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In der Region Lobaye in der Zentralafrikanischen Republik gab es bislang praktisch keine Gesundheitsversorgung. Mit einem eigenen Boot reist das FAIRMED-Gesundheitsteam in entlegene Dörfer. Eine alte Pygmäen-Frau bittet die Mitarbeiter um Hilfe. Das Baby, das sie bei sich hat, ist deutlich unterernährt und dehydriert.

Die Mutter des Kindes ist bei der Geburt gestorben. Elisa – so heisst das Mädchen – wurde schnellstmöglich evakuiert. Das FAIRMEDGesundheitsboot brachte die beiden ins Spital von Mongumba. Hier konnte Elisa dank Aufbaunahrung geholfen werden. Es war eine Rettung im letzten Moment: Elisa wäre in den nächsten 36 Stunden gestorben.

Die Geschichte von Elisa ist kein Einzelfall: Jedes Jahr sterben 3,5 Millionen Babys innerhalb des ersten Lebensjahres an vermeidbaren Krankheiten wie beispielsweise Durchfall, Lungenentzündungen oder Malaria.

Aus diesem Grund sind die mobi­ len Einsatzteams von FAIRMED vor Ort und verschaffen den Menschen in den entlegensten Gebieten der Welt Zugang zu einer grundlegenden Gesundheitsversorgung.

Aarbergergasse 29 CH-3000 Bern 7

Telefon +41 (0) 31 311 77 97 Fax +41 (0) 31 318 08 41

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Jahresbericht 2012


Vorwort des Präsidenten Indien einst, heute und in Zukunft Die ersten gesammelten Gelder der 1959 gegründeten Aussätzigenhilfe Emmaus Schweiz wurden in weiser Voraussicht in einen Flügel eines Lepraforschungs- und -ausbildungsinstituts in Indien investiert. Mit den ab Mitte der 1980er Jahre zur Verfügung stehenden wirksamen Medikamenten, hat sich das Bild der Leprabekämpfung stark verändert. Die Zahl der Leprakranken ist von damals rund zwei Millionen auf jährlich etwa 250 000 neu registrierte Fälle gesunken Mehr als die Hälfte davon lebt in Indien. Unsere fünf Spitäler in Indien, die sich von Lepraspitälern in Allgemeinkliniken und Referenzzentren für Leprabehandlung gewandelt haben, nehmen in unserem Projektportfolio noch immer einen grossen Stellenwert ein. Indien hat sich vom Armenhaus der Welt mit Hungersnöten und Tausenden von Toten zu einer Wirtschaftsmacht emporgearbeitet, welche mit mehr als einer Milliarde Einwohnern über einen enormen Binnenmarkt verfügt und deshalb für ausländische Investoren attraktiv geworden ist. Mit billigen Arbeitskräften kann Indien auch erfolgreich exportieren und sogar ausländische Firmen aufkaufen. Auf der anderen Seite leben in Indien mehr arme Menschen (unter 1,25 US-Dollar pro Tag) als in ganz Schwarzafrika. Ein grosser Teil des Fortschritts der indischen Wirtschaft basiert auf der Ausbeutung der Armen, welche zu Hungerlöhnen die Infrastruktur aufbauen und in den Industrien arbeiten. Doch aufgepasst: Das wirtschaftliche Wachstum der westlichen Welt basierte während der industriellen Revolution ebenfalls auf der Ausbeutung von Generationen billiger Lohnarbeiter. Sie lebten in einer fast unvorstellbaren Misere, mit unmenschlichen Arbeitszeiten und so arm, dass sie sich mit anderen Arbeitern die Betten schichtweise teilen mussten. Krankheiten wie Cholera oder Tuberkulose rafften die Menschen nur so dahin, Kinderarbeit war an der Tagesordnung. Die Zivilgesellschaft in Indien und das soziale Verantwortungsgefühl bei Firmen und Privaten entwickeln sich positiv. Es werden immer mehr Nichtregierungsorganisationen unterstützt, die dort tätig sind, wo der Staat und die Privatwirtschaft versagen. FAIRMED India hat bereits im dritten Jahr mit lokalem Fundraising erstmals die Gewinnzone erreicht. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Unser Ziel ist es, FAIRMED in Indien dereinst vollständig aus Einnahmen von lokalen Spenden zu betreiben. Bis es allerdings so weit ist, sind die Vernachlässigten, die sich täglich in unseren Spitälern behandeln lassen, auf unsere Unterstützung angewiesen.

Rolf Lehmann Präsident der Stiftung FAIRMED

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Vorwort

Inhalt Schwerpunkt FAIRMED und die vernachlässigten tropischen Krankheiten 

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Projekte Afrika – ein Kontinent im Aufbruch

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Asien – mobile Gesundheitsdienste für die Ärmsten

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FAIRMED im Kampf gegen NTDs Jahresrechnung 2012 – FAIRMED entwickelt sich

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Portrait Stiftung FAIRMED

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Dank Herzlichen Dank

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Impressum Jahresbericht von FAIRMED; Redaktion: Rolf Lehmann, René Stäheli, Thomas Gass, Anna Opladen; Fotos: Simon B. Opladen, Simon Huber, FAIRMED; Gestaltung: graphicarts, Bern-Liebefeld; Druck: Ast & Fischer AG, Wabern BE

Inhalt

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Schwerpunkt

FAIRMED und die vernachlässigten tropischen Krankheiten Die vernachlässigten tropischen Krankheiten Die schlimmste durch Parasiten verursachte Killerkrankheit auf der Welt ist Malaria. Die Krankheit, die 200 000 Todesfälle verursacht und damit auf Platz 2 dieser Todesliste steht, ist Schistosomiasis. Während jedermann Malaria kennt, haben viele von Schistosomiasis noch nie gehört. Die WHO zählt die Krankheit Schistosomiasis zu der im Jahr 2005 neu geschaffenen Gruppe der Vernachlässigten Tropischen Krankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs), die unterdessen 17 Krankheiten umfasst (siehe Kasten). Diese Krankheiten behindern und schwächen ihre Opfer, halten Kinder vom Schulbesuch und Eltern von der Arbeit ab. Sie sind verantwortlich, dass ganze Familien die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lebenslage versagt bleibt. Durch diese Parasitenund Bakterienkrankheiten können sich 1,4 Milliarden der Ärmsten der Armen, also etwa dreimal so viele Menschen wie in ganz Europa leben, nicht aus dem Kreislauf der Armut befreien.

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MDA) am effektivsten bekämpft werden. Diese Krankheiten sind für institutionelle Geldgeber und Pharmafirmen besonders attraktiv, da hauptsächlich logistische Herausforderungen zu bewältigen sind. Krankheiten wie Lepra, Leishmaniose oder auch Buruli erfordern aber eine individuelle Patientenbetreuung. Entsprechend sind sie bei institutionellen Geldgebern nicht besonders im Fokus und werden somit zusätzlich vernachlässigt. Hinzu kommt, dass die WHO Lepra in einem Land als eliminiert bezeichnet, wenn weniger als ein Fall auf 10 000 Einwohner in den offiziellen Registern aufgeführt ist. Da viele Länder dies knapp erreichen, oder dies zumindest so publizieren, wird die Krankheit oft als erledigtes Problem betrachtet, für das es keine Ausbildung, kein Personal und keine Finanzen mehr braucht. Lepra ist also nicht nur eine vernachlässigte Krankheit, sondern in vielen Ländern auch eine vernachlässigte Agenda.

Die vernachlässigte Agenda Lepra, einst eine der schlimmsten Geisseln der Mensch­­ heit, hat sich dank einer in den 1980er Jahren entwickelten wirksamen Medikamententherapie auf einem Niveau eingependelt, auf dem man immer noch 250 000 – 500 000 Fälle pro Jahr findet. Sie zählt unterdessen ebenfalls zur Gruppe der NTDs. Lepra war ursprünglich keine tropische Krankheit und selbst in der Schweiz im Mittelalter weit verbreitet; die letzten noch bestehenden Siechenhäuser und Flurnamen zeugen heute noch davon. Lepra ist, wie die anderen NTDs, eine armutsassoziierte Krankheit und die Ärmsten der Armen leben hauptsächlich im tropischen Gürtel.

Synergien Selbstverständlich müssen zuoberst auf der Prioritätenliste die grossen Killerkrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids stehen. Für deren Bekämpfung wurden beträchtliche Mittel eingesetzt. Doch aufgrund der Wichtigkeit der vernachlässigten Krankheiten als Gruppe ist die Zugehörigkeit von Lepra zu den NTDs auch eine Chance für neue Herangehensweisen. In der Nutzung von Synergien liegt ein grosses, noch nicht voll ausgeschöpftes Potenzial. Zum Beispiel ist die aktive Fallfindung von einzelnen Krankheiten zu teuer und kann im Verbund mit anderen Krankheiten kosteneffizienter werden. Während für einzelne Krankheiten eigene Nationalprogramme mit häufig krankheitsspezifischer Finanzierung unterhalten werden, können Interventionen, die Gemeinsamkeiten aufweisen, zusammengelegt werden.

In Gegenden, in denen sich nur wenige Menschen in ärztliche Behandlung begeben, können einige vernachlässigte Krankheiten durch die strategische Massenausgabe von Medikamenten (Mass Drug Administration,

From disease based to intervention based Nicht alle Krankheiten benötigen die gleichen Interventionen. So kann es notwendig sein, für die aktive Fallfindung andere «Partner-Krankheiten» zu wählen

Schwerpunkt

als für die Prävention von Behinderungen. Es braucht ein neues Management der Krankheitsbekämpfung in einer Matrixform. FAIRMED setzt sich aktiv im Feld, auf der Ebene der Gesundheitsministerien und im Verbund mit verschiedenen internationalen NTD-Plattformen, für die Nutzung der Synergien ein, damit die vernachlässigten Krankheiten den Platz einnehmen, der ihnen aufgrund ihres Ausmasses an Schaden und Leid zusteht. Post-MDG FAIRMED setzt sich auch dafür ein, dass die Vernachlässigten Tropischen Krankheiten in der Folgestrategie der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) nicht mehr vernachlässigt werden. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung von mehreren dieser Ziele.

René Stäheli Geschäftsführer FAIRMED

Die 17 NDTs • Buruli Ulkus (Bakterium, Verwandter des Tuber kulose-Erregers) • Chagas-Krankheit (Protozoen) • Dengue-Fieber (Virus) • Dracunculiasis (Guinea-Wurm) • Afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit, Protozoen) • Leishmaniose (Kala Azar und Orientbeule, Protozoen) • Lepra (Bakterium, Verwandter des Tuberkulose- Erregers) • Lymphatische Filariose (Elefantiasis, Wurm krankheit) • Onchozerkose (Flussblindheit, Wurmkrankheit) • Schistosomiasis (Bilharziose, Wurmkrankheit) • Helminthose (Wurminfektion des Verdauungstrakts) • Trachom (Bakterium) • Treponematose (Bakterien) • Zystizerkose (Bandwurm) • Echinokokkose (Bandwurm) • Tollwut (Rabies, Virus) • Foodborne trematodiases (Saugwürmer) (Quelle: T. Chirac, Global Framework on Essential Health R&D)

Schwerpunkt

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Beispielprojekt

Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben für die Baka

Projekte

Afrika – ein Kontinent im Aufbruch In Afrika entsteht dank spürbarem Wirtschaftswachstum und zunehmender Demokratisierung eine junge Mittelschicht, die hungrig ist nach Bildung, Konsum und globaler Vernetzung. Gleichzeitig leben in Afrika 400 Millionen Menschen in extremer Armut. Jede zweite Frau gebärt ihr Kind ohne medizinische Begleitung und alle zehn Sekunden stirbt ein Säugling. Im vergangenen Jahr führte FAIRMED in Afrika 27 Gesundheitsprojekte durch, von denen 270 000 Menschen profitierten. In den Projekten engagieren sich junge, qualifizierte Einheimische für ein öffentliches Gesundheitswesen, das auch den Ärmsten dient.

In Betaré Oya profitierten 20 000 aus der Zentralafrikanischen Republik geflohene Angehörige der Bororo von den Leistungen der zwölf Gesundheitszentren, die FAIRMED in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk der UNO (UNHCR) und mit finanzieller Unterstützung der DEZA betreibt. Im Distrikt Bankim profitierten 68 000 Patienten von FAIRMEDs Projekt zur Entwicklung und Stärkung des Spitals und der zwölf Gesundheitszentren. Im vergangenen Jahr erstellte FAIRMED mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Medicor beim Spital in Bankim einen neuen Trakt für Chirurgie und Physiotherapie.

Kamerun In Kamerun war FAIRMED auch im Jahre 2012 das führende Hilfswerk in der Bekämpfung der Tropenkrankheiten Lepra und Buruli. 6000 Betroffene, profitierten von den medizinischen und sozialen Leistungen. Im Projekt «PIER» errichtete FAIRMED im vergangenen Jahr ein Zentrum für Behinderte. In den Projekten «Santé Baka» und «Santé Bororo» setzte sich FAIRMED auch 2012 für die Gesundheit ethnischer Minderheiten ein. 11 000 Angehörige der Baka-Pygmäen haben einen verbesserten Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten.

Zentralafrikanische Republik In der gegenwärtigen politischen und humanitären Krise in der Zentralafrikanischen Republik sind die Menschen ganz besonders angewiesen auf Solidarität und Hilfe von Organisationen wie FAIRMED. In der Region Lobaye im Südwesten des Landes profitierten im vergangenen Jahr 50 000 Menschen – davon 15 000 Ange­hörige der Aka-Pygmäen – von den Leistungen der fünf mobi­ len Gesundheitsteams, vierzehn Gesundheitszentren und zwei Spitälern, mit denen FAIRMED zusammenarbeitet. Das Lepra-Projekt in der

Zentralafrikanischen Republik litt 2012 ganz besonders unter den schwierigen Sicherheitsbedingungen und den Unruhen. Trotzdem ermöglichte FAIRMED 2012 die Behandlung von 400 Lepra-Patienten. In der Elfenbeinküste führte FAIRMED im vergangenen Jahr eine externe Evaluation des Gesundheitsprojekts in Taabo durch. Die Evaluation empfahl eine Weiterführung der erfolgreichen «Swissness»-Kooperation zwischen FAIRMED und dem Swiss Tropical and Public Health Institute, die in Taabo gemeinsam ein demografisches und epidemiologisches Monitoring-System unterhalten. In Marokko, Gabun, Guinea-Bissau, Äthio­pien und Mosambik schliesslich unterstützte FAIRMED im vergangenen Jahr Lepra-Projekte von Partnerorganisationen des internationalen Lepra-Netzwerks ILEP.

Im Äquatorialurwald Afrikas leben rund 500 000 Pyg­ mäen in 15 unterschiedlichen ethnolinguistischen Grup­­­­­ pen. Eine dieser Gruppen sind die rund 50 000 Baka in Kamerun, die man ausserhalb Afrikas vor allem dank ihrer einzigartigen polyphon-rhythmischen Gesangsund Trommelmusik kennt. Der tropische Regenwald Kameruns ist bedroht von Abholzung, Wilderei und dem Abbau von Bodenschätzen. Zwar setzen sich Behörden und internationale Organisationen vermehrt für den Schutz des Regenwalds und der Wildtiere ein; leider werden die indigenen Gemeinschaften dabei aber oftmals übergangen. Damit verlieren die saisonal nomadisierenden Baka allmählich ihren Lebensraum und sehen sich gezwungen, sesshaft zu werden. FAIRMED hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Baka in diesem einschneidenden Wandel zu begleiten. Viele Baka-Gemeinschaften leben heute in provisorischen Siedlungen als Landlose entlang der Transitstrassen. Weil sie keinen Zugang haben zu Schulen, Gesundheitszentren, Landwirtschaft und Trinkwasser, leben sie in extremer Armut und unter prekären gesundheitlichen Bedingungen. Seit 2010 führt FAIRMED im Distrikt Abong-Mbang ein Pilotprojekt durch mit dem Ziel, dass die Baka auf der Grundlage einer guten Gesundheit ein selbstbestimmtes Leben führen können. 2012 haben 15 000 Bewohner – die meisten von ihnen Baka – im Einzugsgebiet von vier Gesundheitszentren von den Leistungen des Projekts profitiert. Das Projekt hat 400 Geburten medizinisch begleitet und damit einen ersten kleinen Beitrag geleistet zur Senkung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit. 490 Einwohner sind einer lokalen Krankenkasse beigetreten, 260 konnten in Gemeinschaftsfeldern ein kleines Einkommen erwirtschaften. FAIRMED wird das erfolgreiche Pilotprojekt ab 2013 auf weitere Baka-Gemeinschaften ausdehnen.

Anzahl Projekte: 27 Projektaufwand (CHF): 1 790 910 Nutzniesser gesamt:

270 000

Zielbevölkerung:

25 000 000

Schwerpunktländer mit FAIRMED-Büros:

Yaoundé, Kamerun Bangui, ZAR

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Projekte

Projekte

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Beispielprojekt

Die fünf Spitäler von FAIRMED in Indien

Projekte

Asien – mobile Gesundheitsdienste für die Ärmsten Die rasante wirtschaftliche Entwicklung in Asien hat auch ihre Schattenseiten: In Indien beispielsweise haben 626 Millionen Menschen keine Toilette. Das Armutsgefälle nimmt zu und in den Städten leben immer mehr Menschen in Slums. In Indien, Sri Lanka und Nepal leis­­­­tete FAIRMED im vergangenen Jahr in 31 Projekten einen massgeblichen Beitrag für eine bessere Gesundheit von 449 000 Menschen. Indien In Indien wurden im vergangenen Jahr 129 000 neue Lepra-Fälle registriert. 29 781 Lepra-Betroffene wurden von FAIRMED kostenlos behandelt. Um Verletzungen und chronischen Entzündungen vorzubeugen, übergab FAIRMED im vergangenen Jahr 2643 Lepra-Patienten speziell angefertigtes Schuhwerk. Im Einzugsgebiet der Spitäler Kathipudi und Tenali betrieb FAIRMED zudem ein Projekt der spitalexternen Pflege für 6800 LepraPatienten und konnte damit einen massgeblichen Beitrag leisten zur Prävention von Behinderungen und Erblindung. Mobile Gesundheitsteams waren auch im

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Projekte

vergangenen Jahr in Mumbai für FAIRMED unterwegs. Im Slum Bainganwadi, Mumbai, leistete FAIRMED Hilfe für 4000 Patienten. Seit 2009 ist die Zahl der behandelten Patienten von 70 auf 315 pro Monat angestiegen. Sri Lanka Im vergangenen Jahr wurden in Sri Lanka bei 2212 Patienten neu Lepra diagnostiziert und behandelt. FAIRMED unterstützte in sieben Distrikten die Fallfindung, die Diagnosestellung, die Behandlung und das Followup von Lepra-Patienten und erreichte damit 59% aller neu infizierten Lepra-Patienten. Neben Lepra engagierte sich FAIRMED auch im Kampf gegen Leishmaniose, eine durch Mücken übertragene Infektionskrankheit, die sich meist als Hautkrankheit äussert und seltener auch innere Organe angreift. Im vergangenen Jahr wurden in Sri Lanka 1165 Fälle registriert. Nepal In Nepal gebären nur 36% der Frauen unter medizinischer Begleitung. Entsprechend viele Komplikationen

entstehen während Schwangerschaft und Geburt, die nicht angemessen behandelt werden können. In Zusammenarbeit mit einer nepalesischen Gesundheitsorganisation förderte FAIRMED im vergangenen Jahr 150 Selbsthilfegruppen von Müttern, die Schwangere beraten und sie ermutigen, im Gesundheitszentrum zu gebären. Die zehn Gesundheitszentren profitierten von baulichen Verbesserungen, Ausrüstung, Medikamentenlieferungen und Weiterbildungsmassnahmen von FAIRMED. 2012 erreichte FAIRMED damit 73 000 Begünstigte. Zur Früherkennung waren mobile Kliniken unterwegs. Sie führten gynäkologische und dermatologische Untersuchungen durch, von denen insgesamt 830 Personen profitierten.

Anzahl Projekte:

FAIRMED ermöglicht allen Lepra-Patienten seiner fünf Lepra-Spitäler in Indien (Tenali, Palamaner, Kumbakonam, Hubli und Kathipudi) eine kostenlose Behandlung. Davon profitierten im vergangenen Jahr 29 781 Patienten. Zur Berechnung der finanziellen Hilfe aus der Schweiz führte FAIRMED 2009 leistungsbezogene Fallpauschalen ein. Das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz entwickelte System ermöglicht den Spitälern die Optimierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Lepra-Behandlungen. Das System eruiert jährlich einen Bezugswert (Bench­mark) der Kosten für jede der elf definierten Lepra-Leistungen. Auf diese Weise konnten die Spitäler in den vergangenen Jahren ihre Kosten optimieren. So reduzierten sich beispielsweise die Kosten für eine rekonstruktiv-chirurgische Behandlung eines Fusses zwischen 2008 und 2012 um 37% von 252 auf 160 Franken. Auf der Grundlage der Bezugswerte definiert FAIRMED jährlich die Höhe der Kostenübernahmen. Unter der Leitung der technischen Abteilung des FAIRMED-Büros in Indien findet quartalsweise ein Treffen zwischen den Leitern der Lepra-Kliniken von FAIRMED zum Thema Qualitätskontrolle statt. An diesen Quality Circle Meetings werden die Kosten- und Leistungsindikatoren verglichen und Qualitätsfragen diskutiert. Das von FAIRMED entwickelte medizinische Informationssystem erlaubt das Monitoring und die Analyse der Lepra-Daten innerhalb und zwischen den Spitälern in Echtzeit. In den vergangenen Jahren haben sich die fünf ursprünglichen Lepra-Spitäler zu Allgemeinspitälern entwickelt. 2012 wurden in den fünf Spitälern insgesamt 293 000 ambulante und stationäre Patienten behandelt.

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Projektaufwand (CHF): 1 837 985 Nutzniesser gesamt:

449 000

Zielbevölkerung:

20 900 000

Schwerpunktländer mit FAIRMED-Büros:

Dehli, Indien Colombo, Sri Lanka

Projekte

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Projekte

FAIRMED im Kampf gegen NTDs FAIRMED ist überzeugt, dass sich das Recht auf Gesundheit für alle nur in Partnerschaften und in Zusammenarbeit realisieren lässt. Deshalb hat FAIRMED auch im vergangenen Jahr ihre Partnerschaften vertieft. Im Oktober 2012 trafen sich die 13 Lepra-Organisationen der ILEP in London, um ihre Aktivitäten zu koordinieren. FAIRMED-Geschäftsführer René Stäheli ist seit fünf Jahren ILEP-Präsident und vertrat das Netz­werk 2012 an diversen Anlässen. Im Rahmen der Bestrebungen zur Findung von Synergien mit ande­­ren Vernachlässigten Tropischen Krankheiten (siehe Seite 4) nahm er an der WHO Konferenz für «Neglected Tropical Diseases» in Accra und der Folgekonferenz, der «London Declaration on Neglected Tropical Diseases», in Washington teil. Zur Vertiefung des Themenschwerpunkts Behinderung nahm die Projektverantwortliche Valérie Simonet im November 2012 an der ersten internationalen Konferenz «Community-Based Rehabilitation» im indischen Agra teil. Im Anschluss an die Konferenz trat FAIRMED dem «International Disability and Development Consortium» (IDDC) bei und übernahm in Kamerun die Feder­führung einer internationalen NGO-Gruppe zum Thema Behinderung, der unter anderen auch die Chris­toffel Blindenmission, Sightsavers und Médecins Sans Frontières angehören. In der Schweiz engagierte sich FAIRMED 2012 als Mitgliedsorganisation im Netzwerk Medicus Mundi Schweiz und pflegte projektbezogene Partnerschaften insbesondere mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Swiss Tropical and Public Health Institute und der Stiftung UBS Optimus. Im Oktober 2012 übernahm Thomas Gass die Leitung des Bereichs Programme und löste in dieser Funktion Thomas von Stamm ab. Thomas Gass ist Ethnologe und steht kurz vor dem Abschluss eines PromotionsStudiengangs Public Health an der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Valérie Simonet, die bisher als Beraterin für Buruli und Behinderung bei FAIRMED arbeitete, ist seit Ende 2012 neu als Projektverantwortliche im Bereich Programme tätig.

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Projekte

Sensibilisierung in der Schweiz

Slumbulanz – mobile Gesundheitsteams im Einsatz für die Ärmsten Der Schwerpunkt unserer Sensibilisierungskampagne 2012 lag auf dem Thema mobile medizinische Versorgung für die Ärmsten. In Form von Informationsflyern und persönlichen Gesprächen zeigten wir auf, wie und wo FAIRMED mit dem Einsatz von mobilen Gesundheitsteams arbeitet. Durch den Einsatz von mobilen Gesundheitsteams können wir die betroffene Bevölkerung vor Krankheit und bleibenden Behinderungen schützen. Wir können sie rechtzeitig einer Behandlung durch Medikamente oder einer Operation zuführen. Frühzeitiges Erkennen und Behandeln führten dazu, dass die Menschen weiterhin in ihrem sozialen Umfeld eingegliedert sind und ohne die Angst vor Isolation oder Stigma einer Arbeit nachgehen können. Auch konnten wir der Schweizer Bevölkerung aufzeigen, dass es uralte Krankheiten wie Lepra in den Ländern des Südens auch heute noch gibt, und darüber informieren, welche sozialen Folgen sie für die Menschen vor Ort haben. Mit Hilfe von verschiedenen Publikationen und Events zeigten wir wiederum die Zusammenhänge zwischen Armut und Krankheit auf. Ein schöner Moment im Jahr war das Sternenleuchten an der Bundesfeier in Basel. Wir konnten damit ein Zeichen der Solidarität mit den von Krankheit und Armut betroffenen Pygmäen in der Zentralafrikanischen Republik setzen. Wir sind Mitglied des Vereins My Happy End. Dieser will Schweizerinnen und Schweizer für Erbschaften für einen guten Zweck sensibilisieren und dazu motivieren, einen Teil des zukünftigen Nachlassvermögens an gemeinnützigen Organisationen zu spenden. Im Verein My Happy End sind 19 bekannte und aner­kannte Schweizer Organisationen zusammengeschlossen.

Projekte

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Jahresrechnung

2012 – FAIRMED entwickelt sich Die Gesamteinnahmen im Jahr 2012 lagen erfreulich hoch. Dies ist vor allem auf die Projektbeiträge für «Stop Buruli» zurückzuführen, welche im Jahr davor ganz ausfielen und dafür im vergangenen Jahr umso höher waren. Die nicht zweckgebundenen Spenden liegen im Vergleich zum Vorjahr um rund eine Million Franken tiefer. Das ist darauf zurückzuführen, dass sie im Jahr 2011 durch die Auflösung der Stiftung Contra Aussatz, deren frei gewordene Mittel als nicht zweckgebundene Spende verbucht worden waren, aussergewöhnlich hoch lagen. Wir sind im Berichtsjahr wieder von verschiedenen Menschen in ihrem letzten Willen grosszügig bedacht worden, wodurch wichtige Projekte unterstützt und Leben qualitativ verbessert oder gar gerettet werden konnten.

Mittelherkunft 2012 48% Freie Spenden 1% DEZA 1% Kantone und Gemeinden 29% Zweckgebundene Projektbeiträge 3% ILEP Partner 17% Legate 1% Finanzertrag

Mittelverwendung 2012

Die Projektbeiträge fielen durch die «Stop Buruli»Gelder der UBS Optimus Foundation besonders hoch aus. Die DEZA hat unsere Projekte für die Pygmäen und die Bororos in Kamerun wiederum unterstützt. Bei der Verwendung der übrigen Gelder hat sich eine kleine Verschiebung innerhalb der Länder ergeben. So sind Kamerun und Indien mit je 15% weniger bedacht worden. In Indien konnte dies durch das lokale Fundraising (siehe Vorwort auf Seite 2) abgefedert werden. Die Umlagerung erfolgte vor allem zugunsten der Basisgesundheitsprojekte in Nepal und der Zentralafrikanischen Republik. Im Jahr 2012 konnte nach langer Durststrecke wieder ein Finanzertrag verbucht werden. Da wir jedoch weitgehend aus aktienbasierten Anlagen ausgestiegen sind, sind diese Einnahmen mit 102 000 Franken nicht mehr so hoch wie in den besten Jahren, in denen der Finanzertrag teilweise über eine Million Franken betrug. Gesamthaft schliessen wir mit einem Ausgabenüberhang von rund 600 000 Franken ab. Dieses Resultat ist um 355 000 Franken besser als das geplante Defizit von 955 000 Franken. Die vorliegende Jahresrechnung 2012 ist nach den Prinzipien von Swiss GAAP FER 21, der ZEWO und des Swiss NPO-Code erstellt worden. Die Revisionsstelle AudEx hat sie umfassend geprüft und als korrekt befunden.

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Jahresrechnung

68 % Projekte   4 % Projektbegleit aufwand 23 % Fundraising   5 % Administrations aufwand

Verwendungszweck 2012 (ohne Stop Buruli)   % Zweck

Franken

Basisgesundheit 64

2 503 697

Aufklärung und Patientenrechte 14

573 070

Lepraprojekte 10

392 031

Armutskrankheiten 4

143 061

Sozialprojekte 8

299 483

  Total 100

3 911 342

Jahresrechnung

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Bilanz per 31. Dezember 2012 (in CHF)

Anmerkungen

Betriebsrechnung 31.12.2012 % 31.12.2011 %

Aktiven Kassen 1 758 1 658 Postcheck 689 011 1 262 047 Banken 603 244 314 747 Wertschriften 1) 1 341 654 1 737 829 Flüssige Mittel und Wertschriften

2 635 668

84,1

3 316 281 97,6

Forderungen · Projektbeiträge · Verbindungskonto «Leprahilfe», nahestehend · Verrechnungssteuern · Andere Forderungen Aktive Rechnungsabgrenzungen

57 540 63 666 1 314 37 343 337 173

50 000 0 2 192 12 850 15 103

Forderungen

497 036

15,9

80 145 2,4

Umlaufvermögen

3 132 704

100,0

3 396 426 99,9

(in CHF)

Anmerkungen

2012 %

2011 %

Spenden 4 012 360 5 065 413 Zweckbestimmte Projektbeiträge 4) · Allgemein 2 448 621 419 035 · DEZA für Kamerun 87 679 176 969 · Kantone und Gemeinden 70 300 261 050 Legate und Erbschaften/Kondolenzen 1 440 817 414 766 Fremdgeldaktionen 10 500 25 550 Beiträge von ILEP-Partnern 249 204 436 414 Merchandising und anderer Ertrag 25 300 0 Eingang Spenden und Beiträge

8 344 780

100,0

6 799 197 100,0

Aufwand für Projekte Projektaufwand 5) 6 184 941 3 996 880 Projektbegleitaufwand 6) 374 085 411 740 Administrativer Aufwand Fundraising und PR Übriger administrativer Aufwand

7) 8)

2 123 926 404 422

1 978 527 407 082

Betriebseinrichtung und IT 1 403 2 703 Liegenschaft Torbey, Yaoundé 2) 1 1 Anteilscheine Liegenschaft ILEP 3) 1 1

Aufwand Hilfeleistung und Betrieb

9 087 374

108,9

6 794 230 99,9

Zwischenergebnis 1

–742 593

–8,9

4 967 0,1

Sachanlagen

1 405

0,1

2 705

Finanzertrag 650 885 94 932 Finanzaufwand –548 803 –213 038

Anlagevermögen

1 405

0,0

2 705 0,1

Total Aktiven

3 134 109

100,0

3 399 131 100,0

0,0

Passiven Verbindlichkeiten Hilfeleistungen und Kosten Verbindungskonto «Leprahilfe», nahestehend Passive Rechnungsabgrenzungen

505 893 0 59 062

116 672 44 792 28 000

Kurzfristiges Fremdkapital

564 954

18,0

189 464 5,6

Fremdkapital

564 954

18,0

189 464 5,6

Zweckbestimmte Fonds · «Stop Buruli» 48 866 122 007 Fondskapital

48 866

1,6

122 007

3,6

Finanzergebnis

102 081

1,2

–118 106  –1,7

Zwischenergebnis 2

–640 512

– 7,7

–113 139 –1,7

Verwendung aus Fonds «Tsunami» Verwendung aus Fonds «Stop Buruli»

0 292 540 41 240 9 377

Fondsergebnis

41 240

0,5

Jahresergebnis 1

–599 272

–7,2

188 779

40 000 559 272

45 000 –233 779

Anpassung Wertschwankungsfonds Zuweisung (–) / Entnahme (+) Unternehmensfonds

301 918 4,4 2,8

Zuweisung (–) / Entnahme (+) Unternehmensfonds 599 272 7,2 –188 779 –2,8 Jahresergebnis 2 0 0,0 0 0,0

Stiftungskapital 500 000 500 000 Unternehmensfonds 1 886 288 2 413 660 Wertschwankungsfonds 134 000 174 000 Jahresergebnis 0 0

14

Organisationskapital

2 520 288

80,4

3 087 660 90,8

Fonds und Organisationskapital

2 569 154

82,0

3 209 667

Total Passiven

3 134 109

100,0

Jahresrechnung

94,4

3 399 131 100,0

Jahresrechnung

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Allgemeine Rechnungslegungsgrundsätze Die Rechnungslegung erfolgt nach den Grundsätzen von Swiss GAAP FER 21 und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Stiftung Fairmed. Die Abgrenzung zwischen Projektaufwand und administrativem Aufwand erfolgt nach den ZEWO-Abgrenzungskriterien. Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze im Berichtsjahr Im Berichtsjahr erfolgten keine Änderungen. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Sofern bei den nachfolgend angeführten einzelnen Bilanzpositionen nichts anderes aufgeführt wird, erfolgt die Bewertung der Bilanzpositionen zu Marktwerten am Bilanzstichtag, wobei allfällige Marchzinsen nicht als zum Marktwert gehörend betrachtet werden. Die Buchhaltung wird in Schweizer Franken geführt. Aktiv- und Passivbestände in fremder Währung werden zu Devisenschlusskursen am Bilanzstichtag, Geschäftsvorgänge in Fremdwährungen zum jeweiligen Tageskurs umgerechnet. Flüssige Mittel und Wertschriften Die Position umfasst Kasse, Post, Geldkonten bei Banken sowie Wertschriften und wertschriftenähnliche Vermögenswerte, wie z.B. Anteile an Anlagefonds. Die Verbuchung der Wertschriften erfolgt unter dem Jahr zum Anschaffungs- respektive Kostenwert. Bei Abgängen werden die Kursdifferenzen zum durchschnittlichen Einstandspreis ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Zur Abdeckung von grösseren und ausserordentlichen Verlustrisiken auf Wertschriftenanlagen wird unter dem Organisationskapital eine Wertschwankungsreserve von 10% auf dem Verkehrswert ausgewiesen. Forderungen Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten abzüglich allfälligen Einzelwertberichtigungen. Projektbeiträge werden nur bilanziert, wenn die Zusicherung formell erfolgt ist. Aktive Rechnungsabgrenzungen Diese Position umfasst die aus der sachlichen und zeitlichen Abgrenzung der einzelnen Aufwands- und Ertragspositionen resultierenden Aktivpositionen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert. Sachanlagen Die Position umfasst Mobilien und andere Anlagen, wie EDV-Hard- und -Software, zur Leistungserbringung und Verwaltung in der Schweiz. Die Bewertung der Mobilien erfolgt zum Anschaffungswert abzüglich der planmässig vorgenommenen Abschreibungen, wobei in der Regel von einer vierjährigen Nutzungsdauer ausgegangen wird. Die Abschreibungen erfolgen degressiv vom Buchwert. Einzelanschaffungen unter CHF 3 000 werden nicht aktiviert. Die Abschreibung der Anlagen erfolgt auf einen Restfranken (pro memoria). Die Immobilie im Ausland wurde auf einen Restfranken abgeschrieben, da sie sich in einem Drittweltland befindet und ein Verkehrswert nicht sinnvoll ermittelt werden kann. Verbindlichkeiten Diese Position umfasst die am Bilanzstichtag bereits gesprochenen, aber noch nicht ausbezahlten bzw. von den Leistungsempfängern noch nicht abgerufenen Beiträge. Weiter werden unter dieser Position sonstige Verbindlichkeiten für Verwaltungskosten sowie bei Passivsaldo das Verbindungskonto gegenüber FAIRMED ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert. Passive Rechnungsabgrenzungen Diese Position umfasst die aus der sachlichen und zeitlichen Abgrenzung der einzelnen Aufwand- und Ertragspositionen resultierenden Passivpositionen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert.

31.12.2012 1.1.2012

1) Wertschriften Die Zusammensetzung der Wertschriften ist wie folgt: Obligationen 465 345 442 921 Aktien 309 160 686 128 567 149 608 780 Gemischte Fonds 1 341 654 1 737 829 Sachanlagen Bestand, Zugänge, Abgänge und Abschreibungen werden im separaten Anlagespiegel ausgewiesen. 2) Die 1997 erworbene Liegenschaft Torbey befindet sich in Yaoundé (Kamerun) im Quartier Centre-Résidentiel. Die Parzelle umfasst 1980 m2. Der Brandversicherungswert beträgt CHF 480 000. Anschaffungswert, rund Abschreibungen, kumuliert Buchwert

370 000 – 369 999

Anmerkungen zu einzelnen Positionen der Betriebsrechnung 31.12.2012 31.12.2011 4) Zweckbestimmte Projektbeiträge Es handelt sich um projektbezogene Beiträge und Spenden. Wenn deren Zweckbestimmung enger definiert ist als der allgemeine Zweck der Stiftung FAIRMED, die Spenden wesentlich sind und im laufenden Betriebsjahr nicht wieder eingesetzt wurden, erfolgt eine Zuweisung an einen entsprechenden Erlösfonds. 5) Projektaufwand Es handelt sich um direkte Beiträge an die Erreichung der Zielsetzung von FAIRMED: (nach Regionen) Indien 1 289 148 1 524 989 Kamerun 1 103 179 * 1 357 496 Sri Lanka 222 566 144 392 Zentralafrikanische Republik 428 705 308 694 Gabun 11 967 14 224 Elfenbeinküste 116 945 100 328 Sonstiges Afrika 130 115 98 958 Kolumbien 0 18 000 Nepal 318 533 95 791 «Stop Buruli» 2 273 599 9 377 Div. weltweite Projekte (inkl. externe Information) 290 186 324 631 3 996 880

* enthält CHF 136 861 (Vorjahr TCHF 105 829) für SC Betaré Oya Bororo 6) Projektbegleitaufwand Es handelt sich um Aufwendungen im Zusammenhang mit der Findung, Planung, Vorbereitung und Überwachung von Projekten: 33 062 46 579 26 565 208 648 59 231

29 699 67 520 23 958 216 830 73 732

Organisationskapital Diese Positionen umfassen die im Rahmen des statutarischen Zwecks der Stiftung FAIRMED einsetzbaren Mittel. Im Unternehmensfonds werden die noch nicht verwendeten Überschüsse aus Betriebstätigkeit ausgewiesen. Der Wertschwankungsfonds beträgt jeweils 10% des Marktwertes der Wertschriftenanlagen.

374 085

411 740

Vermögensübernahme vom Verein «Leprahilfe Emmaus Schweiz» Alle vom Verein Leprahilfe Emmaus Schweiz durchgeführten Aktivitäten werden ab 1.1.2010 von der Stiftung FAIRMED weitergeführt. Dazu wurden Aktiven und Passiven mittels Vermögensübertragung nach Fusionsgesetz von der Leprahilfe Emmaus Schweiz übernommen. Allfällig bei der Vorgängerorganisation eingegangene Zuwendungen und Legate werden gemäss Vereinbarung jeweils an die Stiftung FAIRMED übertragen. Angaben zu Entschädigungen an das leitende Organ Es werden keine Honorare entrichtet. Angaben über die Durchführung einer Risikobeurteilung Die Geschäftsleitung hat wesentliche Risiken der Organisation analysiert und eine Risikomatrix erstellt. Die Geschäftsleitung ist beauftragt, diese laufend zu überwachen und mindestens jährlich einer Überprüfung zu unterziehen. Das Risikomanagement-System ermöglicht sowohl die frühzeitige Erkennung und Analyse von Risiken als auch die Ergreifung entsprechender Massnahmen. Zum Risikobeurteilungsprozess gehören die Vorgaben der systematischen Erfassung und Auswertung der Risiken, deren Priorisierung, die Beurteilung der Einflüsse und die Überwachung der Massnahmen zur Vermeidung oder Minimierung von Risiken. Allfällige daraus resultierende Massnahmen werden mit dem Stiftungsrat besprochen und eingeleitet.

Jahresrechnung

Total Aufwand für Projekte 6 559 027 4 408 621 7) Fundraising und PR Personalaufwand 362 590 305 872 Administrativer Aufwand (Raumaufwand, URE, Verwaltungskosten) 68 400 80 723 Werbedrucksachen Fundraising 315 161 401 265 Versandkosten Fundraising 223 483 285 735 Sonstige Werbespesen Fundraising 1 064 251 805 853 Werbedrucksachen PR 11 380 11 933 Versandkosten PR 0 309 Sonstige Werbespesen PR 78 661 86 836 2 123 926 1 978 527 8) Übriger administrativer Aufwand Personalaufwand 247 192 255 131 Administrativer Aufwand (Raumaufwand und Verwaltungskosten) 155 930 149 595 Abschreibungen 1 300 2 357

404 422

407 082

Expertise

Consulting

Investigation

Bern und Genf

 

 

Grundsätze zur Rechnung über die Veränderung des Kapitals Die Rechnung über die Veränderung des Kapitals zeigt die Entwicklung jedes einzelnen zweckgebundenen Fonds und jeder einzelnen Komponente des frei verfügbaren Kapitals, aufgeteilt auf die Faktoren.

Audit

  Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung (Bilanz, Betriebsrechnung, Geldflussrechnung, Rechnung  über die Veränderung des Kapitals und Anhang) der Stiftung Fairmed für das am 31.12.2012  abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. In Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 21 unterliegen die  Angaben im Leistungsbericht keiner Prüfpflicht der Revisionsstelle.    Für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 21, den gesetzlichen  Vorschriften und den Statuten ist der Stiftungsrat verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht,  diese zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Zulassung und  Unabhängigkeit erfüllen.     Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard zur Eingeschränkten Revision. Danach ist diese  Revision so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung erkannt  werden. Eine Eingeschränkte Revision umfasst hauptsächlich Befragungen und analytische  Prüfungshandlungen sowie den Umständen angemessene Detailprüfungen der bei der geprüften Einheit   vorhandenen Unterlagen. Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und des internen  Kontrollsystems sowie Befragungen und weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung deliktischer  Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse nicht Bestandteil dieser Revision.    Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass  die Jahresrechnung kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens‐, Finanz‐  und Ertragslage in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 21 vermittelt und nicht Gesetz und Statuten  entspricht.    Ferner bestätigen wir, dass die gemäss Ausführungsbestimmungen zu Art. 12 des Reglements über das  ZEWO‐Gütesiegel zu prüfenden Bestimmungen der Stiftung ZEWO eingehalten sind.   

1 1

6 184 941

®

Stiftung Fairmed in Bern 

3) Die Anteilscheine ILEP London haben keinen Marktwert und werden zu einem symbolischen Franken ausgewiesen.

AudEx

Bericht der Revisionsstelle zur Eingeschränkten Revision an den Stiftungsrat der  

370 000 – 369 999

Indien Fondskapital Kamerun Diese Position umfasst Mittel aus Sammelaktionen mit klarer Zweckbestimmung. DieVerschiedene Länder und Regionen ses Kapital stellt bis zur entsprechenden vollständigen Verwendung eine LeistungsverPersonalaufwand Projekte pflichtung gegenüber den Spendern dar. Andere Begleitkosten

Grundsätze der Mittelflussrechnung Die Mittelflussrechnung zeigt die Veränderung der Liquidität, aufgeteilt nach den Faktoren Betriebstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Die Mittelflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

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Anmerkungen zu einzelnen Positionen der Bilanz

rb 2012 25 unterschrift

Anhang der Jahresrechnung

AudEx AG André Bolla, dipl. Wirtschaftsprüfer Zugelassener Revisionsexperte

Bremgarten Bern, 16. April 2013        Beilage: Jahresrechnung 

  AudEx AG  Burgackerweg 25, CH‐3047 Bremgarten‐Bern 

Genf:  Boulevard Helvétique 17, CH‐1207 Genève

Tel. +41 31 301 42 56, Fax +41 31 305 86 61 

Tél. +41 22 700 63 00, Fax +41 22 732 57 34

www.audex.ch / www.finanzia.ch 

 

 

 

  André Bolla Mitglied

 

 

Die vollständige Jahresrechnung finden Sie auf www.fairmed.ch zum Herunterladen. Sie können sie auch telefonisch oder per E-Mail bei uns bestellen.

Jahresrechnung

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Portrait

Stiftung FAIRMED FAIRMED ist eine Stiftung im Sinne von Art. 80 ff. ZGB. Sie ist Mitglied der Internationalen Vereinigung der Lepraorganisationen (ILEP), der Schweizerischen Emmaus-Vereinigung und von Medicus Mundi. Sitz der Organisation ist Bern. Die Stiftung wurde gegründet, um im Sinne des Emmaus-Motto «Hilf zuerst dem Ärmsten» vernachlässigten Menschen Zugang zu Gesundheit zu verschaffen. Die Organe der Stiftung sind der Stiftungsrat sowie die Kontrollstelle. Die Stiftung finanziert sich und ihre Projekte durch Spenden, Legate und Zuwendungen institutioneller Geldgeber. Sie ist ZEWO-zertifiziert. Mitglieder des ehrenamtlichen Stiftungsrates • Rolf Lehmann (Präsident), Fürsprecher und Notar, Schliern bei Köniz • Dr. med. Richard Hehl (Vizepräsident), Facharzt für orthopädische Chirurgie und Handchirurgie FMH, Bern • Prof. Dr. Adrian B. Hehl, PhD, Zellbiologe, Zürich • Sadhana Jain, Hinterkappelen • Johannes Leutwyler, ehem. Direktor BAND Genossenschaft, Ins • Goran Radin, lic. rer. pol., Direktor Bank Notenstein, Kaiseraugst • Beat Ritschard, lic. rer. pol., Ökonom, Köniz Team Geschäftsstelle Bern • René Stäheli (Geschäftsführer) • Corinne Abegglen (ab September 2012) • Lotti Appenzeller • Theresia Büsser (ab September 2012) • Thomas Gass (ab Oktober 2012) • Ruth Heilbronn • Irène Moret (bis April 2012) • Anna Opladen • Karin Scheidegger • Fatmir Seferaj (bis Juni 2012) • Valérie Simonet • Mirjam Stähli (ab März 2012) • Christoph Stadelmann • Thomas von Stamm (bis Juni 2012) • Carmen Walser (ab Juli 2012)

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Portrait

Gesundheit für die Ärmsten Unsere Vision ist eine Welt, in der niemand mehr an Lepra und anderen armutsbedingten Krankheiten leidet und wegen Krankheit oder Behinderung diskriminiert wird. Unsere Ziele sind, • armen und kranken Menschen den Zugang zu Gesundheitsdiensten zu ermöglichen. • Menschen zu befähigen, trotz Krankheit oder Behinderung ein selbstständiges Leben zu führen. • die Unabhängigkeit der armen Länder von interna­ tionaler Hilfe langfristig zu stärken. • eine soziale und gerechte Gesundheitspolitik zu fördern. • den Kreislauf von Armut und Krankheit zu durchbrechen und damit einen Beitrag zum Erreichen der UNOMillenniumsziele zu leisten. • benachteiligte Menschen und Gemeinschaften zu befähigen, ihre Lebenswelten eigenständig zu verbessern und so an der Umsetzung der Ottawa Charta der WHO mitzuwirken. Mit allen unseren Projekten leisten wir einen Beitrag, diesen Visionen näher zu kommen. Wir schaffen ein Bewusstsein in der Schweizer Bevölkerung für das Schicksal von Menschen des Südens, die von armutsbedingter Krankheit betroffen sind.

DANK

Herzlichen Dank • an all unsere Spenderinnen und Spender – nur dank Ihnen können wir Menschen, die von Armut und Krankheit betroffen sind, Zugang zu Gesundheit und die Voraussetzung für ein Leben in Würde verschaffen. Mit vielen regelmässigen Beiträgen zeigen Sie uns Ihr Vertrauen und ermöglichen uns, kontinuierlich unsere Arbeit wahrnehmen zu können. • an alle diejenigen, die uns mit einem Legat unter stützen und so über ihr Leben hinaus bedürftigen Menschen helfen. • an all die Freiwilligen, die uns beim Sternenleuchten, beim Verkauf von Produkten aus der Behindertenwerkstätte und beim Sortieren des Fremdgeldes helfen. • an alle Partner, Gemeinden, Firmen und Stiftungen, die unsere Projekte finanziell oder inhaltlich unterstützt haben. Namentlich geht unser Dank an die DEZA, die Lotteriefonds der Kantone Bern, Aarau,

Glarus und Thurgau, die Stadt Bern, die Stadt Biel, die Gemeinde Zumikon, die Gemeinde Maur, den Kanton Basel-Stadt, die Stiftung der Gemeinschaft der Liebfrauenschwestern, die Rosmarie und Armin Däster-Schild-Stiftung, die Dr. Erwin Lauper-Stiftung, die Stiftung Medicor, die Stavros Niarchos Foundation, die Gertrude von Haller Stiftung, die Christian Bachschuster Stiftung, Die Fondation Botnar, die FONTES-Stiftung und die gemeinnützige Stiftung Symphasis – Fonds LUTTE CONTRE LA LÈPRE. • an unsere Partnerorganisationen in der ILEP und in den Projektländern, deren Einsatz zu den beschriebenen Resultaten führte. • an all unsere Zivildienstleistenden und die beiden Praktikantinnen, die uns in Bern tatkräftig unterstützten. Ihnen allen danken wir ganz herzlich!

Dank

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Jahresbericht 2012