und Glück herrschen, kann im Detail nicht allzu viel schief gelaufen sein.

Die zweite Tochter (7 Jahre) definierte die guten Eltern aus einer anderen, für mich nicht weniger verblüffenden Perspektive: „Gute Eltern sind, wenn die Kinder gut erzogen sind. Wenn die Kinder gut sind zu anderen Kindern. Wenn die Kinder nicht streiten.“ Letzteres wurde im Anschluss auf „Wenn die Kinder nicht zu viel streiten“ ins Realistische hin konkretisiert. An ihren Früchten werden sie gemessen, schoss mir in Abwandlung der Evangelien-Stelle (Mt 7,16) durch den Kopf, ich schnitt einen Apfel auf (der wohl auch nicht weit vom Stamm gefallen ist) und verteilte die Stücke. Was hilft das beste Erziehungskonzept, wenn sich die Kinder ganz anders entwickeln, als man berechnet hätte? Was helfen die fundiertesten Theorien, die raffiniertesten Argumente? Wenn der Mensch plant und na-

„ Wo Zufriedenheit, Heiterkeit und Glück herrschen, kann im Detail nicht allzu viel schief gelaufen sein.

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Eltern Sein F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ „Gute Eltern sind die, die nicht alles erlauben, die nicht verwöhnen.

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iverweise erwartet, alles bestimmen zu können, lacht Gott bekanntlich. Doch was könnte helfen? Das Kind mit einem liebevollen Blick beobachten, lebendig Fühlung halten und erkennen, wohin es sich entwickelt, offen sein für Veränderungen, nachfragen, wenn Neues irritiert, erklären lassen und den liebevollen Blick nicht verlieren. Ach ja, wohl auch das Vorbild, das Vorleben der Eltern. Immerhin warf die ältere Tochter ein: „Wenn sich die Eltern nicht streiten.“ Wir sind hauptverantwortlich dafür, dass unsere Kinder erleben und erlernen, wie eine gute Gesprächsund Streitkultur aussehen kann, und ein Empfinden dafür ausbilden, wo Grenzen der Achtung und des Respekts verlaufen, die nicht übertreten werden dürfen – aus der Würde, die ich dem Anderen zuspreche, aber auch aus der Würde, die ich für mich selbst in Anspruch nehme. Bei den nächsten Punkten, die wieder die zweite Tochter vorbrachte, war ich mir im ersten Moment nicht sicher, ob sie das nur mir zuliebe sagte: „Gute Eltern sind die, die nicht alles erlauben, die nicht verwöhnen und die den Kindern nicht alles geben (gemeint war wohl: was sie wollen) – aber hin und wieder schon.“ War das nur so gesagt, in der Hoffnung, dass es mich freuen würde? Ich fragte nach, warum wir die Kinder nicht verwöhnen sollten. „Weil sie sich sonst daran gewöhnen – und dann sind sie enttäuscht, wenn es nicht mehr so ist“, erklärte sie mir. Da war ich schon gerührt, weil ich der Überzeugung bin, dass heutzutage viele Eltern ihre Kinder in einer Traumwelt aufwachsen lassen, die sie überhaupt nicht auf ein Berufsund Familienleben vorbereitet, geschweige denn auf das Altern und den Tod. Da ist der Schock vorprogrammiert. Wer dann erst gezwungen ist, sich mit der Realität abzufinden, ist arm dran.

Weil wir vor dem Aufbruch in die Schule noch ein paar Minuten hatten, fragte ich, ob ihnen noch etwas einfalle, wie gute Eltern sein sollten. Da kam von der Neunjährigen wieder: „Die streiten nicht oft.“ Offenbar ist der Umgang, den wir miteinander pflegen, ein ganz wichtiges Kriterium. Die Siebenjährige ergänzte: „Die sind kuschelig warm.“ Dann ging sie zu uns, drückte ihre Wange an unsere Wange und prüfte, ob wir eh schön warm sind. Sehr nett. „Und wenn sehr viele Termine von den Kindern im Kalender eingetragen sind.“ Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fällt mir auf, dass diese Aussage in zweierlei Weisen aufgefasst werden könnte: Entweder es geht darum, dass wir Eltern viele Aktionen mit Freundinnen erlauben oder als Taxi etc. unterstützen, oder um die gemeinsamen Termine. Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus beidem. „Und was wären schlechte Eltern?“, hätte mich noch interessiert. „Weiß ich nicht“, sagte die eine, von der anderen kam nur ein „Hmm...“. Gut so, wenn sie den Blick auf das Positive richten. ◆

Fernsehen

An einem Strang ziehen „Papa, darf ich fernsehen?“ fragt mich mein zehnjähriger Sohn in auffällig freundlichem Ton. Ich möchte schon „Ja“ sagen, da fällt mir der Satz ein, den ich mit meiner Frau für ähnliche Situationen vereinbart habe: „Hast du Mama schon gefragt?“ Siehe da, er hatte schon gefragt. Meine Frau hatte es ihm erlaubt, aber erst nachdem er seine Hausübungen erledigt hat. Die wollte er aber erst später erledigen. Da wir uns als Eltern einig waren, machte er sich sichtlich enttäuscht auf den Weg in sein Zimmer. ◆


Lieben wir unsere Kinder

Perfekte Eltern Wie können wir zu perfekten Eltern werden? Bevor wir Kinder bekommen haben, haben wir uns wenig Gedanken gemacht. Und dann waren sie da unsere Schätze. Wir haben begonnen zu lesen, Podcasts anzuhören, Tipps von Freunden geholt – die Gefahr dabei, dass der Kopf das Übergewicht erhält, dass wir uns ausdenken und ausrechnen, wie wir unsere Elternrolle am besten spielen, damit die Erziehung unserer Kinder gelingt. Und wir haben gemerkt, wie wir uns in Anbetracht einer Flut von Argumenten gar nicht mehr trauen, auf unseren Instinkt zu hören.

einem Gefühl der Liebe heraus. Lieben wir unsere Kinder. Wenn unsere Liebe unsere inneren Impulse kultiviert, dann dürfen wir uns auf die Richtigkeit dieses Instinkts verlassen. Selbst wenn wir uns einmal ärgern. Lieben wir, dann drückt sich dieser Ärger nicht in Zorn (mit all seinen Konsequenzen) aus, und doch darf er sich ausdrücken. Wie, muss jede und jeder von uns selbst spüren. Liebe und elterliche Autorität widersprechen einander keineswegs. Im Gegenteil. Doch ist klar: Liebe ist kein emotionaler Weichspüler.

Stärken wir uns als Eltern auf diesem Weg der Liebe. Lassen wir uns anregen aber nicht irritieren. Nehmen wir uns Zeit für einander. SuDas wiederum hat uns zur Bot- chen wir unsere gemeinsame Mitschaft Jesu Christi geführt, diese te. Reicht Euch die Hand... ◆ einfach umzusetzen: Leben wir aus

„ Bevor wir Kinder bekommen haben, haben wir uns wenig Gedanken gemacht. Und dann waren sie da unsere Schätze.

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Wir lassen uns ergänzen

Eltern Sein

Eltern sein – Ein Eheteam sein

a rb e i t s m a t e r i a l

Eltern sein bedeutet nicht nur Vater und Mutter zu sein. Es geht darum, ein Eheteam zu sein, das trotz Unterschiedlichkeiten zusammen hält und kontinuierlich zusammen wächst – mit dem Ziel, unsere Kinder zu eigenständigen, frohen und starken Persönlichkeiten zu erziehen. Miteinander macht es einfach mehr Freude, die Kinder, die uns Gott geschenkt hat, in dieses Leben begleiten zu dürfen. Als Mutter und als Vater bringen wir uns auf unterschiedliche Weise in die Erziehung unserer Kinder ein. Jeder von uns beiden hat Stärken und diese sind nicht unbedingt ident. Auch wenn man am Anfang der Beziehung die Unterschiedlichkeiten reizvoll und interessant findet, können sie im Laufe der Zeit ziemlich nerven. Oftmals sind sie der Grund für Streitereien und Konflikte. Dabei wäre das Leben doch so viel schöner, wenn man sagen könnte: „Du hast, was ich nicht habe, und ich habe, was du nicht hast. Und das ist gut so!“ Gemeinsam deckt man viel mehr ab. In unserer Unterschiedlichkeit können wir uns ergänzen lassen. Das hat einen großen Vorteil: ich muss nicht alles selber können und ich brauche es auch gar nicht erst versuchen deine Stärken auch zu können. Patricia & Günther Mayrhofer

„ Es geht darum, dass wir beide ein Eheteam sind und mit unserer Unterschiedlichkeit gemeinsam alles schaffen können!

Ergänzung funktioniert aber nur, weil jeder von uns unterschiedlich ist. Jede Fußballmannschaft setzt auf unterschiedliche Kompetenzen der einzelnen Spieler. Kein Trainer der Welt würde einen Stürmer ins Tor stellen. Nur im Zusammenspiel der Mannschaft ist ein Sieg möglich. In unserer Ehe geht es zum Glück nicht um Sieg oder Niederlage. Es geht darum, dass wir beide ein Eheteam sind und mit unserer Unterschiedlichkeit gemeinsam alles schaffen können! Sind wir uns unserer Stärken bewusst und setzen diese gezielt ein, geht vieles leichter. Uns hat ein befreundetes Ehepaar erzählt, dass es während der Distance Learning-Phase sehr mühsam war, dass die Kinder die geforderten Übungen ordentlich machten. Die Mutter war mit Homeoffice und Hausarbeit gefordert, sie hatte einfach die Nerven für ein konzentriertes Lernen mit den Kindern nicht mehr. Ihr Mann war zwar auch den ganzen Tag im Beruf gefordert, ist allerdings ein sehr geduldiger Mensch. Daher haben die beiden beschlossen, dass der Vater mit den Kindern die Übungsaufgaben macht. Die Mutter konnte sich in der Zwischenzeit auf ihre Aufgaben konzentrieren und diese ordentlich erledigen. Die Geduld des Vaters und das konsequente Heraushalten der Mutter brachte Entspannung in die Situation. Wir halten zusammen

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Kinder wissen sehr schnell, was sie bei wem machen dürfen. Bei den Großeltern gelten andere Regeln als zuhause und wenn der Papa auf die Kinder schaut, dürfen sie andere Dinge als bei der Mama. Das ist grundsätzlich auch kein Problem, solange wir uns als Eltern nicht gegenseitig ausspielen lassen. Die Frage der Kinder, ob sie vor dem Essen ein Eis essen dürfen, bringt so manches Konfliktpotenzial in die Beziehung. Als Eheteam sind


wir eine Einheit und halten zusammen – auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Wir treten geschlossen vor den Kindern auf und lassen uns nicht gegeneinander ausspielen. Wenn unser Kind vor dem Essen kommt und fragt, ob es denn ein Eis essen dürfe, lautet die Gegenfrage: “Was hat denn die Mama/der Papa gesagt?”

Eltern Sein Arb e i t s m a t e r i a l

Es ist ganz normal, dass wir nicht immer derselben Meinung sind. Unsere unterschiedlichen Ansichten wollen wir aber nicht vor den Kindern austragen und diskutieren, sondern wir tragen die Entscheidung des anderen mit. So wie im Beispiel mit dem Eis, das war die Entscheidung der Mama, das hat sie so entschieden und ich trage das jetzt so mit und stehe hinter ihr. Wenn wir anderer Meinung sind, dann nehmen wir uns Zeit und diskutieren das als Ehepaar allein unter uns aus: nicht mit der Freundin, den Nachbarn oder den eigenen Eltern – nur du und ich. Wir wachsen immer mehr zusammen

Wenn wir als Einheit auftreten, können wir den Kindern gemeinsam die Grenzen aufzeigen. Die Kinder spüren, dass wir an einem Strang ziehen. Das geht aber nur, wenn wir miteinander reden! Im regelmäßigen Ehegespräch nehmen wir uns Zeit füreinander und können dem nachgehen, wo wir unterschiedliche Meinungen haben – auch in der Kindererziehung. Wir gehen der Frage nach: Wie möchten wir unsere Kinder erziehen? Ein offenes Ohr und die Fähigkeit, das Richtige aus den Worten meines Ehepartners herauszuhören sind gute Möglichkeiten, um einander besser zu verstehen. Pater Kentenich spricht vom gütigen Verstehen: “Ein gütiges Verstehen für alle Nöte und Sorgen, das ist es, was das Familienleben so warm macht, das Bewusstsein: Meine Not ist die Not des anderen, meine Freude ist die Freude des anderen. ... Wir gehören zueinander, verstehen einander, sind wach füreinander.”

„ Wenn wir anderer Meinung sind, dann nehmen wir uns Zeit und diskutieren das als Ehepaar allein unter uns aus.

Nöte und Sorgen im Sinne von Pater Kentenich können auch Werte und Grundsätze sein, die mir als Ehemann/Vater oder als Ehefrau/Mutter wichtig sind. Wenn wir einander zuhören und gütig verstehen wollen, was denn hinter der Entscheidung steht, die mein Mann/meine Frau getroffen hat, kommen wir uns auf eine neue Art näher und unsere Beziehung wächst in die Tiefe. Unserer einzigartigen Aufgabe auf der Spur

Beim Eheversprechen haben wir zueinander JA gesagt. Gleichzeitig hat auch Gott JA zu uns gesagt. Gott überträgt eine einzigartige Aufgabe an uns. Diese können nur wir beide erfüllen - das ist unser gemeinsames Eheideal. Jedes Ehepaar hat ein Eheideal, man muss es „nur” suchen, indem man der Frage nachgeht: Wofür gibt es uns? Das Eheideal findet man nicht an einem einzelnen Gesprächsabend – „Es wächst, weil wir wachsen“, sagte Pater Tilmann Beller (Schönstattpater, der die Bewegung in Österreich aufgebaut hat) einmal. Beim Ausbildungskurs „Familientrainer” der Akademie für Familienpädagogik, die Pater Beller vor über 30 Jahren ins Leben gerufen hat, ist es schön zu beobachten, wie jedes Ehepaar ihrer einzigartigen Aufgabe auf der Spur ist. Im ersten Jahr hören die Teilnehmenden Vorträge zu Erziehungs-, Beziehungs- und Glaubensthemen. Sie setzen sich mit der Frage auseinander, was ihnen in ihrer Familie wichtig ist und was sie davon umsetzen wollen. Sie spüren hin, wo ihr Herz berührt wird. Wo das Herz beider höher schlägt, dort kann auch ein Hinweis zum gemeinsamen Eheideal sein. Das ist dann die Basis für das zweite Jahr, wo sie gemeinsam

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Eltern sein Arb e i t s m a t e r i a l

an einem Herzensthema arbeiten. Sich auf ein Thema einigen und das dann gemeinsam ausarbeiten ist harte Arbeit. Dabei entdecken sie soviele gelungene Erfahrungen, dass sogar ein ganzer Vortrag gefüllt werden kann. Diese besondere Form der Zusammenarbeit lohnt sich, denn man wächst kontinuierlich weiter zusammen. Ist das nicht spannend zu entdecken, wofür es uns als Eheteam gibt! Dafür gibt es nur uns zwei! Dafür, dass wir für unsere Kinder eine Heimat aufbauen, wo gespielt wird, wo geredet wird, wo sie erleben, wie wertvoll sie uns sind. Dafür, dass wir anderen Menschen etwas bedeuten können. Dafür, dass wir nicht nur für uns selber leben, sondern dass wir als Familie in dieser Welt etwas gestalten und bewirken können. Das Eheideal leuchtet uns wie ein heller Stern am Himmel. Unseren gemeinsamen Weg können wir an diesem Stern immer wieder ausrichten. Ein in vielen Bereichen engagiertes Ehepaar hat das einmal so beschrieben: „Seit wir unser Eheideal kennen, sind wir uns bei vielen Entscheidungen schneller einig. Wir können bei Anfragen auch leichter Nein sagen zu Aufgaben, die uns nicht entsprechen. So bleibt uns mehr Zeit für das, was uns wichtig ist.“ Von diesen gewonnenen Zeiten profitieren dann nicht nur die beiden, sondern auch ihre Kinder. ◆

Buchtipp: Tilmann Beller „Als Ehepaar heilig werden“

Das Eheideal leuchtet uns wie ein heller Stern am Himmel.

EHEteamfragen

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Wo habe ich meine Stärken? Wo lasse ich mich gerne von dir ergänzen? In welchen Bereichen der Kindererziehung sind wir unterschiedlicher Meinung? Und in welchen Bereichen ziehen wir an einem Strang? Was ist uns in der Kindererziehung wichtig? Unserem Eheideal auf der Spur: o Wofür gibt es uns? o Welche Werte sind uns beiden wertvoll? o Wie möchten wir beide sein? Gibt es ein Bild, wo unsere Sehnsucht auf wacht? Ein Name, bei dem unsere Seele zum Schwingen kommt? Ein Wort aus der Hl. Schrift, aus einem Film oder aus einem Gedicht/Gebet, aus dem uns Energie zuströmt?


P a t e r K e n t e n i ch

Innerhalb der Ehe wollen und sollen wir nach Gottes Absicht nicht nur ein Fleisch sein, sondern auch Geist. Wir sollen und wollen uns also gegenseitig ergänzen. Quelle: Am Montagabend Bd. 7, S. 296 Und da müssen wir halt sehen, dass wir genau prüfen. Zum Beispiel, wenn wir Schwierigkeiten haben, einen Ehekonflikt, und es kommt wieder Ruhe, es ist wieder ruhige See, dann müssen Sie einmal nachträglich prüfen: Siehst du, so ist das bei dir, und so war das bei mir. Das ist dann nicht schlimm. Wissen Sie, Ehekonflikte, die machen die Ehe erst recht wohlwollend und gesund und glücklich. Natürlich darf das nicht so sein, dass sich nachher einer auf das hohe Ross setzt und sagt: Ich habe allein recht, und du, du musst dich ändern. Nein, halten Sie noch einmal das Bild vom alten Plato fest, das ich an den Anfang gestellt habe: Mann und Frau seien ursprünglich ein Wesen gewesen, und zwar physisch ein Wesen. (Sie wurden) gleichsam auseinander geschnitten, und jetzt drängen sie wieder zueinander. Sehen Sie, so muss das auch mit uns sein: Mann und Frau, wir sind moralisch eine Einheit, wir gehören zusammen. Mein Kopf und dein Kopf, das gibt einen Kopf. Mein Herz und dein Herz, das ist ein Herz. Meine Hand und deine Hand, das ist eine Hand. Mein Fuß und dein Fuß, das ist ein Fuß. Verstehen Sie, was gesagt sein soll? Das muss ich immer wieder fragen, weil die Dinge uns heute so fremd geworden sind. Es ist halt so, mit Ach und Krach kommen wir durch alle Ehekonflikte hindurch. Wenn wir einander ein bisschen besser verständen, dann würde unsere Liebe auch, je älter wir werden, um so inniger, wärmer und fruchtreicher. Die Schwärmerei hört natürlich nachher auf, das Leben ist zu hart. Aber die wahre Liebe bleibt und wird immer tiefer.

„ Wissen Sie, Ehekonflikte, die machen die Ehe erst recht wohlwollend und gesund und glücklich.

(Quelle: Am Montagabend Bd. 7, S. 310)

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Kindermund unsere kinder

Kindermund

Opa mäht den Rasen. Die zwei Enkelkinder sind mit ihren Spielzeugrasenmähern dabei.

Elias (6) sitzt am Tisch und ruft Mama

Am nächsten Tag erzählen sie

in der Küche zu: „Bitte ein Glas Wasser,

der Oma: „Wir haben gestern

meine Teuerste!“

den Rasen gemäht! Und der Opa war auch dabei!“

Wir essen Hendl und Anna (6) isst ungestüm. Papa: „Das Hendl ist jetzt aber schon gefährlich Die zwei Brüder und Papa

nah an deinem Pullover!“ Anna:

schauen gemeinsam einen

„Das ist doch nicht gefährlich.

Westernfilm an. Theresa (5)

Das ist doch schon tot!“

schaut kurz zu und geht dann zu Mama: „Gell Mama, wir zwei schauen das nicht an. Wir mögen lieber ramontische Filme!“

Wir sind auf Urlaub in einem Hotel. Die Kinder haben bald herausgefunden, dass man sich ein Eis auf die Zimmerrechnung bestellen kann. Markus (7) sitzt beim Abendessen. Als er fertig

Die ganze Familie sitzt beisammen beim Abendessen und hört Sarah (11) zu, was

Mama: „Wie kommt denn die

sie am Nachmittag mit den

Butter auf deinen Sessel?“

gleichaltrigen Freunden

Matthias: „Keine Ahnung!

gemacht hat. Chillen,

Glaubst du, ich schaue da

quatschen, in der Siedlung

immer hin?!“

herumschlendern, die neueste Musik hören, etc. Der kleine Bruder lauscht gespannt und

Mama hat seit neulich einen

meint dann: „Ich glaub, bei der

zweiten kleinen silbernen Ohrring.

beginnt jetzt die jugendliche

Als Theo (7) diesen entdeckt sagt

Zeit!“

er freudenstrahlend: „Der gefällt

ist, steht er auf und erklärt:

Magdalena (3) isst mit Mama

„So, und jetzt bestell ich mir

zum ersten Mal in einem

noch ein Eis auf Kosten des

Fast-Food-Restaurant. Als

Hauses!“

Mama ihr den Hamburger in der Schachtel hinstellt fragt sie: „Und wo gibt’s hier die Teller?“

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mir gut! Ich glaub, damit bist du jetzt die coolste Mama in meiner Klasse!“

Kindermund...

Ihr Kind hat einen guten Spruch auf Lager? Dann lassen Sie uns doch daran teilhaben und schreiben uns einfach unter: kontakt@familiealsberufung.at


Wir gratulieren und wünschen Gottes Segen!

Willkommen unsere kinder

Ulrike & Ernst Raidl aus Linz zur Geburt ihres Kindes Julina am 21. Jänner 2022

Julina Raidl

...Willkommen!

Wenn Sie ein Baby bekommen haben und möchten, dass ein Foto in der FAB veröffentlicht wird, schicken Sie es an: kontakt@familiealsberufung.at

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mein Kind e i n g e sch e n k G o t t e s

Fam. Umschaden

F a m i l i e n e rz ä h l e n

Planbarkeit der Kindesentwicklung

„ Demgegenüber stellen wir das Kind als Geschenk Gottes - wir nehmen es an wie ER es mir schenkt.

Mein Kind – ein Geschenk Gottes In der modernen Zeit gibt es den Trend zum perfekten Kind. Früh üben sich die künftigen Meister, die sprachliche, sportliche und musikalische Früherziehung floriert. Doch inwieweit können wir Eltern die Zukunft unserer Kinder planen? Ist dieser Zugang oder eine zu enge Erwartungshaltung nicht zum Scheitern verurteilt? Demgegenüber stellen wir das Kind als Geschenk Gottes - wir nehmen es an wie ER es mir schenkt. FAB Familien erzählen aus ihrem Leben, über die Stärken und Schwächen ihrer Kinder, über den schmalen Grat zwischen Förderung und Überforderung, und wie sie als Eltern herausgefordert sind die Talente des Kindes zur Entfaltung zu bringen. Wie geht es den Eltern, wenn ihr Kind anders kommt als sie es sich gewünscht haben – wenn es sich anders entwickelt oder gar schwer benachteiligt ist. Dein Talent – mein Auftrag

Der schwarze Punkt am weißen T-Shirt Als ich das Thema im Redaktionsbrief gelesen habe musste ich schmunzeln. Die Entwicklung der Kinder zu planen, so wie eine große Urlaubsreise, das würden sich Eltern vielleicht manchmal wünschen, doch der Faktor Mensch bei der Kindererziehung ist nicht planbar - weder der des Kindes, noch der als Eltern. 26

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Unsere vier Kinder sind inzwischen fast erwachsen und zu sehr

unterschiedlichen Persönlichkeiten gereift. Hätte man mich vor 25 Jahren gefragt, wie groß der Anteil der Erziehung ist und wie viel von den Anlagen des Kindes schon grundgelegt sind, hätte ich sicher eine andere Antwort gegeben als heute. Damals war ich davon überzeugt, dass der Großteil von der Erziehung abhängt und wie wir unsere Kinder durch das Leben begleiten. Wenn ich unsere Kinder heute anschaue sehe ich, dass vieles, was ihre Fähigkeiten und Talente ausmachen, schon von


klein an sichtbar war. Eine unserer Töchter hat eine ausgeprägte soziale Ader. Schon als kleines Kind hat sie die Bedürfnisse anderer Kinder wahrgenommen und ist darauf eingegangen. Unser Sohn hatte schon als Kind „Wespen im Hintern“, er brauchte ganz viel Bewegung, um ausgeglichen zu sein. Bis heute spielt er Fußball in einem Verein, jetzt zum Spaß und als Hobby, aber ganz regelmäßig. Andere Dinge lässt er ausfallen, sein Fußball so gut wie nie. Da, wo die Kinder Talente haben, ist es ja noch halbwegs einfach, sie zu fördern und ihnen das zu ermöglichen. Da wo die Kinder nicht unseren Erwartungen und Vorstellungen entsprechen, wird es deutlich schwieriger.

Große im Kind zu sehen, und nicht nur den einen kleinen schwarzen Punkt auf dem weißen T-Shirt, der störend ist. Das ist manchmal herausfordernd, es ist aber auch etwas, was wir üben können und wo wir uns als Ehepaar immer wieder gegenseitig dazu ermuntern dürfen. ◆ Anstrengend

Vorsätze und Vorbild

Als ich noch keine Kinder hatte, wusste ich vieles besser. Zu allem hatte ich eine Meinung und über das Verhalten vieler Eltern schüttelte ich den Kopf. Selbst wollte ich immer viele Kinder haben und hatte keinen Zweifel daran, dass Deine Schwäche – mein Wachstum ich das gut und souverän meistern Das war für mich als Mutter eine würde. große Herausforderung, als die Legasthenie meiner Tochter fest- Als dann mein erstes Kind auf die gestellt wurde. Ich, die ganz leicht Welt kam, versuchte ich den Alletwas schreiben und formulieren tag so zu gestalten, wie ich mir das kann, war nun mit einem Kind eben vorgestellt hatte. Ich war sokonfrontiert, dass trotz großer fort mit dem kleinen Würmchen Bemühungen kaum die von der wieder unter Leuten. Das Baby Schule verlangten Anforderungen sollte sich in meinen Zeitplan einbestehen konnte. fügen und ich wurde grantig, wenn das nicht funktionierte. Aber ich Was mir geholfen hat? Da hinzu- tröstete mich damit, dass es mit der schauen, was ich nicht kann, wo Zeit schon leichter werden würde. ich meine Grenzen habe. Nicht de- Wurde es nicht. Das zweite Kind struktiv, sondern annehmend, dass kam bald darauf und ich kämpfte es so ist. So konnte ich auch mit ihr laufend mit der Überforderung. barmherziger umgehen und die Erwartung, dass sie in dem Punkt Warum waren diese Kinder so anso sein muss wie ich, langsam ab- strengend? Ich wollte doch eigentlegen. Die Betonung liegt auf lang- lich noch deutlich mehr Kinder. sam. Wie sollte ich das schaffen? Wenn ich jemanden sah, der mehr KinDas hatte zur Folge, dass unsere der hatte und dies scheinbar mit Tochter ihren Weg finden konn- Leichtigkeit und Freude, überkam te und mit vielen anderen Fähig- mich Groll und Neid. keiten diese Schwäche bis heute kompensiert. Sie ist auch viel bes- Gott sei Dank waren und sind meiser geworden, weil durch das älter ne Kinder so wie sie sind und vor werden andere Kompetenzen ge- allem auch so stark im Charakter. wachsen sind, die ihr dabei gehol- Hatten sie doch die schwierige fen haben. Aufgabe erhalten, mich bei meiner Selbsterziehung zu unterstützen Alle, die vor solchen Herausforde- und mich mehr zu dem Menschen rungen stehen, möchten wir ermu- zu machen, der ich - wenn ich meitigen den Gottesfunken und das nen eigenen Worten glaube schen-

„ Vergleichen bringt nichts. Jeder Mensch ist einzigartig.

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mein Kind e i n g e sch e n k G o t t e s F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ Da war er dann ganz schutzbedürftig in meinen rauen Händen: unser Erstgeborener, ein Wunder, ein Geschenk des Himmels.

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ken sollte - doch eigentlich schon gemacht hat und kann sie richtig längst sein sollte: genießen. Und ich kann jetzt auch vor anderen dazu stehen, dass ich Einzigartig zwar gerne mehr Kinder gehabt Ich habe gesagt: Vergleichen bringt hätte, wir aber schon beim Sorgen nichts. Jeder Mensch ist einzigar- für die Bedürfnisse von uns Fünftig. en oft an unsere Grenzen kommen und das für mehr Kinder nicht Meine Kinder zeigten mir: Dann schaffen würden. Aber das ist okay. höre auf zu vergleichen! Es macht Weil wir wissen, dass Gott einen dich unglücklich. Plan für uns hat und es gut mit uns meint. ◆ Ich war überzeugt: Kinder sind ein Geschenk. Und doch ärgerte ich mich, als hätte ich ein Anrecht auf Aufgabe und Wunder die Kinderzahl, die ich mir vorgestellt hatte. Sehnsucht Familie Ich wollte jedes Kind so annehmen, wie es ist. - Wie anders hätte ich mich verhalten, hätte ich doch wirklich begriffen, was diese Worte bedeuten.

Als erstes von vier Kindern war für mich meine Herkunftsfamilie trotz aller Schwierigkeiten immer ein Rückzugsort, ein Zuhause und ich habe immer den Wunsch nach einer großen Familie in mir getraIch wusste: Kinder lernen durch gen. Vorbild. Und doch war ich lange nicht das Vorbild, das ich sein Knapp nach unserer Hochzeit war wollte. auch schon das erste Kind unterwegs – dass es so schnell geht, daToleranz war mir sowieso wich- mit hätten meine Frau und ich gar tig. Aber aufzuhören über andere nicht gerechnet. Durch berufliche zu urteilen und mich in Demut zu und universitäre Verpflichtungen, üben war eine schwierige Übung. pfarrliche Einsätze und freundschaftliche Treffen ist die Zeit der Ich wollte erwachsen sein. Meine Schwangerschaft für mich wie im Kinder machten mir klar: Dann Flug verstrichen und die Geburt übernimm die Verantwortung für stand vor der Tür. deine Entscheidungen. Ich habe meine Frau zum GeburtsWertvoll vorbereitungskurs begleitet und Besonders schnell habe ich nicht dort noch die letzten Tipps für eine gelernt, aber mittlerweile fühle ich gelungene Geburt mitgenommen mich wohler denn je. Oftmals ent- … schuldige ich mich gedanklich bei den Eltern, über die ich die Augen … und dann sind die Wehen über verdreht habe und begegne ihnen meine Allerliebste gekommen, mit aufrichtiger Wertschätzung. stundenlang hat sich die Geburt Ich stehe für meine Bedürfnisse ein gezogen, ein tiefer Einschnitt in die und achte auf die Bedürfnisse mei- alltägliche Routine. Das war eine ner Familie. Ohne Vergleichen. Ich unmenschliche Herausforderung kann meine Emotionen von denen für Mutter und Kind. Letztlich hat meiner Kinder gut trennen. Und Gottes liebender Plan dafür gegestehe ihnen voll und ganz ihr sorgt dass die Geburt noch gut auseigenes Leben, ihre eigenen Ent- gegangen ist. Da war er dann ganz scheidungen und ihre eigenen In- schutzbedürftig in meinen rauen teressen zu. Ich bin sehr dankbar Händen: unser Erstgeborener, ein für die mittlerweile drei großen Wunder, ein Geschenk des HimGeschenke, die der liebe Gott mir mels.


Seitdem hat mein Leben noch einmal mehr Geschmack und Tiefe bekommen Und ich staune vor der Aufgabe, die mir mein Gott anvertraut. ◆ Kein guter Schüler

Umwege gehören zum Leben Für die Erziehung unserer Kinder sind eigene Erfahrungen oft goldeswert. Auch wenn sie im Moment gar nicht wie Gold glänzen. Ich habe heute einen Job, der mir viel Freude macht als Projektleiter eines großen Teams. Meine Schulkarriere war allerdings eine einzige Katastrophe.

Ich war einer der besten Lehrlinge beim Abschluss und machte dann gleich mit der Werkmeisterschule weiter. Als unser erstes Kind geboren wurde, machte ich dann noch die HTL und die Matura nach. Das öffnete mir viele Türen, den Job, den ich heute mache, hätte ich wohl ohne Matura nicht bekommen. Aus meiner eigenen Erfahrung konnte ich den Bildungsweg meiner Kinder sehr entspannt betrachten. So ein schwieriger und chaotischer Weg, wie ich ihn gegangen bin, ist sicher nicht der Regelfall. Misserfolge und Umwege gehören zum Leben, es muss ja nicht jeder einen so komplizierten Weg gehen wie ich.  ◆

Schon in der Volksschule war ich ein schlechter Schüler. Meine El- Chance auf Leben tern hatten leider nicht die Gabe, mich zu motivieren, da gab es eher Kein Zurück Schläge und mit Worten wurde mir vermittelt, dass ich es sicher Wir sind gerade im Urlaub mit unnie zu etwas bringen werde. seren drei Kindern. Alle drei sind bereits aus dem Gröbsten draußen, In der Hauptschule ging es ge- ich überlege mich gerade mit einem nauso weiter. Die Direktorin hatte eigenen Business umzuorientieren. meiner Mutter sogar die Empfeh- Das Leben ist einfach schön! Und lung gegeben, mich in die Son- genau hier merke ich, dass meine derschule zu schicken. Das hat sie Regel aussteht, ich bin überfällig. Gott sei Dank aber nicht getan. Panik überkommt mich. Noch ein Ich hatte aber sogar in der 3. Leis- Kind? Jetzt, wo alles gerade so sutungsgruppe, die es damals noch per läuft? Neu starten? gab, schlechte Noten. Nein, das kann einfach nicht sein Nach der 4. Klasse machte ich ei- … warum lieber Gott? Ich mag nen kurzen Ausflug in die HTL, bis nicht mehr! Wie soll das gehen? ich dann eine Schlosserlehre be- Vier Kinder mit nur einem Gegann. Nicht, weil mich das damals halt? Vier Kinder in einem kleinen so interessiert hätte, sondern weil Auto? Das war nicht geplant … ein anderer Schulfreund dort begann und ich von ihm wusste, dass Anderes habe ich mir erwartet. Ich sie noch Lehrlinge suchen. gebe zu, ganz schlimme Gedanken kamen mir in den Sinn – warum Das praktische Arbeiten war viel kann ich die Zeit nicht zurückdremehr „meines“. Plötzlich wur- hen? de meine Arbeit geschätzt und in der Berufsschule schaffte ich mit Wie kann ich dieses Leben in mir Leichtigkeit lauter Einser. Mein ungeschehen machen? Und gleichSelbstwert stieg mit jedem Tag, mit zeitig hat mir mein Glaube die jeder Woche und mit jedem Mo- Grenzen gezeigt, den roten Faden, nat. an dem ich mich festhalten konnte. Abtreiben ist keine Lösung, keine

„ Genau hier merke ich, dass meine Regel aussteht, ich bin überfällig

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mein Kind e i n g e sch e n k G o t t e s F a m i l i e n e rz ä h l e n

Alternative. Auf keinen Fall! Es gibt nur eine Lösung: dieses Kind als Geschenk Gottes mit Liebe anzunehmen und ihm eine Chance zu geben. Eine Chance auf ein Leben in einer Familie, in Geborgenheit und Freude. Heute schäme ich mich für meine Gedanken in diesem Sommer …

„ Wir haben es in den Arm genommen: „Du bist gut, so wie du bist.

Ich schäme mich dafür, dass ich Gott nicht zugetraut habe, dass wir es auch mit 4 Kindern schaffen werden – finanziell, autotechnisch, beruflich. Für alles hat sich eine gute Lösung gefunden. Und so wollen wir uns an die Worte Pater Kentenichs erinnern: „Sei Und unser viertes Kind ist ein was du bist und das in bestmögliSonnenschein, das uns täglich viel cher Form.“ ◆ Freude bereitet und wir es nicht missen möchten. ◆ Unser Sonnenschein

Finde Deinen Weg

Einser sind nicht alles Wir sind stolze Eltern von vier wunderbaren und ganz unterschiedlichen Kindern. Zwei sind bereits erwachsen und haben ihre beruflichen Ausbildungswege bereits gefunden. Die zwei jüngeren stecken noch im Schulsystem und sind auf der Suche nach ihren Begabungen und Stärken.

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das ältere Geschwisterkind. Wir selbst haben dazu gar nichts beigetragen. Einmal kam eben dieses Kind weinend nach Hause, weil es einen 3er auf eine Schularbeit hatte. Was konnten wir Eltern tun? Wir haben mit diesem Kind gesprochen und es in den Arm genommen: „Du bist gut, so wie du bist. Wenn es dir wichtig ist, ein Einserschüler zu werden, dann darfst du mehr lernen. Aber solange du deinen Weg findest und glücklich und zufrieden bist, ist das für uns ein Geschenk.“

Alle unsere Helden sind unterschiedlich. Ein Kind rutschte als Überlebungskünstler durch die Schule, ein anderes war ein quasi lauter Einser Kind. Dadurch entstand bei einem der beiden jüngeren Kinder ein wahrer Erfolgsdruck, um schulisch auch so zu entsprechen, wie

Schrei nach Liebe Unsere 3-jährige Claudia war ein Kind mit einem sehr sonnigen Gemüt. Solange Papa nicht da war.


Kaum war er von der Arbeit daheim, zuckte sie aus und ging in den Kampfesmodus über. Für mich als Mama völlig unverständlich, da sie ja tagsüber total unkompliziert war. Papa und Claudia kämpften miteinander, beim Abendessen, beim Schlafengehen. Sie widersetzte sich schreiend allem, was er von ihr verlangte. Jede Grenze testete sie bis zum Äußersten aus. Ich konnte das oft nicht mit anschauen und habe das „Spielfeld“ manchmal verlassen, damit die beiden das in Ruhe ausfechten konnten. Immer endeten diese Wutausbrüche damit, dass Claudia schluchzend in Paps Armen gelegen ist und meistens dort auch einschlief. Diese Entwicklungsphase war irgendwann abrupt zu Ende. Wie aus dem Nichts. Heute sind wir sicher: Sie hat die Bestätigung gesucht, dass Papa sie liebt und als sein Geschenk Gottes annimmt. Irgendwann hat sie es gespürt und musste nicht mehr darum kämpfen. ◆

Ich muss zugeben, unsere Kinder gehen gerne zur Schule und lernen fällt ihnen leicht. Die älteren Geschwister sind mittlerweile im Gymnasium, der Jüngste wechselt die Schule im Herbst. Obwohl er tolle Noten hat, ohne Probleme in der AHS aufgenommen wurde und sich schon sehr freut, denke ich manchmal, ob das hoffentlich das Richtige ist? Mit meinem Mann habe ich über diese Überlegungen gesprochen, gemeinsam wissen wir – er soll es probieren, sollte es der falsche Weg sein, gehen wir mit ihm einen anderen. Wir haben unseren Kindern in der Vergangenheit die Möglichkeit geboten ein Instrument zu erlernen. Mittlerweile spielt unser Ältester noch gelegentlich Klavier, die beiden anderen wollen nicht mehr musizieren.

Anfangs fand ich das sehr schade, da ich selbst nie die Gelegenheit hatte ein Instrument zu erlernen – meine romantischen Vorstellungen wurden zerschlagen. Ich gebe zu, ich war etwas enttäuscht, anUnter Druck dererseits wollten wir den Kindern die Freiheit lassen, das in ihrer Vorzugsschüler Freizeit zu tun, was ihnen wirklich Freude bereitet. Die zwei Jüngeren Unser Ältester hat vor kurzem die haben statt der Musik ihre Liebe Geschichte „Der Vorzugsschüler“ zum Sport entdeckt und leben so von Marie von Ebner-Eschenbach ihre Talente aus. gelesen und uns Eltern davon erzählt. Mein Mann und ich wollen unseren Kindern Weggefährten sein, In dieser Geschichte geht es um starke und freie Persönlichkeiten einen Schüler im jugendlichen Al- zu werden (unabhängig davon, ter, der von seinen Eltern sehr un- was unsere eigenen Träume für ter Druck gesetzt wird, sehr gute sie sind). Wir haben erkannt, auch Noten in der Schule zu erzielen – wenn wir es gut meinen, kann das was letztlich ein schlechtes Ende für das jeweilige Kind auch falsch nimmt. sein. Dieses Loslassen unserer eigenen Wünsche für unsere Kinder Es bringt einen selbst zum Nach- sowie die Vorstellung (innerfamidenken, wie viel man von den eige- liär und gesellschaftlich), wie genen Kindern erwartet bzw. ob man lungenes Leben aussehen soll, hat sie mit den eigenen Vorstellungen auch uns Eltern viel Druck weggemöglicherweise überfordert. nommen. ◆

„ Mein Mann und ich wollen unseren Kindern Weggefährten sein, starke und freie Persönlichkeiten zu werden.

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mein Kind e i n g e sch e n k G o t t e s F a m i l i e n e rz ä h l e n

Interview mit Fam. Anna & Leopold Hofmann

Gottes Pläne sind anders FAB: Liebe Anna, lieber Leopold, ihr habt drei erwachsene Kinder und einen Engel im Himmel. Erzählt einmal …

„ Und ab dem Zeitpunkt habe ich nicht mehr um Heilung, sondern um die Erfüllung von Gottes Willen gebetet.

A&L: Ja, also wir haben zwei Buben, die mittlerweile erwachsen sind, einer hat bereits eigene Kinder. Nach den beiden Burschen habe ich, Anna, mir noch sehr ein drittes Kind – ein Mädchen gewünscht. Als wir uns dann auf unser drittes Kind eingelassen haben, ist es bei der Geburt gestorben. Das war ein schwerer Schicksalsschlag für uns. Und doch blieb der Wunsch nach einem Kind weiter. Und wirklich ich bin wieder schwanger geworden – und da hab ich gleich zum Beten begonnen, dass diesmal alles gut wird. Da waren einfach viele Ängste da und so haben wir von Anfang an für unser viertes Kind gebetet. Die Geburt unserer Maria war super – ein gesundes Kind. Die Freude war groß. Und dankbar für dieses Geschenk und glücklich, dass es ein Mädchen ist, haben wir unser Kind nach der Mutter Gottes benannt – Maria. FAB: Die ersten Monate mit Eurem Baby sind gut verlaufen, aber irgendwann habt ihr gemerkt, dass etwas nicht stimmt …

A&L: Mit einem halben Jahr haben wir unsere Maria taufen lassen und da hab ich mich bereits gewundert, dass da etwas anders ist. Maria war oft verkühlt und entwickelte sich anders als andere Babys. Mit einem Jahr (kurz vor Weihnachten) hat unser Arzt festgestellt, dass Maria in ihrer Entwicklung retardiert ist, die Ursache nicht erklärbar ist und wir ein behindertes Kind haben. Der Schock war tief, mit dieser Diagnose nach Hause zu fahren zu den Geschwistern von Maria, die damals 8 und 11 Jahre waren, hart. Zu wissen, es gibt keine Hilfe, war schlimm. Wir haben viel geweint und gebetet. Und auch um Gebet gebeten. Wir haben an eine Gebetsgruppe einen Brief geschrieben, damit sie für Maria beten und ihnen dann jährlich Fotos von Maria und über ihre Fortschritte berichtet. Dieses Wissen, dass jemand für uns betet, hat Kraft gegeben. Ich habe mir auch vorgenommen, alles zu tun, was mir möglich ist, um Maria möglichst gut zu fördern. Die ersten 5 Jahre war ich mit Maria zu Hause. Und dabei ist mein Gebet auch immer tiefer geworden. Maria hat den ganzen Tag von sich monotone Laute gegeben – das war kaum zum Aushalten für mich. Und so hab ich um ein Wunder, um Heilung gebetet. 32

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Irgendwann war ich dann auf Exerzitien, und da sagte der Priester, wenn das Gebet nicht hilft, dann muss man das Gebet ändern. Und ab dem


Zeitpunkt habe ich nicht mehr um Heilung, sondern um die Erfüllung von Gottes Willen gebetet. Das war ein Schlüsselerlebnis für mich – denn plötzlich konnte ich loslassen und war nicht mehr so verkrampft. Ich habe dann eine Montessori-Ausbildung gemacht, um Maria beim Lernen besser unterstützen zu können und … in der 4. Klasse Volksschule hat Maria bei einer Ansage von 40 Wörtern nur 2 Fehler gehabt. Das war ein Erfolg! FAB: Wie ist es in dieser schweren Zeit den Geschwistern ergangen?

A&L: Es war schwer. Teilweise sind sie sicher zu kurz gekommen, dadurch vielleicht auch selbständiger. Die Buben haben aber ihre Schwester sehr geliebt und überall mitgenommen. Sie haben sich für ihre Behinderung nie geniert und noch heute darf Maria ihre Brüder besuchen und ein Wochenende mit ihnen verbringen. FAB: Leopold, wie konntest Du Dich als Papa einbringen? Anna hat ja viel Zeit mit Maria verbracht, um sie bestmöglich zu fördern.

A&L: Meine Aufgabe bestand darin, den Großteil des Haushalts zu übernehmen – mittlerweile bin ich ein 3,5 Hauben Koch und dadurch Anna gut zu unterstützen, damit sie für Maria ganz frei sein kann. Und ich habe auch versucht meine Freizeit mehr mit den Burschen zu verbringen. FAB: Wie geht es Maria heute?

A&L: Für uns war es schwer mitzubekommen, dass Maria keinen Beruf erlernen kann. In der Behindertenwerkstätte gab es Jugendliche mit ganz schweren Behinderungen, diese Kinder konnten nicht einmal sprechen. Das war für Maria, die sehr redselig und offen war, schwer. Aber sie hat ihren Weg gemacht und lebt seit ein paar Monaten in einem teilbetreuten Wohnen, in einer WG und ist hier sehr glücklich und auch selbständig. Uns war es wichtig, dass Maria mit kleinen Schritten immer mehr in die Selbständigkeit erzogen wird. So ist es kein Problem, dass sie heute mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, den Arzt besucht.

„ Wir haben gewusst, unsere Maria ist anders, vom lieben Gott so gewollt und uns anvertraut.

FAB: Was möchtet ihr jungen Familien mitgeben?

A&L: Mir war es wichtig, dass ich mit Maria überall hingehen kann – ich hab sie nicht versteckt, sondern in die Messe, als Tischmutter zur Erstkommunionsvorbereitung meines Sohnes mitgenommen. Dadurch habe ich mich nicht abgekapselt von der Gesellschaft. Das war gut. Und es war wichtig, diesen Zustand zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Wir haben gewusst, unsere Maria ist anders, vom lieben Gott so gewollt und uns anvertraut. Wir waren dann mit kleinen Schritten zufrieden und haben sie bewusst nicht mit Gleichaltrigen verglichen – da wären wir sofort unzufrieden. Das belastet! Also langsam Hineinwachsen, geduldig mit sich selbst sein und nicht zu viel erwarten. Durch unsere Maria hat sich mein Glaube verändert. Hätte ich nur gesunde Kinder gehabt, wäre ich nie so dankbar geworden. Auch als Lehrerin hatte ich dann eine besondere Beziehung zu den schwächeren Schülern. Ich konnte mich besser in sie hineinversetzen. Dabei hat mir auch die Montessori-Ausbildung geholfen. Wir hatten von Anfang an das Gefühl, es wird kommen wie es kommen soll. Immer wieder hat sich eine Tür geöffnet. Und wir sind dankbar für jene, die uns im Gebet mitgetragen haben. Das ist eine unendlich Kraft. Und wir sehen, dass Maria heute glücklich ist und sich wohl fühlt! FAB: Danke Euch, für Eure ehrlichen Worte und Euer Zeugnis.

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Du bist ein Geschenk!

Gott hat Dich uns anvertraut mein Kind e i n g e sch e n k G o t t e s a rb e i t s m a t e r i a l

Katharina & Florian Maderthaner

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.“ Khalil Gibran findet in seinem berühmten Gedicht treffende Worte dafür, dass unsere Kinder ein Geschenk sind. Ein Geschenk Gottes, der das Leben ist. Sie kommen durch uns, jedoch gehören sie uns nicht. Wir dürfen unsere Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten, sie lieben und ihnen Heimat schenken, ihnen aber nicht unsere Gedanken und Wünsche aufdrängen.

Wir fühlen uns beschenkt

„ Durch jede und jeden von uns kommen Lieblingsgedanken Gottes ins Leben.

Unsere Kinder lieben Erzählungen darüber, wie wir sie in der Zeit der Schwangerschaft freudig und gespannt erwartet haben, wie das so war rund um ihre Geburt und wie wir sie in unserer Mitte in Empfang genommen haben. Das Kind, das wir so lange Monate nur gespürt haben, nun auch erstmals zu sehen – wie magisch waren diese ersten Augenblicke! Da haben wir es ganz deutlich gespürt: Wir sind beschenkt! Immer wieder dürfen wir auch in den Jahren seit ihrer Geburt unsere Kinder als Geschenk erleben. Da ist zum Beispiel ihre Art, über die unscheinbarsten Dinge zu staunen, ihre sonnig fröhliche Leichtigkeit und ihre Fähigkeit, immer wieder neu zu beginnen. Unser Kind ist ein Original

Pater Josef Kentenich, der Begründer der Schönstatt-Bewegung, bezeichnet uns Menschen als Originale: Wir sind Individuen mit einer je eigenen Veranlagung, Prägung, unterschiedlichen Talenten und Begrenzungen. Durch jede und jeden von uns kommen Lieblingsgedanken Gottes ins Leben. Genauso sind unsere Kinder uns anvertraute Originale. Wir haben als Eltern die spannende Aufgabe, immer besser zu erforschen und zu erkennen, wo die Fähigkeiten und Talente unseres Kindes liegen. Was die besondere Aufgabe sein könnte, die unserem Kind zugedacht ist. Denn „Gott offenbart seinen Entwurf durch die Talente, die ein Kind hat“, so Pater Kentenich. Das heißt: Der Liebesplan, den Gott für das Leben unseres Kindes hat, die sanften Führungen und Fügungen, stehen oft in Zusammenhang mit dem, woran unser Kind besondere Freude hat, wo ihm etwas gut von der Hand geht. Doch auch mit den Schwierigkeiten, die es zu überwinden hat.

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Wie können wir unser Kind also noch näher kennenlernen? Wir selbst nehmen uns gerne bei Gelegenheiten, wo eins unserer Kinder vertieft in sein Tun ist, zurück und beobachten einfach wertungsfrei, wie es an die Dinge herangeht. Was tut es gerne, was gelingt ihm gut, wo liegen seine Stärken und Interessen? Und wie geht unser Kind mit Herausforderungen um? Wie löst es Probleme? Was schafft es schon gut und wo braucht es besonders unsere Begleitung? Im Gespräch als Paar erzählen wir einander von unseren Beobachtungen.


Den Schatz heben helfen

So entdecken wir immer neue Teile des Schatzes, der in unseren Kindern grundgelegt ist. Dieses Erkennen ist ein erster Schritt. Daraus ergeben sich noch weitere. Einerseits möchten wir dem Kind helfen, seine Originalität auch selbst besser kennenzulernen und anzunehmen. Ein sehr einfaches Werkzeug dafür kann sein, dass nicht alles, was unser Kind tut, „super gemacht“ ist. Statt einem allgemeinen Lob versuchen wir, konkret anzusprechen, was gut gelingt. Wir möchten auch Entwicklungsschritte sichtbar machen: „Ich hab beobachtet, heute hast du Theo gesagt, dass du auch gern einmal die große Schaufel haben magst. Das hast du dir dieses Mal zugetraut!“ Selbst wenn etwas nicht klappt, können wir das Bemühen benennen. Weite Kreise zieht es auch, wenn wir vor Dritten positiv von unserem Kind sprechen - vor allem, wenn das Kind mithört. Durch solche Bemerkungen und die Gespräche mit dem Kind merkt es: Wir sehen es, nehmen es wahr in seinem Wachsen und Entwickeln und staunen auch über das, was das Kind schafft und wo es sich bemüht. Originalität schützen

Wir versuchen nachzuspüren, was im Kind da ist und möchten möglichst ideale Bedingungen schaffen, damit sich das, was im Kind angelegt ist, entfalten kann. Das braucht eben das Beobachten und Verstehen von dem, was da ist und was als Nächstes dran ist. Auch das Spiegeln seiner Talente dem Kind gegenüber. Und in einem weiteren Schritt ziehen wir einen sicheren Rahmen gegenüber unpassenden Anforderungen von außen. Das kann etwa bedeuten, einen bewussten Umgang mit Medien zu pflegen: Wir überlegen uns, wer und was Einfluss auf unser Kind haben soll. Oder es kann bedeuten, unser überreiztes Kind nicht noch zum Verwandtschaftsbesuch mitzunehmen. Je jünger unser Kind ist, desto mehr braucht es uns Eltern, um seine Grenzen nach außen zu wahren. Zugleich können auch von innerhalb der Familie unpassende Anforderungen kommen. Etwa wenn unser Kind im Vergleich zu uns ein recht unterschiedliches Temperament und Tempo hat und wir geneigt sind, unsere eigenen Maßstäbe anzulegen. Oder wenn wir selbst ein Stück ungelebtes Leben in uns mittragen und uns unbewusst wünschen, unser Kind soll das jetzt ausleben. Dann darf Pater Kentenich uns erinnern: „Denken Sie daran, von einem Birnbaum kann man keine Pflaumen bekommen.“

„ Statt einem allgemeinen Lob versuchen wir, konkret anzusprechen, was gut gelingt.

Nicht immer leicht anzunehmen

Ja, es kann eine ganz schöne Herausforderung für uns Eltern sein, unser Kind mit allem, was zu ihm gehört, anzunehmen. In unserer Entwicklung zum Jugendlichen und Erwachsenen haben wir uns selbst näher kennengelernt und ausprobiert. Als wir dann in einer stabilen und tragfähigen Paarbeziehung angekommen waren, brachten unsere Differenzen die Möglichkeit, uns als Partner und auch als Einzelpersonen weiterzuentwickeln. Und nun begegnen uns in unseren Kindern laufend Aufforderungen zum persönlichen Wachsen und Weiterentwickeln. Gerade das, was uns am Verhalten unserer Kinder immer wieder aus der Fassung und an unsere Grenzen bringt, ist eigentlich ein Geschenk. Wir können solche Trigger als Wegweiser betrachten: Was löst dieses Verhalten meines Kindes in mir aus? Was genau stört mich daran? Ich kann das als Hinweis von oben betrachten: Eine gute Gelegenheit zu überlegen, was das mit mir selbst zu tun hat. Ist ein Teil meiner Persönlichkeit vielleicht noch nicht so gut entfaltet oder habe ich irgendeine meiner Eigenschaften eher in

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den Hintergrund gedrängt und es nun Zeit ist, sie mir mal näher anzuschauen? mein Kind e i n g e sch e n k G o t t e s a rb e i t s m a t e r i a l

Während der Überlegungen zu diesem Beitrag haben wir selbst auch einige Tage erlebt, wo wir nicht so leicht unsere Kinder als Geschenk betrachten konnten. Es waren Tage mit viel Meckern und Nörgeln. An einem Abend hat das gegipfelt und vor dem Schlafengehen war ich als Mama richtig unzufrieden mit der Situation. Da habe ich mich an den Impuls aus einem Vortragsabend im Keep Cool-Kurs für Eltern erinnert: Um einmal Kritik auszugleichen, braucht es etwa sieben Mal etwas Gutes. Beim Kuscheln im Bett habe ich den Kindern also zum Ausgleich für mein Nörgeln einige Dinge aufgezählt, wo ich über sie gestaunt habe oder was ich besonders an ihnen finde. Das war auch eine gute Übung für mich, mein Herz wieder weit zu machen. Eine exklusive Erziehungspartnerschaft

„ Unser Kind ist gerade uns geschenkt, anvertraut und auch zugetraut.

Unser Kind ist ein Geschenk Gottes. Auch Maria wurde mit Jesus beschenkt, sie wurde Gottesmutter. Gott hat ihr diese wertvolle und herausfordernde Aufgabe zugetraut. So dürfen wir uns auch sicher sein: Unser Kind ist gerade uns geschenkt, anvertraut und auch zugetraut. Dort, wo wir an unsere menschlichen Grenzen kommen, dürfen wir im Besonderen die Gottesmutter um ihr Zutun bitten. Mit ihrer Unterstützung können wir lernen, unsere Kinder immer besser zu verstehen und anzunehmen. Wir dürfen sie auch bitten, dass wir selbst gut mitwachsen können mit den Herausforderungen als Eltern und dass sie uns dabei begleitet. So hoffen wir, schrittweise in ein größeres Vertrauen hineinzuwachsen: Gottes Pläne sind Liebespläne. Wo wir unser Kind nicht mehr selbst begleiten können, lassen wir es vertrauensvoll los. ◆

EHEteamfragen

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Wir überlegen gemeinsam: Was hat Gott in unser Kind hineingelegt? Wo spüren wir besondere Freude bei unserem Kind? Und woran haben wir Freude an unserem Kind? Wie möchten wir unserem Kind laufend etwas von seiner Originalität spiegeln, so dass es sich selbst besser kennen und schätzen lernt? Was können wir an den Rahmenbedingungen verändern, damit unser Kind die großen Ideen entfalten kann, die Gott in es hineingelegt hat? Wo können wir uns gegenseitig unterstützen auch selbst als Einzelpersonen und als Paar an Herausforderungen mit den Kindern zu wachsen?


Beurteilen & Verurteilen

pixabay

F a m i l i e n e rz ä h l e n

Der Blick auf die Anderen

Beurteilen und Verurteilen An der Supermarktkassa hat man ausreichend Zeit um die übrigen Kunden zu beobachten, beispielsweise, was sie so alles einkaufen. Plötzlich sind sie da, die verurteilenden Gedanken: „Na servus, der ernährt sich nur von Fast Food“, „so ein Alkoholiker“ oder „4kg Nudeln - so ein Hamster“. In Wirklichkeit wissen wir gar nicht, in welcher Situation sich diese Person gerade befindet. Vielleicht schmeißt sie eine Party und kauft deshalb so viele alkoholische Getränke oder sie kauft für die kranken Großeltern zusätzlich ein und für uns schaut es so aus, als wenn sie hamstern würde.

„ Ich möchte nicht, dass du den Namen von anderen Kindern verspottest.

Haben Sie sich einmal dabei erwischt, wie Sie jemanden unberechtigterweise verurteilt haben? Eigentlich wollen wir ja Goldgräber und keine Mistkäfer sein und den Blick auf das Positive richten. Wir haben FAB Familien nach ihren Erfahrungen gefragt. „Das war ja nur Spaaaß…!“

Ich mag Dich

würde das auch nicht wollen. Und du würdest das auch nicht wollen.“ Ich sage das sehr energisch, damit Milan spüren kann, dass ich es ernst meine. „Ich möchte, dass sich alle in der Klasse wohl fühlen können. Und es ist ein Zeichen der Wertschätzung, die anderen mit ihrem richtigen Namen anzusprechen!“

„Frau Lehrerin, der Milan sagt dauernd xxx zu mir, immer macht er sich über meinen Namen lustig…“. Mah, das nervt mich auch schon – ständig gibt es Beschwerden, der Milan äfft die Namen nach, der Milan versteckt etwas, der Milan läuft jemandem nach und wirft dabei was runter, das Ich weiß, dass Milan ADHS hat. Er wird dann kaputt… ist leider sehr impulsiv und denkt oft nicht nach, was er macht. Und „Milan! Komm her!“, rufe ich. ich kenne seine Familiengeschichte Milan weiß es eh schon, was ich – seine Eltern haben ihn als Kleinmöchte: „Das war ja nur Spaaaß!“ kind nicht gut umsorgen können „Ja, vielleicht für dich, aber für die und er ist dann als 6-jähriger zu seianderen nicht! Bitte, hör auf da- ner Tante nach Österreich gekommit! Ich möchte nicht, dass du den men, wo er in eine komplett neue Namen von anderen Kindern ver- Umgebung mit anderer Sprache spottest. Das ist sehr kränkend, ich usw. gekommen ist.

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Beurteilen & Verurteilen F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ Innerlich schüttle ich den Kopf und denke mir „wahrscheinlich eh Arbeit umsonst“

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Am Anfang war er fast nicht be- Ich seh, ich seh, was du nicht siehst schulbar, aber man merkt, er ist eigentlich ein schlaues Kerlchen. Dahinter schauen Nur seine spontanen Aktionen sorgen immer wieder für Chaos in Dieses Spiel haben wir früher oft der Klasse. mit unseren Kindern während der Autofahrt gespielt. Damit sind wir Ich glaube, Milan spürt, dass ich zumindest einige Zeit der Frage ihn eigentlich mag und auch seine ausgewichen: Sind wir bald da? guten Seiten kenne. Die anderen Kinder spüren auch, dass Milan Heute spielen wir dieses Spiel gernoch lernen muss, wie man mit ne in unserem Bekanntenkreis anderen gut auskommen kann. und in diversen Gesprächsrunden. Aber wir müssen ihm zeigen und Wir sagen dann aber nicht dazu, deutlich sagen, was nicht in Ord- dass es dieses Spiel ist, sondern nung ist. haben einfach für uns selbst Freude daran. Und das kam so: Es ist ja Mir ist wichtig, die Person und üblich in Gesprächen über andere die Sache zu trennen: meine Bot- zu schimpfen. Es scheint, dass das schaft ist: ich mag dich, aber ich gut tut, sonst würde es ja nicht so mag nicht, wenn du das oder das oft passieren. Uns tut es nicht gut, machst. ◆ obwohl wir uns auch manchmal dabei erwischen. Und das tut dann noch mehr weh. Möglicherweise Wahrscheinlich umsonst gehört es aber zur menschlichen Natur dazu und dann kann man Der liebe Gott weiß es sich nur bestmöglich dagegen mit Vorsätzen wappnen oder muss besser als ich nachher beichten gehen. „Schau, was ich gemacht habe…“ – stolz zeigt mir mein Mann Das mit den Vorsätzen ist so eine eine Power-Point-Präsentation. Sache und kann auch leicht zu Ja, sieht wirklich toll aus, aber: Verbissenheit führen. Da ist ein warum hat er das gemacht? Wir Spiel hilfreich, um die eigene Nasind demnächst bei einer Ver- tur auszutricksen und eine gewisanstaltung als Teilnehmer dabei se Lockerheit beizubehalten. Wir und helfen bei der Technik mit, haben uns dann irgendwann für ok. Aber niemand hat ihn gebe- das Spiel „Ich seh, ich seh, was du ten, eine Übersicht über das Pro- nicht siehst“ entschieden. Und das gramm der Veranstaltung zu ma- geht so: Wenn über jemanden gechen. Innerlich schüttle ich den schimpft wird, dann suchen wir Kopf und denke mir „wahrschein- nach einer Begründung, wieso lich eh Arbeit umsonst“ und kann derjenige so sein könnte. Aber mir ein bisschen Sticheln nicht wir suchen eine Begründung, die verkneifen: „Ja, schaut super aus, nicht auf der Hand liegt, die nicht aber wozu…?“ sofort für alle sichtbar ist. Es heißt ja: Ich seh, ich seh, was du nicht Aber dann … als die für die Veran- siehst. Es geht also in dem Spiel staltung verantwortliche Familie darum, das Verborgene zu sehen. die Präsentation sieht, meint die- Vielleicht steckt ja hinter der Unse hocherfreut zu meinem Mann: art des „Bösen“ ein berechtigtes „Wow, super, wir hatten nämlich Anliegen. Vielleicht ist ja gerade eh keine Zeit mehr dafür!“ das, was uns so sauer aufstößt, die Erfüllung von Gottes Plan. Oder Und beschämt muss ich erkennen, der Übeltäter ist einfach überfordass mein lieber Mann da offenbar dert und bräuchte nur etwas Hilfe. einen Impuls des Hl. Geistes be- Ich seh, ich seh, was du nicht kommen hat und ich nicht immer siehst. Ein paar Beispiel, was es also gescheit daherreden muss. ◆ les zu sehen gibt:


„Bei der muss die Verzweiflung schon ziemlich groß gewesen sein …“ „Hätten wir an seiner Stelle anders gehandelt?“ „Das ganze Leben nicht geliebt zu werden, kann jemand ganz schön kaputt machen.“ „So viel innere Kraft muss man einmal aufbringen können, echt bewundernswert.“ „Möglicherweise steckt eine Krankheit dahinter …“ Man könnte dieses Spiel auch nach einem Wort von Pater Kentenich folgendermaßen benennen: Den Gottesfunken im Anderen entdecken. Auf jeden Fall tut es gut, macht Spaß und schärft den eigenen Blick. Und wie die Kinder seinerzeit nicht mehr gefragt haben „Sind wir bald da?“, müssen wir auch nicht mehr fragen „Sind wir bald fertig mit dem negativ reden?“ ◆ Das Richtige in der Meinung des Anderen

Entdecken und verstehen In Zeiten wie diesen, der vielen Negativschlagzeilen, der unterschiedlichsten Meinungen und Standpunkte, des Vielen, das eben gerade nicht geht, fällt es mir manchmal sehr schwer, positiv zu bleiben, das Gute zu entdecken, gütig und liebevoll zu sein. Da hat es mir besonders gutgetan, dass im neuen Jahresgebet der österreichischen Schönstattbewegung der Satz von P. Kentenich vorkommt: „Das Richtige aus der Meinung des Anderen heraushören.“ Ja genau das ist es, was mir hilft, da gegenzusteuern. Ein Beispiel: Ich sitze mit meinem Mann beim Frühstück, er liest die Zeitung und zitiert einen Artikel, der ihn in seiner Meinung bestärkt. Ich sehe das anders und gleich möchte ich erwidern: „Ja aber,…“ Und dann denke ich: „Stopp! Hör doch einmal zu.“ Und das mache ich dann und ich entdecke, was ihn dabei so beschäftigt, was sein Anliegen dahinter ist und plötz-

lich kann ich es ein Stück weit verstehen. Dann fällt meine Antwort gleich ein bisschen anders aus, wir kommen in ein gutes Gespräch, wo jeder seine Argumente einbringen kann und nicht darauf beharrt, unbedingt recht zu haben und so können wir voneinander lernen und unsere Sicht erweitern. Oder: Es gibt Menschen, die sind einem von Anfang an sympathisch, auf die geht man gerne zu, andere wiederum entfachen in mir einen inneren Widerstand und wenn es möglich ist, meide ich diese Gesellschaft. In unserer Gemeinschaft ist es üblich, dass alle paar Jahre die Zusammensetzung unserer Familienrunden geändert wird. Und darauf haben wir als Einzelne im Normalfall keinen Einfluss, wir vertrauen auf den Hl. Geist und das Gespür der Familien, die diese Entscheidungen treffen. Da ist es dann passiert, dass wir uns im Vorfeld überlegt haben: „Alle, nur dieses Paar möchten wir nicht in unserer Runde haben.“ Und gerade mit ihnen waren wir dann eingeteilt. Wir hatten zuvor noch kaum miteinander gesprochen, die Chemie hat einfach nicht gepasst und so sind wir einander ausgewichen. Wir überlegten, was sollen wir nun tun? Intervenieren, eine Änderung fordern? Dann kam der Gedanke, nein, wir nehmen die Herausforderung an. Die erste Runde war noch ein bisschen gespannt, aber nach und nach entdeckten wir durch die Gespräche viele wertvolle Eigenschaften, die uns vorher nicht aufgefallen waren. Wir konnten viel lernen und haben so neue Freunde gefunden, und wir freuen uns jetzt jedes Mal wieder, wenn wir einander begegnen. ◆

„ Wir vertrauen auf den Hl. Geist und das Gespür der Familien, die diese Entscheidungen treffen.

„Macht euch keinen Stress“ – das stresst!

Neuer Führungsstil Vor einigen Monaten haben wir eine neue Chefin bekommen. Im Großen und Ganzen macht sie ihre

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Beurteilen & Verurteilen F a m i l i e n e rz ä h l e n

„ In den Abteilungen wird dann da und dort gemurrt oder gelästert und ich ertappe mich dann auch manchmal dabei.

Sache ganz gut. Aber natürlich macht sie auch manches anders als unsere Chefin, die in Pension gegangen ist. Einerseits möchte sie manchmal ganz genaue Planungen bis ins Detail, andererseits meint sie dann aber „macht euch keinen Stress…“ Ohne es zu merken, stresst sie uns damit sehr und da und dort regt sich bei den MitarbeiterInnen der Unmut. Und früher hatten wir viel mehr Freiraum in unserem jeweiligen Arbeitsbereich, aber jetzt sollen wir für verschiedene Angelegenheiten immer vorher fragen. In den Abteilungen wird dann da und dort gemurrt oder gelästert und ich ertappe mich dann auch manchmal dabei, wenn es mir zu eng wird mit den Anforderungen, die sie an uns stellt und dem gleichzeitig angeordneten „macht euch keinen Stress“. Aber ich habe auch schon zu einer Kollegin gesagt: „ja, weißt, ich ärgere mich auch manchmal. Aber für sie ist ja noch alles neu, vieles macht sie zum ersten Mal. Da möchte ich eigentlich nicht so kritisch sein. Aber wir müssen das einmal zur Sprache bringen und gemeinsam überlegen, ob man manches nicht doch auch anders regeln kann.“ Nächste Woche habe ich ein Mitarbeitergespräch. Ich möchte versuchen, meiner neuen Chefin ehrlich, aber auch mit Wertschätzung zu begegnen. ◆ Das Klima bestimmt

Mutmachergespräch

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Das Klima in unserem kleinen Betrieb ist schlecht geworden in letzter Zeit. Unzufriedenheit breitet sich aus – sie führt dazu, dass sich Mitarbeiter zurückziehen, einigeln, mürrisch Dienst nach Vorschrift machen. Der Grund für die Unzufriedenheit hat einen Namen – hier mit A. M. abgekürzt - ein Techniker, vor einigen Wochen eingestellt. Er nimmt es mit der

Disziplin nicht so ernst, sein Vorgesetzter kommt mit ihm nicht zurecht und der Chef ist an einem anderen Standort im Ausland. Er kann nicht einwirken auf diesen Mitarbeiter. Die Stimmung wird schlechter. Einigen, selbst mürrisch werden? Das ist nicht so meines. Ich beschließe, mit dem Kollegen das Gespräch zu suchen, obwohl er nicht mein Mitarbeiter ist, sondern nur Kollege. Ich bereite mich gut vor auf das Gespräch. In einem Seminar habe ich den Begriff „Mutmachergespräch“ gehört – jawohl! Es soll ein Mutmachergespräch werden! Und es wurde: eine Pleite!

Der Kollege A.M. war nicht einsichtig – er wollte nicht verstehen, dass er durch sein Verhalten das Betriebsklima negativ beeinflusst. Es war kein gutes Gespräch, trotz meiner Vorsätze, trotz meiner Vorbereitung. Ich war enttäuscht. Aber trotzdem – im Endeffekt war es ein Erfolg, sogar ein doppelter Erfolg, der das Klima in unserem Betrieb rasch zum Guten verändert hat. Am Ende des Gesprächs habe ich gespürt, er hat zu wenig Zeit für seine Frau, das belastet ihn, das macht ihn unrund. Da habe ich ihn gefragt, völlig unzuständiger weise, da er nicht mein Mitarbeiter ist, ob ihm eine Reduktion der Arbeitszeit entgegenkommen würde. Er ist sofort darauf eingestiegen – er hat sich verstanden gefühlt, erlöst gefühlt. Noch wichtiger als das Gespräch mit dem Kollegen A.M. waren die vielen Gespräche in der Vorbereitung mit den anderen Kollegen. Es waren viele kleinen Mutmachergespräche – Interesse am anderen, zuhören, ernstnehmen und ein „Mitschwingen der Seele“. Diese vielen kleinen Gespräche waren das, was das Klima verändert hat. Das Arbeiten macht wieder Freude! ◆


Schlechte Luft

Beurteilen und Verurteilen

Helene & Franz Rammerstorfer

Es ist schon so: Wir leben in diesen Tagen in einer schwierigen Zeit: Krieg in der Ukraine, Verunsicherung, alles wird teurer, die Pandemie ist auch noch nicht vorbei, … Maßnahmen müssen geplant und umgesetzt werden; dazu müssen Fakten beurteilt, Für und Wider abgeschätzt werden … Wie schnell sind wir aber mit dem Abqualifizieren dessen, worum sich Verantwortungsträger bemühen. Egal, was und wie es gemacht wird, es wird immer von irgendwoher kritisiert. Skandale werden hochgespielt und finden ihre Richter.

Verurteilen, auch Vorverurteilen ist an der Tagesordnung. Das Negative liegt in der Luft. Schlecht sind immer die anderen, und dieses Schlechte gehört doch aufgedeckt, oder vielleicht nicht!? Wir müssen doch den „Splitter im Auge unseres Nächsten“ entfernen! – Der „Balken im eigenen Auge“ bleibt unentdeckt. Wenn ich mit meinem Zeigefinger auf jemanden zeige, so zeigen drei der anderen Finger dieser auf Hand auf mich. Das sollte mir zu denken geben. Glaubensaugen

Jesus ermahnt die Pharisäer: „Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen; und es kommt so …. Ihr Heuchler! … Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?“ Diese Mahnung können wir getrost auch für uns in unseren Tagen wahrnehmen. Es gilt, die Zeitenströme zu beobachten und den Geist der Zeit vom Zeitgeist zu unterscheiden, sonst laufen wir Gefahr, einfach mitzuschwimmen - unreflektiert. Der Frage nachzugehen: „Guter Gott, was willst Du uns mit alle dem sagen, was willst Du uns damit zeigen?“ ist wertvoller als zu jammern oder zu hadern. Pater Kentenich spricht davon, dass wir unsere „Fliegenaugen“ gegen „Glaubensaugen“ tauschen sollten, gegen Augen, die tiefer in die Ereignisse hineinschauen, durch und hinter die Ereignisse, um dort den liebenden Gott zu entdecken; seine guten Absichten zu erahnen.

Beurteilen & Verurteilen Arb e i t s m a t e r i a l

„ „Guter Gott, was willst Du uns mit alle dem sagen, was willst Du uns damit zeigen?“

Die beiden Schächer, die mit Jesus gekreuzigt wurden, haben uns dazu vieles zu sagen. Der eine hatte wohl „Fliegenaugen“ und beschimpfte, schmähte Jesus, wie auch die gaffende Masse es tat; dem anderen Schächer sind letztlich „Glaubensaugen“ geschenkt worden, die ihm im gemarterten, geschmähten Herrn den Sohn Gottes erkennen haben lassen, von dem der heilige Apostel Petrus schreibt: „Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.“ Keine Giftspritzen …

Maria, die ganz Reine, ausgenommen, sind wir Erdenmenschen halt erbsündlich belastet und haben einen Hang zum Negativen. In unserer Gasse beobachteten wir über einen längeren Zeitabschnitt zwei ältere, miteinander spazierengehende Frauen, die sich scheinbar ständig gegenseitig zu übertreffen bemühten im bisweilen lautstarken und gestikulie-

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Beurteilen & Verurteilen Arb e i t s m a t e r i a l

renden Schimpfen über Personen, über Umstände, über Ankündigungen oder Maßnahmen. Ja, sie hielten sogar im Weitergehen inne, um sich völlig auf Ihre Schimpftiraden konzentrieren zu können. - Irgendwie war es „köstlich“, sie zu beobachten; es war ja wirklich kabarettreif; und doch hat uns das auch traurig gestimmt, wie verbissen die beiden aussahen und wohl auch waren, wie sich das Negative in ihnen Raum geschaffen hat. – Das Gute daran war, dass uns die beiden Damen zu einem hilfreichen Stichwort verholfen haben: Wenn auch wir so ins Nörgeln über andere, ins negative Beurteilen, ins Verurteilen hineinzurutschen drohen, dann sagt (hoffentlich rechtzeitig) einer von uns beiden: „Aha, sind wir wieder einmal so, wie die beiden Giftspritzen?!“. Das bringt uns wieder zurück auf den besseren Weg. … sondern Wohlwollende

„ Eine ziemlich große Herausforderung; aber eine lohnende Sache.

Für Viele ist es bedeutend leichter, ein Gespräch in Gang zu halten, wenn geschimpft, kritisiert wird, wenn andere (natürlich Abwesende) heruntergemacht werden (oftmals um sich selber großartig zu fühlen), als über das Schöne, Gute, Wertvolle zu reden. In der Ordensregel der „Monastischen Gemeinschaft von Jerusalem“, einer modernen Mönchsgemeinschaft, findet sich ein gewiss recht schwer einzuhaltender Punkt: „Sage oder höre [!] niemals etwas über einen abwesenden Bruder oder über eine Schwester, was du ihnen nicht schon gesagt hättest oder bereit wärst, ihnen in aller Offenheit [- wohl als liebende Ermahnung - direkt] zu sagen.“ – Diese Regel könnten auch wir, die wir „in der Welt“ leben, uns zu eigen machen: Eine ziemlich große Herausforderung; ein steiler Anstieg in der Selbsterziehung; aber eine lohnende Sache, denn letztlich finden wir uns ja in einer Atmosphäre des aufbauenden, ehrlichen Wohlwollens wohler als in einer nach unten ziehenden Atmosphäre. Solch steile Wege in der Selbsterziehung schaffen wir nicht alleine. Doch wozu haben wir einen Ehepartner? Und die Gottesmutter reicht uns ja auch ihre Hand! ◆

EHEteamfragen

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Neige ich zum Mistkäfer beim Beurteilen meines Ehepartners, meiner Mitmenschen? Wie schaffe ich den Blick aufs Positive zu richten, den Goldgräberblick zu üben? Wie geht es mir mit meinem „Balken im eigenen Auge“, der vielleicht aus dem gleichen Holz ist, wie der „Splitter im Auge“ des Nächsten? Was sagt uns Christus mit der Mahnung: „ … denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.“ (Mt 7,3) ? Schlecht über andere reden – hab ich mich dabei schon ertappt? Wie empfinde ich es, wenn um mich herum stets nur schlecht über andere geredet wird? Was kann ich dagegen tun?


Unsere Liebe Ein Dauerbrenner E h e p a a r e e rz ä h l e n

Magdalena und Wolfgang Girowetz

Leuchtturmehepaar

… wir wollen nicht die „Haltung“ verlieren … FAB: Wo seid ihr aufgewachsen

Magdalena: Ich bin in einem kleinen Ort im Weinviertel in der Nähe von Korneuburg aufgewachsen. Zusammen mit zwei Brüdern verbrachte ich viel Freizeit in Wald und Flur. Wir lebten einen aktiven Glauben, vermischt mit viel Tradition. Eine liebevolle Familie mit viel gemeinsamen Urlauben auf dem von den Eltern so sehr geliebten Campingplatz in Italien. Mit einem kleinen Auto, vollgeladen mit Gepäck und 3 Kindern tuckerte man, so wie man es aus alten Filmen kennt, Richtung Italien... und es war toll!!! Wolfgang: Ich bin in Wien im 2. Bezirk groß geworden, konnte aber alle Ferien und Wochenenden in Niederösterreich in Gänserndorf verbringen. Auf Religion wurde in unserer Familie kein Wert gelegt. Sie bestand aus der Hl. Messe zum Schulanfang und -ende. Die Taufe und die Erstkommunion gehörten halt dazu, um ein guter Christ zu sein. Sonst waren Kirchen eher schöne Gebäude.

„ Wir wurden verliebte „Buddys“ - so wie die Taucher ihren Tauchpartner nennen.

Durch den Hausbau in Gänserndorf gabs bei uns keine großen Urlaube, also hab ich mit den dortigen Nachbarskindern Wald und Feld der näheren und später weiteren Umgebung unsicher gemacht. Als ich 9 Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden und ich kam nach ein paar Jahren Heim dann zu meiner Mutter und meinem Stiefvater nach Wien 10. Das Haus in Niederösterreich gabs weiterhin, und so hatte ich von der Umgebung her, eine wundervolle Jugendzeit. FAB: Kennengelernt...

Obwohl Magdalena in ihrer Kindheit des Öfteren bei Ihrer Freundin in Wien, zwei Häuser neben Wolfgangs Wohnung, in der Praterstrasse, war, und wir wahrscheinlich sogar vor dem selben Eisgeschäft angestanden sind, durften wir uns erst viele Jahre später kennenlernen. Magdalena war in einem sehr herausfordernden Lebensabschnitt, als wir uns das erste Mal in der Firma begegneten, in der wir gemeinsam arbeiteten. Aus einer anfänglichen Sympathie wuchs Freundschaft und Vertrauen und eine tiefe Liebe. Wir wurden verliebte „Buddys“ - so wie die Taucher ihren Tauchpartner nennen. Mit ihm wird ein Tauchgang vorbereitet,

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durchgeführt und nachbesprochen. Er ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor, der bei Problemen Hilfestellung leisten kann. Unsere Liebe Ein Dauerbrenner E h e p a a r e e rz ä h l e n

FAB: Eure Familie....

Wir sind seit 15 Jahren kirchlich verheiratet und wohnen in einem Haus mit Garten und Hühnern in Niederösterreich. Magdalena war Pflegehelferin in einem Pflegeheim und ist seit 2020 in Pension. Wolfgang ist medizinischer Heilmasseur im Krankenhaus Tulln. Wir haben Zwillinge, einen Buben und ein Mädchen. Der Sohn lebt nebenan bei Oma und ist ihr Hilfe und Stütze im Alltag. Die Tochter lebt als praktische Ärztin in Wien. Für Besucher offenbart sich unser Glaube sofort durch unser Hausheiligtum, das gut sichtbar und geschmückt unser Wohnzimmer ziert: Freudens-, Klage-, und Bittort je nach Lebenssituation. Dort dürfen wir die Kraft und Hilfe erfahren, die davon ausgeht, wenn wir uns im täglichen Rosenkranz davor versammeln. FAB: Wie habt ihr Schönstatt kennengelernt?

„ Leben wächst von innen heraus!!

Inmitten unserer Eheroutine, wurden wir immer wieder vor Herausforderungen gestellt, denen wir trotz Liebe und Bemühen, mit unseren Erfahrungen und Erkenntnissen nicht gewachsen waren. Der Rat von Freunden war für uns nicht wirklich beziehungsfördernd. Da schenkte uns der Liebe Gott während eines Deutschland Aufenthalts einen Folder von Schönstatt. Zurück in Wien fuhren wir neugierig auf den Kahlenberg und wollten uns von diesem „seltsamen Verein“ ein eigenes Bild machen. Dort haben wir allerdings rasch „Feuer gefangen“ und uns für die Schönstatt Akademie Kurs Wien12 angemeldet. Heute sind wir überzeugte, und hoffentlich sichtbar brennende „Schönstattianer“. Das Erarbeiten unseres gemeinsamen Wegs hat uns in unserem Abenteuer Ehe immer wieder „Neu“ werden lassen. Es hat vor allem unsere „Haltungen“ verändert. FAB: Was macht euch als Paar besonders?

Als Kind hieß es: „sitz gerade“, „lümmle nicht herum“ - das war eine „Haltung“ die von außen an uns herangetragen wurde. Von den Stürmen des Lebens ordentlich durchgerüttelt, blieben wir dennoch positiv denkende Menschen. Schönstatt jedoch hat unsere „Innere Haltung“ verändert. Leben wächst von innen heraus!! Durch die Akademie haben wir erkennen dürfen, wie wichtig eine Haltung, „unsere Einstellung“, zu Menschen, Situationen, Dingen für uns ist: Wir glauben an diesen göttlichen Plan, an Liebe und das Gute in „Allem“. Egal ob das jetzt, die Lebensumstände (Corona, Krankheit, Krieg...), unseren Ehepartner oder den Nachbarn betrifft. Gott hat die Welt geschaffen und uns nach seinem Ebenbild. Dieser Göttliche Funke steckt in Allem und Jedem. Daher muss in allem Gutes zu finden sein! Manchmal suchen wir eben ein wenig länger... Ein Talent, das uns geschenkt wurde, ist die Fähigkeit Anderen wirklich von ganzem Herzen vergeben zu können und das „Richten“ dem lieben Gott zu überlassen. Diese Bereitschaft zur Versöhnung verändert für uns einfach sehr stark die Art wie wir miteinander umgehen. 44

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Leicht fällt uns das allerdings nicht immer. Da wir beide jedoch sehr harmoniebedürftige Menschen sind, ist das für uns der Weg, um mit Liebe und Frieden im eigenen Herzen auf andere zuzugehen, und hat auch unsere Ehe in so manchen Prüfungen standhalten lassen. Aber um es frei nach Petrus (Apg. 3, 12) zu sagen: „… nicht aus eigener Kraft und Frömmigkeit ist uns das möglich …“ FAB: Wie habt ihr schwierige Zeiten bewältigt?

„Krisen sind zum Wachsen da“ das haben wir in der Schönstatt Akademie immer wieder gehört. Doch wenn man sich in so einer Krise befindet, und die Emotionen und Gefühle überborden, fühlt sich das so gar nicht danach an. Erst nach dem „Vulkanausbruch“, wenn man nach einiger Zeit auf der erkalteten Lava langsam wieder junges Grün sprießen sieht, beginnt man erst langsam zu verstehen, was einem der liebe Gott damit sagen wollte. Wenn man so viele Naturgewalten durchlebt hat wie wir, dann wächst der Glaube, dass unser göttlicher Reiseführer es immer gut mit uns meint. Jeder Vulkanausbruch hat uns durch seine Hitze stärker zusammengeschweißt. Es wuchs immer wieder neues Grün, das später reiche Früchte getragen hat. Wir sind gereift. Vulkanerde ist ja bekanntlich besonders fruchtbar. Da wir Italien lieben, wissen wir, dass dort an den Vulkanhängen allerbeste Weine wachsen. Die Pandemie hat auch uns gefordert. Wolfgang hat zu Beginn des ersten Lockdowns seinen Arbeitsplatz verloren und wir waren voller Unsicherheit wie es finanziell und existenziell weitergehen soll. Das hat auch in unserem veränderten Alltagsleben zu einer gewissen Sensibilität geführt. Die lange Zeit der Arbeitssuche war allerdings eine sehr kostbare Zeit, in der wir gemeinsam viel unternommen haben. Uns ist nie „die Decke auf den Kopf gefallen“, denn wir haben viele, lang verschobene Projekte in Haus und Garten realisiert.

„ Jeder Vulkanausbruch hat uns durch seine Hitze stärker zusammengeschweißt.

Auch die damals für uns als Begleitehepaar herausfordernden, endlosen Verschiebungen der Sendungsfeier für die FamAk Wien16 hat schlussendlich einen wirklich würdigen Abschluss gefunden. So wie Wolfgangs Arbeitssuche mit einem neuen Job im Landesdienst im Krankenhaus Tulln endete. Mit 56 Jahren noch so einen guten Arbeitsplatz zu bekommen, ist fast schon ein Wunder. Somit können wir sagen, die Pandemie hat uns gefordert und unser Vertrauen gefördert. Im Nachhinein sagen wir: „Wir haben immer gewusst dass Gott einen Plan hat“ … aber mitten in der Unsicherheit die „Haltung“ zu bewahren - siehe oben. Wir haben für uns festgestellt, dass es, neben dem Verzeihen, die positiven Haltungen sind die uns vor tiefen Abstürzen bewahrt haben. Das ist für uns ein Hinweis, dass wir lebenslang und vertrauensvoll an unseren von Gott erstellten „Haltungs – Förderkursen“ arbeiten dürfen, um keinen „Haltungsschaden“ zu bekommen. FAB: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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A u sb i l d u n g s k u r s e Ak a d e m i e

Die neuen Ausbildungskurse „Familientrainer“ starten Ehepaare jeden Alters, die ihrer Ehe Priorität geben wollen, entdecken im zweijährigen Ausbildungskurs „Familientrainer“ die Freude an wichtigen Themen dran zu bleiben und erwerben die Kompetenz mit gelungenen Lebenserfahrungen andere Familien zu berühren und zu stärken. Auszeit vom Alltag: während die Eltern Zeit für den Lehrgang haben, haben die Kinder Spaß im eigenen Kinderprogramm. Babys und Kleinkinder können bei den Eltern im Vortragsraum bleiben. Von Familien für Familien: auf gelungene Lebenserfahrungen aufbauen anstatt fremdes Wissen anlernen. Gemeinschaft erleben in angenehmer Atmosphäre in einem schönen Bildungshaus. Alle Informationen zu den neuen Ausbildungskursen findet ihr auch auf unserer Website https://akademie.kentenich.at Besucht uns auch auf Facebook (@familienakademie) und Instagram (akademie.kentenich.at)! Die neuen Ausbildungskurse starten - die Organisation ist von den jeweiligen Teams in den Bundesländern in vollem Gange. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Der gesamte Lehrgang wird von einem erfahrenen Absolventenehepaar begleitet. Es freut uns, euch die Begleitehepaare für die neuen Kurse vorstellen zu dürfen:

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Kurs Graz 14 Begleitehepaar: Sabine und Gebhard Kastner aus Leoben/Stmk., verheiratet seit 2005, 2 Kinder Absolventen des Ausbildungslehrganges „Familientrainer“ Graz 13 Start:

15./16. Oktober 2022 Kursort:

Schloss Laubegg/Stmk. Anmeldung und Informationen: gebhard.kastner@hiway.at oder akademie@kentenich.at

Kurs Linz 12 Begleitehepaar: Ingrid und Alois Neuhauser aus Obritzberg/NÖ, verheiratet seit 1996, 2 erwachsene Kinder Absolventen des Ausbildungslehrganges „Familientrainer“ St. Pölten 5 und des Aufbaulehrganges „Kentenich-Pädagogik“

Start:

14./15. Jänner 2023 Kursort:

Bildungshaus Schloss Zeillern / NÖ Anmeldung und Informationen: familie@maler-neuhauser.at oder akademie@kentenich.at

Kurs Wien 17 Begleitehepaar: Bettina und Günther Schuh aus Lichtenegg/NÖ, verheiratet seit 2011, 3 Kinder Absolventen des Ausbildungslehrganges „Familientrainer“ Wien 16 Start:

22./23.4.2023 Kursort:

Schönstattzentrum Wien-Kahlenberg Anmeldung und Informationen: gschuh@gmx.at oder akademie@kentenich.at Familie als Berufung 2/2022

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FAB

Wir laden ein Schönstattzentrum Wien-Kahlenberg Bündnisfeier jeden 18. des Monats im Heiligtum 16:30 - 18:30 Anbetung 18:45 Hl. Messe 19:30 Bündnisfeier Danach Einladung zur Jause

Tag der Frau 12. November 2022 Ort: Schönstatt am Kahlenberg, Referentin Sr. Marion McClay, Info: jennifer.fuerlinger@gmail.com

Gemeinsam wachsen für Familien, die Vertiefung suchen Ort: voraussichtlich online 10. September 2022, 10:00 – 18:00 Anmeldung/Info: Fam. Schulz rm.schulz@gmx.at

Diözese St. Pölten Friedensgebet und Bündnisfeier jeden 18. des Monats, 19:00 Ort: Haus Frank in Nöchling Info: Fam. Zeitlinger 0664/73878237

Erzdiözese Wien

Andacht/Rosenkranzgebet Sonn- und Feiertag, 14:30 Andacht in der Kapelle Jeden Donnerstag, 15:00 Rosenkranz in der Kapelle

Bündnisfeier in Walterskirchen jeden 18. des Monats bei der Marienfestung oder in der Kirche Winter 18:00, Sommer 19:00

Eröffnungsfest 30. 10. 2022 „Vor-Eröffnung Schönstattzentrum neu“ 23. 06. 2023 „Sommernachtsball“ 24. 06. 2023 „feierliche Eröffnung“ www.heilige-stadt.at/aktuell/

Bündnisfeier in den Häusern Info: Haus Mölzer, Bruderndorf, 02269/26 26 Info: Haus Huber, Mistelbach, 02572/58 78

Familienausflug „Auf dem Weg zur Heiligen Stadt“ 19. Juni 2022, 15:00 – 17:30 Treffpunkt: Parkplatz am Cobenzl - Wanderung nach Schoenstatt - Andacht Info: zoehrer@schoenstatt.at

P. Kentenich Abend monatliche Veranstaltungsreihe mit Vaterlesung am 4. jedes Monats, Treffpunkt um 19:00 im Heiligtum Ort: Schönstatt am Kahlenberg keine Anmeldung erforderlich. Es sind alle eingeladen, die Pater Kentenich besser kennenlernen wollen.

Wanderung am 1. Österr. Eheweg mit Impuls im Rahmen des 10. Weltfamilientreffens 26. Juni, 15:00 – 17:00 Ort: Obritzberg, Parkplatz vor der Pfarrkirche Info: Monika und Franz Bosch 0680/5535305 franz.bosch@aon.at Impulsabend „Wofür gibt es mich?“ mit Sr. Gertrud-Maria 13. September 2022, 19:00 – 22:00 Ort: St. Pölten, Bildungshaus St. Hippolyt Anmeldung/Info: Doris und Walter Heider familie.heider@aon.at Niederösterreich alle Infos unter www.familien.stpoelten. schoenstatt.at

Diözese Linz Rosenkranz Jeden Donnerstag um 18:00 in der Barbara-Kapelle am Freinberg/Linz Bündnisfeier jeden 18. des Monats in der Barbara-Kapelle am Freinberg/ Linz, 19:00 20 Jahre Barbarakapelle 15. August 2022, Zeit: wird noch bekannt gegeben Ort: Barbarakapelle am Freinberg, Linz Info: Familie Gumpoldsberger 0664/3939297 gumpoldsberger@inext.at

Diözese Feldkirch Bündnisfeier jeweils Samstag nach dem 18. des Monats Ort: Haus Nagel, 6900 Bregenz, Schnabelgässle 1a, 19:30 Info: Fam. Nagel, 0650/2102142 fam-nagel@gmx.at Vater Sohn Wochenende mit Pater Busse im Ötztal in Niederthai, Tirol vom 24.06-26.06.2022 Männer unter sich beim Wasserfallklettern und Reden! Anmeldung bei Ronald Bieber fam.bieber@aon.at oder 0664 88674861 Kosten: 315€ pro Paar

Veranstaltungen Erzdiözese Wien

Veranstaltungen Diözese St. Pölten

Veranstaltungen Diözese Graz-Seckau

Veranstaltungen Diözese Linz

Haus Zöhrer, zoehrer@schoenstatt.at

Haus Zeitlinger, 0664 / 738 78 237, familie.zeitlinger@gmx.net

Haus Reisner, 0664 / 251 46 07, familie.reisner@aon.at

Haus Gumpoldsberger, 0664 / 393 92 97, gumpoldsberger@inext.at


Termine

Jugendliche und junge Erwachsene Anbetungsabend jeden ersten Samstag im Monat von 19-21 Uhr am Kahlenberg für junge Frauen und Männer ab 15 Jahren. Info und Anmeldung: Anita Ebenauer: 0699/18135321 Mädchenlager 13-15 Jährige 24. – 29. Juli 2022, Ort: K-Haus Eggenburg Anmeldung unter mjf@schoenstatt.at

Familienurlaub plus 2022

Mädchenlager 9-12 Jährige 31. Juli – 05. August 2022, Ort: K-Haus Eggenburg Anmeldung unter mjf@schoenstatt.at

alle Termine finden Sie auf der Homepage: www.schoenstatt.at

Urlaub in Schönstatt / Deutschland für junge Frauen ab 25 Jahren Veranstalter: Schönstatt Frauenbewegung 14. -17. August 2022 Info und Anmeldung: Anita Ebenauer anita.ebenauer@gmx.at oder 0699/18135321

Familien treffen Familien anlässlich des Weltfamilientreffens 2022 in Rom bieten wir online 5 Themen an. Hört euch die Referate mit Freunden an und tauscht euch als Ehepaar oder in der Gruppe aus!

Burschenlager Stmk ab 9 Jahren 07. – 13. August 2022, Ort: Hartberg Anmeldung / Info unter noah.loeffler@hotmail.com

27. Juni

20. Juni

Schöpferisch wir gestalten unsere Beziehung

Fam. Maderthaner

22. Juni Mit den Kindern wachsen Erziehung durch Selbsterziehung

Fam. Innerbichler

24. Juni Immer diese Entscheidungen

Fam. Rettenwender

29. Juni

Famile - Trainingscamp für starke Persönlichkeiten

Fam. Kratochwil

Liebe leben - besonders im Alltag

Fam. Csanàdy

jeweils 20:00 - 21:40 Anmeldung/Info: https://akademie.kentenich.at/weltfamilientreffen-2022-in-oesterreich/

Veranstaltungen Diözese Innsbruck

Veranstaltungen Diözese Feldkirch

Veranstaltungen Erzdiözese Salzburg

Veranstaltungen Diözese Eisenstadt

Haus Mathies, 0699/182 67 828 m.mathies@tsn.at

Haus Dobler, 0664/733 19 555, dobler.hubert@gmail.at

Haus Rettenwender, 06457/33 541, rettenwender.family@sbg.at

Haus Federer, 02682/20 764, familie.federer@kabelplus.at


FAB

Für das Leben in unserem Haus:

Shop

familyshop.schoenstatt.at Mit Ihrem Einkauf im Schönstatt Familyshop unterstützen Sie den Familienfonds. Dieser Fonds setzt ein Zeichen der Verbundenheit mit kinderreichen Familien. Für Familientagungen gibt es die Möglichkeit um Förderung der Kosten ab dem dritten Kind aus dem Spendentopf des Familienfonds anzusuchen.

Gemeinsam stärker!

€ 8,-

Das Eheteam Gesprächsbuch 96 Seiten, ISBN 3-85028-350-X

PODCASTS zum Nachhören auf CD € 7,-

Virtuelles Heiligtum - Power your life! Podcasts mit den Themen:

Impulse für Familien auf CD

„Ideal & Wirklichkeit“ „Work - Life Balance“ „Pubertät“ „Das wünsch ich mir von Dir“

Gabi & Martin Kräftner: „...damit unser Feuer brennt“ Pater Felix Strässle: „Konflikt & Versöhnung“

Pater T. Beller Pater T. Beller Pater E. Busse

€ 19,50

Im Hausheiligtum können wir unsere Freuden und Sorgen für andere fruchtbar machen - so wird unser Haus zur Gnadenquelle! Höhe: 15cm; mit Text oder Abbildung Gnadenquelle Hertha Schiffl Schönstatt Familienbüro / Familyshop Öffnungszeiten in den Schulzeiten jeweils Di. und Do. von 9:30 bis 13:30 Uhr Wenn Sie eine Nachricht auf Band hinterlassen, rufe ich Sie gerne zurück. Tel: 01/320 13 07 - 110

Familie als Berufung 2/2022

€ 7,-

Zum Nachhören und Nachspüren: u.a. zu:

Pfarrer Dr. B. Mucha

Der Krug

50

Das Wachstumsprinzip € 15,Ingeborg und Richard Sickinger Edition Himmelwärts, 2014, 220 Seiten, ISBN: 978-3-200-03899-8 Gb

Mutter unserer Häuser

€ 27,-

Die „bewegliche Außenstelle“ unseres Hausheiligtums - damit Bekannte oder Nachbarn die Kraft unseres Hausheiligtums erfahren können.

per E-Mail oder Link

per Post:

Schönstatt Familyshop familienbuero@schoenstatt.at

Schönstatt Familyshop Schönstatt am Kahlenberg 1190 Wien

oder familienshop.schoenstatt.at


6 Abende 6 Themen 1 Leben lang

Der beste Start in unsere Ehe

Wann wollen wir es wagen?

www.traut-euch.at

Für Fragen und Anliegen stehen wir Euch gerne zur Verfügung!

Wien

Steiermark

Niederösterreich

Kursstart: Ort: 29.10.2022 Pfarre Peggau Info: Fam. Reisner 0650 8516671 maria.reisner@gmx.at

Kursstart: Ort: 16.09.2022 Wien Info: Fam. Koch 0676 38 77 407 babsikoch75@gmail.com

Kursstart: Ort: 07.10.2022 Gumpoldskirchen Info: Fam. Bauer 0680 2474047 koersch@hotmail.com

Eva & Otmar Tod

Kursstart: Ort: 29.10.2022 Kapfenberg Info: Fam. Lilek 0676 69 44 840 familie.lilek@gmail.com

Kursstart: Ort: 17.02.2023 Stift Göttweig Info: Fam. Hönig 0676 605 26 31 familie.hoenig@outlook.com Kursstart: Ort: 19.02.2023 Stift Herzogenburg Info: Fam. Rigler 0650 5090159 ma.ma.rigler@gmail.comt Kursstart: Ort: 26.02.2023 Stift Lilienfeld Info: Fam. Gasteiner 0680 441 34 48 gasteiner@a1.net

Der Erfolg: 1.000 Paare waren schon dabei! Familie als Berufung 2/2022

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vo n F a m i l i e n , fü r F a m i l i e n 2/2022

Gott in unserer mitte

Familie als Berufung Die Zeitschrift für Paare, die zusammenbleiben wollen! Mutmachende Erfahrungen von Ehepaaren,

eltern sein

die mit Begeisterung Familie leben. Tipps und Know-how, wie man Glaube und Leben erfolgreich miteinander verbinden kann.

Ein Netzwerk von gleichgesinnten Familien als Stärkung für den eigenen Weg. Mein kind - ein geschenk gottes

Dieses Exemplar von Familie als Berufung wurde von folgender Familie aufgelegt:

P.b.b. Erscheinungsort Wien • Verlagspostamt 1190 Wien 02Z031822S beurteilen & verurteilen