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Mit CD

TEIL 2: Photoshop-Einstieg in 24 stunden Sonderheft

Ausgabe

3 / 2013

Tolle Leseraktion zum Wacom Cintiq  13HD

Wir machen Sie zum Photoshop-Profi!

gratis AUF

C D

250 MB Material

Zu den Workshops in diesem Heft

100 Foto-Texturen

Fettes Paket mit hochauflösenden Strukturaufnahmen

139 Aktionen für Photoshop

Coole Effekte & Looks per Mausklick – ganz einfach!

Urlaubskarten selbst  gestalten

Tricks

der  Profis

(D)  Einmaliger Bundle-Preis

Die geheimen

Österreich € 11,80 Schweiz CHF 21,00 Luxemburg € 12,80 ISSN 2192-2594

räts Kinderpor t timieren perfekt op

Mai – August

Genial, schnell & einfach

11,80 €

Farben richtig korrigieren

Soo !  Gelingen eindrucksvolle Bilder

Überraschen Sie Ihre Lieben

Perfekte Haut: Super-Retusche So macht's der Fashion-Profi

Sind die total verrückt? Irrer Photoshop-Effekt

Technik leicht erklärt: Fantasy-Mattepainting

Für Fortgeschrittene: Formgitter beherrschen


Das Standardwerk, zum Lernen und Nachschlagen 1.200 Seiten in Farbe, mit DVD, 49,90 € ISBN 978-3-8362-1883-2

Photoshop CS6 von A bis Z Das umfassende Handbuch: Bewährt, praxisnah und randvoll mit Informationen finden Sie hier immer, was Sie brauchen. Durchdacht und klar strukturiert ermöglicht Ihnen dieses Buch einen umfassenden Einblick in Photoshop CS6 und Photoshop CS6 Extended. In zahlreichen Praxisbeispielen können Sie alle wichtigen Funktionen Schritt für Schritt nachvollziehen. Alles zu Photoshop CS6:

» www.GalileoDesign.de

Know-how für Kreative.


CD #25

GRATIS

FotoBIBEL im DigitalPHOTO-Kiosk

So starten Sie die Heft-CD 1. Legen Sie die CD in das Laufwerk Ihres PCs oder Macs. 2. Öffnen Sie das entsprechende Verzeichnis im Explorer bzw. Finder. 3. Klicken Sie auf „Start.html“, um die Oberfläche zu starten.

Sichern Sie sich die FotoBIBEL

Jeder DigitalPHOTO Photoshop liegt eine Heft-CD mit vielen wert­vollen Extras bei. Ausgabe für Ausgabe finden Sie hierauf exklusive Videos, SoftwareErgänzungen für Photoshopper wie Plug-ins oder

Pinsel und alle Ausgangsdateien zum Mitmachen der Workshops. Fehlt sie in Ihrer Ausgabe? Dann schicken Sie eine formlose E-Mail mit Ihrer Adresse an: photoshop@digitalphoto.de.

PHotoshop-Aktionen

Foto-Texturen

workshops

Vintage-Look: 139 Photoshop-Aktionen für angesagte Retro-Effekte warten darauf, entdeckt zu werden. Einfach laden und abspielen!

Fundgrube: Die 100 hochaufgelösten Strukturfotos aus dem Texturen-Paket können Sie nach Belieben für Ihre eigenen kreativen Projekte einsetzen.

Zum Mitmachen: In den Workshop-Paketen finden Sie die Ausgangsbilder, Downloadlinks und weiteres Material zu den Schritt-Anleitungen im Heft.

GRATIS im Wert von 6,99 Euro!

Mit der neuen Kiosk-App haben Sie bequemen Zugriff auf geballtes Fachwissen rund um das Thema Fotografie und Bildbearbeitung im PDF-Format.

Jetzt kostenlos registrieren und die FotoBIBEL gratis downloaden! www.digitalphoto.de/kiosk


CD #25

Diesen Monat auf Ihrer Heft-CD

Kreativ: Die aktuelle Heft-CD

Spezial: 139 Photoshop-AKtionen für Retro-Effekte

Inspiration pur bieten die Materialien auf der neuen Heft-CD: Auf Sie warten 100 Texturen für Ihre eigenen Photoshop-Projekte, knapp 140 Aktionen für Bildeffekte im Retro-Look, das Begleitmaterial zu den Workshops im Heft sowie ein Trainingsvideo von Pavel Kaplun zum Thema „Schlechtwetterfotos retten“ und Einblicke in das Making-of der Werke von Photoshop-Profi Adrian Sommeling.

Kreatives Arbeiten in Photoshop wird durch passende Aktionen nicht nur komfortabler und schneller, die gespeicherten Einstellungen der Künstler inspirieren auch zu neuen Wegen und Ergebnissen. Profitieren Sie vom Know-how unserer PhotoshopProfis! Bei 139 verschiedenen Aktionen in neun Sets dürfte auch für Sie manches Schmankerl dabei sein: Neben coolen Polaroid-Effekten (die Ihnen auch im Projekt ab Seite 44 helfen) warten verschiedenste Fotofilter auf Sie. Die Aktionen sind für Mac und Windows geeignet, Photoshop ab CS4 sollte es aber schon sein, damit Sie das gesamte Potenzial dieser Sammlung nutzen können. Was Sie im Detail erwartet und wie Sie die Aktionen nutzen, erfahren Sie im Kurzworkshop rechts.

Photoshop-Aktionen 139 Retro-Effekte, per Mausklick anwendbar Mit den Aktionen unserer Photoshop-Profis zaubern Sie im Handumdrehen neue Looks auf Ihre Bilder! (Win/Mac) Foto-Texturen 100 Strukturfotos Hochaufgelöstes Bildmaterial zum kreativen Arbeiten mit Ebenen in Photoshop. Videos Pavel Kaplun Der Photoshop-Profi zeigt, wie Sie in Ihre Bilder „die Sonne reinlassen“, auch wenn das Shooting eher an einem Regentag stattgefunden hat. Adrian Sommeling* Passend zum Interview im Heft sehen Sie hier in vier Videos, wie einige der Kompositionen des Photoshop-Künstlers entstanden sind. Workshop-Material Leicht gemacht + Tolle Kinderporträts (S. 36) + Erste Schritte, Teil 2 (S. 44)* + Regenbilder retten (S. 56) + Architekturfotos (S. 58) + Urlaubskarte (S. 60) + Hautretusche: Eva (S. 62) Kreativ + Witzige Porträts (S. 68) + Vintage-Look (S. 74)* + Steampunk (S. 78) + Action-Filmplakat (S. 84)

*Internetverbindung zum Betrachten oder Herunterladen der Daten erforderlich.

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Workshops: Begleitmaterial

SPEZIAL: 100 Foto-Texturen für Kreative Projekte Fotomaterial

auf der Heft-CD Unser Schwerpunkt liegt auf den Mitmach-Projekten für unsere Leser. Die notwendigen Ausgangsdateien für die Workshops finden Sie auf der Heft-CD. In dieser Ausgabe sind dies die Begleitdaten zu zehn kreativen Projekten. Navigieren Sie einfach über die CD-Oberfläche zu den jeweiligen ZipOrdnern, und laden Sie die Pakete auf Ihren Rechner.

VIDEOS: Urlaubsfotos optimieren & Making-of Gegen trübe Regenbilder hat Photoshop-Profi Pavel Kaplun das richtige Mittel parat. Im Video erfahren Sie, wie Sie in Camera RAW in jedes Bild die Sonne hineinzaubern können. Außerdem dieses Mal mit auf der Heft-CD: Making-of-Videos* zu den Werken von Fotokünstler Adrian Sommeling.

Hochaufgelöst und mit spannender Struktur: Photoshop-Redakteurin Wibke Pfeiffer hat sich für Sie auf die Jagd nach tollen Texturen gemacht und die 100 besten für die aktuelle Heft-CD ausgewählt. Sie dürfen die Bilder natürlich ohne Einschränkungen für Ihre eigenen Projekte nutzen. Legen Sie gleich los. Die Daten liegen als Zipkomprimierter Ordner vor, den Sie lediglich entpacken müssen.


Highlights Heft-Cd

Die Aktionen-sets auf dieser CD

139 PHOTOSHOP-AKTIONEN

Die rund 140 Aktionen sind in insgesamt neun verschiedenen Sets unterteilt. Hier sehen Sie im Überblick, welche Retro-Effekte Sie in den einzelnen Paketen erwarten.

für angesagte Retro-Effekte

Mit den Aktionen-Sets auf der CD drehen Sie kinderleicht am Rad der Zeit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Dateien einsetzen, um Ihren Fotos mit wenigen Klicks den gewünschten Look zu verleihen. Der Weg zum Ziel kann in Photoshop teils richtig viel Zeit in Anspruch nehmen. Schön, wenn man hier und da von der Arbeit anderer profitieren kann und einfach nur noch auf „Abspielen“ klicken muss, damit sich der gewünschte Effekt auf das Bild legt. Mit den Photoshop-Aktionen dieser Ausgabe versetzen Sie Ihre Fotos im Handumdrehen um mehrere Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Im Set „Polaroid Generator“ haben Sie zum Beispiel die Wahl zwischen 26 verschiedenen Filmtypen, um aus einem normalen Digitalfoto ein Polaroid-Motiv zu erstellen. Auch in den weiteren acht Aktionen-Sets auf der Heft-CD lohnt es sich, auf Entdeckungsreise zu gehen. Falls Sie bislang noch nicht mit Aktionen gearbeitet haben, erläutern wir Ihnen die Vorgehensweise hier in drei Schritten.

4 tolle RetroAktionen von „Cherish Romance“ auf DeviantArt.

50 Postwork-Aktionen von Mauricio Estrella („Manicho“ auf DeviantArt).

Aktionen in Photoshop Laden

5 Retro-Schwarzweiß-Effekte von Wibke Pfeiffer (Redaktion).

10 Effekte von Mosaik bis ComicDruck von Wibke. Pfeiffer (Redaktion).

Entpacken Sie zunächst das Zip-Archiv von der Heft-CD. Hier finden Sie dann alle neun AktionenSets. Die gewünschte Aktion selbst laden Sie einfach per Doppelklick auf die ATN-Datei in Photoshop. Alternativ geht dies auch über die Aktionen-Palette, das Ausklappmenü und Aktionen laden. Wichtig: Einige Autoren haben den Aktionen eine Anleitung beigelegt, die Sie vorher lesen sollten, damit die Aktion erfolgreich durchgeführt werden kann.

10 Effekte wie aus der alten Filmkamera von Wibke Pfeiffer (Redaktion).

6 schicke Kolorierungs-Aktionen von „Elestrial“ auf DeviantArt.

14 Mal „von der Sonne geküsst“: Aktionen von „Elestrial“ auf DeviantArt.

14 Filmeffekte, die an die Kindheit erinnern, von Max Jaenicke („rawimage“).

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Abspiel-Button in der Palette

Aus den Sets lernen

Das neu geladene Aktionen-Set öffnet sich im Anschluss direkt im Aktionen-Bedienfeld von Photoshop. Alle Sets auf dieser CD enthalten gleich mehrere Aktionen. Öffnen Sie ein Foto, das Sie bearbeiten wollen, wählen Sie eine Aktion an, und klicken Sie auf den Start-Button (Play) am unteren Paletten-Rand.

Sie möchten wissen, welche Einzelschritte hinter einer Aktion stecken? Klicken Sie einfach auf das Dreieck vor dem Eintrag, dann klappt die Liste mit den gespeicherten Befehlen auf. Und das können sehr viele sein: Die Aktion für ein Polaroid-Bild im Stil „Type600 vivid“ umfasst allein 100 Einzelschritte! 

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Bitte beachten Sie, dass die DigitalPHOTO-Photoshop-Redaktion für etwaige Software auf der Heft-CD keinen Support leisten kann. Bei Fragen zur Installation oder zur Funktionsweise wenden Sie sich bitte direkt an den jeweiligen Hersteller.

26 Polaroid-Aktionen, inkl. Farbstimmung und klassischem Rahmen, von „rawimage“.

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2 AUSGABEN

TECHNIK

Aktionscode:

PS13N03

GRATIS TESTEN!

Bestellen unter: www.digitalphoto.de/pstest oder Telefon: (02225) 7085 331 4

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Kontakt zur Redaktion Tel. +49 (0) 221 7161 08-0 redaktion@digitalphoto.de

editorial Foto: Christian Gerth

Kontakt zum Abo-Service Tel. +49 (0) 2225 7085-331 abo@digitalphoto.de

Photoshop-Künstler dieser Ausgabe! Gabor Richter Der gelernte Mediengestalter verknüpft für seine fantasievollen Werke wie das Action-Filmplakat „The Warrior“ Kenntnisse aus dem Design-Bereich mit fundiertem fotografischem Wissen und natürlich mit den passenden Photoshop-Effekten. www.gaborrichter.de

Sonja Dirscherl Als Fotografin, Make-upArtist und Grafikdesignerin liefert Sonja Dirscherl das Komplett-Paket für ein Beauty-Shooting wie in „All about Eve“ aus einer Hand. Zu ihren Kunden zählen u. a. große Model-Agenturen, RTL und Pro7, Comedians, Sänger und Playmates. www.mia-royal.com Ancestral Temples, 2013. Christian Gerth, Pavel Kaplun, Matthias Schwaighofer und Uli Staiger verraten Ihnen im großen Titel-Spezial „Die geheimen Tricks der Profi-Bildbearbeiter“, wie geniale Composings gelingen.

Photoshop-Wissen im DOPPELPACK Dieses Jahr leiten wir den Sommer mit einem Paukenschlag ein! Mit dieser Ausgabe der Digital-PHOTO Photoshop er­hal­ ten Sie sagenhafte 228 Seiten extra, in Form unserer beliebten PhotoshopBIBEL 2012 – die perfekte Ergänzung für alle, die aktuell unserer Basiswissen-Serie „Erste Schritte in Photoshop“ folgen, aber auch ein tolles Nachschlagewerke für jene, die schon sehr viel über Photoshop wissen und die besten Tipps rund um die Bildoptimierung und Montagen noch einmal nachlesen wollen. Kurzum: So viel lehrreiches Photoshop-Wissen gab es noch nie auf einen Schlag! Mit dem Sommer kommt auch wieder die Zeit, in der wir draußen Ausgangsbilder für neue Photoshop-Montagen, schicke Porträts und Digitalkunstwerke aller Art sammeln können. Die passenden Tipps und Ideen zur anschließenden Umsetzung Ihrer eigenen

kreativen Projekte finden Sie wie immer in den Workshops und Interviews der aktuellen Ausgabe – sowie im großen Titelspezial: Ab Seite 26 geben Ihnen die Profis Christian Gerth, Pavel Kaplun, Matthias Schwaighofer und Uli Staiger praktische Tipps zu ihren Werken, mit denen auch Ihnen tolle Composings gelingen werden. Passend zu unserem Cover-Workshop im „Vintage-Look“ (ab Seite 68) haben wir auf der Heft-CD außerdem 139 PhotoshopAktionen für coole Retro-Effekte sowie 100 hochauflösende Fototexturen für Sie zusammengestellt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Mitmachen! Wibke Pfeiffer

> Tel. +49 (0) 221 7161 08-0 > E-Mail wp@digitalphoto.de

Kevin May Der Junior Art Director studiert an der Uni Ravensburg Mediendesign im Dualen System. Anhand seines Werkes „Steampunk“ zeigt er Ihnen, wie mit Hilfe des FormgitterWerkzeugs eine retro-futuristisches FantasyMontage entsteht. www.behance.net/maykevin

Unsere besten kreativprojekte in einem Heft

>>> 228 Seiten Profi-Wissen Das Sonderheft „Photoshop – Die besten Kreativ-Projekte“ ist ab 5. Juni erhältlich im Handel und über www.falkemedia-shop.de

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Inhalt Aktuelles Showroom ............................................................ 10 Die besten Photoshop-Bilder: Lassen Sie sich von den Arbeiten internationaler Künstler inspirieren News ....................................................................... 18 Das neue Photoshop (Version 14).............. 18 Lightroom 5 Public Beta ................................. 20 Wacom Leser-Aktion ......................................... 21 Kameras, Hard- und Software ..................... 22 Photoshop-Trainings und Literatur ............. 23

Rubriken Highlights der Heft-CD ..................................... 3 Editorial ................................................................... 7 Leserbriefe ....................................................... 112 Impressum, Vorschau ................................. 113 5 Fragen an Alexander Jansson ............. 114 Meister der Mixed-Media-Technik

Toolbox Monitor-Beratung ......................................... 100 Das muss Ihr Bildschirm können:Alle wichtigen Kaufkriterien und aktuellen Technik-Standards im Überblick Endlich echte Farben .................................. 104 Farbmanagement: So erleben Sie keine bösen Überraschungen bei Dienstleister-Drucken TEST: Lightroom 5 Beta ............................ 108 Wir zeigen, welche neuen und verbesserten

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Funktionen in der Public Beta stecken

mit photoshop zum VintAge-look So lassen Sie Ihre Fotomotive wirken, als seien sie einem Magazin der 50er-Jahre entsprungen.

TEST: Wacom Cintiq 13HD ...................... 110 Das neue, schicke und kompakte Grafiktablett von Wacom mit HD-LED-Display als Zeichenfläche im Praxistest

Interview Adrian Sommeling ........................................... 90 Im Gespräch verrät der niederländische Grafikdesigner, wie er seine Collagen aus zig Einzelbildern zusammenbaut und wer sein Lieblings-Fotomodell ist.

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Ihr Foto als Postkarte So passen Sie Ihre Fotos noch im Urlaub an und verschicken sie als Postkarten.

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Lightroom 5 Beta Welche neuen Funktionen warten auf Sie in der Public-Beta-Version?


3 /2013 Leicht Gemacht Die geheimen Tricks der Profis ................. 26 Werden Sie zum Composing-Experten: Mit den Tipps von Christian Gerth, Pavel Kaplun,

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witziger effekt Seh ich doppelt?

Matthias Schwaighofer und Uli Staiger Tolle Kinderporträts ........................................ 36 So peppen Sie mit Photoshop und Camera

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Wacom Cintiq HD13 im test

RAW die Aufnahmen Ihrer Kleinen auf

Was steckt im neuen Wacom-Grafiktablett der kompakten Luxusklasse?

Der einfache Einstieg für alle, die

Erste Schritte in Photoshop .................... 44 Photoshop neu kennenlernen TEIL 2 Wertvolle Tipps zum Auswählen und Transformieren sowie zu Filtern, Füllmethoden und Effekten Perfekte Farbkorrektur ................................. 54 So bringen Sie Ihre RAW-Aufnahmen in

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Steampunk

Fantasy-Composing

Lightroom und Camera RAW schnell per Regler zum Strahlen Digitaler Sonnenschein .............................. 56 So verwandeln Sie graue, langweilige Landschaftsfotos in echte Hingucker Architekturfotos optimieren ................... 58 Ziehen Sie in wenigen Schritten verzerrte Gebäude gerade, und stempeln Sie Störendes im Bild einfach weg Ihr Foto als Postkarte ................................. 60 Ganz individuell: So passen Sie Ihre Fotos noch im Urlaub einfach an und verschicken sie schnell als originelle Postkarten All about Eve ..................................................... 62 Profi-Retusche von Kopf bis Fuß: Vom Shooting bis zum finalen High-Class-Porträt

Kreativ Cover-Workshop: Vintage-Look ................... 68 Retro ist wieder in: Lassen Sie Ihre Motive so wirken, als seien sie einem Magazin der 50er-Jahre entsprungen Dirk Metzmacher: Seh ich doppelt? ..... 72 Optische Täuschung: So kreieren Sie witzige Collagen aus einfachen Porträts Kevin May: Steampunk ............................... 78 Fantasy-Composing: So entsteht ein retrofuturistisches Werk mit Photoshop

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profi-interview

Gabor Richter: The Warrior ...................... 84 Und Action! So gestalten Sie Ihr eigenes Kinoplakat mit Special Effects à la Hollywood

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Showroom: Die besten Photoshopwerke von Lesern und Profis

Starke Bilder

mit Botschaft

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photoshop showroom

Die Idee: Ben hatte die Bildidee für sein Werk „Bonnie and Clyde“ schon lange im Kopf. Da kam die Einladung, mit seinen nicht-kommerziellen Photoshop-Arbeiten am Bildband „Blickfang 2012 – Deutschlands beste Fotografen“ mitzuwirken, als letzter Motivationsschub gerade recht. Die Umsetzung: Zuerst galt es, die Utensilien zu besorgen: zwei Elstern-Präparate und geliehenes Silberbesteck und Schmuck im Wert von 75.000 Euro. Das vier Kilo-

ben isselstein

gramm wiegende Nest fotografierte Ben im Studio, der Gras-Hintergrund sowie knapp 60 Fotos von Magnolienblüten und -ästen kamen in Photoshop hinzu, wo zum Schluss auch die Farben und Kontraste aller Elemente aneinander angepasst wurden. Zur Person: Seit 1986 ist Ben als Profi-Werbefotograf tätig. Seit über 20 Jahren kombiniert er Fotografie und Photoshop erfolgreich für seine Aufträge.

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Foto und Bildbearbeitung: Ben Isselstein, www.benisselstein.de; Styling: Kirsten Benoufa/Ligawest

bonnie and clyde in beverly hills die schmuckdiebe

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Fotos und Bildbearbeitung: Harris Rinaldi; Kamerakind GbR, www.kamerakind.net; Pascal Meier

cheap flight nach hause fliegen harris Die Idee: Leider arbeitet Harris weit weg von seiner Familie in Indonesien. Aufgrund der teueren Flugtickets besucht er sie nur rinaldi selten und träumt von billigen Flugmöglichkeiten. Die Umsetzung: Aus Zeitungspapier baute Harris die Flugzeuge und fügte in Photoshop die Treppentüren und Menschen hinzu. Alle Elemente fotografierte er selbst. Für die Schatten transformierte er Auswahlen der Objekte, die er weichzeichnete und mit dunkler Farbe füllte. Zur Person: Harris ist Hobby-Photoshopper und liebt es, seine Gefühle per digitaler Fotografie und Bildbearbeitung in surrealen Bildern ausdrücken zu können.

das trio kamerakind

TwoFace doppeldeutig Die Idee: Das Projekt „Twoface“ startete für die drei Fotografen von „Kamerakind“ (noch vor unserem Workshop in Ausgabe 2/2013) als Machbarkeitsstudie: Ist es möglich, ein Bild so symmetrisch auszuleuchten und biometrisch zu fotografieren, dass sich zum Schluss die Frontalansicht mit der Seitenansicht kombinieren lässt? Ja, ist es! Die Umsetzung: Fotografieren einer ganzen Aufnahmeserie, Beauty-Retu-

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Für eine s.g. Vexier-Collage brauchen Sie eine Frontal- und eine Profilaufnahme. sche und Montage der Frontal- und Profilaufnahme in Photoshop mittels Ebenenmasken. Für die Haare im Schnittbereich wurden zusätzlich fotografierte Strähnen eingefügt. Zur Person: Hinter dem Firmennamen Kamerakind steckt das Trio Sabine Berger, Ingo Tauber und Stefan Kohler, die im Bereich Film und Foto, Haare und Schminke sowie Verleih gemeinsam in ihrem Studio arbeiten.


photoshop showroom

pascal meier

captain hangover lustige selbstporträts Die Idee: Inspiriert von Profi-Künstlern wie Matthias Schwaighofer und Gabor Richter setzt sich Pascal selbst amüsant in Szene. Die Umsetzung: Auf 23 Ebenen gebaut: RAWEntwicklung, störende Elemente entfernt, Kopf, Haken und Hand vergrößert, Gesicht verflüssigt, Dodge & Burn, Farben und Kontrast angepasst, leichte Vignette hinter der Person erstellt. Zur Person: Pascal fotografiert leidenschaftlich seit einigen Jahren, erst seit neun Monaten bringt er sich auch Photoshop selber bei.

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Showroom Photoshop

esther wiegand

pflanzenfresserin message hinterlassen

Foto und Bildbearbeitung: Esther Wiegand, http://fotoarten.de

Die Idee: Angeregt durch die Fleischskandale in den Medien kam Esther auf die Idee für diese provokante Vegetarier-Darstellung. Die Umsetzung: Esther fotografierte das Model mit einem Ringlicht-Blitz, in Photoshop folgte die Beauty-Retusche, das Abdunkeln des Hintergrundes, Nachbelichten der Haare und Anpassen der Farben und Tonwerte. Zur Person: Esther fotografiert seit ihrem 16. Lebensjahr. Sie versucht alles im Bild festzuhalten, was sich bewegt. Ihr größter Stolz: Wenn sie anderen mit ihren Fotos Freude bereitet.

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i Teilen auch Sie Ihr Bild mit uns, per E-Mail an photoshop@digitalphoto.de oder auf unserer Facebook-Pinnwand unter www.digitalphoto.de/facebook.

Jan Oliehoek

Chestnut eye Mensch und natur

Fotos und Bildbearbeitung: Jan Oliehoek, www.janoliehoek.com; Viktoria Greenwald, Randomactscreative.com

Die Idee: Mit dem Bild nahm Jan an einem Photoshop-Contest zum Thema „Tree of Life“ teil. Die Aufgabe war es, außergewöhnliche, am Baum wachsende Motive darzustellen. Die Umsetzung: Jan setzte die Stockbilder – das Auge und die Marone – in Photoshop zusammen und passte sie farblich aneinander an. Zur Person: Jan lebt und arbeitet als Fotodesigner in Leiden in den Niederlanden. Er hat eine Schwäche für surrealistische Bildkompositionen, die er aus gekauften Stock-Fotos kreiert.

Soaring Dreams wenn träume fliegen lernen Die Idee: Der immerwährende Traum des Menschen, fliegen zu können, brachte Viktoria auf die Idee zur Umsetzung dieses Composings. Unser Workshop in Ausgabe 2/2013 animierte sie, ihr Ergebnis bei uns für den Showroom einzusenden. Die Umsetzung: Model mit dem Bauch auf einem Hocker liegend fotografiert, Kleid (damit es im Bild schön fällt) und Saxophon separat foto-

vik toria greenwald grafiert, alle drei Elemente in Photoshop freigestellt, Farben und Licht angepasst, Hintergrund eingefügt, für mehr Raumtiefe Hintergrund und Beine weichgezeichnet, Winkel der Beine leicht verändert. Zur Person: Bereits mit 13 sammelte Viktoria in Gimp erste Bildbearbeitungserfahrungen. Die heute 19-Jährige fotografiert leidenschaftlich gern und will nach ihrer Fachhochschulreife Fotodesign studieren.

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Showroom Photoshop

marumiyan

Fotolia Ten Collection: „ON“ aus liebe zur musik Die Idee: Neben Illustration und Grafikdesign schlägt Marumiyans Herz für die Musik. Mit seiner Collage aus Fotolia-Bildern will er die Kraft des Sounds von Musik visuell darstellen. Den Bonsai-Baum als Zentrum der Montage wählte Marumiyan als Homage an sein Heimatland, Japan. Die Umsetzung: Illustrative Elemente, 3D-Bausteine und Fotolia-Bilder collagenartig in Photoshop zusammengefügt, diese in einzelnen Ebenen mit Masken bearbeitet, Farben und Kontraste korrigiert, Gesamtbild als Smart-Objekt zusammengefasst, farblich angepasst und nachgeschärft. Zur Person: Marumiyam aus Fukuoka in Japan arbeitet als Designer und Künstler für unterschiedliche Medien wie Magazine, Webseiten und Kleidung. Seit Kurzem unterrichtet er Grafikdesign an diversen Universitäten.

TEN COllection, No. 4

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Fotos: fotolia.com; Bildbearbeitung: Marumiayan, http://marumiyan.com

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ass mit Photoshop so gut wie alles möglich ist, beweist die detailreiche Montage „On“ des japanischen Künstlers Marumiyan par excellence. Seine äußerst detaillreiche Collage aus verschiedensten Stockbildern wurde im Rahmen des „TEN Collection“-Bildungsprojekts von Fotolia im April als Werk des Monats vorgestellt. Alle Photoshop-Interessierten hatten dabei die Möglichkeit, 24 Stunden lang die PSD-Datei des Composings mit all ihren Ebenen, Textureffekten und Filtern gratis herunterzuladen und auf diese Weise direkt vom Workflow des Profis zu lernen. Das Projekt „TEN Collection“ entstand 2011 aus der Kooperation zwischen der Bilddatenbank Fotolia und den Grafik-Communitys Wisibility und Amkashop. Ziel der Aktion ist es, Nachwuchs-Photoshoppern einen Einblick in die Techniken und Ideen von internationalen Profi-Künstlern zu ermöglichen. Ursprünglich wurden dabei innerhalb von zehn Monaten zehn Kunstwerke von zehn Digitalkünstlern aus zehn verschiedenen Ländern vorgestellt. Die zweite Staffel, die im Januar diesen Jahres startete, umfasst sogar zwölf internationale Künstler und ihre Werke. Zusätzlich zur angebotenen PSD-Datei werden auf Fotolias Youtube-Kanal zur „TEN Collection“ (www.youtube.com/tencollection) jeweils zwei Making-of-Videos zu jedem Künstler und seiner Collage zur Vefügung gestellt. Weitere Infos zum Projekt sowie zu den kommenden Werken und Künstlern finden Sie unter: www.facebook.com/TenCollectionGermany und www.tenbyfotolia.com. 

mit photoshop den sound visualisieren Für diese Collage setzte sich der japanische Grafikdesigner Marumiyan mit dem Thema Sound auseinander. Dazu kombinierte er diverse Bildausschnitte eines Bonsai-Baums sowie viele Fotos von Musikboxen und Verstärkern, Blumen und Tieren, die er in jeweils einzelnen Ebenen übereinander stapelte. Durch einheitliche Schatten und Farbanpassungen verlieh er seinem Werk danach die nötige Tiefe. Der Bild-Look basiert auf einer starken Entsättigung, rot schimmernden Details und einem starken Abschlussschärfen.

in ordnern sortieren

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Eine Collage wie „On“ besteht aus zig verschiedenen Elementen auf einzelnen Ebenen. Damit Sie den Überblick behalten, legen Sie jedes Originalbild mit seinen Einstellungsebenen in einem separaten Ebenen-Ordner (Gruppe) ab.


photoshop showroom

spiegelung erstellen

Lichtquellen erzeugen

als smart-objekt öffnen

Für eine realistische Darstellung der Objekte auf der Wasseroberfläche spiegelt Marumiyam Kopien der Felsen und Blumen über Bild > Vertikal spiegeln. Mit einem Ebenenstil > Verlaufsüberlagerung blendet er die Spiegelung sanft nach unten aus.

Die feinen Blitze, die leuchtende Iris der Tiere und die rot-glimmenden Konturen und Lichter der anderen Elemente malt Marumiyan mit feinem Pinsel auf separaten Ebenen ein. Mit einem Ebenenstil > Schein nach außen lässt er sie leuchten.

Zum Schluss legt Marumiyan über allen Ebenengruppen zwei Korrekturebenen zur Farb- und Kontrastkorrektur an. Danach konvertiert er eine Kopie aller Ebenen der Datei in ein Smart-Objekt, auf das er den Filter Unscharf Maskieren anwendet. 

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Magazin News aus der Photoshop-Welt

Mehr zur neuesten Version von Photoshop lesen Sie online unter www.digitalphoto.de/go/Lucky7

.. Adobe prasentiert

Version 2013 im Überblick

das neue Photoshop

Adobe Photoshop Version 14.0 Hersteller: Adobe Web: www.adobe.de Typ: Profi-Bildbearbeitung Zielgruppe: Bildbearbeiter, Digitalkünstler, Fotografen Systemvoraussetzungen: min. Windows 7 bzw. Mac OS X 10.7, 2 GB RAM, 512 MB Grafikspeicher, 1.280 x 800 Bildschirmauflösung, OpenGL 2.0, Internetzugang Preis: Das neue Photoshop ist an die Creative Cloud gebunden, es wird somit ein Creative-Cloud-Abo benötigt.

Fotos: Fotolia

Die Bildbearbeitungssoftware bietet erneut mehr Features, läuft schneller und ist noch besser an die Creative Cloud angebunden.

Selektiver Scharfzeichner überarbeitet Eine neue Methode verspricht weniger Lichtsäume (Halos) und Rauschen. Verwacklung reduzieren Der neue Filter mildert Bewegungsunschärfen ab und entfernt sie teilweise sogar. Camera RAW als Filter Mit dem neuen Befehl entwickeln Sie Photoshop-Ebenen im RAW-Konverter, während Sie Ihr Bild bearbeiten. Vergrößern mit Vorschau Der Bildgröße-Dialog bietet nun eine Vorschau, eine neue Vergrößerungsmethode und einen Regler zum Reduzieren des Bildrauschens. Einstellungen über die Cloud synchro­nisieren Speichern Sie Ihre Einstellungen in der Creative Cloud, und arbeiten Sie auch an fremden Rechnern mit Ihrem Photoshop.

Das ist sonst noch neu Das neue Photoshop ist mit Adobe Camera RAW 8.0 ausgestattet, auf welches auch die HDR-Funktion von Photoshop im 32-Bit-Modus zugreifen kann. Beim Speichern von PNG-Bildern soll es ab sofort möglich sein, auch Metadaten und ICC-Profile einzubinden. Die von vielen Anwendern vermisste Funktion Druckformat ist zurück. Die Extended-Features sind nun Bestandteil der Standardversion von Photoshop; Photoshop Extended wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die 3D-Funktion wurde um einige neue Werkzeuge bereichert, und die Vorschau beim Malen in 3D-Ebenen ist jetzt nahezu live. Die Bridge ist nicht länger Bestandteil von Photoshop, sondern ein eigenständiges Programm. Die Mini-Bridge wird bei Installation der Bridge als Plug-in in Photoshop integriert.

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Verwacklung reduzieren

Abgerundete Rechtecke

Der neue Scharfzeichnungsfilter > Verwacklung reduzieren soll leichte Unschärfen beim Fotografieren mit langen Belichtungszeiten oder hohen Brennweiten ausgleichen. Die Bewegungsunschärfe eines vorbeirasenden Motorrollers ist für den Filter etwas zu viel. Aber selbst das Härtefall-Ergebnis ist beachtlich.

Die neue Photoshop-Version macht das freie Bearbeiten von Rechtecken mit abgerundeten Ecken möglich. Sie ziehen die Form wie gewohnt auf und können im Eigenschaften-Bedienfeld alle Einstellungen ändern: Höhe und Breite, Position, die Rundung jeder einzelnen Ecke, die Farbe, die Kontur etc.

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News Magazin

Dreh- und Angelpunkt

Grenzenlos kreativ mit der Creative Cloud Seit ihrer Einführung hat sich die Creative Cloud immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt von Adobes Creative Suite entwickelt. Die Cloud ist mittlerweile viel mehr als eine einfache Mischung aus Datenspeicher und Austausch-Tool. Mit der neuen Synchronisationsfunktion können Sie Ihre persönlichen Einstellungen auf jeden Rechner exportieren. Sie arbeiten also überall exakt so, wie an Ihrem gewohnten Arbeitsplatz. Daneben haben Sie die Möglichkeit, Ihre Werke in der Cloud zu speichern und sie somit ebenfalls an jedem Ort abrufbar zu machen. Sie können sie aber auch direkt über die Cloud auf Behance veröffentlichen oder an Kollegen, Kooperationspartner und Kunden schicken. Zu Hause wie am Arbeitsplatz: Per Synchronisation über die Creative Cloud nehmen Sie ab jetzt Ihre PhotoshopEinstellungen überall mit hin. Es ist soweit, Adobe Photoshop geht in die nunmehr 14. Runde und bringt wieder allerhand Neues mit. Bereits vor der offiziellen Präsentation der finalen Version erfuhren wir aus gut unterrichteten Kreisen, mit welchen Neuerungen die brandneue Version aufwarten kann. Demnach arbeitet das neue Photoshop schnell, sehr schnell. Kamen einem die Geschwindigkeitsverbesserungen in CS6 schon atemberaubend vor, so ist es Adobe offenbar gelungen, nochmals mehr aus dem Programm herauszukitzeln. Auf einem 64-Bit-System aktualisieren sich die Vorschaubilder der Filter jetzt augenblicklich. Filter selbst hat Photoshop jetzt einige mehr, etwa den neuen Scharfzeichner ­ Verwacklung reduzieren oder auch Camera RAW (als Filter!),

der das Nachentwickeln einzelner Ebenen erlaubt, was zum Anpassen von Belichtung, Farben und vielem mehr bei Composings äußerst hilfreich ist. Die Anbindung an die Creative Cloud wurde erweitert. So ist es jetzt möglich, seine persönlichen Einstellungen via Cloud mit anderen Rechnern zu synchronisieren. Adobe wollte die Informationen vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht bestätigen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist die neue Version aber bereits verfügbar – und Sie können die Neuerungen selbst ausprobieren. Weitere Informationen zum neuen Photoshop und unsere Bewertung unter www.digitalphoto.de/go/Lucky7 

Lucky Number Seven Wie jede Version davor hat auch das 14. Photoshop eine geheime Identität: Lucky 7. Dazu winkt die japanische Glückskatze „Maneki-neko“ von einem Schild, das auch ein Casino in Las Vegas zieren könnte. Die Sieben ist eine magische Zahl, die fast überall auf der Welt Gutes bedeutet und Glück bringt. Beim Würfelspiel Craps, das auch Seven Eleven heißt, gewinnt die Sieben.

Camera-Raw-Filter

Selektiver Scharfzeichner

Camera-RAW gibt es jetzt auch als Filter. Dieser wirkt sich allein auf die aktuell ausgewählte Ebene aus und bietet die Möglichkeit einer vollständigen (Nach-)Entwicklung. Diese Funktion dürfte beim Anpassen von Bildobjekten aneinander sehr hilfreich sein und das Erstellen von Composings vereinfachen.

Der selektive Scharfzeichner verwendet jetzt eine neue Methode zum Scharfzeichnen, die das Entstehen von unschönen Lichtsäumen (Halos) an scharfen Kanten verhindern soll. Außerdem gibt es ab sofort einen Regler, der dem unnötigen Schärfen von vorhandenem Bildrauschen entgegenwirkt.

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Magazin News

Neues aus der Cloud Immer mehr Mitglieder Die Zahl der Mitglieder in Adobes Creative Cloud steigt. Derzeit gibt es über 500.000 bezahlte Zugänge und über zwei Millionen Tester, die sich in der kreativen Wolke tummeln. Letztere Nutzer sollen über die kostenfreie Testphase hinweg von den Vorzügen der Cloud überzeugt werden. „Die Akzeptanz der Creative Cloud steigt zusehends,“ sagt David Wadhwani, Senior Vice President, Digital Media Business bei Adobe. Und sie wird auch massiv weiter steigen, denn das neue Photoshop fordert beim Start die Anmeldung in der Cloud. Adobe lässt den An­­wendern zu­­künftig also keine Wahl mehr. Willkommen in der Wolke …

Adobe-Online-Videos www.youtube.com/lightroom Der Youtube-Kanal zur Public Beta von Lightroom 5. Hier gibt es interessante, englischsprachige Videos zu den neuen und verbesserten Funktionen des Programms. www.youtube.com/watch?v=LgrAtH9Q9Fg Passend zur Lightroom 5 Public Beta gibt es auch eine Episode von Photoshop Direkt. Hier werden die Neuerungen in 25 Minuten auf Deutsch erklärt. www.facebook.com/lightroom Auf Facebook und Twitter sowie im Lightroom Blog (blogs.adobe.com/lightroomjournal/) können Sie direkt mit dem Lightroom-Team in Kontakt treten.

Mit dem verbesserten Bereichsreparaturpinsel malen Sie störende Objekte einfach aus Ihren Fotos heraus.

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Zum öffentlichen Testen freigegeben

Lightroom 5 Beta

Mehr zur Public Beta von Lightroom lesen Sie im Praxistest ab Seite 108.

Adobe bietet seine stark verbesserte RAWbearbeitungssoftware zum Test-Download an

Lightroom 5 ist mit einigen interessanten Neuerungen und Verbesserungen gespickt. Zu nennen sind hier vor allem der stark verbesserte Bereichsreparaturpinsel, die neue Begradigungs-

funktion Aufrichten und das Smart-VorschauKonzept. Letzteres soll das schnellere Bearbeiten von Fotos auch ohne Zugriff auf die originalen RAW-Dateien ermöglichen. Das AufrichtenWerkzeug analysiert und begradigt Bilder dann automatisch, indem es den Horizont gerade stellt und vertikale Linien, etwa von Gebäuden, entzerrt. Das Buch-Modul wurde weiter optimiert, um nun komfortablere Optionen zur Gestaltung individueller Fotobücher zu bieten. Bearbeitete Vorlagen können jetzt unter anderem als Favoriten abgespeichert werden. Ebenfalls überarbeitet wurde das Diashow-Modul, das nun auch Kombinationen aus Standbildern, Videos und Musik in HD-Qualität erzeugen kann. 

Die neuen Smart-Vorschauen ermöglichen Ihnen die Be­ ar­beitung Ihrer Katalogobjekte auch ohne Zugriff auf die Originaldaten, sie werden später einfach synchronisiert.

Bildinhalte zu betonen, indem man die Umgebung abdunkelt, weichzeichnet oder entsättigt war in LR noch nie so einfach wie mit dem neuen radialen Verlaufsfilter.

Es hat sich mittlerweile so eingebürgert, dass viele Firmen ihre neuen Produkte noch vor der eigentlichen Veröffentlichung dem kritischen Urteil der Zielgruppe preisgeben. Public Beta nennt sich diese spezielle Form der Marktforschung, die auch von Adobe für Photoshops Schwesterprogramm Lightroom intensiv genutzt wird. Jetzt bietet der Software-Hersteller die nächste Generation zum öffentlichen Test an.

Was gibt es Neues?

Adobes erfolgreiche Tablet-App „Photoshop Touch“ bringt ihre Kernfunktionen ab sofort auch auf Smartphones. Innerhalb der Bildbearbeitung können beliebte Photoshop-Funktionen wie Ebenen und Auswahl-Werkzeuge direkt an eigenen Fotos aus der Smartphone-Galerie angewandt werden. Optional ist eine Synchronisierung mit der Adobe Creative Cloud möglich. Dafür steht Nutzern 2 GB kostenfreier Speicher zur Verfügung. Preis: 4,49 Euro, benötigt mindestens iOS 5 oder Android 4.0 | im AppleApp-Store und bei Google Play verfügbar

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Fotos: Hersteller

Photoshop Touch für Smartphones


Wacom Leser-Aktion

Das ist NEU in Lightroom 5 Diese Neuerungen und Verbesserungen hat Lightroom 5 (Stand: Public Beta, April 2013) zu bieten: verbesserter Bereichsreparaturpinsel mit „echter“ Pinselspitze Begradigungswerkzeug „Aufrichten“ zum Entzerren von Architektur-Fotos Smart-Vorschau zum Unterwegs-Bearbeiten ohne Original Weiterentwicklung der Fotobuch-Funktion Video-Diashow mit Kombination aus Stand- und Bewegtbild

Lightroom 5 Public Beta Hersteller: Adobe Public-Beta-Download: labs.adobe.com/technologies/ lightroom5/ Typ: RAW-Bildbearbeitung, Fotoverwaltung Zielgruppe: Fotografen Systemvoraussetzungen: Windows 7 SP1 bzw. Mac OS X 10.7, Direct X 10, 2 GB RAM, 2 GB Festplattenspeicher Preis: kostenfreier Download

Interview mit Sven Doelle Senior Business Development Manager bei Adobe Systems

3 Fragen zu Lightroom 1 Die Public Beta zu Lightroom 5 ist mit allerlei Neuerungen und Verbesserungen ausgestattet. Können Sie uns einige davon vorstellen? Alle Neuerungen, die mit der Public Beta von Lightroom 5 vorgestellt wurden, erleichtern den Nutzern die Verwaltung, Bearbeitung und Präsentation ihrer Fotodaten und ergänzen die Palette leistungsstarker Werkzeuge für Amateur- und Profi-Fotografen. Besonders umfangreich sind die Neuerungen im Entwickeln-Modul. Beispielsweise ermöglicht das erweiterte Bereichsreparatur-Werkzeug das Ausbessern von Bildmängeln und das Entfernen störender Bildelemente. Die Mängel lassen sich jetzt wie mit einem ‚richtigen‘ Photoshop-Pinsel markieren, und Lightroom 5 sucht eine passende Bildpartie, die auch manuell ausgewählt werden kann, um die Störstelle zu korrigieren. Dabei arbeitet der Bereichsreparaturpinsel nicht-destruktiv – die Originalbilddaten bleiben so immer erhalten.

Leser-Aktion zum neuen Cintiq 13HD DigitalPHOTO Photoshop-Leser, die jetzt das neue Stift-Display von Wacom kaufen, bekommen einen Inkling im Wert von 169,90 € gratis*   dazu. Wacom, der führende Anbieter von Stifttabletts für professionelle Designer, erweitert seine Serie interaktiver Stift-Displays um das neue Cintiq 13HD. Entwickelt für kreative professionelle Anwender, wie Designer, Künstler und Bildbearbeiter, kombiniert es einen 13 Zoll (33,8 cm) Full-HDLED-Bildschirm mit einem schlanken, kompakten Tablett-Design. Das Cintiq 13HD ermöglicht natürliches und intuitives Arbeiten und ist damit das ideale Werkzeug, um Kreativität zu unterstützen und die Produktivität zu steigern. Für noch mehr Komfort beim Arbeiten wurde der bei Bedarf abnehmbare Standfuß des Cintiq 13HD optimiert: Das Display lässt sich in vier Positionen bedienen: flach, 22 Grad, 35 Grad und 50 Grad. Um den Ansprüchen professioneller Anwender wie Künstler, Grafikdesigner und Fotografen ideal zu entsprechen, zeigt das Cintiq 13HD

16,7 Millionen Farben, die eine naturgetreue Darstellung gewährleisten. Darüber hinaus bietet das HD-LED-Display im Breitbildformat einen weiten Betrachtungswinkel von 178 Grad sowie eine Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixel.

Neuer Pro Pen Der Pro Pen arbeitet kabel- und batterielos und bietet eine verbesserte Performance sowie noch mehr Komfort und Präzision. Mit 2.048 Druckstufen und Neigungssensitivität ist er perfekt für präzises Arbeiten. Das neue Cintiq 13HD ist zum Preis von 899,90 Euro ab April 2013 über den Wacom eStore sowie im Handel erhältlich.

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KTION

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Smart-Vorschauen sollen eine schnellere Bildbearbeitung auch ohne Zugriff auf die originalen RAW-Dateien ermöglichen. Wie genau darf man sich das vorstellen? Mit der Funktion Smart-Vorschau ermöglicht Lightroom 5 den Nutzern, Fotos im Entwickeln-Modul zu öffnen und Veränderungen vorzunehmen, ohne auf die Basis-RAW-Daten zugreifen zu müssen. Hierfür muss eine Smart-Vorschau innerhalb des Kataloges angelegt werden. Sobald Lightroom wieder Zugriff auf die RAW-Daten hat, werden diese mit den vorgenommenen Entwicklungseinstellungen aus der Smart-Vorschau synchronisiert.

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Gibt es eine Neuerung in Lightroom 5, die Ihnen persönlich besonders gut gefällt? Da möchte ich eigentlich keiner bestimmten Funktion den Vorzug geben. Die neuen Features sind den unterschiedlichen LightroomModulen wie Entwickeln, Buch oder der Diashow zugeordnet und verbessern einzeln sowie in ihrer Gesamtheit den Foto-Workflow um ein Vielfaches. Das macht Lightroom 5 insgesamt noch komfortabler.

Zur Person Sven Doelle Sven Doelle ist als Business Development Manager für die Photoshop-Produktfamilie verantwortlich. Zu Adobe kam er über die Kreativsoftware-Schmiede Macromedia.

Das Cintiq 13HD bietet 16,7 Millionen Farben. Der neue Pro Pen mit 2.048 Druckstufen ist perfekt für präzises Arbeiten.

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Magazin Neue Hard- und Software

Neuer Office-Monitor von Lg LG hat die neue Monitorserie EB23 vorgestellt, die den Office-Bereich mit solider Leistung bei flexiblem Design bereichern soll. Die 22 und 24 Zoll großen Geräte sind in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich und mit einem höhenverstellbaren Dreh- und Neigefuß sowie mit PivotFunktionalität zum Drehen des Monitors um 90 Grad ausgestattet. Ferner zeichnet sich die Serie durch herausragende Schärfe und Kontrast bei geringem Energieverbrauch aus. Preis: ab 150 Euro | www.lg.com

Franzis Retoucher 5.5 Das Spezialprogramm zum Retuschieren und Restaurieren von Fotos will vor allem mit seinen Möglichkeiten zum Entfernen lästiger Störungen, wie etwa Risse, Kratzer, Bildstörungen und unerwünschte Objekte, überzeugen. Es funktioniert als Stand-alone sowie als Plug-in, beispielsweise in Photoshop und Photo-Paint. Preis: 69 Euro | www.franzis.de

CanoScan 9000F Mk II Canons neuer Scanner bietet nicht nur eine Auflösung von 9.600 x 9.600 dpi beziehungsweise 4.800 x 4.800 dpi bei Aufsichtsvorlagen, er ist auch mit der neuen Software „My Image Garden“ ausgestattet, die eine einfache intuitive Bedienung mit interessanten Zusatz-Features ermöglichen soll. Die mitgelieferte Durchlichteinheit ist für bis zu zwölf Kleinbildaufnahmen, vier gerahmte Dias oder auch 120er-Rollfilm ausgelegt. Der Scanner ist laut Hersteller zeitgemäß energieeffizient.  Preis: 229 Euro | www.canon.de

Für Einsteiger und Ambitionierte

Neue Canon-DSLRS Die neuen Modelle EOS 700D und EOS 100D sollen DSLR-Einsteiger verführen. die

EOS 10

D ist Canon0 s leichteste DSLR. Ge wicht: 407 Gr amm

Canons Neue: die EOS 700D für 850 Euro und die EOS 100D für 800 Euro | www.canon.de Das neue Topmodell für das DSLR-Einsteigersegment, die EOS 700D, unterscheidet sich von ihrer Vorgängerin EOS 650D allein im Detail. Sie fotografieren mit der 700D immer noch mit einem 18-Megapixel-Sensor im APS-C-Format, und die Bilder werden weiterhin mit einem Digic-5-Prozessor verarbeitet. Die Bedienung

Lumix G6K, Lumix Gf6 (K/X/W), Lumix LF1K

Panasonics Triple In diesen Tagen bringt Panasonic rechtzeitig zum Start der Sommersaison gleich drei neue Kameramodelle auf den Markt: Die spiegellose Lumix G6K will als Nachfolgerin der G5 mit 16 Megapixeln Auflösung und Live-MOS-Sensor überzeugen. Die Lumix GF6 kommt in den Varianten K, X und W als kleinste CSC-Kamera der Panasonic-Familie daher. Die kompakte Zoom-Lumix LF1K schließlich beeindruckt mit 28–200 mm Brennweite. Die Lumix GF6 kostet 549 Euro, die Preise der anderen beiden Modelle stehen noch nicht fest. | Dreimal Lumix auf einen Streich. www.panasonic.de

kompakte für Profis

Nikon Coolpix A

Coolpix A, die „Immer-dabei“ für Profis. 22  

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über das schwenkbare Touchdisplay wurde aber auf den gängigen Smartphone- und Tablet-Standard gebracht. Die EOS 100D will im Gegenzug mit Kompaktheit überzeugen und gilt laut Hersteller derzeit als leichteste DSLR der Welt. Im Canon-Line-up findet sie sich zwischen der 1100D und der 650D wieder.

Fotos: Hersteller

Weitere Neuheiten

Mit 16,2 Megapixel-CMOS-Sensor im DX-Format, Bildverarbeitungsengine EXPEED 2 und 28mm 1:2,8 NIKKOR-Festbrennweite kann sich die neue „Kleine“ von Nikon durchaus mit gängigen DSLRs messen. Bei ISO 100 bis 6.400 liefert sie erstklassige Bildqualität mit sehr geringem Rauschen. Profis und Foto-Enthusiasten werden begeistert sein und natürlich in Nikons 14-Bit-RAW-Format NEF fotografieren. Preis: 1.099 Euro | www.nikon.de


Literatur & Szene-News Magazin NEWS

VideoTrainings

Highspeed-­ Photoshop

www.grafik-macht-schule.de

Fit gemacht für die Medienwelt

Grafik macht Schule Schon seit 2005 gibt es ein kostenloses Bildungsprojekt an Schulen, das von Matthias und Stefan Petri initiiert wurde. Die beiden Brüder, die gemeinsam das auf E-Learning spezialisierte Portal PSD-Tutorials.de betreiben, wollten junge Leute mit dem Wunsch, sich in gestalterischen Berufen zu üben, mit einer Lern-DVD ausstatten, die eine optimale Vorbereitung auf die Welt der grafischen Medien ermöglicht. Das Projekt „Grafik macht Schule“ will damit einen Beitrag für mehr Grundbildung im Grafik- und Medienbereich leisten und

zugleich einen besseren Einstieg in das Berufsleben dieser Branche ermöglichen. Die Trainings sind so konzipiert, dass die Lernenden systematisch in das Arbeiten mit Photoshop, InDesign und Illustrator eingeführt werden. Bildungseinrichtungen haben im Rahmen des Projekts die Möglichkeit, drei Trainings mit insgesamt rund 60 Stunden Lehrmaterial als kostenlose Downloads zu erhalten. Diese Trainings werden ständig aktualisiert, um dem stetigen Wandel sowohl der Software- als auch der Medienbranche gerecht zu werden. 

Literatur für ein- und Aufsteiger

Photoshop-­ Praxis: Ebenen

Photoshop ­Elements 11

200 best digital artists

Pearson

Galileo Design

Lürzer’s Archiv

Lassen Sie sich von Heico Neumeyer zeigen, wie Sie die Ebenentechnik von Photoshop voll und ganz zu Ihrem Vorteil nutzen und Ebenen organisieren, retuschieren, transformieren und überblenden. Übersichtlich und leicht nachvollziehbar erklärt, ist dieses Buch für Einsteiger kaum verzichtbar.

Sie wollen Ihre Bilder mit Photoshop Elements bearbeiten und sich nicht mit umständlichen Erklärungen und langen Vorreden aufhalten? Dann ist dieses Buch von Christian Westphalen genau das Richtige für Sie. Bild um Bild lernen Sie den Umgang mit Elements und werden Schritt für Schritt ans Ziel geführt.

Das bekannte Fachmagazin für herausragende Werbung, Lürzer’s Archiv, hat jetzt in einer Sonderpublikation außergewöhnliche Beispiele computergenerierter Werbebilder veröffentlicht. Eine Experten-Jury wählte 200 Digitalkünstler aus, deren Werke als Artbook präsentiert werden. Ein recht inspirierendes Vergnügen.

224 Seiten | 24,95 €

412 Seiten | 29,90 €

416 Seiten | 34,50 €

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Olaf Giermann drückt auf die Tube: Sie haben wenig Zeit und müssen Unmengen von Bildern bearbeiten? Kein Problem, denn dieses Videotraining zeigt Ihnen, wie Sie mit Photoshop und Bridge so richtig Dampf machen. Nutzen Sie Aktionen, Automatiken und Stapelverarbeitungen, und sparen Sie richtig Zeit. video2brain | 2,5 Std. | 29,95 Euro | www.video2brain.com

Kunstwerke aus den Urlaubs­fotos 3 Pavel Kaplun setzt seine erfolgreiche DVD-Reihe rund um digitale Kunstwerke aus Schnappschüssen von der letzten Reise fort. Diesmal geht es um Natur- und Tierfotografie und um eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen – wie immer unterhaltsam und leicht verständlich erklärt. Kaplun & Kaplun | 10,5 Std. | 34,99 Euro| www.kaplun.de

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Photoshop Elements 11 für digitale Foto­grafie

Produktiv und kreativ mit dem Intuos 5

Fotograf Alexander Heinrichs zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Fotos mit PS Elements optimal organisieren, retuschieren und aufbereiten. Mit diesen Techniken und Funktionen holen Sie mehr aus Ihren Bildern heraus. Galileo Design | 11 Std. | 29,90 Euro| ISBN 978-3-83622002-6

Sie besitzen ein Wacom-Intuos5-Grafiktablett und würden gerne Ihrem Workflow mit diesem Gerät optimieren? In diesem Videotraining zeigt Ihnen Martin Dörsch, welche Optionen Ihnen das Grafiktablett bietet und wie Sie sie effizient einsetzen können. video2brain | 6 Std. | 39,95 Euro | www. video2brain.com

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TECHNIK

Umfassendes Photoshop-Wissen in einem Kompendium

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Photoshop Leicht Gemacht

Leicht gemacht

Ihr Photoshop-Guide Für Einfach Bessere Fotos

 in dieser ausgabe

26 Die Tricks der Profis 36 Tolle Kinderporträts 44 Erste Schritte (2) So gelingen Profi-Composings: Lassen Sie sich von den Werken namhafter Photoshop-Experten inspirieren, wertvolle Technik-Tipps gibt’s inklusive.

Die besten Bild-Looks: Wir zeigen Ihnen, mit welchen Photoshop- und Camera-RAW-Funktionen Sie die Aufnahmen Ihrer Kleinen aufpolieren.

56 Digitaler Sonnenschein 58 Für gerade Linien

Graue Landschaften aufpeppen: Mit den Tipps von Profi Pavel Kaplun verwandeln Sie im Handumdrehen vermeintlich langweilige Fotos in echte Hingucker.

Perspektivarbeit: In wenigen Schritten erklärt Ihnen Pavel Kaplun, wie Sie verzerrte Gebäude geradeziehen und Störendes im Bild wegstempeln.

Basiswissen: Im Teil 2 unseres Spezials finden Sie wertvolle Tipps zum Auswählen und Transformieren sowie zu Filtern, Füllmethoden und Effekten.

54 Farben korrigieren

Für strahlende Farbnuancen: Michael Müller erklärt Ihnen, wie Sie Ihre Fotos in Lightroom und Camera RAW schnell per Regler farblich optimieren.

60Ihr Foto als Postkarte 62 All about Eve

Individuell und schnell: Heike Herden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Fotos noch im Urlaub einfach anpassen und als originelle Postkarte schnell verschicken.

Profi-Retusche von Kopf bis Fuss: Beauty-Fotografin Sonja Dirscherl alias Mia Royal führt Sie von Shooting bis zum finalen High-Class-Porträt. 3/2013

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Leicht gemacht Die Tricks der Profis

Mit

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geniale n

TIPPS

Die geheimen



TRICKS  

Wir haben den Meistern ihres Fachs auf die Finger geschaut: Anhand ihrer aktuellen Werke präsentieren Ihnen in dieser Ausgabe vier Vollblut-Photoshopper ihre besten kreativen Kniffe für professionelle Composings. Mit diesen teils ganz einfachen Tricks und Tipps werden Sie Ihre Bilder und Ihren Workflow entscheidend verbessern. Probieren Sie es aus! 26  

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christian Gerth

Pavel kaplun

Digital Artist und Trainer Hauptberuflich Lehrer, begeistert der Meister des Matte Paintings aus der Schweiz mit aufwendigen Composings aus detailreich gemalten Elementen und Fotos. www.christiangerth.ch

Fotograf und Bildbearbeiter Pavel betreibt in Hannover mit seiner Frau Olga ein Studio für digitale Bildbearbeitung und gibt sein Wissen humorvoll und lehrreich als Buch- und DVD-Autor weiter. www.kaplun.de

Matthias schwaighofer

Uli Staiger

Fotograf und Bildbearbeiter In die Arbeiten des österreichischen Meisterfotografen und Photoshop-Künstlers fließt neben Professionalität auch immer eine gute Portion Humor mit ein. www.schwaighofer-art.com

Fotograf und 3D-Illustrator Der Digital-Composing-Spezialist beschäftigt sich mit Still-Life- und Landschaftsfotografie und ist seit geraumer Zeit auch professionell im 3D-Bereich unterwegs. www.dielichtgestalten.de


Leicht gemacht Die Tricks der Profis

Fotos malerisch nutzen Für ein digitales Matte Painting wie „Ancestral Temples“ lassen Sie Fotoelemente mit gemalten Details und Texturen verschmelzen.

Christian Gerth Digital-Artist, Lehrer und PS-Trainer

Elemente Verbinden Eine weitere Option, Tiefe in Ihrem Bild zu suggerieren, besteht darin, die einzelnen Elemente miteinander in Verbindung zu bringen, sei es wie in diesem Fall durch lianenartige Pflanzen oder aber mit Hilfe von Brücken, Wegen, Straßen, Flüssen oder Bächen. Alle verstärken beim Betrachter das Gefühl, ins Bild hineingehen zu können, und leiten den Blick auf die gewünschten Hauptelemente.

Lebewesen erhöhen die Glaubwürdigkeit Oftmals wirken selbst detailreichste Composings etwas kalt und leblos. Ändern Sie dies, indem sie Lebewesen hinzufügen. Oft reichen schon ein paar Vögel, um dem Ganzen etwas Leben einzuhauchen. Schießen Sie Vogelfotos aller Art, und erstellen Sie Ihre persönlichen Vogel-Brushes. Achten Sie darauf, dass Sie die Vögel vor einem einheitlichen Hintergrund (z. B. blauer Himmel) fotografieren, damit Sie diese einfacher freistellen oder per Ebenenmodus verrechnen können.

Felsen Modellieren Wenn Sie mit Fotostrukturen arbeiten, sind Sie zwangsläufig auf deren Aussehen angewiesen. Das heißt aber nicht, dass Sie diese nicht noch verändern können. Lassen Sie sich von den Texturen inspirieren, und kombinieren Sie sie experimentell zu neuen Formen. Aus Felsen lassen sich zum Beispiel sehr einfach Höhlen kreieren. Erstellen Sie eine neue Einstellungsebene > Gradationskurve, und dunkeln Sie diese stark ab. Invertieren Sie die Ebenenmaske mit Strg+I, und malen Sie mit einer feinen Pinselspitze und der Farbe Weiß die „Höhle“ in Ihren Felsen.

Composing und Screenshots: Christian Gerth

Kontraste erzeugen

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Formen definieren Sie in einem Matte Painting vor allem durch Kontraste. Zusätzlich wirken Landschaften noch realistischer, wenn neben den Lichtverhältnissen auch die Farbänderungen der Atmosphäre stimmen. Das heißt für dieses Bild warme Töne in den Lichtern und kalte in den Schatten. Suchen Sie sich ein paar Stellen aus, wo Sie dies explizit mit Einstellungsebenen verstärken oder direkt ins Bild malen. Achten Sie darauf, dass die Kontraste mit zunehmender Entfernung abnehmen, damit eine Tiefenwirkung entsteht. 3/2013

Kanten gestalten Kanten wirken nur realistisch, wenn sie möglichst natürliche Strukturen aufweisen. Sie können die Fotobausteine für Ihr Composing sauber freistellen, um so an „echte“ Kanten zu gelangen. Einfacher ist es aber, diese mit entsprechenden Pflanzen-Pinseln zu malen. Solche können Sie selbst herstellen oder aus dem Internet herunterladen. Verwenden Sie diese Pinselspitzen aber nicht mit dem Pinsel-Werkzeug, sondern mit dem Stempel, und greifen Sie für die Kante Fotostrukturen aus den benachbarten Regionen auf.

Maskierungsmodus Der Maskierungsmodus ist durch neuere Werkzeuge immer mehr in Vergessenheit geraten. Doch für spezielle Effekte ist er immer noch sehr nützlich. So erstellen Sie im Nu einen Wald, der nach unten im Nebel versinkt: Rufen Sie den Maskierungsmodus mit der Taste Q auf, und malen Sie auf einer neuen Ebene mit einem Baum-Pinsel und der Farbe Schwarz die gewünschten Baumspitzen. Erneutes Drücken der Taste Q schaltet den Modus wieder aus. Kehren Sie die entstandene Auswahl mit Strg+I um, und malen Sie sie mit einem weichen, runden Pinsel und wenig Deckkraft aus. 


Die Tricks der Profis Leicht gemacht

Equipment FOTOS UND PINSEL

eigene Texturen und Brushes, Downloads von CG-textures. com und Pinsel-Seiten im Netz (z. B. djahalland.com, shaddyconceptart.com)

SOFTWARE

Photoshop CS6

GRAFIKTABLETT

Wacom Cintiq 24HD

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Leicht gemacht Die Tricks der Profis

Von real zu surreal Damit surreale Composings wie „Learning to fly“ nicht zusammengeklebt aussehen, ist die richtige Lichtführung das A und O.

Pavel Kaplun Fotograf, Bildbearbeiter und PS-Trainer

Mit Skizzen beginnen Am Anfang jeder Photoshop-Montage steht natürlich die Idee. Wenn Sie eine guten Ansatz gefunden haben, machen Sie sich nicht gleich an die Arbeit. Versuchen Sie zunächst zu analysieren, welche Bilder Sie zum Verwirklichen dieser Idee benötigen, welche Sie eventuell schon im Archiv haben und welche Sie vielleicht noch fotografieren müssen. Ganz hilfreich zur Vorbereitung ist dabei ein Konzept oder eine Skizze, die Sie entweder mit dem Grafiktablett in einer leeren Photoshop-Datei oder mit einem einfachen Stift auf ein Blatt Papier scribbeln können.

Studioschatten in das Composing übertragen Wenn Sie ein Model oder Gegenstände im Studio vor hellgrauem oder weißem Hintergrund fotografieren und dabei nur eine Lichtquelle benutzen, haben Sie einen kräftigen Schatten. Diesen Schatten können Sie ganz einfach in das Composing „mitnehmen“, dann müssen Sie ihn später nicht künstlich erzeugen: Stellen Sie zuerst das Objekt frei, und wählen Sie dann mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug den Schattenbereich aus. Mit Strg+J kopieren Sie die Auswahl auf eine neue Ebene. Wenn Sie schon einen neuen Hintergrund angelegt haben (oder einfach eine neue Farbfläche), setzen Sie den Ebenenmodus für den Schatten auf Multiplizieren. Damit die graue Fläche transparent wird, klicken Sie mit der weißen Pipette der Tonwertkorrektur hinein, so dass nur der Schatten übrig bleibt.

Tipps der Redaktion Bildmittelpunkt ermitteln Legen Sie mit Strg+A eine Auswahl über das Gesamtbild. Per Auswahl > Auswahl transformieren (Strg+T) wird Ihnen dann der Drehmittelpunkt des Bildes angezeigt. Nutzen Sie diesen als Orientierung zum Positionieren der Hilfslinien.

Lichteinfall

Composing und Screenshots: Pavel Kaplun

Einige Fotos für meine Montage „Learning to Fly“, wie den Fußboden, den Himmel und den Pelikan, habe ich auf Reisen geschossen. Die weiteren Bilder sind im Studio entstanden. Dazu habe ich nur eine Lichtquelle verwendet: einen 500 WS Blitzkopf mit Beautydish (weiß). Der Hintergrund war ein mittelgrauer Studiokarton. Und das Wichtigste: der Lichteinfall in den Bildern vom Koffer, vom fliegenden Pelikan und von mir ist in allen drei Fällen identisch: eine ideale Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildmontage.

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Schneller Wechsel durch die TAb-Reiter Ebenengruppen anlegen Während der Gestaltung Ihrer Bildkomposition werden Sie feststellen, dass sich rasch immer mehr Ebenen ansammeln und es nicht unbedingt einfach ist, den Überblick zu wahren. Deshalb ist es sinnvoll alle Ebenen, die miteinander „verwandt“ sind, sprich alle Ebene von einem Objekt mit den dazugehörigen Einstellungsebenen in einer Ebenengruppe abzulegen. Markieren Sie dazu einfach die benötigten Ebenen bei gedrückter Umschalt-Taste, und wählen Sie die Tastenkombination Strg+G. Geben Sie der Gruppe dann einen eindeutigen Namen, so dass Sie gleich wissen, was in dieser Gruppe liegt.

Schnelle Farb-looks mit Color Look-up Seit Photoshop CS6 gibt es eine neue Einstellungsebene/Korrektur, die für Composing-Fans ein richtiges Highlight ist: Color Look-up. Das sind feste Filter, die das Farbaussehen und die Kontraste des Bildes per gespeicherter Voreinstellung in un-terschiedliche Richtung verschieben können. Mit Hilfe des Deckkraftreglers in der Ebenen-Palette können Sie die Intensität des 3/2013

Farb-Looks steuern. Sie können die Farb-Looks entweder auf die gesamte Bildfläche oder selektiv auf einzelne Bildbereiche anwenden. Für eine partielle Korrektur fügen Sie der Einstellungsebene > Color Look-up eine Maske hinzu, in der Sie mit dem Verlaufs-Werkzeug oder mit dem PinselWerkzeug Bereiche mit Schwarz füllen (Verlauf zu Transparent oder großer Pinsel mit weicher Kante), auf die der Filter sich nicht auswirken soll. 

Haben Sie mehrere Ausgangsbilder für ein Composing geöffnet, müssen Sie nicht zwingend per Mausklick von Bild zu Bild springen. Sie können auch das Tastenkürzel Strg+Tabulator (springt zum Bild/Reiter nach rechts) oder Umschalt+ Strg+Tabulator (springt zum Bild/Reiter nach links) nutzen, um durch die Bilder zu hüpfen.

Pfade bequem von einer Datei in die nächste ziehen Wählen Sie im Quellbild, aus dem Sie einen Pfad kopieren wollen, mit dem Pfadauswahl-Werkzeug den gewünschten Pfad oder die Pfadkomponente aus. Die Pfadauswahl können Sie danach einfach per Drag-and-Drop in das andere Bild hineinziehen, oder Sie übertragen sie per Strg+C und Strg+V ins zweite Bild.

TROUBLESHOOTING: Selbst-definierte Shortcuts Funktionieren nicht mehr Das kann passieren, wenn Sie über Fenster > Arbeitsbereich einen anderen Arbeitsbereich eingestellt haben als den, dem Sie die Shortcuts zugeordnet haben. Über Bearbeiten > Tastaturbefehle > Set aktivieren Sie den Satz mit Ihren Shortcuts.


Die Tricks der Profis Leicht gemacht

Equipment KAMERAS

Canon EOS 5D Mk II, Nikon D800, Sony DSC HX 100V, GoPro Hero II, iPhone5

PINSEL

www.qbrushes.net

SOFTWARE

Photoshop CS6, Lightroom 4, Photoshop Elements 11

GRAFIKTABLETT

Wacom Cintiq 24HD

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Leicht gemacht Die Tricks der Profis

Equipment KAMERA & OBJEKTIV

Canon 5D Mk II, RAW-Format, 24mm Weitwinkel

LICHT-SET-UP

große Softbox von oben, Hintergrund weitere Lichtquelle, Styroporplatte von links vorne, schwarzer Studio-Hintergrund

SOFTWARE

Photoshop CS6

GRAFIKTABLETT

Wacom Cintiq 24HD

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Detailverliebt Auch sehr kompakte Composings, wie „Der Wilderer“, profitieren davon, wenn Sie viele kleine, nette Details zum Entdecken enthalten.

Matthias Schwaighofer Fotograf, Bildbearbeiter und PS-Trainer

Licht-Set-up für das Ausgangsbild planen

Accessoires hinzufügen und anpassen Die Schrot-Flinte habe ich nach dem PorträtShooting im Hintergrund eingebaut, und natürlich wurden auch die zwei Tiere separat fotografiert und montiert. Dies war der schwierigste Teil der gesamten Bildbearbeitung, denn die Tierfotos sind im Zoo entstanden. Eichhörnchen und Kauz mussten erst freigestellt werden, bevor ich sie für das Composing verwenden konnte. Damit alle Elemente zum Schluss farblich und in Schatten und Kontrasten perfekt zusammenpassen, habe ich diverse Einstellungsebenen wie z. B. Farbbalance, Farbton/Sättigung und Tonwertkorrektur angelegt.

Das Foto für mein Werk „Der Wilderer“ habe ich mit einer Canon 5D Mk II im RAW-Format mit einem 24mm-Weitwinkel-Objektiv aufgenommen. Als Set dient ein schwarzer Hintergrund. Das Hauptlicht kommt von einer großen Softbox von oben. Die Softbox ragt dabei nicht zu weit herunter, damit man noch unter den Hut sehen kann. Im Hintergrund sorgt eine weitere Lampe für die passende Lichtstimmung und von vorne links dient eine Styroporplatte als Reflektor, die man auch erkennen kann, wenn man ganz genau auf die Milchkanne schaut.

Short-Klick: Auf 100 Prozent einzoomen Neben praktischen Tastaturkürzeln gibt es in Photoshop auch ein paar Tricks für Mausenthusiasten, um schneller ans Ziel zu kommen. Ein Doppelklick auf die Lupe (Zoom-Werkzeug) in der Werkzeugleiste sorgt dafür, dass das Bild bei 100 Prozent angezeigt wird.

Troubleshooting: Im Farbwähler gibt es nur noch Schwarz/weiss/Grau

Karikaturstil herausarbeiten

Composing und Screenshots: Matthias Schwaighofer

Für ein Porträt im Karikaturstil vergrößern Sie den Kopf, bis er wirklich unnatürlich groß wirkt. Auch den Arm und den Daumen habe ich in diesem Beispiel transformiert. Dazu separieren Sie die gewünschten Bildelemente per Auswahl und Strg+J auf eigene Ebene, die Sie dann jeweils per Strg+T skalieren und im Weiteren mit den Werkzeugen des Verflüssigen-Filters verformen.

Tipps der Redaktion

Wenn Sie im Farbwähler keine bunten Farben mehr einstellen können, prüfen Sie, ob der Farbmodus des Bildes auf Graustufen steht oder ob sich das Bild im Maskierungsmodus befindet (Taste Q) beziehungsweise ob eine Ebenenmaske (anstelle der Ebene) aktiv ist.

Gelben schein im Modus Weiches licht einmalen Die rechte Seite der Montage – im Bereich, in dem sich der Kauz befindet – habe ich dezent aufgehellt. Dazu können Sie eine einfache Methode verwenden: Erstellen Sie eine neue, leere Ebene, und setzen Sie Ihren Ebenenmodus auf Weiches Licht. Dannn tragen Sie mit einer Deckkraft von etwa 30 % mit einem weichen Pinsel gelbe Vordergrundfarbe auf. So wirkt das Bild heller und gleich auch wärmer und sympathischer.

Mehrstufiges Schärfen Das Schärfen erfolgt bei mir in drei bis vier Schritten. Zu Beginn wende ich den Hochpassfilter (Radius: ca. 2 px) auf eine Kopie aller Ebeneninhalte im Modus Weiches Licht oder Ineinanderkopieren an. Einige Bereiche, wie z. B. die Barthaare und Schmuckstücke, maskiere ich in dieser Ebenen aus, um sie stattdessen mit dem Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren zu bearbeiten. In dieser Ebene wiederum spare ich die bereits per Hochpass geschärften Bereiche aus. Mit dieser Technik und verschiedenen Radien gelingt es, die Schärfe kontrollierter an das Bild anzupassen. 

Kurz zwischen zwei Werkzeugen wechseln Sie arbeiten gerade mit einem Werkzeug, zum Beispiel mit dem Pinsel, wollen aber zwischenzeitlich eine Auswahl mit dem Lasso-Werkzeug erstellen. Statt das Lasso per Auswahl in der Werkzeugleiste zu aktivieren, drücken Sie einfach nur die Taste L und halten diese gedrückt, so lange Sie das Werkzeug brauchen. Sobald Sie die Taste loslassen, sind Sie wieder beim ersten Werkzeug, dem Pinsel, zurück.

Vorder- und Hintergrundfarbe schnell definieren Um Vorder- und Hintergrundfarbe für das Malen in einer leeren Ebene schneller zu definieren, nutzen Sie die Pipette. Klicken Sie damit zuerst in die Stelle im Bild, von der Sie den Farbton für den Vordergrund aufnehmen wollen. Dann drücken Sie die Taste X, um abermals mit der Pipette die Hintergrundfarbe aufzunehmen. Auch mit gedrückter Alt-Taste können Sie im Übrigen bequem zwischen der Vorder- und Hintergrundfarbe hin- und herwechseln.

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Leicht gemacht Die Tricks der Profis

Equipment KAMERA

Canon 5D Mk II, 24–70mm-Objektiv bei 24mm, Hintergrund gestitcht mit Photomerge

PINSEL

Wolken und Rauch von qbrushes.net oder brusheezy.com

SOFTWARE

Photoshop CS6, Cinema 4D R14

GRAFIKTABLETT

Wacom Intuos 5, Größe M

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Die Tricks der Profis Leicht gemacht

Kontrastarbeiten In „Monorail“ sind viele Elemente per CGI entstanden. Doch auch eine solche Montage wächst erst in Photoshop so richtig zusammen. Uli Staiger Fotograf, 2D- und 3D-Illustrator, Trainer

Welche War’s Nur? Möchte man in einem Bild-Composing mit vielen Ebenen eine Ebene bewegen oder verschieben, lohnt es sich, in der Optionsleiste des Verschieben-Werkzeugs > Automatisch auswählen anzuklicken. Doch was, wenn an derselben Stelle mehrere Ebenen übereinanderliegen? Dann drücke ich am Mac gleichzeitig die Ctrl-Taste (Windows: rechte Maustaste) und wähle aus dem Drop-Down-Menü die gesuchte Ebene aus.

Speicherplatz sparen mit Ebenenkompositionen

Tonwertkorrektur mal Drei Tonwertkorrekturen können Sie auf zwei unterschiedliche Arten durchführen: Entweder Sie korrigieren alle Kanäle auf einmal oder Sie klicken oben im Drop-Down-Menü der Korrekturen-Palette jeden Kanal einzeln an, um den Rot-, Grün- und Blau-Kanal getrennt voneinander zu bearbeiten. So ist in allen drei Kanälen eine optimale Verteilung der Tonwerte sichergestellt. Eventuelle Ausreißer in den Lichtern oder Schatten hole ich mit dem Protokoll-Pinsel zurück; Farbverschiebungen vermeide ich durch Verrechnen der Korrekturebene im Modus Luminanz.

Viele User legen mehrere unterschiedliche Versionen ein- und derselben Datei auf ihrer Festplatte ab: Mal mit dieser oder jener Einstellungsebene, mal mit zusätzlichen Ebenen oder mal ohne. Sie können unheimlich viel Speicherplatz sparen, wenn Sie stattdessen für jede Bildversion eine Ebenenkomposition anlegen: einfach das gleichnamige Bedienfeld öffnen, und für jede Variante Neue Ebenenkomposition anklicken. So werden alle Versionen verwaltet, jedoch nur eine Datei angelegt.

Tiefen/Lichter als Smart-filter Um Kontraste in den Griff zu bekommen, ist Tiefen-Lichter sehr hilfreich. Eigentlich ist dieses Werkzeug ein Filter, nur ist er bei Bild > Korrekturen und nicht im Filtermenü untergebracht. Wandelt man die zu bearbeitende Ebene vorher in ein Smart-Objekt um, wird Tiefen-Lichter als Smart-Filter angewendet, der bei Bedarf natürlich wieder editierbar ist. Klappt übrigens auch mit 16 Bit.

Kanäle austauschen über Bildberechnungen

Automatische Retusche per Stapelmodus Viele Menschen aus einer Aufnahme zu entfernen klappt auch ohne aufwendige Retusche, wenn man eine ganze Serie dieser Aufnahme produziert, am besten mit Stativ. Da die Menschen bei jedem Foto an einer anderen Stelle stehen oder gehen, genügt es, die Serie als Photoshop-Ebenen in ein einziges Dokument zu laden und dieses dann in ein Smart-Objekt umzuwandeln. Nun fehlt nur noch der Stapelmodus > Median, den Sie unter Ebenen > Smart-Objekte > Stapelmodus finden. 

Composing und Screenshots: Uli Staiger

Oft ist der Blau-Kanal kontrastarm und grobkörnig. Dann verwende ich die Bildberechnungen, um den Blau-Kanal durch den meist detailreicheren Rotoder Grün-Kanal zu ersetzen. Im Kanal-Bedienfeld klicke ich den Blau-Kanal an und rufe die Bildberechnungen auf. Dort wähle ich z. B. den Rot-Kanal und eine kontraststeigernde Füllmethode aus. Damit dies nicht zu Farbverschiebungen führt, dupliziere ich zunächst die Hintergrundebene und verrechne die Ebenenkopie im Modus Luminanz.

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Die besten Tipps für tolle

Kinder porträts

Foto: MarkSwallow (istockphoto.com)

Nichts ist erfrischender als ein herzhaftes Kinderlachen. Bei unseren Kleinen drücken wir daher besonders gerne auf den Auslöser. Wie Sie Ihre Schnappschüsse anschließend mit den passenden Bild-Looks rahmentauglich aufpolieren, zeigen wir Ihnen auf diesen Seiten.

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Fotos: Nadine Dilly, Bearbeitung: Heike Herden

Fotomaterial auf der Heft-CD

RAWs optimieren: Mehr Kontrast und Farbdynamik Schon bei der RAW-Optimierung haben Sie viele Möglichkeiten, Ihr Foto zu perfektionieren oder mit einem Bild-Look zu versehen. Diese Regler führen bei Porträts am schnellsten zum Ziel. Oft ist es bei Kinderporträts gar nicht notwendig, diese aufwendig in Photoshop zu bearbeiten. Denn Kinder benötigen keine Schönheitsbehandlungen aus dem digitalen Labor und keine starke Hautbearbeitung. Kinderaufnahmen sollen vor allem fröhlich, freundlich und aus dem Leben gegriffen wirken. Für so einen natürlichen Look reicht oft schon die Bildoptimierung in einem RAW-Konverter wie in Photoshops Camera RAW aus. In den drei Schritten unten sehen Sie, wie Sie durch den Einsatz von Dynamik, Sättigung und Klarheit mehr Kontrast und farbliche Harmonie in Ihr Bild bringen. Eine Vignette nimmt den ablenkenden Hintergrund etwas zurück und lenkt den Blick des Betrachters auf das Porträt zurück. Zum Schluss bringen Sie, ohne Ihr Bild in Photoshop öffnen zu müssen, die Augen zum Strahlen.

Dynamik, Sättigung & Klarheit

Vignette einfügen

Augen betonen

Als Erstes optimieren Sie Ihr Bild, wenn nötig, in den Kontrasten und der Belichtung. Erhöhen Sie leicht die Klarheit, um auch die Mikrokontraste leicht zu steigern. Der Kinderhaut macht das nichts aus. Um die Farben strahlen zu lassen, erhöhen Sie danach die Dynamik, senken aber die Sättigung wieder etwas, damit der Look natürlich bleibt.

Um den Blick des Betrachters auf das Lachen des Kindes zu lenken und den Hintergrund in der Wirkung zurückzunehmen, legen Sie eine Vignette an. Gehen Sie dazu in das Effekte-Menü. Achten Sie darauf, dass die Lichterpriorität angewählt ist. Ziehen Sie den Stärke-Regler für die Vignette leicht nach Links. So werden Bildecken sanft abgedunkelt.

Um die Augen zum Leuchten zu bringen, wählen Sie oben in der Werkzeugleiste den Korrekturpinsel aus. Stellen Sie eine kleine, weiche Pinselspitze ein, und malen Sie über die Augen. Mit dem Regler Farbtemperatur können Sie nun die Iris leicht färben, außerdem können Sie die Kontraste, die Klarheit und die Belichtung verstärken.

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Fotos: Nadine Dilly, Bearbeitung: Heike Herden

Raster-Effekt Leicht gemacht

Monochrom: Für emotionale Bilder Auf den Betrachter wirkt ein Schwarzweiß-Bild oft emotionaler als eine Farbaufnahme, da es den Blick auf das Wesentliche, zum Beispiel Inhalt und Ausdruck, konzentiert. Probieren Sie es aus!

Tipp

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Da monochrome Fotos den Blick nicht durch Farben ablenken, wirken sie auf den Betrachter meist intensiver. Das heißt allerdings nicht, dass jedes Bild von einer Schwarzweiß-Umwandlung profitiert. Komposition und Motiv müssen in sich stimmig sein, und die Farbe darf in beiden Punkten keine Hauptrolle spielen. Ideal sind Aufnahmen mit starken Konturen

und Kontrasten und emotionalem Inhalt. Eine der einfachsten und schnellsten Methoden zum Schwarzweiß-Bild führt wie unser erster Tipp über den RAW-Konverter. In den Effekten können Sie zusätzlich eine feine Körnung hinzufügen, die leichte Unschärfen verschleiert sowie dem fertigen Bild auch einen kunstvollen RetroLook wie aus analogen Fotozeiten verleiht.

In Graustufen umsetzen

Vignette und Körnung

Öffnen Sie Ihr Bild in Camera RAW. Zum Konvertieren reduzieren Sie die Sättigung nicht in den Grundeinstellungen, sondern gehen Sie ins Menü HLS/ Graustufen. Setzen Sie den Haken vor In Graustufen konvertieren, und Ihr Foto wird automatisch umgewandelt. Passen Sie die Regler so an, dass die wichtigen Bildbereiche im optimalen Kontrast zueinander stehen.

Gehen Sie zum Reiter Effekte. Ziehen Sie zuerst den Regler für die Vignetten-Stärke leicht nach links. Die Vignette lenkt den Blick des Betrachters auf das Hauptmotiv. Um zusätzlich analoges Korn zu simulieren, das leichte Unschärfen verschleiert, erhöhen Sie den Stärke- und Größe-Regler bei Körnung auf 50. Steigern Sie die Unregelmäßigkeit auf etwa 60. 

JPEGs in CAmera Raw öffnen Was ist, wenn Sie keine RAW- sondern eine JPEGDatei bearbeiten beziehungweise farblich optimieren wollen? Kein Problem: In Adobe Camera RAW lassen sich auch JPEGs öffnen, wenn Sie dies in Photoshop voreinstellen. Öffnen Sie dazu im Bearbeiten-Menü die Voreinstellungen mit dem Punkt Camera RAW. Gehen Sie zum Feld Verarbeitung von JPEG- und TIFF-Dateien, und wählen Sie für JPEG > Alle unterstützten JPEG-Dateien automatisch öffnen aus.

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Fotomaterial auf der Heft-CD

Porträt-Looks Leicht gemacht

Färben der Lichter

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Öffnen Sie das Register Teiltonung in der Leiste unter dem Histogramm. Erhöhen Sie die Sättigung für die Lichter auf etwa 23. Nun können Sie mit dem Farbtonregler die Farbe wählen, in der die Lichter eingefärbt werden sollen. Hier gibt es keinen Richtwert, entscheiden Sie frei nach Geschmack und Motiv. Im Beispiel haben wir ein Gelb (Wert 60) gewählt.

Färben der Tiefen

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Erhöhen Sie als Nächstes die Sättgung für die Tiefen. Der Wert darf etwas höher als bei den Lichtern sein. Färben Sie auch die Tiefen mit dem Farbtonregler ein. Besonders schöne Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie warme Töne für die Lichter und kühle für die Tiefen wählen. Mit dem Regler Abgleich können Sie zusätzlich einen der Farbtöne verstärken.

Schärfen

Split-Tonung: Coole Farb-Looks Sie wollen einen spannnenden Farb-Look in Ihr Bild bringen? Besonders schnell geht auch das in Camera RAW – mit der Funktion Teiltonung. Das gleiche Prinzip ist auch in Photoshop Lightroom umsetzbar. Auch durch den Einsatz verschiedener Farb-Looks können Sie Ihre Por­ trätaufnahmen etwas pfiffiger und interessanter gestalten. Aktuell besonders beliebt sind sogenannte Crossfilter. Einen ähnlichen Farb-Look, jedoch in abgeschwächter Form und deshalb besonders gut geeignet für die Porträts unserer Jüngsten, erzeugen Sie mit einer Split-Tonung, bei der Sie die Tie-

Um ein Bild zum Abschluss mit Camera RAW zu schärfen, erhöhen Sie im Register Detail die Stärke und den Radius. Damit Sie nur die Details, aber z. B. nicht die Haut beeinflussen, ziehen Sie mit gedrückter Alt-Taste den Maskieren-Regler nach rechts. Alle Bereiche, die geschärft werden, werden nun weiß angezeigt. 

fen und Lichter im Bild unterschiedlich einfärben. Dazu nutzen Sie in Camera RAW das Menü Teiltonung. Die Regler darin sind kinderleicht anzuwenden und trumpfen mit großem Variationsspielraum auf. Stellen Sie einfach den Farbton sowie die Sättigung für die hellen und dunklen Bildpartien ein. Schneller können Sie einen einzigartigen Farb-Look in Photoshop so gut wie nicht erzeugen. 3/2013

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Foto: Sonja Dirscherl, Bearbeitung: Heike Herden

Fotomaterial auf der Heft-CD

Erste Hilfe bei blasser Haut: Details zurückholen Zarte Kinderhaut sieht schnell blass aus. Vor allem an einem sonnigen Tag können Gesichter schnell ausgebrannt oder im Vergleich zum Bildhintergrund zu hell erscheinen. Photoshop hilft Ihnen auch hier!

Es ist Sommer, die Sonne brennt vom Himmel. Während Erwachsene sich liebend gerne sonnen, werden Kinder vor jedem noch so kleinen Sonnenstrahl geschützt. Das Ergebnis ist oft eine vornehme und gesunde Blässe. Auf Bildern wirkt Kinderhaut deshalb aber häufig etwas zu farblos, besonders wenn die Sonne diese helle Fläche noch zusätzlich anstrahlt und

damit stark aufhellt. Das verwirrt auch den Sensor Ihrer Kamera. Um die Belichtung von Hauptmotiv und Hintergrund näher aneinander zu bringen, nutzen Sie die Tonwertkorrektur in Photoshop. Für mehr Pepp und Kontraste sorgt zusätzlich der Hochpassfilter, mit dem sich Ihre Bilder perfekt nachschärfen lassen. Und das bringt auch die Augen Ihres kleinen Fotomodels zum Strahlen!

Tonwertkorrektur

Kontraste erhöhen

Hochpassfilter anwenden

Öffnen Sie Ihr Bild in Photoshop. Per Klick auf das Symbol in der Korrekturen-Palette (oder am Fuß der Ebenen-Palette) erstellen Sie eine Einstellungsebene > Tonwertkorrektur. Unter dem RGB-Histogramm sehen Sie einen Verlauf. Fassen Sie den rechten, weißen Reiter an, und ziehen Sie ihn nach links. Im Bild kontrollieren Sie die Auswirkung.

Um dem Bild wieder etwas Plastizität und Tiefe zu verleihen, duplizieren Sie die Hintergrundebene. Legen Sie die neue Kopie an oberste Position. Verstellen Sie nun den Ebenenmodus, um Ihre neue Ebene mit den darunterliegenden zu verrechnen. Wählen Sie hierzu den Ebenenmodus > Weiches Licht. Ihr Bild wirkt jetzt erst einmal wieder zu hell.

Wenden Sie nun den Hochpassfilter an, den Sie unter dem Menüpunkt Filter > Sonstige Filter finden. Wählen Sie im Dialog einen hohen Wert von etwa 50 px aus, um die Kontraste zu erhöhen und mehr Struktur in die Haut zu bringen. Diese Einstellung macht auch die Augen automatisch viel strahlender, und das Bild wirkt leicht geschärft. 

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Sommerfarben: Color Look-up

Foto: Nadine Dilly, Bearbeitung: Heike Herden

Im Garten spielende Kinder sind ein besonders schönes Fotomotiv. Leuchten die Farben im Bild einmal nicht so sommerlich wie in der Erinnerung, können Sie mit der neuen CS6-Funktion Color Look-up schnell nachhelfen. Die Sonne scheint und blendet stark in die Kamera. Das Ergebnis: Die Farben im Bild wirken flau, die Kontraste fehlen, die Sommer-Lichtstimmung, die Sie beim Fotografieren im Freien gespürt haben, ist einfach weg. Um Ihren Bildern den sommerlichen Look zurückzugeben, können Sie zum einen verschiedene Einstellungsebenen kombinieren oder auf Plug-in-Filter zurückgreifen. Ab Version CS6 bietet Ihnen Photoshop aber auch eine integrierte und direkte Lösung: die Color-Look-up-Filter. Diese finden Sie in den Korrekturen mit einer großen Auswahl an Vorlagen, die nur darauf warten, ausprobiert und angewendet zu werden.

KOntraste Steigern

color look-ups aktivieren

Look auswählen

Öffnen Sie Ihr Bild in Photoshop, und duplizieren Sie die Ausgangsebene mit der Tastenkombination Strg+J. Um den Kontrast im Bild zu erhöhen und die Farben zu verstärken, verstellen Sie den Ebenenmodus der neuen Ebene von Normal auf Weiches Licht. Sollte Ihnen der Effekt zu stark erscheinen, können Sie die Ebenendeckkraft etwas reduzieren.

Um den perfekten Sommer-Look zu erzielen, könnten Sie viele verschiedene Einstellungen, wie etwa Fotofilter, selektive Farbkorrekturen und Gradationskurven kombinieren. Seit CS6 bietet das Programm aber auch die Korrektur Color Look-up. Legen Sie über das Icon in der Korrekturen-Palette eine Einstellungsebene > Color Look-up an.

In den verschiedenen Kategorien steht Ihnen eine große Auswahl an Farbveränderungen und Bildstilen zur Verfügung. Probieren Sie ruhig verschiedene aus. In unserem Beispielbild haben wir uns für Fall Colors entschieden, die Sie unter 3DLUTDateien finden. Dieser Filter zaubert im Handumdrehen ein wärmeres und weicheres Licht ins Bild. 

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XXXX XY Leicht gemacht ERste Schritte

Teil 2 Auswahl-werkzeuge

Fotos: fotolia.com, Montage: Wibke Pfeiffer

Manche Werkzeuge in Photoshop kommen in fast jedem Projekt zum Einsatz. Zu diesen meistgenutzten Klassikern zählen definitiv die Auswahl-Werkzeuge, mit denen Sie Freisteller für Montagen oder Masken für partielle Bildkorrekturen vorbereiten. Einen Überblick über die wichtigsten Tools hierfür geben wir Ihnen ab Seite 46. Außerdem lernen Sie die Vorteile des Dialogs Kante verbessern kennen.

Filter-Klassiker und Newcomer Filter gibt es in Photoshop nahezu wie Sand am Meer. Viele davon dienen allein kreativen Mal- und Zeicheneffekten, weitaus wichtiger für Ihre Photoshop-Projekte werden aber die Klassiker und neuen Highlights zum Weich- und Scharfzeichnen, zum Verformen sowie zur Verzeichnungskorrektur für Sie sein. Mehr zu Photoshops Kreativ-Kommandozentrale lesen Sie ab Seite 50.

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ERste Schritte Leicht gemacht XY XXXX

Meistern Sie Photoshop in 24 Stunden

Erste Schritte in

Photoshop In Teil 1 unserer Einstiegsserie drehte sich alles um Ebenen, Masken und Standardkorrekturen. Freuen Sie sich nun auf Tipps zum cleveren Auswählen und Freistellen von Bildmotiven sowie auf einen Überblick über Photoshops kreative Filter und Füllmethoden.

Ebenenfüllmethoden Unglaublich vielseitig einsetzbar sind auch Photoshops Füllmethoden (auch Ebenenmodi genannt), die Sie im Drop-Down-Menü der Ebenen-Palette finden. Weisen Sie einer Ebene eine Füllmethode zu, ändern Sie die Art, in der sie mit der Ebene darunter verrechnet wird. Einsetzen können Sie dies sowohl für kreative Texturüberlagerungen, aber auch zur Bildoptimierung per Kontraststeuerung und sogar zum Freistellen. Wertvolle Tipps zur Anwendung sowie ein praktisches Chart mit allen 27 Füllmethoden im Überblick finden Sie ab Seite 48.

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Fotomaterial zum Download unter www.digitalphoto.de/heft

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Nachher

Auswählen und freistellen

Lasso und Co.

Schnellauswahl-Werkzeug

Zeichenstift/Pfadwerkzeug

Schnelle Auswahlen von geometrischen Formen treffen Sie mit dem Auswahlellipse- 3 oder Auswahlrechteck-Werkzeug 4 . Kreisrund oder quadratisch wird's mit gedrückter Umschalt-Taste. Für unregelmäßige Formen, etwa wenn Sie ein Objekt nur grob umfahren wollen, um es auf eine neue Ebene zu kopieren, greifen Sie zu Lasso oder Polygonlasso 6 .

Übermalen Sie ein Objekt mit dem Schnellauswahl-Werkzeug 9 , versucht dieses automatisch anhand von Farbe und Kontrast dessen Form und Konturen zu erkennen. Ist die Kante scharf, kommt das Werkzeug auch mit einem mäßig unruhigen Hintergrund klar. Um zu viel ausgewählte Bereiche von der Auswahl abzuziehen, übermalen Sie sie mit gedrückter Alt-Taste.

Hat ein Objekt glatte, aber kurvige Kanten und steht es vor einem Hintergrund mit zu wenig Kontrast zum Objekt, kommen Sie mit dem Zeichenstift 14 (auch Pfad-Werkzeug genannt) zum besten Ergebnis. Mit einfachen Klicks setzen Sie Eckpunkte, per Klicken und Ziehen werden daraus Kurvenpunkte mit Grifflinien, über die Sie die Kurvenform anpassen können.

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Freistell-Effekt per Ebenenmodi

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Farbbereich auswählen

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Sind Hintergrund oder Objekt einfarbig, können Sie auch mit Auswahl > Farbbereich starten. In diesem Fenster markieren Sie mit der Pipette jene Farbe, die später als Auswahl stehen bleiben soll. Mit dem Regler Toleranz sorgen Sie dafür, dass auch wirklich alle Pixel einer Farbe markiert werden. Bei Bedarf kehren Sie die Auswahl danach mit Strg+Umschalt+I um.

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Wollen Sie nur eine neue Hintergrundtextur einfügen und das Motiv, das Sie dazu freistellen wollen, steht vor Grau, Weiß oder Schwarz, können Sie auch die Ebenenmodi (siehe auch S. 48) zum Verrechnen einsetzen. Bringen Sie beide Ausgangsbilder in eine Datei, legen Sie den Hintergrund ÜBER das Objekt, und setzen Sie den Modus auf Weiches Licht bei Grau oder (Negativ) multiplizieren bei Weiß oder Schwarz. Um die Struktur des Hintergrundes aus Binnenbereichen des Objekts zu entfernen, legen Sie eine Ebenenmaske an, in der Sie mit schwarzer Farbe alle störenden Bereiche übermalen. Dabei müssen Sie nicht sehr ordentlich arbeiten. Haarspitzen und Kanten sparen Sie einfach aus, denn hier hat die Modusverrechnung schon ganze Arbeit geleistet. Ein Beispiel? Die Kriegerin im Filmplakat-Workshop ab S. 84 in diesem Heft wird auf so freigestellt.

Freistellen mit dem Pinsel

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Wenn Sie Fell oder Haare von einem farblich zu ähnlichen oder unruhigen Hintergrund trennen wollen und Sie mit Kante verbessern (siehe rechts) nicht weiterkommen, versuchen Sie nicht, jedes einzelne Haar zu retten. Am schnellsten kommen Sie hier zum Ziel, wenn Sie die Motivkante mit Spezialpinseln maskieren, die die Haartextur simulieren.

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Fotos: Fotolia, Pavel Kaplun

Leicht gemacht ERste Schritte


ERste Schritte Leicht gemacht

Photoshops Auswahl-werkzeuge 1 2 3 4 5 6 7 8

einzelne Spalte wählen einzelne Zeile wählen Ellipse auswählen Rechteck auswählen magnetisches Lasso Polygonlasso Freihandlasso Zauberstab

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Schnellauswahl-Werkzeug magischer und Hinter grund-Radiergummi 11 Punkt umwandeln 12 Ankerpunkt löschen oder hinzufügen 13 Freiform-Zeichenstift 14 Zeichenstift-Werkzeug 9

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»Der Dialog ‚Kante verbessern‘

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hilft Ihnen, jede Bereits erstellte Auswahl zu optimieren. Auch bei Aufwendigen Haarfreistellern.

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Wibke Pfeiffer, Redaktionsleiterin

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Saubere Ränder Bereits seit Version CS3 erleichtert der Dialog Kante verbessern in Photoshop das Freistellen von Haaren und anderen Objekten mit komplexen Kanten. Seitdem aber in CS5 zusätzliche Funktionen wie der Smart-Radius und Farben dekontaminieren dazu gekommen sind, ist der Kante-verbessern-Dialog zu einem der stärksten Freistellungs-Werkzeuge überhaupt geworden. Arbeiten Sie gerade im Maskieren-Modus oder an einer Ebenenmaske, nutzen Sie den Zwillingsbruder Maske verbessern mit denselben Reglern. Der schon in CS4 nicht mehr standardmäßig implementierte Extrahieren-Filter, der früher in Photoshop beim Freistellen entlang komplexer Kanten half, ist damit endgültig überflüssig geworden. Feine Härchen und andere Details in Bereichen ohne glatte Kanten erfassen Sie mit der Funktion Kante verbessern vor allem vor einheitlichem Hintergrund recht genau. Wenn Sie also Ausgangsbilder für Ihre eigenen Montagen sammeln wollen, achten Sie auf einen ruhigen Hintergrund, um sich das Freistellen leichter zu machen. 

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Z oom-Werkzeug (bei geöffnetem Dialog) Hand-Werkzeug (bei geöffnetem Dialog) Auswahl der Ansichtsmodi Radius anzeigen (aus Smart-Radius und eingemaltem Radius)

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ursprüngliche Auswahl Radius automatisch an Objektkanten anpassen Regler für Größe des Verfeinerungsbereichs beim Übermalen der Kante gezackte Kanten glätten Auswahl weichzeichnen

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Kantenkontrast verstärken Auswahl verkleinern oder erweitern Farbränder aus dem Bild entfernen Ausgabe an Auswahl, neue Ebene (mit Maske), neue Datei usw.

Auswahlen mit dem Dialog Kante Verbessern optimieren Einstellungen wählen

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Auswahl treffen, Dialog öffnen

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Beginnen Sie mit einer groben Auswahl des Objekts, zum Beispiel mit dem SchnellauswahlWerkzeug. Kopieren Sie die Auswahl auf eine neue Ebene (Strg+J). Aktivieren Sie erneut die eben getroffene Auswahl, indem Sie mit gedrückter Strg-Taste auf die Ebenenminiatur klicken. In der Optionsleiste klicken Sie jetzt auf den Button Kante verbessern.

Wählen Sie einen der Ansichtsmodi 3 , um die Freistellerkante während der Arbeit im Dialog vor einem weißen, schwarzen, transparenten oder auch rot maskierten Hintergrund besser beurteilen zu können. Dann aktivieren Sie den Smart-Radius, indem Sie in sein Wahlfeld einen Haken setzen. Testen Sie verschiedene Radien 7 . Je nach Auflösung des Bildes und Beschaffenheit der Kante müssen Sie einen höheren oder niedrigeren Wert eingeben. Starten Sie zum Beispiel mit 3 px. Damit das Objekt vor seinem neuen Hintergrund nicht zu ausgeschnitten wirkt, sorgen Sie für eine weiche Kante 9 (ca. 0,5 px), und erhöhen Sie den Regler für Kontrast 10 leicht, um den Kantenkontrast zu steigern. Treten farbige Säume an den Kanten zum Vorschein, setzen Sie den Haken bei Farben dekontaminieren 12 und stellen Sie den zugehörigen Regler auf eine Stärke von 66.

Feinheiten übermalen

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Um die Auswahl im Bereich feiner Details an den Rändern zu verbessern (z. B. Haarspitzen), aktivieren Sie das Radius-verbessern-Werkzeug (Pinsel im Dialog neben Kantenerkennung). Stellen Sie in der Optionsleiste eine passende Pinselgröße ein, und malen Sie über die Kanten, die Photoshop verbessern soll. Nach Klick auf OK erhalten Sie eine neue Ebene mit der optimierten Auswahl als Maske, wenn unter Ausgabe an > Neue Ebene mit Ebenenmaske aktiviert ist. 3/2013

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Fotomaterial zum Download unter www.digitalphoto.de/heft

Leicht gemacht ERste Schritte

Photoshops Füllmethoden im Überblick

Füllmodi-Gruppen

Füllmethoden gekonnt einsetzen Indem Sie Ebenen mittels Füllmethoden miteinander verrechnen, können Sie Farben im Bild optimieren, Texturen kreativ mit dem Motiv kombinieren oder sogar Objekte freistellen, wenn sie vor einem neutral grauen, weißen oder schwarzen Hintergrund stehen. Das Drop-Down-Menü für die Füllmethoden in der linken oberen Ecke der EbenenPalette gehört den besonders kreativen Werkzeugen in Photoshop. Wenn Sie einer Ebene eine Füllmethode (auch Ebenenmodus genannt) zuweisen, ändern Sie die Art, wie sie mit der Ebene darunter interagiert. Sie können Ebenen also nicht nur übereinanderstapeln und über die Ebenendeckkraft für Transparenzen sorgen. Sie können die Pixel auch direkt gemäß ihrer Helligkeits- und Farbwerte miteinander verschmelzen. Legen Sie eine Textur über ein Foto, können Sie so z. B. schöne Grunge-Effekte erzielen. Sie können aber auch unerwünschte Pixel einer bestimmten Helligkeit ausblenden, um so z. B. ein Objekt freizustellen. Und Sie können ein Bild mit sich selbst verrechnen, um z. B. die Farben oder Kontraste darin zu steigern. 

Tipp

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Schnelle KOntraststeigerung Duplizieren Sie eine Fotoebene und setzen Sie den Modus der Kopie auf Weiches Licht, verstärken Sie die Kontraste im Bild.

Die Linien zwischen den Modi-Blöcken helfen Ihnen zu erkennen, welche Füllmethoden sich ähnlich verhalten. Von Abdunkeln bis Dunklere Farbe z. B. dreht sich alles um das Erhalten oder Verstärken der Pixel der oberen Ebene, die dunkler sind als die Pixel der Ebene darunter. Insgesamt gibt es 27 Füllmethoden, und anfangs ist es nicht ganz leicht, direkt zur richtigen zu greifen. In unserer Übersicht rechts sehen Sie, wie sich die Füllmethoden auf die Blume auswirken, die über einer Textur-Ebene liegt. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Die beste Wahl hängt vom gewünschten Effekt und von den Bildern ab, die Sie kombinieren wollen.

Kreative Sandwich-Technik

Dodge & Burn

In Teil 1 dieser Serie Erste Schritte in Photoshop (Ausgabe 2/2013) haben Sie die Ebenenmodi im Abschluss-Projekt Mit Masken arbeiten bereits von ihrer kreativen Seite kennengelernt. Kurz zusammengefasst: Legen Sie eine Textur über ein Fotomotiv und wählen Sie einen Ebenenmodus wie Multiplizieren oder Ineinanderkopieren, entstehen hübsche Überlagerungseffekte. Überall, wo Sie die verrechnete Textur stört, maskieren Sie sie mit Schwarz in einer Ebenenmaske für die obere Ebene aus.

Füllmodi wie Weiches Licht oder Ineinanderkopieren, mit denen Sie den Kontrast im Bild verstärken können, helfen Ihnen auch, wenn es darum geht, die Tiefen und Lichter im Bild per Dodge & Burn zu betonen. Legen Sie eine neutralgraue Ebene in einem dieser Modi an, und malen Sie darin mit Schwarz, um Schatten zu verstärken, und mit Weiß, um Lichter zu betonen. Diese Methode wird in zahlreichen Workshops dieser Ausgabe eingesetzt, z. B. in All about Eve (S. 62) oder in Und Action! (S. 84).

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ERste Schritte Leicht gemacht

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Normal

Im Standardmodus Normal liegen die Pixel beider Ebenen einfach übereinander und werden nicht verrechnet. 4

Multiplizieren

Multipliziert die Farbwerte beider Ebenen. Das Ergebnis ist insgesamt dunkler.

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Dunklere Farbe

Ähnlich wie Abdunkeln: ergänzt die dunkelsten Kanalwerte der oberen Ebene.

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Farbig abwedeln

Hellt die Farben der unteren Ebene auf, um den Kontrast der oberen Ebene anzuheben.

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Ineinander­ kopieren

Erhöht den Kontrast durch (negatives) Multiplizieren der Farben der oberen Ebene. 16

Strahlendes Licht

Hellt die Farben der unteren Ebene auf oder dunkelt sie ab. Wirkt stärker als hartes Licht. 19

Hart mischen

Fotos: Fotolia, Screenshots: Marlon Geistert, Wibke Pfeiffer

Reduziert die Farbinformationen auf nur acht Farben. Sinnvoll zum Schärfen.

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Subtrahieren

Betrachtet die Kanäle und subtrahiert die Farbwerte der oberen Ebene von denen der darunter liegenden. 25

Sättigung

Mischt die Luminanz und den Farbton der unteren Ebene mit der Sättigung der oberen.

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Sprenkeln

3

Abdunkeln

Mischt die Pixel der oberen und unteren Ebenen nach einem Zufallsmuster für ein körniges Ergebnis.

Die Farben der oberen Ebene, die dunkler sind als die der Ebene darunter, werden dazugerechnet.

5 Farbig nachbelichten

6 Linear ­nachbelichten

Dunkelt die Farben der unteren Ebene ab, um den Kontrast der oberen Ebene anzuheben.

Senkt die Helligkeit der unteren Ebene, um die Ebene darüber abzudunkeln.

8

Aufhellen

Die Farben der oberen Ebene, die heller sind als die der unteren, werden dazugerechnet.

11

Linear abwedeln

Stärkerer Aufhell-Effekt als bei den zwei Füllmethoden davor.

14

Weiches Licht

Hellt die Pixel der oberen Ebene auf oder dunkelt sie ab, je nach der Farbe darunter.

17

Lineares Licht

Ähnlich wie strahlendes Licht: bezieht sich beim Verrechnen eher auf die Helligkeit als auf den Kontrast. 20

Differenz

Die Farben der oberen Ebene werden von der unteren subtrahiert (oder umgekehrt).

23

Unterteilen

Betrachtet die Kanäle separat und teilt die Farbwerte der oberen Ebene durch die der darunter liegenden. 26

Farbe

Mischt die Luminanz der unteren Ebene mit der Farbe und Sättigung der oberen.

Negativ multiplizieren 9

Kehrt die Farben der oberen Ebene um und multipliziert sie mit der Ebene darunter. 12

Hellere Farbe

Vergleicht die Farbwerte der jeweiligen drei Farb-Kanäle und wählt den helleren Wert.

Hartes Licht Multipliziert die Farben der oberen Ebene (negativ), abhängig von der Farbe darunter. 15

18

Lichtpunkt

Nach einem Vergleich mit neutralem Grau werden die jeweils helleren Pixel beider Ebenen abgebildet. 21

Ausschluss

Weniger kontrastreich als Differenz. Verrechnen mit Weiß invertiert die untere Ebene.

24

Farbton

Mischt die Luminanz und Sättigung der unteren Ebene mit dem Farbton der oberen Ebene.

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Luminanz

Mischt die Farbe und Sättigung der unteren Ebene mit der Luminanz der oberen.

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Leicht gemacht ERste Schritte

Filtervielfalt Die Filter-Auswahl in Photoshop für kreative oder bildoptimierende Zwecke wird mit jeder PS-Version größer. Neben den eher spielerischen Anwendungen aus der Filtergalerie (Beispiele für die Vielfalt sehen Sie rechts) stellen wir Ihnen hier auch kurz die wichtigsten „Arbeitstiere“ vor. Wichtig und praktisch: Wenden Sie den Befehl Für Smart-Filter konvertieren auf eine Ebene an; bevor Sie einen Filter nutzen, können Sie den Effekt jederzeit anpassen, indem Sie per Doppelklick auf den Ebeneneintrag den Filterdialog wieder öffnen – wie bei einer Farb- oder Kontrast-Korrektur, die Sie als Einstellungsebene anlegen. 

»Nutzen Sie

Filter am besten als Smart-filter. So bleiben Sie flexibler.

«

Wibke Pfeiffer, Redaktionsleiterin

die 5 GroSSen Im Filtermenü ganz oben unter den Optionen zum Wiederholen des letzten Filters (Strg+F) und zum Umwandeln einer Bildebene in eine Smart-FilterEbene finden Sie die Filtergalerie (siehe rechts) sowie die fünf wichtigsten Filter, die jeweils einen eigenen, umfangreicheren Dialog mit zahlreichen Unterwerkzeugen mitbringen.

Objektivkorrektur Helfer bei kissenoder tonnenförmigen Verzeichnungen, Farbsäumen und (un)erwünschten Vignetten.

3 Ölfarbe Mit diesem Gemäldefilter können Sie in Photoshop schnell ein in Ölfarben gemaltes Bild simulieren.

5 50  

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Rendern

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Neben der Filtergalerie und den „5 Großen“ finden Sie im Filter-Menü 8 weitere Oberbegriffe, die wiederum neue Filter beherbergen. Einige davon sind zu denen der Filtergalerie identisch. Weitere wichtige stellen wir Ihnen hier vor. Die Renderfilter etwa versehen Bilder mit verschiedenen Überlagerungseffekten, wie z. B. Beleuchtungseffekten (künstliche Lichtspots etc.), Blendenflecken oder Differenz-Wolken.

Scharfzeichnen

2

Unter den Scharfzeichnungsfiltern ist (zumindest bis PS CS6) Unscharf maskieren für Sie der wichtigste. Verwenden Sie ihn, um den Schärfeeindruck allgemein zu erhöhen (nicht bei Bewegungsunschärfe!). Je höher Sie den Stärke-Wert setzen, desto stärker betonen Sie Kontrastunterschiede an den Objektkanten, was wiederum die Schärfe steigert. Setzen Sie Stärke, Radius und Schwellenwert immer mit Bezug zueinander und zur Bildauflösung ein.

2 Verflüssigen Hier verformen Sie ein Bild wie eine flüssige Masse, indem Sie Pixel verschieben, aufblasen oder zusammenziehen.

Weichzeichnen

3

4 Fluchtpunkt Wenn Sie perspektivisch verzerrte Oberflächen texturieren oder retuschieren wollen, tun Sie das hier.

Drei geniale neue Weichzeichnungsfilter sind erst kürzlich mit CS6 in Photoshop eingezogen: Feld, Iris und Tilt-Shift. Mit der Iris-Weichzeichnung simulieren Sie das Bokeh offenblendiger Ojektive bei Bildern mit zu geringem Schärfeverlauf. Der Tilt-ShiftFilter ist toll für den beliebten Miniaturisierungseffekt. Aber auch die Klassiker wie Bewegungsunschärfe, Gauß’scher Weichzeichner oder Radialer Weichzeichner werden Sie oft und gerne für Bildoptimierungen oder kreative Effekte nutzen.

Sonstige Filter: Hochpass

4

In den sonstigen Filtern versteckt sich darüber hinaus noch ein feines Kleinod, das sich noch etwas intuitiver als Unscharf maskieren (siehe Schritt 2) zum Schärfen einsetzen lässt: Der Filter Hochpass wird zu diesem Zweck auf eine Sammelebene (Kopie aller Ebeneninhalte) angewendet und dann im Modus Weiches Licht, Ineinanderkopieren oder Hartes Licht (je nach gewünschter Stärke der Wirkung) verrechnet.

Fotos: Fotolia, Screenshots: Marlon Geistert, Wibke Pfeiffer

1

Adaptive WeitwinkelKorrektur entzerrt Gebäude-Aufnahmen, die mit einem Fisheye oder im Weitwinkel aufgenommen wurden.


Fotomaterial zum Download unter www.digitalphoto.de/heft

ERste Schritte Leicht gemacht

Filtergalerie Für kreative Bildeffekte Filter, die Sie hauptsächlich zur kreativen Verfremdung des Motivs verwenden, etwa um einen Mal- oder Zeicheneffekt zu simulieren, finden Sie in Photoshops Filtergalerie. Der Dialog ist in vier Bereiche eingeteilt. Im ersten Feld ganz links (Live-Bildvorschau) sehen Sie die Auswirkung der Filtereinstellungen auf die angewählte Bildebene. In der mittleren Spalte wählen Sie aus sechs Filtergruppen (siehe Legende unten) Ihren Wunschfilter. Klicken Sie dazu auf den Pfeil neben einem der Ordner,

und aktivieren Sie den Filter dann per Klick auf eines der Thumbnails. (Die Thumbnails zeigen nicht das gerenderte Originalmotiv, sondern nur eine symbolische Ansicht). Im Optionenbereich ganz rechts stellen Sie dann die Regler für den gewählten Filter ein. Wichtig ist teilweise auch, welche Vorder- und Hintergrundfarbe Sie vor der Wahl des Filters im Farbwähler der Werkzeug-Palette eingestellt haben. Bei Zeichenfiltern nutzt Photoshop diese z. B. für die hellen und dunklen Striche.

Aquarell

Buntstiftschraffur

Farbpapier-Collage

Grobes Pastell

Malgrund

Tontrennung und K.

Dunkle Malstriche

Spritzer

Sumi-e

Leuchtende Konturen

Buntglas-Mosaik

Körnung

Mit Struktur versehen

Patchwork

Glas

Ozeanwellen

Weiches Licht

Feuchtes Papier

Fotokopie

Gerissene Kanten

Kohleumsetzung

Kreide und Kohle

Rasterungseffekt

Stempel

Strichumsetzung

Kunstfilter

Malfilter

Stilisierungsfilter

Strukturierungsfilter

Verzerrungsfilter

Zeichenfilter 3/2013

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Leicht gemacht ERste Schritte

Vom Digitalfoto zum Nachdem Sie Photoshops Freistell-Werkzeuge, Füllmethoden und Filtereffekte theoretisch kennengelernt haben, geht es jetzt ans Ausprobieren. Dabei zeigen wir Ihnen auch direkt, wie Sie die schicken Texturen und Aktionen der Heft-CD einsetzen können. Da es sich bekanntlich lohnt, Gelerntes auch direkt anzuwenden, kommen nun alle Techniken und Funktionen, die Sie in diesem Spezial kennengelernt haben, in einem kleinen Praxis-Workshop zum Einsatz. Diese einfache Montage, bei der Sie das Katzenfoto rechts unten in den Polaroid-Rahmen links oben zaubern und zuvor mit zwei Texturen überlagern, werden Sie mit Ihrem erworbenen 52  

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Wissen nun spielend einfach bewältigen können. Wir führen Sie aber natürlich noch einmal Schritt für Schritt durch alle Stationen: Verwenden Sie die Füllmethoden, um die Lichter und Tiefen im Ausgangsbild zu betonen und um die Texturen damit zu verrechnen. Nach einer kurzen Weichzeichnung müssen Sie dann nur noch den Play-Button der Polaroid-Aktion drücken. Viel Spaß!

Textur zur Verrechnung per Füllmethode

Original-Ausgangsfoto

Fotos: fotolia.com, Wibke Pfeiffer

POLAROID


Textur und Polaroid-Aktion auf der Heft-CD Ausgangsfoto zum Download unter www.digitalphoto.de/heft

ERste Schritte Leicht gemacht

Lichter und Tiefen betonen

Textur Multiplizieren

Unerwünschtes Maskieren

Bevor Sie mit dem Überlagern der Texturen beginnen, betonen Sie die Lichter und Tiefen mit einer Dodge-&-Burn-Ebene: Legen Sie eine leere Ebene im Ebenenmodus Weiches Licht an, die Sie mit 50 % Grau füllen. Darin malen Sie mit Weiß bei reduzierter Pinseldeckkraft über Felltexturen, die Sie aufhellen wollen. Mit Schwarz dunkeln Sie Bereiche ab.

Ziehen Sie als Nächstes eine Textur über Ihr Ausgangsbild. Ideal als Hintergrund für ein Polaroid wie unseres sind ruhigere Strukturen mit feinen Rissen und changierenden Farben. Das hier genutzte Bild finden Sie im Texturen-Paket auf der Heft-CD. Verrechnen Sie DSCF1849.jpg im Modus Multiplizieren. Das Bild wirkt zunächst sehr dunkel.

Da Katzenfell und Textur im Beispiel farblich nah beieinander liegen, müssen Sie die Katze nicht unbedingt freistellen. Es lohnt sich aber, das Gesicht und den Körper wieder etwas freizulegen. Ergänzen Sie eine Ebenenmaske für die Texturebene, und malen Sie darin mit großem, weichem, schwarzem Pinsel über die Katze (im Screenshot rot eingefärbt).

1

2

3

»Häufig müssen Sie

Falls notwendig: freistellen

ineinanderkopieren

Je nachdem, wie Ihre Ausgangsbilder beschaffen sind, kann es sinnvoller sein, die Textur hinter das Hauptfoto zu ziehen statt wie in Schritt 2 darüber. Dann müssen Sie die Katze kurz freistellen. Im Beispiel vor weißem Hintergrund gelingt dies ganz einfach mit dem Schnellauswahl-Werkzeug und dem Dialog Kante verbessern (siehe auch Seite 46–47).

Kombinieren Sie Ihre erste Textur nach Wunsch mit einer zweiten, die Sie als oberste Ebene in Ihr Bild ziehen und per Strg+T so skalieren, dass sie die Arbeitsfläche füllt. Setzen Sie den Ebenenmodus dieses Mal auf Ineinanderkopieren. Danach kopieren Sie die Maske der ersten Textur, indem Sie die Maskenminiatur mit Strg+Alt auf die neue Ebene ziehen.

4

Tilt-Shift und Kopie sichern

6

Für einen stylishen Unschärfeverlauf an den Rändern inklusive leichter Verzerrung der Pixel haben wir alle Ebeneninhalte auf einer Sammelebene zusammengefasst (Strg+Alt+Umschalt+E) und darauf den Filter > Weichzeichnungsfilter > Tilt-Shift (ab CS6) angewendet. Danach speichern Sie eine JPEGKopie des Bildes ab, da die Polaroid-Aktion aus Schritt 7 eine Datei mit nur einer Ebene benötigt.

das Hauptmotiv nicht einmal freistellen, nachdem Sie es mit der Textur verrechnet haben. Es genügt schon eine grobe Pinselmaske.

«

5

Polaroid-Aktion installieren

Polaroid-Aktion anwenden

Für den Rahmen, in den das vorbereitete Bild nun eingefügt werden soll, könnten Sie natürlich auch ein altes Polaroid einscannen oder einfacn nur Rechteck-Auswahlen mit Weiß füllen. Schneller und einfacher klappt es mit der Aktion Polaroid-Generator aus dem Heft-CD-Paket. Installieren Sie das Set, wie auf Seite 5 im Beitrag zur Heft-CD beschrieben.

Nun müssen Sie sich lediglich noch für einen der Polaroid-Farb-Looks aus dem Aktionen-Set entscheiden – wir haben gleich den ersten gewählt: Type 600. Drücken Sie auf den kleinen Pfeil am Fuß der Aktionen-Palette (Play-Button), und warten Sie, bis die Aktion Sie auffordert, das Bild im Rahmen per Skalieren und Verschieben, zu positionieren. 

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Wibke Pfeiffer, Redaktionsleiterin

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Leicht gemacht xxxxxxxxxxxxxxx

den Reglern in Lightroom und »MitPhotoshops Plug-in Camera RAW

korrigieren Sie Misslungene Farben besonders intuitiv und schnell.

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Einfach und effektiv: Bildoptimierung mit Lightroom und Adobe Camera RAW

Perfekte Farbkorrektur

Photoshop ist mit seinen vielen Funktionen ein wahrhaft mächtiges Werkzeug. Wer aber regelmäßig viele Bilder bearbeiten will, und das besonders schnell und farblich präzise, sollte die Reglerkorrektur in Photoshops RAWModul Camera RAW (ACR) oder im Schwesterprogramm Lightroom kennenlernen. Sie werden sie lieben!

Michael Müller Fotograf und Bildbearbeiter

G

eht es um das präzise Korrigieren und Verschieben von Farben, führen in Photoshop viele Wege nach Rom: Soll man nun zur selektiven Farbkorrektur, zu Farbton/Sättigung oder zur Farbbalance greifen? Klappt es mit der Weißabgleichspipette (die sich in Photoshop in der Palette Gradationskurven oder der Tonwertkorrektur versteckt ist), oder nimmt man besser gleich einen Fotofilter? Als Einsteiger ist man hier schnell überfordert. Der Profi weiß zumindest, wann er welche Funktion bemühen sollte, zeitaufwendiger als das simple Verschieben von intuitiven Reglern bleiben die Methoden aber alle. Deutlich schneller und einfacher kommen Sie an ein farblich optimiertes Ergebnis mit den

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Werkzeugen des Entwickeln-Bereichs der RAWSoftware Lightroom und des Photoshop-RAWModuls Adobe Camera RAW (ACR). Wir zeigen Ihnen, mit welchen Registern und Reglern Sie scheinbar missglückte Aufnahmen retten oder ganz neue Bild-Looks kreieren.

Die richtigen Farbwerkzeuge In den Grundeinstellungen des EntwickelnModuls von Lightroom (alle darin enthaltenen Funktionen finden Sie auch in ACR) befinden sich die Regler Farbtemperatur und Tönung. Mit dem Erstgenannten lassen sich Bilder „wärmer“ oder „kälter“ gestalten. Die Tönung dient zur Korrektur von Farbstichen, im Spektrum von Grün zu Magenta. Betrachten Sie einen Farbkreis, stellt sich alleine mit diesen beiden Reglern der komplette Farbkreis dar. Ebenfalls in den Grundeinstellungen finden Sie Regler für Dynamik und Sättigung. Mit Hilfe

des Sättigungs-Reglers sättigen oder entsättigen Sie alle Farben gleichermaßen, unabhängig davon wie stark oder schwach die Farben vorab in der Aufnahme waren. Mit dem Dynamik-Regler hingegen werden Farben abhängig von der Sättigung der Farben in der Aufnahme ge- oder entsättigt (siehe Kasten rechts). Ziehen Sie den Dynamik-Regler zum Beispiel in den positiven Bereich, werden schwach gesättigte Farben im Bild stärker gesättigt als Farben, die vorher bereits höher gesättigt waren. Im Vergleich sehen Sie zudem, dass sich ein Bild mit dem Sättigungs-Regler auf –100 komplett entsättigen lässt. Mit dem Dynamik-Regler auf –100 sind im Bild immer noch Farben vorhanden.

Farbtonsteuerung mit HSL Ein ebenfalls sehr umfangreiches Werkzug zur Farbveränderung ist das HSL- beziehungsweise Farbe-Register. Hier können Sie die Farbtöne Rot,

Fotos: istockophoto, Michael Müller

Farbr ko rektur mit ACR & Lightroom


Farbkorrektur per Regler Leicht gemacht

tätigen können. Mit dieser Funktion lassen sich im Handumdrehen kreative Farb-Looks kreieren. Ein Anwendungsbeispiel sehen Sie unten auf dieser Seite: Wählen Sie in den Lichtern einen warmen Farbton (z. B. 40) mit einer geringen Sättigung, um der Aufnahme in den hellen Bildbereichen einen „wärmeren” Bildeindruck zu verschaffen.

Farbkorrekturen im Detail

Lightroom und Camera RAW bieten eine ganze Palette mächtiger Regler und Werkzeuge zur exakten und effizienten Farbkorrektur. Orange, Gelb, Grün, Aquamarin, Blau, Lila und Magenta gezielt einzeln ansprechen, und das nicht nur in Bezug auf ihren Farbton (H=Hue), sondern auch auf Sättigung (S=Saturation) und Luminanz (L= Luminance). Hat die Haut einer porträtierten Person zum Beispiel einen typischen Rot-Orange-Stich, verringern Sie für beide Farbtöne einfach die Sättigung und erhöhen Sie die Luminanz von Orange. So sieht die Hautfarbe gleich viel natürlicher aus. Bei Landschaftsaufnahmen von sonnigen Tagen können Sie den Himmel mit den Blau-Reglern im Bereich Sättigung und Luminanz optimieren, ohne dass Sie dabei andere Farben verändern. Nach der Korrektur besitzt Ihr Foto einen kontrastreichen und strahlend blauen Himmel – fast so, als hätten Sie schon beim Fotografieren einen klassischen Polfilter aus Glas vor Ihr Objektiv gesetzt.

Teiltonung für kreative Looks Ein Lightroom-Klassiker in Bezug auf Farbanpassungen ist daneben die Teiltonung. Hier können Sie den Lichtern und Schatten verschiedene Farbtöne hinzufügen. Die Stärke lässt sich durch die Sättigungs-Regler bestimmen. Dazu klicken Sie auf das Farbfeld, das Sie jeweils neben den Begriffen Lichter und Schatten finden. Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Sie mit einer Pipette Ihre Auswahl

In der Palette der lokalen Korrekturwerkzeuge stehen Ihnen für den Verlaufsfilter- und den Korrekturpinsel auch die Farbregler Temperatur, Tönung und Sättigung zur Verfügung. So lassen sich auch selektive Farboptimierungen im Bild sehr genau realisieren und im Detail anpassen. Lokale Farbkorrekturen lohnen sich zum Beispiel bei Außenaufnahmen, deren Motiv zur einen Hälfte im warmen Sonnenlicht, zur anderen im kühlen Schatten liegt – und folglich nicht farbrichtig von der DSLR erfasst wurde. Das Gleiche funktioniert bei Studiofotos, die absichtlich mit einem kühleren Weißabgleich fotografiert beziehungsweise bearbeitet wurden, in denen das abgelichtete Model jedoch nicht kalt erscheinen, sondern in einem wärmeren Farbton dargestellt werden soll. Mit den lokalen KorrekturWerkzeugen lassen sich solche Situationen hervorragend korrigieren, indem Sie die Regler für die warmen und kühlen Bildbereiche unterschiedlich verschieben.

Sättigung vs. Dynamik In der Palette „Grundeinstellungen“ von Lightroom und Adobe Camera RAW (ACR) finden Sie die Regler „Sättigung“ und „Dynamik“. Beide wirken sich auf die Farbintensität aus, jedoch mit unterschiedlichen Resultaten, weshalb auch beide ihre Berechtigung haben. Hier sehen Sie, was bei welcher Farbkorrektur im Vergleich passiert.

Sättigung auf –100

Profi-Tool Kamerakalibrierung Als Option zur Farbkorrektur oftmals vollends vernachlässigt wird die Kamerakalibrierung. Allein der Name schreckt viele ab, dieses Register zu öffnen oder gar zu verwenden. Denn auch wenn viele Privatanwender bereits ihren Drucker, Scanner und Monitore kalibriert haben, bleibt eine kalibrierte DSLR eher die Ausnahme. Dabei ist die Kalibrierung/Profilierung der Kamera für einen farbechten Workflow sehr von Vorteil und auch nicht schwieriger. So geht’s: Sie erstellen mit Hilfe einer genormten Farbtafel wie dem X-Rite Colorchecker (ca. 60 Euro) ein Kamera­profil aus LR heraus, das Sie dann auf alle Bilder anwenden können, die Sie mit dieser Kamera fotografiert haben. So können Sie sicher sein, dass die Farben exakt so dargestellt werden, wie Sie Ihre DSLR aufgenommen hat. Aber auch ohne Kamera-Kalibrierung stehen Ihnen die manuell anpassbaren Regler des Registers Kamerakalibrierung zur Verfügung. Hier können Sie nicht nur wie im Register HSL die Primärwerte Rot, Grün und Blau direkt in Farbton und Sättigung anpassen, sondern auch die Schatten im Grün/Magenta-Bereich optimieren. 

Sättigung auf 0

Sättigung auf +100

Dynamik auf –100

Dynamik auf 0

Das unbearbeitete Bild zeigt eine natürliche Farbdarstellung. Der Weißabgleich bei der Aufnahme wurde richtig gesetzt. Soll die Szene jedoch sommerlicher wirken, ist auch dies kein Problem.

Verstärken Sie über die Palette Teiltonung gezielt die Sättigung in den Lichtern, und überlagern Sie die Aufnahme mit einem warmen Gelbton. Die Stimmung des Bildes hat sich deutlich verändert.

Dynamik auf +100

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Leicht gemacht Regenwetter-Bilder aufpeppen

Wenn Sie im RAW-Modus Ihrer Kamera fotografieren, verstecken sich in den Bilddaten zahlreiche Details, die Sie mit den Reglern in Adobe Camera RAW ganz leicht hervorkitzeln können.

Stimmungswechsel: So peppen Sie graue Landschaftsfotos auf

Schlechtwetterfotos aufwerten Auf den vorangegangenen Seiten haben Sie die Regler von Lightroom und Adobe Camera RAW zur schnellen Farbkorrektur theoretisch kennengelernt – jetzt geht es an die Praxis! Profi Pavel Kaplun zeigt Ihnen, wie Sie die Werkzeuge am einfachsten einsetzen, damit aus vermeintlich langweiligen Fotos echte Hingucker werden. Pavel Kaplun Fotograf und Profi-Bildbearbeiter

Projekt-Infos Material Eigenes, Beispielbild auf der Heft-CD Zeitaufwand ca. 30 Minuten Software  Adobe Camera RAW, Lightroom, PS(E) Inhalte globale und selektive Korrekturen im RAW-Konverter, Schlussoptimierung in Photoshop Zielgruppe Amateur- und Landschaftsfotografen sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

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rlaub ist immer schön, und man freut sich auf Sonne, Strand und Meer. Doch hin und wieder macht einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung, und statt strahlend blauem Himmel gibt es nur Grau in Grau. Also lieber auf die geplante Fototour verzichten? Auf keinen Fall! Auch an Schlechtwettertagen warten großartige Motive auf Sie: Denken Sie nur an einen wolkenverhangenen Himmel über stürmischer See oder ein aufziehendes Gewitter in den Bergen. Den grauen Schleier, der über allem zu liegen scheint, werden Sie mit den Reglern ihrer Bildbearbeitung ganz schnell wieder los – vor allem, wenn Sie im RAW-Format fotografieren. Mit der richtigen Technik können im RAW-Entwickler aus Schlechtwetterfotos sogar wahre Postkartenmotive werden.

Der beschriebene Weg funktioniert identisch in Photoshop und Lightroom und mit Einschränkungen in Photoshop Elements. Alles, was Sie brauchen, ist ein aussagekräftiges Motiv, das nicht zu stark über- oder unterbelichtet ist und einen stimmigen Bildaufbau mitbringt.

Aufnahmetipps für Brandungsfotos „Das Beispielbild wurde mit einer Nikon D800 mit einem 24-70/2.8 Standardzoom bei einer Brennweite von 24 mm aufgenommen (ISO 640, Blendenvorwahl, f/5,0, 1/3200s, Weißabgleich: Auto). Die hohe ISO-Zahl wurde nicht umsonst gewählt. Dadurch ist die Verschlusszeit extrem kurz und die Wassertropfen können eingefroren werden.“


Fotomaterial auf der Heft-CD

Fotos und Bildbearbeitung: Pavel Kaplun

Regenwetter-Bilder aufpeppen Leicht gemacht

RAW-Grundeinstellungen

Farbhelligkeit anpassen

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Farben selektiv sättigen

Die wichtigsten Korrekturen erfolgen in Camera RAW oder Lightroom in der Palette Grundeinstellungen. Hellen Sie die Tiefen auf (Regler nach rechts ziehen), und dunkeln Sie die Lichter ab (nach links). Für mehr Kontrast heben Sie den Weiß-Wert an, und steigern Sie die Klarheit. Durch das Erhöhen des Wertes für Dynamik intensivieren Sie die Farben.

In der Palette HSL/Graustufen können Sie im Bereich Luminanz die relevanten Farben effektiv in ihrer Helligkeit anpassen. Damit die Felsen im Vordergrund besser zur Wirkung kommen, erhöhen Sie die Werte für die Orange- und Gelbtöne. Für einen dramatischeren Himmel sorgen Sie durch ein Abdunkeln der Blau- und Aquamarintöne.

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In der Unterpalette Sättigung im selben Register HSL/Graustufen steuern Sie danach zusätzlich die Intensität der Farben. Überlegen Sie, welche Farbtöne hauptsächlich im Bild vorkommen, und passen Sie diese so an, dass die Farben im Bild wieder kräftiger wirken. Im Beispiel erhöhen Sie dazu die Sättigung der Orange-, Gelb- und Blautöne.

Stimmungswechsel

Dramatischer Himmel

Wasser und Steine aufhellen

Wenn Sie kreativer in die Farbgestaltung eingreifen wollen, um den gesamten Bild-Look zu verändern, hilft Ihnen die dritte Unterpalette Farbton weiter. Hier können Sie die einzelnen Farbbereiche ganz nach Ihrem Geschmack verschieben. Es ist allerdings wichtig, dass die Farben nicht zu kitschig wirken. Bleiben Sie lieber beim Motto „Weniger ist mehr“.

Damit die dramatische Wirkung besser rüberkommt, dunkeln Sie den Himmel separat ab und färben Sie ihn bläulich ein: Aktivieren Sie den Verlaufsfilter, und ziehen Sie einen Verlauf von oben bis zur Bildmitte auf. Reduzieren Sie dann rechts in den Reglern die Belichtung, erhöhen Sie den Kontrast, und verschieben Sie die Farbtemperatur in den blauen Bereich.

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Den unteren Bereich des Bildes können Sie ebenfalls mit dem Verlaufsfilter bearbeiten. Die Steine und das Wasser sollten hier aufgehellt werden: Ziehen Sie den Verlauf von unten zur Bildmitte, und erhöhen Sie für diesen Verlauf in den Reglern die Belichtung und den Kontrast. Die Farbtemperatur veschieben Sie dieses Mal in den gelben Bereich.

Himmel weiter abdunkeln

Bildmitte aufhellen

Sie hätten es gerne noch spektakulärer? Dann dunkeln Sie beispielsweise den Himmel weiter ab, zum Beispiel mit einem Farbverlauf: Erstellen Sie eine neue leere Ebene, und wählen Sie als Vordergrundfarbe ein Blaugrün. Dann ziehen Sie den Verlauf (Vordergrund-transparent) von oben zur Bildmitte hin auf. Setzen Sie den Ebenenmodus auf Multiplizieren, reduzieren Sie die Ebenendeckkraft auf ca. 30 %.

Um die Brandung im Gegenzug wieder etwas aufzuhellen und das Bild kontrastreicher zu gestalten, gehen Sie wie folgt vor: Legen Sie eine Einstellungsebene > Tonwertkorrektur an, und ziehen Sie den rechten Regler leicht nach links. Zur Beschränkung auf die Bildmitte ziehen Sie in der Maske der Korrektur­ ebene jeweils einen Verlauf von Schwarz zu Transparent vom Rand (oben und unten) zur Mitte hin auf. 

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Farb-Look optimieren

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Öffnen Sie das entwickelte Bild in Photoshop, und erstellen Sie in der Ebenenpalette eine Einstellungsebene > Color Look-up. Im Beispiel habe ich die Einstellung Crisp_Warm.look gewählt. Die Farben wirken gleich viel intensiver und das Bild kontrastreicher. Den Look müssen Sie aber nicht bei 100 % Deckkraft anwenden. Ca. 30 % reichen völlig aus. Falls Sie eine ältere Photoshop-Version benutzen oder mit Photoshop Elements arbeiten, können Sie statt des Color Look-up auch eine warme FotofilterEbene im Ebenenmodus Weiches Licht nutzen.

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Leicht gemacht Perspektivische Korrekturen

Fotografische Tipps „Wenn Sie ein Extrem-Weitwinkelobjektiv nutzen und sich die Lichtquelle (Sonne oder eine Laterne) mit im Bildausschnitt befindet, entstehen schnell unschöne Blendenflecken. Vermeiden Sie am besten eine direkte Lichteinstrahlung in das Objektiv. Im Beispiel bricht die Sonne nur leicht hinter den Metallstreben des Glasdachs hervor.“

Entzerrt und aufgeräumt: So verbessern Sie Ihre Sightseeing-Bilder

Architekturfotos optimieren Wollen Sie große Gebäude im Ganzen fotografieren, geht dies nur mit ausreichendem Abstand und einem WeitwinkelObjektiv. Verzerrungen wie durchgebogene und stürzende Linien sind dabei unvermeidbar. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Linien – sofern gewünscht – wieder gerade biegen und wie Sie die Szene danach noch hübsch aufräumen. Pavel Kaplun Fotograf und Profi-Bildbearbeiter

Projekt-Infos Material eigenes, Beispielbild auf der Heft-CD Zeitaufwand ca. 45 bis 60 Minuten Software  Adobe Camera RAW, Lightroom, PS(E) Inhalte Objektivkorrektur in ACR, Belichtungskorrektur, perspektivisch stempeln, Fluchtpunkt-W. Zielgruppe Urlaubs- und Architekturfotografen sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

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enn Sie häufiger mit Weitwinkelobjektiven fotografieren, kennen Sie das Problem: Eigenlich horizontal oder vertikal laufende Objektkanten werden verzerrt, Gebäudefronten scheinen nach hinten wegzukippen. Zwar werden diese Verzerrungen oft als Gestaltungsmittel eingesetzt, teilweise sind sie aber auch schlicht unerwünschte Nebeneffekte. In Camera RAW, Photoshop und Lightroom finden Sie einige Werkzeuge, mit denen Sie die gewünschten Linien problemlos wieder entzerren können. Das Beispielbild wurde mit einer Brennweite von 15 mm aufgenommen (mit dem Fisheye-Zoom EF 8-15/4.0 von Canon). Im Workshop zeige ich Ihnen, wie Sie die durchgebogenen Glaswände des Gewächshauses – soweit es noch glaubhaft wirkt – wieder gerade biegen.

Eine vollständige Entzerrung wirkt bei einer Fisheye-Aufnahme eher nachteilig. Nebenbei entfernen wir auch alle störenden Elemente unter Berücksichtigung der Perspektive. Bis zu dieser Korrektur mit dem FluchtpunktWerkzeug können Sie die Entwicklung statt in Camera RAW auch eins zu eins in Lightroom durchführen. In Photoshop Elements sind die Korrekturmöglichkeiten etwas beschränkt. Ein letzter, wichtiger Tipp: Bevor Sie mit dem Kopierstempel-Werkzeug arbeiten, sollten Sie immer eine neue, leere Ebene über der Haupt­ebene anlegen und dann die Option „Aktuelle und darunter“ in der Optionsleiste aktivieren. So werden die gestempelten Pixel nur in der neuen Ebene aufgetragen, ohne dass das Originalbild beschädigt wird.


Fotomaterial auf der Heft-CD

Fotos und Bildbearbeitung: Pavel Kaplun

Perspektivische Korrekturen Leicht gemacht

Objektivkorrektur in ACR

Bild gerade richten

Öffnen Sie die RAW-Datei in Adobe Camera RAW, und öffnen Sie die Palette Objektivkorrekturen. Starten Sie in der Unterpalette Profil, und aktivieren Sie die Objektivprofilkorrekturen. Die Verzerrungen werden automatisch korrigiert. Geht Ihnen die Korrektur nicht weit genug, können Sie die Verzerrung unter Manuell zusätzlich per Regler korrigieren.

In der gleichen Unterpalette Manuell können Sie mit dem Regler Vertikal auch die stürzenden Linien gerade richten. Verschieben Sie dazu den Regler nach links, bis die Linien gerade stehen.

Beim Fotografieren mit einem Fisheye oder Weitwinkel lässt sich das Bild nicht immer optimal ausrichten. Steht der Horizont nicht gerade, gleichen Sie das jetzt mit dem Gerade-ausrichten-Werkzeug aus. Danach schneiden Sie mit dem FreistellungsWerkzeug alle leeren Flächen weg. Hierbei können Sie den Ausschnitt über die Anfasser wenn nötig rotieren.

Unter- und Überbelichtungen

(Mikro-)Kontraste anpassen

Farben intensivieren

Bevor es nun gleich an das Aufräumen der Szene in Photoshop geht, kümmern wir uns erst noch um Belichtung, Kontraste und Farben. Wechseln Sie zur Palette Grundeinstellungen. Unter- und überbelichtete Bereiche retten Sie so: Ziehen SIe den TiefenRegler nach rechts und den Lichter-Regler nach links. Für mehr Kontrast sorgt ein Anheben des Weiß-Wertes.

Bei Fotos mit vielen Details (wie hier den vielen Metallstreben des Orangerie-Glasdachs) lohnt es sich besonders, die Kontraste und Mikrokontraste zu verstärken, um die Strukturen zu betonen. Zum Anpassen des globalen Kontrastes verwenden Sie die Regler Kontrast, Schwarz und Weiß, die Mikrokontraste steuern Sie mit dem Regler Klarheit.

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Nicht zuletzt sind auch Farben für die Bildwirkung sehr wichtig. Diese können Sie in der Palette Grundeinstellungen mit den Reglern Dynamik und Sättigung steuern. Selektive Farbanpassungen erfolgen in der Palette HSL/Graustufen in den Bereichen Luminanz, Sättigung, Farbton (mehr dazu lesen Sie in den Beiträgen von Seite 54 bis 57).

Perspektivisch stempeln

Schnell aufgeräumt

Immer noch im Fluchtpunkt-Dialog aktivieren Sie dann den Kopierstempel aus den Werkzeugen in der linken Leiste. Wählen Sie die Quellpixel, mit denen Sie andere überstempeln möchten, bei gedrückter Alt-Taste aus, und übertragen Sie sie dann auf die Stellen, die verschwinden sollen. Achten Sie dabei auch auf passende Farben.

So räumen Sie nun die gesamte Szene auf: Bevor Sie über die Kartons an der rechten Wand stempeln, ziehen Sie auch für diesen Bereich ein eigenes, neues Gitter auf. Nachbesserungen und kleinere Korrekturen können Sie nach Bestätigen des Filters auch mit dem klassischen Kopierstempel-Werkzeug oder mit dem Ausbessern-Werkzeug durchführen. 

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Stürzende Linien

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Fluchtpunkt-werkzeug

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Ist die Korrektur in ACR abgeschlossen, können Sie störende Bereiche wie hier die leeren Blumenbeete und den Müll an der Wand in Photoshop überstempeln. Ist Perspektive mit im Spiel (wie hier beim gefliesten Boden), ist das nicht ganz so einfach. Für solche Fälle gibt es in Photoshop den Filter > Fluchtpunkt. Er öffnet sich in einem separaten Fenster. Definieren Sie zuerst den Bereich, den Sie korrigieren möchten, indem Sie mit vier Klicks ein Gitter aufziehen, dass den fluchtenden Linien folgt.

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Fotomaterial auf der Heft-CD

Leicht gemacht individuelle Postkarten

Bequem und schnell: Persönliche Grüße aus dem Urlaub

Versenden Sie Ihre Urlaubsfotos als Postkarte Sie haben keine Lust, während Ihres Urlaubs auf die Suche nach schicken Postkarten zu gehen? Wie wäre es denn, wenn Sie Ihre Ansichtskarten dieses Mal ganz einfach selbst gestalten? Wenn Sie auf Reisen ohnehin gerne fotografieren, ist solch ein individueller Gruß schnell erstellt. Heike Herden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Bilder schnell bearbeiten und verschicken.

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ls fotografisch begeisteter Urlauber wird man unterwegs immer wieder auf Postkarten treffen, die einem ganz und gar nicht gefallen. Veraltete, geschmacklose oder kitschige Motive machen nur wenig Lust, den Lieben zu Hause einen Gruß zu schicken. Da hilft nur eins: selber machen! Neben den klassischen Landschaftsbildern können auch Porträts und persönlichere Fotos eine tolle Postkarte abgeben. Seien Sie kreativ auf der Suche nach Motiven, die vielleicht nicht jeder Urlauber sieht oder die für Sie individuell bedeutend sind. Fotografieren Sie wenn möglich im RAW-Format, damit Sie bei der Bildoptimierung möglichst flexibel bleiben. Wenn Sie Ihren Laptop ohnehin mit in den Urlaub nehmen, ist eine solche Korrektur wie im Beispiel unten in nur wenigen Minuten erledigt. Ist Ihr Bild optimiert oder bearbeitet, sind Sie bereit für den nächsten Schritt zur perfekten Postkarte: das Versenden. Sie können Ihre Post-

karte beispielsweise in einer Drogerie ausdrucken lassen und so aus einem Foto eine Ansichtskarte machen. Oder Sie nutzen einfach einen der zahlreichen Internetanbieter, welche Ihr Werk für Sie drucken und versenden (siehe Kasten und Tabelle). Wer Kamera oder PC lieber zu Hause lassen will, kann alternativ auch aus Smartphone-Bildern eine Postkarte zaubern. Für alle Methoden benötigen Sie natürlich Geschäfte oder zumindest einen Internetanschluss in Ihrer Nähe. Komplett unabhängig von der Zivilisation dürfen Sie für den Direktversand aus dem Urlaub also nicht sein. Die Vorteile gegenüber der normalen Postkarte überwiegen jedoch: Der selbst ausgedruckte Gruß ist individuell gestaltbar und sogar mit eigener Handschrift versehen. Die Internet-Postkarte überzeugt nicht nur durch ihren günstigen Preis, sondern auch durch Versandgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit, da diese aus Deutschland verschickt wird. Und das Gestalten selbst macht sowieso Spaß!

Horizont gerade rücken

Sättigung und Klarheit

HLS und Luminanz

Wählen Sie das Gerade-Ausrichten-Werkzeug aus der oberen Leiste aus, und ziehen Sie damit die Horizontlinie nach. Ihr Bild wird nun gerade gerückt. Optimieren Sie als Nächstes Ihr Postkartenmotiv, indem Sie die Farbtemperatur korrigieren und die Lichter leicht abdunkeln, damit nichts ausbrennt. Für mehr Details hellen Sie zudem die Tiefen leicht auf.

Verstärken Sie nun die Farben im Bild. Im Beispiel wollen wir das Wasser und den Himmel betonen. Erhöhen Sie dazu leicht die Sättigung und danach stark die Dynamik. Ist Ihnen Ihr Bild jetzt zu farbkräftig, senken Sie die Sättigung wieder. Erhöhen Sie die Klarheit auf einen Wert von etwa 60, um Sand und Wasser Strukturen zu verleihen.

Verbessern Sie nun gezielt die Blautöne. Starten Sie dazu im HLS-Menü unter Sättigung. Erhöhen Sie die Werte für die Aquamarintöne, Blautöne und Grüntöne, die in Himmel und Wasser zahlreich auftreten. Wechseln Sie ins Menü Luminanz, und verringern Sie hier im Gegenzug die Werte für diese Farbbereiche, um diese abzudunkeln.

Foto: MariaPavlova (isto ckp

hoto.com)

Projekt-Infos Material eigene Fotos, Beispielbild auf Heft-CD Zeitaufwand ca. 20 Minuten Software  Camera RAW, Smartphone-App Inhalte Fotos zum Postkartenmotiv optimieren,  Direktversand der Fotos aus dem Urlaub Zielgruppe (Hobby-)Fotografen im Urlaub sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

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Foto: Heike Herden, Scan Urlaubskarte: Hanna Ungar

Webdienste für den Direktversand aus dem Urlaub

Anbieter

website

Preis*

App-Name

Web**

PokaMax GmbH

www.pokamax.de

1,99 Euro

PokaMax

ja

Deutsche Telekom

www.dsl-und-dienste.t-online.de

1,99 Euro

Postcard

ja

Deutsche Post

www.grusskarten-bestellen.de

1,90 Euro

Post Mobil: Funcard

Pixum***

www.pixum.de/grusskarten.html

1,69 Euro

Instacard

nein

Poster XXL***

www.posterxxl.de/app

1,89 Euro

PosterXXL Postkarte

nein

Urlaubsgruss***

www.urlaubsgruss.com

1,69 Euro

Urlaubsgruss-App

Aldi

www.aldifotos.de

1,99 Euro

Aldi Photo App

Postagram

www.postagramapp.com

0,99 Dollar

Postagram

ja

ja nein ja

*Preis für eine Karte im Standardformat inkl. Versand und Porto nach Deutschland. **Einzelversand über Webformular statt App möglich, direkt an Empfänger. ***Die erste Karte ist gratis.

Karten direkt aus dem Urlaub verschicken Sie haben Ihr Wunschmotiv optimiert? Dann heißt es nur noch: abschicken – per WebFormular oder Smartphone-App geht das besonders schnell. Oder Sie basteln selbst!

Mittelgrund betonen

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Um nun in einem letzten Schritt die Struktur des Sandes zu betonen und ihn gleichzeitig leicht abzudunkeln, wählen Sie das Verlaufswerkzeug aus. Verstellen Sie die Werte des Verlaufes so, dass die Klarheit maximal verstärkt wird und die Lichter abgeschwächt werden. Ziehen Sie einen kleinen Verlauf an der Grenze von Strand und Felsen auf.

Versand aus dem Web oder per App: Der Vorteil dieser Versandart ist ganz klar: Die Postkarte wird in Deutschland ausgedruckt und zum Empfänger gesendet. Die Gefahr, dass diese verloren geht oder erst lange nach dem Urlaub ankommt, ist deutlich geringer. Zudem müssen Sie weder Briefmarken kaufen noch einen Briefkasten suchen. Internet ist mittlerweile fast überall auf der Welt verfügbar, egal ob auf dem Handy, im Internet-Café oder Hotel. Verschiedene Anbieter bieten sogar Apps an, um aus Handy​fotos Postkarten zu gestalten. Die Bezahlung läuft bequem über ein vorher aufladbares Guthaben oder per Internetbezahlung. Auch preislich ist dieser Service unschlagbar günstig.

Karte selbst basteln: Wer es noch etwas persönlicher mag, kann seine Fotos auch bei einem Fotofachhändler oder Drogeriemarkt im Postkartenformat ausdrucken lassen. Oft gibt es Sofortdrucker; sind Sie länger an einem Urlaubsort, können Sie die Fotos auch ausbelichten lassen und zum Abholen im Laden bestellen. Auf der Rückseite bringen Sie danach sogenannte Postkartenetiketten an, mit den klassischen Feldern für Adresse, Grußtext und Briefmarke. So wird aus einem normalen Fotoabzug ganz schnell eine Postkarte. Falls Sie unsicher sind, ob Sie im Ausland Aufkleber kaufen können, nehmen Sie sie einfach mit in den Urlaub! Im Internet können Sie Etiketten im Zehner-Pack schon für vier Euro bestellen. 

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Fotomaterial auf der Heft-CD

Leicht gemacht Profi-Retusche

Auf Hochglanz poliert: Vom Shooting zum finalen Bild

Retuschiert der Profi 13 6

Foto: Sonja Dirscherl, Model: Sabine Becht

Eve

Das

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Für ein Beauty-Porträt, das es mit den Glamourfotos in großen Fashion-Magazinen aufnehmen kann, fängt der professionelle Workflow bereits beim Shooting an und endet nach einer perfekten Haut- und Bodyretusche mit letzten Farb- und Kontrastkorrekturen. Fotografin Sonja Dirscherl zeigt Ihnen ihren Weg zum Profishot.

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Making-of 12

Vorher

CHECKliste Vor jeder Retusche analysieren Sie als Erstes das Porträt: Welche Korrekturen wollen Sie vornehmen:

Making-of-Fotos: Wibke Pfeiffer

SONJA DIRSCHERLS TO-DO-LISTE FÜR „ALL ABOUT EVE“

Shooting im Garten

1 Sonjas Ausrüstung beim Shooting von „All about Eve“: Canon 5d Mark II mit 50mm-Objektiv (f1,8), Blitzkopf 500 Pro Plus mit silbernem Reflektor von Hensel, Stativ von Hensel, Porty von Innovatronix Explorer XT.

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Nach der paradiesischen Kulisse für „All about Eve“ musste Fotografin Sonja Dirscherl glücklicherweise nicht lange suchen: In ihrem Garten stehen zahlreiche große Büsche und ein wunderschöner Bambus. Hier kam trotz kalter Temperaturen beim Shooting sofort Urwald-Feeling auf. Das finale Ausgangsbild fotografierte Sonja vom Stativ aus, unterstützt durch einen Studioblitz, der von einem tragbaren Akkugenerator (Porty) mit Strom versorgt wurde (s. links). Ihre Kameraeinstellungen: Blende 9, Verschlusszeit 1/160, ISO 160.

01 globale Farb- und Kontrastkorrektur 02 fliegende Haare entfernen 03 Hautbild verfeinern 04 Lippenkontur korrigieren 05 rote Äderchen in den Augen mindern 06 Augenbrauen formen 07 Fingernägel optimieren 08 Hautfalten am Finger entfernen 09 Härchen an den Unterarmen 

retuschieren 10 Oberarm verschlanken 11 BH-Abdruck entfernen 12 Wäsche wegstempeln 13 Vignette hinzufügen


Nachher


Leicht gemacht Profi-Retusche

AusbessernWerkzeug

Raw-Grundeinstellungen

Das Ausbessern-Werkzeug finden Sie in der gleichen Werkzeuggruppe wie den obenaufliegenden Bereichsreparaturpinsel. Es ist besonders gut geeignet, um größere Hautpartien mit Pixeln aus intakten Bereichen zu füllen. Ziehen Sie die Auswahl um die Quelle, also den zu reparierenden Bereich auf, und ziehen Sie sie dann auf das Ziel, den intakten Bereich, der daraufhin intelligent mit der Quelle verrechnet wird.

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Die Auswahl des besten Motivs aus den beim Shooting entstandenen Bildern fiel nicht schwer: Im final gewählten Foto sind Pose und Gesichtsausdruck dank der tollen Mitarbeit des Models Sabine bereits nahezu perfekt. Auch der Apfel zeigt sich von seiner schönsten, glänzend rote Seite. Lediglich Farbe, Haut und einige Körperdetails müssen angepasst werden. Öffnen Sie die Datei von der Heft-CD als Erstes in Camera RAW. Dort beginnen Sie im Register Grundeinstellungen: Setzen Sie die Klarheit zur Betonung der Mikrokontraste auf +20, und für eine vorerst neutralere Wirkung die Dynamik auf –6.

Tipp

Farbtöne bestimmen

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Um den gewünschten Glamour-Farb-Look herauszuarbeiten, wechseln Sie in das Menü HSL/Graustufen und dort auf den Kartenreiter Sättigung. Für dieses Bild von Eva im Paradies setzen Sie die Rottöne auf +38, die Gelbtöne auf –59 und den Regler Grüntöne schieben Sie auf +83. Öffnen Sie nun die Bilddatei in Photoshop.

Bereichsreparaturpinsel Beim Bereichsreparaturpinsel passen Sie die Größe der Spitze an die zu reparierende Stelle an. Der übermalte Bereich wird automatisch neu gefüllt, im Modus inhaltssensitiv sogar passend zu den Strukturen der Umgebung. Ist Alle Ebenen aufnehmen aktiviert, können Sie auch auf einer leeren Ebene das Bild darunter bearbeiten. Dieses Werkzeug ist ideal für kleine Pickel, Muttermale und Hautunreinheiten geeignet.

Grund-Retusche per Ausbessern-Werkzeug

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Legen Sie als Erstes eine Kopie der Hintergrundebene an, auf der Sie den ersten Retuscheschritt durchführen: die Entfernung von fliegenden Haaren und Armhärchen, von Fältchen, Pickeln und Hautunreinheiten. Für kleinere Störungen eignet sich der Bereichsreparaturpinsel (siehe Tipp links). Eine mit ihm übermalte Stelle wird automatisch mit „reinen“ Pixeln aus der Umgebung gefüllt. Für größere Bereiche verwenden Sie stattdessen das Ausbessern-Werkzeug (siehe Kasten oben). In beiden Fällen stellen Sie die Bildschirmansicht auf ca. 150 %, um alle störenden Elemente zu entdecken und zu entfernen. Vergessen Sie bei einem Teilakt wie diesem nicht, die Korrekturen am gesamten Körper vorzunehmen (BH-Abdruck, fliegende Härchen über dem Oberarm etc.). Je genauer Sie in diesem Schritt arbeiten, desto hochwertiger wird Ihr Endergebnis wirken.

Kopierstempel-Werkzeug Ein Klick mit der Alt-Taset nimmt einen heilen Quellbereich auf und legt ihn durch Pinselautrag auf die Reparaturstelle. Neben Deckkraft und Pinselgröße muss bei der Hautretusche meist nichts eingestellt werden. Für spitzzulaufende Bereiche ist es lohnenswert, die Spitze in den Formeigenschaften der PinselPalette (F5) elliptisch zu formen (Kreis mit Gitter darin an den Anfasser flach ziehen).

Details mit Konturen per Stempel

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Legen Sie eine Kopie der letzten Ebene an. Alle Bereiche, die Sie mit dem Ausbessern-Werkzeug nicht oder nur schlecht korrigieren konnten, bessern Sie nun mit dem Kopierstempel aus. Sie können z. B. die Lippenform leicht anpassen, indem Sie mit Hauttextur aus dem Bereich direkt daneben über die Lippenstiftkontur stempeln. Entfernen Sie auch rote Äderchen im Weiß der Augen. Setzen Sie die Deckkraft und den Fluss hierbei auf ca. 65 %, und gehen Sie lieber ein zweites Mal über die Stelle. Prüfen Sie auch die Fingernägel und Ohren.

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Profi-Retusche Leicht gemacht

HautStruktur im Blick

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Evtl. zu weich gestempelte Bereiche können Sie anschließend Struktur zurückgeben, in dem Sie zurück zum Ausbessern-Werkzeug wechseln und hiermit aus einem gutem Bereich wieder Hauttextur auf die zu weiche Stelle ziehen. Alternativ können Sie auch das Auswahl-Werkzeug verwenden, eine Stelle mit intakter Hautstruktur markieren, sie per Strg+J kopieren, auf den gewünschten Bereich verschieben und mit geminderter Deckkraft überlagern.

Wäsche stempeln

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Legen Sie eine weitere Ebenenkopie der obersten bearbeiteten Ebene an (indem Sie sie auf das Icon Neue Ebene erstellen am Fuß der Palette ziehen). Auf dieser überstempeln Sie nun die Unterwäsche des Models, die zwischen den Bambuszweigen hervorblitzt. Dazu nutzen Sie wieder den Kopierstempel mit einer feinen Spitze. Hier gilt wie in Schritt 6: Benötigen Sie nach dem Stempeln intakte Hauttextur, ziehen Sie sich diese nachträglich wieder auf die gewünschten Stellen. Achten Sie dabei auf die Porengröße und insbesondere beim Stempeln auf Farbübergänge und Schattierungen. Sie können selbstverständlich auch ganze Bambusblätter über unerwünschte Bereiche kopieren, statt Haut darüber zu stempeln.

Figur formen

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Um dem Körper des Models eine für das Endergebnis noch etwas vorteilhaftere Form zu verleihen, verwenden Sie den Filter > Verflüssigen. In CS6 ist dieser noch einmal bedeutend schneller geworden. Sie können hier problemlos das gesamte Bild im Filter öffnen. In älteren Photoshop-Versionen legen Sie vorher besser eine Auswahl der Stelle fest, die Sie bearbeiten wollen. Im Filter definieren Sie mit dem Werkzeug Vorwärts-Krümmen (in CS6 Mitziehen genannt) die Proportionen an den Oberarmen etwas schlanker. Beachten Sie dabei jedoch den umliegenden Bereich, und arbeiten Sie dezent und in kleinen Schritten, damit z. B. die Blätter nicht zu sehr verzerrt werden.

Dodge & Burn 1: Lichter betonen

Dodge & Burn 2: Tiefen verstärken

Bestätigen Sie das Verflüssigen mit OK, legen Sie mit Umschalt+Strg+N eine neue Ebene über allen an, und klicken Sie dabei im Dialog auf den Modus Ineinanderkopieren und das Feld Mit neutraler Farbe füllen/50 % Grau. Nun malen Sie in dieser Ebene mit dem Pinsel und der Vordergrundfarbe Weiß bei geringer Deckkraft von 5–20 % über alle hellen Bereich, die Sie betonen wollen, etwa um das Grün der Blätterspitzen oder den Glanz der Haare hervorzuheben.

In derselben Ebene können Sie auch die Tiefen und Schattierungen betonen. Dazu wechseln Sie auf die Farbe Schwarz (Taste D evtl. plus Taste X). Definieren Sie so zum Beispiel den Oberarm weiter aus, indem Sie die Schatten verstärken und ihn so dreidimensionaler und schlanker wirken lassen. Auch das Augen-Make-up (Lidschatten, Eyeliner, Wimperntusche) können Sie so verstärken. Setzen Sie die Deckkraft des Pinsel auf ca. 12 % und den Fluss auf 25 %.

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Leicht gemacht Profi-Retusche

Tipp

Schärfen per Hochpass

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Kehren Sie zur obersten Model-Ebene zurück (der Korrekturebene für das Verflüssigen), und legen Sie von dieser eine Kopie an (rechter Mausklick > Ebene duplizieren). – Öffnen Sie das Filter-Menü und dort im Bereich Sonstige Filter den Hochpass. Stellen Sie den Radius auf 4,5, und klicken Sie auf OK. Dann setzen Sie den Ebenenmodus auf Ineinanderkopieren. Falls Ihnen dieser Schärfegrad zu hoch ist, reduzieren Sie die Ebenendeckkraft.

Selektiv Schärfen Falls der Filter > Hochpass auch einige Bereiche hervorhebt, die Sie lieber nicht schärfen würden, legen Sie eine Ebenenmaske für diese Ebene an. Invertieren Sie die Maske (Strg+I), damit Sie zunächst Schwarz gefüllt ist und den Ebeneninhalt ausblendet. Dann malen Sie darin mit einem weichen, weißen Pinsel angepasster Größe über die Stellen, die geschärft werden sollen. Betonen Sie vor allem die Augen, damit diese maximal strahlen!

Bildtiefe per Vignette

Farben Final anpassen

Um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Bildmitte zu lenken, verwenden Sie nun das Verlaufs-Werkzeug, um damit eine Art Vignette ins Bild zu ziehen. Legen Sie hierfür eine neue leere Ebene an, und stellen Sie beim Werkzeug den Verlauf Vordergrund zu transparent ein. Die Vordergrundfarbe setzen Sie im Farbwähler in der Werkzeugleiste auf Schwarz. Nun ziehen Sie den Verlauf vom unteren Bildrand bis zu ca. 1/4 der Bildhöhe hin auf. Ziehen Sie weitere kurze Verläufe aus den Bildecken zur Bildmitte hin auf. Bestimmen Sie die Intensität der Vignette über die Deckkraft der Ebene mit den Verläufen.

Nachdem Sie nun alle Retuschen und Kontrastkorrekturen vorgenommen haben, können Sie abschließend noch einmal an der Farbabstimmung drehen: Erstellen Sie eine Einstellungsebene > Selektive Farbkorrektur. Hier können Sie für jeden Farbbereich individuell die Regler verändern. Über die Farbfelder Rot und Gelb steuern Sie den Hautton des Models in Intensität und Kolorierung. Für einen etwas kühleren Hautton drehen Sie zum Beispiel ein wenig Cyan ins Gelb. Im Register Schwarz können Sie die Regler für Cyan und Gelb minimal nach links schieben, damit die Schwarztöne im Bild weicher wirken. 

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Selektive Farbkorrektur Mit einer Einstellungsebene > Selektive Farbkorrektur können Sie Farben gezielt und einfach korrigieren. Wählen Sie die Option Relativ (voreingestellt, meist geeignet) für größere Schritte beim Regulieren der Farbe und Absolut für kleinere. Im Drop-Down-Menü Farben wählen Sie den Farbton, auf den Sie Einfluss nehmen wollen. Sie können ihn dann durch mehr oder weniger Cyan, Magenta, Gelb oder Schwarz wärmer, kälter, heller oder dunkler wirken lassen.

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Wenn Sie den Schwarztönen im » Bild etwas Gelb und Cyan entziehen, wirken diese weicher.« 

Sonja Dirscherl, Fotografin

Sonja Dirscherl alias „Mia Royal“ Als Fotografin, Make-up-Artist und Grafikdesignerin liefert Sonja Dirscherl das Komplett-Paket rund um ein Beauty-Shooting aus einer Hand. Zu ihren Kunden zählen u. a. große ModelAgenturen, RTL und Pro7, Comedians, Sänger sowie Playmates von 2008 und 2010. www.mia-royal.com


Photoshop Kreativ

Kreativ

Montage-tricks für Fortgeschrittene

 in dieser ausgabe

68 Im Pin-up-Stil 72 Seh ich doppelt? 78 Steampunk Vintage-Look: So lassen Sie Ihre Motive wirken, als seien sie einem Magazin der 50erJahre entsprungen.

Optische Täuschung: Dirk Metzmacher zeigt, wie Sie aus einfachen Porträts witzige Collagen kreieren.

Fantasy-Composing: Digitalkünstler Kevin May verrät, wie mit Photoshop ein retrofuturistisches Werk entsteht.

84 The Warrior

Und Action! PS-Profi Gabor Richter zeigt Ihnen, wie Sie Ihr eigenes Kinoplakat im Hollywood-Stil gestalten.

90 Interview

Adrian Sommeling: Der niederländische Grafikdesigner über seine komplexen Montagen aus vielen Einzelbildern. 3/2013

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Link zum Download des Fotomaterials auf der Heft-CD

Kreativ Vintage-Look

Filter-Effekte: Mit Photoshop zur Retro-Optik

Retro ist in, und das nicht erst seit Apps wie Instagram und Co. Auch das Styling der 1950er-Jahre findet nach wie vor viele Fans. Wir zeigen Ihnen, an welchen Reglern Sie in Photoshop drehen müssen, um das Foto eines Models mit passendem Outfit und Make-up in ein Poster im stilechten Vintage-Look zu verwandeln.

Wibke Pfeiffer Photoshop-Redaktionsleitung

Projekt-Infos Material Ausgangsbild auf der Heft-CD Zeitaufwand ca. 60 Minuten Software  ab Adobe Photoshop CS3 Inhalte Grundretusche, verflüssigen, matter  machen, Wischfinger, Füllmethoden, Filter Zielgruppe Fortgeschrittene und Profis sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

V

om Alterungsprozess verschobene Farben, ein sattes Analogfilm-Korn, Pastelltöne und handkolorierte Flächen sowie dunkle Konturen, die das Fotomodel fast wie gezeichnet wirken lassen: Analysiert man ein waschechtes Retro-Motiv – etwa eine Werbeanzeige aus einem Magazin der 1950er –, stößt man schnell auf einige griffige Merkmale, die den charakteristischen Look eines Vintage-Bildes ausmachen. Gewusst wie, lassen sich all diese Bildstile ganz einfach mit Photoshop erzeugen. So können Sie beinahe jedes moderne Digitalfoto so manipulieren, dass es nahezu ebenso alt wirkt wie echte Drucke aus den Fifties. Besonders glaubhaft wirkt der Look natürlich bei Fotos, deren Motiv (Kleidung, Accessoires, Make-up etc) in die Zeit passt. Im Mitmach-Workshop erfahren Sie, wie Sie den Photoshop-Part meistern!

Vorher

Schritt für Schritt zum Vintage-Look

Fliegende Haare anlegen Helligkeit und Kontrast optimieren

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Vor der eigentlichen Retro-Bearbeitung prüfen Sie, welche Standardkorrekturen dem Bild gut tun. Unser Beispielbild habe ich zuerst in Camera RAW geöffnet und den Lichter-Regler nach links gezogen, um den hellen Bereichen etwas Zeichnung zurückzugeben. Zum Stärken der Kontraste legen Sie nach dem Öffnen in Photoshop eine Gradationskurven-Korrekturebene mit einer leichten S-Kurve an. Auf einer leeren Ebene zwischen Hintergrundebene (Hauptbild) und Korrektur übermalen Sie mit dem Bereichsreparaturpinsel im Modus Alle Ebenen aufnehmen Hautunreinheiten und Staubpartikel (im Stockbild natürlich kaum nötig).

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Da das Model später fast wie gezeichnet wirken soll, entfernen Sie alle feinen Details, die über die eigentlichen Konturen herausragen. Legen Sie z. B. abstehende Härchen an: Wählen Sie mit dem Polygon-Lasso grob einen Bereich mit fliegenden Haaren rund um die Frisur aus. Geben Sie der Auswahl eine weiche Kante (15 px), und verschieben Sie sie (nur die Auswahl, nicht den Inhalt) auf einen intakten Bereich. Dann kopieren Sie die Pixel aus der Hintergrundebene mit Strg+J auf eine neue Ebene. Positionieren Sie den sauberen Ausschnitt über dem anfangs ausgewählten Zielbereich. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis keine Haare mehr abstehen, dann reduzieren Sie alle Kopie-Schnipsel auf eine Ebene. In einer mit 50  % Grau gefüllten Ebene im Modus Weiches Licht verstärken Sie danach mit Schwarz und Weiß bei 10 % Deckkraft Lichter und Schatten.


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Kombiniert man die passenden Filter, wirkt das Ergebnis fast wie ein koloriertes Foto aus einem alten Magazin.

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Wibke Pfeiffer, Redakteurin

Fotos: izusek (istockphoto.com), Bearbeitung: Wibke Pfeiffer



Vintage-Look Kreativ

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Kreativ Vintage-Look

Tipp

VerFLüssigen Solange Sie die Betonung der weiblichen Kurven dezent vornehmen (oft genügt schon ein Klick pro Bereich), wird kein Betrachter – meist nicht einmal das Model selbst – Ihre optimierenden Eingriffe als solche bemerken. Um Dellen vorzubeugen, wählen Sie die Pinselgröße immer etwas größer als die Stelle, die Sie bearbeiten wollen. Ein Tipp: Der Verflüssigen-Dialog reagiert in älteren Photoshop-Versionen deutlich schneller, wenn Sie vor dem Öffnen eine einfache Rechteck-Auswahl über dem anvisierten Bereich aufziehen.

KÖRPER FORMEN

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Unser Model ist fast etwas zu schlank für ein Plakat aus den 50ern. Kopieren Sie alles auf eine Sammelebene (Strg+Alt+Umschalt+E), und öffnen Sie den Verflüssigen-Filter. Mit dem AufblasenWerkzeug vergrößern Sie die Oberarme und die Brust. Geben Sie auch Hut und Haaren mit wenigen Klicks etwas mehr Volumen. Bestätigen Sie mit OK.

FLÄCHEN GLÄTTEN

Details verwischen

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Wählen Sie die oberste Ebene an, halten Sie Alt gedrückt, und klicken Sie im Drop-Down-Menü der Ebenen-Palette auf Sichtbare auf eine Ebene reduzieren (alternativ: Shortcut aus Schritt 3). Wenden Sie auf diese Sammelebene den Weichzeichnungsfilter > Matter machen an (Radius: 14, Schwellenwert: 8). Die Werte hängen von der Bildgröße ab. Bei sehr hochaufgelösten Fotos wenden Sie den Filter eventuell zweimal an (Radius 5, Schwellenwert 6).

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Das Ergebnis wirkt bereits malerischer, jedoch schont der Filter auffällige Strukturen. Diese bearbeiten Sie von Hand mit dem Wischfinger. Je größer die Spitze, desto geringer sollte die Stärke ausfallen. Übermalen Sie vor allem Kleidung und Haare sowie verbliebene Hautdetails, und folgen Sie mit Ihren Strichen der Richtung der Strukturen. Wenden Sie danach erneut den Filter Matter machen an.

Tipp

Farben sättigen, Kontrast verstärken

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Für den stark gesättigten, kontrastreichen Look alter Fotos duplizieren Sie die oberste Ebene. Wechseln Sie zur KanälePalette, und klicken Sie mit gehaltener Strg-Taste auf die Miniatur des RGB-Komposits (erste „Ebene“ von oben), um die Luminanzbereiche des Bildes als Auswahl zu laden. Kehren Sie die Auswahl um (Strg+Umschalt+I), und kopieren Sie den Inhalt auf eine neue Ebene (Strg+J), deren Modus Sie auf Ineinanderkopieren setzen. 70  

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Luminanz laden In der Kanäle-Palette können Sie jeden Kanal per Klick auf den gepunkteten Kreis am Fuß der Palette als Auswahl laden – auch das RGB-Komposit. In diese Auswahl werden alle Tonwerte über 128 (von 256) miteinbezogen, alle dunkleren Pixel werden nicht ausgewählt. Man spricht dabei davon, dass man die „Luminanz lädt“. Der in Schritt 6 beschriebene Shortcut (Strg+Klick in Miniatur des gewünschten Kanals) erfüllt denselben Zweck.

Mit dem Filter Matter »machen und dem Wischfinger erzeugen Sie einen Malerischen Look.



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Wibke Pfeiffer, Redakteurin


Vintage-Look Kreativ

Wie gezeichnet: Heben Sie die Konturen hervor

Make-up und Extrarouge

Kopieren Sie mit Strg+Umschalt+Alt+E alle Ebeneninhalte auf eine neue Ebene. Greifen Sie aus dem Hals oder der Hand einen rötlichen Hautton als Vordergrundfarbe auf (Hintergrundfarbe: Weiß). Öffnen Sie die Filtergalerie, und wenden Sie den Zeichenfilter > Fotokopie an (Detail: 10, Dunkelheit: 10). Setzen Sie die Ebene auf Multiplizieren. Unerwünschte Flecken maskieren Sie aus.

In einer neuen Ebene, deren Ebenenmodus Sie auf Farbe stellen, tragen Sie mit weichem, kleinem Pinsel bei niedriger Deckkraft ein zartes Pink auf die Wangen auf. Für den Lidschatten wählen Sie einen Ton, der zum Hintergrund oder Outfit passt (hier Cyan). Für ein kräftigeres Rouge malen Sie in einer weiteren Ebene im Modus Normal. Mit der Ebenendeckkraft regulieren Sie die Intensität.

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Körnung hinzufügen

Papier Vergilben lassen

Textur hinzufügen

Füllen Sie eine neue Ebene darüber mit 50 % Grau (über Fläche füllen, Umschalt+F5), und wenden Sie den Strukturierungsfilter > Körnung darauf an (Intensität: 40, Kontrast: 15, Körnungsart: Vergrößert). Da das Korn Farbrauschen aufweist, entsättigen Sie die Ebene mit Strg+Umschalt+U. Den Ebenenmodus setzen Sie auf Ineinanderkopieren.

Kopieren Sie wieder alles auf eine Sammelebene. Darunter legen Sie über das Icon am Fuß der Ebenen-Palette eine Einstellungsebene > Farbfläche an (früher: Füllebene > Volltonfarbe). Mit einem zarten Gelb (R 240/G 230/B 180) simulieren Sie einen vergilbten Papierton (weniger Gelb = B-Wert erhöhen). Setzen Sie die Ebene darüber auf Multiplizieren.

Damit das Papier leicht fleckig wirkt, legen Sie über allen Ebenen eine graugefüllte Ebene an, auf die Sie nach Druck der Taste D den Renderfilter > Differenzwolken anwenden. Strg+F variiert das Ergebnis. Skalieren Sie den Ebeneninhalt auf 200 % (Optionsleiste). Die Ebenendeckkraft setzen Sie auf 20 % herab und den Modus auf Weiches Licht.

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Ränder ABdunkeln

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Um die Wolkentextur stärker hervorzuheben und den Blick auf das Model im Zentrum zu lenken, können Sie jetzt noch in einer graugefüllten Ebene über allen anderen Ebenen eine Vignette hinzufügen. Öffnen Sie dazu den Filter > Objektivkorrektur, wechseln Sie ins Register Benutzerdefiniert, und setzen Sie die Stärke bei Vignette auf z. B. –80 und den Mittenwert auf +28. Bestätigen Sie mit OK. Bei Bedarf hellen Sie danach die Mitte der Ebene mit weißem, großem Pinsel im Gegenzug noch etwas auf.

Flexible Farbwahl

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Wollen Sie den Hintergrund mit einem Ton färben, der sich nicht mit dem Hautton mischen darf, legen Sie über der gelben Ebene eine neue Füllebene im Modus Farbton an. In dieser blenden Sie das Model mit einer Maske aus. Die Auswahl hierfür können Sie mit Hilfe des SchnellauswahlWerkzeugs auf der obersten Ebene erstellen.  3/2013

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Kreativ Witzige Porträts

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Link zum Download des Fotomaterials auf der Heft-CD

Witzige Porträts Kreativ

TEIL 1: Vom einfachen Porträt zur witzigen Montage

SEH’ ICH DOPPELT? Dirk Metzmacher Photoshop-Künstler und Weblog-Autor

Können Sie Ihren Augen trauen, wenn ein auf den ersten Blick normales Porträtfoto doch so ungewöhnlich wirkt? Ihr Blick springt hin und her, und Sie haben ein komisches Gefühl wie bei einer optischen Täuschung? Photoshop-Profi Dirk Metzmacher zeigt Ihnen, wie Ihnen dieser Dopplereffekt in wenigen Schritten gelingt.

Projekt-Infos Material eigenes, Stock-Links auf der Heft-CD Zeitaufwand ca. 2 Stunden Software  Photoshop ab CS3, erklärt für CS6 Inhalte Masken, Polygon-Lasso,  Retusche-Werkzeuge, inhaltsbasiert skalieren Zielgruppe ambitionierte Einsteiger sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

Foto: Robert Kneschke (Fotolia.com), Bearbeitung: Dirk Metzmacher

Schritt für schritt So Verdoppeln Sie Augen und Mund

Gesichtselemente sichern

Gesichtsfläche überstempeln

Haut verfeinern

Da Sie später die Nase, den Mund und die Augen unverändert wieder einfügen wollen, sichern Sie diese Bereiche als Erstes auf eigene Ebenen. Klicken Sie in der Werkzeugleiste das PolygonLasso-Werkzeug an, und umfahren Sie zunächst die Nase großzügig Klick für Klick, bis eine geschlossene Auswahl entsteht. Drücken Sie auf der Tastatur Strg+J zum Kopieren, und nennen Sie die neue Ebene „Nase“. Aktivieren Sie die Ebene mit dem Porträt. Umfahren Sie die Augenpartie, und wenden Sie die gleiche Technik an, um eine eigene Ebene zu erhalten. Auch der Mund wird so gesichert.

Aktivieren Sie die Hintergrundebene mit dem Porträt, und drücken Sie Strg+J. Blenden Sie die gesicherten Bereiche des Gesichtes aus, und aktivieren Sie den Kopierstempel in der Werkzeugleiste. Ziel ist es nun, grob das gesamte Gesicht mit Haut zu überstempeln, bis Augen, Nase und Mund nicht mehr zu sehen sind. Halten Sie dazu die Alt-Taste gedrückt, und definieren Sie mit einem Mausklick auf eine Hautstelle eine Quelle, die zum Kopieren verwendet wird. Lassen Sie die Alt-Taste los, und übermalen Sie eine erste Stelle. Nehmen Sie immer wieder andere Quellbereiche aus der direkten Umgebung auf.

Noch sieht die kopierte Haut zu fleckig aus. Aktivieren Sie den Bereichsreparaturpinsel, um durch einfaches Übermalen allzu harte Kanten zu optimieren. Für größere Bereiche wählen Sie das Ausbessern-Werkzeug. Erstellen Sie damit wie vom Polygon-Lasso gewohnt eine Auswahl um die Stelle, die Sie optimieren wollen. Steht die Auswahl, klicken Sie hinein, und ziehen Sie sie mit der Maus auf eine Stelle mit passender, intakter Haut, über der Sie die Maustaste dann loslassen. An den Rändern des Gesichtes (Haare) setzen Sie den Reparaturpinsel ein, der sich wie der Kopierstempel verhält.

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Kreativ

Kopf verlängern

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Wir brauchen nun noch etwas Platz für die Verdopplung. Wählen Sie deshalb die obere Hälfte des Kopfes mit dem Auswahlrechteck aus, und gehen Sie im Menü auf Bearbeiten > Inhaltsbasiert skalieren. Ziehen Sie die Auswahl nach oben auf, bis genügend Platz zum Einfügen von zwei Augenpaaren und Mündern geschaffen worden ist. Möchten Sie Bereiche (z. B. die Ohren, die im Beispiel nicht zu sehen sind) von der Verlängerung ausschließen, so wählen Sie diesen Bereich aus, wechseln in die Kanäle und klicken unten auf den Button Auswahl als Kanal speichern. Mit Strg+D heben Sie die Auswahl auf. Zurück in der Ebenenansicht wählen Sie Inhaltsbasiert skalieren an und geben in der Optionsleiste bei Bewahren den erstellten Kanal (Alpha 1) an.

Person freistellen

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Nase wieder einfügen Hintergrund einfärben

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Im Dialog-Fenster von Kante verbessern wählen Sie das Radius-Verbessern-Werkzeug an und malen damit über die Haarkanten. Nach Loslassen der Maustaste setzt Photoshop den Hintergrund auf Transparent. Klicken Sie auf OK und im Ebenenbedienfeld > Ebenenmaske hinzufügen. Die Auswahl wird in eine Maske umgewandelt. Fügen Sie auf einer neuen Ebene darunter einen radialen Verlauf als Hintergrund ein.

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Die Hautfläche ist nicht perfekt umgesetzt, wird aber jetzt durch die Gesichtselemente wieder verdeckt: Blenden Sie als Erstes die Ebene „Nase“ wieder ein. Wählen Sie Ebene > Ebenenmaske > Alle einblenden. Mit dem Pinsel, einer weichen Spitze und schwarzer Vordergrundfarbe malen Sie in der Maske die weichen Übergänge zum Rest des Gesichtes ein. Zum Überprüfen klicken Sie die Maskenminiatur im Ebenenbedienfeld mit gedrückter Alt-Taste an. Die Maske wird groß angezeigt. Klicken Sie mit der Umschalttaste, um die Maske zu deaktivieren.

Erstes Augenpaar

Zweites Augenpaar

Blenden Sie die Ebene „Augen“ ein, und wählen Sie Ebene > Neu > Ebene durch Kopieren. Blenden Sie die Kopie aus, und aktivieren Sie das Original. Schieben Sie das Augenpaar mit dem Verschieben-Werkzeug nach oben. Mit gedrückter Umschalt-Taste und Klicken auf die Pfeiltaste nach oben klappt das präxise in Schritten von 10 px pro Klick. In einer Ebenenmaske gestalten Sie die Übergänge zum Gesicht weicher.

Blenden Sie die Ebene mit dem zweiten Augenpaar ein und positionieren es so, dass zum ersten Augenpaar eine Lücke entsteht. Fügen Sie eine Ebenenmaske hinzu, und soften Sie den Übergang ab. Bei dieser Kopie müssen Sie außerdem die Augenbrauen ausblenden. Wenn die oberen oder unteren Augen links oder rechts nicht mehr zur Form des Gesichtes passen, transformieren Sie die entsprechende Ebene mit Strg+T in der Breite.

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Um gleich den Hintergrund austauschen bzw. einfärben zu können, stellen Sie die Person frei: Wählen Sie das SchnellauswahlWerkzeug an, und malen Sie damit über den Körper und die Haare. Um Bereiche von der Auswahl auszuschließen, halten Sie die Alt-Taste gedrückt. Die Pinselgröße stellen Sie in der Optionsleiste ein. Sie bestimmt, wie großzügig die Pixel in die Auswahl mitaufgenommen werden. Klicken Sie zum Schluss auf Kante verbessern. Über die Ansichtsmodi können Sie das freigestellte Bildelement vor schwarzem oder weißem Hintergrund, als Überlagerung oder vor dem typischen Photoshop-Raster präzise überprüfen.

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Witzige Porträts Kreativ

Münder Transformieren

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Übergänge optimieren

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Schon jetzt ist zu sehen, dass die Augen nicht so einfach verdoppelt werden können. Der Verlauf der Haut zwischen der Nase zu den beiden Augenpaaren wirkt noch unnatürlich. Erstellen Sie daher eine neue Ebene, und aktivieren Sie den Bereichsreparaturpinsel. Um damit auf einer leeren Ebene arbeiten zu können, aktivieren Sie in der Optionsleiste den Eintrag Alle Ebenen aufnehmen. Optimieren Sie so die Übergänge. Auch den Reparaturpinsel können Sie einsetzen, wenn in der Optionsleiste Aufnehm.: Alle Ebenen aktiviert wurde.

Aktivieren Sie die Ebene „Mund“ und drücken Strg+J zum Kopieren. Positionieren Sie beide Münder passend mit dem Verschieben-Werkzeug, und aktivieren Sie pro Ebene eine Ebenenmaske. Sorgen Sie wie in den vorigen Schritten beschrieben für weiche Übergänge. Bei einem lächelnden oder erschrockenen Gesicht wird der Platz etwas knapp. Wählen Sie dann beide Ebenen mit gedrückter Strg-Taste aus, und verkleinern Sie die Münder mit Strg+T. Halten Sie dabei die Umschalt- und Alt-Taste gedrückt, um alle Seiten gleichmäßig zusammenzuziehen.

Licht & Schatten

Kopf anpassen

Da ein weiterer Mund und zwei Augen dazu gekommen sind, müssen Sie auch den Licht- und Schattenwurf im Gesicht daran anpassen. Erstellen Sie dazu eine neue Ebene „Licht“ über Umschalt+Strg+N, und wählen Sie den Modus Ineinanderkopieren an. Aktivieren Sie Mit neutraler Farbe für den Modus Ineinanderkopieren füllen (50 % Grau). Nutzen Sie das Abwedler-Werkzeug, um Licht einzumalen. Mit dem Nachbelichter-Werkzeug malen Sie Schatten ein. Über die Ebenendeckkraft steuern Sie die Stärke der Umsetzung.

Passt die Kopfform doch noch nicht ideal zum neuen Gesicht, selektieren Sie den gewünschten Bereich mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug, und verkürzen oder verlängern Sie ihn über Inhaltsbasiert skalieren. Soll der Kopf einfach nur runder oder ovaler werden, transformieren Sie eine Rechteckauswahl des gesamten Kopfes mit Strg+T. Damit der Übergang nicht zu hart ausfällt, wählen Sie Auswahl > Auswahl verändern > Weiche Kante (Radius: 20 px). Strg+D hebt die Auswahl auf. Es kann sich auch lohnen, die Stirn oder das Kinn aus dem Original zu kopieren und sie neu einzufügen.

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Ergebnis schärfen

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Um das Ergebnis Ihrer Komposition zum Schluss nachzuschärfen, drücken Sie auf der Tastatur Strg+A, um alles auszuwählen, und dann Umschalt+Strg+Alt+E. Strg+D hebt die Auswahl auf. Mit dieser Kombination wurden alle Ebenen wie auf eine Ebene reduziert kopiert und als neue über allen anderen Ebene abgelegt. Die einzelnen Ebenen bleiben darunter also erhalten, Sie können aber jetzt den gewünschten Filter auf das Gesamtbild anwenden. Gehen Sie im Menü auf Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren, und stellen Sie den Radius ein. Je nach Bildgröße und Auflösung muss dieser kleiner oder größer ausfallen. Bei sehr großen Bildern genügen schon 0,2 oder 0,3 px, bei kleineren setzen Sie höher an (1–2 px). Steuern Sie dann die Umsetzung über die Stärke von 100–500 %. Mit dem Regler Schwellenwert schonen Sie Flächen wie die Haut vor dem Schärfen. Über die Ebenendeckkraft können Sie die Stärke der Filterung zusätzlich auch nachträglich noch anpassen.  3/2013

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Link zum Download des Fotomaterials auf der Heft-CD

Kreativ Witzige Porträts

Projekt-Infos

TEIL 2: Vom einfachen Porträt zur witzigen Montage

Material eigenes, Stock-Links auf der Heft-CD Zeitaufwand ca. 1–2 Stunden Software  Photoshop ab CS3, erklärt für CS6 Inhalte Masken, Polygon-Lasso,  Retusche-Werkzeuge, Transformieren Zielgruppe ambitionierte Einsteiger

Kopfüber

sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

Das Gesicht erscheint auf den ersten Blick normal, doch der „Bart“ und die „Stirn“ verraten die Komposition. Photoshop-Künstler Dirk Metzmacher zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Fotomodell kreativ kopfstehen lassen.

Dirk Metzmacher Photoshop-Künstler und Weblog-Autor

schritt für schritt so wird DER SCHOPF ZUM BART

Neuer Hintergrund Freistellen vorbereiten

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Kopieren Sie mit Strg+J die Hintergrundebene, und blenden Sie diese aus. Wechseln Sie von der Ebenen- in die Kanäle-Ansicht. Bei einem RGBBild (Bild > Modus > RGB-Farbe) sehen Sie drei Kanäle. Klicken Sie diese nacheinander an, um zu sehen, in welchem Kanal sich die Person optimal vom Hintergrund absetzt. Kopieren Sie diesen Kanal, indem Sie ihn auf das Icon Neuen Kanal erstellen ziehen.

2

Über Bild > Korrekturen > Tonwertkorrektur verstärken Sie den Kontrast zum Hintergrund. Ziehen Sie dazu die Regler zur Mitte hin. Aktivieren Sie den Pinsel, um mit schwarzer Vordergrundfarbe und einer großen Spitze die verbliebenen Details der Person zu übermalen. Mit Strg+I kehren Sie die Maske um. Wechseln Sie zurück zur Ebenenansicht. Klicken Sie die obere Ebene an, und wählen Sie Ebene > Ebenenmaske hinzufügen. Fügen hinter dem Freisteller eine Ebene mit einem radialen Farbverlauf ein.

Gesicht gedreht einfügen

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Überstempeln Sie nun, wie im ersten Workshop mit den doppelten Augen in Schritt 2 beschrieben, den Original-Mund, die -Augen und -Nase mit Hauttextur aus der Umgebung. Fleckige Stellen kaschieren Sie danach wie in Schritt 3 aus Teil 1 mit dem Bereichsreparaturpinsel. Blenden Sie die Ebene mit dem gedrehten Gesicht danach wieder ein, und positionieren Sie es passend mit dem Verschieben-Werkzeug. Um das Ergebnis besser beurteilen zu können, lohnt es sich, die Arbeitsfläche für den Moment um 180° zu drehen. Gehen Sie im Menü auf Ebene > Ebenenmaske > Alle einblenden, und sorgen Sie mit dem Pinsel und schwarzer Farbe für einen weichen Übergang zum Kopf. Noch stimmt aber auch die Gesichtsfarbe an den Übergängen nicht. Drücken Sie Umschalt+Strg+N, nennen Sie die Ebene „Hautoptimierung“, und wählen Sie als Ebenenmodus Ineinanderkopieren an. Aktivieren Sie Mit neutraler Farbe füllen, und bestätigen Sie mit OK. Optimieren Sie die Übergänge mit dem Abwedler (Aufhellen) und dem Nachbelichter (Abdunkeln). 76  

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Gesichtszüge kopieren

3

Aktivieren Sie das Polygon-Lasso-Werkzeug, und wählen Sie die Gesichtszüge (Augen, Nase, Mund) grob an einem Stück aus. Drücken Sie Strg+J, um die Partie auf einer eigenen Ebene zu speichern. Wählen Sie Bearbeiten > Transformieren > Um 180 Grad drehen, und blenden Sie die Gesichts-Kopie aus. Zwischen dem Körper und dem neuen Hintergrund fügen Sie eine neue Ebene ein, um auf dieser mit schwarzen Pinsel einen Schatten für die Person einzumalen.


Kreativ

Nach dem Drehenprüfen » Sie, ob die GröSSe von Augen, Mund und Nase noch zur Gesichtsform passt. 



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Dirk Metzmacher, Photoshop-Profi

Augen und Feinheiten

5

Es kann vorkommen, dass etwa die Augen, die Nase oder der Mund zu groß erscheinen. Wählen Sie dann die entsprechende Partie mit dem Lasso aus, und gehen Sie im Menü auf Ebene > Neu > Ebene durch Ausschneiden. Drücken Sie Strg+T zum Transformieren und verkleinern oder vergrößern Sie das Bildelement. Halten Sie dabei die Umschalt- und Alt-Taste gedrückt, um alle Seiten gleichmäßig anzupassen. Im Beispiel habe ich die Augen leicht verkleinert und mit dem Verschieben-Werkzeug neu positioniert. Auch die Gesichtsfarbe wurde wie zuvor beschrieben stellenweise noch angeglichen.

Kopfverdreher

6

Im Moment (siehe Abb. Schritt 5) steht die Person einfach Kopf, schaut einen aber dennoch gerade an. Leicht können Sie nun noch einen Schritt weiter gehen und den Kopf auf dem Körper drehen, so dass die Haare zum echten Bartschmuck und das Kinn zur Glatze wird. Reduzieren Sie dazu alle Ebenen der Person auf eine einzelne Ebene. Dann wählen Sie den Kopf mit dem Lasso aus. Drücken Sie Strg+J, und gehen Sie im Menü auf Bearbeiten > Transformieren > Um 180 Grad drehen. Spendieren Sie der Ebene eine Maske über das Ebenenbedienfeld und das Icon Maske hinzufügen, denn der Hals, der nach oben herausragt, stört natürlich noch. Mit dem Pinsel und schwarzer Vordergrundfarbe lassen Sie ihn in der Maske verschwinden, so dass eine glaubwürdige Glatze entsteht. Auf der Körper-Ebene darunter schneiden Sie den Originalkopf natürlich auch weg. Unterhalb der Ebene mit dem neuen Kopf können Sie noch einen Schatten einmalen.  3/2013

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Kreativ Steampunk-Montage

Masterclass-Workshop: Fantasy-Composing

Steampunk

Geheimnisvoll, ja fast gespenstisch mutet die Szene an, die Digitalkünstler Kevin May mit seinem retro-futuristischen Werk „Steampunk“ aus einer Vielzahl von Stockfotos und Rauchtexturen geschaffen hat: Mit welchen Photoshop-Kniffen er seine fantastische Geschichte vom Maskenfest im Venedig der fernen Zukunft Wirklichkeit werden ließ, verrät er Ihnen in diesem Profi-Workshop.

Venedig im Jahre 2347. Längst wurde der traditionelle venezianische Karneval von den Entwicklungen modernster Technik infiziert. Futuristische Kostüme, mystische Klänge – geblieben sind allein die kunstvollen Masken. Nachts erwacht die Stadt zum Leben. Über dem Canal Grande schwebt ein zäher Nebel, aus dem geheimnisvolle Figuren emporsteigen ... 78  

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Projekt-Infos MaterialStockfotos Zeitaufwand 3–5 Stunden Software  Adobe Photoshop ab CS5 Inhalte Formgitter-Werkzeug, Farbstimmung,  Licht und Schatten, Schnittmasken ZielgruppeFortgeschrittene

Composing: Kevin May; Fotos: oriontrail, RAStudio, P. Dedeurwaerder, Mayer George und Jörg Röse-Oberreich (Shutterstock.com); Sceptre63, NEOkeitaro und redheadstock (Deviantart.com)

sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

Kevin May Photoshop-Künstler und Grafikdesigner

S

teampunk – in diesem Fall ist das mehr als nur ein Titel. Steampunk beschreibt einen Kunststil, der sich in den 1980ern entwickelt hat. Charakteristisch ist dabei die Kombination moderner, futuristischer Elemente mit Elementen aus dem Viktorianischen Zeitalter. Der daraus entstehende retro-futuristische Look lebt von der Gegensätzlichkeit der einzelnen Bestandteile und bringt so eine spannende Dynamik mit. Bei der Arbeit an meinem Composing habe ich mich außerdem stark von Musik inspirieren

lassen – eine Methode, die ich nur empfehlen kann, um mehr Schwung in die Komposition zu bringen. Während der Arbeit an „Steampunk“ standen Epic-Dubstep-Stücke auf meiner Playlist. Wie für die Technik des Composings typisch, ist auch meine Montage aus einer Vielzahl von Einzelbildern entstanden. Die Schwierigkeit bestand darin, mit Hilfe von Photoshop die einzelnen Elemente zu verschmelzen und ein völlig neues Bild mit einer ganz eigenen Stimmung zu kreieren. Das zentrale Element ist hier die venezianisch anmutende Maske. Sie bildet das Zentrum des Artworks und ist gleichzeitig der Stimmungsträger. Ebenfalls essenziell für die Dynamik des Composings sind die Dampf-Schwaden, die tierische Formen annehmen. 

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Kreativ Steampunk-Montage

Tipp

Dateiformat einrichten

Grober Bildaufbau

Da diese Collage von vielen Details lebt, ist es empfehlenswert eine entsprechend hohe Auflösung und Größe zu wählen. Ich habe meine Datei auf 5.000 x 2.813 px angelegt. Beginnen Sie nach dem Einrichten des Formats mit der Platzierung des Hintergrunds. Setzen Sie diesen leicht schräg, das unterstützt später die Dynamik des Gesamtwerks.

Zu Beginn ordnen Sie alle Einzelbilder auf dem Hintergrund an. Erstellen Sie für jede Objekt-Ebene eine neue Ebenenmaske (Maske hinzufügen). Aktivieren Sie das Pinsel-Werkzeug, und malen Sie darin mit Schwarz, so dass das Motiv grob freigestellt ist. Dann positionieren Sie das Objekt auf der Arbeitsfläche. So gehen Sie für alle Einzelbilder vor. Starten Sie mit den Stockbildern „Frau“, „Tentakel“, „Maske“, „Lautsprecher“ und „Zahnräder“ (siehe Link-Liste auf der Heft-CD).

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Dynamik ins Bild bringen

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Die Dynamik in diesem Werk beruht hauptsächlich auf den Dampf-Figuren. Positionieren Sie deshalb direkt auch einige der Rauch-Stocks aus dem RauchPaket von MediaMilitia.com grob auf der Arbeitsfläche. Durch eine leichte Neigung nach links und eine sorgfältig gewählte Platzierung der Stockbilder gewinnt der Grundaufbau gleich an Wirkung und Dynamik.

Rauchtier vorzeichnen

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Um den Dampf, der aus den Lautsprechern in Ihrem Composing kommt, zu formen, erstellen Sie zunächst eine neue Datei mit schwarzem Hintergrund. Skizzieren Sie darin grob die Form einer Schlangen-Figur mit einer weißgefüllten Pinselspitze. Die Skizze hilft Ihnen im kommenden Schritt, die gezeichnete Schlange in eine Figur aus Rauchschwaden zu verwandeln. 80  

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bildpositionen ausprobieren Bei diesem Schritt geht es in erster Linie darum, die Wirkung der Einzelbilder in verschiedenen Positionen abzuwägen und zu gewichten. Dies hilft Ihnen, sich vorzustellen, wie das Ganze später aussehen wird. Sie vermeiden somit möglicherweise, dass Sie manche detaillierteren Ausarbeitungen zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen müssen, wenn Sie feststellen, dass sich ein anderer Bildaufbau besser geeignet hätte.

Detailliertes Freistellen

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Sobald Ihnen die grobe Bildkomposition gefällt, können Sie sich an die detaillierte Ausarbeitung des Composings machen. Beginnen Sie dafür mit dem Freistellungs-Werkzeug Ihrer Wahl. Ich empfehle das ZeichenstiftWerkzeug (P), um die einzelnen Bilder von ihrem Hintergrund zu befreien.

Tiere mit dem Formgitter erschaffen

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Setzen Sie die Deckkraft der SchlangenSkizze auf 10 % herab, und schieben Sie die Ebene der Skizze in der Ebenen-Palette über die Hintergrundebene. Ziehen Sie nun ein RauchStockfoto per Drag-and-Drop in das Dokument, reduzieren Sie die Sättigung, und setzen Sie den Ebenenmodus auf Negativ Multiplizieren, damit

der schwarze Hintergrund ausgeblendet wird. Wählen Sie das Rauch-Bild aus, aktivieren Sie das Formgitter-Werkzeug über Bearbeiten > Formgitter, und erstellen Sie im Gitter einige Punkte auf der Rauch-Schwade. Diese ziehen Sie dann auf die Linien Ihrer Schlangen-Skizze, um so die Schlange zu formen.


Stockbilder-Liste, Rauchschlange und Ebenen-Palette auf der Heft-CD

Steampunk-Montage Kreativ

Formgitter-Punkte setzen Wenn Sie mit dem Formgitter-Werkzeug arbeiten, empfehle ich Ihnen, zunächst nur 2 bis 4 Punkte zu setzen. So können Sie das Objekt wie einen Pfad in Photoshop oder Illustrator behandeln und haben die Kontrolle über Anfangs- und Endpunkt. Mit ein bis zwei zusätzlichen Kontrollpunkten können Sie die Dehnung zwischen ihnen bestimmen. Je mehr Zwischenpunkte Sie hinzufügen, desto kleinteiliger und komplexer wird die Verformung.

Schlange zusammenfügen

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Wiederholen Sie Schritt 6 mit weiteren Rauch-Stockfotos so lange, bis Ihnen die Form Ihrer Schlange gefällt. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Je mehr Zeit und Geduld Sie in diesen Schritt investieren, desto besser wird das Ergebnis am Ende

aussehen. Auf die gleiche Weise erstellen Sie danach auch noch den Adler. Natürlich können Sie stattdessen auch auf fertige Stock-Figuren zurückgreifen. Dann sind Sie bei der Komposition aber abhängiger von den vorgegebenen Formen.

Tiere ins Bild einarbeiten

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Speichern Sie die RauchTiere als PSD-Dateien ab, und ziehen SIe diese per Dragand-Drop in Ihr Hauptdokument (Steampunk). Platzieren Sie beide Tiere jeweils im linken oberen und unteren Drittel, und verbinden Sie sie mit je einem der Lautsprecher auf der rechten Seite. Dazu platzieren Sie wieder wie in Schritt 7 mehrere Rauch-Stocks im Dokument, stellen den Modus auf Negativ Multiplizieren und verformen sie mit dem Formgitter-Werkzeug, so dass eine nahtlose Verbindung zwischen Lautsprechern und Rauch-Tieren entsteht.

Durch unschär»fen verleihen Sie ihrer photoshopcollage mehr tiefe und dynamik.



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Kevin May, Grafikdesigner

Tiefe erzeugen

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Ein Composing lebt neben der Dynamik auch von der Tiefe. Um diese zu erzeugen, betrachten Sie Ihr Bild auf drei Ebenen: dem Hintergrund, der Hauptebene und dem Vordergrund. Die Tiefenwirkung wird durch Unschärfe erreicht – Objekte des Hinter- und Vordergrunds müssen also unscharf gemacht, d. h. in verschiedenen Stärken weichgezeichnet werden. Verwenden Sie dafür den Weichzeichnungsfilter > Feld-Weichzeichnung oder den Filter Tiefenschärfe abmildern (CS5 und niedriger). Der Tiefen-Effekt wird noch verstärkt, wenn Sie weitere Elemente in das Bild einfügen und weichzeichnen. Ich habe hierfür einen weiteren Lautsprecher, ein Duplikat der RauchSchlange, weitere Tentakeln und zwei Rohre (im Vordergrund) eingefügt.

Mehr Dynamik durch Splitter

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Als Nächstes erhöhen Sie die Dynamik des Bildes durch das Einfügen von Splittern. Aktivieren Sie dafür das Polygon-Lasso-Werkzeug (L), und ziehen Sie in einer neuen Ebene zufällig geformte Auswahlen (z. B. Dreiecke, Trapeze) auf. Füllen Sie die Auswahlen anschließend mit Schwarz (Umschalt+F5). 3/2013

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Kreativ

Splitter mit Zahnrädern füllen

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Positionieren Sie nun die Zahnrad-Stockfotos (siehe Links auf Heft-CD) über den Splittern, und erstellen Sie über Rechtsklick > Schnittmaske erstellen eine Schnittmaske für die Zahnrad-Ebene. Füllen Sie die Splitter komplett mit Zahnradbildern aus, indem Sie die Räder duplizieren und transformieren. Wiederholen Sie den Vorgang für eine Splitter-Ebene rechts im Vordergrund und für eine links im Hintergrund. Auf die Splitter im Hintergrund wenden Sie den Filter > Weichzeichnungsfilter > Bewegungsunschärfe an (Abstand: 25 px).

Schattenpartien Abdunkeln

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Die Frau im Bild wird vom linken unteren Drittel des Bildrands aus beleuchtet. Eine weitere Lichtquelle bilden die Dampf-Schwaden. Daran angepasst müssen auch die weiteren Objekte durch Aufhellen und Abdunkeln an die Lichtverhältnisse angeglichen werden. Dunkeln Sie dafür den Hintergrund und den Bereich rechts im Bild sowie die Rohre im Vordergrund über eine Tonwertkorrektur ab.

Licht und Schatten in Schnittmasken-ebenen einmalen

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Erstellen Sie für bestimmte Elemente des Composings (v. a. Maske, Frauenkörper, Lautsprecher, Tentakeln) eine übergeordnete Ebene, und wenden Sie darauf Schnittmasken (Strg+Alt+G) an. Wählen Sie für diese Ebenen die Füllmethode Weiches Licht, und malen Sie mit schwarzem und

weißem Pinsel mit einer Deckkraft von 10–30% auf diese Ebenen. Bereiche, die besonders dunkel werden sollen, wie der Hals der Frau oder der rechte Teil der Maske, dunkeln Sie zusätzlich mit einer Ebene mit der Füllmethode Normal ab, auf welcher Sie mit einem schwarzen Pinsel malen.

Glühender Dampf

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Um dem Dampf mehr Leuchtkraft zu verleihen und ihn deutlicher hervorzuheben, ziehen Sie weitere Rauch-Stockfotos über die Ebenen der einzelnen Dampf-Tiere. Wählen Sie für diese die Füllmethode Linear abwedeln, und verformen Sie sie zusätzlich mit dem Formgitter-Werkzeug entsprechend der Bewegungsrichtung des Dampfes. Erstellen Sie für die Ebenen dieser Dampf-Schwaden anschließend Farbton/Sättigungs-Ebenen als Schnittmasken (Strg+Alt+G), und färben Sie den Dampf in einem Magenta-Ton. Dafür aktivieren Sie im Farbton/Sättigung-Dialogfenster die Option Färben. 82  

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Steampunk-Montage Kreativ

Look & Kontraste

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Um das gesamte Composing nun in die spezielle Steampunk-Stimmung zu versetzen, erhöhen Sie zusätzlich den Kontrast des Bildes, damit die Differenz zwischen hell und dunkel noch größer wird. Erstellen Sie für die farbliche Anpassung des Bildes eine neue Einstellungsebene > Verlaufsumsetzung mit einem schwarzweißen Verlauf. Reduzieren Sie die Ebenendeckkraft auf 75 %, und ziehen Sie diese Ebene unter die des Dampf-Adlers. So wird der Glüh-Effekt des Dampfes noch weiter hervorgehoben.

sie bei IHrem » Achten Composing darauf, woher das licht kommen soll, und passen sie die schatten dementsprechend an. das erzeugt plastizität im bild.



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Kevin May, photoshop-künstler

VorLetzter Schliff: Partikel

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Den Gesamteindruck des Artworks runden Sie jetzt noch durch farblich abweichende, blau leuchtende Partikel ab. Ziehen Sie hierfür das Partikel-Stockbild in die Collage, und setzen Sie den Ebenenmodus der Partikel-Ebene auf Aufhellen. Fügen Sie eine neue Ebenenmaske hinzu, und entfernen Sie mit einem schwarzen Pinsel die Punkte, die zu dominant oder störend wirken.

Topaz-Filter und Schärfe

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Um das Gesamtbild ein wenig so aussehen zu lassen, als sei es gemalt, und um die Konturen stärker zu betonen, empfehle ich das Plug-in Topaz Clean. Erstellen Sie hierfür eine neue Ebene über allen anderen, und wählen Sie Bild > Bildberechnungen. An den Standardeinstellungen im Dialog ändern Sie nichts, bestätigen Sie einfach mit OK. Der Inhalt aller Ebenen unter der neuen wird so auf eine Sammelebene reduziert in die leere Ebene kopiert. Alternativ könnten Sie auch Strg+Alt+Umschalt+E drücken. Wenden Sie nun auf diese Ebene den Topaz-Clean-Filter mit der Voreinstellung „Crisp Style“ an. Passen Sie die Deckkraft dieser Ebene je nach Geschmack an. Ich habe eine Deckkraft von 40 % gewählt. Um abschließend den Schärfeeffekt zu verbessern, erstellen Sie erneut eine Sammelebene aller Ebenen (per Bildberechnungen oder Kürzel), auf die Sie nun den Filter > Sonstige Filter > Hochpass anwenden. Stellen Sie den Radius auf 5 px, und aktivieren Sie die Ebenenfüllmethode Weiches Licht.  3/2013

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Fotomaterial auf der Heft-CD

Leicht gemacht Filmplakat-Montage

Special Effects: Schritt für Schritt zum Kinoplakat

Und Action! rbeitung: Gabor Richter,

Doch haben Sie schon mal daran gedacht, ein solches Werk selbst zu erstellen? Zum Glück müssen Sie dazu ja auch nicht den passenden Film abdrehen. Sammeln Sie einfach Inspirationen – so wie Calvin Hollywood und ich uns von dem Film „Conan, der Barbar“ zu diesem Poster (Bild rechts) inspirieren ließen. In diesem Workshop möchte ich Ihnen Schritt für Schritt – vom Ausgangsmaterial bis hin zum fertigen Bildergebnis – zeigen, wie das Plakat entstanden ist. Sie werden überrascht sein, wie schnell und einfach so ein Poster zu gestalten ist.

Bea Foto: Calvin Hollywood,

Wir halten unser Kinoticket in der Hand, das Popcorn und die kalte Cola sind auch schon gekauft. So langsam schlägt die Armbanduhr 20 Uhr, und wir laufen in Richtung des Vorstellungsraums. Wir blicken nach links, wir blicken nach rechts – überall hängen Kinoposter, die uns wie ein Stoppschild auf der Straße aufhalten. Diese Kunstwerke erscheinen uns wie kostbare Gemälde in einem Museum. Die Faszination, in einem Bild die Welt zu sehen, wie sie nicht ist, begeistert uns am meisten, da hier die Realität keine Bedeutung hat.

Model: Poison-Ivy

Der bekennende Abenteuer-Fan und Profi-Bildbearbeiter Gabor Richter liebt es, Kinoplakate im Stil der großen Filmemacher aus Hollywood zu entwerfen und sie mit Photoshop zum Leben zu erwecken. Am Beispiel von „The Warrior“ zeigt er Ihnen alle Tricks, mit denen Sie Ihre Bilder in echte Action-Werke verwandeln.

Sie wollen Ihre Hauptdarsteller selbst shooten? Das Licht-Set-up besteht zum Teil aus harten Lichtquellen, passend zur Stimmung, die dieses Bild ausstrahlen soll. Fotografiert wurde es vor einem neutralgrauen Hintergrund. Der Vorteil davon: Graue Flächen lassen sich später in Photoshop in Windeseile durch einen neuen Hintergrund ersetzen. Die erste Lichtquel-

le ist eine Oktabox von vorne links, die auch als Hauptlicht dient. Über der Octabox ist eine Wabe angebracht, auch Grid genannt, die für ein gerichtetes Licht sorgt. Schräg hinter der Person steht ein 12-Zoll-Reflektor, ebenfalls mit einer Wabe ausgestattet. Dieser sorgt für die Überstrahlung auf dem Nacken.

gabor richter Fotograf und Photoshop-Profi

Projekt-Infos Material Ausgangsbild auf der Heft-CD Zeitaufwand ca. 1 bis 2 Stunden Software  erklärt für Photoshop CS6 Inhalte Pinseltricks, Filter-Effekte, RAW-Script, transformieren, Dodge & Burn, u.v.m. Zielgruppe (Hobby-)Bildbearbeiter, Kino-Fans sehr  Leicht  Leicht  schwer  sehr  schwer

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Raw-Datei konvertieren

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Für die ersten Schritte auf dem Weg zu unserem Action-Poster öffnen wir die Datei TheWarrior.dng in Adobe Camera RAW. Mit dem Regler Belichtung können Sie die Tonwerte des Hintergrundes einfach beeinflussen: Ein Wert von –0,2 liefert ein gutes neutrales Grau für die nächsten Schritte. Im dritten Reiter

rechts im Menü finden Sie Regler für die feinen Details: Setzen Sie den Radius auf 0,6 und den Betrag auf 60. Im siebten Reiter wählen Sie bei Effekte > Vignettierung mit einer Stärke von –21 hinzu. Das gibt dem Bild mehr Tiefe: Es sieht so aus, als stände die Kämpferin in einer Höhle.


Leicht gemacht Filmplakat-Montage

Ausrichten und Zuschneiden

Heldin wachsen lassen

Wirft man einen Blick auf den Boden, wird deutlich, dass das Ausgangsbild etwas schief ist. Mit dem Werkzeug Gerade Ausrichten, das sich oben links im Hauptmenü befindet, zeichnen Sie den Horizont ein. Als Referenz nehmen Sie dazu am besten den Schattenübergang vom Boden zur Wand. Als Nächstes verändern Sie mit dem Freistellungs-Werkzeug, das bereits aktiv sein sollte, den Ausschnitt. Damit die Proportionen des Formats erhalten bleiben, halten Sie beim Wählen des Ausschnitts die Umschalt-Taste gedrückt.

Leider ist unsere Heldin etwas zu kurz geraten. Dem können Sie schnell entgegenwirken, indem Sie mit Strg+Alt+Umschalt und E alles auf einer ExtraEbene zusammenfassen. Verschieben Sie die neue Ebene so weit nach oben, bis der Kopf mittig im oberen Drittel sitzt. Mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug wählen Sie die unteren Zweidrittel des Bildes aus. Dann drücken Sie Strg+J, um diesen Bereich auf eine Extra-Ebene zu kopieren. Zum Schluss verlängern Sie den Bereich mit Strg+T und ziehen den untersten Punkt bis auf den Boden hinunter.

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Störendes wegradieren

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Gefährlich, dreckig und gemein: So soll es sein, damit das Plakat später authentisch wirkt. Dennoch sollten Sie einige störende Elemente wegretuschieren. Arbeiten Sie dazu am besten auf einer leeren Ebene, die Sie Retusche nennen. Für die zügige Korrektur empfiehlt sich der Bereichsreparatur-Pinsel. Achten Sie darauf, dass im oberen Menü Alle Ebenen aufnehmen aktiviert ist. Nun können Sie mit gedrückter Alt-Taste die Quelle der sauberen Pixel bestimmen. Nachdem Sie die Taste loslassen, können Sie einfach über die unsaubere Stelle mit dem Pinsel malen.

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Das Geheimnis eines guten Posters Sie wollen mehr zum Thema KinoplakatGestaltung mit Photoshop lernen? Dann ist Gabor Richters Trainingsvideo bei video2brain genau das Richtige für Sie: Gabor zeigt Ihnen hier anhand zahlreicher Beispiele, wie Gestaltungsmerkmale die Aussage eines Plakats bestimmen und was bei der Gestaltung von Kinoplakaten im Allgemeinen zu beachten ist. Er verrät Ihnen viele weitere PhotoshopTricks und -Effekte, mit denen Sie Ihre eigenen Ideen umsetzen können. www.video2brain.com | 1,5 Std. Laufzeit | 24,95 Euro | www.gaborrichter.de

Bodyshaping per Dogde & Burn

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Im folgenden Schritt malen Sie über die Kämpferin, um diese mit Licht und Schatten weiter auszumodullieren. So erreichen Sie, dass Ihre Heldin stärker, ja fast übernatürlich stark wirkt. Legen Sie mit Strg+Umschalt+N eine neue Ebene an, für die Sie im Dialog folgende EInstellungen wählen: Stellen Sie den Modus auf Weiches Licht und aktivieren das unten stehende Kästchen für 50 % Grau. Nun sehen Sie eine neutralgrau gefüllte Ebene, in der Sie mit einem Pinsel von 5 % Deckkraft dezent über die Kriegerin malen. Für die hellen Bereiche wählen Sie Weiß. Zum Wechseln auf Schwarz für die Schatten-Bereiche, drücken Sie einfach X, um zu Schwarz zu wechseln. Damit Sie nicht die Übersicht verlieren, gruppieren Sie alle bisher angelegten Ebenen in einem Ordner „Person“.

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Filmplakat-Montage Leicht gemacht

Boden und Wand platzieren

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Damit unsere zornige Poster-Kämpferin auch etwas hat, worauf sie stampfen kann, müssen Sie ihr einen festen Boden spendieren. Über Datei > Platzieren holen Sie sich die dazu nötige Textur Boden.jpg in Ihre Arbeitsdatei. Die obere Kante des Bildes sollte über den Füßen abschließen. Zur perspektivischen Anpassung wählen Sie im Menü Bearbeiten > Transformieren > Perspektivisch aus. Nun können Sie sich einfach die Enden packen und den Boden passend verzerren. Danach fügen Sie noch die Hintergrund-Wand aus Wand.jpg ein. Setzen Sie diese bündig an die obere Kante vom Boden.

Magisches Freistellen

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Dieser Schritt ist einer meiner Lieblingsparts beim Bearbeiten einer Photoshop-Collage. Stellen Sie zunächst jeweils den Boden und die Wand auf die Füllmethode > Weiches Licht. Die beiden Ebenen packen Sie auch gleich in eine Gruppe zusammen, die Sie Hintergrund nennen. Legen Sie für diese Gruppe eine Maske an, in der Sie nun mit einem Pinsel und reinem Schwarz über die Bereiche malen, in der die Textur nicht zu sehen sein soll – et voilà: Schon haben wir dank des neutralgrauen Studiohintergrundes ein schnelles und sauberes Freistellergebnis, bei dem noch jedes einzelne Haar zu erkennen ist.

Tipp Pinsel Nummer 46 Nutzen SIe in Schritt 8 den SplatterPinsel mit der Nummer 46 – von mir auch liebevoll „der zerfetzte Pinsel“ genannt. Statt damit aber klassisch zu malen, also über das Bild zu wischen, klicken oder stupsen Sie mehrmals über die Bereiche, die bearbeitet werden sollen. Es dauert zwar etwas länger, bis die Veränderung sichtbar wird. Doch mit etwas Geduld erhalten Sie ein deutlich spannenderes Ergebnis, als wenn Sie mit einem einfachen Pinsel wie gewohnt längere Malstriche gezogen hätten.

Die Scratch-Technik

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Wirkt der Hintergrund noch zu unecht? Fehlt Ihnen der Übergang vom Boden zur Wand? Oder ist Ihnen die Tiefe im Bild noch nicht glaubwürdig genug? All diese Einzelheiten können Sie mit einer einzigen Ebene schnell ändern und optimieren. Dazu erstellen Sie wieder eine graue Ebene (wie im Schritt 5 beschrieben). Wählen Sie nur dieses Mal als Füllmethode > Ineinanderkopieren aus. Als Nächstes malen Sie mit dem Pinsel Nr. 46 (siehe TIPP rechts) mit schwarzer und weißer Farbe einige Tiefen und Lichter ins Bild, um die Höhle nach Ihrem Wunsch weiter auszuformen. Der Splatter-Pinsel sorgt dabei für eine schön raue Textur. Die Naht von Boden zur Wand schließen Sie durch mehrere schwarze Pinselstrich-Schichten.

Bedrohliche Farbstimmung

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Legen Sie sich eine neue Gruppe mit dem Namen BildLook an, in der Sie nun weiterarbeiten. Über das untere Menü in der Ebenen-Palette erstellen Sie eine Einstellungsebene > Farbton/Sättigung, bei der Sie die Sättigung auf –33 reduzieren, um die Gesamtstimmung zu neutralisieren. Als Zweites passen Sie die Farbbalance an: Schieben Sie den Regler für Rot auf +30 und für Gelb auf –50. So erhalten Sie eine gleichmäßige Lichtstimmung. Für einen kräfigen Kontrast erstellen Sie eine dritte Einstellungsebene, und zwar dieses mal Schwarzweiß, die Sie mit 90 % Deckkraft und mit der Füllmethode > Weiches Licht anlegen. 3/2013

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Leicht gemacht Filmplakat-Montage

Lichtschein durch Gitterstäbe

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Als Nächstes erzeugen Sie eine spannende Lichtstimmung in dem Filmposter-Bild, die dem Betrachter das Gefühl geben soll, dass sich die Kämpferin hinter Gittern befindet. Um den Effekt zu erzielen, nutzen Sie die Einstellungsebene > Verlauf, deren Winkel Sie auf 45° setzen. Klicken Sie danach auf Verläufe bearbeiten, bis Sie bei den Vorgaben oben das kleine Symbol mit einer Sonne bzw. einem Zahnrad sehen. Dort können Sie Spezialeffekte anfügen. Wählen Sie Weiche Streifen aus. Bestätigen Sie

alle Fenster, und setzen Sie die Füllmethode dieser Ebene auf Weiches Licht. Damit die Lichtstimmung eher hinter der Person erscheint, maskieren Sie die Person in der Ebenenmaske wieder aus. Um sich die Arbeit zum Ausmaskieren zu sparen, kopieren Sie einfach eine bereits vorhandene Maske: Klicken Sie dazu die Maske mit der AltTaste an, und ziehen Sie sie bei weiterhin gedrückter Alt-Taste auf die gewünschte Ebene: Die kopierte Maske wird sofort auf die anvisierte Ebene angewendet.

Feuerflammen erstellen

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Um in einer Höhle Feuer zu machen, benötigen Sie in der heutigen Zeit dank Photoshop keine Stöcke mehr. Dafür erstellen Sie eine neue, leere Ebene, auf der Sie malen werden. Per Doppelklick auf das fx-Icon neben dem Ebenensymbol gelangen Sie in die Ebenenstile. Dort müssen Sie nur zwei Einstellungen vornehmen: Bei der Farbüberlagerung wählen Sie ein sattes, sonniges Gelb mit einer

Tipp

Deckkraft von 100 %. Bei Schein nach außen wählen Sie ein kräftiges Signalrot mit 100 % Deckkraft, Füllmethode Normal, Größe 40 px, Bereich 50 % und der Rest auf 0 %. Zum Malen benötigen Sie einen Pinsel, der auf Größe 80 px, Härte 50 %, Pinseldruck aktivieren und die Deckkraft auf 20 % eingestellt wird. Malen Sie vier- bis fünfmal übereinander, um einen schönen Flammen-Effekt zu erzielen.

flammenschwung Soll das Feuer noch lebendiger wirken, lohnt es sich, den Wischfinger (Stärke: 20 %) einzusetzen. Geben Sie dem Feuer einfach einen kleinen Schwung in die Richtung, in die es brennen soll.

lassen Sie es knistern

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Damit die Feuerflammen noch realistischer aussehen – so als würden sie knistern – malen Sie jetzt noch kleine Funken hinzu. Mit einem Rechtsklick auf unser bereits erstelltes Feuer, kopieren Sie den bereits erstellten Ebenenstil. Dann legen Sie eine neue leere Ebene an, auf der Sie mit einem Rechtsklick den Ebenenstil wieder einfügen. Jetzt müssen Sie nur noch ein paar unterschiedlich große Punkte nach Belieben ins Bild malen. Dafür stellen Sie das Pinsel-Werkzeug folgendermaßen ein: Deckkraft 30 %, Druck deaktivieren, Härte 80 %, Größe abwechselnd von 10 px bis 50 px. 88  

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Feuerwelle einmalen

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Bis jetzt sieht die Feuerattacke noch etwas nüchtern aus. Für mehr Drama benötigen Sie eine dezente Feuerwelle. Dafür erstellen Sie eine neue leere Ebene, auf die Sie wieder den bereits erstellten Feuer-Ebenenstil kopieren. Malen Sie von unten links dezent die Welle ein. Hierfür wählen Sie erneut das Pinsel-Werkzeug mit folgenden Einstellungen: Splatter-Pinsel Nr. 46, Größe 5.000 px, Deckkraft 5 %, Druck deaktivieren. Klicken Sie zwei-, dreimal versetzt ins Bild.


Filmplakat-Montage Leicht gemacht

Vor Hitze flirrende Luft

Rauschen als Bildeffekt

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Eine zusätzliche „Hitzewelle“ ist einfach erstellt, der Bildeffekt ist aber umso wirkungsvoller. Deaktivieren Sie alle Feuerelemente, und fassen Sie die darunter liegenden Ebenen mit Strg+Alt+Umschalt+E zusammen. Nun wählen Sie über Filter > Filtergalerie > Verzerrungsfilter den Glas-Filter aus. Behalten Sie die Standardeinstellung bei, und bestätigen Sie mit OK. Aktivieren Sie wieder die oberen Feuerelemente, damit Sie sehen können, wo die Hitze zum Tragen kommen soll. Legen Sie auf die HitzeEbene eine Ebenenmaske, in der Sie den oberen Bereich, der nicht betroffen sein soll, mit Schwarz ausmaskieren.

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Um die bis jetzt eingefügten Elemente im Bild aneinander anzugleichen, fügen Sie etwas Rauschen hinzu. Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste auf den kleinen Abreißblock im Ebenenfenster, und wählen Sie den Modus Weiches Licht aus. Aktivieren Sie 50 % Grau, und bestätigen Sie. Im Filter > Rauschfilter > Rauschen hinzufügen setzen Sie die Stärke auf 15 % bei aktivierter Gauß’scher Normalverteilung. In einer Ebenenmaske über der neuen Ebene nehmen Sie das Rauschen zu 100 % aus dem Gesicht heraus und am Körper nur dezent zu 50 %.

Zurück in den RAW-Konverter

textRaster einrichten

Normalerweise machen Sie die RAW-Entwicklung zu Projektbeginn. Mit dem kostenlosen, einfach zu installierenden Script von Russell Brown können Sie Ihr Bild auch nachträglich mit dem Befehl Edit Selected Layer in ACR in den RAW-Konverter schicken. (Download und Video-Anleitung unter: www.russell­ brown.com/scripts.html). ‚Für den Feinschliff der Collage passen Sie die Grundeinstellungen wie folgt an: Ändern Sie den Farb-Look über das Register Teiltonung, und wählen Sie für die Tiefen einen Rot-Wert von 14 und für die Sättigung 17.

Zurück in Photoshop richten Sie für ein harmonisches und gleichmäßiges Textlayout ein Raster ein, das eine Grenzlinie für Ihre Texte darstellt. Mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug erstellen Sie einen kleinen Quader, den Sie in ein beliebiges Bildeck setzen. Dann ziehen Sie horizontal wie auch vertikal eine Hilfslinie an die Kontur Ihrer Auswahl. Ziehen Sie die Quader-Auswahl in das diagonal gegenüberliegende Eck, und fügen Sie erneut eine Hilfslininen hinzu. So haben Sie Ihre Collage schnell eingezäunt und wissen, wo die Texte zu platzieren sind.

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Credits, Texte und Logos einfügen

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Durch die passenden Texte und Logos verwandeln Sie Ihr Bild in ein echtes Kinoposter. Ich habe die Logos meiner Firmen-Partner mit hineingebracht, die ich im Größenverhältnis gleich hoch entlang der Hilfslinien eingefügt habe. Für die Credits wählen Sie eine für Kinoplakate typische, kantige Schriftart. Der oben stehende Text soll gut lesbar und darf farblich nicht zu aufdringlich sein. Unter www. dafont.com finden Sie eine große Auswahl an Schriften – viele davon sind kostenlos nutzbar.

Ebenenstil für den Haupttext

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Achten Sie bei der Positionierung des Haupttextes darauf, dass er im unteren Bilddrittel sitzt. Formatieren Sie die verschiedenen Schriftgrößen in einem Textfeld, welches Sie über Zeichen erstellen. Dann fügen Sie für die Text-Ebene einen Ebenenstil hinzu: Legen Sie im Ebenenstil-Dialogfeld einen Schlagschatten mit einer Größe von 38 px an. Bei Musterüberlagerung wählen Sie Muster > Gouache hell auf Wasserfarbe mit einer Skalierung von 600 % aus. Unter Farbüberlagerung wählen Sie ein kräftiges Orange, dessen Füllmethode Sie auf Farbe setzen. Et voilà: Sie haben Ihr eigenes Kinoposter erstellt!  3/2013

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Interview Adrian Sommeling

Im Gespräch: Adrian Sommeling

mein Papa liebt

Photoshop

Als Ausgleich zu seinem Arbeitsalltag als Grafikdesigner bastelt der Niederländer Adrian Sommeling gern an komplexen Photoshop-Montagen. Seine Bilder, mit denen er kleine Fantasiegeschichten erzählt, wirken auf den ersten Blick wie bloße Fotografien, bestehen aber tatsächlich aus mehreren Dutzend Einzelfotos. Nach Darstellern für seine Ideen muss der Familienvater dabei nicht lang suchen: Sein liebstes Model ist sein Sohn.

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Monster-Check. Haben nicht alle Kinder manchmal das Gefühl, dass da ein Monster unter ihrem Bett lauern könnte? Adrian Sommeling hat dieses Foto aus einer Vielzahl einzelner Aufnahmen zusammengestellt. Als Ausgangsbild diente ihm lediglich das Bett. Dielenboden, Stofftiere, Tapete und natürlich den Hauptdarsteller, seinen Sohn, hat Sommeling separat fotografiert und Schritt für Schritt ins Bild montiert.

Adrian Sommeling (46) ist ein Meister der Fotomontage. Der Niederländer lebt in der Nähe von Den Haag, wo er seit über 20 Jahren als Grafikde­ signer arbeitet. Daneben nutzt er jede freie Minute für seine eigenen Kunstprojekte. Som­ melings Bilder erzählen kleine, meist humorvolle Geschichten, die oft auf eigenen Kindheitserinnerun­ gen basieren. Sein Sohn bringt ihn immer wieder auf neue Ideen. www.adriansommeling.com

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Bilder: Christophe Kiciak

Zur Person

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Mamaaa! Ein Familienporträt der etwas anderen Art: „Wenn sich meine Frau mit ihrem Tablet beschäftigt, ist es nahezu unmöglich sie abzulenken“, sagt Sommeling. „Auch mein Sohn hat in solchen Momenten keine Chance, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Da kam mir die Idee zu diesem Bild. Elefant und Vogel habe ich im städti­ schen Zoo aufgenommen – Frau und Sohn auf unserem Sofa im Wohnzimmer“.

: Adrian, es gibt eine Person, die immer wieder auf deinen Bildern auftaucht. Täuscht es, oder ist der kleine Junge mit dir verwandt? Adrian Sommeling: (lacht) Das stimmt tatsächlich. Der Junge ist mein Sohn. Er ist die Quelle mei­ ner Inspiration und neben einigen Freunden ist er das Model, das ich am meisten fotografiere. Anders als viele Kinder in seinem Alter ver­ liert er nicht so schnell die Geduld. Sicherlich ist so ein Shooting nicht immer einfach, aber er nimmt alles gelassen. Er ist unglaublich süß. Was genau inspiriert dich an ihm? Seine Art und die Dinge, die er tut, erinnern mich an meine eigene Kindheit. Das bringt mich auf Ideen und hilft mir bei meiner Arbeit. Inspi­ ration ziehe ich aber auch aus ganz alltäglichen Situationen. Eine anregende Unterhaltung kann beispielsweise inspirierend sein oder manchmal auch etwas, das ich im Fernsehen gesehen habe. 92  

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Wo hast du gelernt, so mit der Kamera und mit Photoshop umzugehen? Hauptberuflich arbeite ich als Grafikdesigner. Als Fotograf bin ich Autodidakt. Ich habe nie ein entsprechendes Studium absolviert. Mein größter Lehrer war und ist das Internet. Alles Wissens­ werte steht dort. Man brauch nur Geduld, um sich die Dinge anzueignen – getreu meinem Motto: Mit Leidenschaft kann man sich alles beibringen. Wie kamst du zum kreativen Arbeiten? Meine Mutter war Künstlerin. Wenn sie malte, saß ich als Kind immer neben ihr am Tisch und habe sie genau beobachtet. Sie war es auch, die mir zeigte, wie man einen Stift richtig hält. Wie sehen die verschiedenen Phasen aus, wenn du an einem Bild arbeitest? Alles beginnt natürlich mit einer Idee. Danach suche ich nach einem passenden Hintergrund,

der perfekt zu dieser Idee passen muss. Das gelingt selten auf Anhieb. Meist habe ich eine genaue Vorstellung und die Lichtstimmung im Kopf. Ist das Bild im Kasten, schaue ich mich nach Models um. Für viele Hintergründe weiß ich rela­ tiv schnell, wer von meinen Freunden als Person infrage kommt. Dann mache ich einen Termin aus, nehme mein Speedlights mit und fotografiere sie passend zur Lichtsituation des Hintergrunds. Warum fotografierst du den Hintergrund immer unabhängig von deinen Models? So habe ich mehr Freiheiten. Angenommen ich möchte an einem Bild arbeiten, das einen drama­ tischen Wolkenhimmel zeigt. Die Wahrschein­


Adrian Sommeling Interview

»Mein Grösster Lehrer war und ist das Internet.« Adrian Sommeling, Photoshop-Künstler

Not Home Alone. „Zu diesem Bild hat mich der Hund meines Nachbarn inspiriert“, erzählt Adrian Sommeling. „Das Tier ist riesig und durchaus furchterregend. Einer Fliege kann er trotzdem nichts zuleide tun, dafür ist er einfach viel zu lieb. Ein möglicher Einbre­ cher kann das natürlich nicht wissen und würde womöglich zu Tode erschrecken, wenn diese Bestie unerwartet im Hauseingang steht und den Eindringling begrüßt.“

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Interview Adrian Sommeling

lichkeit, dass meine Freunde genau an diesem einen Tag Zeit haben, an dem die Wolken per­ fekt am Himmel stehen und zwar just an dem Ort, den ich für ideal halte, ist sehr gering. Daher nehme ich alles separat auf. So kann ich mir auch mehr Zeit mit meinen Models nehmen und bin später am Rechner viel flexibler.

The Eternal Battle. „Dies ist eine meiner vielleicht schwierigsten Arbeiten, denn ich musste sowohl die horizontale als auch vertikale Komposition im Auge behalten. Bei so vie­ len Personen im Bild eine echte Herausforderung, denn das Treppenhaus, das mich zu die­ sem Bild inspiriert hat, weil es mich an die Werke des niederländischen Künstlers Eschers mit seinen surreal verschachtelten Treppen erinnert, war zu Beginn leer. Vor dieser Kulisse habe ich dann ein klassisches Beispiel für den immerwährenden Generationenkonflikt insze­ niert. Sagten nicht schon die alten Griechen, wie schlecht die Jugend „von heute“ doch sei?“

Wie schaffst du es, dass die Perspektive und das Licht immer stimmig sind? Im Grunde vertraue ich auf mein Bauchgefühl. Aber natürlich schaue ich mir auch genau an, wie ich den Hintergrund fotografiert habe und richte danach die Haltung der Models aus. Auch das Licht passe ich entsprechend an. Dafür brauchst du sicherlich viele Versuche? Das kommt immer darauf an. Jedes Motiv und jedes Model ist anders. Grundsätzlich benötige ich nur ein paar Aufnahmen, schätzungsweise sieben pro Akteur im Bild. Dabei fotografiere ich lieber zu viel als zu wenig. So habe ich eine größere Auswahl und später mehr Freiheit bei der Bildbearbeitung. Die Personen im finalen Bild setze ich auch schon mal aus verschiede­ nen Fotos zusammen. Welche Ausrüstung benötigst du für deine Arbeit? Ich fotografiere mit einer Nikon D3100. Meistens habe ich ein Weitwinkelobjektiv von Sigma dar­ aufmontiert. Außerdem sind in meiner Fototasche immer drei Aufsteckblitze dabei. Mit denen bin ich enorm flexibel. Zusammengebaut wird alles an meinem Windows 7 PC, natürlich mit Photoshop. Mit welcher Photoshop-Version arbeitest du gerade und welche Funktionen nutzt du häufig? Ich arbeite zurzeit mit Photoshop CS6. Haupt­ sächlich nutze ich aber ganz klassische Werk­ zeuge, wie den Abwedler und Nachbelichter. Daneben sehr gerne den Reparaturpinsel, und ohne Ebenen geht natürlich gar nichts. Gibt es auch eine neue Photoshop-Funktion, die für dich unverzichtbar geworden ist? Ohne genau zu wissen mit welcher Version diese Funktion eingeführt wurde: das Schnell­ auswahl-Werkzeug. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich diese Funktion zum ersten Mal entdeckt und kann mir heute nicht mehr vorstellen, wie ich jemals eine Person ohne sie freigestellt habe.

»Personen Freistellen ohne Schnellauswahl-werkzeug? Für mich heute Unvorstellbar!« Adrian Sommeling, Photoshop-Künstler

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Adrian Sommeling Interview

Fooled. Auch diese lustige Trick-Szene besteht aus perfekt montierten, einzeln fotografierten Elementen. Sommerling porträtiert seine Models gern zu Hause, wo er das Blitzlicht besser steuern kann. Ein Pappkarton diente bei diesem Set-up als Mauer. Der Lichtaufbau ist simpel, aber enorm wirkungsvoll.

Angry Birds. Gleich vorweg: Für diese Montage wurden keine Tiere verletzt! Wie es der Titel schon verrät, stand für dieses Bild das beliebte Computerspiel „Angry Birds“ Pate. In der Schleuder des Jungen klemmte beim Shooting aber selbstverständlich nie ein Wellensittich, sondern nur ein Schwamm. Das Vögelchen fotografierte Sommeling in der Hand des Besitzers einer Tierhandlung.

„Making-Ofs“ Als youtube-Video Wie geschickt der Niederländer die einzelnen Elemente seiner Bilder zusammensetzt, lässt sich am besten anhand seiner Making-of-Videos erfahren. Dafür hat Sommeling einen eigenen Youtube-Kanal eingerichtet. Der QR-Code sowie Links auf der Heft-CD führen Sie direkt dorthin. Weitere Infos finden Sie auch unter www.facebook.com/adriansommeling. 3/2013

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Wie gehst du vor, wenn du deine Bilder bearbeitest? Kannst du uns einen Einblick geben? Wichtig ist, dass das Originalbild unange­ tastet bleibt. Ich benutze immer Ebenen und Ebenenmasken, wenn ich mich daran mache, eine Montage zu erstellen. Auch wenn ich mit dem Abwedler und Nachbelichter arbeite, passiert das nie auf dem ursprünglichen Foto, sondern immer auf einer darüber liegenden Ebene. Die setze ich dann auf die Füllme­ thode „Weiches Licht“ bei 50 % Grau. Gibt es vielleicht einen bestimmten PhotoshopTrick, den du kürzlich entdeckt hast und mit unseren Lesern teilen möchtest? Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber da fällt mir spontan die Verwendung des Hoch­ passfilters zum Schärfen ein. Ganz zum Schluss dupliziere ich immer noch einmal alle Ebenen und reduziere sie auf eine Sam­ melebene. Auf diese wende ich dann besag­ ten Hochpassfilter an, meistens mit einem Radius von 3, allerdings hängt das von der Bildauflösung ab. Auf diese Ebene wende ich danach die Füllmethode „Strahlendes Licht“ an, die dem Bild den gewünschten, sehr kon­ trastreichen Look verleiht. Zum Abschluss: Was ist deiner Meinung nach der Fehler, den Photoshop-Anfänger zu Beginn am häufigsten begehen? Da kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Sie benutzen keine Ebenen. 

Strawberries. „Mein Sohn liebt den Garten seiner Großmutter“, verrät uns Sommeling. „In der Erdbeersaison kann sich wohl kein Kind zurückhalten. Die süßen Früchte müssen regelrecht verschlungen werden. Als ich meinen Sohn im Erdbeerfeld spielen sah, kam mir die Idee für dieses sommerliche Bild“.

The Storyteller. Das Faszinierende an diesem Foto ist, dass sowohl der Baumstamm als auch der Wald im Hintergrund tagsüber aufgenommen wurden. Sommeling hat erst nachträglich eine Nachtszene daraus gezaubert. „Ich liebe Bilder wie dieses“, sagt Sommeling. „Hier sieht man, was ich mit meinen Arbeiten versuche: Geschichten zu erzählen.“

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»Ich benutze immer Ebenenmasken und Korrekturebenen, wenn ich in Photoshop Bilder bearbeite.« Adrian Sommeling Photoshop-Künstler


Traintrip. „Das Shooting im Museum war nicht leicht“, sagt Sommeling. „Es gab kaum Platz für ein gutes Hintergrundfoto. Umso mehr bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Meinem Sohn habe ich einen Hut aufgesetzt und zu Hause fotografiert. Durch das Kostüm passt er noch besser in den historischen Zug. Auch seinen mitfahrenden Kuschelbär habe ich erst später ins Bild montiert“.

Adrian machte dieses Bild im Bahnmuseum. Die Idee mit seinem Sohn und den Plüschpassagier hatte er erst später.

Strength Is a Matter of Perspective. Die Idee zu diesem Bild kam Sommerling, als er das erste Mal den Hund seines Nachbarn sah. Den kleinen Kläffer und seine zwei vierbeinigen Freunde hat er dann wie immer einzeln fotogra­ fiert und auf den Hinter­ grund montiert. Das Resultat: Durch die geschickte Perspektiv­ wahl wirkt die Hundecli­ que wie eine coole Stra­ ßengang. „Fast schon gemeingefährlich,“ schmunzelt Sommeling.

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Photoshop Toolbox

Toolbox in dieser ausgabe

100 Monitor-Beratung 104 Endlich echte Farben 108 Lightroom 5 Beta

Das muss Ihr Bildschirm können: Wir erklären, auf welche Kritierien Sie beim Kauf achten sollten und zeigen die aktuellen Technik-Standards auf.

Farbmanagement – so klappt’s: Damit Ihre vom Dienstleister gedruckten Bilder in den gewünschten Farben leuchten, egal ob Papier, Leinwand oder Acryl.

Update im Check: Die Public Beta des neuen Lightroom kann aktuell von jedermann getestet werden. Wir zeigen, welche neuen Funktionen auf Sie warten.

110 Cintiq 13HD im Test

Wacoms neue, kompakte Luxusklasse: Wir haben das schicke Grafiktablett mit HD-LED-Display als Zeichenfläche einem Praxistest unterzogen. 3/2013

Fotos: Jürgen Helmholtz, Hersteller (Datacolor, FotoExakt, Wacom)

Hard- und Software für Photoshopper

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1 50–80 c

m

2 100–125 ppi

1 Der ideale Monitorabstand liegt bei 50–80 cm. 2 Die optimale Auflösung liegt bei 100–125 ppi.

Monitor-Kaufberatung: Das muss Ihr Bildschirm können

Der perfekte Monitor Christian Rentrop Digital PHOTOSHOP-Autor

Bildschirm ist nicht gleich Bildschirm: Gerade wer mit Photoshop und anderer Grafik- und Designsoftware arbeitet, kann davon ein Lied singen. Auch die Preisspanne bei Monitoren ist enorm: Doch muss es immer der teuerste sein – oder reicht auch ein Modell vom Discounter? Wir sagen Ihnen, worauf Sie vor dem Kauf unbedingt achten sollten.

100  

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W

er die Wahl hat, hat die Qual: Dutzende Hersteller sind mit ebenso vielen Modellen am Markt, deren Preise höchst unterschiedlich sind: Zwischen knapp 100 und rund 500 Euro bewegt sich die Spanne typischer Monitore, die für den Laien oder technisch wenig interessierten Kunden zunächst einmal gleich aussehen. Dabei sind die Unterschiede – trotz oft ähnlicher Spezifikationen – nicht selten enorm. Während sehr günstige Geräte häufig nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und zum Beispiel veraltete Komponenten und Anschlüsse aufweisen, sind topmoderne Luxusmodelle mit zahlreichen Sonderfunktionen nicht selten unnötig teuer – insbesondere dann, wenn diese Funktionen im Praxiseinsatz als Photoshopper nicht benötigt werden. Obendrein folgen die Modelle ähnlich schnell aufeinander wie bei Digitalkameras und Smartphones – hier auf dem Laufenden zu bleiben ist eine Wissenschaft für sich. Wer sich im Internet oder im Geschäft über einen neuen Monitor informiert, verliert deshalb schnell die Übersicht über die eigentlich

finden sie den ide alen monitor Für Ihre Zw ecke

Seite 102

benötigte Hardware. Positiv ist immerhin, dass die wenigsten Monitore heutzutage wirklich schlecht sind: Qualitätsdefinierende Standards wie LED-Beleuchtung, HD-Auflösung und DVISchnittstellen sind inzwischen sogar bei Discounter-Modellen für unter 140 Euro zu finden, nur äußerst billige Modelle arbeiten noch mit

HDMI

VGA

Viele PC-Bildschirme bringen mehr als einen Anschlusstyp mit. Dieses Samsung-Modell besitzt zum Beispiel einen HDMI- und einen VGA-Eingang.


Monitor-Kaufberatung TOOLBOX

umfangreich ausgestattet Bei manchen Monitor-Modellen verwischt die Grenze zwischen TV- und PC-Monitor, wie etwa bei Samsungs Syncmaster T22B350 (ca. 150 Euro): Eigentlich ein normaler PC-Monitor mit HDMI- und VGA-Anschluss, besitzt er zusätzlich einen integrierten Tuner, mit dem Sie TV-Signale via Antennenkabel empfangen, und einen Anschluss für Scart-Geräte.

Bei einem guten Desktop-Monitor ist heute eine » auflösung von mindestens full-hd pflicht. « 

Christian Rentrop, Digital Photoshop-technikexperte

Beachten Sie die Pixelgröße Größe und Auflösung sind nicht die einzigen Anhaltspunkte. Wichtig ist auch, dass Ihnen die Darstellungsgröße zusagt: So hat ein 20-Zöller

mit Full-HD-Auflösung konzeptbedingt kleinere Pixel als ein 27-Zöller mit identischer Auflösung. Umgekehrt bieten große Monitore oft deutlich höhere Auflösungen, wodurch die Darstellungsgröße ebenfalls sehr gering werden kann. Moderne Bildschirme können jedoch zum Glück in verschiedenen Auflösungen arbeiten. Wenn das Bild zu groß oder zu klein ist, reicht es, die Auflösung in den Systemeinstellungen des Computers zu ändern. Allerdings ist die Skalierung manchmal mit Qualitätseinbußen verbunden.

Bildschirme werden immer größer und hochauflösender. Das sorgt für Bildqualität und viel Platz, aber auch für optische Probleme: Der Nutzer sieht kleine Elemente – etwa Text – nur noch, indem er sich vorbeugt. Die Ergonomie ist dahin. Schon deshalb sollten Sie beim Monitorkauf auf den geplanten Arbeitsabstand 1 und die Auflösung in ppi 2 achten: Bei einem empfohlenen Arbeitsabstand von 50 bis 80 cm werden zwischen 100 und 125 ppi als angenehm empfunden. Den ppi-Wert errechnen Sie mit folgender Formel:

Hochglänzende Oberfläche Ein beliebter Sport bei Bildschirmherstellern ist der Bau sogenannter Glossy-Bildschirme: Die Panels sind mit einer zusätzlichen hochglänzenden Abdeckscheibe versehen, die den Bildschirm haptisch hochwertiger und die Farben brillanter wirken lässt – ideal, um sich im direkten Vergleich in großen Elektronikläden gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Selbst Premium-Hersteller mit einem hohen Anteil professioneller Kundschaft wie Apple setzen mitunter auf das Hochglanz-

B = Breite in Pixel H = Höhe in Pixel D= Diagonale Zoll Liegt der Wert deutlich über 130, ist die Darstellung scharf, aber klein, liegt er unter 100, ist mit sichtbaren Pixeln und Unschärfen zu rechnen.

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Fotos: Hersteller, Fotolia

veralteten Standards. Die Unterschiede liegen im Detail. Bei besonders preisgünstigen Modellen wird zum Beispiel gerne der Digitaleingang weggelassen, der Monitor verbindet sich nur per VGA. Besser sind die digitalen Anschlüsse DVI, HDMI oder Display-Port, wobei ein zusätzlicher VGA-Anschluss durchaus seine Berechtigung hat. Etwa um alte PCs anschließen zu können. Vor dem Kauf sollten Sie in jedem Fall nachsehen, welchen Standard Ihr Rechner unterstützt. Viele Hersteller bewerben ihre Monitore so, dass man als Kunde den Eindruck gewinnt, dass größer immer besser ist. Doch die Größe allein ist kein Anhaltspunkt, vielmehr muss die Auflösung stimmen. Bei einem Desktop-Monitor mit standardmäßigen 20 bis 24 Zoll ist heute Full-HDAuflösung, also mindestens 1.920 x 1.080 Pixel, absolute Grundvoraussetzung.

Die Pixeldichte ist wichtig für die Ergonomie

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TOOLBOX Monitor-Kaufberatung

VGA (Video Graphics Array) ist ein über 25 Jahre alter analoger Dinosaurier, der heute nur noch sinnvoll ist, wenn Sie ältere Hardware an Ihrem Monitor anschließen und betreiben wollen. DVI (Digital Visual Interface) ist der Nachfolger von VGA und derzeit der Quasi-Standard für PCMonitore. Er überträgt die Bildsignale digital. Der aktuelle Entwicklungsstand ist DVI-D. Den HDMI-Anschluss (High Definition Media Interface) kennen Sie von Ihrem Fernseher. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung von DVI mit erweiterten Optionen, wie der Tonübertragung. Der Display-Port ist ein Konkurrenzstandard zu HDMI: Die Stecker sind im Vergleich kleiner, die Datenrate höher. Als Mini-Display-Port wird er in vielen Notebooks und Macs verbaut. Thunderbolt ist der Nachfolgestandard des Display-Ports, zu diesem rückwärtskompatibel und erlaubt auch eine extrem schnelle AktivÜbertragung von Bildund Tonsignalen.

Kaufberatung

Wieviel Monitor brauche ich? Auch wenn es alles andere als einfach ist, im großen Angebot der Hersteller und Modelle den optimalen Monitor zu finden, so gibt es doch eine Reihe von Anhaltspunkten, mit deren Hilfe Sie ein Modell für sich definieren können. Das technische Niveau bei den Markenherstellern ist inzwischen durchgehend hoch, weshalb die Wahl des richtigen Monitors auch eine Frage der persönlichen Ansprüche an Größe, Ausstattung und Konnektivität, des bevorzugten Herstellers und nicht zuletzt des Preises ist. Fragen Sie sich, was Sie mit dem Monitor machen möchten. Unsere Tipps für fünf typische Nutzergrupen helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung. 102  

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Monitore mit Mehrwert Viele Monitore sind ab Werk mit USB-Anschlüssen, Webcam, Mikrofon- und/oder Stereo-Lautsprechern ausgestattet. Zudem gibt es Geräte, die sich ins Hochkant-Format drehen lassen („Pivot“-Funktion). Optimal ist es, wenn sämtliche Sonderfunktionen per USB erreicht werden, ohne dass zusätzliche Kabel gesteckt werden müssen. Bei Monitoren mit drehbarem Bildschirm sollten Sie zudem darauf achten, dass der PC automatisch die Bildschirmauflösung umschaltet, wenn der Bildschirm gedreht wird – viele Betriebssysteme unterstützen diese Funktion nicht oder nur mit speziellen Treibern.

Finish. Dabei hat dieses gleich zwei Nachteile: Zum einen werden die Farben „optimiert“, sprich verfälscht. Zum anderen – und das wiegt wesentlich schwerer – spiegeln diese Displays direkte Lichtquellen oft so stark, dass ein normales Arbeiten unmöglich wird. Unser Rat: Verzichten Sie auf Glossy, und wählen Sie stattdessen einen Monitor mit matter Oberfläche.

Je heller, desto besser Auch in Sachen Helligkeit gibt es massive Qualitätsunterschiede. Das betrifft zum einen die grundsätzliche Helligkeit des Bildschirms, zum anderen die Konstanz der Helligkeit des Panels. Hier bietet die Candela pro Quadratmeter (cd/m 2)-Angabe des Herstellers einen

Fotos: Hersteller

Fünf anschluss-Varianten für ihren neuen monitor

Die Pivot-Funktion erlaubt die senkrechte Darstellung von Bildschirminhalten.

guten Anhaltspunkt, wobei grundsätzlich gilt: je höher der Wert, desto besser. Wichtig ist allerdings auch, dass die Ausleuchtung gleichmäßig ist und nicht zu den Rändern hin abfällt und dass der Kontrast dabei ausreichend hoch ist – gerade günstigere Monitore verlieren bei größerer Helligkeit nämlich gerne ihren Kontrast. Hier kommt dann auch die Kalibrierung ins Spiel: Manche sehr hochwertige – und teure – Monitore verfügen über eine eingebaute Kalibrierungshardware, die kontrolliert, ob die gewünschten Werte noch erreicht werden. Übliche Consumer-Geräte bringen eine solche integrierte Kalibrierung nicht mit, und sollten regelmäßig durch externe Kalibrierungsgeräte nachkalibriert werden. 

ab 120 €

ab 250 €

Sparfuchs

Consumer und Gamer

Sie brauchen

Sie brauchen

Einen möglichst guten Monitor für möglichst wenig Geld mit annehmbarer Leistung.

Einen guten Allround-Monitor für klassische PCTätigkeiten und Computer-Spiele.

Darauf sollten Sie Achten

Darauf sollten Sie Achten

 er (zu) billig kauft, kauft bekanntlich zweimal. W Deshalb sollten Sie beim Kauf eines Bildschirms darauf achten, dass er einen DVI-Anschluss und LED-Hintergrundbeleuchtung besitzt. Die Hersteller sehr preisgünstiger Modelle tragen meist veraltete Panels mit niedriger Auflösung und Diagonale auf, die Geräte verfügen häufig nur über betagte VGA-Anschlüsse.

Wenn Sie einen Bildschirm für den regulären Alltagsbetrieb benötigen, sollten Sie Wert auf Extras legen: Eingebaute Lautsprecher, eine integrierte Webcam und ein Mikrofon sorgen für einen aufgeräumten Schreibtisch und maximale Kommunikationsmöglichkeiten. Etwa beim Videochat per Skype oder bei Spielen im Internet. DVI und HDMI sollten auch an Bord sein.

GröSSe und Auflösung

GröSSe und Auflösung

Ab 1.600 x  900 px, ab 19"

Ab 1.600 x  900 px, ab 20"So v

So viel müssen Sie bezahlen

So viel müssen Sie bezahlen

 rauchbare Geräte mit DVI und LED-Beleuchtung B gibt als Discounter-Schnäppchen ab ca. 120 Euro, zum Beispiel von Medion, Asus und Acer.

Geräte mit DVI, LED-Beleuchtung, Webcam und Lautsprechern gibt es ab ca. 250 Euro, zum Beispiel von Asus, Philips und Samsung.


Monitor-Kaufberatung TOOLBOX

Fernseher als alternative? Der Fernseher als Monitor? Dank HDMIVerbindung steht die Digitalverbindung zwischen Computer und Fernseher in wenigen Sekunden. Allerdings haben Flachfernseher drei große Nachteile: Der feste Standfuß ruiniert die Ergonomie, die Größe lässt bei großer Betrachtungsnähe Pixel sichtbar werden, zudem gibt es Routinen innerhalb der Firmware, die für Film und TV, also für Bewegtbild, optimiert sind – die Bildqualität von reinen PC-Monitoren werden Sie an einem Fernsehgerät nicht erreichen.

farbKalibrierung für optimale Darstellung Monitore mit integriertem Messgerät wie aus Eizos Color-Graphic-Serie gibt es ab 750 Euro, je nach Panel-Größe steigen die Kosten bis über 2.000 Euro.

Fernseher lassen sich mit HDMI blitzschnell an den PC anschließen, erreichen aber nicht die Bildqualität eines PC-Monitors.

Achten sie Auf Helligkeit und Kontrast

Das Panel entscheidet über die Bildqualität

Die Hersteller geben die Helligkeit ihrer Geräte in Candela pro Quadratmeter an. Zusätzlich finden sich Angaben zum Kontrastverhältnis (z. B. 1.000:1). Je höher beide Werte, desto heller und kontrastreicher und farbbrillanter der Monitor. Standard sind derzeit mindestens 250 cd/m2 und ein statisches Kontrastverhältnis von 1.000:1. Wichtig ist jedoch, sich die Bildschirme vor dem Kauf „live“ anzuschauen, denn die Werte sagen nur wenig darüber aus, ob Ihnen als Nutzer die Art der Darstellung gefällt. Vorsicht bei Kunstangaben wie 1.000.000:1.

Beim Monitor-Kauf sollten Sie auf den verbauten Panel-Typen schauen, da dieser massiven Einfluss auf die Bildqualität hat. Besonders günstige Modelle besitzen TNPanels („Twisted Nematic“), die Schwächen beim Betrachtungswinkel haben. Die moderneren IPS-Panels („Inplane Switching“) sind zwar teurer, bieten aber mehr Qualität. Geräte über 500-Euro verfügen sogar über MVA-Panels („Multi-Domain Vertical Alignment“): Diese verfügen über optimale optische Eigenschaften, sind aber etwas träger, was für Gamer ein Nachteil ist.

ab 160 €

Wenn Sie Ihren Bildschirm optimal einsetzen möchten, ist eine Kalibrierung notwendig. Nur so ist die Farbechtheit bei der Bildbearbeitung unter Photoshop und anderen Programmen gewährleistet. Einige hochwertige Monitormodelle verfügen über eine integrierte Kalibrierungfunktion (z. B. Eizos CG-Serie). Eine Alternative ist der Einsatz eines Kalibriergerätes wie des Spyder 4 von Datacolor (www.datacolor.com/de). Die betriebssysteminterne Kalibrierung kann als Low-Budget-Lösungs sinnvoll sein, empfehlenswert ist sie aber nicht. Die preisgünstigere Alternative: Klassische Consumer-Monitor kalibrieren Sie mit einem externen Kalibiergerät, wie dem Spyder von Datacolor (120–200 Euro).

ab 300 €

ab 1000 €

Hobby-Photoshopper

Profi-Bildbearbeiter

High-End-Level-Anwender

Sie brauchen

Sie brauchen

Sie brauchen

Einen großen Bildschirm mit guter Bildqualität, der für die Bildbearbeitung besonders geeignet ist.

Einen hochwertigen und ergonomischen Bildschirm, vor dem Sie viele Stunden verbringen.

Optimale Bilddarstellung in jeder Situation und eine umfangreiche Ausstattung.

Darauf sollten Sie Achten

Darauf sollten Sie Achten

Darauf sollten Sie Achten

Ein Bildschirm für Bildbearbeitung mit Photoshop, Lightroom und Co. sollte groß, hell und kontrastreich sein, zudem sollte ein IPS-Panel verbaut und ein DVI- und HDMI- oder Display-Port-Anschluss vorhanden sein. Achten Sie beim Kauf insbesondere auf gute Helligkeit und Kontrastwerte, und sehen Sie von der Anschaffung von Monitoren mit spiegelnder Hochglanzoberfläche ab.

Wenn Sie professionell mit Photoshop arbeiten, verbringen Sie viel Zeit vor dem Rechner. Hohe Auflösung und große Bildschirmfläche sind also Pflicht, ebenso die Ergonomie: Achten Sie darauf, dass sich der Bildschirm gut verstellen lässt und gegebenefalls eine Pivot-Funktion besitzt. IPSPanel und digitale Anschlüsse sind in dieser Klasse Standard, Display-Port wünschenswert.

Monitore der Luxusklasse haben üblicherweise alle Schnittstellen verbaut und sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die IPS- oder MVA-Panels sorgen für hervorragende Bildqualität. Wer noch mehr möchte, kann zu Geräten mit integrierter Kalibrierungsfunktion greifen. Derartige Monitore sind auf spezielle Einsatzgebiete abgestimmt und nicht für jeden Anwendungsfall geeignet.

GröSSe und Auflösung

GröSSe und Auflösung

GröSSe und Auflösung

Ab Full-HD (1.920 x 1.080 px), ab 22"

Ab 24" Full-HD, besser: 2.560 x 1.440 px, 27"

Ab Full-HD (1.920 x 1.080 px), ab 22"

So viel müssen Sie bezahlen

So viel müssen Sie bezahlen

So viel müssen Sie bezahlen

Einfache Modelle dieser Art gibt es ab 160 Euro, mehr Größe und Ausstattung bedeuten auch einen höheren Preis (z. B. Samsung, Dell, LG).

Gute Geräte dieser Größenklasse gibt es ab rund 300 Euro, zum Beispiel von Dell, Eizo oder NEC. Vergleichen Sie die Monitore vor dem Kauf.

Kleinere High-End-Monitore beginnen bei 800 Euro, Geräte mit Kalibrierungsfunktion mit 27" kosten über 2.000 Euro (z. B. Eizo, NEC, AOC). 3/2013

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Inklusive Photosho Workflowp S

TOOLBOX Druckvorbereitung

eite 107

Farbmanagement: Fotos für den Druckdienstleister optimieren

Farblich perfekte Drucke DigitalPHOTO-Photoshop-Autor

Fotos zu schießen und zu bearbeiten ist das eine, sie schließlich farbecht drucken zu lassen das andere. Welche Klippen Sie beim Fotodruck umschiffen sollten, damit böse Überraschungen ausbleiben, erfahren Sie hier.

K

ennen Sie das? Am Monitor leuchtet Ihr Foto in den knalligsten Farben, der Ausdruck dagegen sieht bei Weitem nicht so gut aus, und selbst der Unterschied zwischen Hochglanz- und Standardpapier ist gravierend. Gegensteuern können Sie hier durch gezieltes Farbmanagement bei der Druckvorbereitung. Wir zeigen Ihnen die Stationen, die Ihr Bild von der Kamera bis zum Druckdienstleister durchläuft, und worauf Sie achten müssen, um Ihre Fotos richtig für die Ausgabe vorzubereiten.

Farbraumwahl in der Kamera Standardmäßig sind die meisten Kameras auf den kleinen Farbraum sRGB eingestellt. Wenn Sie Ihre Fotos an einem Standardmonitor betrachten und sie im Drogeriemarkt um die Ecke entwickeln lassen, fahren Sie damit auch sehr gut. Wer mehr will, stellt seine DSLR auf den nächstgrößeren Farbraum Adobe-RGB um. Dabei sollten Sie jedoch schon den nächsten Schritt mitbedenken: Nur ein hochwertiger, kalibrierter Bildschirm kann dieses Plus an Farben während der Bildbearbeitung am Rechner auch korrekt anzeigen. Laptop-Display oder Standard-LCD können oft nur zirka 80 Prozent

des Adobe-RGB-Farbraums darstellen. Das bedeutet, ein Fünftel der AdobeRGB-Farben bearbeiten Sie im Blindflug. Im Druck kann das zu unerwarteten Ergebnissen führen.

Der Arbeitsfarbraum in Photoshop Wer trotz Standardmonitor in Adobe-RGB-Qualität fotografieren will – eventuell wird später ein entsprechender Monitor angeschafft –, legt Kopien an und wandelt diese mit Photoshop in den kleineren Farbraum sRGB um. Kann Ihr Monitor mehr, spricht nichts dagegen, in Adobe RGB weiterzuarbeiten – vorausgesetzt, Ihr favorisierter Druckdienstleister akzeptiert Fotos in diesem Farbraum (siehe Tabelle > unterstützte Farbräume). Kommt Ihr Bildmaterial von einem Scanner und bringt es deshalb einen eigenen Farbraum mit (in der Regel sind diese Profile nach dem Gerät benannt), wandeln Sie die Bilder am besten in den Arbeitsfarbraum um.

Leinwanddrucke werden auf einen Keilwandrahmen aufgezogen, und besitzen eine strukturierte Textur.

Bei Alu-Dibond-Drucken wird der Druck hinter eine Glasplatte kaschiert.

Fotoabzüge gibt es mit glänzender oder matter Oberfläche. Jeder Druckuntergrund bringt seine eigenen Eigenschaften mit. Damit ein Foto wie bei diesen Abzügen und Ausdrucken von Foto Exakt trotzdem auf jedem Material farblich identisch wirkt, nutzen Dienstleister für ProfiDrucke aufeinander abgestimmte Druckprofile für ihre Maschinen. 104  

3/2013

Um das Druckergebnis auf einem bestimmten Papier an einer bestimmten Maschine schon am Monitor zu simulieren und die Farben darauf abstimmen zu können, erstellen Sie einen Softproof für das jeweilige Druckprofil (s. Seite 106/107).

Abzüge: FotoExakt, Bernd Lehnert, Infografik: Hanna Ungar

Tobias Meyer


Druckvorbereitung TOOLBOX

ja, kann deaktiviert werden, Premiumabzüge ohne ja, kann deaktiviert werden

nein

nein

nein

ja, kann deaktiviert werden

nein

nein, Bestellen über Kommentar möglich

ja, kann deaktiviert werden

nein nein ja, über Kommentar bei Erstbestellung nein

ja, kann deaktiviert werden

ja, muss beim Service angefordert werden

nein nein

nein nein ja, muss beim Service angefordert werden

ja, kann deaktiviert werden

Kann ein Referenzbild bestellt werden?

Automatische Farboptimierung?

ja, kann deaktiviert werden

nein

nein

ja

nein

ja nein nein, Anbieter empfiehlt StandardProfil ISO coated V2 (Eci.org)

nein ja nein ja

geplant nein nein

Maschinenprofil verfügbar?

nein, Anbieter empfiehlt StandardProfil Coated FOGRA39 (Eci.org)

ja

nein, in Bestell-Software kann jedoch direkt geprooft werden

sRGB,AdobeRGB, ProPhoto-RGB (Fotobücher nur sRGB) sRGB sRGB sRGB sRGB, Adobe-RGB

ja ja nein nein ja ja

sRGB, Adobe-RGB bei Leinwand sRGB, AdobeRGB, ProPhotoRGB, CMYK wird in RGB konvertiert sRGB, CMYK sRGB, AdobeRGB Adobe-RGB, ProPhotoRGB, ECI v2, weitere RGB sRGB, CMYK sRGB

Foto Exakt Druckstdu.de Cewe

sRGB

Für bestmögliche Farbtreue ist ein sauberes Farbmanagement beim Dienstleister unerlässlich. Arbeiten Druckerei oder Labor nicht mit Farbmanagement, werden die Bilddaten beim Import häufig nicht hinterfragt und nach einem Standardverfahren für die Druckmaschine umgewandelt. Arbeiten Sie im sRGB-Farbraum, muss das kein Nachteil sein. Wer einen größeren Farbraum nutzen will, sollte aber prüfen, ob der Dienstleister diesen unterstützt. Achten Sie auch darauf, ob beim Hochladen standardmäßig eine automatische Bildoptimierung aktiviert ist, und schalten Sie diese ab, wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Korrekturen überschrieben werden.

Unterstützte Farbräume

Was unsere Tabelle verrät

Cinebook

Nicht zu vernachlässigen bei der Druckvorbereitung ist auch die Auflösung. Entscheiden Sie, in welcher Größe die Bilder später entwickelt werden sollen: 9 x 13, DIN-A4-Ausdruck oder Riesenposter? Kleine Drucke betrachtet man aus kurzer Entfernung, hier sind daher 300 dpi empfehlenswert. Großformate dagegen werden meist aus der Ferne betrachtet, so dass Sie die Auflösung hier geringer halten können. Die ideale Auflösung pro Format erfahren Sie von Ihrem Dienstleister. Vor allem aber sollten Sie sich schlau machen, welche Farbräume dieser unterstützt, wie die Farben von sei-

Unterstützung durch Druckdienstleister

Bildoptimierung für das gewünschte Endprodukt

Fotofox

Kleiner oder großer Arbeitsfarbraum? Auch die Umwandlung von einem kleinen in einen großen Farbraum kann Probleme bereiten – beim Bearbeiten kommt es leicht zum sogenannten Bending, also stufigen Farbübergängen. Sehr große Arbeitsfarbräume sollten Sie daher nur für Material einsetzen, das auch entsprechende Farben mitbringt, etwa zum Speichern aus dem RAW-Konverter oder wenn Sie scannen. Spendieren Sie den Bildern dann auch die passende, höhere Farbtiefe von 16 Bit.

ja

3 ProPhoto-RGB umfasst beinahe den kompletten CIE-LAB-Referenzraum und so praktisch alle Farben. Fotos, die als ProPhoto-RGB vorliegen sollen, müssen in höherer Farbtiefe (z. B. 16 Bit) abgespeichert werden. Daher können sie nicht mehr als JPEG gespeichert werden, da das Format nur 8 Bit zulässt.

ja

Fujifilm Klick und Fotoservice pro Whitewall

2 Adobe-RGB wurde 1998 eingeführt, um auch Druckfarben miteinzuschließen. Im Vergleich zum sRGB sind daher die Farben satter. Der Eci-RGB-Farbraum ist in Europa für Druckverfahren genormt und dem Adobe RGB sehr ähnlich.

ja

Meinfoto.de

1 sRGB wurde 1996 von Microsoft und HP eingeführt, um Farben auf Monitoren überall gleich anzuzeigen. Hat sich als Standard auch bei Kameras etabliert, da er von vielen Geräten angezeigt und verarbeitet werden kann. Aufgrund seines Alters ist er jedoch sehr klein, Kameras und Scanner können inzwischen mehr Farben liefern, als er enthält.

ja

Printeria

PosterXXL Pixum Pixelfoto express

An den Grenzen liegen ganz außen die satten Töne (RGB-Wert 0), zur Mitte hin wird es blasser. Im Zentrum (255/255/255) ist es Schneeweiß.

ja

3 ProPhoto-RGB 1

nein

2 Adobe-RGB

ja

1 sRGB

Farbmanagement?

2

Saal-digital

3

3/2013

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TOOLBOX Druckvorbereitung

Glossar

Farbraum: enthält eine

bestimmte Menge an Farben. Je größer der Farbraum (auch Gammut genannt), desto intensiver die Farben. Einen Vergleich ermöglicht beispielsweise iccview.de. Maschinenfarbräume enthalten nur Farben, die der bestimmte Drucker, Scanner oder Monitor auch wirklich beherrscht. Normfarbräume wie sRGB oder Adobe-RGB sind geräteunabhängig und wurden erfunden, um Bilder farblich so zu begrenzen, dass sie auf möglichst vielen Geräten verarbeitet werden können. Farbprofil/Druckprofil: enthält die Information, in welchem Farbraum das Bild angelegt wurde und wie dieser aufgebaut ist. Referenzbild: ein Bild aus einem Drucker oder Entwickler, mit dessen Hilfe die Farben eines Monitors auf die des Ausgabegerätes angeglichen werden können.

Renderpriorität (Rendering Intend): das Verfahren, mit dem ein Bild in einen anderen Farbraum umgewandelt wird. Nur zwei dieser Konvertierungsmethoden sind im Fotobereich relevant: Relativ farbmetrisch: stellt Farben, die im Zielfarbraum nicht darstellbar sind, auf die höchste verfügbare Farbe um. Problem: Vormals verschiedenfarbige Flächen werden eventuell einfarbig. Perzeptiv: konvertiert alle Farbabstufungen in verfügbare Abstufungen. Farben, die im kleineren Farbraum bereits vorhanden sind, werden ebenfalls „heruntergestuft“. Das Bild wird so weniger flächig, dafür aber eventuell blasser.

nen Maschinen eingelesen werden und wie sie beispielsweise auf einer Leinwand wirken. Das erfahren Sie ganz einfach: Sie organisieren sich das Druckprofil der Maschine. Viele Labore bieten diesen Service auf ihrer Homepage an (siehe Tabelle > Maschinen-Profil verfügbar). Mit diesem Profil können Sie das spä-

Farbräume aufeinander abstimmen Jedes Gerät sieht Farben anders. Trotzdem wollen wir, dass uns überall die gleichen Farben angezeigt werden, von der Kamera über die Bildbearbeitung am Monitor bis zum Belichter im Labor. Will man alle Geräte im Workflow dazu bringen, sich an das gleiche Farbsystem zu halten, kalibriert man sie gemäß des CIELAB-Referenzfarbraums. Dabei wird ein Maschinenprofil erzeugt. Die andere Möglichkeit: Man schreibt dem Gerät einen kleineren Farbraum wie sRGB vor, den auch viele andere Geräte gut darstellen können. Das bedeutet weniger Farben, aber höhere Kompatibilität. Größere Farbräume erlauben sattere Farben, erfordern aber besseres Equipment.

KOMPROMISS: Monitor per Referenzbild einstellen Wer keinen hochwertigen, kalibrierten Monitor sein Eigen nennt, kann sich mit einem Referenzbild helfen. Von einigen Druckdienstleistern (siehe Tabelle) können Sie sich ein solches zusenden lassen. Ein Ausdruck an Ihrem Heimdrucker funktioniert hier nicht, das Bild muss aus exakt der Maschine stammen, auf der Sie später auch Fotos entwickeln bzw. drucken lassen. Auf dem Monitor lassen Sie nun das gleiche Bild in Photoshop anzeigen, im Normalfall bekommen Sie die Datei auf der Homepage des Dienstleisters. Richten Sie nun einen Proof für das Maschinenprofil des Dienstleisters ein (siehe Workshop). Das Referenzbild halten Sie neben den Monitor. Vergleichen Sie die Farben der Bilder, und ändern Sie Helligkeit, Farben und Kontrast direkt an Ihrem Bildschirm, bis Referenzbild und Proofansicht möglichst ähnlich aussehen. Diese Methode ist deutlich ungenauer als ein konsequentes Farbmanagement, aber besser als keine Justierung.

tere Ergebnis bereits in Photoshop simulieren, das nennt sich Softproof. Sie sehen am Monitor, was die Maschine auf dem jeweiligen Papier mit den Farben Ihrer Fotos macht, und können passend dazu Ihre Korrekturen vornehmen: Das Bild wird im Druck dunkler? Hellen Sie es auf. Die Maschine hat einen Hang zum Rot? Nehmen Sie Rot aus dem Bild. Das Foto wird blasser? Optimieren Sie den Kontrast. Hilfestellung bekommen Sie zudem von der Farbumfang-Warnung: Sie zeigt an, welche Bildbereiche Farben enthalten, die der LaborBelichter nicht erzeugen kann. Verringern Sie für diese die Sättigung. Wichtig bei diesem Vorgehen ist natürlich ein kalibrierter Monitor. Fehlt dieser, können Sie sich mit einem Referenzbild behelfen.

Sie sehen das Bild nach dem Umwandeln direkt so, wie es nach dem Druck aussehen wird. Sie bestimmen, mit welchem Verfahren (Renderpriorität) in den Maschinenfarbraum konvertiert wird, und steuern den Look so weiterhin selbst. Der Dienstleister muss diesen Workflow aber explizit unterstützen. Einige Dienstleister nehmen vor dem Druck eine Bildoptimierung vor (siehe Tabelle > Automatische Optimierung). Damit zielt man auf Kunden ab, die ihre Urlaubsschnappschüsse unbearbeitet hochladen und sich über automatisch verbesserte Farben und Kontraste freuen. Wer seine Bilder korrigiert liefert, muss diese Automatik natürlich deaktivieren. 

Was braucht der Dienstleister? Die meisten Dienstleister wünschen sich Bilddaten in einem geräteneutralen Farbraum wie sRGB oder Adobe-RGB. Der Dienstleister konvertiert diese dann mit dem Verfahren seiner Wahl – bei den wenigsten Firmen haben Sie zusätzlich die Option, diesen Schritt selbst zu erledigen. Verwenden Sie dafür das ICC-Profil des Dienstleisters, welches Sie auch für den Softproof einsetzen können. Dieser ist dann hinfällig,

FAZIT Wer über seine Farbräume Bescheid weiß, hat halb gewonnen. Um Fotos im Adobe-RGB oder größeren Farbräumen zu bearbeiten, ist ein hochwertiger, kalibrierter Monitor unumgänglich. Wem dieser zu teuer ist, der sollte im sRGB bleiben und einen Dienstleister wählen, der ein Referenzbild oder seine ICC-Profile bereitstellt. Um Fotos für den Druck zu optimieren, sind Softproof und Farbumfangwarnung zudem gute Helfer.

Fotos: FotoExakt, Referenzbild-Ausschnitt

Checkliste

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Um möglichst farbgetreue Bilder im Briefkasten zu finden, sollten Sie vor der Bestellung beim Dienstleister einige Punkte beachten: Klären Sie, ob der Dienstleister mit Farbmanagement arbeitet. Legen Sie Kopien Ihrer Bilder an, und bearbeiten Sie nur diese für den Druck. Benennen Sie die Kopien nach Firma und Zielmaterial. Arbeiten Sie wenn möglich an einem kalibrierten Monitor, oder justieren Sie Ihren mit Hilfe eines Referenzbildes. Passen Sie Ihren Arbeitsfarbraum an die Möglichkeiten des Dienstleisters an, und bleiben Sie bei diesem: Jedes erneute Umwandeln verursacht Qualitätsverluste. Checken Sie Ihre Fotos durch Farbumfangwarnung/Softproof, und nehmen Sie entsprechende Änderungen vor.

3/2013

Belichtungsziel, mit Farbmanagement (ideal)

AdobeRGB ohne Farbmanagement

sRGB ohne Farbmanagement

ProPhoto-RGB ohne Farbmanagement


Druckvorbereitung TOOLBOX

Bilder für den Druck vorbereiten: So geht’s

Screenshots: Tobias Meyer

Legen Sie vor der Bildbearbeitung immer Kopien Ihrer Fotos an. So haben Sie später für andere Zwecke stets die Originaldatei zur Verfügung. Speichern Sie Ihr Foto während des Bearbeitens in Photoshop als TIFF- oder PSD-Datei. Das JPEG-Format wird beim Speichervorgang komprimiert, was zu Verlusten führen kann. Um den Upload zu verkürzen, können Sie die finale Version als JPEG speichern. Achten Sie jedoch darauf, nicht progressiv abzuspeichern, und setzen Sie die Qualität mindestens auf Stufe 10.

Farbraum in der Kamera wählen

Arbeitsfarbraum in PS festlegen

Arbeitsfarbraum nachträglich ändern

1

3

Wählen Sie in Ihrer Kamera den gewünschten Farbraum, oder stellen Sie diesen beim Speichern aus dem RAW-Konverter ein. Ein größerer Farb­ raum wie Adobe-RGB ermöglicht sattere Farben, ein kleinerer Farbraum wie sRGB kann auch an Standardmonitoren korrekt bearbeitet werden.

2

Stellen Sie in Photoshop einen Arbeitsfarbraum ein, den a) Ihr Monitor und b) Ihr Druckdienstleister unterstützt. Wählen Sie auf KEINEN FALL das Monitorprofil als Arbeitsfarbraum. Setzen Sie unter Bearbeiten > Farbeinstellungen ein Häkchen bei Profilabweichung: Beim Öffnen wählen.

Müssen Sie ein Bild nachträglich in einen anderen Farbraum umwandeln, können Sie das unter Bearbeiten > In Profil umwandeln tun. Nicht zu verwechseln mit Profil zuweisen: Diese Funktion kommt nur zum Einsatz, wenn eine Datei gar kein oder das falsche Profil mitbringt. Im Zweifel: Finger weg.

Auflösung anpassen

Profil des dienstleisters installieren

Softproof einrichten

4

5

Holen Sie sich das ICC-Profil Ihres Labors. Wählen Sie das Profil für das Produkt. Für einfache Abzüge benötigen Sie oft ein anderes als z. B. für AluDibond. Installieren Sie das Profil: Mac: Kopieren Sie die Datei in Library/Colorsync/Profiles. Win: Rechtsklick auf die Profildatei > Profil installieren.

6

Gehen Sie auf Ansicht > Proof einrichten > Benutzerdefiniert. Wählen Sie dort das Profil des Dienstleisters, und stellen Sie die gewünschte Renderpriorität (siehe Glossar) ein. Aktivieren Sie Papier simulieren und Tiefenkompensierung, es sei denn, der Dienstleister empfiehlt etwas anderes.

Farbumfang prüfen

Eventuell Sättigung verringern

Druckergebnis simulieren (Softproof)

7

8

9

Einfache Abzüge oder Riesenposter? Stellen Sie die vom Anbieter empfohlene Auflösung unter Bild > Bildgröße ein. Deaktivieren Sie Interpolationsverfahren. Im Beispiel wurde ein 5-Megapixel-Bild auf 300 dpi optimiert. Das Foto kann so auf höchstens 16 × 21 cm gedruckt werden.

Aktivieren Sie unter Ansicht die Farbumfangwarnung. Es werden alle Farben markiert, die später nicht gedruckt werden können. Bei großen Flächen, verringern Sie die Sättigung im Bild selbst, da Sie so mehr Kontrolle über den Look des Fotos behalten. Bei kleinen Stellen genügt der Softproof (Schritt 9).

Gehen Sie auf Bild > Korrektur > Farbton/Sättigung. Klicken Sie auf das Handsymbol und mit der Pipette auf einen der hervorgehobenen Bereiche im Bild. Verschieben Sie den Regler Sättigung nach links, bis die Markierung im Bild verschwunden ist. (Vorschau-Häkchen muss gesetzt sein).

Gehen Sie auf Ansicht > Farbproof, das geöffnete Bild wird nun farblich so angezeigt, wie es gedruckt aussehen wird, was meist blasser ist. Passen Sie die Farben entsprechend Ihren Vorstellungen an. Deaktivieren Sie den Proof nach dem Bearbeiten wieder (im Beispiel: links Original, rechts Proof).  3/2013

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Fotos: Jürgen Helmholz, www.jh-photos.de

Toolbox Lightroom 5 Beta

Effektvoll Der radiale Verlaufsfilter ist ideal, um Bilder effektvoll nachzubearbeiten. Das Setzen einer starken Vignette ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die dieses neue Werkzeug in Lightroom 5 anbietet.

Praxistest: Adobe Lightroom 5 Public Beta

Schicke Detailverbesserungen Lightroom 5 Public Beta Hersteller Adobe Public-Beta-Download labs.adobe.com/ technologies/lightroom5/ Typ RAW-Bildbearbeitung Zielgruppe Fortgeschrittene System Windows ab 7/Mac OS X ab 10.7 Prozessor 64-Bit-System Ram 2 GB Festplattenplatz 2 GB Preis (Handel/UVP) steht noch nicht fest

Pro & Kontra  verbesserte Programmgeschwindigkeit  neuer radialer Verlaufsfilter für individuelle Vignetten und Korrekturen  Bereichsreparatur mit „echtem“ Pinsel  nur wenige Buchformat-Vorlagen  (noch) kompliziertes Handling der SmartPreviews zum „Offline“-Bearbeiten von RAWs

BEWErtung



*wegen Beta-Status

noch ohne Bewertung*

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3/2013

Wie schon bei den vergangenen Versionen geht auch Lightroom 5 vor der offiziellen Veröffentlichung in einen kostenlosen Anwender-Test. Bis Ende Juni kann das Programm ausprobiert werden. Wir haben die Beta bereits unter die Lupe genommen und zeigen die Licht- und Schattenseiten auf.

Jörg Rieger DigitalPHOTO-Photoshop-Testredakteur

S

chon bei der Installation dürfte für einige Anwender die Überraschung perfekt sein: Lightroom hat seine Hardware-Anforderungen nach oben geschraubt und läuft künftig nur noch auf Computern mit 64 Bit. Wohl aufgrund fehlendem „Ballast“ für alte Computer hat die Programmgeschwindigkeit spürbar zugelegt – vom Laden der Vorschaubilder bis zu Bildkorrektur läuft alles viel flüssiger. Ganz neu dabei ist der radiale Verlaufsfilter, der den bisherigen linearen Verlauf im Bereich der selektiven Korrektur-Werkzeuge ergänzt – ein ideales Kreativ-Tool, um mit der

Vignettierung von Bildmotiven zu spielen oder bestimmte Bildbereiche durch Schärfe oder Kontrast hervorzuheben. Dass Lightroom immer mehr zur Bildbearbeitung wird, offenbart auch das erweiterte Retusche-Werkzeug. Der Bereichsreparaturpinsel bietet fast Photoshop-ähnliche Möglichkeiten, um nicht nur kleine Staubpartikel, sondern ganze Elemente wie Personen auf einem Foto verschwinden zu lassen. Das funktioniert im Test gut, allerdings sind keine Nachbearbeitungsmöglichkeiten vorgesehen. Lediglich im Detail optimiert wurde die Fotobuch- und Diashow-Funktion: Nach wie vor unverständlich sind allerdings die wenigen Formatvorlagen beim Fotobuch, die die Kreativität doch einschränken. Lesen Sie auf der Folgeseite alle Details zu den Neuheiten in Lightroom 5.


Schritt für Schritt: Neue und überarbeitete Funktionen in Lightroom 5 (Beta) Optimierter Workflow

NEU: Radialer Verlaufsfilter

Beta-Bug: Mehrere VerlÄufE

Der neue „Effekthascher“ versteckt sich in der rechten Palette neben dem Maskierungspinsel. Wählen Sie den Radialfilter, und ziehen Sie im Bild zunächst einen Kreis um jenes Objekt, das später nicht vom Verlauf betroffen sein soll. Im Anschluss stellen Sie rechts in der Palette die Effekte ein. Wir haben beispielsweise die Belichtung massiv verändert.

Sie können beliebig viele Kreis-Verläufe pro Bild anlegen. Problem in der Beta-Version: Sie können immer nur jenen bearbeiten, den Sie gerade angelegt haben. Gefällt ein Effekt nicht, besteht nur die Möglichkeit, über Zurücksetzen sämtliche Verlaufsfilter zu löschen. Man darf davon ausgehen, dass dies bis zur Endfassung optimiert wird.

1

2

Bilder ohne vorliegende Original-RAW-Dateien bearbeiten? Die neuen Smart-Previews versprechen mehr Flexibilität und Performance.

NEU: Smarte VorschauBilder Die Fotokorrektur kann in Lightroom künftig auch an Preview-Bildern durchgeführt werden. Der Vorteil: Unabhängig von den großen RAW-Dateien arbeiten Sie einfach mit zuvor von der Software erstellten, komprimierten Bilddateien. Eine externe Festplatte mit Originaldaten kann dank der Smart-Previews zukünftig also zu Hause bleiben, während Sie unterwegs trotzdem Ihre Bilder bearbeiten können, was aufgrund der kleineren Bilder deutlich schneller vonstattengeht. So funktioniert es: Wenn Ihre Bilder auf einer externen Festplatte liegen, erstellen Sie über Bibliothek > Vorschauen > Smart-Vorschauen erstellen die Previews. Diese werden in der Lightroom-Bibliothek lokal gesichert. Danach können Sie die externe Festplatte abstecken und trotzdem die Fotos bearbeiten. Im EntwickelnModus sehen Sie oben in der Palette einen Hinweis, dass Sie nicht mit dem RAW-Bild arbeiten.

verbessert: ReparaturPinsel

verbessert: buch & DiaShow

Ganze Objekte entfernen Sie mit dem optimierten Bereichsreparaturpinsel. Wie in Photoshop malen Sie jetzt einfach grob über das zu entfernende Objekt. Wählen Sie dann einen Bereich aus, im Beispiel ein Stück Hintergrund, den Lightroom zum Ersetzen nutzen kann. Helligkeit und Struktur werden automatisch angepasst, ein Feintuning ist nicht möglich.

Die Fotobuch-Funktion bietet in Lightroom 5 endlich den Export der gestalteten Seiten als JPEGBilder, die man so bei einem Dienstleister nach Wahl hochladen kann. Bei der Diashow können Sie jetzt neben Ihren Bildern auch Videos einfügen, um Präsentationen in HD zu erstellen. MP3-Hintergrundmusik soll in der Endversion ebenfalls integrierbar sein.

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4

Sowie Sie beim nächsten Bearbeiten Ihre Festplatte wieder anschließen und das entsprechende Bild aufrufen, wird wieder auf das Original-RAW zurückgegriffen, auf das die Änderungen nun übertragen werden. In der Beta-Version klappt das leider noch nicht automatisch. Die Software will hier manuell den Speicherort wissen. Wir gehen davon aus, dass dies in der endgültigen Fassung behoben ist und der Workflow mit der eigentlich sehr praktischen Funktion dann rundläuft.

VORFAZIT NEU: Aufrichten-Funktion

NEU: Helfer zum Bildbeschnitt

Schiefe und verzerrte Bilder korrigiert Lightroom nun automatisch, sofern das Bild geometrische Elemente enthält – eine Funktion, die vor allem für Architekturfotos prädestiniert ist. In der Objektivkorrektur finden Sie bei Aufrichten mehrere Optionen. Zunächst empfiehlt es sich, mit Auto zu arbeiten. Hier sind die Ergebnisse meist schon perfekt.

Ein weiterer Photoshop-Import: die sogenannte Freistellungsüberlagerung – ganz nach Wunsch können Sie sich über Werkzeuge > Freistellungsüberlagerung Hilfsmittel wie Linien im goldenen Schnitt für den idealen Bildbeschnitt anzeigen lassen. Mit Zu durchlaufende Überlagerung wählen legen Sie fest, welche Hilfslinien per Taste O im Wechsel angezeigt werden.

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6

Von Test-autor Jörg Rieger

Die ganz großen Highlights fehlen in der Beta zu Lightroom 5. Allerdings geben die Summe der Detailverbesserungen und nicht zuletzt der gelungene Radial-Verlaufsfilter ein rundes Bild ab. Die Smart-Vorschauen präsentieren sich in der Praxis noch als etwas kompliziert. Das Konzept aber ist gut, und man darf hoffen, dass hier bis zur Finalversion nachgebessert wird.  3/2013

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TOOLBOX WACOM Cintiq 13HD

Neues Zubehör: Wacom Pro Pen

Praxis-Test: Wacom Cintiq 13HD

Der drucksensitive Zeichenstift arbeitet ohne Batterie, unterstützt bis zu 2.048 Druckstufen und wird mit neun verschiedenen Spitzen im praktischen Case geliefert. Der haptische Eindruck im Praxistest: exzellentes, sehr sensitives ZeichenFeeling bei geringem Eigengewicht des Stifts.

Neue, kompakte Luxusklasse Peter „Brownz“ Braunschmid Fotograf und Bildbearbeiter

Egal ob Grafikdesigner oder Fotograf – ein Grafiktablett erleichtert exaktes Arbeiten enorm. Wacoms kleinstes Modell mit LCD-Display, das Cintiq 13HD, rundet die ProfiModellpalette jetzt neu nach unten ab. Wir zeigen, wie sich das Tablett im Fotografen-Alltag schlägt.

Schnellzugriff per Tastendruck: Die Tasten sind via Konfigurationssoftware mit verschiedenen Funktionen belegbar, beispielsweise zum schnellen Werkzeugwechsel.

110  

3/2013

W

acoms neuestes Grafiktablett ist das Update zu einem schon etwas in die Jahre gekommenen Vorgänger: das kleinste Modell aus der Cintiq-Reihe mit integriertem LED-Display als drucksensitiver Zeichenfläche. Stolze sechs Jahre war das „alte“ Cintiq 12WX zuvor im Handel, bis es nun vom Cintiq 13HD ersetzt wurde. Wir haben für Sie die Neuerungen des kleinen Schwarzen mit dem hohen Komfortanspruch im Praxiseinsatz erkundet. Um Kabelsalat zu vermeiden hat Wacom Stromanschluss, USB und HDMI in einem Kabel vereint. Das ist vom Prinzip her eine gute Idee, in den meisten Fällen wird man aber zumindest für den Display-Anschluss noch einen Adapter benötigen – HDMI ist aktuell einfach noch kein Standard. Hat man bereits einen zweiten Bildschirm angeschlossen, muss man sich zwischen Tablett oder Bildschirm entscheiden, denn ein dritter Bildschirm wird in den seltensten Fällen von PC oder Mac unterstützt.

In der Hand oder auf dem Tisch Ganz von der praktischen Seite präsentiert sich der mitgelieferte Standfuß, mit dem man das Cintiq auf dem Schreibtisch aufbaut. Er ist in verschiedenen Höhen ausklappbar und lässt so vier Neigungswinkel von 0 bis 50 Grad zu. Lei-

der wirkt das Gestell nicht sonderlich stabil und schmälert ein wenig den Eindruck der ansonsten extrem guten, wertigen Verarbeitung. Wird der Standfuß nicht benötigt, beispielsweise im „Skizzenblockmodus“, kann er aber mit wenigen Handgriffen entfernt werden.

Startklar im Handumdrehen Die Inbetriebnahme des Wacom-Tabletts ist unproblematisch – nach der Treiberinstallation ist lediglich im Konfigurationsmenü ein wenig Handarbeit angesagt, um das Gerät auf die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Wer schon einmal mit einem Wacom-Tablett gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht. Neueinsteiger werden an der ein oder anderen Stelle ein wenig ausprobieren müssen. Linkshänder können sich über den speziellen Modus im Menü freuen und das Tablett einfach umdrehen.

Praxiseinsatz Die Arbeitsweise mit dem Wacom-Tablett kann man mit präzise und unkompliziert auf den Punkt bringen. Das brillante Full-HD-Display hat einen enorm breiten Blickwinkel, auch unvermeidbare Farbverschiebungen bei seitlichem Hineinblicken liegen im vertretbaren Rahmen. Insgesamt gefällt das verzögerungs-


i

WACOM Cintiq 13HD TOOLBOX

Leseraktion zum neuen Cintiq 13HD auf Seite 21.

Das Radialmenü erscheint auf dem Display und bietet interaktiven Zugriff auf häufig benötigte Funktionen, die den acht Feldern auf mehreren Ebenen zugewiesen werden können.

Das Konfigurationsmenü gibt dem Benutzer umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten an die Hand: von der Tastenbelegung an Tablett und Stift bis zur Empfindlichkeit der Stiftspitze. freie Arbeiten: Musste man bisher bei schnellen Bewegungen auf einem Tablett doch hin und wieder mit leichten Verzögerungen kämpfen, hakt hier nichts. Maximal beim Mischpinsel reagiert das Gerät noch nicht 100-prozentig in Echtzeit, aber bereits deutlich schneller als man es von anderen Tabletts kennt. Und auch bei filigranen Retuschen, wie etwa dem Nachzeichnen von Haaren, die beim Freistellen verloren gegangen sind, ist das Cintiq 13 der PC-Maus oder einem klassischen Tablett ohne Display mit einem sehr sauberen Ergebnis um Welten überlegen. Dank der exakt dosierbaren Drucksensitivität des Zeichenstifts wird sogar Photoshops Deckkraft-Regler schnell zweitrangig. Geht es weg von der klassischen Retusche hin zum kreativem Arbeiten mit verschiedenen Malpinseln, ist das Tablett erst recht in seinem Element – Spritzer oder digitaler Regen, wie etwa für Fantasy-Composings, lassen sich locker aus dem Handgelenk auftragen. Man hat wirklich den Eindruck, direkt auf dem Bild zu malen.

Für den schnellen Werkzeugwechsel, beispielsweise vom Pinsel zum Radierer, gibt es am Cintiq, wie bei allen Wacom-Tabletts, die bekannten Expresskeys sowie einen neuen sogenannten Rocker-Ring. Der Ergonomie am gezielt kompakt gehaltenen Tablett geschuldet, nutzt Letzterer zum Hin- und Herschalten eine Wipp- statt einer Dreh-Funktion, wie man sie vom TouchRing am Intuos-Modell von Wacom kennt. Der Geschwindigkeit beim Navigieren tut das aber keinen Abbruch, ruck, zuck navigiert man auch hier durch das Pinselmenü.

Der „Rocker-Ring“ kann ganz nach Wunsch mit verschiedensten Funktionen belegt werden.

Wacom Cintiq 13HD

Unser Praxis-Fazit Das kompakte Cintiq 13HD ist seinen auf den ersten Blick stolzen Preis wert; neben der hochwertigen Verarbeitung gefallen das gesamte Bedienkonzept und der sehr gut auflösende Bildschirm. Sicherlich ist es kein Einsteigergerät, Profis werden aber aufgrund der präzisen und verzögerungfreien Arbeit mit dem Stift direkt auf dem Display ihre Freude haben.  (red jr)

Zubehör: das Ist beim Cintiq 13HD noch mit Dabei

SEHR GUT 03|2013

Wacom Cintiq 13HD

Hersteller Wacom Webseite wacom.eu System Windows/Mac Aktive Zeichenfläche 293 x 165 mm HD-LED-Display 13,3"/16,7 Mio. Farben Auflösung Full HD/1.920 x 1.080 px Erforderliche Anschlüsse HDMI & USB Preis (UVP) 899,90 Euro

Pro & Kontra  präzises, verzögerungsfreies Arbeiten  einfache Handhabung  brillantes HD-LED-Display mit großem Blickwinkel von 178°

 etwas wackeliger Standfuß, Fotos: Wacom Europe

nicht stufenlos verstellbar

 kein Adapter für HDMI-Kabel Der Standfuß bringt das Tablett unkompliziert in die gewünschte Position – flach, 22°, 35° sowie 50°. Wird er nicht gebraucht, lässt er sich abnehmen.

Ganz ohne Kabelsalat bringt das neue „3-in-1“-Kabel von Wacom Ordnung auf den Schreibtisch. Leider ist es in der Länge etwas knapp bemessen.

BEWErtung

 Sehr GUT

91%  3/2013

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Alte programme deinstallieren Guten Tag! Ich besitze vier Versionen des Programms PSE. Bis auf PSE 11 habe ich alle per Systemsteuerung von meinem PC deinstalliert. Nun habe ich meinem Enkel die Version 9 gegeben. Bei der Installation meckerte das Programm, es handele sich um eine Raubkopie. Mein Sohn meldete mir, ich hätte beim Deinstallieren einen Fehler gemacht. Nur welchen? Wie kann ich die auf meinem PC gelöschten Programme an meine Enkelkinder weitergeben, ohne dass sie kriminalisiert werden? Mit freundlichem Gruß, Ernst Wolf Sehr geehrter Herr Wolf, wir kennen Ihr Problem aus eigener, leidvoller Erfahrung. Im Netz gibt es bei Adobe einen sehr hilfreichen Beitrag zur Behebung: www. adobe.com/de/products/activation. Hier wird erklärt, warum eine einfache Deinstallation nicht ausreicht, sondern dass zusätzlich eine DEAKTIVIERUNG vor dem Deinstallieren erfolgen muss. Nähere Tipps zu dieser Deaktivierung finden Sie hier: http://helpx.adobe. com/de/x-productkb/policy-pricing/activation-deactivation-products.html Weiter unten unter „Häufig gestellte Fragen“ taucht auf dieser Seite auch Ihr Punkt auf: „Ich habe die Software deinstalliert, ohne sie zu deaktivieren.“ Hier wird empfohlen, die Software auf dem eigenen Rechner neu zu installieren und sie dann wie beschrieben zu deaktivieren, bevor Sie sie erneut deinstallieren. Das hat bei uns so bisher auch geklappt. Je nachdem welchen Datums die Software ist (sie schreiben von bislang vier Versionen), muss dafür (bei den neueren Versionen) eine Internet-Verbindung bestehen.

Druckerkalibrierung (zu Photoshop 1/2013) Hallo ihr vom Photoshop-Team, ich habe mich eine ganze Weile mit dem Thema Kalibrierungsgeräte beschäftigt und habe immer noch die Frage, wie ich ein Druckerprofil anpassen kann. In eurem Test steht, dass Drucker kalibriert werden können. Ich konnte aber leider nicht in Erfahrung bringen, wie das überhaupt geht. Ich habe mir ein BrotherGerät für DIN-A3-Ausdrucke zugelegt und arbeite mit Photoshop CS 5 und Lightroom 4. Ich habe aber farblich keine guten Ergebnisse. Was haltet ihr von Online-Portalen, die ICC-Profile für Drucker verkaufen. Taugt das was? Lieben Gruß aus Berlin, Dirk Hohenstein Sehr geehrter Herr Hohenstein, mit ICC-Profilen aus dem Online-Portal haben wir bisher keine Erfahrungen, würden aber eher zum selbsterstellten Profil raten. Bei einigen Herstellern, wie bei Datacolor, kommt für das Profilieren des Druckers ein eigenes, separates Gerät zum Einsatz, ein Spektrokolorimeter, wie zum Beispiel der Spyder Print (http://spyder. datacolor.com/de/portfolio-view/spyderprint). Mit einem solchen Gerät können Sie beliebig viele und maßgeschneiderte Profile im ICC-Standard generieren. Der Standard-Spyder zum Kalibriern von Monitoren kommt hierfür nicht in Frage. Darüber hinaus gibt es Geräte wie den iOne von X-Rite, der mit dem entsprechenden Zubehör sowohl am Monitor als auch auf dem Papier zum Einsatz kommen kann, also ein All-in-one-

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Verkauf über stockagenturen (zu DigitalPHOTO 05/2013) Guten Tag an die Redaktion, in Ihrer Zeitschrift DigitalPHOTO 05/2013 beschreiben Sie unter anderem die Bildbearbeitung mit Photoshop Elements. Ein Nachbar bemerkte dazu, er würde mir PSE nicht empfehlen, da es nur eingeschränkt verwendbar sei. Wenn man vorhätte, Bilder über eine OnlineBildagentur zum Verkauf anzubieten, dürfe man das nicht, wenn diese Bilder mit PSE bearbeitet worden seien. Und wie ist es, wenn ich an einem Bild diverse Programme ausprobiert habe? Beste Wünsche, D. Boisten Guten Tag Herr Boisten, dass man Bilder, die mit einer bestimmten Software bearbeitet worden sind, nicht über eine Stockagentur verkaufen können sollte, hören wir zum ersten Mal. Einzig wichtig ist, dass Sie die Software legal erworben haben und dass die Fotos den Qualitätsansprüchen der Agentur entsprechen. Ob die Bilder mit PSE oder Photoshop, mit Lightroom, Programmen von Corel, Serif oder ACDSee bearbeitet wurden, spielt dabei keine Rolle.

Photoshop 2/2013: korrekturen » Der Fehlerteufel hatte sich heimlich in Ausgabe 2/2013 eingeschlichen: Bei dem auf Seite 5 angekündigten Rabatt von 20 Euro bei einem Online-Kauf des Plug-ins Xe847 v2.0 handelte sich um einen Tippfehler. Sie konnten dabei lediglich 20 % des Originalpreises sparen. Wir bitten dies zu einschuldigen.

Leider können wir nicht alle Einsendungen im Heft abdrucken. Eine repräsentative Auswahl der erhaltenen Mitteilungen veröffentlichen wir in jeder Ausgabe, behalten uns aber eine inhaltliche Kürzung vor.

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Gerät ist, damit aber auch teurer. Wenn Sie nicht gleich in ein Gerät zum Profilieren investieren wollen, sehen Sie sich auf den Support-Seiten des Drucker-Herstellers im Internet um, ob Sie dort Empfehlungen für Papier und Profile finden, oder halten Sie alternativ auf der Papier-Verpackung Ausschau.

» Für den Schritt-für-Schritt-Workshop „Der Profi-Weg: Gesichtsmodellierung per Dodge & Burn“ auf den Seiten 52–53 haben wir anders als im Bildcredit erwähnt eine BeautyAufnahme der Profi-Fotografin Sonja Dirscherl alias Mia Royal verwendet. Fotografin Heike Herden hat das Bild für das Tutorial bearbeitet.


Vorschau IMPRESSUM

Photoshop 4/2013 erscheint am  02. August 2013

  – Wir   machen Sie zum Profi

erscheint bei falkemedia e.K. Chefredakteur Daniel Albrecht (verantwortlich) Redaktion Wibke Pfeiffer (CvD), Ana Barzakova, Caroline Berger, Benjamin Lorenz, Lars Kreyßig, Jörg Rieger Korrektorat Karin Bünnagel Freie Mitarbeit Peter Braunschmid, Nadine Dilly, Sonja Dirscherl, Christian Gerth, Alexander Heinrichs, Heike Herden, Ben Isselstein, Alexander Jansson, Pavel Kaplun, Kevin May, Dirk Metzmacher, Tobias Meyer, Walter Milani-Müller, Michael Müller, Christian Rentrop, Gabor Richter, Matthias Schwaighofer, Adrian Sommeling, Uli Staiger Layout & Grafik Hanna Ungar, Marlon Geistert Redaktionsanschrift falkemedia e. K., Redaktion DigitalPHOTO Goltsteinstraße 28–30, D-50968 Köln Telefon +49 (0) 221 7161 08-0  Telefax +49 (0) 221 7161 08-18 E-Mail redaktion@digitalphoto.de Herausgeber Kassian A. Goukassian Verlag falkemedia e.K., An der Halle 400 #1, D-24143 Kiel Tel. +49 (0) 431 200 766-0 Telefax +49 (0) 431 200 766-50 E-Mail info@falkemedia.de Abonnenten-Service Telefon +49 (0) 2225 7085 331 E-Mail abo@digitalphoto.de

Anzeigen-Preisliste vom 01. 01. 2012

Produktions- & Druckmanagement Impress-Media, Heinz-Nixdorf-Straße 21, 41179 Mönchengladbach, Telefon +49 (0) 2161 29 998-0 Vertriebsleitung Niels Kleimann, Impress-Media, 41179 Mönchengladbach, Telefon +49 (0) 2161 29 998-82 Vertrieb Axel-Springer-Vertriebsservice, Süderstraße 77, 20097 Hamburg www.as-vertriebsservice.de Photoshop erscheint 4-mal im Jahr, in der Regel am ­ersten Dienstag oder Freitag des Monats. Bezugsmöglichkeiten über den Zeitschriftenhandel, den Fachhandel und das Abonnement. Die PDF-Version ist u. a. im falkemediaWebshop und im Apple iTunes-Store erhältlich. Der Preis einer Ausgabe liegt bei 9,90 Euro, das Jahresabonnement kostet 39,60 Euro (EU-Ausland: zzgl. 10,00  Euro, Luftpost: zzgl. 40,00 Euro). In den Preisen sind gesetzliche Mehrwertsteuer und Zustellung enthalten. Manuskripte jeder Art werden gerne entgegengenommen. Sie müssen frei von Rechten Dritter sein. Mit der Einsendung gibt der Verfasser die Zustimmung zum Abdruck des Manuskriptes auf Datenträgern der Firma falkemedia e.K. Honorare nach Vereinbarung oder unseren AGB. Für unverlangt eingesandte Manuskripte über­ nimmt der ­Verlag keine Haftung. Alle hier veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Reproduktionen jedweder Art sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags zulässig. Sämtliche Veröffentlichungen in dieser Zeitschrift erfolgen ohne Berücksichtigung eines eventuellen Patentschutzes. Warennamen werden ohne Gewährleistung einer freien Verwendung benutzt. Für Fehler in Text, in Schaltbildern, ­Aufbauskizzen oder Ähnlichem, die zum Nichtfunktionieren oder eventuell Schä­den von Produkten oder Bauelementen führen, wird keine Haftung ­übernommen.

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Kreative Ideen für witzige Montagen Ist Ihnen schonmal eine Dalmaduck begegnet oder gar ein Haseon? Profi Peter Braunschmid kennt die beiden Gesellen recht gut. Die scheuen Tierchen zeigen sich allerdings vornehmlich in Photoshop. Freuen Sie sich auf seine besten Tipps für gelungene Tier-Morphings.

TEIL 3: Erste Schritte

Smarter Arbeiten mit Photoshop Einstellungsebenen, Smart-Objekte, Smart-Filter, inhaltsbasierte Retusche-Werkzeuge und viele weitere intelligente Helfer sorgen in Photoshop dafür, dass Sie möglichst effizient und pixelschonend ans Ziel kommen. In Teil 3 unserer Basiswissen-Serie zu Photoshop beleuchten wir für Sie, wo Sie die smarten Optionen finden und wie Sie sie einsetzen. Die Redaktion bittet um Verständnis, wenn aus aktuellem Anlass angekündigte Berichte nicht wie geplant veröffentlicht werden.

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Anzeigenleitung Sascha Eilers Telefon +49 (0) 4340 49 93 79 Mobil +49 (0) 151 53 83 44 12 Telefax +49 (0) 431 200 766 50 E-Mail s.eilers@falkemedia.de

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So pimpen Sie Fotos heißer Schlitten, inkl. Speed-Montage. 3/2013

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Illustration: Alexander Jansson

5 FRAGEN Alexander Jansson 1

Immer dieses Theater im Kopf: Alexander Jansson ist ein Meister der surrealen Erzählung. Hier sein Bild „Mr. Puppethead“.

Alexander, als Grafik-Designer arbeitest du für internationale Verlage, gestaltest Poster für Kunst- und Musikveranstaltungen – hört sich nach der Verwirklichung eines Traums an. Ist das so? Ja, das kann man so sagen. Kreativ zu arbeiten, sei es zu malen, schreiben, zeichnen oder Musik zu spielen, war für mich immer die normalste Sache der Welt. Dass ich damit jetzt mein Geld verdienen kann, ist tatsächlich traumhaft. Apropos traumhaft, deine Arbeiten wirken wie Traumwelten, in denen sich kleine Geschichten zutragen: Was kommt dir zuerst in den Sinn, das Bild oder die Geschichte? Meist habe ich lediglich eine vage Idee vom Bild im Kopf. Die Geschichte entwickelt sich dann im Laufe des Prozesses, so war das auch bei „Mr. Puppethead“. Ich hatte am Anfang nicht viel mehr als die Vorstellung von einer kleinen Bühne als Kopf einer Person. Nach und nach fügten sich die einzelnen Elemente wie ein Puzzle zusammen. Am Ende ist eine Art Selbstporträt entstanden.

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Selbstporträt – kannst du das genauer erklären? Wir spielen täglich unterschiedliche Rollen in verschiedenen Situationen, und ohne es zu bemerken wird die Rolle ein Teil von uns selbst. Es ist ein ständiges Theater. Darum geht es in dem Bild. Deine Bilder haben einen hohen Wiedererkennungswert. Wie hat sich dein Stil entwickelt? Angefangen habe ich mit traditioneller Ölmalerei. Als ich aber meine surrealen Ideen damit umsetzen wollte, stieß ich an meine Grenzen. Dann sah ich den Film „Die Stadt der verlorenen Kinder“, und plötzlich tat sich eine völlig neue Welt auf. Ich begann, mit digitalen Medien zu experimentieren, und legte den Ölpinsel zur Seite. Inspiriert haben mich außerdem Künstler wie Gustav Klimt, Olle Skagerfors und Dave McKean. Es scheint, als mischst du traditionelle Kunst mit Photoshop-Techniken? Richtig, ich nenne das „digitale Mixtechnik“. Ich scanne meine handgemachten Zeichnungen und Malereien ein und kombiniere sie in Photoshop mit Fotos und

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3D-Modellen, um daraus neue Bilder zu bauen. Dafür brauche ich eigentlich nur Grundtechniken. Gerne überblende ich Ebenen mit Füllmethoden wie Hartes oder Weiches Licht oder auch Multiplizieren, so wie in der Malerei, wenn Farbschichten ineinander verschmelzen.  (lk)

Zur Person

Alexander Jansson (35)

Alexander Jansson ist Künstler, Illustrator, Grafik-Designer, Animator und Musiker. Er lebt und arbeitet in Göteborg, Schweden. Zu seinen Kunden zählen das New York City Ballet, Disney, Ericsson, Random House und Bonnier Carlsen. alexanderjansson.com


Brennweite: 70mm · Belichtung: F/2.8, 1/80 sek., ISO 100

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Ausgezeichnet durch 17 Fachjournalisten


Photoshop 03/2013  

Natürlich dürft ihr auch in unsere Magazine aus der Rubrik Foto mal einen Blick 'reinwerfen und diese dann auch downloaden.