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So. 10. Juni

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10:00-17:00

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Familien erzählen Mitten aus dem Leben

es m ut te re ic h!

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Bitte noch eine Geschichte!

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Verzeihen und Vergeben

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Die Zeitschrift für Paare, die für alle Absolventen derzusammenbleiben wollen

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Familie als Berufung

Frühling 2018

Leben im Railjet-Modus › Seite 18


Stell dir vor, Ehepaare, die Familie begeistert leben, schreiben über ihre Erfahrungen - mit allen Kämpfen und Katastrophen, mit allen Freuden und Erfolgen... Das ist die FAB!

... wir schreiben für die FAB: Familie Bednarik Unsere Liebe füreinander und zu unseren Kindern genießen und unsere Verbindung mit dem lieben Gott pflegen.

Familie Höfer

Familie Riesel Unser Bestes zu geben, zu lieben und geliebt zu werden, mal laut, mal leise zu sein, Freude am Leben zu haben, zu verzeihen und miteinander bunt und lustig, gemeinsam mit Gott durchs Leben zu gehen.

Familie Mayrhofer

Pater Kentenich Gründer von Schönstatt Familie Mayer Familie Schiffl

Familie Sickinger „Als Eheteam ist es einfach schöner. Gemeinsam bauen wir an einer neuen Welt.“

Familie Riedenauer

Familie Mitter

Familie Meister Familie Bauer

Familie Höllwerth Vertrauen auf Gott und seine Hilfe - weil er uns einander und die Kinder anvertraut hat.

Familie Kollmann

D2a  s FNaemt izlw i ee a r kl sdBeerr CuHf u RISTLI n g 1C/H2 EN 0 1 8H ä u s e r

Familie Lilek

Familie Russold


Familie als Berufung ... den Partner nach 15 Jahren Ehe noch lieben! Echt jetzt?

Familie Rehor

... eine gesunde Work-Life Balance und Leben aus christlichen Werten! Normal?

...die Kinder zu starken und freien Persönlichkeiten erziehen, die mit beiden Beinen im Leben stehen! Familie Braun

Übertrieben?

FAB: Wir suchen neue Wege, wie Ehe und Familie heute gelingen kann und Freude macht. Dafür ist die

Familie Zöhrer „Gut verwurzelt mit dem Blick nach oben an der „neuen Stadt“ bauen.“

FAB unsere Plattform. FAB: unser Weg in die Zukunft!

Liebe Familien, liebe Leserinnen und Leser! Familie Aichner „Wir wollen miteinander und aneinander und zu Gott hin wachsen und andere dabei mitnehmen.“ Gottesmutter von Schönstatt

Wir freuen uns, wenn unsere Kinder nach einem Buch greifen und zu uns laufen: „Mama, bitte vorlesen!“ Gute Bücher sind wirklich Freunde fürs Leben - Bücher, die uns in der Kindheit begleitet haben, nehmen wir jetzt noch gerne als Erwachsene zur Hand! Für uns ist aber auch wichtig, dass unsere Kinder den richtigen Umgang mit modernen Medien erlernen können. Wir drängen den Kindern Fernsehen zwar nicht auf; aber wenn dann doch mal die Bitte kommt: „Dürfen wir fernsehen?“, so zeigen wir unseren Kindern gerne „Die Sendung mit der Maus“. Eine lehrreiche Kindersendung, die auf 25 Minuten begrenzt ist. Und so kann es vorkommen, dass uns unser ältester Sohn mit detailliertem Wissen aus der Kindersendung erstaunt! Vor allem Papa ist dann verblüfft, wenn er vom 6-jährigen fasziniert erklärt bekommt, warum Eier beim Kochen hart werden, wie das mit dem Fieber und körpereigenem Eiweiß ist, und dass das alles vergleichbar ist, wie wenn man unterschiedliche Blutgruppen mischt . Der Papa versteht dabei leider nur Bahnhof, ist aber umso mehr überrascht und erfreut über das Interesse und die Begeisterung des Sohnes an der Wissenssendung!

Fam. Gerhard und Judith Zöhrer, Niederösterreich Familie als Berufung bedeutet für uns ...

Und weil wir die kalte Jahreszeit und Fieber schon satt haben, freuen wir uns auf die Sonne und den Sommer und haben uns im Sommer für einen Familienurlaub+ angemeldet! So wünschen wir Ihnen eine schöne Frühlingszeit und viel Freude beim Lesen der FAB!

„... mn!“ Elisabeth und Stefan Haslinger Chefredaktion

Ed i t o r i a l  

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AUS D ER R e d a k t i o n

Hallo liebes FAB-Team, es tut mir leid, aber ich habe vor kurzem das Abonnement für 2018 gekündigt. Auch wenn die Gründe logisch waren, merke ich doch, dass ich sie doch gerne wieder beziehen möchte. Ich habe das Gefühl, mir würde was Massives abgehen... wenn die FAB ins Haus kommt, das ist, wie wenn Hoffnung ins Haus kommt. Wäre es daher bitte wieder möglich, uns doch wieder in die Abonnenten-Liste mit aufzunehmen? Tut mir leid für den Mehraufwand. ◆ LG und ein gesegnetes und gnadenreiches Jahr 2018 wünscht Familie R. Liebe Familie Haslinger! Wir bedanken uns für den tollen Artikel von Familie Sickinger in der letzten Ausgabe der FAB. Auch euer Editoral war sehr ansprechend. Mitten aus dem Leben! ◆ Herzliche Grüße, Familie L. Liebe Familie Haslinger! Vielen Dank für Ihre Antwort! (...) Eine Freundin hat mir ihre „alten“ FABs überlassen, daher haben mein Mann und ich Ihre Zeitschrift kennengelernt.

Vielen Dank für Ihren Dienst, es ist eine tolle, bereichernde Zeitschrift! ◆ Viele Grüße, R. G. Liebes FAB-Team! Eben finde ich die neue FAB in meinem Briefkasten hier in Marienland - hierher adressiert. - DANKE! Ich freue mich sehr darüber. ◆ Viel Segen, Sr. M. Gertraud Evanzin Liebes Familie-als-Berufung Team, viele Jahre habe ich die Zeitschrift schon abonniert und jedes Mal wieder freue ich mich schon auf die nächste Nummer. Ein herzliches Dankeschön für euer Engagement und das Leben, das dahinter spürbar ist. Wir sind im Sommer umgezogen und ich habe nun mit Schrecken festgestellt, dass die letzten Hefte irgendwie verloren gegangen sind (unsere Nachmieter haben die Post zu rasch entsorgt...) Ich hätte das Abo aber gerne weiter bestellt.

möglich ist?) ◆ Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen, Veronika Liebes FAB Team! Gestern haben wir voller Freude euren Briefumschlag in unserem Postkasten entdeckt. Leider war der Umschlag nicht zugeklebt und auch keine FAB darin. Wir vermuten, dass wir einfach beim Einsortieren durchgerutscht sind. Könntet ihr uns eine FAB erneut schicken? ◆ Herzlichen Dank! Stefan und Claudia Liebe Familie Haslinger, vielen Dank für Eure Mail! Die FAB kam mir wieder einmal in die Hände. Ihr habt wirklich eine großartige Zeitschrift, in der es um gelebtes Leben geht, um Leben in den Ehen und Familien, nicht nur um Ideen. Deshalb habe ich sie bestellt. ◆ Herzliche Grüße! Theo Abt

Bitte die nächsten Nummern an die neue Adresse schicken. (Bitte auch noch die letzte Ausgabe nachschicken, wenn das

Die FAB wird nur durch Ihre Spende finanziert: Mit monatlich € 1,- helfen Sie uns unsere Druckkosten zu decken, mit monatlich € 2,- ermöglichen Sie, dass wir die FAB weiter verteilen! IBAN: AT502011128650461300 Impressum: Familie als Berufung

XXXIII. Jahrgang, 1/2018, Frühling ISSN: 1682-3133 Erscheint 4x jährlich. Bezug kostenlos, bitte um ­freiwillige Spenden zur Deckung der Druckkosten. Richtpreise 2018: Jahresabo Österreich € 13, Jahresabo EU € 18, Jahresabo Schweiz SFr 23, Jahresabo Übersee € 30 Konto Österreich + EU (außer Schweiz): Konto Nr. 286 504 613 00, BLZ: 20111, ERSTE, IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW Konto Schweiz: IBAN: CH2709000000855876735, BIC: POFICHBEXXX 4  Familie als Berufung 1/2018

Medieninhaber & Verleger: FAB-Verein Herausgeber: Ingeborg und Richard Sickinger Chefredaktion: Elisabeth und Stefan Haslinger Inspiratorische Kräfte: IRS, HMS, SMM, PJK, MTA Layout: Elisabeth und Stefan Haslinger Alle: Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien E-Mail: familie.als.berufung@schoenstatt.at Homepage: www.familiealsberufung.at Redaktionsteam für 2017/18: Fam. Haslinger, ­Fam. Kollmann, Fam. Lilek, Fam. Rehor, Fam. Umschaden, Fam. Zöhrer, S. Keznickl Arbeitsmaterial: Fam. Zöhrer, K. Reidlinger, P. Elmar Busse, Fam. Hafner

Vertrieb und Bestellungen: Fam. Fellhofer, Klivieng. 82/22, 1220 Wien, Tel: 01/282 71 57, E-Mail: fellhofer@schoenstatt.at

Illustrationen: Wolfgang Krisai Fotos: Archiv, F. Mayer, M. Kräftner, S. Keznickl K. Reidlinger; Cover-Foto: G.&J. Zöhrer Korrektur: S. Höfer, V. Steurer, S.Mitter

Sie gilt als weltweite Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche.

Versand: Fam. Fellhofer Druck: PrintOn, Johann Seiberl, www.print-on.at Nachdruck & Publikation: Nach Rücksprache mit der Chefredaktion und mit Quellenangabe möglich. Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsgemeinschaft.


Inhalt FAB-Telefon

Familie Fellhofer 01/282 71 57 familie.als.berufung@ schoenstatt.at

u n s e r Z U h a u sE

Rudern im Strom der Zeit - Familien erzählen › Seite 14 Arbeitsmaterial: Leben im Railjet-Modus › Seite 18 Unser Brauchtum: Sonntagsbegrüßung › Seite 32

unsere Kinder

Wertvolles Lesen! - Familien erzählen › Seite 20 Kindermund - Kinder erzählen › Seite 22 Arbeitsmaterial: Bitte noch eine Geschichte › Seite 27

So können Sie die FAB bestellen: Online - Bestellung

www.familiealsberufung.at per E-Mail

familie.als.berufung@schoenstatt.at per Telefon

Familie Fellhofer 01/282 71 57

unsere Ehe

Verzeihen und Vergeben - Familien erzählen › Seite 8 Pater Kentenich › Seite 11 Arbeitsmaterial: Weil du es WERT bist › Seite 12 Unsere Liebe - ein Dauerbrenner: › Seite 35 Ehevorbereitung - Sechs Abende für ein Leben lang › Seite 43

per Post

Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien Familie als Berufung,

ERSTE Österr. Sparkasse, BLZ: 20111, Kontonr. Österreich: 286 504 613 00, Kontonr. EU (außer Schweiz): IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW, Kontonr. Schweiz: IBAN CH2709000000855876735 BIC: POFICHBEXXX Die FAB erscheint viermal im Jahr und wird nur durch Spenden finanziert. Richtwert/Jahr: Österreich € 13, EU € 18, Schweiz SFr 23, Übersee € 30

Impressum › Seite 4 Familientreffpunkte › Seite 38 Schönstatt Familyshop › Seite 40

„ Die FAB verbindet alle Familien und Familienbegeisterten, die ein gemeinsames Ziel haben: An einer durch Familien erneuerten, christlichen Welt mitzubauen. Und es werden immer mehr! Familie als Berufung 1/2018 

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wagen, wachsen, weiterschenken vom Kahlenberg aus Wagen, Wachsen,

Im Lebensstrom Schönstatts

Weiterschenken

Was ist der Lebensstrom Schönstatts? Teil 3: Sendungsglaube Es gibt uns für etwas Großes

„ Und dieser freie Mensch braucht ein Ziel, einen Leuchtstern - die persönlich erkannte Berufung und Sendung: das, wofür es nur uns gibt!

Es ist so einfach - und es ist so groß: Gott hat einen Auftrag für uns als Ehepaar, es gibt uns für etwas Großes. Wenn wir diesen Auftrag erkennen und ihm folgen, dann gibt das unserem Leben einen ganz besonderen Sinn. Das meint „Familie als Berufung.“ Und worin besteht diese Berufung? Es ist die Berufung, eine Eigenschaft der Liebe Gottes auszuIngeborg & Richard Sickinger, Bewegungsleiter der österreichischen strahlen in diese Welt. Pater Kentenich zeigt uns Schönstatt-Bewegung Wege, wie dieser Berufungsweg im eigenen Leben Gestalt annehmen, uns Kraft und Ausstrahlung geben kann. Er nennt es Sendungsglaube – der dritte und letzte Teil aus der Serie „Die dreifache Botschaft von Schönstatt“. Als Pater Kentenich seine erste Ansprache als Spiritual vor den Schülern im Internat in Schönstatt am Rhein hielt, formulierte er als Programm: „Wir müssen freie Charaktere sein. Gott will keine Galeerensklaven, er will freie Ruderer haben.“ Damit spricht P. Kentenich die große Sehnsucht an: Unserer Zeit ist geprägt von Auflösungstendenzen und Massengeist. Die aktuelle Sinus-Jugendstudie formuliert: „Rebellion war vorgestern. 14-17-Jährige wollen mehr noch als vor wenigen Jahren so sein ‚wie alle‘ und sich anpassen“. Jeder spürt diesen Druck sich anzupassen - da wird die Sehnsucht nach innerer Freiheit, unabhängig werden von diesem Druck, riesengroß. Die große Forderung unserer Zeit sind christliche Persönlichkeiten, die von innen her bewegt sind, die „freie Ruderer“ sind und sich frei und überzeugt für einander und für Gott entscheiden. Der freie Mensch braucht ein Ziel

Paulus formuliert es so: „Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15) Freie Ruderer sind Menschen, deren Glaube von einer persönlichen Erfahrung mit Gott als Vater getragen wird. Freie Ruderer sind Ehepaare, die ihr Glaubensleben als Way of Life bewusst gestalten und sich nicht von der Umgebung einebnen lassen. Und dieser freie Mensch braucht ein Ziel, einen Leuchtstern - die persönlich erkannte Berufung und Sendung: das, wofür es nur uns gibt! Als Ehepaar drückt sich das im Ehe-Ideal aus - der Plan Gottes für uns beide. Der Sendungsglaube ist ein Geschenk im Liebesbündnis mit der Muttergottes von Schönstatt. Sie hilft uns, den persönlichen Plan Gottes für uns zu entdecken. Sie hat sich niedergelassen im Heiligtum um einen neuen Typ christliches Ehepaar zu erziehen, das inmitten einer säkularen Gesellschaft wachsen, frei seinen Weg gehen und ausstrahlen kann. Was kann unsere Berufung sein?

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Es gibt uns als Schönstattfamilie für etwas Großes. Was genau kann das aber sein? Wie können wir uns auf die Spur machen? Wir sind vor kurzem einer Familie mit einem „Sorgenkind“ begegnet. Die Tage sind geprägt von Therapiestunden und Arztterminen, von Sorge und Hoffnung, das kos-


tet Zeit und Kraft – da kann die Berufung darin, bestehen zu entdecken: Ja, genau dafür braucht der liebe Gott uns jetzt. Auch wenn es dunkle Momente und schwere Tage gibt – das als unsere persönliche Berufung zu entdecken, kann Geduld und Zuversicht geben. Ein Ehepaar hat einen ganz besonderen Draht zu jungen Menschen – mit ihren mehr als 25 Ehejahren können sie für andere ein Zeichen der Hoffnung und der Liebe sein, und das macht etwas von der Liebe Gottes sichtbar in unserer Welt. Junge Paare sind fasziniert: So wie die zwei sind – so möchten wir auch einmal sein. Dieses Ehepaar hat seine Berufung darin entdeckt, für andere Heimat und Ermutigung zu sein. Ein Ehepaar, das wir kennen, hat eine besondere „Hirtengabe“, die Fähigkeit Atmosphäre zu schaffen und Gemeinschaft zu fördern. Mit einer frech-fröhlichen Bemerkung von ihnen wird auch Schwieriges ein bisschen leichter. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, geht es einem irgendwie besser. Es kann eine echte Berufung sein zu erkennen: Ja, genau das ist ein Auftrag Gottes an uns beide, dafür braucht er uns. Unseren Gaben nachspüren

Um unserer eigenen Berufung auf die Spur zu kommen, sind unsere „Gaben“ ein Schlüsselwort, in doppelter Hinsicht. - Einerseits sind Begabungen und Stärken gemeint, die wir als Ehepaar haben. Das ist eine wichtige Orientierung: Was wir schon sind, auch immer mehr zu werden – und zwar in bestmöglicher Form, so beschreibt Pater Kentenich die Wachstumsrichtung. - Andererseits sind unsere Aufgaben ein wichtiger Hinweis – welche konkreten Aufgaben haben wir, welche besonderen Herausforderungen haben wir im Moment? Wo können wir darin einen Auftrag Gottes entdecken? Diese erkannten Gaben und Aufgaben legen wir in den Händen der Muttergottes in unserem Hausheiligtum mit der Bitte, dass sie uns die Kraft gibt diesen Weg zu gehen, dass sie unsere Bemühungen verwandelt und so unsere Berufung in der Festigkeit und Tiefe wachsen kann.

„ Auch Schönstatt als Ganzes hat eine Sendung, eine Vision: Die Heilige Stadt.

Über allem – der Glanz der Heiligen Stadt

Auch Schönstatt als Ganzes hat eine Sendung, eine Vision: Die Heilige Stadt. Das letzte Buch der Heiligen Schrift, die Offenbarung des Johannes, blickt auf das Ende der Zeiten – da wo alles gut sein wird, wo Gott unter den Seinen wohnt, wo er wird alle Tränen abwischt, wo es kein Leid und keinen Tod mehr geben wird. Das ist unsere Sehnsucht als Schönstattbewegung, eine Heilige Stadt zu sein, und jeder davon ein Haus, ein einzigartiges, ganz besonderes Haus, wo in Momenten ein Stück Himmel spürbar wird. Innerlich leben wir im Bewusstsein: Wir leben in dieser Heiligen Stadt, wir sind mit anderen verbunden und mit unserem Heiligtum – dem Ort, wo Gott in ganz besonderer Weise erfahrbar ist. Und dafür hat die Muttergottes eine große Sendung. Sie geht neu durch diese Zeit und sucht Orte, Häuser, wo sie sich niederlassen und Christus neu in diese Welt bringen kann. Er braucht uns - als Mann und Frau, in Liebe verbunden, mit einem großen Auftrag betraut. Unser Wunsch an Sie, lieber Leserinnen und Leser: Machen Sie diese Zeitschrift nicht zu, ohne sich zu fragen: Welche Begabungen haben eigentlich wir als Ehepaar – was können wir anderen geben, wofür braucht uns der liebe Gott in dieser Welt? Denn jede Liebe, die wächst, hat eine verändernde Kraft (Papst Franziskus). Nehmen Sie Ihren Partner an die Hand, raus aus dem Alltag, den Blick hinauf zu den Sternen und beginnen Sie zu träumen: Und wir beide – wofür gibt es uns beide eigentlich, Mann und Frau, in Liebe verbunden? ◆

wagen, wachsen, weiterschenken, im Lebensstrom Schönstatts Jahresmotto der Österreichischen Schönstattbewegung 2017/2018

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U n s e r e Eh e : Verzeihen und Vergeben -

Archiv

Familien erzählen

Unsere „Verzeihoriginalität“

Verzeihen und Vergeben „ Jetzt ist es an mir, mich zu entschuldigen und sie um Verzeihung zu bitten!

„Wenn wir uns streiten, ist mein Mann immer sehr schnell beim Entschuldigen. Er tut sich da leicht. Ich kann aber nicht so schnell so tun, als wär nichts gewesen – so schnell kann ich nicht verzeihen. Ich brauch ein bisschen mehr Zeit.“ Was ist meine individuelle Art des Verzeihens? Wie verzeiht mein Partner? Haben wir schon erlebt, dass die Entschuldigung des Partners nach einem Streit einfach nicht bei mir ankommen will? Und wie ist das mit dem Vergeben? FAB-Familien erzählen von ihren Erlebnissen und wie Verzeihen gelingen kann. Das ist natürlich nicht leicht - aber immer jede Mühe wert! Nicht nachtragend sein

Wir löschen die Fehler! „Ich verzeihe Dir!“, „Schwamm drüber!“, „Es ist schon vergessen!“ - So oder ähnlich lauten Versöhnungswörter in unserem Haus. Aber ist es dann wirklich vergessen? Oder ziehen wir unsere Verletzungen beim nächsten Streit wieder aus der Lade heraus? Nun, meine kleine Tochter Anna lehrte mich was es wirklich heißt, zu verzeihen. Und das war so: Anna, unsere junge Dame im Kindergartenalter, schaffte es mich den ganzen Tag zu ärgern und auf die Palme zu bringen. Am Abend vor dem Schlafen gehen versöhnten wir uns wieder.

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Am nächsten Morgen begann das Theater wieder von vorne und ich ärgerte mich grün und blau! Auf dem Weg in den Kindergarten beginne ich also mit meiner Standpauke und schimpfe vor mich her

und hole alles hervor, was sich die kleine Madame die letzten Tage geleistet hat. Ich habe mich richtig hineingesteigert! Bis sie plötzlich stehen bleibt, Tränen in den Augen: „Mama, du sagst doch immer, wenn wir uns entschuldigen, dann ist es gelöscht! Warum hältst du mir Dinge vor, für die ich mich entschuldigt habe? „ Erwischt! Nun steigen auch mir Tränen in die Augen. Meine Anna hat recht! Jetzt ist es an mir, mich zu entschuldigen und sie um Verzeihung zu bitten! Und so löschen wir ab jetzt unsere Fehler – mit der dazugehörigen Handbewegung – dies ist jetzt ein sichtbares Ritual bei uns geworden. Wenn wir uns versöhnen, werden unsere Untaten gelöscht, damit sie nicht mehr zum Vorschein kommen können. Ja, verzeihen muss auch gelernt werden! Und in diesem Fall habe ich von meiner Tochter gelernt! ◆


Wie versöhnen wir uns wieder?

Das Kreuzerl am Abend Mein Mann ist impulsiv. Er sagt gleich laut, was ihm nicht passt. Ich sage vielleicht nichts dagegen, bin aber dann gekränkt. Ich weiß aber auch, dass man miteinander barmherzig sein muss und so gehe ich dann wieder zu ihm und sage: „Ich möchte wieder gut sein.“ Er sagt dann meistens: „Es tut mir leid, dass ich zuerst grantig war.“ Wir geben uns die Hand und auch ein Busserl und dann verstehen wir uns wieder. Wenn eine Aussprache ansteht, kann man die Hochzeitskerze anzünden und sich ausreden. Manch böse Worte und Gewohnheiten kann man auch aufopfern (in den Krug geben) damit sie zum Segen für Andere werden. Ein schöner Brauch ist es auch für uns geworden, dass wir uns vor dem Einschlafen ein Weihwasserkreuzerl auf die Stirn machen. Da wäre dann auch die Gelegenheit zu sagen: „Ich habe noch ein schweres Herz.“ Ein Priester hat den Rat gegeben, die Ehepaare sollen abends im Hausheiligtum sich die Hand geben und miteinander ein Vater unser beten und bei den Worten „Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ kann man die Hände fest drücken und alles Ungute des Tages sich gegenseitig vergeben. ◆ Dem Streit auf den Grund gehen

Warum streiten wir uns jetzt? Eine kleine harmlose Sache, wir sind unterschiedlicher Meinung und plötzlich werden wir angriffig, scharfzüngig, wer kann sich besser verletzen, als wir beide? Wir kennen uns ja in- und auswendig! Mein erster vom Streit losgelöster Gedanke: Warum streiten wir uns jetzt? Wann haben wir unser letztes Ehegespräch geführt? Wieviel Zeit haben wir uns in den letzten zwei Wochen füreinander genommen? Wann haben wir das letzte Mal miteinander gebetet? Je ruhiger ich bin, umso mehr geht mein Mann ins Kraut. Nach vielen gemeinsamen Jahren weiß ich aber, was jetzt zu tun

ist. Ich zünde unsere Hochzeitskerze im Hausheiligtum an, wir vereinbaren, dass wir uns aus dem Weg gehen, bis seine Wut verraucht ist. Dann braucht es nicht lange, bis wir uns an den Tisch setzen und reden können. Wir klammern das ursprüngliche Streitthema aus und gehen dem eigentlichen Grund auf die Spur: warum streiten wir uns? Ist es Überforderung? Haben wir in der letzten Zeit zu wenig Zeit miteinander verbracht? Wir sehen den Streit als Geschenk Gottes – und dass Gott uns damit etwas sagen will! Es hilft uns ungemein, zu wissen, dass durch uns der liebe Gott zum jeweils anderen spricht. Es gehört etwas geändert, wir dürfen wachsen, und so setzen wir uns gemeinsam in unser Hausheiligtum und lassen uns von der Gottesmutter anschauen, lassen uns beraten, bitten sie um Hilfe und darum, uns zu zeigen, wo wir genauer hinschauen sollen. Wir nehmen uns in den Arm und entschuldigen uns beide für Verletzungen und ungerechte Worte. Glücklicherweise haben wir etwa die gleiche „Verzeihgeschwindigkeit“… und unsere Hochzeitskerze ist trotz unserer vielen Ehejahre erst zur Hälfte geschrumpft! ◆

„ „Das meinst du nicht ernst.“ Er konnte es einfach nicht annehmen und damit ging der Streit oft in die Verlängerung.

Verzeihen in der Familie

Du, ich mag dich ja trotzdem! Vergeben und Verzeihen war für uns als Paar von Anfang an schwierig. Mein Mann tat sich schwer damit - vielleicht, weil er es zuhause kaum erlebt hat. Wenn ich dann nach einem Streit gesagt habe: „Es tut mir leid.“, antwortete er: „Das sagst du nur so!“ oder „Das meinst du nicht ernst.“ Er konnte es einfach nicht annehmen und damit ging der Streit oft in die Verlängerung. Irgendwann haben wir dann gemeinsam den Film „Lovestory“ angesehen, damals ein Klassiker, und sind dabei auf den Satz „Lieben heißt, niemals um Verzeihung bitten zu müssen“ gestoßen. Das war für uns dann sehr schlüssig, waren wir uns doch einig, dass wir einander lieben und uns niemals mit böser Absicht wehtun wollten. Aber auch, dass kein Streit etwas daran ändern könnte, dass wir beide zusammengehören und wir ein-

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U n s e r e Eh e : Verzeihen und Vergeben Familien erzählen

ander in unseren unterschiedlichen Temperamenten tragen und ertragen wollten. Das war dann für uns das stillschweigende Übereinkommen: ja, es tut weh, aber das darf sein! Und so kamen wir nach Auseinandersetzungen oder Streit, je nach Intensität früher oder später, wieder zur Normalität zurück. Für uns passte es so. Wir bemerkten aber, dass unsere jüngste Tochter, die als Nachzügler keine Geschwisterstreitigkeiten erlebte und ausräumen musste, es nicht über sich brachte, um Verzeihung zu bitten, ja nicht einmal die Worte: „Es tut mir leid“ über die Lippen brachte. Sie hatte es einfach an uns nie erlebt und beobachtet und so verstand sie nicht, warum sie es tun sollte. Wir begannen von uns aus nach Diskussionen oder Streit in Erziehungssituationen bewusst zu ihr zu sagen: „Es tut uns leid, wenn wir dir dabei wehtun, wir meinen es gut mit dir und haben dich lieb.“ Langsam begann sich dabei bei ihr etwas zu verändern, sie ist jetzt fast erwachsen und doch knistert und kracht es öfter besonders zwischen Vater und Tochter, da beide sehr emotional sind. Letztens hat mein Mann sie dann nach so einem Wortgefecht zum Bahnhof gebracht und als sie ausstieg, sagte sie schmunzelnd zu ihm: „Du, ich mag dich ja trotzdem!“ ◆

Gott ist mit uns

Verzeihung im Herzen In meiner Kindheit habe ich jahrelang mitbekommen, wie meine Eltern sich stritten. Es war ein immer wieder kehrendes Vorhalten, was denn der Andere wieder alles falsch gemacht hatte. Die Ehe meiner Eltern endete dann in einer Scheidung. So habe ich früh ein paar für mich wichtige Punkte gesammelt, was ich in meiner Ehe anders machen möchte. Wenn mein Mann und ich nun eine Konfliktsituation zu bewältigen haben, dann ist es für uns immer wichtig, auf den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch zu warten. Das ist bei uns nicht immer gleich und sofort möglich, wenn man mit den Emotionen noch „hochgefahren“ ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es uns guttut, wenn jeder seine Emotionen ordnen kann. Dann gehen wir auch mit einer anderen Einstellung zum Gespräch, weil wir uns vor der unmittelbaren Konfliktsituation etwas distanzieren konnten, und aus einer anderen Perspektive darauf schauen. In dieser Zeit ist das Gebet sehr hilfreich und heilsam. Ein paar wenige Male haben wir bei diesem Gespräch unsere Hochzeitskerze wieder entzündet. Das ergab auch eine romantische, angenehme Atmosphäre, die verbindend wirkte und uns erinnerte, dass Gott mit uns ist. Wir haben die Erfahrung gemacht: wenn die Verzeihung im Herzen vollzogen wurde, dann kann der Konflikt wie weggelöscht sein! Manchmal haben wir uns nach einer Weile wirklich nicht mehr erinnern können, was da eigentlich war. Wir erleben diese Situation als Geschenk und als ein Wirken Gottes, als der Dritte in unserem Ehebund. ◆ Verschiedene Versöhnungstypen

Kannst du mir verzeihen? „Kannst Du mir verzeihen, meine Liebe?“, fragt mein Mann nach einem Streit und ich würd am liebsten herausschreien: „Nein, kann ich nicht! Will ich nicht! Machst du es dir nicht etwas leicht, mir den schwarzen Peter zuzuschieben, dass ich verzeihen soll?“ 10  Familie als Berufung 1/2018


Aber so geht doch nicht Versöhnung! Und ja, ich will auch wieder gut sein! Also ja - ich will Dir verzeihen. Auch wenn etwas widerwillig. Aber wie soll ich meinem Mann erklären, dass mich die Worte „Kannst du mir verzeihen?“ auf die Palme bringen? Nach vielen Jahren habe ich die Lösung gefunden - so wie es die „5 Sprachen der Liebe“ gibt, gibt es auch die „5 Sprachen der Versöhnung“. Jeder Mensch entschuldigt sich auf eine andere Art und Weise und möchte auch so um Entschuldigung gebeten werden. Da hat es bei mir „klick“ gemacht!

Das, was ich bis jetzt gespürt habe, ist nicht komisch - es ist berechtigt. Glück gehabt! Ich bin der „Es tut mir leid“-Typ und mein Mann der „Kannst du mir verzeihen?“-Typ. Und dann gibt es noch den „Wie kann ich es wiedergutmachen?“Typ, den „ Es kommt nicht mehr vor!“Typ und den „Es war mein Fehler.“ - Typ. Mit diesem Wissen im Hinterkopf tu ich mir jetzt wirklich leichter - denn ich weiß, er meint es ernst und möchte sich mit mir versöhnen. ◆

„ Wir haben die Erfahrung gemacht: wenn die Verzeihung im Herzen vollzogen wurde, dann kann der Konflikt wie weggelöscht sein! P a t e r K e n t e n i ch

Wo edle Herzen innig schlagen! Wir haben vielfach Familie und Familienleben aufgesfaßt als „Herdfeuer einer hochragenden, tragenden und ertragenden Liebe“. Das ist eine Definition, die seinerzeit der Gründer des Gesellenvereins gegeben hat, Kolping, dessen Leben ja auch das eine große Ziel verfolgte, die Familien zu erneuern. Sie müssen einmal prüfen, was das besagt. Um was dreht es sich? Lesen Sie noch einmal die erste Strophe des Heimatliedes. Da finden Sie diese Ausdrücke sogar nach verschiedenen Richtungen hin noch ergänzt: „Kennst du das Land, so warm und traut, das ewige Liebe sich erbaut?“ Jetzt müssen Sie hören und jedes Wort ernst nehmen: „Wo edle Herzen innig schlagen und opferfreudig sich ertragen...“ Was heißt das alles? „ Wo sie, einander bergend, gluten...“ Das sind also glutende Herzen, warme Herzen, die aber opferfreudig einander ertragen, von denen Liebesströme ausgehen von Glied zu Glied, und aus der Familie Liebesströme in die ganze Welt. Also hier haben wir es: eine bergende, eine glutende Liebe, die letzten Endes hinströmt zur Gottesliebe. Alles Wesentliche ist hier zusammengetragen. (Auszug aus „Wegweisungen unseres Gründers, Vorträge von Pater Josef Kentenich, 4. Juni 1966, Seite 72) Familie als Berufung 1/2018 

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Verzeihen und Vergeben U n s e r e Eh e : Verzeihen und Vergeben -

Weil du es WERT bist

Familien erzählen

Wenn wir uns gefunden haben, dann ist es wie der Himmel auf Erden. Diesem Glück, unserem Leben, wollen wir ein Zuhause geben. Wir legen mit unserer Hochzeit einen Grundstein und unsere Ehe soll unser Traumhaus, eine unzerstörbare Festung werden, in der wir und unsere Kinder geborgen sind und wachsen können.

Natascha und Stefan Hafner, Familientrainer

„ Das Gespräch ist dann umso wichtiger, um auch nach einem Streit wieder neues Vertrauen zu gewinnen.

Das Baumaterial daüfer sind Liebe, Offenheit und Vertrauen. Wir beginnen euphorisch zu bauen und während unsere kleine Festung entsteht, müssen wir auf das Baumaterial achten. Durch Verletzungen oder Enttäuschungen, die wir erfahren, kann es zu Verunreinigungen kommen, die unser Traumhaus instabil machen.

Wir müssen unser eigenes Recyclingsystem erfinden, im gegenseitigen Vertrauen wachsen. So können wir diesen „Müll“ entsorgen und unser Haus möglichst stabil erbauen und erhalten. Der liebe Gott hat dich mir zugedacht

Beim Kennenlernen können wir nicht genug voneinander erfahren. Und trotz vieler Gespräche und offener Herzen ist es selbst in dieser Anfangsphase eine Herausforderung zu erkennen oder herauszuhören, was der andere braucht. Wenn in der eigenen Herkunftsfamilie kaum miteinander gesprochen wurde, oder die Eltern getrennt lebten, braucht es Zeit, damit man das richtige Hinhören lernt und auch selbst über die eigenen Bedürfnisse sprechen kann. Kommt man aus einer sehr offenen, redseligen Herkunftsfamilie kann man den Partner überfordern. Da prallen schnell unterschiedliche Vorstellungen von scheinbar „gelungenen“ Gesprächen aufeinander. Richtig im Gespräch bleiben, auf das Gegenüber achten und den anderen groß sehen so wie sie oder er ist – das ist ein absolutes „Must-Have“. Unsere Liebste, unser Liebster wurde uns genau SO vom lieben Gott zugedacht. So ist sie gut, so ist er gut! Mit dieser inneren Haltung schaffen wir eine Atmosphäre, in der wir aufeinander zugehen können und auch leichter Dinge ansprechen können, wenn es notwendig ist. Gemeinsam zu formulieren, was jeder braucht, um die Bausteine in höchster Qualität in das Heim einzubauen- das soll unser Ziel sein. Lass mich nicht alleine

In vielen Ehepaaren wohnt verborgen die Angst, als Paar zu scheitern oder verlassen zu werden, auch die Sorge, nicht verstanden zu werden. Ängste gibt es in jeder Beziehung. Meinungsverschiedenheiten fördern diese Gefühle zu Tage und vermengen sich als minderwertiger Mörtel in das Werkstofflager unseres Ehe-Hauses. Wenn es dann bröckelt, bröckelt das Vertrauen. Ängste können sich verstärken. Das Gespräch ist dann umso wichtiger, um auch nach einem Streit wieder neues Vertrauen zu gewinnen.

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Es ist sehr hilfreich, schon in ruhigen Zeiten mit unseren Partnern Regeln auszumachen und uns bewusst zu machen, was uns immer wieder zum Streiten bringt und wie wir das vielleicht vermeiden können: Gibt es für uns Tageszeiten, Wochentage, Situationen, wo es für uns keinen Sinn macht wichtige Dinge anzusprechen, weil wir gerade anders gefordert sind (die Kinder brauchen uns, der Kopf ist noch in der Arbeit, Müdigkeit, …)? Wann ist für uns die beste Zeit für das Ehegespräch um wichtige Dinge anzusprechen? Morgens, abends, eher unter der Woche oder am Wochenende? Und was brauchst du, was brauche ich, um wieder versöhnungsbereit zu werden? - Ist


es in Ordnung z.B. „zum Abkühlen“ vor die Tür zu gehen oder fühlst du dich dann alleine gelassen? Willst du dich zum Ausdampfen eher mal zurückziehen bis du selbst wieder kommst, oder hilft es dir, wenn ich ganz in deiner Nähe bleibe? Es ist wichtig, No-Gos für einen Streit abzuklären, damit keine Grenzen überschritten werden. Solche „Streit-Tabus“ helfen, den Partner nicht zu verletzen und schneller wieder zueinander zu finden. Was immer gilt: Ich liebe dich! Ich achte dich! Du bist mir wichtig! Auch wenn man gerade verärgert ist, darf es keinen Zweifel darangeben, dass Liebe und Achtung jedenfalls vorhanden sind. Wenn reden gerade nicht geht, kann es auch eine Geste sein: ein Kreuzzeichen auf die Stirn, eine Streicheleinheit, eine angezündete Kerze. Schwächen zulassen – Stärken ernten

Man kann die Ehe als eine Muschel betrachten. Eine Muschel, in der eine Perle heranwächst. Eine Perle entsteht durch den Schmutz, der in die Muschel eindringt. Diese umschließt diesen Schmutz aber mit ihrem Perlmutt – So entsteht in diesem kleinen Universum etwas Wunderschönes, etwas Perfektes und vor allem etwas Einzigartiges. Wir dürfen mit unserer lieben Ehefrau, mit unserem lieben Ehemann über unsere Verletzungen sprechen, wir müssen darüber sprechen. Dadurch können wir unserem Partner auch die Chance geben, Größe zu zeigen, zu wachsen.

Wir sollten uns auch immer fragen, inwieweit wir unserem Ehepartner Ecken und Kanten zugestehen und diese hochhalten. Alles was durch unser Gegenüber in den Bau unsere Ehe-Festung einfließt, sollten wir drehen und wenden, bis wir gefunden haben wie es doch von Vorteil für unsere Ehe sein kann.

Verzeihen ist keine Entscheidung,.

Pater Kentenich sagt dazu „Wir müssen uns erziehen, auch mal eine Ungerechtigkeit zu ertragen. Das erdrosselt nicht unsere Lebenskraft, das stärkt unsere Persönlichkeit.“ Der liebe Gott spricht durch den Partner mit mir - meistens genau dann am Allerdeutlichsten, wenn ich nicht hinhören will. Hier hilft es zu Vertrauen. Vertrauen zu haben in den lieben Gott und in unsere Partnerschaft. Dies erleichtert es, Ohren und Herz zu öffnen. So können wir auch erkennen, welches Material für unsere Ehe-Festung gerade benötigt wird. Auch wenn sich die Beschaffung als beschwerlich herausstellt. Es lohnt sich! Der liebe Gott spricht auch durch unsere Kinder. Oft nehmen sie ihre kleinen Finger und legen sie in unsere Wunden, die wir gut versteckt haben. Ein Wink vom lieben Gott, damit wir uns um diese Wunden kümmern und sie zum Heilen bringen.

Zeit.

Verzeihen ist Entwicklungsarbeit. Es braucht Liebe, Vertrauen und

Wie kann Verzeihen gelingen

Verzeihen ist keine Entscheidung. Verzeihen ist Entwicklungsarbeit. Es braucht Liebe, Vertrauen und Zeit. Wir haben vielleicht Schwäche gezeigt und konnten all die guten Dinge, die wir uns versprochen haben, nicht durchhalten. Wenn wir uns nicht an den Partner wenden können, weil wir uns so klein fühlen, dann können wir uns an den lieben Gott wenden, der uns seine Barmherzigkeit spüren lässt. Die Gottesmutter ist da, wenn wir Unterstützung brauchen. Sie hört zu, wenn wir ein offenes Ohr brauchen. Ihr kann ich mein gequältes Herz schenken. Sich selbst der Verantwortung an einer Situation bewusst zu werden kann schon eine Qualitätskontrolle für unser Bauwerk darstellen. Der liebe Gott und die Gottesmutter geben uns die Kraft zum Weiterarbeiten. Sie geben uns die Kraft einander aufrecht und respektvoll zu begegnen und zu verzeihen. Weil du es mir wert bist

Wenn das Verzeihen „erfolgreich“ war dann kann die Vergebung gelingen. Während Verzeihen die Entschuldigung und die Annahme der Entschuldigung des anderen ist, ist die Vergebung der Handschlag darauf, dass man voll Vertrauen in die Zukunft sieht. Wir haben daraus gelernt, aber wir schleppen es nicht mehr weiter mit. Jetzt ist es wieder gut. Wenn wir im Haus unserer Ehe erleben, dass Verzeihen und Vergeben möglich ist, dann können wir vertrauensvoll an unserem Haus auf dem Felsen weiterbauen und die Nachhaltigkeit der Beziehung gewährleisten. So können wir immer wieder neu und gestärkt in die gemeinsame Zukunft weitergehen. ◆

EHEteamfragen

ŠŠ Wie haben wir Streit, Versöhnung und Verzeihen in unseren Herkunftsfamilien erlebt? ŠŠ Was bringt uns immer wieder zum Streiten? Können wir das verhindern indem wir auf bestimmte Tageszeiten/ Wochentage, Situationen auchten? ŠŠ Gelingt es uns Verletzungen anzusprechen? Gelingt es uns dabei auf ICH-Botschaften zu achten? ŠŠ Was brauche ich, was brauchst du, um wieder versöhnungsbereit zu werden?

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Unser Haus - in dieser s ch n e l l l e b i g e n Z e i t !

M. Kräftner

Familien erzählen

Rituale geben uns Halt

Rudern im Strom der Zeit „ Der schöne Baum in unserem Garten wächst seit Jahrzehnten. Jahr für Jahr lebt er seinen

Unsere Welt ändert sich und wandelt sich rasant. Technologisch sind wir in immer kürzen Abständen mit neuen Fortschritten konfrontiert. Selbst wenn wir technik-begeisterte Erwachsene sind - es ist schwer am Puls der Zeit zu bleiben! Welche Werte zählen in dieser schnelllebigen Zeit noch und welchen Stellenwert nehmen sie ein? Und an welchen Orten finden wir Kraft? FAB-Leser berichten von Oasen in der schnelllebigen Zeit; von Orten der Ruhe, von guten Erfahrungen mit Ritualen und wie wichtig solche Rituale auch für unsere Kinder sind, um Halt in der schnelllebigen Zeit zu finden.

Rhythmus (...). Orte der Ruhe – Natur

In Gottes Schöpfung verweilen Orte der Ruhe und Entschleunigung sind für uns dort, an denen wir den Atem der Natur spüren. Ja – so etwas gibt es! Das ist meist ein längerer Atem, als wir ihn kennen und gewohnt sind. Das spüren auch die Kinder, sie sind gern in der Natur und meistens muss man sie nur einladen: „Komm, gehen wir in den Wald!“ oder im Urlaub: „Wer will zum Angeln gehen?“ Der schöne Baum in unserem Garten wächst seit Jahrzehnten. Jahr für Jahr lebt er seinen Rhythmus, macht uns viel Arbeit im Herbst mit seinem Laub, viel Schatten im Sommer... und erinnert uns immer leise daran, dass wir den Gesetzen und Rhythmen des Lebens vertrauen können. 14  Familie als Berufung 1/2018

Viele Menschen erfahren Ruhe und seelische Tiefe im Wald. Im Wald erfahre ich

auch, was wir „Ökosystem“ nennen, aber ohne Nachdenken, vielmehr ist es einfach spürbar: alles, was hier lebt, hängt mit den anderen zusammen, die Arten geben einander Lebensraum - und ich bin ein Teil dessen, was Gott so wunderbar zusammengefügt hat. Eine unserer Töchter ist eher schnelllebig unterwegs; begeistert sich schnell für Neues und hat eine große Liebe zu Tieren in ihrem Herzen. Eigentlich ist es ideal, dass sie so gerne Pferde reitet, denn da muss sie sich anpassen an das Tier, es schon erst einmal putzen, aufzäumen und satteln, das hat fast etwas Ritual-Artiges an sich, dann kann sie ihren Willen nicht sofort durchsetzen, muss auf das Pferd und seine Rhythmen achten usw. Ich glaube, sie lernt dabei sehr viel Wertvolles fürs Leben! Mir persönlich geben die Berge etwas vom längeren Atem, letztlich dem Atem des Schöpfers. Die Größe und Schönheit, eines Gebirges, haben wir Menschen nicht gemacht, das wird uns geschenkt!


Auch weil ich hinaufsteige, mich so über den Alltag erhebe, und weil ich dafür Zeit brauche, komme ich in einen heilsamen Abstand zum Getriebe in unserer Welt und in mir selbst. Dann fällt mir die passende Liedzeile ein: „Fest wie die Berge steht dein Bund, dein Sinn ist tief wie Meeresgrund.“ ◆ Medienfreies Essen

Frag doch Mr. Google! Wir sitzen mit unseren jugendlichen Kindern beim Abendessen, in der Diskussion kommt eine Frage auf und wir alle wollen gleich zu unseren Handys greifen, die außerhalb des Raumes liegen. Das dauert ja nur eine Sekunde und wir hätten die Antwort! Mein Mann erinnert uns daran, dass wir uns gemeinsam ausgemacht haben, keine elektronischen Geräte während unserer raren gemeinsamen Zeit zu verwenden. Jetzt wird’s erst recht spannend, wir geben alle eine Schätzung ab und nachdem der Letzte mit dem Essen fertig ist, finden wir die Lösung der Frage heraus. Unsere Tochter war

mit ihrer Schätzung am nächsten an der Lösung dran, sie braucht heute den Tisch nicht abzuräumen. Das behalten wir bei, zuerst strengen wir unsere Gehirne an, dann erst schauen wir die Lösung nach. Wir stellen fest, dass es ein schönes Miteinander ist, wenn wir gemeinsam „medienfrei“ essen. Oft sind Freunde der Kinder im Haus und essen mit uns. Dann finden wir es beglückend zu sehen, wie auch die Freunde sich angewöhnt haben, ihr Handy im Vorzimmer abzulegen, weil wir „altmodisch“ sind und noch viel miteinander reden! Das Wochenende gemeinsam gestalten

Endlich Wochenende! Die Kinder kommen aus verschiedenen Richtungen nach Hause. Vom Studium, der Lehre und der Pflichtschule – alle haben jetzt Wochenende! Auch wir sind daheim von der Arbeit. Schon beim Frühstück am Samstag wird gefragt, falls einer von uns nicht am Tisch sitzt. Wo ist er? Sofort wird dann in das Zimmer z. B. des Sohnes gestürmt und seine Schwestern holen ihn zum Frühstück. Das gefällt ihm nicht immer, aber wenn sie es nicht machen, fragt er uns – warum habt ihr mich nicht geholt? Wir würden ihn schon mal ausschlafen lassen, doch seine Geschwister wollen, dass alle da sind. Dann wird ausgiebig gefrühstückt und diverse Dinge von der vergangenen

„ Wir stellen fest, dass es ein schönes Miteinander ist, wenn wir gemeinsam „medienfrei“ essen.

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Unser Haus - in dieser s ch n e l l l e b i g e n Z e i t ! Familien erzählen

Woche besprochen. Auch eine Vorausschau auf die kommenden Tage hat Platz. Und eine wichtige Frage unserer Kinder ist: Was habt ihr am Wochenende geplant? Seid ihr eh zu Hause? Man könnte meinen, dass es ihnen egal sein sollte, weil sie selber fast immer etwas vorhaben und auch nicht ständig zu Hause sind. Aber nein! Sie wollen uns in ihrer Nähe haben! Das ist wirklich schön! Natürlich ist es uns nicht jedes Wochenende möglich „nur“ zu Hause zu sein, aber wir bemühen uns, ein gutes Essen zu kochen und die Mahlzeiten mit den Kindern gemeinsam einzunehmen. Und wenn dann am Samstag oder Sonntag mittags einer fehlt, wird natürlich sofort gefragt, wo denn der sei! So ein Wochenende ist eine besondere Zeit in unserer Familie und durch die gemeinsamen Mahlzeiten, die Gesprächszeiten für uns sind, können auch unsere Jugendlichen Kraft schöpfen für die neue Woche! ◆

Machen wir überall mit oder

Ausstieg aus dem Hamsterrad

steigen wir aus dem immer

Ein Touch von Retro

schneller werdenden Hamsterrad aus?

Unsere Zeit läuft! Schneller und schneller verändert sich unsere Umwelt. Hatten wir gestern noch ein Nokia 3310, haben wir heute schon ein IPhone X zur Verfügung, war gestern noch ein Facebookkonto en vogue, kommt man heute ohne Instagram nicht mehr aus. Aber wo ziehen wir die Grenze? Machen wir überall mit oder steigen wir aus diesem immer schneller werdenden Hamsterrad aus? Als Erwachsene kann man diese Entscheidung gut für sich selbst treffen, aber wie sieht es mit unseren Kindern aus? Wir sind Eltern von drei Kindern: Gymnasium, Volksschule und Kindergarten. Wir merken, dass je älter unsere Kinder werden, dieses Thema immer mehr eine Herausforderung für uns alle darstellt. Unsere technischen Errungenschaften versuchen wir sehr gezielt mit einer „Kosten-Nutzen-Rechnung“ abzuwägen, so haben wir Eltern und unser Ältester z.B. ein Smartphone, einfach weil es für uns praktisch ist, Nachrichten und Fotos per WhatsApp mit Familie und Freunden zu teilen. Unser Sohn hat derzeit aber nur die Möglichkeit im WLan das Internet zu nützen – wir merken, diese Einschrän-

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kung tut ihm gut. Trotz allem lastet uns wohl aber doch ein Touch von „Retro“ an. Wir nehmen (aufgrund günstiger Arbeitszeiten) unsere Mahlzeiten meist gemeinsam ein, gerne gehe ich mit den Kindern in die Bibliothek um neuen Lesestoff zu holen oder wir spielen ein Spiel gemeinsam. Unser regelmäßiger Tagesablauf schenkt den Kindern Geborgen- und Beständigkeit. Vielleicht ist auch unser Oldtimerhobby mit ein Grund dafür, dass unsere Kinder miterleben dürfen, dass es auch mal ohne technischen „Firlefanz“ möglich ist, wohin zu fahren. Ein USA Urlaub, bei dem wir Gelegenheit hatten, die amische Gemeinde zu besuchen, hat uns gezeigt wie schön es sein kann, ohne Strom und naturverbunden zu leben. Nicht, dass wir jetzt nur mehr bei Kerzenschein lesen und die Wäsche per Hand waschen, aber nachdenklich hat es uns doch gestimmt. Was uns als Familie guttut und dazu führt, dass unsere Kinder vielleicht weniger nach Computerspielen und Co. lechzen, ist, dass wir viel gemeinsam unternehmen, z.B. Radausflüge, schwimmen gehen, … Wir haben sehr oft Gäste zu Besuch, so dass bei uns eigentlich viel Abwechslung herrscht. Schwierig wird es, wenn Freunde unserer Kinder vielleicht einen anderen Umgang mit elektronischen Unterhaltungsmedien pflegen als wir. Zunächst sind wir dankbar, dass es viele so machen wie wir: die Kinder müssen fragen, wenn sie etwas spielen wollen und wir machen uns aus wie lange. Diese Zeit muß dann auch eingehalten werden, sonst wird(zwangs-) pausiert. An Schultagen müssen vorher Hausübungen erledigt und die Instrumente geübt worden sein, an Wochenenden sehen wir das Ganze ein wenig lockerer. Unsere Kinder kommen mit diesen Regeln sehr gut zurecht bzw. wir Eltern merken auch sehr schnell, wenn die Spielzeit zu lange war, denn dann steigt auch das Aggressionspotential. Derzeit macht unser Großer eine freiwillige Handyabstinenz und sagt, dass ihm das gut tut. Wir haben entschieden, dass unsere Kinder lernen sollen, womit sie ihr Leben „füllen“ wollen – mit Beziehungen zu Familie und Freunden statt mit Dingen, mit wirklichen Abenteuern statt einem Highscore bei einem Spiel. ◆


Unser Ritual am Morgen - eine Konstante

Hier ist Wohlsein

Deine Umarmung tut mir Eine Oase im Alltag gut! Als Kind bin ich mit meinen Eltern öfters Ich bin schon über 30 Jahre mit meinem Mann verheiratet. Nach den ersten 4 oder 5 Jahren hatte ich den Eindruck, dass wir ziemlich auseinanderdriften. Ohne große Konflikte, sondern jeder von uns beiden in seinem eigenen Arbeitsbereich engagiert. Und als ich einmal genauer auf meinen Tagesablauf schaute, bemerkte ich, dass mein Mann bei der ersten Begegnung am Morgen mich für einige Zeit in die Arme nahm. So dachte ich mir, wenn er mich jeden Tag so liebevoll umarmt – dann bin ich ihm doch wichtig! Wir fuhren auf unsere erste Schönstatt Familientagung (jetzt Familienurlaub Plus) – das tat unserer Ehe sehr gut. Aber im Laufe unseres Lebens bekamen wir mehrere Kinder mit allen Anforderungen, die sie so mit sich bringen, Arbeitsstress, und unseren eigenen Gesundheitsproblemen. Aber egal, wie schwierig das Leben war und ist- ich weiß, dass mich mein Mann morgen in der Früh, wie jeden Tag, liebevoll in die Arme nehmen wird, obwohl wir beide schon über 60 Jahre alt und schon ziemlich grau sind. Diese tägliche Umarmung am Morgen gibt mir das Gefühl nicht allein zu sein, gibt mir Zuversicht und macht mich belastbar. Dafür bin ich meinem Mann sehr dankbar. ◆

nach Schönstatt am Kahlenberg gefahren. Es war ein weiter Weg - zwei Autostunden - gerade für uns Kinder eine lange Zeit. Dass das kleine Kapellchen, das Schönstatt-Heiligtum am Kahlenberg, etwas besonderes ist, habe ich aber schnell gemerkt. Die Atmosphäre im Heiligtum ist besonders: Ruhe - Stille - und viel Freude rundherum , wenn wir als Kinder die Wochenenden dort verbrachten. Heute - 30 Jahre später - ist es immer noch so. Das Kapellchen sieht innen natürlich so aus wie damals. Die Atmosphäre ist besonders. Es ist immer ein bisschen wie ein „Heimkommen“. Egal wie sich das Drumherum in Welt und Alltag ändert, das Kapellchen am Kahlenberg ist und bleibt unverändert. Eine kleine, große Konstante in unserer schnelllebigen Zeit. Sogar Arbeitskollegen von mir, die im Rahmen eines Firmen-Workhops am Kahlenberg waren, sagten voll Überraschung, wie schön hier die Ruhe, Abgeschiedenheit und vorallem die Handy-Empfangsfreie Zone im Wienerwald ist. Ein Oase, die also nicht nur für die vielen Wanderer zum Verweilen einlädt eine Ruhezone wo einfach „Wohlsein“ ist. ◆

„ Aber egal, wie schwierig das Leben war und ist - ich weiß, dass mich mein Mann morgen in der Früh, wie jeden Tag, liebevoll in die Arme nehmen wird (...).

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Beratung in den Herausforderungen unseres Lebens

Leben im Railjet-Modus

Unser Haus - in dieser s ch n e l l l e b i g e n Z e i t ! Arbeitsmaterial

Pater Elmar Busse ist Schönstattpater und Seelsorger

Eine Mutter spazierte mit ihrem Kleinen am Stadion vorbei. Plötzlich erscholl der Ruf „Tooor!“ Der Kleine zuckte erst zusammen, dann fragte er: „Was ist da los?“ Die Mutter erklärte es ihm, und so als Rückmeldung, dass er es verstanden hätte, kommentierte er: „Und jetzt macht das der Onkel noch mal ganz langsam.“ – Er kannte vom Fernsehen die Zeitlupenwiederholung der Torszenen, aber konnte in seinem Weltverständnis noch nicht einsortieren, dass das nicht eine neue Wirklichkeit sondern nur eine Wiederholung war.

Die Erfindung der Zeitlupe ist wirklich eine geniale Sache. Gerade im Sport, z.B. beim Skispringen oder Eiskunstlauf wird die Eleganz der schnellen Bewegungsabläufe so richtig sichtbar. Aber auch die Einführung des Video-Schiedsrichters wäre ohne Zeitlupentechnik undenkbar gewesen. Am Anfang der Erfindung steht der Grazer Priester August Musger († 30. Oktober 1929), der neben seinen Aufgaben als Präfekt und Physiklehrer noch Zeit fand, ein Zeitlupenvorführgerät zu entwickeln (1904). Das Patent für diese Projektoren ging allerdings an die Dresdener Firma Ernemann (1914).

Pater Kentenich hat als stilprägendes Element seiner Spiritualität des praktischen Vorsehungsglaubens das „Nachkosten“ entwickelt.

Auch für Forschungszwecke sind Hochgeschwindigkeitskameras heute nicht mehr wegzudenken: Das geht von der Untesuchung der Flugbewegungen eines Kolibris bis hin zu den Aufnahmen von der Teilchenkollision in der Nebelkammer des CERN’s in Genf. Zeitlupen-Rückblicke auf das eigene Leben sind in unserer schnelllebigen Zeit hilfreich, damit wir nicht in der Oberflächlichkeit verkommen und seelischer Tiefgang überhaupt möglich bleibt. Nachdem die ersten Eisenbahnen gebaut worden waren, machten sich Ärzte Sorgen, ob denn die „unmenschliche“ Geschwindigkeit von 36km/h nicht gesundheitliche Schäden hervorrufen könnten. Was würde solch ein Arzt von damals, als die erste Dampfbahn im Habsburgerreich 1837 zwischen Floridsdorf (heute Wien) und Deutsch-Wagram in Betrieb ging, heute sagen, wenn er die Gelegenheit gehabt hätte mit der „Concorde“ von Paris nach New York fliegen zu können? Die „Concorde“ sind still gelegt worden, aber mit dem Railjet kann man von Wien nach Feldkirch in gut sechs Stunden reisen.

S. Keznickl

Solche Reisegeschwindigkeiten sind Symbol für die Beschleunigung des Lebens überhaupt. Mit Faszination einerseits und dem Gefühl der Überforderung andererseits reagieren wir darauf. Es gibt eine Anekdote von einem Indianer, der per Anhalter fahren wollte, von einem Auto mitgenommen wurde, aber noch weit vor dem Ziel bat, aussteigen zu können, damit seine Seele hinterherkommen könne.

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So populär diese Geschichte ist, darin kann nicht die Lösung für uns liegen – außer man macht es wie der ehemalige Lungenarzt Thomas Meyer und seine Ehefrau Petra, die Abteilungsleiterin bei Microsoft München war: Beide sind jetzt Hüttenwirte auf der Gufferthütte des Alpenvereins in den Brandenberger Alpen in Tirol. Doch wenn man sich nicht zum Aussteiger berufen fühlt, was dann? – Da kommt die Zeitlupe ins Spiel. Pater Kentenich hat als stilprägendes Element seiner Spiritualität des praktischen Vorsehungsglaubens das „Nachkosten“ entwickelt. Wenn wir uns lebendig an etwas erinnern, dann ist es so, als ob wir es noch einmal erleben würden. Deshalb macht es durchaus Sinn, wenn wir in unserer schnelllebigen Zeit Momente des lebendigen Er-


innerns reservieren und gegenseitig schenken: „Weißt Du noch …?“Mit diesem Wort „nachkosten“, das eher aus dem Mund eines 3-Sterne-Kochs kommen könnte, brachte Kentenich das Sinnenhafte einer lebendigen Erinnerung auf den Punkt. Wie schön ist es, das Siegtor der eigenen Mannschaft noch einmal in Zeitlupe sehen zu können! Ehepaare, die auch nach vielen Jahren glücklich verheiratet sind, gönnen sich spontan oder ganz gezielt solche Momente des Nachkostens. Manche reservieren sich dazu den Silversterabend und schauen besinnlich noch einmal auf die Erlebnisse des vergangenen Jahres zurück. Manche Ehepaare blättern am Hochzeitstag noch einmal das Hochzeitsalbum durch oder schauen sich die Filmaufnahmen des Ereignisses an. Ein erster Schritt: Nehmen Sie sich heute Abend Zeit! Holen Sie Ihre Urlaubsfotos heraus und erzählen Sie sich gegenseitig, was Sie noch in Erinnerung haben – vielleicht unterstützen Sie Ihre Erzählungen mit eigenen Notizen. Oder fangen sie einfach an, von den Erlebnissen der letzten Tage zu erzählen. Jede Firma, die etwas auf sich hält, pflegt eine Erzählkultur, die die Werte der Firma in kleine Anekdoten ihrer Mitarbeiter oder Gründer lebendig werden lässt. So etwas kann sich auch in einer Familie entwickeln. Auf Zukunft hin: Auch wenn wir im Berufs- und Familienalltag oft wie auf der Überholspur arbeiten und leben müssen und für viele das Hamsterrad zur Kurzformel des Allgemeinbefindens geworden ist, gönnen wir uns wenigstens einmal im Monat – am besten am Ende des Monates eine Auszeit zum Nachkosten, zum Erzählen, zum Deuten, zum Bewahren. So werden aus Erlebnissen auch Erfahrungen. Für Fortgeschrittene: Beim Abendessen oder beim Zu-Bett-gehen nehmen wir uns Zeit für unsere Kinder und lassen sie erzählen, was sie erlebt haben. Auch wir als Paar begnügen uns nicht mit der summarischen Formel: „Es war wie immer.“ Denn diese Feststellung wirkt wie ein trockener Wüstenwind auf unsere Seelenlandschaft. Wir versuchen, Momentaufnahmen wieder lebendig werden zu lassen und geben dem Partner durch unser Erzählen Anteil an unserem Leben. ◆

„ Wir versuchen, Momentaufnahmen wieder lebendig werden zu lassen und geben dem Partner durch unser Erzählen Anteil an unserem Leben.

EHEteamfragen

ŠŠ Welche schönen Erinnerungen haben wir an unseren letzten Urlaub, an ein schönes Erlebnis, u.s.w. ŠŠ Was war uns besonders wertvoll? Was haben wir besonders genossen? ŠŠ Was ist im letzten Monat passiert? Was haben wir als Paar und in unserer Familie und im Arbeitsumfeld erlebt?

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W e r t v o l l e B üch e r und Filme!

F. Mayer

Familien erzählen

Bücher - Filme - Internet

Lesen macht Freude! „ Unsere Kinder haben sich immer wieder gefreut, wenn wir einen Filmabend angekündigt haben!

Wir freuen uns, wenn unsere Kinder viel lesen. Wie können wir sie unterstützen, eher nach einem Buch zu greifen als zum Smartphone oder zu Streaming-Diensten? Und wie gelingt überhaupt bewusstes Fernsehen in unserer Familie? Es gibt Bücher, Filme, Klassiker aus unserer eigenen Kindheit und Jugend die wir als schön und wertvoll erlebt haben. Wie gelingt es, das auch unseren Kindern weiterzugeben? FAB-Leserinnen und -Leser erzählen, wie bewusstes Fernsehen in der Familie funktionieren kann, und von guten Erfahrungen, wie man Filme oder Bücher nachbesprechen kann.

Bewußt Fernsehen

Kino mit Don Camillo Wir hatten lange keinen Fernseher in der Familie und hatten viele Abende mit Lesen, Vorlesen oder Spielen verbracht. Als die Kinder langsam aus dem Volksschulalter herauswuchsen, kauften wir einen Fernseher - allerdings ohne eine Antenne anzuschließen. Wir stellten einen DVD-Player auf und so konnten wir unser Programm selbst gestalten. Das ist uns wichtig – denn wir wollen unseren Tagesrhythmus, der sich bewährt hat, nicht allzu sehr zu stören. Die Auswahl und die Beginnzeiten der Filme können von uns frei gewählt werden, und nehmen Rücksicht auf unsere Bedürfnisse.

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Nach und nach kauften wir Kinderfilm-Klassiker, lustige Filme und Abenteuerfilme. Hin und wieder borgten wir auch Filme von der Bibliothek aus. Unsere

Kinder haben sich immer wieder gefreut, wenn wir einen Filmabend angekündigt haben! Wir schätzen die Klassiker - z.B. Don Camillo - ebenso wie auch zum Alter der Kinder passende aktuelle Filme. Ob ein Film von uns in Betracht gezogen wird, hängt nicht alleine von der FSK-Kennzeichnung ab. Wir lesen auch seriöse Kritiken und bilden uns ein Urteil, bevor der Film in unsere Sammlung kommt. Dann wird er zuerst von uns Eltern geschaut und erst dann - wenn es passt - den Kindern angeboten. Es ist interessant, dass manche Filme ab 6 Jahren freigegeben werden, die zwar relativ „harmlos“ sind, aber vom Thema ganz ungeeignet sind für Kinder. Dagegen gibt es ab und zu auch Filme ab 12 Jahren, die mit einiger Erklärung auch Jüngere sehen können. Dokumentarfilme haben bei uns weniger Eingang gefunden. Wir freuen uns, dass alle unsere Kinder


neben den Filmabenden immer noch gerne zu guten Büchern greifen und viel lesen! ◆ Was lesen wir?

Karl May und die Fünf Freunde In unserer Familie wird viel gelesen. Mein Mann liest gerne Zeitung und Zeitschriften; weniger die Tageszeitung als Texte über Gesellschaft, Technik und Religion oder Kritiken von Büchern, die er dann manchmal für sich oder jemanden, den es interessieren könnte, kauft. Ich lese lieber Romane, am liebsten historische, oder Biographien. Unsere Kinder steigen zum Teil in unsere Fußstapfen – allerdings drängen sich diverse neue Medien in den Vordergrund. Von klein auf las ich den Kindern vor dem Einschlafen vor. Es war ein liebgewonnenes Ritual, dem die größeren Kinder, als sie längst selbst lesen konnten, auch noch gerne beiwohnten, wenn ich den Kleineren vorlas. Langsam begannen die Kinder, Bücher selbst weiter zu lesen. Manchmal motivierten wir unsere Kinder auch zum Lesen: so holte ich unsere älteste Tochter öfters zu uns ins Elternschlafzimmer, wo wir es uns gemütlich machten. Hier lasen wir nun abwechselnd laut vor. Immer öfter gelang es, dass sie Feuer fing und selbständig weiterlas. In der Volksschule waren die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton angesagt, aber auch die Buchreihe „Das magische Baumhaus“ von Mary Pope Osborne. Wichtig waren uns dabei Themen wie Abenteuer, Gemeinschaftssinn und das positive Ende. Wenn möglich, habe ich bei den modernen Autoren Geschichten mit intakten Familien ausgesucht. Das ist gar nicht so einfach! Einer unserer Söhne verschlingt nun schon seit einigen Jahren alle Karl May Bücher, die er bekommen kann! Einige hat er bestimmt schon drei oder vier Mal gelesen. Inzwischen haben wir auch schon die passenden Filme auf DVD. So gerne er diese auch sieht, er bringt immer wieder Kritik an, dass etliche Szenen im Buch anders und besser beschrieben sind. Und schon zwei Mal waren wir im Sommer bei Karl May Festspielen, wo Szenen aus den

Büchern mit echten Pferden in realistischer Kulisse dargeboten werden. Lange Zeit bevor die Chroniken von Narnia verfilmt wurden, hatten wir alle Bände zu Hause und besonders die größeren Kinder verschlangen sie mit großem Interesse. Unsere drei älteren Teenager entwickelten ein ganz eigenes Ritual: Sie entdeckten die spannenden, historischen Jugendromane von Rainer M. Schröder, die sie einander vorlasen – hunderte Seiten lang! Wovor unsere Kinder zurückschrecken sind Geschichten mit unheimlichem Hintergrund, Geschichten, die beklemmende Eindrücke hinterlassen. Für sie soll Lesen ein entspannendes, erfreuliches Erlebnis sein, aus dem sie positive Impulse mitnehmen, lachen, aber auch mit den „guten“ Charakteren mitfiebern können. Es ist wunderbar, wenn ein Kind bei einer Geschichte so mitlebt, dass es am Ende wissen möchte, wie es weitergehen würde! ◆ Gemeinsames Leseerlebnis

Ein richtiger Pferderoman! Den Wunsch, dass unsere Kinder mehr lesen sollten, habe ich erstmals so richtig verspürt, als unsere große Tochter acht Jahre alt wurde. Damals dachte ich, sie könnte jetzt wohl schon über die Bücher für Erstleser (meist waren es Pony- und Einhorngeschichten) mit Großbuchstaben hinauswachsen, die in der Schulbibliothek reichlich zur Verfügung standen!

„ Für sie soll Lesen ein entspannendes, erfreuliches Erlebnis sein, aus dem sie positive Impulse mitnehmen, lachen, aber auch mit den „giten“ Charakteren mitfiebern können.

Ich überlegte mir, was ich als Kind gerne und mit Begeisterung las, und so habe ich ihr den ersten richtigen 180- Seiten-Roman zu Weihnachten geschenkt. Zwar auch ein Pferderoman - aber ein richtiger! Wir sind dann in den Ferien nebeneinandergesessen und haben in weihnachtlicher Beleuchtung stimmungsvoll gelesen, ich mein Buch und sie ihr Buch... das erste schöne Leseerlebnis miteinander. Es ist uns so gut gelungen, sie zum Lesen zu animieren, sodass wir inzwischen, zwei Jahre später, ein anderes Problem haben: sie liest mittlerweile 2-3 Bücher pro Woche, und weil es ja viel mehr ist, als ich als Familie als Berufung 1/2018 

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unsere kinder

Kindermund

Kindermund

Mama findet bei Zusammenräumen des

Ich gehe mit unserer Tochter Sophie (2)

Kinderzimmer ein lang verschollenes

durch den Garten und zeige ihr einen

Spielzeug. Paul (3) ruft Mama beglückt zu:

Käfer: „Schau, das ist ein Feuerkäfer.“ Sie:

„Danke mein Schatz!

„Tatü-tata!“

Gabriela (2): „Was ist das?“ Mama: „Ein Leberfleck.“ Gabriela: „Ein Legofleck??“ Anna (6) bastelt mit Bügelperlen. Sie fängt an, pastellfarbige Perlen zu sortieren. Sie redet leise vor sich hin: „So, und jetzt noch die marcelfarbigen Perlen!“

Ausnahmsweise gibt es Nougat-Creme zum Frühstück. Papa deutet auf das Brötchen mit Gebäck: „Florian, wo willst du das Nutella draufgeschmiert haben?“ Florian (3) hält den Löffel in die Höhe: „Da

Valentina (3): „Ich will das haben!“ Mama:

drauf!“

„Wie heißt das Zauberwort?“ Valentina: „Hokuspokus fidibus!“ Tobias (5): „Papa, ich hab schon bis Zweihundert-elf-und-zwanzig gezählt! Papa: „Wahrscheinlich meinst du 221?“ Tobias: „NEIN, Zweihundert-elf-und-

Jakob (6) ist gerade dabei, sich den ersten Wackelzahn zu ziehen. Er überlegt: „ Mama, wenn ich alle meine Zähne

Charlotte (3) sieht ihre Tante nach dem

gesammelt habe, dann möchte ich sie in

Blutabnehmen: „Hast du dir weh getan?“.

einem Museum ausstellen!“

„Nein. Der Arzt hat nur ein bisschen Blut genommen, in dem er jetzt nachschaut,

zwanzig“ Mama singt gut gelaunt ein Lied und Charlotte (fast 2) ist ganz begeistert von

tanzt dazu. Anna-Maria (2) sieht Mama

ihren Weihnachtsgeschenken. Sie zieht

mit riesigen Augen zu und fragendem

einen Streifen Tixo vom ersten Packerl

Blick an. Mama sagt lachend: „Du, Anna-

und ruft begeistert: „Wow! Ein Pickerl!“

Maria, deine Mami ist aber nicht verrückt!“ Anna-Maria: „Oja!“

ob alles in Ordnung ist.“ Charlotte denkt kurz nach: „Aber ich glaube, der liebe Gott hat dich eh ganz richtig gemacht!“

Felix (5) setzt sich ein kleines Plastikkrönchen auf: „Hilfe, Hilfe, ich bin eine richtige Prinzessin!“

Wir gehen spazieren und kommen an jungen Bäumen in Pflanzsäcken vorbei. Valentin (3): „Schau! Die Bäume haben Gatschhosen an!“

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Kindermund... Ihr Kind hat einen guten Spruch auf Lager? Dann lassen Sie uns doch daran teilhaben und schreiben uns einfach unter: kontakt@familiealsberufung.at


Wir gratulieren und wünschen Gottes Segen!

unsere kinder Willkommen

Magdalena und Dominik Maderthaner aus Josefsdorf/ NÖ zur Geburt ihres Kindes Julia Marie

am 10. Juli 2017 Sophie und Bernd Nagel aus Dornbirn zur Geburt ihres Kindes Tobias

am 19. November 2017 Patricia und Günther Mayrhofer aus zur Geburt ihres Kindes Katharina Anna-Luisa

am 25. Jänner 2018

Julia Marie

Katharina Anna-Luisa

...Willkommen!

Tobias

Wenn Sie ein Baby bekommen haben und möchten, dass ein Foto in der FAB veröffentlicht wird, schicken Sie es an: kontakt@familiealsberufung.at

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W e r t v o l l e B üch e r und Filme! Familien erzählen

Kind und Jugendliche gelesen habe, reicht es nicht mehr aus, zu überlegen, was mir gefallen hat. Sie liest sich quer durch unsere kleine Landbibliothek, und liest dabei auch Bücher, die ich gar nicht kenne, und deren Inhalte für mich immer wieder skurril sind. So frage ich bei jeder Gelegenheit andere Eltern, was ihre Kinder lesen und ob sie gute Büchertipps haben! ◆

Das Thema „Medien“ - gedruckt oder digital, ist bei uns ein ständiges Thema! Wir sind dankbar für das Positive, was wir mit unseren Kindern erleben können: Mittlerweile schauen wir gern gute, große Filme zusammen an, über Sissi, Queen Victoria oder den Hl. Philipp Neri - was sehr viel Gesprächsstoff liefert auf allen Gebieten des Lebens - das ist schön und wertvoll! ◆ Wir freuen uns, wenn er liest

Ein heißes Thema

Märchen am Sonntag Wir haben bewusst keinen Fernseher. Anfänglich waren wir sehr überzeugt vom Fernsehen im Internet, weil wir das Gefühl hatten, wir können gezielter aussuchen, wann, was und wie lange wir uns etwas anschauen wollen.

„ So frage ich bei jeder Gelegenheit andere Eltern, was ihre Kinder lesen und ob sie gute Büchertipps haben!

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Als unser drittes Kind auf die Welt kam, haben wir also ab und zu kleine Filmchen am Computer, für die größeren Kinder eingeschaltet. Es war sehr praktisch, wenn man dringend Zeit fürs Baby gebraucht hat und die größeren Geschwister beschäftigen musste! Am Sonntagnachmittag haben wir auch gerne mal ein Grimm-Märchen eingeschaltet, während wir Ehe-Gespräch hatten - das war für uns die einzig mögliche Form, eineinhalb Stunden ungestört reden zu können. Nur hat das „ComputerFernsehen“ mit der Zeit auch Rückschläge mit sich gebracht! Sobald die Kinder lesen und schreiben konnten, haben sie selbst Suchbefehle eingetippt oder am Ende des Filmes die von Youtube angebotene Filmchen angeklickt. Obwohl es verboten war, ist es oft passiert, dass sie Märchen angesehen haben, die wir Eltern noch nicht erlaubt hatten. Durch den öfteren Umgang mit Youtube haben sie schnell eine Routine entwickelt, das Internet zu benützen (z. B. wenn sie von einem Thema in der Schule lernen, suchen sie mit Google nach Bildern, Infos und Videos - ganz toll, doch ein Mausklick von dem ungewollten Inhalt entfernt!) Unser kleiner Sechsjährige sucht immer nach Bildern, die er anschauen möchte: die längsten Züge der Welt, die schnellsten Autos usw., vor kurzem wollte er die „schönsten Busse” anschauen, dann bekam er die „schönsten Busen der Welt” zu sehen ...

Der Lesepass ist voll! Unser ältester Sohn Elias ist jetzt in der zweiten Klasse Volksschule. Seine Lehrerin unterrichtet gut und durchaus auch fordernd. Unter anderem gibt es in der Klasse einen „Lesepass“ - jedes Kind sollte pro Semester zehn Bücher lesen, wobei ein Buch ab 40 Seiten für den Lesepass zählt. Wir bekommen oft mit, wie andere Eltern stöhnen und wie schwer es ihnen fällt, ihre Kinder zum Lesen zu bewegen. Wir haben da eigentlich kein Problem (im Gegensatz zur Hausübung, die Elias sehr oft gar nicht gerne macht und für die er meistens wirklich sehr lange braucht!) und haben überlegt, woran das liegen könnte? Sicher, das Lesen gefällt unserem Sohn einfach und jetzt, wo es ihm schon leichter fällt, hat er auch Spaß daran, wenn er selbst die Bücher lesen kann. Er ist also selbst der Entdecker, der herausfindet, was in den Büchern steht! Dabei sucht er sich die Bücher selbst aus, die er lesen will. Manchmal hört er dabei auf unsere Vorschläge, oft auch nicht. Natürlich achten wir darauf, was er liest, aber im Grunde gibt es da bis jetzt keine Probleme. Am Anfang war es für unseren Lesenanfäger auch nicht leicht, alle Buchstaben auseinanderhalten zu können. Oft, wenn wir gemeinsam mit ihm gelesen haben, merkten wir viele Fehler. Aber wir waren dann, sobald es irgendwie ging, auch nicht jedes Mal dabei und er musste nicht immer alles laut vorlesen. So konnte Elias auch alleine lesen und mochte das eigentlich gern. Er hat natürlich auch manches falsch gelesen, aber wir wollten nicht ständig neben ihm sitzen und korrigieren – es sollte nicht demotivierend auf ihn wirken.


Es heißt ja so schön: „Übung macht den Meister!“ Und nun liest er ein altersgemäßes Buch, mit relativ viel Text und um die 50 Seiten, an einem Tag aus. Seinen Lesepass hatte er als erster in der Klasse voll und im Semester brauchte er mehrere Lesepässe, es macht ihm richtig Spaß! Wir freuen uns, dass unser Elias oft am Abend, wenn seine jüngeren Geschwister schon schlafen, im Bett noch liest. Und irgendwann heißt es dann aber auch: „Licht aus!“ ◆ Gemeinsam einen Film anschauen

Kinoabend mit Popcorn Unsere vier Kinder sind im Alter von 3 bis 9 Jahre. Wir haben bereits im Kleinkindalter bei allen Kindern begonnen, ihnen regelmäßig Büchern vorzulesen. Das war für mich, als Mama, auch immer wieder eine entspannte Zeit mit ihnen: Auf der Couch, unter der Kuscheldecke…meistens war das typischerweise nach dem Mittagessen oder am Nachmittag, und so war auch es auch für mich eine Erholung! Unsere beiden Schulkinder lesen jetzt selber gerne und kommen bei Fragen zu uns und wir besprechen ihr Gelesenes. Da wir keinen Fernseher daheim haben, wird bei uns nur Ausgewähltes am Laptop angeschaut. Wir haben schon einige Kinder- DVDs angesammelt, die wir gerne anschauen. Selten, aber doch, schauen wir als Familie einen gemeinsamen Film, der dann mit allem was dazu gehört, z.B. Knabbereien, bereichert wird. Ein richtiger Kinoabend! Im Anschluss daran besprechen wir den Inhalt mit den Kindern.

innerlich nacharbeiten könnte. Unsere Kinder dürfen also Filme sehen – bewusst und mit klaren Regeln! ◆

Unser Ritual

Freitagsfernsehabend Es ist Freitagnachmittag, in unserer Familien-WhatsApp Gruppe kommt der übliche Filmvorschlag für den Abend. Jede Woche ist ein anderes Familienmitglied dran und darf sich einen Film für unseren gemeinsamen Fernsehabend wünschen. Wenn es kein „no go“ von einem anderen Familienmitglied gibt, ist der Vorschlag angenommen und die ganze Familie trifft sich um 20:00 beim Fernseher. Es hat einige Abende Diskussion und Streit gekostet, dieses Ritual für uns zu erkunden. Wir sind viele Menschen im Haus, Erwachsene und Jugendliche, manchmal auch Freunde der Kinder, und jeder wollte seinen Film, Doku oder Serie durchsetzen. So kommen wir aber nun besser zurecht! Am des

„ „Habt ihr wirklich keinen Fernseher?!“

Ende Films

Wir haben die Regelung, dass während der Schulzeit nur am Wochenende für ca. eine Stunde pro Tag geschaut wird. Meistens geht es sich nur auch an einem Tag aus, weil wir sowieso anderes Programm vorhaben. Uns ist wichtig, dass nicht am Abend ferngesehen wird, wo dann beim Einschlafen noch vieles Familie als Berufung 1/2018 

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W e r t v o l l e B üch e r und Filme! Familien erzählen

entsteht meist schon eine Diskussion- vor allem, wenn wir uns kontroversen Themen widmen oder uns einen alten Film aus unserer Jugendzeit anschauen. Wie langsam waren die einzelnen Szenen gedreht! Da konnte das Hirn mitarbeiten und nachkommen, irgendwie schön, dass das den Kindern auffällt. Was uns besonders an unserem Freitagsfernsehabend gefällt ist, dass nicht nur wir unseren Kindern Filme zeigen können, die uns etwas bedeuten, sondern auch sie uns. Ich selber schaue eigentlich nicht gern fern. Vor allem abends nehme ich aufregende Bilder dann mit ins Bett. Als unsere Kinder klein waren, hatten wir den Fernseher in einem geschlossenen Kasten. Kindergartenfreunde unserer Kinder haben mich ungläubig gefragt: „Habt ihr wirklich keinen Fernseher?!“ Oh doch, er ist nur in wo drin und damit wird man nicht ständig in Versuchung geführt!

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Wir haben DVDs mit Kinderserien ausgesucht, die wir für gut befanden und vorher ausgemacht, wieviel davon geschaut werden darf. Als unsere Kinder in das Alter kamen, wo Fernsehen für unser Empfinden zu wichtig wurde, haben wir den Spieß einmal umgedreht und sie zum Fernsehen „überredet“. Sommer, schönstes Wetter, die vielen Stimmen der anderen Kinder draußen – „Nein, bleibt doch noch sitzen und schaut weiter!“ Heute noch erzählen unsere jugendlichen Kinder von dieser Begebenheit und sagen, dass sie das viel gelehrt hat! ◆


So fördern wir das Lesen bei unseren Kindern

Bitte noch eine Geschichte!

W e r t v o l l e B üch e r und Filme! Arbeitsmaterial

Gerhard und Judith Zöhrer, Familientrainer

„Bitte noch eine Geschichte.“ Es ist abends, ich liege bereits im Bett und bin müde. Meine Oma sitzt am Bettrand mit einem Märchenbuch in der Hand und liest mir vor. Es ist ein seltener Moment. In meiner Kindheit gehörte zum Ritual des Schlafengehens das Abendgebet, aber nicht das tägliche Vorlesen. Irgendwie war einfach zu wenig Zeit dafür. Und trotzdem erinnere ich mich sehr stark an diese Begebenheit. Vielleicht war das der Moment, in dem ich unbewusst und intuitiv beschlossen habe: Meinen Kindern werde ich oft vorlesen!

So gibt es bestimmte Kindheitserinnerungen, die bei allen, die sie erlebt haben, ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit hervorrufen: die Erinnerung an das Vorlesen! Eine weitere Kindheitserinnerung findet einige Jahre später im Schulalter statt: Es ist ein heißer Tag in den Sommerferien. Ich sitze auf den Stufen vor der Hauseingangstür im Schatten, habe ein Buch auf den Knien und lasse mich in eine spannende Welt entführen! Aber auch die Stunden im kühlen Zimmer, um der Hitze zu entgehen, beim Hören von Musik und Lesen von Abenteuerbüchern. Einfach herrlich! Sommertage, die wir zu Hause verbringen und die uns durch die Bücher in eine spannende, abenteuerliche Welt entführen. Uns wurde als Kinder das Medium „Buch“ nie langweilig! Eine ebenso sinnvolle Freizeitbeschäftigung, wollten wir unseren Kindern mitgeben. Eine ganze Wand mit einem Bücherregal aus Holz, in dem vom Bilderbuch, über das Kinderlesebuch, Jugendliteratur, bis zur studentischen Fachliteratur ein breites Buchangebot zu finden war. So habe ich das ehemalige Jugendzimmer im Elternhaus meines Mannes kennengelernt. Und auch in unserem Wohnzimmer gibt es diese Vielfalt an Büchern im Regal. Obwohl unsere Kinder schon dem Kinderbuchalter entwachsen sind, gibt es einige ausgewählte Bilderbücher. Wenn nun eine junge Familie mit Kindern zu Besuch kommt, genügt ein schneller Griff ins Regal und ein gutes Buch ist da! Für unsere Kinder ist in den sommerlichen Besuchswochen bei den Großeltern das Jugendzimmer von Papa bis heute ein beliebter Ort. Wir finden sie dann oft in diesem Zimmer mit einem Buch in der Hand.

„ Vielleicht war das der Moment, in dem ich beschlossen haben: Meinen Kindern werde ich oft vorlesen!

„Leben entzündet sich am Leben.“ So bezeichnet P. Kentenich in einem Satz die Beobachtung, dass wir nur das gut weitergeben können, was uns selbst wichtig ist, was wir selbst praktizieren. Vom Kleinkindalter zu erleben, dass für die Eltern das Buch Medium wichtig ist, ist die erste Voraussetzung, um Kinder damit vertraut zu machen. Damit geben wir unseren Kindern ein gutes Startkapital, das über ein besseres Zurechtkommen in der Schule weit hinausgeht. Wer liest, lernt denken

Natürlich fällt uns als Vorteil des gut „Lesenkönnens“ sofort die Schule ein. Eine gute Lesekompetenz ist eine Voraussetzung, um in allen Schulfächern gut mitzukommen. Eine Bestätigung dafür haben wir kürzlich in unserem Bekanntenkreis gefunden. Eine Mutter erzählte uns von ihren Sorgen um ihre Tochter, die durch eine längere Abwesenheitsphase in einigen Lernfächern notenbestimmende Tests versäumt hat. Bald darauf erzählte sie freudenstrahlend, dass durch die gute Lesekompetenz und damit verbundene schnelle Auffassungsgabe die Tests mit gutem Erfolg nachgeholt wurden. Lesen ist für unser Gedächtnis wie ein Muskeltraining für unseren Körper, das wir für

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W e r t v o l l e B üch e r

eine gute Haltung und somit für einen guten schmerzfreien Bewegungsablauf brauchen. Beim Lesen nehmen wir in Schriftform gebrachte Gedanken wahr, wir lernen abstrahieren.

und Filme! Arbeitsmaterial

Lesen öffnet uns die Tür zu neuen Welten

„Wenn ein Kind lesen gelernt hat und gerne liest, entdeckt und erobert es eine zweite Welt, das Reich der Buchstaben“, meint der bekannte Autor Erich Kästner. In der bekannten Geschichte „Die Chroniken von Narnia“ von C.S. Lewis, gelangen die Kinder durch einen Kleiderschrank in eine neue, unbekannte Welt - das Land Narnia - das ihr Leben bereichert. Lesen ist ein Abenteuer im Kopf

Lesen ist wie das Entdecken von unbekannten Ländern. Ohne ins Auto, Schiff und Flugzeug zu steigen, können wir in Gedanken unsere eigene Phantasiewelt erschaffen. Wenn wir für unsere Kinder in der Zeit Ihres Volksschulalters von der Bücherei ein Buch mitgebracht haben, dann war es oft ein Buch aus der Serie „Das magische Baumhaus“. Zwei Kinder reisen mittels eines magischen Baumhauses in verschiedene Länder, in denen sie ein Abenteuer zu bestehen haben. Zugleich erfährt man auch Wissenswertes über das Land und über die Zeitepoche, denn auch Zeitreisen sind möglich. Sogar bis ins Innere der Erde und bis zum Meeresgrund kann man mittels eines Buches reisen! Man denke dabei an die Klassiker von Jules Verne „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“…

„ Es hört und liest, wie die Angst in der Geschichte überwunden wird und erfährt, dass es Möglichkeiten gibt, dieses Problem zu überwinden.

Lesen ist Lebenshilfe

Das Lesen hilft der Verarbeitung von Gefühlen, es ist wie ein Ventil, durch das sich starke Gefühle entlasten können. Wenn ein Kind Angst im Dunkeln hat und eine Geschichte liest, in der es der Hauptfigur genauso geht, dann fühlt es sich mit seinen Gefühlen nicht allein. Es hört oder liest, wie die Angst in der Geschichte überwunden wird und erfährt, dass es Möglichkeiten gibt, dieses Problem zu überwinden. Solche Möglichkeiten werden stark in den Märchen aufgezeigt. Da gibt es zum Bespiel das Grimms Märchen „Von Einem der auszog, das Fürchten zu lernen.“ Manche Märchen gelten in jüngster Zeit als pädagogisch umstritten, weil es neben den guten auch bösen Gestalten gibt. Gerade durch ihre Schwarz-, Weißzeichnung können Märchen bei der Verarbeitung von Gefühlen helfen. Das Kind lernt, dass das Böse nicht übermächtig ist und das Gute zuletzt siegt. Wichtig ist dabei, die Kinder mit den Geschichten nicht alleine zu lassen, sondern mit ihnen darüber zu sprechen. Lesen hilft bei der Werteerziehung

Wir haben bemerkt: wenn wir von fremden Erfahrungen, Erlebnissen und Ideen lesen, machen wir sie oft zu unseren Eigenen. Vor einigen Jahren ist die Trilogie „The Maze Runner“ von James Dashner erschienen, ein Jugendbuch ab 12 Jahren. Dieses Buch haben wir im Urlaub in einer öffentlichen Bücherei entdeckt. Nicht nur unsere Kinder, auch wir haben dieses Buch mit Begeisterung gelesen. Mit den zwei weiteren Bänden ergab sich dadurch eine gute Gelegenheit für ein sinnvolles Geburtstagsgeschenk an unsere Kinder. Beeindruckt hat uns der jugendliche Held Thomas. Er lebt Eigenschaften, die nachahmenswert sind: Mut, Entschlossenheit, das Schwimmen gegen den Strom, das nicht Aufgeben in aussichtslosen Situationen. In der Pädagogik P. Kentenichs spielt die Erziehung zu Idealen eine große Rolle, vor allem die Ermutigung, sein ganz persönliches Ideal zu finden, seine ganz persönliche Berufung und Aufgabe in der Welt zu entdecken. Mithilfe von Identifikationsfiguren aus Büchern kann diese Suche unterstützt werden. Bücher sind auch eine wertvolle Hilfe bei der religiösen Erziehung. In unserem Bücherregal im Wohnzimmer steht noch immer das Bilderbuch „Eine Geschichte vom Nikolaus“ von Mira Lobe. Es ist eine lustige und spannende Geschichte. Die Kinder begleiten den Nikolaus, der die Kinder liebt und den man einfach gernhaben muss, um die ganze Welt. 28  Familie als Berufung 1/2018


Durch kindgerechte Illustrationen und in einfacher Sprache verfasste Kinderbibeln erfahren Kinder religiöses Grundwissen und werden mit dem Medium Bibel vertraut. Lesekompetenz bringt viele Vorteile

Leseförderung beginnt bereits lange vor dem Schuleintritt. Das darf Spaß machen und Interesse wecken. Eine Beobachtung: Wir sind bei einer jungen Familie zu Besuch. Der kleine Felix sitzt auf seiner Krabbeldecke mit einem Stoffbuch in den Händen, auf dem einzelne Alltagsgegenstände abgebildet sind. Er erforscht es mit Händen und mit dem Mund. Bereits am Ende des sechsten Monats fängt die Leseförderung mit Hilfe von einfachen Papp- und Stoffbilderbüchern an. Auf diese Weise nehmen die Babys Bilder wahr. Aus Bildern werden dann Worte und aus Worte Geschichten. Schon im frühen Kindergartenalter können die Kinder mit eigenen Worte Bilder beschreiben zb. in den „Wimmelbüchern“. In der Bücherei

Wir sind als Familie immer gerne in die Bücherei gegangen. Voll Freude suchten sie sich aus dem Bilderbüchersortiment und später aus den Erstlesebüchern ihre Favoriten aus. Wichtig für die Leseförderung ist in dieser Zeit das Vorlesen. Es ist auch mit dem Gefühl von Geborgenheit verbunden und das Kind weiß: Jemand hat Zeit für mich! Es ist gut, das Vorlesen auch dann noch zu praktizieren, wenn das Kind bereits lesen kann. Im Schulalter ist das Interesse der Eltern am Lesefortschritt und an den gelesenen Büchern förderlich. Das Sprechen mit dem Kind über die gelesenen Bücher unterstützt das Kind, ebenso, dass das Kind die Eltern selbst beim Lesen erlebt. Wir erinnern uns noch an das Miteinanderlesen von Büchern. Eine Seite war im Großdruck für die Kinder zum selber Lesen, die andere Seite war im Kleindruck für die Eltern zum Vorlesen. In der Bücherei, die wir regelmäßig besuchten, gab es viele Fußballbücher. Das kam den Interessen unserer Söhne entgegen. In der Schulzeit ist es besonders wichtig, die Bücher nach den Interessen der jeweiligen Kinder zu wählen. Gute Geschichten für unser Kind

Eine gute Geschichte trifft die Lebenswelt des Kindes und es kann damit eine Verbindung zwischen der eigenen und der fremden Erfahrung herstellen. Ebenso soll ein Buch fremde und unbekannte -Elemente enthalten. So erzeugt es Spannung! Dazu gehören Abenteuer, Detektiv – und Fantasiegeschichten sowie Krimis. „Die drei Fragezeichen Kids“ und die „Drei Fragezeichen“ waren bei uns beliebte Bücher. Zu den erzählten Geschichten sind kindgerechte Sachbücher eine gute Ergänzung.

„ Wichtig für die Leseförderung ist in dieser Zeit das Vorlesen. Es ist auch mit dem Gefühl von Geborgenheit verbunden und das Kind weiß: Jemand hat Zeit für mich!

Neue Medien

Wir fahren mit den Kindern im Zug vom Urlaub nach Hause. Jeder von uns hat sein elektronisches Buchangebot als E-book-Reader oder Handy vor sich. Es ist bequem in unserem Gepäck nicht noch Bücher verstauen zu müssen. Wie schaut dies mit dem elektronischem Angebot für die Leseanfänger aus? Es ist sinnvoll die Kinder zuerst mit dem Medium Buch gut vertraut und erst dann durch die elektronischen Angebote zu ergänzen. Ein elektronisches Lesegerät zeigt immer nur einen Teil der Seite an. Das ist besonders für Bilderbücher unattraktiv. Buch vor Film

Bei älteren Jugendbüchern kann es vorkommen, dass diese bereits verfilmt wurden, noch bevor das Kind das entsprechende Alter dafür erreicht hat. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es von Vorteil ist, wenn die Kinder zuerst das Buch lesen und danach den Film ansehen, meist gemeinsam mit uns. Die Handlung in den Filmen wirkt oft sprunghaft, weil Details weggelassen und das Augenmerk auf Spannung gelegt wird. Kampfszenen oder ängstliche Situationen werden dadurch oft sehr drastisch dargestellt. Das Buch hat auch hier den Vorteil gegenüber den bewegten Bildern. Das Kind wird langsam an das Geschehen herangeführt, kann beim Lesen eines Buches das Tempo Familie als Berufung 1/2018 

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selbst bestimmen und sich die Handlung mit seiner kindgerechten Phantasie vorstellen. W e r t v o l l e B üch e r und Filme! Arbeitsmaterial

Perpetuum Mobile

Kinder lieben Wiederholungen. Sie sind ein wichtiges Moment in der kindlichen Entwicklung. Die Abläufe und die Erkenntnisse werden dadurch verinnerlicht. Wer kennt nicht die Situation, dass das Kind immer wieder die gleiche Geschichte hören will oder das gleiche Buch anschauen möchte? Das Wiederholen vertrauter Geschichten lässt auch Erwachsene ihre Kindheit wieder neu erleben und führt, aufgrund der Lebenserfahrung, zu neuen Sichtweisen, die das Gespräch mit den Kindern fruchtbar werden lassen. Rückblickend können wir sagen: „Es zahlt sich aus, in gute Bücher und Filme zu investieren!“. Damit haben wir nicht nur den Grundstein für eine Werteerziehung unserer Kinder gelegt, sondern sie mit einem wertvollen „Familienschatz“ ausgestattet. Wir hoffen, dass sie diesen auch an ihre Kinder weitergeben werden! ◆

„ Es zahlt sich aus, in gute Bücher und Filme zu investieren!

EHEteamfragen

ŠŠ Welche Erinnerung haben wir an das Lesen und Vorlesen in unserer Kindheit? ŠŠ Welche Bücher und Geschichten waren uns besonders wertvoll. ŠŠ Welche Geschichten passen für unsere Kinder, welche Sachbücher könnten unsere Kinder ansprechen?

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Ostern Brauchtum und Feste

K. Reidlinger

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Jeder Sonntag - ein Verweis auf Ostern

„ Der Sonntag soll ein Tag sein, an dem andere Maßstäbe gelten, der sich von der Mühsal der Werktage unterscheidet!

Sonntagsbegrüßung in der Familie Ein Beitrag von Mag. Klemens Reidlinger In der österlichen Bußzeit bereiten wir uns 40 Tage lang auf das Osterfest vor. Eigentlich sind es ja 46 Tage, die zwischen Aschermittwoch und Karsamstag vergehen, aber die Sonntage gelten bekanntlich nicht als Fasttage, weil jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist und damit das Fasten unterbricht. Ich möchte speziell für die Fastenzeit ein kleines Ritual empfehlen, mit dem das Fasten feierlich gebrochen werden kann und das wir in unserer Familie seit ungefähr einem Jahr jede Woche begehen: die Sonntagsbegrüßung am Samstagabend. Der Sonntag beginnt am Samstagabend

Vermutlich jede Familie kennt das Problem, dass sich am Sonntag keine richtige Feiertagsstimmung einstellen mag, weil nach langem Ausschlafen, Messbesuch und Bereitung des Mittagessens am Sonntagnachmittag bereits wieder Gedanken an die neue Arbeits- bzw. Schulwoche kommen. Auch bei uns war das nicht anders – bis uns die Idee kam, schon am Samstagabend die Reihe der Werktage feierlich abzubrechen und in guter altkirchlicher Tradition den Sonntag zu beginnen. Inspirieren ließen wir uns dabei einerseits durch die jüdische Praxis der Begrüßung der Braut Sabbat am Freitagabend, andererseits durch Traditionen, die noch in den Familien unserer Großeltern üblich waren, durch überraschend viele Ideen in liturgiewissenschaftlichen Aufsätzen – und auch durch einige andere junge katholische Familien. Unser Ziel war: Der Sonntag sollte ähnlich wie das Weihnachtsfest eine besondere Atmosphäre erlangen, indem wir an seinem Beginn Zeichen setzen, die sowohl für unsere Kinder als auch für uns selbst die Bedeutung des Sonntags als Tag der Auferstehung Jesu und als erster Tag der Schöpfung erfahrbar, schmeckbar, riechbar und hörbar machen. Der Sonntag soll ein Tag sein, an dem andere Maßstäbe gelten, der sich von der Mühsal der Werktage unterscheidet! Besonders jetzt in der Fastenzeit lässt sich dieser Übergang vom Wochen- zum Sonntag gut dadurch feiern, dass wir als Familie gemeinsam das Fasten brechen: Jetzt darf wieder Wein getrunken und Wurst gegessen werden. Jetzt ist vielleicht auch ein kleines Stück Schokolade angebracht. 32  Familie als Berufung 1/2018


Familiäres Feiern nach dem Baukasten-Prinzip

Noch sind unsere Kinder sehr klein (wenige Monate, 2 und 4 Jahre). Dennoch wissen sie schon, wenn am Abend alle Lichter abgedreht werden und nur die Osterkerze brennt, wenn die schönen Teller aufgedeckt sind und die Flasche Wein am Tisch steht, dass heute Sonntag ist. Jetzt werden wir gleich das Halleluja singen werden, dann dürfen alle vom süßen Wein trinken, während wir uns einen schönen Sonntag wünschen. Dann gibt es Weckerl und andere besondere Speisen und die Vorfreude auf ein Frühstück mit frisch gekochten Eiern. Wenn unsere Kinder größer sind, werden andere Elemente den Samstagabend bereichern. In meiner Vorstellung wird es dann länger Zeit für das Gebet und danach für gemeinsame Spiele geben – jedenfalls viel Zeit füreinander. Viele katholische und evangelische Familien feiern bereits das Ritual der Sonntagsbegrüßung am Samstagabend. Sie kombinieren dabei – je nach familiärer Tradition und familiärem Zeitrhythmus, Alter der Kinder und religiösen Gewohnheiten – verschiedene Elemente zu einer stimmungsvollen Feier. Folgende „Bausteine“ werden dabei am häufigsten verwendet: Feierliche Mahlzeit: auf festlich gedecktem Tisch und mit speziell für den Sonntag reservierten Speisen. Lichtritual: ist ohne große Vorbereitung durchzuführen und stark an tiefer Symbolik (Licht des ersten Schöpfungstages, Licht der Auferstehung), geschieht am besten mit der familiären Osterkerze . Das Entzünden der Kerze kann mit dem Lichthymnus Phos hilaron (z.B. in der Fassung GL 660) begleitet werden. Joh 1,1-5 oder Gen 1,1-3: Im Verbindung mit dem Lichtritual können die ersten Verse des Johannes-Evangeliums oder der Genesis rezitiert werden. Weihrauchritus: stellt eine riechbar besondere Sonntagsatmosphäre her. Brot- und Weinsegen: Ein eigenes ritualisiertes Dankgebet über Brot und Wein lässt sich aus der jüdischen wie aus der orthodoxen Tradition herleiten. Der Segen über den Wein (als Zeichen der Freude) kann mit einem Ritual verbunden werden, das in jüdischem Familien beim Sabbatausklang üblich ist: Ein (auf einem Teller gestelltes) Weinglas wird so lange gefüllt, bis es überläuft, um so auf das Übermaß der Liebe Gottes hin zu weisen.

„ In meiner Vorstellung wird es dann länger Zeit für das Gebet und danach für gemeinsame Spiele geben - jedenfalls viel Zeit füreinander.

Kinder-Fragen: In Anlehnung an jüdisches Pessach-Brauchtum wird für Sonntagsbegrüßungen bisweilen vorgeschlagen, über Kinder-Fragen (bzw. über Fragen an Kinder) den Unterschied von Sonn- und Werktag hervorzuheben. Friedensgruß: In der Tradition des Auferstandenen können alle Familienmitglieder einander den Frieden wünschen. Auch ein österlicher Gruß („Christus ist auferstanden!“) oder ein „Einen schönen Sonntag!“ sind sehr passend. Sonntagslieder: Eine Hausliturgie zur Sonntagsbegrüßung sollte zumindest ein bis zwei Lieder enthalten, weil diese leichter im Gedächtnis bleiben und daher besser die theologische Bedeutung des Sonntags verinnerlichen lassen als Gebete. Es wäre gut, wenn sich in der Familie zumindest ein bestimmtes Lied als das typische Sonntagslied (z.B. GL Nr. 103 oder ein Osterlied oder einfach ein Halleluja-Lied) etabliert. Sonntagslobpreis: Dank oder Lobpreis Gottes für das Geschenk des Sonntags (vgl. z.B. Werkbuch Wort-Gottes-Feier 2004:57–60; 173–185) Lesungen des Sonntags: Verlesen oder Nacherzählen des Sonntagsevangeliums bzw. aller vorgesehenen Sonntagslesungen. Psalmen: Mit Erwachsenen bzw. älteren Kindern kann der Osterpsalm 118, der Schöpfungspsalm 104 oder Psalm 91 gebetet werden. Taufgedächtnis: stellt eine Verbindung zur Osternacht her. Kann z.B. mit einem einfachen wechselseitigem Bekreuzigen mit Weihwasser durchgeführt werden. Familie als Berufung 1/2018 

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Ostern Brauchtum und Feste i m J a h r e sk r e i s

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Segnen der Kinder: ein aus der jüdischen Sabbatfeier übernommenes Ritual ist das Segnen der Kinder. Dort ist es üblich, jedem Kind den Aaronitischen Segen (Num 6,24–26) ins Ohr zu flüstern. Wochenrückblick und Schuldbekenntnis: In Sonntagseröffnungen der evangelischen Tradition ist ein Wochenrückblick mit Schuldbekenntnis und Danksagung üblich. ◆


Unsere Liebe Ein Dauerbrenner

M&R Bieber

Ehepaare erzählen

In allen Lebensbereichen -

Den eigenen Weg gehen Maria und Ronald Bieber aus Wien erzählen uns dieses Mal, wie man nach 27 Ehejahren Konflikte meistert, die Corporate Identity findet und welche Momente sie als Ehepaar stärker gemacht haben.

Erzählt ein bisschen über euch. Von wo kommt ihr, was macht ihr beruflich, wie viele Kinder habt ihr?

Die Wohnung war unser Reich,

Wir sind geboren und aufgewachsen in Wien, da haben wir uns auch kennengelernt. Im Realgymnasium saßen wir vier Jahre in der selben Klasse, ohne uns irgendwie für einander zu interessieren. Das kam erst bei den vier Maturafeiern, die immer länger gedauert haben, weil wir uns so richtig ineinander verliebt hatten. Dann sind wir auf verschiedene Maturareisen gefahren und beim Treffen danach haben wir entschieden: Wenn wir eine Beziehung miteinander haben wollen dann richtig – mit Heiraten, Kindern und allem Drum und Dran.

vorheriger Anmeldung vorbei.

da kamen die Eltern nur mit

Danach kam eine zweimonatige Bedenkzeit, die etwas ungeplant kam, da wir schon vor unserem Verlieben Ferialjobs und Urlaub an verschiedenen Orten geplant gehabt hatten. Die Zeit war hart, hat uns aber gut getan. Beide haben wir uns unabhängig voneinander entschieden, dass wir miteinander weitergehen wollen mit allen Konsequenzen (z.B. doch nicht in Innsbruck zu studieren …) Wir haben gemeinsam in Wien studiert und nach vier gemeinsamen Jahren im Alter von 21 und 22 geheiratet. Das fand unsere Umgebung etwas befremdlich und noch befremdlicher fanden sie, dass wir zwei Jahre später ein Kind haben wollten. Als Marie Therese ein Jahr alt war, sind wir zu Ronnys Großvater gezogen. Das war einerseits sehr praktisch, weil wir keine Miete zahlen mussten und einen großer Garten für das Kind hatten. Aber wir hatten unsere eigenen vier Wände aufgegeben. Unsere erste gemeinsame Studentenwohnung in Wien war Dank der großzügigen Anzahlung von Ronnys Großmutter kurz vor unserer Hochzeit möglich. Die Wohnung war unser Reich, da kamen die Eltern nur mit vorheriger Anmeldung vorbei. Die Mütter durften nicht einrichten helfen, Wäsche waschen, bügeln oder kochen. Babysitten durften sie auch nicht. Unsere Wohnung haben wir eingerichtet wie wir wollten, elektrische Leitungen verlegt, bis wir fast abgebrannt wären. Mit unserer Waschmaschine haben wir die Küche geflutet, bis der Nachbarin unten der Deckenputz auf den Kopf gefallen ist. Wie wir Weihnachten feiern, dass haben wir im ersten Jahr ausprobiert, ohne Rücksicht auf unsere Familien. Wir wollten zu Weihnachten zu zweit feiern, ohne Familie. Das gab großes Kopfschütteln, weil die Jungen so „undankbar“ waren. Heute ist das mit

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Unsere Liebe Ein Dauerbrenner Ehepaare erzählen

ein Grund, warum unsere Weihnachtsfeste in der Großfamilie im Vergleich zu anderen Familien sehr zwanglos und entspannt vor sich gehen. Wenn einer nicht kommen will, dann ist das so. Wenn einer nichts schenken will, dann ist es Geschenk genug, dass er da ist. Die Anfangszeit nur zu zweit, war extrem wichtig für uns, aber das hatten wir erst überrissen, als wir bei Opa wohnten. Mit dem Umzug in Opas Haus entstanden die alltäglichen Konflikte. Wir wollten das Dachgeschoß umbauen, das war der erste große Konflikt. Opa wollte unsere Tochter mit Mannerschnitten überfüttern, Ronny wollte den Rasen nicht mähen, wenn Opa meinte, es sei unbedingt notwendig. Maria gärtnerte so, dass Opa nur noch den Kopf schüttelte und wieder umstach, wenn Maria nicht da war … usw. Nach einem gemeinsamen Jahr war klar: So wollen wir nicht leben. Und dann kam ein Anruf von Ronny in der Mittagspause. Wir könnten nach Belgien ziehen, er hätte eine gut bezahlte Doktoratsstelle, aber er müsste sich sofort entscheiden. Und weg waren wir! Es war in erster Linie nicht die belastende Wohnsituation, es war die Herausforderung, etwas Neues zu erleben - aufzubrechen. Das wollten wir beide immer schon und jetzt hatte sich so eine wunderbare Gelegenheit aufgetan. Wir hatten plötzlich soviel Geld, dass wir ein Haus mit Garten mieten konnten. Marie Therese konnte einen dreisprachigen Kindergarten besuchen und wurde dann von einer belgischen Tagesmutter betreut, damit Maria ihr Studium (trotz Studiengebühren) zügig absolvieren konnte.

„ Wir könnten nach Belgien ziehen, er hätte eine gut bezahlte Doktoratsstelle, aber er müsste sich sofort entscheiden. Und weg waren wir!

Vieles war neu und ungewohnt für uns, unsere Familien waren weit weg. In Belgien wurde der durch die Ehe geänderte Familiennamen von Maria nicht akzeptiert und sie wurde bei allen Behördenwegen und an der Uni wieder unter ihrem Mädchennamen geführt. Wir hatten wieder die Möglichkeit zu sortieren, was uns wichtig war, was wir aus unserer Heimat mitnehmen wollten und was wir an neue Gewohnheiten übernehmen wollten. Die neuen Freunde, das sich Einleben und Annehmen einer fremden Kultur, das war im Nachhinein eine sehr schöne und wertvolle Bereicherung. Wie und mit wem wir gemeinsame Zeit verbringen wollen und wie viel Geld wir dafür ausgeben wollen – das ist ein konkreter Streitpunkt zwischen uns. Streit und Konflikte sind unser täglich Brot, weil wir beide sture, impulsive Alphatiere sind, die dem Anderen das Leben erklären wollen. Ein Konflikt, der so geführt wurde, dass man sich nicht nur aneinander gerieben hatte, sondern am Ende zu einem besseren Ergebnis gekommen war, das waren Momente, die uns gestärkt haben. Das verlangt von uns die Grundhaltung, einander in unserer Unbegreiflichkeit zu akzeptieren, auch wenn ich dich überhaupt nicht verstehen und im Moment überhaupt nicht leiden kann. Natürlich gab es auch Konflikte, da haben wir uns durch unsere Unbedachtheit oder Impulsivität verletzt. Das gibt seelische Wunden, aber Gott sei Dank, waren das bis jetzt erträglich wenige. Wenn ihr auf eure 27 Ehejahre zurückschaut: Was hat euch in schwierigen Situationen Halt gegeben? Wie habt ihr es geschafft, an Herausforderungen zu wachsen und nicht zu zerbrechen?

Wir brauchen das Reden miteinander, weil Konflikte und Wunden, die offen sind, eine ganz miese Stimmung bei uns hinterlassen. Das halten wir beide nicht lange aus. Das Schmollwinkerl und die Gesprächsverweigerung, das ist nicht unsere Art. Das Herauskommen, auf den Anderen zugehen, das Anschauen, und die Haltung, so unerträglich dumm kannst Du nicht sein, sonst hätte ich dich nicht geheiratet, das macht uns das Leben miteinander einfacher. Sehr viele Konflikte sind bei uns entstanden, weil unsere Herkunftsfamilien sehr unterschiedlich ticken. Die Art, wie man gemeinsam isst, feiert, streitet, liebt, übereinander lacht, miteinander Zeit verbringt, übereinander redet, entscheidet, wie man das Geld ausgibt (ein ganz wichtiger Punkt!), das war in unseren Familien sehr unterschiedlich.

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Für uns war es sehr wichtig, dass wir am Anfang unserer Ehe soviel Möglichkeit hatten, unseren eigenen Weg zu erstreiten und zu finden, ohne, dass sich jemand von außen eingemischt hat. Das ist uns heute noch wichtig, erst reden wir miteinander,


dann entscheiden wir gemeinsam die Dinge, die unsere Zeit, unsere Kraft und unser Geld binden. Angenommen, ein junges Paar, das heiraten möchte, fragt euch nach eurem wichtigsten Tipp für ein gelungenes Eheleben. Was würdet ihr spontan antworten?

Unsere Ehe hatte für uns von Anfang an den Reiz eines neuen Beginns. Wenn ich mit Dir zusammenlebe, dann verändert sich unser beider Leben. Wir sind beide Macher, wir probieren gerne aus und dann suchen wir, was zu uns beiden passt. Das ist ähnlich, wie wenn man ein neues Unternehmen gründet. Dann sucht man eine Corporate Identity. Was ist einzigartig und was können wir, was andere nicht können, was wollen wir erreichen. Es gibt vieles, was wir gerne gemeinsam machen, tanzen zum Beispiel, aber auch einiges, was wir gemeinsam ausprobiert und festgestellt haben, dem einen gefällts, dem anderen nicht. Da ist es für uns wichtig, eine Balance zu finden. Einerseits macht uns die Unterschiedlichkeit so besonders, aber es kann auch zur Flucht aus der Beziehung werden. Das Verhältnis muss stimmen und die Freiräume für jeden ausgeglichen sein. Ronny braucht seine 25 km Lauftraining oder die Zeit ungestörte Fußballspiele zu schauen. Maria muss hin und wieder auf einen hohen Berg oder einen See durchschwimmen, und sie liebt Jane Austen. Das braucht jeder von uns, sonst sind wir nicht wir. Und genauso brauchen wir die gemeinsamen Zeiten. Miteinander essen, reisen, tanzen, feiern, lachen und vor allem reden. Eine gute Eigenschaft von uns beiden, die unserer Ehe gut tut, ist sicher, dass wir beide unser Herz auf der Zunge tragen. … ◆

„ Wir sind beide Macher, wir probieren gerne aus und dann suchen wir, was zu uns beiden passt.

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F AB

Wir laden ein Schönstattzentrum Wien-Kahlenberg Bündnisfeier jeden 18. des Monats im Heiligtum

16.30 - 18.30 Uhr: Anbetung 18.45 Uhr: Hl. Messe 19.30 Uhr: Bündnisfeier Danach Einladung zur Jause

Andacht/Rosenkranzgebet Sonn- und Feiertag, 14:30 Uhr Andacht in der Kapelle Jeden Donnerstag, 15:00 Rosenkranz in der Kapelle wi

c Ter htige min r Heiligtumstag !!! Ein Tag rund ums Heiligtum So. 10. Juni 2018, 10:00-17:00 Impuls, Spielestraße für Kinder, Workshops, Zeit der Begegnung Info & Anmeldung: Fam. Mitter

Erzdiözese Wien Bündnisfeier in Walterskirchen jeden 18. des Monats bei der Marienfestung oder in der Kirche Winter 18 Uhr, Sommer 19 Uhr

Bündnisfeier in den Häusern Info: Haus Mölzer, Bruderndorf, 02269/26 26 Info: Haus Huber, Mistelbach, 02572/58 78

P. Kentenich Abend „Im Lebensstrom Schönstatts wachsen“ monatliche Reihe, immer am 15. des Monats, So. 15.4.2018, Di. 15.05.2018, Fr. 15.06.2018, jeweils 19-21.30 Uhr Ort: Schönstatt am Kahlenberg Es ist keine Anmeldung erforderlich, Beginn im Heiligtum

Von Siebenbrunn nach Santiago „10 Jahre unterwegs auf dem Jakobsweg“ Fr. 23. März 2018, 19:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Referent: Peter Gamperl; Anmeldung nicht erforderlich

Mama - Building „Geht es der Mama gut, geht es auch den Kindern gut! Sa. 7. April 2018, 9:30-17:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Mag. Claudia Umschaden Info & Anmeldung: www.familientrainerin.com claudia@familientrainerin.com

Familienoase Ein Nachmittag zum Auftanken und Familien treffen So. 15. April 2018, 14:30 - 18:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info & Anmeldung: Fam. Ursula und Günther Berger, ug.berger@ aon.at; offene Veranstaltung

Familienoase „geborgen - stark - frei“

So. 27. Mai 2018, 15:00 - 18:00 Ort: Pfarre Essling, Eßlinger Hauptstraße 79, 1220 Wien Referenten: Sissi & Paul Höfinger Anmeldung: Fam. Sonnleithner, roman.sonnleithner@gmail.com

Mama - Building „Geht es der Mama gut, geht es auch den Kindern gut! Sa. 2. Juni 2018, 9:30-17:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Mag. Claudia Umschaden Info & Anmeldung: www.familientrainerin.com claudia@familientrainerin.com

Wieder mehr wir 2! Fr. 15. - Sa. 16. Juni 2018 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Referenten: Fam. H&R Huber, Sr. Gertrud-Maria, Pater Felix Strässle Info & Anmeldung: Familienbüro

Sommernachtsball Fr. 22. Juni 2018, Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Ihr Ort: Schönstatt am Kahlenberg Abendkassa: Erw. 35€ Festliche Abendgarderobe

Diözese St. Pölten Bündnisfeier Jeden 18. des Monats in der Kapelle des KH Zwettl, 20 Uhr

Friedensgebet und Bündnisfeier jeden 18. des Monats, 19.00 Uhr Ort: Haus Frank in Nöchling, Info: Fam. Zeitlinger 07414/7644

Familienmesse

So. 22. April 2018, 10:30 Ort: Pfarrkirche Mautern/Donau Ablauf: Agape nach der Hl. Messe gemütlicher Ausklang Infos: Fam. Doris und Andreas Hönig, familie.hoenig@outlook.com

Wertvolle Zeit „Wie es uns gelingt, dass sie nicht zerinnt...“

Do. 26. April 2018, 19:30 Ort: Pfarrheim in 3691 Nöchling Referenten: Fam. Daniela und Johannes Priplata Info & Anmeldung: Fam. Zeitlinger - 0664/73878237 Familienpicknick am Eheweg So. 21. Mai 2018, Hl. Messe 8.30 Start nach Hl. Messe in Obritzberg Ort: Eheweg Obritzberg, Treffpunkt Kirchenplatz Info & Anmeldung: Fam. Hönig, 0676/826634284

Diözese GrazSeckau Gebetsanliegen

Info: Fam. Heider, 02826/211 36

Haben Sie persönliche Gebetsanliegen? Senden Sie es per Mail an:

Veranstaltungen Erzdiözese Wien

Veranstaltungen Diözese St. Pölten

Veranstaltungen Diözese Graz-Seckau

Veranstaltungen Diözese Linz

Haus Mitter, 02246/34032, fam.mitter@schoenstatt.at

Haus Hönig, 0676/6052631, familie.hoenig@outlook.com

Haus Körbler, 0650/6786100, fam.koerbler@gmail.com

Haus Gumpoldsberger, 0664/3939297, gumpoldsberger@inext.at

www.schoenstatt-graz-seckau.at

www.schoenstatt.dioezese-linz.at

38  Familie als Berufung 1/2018

www.schoenstatt.at

www.familien.stpoelten.schoenstatt.at


Termine F AB

gebetsgemeinschaft@ schoenstatt-graz-seckau.at Die Mitglieder unserer Gebetsgemeinschaft bekommen diese kurz vor jedem 18. per Mail zugesandt.

P. Kentenich Studienabend monatliche Reihe, immer am 15. des Monats So. 15. April, Di. 15.Mai, Fr. 15. Juni Ort: Fam. König, Kapfenberg Info: uschi.koenig@gmx.at

Familienoase in Leibnitz Neue Medien - neue Themen

So. 6. Mai 2018, 11:00 - 15:30 Ort: Kapuzinerkloster Leibnitz 11:00 Familienmesse 12:00 gemeinsames Mittagessen 13:30 Impuls Fam. Christina und Ulrich Kreith Info & Anmeldung: markus.rodler@gmail.com SMS/whatsApp: 0664/2521422

Diözese Linz Rosenkranz Jeden Donnerstag um 18 Uhr in der Barbara-Kapelle am Freinberg/Linz Bündnisfeier jeden 18. des Monats in der Barbara-Kapelle am Freinberg/Linz, 19 Uhr

Vaterlesung

Mädchen / Junge Frauen Mädchenlager 13-15J.

Heiligtum am Kahlenberg - save the date! Ort: Schönstatt am Kahlenberg Kontakt: schoenstattmjf.at

Mo. 16. Juli - Sa. 21. Juli 2018 Ort: Veitsch (Stmk.) Info: www.schoenstattmjf.at

Junge Ehepaare

Familienurlaub plus

Mädchenlager 10-12J.

Ehe-Brunch

Sa. 4. - 10. August 2018 Ort: JUFA Stubenbergsee/Smtk. Kursbeitrag € 250 Info & Anmeldung: Hertha Schiffl Schönstatt Familienbüro familienbuero@schoenstatt.at 0699 / 12 260 454

Mo. 23. Juli - Sa. 27. Juli 2018 Ort: Veitsch (Stmk.) Info: www.schoenstattmjf.at

Mi. 18. April, 20:00 nach Bündnisfeier Ort: Barbara Kapellchen, Freinberg Linz Info: Fam. Bruckermayr t.bruckermayr@gmx.at

Diözese Feldkirch Bündnisfeier jeweils Samstag nach dem 18. des Monats Ort: Haus Nagel, 6900 Bregenz, Schnabelgässle 1a, Zeit: 19:30 Uhr Info: Fam. Nagel, 0650/2102142 karlheinz.nagel@gmx.at

Eltern ein - Paar bleiben Impulsvortrag - Austausch

Di. 13. März 2018, 19:30 Ort: Pfarrheim Lauterach Referenten: Fam. M&M. Rigler Info: Fam. Nagel, 0650/2102142 karlheinz.nagel@gmx.at

besonderer Treffpunkt für junge Ehepaare Ort: Schönstatt/Kahlenberg Termine auf der Seite:

Burschen

www.ehe-brunch.at

Zeltlager Steiermark Thema: Hogwarts Schule für STARKE und FREIE Persönlichkeiten So. 8. - Sa. 14. Juli 2018 Ort: Admont Information: Alexander König schoenstattburschen.stmk@ gmail.com

Zeltlager Wien/NÖ So. 19. - Sa. 24. August 2018 Ort: 3971 St. Martin Information: Daniel Tür daniel_tuer@gmx.at

Schönstatt Ehe-Inspiration „Next Level Fronleichnahm“

Do. 31. Mai - So. 3. Juni 2018 für junge Paare (mit oder ohne Kinder) Ort: Schönstatt am Kahlenberg Referenten: K&H Meister, Pater Felix Strässle Info & Anmeldung, Hertha Schiffl familienbuero@schoenstatt.at

Schönstatt EheCamp „Mit dir auf dem Weg - das verändert die Welt!“

Jugendliche und junge Erwachsene Jugendfest beim Heiligtum „Kentenich Jubiläum“

Sa.15. September 2018 Endlich gibt es ein Fest für Mädels und Burschen ab 15 Jahren beim

Sa. 28. Juli - Fr. 3. August 2018 für junge Paare (mit oder ohne Kinder) Referenten: I&R Sickinger, Pater Felix Strässle Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info & Anmeldung, Hertha Schiffl familienbuero@schoenstatt.at

Veranstaltungen Diözese Innsbruck

Veranstaltungen Diözese Feldkirch

Veranstaltungen Erzdiözese Salzburg

Veranstaltungen Diözese Eisenstadt

Haus Grüner, 0676/88400 4134, oskar_erna_gruener@ yahoo.de

Haus Nagel, 0650/ 210 214 2 familie-nagel@gmx.at

Haus Rettenwender 06457/33 541, rettenwender.family@sbg.at

Haus Federer 02682/20 764, familie.federer@kabelplus.at Familie als Berufung 1/2018 

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Shop F AB

Für das Leben in unserem Haus:

familyshop.schoenstatt.at Mit Ihrem Einkauf im Schönstatt Familyshop unterstützen Sie den Familienfonds. Dieser Fonds setzt ein Zeichen der Verbundenheit mit kinderreichen Familien. Für Familientagungen gibt es die Möglichkeit, um Förderung der Kosten ab dem dritten Kind aus dem Spendentopf des Familienfonds anzusuchen.

Gemeinsam stärker!

Als Ehepaar heilig werden

€ 8,-

€ 5,-

Pater Tilmann Beller

Das Eheteam Gesprächsbuch

Das Wachstumsprinzip

96 Seiten, ISBN 3-85028-350-X

€15,-

Ingeborg und Richard Sickinger Edition Himmelwärts, 2014, 220 Seiten, ISBN: 978-3-200-03899-8 Gb

PODCASTS zum Nachhören auf CD

Impulse für Familien auf CD

€ 7,-

Virtuelles Heiligtum - Power your life! Podcasts mit den Themen:

€ 7,-

Zum Nachhören und Nachspüren: u.a. zu: Sr. M. Gertraud Evanzin: „Mann und Frau - wir sind einfach anders, faszinierend“

„Ideal & Wirklichkeit“ Pater T. Beller „Work - Life Balance“ Pater T. Beller „Pubertät“ Pater E. Busse „Das wünsch ich mir von Dir“ Pfarrer Dr. B. Mucha

Gabi & Martin Kräftner: „...damit unser Feuer brennt“ Pater Felix Strässle: „Konflikt & Versöhnung“

Der Krug

€ 15,-

Mutter unserer Häuser

Im Hausheiligtum können wir unsere Freuden und Sorgen für andere fruchtbar machen - so wird unser Haus zur Gnadenquelle!

Die „bewegliche Außenstelle“ unseres Hausheiligtums - damit Bekannte oder Nachbarn die Kraft unseres Hausheiligtums erfahren können.

Höhe: 15cm; mit Text oder Abbildung Gnadenquelle

Hertha Schiffl Schönstatt Familienbüro / Familyshop Öffnungszeiten in den Schulzeiten jeweils Di. und Do. von 9:30 bis 13:30 Uhr geöffnet.

€ 21,-

per E-Mail oder Fax: Schönstatt Familyshop familienbuero@schoenstatt.at Fax: 01/320 13 07 - 111

per Post: Schönstatt Familyshop Schönstatt am Kahlenberg 1190 Wien

Wenn sie eine Nachricht auf Band hinterlassen, rufe ich sie gerne zurück. Impressum: Familie als Berufung

XXXIII. Jahrgang, 1/2018, Frühling ISSN: 1682-3133 Erscheint 4x jährlich. Bezug kostenlos, bitte um ­freiwillige Spenden zur Deckung der Druckkosten. Richtpreise 2018: Jahresabo Österreich € 13, Jahresabo EU € 18, Jahresabo Schweiz SFr 23, Jahresabo Übersee € 30 Konto Österreich + EU (außer Schweiz): Konto Nr. 286 504 613 00, BLZ: 20111, ERSTE, IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW Konto Schweiz: IBAN: CH2709000000855876735, BIC: POFICHBEXXX 40  Familie als Berufung 1/2018

Medieninhaber & Verleger: FAB-Verein Herausgeber: Ingeborg und Richard Sickinger Chefredaktion: Elisabeth und Stefan Haslinger Inspiratorische Kräfte: IRS, HMS, SMM, PJK, MTA Layout: Elisabeth und Stefan Haslinger Alle: Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien E-Mail: familie.als.berufung@schoenstatt.at Homepage: www.familiealsberufung.at Redaktionsteam für 2017/18: Fam. Haslinger, ­Fam. Kollmann, Fam. Lilek, Fam. Rehor, Fam. Umschaden, Fam. Zöhrer, S. Keznickl Arbeitsmaterial: Fam. Zöhrer, K. Reidlinger, P. Elmar Busse, Fam. Hafner

Vertrieb und Bestellungen: Fam. Fellhofer, Klivieng. 82/22, 1220 Wien, Tel: 01/282 71 57, E-Mail: fellhofer@schoenstatt.at

IIllustrationen: Wolfgang Krisai Fotos: Archiv, F. Mayer, M. Kräftner, S. Keznickl K. Reidlinger; Cover-Foto: G.&J. Zöhrer Korrektur: S. Höfer, V. Steurer, S.Mitter

Sie gilt als weltweite Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche.

Versand: Fam. Fellhofer Druck: PrintOn, Johann Seiberl, www.print-on.at Nachdruck & Publikation: Nach Rücksprache mit der Chefredaktion und mit Quellenangabe möglich. Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsgemeinschaft.


Rückmeldekarte ausfüllen, ausschneiden und gleich wegschicken!

Gegenseitige Anregungen für das Leben in unserem Haus:

Die FAB zum Bestellen

FAB-Telefon

Familie Fellhofer 01/282 71 57

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als Berufung unverbindlich und jederzeit kündbar:

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weitere _____ Stück!

q regelmäßig weitere _____ Stück!

Wir möchten ein Geschenkabo für folgende Familie, folgenden Leser, für die Dauer eines Jahres (4 Ausgaben) bestellen: q Geschenkabonnement (4 Ausgaben) ab der kommenden Nummer

familie.als.berufung@schoenstatt.at per Telefon

Familie Fellhofer 01/282 71 57 per Post

Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien

Familie als Berufung,

ERSTE Österr. Sparkasse, BLZ: 20111, Kontonr. Österreich: 286 504 613 00, Kontonr. EU (außer Schweiz): IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW, Kontonr. Schweiz: IBAN CH2709000000855876735 BIC: POFICHBEXXX Die FAB erscheint viermal im Jahr und wird nur durch Spenden finanziert. Richtwert/Jahr: Österreich € 13, EU € 18, Schweiz SFr 23, Übersee € 30

Vorname, Familienname:

Vorname, Familienname:

unsere Adresse:

Adresse für Geschenkabo:

Telefon:

Telefon:

Unterschrift:

Familie als Berufung ist eine Zeitschrift von Familien für Familien, Mütter und Väter. Sie berichtet von geglücktem Leben und will andere anstecken, miteinander weiter zu wachsen - als Paar und mit den Kindern. Wir freuen uns, wenn Ihnen die FAB gefällt und wenn Sie sie auch an andere Familien, Mütter und Väter weitergeben. Herzlichen Dank! Familie als Berufung 1/2018 

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Termine F AB

Ein Tag rund ums Heiligtum

Come together - die Gottesmutter erwartet dich! Sonntag, 10. Juni 2018, 10:00 - ca. 17:00 Für Familien, Ehepaare, Frauen, Männer und Jugendliche aus ganz Österreich Im Heiligtum in Schönstatt am Kahlenberg hat sich die Gottesmutter niedergelassen und wirkt von hier aus als Mutter und Erzieherin. Ihre Nähe tut Menschen gut – sie erleben sich hier geliebt, angenommen und ganz persönlich angeschaut. Hier ist Heiliges Land, eine Gnadenquelle, ein besonderer Wallfahrtsort. Die Gottesmutter will dir hier ihre Nähe schenken, dich zum Wachsen bringen und sie braucht dich um die Welt um dich herum mitzugestalten. Komm mit deiner Sehnsucht und mit deinen Anliegen – die Gottesmutter erwartet dich! Das erwartet euch: ŠŠ Heilige Messe mit P. Felix ŠŠ Impuls von Ingeborg & Richard Sickinger und Sr. Gertrud-Maria ŠŠ Workshops, Grillstation, Kaffee und Kuchen ŠŠ Spielestraße für die Kinder ŠŠ Kaffee und Kuchen ŠŠ Zeit für Gespräche und zum Verweilen im Heiligtum, Möglichkeit zur stillen Anbetung

Nähere Infos und Detailprogramm nach Ostern auf unserer Homepage: www.schoenstatt.at

Am Vortag: Samstag 9. Juni, Fotoworkshop: An die Quelle gehen ŠŠ 10:00-18:00 ŠŠ Fotografin Claudia Henzler ŠŠ Anmeldung: susi.mitter@schoenstatt.at ŠŠ Begrenzte Teilnehmerzahl ŠŠ Wo: Schönstatt am Kahlenberg 42  Familie als Berufung 1/2018


Der beste Start

Der Erfolg: 1.000 Paare waren schon dabei!

in unsere Ehe

6 Abende 6 Themen 1 Leben lang Wann wollen wir es wagen?

www.traut-euch.at Beginn Kurs 2/2018, 1. Abend Freitag, 27. April 2018, 19:00-22:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info: Fam. Tod; 0676 / 5754100 familienbuero@schoenstatt.at

Beginn Kurs 3/2018, 1. Abend Freitag, 14. Sept. 2018, 19:00-22:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info: Fam. Tod; 0676 / 5754100 familienbuero@schoenstatt.at

Für Fragen und Anliegen stehen wir Euch gerne zur Verfügung! Eva & Otmar Tod

...wir bleiben dran!

Ehe-Upgrade Es ist der besondere Treffpunkt für junge Ehepaare: Der Schönstatt Ehe-Brunch. Als Paar ist es wichtig, über wesentliche Themen gemeinsam ins Gespräch zu kommen − am besten in einer schönen Atmosphäre. Dazu bietet der Schönstatt Ehe-Brunch regelmäßig Impulse und Themen zu den ersten Ehejahren − damit man als Paar unterwegs bleibt und als junge Familie wachsen kann − ein Leben lang! ◆

Spezialangebote:

Die kommenden Themen:

Do. 31.Mai bis So. 3.Juni 2018

Sa. 14. April 2018 - Ehe- Brunch:

Sa. 28. Juli bis Fr. 3. August 2018

Sa. 5. Mai 2018 - Ehe- Brunch mit Wanderung:

Inspirations- Tage 2018: Das Feuer unserer Liebe Inspirations-Woche 2018: Mit dir auf dem Weg!

www.ehe-brunch.at

Auch glückliche Paare streiten - Unser Weg Versöhnung zu feiern Hilfe - wir haben einen Konflikt in unserer Ehe!

Familie als Berufung 1/2018 

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vo n F a m i l i e n , fü r F a m i l i e n 1/2018

Verzeihen und Vergeben

Familie als Berufung Die Zeitschrift für Paare, die zusammenbleiben wollen! Mutmachende Erfahrungen von Ehepaaren,

Im Strom der Zeit

die mit Begeisterung Familie leben. Tipps und Know-how, wie man Glaube und Leben erfolgreich miteinander verbinden kann.

Ein Netzwerk von gleichgesinnten Familien als Stärkung für den eigenen Weg. Wertvolles Lesen!

Dieses Exemplar von Familie als Berufung wurde von folgender Familie aufgelegt:

P.b.b. Erscheinungsort Wien • Verlagspostamt 1190 Wien 02Z031822S Bitte noch eine Geschichte!

Fab 201801  

Die Familienzeitschrift Familie als Berufung Ausgabe 1/2018

Fab 201801  

Die Familienzeitschrift Familie als Berufung Ausgabe 1/2018

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