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Familien erzählen Mitten aus dem Leben

Familie als Berufung

Die Zeitschrift für Paare, die für alle Absolventen derzusammenbleiben wollen

Ich will das haben! › Seite 16

Unsere Wachstumsmomente › Seite 8

Winter 2017

Weihnachten feiern › Seite 32


Stell dir vor, Ehepaare, die Familie begeistert leben, schreiben über ihre Erfahrungen - mit allen Kämpfen und Katastrophen, mit allen Freuden und Erfolgen... Das ist die FAB!

... wir schreiben für die FAB: Familie Bednarik Unsere Liebe füreinander und zu unseren Kindern genießen und unsere Verbindung mit dem lieben Gott pflegen.

Familie Höfer

Familie Riesel Unser Bestes zu geben, zu lieben und geliebt zu werden, mal laut, mal leise zu sein, Freude am Leben zu haben, zu verzeihen und miteinander bunt und lustig, gemeinsam mit Gott durchs Leben zu gehen.

Familie Mayrhofer

Pater Kentenich Gründer von Schönstatt Familie Mayer Familie Schiffl

Familie Sickinger „Als Eheteam ist es einfach schöner. Gemeinsam bauen wir an einer neuen Welt.“

Familie Riedenauer

Familie Mitter

Familie Meister Familie Bauer

Familie Höllwerth Vertrauen auf Gott und seine Hilfe - weil er uns einander und die Kinder anvertraut hat.

Familie Kollmann

D2a  s FNaemt izw l i ee a r kl sdBeerr CuHf u RISTLI n g 4C/H2 EN 0 1 7H ä u s e r

Familie Lilek

Familie Russold


Familie als Berufung ... den Partner nach 15 Jahren Ehe noch lieben! Echt jetzt?

Familie Rehor

... eine gesunde Work-Life Balance und Leben aus christlichen Werten! Normal?

...die Kinder zu starken und freien Persönlichkeiten erziehen, die mit beiden Beinen im Leben stehen! Familie Braun

Übertrieben?

FAB: Wir suchen neue Wege, wie Ehe und Familie heute gelingen kann und Freude macht. Dafür ist die

Familie Zöhrer „Gut verwurzelt mit dem Blick nach oben an der „neuen Stadt“ bauen.“

FAB unsere Plattform. FAB: unser Weg in die Zukunft!

Liebe Familien, liebe Leserinnen und Leser! Familie Aichner „Wir wollen miteinander und aneinander und zu Gott hin wachsen und andere dabei mitnehmen.“ Gottesmutter von Schönstatt

Es gibt Tage, an denen ist ein Supermarktbesuch mit Kleinkindern unausweichlich: die Milch geht schon zur Neige, die Butter ist aufgebraucht und das Brot aufgegessen - also ab in den Supermarkt! Ein Kind schnappt sich eines dieser kleinen Kindereinkaufswagerl, die zwar lustig sind, aber mir als Mama Schweißperlen auf die Stirn treiben – denn damit kann man ganz schnell durch das Geschäft rasen, leckere bunte Süßigkeiten einladen und sie stolz Mama präsentieren: „Mama, bitte kaufen!“ Da landete also eine Familienpackung Eis („Ähm, du, wir haben fast schon Winter, wir kaufen kein Eis!“), ein quietsch-buntes Kindermagazin mit verlockendem Plastikspielzeug und ein Schokopudding im Wagerl. Lauter Sachen, die definitiv nicht am Einkaufszettel stehen! Hinhockerln, das Kind am Arm nehmen, in die Augen schauen und mit fester Stimme sagen: „Du bringst jetzt bitte alle Sachen wieder zurück, wo du sie hergeholt hast. Und dann suchen wir gemeinsam eine Packung Kekse für uns alle aus. Ok?“ Kurzes Nachdenken, dann strahlt mich das Kind an: „Ok, Mama!“, und flitzt mit dem Wagerl davon, um wieder alles zurückzubringen. Wenn sie jetzt glauben, dass wir unsere Kinder immer so gut umstimmen können – weit gefehlt! Aber man / Mama kann ja auch einmal einen Glückstag haben!

Fam. Claudia und Klaus Umschaden, Wien Familie als Berufung bedeutet für uns ...

So wünschen wir Ihnen eine gesegnete Adventszeit, frohe Weihnachten und viel Freude beim Lesen der FAB!

„... mit Freude Familie leben und diese Freude auszustrahlen!“ Elisabeth und Stefan Haslinger Chefredaktion

Ed i t o r i a l  

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AUS D ER R e d a k t i o n

Wir dürfen Ihnen mit großer Freude drei neue Gesichter vorstellen, die die Strahlkraft des Ortes Schönstatt am Kahlenberg positiv mit beeinflussen werden. Wir heißen sie herzlich willkommen und wünschen ihnen viel Freude bei ihren neuen Aufgaben!

die wesentlichen Vorrausetzungen für das Projekt „Kahlenberg neu”. Schon in den letzten Monaten hatte ich immer wieder die Möglichkeit sowohl in betrieblicher als auch in geistlicher Hinsicht Einblicke zu bekommen, wofür ich sehr dankbar bin.

Seit 6. November 2017 ist Agata Holewiak-Bauer Betriebsleiterin des Schönstatt-Zentrums am Kahlenberg und wir freuen uns über diese notwendige Entwicklung. Hier stellt sie sich Ihnen ein wenig vor:

Mein Ziel ist es, dass wir - neben der Qualitätsorientierung - mittelfristig ein zumindest wirtschaftlich ausgeglichenes Ergebnis erreichen werden und dass wir die vielen Möglichkeiten und Potenziale, die es hier im Schönstatt-Zentrum am Kahlenberg gibt, auch bestmöglich nutzen und, wo notwendig, entsprechend (weiter)entwickeln.

„Grüß Gott! Ich bin verheiratet, habe eine 22-jährige Tochter, und wir wohnen nicht weit weg vom Schönstatt-Zentrum, in Klosterneuburg. Meine vorrangige Aufgabe im Zentrum ist die operative Betriebsoptimierung, vor allem hinsichtlich der Qualität, den Prozessen und der Wirtschaftlichkeit. In weiterer Folge sind diese betrieblichen Säulen die unabdingbare Basis und begründen

Ich bedanke mich sehr für das Vertrauen, freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Oberin Sr. Maria Margarita und allen Schwestern, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Schönstatt-Zentrums am Kahlenberg und auch darauf Sie bald persönlich kennenlernen zu dürfen.“ Schwester Gertrud-Maria Erhard (Bild links) ist Mitte Oktober auf den Kahlenberg übersiedelt. Sie war bisher in der deutschen Bewegung tätig, insbesondere in der Familienarbeit. Unter anderem hat

sie das deutsche Familienmagazin „Unser Weg“ wesentlich mitgetragen. Sie ist neben ihrer Aufgabe als Familienschwester in Österreich auch in der ungarischen Schönstatt-Bewegung tätig. Schwester M. Annekathrin Stein wirkte die letzten 30 Jahre im Schönstattzentrum Dietershausen in Fulda. Zu ihren Aufgaben zählte die Küchenleitung im Provinzhaus, in den letzten vier Jahren auch die Hausorganisation im Bewegungshaus. 27 Jahre lang war sie zusätzlich hauswirtschaftliche Betriebsleiterin. Sie übernimmt im Schönstattzentrum am Kahlenberg die Aufgaben von Sr. M. Carolina, die seit Ende Oktober auf der Liebfrauenhöhe in Deutschland ihren Dienst tut. ◆

Die FAB wird nur durch Ihre Spende finanziert: Mit monatlich € 1,- helfen Sie uns unsere Druckkosten zu decken, mit monatlich € 2,- ermöglichen Sie, dass wir die FAB weiter verteilen! IBAN: AT502011128650461300 Impressum: Familie als Berufung

XXXIII. Jahrgang, 4/2017, Winter ISSN: 1682-3133 Erscheint 4x jährlich. Bezug kostenlos, bitte um ­freiwillige Spenden zur Deckung der Druckkosten. Richtpreise 2017: Jahresabo Österreich € 13, Jahresabo EU € 18, Jahresabo Schweiz SFr 23, Jahresabo Übersee € 30 Konto Österreich + EU (außer Schweiz): Konto Nr. 286 504 613 00, BLZ: 20111, ERSTE, IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW Konto Schweiz: IBAN: CH2709000000855876735, BIC: POFICHBEXXX 4  Familie als Berufung 4/2017

Medieninhaber & Verleger: FAB-Verein Herausgeber: Ingeborg und Richard Sickinger Chefredaktion: Elisabeth und Stefan Haslinger Inspiratorische Kräfte: IRS, HMS, SMM, PJK, MTA Layout: Elisabeth und Stefan Haslinger Alle: Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien E-Mail: familie.als.berufung@schoenstatt.at Homepage: www.familiealsberufung.at Redaktionsteam für 2017/18: Fam. Haslinger, ­Fam. Kollmann, Fam. Lilek, Fam. Rehor, Fam. Umschaden, Fam. Zöhrer, S. Keznickl Arbeitsmaterial: Fam. Braun, J. Riedenauer, Sr. Gertrud-Maria Erhard, P. Ganneshofer

Vertrieb und Bestellungen: Fam. Fellhofer, Klivieng. 82/22, 1220 Wien, Tel: 01/282 71 57, E-Mail: fellhofer@schoenstatt.at

Illustrationen: Wolfgang Krisai Fotos: F. Mayer, H&M. Rettenwender, S. Mitter, G. Köberl, E. Haslinger., Archiv Cover-Foto: E.S.H. Korrektur: S. Höfer, V. Steurer, S.Mitter

Sie gilt als weltweite Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche.

Versand: Fam. Fellhofer Druck: PrintOn, Johann Seiberl, www.print-on.at Nachdruck & Publikation: Nach Rücksprache mit der Chefredaktion und mit Quellenangabe möglich. Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsgemeinschaft.


Inhalt FAB-Telefon

Familie Fellhofer 01/282 71 57 familie.als.berufung@ schoenstatt.at

u n s e r Z U h a u sE

Atmosphäre prägen - Familien erzählen › Seite 22 Pater Kentenich › Seite 29 Impuls: Wurzeln pflegen - Atmosphäre prägen › Seite 30 Unser Weihnachten - Familien erzählen › Seite 32 Pater Kentenich › Seite 37 Brauchtum - Die drei Dimensionen von Weihnachten › Seite 38

unsere Kinder

So können Sie die FAB bestellen:

Ich will das haben! - Familien erzählen › Seite 16 Arbeitsmaterial: Eine Kultur des Schenkens › Seite 19 Kindermund - Kinder erzählen › Seite 24

Online - Bestellung

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Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien Familie als Berufung,

ERSTE Österr. Sparkasse, BLZ: 20111, Kontonr. Österreich: 286 504 613 00, Kontonr. EU (außer Schweiz): IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW, Kontonr. Schweiz: IBAN CH2709000000855876735 BIC: POFICHBEXXX Die FAB erscheint viermal im Jahr und wird nur durch Spenden finanziert. Richtwert/Jahr: Österreich € 13, EU € 18, Schweiz SFr 23, Übersee € 30

unsere Ehe

Meilensteine auf unserem Eheweg - Familien erzählen › Seite 8 Pater Kentenich › Seite 11 Interview: Paarberatung - wie läuft das genau ab? › Seite 12 Unsere Liebe - ein Dauerbrenner: Wo Freude ist, da ist Leben › Seite 40 Ehevorbereitung - Sechs Abende für ein Leben lang › Seite 47 Impressum › Seite 4 Familientreffpunkte › Seite 42 Schönstatt Familyshop › Seite 44

„ Die FAB verbindet alle Familien und Familienbegeisterten, die ein gemeinsames Ziel haben: An einer durch Familien erneuerten, christlichen Welt mitzubauen. Und es werden immer mehr! Familie als Berufung 4/2017 

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wagen, wachsen, weiterschenken vom Kahlenberg aus Wagen, Wachsen,

Im Lebensstrom Schönstatts

Weiterschenken

Was ist das Besondere an Schönstatt? Eine dreifache Botschaft – Teil 2: Das Liebesbündnis Vom Bedürfnis, Gemeinschaft zu erfahren

„ Einem Christen mitten in der Welt tut es gut zu erleben: irgendwo gibt es auch andere wie mich, und wir gehen den gleichen Weg!

Facebook erreicht in Kürze zwei Milliarden aktive Nutzer weltweit. Ein Rekord. Wenngleich es auch viel Kritik an diesem Social Network gibt, aber es wächst weiter. Offensichtlich greift es sehr gut, was Menschen anspricht. Interessant, dass der Facebook Gründer Mark Zuckerberg vor wenigen Monaten das Mission Statement Ingeborg & Richard Sickinger, Bewegungsleiter der österreichischen des Unternehmens neu formuliert hat. War es Schönstatt-Bewegung ursprünglich das Ziel von Facebook, dem Einzelnen die Möglichkeit zu geben „to share“ (teilen, mitteilen, Erfahrungen teilen, Anteil geben) und die Welt offener und vernetzter zu machen, so liegt der Schwerpunkt von Facebook jetzt bei der Gemeinschaft: Den Menschen die Möglichkeit zu geben, Gemeinschaft aufzubauen und die Welt näher zusammenzubringen. Eine kleine-große Akzentverschiebung - was steckt hinter dieser Veränderung? Ganz offensichtlich ein Wahrnehmen der Verantwortlichen: Es gibt eine wachsende Sehnsucht, sich im Alltag mit anderen verbunden zu erleben, in eine Welt von Vertrauten und Gleichgesinnten einzutauchen und deren Nähe zu spüren. Ein Bedürfnis Gemeinschaft zu erfahren. Eine Sehnsucht nach einer Kraft, die einen im Alltag begleitet und stärkt mitten in dieser sich schnell verändernden Welt mit unbekanntem Ziel. Uns mit anderen verbunden erleben

Das trifft auch unser Lebensgefühl auf unterschiedlichsten Ebenen. Eine junge Familie möchte sich mit anderen verbunden erleben, denen Familie und Kinder ebenfalls wichtig sind; es gibt ja heute ein Dutzend unterschiedliche Lebensentwürfe, Familie ist nur einer davon, und es tut gut, Gleichgesinnte zu erleben. Einem jungen Paar, das sich zur Ehe entschließt, um miteinander und mit Gott durch dieses Leben zu gehen, tut es gut, anderen Paaren zu begegnen und von deren Erfahrungen und Kämpfen zu hören, wie eine Ehe leuchten kann. Einem Christen mitten in der Welt tut es gut zu erleben: irgendwo gibt es auch andere wie mich, und wir gehen den gleichen Weg! Wir spüren, wie eine eigene Qualität von Gemeinschaft entstehen kann - und die FAB ist ein ganz besonderes Medium dafür. Oder der Gnadenort Schönstatt, mit seiner besonderen „Kahlenbergatmosphäre“. Wege der Verbundenheit in einer Welt der Vereinzelung und Aufsplitterung, ein Strom des gemeinsamen Lebens. Der tragende Lebensgrund

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Pater Josef Kentenich, der Gründer der Schönstattbewegung, greift prophetisch diese Zeit. Er spricht vom Lebensstrom. Es war in den ersten Jahren von Schönstatt, er ist Jungpriester und wirkt als Lehrer und später als Spiritual im Internat in Schönstatt am Rhein. Seine Schüler müssen in den Ersten Weltkrieg ziehen, stehen alleine an der Front, sind in alle Himmelsrichtungen zerstreut und weit voneinander entfernt. Sie kommen an ihre Grenzen. Rein menschlich betrachtet müsste das Gemeinschaftsgefühl unter den Schülern zusammenbrechen - da hat die Gottesmutter ihren ‚Kindern’ diesen Lebensstrom geschenkt: Mitten im Schützengraben, mitten in Gefahr und Bombenhagel versetzen sich die jungen Männer geistig nach Schönstatt, das heißt ins Kapellchen der Muttergottes, in die Gemeinschaft mit den anderen und in die Verbun-


denheit mit ihrem verehrten und geliebten „Herrn Pater“. Das wird für sie zum tragenden Lebensgrund. Trotz aller Isolierung, trotz aller belastenden Umstände erleben sie: Ich bin nicht allein. Das Eintauchen in den Lebensstrom Schönstatts gibt ihnen die Kraft, den Herausforderungen wagemutig zu begegnen, daran zu wachsen und auch anderen Freundschaft und Mut weiterzuschenken. In Verbindung mit dem Lebensstrom Höchstes geben

Dieser Lebensstrom schenkt nicht nur Nähe und Gemeinschaft in einer herausfordernden Welt, es geht eine ganz besondere Kraft von ihm aus. Menschen haben in Verbindung mit dem Lebensstrom Schönstatts ihr Höchstes gegeben: der Seligsprechungsprozess von Josef Engling, einem Schönstätter aus der ersten Generation, läuft. Er hat mit dem Heiligtum verbunden gelebt und dadurch die Kraft erhalten, als Christ - als Christus-Erfüllter - zu leben, zu wirken und auszustrahlen, auch unter den widrigsten Bedingungen. Der Christ von morgen lebt in einem Lebensstrom, oder er wird kein Christ mehr sein. Durch das Eintauchen in die Nähe Gottes bekommen wir die Kraft, als Christen zu leben und auszustrahlen. Das ist die tiefe Erfahrung Pater Kentenichs - und das ist die Sendung Schönstatts. Um mitten in unserer diversen und vielfältigen Gesellschaft eine katholische Ehe zu leben und Kinder zu erziehen, die zu starken Persönlichkeiten heranwachsen, braucht es eine Verbindung zu diesem Lebensstrom; es ist der besonderer Weg wie Gott uns heute berühren, begegnen und stärken möchte. Hier bist du ganz besonders geliebt

Der Lebensstrom entspringt aus dem Heiligtum in Schönstatt am Kahlenberg, das spüren und erleben Menschen, die mit diesem Berg Gottes verbunden sind. Hier ist der Himmel ein Stück offen, hier ist es gut sein, hier kann man sich verwandelt erleben und neue Kraft bekommen. Das Hausheiligtum als Mitte unseres Zuhauses kann zu einer ähnlichen Kraftquelle werden. Wenn man nach dem Ursprung, nach der Quelle dieses Lebensstroms tastend sucht, dann entdeckt man einen gewaltigen, natürlich-übernatürlichen Lebensvorgang: das Liebesbündnis mit unserem großen Gott, durch die Hand und das Herz der Gottesmutter. Liebesbündnis heißt: Gott will uns die Erfahrung schenken: du bist mein geliebtes Kind, es ist gut, dass es dich gibt! Und das löst eine Reaktion ins uns aus - wir möchten ihm diese Liebe zurückschenken, in Gefühlen, in Worten und noch mehr: in Taten! Solche Taten können sein: etwas zu wagen, das ich als richtig erkenne; den Mut etwas durchzutragen und nicht so schnell aufzugeben; meine Zeit und Kraft anderen zu schenken und besonders meinem Allernächsten, meinem Ehepartner. Über solche Erfahrungen lesen Sie in dieser Nummer der FAB - lassen Sie die Lektüre eine Einladung zu einer Tat der Liebe werden. Das ist entscheidend. In Schönstatt nehmen wir das sehr ernst: unseren menschlichen Beitrag für unser Bündnis mit Gott. Er will Großes wirken - und ihm ist unser Mitwirken kostbar. Das ist es, was die Gottesmutter möchte. Wer mit ihr liebt, erfährt eine ständige, manchmal liebevolle, manchmal kraftvolle Einladung, dem lieben Gott eine Freude zu machen, in diesen Lebensstrom einzutauchen und daraus Kraft zu bekommen eine Tat der Liebe zu setzen. Als Familie Salz, Sauerteig und Licht für diese Zeit

Unsere Vision von einer erneuerten Kirche und Gesellschaft ist das Bild der Heiligen Stadt: Am Ende der Zeit wird alles gut sein. Gott wird unter den Menschen wohnen, es wird kein Leid, keine Tränen und keinen Tod mehr geben. Es ist das Bild aus der Offenbarung des Johannes (das letzte Buch der Heiligen Schrift), das Bild einer wunderbaren Zukunft, der wir letzten Endes entgegengehen. Die Heilige Stadt ist jetzt schon in Momenten erfahrbar, wo der Himmel ein Stück offen ist - und sie besteht aus Häusern, aus Räumen, aus Ehen, wo Gott mit seinem Lebensstrom wirken kann. Und wo wir mitwirken durch Taten der Liebe. Das ermöglicht uns, starke Christen zu werden, die Salz, Sauerteig und Licht sein können in dieser Zeit. Und das nicht allein - sondern in Verbindung, in Sympathie und Freundschaft mit anderen, die diesen Weg mit uns gehen. ◆

„ Durch das Eintauchen in die Nähe Gottes bekommen wir die Kraft, als Christen zu leben und auszustrahlen. (...) Und das ist die Sendung Schönstatts.

wagen, wachsen, weiterschenken, im Lebensstrom Schönstatts Jahresmotto der Österreichischen Schönstattbewegung 2017/2018

Familie als Berufung 4/2017 

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Meilensteine auf u n s e r e m Eh e w e g

F. Mayer

Paare erzählen

Besondere Meilensteine auf unserem Eheweg

Unsere Wachstumsmomente „ Ich war irgendwie sprachlos und mein Mann versuchte, mit Scherzen diese Unsicherheit zu überspielen.

Die Geburt des ersten Kindes, eine schwere Krankheit des Partners, eine plötzliche Ehekrise - das können Momente sein, die uns plötzlich sprachlos machen. Solche Weichenstellungen sind große Veränderungen und sie bündeln dann all unsere Kraft und unsere Aufmerksamkeit - und unsere Ehe kann darunter leiden. FAB - Familien erzählen von solchen Momenten und wie sie als Paar besonders herausgefordert waren. Sie berichten, was geholfen hat, in diesen Situationen im Gespräch zu bleiben, sich nicht aus dem Blick zu verlieren, und eine Gesprächsbasis aufrecht zu erhalten. Zwischen den Zeilen lesen…

Krank – und plötzlich ist alles anders Der Vater meines Mannes war im letzten Jahr seines Lebens sehr krank; alle wussten es, aber keiner sprach darüber. Sätze wie: „Es wird schon wieder, du musst dich nur schonen!“, überdeckten den Ernst der Lage. Nicht einmal mit seiner Frau konnte er über seine Gedanken, vielleicht auch seine Ängste reden. Der Einzige, mit dem er manchmal etwas ehrlicher war, war mein Mann.

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Das Schlimme daran war: Mein Schwiegervater muss in dieser Zeit unheimlich einsam gewesen sein und konnte sich doch nicht durchringen, offen über seine Gefühle zu reden. Vielleicht, weil er eine sehr harte Kindheit hinter sich hatte und aus dieser Zeit die Forderung an sich selbst stammte, stark sein und selbst mit allem fertig werden zu müssen. Diese Erfahrung hat uns sehr nach-

denklich gemacht. Wir haben oft darüber geredet, dass es bei uns einmal nicht so sein soll. Als ein Freund von uns in unserem Alter plötzlich starb, haben wir deshalb miteinander darüber geredet: wie wäre das bei uns? Was wünschen wir uns vom Anderen in dieser Situation? Ja, sogar über das Begräbnis haben wir gesprochen! Wie möchten wir das? Was ist uns wichtig? Es waren sehr schöne, ehrliche, offene Gespräche. Kurze Zeit später hatte mein Mann eine ernsthafte Erkrankung; wie ernst, war uns beiden zuerst gar nicht bewusst! Dank sofortiger medizinischer Hilfe ging letztlich alles gut aus. Aber in dieser Zeit dazwischen, wo wir nicht wussten, wie es weitergehen würden, merkten wir, dass es uns schwer fiel ernsthaft und offen über alles zu reden. Ich war irgendwie sprachlos und mein Mann versuchte, mit Scherzen diese Unsicherheit zu überspielen. Obwohl wir normalerweise viel miteinander reden, einander sicher gut kennen, waren wir mit dieser Situation überfordert, vielleicht auch etwas überrumpelt.


Im Nachhinein aber denke ich, dass ich aus den Scherzen meines Mannes lesen kann, wie es ihm wirklich geht, was in ihm vorgeht, weil ich ihn einfach gut kenne und es so nicht vieler (ernsthafter) Worte bedarf. ◆ Und plötzlich eine Ehekrise

Wir brauchen Hilfe! Vor ein paar Jahren haben wir als Ehepaar eine Krise durchlebt. Unser Gespräch hat sich schleichend verschlechtert, am Anfang merkten wir es nicht, doch bald war es nicht mehr zu übersehen, dass wir die allgemeinen Gesprächsregeln nicht mehr einhalten, immer schneller emotional werden, oft einander wehtun. Wir haben ein heißes Thema gehabt und wenn zur Sprache kam, entgleiste unser Gespräch regelmäßig! Einmal, als es wirklich heftig ausgegangen war, habe ich voller Verzweiflung zwischen Anschreien und Türe zuschlagen noch nach hinten gerufen zu meinem Mann: „Über dieses Thema rede ich mit dir nie wieder ohne einen Dritten!” Das hat mein Mann aufgegriffen, und beim IEF (Institut für Ehe und Familie) einen Beratungstermin für uns vereinbart. Am Anfang war ich sehr dafür, es war ja meine Bedingung gewesen, doch als die Zeit näherkam, baute sich in mir ein W i derstand auf.

Jetzt doch einem Dritten all unsere Verletzungen offenbaren? Es ist ja kein Priester, den wir gut kennen und mit dem wir das Gespräch führen, sondern eine für uns fremde Person! Doch ich überwand mich, und wir gingen hin, nicht nur einmal, sondern letztendlich eineinhalb Jahre lang, am Anfang öfters, dann nur mehr alle zwei Monate. Es hat in unsere Ehe eine sehr wohltuende Änderung gebracht. Wir sind Schönstätter, wir kennen all die Kraftquellen und Hilfen, doch in dieser Situation konnten wir uns nicht selber helfen. Wie gut, dass es Unterstützung gibt! Darüber sind wir sehr dankbar! ◆ Übersiedlung in ein anderes Land

Und plötzlich ist alles anders! Vor einigen Jahren übersiedelten wir mit unseren drei kleinen Kindern ins Ausland. Für uns alle war es spannend, ein neues Haus zu beziehen – es war viel größer als unsere alte Wohnung und es stand mitten in einem Garten. Alles war neu, jeder Tag ein Abenteuer! Doch mit der Zeit zog auch hier der Alltag ein: Die Kinder waren von früher gewohnt, dass ich m i t ihnen spazieren ging. So forderten sie auch hier, dass ich mit ihnen Zeit i m Garten ver-

„ „Über dieses Thema rede ich mit dir nie wieder ohne einen Dritten!“

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Meilensteine auf u n s e r e m Eh e w e g Paare erzählen

„ Dann durfte ich erzählen, wie es mir geht. Mein Mann hörte mir zu; erst langsam ordneten sich meine Gedanken, und es flossen auch einige Tränen.

brachte. Im Haus mussten zwei Stockwerke plus ein Keller geputzt werden. In der Wohnung waren die 90m² im Vergleich viel schneller sauber gewesen. Mein Mann fuhr öfter als früher auf Dienstreise und musste mich mit den Kindern alleine lassen. Ja, und schließlich vermissten wir unsere Großeltern, die in Wien gerne babygesittet hatten, spazieren gingen oder manchmal auch Wäsche bügelten. All diese Hilfe war nun nicht mehr möglich. Schleichend, aber kontinuierlich wurde ich unzufrieden, müde, grantig. Das wirkte sich vor allem auf unsere Beziehung in der Ehe aus. Nach einiger Zeit meinte mein Mann: „Komm, ich glaub’, wir müssen miteinander reden.“ Wir nahmen uns bewusst Zeit. Nachdem die Kinder in den Betten waren und schliefen, gab es kein abendliches Aufräumen mehr. Auch Bügeln oder Mails lesen am Computer verschoben wir auf andere Zeiten am Tag. Wir setzten uns ins Wohnzimmer, und mein Mann zündete eine Kerze an. Dann durfte ich erzählen, wie es mir geht. Mein Mann hörte mir zu; erst langsam ordneten sich meine Gedanken, und es flossen auch einige Tränen. Es tat mir gut, verstanden zu werden und meine Sorgen teilen zu können. Aber es war auch gut zu erfahren, dass es meinem Mann in der Arbeit gut ging, und er sie interessant fand. Wir beschlossen, uns einmal pro Woche am Nachmittag eine Babysitterin zu leisten und auch am Abend ab und zu in ein Konzert oder Essen zu gehen. Aber das wichtigste für mich war, dass wir beide, mein Mann und ich, wieder mehr voneinander wussten und unser Vertrauen und unsere Liebe zueinander wieder gestärkt waren! ◆ Überlastung

Alles war zu viel! Es war eine sehr anstrengende Zeit. Den ganzen Herbst, Winter und bis hinein ins Frühjahr waren wir Eltern und die Kinder sehr viel krank. Gefühlt gab es fast nur einzelne Tage, an denen wir alle so halbwegs gesund waren. Dazu war bei mir in der Arbeit sehr viel los und viele Überstunden zu leisten, 10  Familie als Berufung 4/2017

und auch meine Frau hatte viele Termine und Verantwortungen neben dem Haushalt und den Kindern. Wir waren meistens übermüdet und hatten irgendwie die Freude am Alltäglichen aber auch den Besonderheiten, die wir sonst so schätzten, verloren. Die Kinder haben wir oft nur noch als anstrengend empfunden und viel zu viel geschimpft. Wir haben uns Mühe gegeben, uns durchgekämpft und gedacht, dass das alles so sein muss und schon irgendwie geht. Als Paar haben wir uns trotz allem gut verstanden. Wir haben uns nicht mehr als sonst gestritten und wir meinen, dass auch unsere Liebe zueinander nicht ins Wanken geraten ist. Unser wöchentliches Ehegespräch, das wir uns eigentlich vorgenommen haben, hat unter der Situation jedoch leider sehr gelitten. Oft waren wir am Abend einfach zu müde und unser Austausch, den wir sonst so schön erleben, und das gemeinsame Zeit verbringen war manchmal auch einfach anstrengend. Da war es oft leichter, einfach noch „etwas anzuschauen“, einen Film oder eine Folge irgendeiner Serie. Anstrengend war das dann nicht mehr, erfüllend aber meistens auch nicht. Unser Umfeld, Freunde und Familie haben sich teilweise schon Sorgen gemacht. Einige haben versucht uns aufzubauen, haben uns gesagt, wie toll wir das alles meistern. Wir haben uns überhaupt nicht toll gefühlt, sondern eher als Versager. Andere haben uns geraten, professionelle Hilfe zu suchen. Das hat uns sehr erschreckt, und wir dachten, dass es uns so schlecht doch auch nicht geht. Und in unserem übervollen Alltag haben wir uns keine Zeit genommen weiter darüber nachzudenken oder uns um Hilfe zu kümmern. Wir haben einfach immer weiter gemacht in dem Hamsterrad. Irgendwann mussten wir uns jedoch eingestehen, dass es so nicht weitergeht, und wir mit der Gesamtsituation und der dauernden Überlastung einfach nicht glücklich sind, zumindest bei weitem nicht so glücklich, wie wir es eigentlich sein wollen. So haben wir uns dann entschlossen, uns helfen zu lassen. Wir wollten keine „Eheberatung“ im Sinne, dass wir wieder zu-


einander finden, denn unsere Beziehung hat zum Glück nicht so sehr gelitten. Da haben wir auf der Homepage des IEF, dem Institut für Ehe und Familie, von dem wir schon gehört hatten und wussten, dass es dort Beratung und Hilfe gibt, gesehen, dass es auch Unterstützung unter dem Titel „Lebensberatung“ gibt. Das fanden wir gut! Wir hatten ja keine Ehekrise, aber irgendwie dann auch schon eine Krise. Überlastung war uns bewusst, und ein paar andere Probleme wussten, ahnten oder vermuteten wir auch… So haben wir dort angerufen und uns Termine ausgemacht. Gott sei Dank haben wir uns zu diesem Schritt überwunden! Wir wurden dort sofort sehr hilfsbereit und freundlich unterstützt, mit unseren Sorgen und kleinen und großen Problemen ernst genommen. Organisatorisch war es aufwändig, zu zweit diese Termine untertags wahrzunehmen, aber es hat sich gelohnt. Wir ha-

ben in unregelmäßigen Abständen einige Gespräche gehabt und viele wertvolle Anregungen und Hinweise bekommen, von ganz konkreten Tipps für den Alltag, bis hin zu Anregungen, die zu tieferem Nachdenken und Austausch anregen. Es war für uns sehr schön und hilfreich, dass die Beratung bei einem Institut stattfinden konnte, das auf christlichen Grundwerten aufbaut. So hatte unser Glaube und unser christliches Leben ganz natürlich Platz in der Beratung. Und für die Beratung durften wir so viel spenden, wie es für uns möglich war. Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir dort waren und können uns jederzeit wieder dort melden. Uns geht es schon viel besser, das Leben als Familie macht uns wieder Freude. Wir gehen weiter auf diesem Weg und arbeiten an uns. ◆

„ P a t e r K e n t e n i ch

Wir wurden dort sofort sehr hilfsbereit und freundlich

Weichenstellung Wie häufig haben wir gesagt, dass größeres Kreuz und Leid, das in unser Leben einbricht, eine Weichenstellung Gottes ist. Weichenstellung, was heißt das? Verstehen Sie, was mit Weichenstellung gemeint ist? Da rast ein Zug. Jetzt ist die Weiche gestellt; der Zug muss stehen bleiben, sonst kommt nachher ein anderer Zug auf demselben Gleis. Das müssen Sie jetzt gut festhalten. Nehmen Sie meinetwegen einmal an: ein schweres Kreuz in meinem Leben. Was mag es sein? Ein Todesfall. Was mag es sein? Die Ehre ist mir genommen worden. Was mag es sein? Mein Amt verloren, mein Geschäft eingebüßt. Also, ich meine, es müsste etwas sein, was tief einschneidet.

unterstützt, mit unseren Sorgen und kleinen und großen Problemen ernst genommen.

Wollen Sie jetzt einmal das Wort „Weichenstellung“ darauf anwenden? Sehen Sie, wenn das Zeichen für den Zug gegeben ist, dann bleibt der Zug stehen oder (fährt) auf die (andere) Seite. Wenn der Zug das Zeichen nicht bekäme, also die Weichenstellung nicht (erfolgte), würde er weiterrasen. Was bedeutet das? Wenn von der anderen Seite jetzt auch ein Zug kommt, dann stoßen beide zusammen. Jetzt, angewandt auf mein Leben, sehen Sie, schlichte Volksfrömmigkeit – aber echte Frömmigkeit – sagt so leicht, wenn etwas Schweres passiert ist: Ja, ich weiß zwar nicht, wofür das gut ist, aber das ahne ich, vielleicht werde ich dadurch vor einem größeren Leid bewahrt. Weichenstellung. Ich weiß nicht, dass ein D-Zug von der anderen Seite kommt; aber der liebe Gott weiß das ja. Deswegen hat er den Zug zu einer anderen Seite dirigiert. Damit ist zwar Leid verbunden, aber ich werde vor größerem Leid bewahrt. Sehen Sie, das heißt, all diese kleinen und großen Dinge unseres Lebens immer im Lichte des Glaubens sehen. (Auszug aus „Am Montagabend. Mit Familien im Gespräch; Alles in Verbindung mit Gott bringen“, Band 10, Schönstatt-Verlag. Seite 91/92)

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Beratung in den Herausforderungen unseres Lebens

Paarberatung - Wie läuft

Ein neues JA zum Leben!

das genau?

Die Entscheidung, in einer Krise Hilfe von außerhalb zuzulassen, kann mit großen Hemmungen verbunden sein. Wir wollten von der Leiterin des Beratungsdienstes im IEF - dem Institut für Ehe und Familie - wissen, was es mit Paarberatung genau auf sich hat, wann es Sinn macht Hilfe zu suchen und was einen dort erwartet.

Interview

Petra Ganneshofer leitet den Beratungsdienst im IEF - dem Institut für Ehe und Familie

„ Ich möchte besonders junge Paare ermutigen, frühzeitig zur Beratung zu kommen, denn anfangs ist es leichter, Weichen neu zu stellen.

FAB: Die Leser der Zeitschrift „Familie als Berufung“ sind Ehepaare und Familien, die sich um ein geglücktes Familienleben bemühen und auch bereit sind, etwas in ihre Beziehung zu investieren. Doch auch sie sind vor Problemen und Krisen nicht gefeit. Aus Ihrer Erfahrung: Wann macht es Sinn Hilfe zu suchen?

Ganneshofer: In den Herausforderungen des Lebens brauchen Menschen manchmal ein offenes Ohr und kompetente Unterstützung. Es macht daher in allen Lebenslagen Sinn Beratung in Anspruch zu nehmen. Es gibt Menschen, die kommen mit kleineren Alltagssorgen, bereits dann, wenn „der Schuh ein wenig drückt“, andere führen große, schwierige Lebensthemen zu uns. Als Leiterin des katholischen Beratungsdienstes am Institut für Ehe und Familie, einer Einrichtung der österreichischen Bischofskonferenz ist es mir wichtig, dass jeder Ratsuchende ganz individuell begleitet wird. Unsere ausgebildeten Ehe-, Familien- und Lebensberater unterstützen mit methodisch geführten Gesprächen bei der Suche nach Lösungswegen und helfen bei der schrittweisen Umsetzung. Bei der Beratung steht dieser konkrete Mensch im Mittelpunkt. Wir beziehen die konkrete Lebenssituation und den persönlichen Glauben in die Beratung mit ein. FAB: Gibt es bestimmte Phasen im Leben, wo Menschen häufiger Hilfe suchen? Ganneshofer: Junge Paare haben anfangs viele herausfordernde Phasen zu meistern, z.B. wenn das erste Kind das Paar zu einer Familie formt. Diese kritischen Lebensumbrüche werden oft als sehr verunsichernd erlebt. Das Wahrnehmen der Schwierigkeiten ist schon ein erster wichtiger Schritt. Ich möchte besonders junge Paare ermutigen, frühzeitig zur Beratung zu kommen, denn anfangs ist es leichter, Weichen neu zu stellen. Oftmals kommen Paare leider erst, wenn die gegenseitigen Vorwürfe sich so sehr türmen, dass der Blick auf den Partner völlig verstellt ist. Andere häufige Anlässe sind ungelöste Konflikte oder ständige Differenzen, Kommunikationsprobleme, Erziehungsschwierigkeiten, Sinnkrisen, Stress, Mobbing, Burnout bis hin zu Lebenskrisen wie Trauer, Überforderung, Trennung, Scheidung, Gewalt oder psychische Probleme. FAB: Und wann konkret sollte man unbedingt Hilfe suchen? Ganneshofer: Ein gutes Kriterium ist: Wenn ich den Eindruck habe, etwas belastet mich fast täglich, ich habe es schon mit der Freundin, einer Vertrauensperson oder mit einem Priester beredet, aber ich komme da nicht weiter, ich „stehe an“ – dann ist es wichtig sich professionelle Unterstützung zu suchen. Dieses „Anstehen“ ist so etwas wie ein Hinweisschild, vergleichbar mit einer Sackgasse, wo ich immer wieder an ihrem Ende anstoße, bis ich endlich kapiere: „Stopp, umdrehen, da geht es nicht weiter!“ Oft halten Partner an immer gleichen Streitszenarien und Mustern fest und spiegeln einander mit ständigen Vorhaltungen ihre Schattenseiten auf zermürbende Weise. Sie laufen immer wieder in die gleichen „Sackgassen“ hinein.

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Paare lernen in der Beratung, neue Wege zu gehen und die Botschaften zu verstehen, die hinter diesen „Sackgassen“ liegen. Sie lernen ihre Wünsche zu äußern, die hinter Vorwürfen, Wut, Resignation, Rückzug usw. liegen bis neue Verbundenheit und Nähe wachsen kann. FAB: Wie darf ich mir das vorstellen, jemand kommt zu Ihnen … Ganneshofer: … dann schauen wir gemeinsam: Was ist Ihr Anliegen? Was sind die Schwierigkeiten, wo liegen vielleicht neue Möglichkeiten, sogar Chancen? Wichtig ist zu wissen, dass Beratung ein urteilsfreier Raum ist. Hier ist ein Platz, wo ich alles in geschützter Atmosphäre sagen kann, sozusagen „alles auf den Tisch legen kann“, wo ich sein darf, wie ich bin, mit allem, was ich mitbringe. Auch meine Gefühle dürfen Platz nehmen und werden durch den Berater nicht moralisch bewertet. Ich darf hier meine Wut ansprechen. Die Frage ist: Was mache ich dann mit der Wut? Wo führt sie mich hin? Aber empfinden darf ich sie. Ich darf sie bei mir wahrnehmen und schauen, woher sie kommt, was sie mir eigentlich sagen will und wie sie für den anderen ist. So entsteht ein gemeinsamer Prozess. FAB: Menschen bringen in die Ehe Belastungen aus ihrer Kindheit mit, z.B. die Scheidung der eigenen Eltern unter der sie als Kinder gelitten haben. Jetzt möchten sie in ihrer eigenen Ehe alles besser machen. Wo sehen Sie Bedarf solche Erlebnisse mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten? Was sind Kriterien, dass man das alleine schaffen kann? Ganneshofer: Der Wunsch, es besser zu machen ist eine große Ressource. Beratung hilft, diese innere Kraft zu nutzen. Viele Menschen bringen heute einen großen Lebensrucksack mit. Die Frage ist: Kann ich ihn tragen? Gibt es irgendetwas in dem Rucksack, was herausgehört? Kann ich ihn auch einmal abstellen? Drückt mich seine Last zu Boden? Wir schauen, wenn der Beratungsprozess es erfordert, auch auf das, was dahinter liegt und helfen länger zurückliegende Emotionen zu bergen und zu integrieren. Habe ich mein Baumaterial, meine Lebensgeschichte prinzipiell angenommen? Das muss keinesfalls heißen, dass ich es gut und richtig finde, was damals war. Wichtig ist meine Stellungnahme, dass ich heute meine innere Position und einen Abstand dazu finde.

„ Viele Menschen bringen heute einen großen Lebensrucksack mit. Die Frage ist: Kann ich ihn tragen?

Ich bin von meiner Ausbildung her Existenzanalytikerin, daher möchte ich Menschen stärken, ein neues Ja zum Leben zu finden. Ich darf so sein wie ich bin, mit und vielleicht trotz meiner Lebensgeschichte! Erst mit dieser inneren Zustimmung gelingt es „zu werden“, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Menschen, die es „alleine schaffen“, holen sich z.B. Hilfe im Freundeskreis. Vieles kann ich vielleicht mit einer Freundin besprechen, dann geht es mir danach besser, und die Sache ist durch das Erzählen schon erledigt. Manchmal kann ich Dinge aber nicht wegstellen, die kommen immer wieder herein und belasten mich. Ich merke, ich reagiere wie meine Mutter, obwohl ich das gar nicht will. Oder ich trage alte Glaubenssätze in mir, die mich beeinflussen wie „ich bin nicht gut genug“ oder „ich störe sowieso immer“. Es ist ein Zeichen von Stärke, sich Unterstützung zu holen und diese Leitbilder zu bearbeiten. Wenn das Leben wie ein Flussbett durch Geröll und Geäst verstopft ist, wenn der Fluss nicht mehr frei und lebendig fließen kann, hilft Beratung, an einigen neuralgischen Punkten den Schutt zu entfernen. Wir müssen nicht jeden Stein mühsam herausholen. Bereits kleine punktuelle Veränderungsschritte können maßgeblich wirken. Die Strömung, die für katholisch verheiratete Paare im gegenseitig gespendeten Ehesakrament als „Gnadenstrom“ verborgen liegt, kommt dem Paar zu Hilfe. Sie legt den Fluss wieder frei, um die schönen Seiten des Partners neu zu entdecken. Ich erinnere mich an ein Ehepaar, das zur Beratung kam, sie hatten noch sehr kleine Kinder und waren ziemlich ineinander verhakt. Ich fragte ihn: „Was ist denn im Moment das Schlimmste?“ „Wenn ich heimkomme von der Arbeit, das ist furchtbar“, Familie als Berufung 4/2017 

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Paarberatung - Wie läuft das genau? Interview

meinte er. Ich habe ihn aufgefordert zu erzählen, wie das dann für ihn genau ist. „Ich läute an, und es macht mir zuerst einmal keiner auf. Dann sperre ich auf, aber die Türe lässt sich schlecht aufmachen, weil dahinter der Kinderwagen steht und ich gar nicht richtig durchkomme. Wenn ich bei der Küche vorbei gehe, sehe ich den ganzen Geschirrhaufen, alles was noch nicht abgewaschen ist. Endlich im Wohnzimmer angekommen, sitzt meine Frau da und stillt das Baby, sie schaut mich nicht einmal an.“ Seine Frau war sehr betroffen über seine Sichtweise und sagte: „Das habe ich alles gar nicht gewusst. Ich hatte keine Ahnung, wie du das empfindest. Du hast mir nie gesagt, dass dich der Kinderwagen stört. Den kann ich ja rausstellen.“ Und dann haben die beiden gemeinsam überlegt, was sie verbessern können. Sie hatten die Idee, einfach die Küchentüre zu schließen, damit er den Geschirrberg nicht gleich zu Gesicht bekommt. Also ganz einfache Maßnahmen. Sie lernten ihre Bedürfnisse zu benennen. Er hatte die Dinge zuvor nie adäquat angesprochen (wenn, dann nur vorwurfsvoll), sie hat manches einfach aus Zeitnot und Betrieb nicht wahrgenommen. Dieses Ehepaar hatte keine „Weltprobleme“, aber Probleme, die für sie weltbewegend waren. Hier sieht man gut, wie Beratung wirkt: Kleine Veränderungen, große Wirkung.

„ Und dann haben die beiden gemeinsam überlegt, was sie verbessern können.

FAB: Das bringt mich zu einer anderen Frage: Wir kommen am Spielplatz oder am Arbeitsplatz oft ins Gespräch mit anderen und da passiert es, dass sich Menschen bei uns „ausweinen“. Manchmal gibt es auch Paare, die bei uns Rat suchen. Wie geht man damit am besten um? Ganneshofer: Hier stellt sich die Frage: Wo liegen die Grenzen unserer persönlichen Hilfestellung? Die Freundin ist die Freundin und sollte die Freundin bleiben dürfen. Diese Beziehung darf nicht in Anspruch genommen sein von Dingen, die die Freundschaft überfordern, auch wenn ihre Ratschläge sicher gut gemeint sind. Wenn man merkt, meine Freundin oder Bekannte kommt dadurch nicht weiter, ist es gut vorzuschlagen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. FAB: Wie spricht man so etwas dann in einer guten Art an? Ganz direkt? Ganneshofer: Ich glaube, manchmal ist es ein Zeichen von freundschaftlicher Verantwortung zu sagen: „Du, du bist mir so wichtig, dass ich dir raten möchte: Ich glaube, du brauchst professionelle Hilfe.“ Da ist die Wertschätzung und ernsthafte Sorge spürbar. Nicht: Ich will damit nichts zu tun haben, sondern ich merke: Ich komme da an meine Grenzen, ich kann dir gar nicht weiterhelfen oder ich kann das Ausmaß der erforderlichen Hilfe nicht bringen. FAB: Man hat innerlich oft schon eine große Scheu für sich selbst Hilfe zu suchen – noch viel mehr, wenn es darum geht anderen Hilfe zu „empfehlen“? Können Sie mir diese Scheu etwas nehmen? Ganneshofer: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Für viele ist es eine große Hürde, sich Hilfe zu holen. Es kann helfen, wenn Sie hier eine geeignete Adresse empfehlen können, wie z.B. den katholischen Beratungsdienst des Institutes für Ehe und Familie, der auf einem christlichen Menschenbild aufsetzt. Wenn Ihnen der andere wichtig ist, können sie die eigene Scheu überwinden. Wir helfen, die Sachlage professionell einzuschätzen und empfehlen bei Bedarf an Fachleute unseres Vertrauens weiter (Psychologen, Psychotherapeuten, Juristen aus dem Familienrecht, Suchthilfe, Mediatoren). Unser Angebot findet in einem geschützten Rahmen statt und unterliegt den Grundsätzen der Verschwiegenheit und Anonymität. Die Leistungen unserer Berater sind für Sie kostenfrei.

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FAB: Macht es Sinn, wenn nur ein Ehepartner zur Beratung kommt, wenn der andere das nicht möchte? Ganneshofer: Ja, natürlich macht es auch Sinn, wenn ein Partner für sich Beratung in Anspruch nimmt. Durch klärende Gespräche verändert sich meine Sichtweise. Ich lerne vielleicht auch einmal etwas für mich zu tun, mich selbst besser wahrzunehmen oder überhöhte Erwartungen in meiner Beziehung zu überdenken. FAB: Was sind die schönsten Erfahrungen, die Sie in Ihrem Beruf machen? Ganneshofer: Für mich sind es immer wieder bewegende Momente, wenn Menschen den Mut finden, sich ihren Lebensfragen ehrlich zu stellen und miterleben zu dürfen, wie sie über sich hinauswachsen. Auch ihre Nöte und Tiefen gemeinsam durchzugehen ist für mich oft sehr berührend. Hier fällt mir ein Ehepaar mit vier Kindern ein, 30 Jahre verheiratet, das viele Jahre in getrennten Schlafzimmern gelebt und noch nie als Paar auf Urlaub gewesen war. Sie kamen zunächst mit einer festen Trennungsabsicht. Bei jedem Gespräch vollzog sich eine kleine Wandlung. Die beiden haben neue Verbundenheit gefunden, aber auch gegenseitig neue Grenzen setzen gelernt. Eine Postkarte der „Frischverliebten“ aus ihrem ersten gemeinsamen Urlaub war für mich ein echtes Beratungshighlight. Heute haben immer weniger Ehepaare den Mut an ihre Beziehung zu glauben, viele geben sehr früh auf. Wenn Paare dafür offen sind an ihrer Beziehung zu arbeiten, können sie einen gemeinsamen Heilungsweg finden. Ich traue den Paaren sehr viel zu, weil ich weiß, dass sie ihr Potential für einen gemeinsamen Neubeginn sozusagen „in der Handtasche durch die Beratungstür“ selbst mit herein bringen. ◆

IE F - I n s t i t u t fü r Eh e u n d F a m i l i e

Kontaktdaten Beratungsort: Spiegelgasse 3, Mezzanin, 1010 Wien Beratungszeit: Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen persönlichen Beratungstermin. Beratungstelefon: 01 / 34 84 777 Mobil: 0664 / 82 43 628

S. Mitter

E-Mail: beratung@ief.at Web: www.ief.at

Der Beratungsdienst wird aus finanziellen Mitteln des BMFJ unterstützt.

Susi Mitter im Gespräch mit Petra Ganneshofer in den Räumen des IEF. Familie als Berufung 4/2017 

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Ich w i l l d a s h a b e n !

E.S.H

Familien erzählen

Spielzeug, teure Sachen, Süßigkeiten -

Ich will das haben! „ Hier haben wir die Regel: für jedes wieder nach oben mitgenommene Spielzeug wandern zwei andere Spielzeuge in den Keller runter.

Wir kennen die Situation vielleicht nur zu gut. Im Supermarkt, an der Kassa und unser Kind will unbedingt noch etwas aus dem Naschregal! Wie können wir unseren Kindern den Wert von materiellen Dingen so vermitteln, dass sie wertschätzend mit den Dingen umgehen und es auch aushalten, dass sie nicht immer sofort etwas Neues haben können? FAB-Familien erzählen von ihren Erfahrungen mit dem Ausmisten und Aussortieren von Spielzeug, vom Weiterschenken, und wie sie mit den Spannungen, den kleinen und großen Kämpfen im Supermarkt oder im Spielzeuggeschäft umgehen.

Gemeinsames Ausmisten

Ab in den Keller! Wir misten zweimal jährlich gemeinsam mit den Kindern aus. Uns ist wichtig, dass unsere Kinder zumindest vor großen Feiertagen, zum Beispiel vor Weihnachten, ein ordentliches, aufgeräumtes Kinderzimmer haben. Wir schmeißen dabei alte Zettel, Zeitschriften und Krims-Krams, der sich im Laufe des Jahres ansammelt, weg, und unbenütztes Spielzeug wird in Kisten sortiert und verpackt in den Keller gestellt. Manchmal kommt es vor, dass die Kinder während des Jahres Spielzeug in den Kisten im Keller sehen und es wiederhaben wollen.

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Hier haben wir die Regel: für jedes wieder nach oben mitgenommene Spielzeug wandern zwei andere Spielzeuge in den Keller runter. Die Kinder haben auch

dieses Ritual voll akzeptiert, und wir sind froh, dass das so gut funktioniert! ◆ Unser Spielzeug hat einen Mehrwert

Kindersachen-Tauschgruppe Wir haben für unsere Kinder viel Kleidung und Spielsachen von Verwandten und Freunden „vererbt“ bekommen. Nun möchten wir die Sachen, die unsere Kinder nicht mehr brauchen, auch weiterschenken, um anderen so eine Freude zu machen. Nicht alles wird im Freundeskreis gebraucht, auf der Verkaufsplattform „willhaben“ verschenken wollen wir nicht mehr, nachdem uns da einmal die Anrufe zu viel und lästig geworden sind. Für uns eine gute Lösung: Eine Bekannte hat im Bezirk eine Kindersachentausch-Whats-App-Gruppe


gegründet. Ich kann so einfach am Spielplatz oder vor der Schule Familien, die ich bislang nur vom Sehen kenne, ein Sackerl mit den von ihnen gewünschten Kindersachen vorbeibringen. Eine Win-Win-Situation: unsere Kindersachen werden weiterbenützt und wir sind davon befreit! Wir haben gemerkt: Weiterschenken macht frei für Neues und so können auch andere die an sich guten Spielsachen weiter nützen. ◆ Konsequent bleiben

Im Supermarkt Wenn wir gemeinsam einkaufen gehen, wissen unsere Kinder (4 und 6 J.), dass sie nicht automatisch irgendetwas aussuchen können. Dennoch kommt es sehr oft vor, dass die Kinder fragen: „Mama, neh-

men wir das mit? Das schmeckt so lecker!“ Ich sage dann: „Ja, ich weiß, das schmeckt dir besonders gut, aber das nehmen wir heute nicht mit!“ Anfangs gab es Protest und Tränen, ich blieb trotzdem hart, und es hat sich bezahlt gemacht! Mittlerweile kennen die Kinder meine Haltung und stellen gewünschte Sachen, die ich nicht kaufen möchte, wieder in das Regal zurück. Als ich einmal - ohne Kinder - an der Supermarktkassa stand und wartete, dass ich zum Bezahlen dran bin, war eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter vor mir. Die Tochter wollte ständig irgendetwas anderes und legte der Reihe nach Süßigkeiten auf das Förderband. Die Mutter verräumte die Süßigkeiten wieder und das Kind begann zu weinen und schreien. Die Mutter blieb stark, man merkte ihr aber an, dass es ihr echt unangenehm war, dass ihre Tochter so laut war. Als sich unsere Blicke kreuzten sagte ich zu ihr: „Ach, ich kenn‘ das. Ich habe auch zwei Kinder. Super, dass Sie so konsequent bleiben!“ Sie war sichtlich erleichtert und lächelte wieder. Wir haben gemerkt: Konsequenz zahlt sich aus! ◆

„ Unser Sohn liebt Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten! Das ist seine Liebessprache: er fühlt sich von uns besonders

Die Liebessprache unseres Sohnes

Ich will Geschenke!

angenommen und geliebt, wenn wir ihn beschenken.

Die Augen blitzen, der Grinser auf seinem Gesicht wird immer breiter und er jubelt: „Juhu! Danke!“ Unser Sohn (6) liebt Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten! Das ist seine Liebesprache: er fühlt sich von uns besonders angenommen und geliebt, wenn wir ihn beschenken. Das ist natürlich sehr schön, wenn man weiß, wie man sein Kind glücklich machen kann – die Kehrseite der Medaille ist aber, dass er oft unzufrieden und sogar unglücklich ist, wenn er mal etwas nicht bekommt. So wird jeder Einkauf zum Spießrutenlauf, sodass ich schon bewusst lieber alleine Einkaufen gehe um Trotzanfällen, Quengelei und Missmut zu entgehen. Eine Gratwanderung für uns als Eltern:

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wie gehen wir also mit dem ständigen Fragen nach Neuem, nach Geschenken um? Ich w i l l d a s h a b e n ! Familien erzählen

Wir haben deshalb klare Geschenke-Regeln aufgestellt, die es auch unserem Sohn erleichtern sollen, Geschenksanlässe richtig einschätzen zu können. Zum Geburtstag bekommen unsere Kinder ein größeres Geschenk, etwas, das sie sich richtig wünschen. Dazu vielleicht noch ein Buch oder eine andere Kleinigkeit. Zu Weihnachten stellen wir die Geburt des Christuskindes in den Mittelpunkt – unsere Kinder bekommen eher kleinere Geschenke oder zusammen ein größeres. Im letzten Jahr haben sie zum Beispiel gemeinsam eine Puppenküche aus Holz bekommen; im Jahr davor eine große Hüpf-

„ Wie gehen wir also mit dem ständigen Fragen nach Neuem, nach Geschenken um?

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Turn-Matte fürs Kinderzimmer. Zum Fest des Hl. Nikolaus und zu Ostern schenken wir – neben einer kleinen Menge an Süßigkeiten und Früchten und Nüssen – ein kleines Geschenk, wie zb. neue Buntstifte oder ein Malbuch. Wenn es um den Einkauf im Supermarkt geht, wo unser Sohn auch immer gute und leckere Sachen im Regal findet, haben wir begonnen, schon vor dem Aussteigen aus dem Auto zu klären: Wir kaufen nur das, was auf dem Einkaufszettel steht. Das funktioniert dann meistens eigentlich recht gut. So versuchen wir unseren Kindern – und vor allem unserem Geschenke-liebenden Sohn – den Wert von Geschenken und besonderen Anlässen zu vermitteln. ◆


Wir wollen einander eine Freude machen!

Eine Kultur des Schenkens

Ich w i l l d a s h a b e n ! AR b e i t s m a t e r i a l

Weihnachten naht mit schnellen Schritten, die Weihnachtsbeleuchtung hängt schon, die Märkte sperren auf und viele kommen ins „Weihnachtsfieber“!

Bernhard und Elisabeth Braun, Familientrainer, Wien

Auch wir merken, dass in unserer Familie zu Weihnachten ein Stress entsteht, wer wem, was und wieviel schenken wird. Die Kinder kommen in einen „sich-etwaswünschen-müssen-Stress“ und schreiben fleißig alles auf, was sie gerne hätten, oder sie haben Stress, weil sie nicht wissen was sie sich wünschen sollen. Wir haben uns irgendwann einmal die Frage gestellt:

Wie wollen wir mit dem Schenken und Beschenken in unserer Familie umgehen? Für uns ist bei jedem Fest, das wir feiern, die Freude und Dankbarkeit ganz entscheidend. Wir möchten, dass auch unsere Kinder Freude empfinden können über ihre Wünsche, sie aussprechen dürfen und natürlich auch von uns gehört und ernst genommen werden. Wir wünschen uns, dass keiner in Geschenkestress verfällt oder die Gier überhandnimmt! Wir wünschen uns, dass auch unsere Kinder entdecken, was sie sich so richtig aus tiefstem Herzen wünschen oder gerade brauchen. Aber auch umgekehrt, dass sie lernen jemanden zu beschenken, jemandem eine Freude machen! Wie können also wir als Eltern eine Richtung für unsere Kinder vorgeben?

„ Wir haben bemerkt: Wünsche müssen auch manchmal erst „wachsen“.

Wie können wir als Eltern das Schenken lenken?

Bei Geburtstagen, an denen mit Familie, Nachbarn, Freunden und anderen Kindern gefeiert wird, haben wir schnell gemerkt, dass die Menge an geschenkten Spielsachen unsere Kinder eigentlich überfordert. Dadurch konnten sie sich auch weniger an den einzelnen Dingen erfreuen. So haben wir als Eltern eine Regel aufgestellt: ein Gemeinschaftsgeschenk wurde zusammen ausgesucht, wobei es dabei aber nicht auf die Größe ankam, sondern eher darum ging, wirklich das Richtige zu finden. So war das Geburtstagskind bei der Feier nicht überfordert und hat genau das bekommen, was es sich auch wirklich gewünscht hat. Was ist dein Herzenswunsch?

Wir haben bemerkt: Wünsche müssen auch manchmal erst „wachsen“. Unsere Kinder brauchen Zeit um herauszufinden, was sie haben möchten, was ganz für sie passt! Eine Familie erzählte davon, dass sie Ausflüge in Geschäfte machen, bei denen „nur geschaut“ wird. So können die Wünsche der Kinder langsam wachsen. Durch das Selbst-Nachdenken entstehen manchmal ganz überraschende Ideen, wie z.B. eine ganz weiche Kuscheldecke zusätzlich fürs Bett, ein Kasten, den sie nur ganz für sich alleine haben möchten usw. Das richtige Spielzeug – was ist uns hierbei wichtig?

Spielzeug und Spiele haben wichtige Funktionen in der Entwicklung eines Kindes. Das Begreifen der Umwelt, das Interagieren mit ihr, Regeln lernen und soziale Kompetenzen werden trainiert. Motorik, Kreativität und Kooperation werden spielerisch gefördert und die Kinder erleben Gemeinschaft!

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Ich w i l l d a s h a b e n AR b e i t s m a t e r i a l

Also dürfen wir uns als Eltern oder als Schenker die Zeit nehmen, die zu Beschenkenden zu beobachten und zu erforschen: Was ist gerade bei diesem Kind „dran“? Kann ich etwas fördern, etwas unterstützen, ein Interesse vertiefen oder Vielfalt ins Spielen bringen? Wir haben einmal verschiedene Eltern-Ratgeber/ Foren zu diesem Thema im Internet durchgelesen. Viele Eltern stellen sich die Frage, was und wieviel die Kinder brauchen um glücklich zu sein? Die Sorge der Eltern ist, dass die Kinder zu wenig haben oder sie zu wenig mit dem Spielzeug gefördert werden. Eine andere große Sorge war, dass das eigene Kind weniger Spielzeug hat als andere Kinder und dann vielleicht ausgelacht und ausgegrenzt wird. Wir versuchen deshalb unseren Kindern zu erklären: es geht nicht darum, was und wieviel ihr bekommt, oder was man sich leisten kann, sondern es geht darum, was ich daraus mache! Und wir als Eltern fragen uns: Schenke ich, damit das Kind sich alleine beschäftigt, damit ich freigespielt bin – damit es „eine Ruhe gibt“? Oder möchte ich meine Beziehung stärken, es unterstützen, Freude schenken? Es gibt Spiele, die Kinder alleine spielen können, bei anderen ist wieder Gemeinschaft oder Beziehung gefragt – und damit schenken wir ihnen dann auch genau das dazu – Gemeinschaft und Zeit zu zweit! Hinter die Spielsachen blicken

„ In Schönstatt haben wir gelernt, dass Kinder nur Bindung zu Dingen aufbauen können, wenn sie nicht überflutet werden. Weniger ist mehr!

Wir können auch für uns ein bisschen „hinter“ die Spielsachen schauen, um ihre genaue Funktion und somit auch ihren Wert zu entdecken. Wir können auch überlegen, wie sie mit anderen Materialien kombinierbar sind. Wir haben für uns entdeckt, dass es auch mal gut ist, keine vorgefertigten Packungen mit Anleitungen zu kaufen, sondern manchmal auch z.B. nur Bausteine, denn das weckt die Fantasie und fördert das materialübergreifende Spiel. Unsere Kinder haben immer mit Holzbausteinen und Tierfiguren Tiergärten gebaut und die Autos auch noch dazu geholt. Auch die Duplo- und Legofiguren waren oft mit dabei im Spiel. Oft war dann der ganze Boden im Kinderzimmer verbaut mit Spiel- und Gebäudelandschaften! Der Inhalt der Spiele und was damit vermittelt wird ist uns ebenfalls sehr wichtig. Daher ist es wichtig als Familie zu entscheiden, was wir in unser Haus reinlassen und was nicht. Manche Familien entscheiden sich dafür, z.B. keine Spielzeugwaffen zu kaufen. Bei einigen Dingen haben wir für uns als Eltern beschlossen, dass wir das nicht in unserer Familie haben wollen und dann aber auch entschieden, es keinem anderen zu schenken. Dabei ist es wichtig, unsere Haltung mit den Kindern zu besprechen und konsequent zu bleiben. Da waren uns unsere Kinder ein starkes Korrektiv. Einmal sagte unser ältester Sohn zu mir: „Mama, warum kaufst du das, wenn du das nicht gut findest?“ Viele Geschenke sind erst für ein bestimmtes Alter geeignet

Unser Jüngster hatte es da dann einmal besonders schwer, weil er gefühlt so lange auf sein ferngesteuertes Auto warten musste! Aber als er dann auch endlich so alt war, war die Freude sehr groß darüber, und das Warten hatte sich ausgezahlt. Wir haben gemerkt: es hat ihm gutgetan auf etwas zu warten und es nicht gleich zu bekommen. Er hat sich riesig gefreut und sehr auf das Auto aufgepasst – er ist damit sehr sorgsam umgegangen! Zusätzlich durfte er das Warten trainieren, eine Fähigkeit, die durch unsere Wohlstandsgesellschaft oft zu wenig gefördert wird. In Schönstatt haben wir gelernt, dass Kinder nur Bindung zu Dingen aufbauen können, wenn sie nicht überflutet werden. Weniger ist mehr! Man sagt ja auch: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht! So ist es auch für Kinder im Spielzimmer – sie sehen 20  Familie als Berufung 4/2017


das Lieblingsspiel vor lauter Spielzeug nicht, sind überfordert und finden sich dann oft nicht zurecht. Wir versuchen vor Weihnachten – beginnend mit Herbst- immer wieder einmal auszumisten. Mit den Kindern gehe ich dann die Schränke und den Schreibtisch durch. Wir überlegen uns, was wir zum Aufheben auf den Dachboden oder zum Loswerden zum Flohmarkt bringen können. Schöne und besondere Dinge können sie auch noch verkaufen und sich somit ihr Taschengeld aufbessern. Viele Dinge geben wir auch gerne in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis weiter. Wenn man weiß, dass sie von jemandem gebraucht werden, fällt auch das Hergeben nicht so schwer und macht Freude! Wir wollen anderen Familie Mut machen, sich in der eigenen Familie eine „Kultur des Schenkens“ zu erarbeiten und möchten abschließend ermutigen: es zahlt sich aus, sich immer wieder neu Gedanken zu machen – und die Freude daran in den Vordergrund zu stellen! ◆

EHEteamfragen

ŠŠ Welches Spielzeug ist unseren Kindern besonders wichtig, welches liegt nur in der Ecke herum und wird eher nicht bespielt? ŠŠ Können wir uns Zeit nehmen als Vater und Mutter und gemeinsam mit den Kindern spielen? Ihnen zeigen, wie man Spielsachen kombinieren kann? ŠŠ Was ist der Herzenswunsch unseres Kindes - Welches Spielzeug wünscht es sich wirklich? ŠŠ Wie möchten wir mit den Geschenken für unser Kind umgehen? Wieviel ist für uns und das Kind richtig und passend?

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A t m o s ph ä r e p r ä g e n

G. Köberl

Familien erzählen

Im Alltag wirken

Atmosphäre prägen „ „Ich habe mir schon gedacht, dass ihr eine christliche Familie seid - du strahlst eine innere Ruhe aus, die mir gut tut! Bei dir kann ich so sein, wie ich bin!“

Ein authentisches Auftreten als Christ weckt beim Gegenüber manchmal ganz andere Reaktionen als von uns erwartet oder befürchtet. FAB-Leser erzählen von Situationen, in denen eine besondere Atmosphäre spürbar war, weil sich Menschen ihnen im Gespräch anvertraut haben und keine Scheu hatten auch religiöse Themen anzusprechen. Sie lassen uns teilhaben an ihrer Überwindung ein religiöses Thema behutsam anzusprechen und von den freudigen Momenten, wenn die Nähe Gottes spürbar war. Sie zeigen auch, dass es sich lohnt, die eigene Überzeugung nicht zu verstecken und mutig darüber zu sprechen, dass einem der Glaube wichtig ist! Gespräche am Arbeitsplatz

„Danke für das nette Gespräch!“ An meinem Arbeitsplatz weiß fast jeder, dass Glaube für mich wichtig ist und auch, dass meine Familie einen großen Stellenwert in meinem Leben hat. Und so kommt es immer wieder zu netten Gesprächen. Letztens kam ich mit einer Kollegin ins Plaudern über eine unserer Patienten und ihr Schicksal. Ich erzählte von unseren Erfahrungen in einer ähnlichen Situation und meine Dankbarkeit dafür, dass wir das als Familie gemeinsam durchgestanden hatten. Denn ich habe erlebt, dass Ehen daran auch zerbrechen können, und ich meinen Mann in dieser Zeit noch mehr schätzen gelernt hatte.

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Da begann auch sie zu erzählen, von ihrer Familie, ihrem Mann, wie sie gemeinsam die schwierige Zeit ihres Studiums gemeistert hatten, weil er hinter ihr gestan-

den war und sie immer unterstützt hatte. Am Schluss sagte sie: „Ja, das ist wirklich nicht selbstverständlich, was er für mich getan hat, das war mir gar nicht so bewusst. Danke, das war wirklich ein nettes Gespräch!“ ◆ Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Unser Hausheiligtum wirkt! Wir haben in unserem Wohnzimmer unser Hausheiligtum stehen, also ein Bild der Gottesmutter, den Krug und ein Foto von Pater Kentenich. Rundherum sind viele verschiedene Familienfotos. Eines Nachmittags haben wir eine Mutter mit ihren drei Kindern zum Spielen zu uns eingeladen. Wir kennen die Familie nicht sehr gut, aber unsere Kinder gehen gemeinsam zum Turnen und verstehen


sich gut. Als wir im Wohnzimmer sitzen und plaudern, sagt die Mutter zu mir: „Ich habe mir schon gedacht, dass ihr eine christliche Familie seid - du strahlst eine innere Ruhe aus, die mir gut tut! Bei dir kann ich so sein, wie ich bin!“ Sie hat mir dann erzählt, dass sie Zeugen Jehovas sind und ihnen ihr Glaube wichtig ist. Wir haben uns dann über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausgetauscht, und es war ein schöner Nachmittag. Unser Hausheiligtum wirkt! ◆ Gott, der Wunder wirkt!

„Darf ich für Sie beten?“ „Krebs – unheilbar.“ Als ich meine Mama im Spital besucht habe, lag neben ihr eine Frau, die gerade diese Diagnose erhalten hatte - mit einer Prognose von drei Monaten. Die Frau war am Boden zerstört. Ich habe ihren Schmerz, ihre Not gespürt. Und mir war klar: ich kann da nicht einfach vorbeigehen. So bin ich nach einigen inneren Kämpfen zu ihr hingegangen und habe gefragt, ob ich für sie beten darf. Sie hat sich total gefreut: „Ja, gerne!“ Meine Mama ist dann auch dazugekommen; wir haben uns einer rechts, einer links zu ihrem Bett gesetzt. Es hat mich große Überwindung gekostet, weil man im Spitalszimmer keine Intimsphäre hat. Immer wieder kommt Personal herein, und andere Patienten sind auch noch da – aber das muss man ausblenden. Es waren in dem Moment nur wir drei da - und Gott. Wir haben dem Herrn für ihr Leben gedankt; und dass Er unser Vater ist, der uns in der Hand hält. Dass wir keine Angst haben brauchen, weil Er es immer gut mit uns meint. Und wir haben um Heilung für sie gebetet: wir sind überzeugt, dass Gott auch heute noch Wunder tun kann!

in der Stadt und habe spontan bei meiner Mama vorbeigeschaut. Sie hat mir dann eröffnet: „Du wirst nie erraten, wer heute zu mir auf Besuch kommt. Erinnerst du dich an die Frau, für die wir im Spital gebetet haben? Wir sind in Kontakt geblieben, und sie kommt in ein paar Minuten vorbei!“ So haben wir uns wieder getroffen: der Tumor ist zum Stillstand gekommen, sie ist gerade von einer Urlaubsreise heimgekehrt und hat blühend ausgeschaut. Wir sind uns um den Hals gefallen, und sie hat erzählt, wie es ihr geht. Und bei dieser Gelegenheit haben wir auch nochmal für sie gebetet: dass der Herr sie stärkt, weiter begleitet und den Auftrag zeigt, den sie mit ihrem neu geschenkten Leben hat. Ich habe sehr deutlich die Spuren Gottes gesehen: einen Menschen in großer Not, den Er uns zum Gebet anvertraut; einen Menschen, an dem Er Wunder tut und den Er an Sein Herz ziehen will. Und mit dem Er nach langer Zeit ein Wiedersehen schenkt – welch wunderbares Timing Gottes! ◆

„ So bin ich nach einigen inneren Kämpfen zu ihr hingegangen, und

Nur niemanden vor den Kopf stoßen

habe gefragt, ob ich für sie beten

Das etwas andere Begräbnis

darf. Sie hat sich total gefreut: „Ja, gerne!“

Die Frau meines Onkels ist nach langer Krankheit in hohem Alter verstorben. Als ich den Partezettel zugeschickt bekomme, bin ich doch etwas irritiert. Da steht etwas von „Verabschiedung“ … Das wundert mich, da ich aus meiner Kindheit und Jugend in Erinnerung habe, dass mein Onkel und meine Tante regelmäßig in die Kirche gehen, ihnen ihr Glaube wichtig ist, und auch meine Cousine immer ministriert hat.

Sie hat erzählt, dass sie mit dem Glauben bisher nicht so viel anfangen konnte; dass sie einfach so dahingelebt hatte. Aber ich habe deutlich gespürt, wie sie sich in diesem Moment in ihrer großen inneren Not an unserem Glauben festgehalten hat. Wir haben sie am Schluss noch gesegnet, und ich bin dann gegangen. Immer wieder habe ich die Tage nachher an sie gedacht und für sie gebetet...

Als ich am Friedhof in die Aufbahrungshalle kam, herrschte dort eine ganz eigenartige Atmosphäre. Das lässt sich nur schwer beschreiben. Für mich war einfach nicht ganz klar, was hier jetzt „passiert“. Was folgte war eine Feier von ca. 30 oder 40 Minuten. Es war ein Priester da, der meine Tante ganz gut gekannt hat und dieser Priester leitete die Feier. Es wurde bewusst nicht „richtig gebetet“ aber auch nicht „nicht gebetet“.

Fast ein Jahr später hatte ich Besorgungen

Der Priester sagte, fast ein bisschen ent-

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unsere kinder

Kindermund

Kindermund

Wir trinken roten Sturm. Jonathan gießt seinen Himbeersirup mit

Nach der hl. Messe zum 1. Advent fragt

Soda auf und stellt fest: „Ich trinke

Mama Kilian (5):

Himbeergewitter!”

„Was hat dir am besten gefallen?” „Wie die Adventkränze getauft wurden!”

Die 5-jährige Tochter fragt die Mama: „Mama, wie heißt die alte Frau, die da an der Unser 7jähriger berichtet entrüstet vom geteilten Werkunterricht: „Das ist voll unfair: Wir müssen stricken und die anderen hämmern da herum!“

Ecke wohnt?“ „Das ist die Frau Rieder.“ „Weißt Mama, die alte Frau Rieder ist so lieb. Mama, versprich mir, dass du, wenn du mal so alt bist, auch so lieb bist.“ Nach einigen Momenten des Nachdenkens meint dann

Gabriela (3): „Mama, ich bin aber eine

die Tochter: „Aber Mama,

gute Köcherin!“

eigentlich will ich eh nicht, dass du dich änderst!“

Klara ist krank. Mama misst ihre Temperatur mit dem Fieberthermometer. Mama: „Na schau, nur noch 37,2 Grad – du bist schon auf dem Weg der

Papa und die Kinder warten im Auto auf Mama, die beim Friseur war. Papa redet den Kindern zu: „Und wenn die Mama

Unser 10jähriger läuft zum Schulbus und

jetzt gleich ins Auto einsteigt, dann sagen

ruft Mama zu: „Fühl dich gekreuzigt!“

wir ihr, wie hübsch sie ist!“ Simon ruft

(bekreuzigt)

verzweifelt: „Und was sagen wir zu ihr, wenn sie NICHT hübsch ist?!“

Besserung!“ Klara ruft begeistert: „Papa, Mama hat gerade Fieber gemessen, und

Mama stellt den Topf auf den Tisch. Paul:

weißt du was? Ich bin schon auf dem

„Was ist denn da drin?“ Mama: „Wirsing!“

Wir radeln mit Rückenwind. Auf dem

Ausweg!“

Paul verwundert: „Piercing? Hat man das

Rückweg stellt Elias fest: „Jetzt haben wir

nicht im Bauchnabel?“

Bauchwind!”

David fragt: Ist die Hochschule eigentlich auch aus dem Urknall entstanden? Papa: „Wie kommst du denn darauf?“ David: „Na, weil ja die Universität auch aus dem Urknall entstanden ist!“ 24  Familie als Berufung 4/2017

Kindermund... Ihr Kind hat einen guten Spruch auf Lager? Dann lassen Sie uns doch daran teilhaben und schreiben uns einfach unter: kontakt@familiealsberufung.at


Wir gratulieren und wünschen Gottes Segen!

unsere kinder Willkommen

Bettina und Günther Schuh aus Lichtenegg zur Geburt ihres Kindes Marie- Theres

am 26. Februar 2017 Melanie und Klemens Kral aus Königstetten zur Geburt ihres Kindes Arthur

am 13. Oktober 2017

Marie-Theres und ihre Schwestern

Arthur und sein großer Bruder Lorenz

...Willkommen! Wenn Sie ein Baby bekommen haben und möchten, dass ein Foto in der FAB veröffentlicht wird, schicken Sie es an: kontakt@familiealsberufung.at

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A t m o s ph ä r e p r ä g e n Familien erzählen

schuldigend, dass meiner Tante der Glaube sehr wichtig war und dass er deshalb auch hier ist, aber es gab kein Kreuzzeichen, kein Weihwasser und keinen Segen. Ein anderer Verwandter aus Tirol, der seit seiner Taufe eher keine Kirche mehr betreten hat, zu dem ich aber immer ein gutes Verhältnis hatte, fragte mich beim Hinausgehen: „Laufen bei euch in Wien die Begräbnisse immer so komisch ab?“ Diese Frage zeigte mir, dass auch er die Feier als nicht stimmig empfunden hat.

„ Da, wo wir authentisch unseren Glauben zum Ausdruck bringen, stoßen wir andere nicht vor den Kopf - wenn wir ihnen die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden und selbst ihren Weg zu gehen.

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Meine Cousine lud mich danach noch ein zum Essen mitzugehen, was ich auch gerne tat. Irgendwann setzte sie sich zu mir an den Tisch und wir kamen ins Gespräch. Nach kurzem Smalltalk fasste ich Mut und sagte: „Ich war ehrlich gesagt ganz irritiert von diesem Begräbnis heute. Ich hatte erwartet, dass es ein christliches Begräbnis gibt mit Gebet oder Messe. Deiner Mama war doch der Glaube immer wichtig, oder?“ Da hatte ich wohl ins Schwarze getroffen. Meine Cousine war ganz betreten und sagte zu meiner Überraschung: „Du hast recht. Gell, diese Feier war gar nicht stimmig. Ich habe mich einfach nicht getraut zusätzlich zum Begräbnis auch noch eine Messe zu plan e n , weil ich

wusste, dass fast alle aus unserer Familie nicht religiös sind. Die wollte ich nicht vor den Kopf stoßen.“ So eine ehrliche Antwort hatte ich nicht erwartet. Das fand ich sehr schön, dass so ein offenes Gespräch darüber möglich war. Das konnte ich dann Gott sei Dank auch zum Ausdruck bringen. Auch ist mir noch eingefallen zu sagen, dass es ja nicht zu spät ist, im Nachhinein noch eine Messe für einen Verstorbenen zu feiern und dass ich gerne kommen würde, wenn das der Fall ist. Am Heimweg ist mir dieses Gespräch noch einmal ins Herz gefallen. Mir wurde klar: Diese Begebenheit ist mir eine wichtige Erfahrung, wenn ich wieder einmal vor der Frage stehe, ob ich jemanden vor den Kopf stoße, wenn ich ihm eine Einladung zu einer Veranstaltung oder eine FAB weitergeben will. Da, wo wir authentisch unseren Glauben zum Ausdruck bringen, stoßen wir andere nicht vor den Kopf – wenn wir ihnen die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden und selbst ihren Weg zu gehen. Aber wir stoßen sie vor den Kopf, wenn wir uns verbiegen und unsere Werte und Ansichten verstecken, um nicht anzuecken.


Mutig dazu stehen

Schönstatt im Lebenslauf Als ich mich vor Jahren für einen Studienplatz beworben habe, musste ich ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren durchlaufen. Die schriftlichen Teile hatte ich alle gut bestanden und ich wurde zu einem Gespräch eingeladen. In meinem Lebenslauf hatte ich auch meine Tätigkeit bei der Schönstatt Mädchenjugend angeführt. Wie sich herausstellte, war meine Gesprächspartnerin Absolventin der Familienakademie von Schönstatt. Sie merkte im Gespräch an, dass sie es toll und mutig findet, dass ich mein religiöses Engagement im Lebenslauf anführte! ◆ Mitleiden…

… und Hoffnung geben! Die Betreuerin unserer Tochter hat ein Baby erwartet – große Freude bei allen in der Kindergruppe! Aber einige Wochen später wurde bei einer Untersuchung eine ernste Erkrankung der Mutter festgestellt. Es war ein großes Drama: es bestand das Risiko, dass das Baby im Bauch deswegen stirbt; außerdem musste die Mutter Medikamente nehmen. Und das war ein großer Schock, sie hatte furchtbare Angst um das Kind (ihr erstes). Und eine schreckliche innere Anspannung: darf sie sich auf ihr Kind freuen? Oder lieber nicht, weil sie es bald wieder verlieren könnte? Ich weiß von meiner Tochter, dass die Frau mit dem Christentum nicht viel am Hut hat. Und als sie mir von ihren Sorgen erzählt hat, habe ich ihr gesagt: „Ich glaube ganz fest, dass jedes Kind, jeder Mensch eine unsterbliche Seele von Gott bekommen hat. Dieses Kind ist jetzt da, und ganz egal was passiert: eines Tages werden wir zusammen sein. Gott hat uns dazu berufen, dass wir eines Tages alle bei Ihm vereint sein werden und auch alle unsere Kinder dort treffen – die geborenen und die ungeborenen.“ Ich habe von meiner Fehlgeburt erzählt, und dass es ein totaler Trost war zu wissen: dieses Kind ist nicht verloren. Wir sehen uns wieder! „Ja, das hoffe ich auch!“ hat sie darauf gesagt. Ich habe versprochen, für sie und

ihr Baby zu beten – und sie ist mir spontan um den Hals gefallen. Es hat ihr total gutgetan, dass ich die Not direkt angesprochen habe – und sie nicht nur mit „Es wird schon gut gehen!“ vertröstet habe. Ich konnte meine Hoffnung mit ihr teilen und so konnte die innere Anspannung einer gewissen Gelassenheit weichen. Mittlerweile ist das Kind gesund und munter zur Welt gekommen. Danke, Herr! ◆ Beim Vorstellungsgespräch

Wie ist das mit Ihrem Glauben? Vor kurzem war ich nach meiner Babykarenz auf Jobsuche. Ich wollte gerne etwas ganz Neues probieren und feilte lange an meinem Bewerbungsschreiben als Texterin. Es wurden Textproben von mir angefordert und ich schickte unter anderem von mir verfasste Blog-Artikel, die auf dem Familienportal der Erzdiözese Wien erschienen sind - zum Teil auch mit religiösem Inhalt. Der Schreibstil gefiel und ich durfte zu einem Vorstellungsgespräch kommen. Neben den Fragen, wie meine Kinder während der Arbeitszeit betreut sind und welches Gehalt ich mir vorstelle, gab es nur ein Thema: meinen Glauben. Dieser sei nicht zu übersehen. Wie das denn für mich wäre, wenn ich mit einem bunten Haufen Nicht-Katholiken arbeiten müsste?

„ Neben den Fragen, wie meine Kinder während der Arbeitszeit betreut sind und welches Gehalt ich mir vorstelle, gab es nur ein Thema: meinen Glauben.

Natürlich kein Problem! Ich war ehrlich überrascht von der Anfrage. „Naja“, meinte der Firmeneigentümer, „ich kenne den Missionsauftrag der katholischen Kirche.“ Ich erwiderte, dass ich nicht aktiv missioniere, meinen Glauben aber auch nicht verstecken würde - was sie aber ohnehin nicht erwartet hätten. Bei der Heimfahrt dachte ich noch lange über das Gespräch und den „Missionsauftrag“ als Christ nach. Meinen Missionsauftrag würde ich mir folgendermaßen vorstellen: Erstens möchte ich durch meine Arbeit, mein Auftreten und mein Verhalten keine Negativwerbung für die Kirche machen. Zweitens versuche ich meine Arbeit aber

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A t m o s ph ä r e p r ä g e n Familien erzählen

auch so gut zu erfüllen und meine Persönlichkeit so zu präsentieren, dass jeder Zweifler und jede Kritikerin irgendwann einfach sieht, dass es nichts „verrücktes und weltfremdes“ ist mit Freude überzeugter Christ zu sein. ◆ Nicht einfach nur aussteigen

In der U- Bahn Samstagmorgen: wir sind gerade auf dem Weg zu unserem Ehegesprächs-Frühstück. Wir steigen in die U-Bahn ein, und schräg gegenüber sitzt ein schlafend ausschauender, verloren wirkender junger Mann, die Kappe tief ins Gesicht gezogen. Wir haben ihn zuerst nicht weiter beachtet. Aber dann fährt die U-Bahn los, und in einer Kurve kippt er plötzlich um und stürzt stocksteif zu Boden.

„ Ich wollte ihn unbedingt noch unter den Schutzmantel der Gottesmutter stellen, und als ich das getan hatte, war mir klar: er braucht auch noch ein Wort!

Mein Mann hat ihn mit Hilfe eines anderen Fahrgasts aufgehoben und wieder hingesetzt – glücklicherweise war er unverletzt, und seine Bierflasche ist auch heil geblieben. Wenig später wurde unsere Station angesagt. Ich wollte ihn unbedingt noch unter den Schutzmantel der Gottesmutter stellen, und als ich das getan hatte, war mir klar: er braucht auch noch ein Wort! So habe ich mich vis-a-vis von ihm hingesetzt, seine Hände in meine genommen und zu ihm gesagt: „Hallo, kannst du mich hören? - Ruf zu Jesus, Er kann dich retten!“ Als Antwort habe ich einen Händedruck bekommen. Er hat langsam seinen Kopf gehoben; erstmals konnte ich sein Gesicht sehen, und wir haben uns in die Augen geschaut. In diesem Moment konnte ich so deutlich die unermesslich große Liebe unseres Gottes für diesen jungen Mann spüren. Es war ein unglaublich intensiver Augen-Blick. „Jesus segne dich!“ habe ich noch gesagt – dann mussten wir aussteigen, und er ist auch raus. Wir wissen nicht, was aus diesem Mann wird. Aber ich bete und hoffe, dass Gott ihn rettet, wenn er zu Ihm ruft; dass er diesen jungen Mann aus seinem Elend herausreißt! ◆

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Post aus Medjugorje

Tischgebet mit besonderer Wirkung Letztes Jahr hatte ich eine Baustelle bei einer bosnischen Familie. Sie hatten einige Helfer, die alle gläubige Moslems waren. Im Laufe eines Arbeitstages entstehen viele Gespräches und so erzählte ich ihnen, dass wir eine Wallfahrt nach Medjugorje machen. Sie lachten mich dann ganz schön aus und erklärten mir, wie komisch sie das finden und welchen Stumpfsinn Christen wohl mit Erscheinungen glauben würden. Es entstand eine heftige Diskussion. Der Respekt für den anderen Glauben blieb gerade noch erhalten. Eine Woche später haben wir bei uns zu Hause in der Werkstatt gearbeitet und auch die Helfer des Kunden waren bei mir in der Werkstätte. Beim gemeinsamen Mittagessen haben meine Frau und ich erklärt, dass uns das Tischgebet wichtig ist und dass wir darauf jetzt nicht verzichten würden. Später hat einer der Helfer dann zu uns gesagt, dass er wenige Christen kennt, die für ihren Glauben geradestehen und er es als Moslem sehr bewundert hat, wie wir gehandelt haben. Es ist sogar eine kleine Freundschaft entstanden und sie haben uns aus ihrem Heimaturlaub ganz in der Nähe von Medjugorje, ein kleines Geschenk mitgenommen. ◆


P a t e r K e n t e n i ch

Die große Sendung der heutigen Laien Wer ist der große Fischer? Das ist der liebe Gott. Er versucht überall die Netze auszuwerfen. Er hat es schon versucht seit fast zwei Jahrtausenden. Welche Fische wollte er in seinem Netz haben? Das sind die Fische, die sich ihm besonders ausliefern sollten. (…) Das waren erst die Märtyrer. Was wollten und sollten die Märtyrer? Sich Gott ganz ausliefern. Dann, zweitens, wurde das Netz ausgeworfen, und welche Fische kamen hinein? Sehen Sie, das waren zunächst die Einsiedler, aus denen dann die Mönche geworden sind. Ich habe Ihnen sehr klar gesagt: Das war eine Laienbewegung. Das dürfen Sie nie übersehen. Also, am Anfang der Kirchengeschichte steht eine ganz starke Laienbewegung. Aber die waren damals von dem Gedanken durchdrungen: Die Welt, die ist heidnisch; wenn wir Gott ganz gehören wollen, müssen wir aus der Welt heraus. Als aber dann das Römische Reich das Christentum anerkannte, da strömten die langsam wieder zurück in die Welt, also aus den Einsiedeleien heraus. Wie hat der liebe Gott denn dann seine Netze ausgeworfen? Ja, fast möchte ich sagen: Durch eine Kloster- oder Kongregationsbewegung. Die Einöde wurde jetzt ersetzt durch Mauern. Ins Kloster hinein! Und zunächst wurde nur im Kloster nach Heiligkeit gestrebt. Sehen Sie, hier war die Welt, aber dort eine kleine Einöde, eine kleine Insel. Auf der Insel, da bin ich zuhause. Dann kommt die neue Zeit. Sehen Sie, da fängt auf einmal ein Durchbruch, der bisherigen Tradition an. Die Klöster bleiben zwar, aber die Türen werden weit aufgemacht. Da haben wir die apostolischen Genossenschaften und die Krankenpflegegemeinschaften. Bei den Frauen. Also: Hinter dem Klosterschutz und hinaus in die Welt, um draußen in der Welt zu arbeiten. Und jetzt in der neuesten Zeit, da geht der Fischer wieder rund; er will Fische fangen. Welche Fische? Menschen, die ständig mitten im Leben stehen. Das ist die große Sendung der heutigen Laien. Und da habe ich Ihnen darstellen dürfen, wie sich jetzt ein eigenartiges Phänomen wiederholt. Das ist so, als wir von der ersten Laienbewegung sprachen, habe ich Ihnen sagen dürfen: Da waren erst die Einsiedler, also Einzelne für sich allein, und nachher haben die sich dann zusammengefunden in Gemeinschaften. So ähnlich ist das heute. Der Fischer geht rund und weckt da eine Seele oder da eine Familie und da eine Familie – einzeln. Und nachher haben sie dann den Drang – das wächst in ihnen – sich zusammenzuschließen, aber mitten in der Welt. Es ist derselbe Weg, den wir hier beschritten haben. (Auszug aus „Am Montagabend. Mit Familien im Gespräch; Alles in Verbindung mit Gott bringen“, Band 10, Vortrag vom 14. Juli 1958; Schönstatt-Verlag. Seite 16/17)

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Wer wachsen will - braucht starke Wurzeln! vom Kahlenberg aus Wagen, Wachsen, Weiterschenken

Wurzeln pflegen - Atmospähre prägen Ein Mann erzählt bei einer Familientagung sichtlich bewegt von einem Erlebnis mit seinem Arbeitskollegen. Unerwartet besucht dieser ihn zu Hause. Sie arbeiten gemeinsam am Computer. Dabei gibt der Kollege nebenbei Einblick in seine persönliche Not. Nach 26 Ehejahren hat ihn seine Frau mit einem Abschiedsbrief verlassen. Was sagt man auf eine solche Mitteilung? In seiner Ratlosigkeit lädt der Mann seinen Kollegen in das Hausheiligtum der Familie ein. Vor dem Bild der Muttergottes und Jesus betet er mit Sr. Gertud-Maria Erhard, freien Worten für ihn. Die Tränen rinnen dem Familienschwester, Schönstatt Österreich Kollegen übers Gesicht. Der Mann legt seinen Arm um dessen Schulter und segnet ihn. Einige Tage später ruft sein Kollege an: „Das, was wir in dem Winkel eurer Küche getan haben, hat mir so gut getan…“

„ Mittendrin im Alltag mit dem himmlischen Du in Beziehung sein, das stärkt, lässt wachsen und Neues wagen.

Wie schaffe ich den Tag?

Oder, eine Frau erlebte viele Spannungen am Arbeitsplatz. Sie schilderte dies Pater Beller und sagte ihm: „Eigenartig, wenn ich in der Früh noch einmal zur Gottesmutter gehe und sage: ‚Komm mit mir und schau, dass der Tag gut wird‘ – dann wird das ein besserer Tag.“ Daraufhin erhielt sie zur Antwort: „Ha, da sind Sie selber schuld, wenn Sie nicht öfter zur Gottesmutter gehen und mit ihr über Ihre Sorgen reden.“ Frau F. zieht Bilanz: „Er hat so recht! Das war wirklich eindeutig, wenn ich in der Früh ins Hausheiligtum gegangen bin und gesagt habe: ‚Wie schaffe ich den Tag? Gottesmutter, komm mit!‘, dann war es ein besserer Tag.“ (vgl. R&S Sickinger: Das Wachstumsprinzip S. 140) Ich habe den Eindruck, dass der Himmel gerade in diesem Jahr, in der unsere Bewegung zum Aufbruch drängt, zum Wachsen und Wagen, uns alle einlädt, „die Batterien immer neu aufzuladen“ – und wo ginge das besser als direkt an der Quelle? Online mit Gott

„Lieber Gott, lass mich heute mit Dir online sein“, ist das morgendliche Stoßgebet eines Mannes, wenn sein Computer hochfährt, und „Pater Kentenich trifft wirklich den Nagel auf den Kopf“ liest eine Frau in einer SMS von ihrem Mann, der in der U-Bahn unterwegs ist und sein „geistiges Frühstück“ einnimmt. Neugierig geworden, hakt sie später nach und für das Ehepaar beginnt ein spannender Weg der Neuentdeckung. Mittendrin im Alltag mit dem himmlischen Du in Beziehung sein, das stärkt, lässt wachsen und Neues wagen. Damit dies zwischendrin gelingt, braucht es immer wieder Zeiten, in denen „die Seele baumeln“ kann, Zeiten des ausschließlichen Beieinander-Verweilens, der „Kontemplation“: Inseln im schnellen Takt des Alltags. Voll im Trend

Je schnelllebiger unsere Zeit ist, je höher der Druck, umso stärker wird die Sehnsucht nach solchen Auszeiten. Nicht von ungefähr boomt der Büchermarkt auf diesem Gebiet: - Innehalten – Eine Anstiftung zur Entschleunigung - Entspannen in 5 Minuten – für Manager & Co. - Meditation für Anfänger – 20 Minuten täglich, die ihr Leben verändern - Crashkurs Meditation – Anleitung für Ungeduldige - Meditation für Manager – Emotionale Selbstverteidigung im Alltag - Alarmruf: Ausweg für erschöpfte Manager - Power Meditation für Manager und Managerinnen 30  Familie als Berufung 4/2017


Wurzelpflege

Die vielen Titel zeigen den großen Bedarf und die Suche nach Hilfe. Es gilt, sich hin und wieder vor der Flut der Eindrücke zu schützen, wie eine Cola Werbung deutlich macht: Sie erfindet den „Coca-Cola Social Media Guard“, um den Blick frei zu bekommen, weg vom Display, hin zum lebendigen Gegenüber. Einem Ehepaar gelingt immer wieder ein solcher Ausstieg. Sie sitzen auf der Ofenbank in ihrem Hausheiligtum still nebeneinander und beieinander. Sie verweilen im Schweigen – dem Himmel nahe. Ein Ritual das sie „Zehn Minuten Ofenbank“ nennen. Ein anderes Ehepaar sucht durch Anregungen des Ehevorbereitungskurses einen Weg des seelischen Beieinanderseins in der Heiligen Messe: Im Moment, wenn der Priester den Kelch erhebt, begegnen sie gemeinsam dem „Dritten im Bund“ – ob sie nun nebeneinander knien oder weit voneinander entfernt sind. Wirklich in der Stille beim DU des Partners und dem DU Gottes anzukommen, bedeutet Arbeit. Die Seele ist oft so voll mit unverdauten Eindrücken, dass sie bei äußerer Stille noch lauter wird. Deshalb entwickelt Pater Kentenich in weiser Voraussicht seine spezielle Meditationsmethode: Nachkosten und Vorkosten

Wir werden still. Wir sind als Paar beieinander und suchen die Nähe – äußerlich wirklich oder nur seelisch. Wir suchen die Nähe des himmlischen Du mit schlichten Worten oder mit einem fertigen Gebet – inspiriert von der Kentenichschen Gebetsschule – etwa so: „Komm, Heiliger Geist, erfülle uns. Mach das Herz warm und sprich du in uns. Aus uns allein können wir es nicht. Mach uns wach und aufgeschlossen, dass wir uns vertraulich mit Dir unterhalten können. Komm, Heiliger Geist, erfülle und erleuchte uns. Komm, Heiliger Geist, wenn Du in uns bist, sind die Schwierigkeiten leicht zu überwinden. Komm, wohne in uns. Amen.“ Es kann helfen, auf das ruhige, gleichmäßige Atmen zu achten bis tief hinein in den Körper: Göttliche Nähe einatmen, Eindrücke und Belastungen ausatmen. Eine entspannte und respektvolle Körperhaltung kann ebenfalls helfen: Im Sitzen mit nebeneinander aufgestellten Beinen, die Hände zum Gebet gefaltet oder offen nebeneinander liegend wie eine Schale. Auch das körperliche Sich-Kleinmachen vor dem großen Du kann der Seele helfen, die Realität Gottes zu erleben: Knien oder ausgestreckt liegen wie der Priester am Karfreitag. (Solche intimen Gebetshaltungen empfiehlt Pater Kentenich zum Schutz der Persönlichkeit nur für den persönlichen Raum.)

„ Wir werden still. Wir sind als Paar beieinander und suchen die Nähe - äußerlich wirklich oder nur seelisch.

Und dann in der Seele langsam folgende Fragen beantworten: Nachkosten:

Was war heute schön? Was war heute schwer?

Vorkosten:

Was ist für morgen zu erwarten? Wobei wird Freude wach? Wobei wird Angst spürbar? Was willst Du, Gott, damit sagen? Und welche Antwort erwartest Du?

Kolumbus werden – Neues wagen

So kann gelingen, die Wurzeln immer tiefer zu senken, um noch mehr ausgerüstet zu sein, Neues zu wagen und weiter zu schenken, was Kraft gibt. Pater Kentenich drückt dies so aus: „Nicht so, als wenn wir nur ständig im Kämmerlein sitzen sollten und wollten und beten … Sicher, das wollen wir auch, aber das alles nur, um letzten Endes Welteneroberer zu werden, Kolumbus erneut darstellen, eine neue Welt bauen, sie Gott zu Füßen zu legen, teilnehmen an der großen Sendung der lieben Gottesmutter in der heutigen Zeit.“ (Oktoberwoche 1967) ◆ Familie als Berufung 4/2017 

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So feiern wir W e i h n a ch t e n

E.S.H.

Familien erzählen

Die stillste Zeit im Jahr

Unser Weihnachten „ Die ersten beiden Jahre waren für uns auch ungewohnt, so ganz alleine vorm Christbaum stehen - da kam uns auch das Singen komisch vor!

Zu Weihnachten ist uns wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Lieben feiern und ein Fest gestalten, an das sich unsere Kinder später, im Erwachsenenalter, gerne zurückerinnern. Wir selbst erinnern uns bestimmt an die Weihnachtsfeste unserer Kindheit und manche Rituale und manches Brauchtum noch heute gern. Als Familie ist es aber nicht immer leicht, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Es besteht die Gefahr, dass wir nur noch durch die Weihnachtsfeiertage von einem Christbaum zum nächsten hetzen und gar nicht erst dazu kommen, uns unser eigenes Weihnachtsfest richtig zu gestalten. Familien erzählen, wie sie ihr Weihnachtsfest gestalten und wie sie in der Großfamilie feiern. Sie lassen uns teilhaben an Liebgewonnenem und an dem, was bei der Gestaltung der Feier besonders hilfreich ist.

Von einer Familie zur nächsten?

Unser Heiliger Abend Als mein Mann und ich vor vielen Jahren von unseren Elternhäusern ausgezogen und in eine eigene Wohnung gezogen sind, war es uns ganz wichtig, dass wir Weihnachten gemeinsam feiern. Wir hatten damals noch keine Kinder, aber wir wollten nicht am Hl. Abend von einer Familie zur nächsten fahren, also beschlossen wir, unser eigenes Ritual einzuführen.

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Wir haben den Heiligen Abend alleine in unserer Wohnung gefeiert und erst an den beiden darauffolgenden Feiertagen unsere Eltern besucht. Die ersten beiden Jahre waren für uns auch ungewohnt, so ganz alleine vorm Christbaum stehen - da kam uns auch das Singen komisch vor! Wären wir bei unseren Familien gewesen, wäre mehr los gewesen! Und die Eltern

waren sichtlich enttäuscht, dass wir nicht mit ihnen gemeinsam feiern wollten, aber wir wussten, da müssen wir jetzt durch. Seit wir Kinder haben, sind wir dankbar, dass wir „unseren“ Hl. Abend schon eingeführt haben. So gibt es keine Diskussionen mit den Eltern mehr, ob wir den Heiligen Abend bei ihnen verbringen - es wird als selbstverständlich angesehen, dass wir bei uns feiern. ◆ Ein ganz besonderer Christbaum

Die raumfüllende Föhre Wir wohnen in Wien und dort ist es üblich, dass man vor Weihnachten den Christbaum beim Händler ums Eck kauft und nach Hause bringt. Ich bin aber am Land aufgewachsen und als Kinder haben wir gemeinsam mit unserem Vater immer im Herbst eine Fichte mit einer schönen


Spitze ausgesucht und dann am 23.12. gemeinsam gefällt. Dabei konnte es schon vorkommen, dass es einen guten halben Tag dauerte, bis der Christbaum vom Wald bis zum Haus kam, weil z.B. beim Fällen des ersten Baumes der schönste Teil oben abgebrochen ist. Daher wollte ich auch als Ehemann und Vater nicht einfach eine Zwei-MeterFichte beim Händler holen, sondern der Christbaum sollte etwas Besonderes sein! Einmal war ich vor Weihnachten in meiner Heimat und brachte einen Christbaum nach Wien mit, ein anderes Mal konnte ich bei einer Arbeitskollegin in Niederösterreich einen schönen Baum aussuchen, der wegen des Sturms auf der Autobahn kaum nach Wien zu bringen war! Wieder das nächste Jahr hatte ich die Gelegenheit, einen Baum beim Ferienhaus zu fällen und als Christbaum zu verwenden. Letztes Jahr hat meine Frau einen Baum beim Händler ausgesucht. Es war aber kein gewöhnlicher oder normaler Baum, sondern der Christbaum ihrer Kindheit: eine Föhre! Das sind sehr schöne Bäume aber auch ziemlich schwer, sodass ich daran etwas verzweifelte, als der Händler mit seinen Kollegen den schweren Baum auf mein Autodach gehievt hatte und ich nicht wusste, wie ich ihn am 23. in die Wohnung bekommen sollte! Aber ich fand ein paar Freunde, die mir halfen, und so konnten wir unter der schönen (aber raumfüllenden) Föhre Weihnachten feiern! ◆ Eine Mischung aus Tradition und Neuem

Der „Engel des Herrn“ Weihnachten war für mich immer ein besonderes Fest, ein Fest in unserer Großfamilie. Die ersten Erinnerungen stammen aus einer Zeit, in der zusätzlich zu uns fünf Kindern und meinen Eltern auch meine Großtante, ein junges Ehepaar und deren Mutter, die alle in unserem Haus wohnten, ihren Platz hatten. Weihnachten im großen Kreis mit dem „Engel des Herrn“, dem Weihnachtsevangelium und vielen Weihnachtsliedern, einem festlichen Essen und kleinen Geschenken: ein neuer Pyjama, einmal sogar eine Puppe, … und anschließend bei klirrender Kälte um Mitternacht zur Mette.

Herrlich! Nach und nach zogen die junge Familie, ihre Mutter und meine älteren Schwestern aus, meine Großtante starb. Dann waren wir nur noch zu viert, meine jüngere Schwester, meine Eltern und ich. Das Ritual blieb aber immer dasselbe und doch jedes Jahr faszinierend für uns Kinder. Später, als ich dann selbst eine Familie hatte, war für meinen Mann und mich klar, dass wir Weihnachten bei uns zuhause feiern möchten- nach unseren Vorstellungen. Am Hl. Abend von Bescherung zu Bescherung zu tingeln, konnten wir uns nicht vorstellen. Wir bereiteten alles vor, suchten Lieder aus, wählten Geschichten, Gedichte oder eine gesungene Herbergsuche mit unseren Kindern aus; nur zwei Fixpunkte gab es immer: das Weihnachtsevangelium und den „Engel des Herrn“, den, wie ich es immer erlebt hatte, der Vater vorbetete. So wurde es unser Weihnachtsfest. Das Christbaumschmücken wurde immer von der ganzen Familie ausgeführt, auch die Kleinsten durften von Anfang an mithelfen. Dass das Christkind das Jesuskind in der Krippe war und nicht den Weihnachtsbaum auf geheimnisvolle Weise brachte, tat dem Leuchten in den Augen unserer Kinder keinen Abbruch. Ja, und wie ich es zuhause erlebt hatte, freuten wir uns auch über Gäste bei unserem Fest: Omas und Opas waren herzlich willkommen und feierten gerne mit uns.

„ Letztes Jahr hat meine Frau einen Baum beim Händler ausgesucht. Es war aber kein gewöhnlicher oder normaler Baum, sondern der Christbaum ihrer Kindheit: eine Föhre!

Jetzt sind unsere Kinder bis auf unsere Jüngste selbst verheiratet und feiern ihr eigenes Fest. Wir sind zu viert, unsere jüngste Tochter, mittlerweile auch schon erwachsen, und meine Schwiegermama. Vieles ist gleich geblieben, das Weihnachtsevangelium und der „Engel des Herrn“, Stille Nacht, eine Geschichte oder Gedicht,…aber jetzt haben wir ein neues Ritual gefunden! Wir zünden die Kerzen am Christbaum gemeinsam während unserer Feier an, einer nach dem anderen und jeder sagt dazu, für wen gerade diese Kerze jetzt in der Weihnachtszeit brennen soll: für den verstorbenen Opa, das neue Enkelkind, den kranken Nachbarn, … So hat sich unser Weihnachtsfest über die Jahrzehnte immer wieder verändert und an unsere Lebenssituationen angepasst. ◆ Familie als Berufung 4/2017 

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So feiern wir W e i h n a ch t e n Familien erzählen

Stille Nacht In den ersten Jahren mit unseren Kindern haben wir mit einem Büchlein der Diözese Tirol gute Erfahrungen gemacht und daraus wertvolle Anregungen für die Feier zu Hause am Heilig Abend bekommen. Im Lauf der Zeit haben wir diese Anregungen angepasst und immer mehr „ohne Vorlage“ gefeiert. Vor zwei Jahren dann eine Veränderung: unser Bruder bzw. Schwager kommt jetzt, weil er alleinstehend ist, zu uns (bisher haben wir nur mit unseren Kindern gefeiert) und es lief nicht mehr so rund. Unsere Traditionen sind ihm zum Teil fremd und wir haben gemerkt, dass es nichts nützt, so zu tun, als ob alles beim Alten geblieben wäre.

„ Die Kinder verstehen das Anliegen, dass wir heuer nicht während dem Singen darüber diskutieren wollen, wie viele Strophen „Stille Nacht“ es werden.

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Für heuer haben wir uns daher vorgenommen, dass wir den Ablauf wieder genauer planen und - sowohl für ihn als auch für uns als Sicherheit – schriftlich festhalten. Unsere Kinder sind jetzt zwischen 6 und 14 Jahren alt und wir binden sie mit ein. Wer möchte auf seinem Instrument spielen? Welches Stück? Wann? Wie bringen wir unsere Traditionen (Räuchern) im Ablauf unter? Welche Traditionen sind uns wertvoll geworden, was passt nicht (mehr)? Die Kinder verstehen das Anliegen, dass wir heuer nicht während dem Singen darüber diskutieren wollen, wie viele Strophen „Stille Nacht“ es werden. Wie

es dann am Heiligen Abend tatsächlich wird, werden wir erst sehen. Jetzt haben wir jedenfalls schon (Vor-)Freude bei der Planung! ◆ Entschleunigung am Heiligen Abend

Wir helfen dem Christkind! Weihnachten ist in unserer Familie etwas Besonderes. Eine Zeit der Gemütlichkeit und des Beisammenseins. Mein Mann und ich haben diese Zeit schon als frisch verheiratete sehr genossen und zelebriert: Kekse backen, den Christbaum schmücken und überlegen, womit wir einander und anderen Freude bereiten können. Als unsere Familie im Laufe der Zeit gewachsen ist, mussten wir unsere Vorbereitungen und das Feiern des Festes überdenken. Wir stellten uns vor, wie schön es wäre, die Gesichter unserer Kinder zu sehen, wenn wir gemeinsam von der Kindermette kämen und sie würden im Wohnzimmer den strahlenden Christbaum und die darunterliegenden Geschenke entdecken. Herrlich! Allerdings hat uns die Umsetzung einiges abverlangt: den Heiligen Abend untertags gemeinsam zu verbringen war undenkbar - musste doch der Baum geschmückt und alles hergerichtet werden. Während also einer von uns zu Hause war, war der andere mit den Kindern un-

E.S.H.

Den Ablauf planen


terwegs. Das Ergebnis konnte sich zwar abends sehen lassen und der Zauber des Augenblickes war wunderbar ... aber, eigentlich war es schade, diesen Tag zu einem gewissen Teil getrennt zu verbringen. Vor ein paar Jahren kam uns Eltern die Idee, ob wir nicht den Kindern vorschlagen sollten, dass wir gemeinsam den Christbaum herrichten und die Krippe aufstellen. Schließlich würden wir so dem Christkind helfen. Seither ist der Heilige Abend ein wundervoller Tag, der uns als Familie zum Weihnachtsfest hinführt: wir sind beieinander, plaudern und dekorieren, hören Musik, trinken Punsch und naschen Kekse. Wenn dann alles vorbereitet ist, gehen wir gemeinsam zur Kindermette, anschließend feiern wir Bescherung. Weihnachten ist so für uns auch eine Zeit der Entschleunigung geworden - wir sind froh, dass wir dem Christkind helfen dürfen! ◆ Die unbeaufsichtigten Kerzen im Flur

Friedenslicht aus Bethlehem Wir haben uns entschieden, dass das Christkind, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern, kein märchenhafter Geschenkebringer ist und die Kinder haben diesbezüglich von Anfang an Klarheit gehabt. Von unserer Kindheit waren wir aber beide gewohnt, dass am Heiligabend das „Christkind“ sein Glöckchen läutet und dann die Türe ins Wohnzimmer geheimnisvoll öffnet, so dass wir uns da zunächst keinen anderen Ablauf vorstellen konnten und wollten! Mit den Kindern besuchten wir die Kindermette und vorsichtig trugen sie das „Friedenslicht aus Bethlehem“ nach Hause. Dass diese Kerzen dann (unbeaufsichtigt – gefährlich!) im Flur brannten, während wir um den vom „Christkind“ entzündeten Christbaum standen und sangen, hat uns zu einer Änderung im Ablauf veranlasst: Wir tragen seitdem das Friedenslicht von der Kirche nach Hause und kommen mit den Laternen gemeinsam zum dunklen Christbaum. Während wir „Tragt in die

Welt nun das Licht“ singen, entzünden wir gemeinsam die Kerzen am Baum und neben der Krippe. Und wenn alle Kerzen brennen, singen wir „Stille Nacht“. So gibt es nun auch keine unbeaufsichtigten Kerzen im Flur mehr! ◆ Christbaum schmücken und reden

Papa und ich Meine Mama arbeitete als Krankenschwester und um dem Dienst am 24. Dezember zu entkommen, hat sie sich jedes Jahr am 23.12. für den Nachtdienst gemeldet. Mein Papa und ich haben am Vorabend zum Hl. Abend gemeinsam den Christbaum geschmückt, eine wunderschöne Tradition. Mein kleiner Bruder wollte uns nicht helfen, also hatten Papa und ich Zeit in Ruhe zu plaudern. Das war jene Zeit im Jahr, wo wir stundenlang über wirklich alles redeten und uns ganz nah waren. Auch als ich dann in die Pubertät kam und es nicht immer leicht mit mir und meinem Papa war, war dieser Abend ein ganz besonderer! Ich denke heute noch sehr gerne an diese schönen Stunden zurück. ◆ Unser erstes Weihnachtsfest

Glitzer – Weihnachtsmänner from Australia

„ Seither ist der Heilige Abend ein wundervoller Tag, der uns als Familie zum Weihnachtsfest hinführt: wir sind beieinander, plaudern und dekorieren, hören Musik, trinken Punsch und naschen Kekse.

Unser erstes Gespräch darüber, wie wir als Paar unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest feiern werden, erlebten wir in der Schönstatt-Ehe-Vorbereitung. Die fand damals im Februar statt und wir fanden es etwas absurd uns schon zu dieser Jahreszeit Gedanken darüber zu machen.Letztendlich waren wir dadurch aber schon gut gerüstet. Unsere Hochzeitsreise führte uns nach Australien, wo es im Oktober bereits kitschigen Christbaumschmuck zu kaufen gab. Beflügelt von der Aussicht auf unser erstes gemeinsames Weihnachten kauften wir Glitzer-Weihnachtsmänner und Plastik-Rentiere. Daraus wurde eine liebgewordene Tradition: Bei jeder Reise suchen wir nach einem Schmuck für unseren Christbaum: Holzengel aus Padua und Mariazell, Keramik-Glocken und Glas-Sterne aus den

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So feiern wir W e i h n a ch t e n Familien erzählen

verschiedensten Ländern, ein schwedisches Holz-Trachtenpärchen, … - eine bunte und sehr persönliche Mischung. Bei den meisten Reisen waren unsere Kinder dabei und so ist das gemeinsame Schmücken des Baumes immer auch ein gemeinsames Erinnern und Nachkosten der Erlebnisse aus den vergangenen Jahren. ◆

Nur Selbstgemachtes

Kein Geschenke-Rausch Als ich Kind war, habe ich eine Klassenkollegin gehabt, die war immer empört über unsere Überlegungen bezüglich der Weihnachtsgeschenke. Bei ihnen zu Hause gab es nur selbstgemachte Geschenke zu Weihnachten.

„ Es war schön zu sehen, wie alle sich am meisten darüber gefreut haben, was wir mit langer Arbeit für den anderen angefertigt hatten.

Als Mutter dachte ich oft an diese Freundin, besonders dann, wenn ich unglücklich war mit der Art und Weise, wie unsere Kinder am Weihnachtsabend reagierten. Wenn wir nur die wirklich großen Geschenke einpackten, waren sie unzufrieden: „So wenig!” Wenn wir jeden Krims - Krams wie Stifte, Unterleibchen, Radiergummi als Geschenk eingepackt haben, dann rissen sie ein Päckchen nach dem anderen auf und ließen alles zum Schluss liegen mit dem Seufzer: „Sonst keine mehr?” Wie sehr mir das Beispiel meiner Freundin auch imponiert hat, konnte ich mich mit der Idee nicht anfreunden - es war doch schon so eine eingefleischte Tradition, dass wir Geschenke kauften! Vor einem guten Jahr hat uns die Familie unseres damaligen Au-pair-Mädchens besucht. Uns ist aufgefallen, dass sich gleich nach ihrer Ankunft irgendetwas in Gang gesetzt hat: Die ganze Familie hatte Zetteln in den Händen und sie haben sehr geheim getan. Wir fragten sie, was sie machten, und sie erzählten uns, dass sie seit Jahren am Anfang der Adventszeit jeweils einen Zettel mit dem Namen eines anderen Familienmitglieds ziehen, und jeder macht dann dieser Person ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk. Diese Geschenke gibt es dann am Heiligen Abend.

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Wir haben lange nachgefragt, wie es genau geht. Dadurch, dass jeder nur ein Geschenk anfertigen muss, gibt es genügend

Zeit, in vier Wochen wirklich etwas Schönes zu machen. Es ginge nicht, wenn jeder für jeden etwas machen möchte, doch so kann man je nach Alter wirklich tolle Sachen machen. Am nächsten Tag dann, am 25. Dezember gibt es dann auch gekaufte Geschenke. Uns allen hat das gefallen, mir besonders, weil es ein Mittelweg war. Am Heiligen Abend kann man sich wirklich auf die Liebe Gottes zu uns und auf die Liebe zueinander konzentrieren. Statt wie im Rausch ein Geschenk nach dem andern aufzureißen, man hat genug Zeit zum Singen, beten und aus der Bibel lesen - und am nächsten Tag sind die anderen Geschenke dran, bei denen uns das Auspacken dann klarerweise große Freude bereitet. Das würde auch noch ein anderes Problem lösen, weil es bei uns durch Tanten und Großeltern doch einiges an Geschenken gibt und wir so letztes Weihnachten an drei Abenden Bescherung feierten. So hätten wir auch das elegant gelöst. Es gab am Nachmittag des Heiligen Abends nur einen kurzen Aufstand, wo die Kinder doch erreichen wollten, dass sie am Abend alles bekommen sollten. Doch wir hielten uns daran, was ausgemacht war und es war ein beglückender Heiliger Abend! Es war schön zu sehen, wie alle sich am meisten darüber gefreut haben, was wir mit langer Arbeit für den anderen angefertigt hatten. Es war eine herzliche Freude! Letztendlich waren wir alle eindeutig dafür, dass wir es heuer wieder genau so machen werden! ◆ Das Krippenspiel unser Kinder

„Live aus Bethlehem!“ Weihnachten haben wir mit unseren Kindern gerne in unserem Haus gefeiert. Mit den Großeltern hatten wir vereinbart, dass wir uns erst am 26. Dezember sehen. In der Kirche haben am Nachmittag des Heiligen Abends Kinder ein Krippenspiel aufgeführt und wir waren gerne dabei, um uns auf die Weihnachtsfeier einzustimmen. Unsere älteste Tochter war gerade einmal fünf Jahre alt, da begannen wir auch zu Hause mit einem Krippenspiel. Das wurde von den Kindern mit Papa heim-


lich vorbereitet und am Weihnachtstag zu Hause der Mama vorgespielt. Die Weihnachtsfeier zu Hause hielten wir immer in der Früh des 25. Wir trafen uns noch vor dem Sonnenaufgang zum Gebet und Weihnachtslieder-Singen. Mit dem Glockenzeichen durften dann alle ins Wohnzimmer zur Krippe und zum erleuchteten Christbaum. Jetzt las Papa das Weihnachtsevangelium und wir wünschten einander eine gesegnete Weihnacht. Dann, bevor noch die Geschenke beachtet wurden, kam das Krippenspiel dran. Einfache Verkleidungen (Decken, Tücher, …) und wenige Requisiten (Puppe, Holzkiste als Krippe, ..) waren nötig. Die Texte, von den Kindern gemeinsam mit Papa zusammengestellt, waren auf wenige Sätze konzentriert. Mama freute sich jedes Jahr sehr über diese Darbietungen, die immer neu waren, weil die Kinder älter wurden, mehr Geschwister mitspielen konnten und wir den Schwerpunkt der Handlung auch immer

anders legten. Einmal war die Herbergsuche etwas ausführlicher dargestellt, ein anderes Mal waren die Hirten oder die Könige mehr eingebunden – mitunter auch wegen der verfügbaren Anzahl an Schauspielern. Zum Teil gab es auch Doppelrollen. Je älter die Kinder wurden umso mehr wurde das Projekt ihr eigenes. Und auf einmal war das Krippenspiel eine Überraschung für Mama und Papa. Da reiste ein Reporter mit dem Flugzeug nach Betlehem um vom Geschehen live zu berichten. Wir amüsierten uns sehr und freuten uns, dass die Kinder durch diese Aktivität miteinander sehr verbunden waren und sich die Weihnachtsgeschichte tief einprägten! Heute erinnern wir uns gerne an die Zeit zurück. Und ein paar Video-Aufnahmen unterstützen unser Gedächtnis! ◆

„ Dann, bevor noch die Geschenke beachtet wurden, kam das Krippenspiel dran. Einfache

Weihnachten - aus dem Leben P. Kentenichs Zum Weihnachtsfest 1963 muss ich auch noch etwas erzählen. Hans, unser Rektor, war wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass Pater Kentenich an Weihnachten zu uns kommen und mit uns feiern würde. Pater Kentenich lehnte die Einladung ab mit der Begründung, es hätten so viele den Wunsch mit ihm Weihnachten zu feiern, deshalb sei sein Prinzip, an diesem Tag allein zu bleiben. Hans konnte diese Tatsache fast nicht schlucken. Er war brummelig in den Tagen davor, er wollte kein Weihnachtsgeschenk, er hat uns fast den Heiligen Abend verdorben.

Verkleidungen und wenige Requisiten waren nötig.

Nun waren Besucher aus Lateinamerika da, die Pater Kentenich doch weich machten, sodass er mit ihnen am Heiligen Abend etwas gefeiert hat. Hans erfährt dies einige Tage danach. Er nimmt das Telefon und sagt Pater Kentenich „alle Schande“: er ei ein Lügner, er halte sich nicht an seine eigenen Prinzipien, er sei nicht vertrauenswürdig, ein Rabenvater usw. Pater Kentenich hörte dies alles ruhig an ohne sich im Geringsten zu verteidigen oder die Vorwürfe zu modifizieren. Erst später meinte er zu Helene Müller: „Ich war mir gar nicht bewusst, wie tief ich den Hans verletzt habe.“ Ein Jahr später, an Weihnachten 1964 also, lud sich Pater Kentenich für den Heiligen Abend zu uns in die 12. Straße ein, ein deutliches Zeichen der Wiedergutmachung. Mit dem Wunsch, die Exilzeit möge bald zu Ende gehen, schenkten wir ihm einen Koffer mit der Einladung, nach Rückkehr solle er auch uns in der Waterloostraße in München besuchen. Als dann 1965 im Zug der Abreise von Milwaukee Hans und Helene Müller Dokumente für Pater Kentenich verpackten, war der Koffer noch da, also nicht weiter verschenkt, wie üblich mit Geschenken. Pater Kentenich hatte mit eigener Handschrift auf das Etikett geschrieben: „München, Waterloostraße 28“ (aus: „Mit P. Kentenich in Milwaukee, Ein Beitrag zur Gründungsgeschichte der Schönstatt-Patres“ von P. Locher, im Eigenverlag erschienen, 2016)

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W e i h n a ch t e n Brauchtum und Feste

E.S.H.

i m J a h r e sk r e i s

Dreifach tief und reich

„ Diese Ankunft war für sie sehr wichtig. Es wird nicht ein netter Besuch von irgendjemanden, nein, der Retter soll kommen!

Die drei Dimensionen des Advent Ein Beitrag von Mag. Janka Riedenauer Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, war Advent wohl für mich die schöne Zeit, wo man mit ganz viel Erwartungen und Freude Weihnachten entgegengefiebert hat. Wir haben versucht, möglichst viele gute Taten zu vollbringen und die Krippe mit Stroh zu füllen, damit es das Jesusbaby schön kuschelig hat, wenn endlich der Weihnachtsabend da ist. Und man hat sich riesig auf die Geschenke gefreut, so gefreut, wie fast nur Kinder sich freuen können. Als ich junge Mama geworden bin, haben mir viele in dieser vorweihnachtlichen Zeit gesagt: „Genieße das, es ist eh nur dann wirklich schön, wenn man kleine Kinder im Haus hat. Sie werden groß, und dann ist der ganze Zauber dahin.” Ist das wirklich so? Ist Advent und Weihnachten nur etwas für Jungfamilien? Und wenn die Kinder außer Haus sind, bleibt uns nur die Möglichkeit, ganz nostalgisch schon vor Beginn der Adventszeit unsere Weihachtslichter aufzuhängen und schon Anfang Dezember inmitten voller Weihnachtsdekoration wehmütig Kekse zu essen? Es ist schwer, die Dunkelheit auszuhalten. Finster ist es draußen, und es belastet uns Menschen, wenn wir die Sonne über längere Zeit nur selten sehen. Und es ist noch schwerer, die Dunkelheit auszuhalten, wenn man sich nicht mehr vor Augen hält, was diese Zeit bedeutet. Die erste Dimension des Advent - die erste Adventszeit, die mehrere Jahrhunderte gedauert hat: Die Juden hatten die Verheißung, dass der Messias, der von Gott gesalbte Erlöser, zu ihnen kommen wird. Diese Ankunft (= adventus auf lateinisch) war für sie sehr wichtig. Es wird nicht ein netter Besuch von Irgendjemanden, nein, der Retter sollte kommen! Die Juden glaubten, so wie wir Christen, dass Gott die Welt gut geschaffen hat. Es heißt am Ende jedes Schöpfungstages „und es war gut.” Doch, was aus dieser guten Schöpfung durch uns Menschen geworden ist, ist nicht alles gut. Die Juden haben erkannt, dass sie die Welt nicht aus eigener Kraft reparieren können, so waren ihre Herzen - durch verheißende Prophetenworte angefeuert - voller Sehnsucht nach dieser erlösenden Ankunft. „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht. Über denen, die im Land des Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.” (Jesaja 9,2) „Siehe, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und sein Name heißt Immanuel - Gott mit uns.” (Jesaja 7,14) Gott hat uns den Erlöser versprochen, und Gott hält sein Wort.

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Und das Licht ist aufgestrahlt. Wir Christen erkennen in Jesus Christus Gottes eingeborenen Sohn, den Messias. Die zweite Dimension im Advent könnte sein, daß wir uns das auch bewusst machen. Ist die Menschwerdung Gottes heute noch von Bedeutung? Oder erinnern wir uns bloß an ein Ereignis vor gut 2000 Jahren im Land Israel? Sicher ist es schön, mit den Kindern Ochs und Esel in den Stall zu stellen, aber was bedeutet die Geburt Jesu heute für mich als erwachsenen Menschen? Wir könnten die Adventszeit nützen, um darüber nachzudenken, welche Realitäten der Menschwerdung in unserem Alltag gegenwärtig sind. Ist es mir bewusst, daß ich ein erlöster Mensch bin? Bewusst, daß ich mich jederzeit mit Gott versöhnen kann? Nütze ich die Gelegenheit, Jesus in Gestalt von Wein und Brot zu begegnen? All das sind Früchte der Menschwerdung. All das hätten wir nicht, wenn Jesus nicht geboren wäre, um uns zu erlösen. Und die dritte Dimension: Jesus ist auferstanden, Er lebt, aber Er ist für uns nicht direkt sichtbar. Aber es wird nicht immer so bleiben. Er hat versprochen, daß Er wiederkommt, um dieser Schöpfung die Vollendung zu bringen. Es ist eine Realität, die wir heutzutage fast völlig aus unserem Leben ausblenden. Wenn jemand vom Ende der Welt spricht, dann ist es meist im Rahmen von irgendwelchen Spekulationen... obwohl selbst Jesus sagte, daß nicht einmal Er den Tag und die Stunde kennt, nur der Vater. Aber es gibt diesen Tag. Wir Christen sollten vor diesem Tag nicht Angst haben, sondern ihn herbeisehnen. Die ersten Christen beteten oft das Gebet „Marana tha” - „Komm bald, Herr Jesus!” Diese Zeit der Vollendung, wenn Gott Alles in Allem sein wird, nennen wir Parusie. Die Adventszeit lädt uns ein, auch über diese Perspektive nachzudenken, es soll unserem Leben eine Richtung geben. Und - wir wir, Juden und Christen es gemeinsam glauben - es ist keine passive Zeit des Wartens, wir können, ja wir sollen das Kommen des Herrn durch unser Leben, durch unsere Arbeit vorbereiten. Der Ruf des Propheten gilt auch für uns: „Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!” (Jesaja 40,3)

„ Die ersten Christen beteten oft das Gebet „Marana tha“ - „Komm bald, Herr Jesus!“

Wir Menschen lieben unser irdisches Leben und es ist gut so - doch es wäre falsch, zu denken, dass uns etwas vorenthalten wäre, wenn Jesus bald wiederkäme. Ganz im Gegenteil, wir dürfen erwarten, was „kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.” (1 Kor.2,9) Es gibt also die drei Dimensionen in der Adventszeit: Geschichtliches Erwarten des Messias, sein Kommen in unsere Gegenwart und Erhoffen der Vollendung - welch ein Reichtum! In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine besinnliche, freudenvolle Adventzeit! ◆

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Unsere Liebe Ein Dauerbrenner

H&M Rettenwender

Ehepaare erzählen

Die Dankbarkeit und Freude für das Selbstverständliche zum Ausdruck bringen

Wo Freude ist, da ist Leben! Maria und Hansjörg Rettenwender aus Salzburg erzählen uns diesmal, wie sie die Freude in ihre Beziehung holen und den Weg zueinander suchen.

„ Wir haben uns beim Tanzen kennengelernt und entdeckten gleich die verbindende Freude und den gemeinsamen Schwung!

Wir sind Maria und Hansjörg Rettenwender und kommen aus der schönen Gebirgsregion des Salzburger Landes. Wir haben fünf Kinder, eine Schwiegertochter und zwei Enkelkinder. Im Mai 1993 haben wir einander das „JA“ zugesagt und dürfen im Frühjahr 2018 unser silbernes Ehejubiläum feiern. Als junge Familie lebten wir einige Jahre in einer kleinen Wohnung in Altenmarkt. Auf der Suche nach unserer Heimat und Aufgabe führte uns die Vorsehung zu einem älteren Haus in Flachau. Das damalige Jahresmotto der Schönstattbewegung „Wir trauen uns, weil wir vertrauen!“ gab uns Mut zum Kauf. Dieses Haus ist für alle ein besonderes Zuhause geworden: unsere zwei jüngsten Kinder sind hier geboren und mit viel Einsatz haben wir es in den letzten Jahren renoviert und zu unserem Heim für die Großfamilie gemacht. Hansjörg hat nach einer Tischlerlehre in den Sozialbereich gewechselt und ist seit 25 Jahren in einer Werkstätte für Menschen mit Beeinträchtigung als diplomierter Behindertenpädagoge tätig. Als Einrichtungsleiter ist er darum bemüht, für die Beschäftigten und Mitarbeiter eine gute Arbeitsstätte und Arbeitsatmosphäre zu schaffen: Ein kleiner MTABildstock im Büro und der Krug helfen ihm dabei, die Herausforderungen des Alltags zu meistern und den Mitmenschen stets Wertschätzung, Respekt und Zeit im Gespräch zu schenken. In der Freizeit ist Hansjörg ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes tätig. Maria war bis zur Geburt des ersten Kindes als Krankenschwester beschäftigt. Mit Freude und geprägt vom persönlichen Erleben als Kind, widmete sie sich dann hauptberuflich der Familie. Das Wertvolle am Dasein als Mutter und Hausfrau für die Kinder und Ehemann – als Ruhepol- haben wir immer mehr entdeckt und schätzen gelernt. Die Zeit zu Hause schuf die Möglichkeit, ihre Talente und Fähigkeiten für ihre Oma, Verwandte und Bekannte einzusetzen und gemeinsam konnten wir uns als Eheteam bei pfarrlichen Aktivitäten für Ehe und Familie engagieren. Da entdeckten wir besonders, wie wertvoll es ist, sich füreinander Zeit zu nehmen: für Gespräche und Aufrechterhaltung von wichtigen Beziehungen. Nach 22 Jahren teilt sie nun die Familienarbeit mit der beruflichen Arbeit als Krankenschwester in der mobilen Pflege.

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Wir haben uns beim Tanzen kennengelernt und entdeckten gleich die verbindende Freude und den gemeinsamen Schwung! Deshalb freuen wir uns nach wie vor immer über Gelegenheiten zum Tanzen. Das sind dann besondere Eheabende! Unsere zweite Leidenschaft ist das Erleben in der Natur: bei einem gemütlichen Abendspaziergang nach getaner Arbeit oder besonders bei einem „Taborerlebnis“ in unserer


schönen Bergwelt. Ein eindrucksvoller Sonnenaufgang am Berggipfel lässt uns immer wieder staunen! Sehr verbindend ist für uns das gemeinsame Arbeiten am Haus oder im Garten. Dabei ergibt sich oft ein gutes Gespräch und wir arbeiten wieder an unseren gemeinsamen Zielen und Perspektiven. Das gemeinsame Wirken als Referenten - vor allem für Brautpaare lässt uns auch immer das eigene Eheleben in den Blick nehmen: das Wertvolle und Schöne immer neu suchen, unsere unterschiedlichen Gedanken auf einen Nenner bringen und die gemeinsame Vision einer erfüllten Beziehung hochzuhalten und zu leben. Unser Tun ist geprägt vom bereitwilligen Dasein für unsere Mitmenschen – sei es für unsere Kinder, die Großfamilie, Nachbarn oder Freunde – wenn helfende Hände gebraucht werden, packen wir gerne an: Es macht uns Freude, wenn wir damit anderen Gutes tun und Freude bereiten können! Unsere Haustüre ist selten verschlossen und steht im Sommer meist weit offen: die Kinder laufen aus und ein – das ist für uns auch das Zeichen unseres sehr lebendigen, offenen Hauses: Unsere Kinder, Freunde, alte und neue Bekannte sind immer herzlich willkommen! In den täglichen Anforderungen des Alltags tut es einfach gut zu wissen, der andere ist da, unterstützt und stärkt mich: Hansjörg hilft gerne bei der Hausarbeit und Maria bei der Holzarbeit; In den jungen Ehe- und Familienjahren war uns die gemeinsame Zeit mit den Kindern wichtig und mittlerweile schaffen wir uns auch gegenseitig Freiräume, damit jeder Zeit für sich und eigene Interessen hat: ein Saunaabend oder Turnabend lässt uns wieder motiviert in die Familie und in den Alltag gehen. Vor allem Hansjörg sorgt dafür, dass wir uns ab und zu als Paar ein „Ehehighlight“ gönnen. Die Großeltern übernehmen die Kinder, damit wir bei einem Kurzurlaub Zeit für uns haben. Kraft und Motivation tanken wir auch aus dem Glauben und dadurch möchten wir unser Sein und alltägliches Tun gestalten. Wir nehmen gern am pfarrlichen Leben teil und stärken uns im Austausch mit anderen Familien im Freundeskreis und in der Schönstatt Familienbewegung. Die Sehnsucht nach einem geglückten Ehe- und Familienleben bringt auch in unserem Alltag manchmal größere oder kleinere Stolpersteine mit sich: unsere Verschiedenheit in unseren Persönlichkeiten und Denken fordert uns oft heraus. Wenn dann das Gespräch ins Stocken gerät, hilft das geduldige Aushalten um wieder die Atmosphäre für ein Gespräch zu schaffen. Und eine kleine Tat „aus Liebe für dich“ führt uns ebenso zueinander. Jeder von uns hält dann gerne das persönliche Gespräch und Gebet mit Gott. Oft durften wir erleben: er lenkt und gibt die Kraft, um immer neu aufeinander zugehen zu können. In vielen Situationen unseres gemeinsamen Lebensweges erfahren wir im Rückblick, wie sehr uns Gott führt. Unser Hochzeitsevangelium lautete: „Sorgt euch nicht – seht die Vögel am Himmel, sie säen nicht und ernten doch! “Das Vertrauen auf Gott und seine Vorsehung geben uns eine gewisse Gelassenheit im Leben, schenkt uns oft unerwartete Freude und stärkt auch unser Vertrauen zueinander.

„ Wenn dann das Gespräch ins Stocken gerät, hilft das geduldige Aushalten um wieder die Atmosphäre für ein Gespräch zu schaffen.

Das Haus- und Herzensheiligtum haben wir im Laufe der Jahre gerade in herausfordernden Situationen immer mehr als Oase und Kraftquelle entdecken dürfen: die Gottesmutter bitten wir um ihr Wirken, um ihr Muttersein für unsere Familie. Das schenkt uns Ruhe in sorgenvollen Zeiten (z.B.: wenn unseren Jugendlichen Flügel wachsen) und die Gewissheit: mit IHR wird alles gut! Rückblickend können wir sagen: Es lohnt sich und schenkt mehr Freude, wenn wir uns für die unsere Beziehung einsetzen, stets das Miteinander stärken und den Weg zueinander suchen: Wenn mit Wertschätzung und Achtung so manche andere Denk- und Sichtweise des Partners, Erwartungen, verschiedene Charaktere und Prägungen im Miteinander eingebracht werden, kann der Schatz der Ergänzung und Bereicherung im Ehepaar entdeckt werden. Wenn wir dann gemeinsam über unsere Eigenheiten schmunzeln können, ist es einfach schön… ◆ Familie als Berufung 4/2017 

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F AB

Wir laden ein Schönstattzentrum Wien-Kahlenberg Bündnisfeier jeden 18. des Monats im Heiligtum

16.30 - 18.30 Uhr: Anbetung 18.45 Uhr: Hl. Messe 19.30 Uhr: Bündnisfeier Danach Einladung zur Jause

Andacht/Rosenkranzgebet Sonn- und Feiertag um 14.30 Uhr Andacht in der Kapelle Jeden Donnerstag um 15 Uhr Rosenkranz in der Kapelle

Erzdiözese Wien Bündnisfeier in Walterskirchen jeden 18. des Monats bei der Marienfestung oder in der Kirche Winter 18 Uhr, Sommer 19 Uhr

Bündnisfeier in den Häusern Info: Haus Mölzer, Bruderndorf, 02269/26 26 Info: Haus Huber, Mistelbach, 02572/58 78

P. Kentenich Abend „Im Lebensstrom Schönstatts wachsen“

15.03.2018 jeweils 19-21.30 Uhr Ort: Schönstatt am Kahlenberg Es ist keine Anmeldung erforderlich, Beginn im Heiligtum

Mama - Building „Geht es der Mama gut, geht es auch den Kindern gut!“

Sa. 20. Jänner 2018, 9:30-17:00 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Referentin: Mag. Claudia Umschaden, Familientrainerin; Kosten: € 80,Info & Anmeldung: claudia@familientrainerin.com

Begegnungstag der Familienbewegung der ED Wien Ein Tag zum Auftanken und zur Inspiration Sa. 17. Februarer 2018 Ort: Pfarre St. Christoph am Rennbahnweg, 1220 Wien Info & Anmeldung: Fam. Mitter www.schoenstatt.at

Familienoase Ein Nachmittag zum Auftanken und Familien treffen So. 4. März 2018, 14 - 18 Uhr Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info & Anmeldung: Fam. Ursula und Günther Berger, ug.berger@ aon.at

Diözese St. Pölten Bündnisfeier Jeden 18. des Monats in der Kapelle des KH Zwettl, 20 Uhr Info: Fam. Heider, 02826/211 36

Gebetsanliegen

Friedensgebet und Bündnisfeier jeden 18. des Monats, 19.00 Uhr Ort: Haus Frank in Nöchling, Info: Fam. Zeitlinger 07414/7644

Haben Sie persönliche Gebetsanliegen? Senden Sie es per Mail an: gebetsgemeinschaft@ schoenstatt-graz-seckau.at Die Mitglieder unserer Gebetsgemeinschaft bekommen diese kurz vor jedem 18. per Mail zugesandt.

Friedensgebt mit Wanderung im Dunkelsteinerwald Mo. 1.Jänner 2018, 18 Uhr Treffpunkt in Oberwölbling

Familienoase Leibnitz „Die Fish-Philosophie für unsere Familie“ Referenten: Fam. Gamperl

Neujahrsempfang für die neue Familienschwester Sr. Gertrud- Maria Erhard

P. Kentenich Studienabend

Nähere Infos: www.familien.stpoelten.schoenstatt.at, Fam. Hönig. s.u.

So. 14. Jänner 2018, 14:30 Ort: Maria Taferl, Details folgen www.familien.stpoelten.schoenstatt.at

Familien- Vortrag „Gesundheitsmanagement in unserer Beziehung - Vorsorge und Nachsorge“ Fr. 23. März 2018, 19:30 Referenten: Fam. C & G Gruber Ort: Bildungshaus St. Hippolyt St. Pölten Infos: www.familien.stpoelten. schoenstatt.at

monatliche Reihe, immer am 15. des Monats, Fr. 15.12.2017, Mo. 15.01.2018, Do. 15.02.2018, Do.

Diözese GrazSeckau

So. 18. Februar 2018, 11 Uhr Ort: Kapuzinerkirche Leibnitz Beginn 11 Uhr mit Familienmesse danach Mittagessen und Impuls Info & Anmeldung: Markus Rodler 0650/4542194 (SMS & WhatsApp)

monatliche Reihe, immer am 15. des Monats, Fr. 15.12.2017, Mo. 15.01.2018, Do. 15.02.2018, Do. 15.03. 2018 jeweils 18 Uhr Ort: Fam. König, Kapfenberg Info: uschi.koenig@gmx.at

Familienurlaub plus JUFA Veitsch Do. 28. Dezember 2017 - Di. 2. Jänner 2018 Referenten: Fam. Umschaden Ort: JUFA Veitsch/Steiermark Info & Anmeldung: Hertha Schiffl,

Veranstaltungen Erzdiözese Wien

Veranstaltungen Diözese St. Pölten

Veranstaltungen Diözese Graz-Seckau

Veranstaltungen Diözese Linz

Haus Mitter, 02246/34032, fam.mitter@schoenstatt.at

Haus Hönig, 0676/6052631, familie.hoenig@outlook.com

Haus Körbler, 0650/6786100, fam.koerbler@gmail.com

Haus Gumpoldsberger, 0664/3939297, gumpoldsberger@inext.at

www.schoenstatt-graz-seckau.at

www.schoenstatt.dioezese-linz.at

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www.schoenstatt.at

www.familien.stpoelten.schoenstatt.at


Termine F AB

Schönstatt Familienbüro familienbuero@schoenstatt.at 01/3201307-110

Diözese Linz Rosenkranz Jeden Donnerstag um 18 Uhr in der Barbara-Kapelle am Freinberg/Linz Bündnisfeier jeden 18. des Monats in der Barbara-Kapelle am Freinberg/Linz, 19 Uhr Sendungsfeier Kurs Linz 10 der Akademie für Familienpädagogik mit Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer

Mädchen / Junge Frauen

Jugendliche und junge Erwachsene

be cause - Wochenende für Mädchen ab 15 Jahren

Tag für junge, unverheiratete Paare ab 20 Jahren, die ihre Beziehung stärken wollen

16./17. Dezember 2017 Ort: Schönstatt am Kahlenberg info: www.schoenstattmjf.at

Exerzitien für junge Frauen ab 18 Jahren 2. - 4. Februar 2018 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info: www.schoenstattmjf.at

Faschingswochenende für Mädchen zwischen 10 - 14 Jahren Ort: Jugendgästehaus Stift Göttweig Info: www.schoenstattmjf.at

So. 21. Jänner 2018, 14 Uhr Ort: Pfarre St. Paul in Linz, Pichling Info: Fam. Lemme, 069914087123 fam.lemme@gmail.com 0699/1408 7123

Sa. 3. März 2018 Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info: www.schoenstattmjf.at

Anbetungsabende für Jugendliche ab 15 Jahren

jeder 2. Freitag im Monat, jeweils 19-21 Uhr Ort: Schönstatt am Kahlenberg Kontakt: anita.ebenauer@gmx.at; michael.furtlehner@gmx.net

Stammtisch für junge Erwachsene ab 18J.

immer am 10. des Monats, 19.00; in einem Wiener Lokal Kontakt: Raphaela Hafellner, r.hafellner@hotmail.com

Junge Ehepaare

Diözese Feldkirch

Ehe-Brunch

besonderer Treffpunkt für junge Ehepaare Ort: Schönstatt/Kahlenberg Termine auf der Seite:

Bündnisfeier jeweils Samstag nach dem 18. des Monats Ort: Haus Nagel, 6900 Bregenz, Schnabelgässle 1a, Zeit: 19:30 Uhr Info: Fam. Nagel, 0650/2102142 karlheinz.nagel@gnv.at

www.ehe-brunch.at

Veranstaltungen Diözese Innsbruck

Veranstaltungen Diözese Feldkirch

Veranstaltungen Erzdiözese Salzburg

Veranstaltungen Diözese Eisenstadt

Haus Grüner, 0676/88400 4134, oskar_erna_gruener@ yahoo.de

Haus Nagel, 05574/70 050, ingrid.nagel@gmx.at

Haus Rettenwender 06457/33 541, rettenwender.family@sbg.at

Haus Federer 02682/20 764, familie.federer@kabelplus.at Familie als Berufung 4/2017 

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Shop F AB

Für das Leben in unserem Haus:

familyshop.schoenstatt.at Mit Ihrem Einkauf im Schönstatt Familyshop unterstützen Sie den Familienfonds. Dieser Fonds setzt ein Zeichen der Verbundenheit mit kinderreichen Familien. Für Familientagungen gibt es die Möglichkeit, um Förderung der Kosten ab dem dritten Kind aus dem Spendentopf des Familienfonds anzusuchen.

Gemeinsam stärker!

€ 8,-

Das Eheteam Gesprächsbuch

Als Ehepaar heilig werden Das Wachstumsprinzip

96 Seiten, ISBN 3-85028-350-X

€ 5,-

Pater Tilmann Beller €15,-

Ingeborg und Richard Sickinger Edition Himmelwärts, 2014, 220 Seiten, ISBN: 978-3-200-03899-8 Gb

PODCASTS zum Nachhören auf CD

€ 7,-

Virtuelles Heiligtum - Power your life! Podcasts mit den Themen:

Impulse für Familien auf CD

€ 7,-

Zum Nachhören und Nachspüren: u.a. zu:

„Ideal & Wirklichkeit“ Pater T. Beller „Work - Life Balance“ Pater T. Beller „Pubertät“ Pater E. Busse „Das wünsch ich mir von Dir“ Pfarrer Dr. B. Mucha

Sr. M. Gertraud Evanzin: „Mann und Frau - wir sind einfach anders, faszinierend“ Gabi & Martin Kräftner: „...damit unser Feuer brennt“ Pater Felix Strässle: „Konflikt & Versöhnung“

Der Krug

€ 15,-

Im Hausheiligtum können wir unsere Freuden und Sorgen für andere fruchtbar machen - so wird unser Haus zur Gnadenquelle! Höhe: 15cm; mit Text oder Abbildung Gnadenquelle

Hertha Schiffl Schönstatt Familienbüro / Familyshop Öffnungszeiten in den Schulzeiten jeweils Di. und Do. von 9:30 bis 13:30 Uhr geöffnet.

Mutter unserer Häuser

€ 21,-

Die „bewegliche Außenstelle“ unseres Hausheiligtums - damit Bekannte oder Nachbarn die Kraft unseres Hausheiligtums erfahren können. per E-Mail oder Fax: Schönstatt Familyshop familienbuero@schoenstatt.at Fax: 01/320 13 07 - 111

per Post: Schönstatt Familyshop Schönstatt am Kahlenberg 1190 Wien

Wenn sie eine Nachricht auf Band hinterlassen, rufe ich sie gerne zurück. Impressum: Familie als Berufung

XXXIII. Jahrgang, 4/2017, Winter ISSN: 1682-3133 Erscheint 4x jährlich. Bezug kostenlos, bitte um ­freiwillige Spenden zur Deckung der Druckkosten. Richtpreise 2017: Jahresabo Österreich € 13, Jahresabo EU € 18, Jahresabo Schweiz SFr 23, Jahresabo Übersee € 30 Konto Österreich + EU (außer Schweiz): Konto Nr. 286 504 613 00, BLZ: 20111, ERSTE, IBAN: AT502011128650461300, BIC: GIBAATWW Konto Schweiz: IBAN: CH2709000000855876735, BIC: POFICHBEXXX 44  Familie als Berufung 4/2017

Medieninhaber & Verleger: FAB-Verein Herausgeber: Ingeborg und Richard Sickinger Chefredaktion: Elisabeth und Stefan Haslinger Inspiratorische Kräfte: IRS, HMS, SMM, PJK, MTA Layout: Elisabeth und Stefan Haslinger Alle: Schönstatt am Kahlenberg, 1190 Wien E-Mail: familie.als.berufung@schoenstatt.at Homepage: www.familiealsberufung.at Redaktionsteam für 2017/18: Fam. Haslinger, ­Fam. Kollmann, Fam. Lilek, Fam. Rehor, Fam. Umschaden, Fam. Zöhrer, S. Keznickl Arbeitsmaterial: Fam. Braun, J. Riedenauer, Sr. Gertrud-Maria Erhard;

Vertrieb und Bestellungen: Fam. Fellhofer, Klivieng. 82/22, 1220 Wien, Tel: 01/282 71 57, E-Mail: fellhofer@schoenstatt.at

Illustrationen: Wolfgang Krisai Fotos: F. Mayer, H&M. Rettenwender, S. Mitter, G. Köberl, E. Haslinger., Archiv Cover-Foto: E.S.H. Korrektur: S. Höfer, V. Steurer, S. Mitter

Sie gilt als weltweite Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche.

Versand: Fam. Fellhofer Druck: PrintOn, Johann Seiberl, www.print-on.at Nachdruck & Publikation: Nach Rücksprache mit der Chefredaktion und mit Quellenangabe möglich. Schönstatt ist eine Erzieher- und Erziehungsgemeinschaft.


Gegenseitige Anregungen für das Leben in unserem Haus:

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Familie als Berufung ist eine Zeitschrift von Familien für Familien, Mütter und Väter. Sie berichtet von geglücktem Leben und will andere anstecken, miteinander weiter zu wachsen - als Paar und mit den Kindern. Wir freuen uns, wenn Ihnen die FAB gefällt und wenn Sie sie auch an andere Familien, Mütter und Väter weitergeben. Herzlichen Dank! Familie als Berufung 4/2017 

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Termine F AB

Ehe-Upgrade ...wir bleiben dran!

Ehe-Brunch Es ist der besondere Treffpunkt für junge Ehepaare: Der Schönstatt Ehe-Brunch. Als Paar ist es wichtig, über wesentliche Themen gemeinsam ins Gespräch zu kommen − am besten in einer schönen Atmosphäre. Dazu bietet der Schönstatt Ehe-Brunch regelmäßig Impulse und Themen zu den ersten Ehejahren − damit man als Paar unterwegs bleibt und als junge Familie wachsen kann − ein Leben lang! ◆

Spezialangebote

Die kommenden Themen

Mi. 31. Jänner 2018

Sa. 13. Jänner 2018 - Ehe- Brunch:

Candle-Light Dinner

Do. 31.Mai bis Mo. 3.Juni 2018 Next Level 2018 Fronleichnam

Sa. 28. Juli bis Fr. 3. August 2018 Next Level Familienurlaub

Unerwartete Veränderungen - wie gehen wir mit Planänderungen um und wie können wir aus dem Vorsehungsglauben leben?

Sa. 3. März 2018 - Ehe- Brunch:

Die Bedeutung des Ehesakraments

Sa. 14. April 2018 - Ehe- Brunch:

Auch glückliche Paare streiten - Unser Weg Versöhnung zu feiern

Sa. 5. Mai 2018 - Ehe- Brunch mit Wanderung: Hilfe - wir haben einen Konflikt in unserer Ehe

Sa. 23. Juni 2018 - Ehebrunch:

Entscheidungen als Paar treffen

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www.ehe-brunch.at


Der beste Start

Der Erfolg: 1.000 Paare waren schon dabei!

in unsere Ehe

Termine und Orte:

Wann wollen wir es wagen? Wien

Steiermark

Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Freitag, 26. Jänner 2018, 19 Uhr Ort: Schönstatt am Kahlenberg Info: Fam. Tod; 0676 / 5754100 familienbuero@schoenstatt.at

Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Freitag, 12. Jänner 2018, 19-22 Uhr Ort: Haus Lang, Rebenweg 6-8 8054 Seiersberg; Info: Fam. Lang 0664 / 7301 6235 hermann.lang@aon.at

Beginn Kurs 2/2018, 27. April Beginn Kurs 3/2018, 14. September

Oberösterreich Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Sonntag, 11. Februar 2018, 18:30-21:30 Ort: Michaelszentrum Pfarre Leonding Info: Fam. Neubauer; 0732 / 67 71 74 neubauer@indmath.uni-linz.ac.at

Salzburg Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Freitag, 9. März 2018, 19-21:30 Uhr Ort: Pfarrheim Mattsee, Seestraße 3, 5163 Mattsee; Info: Fam. Mödlhammer 0664 / 2409713 fam.moedlhammer@aon.at

Tirol Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Freitag, 23. Februar 2018, 19-22 Uhr Ort: Stift Wilten, 6020 Innsbruck Info: Fam. Mathies; 0699 / 1826 7828 m.mathies@tsn.at

Beginn Kurs 2/2018, 1. Abend Mittwoch, 17. Jänner 2018, 19-22 Uhr Ort: Pfarre Leutschach Wo: Kindergarten/Turnsaal 8463 Leutschach an der Weinstraß Info: Fam. Körbler; 0650 / 67 86 100 ernstkoerbler@gmx.at Beginn Kurs 3/2018, 1. Abend Freitag, 9. Februar 2018, 19 Uhr Ort: Kapfenberg, Haus Lilek 8605 Kapfenberg, Josef-Stanekgasse 8 Info: Fam. Lilek 0676 / 694 48 40 familie.lilek@gmail.com

6 Abende 6 Themen 1 Leben lang 6700 Bludenz, St. Peterstr. 45 Info: Fam. Dobler; 0664 / 73788 527 dobler.hubert@gmail.com

Niederösterreich NÖ Stift Seitenstetten Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Sonntag, 21. Jänner 2018, 18:00-21:00 Ort: Stift Seitenstetten; Info: Fam. Zeitlinger; 0664 / 73878237 familie.zeitlinger@gmx.net NÖ Kritzendorf Beginn Kurs 2/2018, 1. Abend Sonntag, 28. Jänner 2018, 17-20 Uhr NÖ Stift Göttweig Beginn Kurs 3/2018, 1. Abend Freitag, 16. Februar 2018, 19-22 Uhr NÖ Stift Zwettl Beginn Kurs 3/2018, 1. Abend Freitag, 23. Februar 2018, 19-22 Uhr

Vorarlberg Beginn Kurs 1/2018, 1. Abend Freitag, 12. Jänner 2018, 19:30-22:30 Ort: Haus Nagel, Schabelgässle 6900 Bregenz; Info: Fam. Nagel 0650 / 210 21 42 fam-nagel@gmx.at Beginn Kurs 2/2018, 1. Abend Freitag, 16. Februar 2018, 19:30-22:30 Ort: Kloster St. Peter

www.traut-euch.at

Familie als Berufung 4/2017  Für Fragen und Anliegen stehen wir Euch

gerne zur Verfügung! Eva & Otmar Tod

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vo n F a m i l i e n , fü r F a m i l i e n 4/2017

Unsere Wachstumsmomente

Familie als Berufung Die Zeitschrift für Paare, die zusammenbleiben wollen! Mutmachende Erfahrungen von Ehepaaren,

Ich will das haben!

die mit Begeisterung Familie leben. Tipps und Know-how, wie man Glaube und Leben erfolgreich miteinander verbinden kann.

Ein Netzwerk von gleichgesinnten Familien als Stärkung für den eigenen Weg. A t m o sp h ä r e P r ä g e n

Dieses Exemplar von Familie als Berufung wurde von folgender Familie aufgelegt:

P.b.b. Erscheinungsort Wien • Verlagspostamt 1190 Wien 02Z031822S Unser Weihnachten

Fab 201704  
Fab 201704  

Die Familienzeitschrift Familie als Berufung Ausgabe 4/2017

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