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architektur + k che

Ausgabe 1/2014 · E 6,80 Österreich E 7,50 Schweiz sfr 13,60 BeNeLux E 7,90 Italien E 8,80 Spanien E 8,80 Portugal E 8,80 (cont.) Slowenien E 8,80 Slowakei E 8,80

architektur + k che Einrichtungstrends | Lifestyle

Architektur und Küche im Zentrum von London Leben im denkmalgeschützten Wasserturm

Heute für morgen

Future Living – Trendstudie von ­Siemens und dem Zukunftsinstitut

Botschafter des echten Kaffees

Thomas Eckel, Kaffeeröster in Murnau, ist einer der versiertesten Kaffee-Sommeliers Deutschlands


Funktion. Eleganz. Harmonie.

www.leicht.com


architektur + k che liebe Leserinnen, Liebe Leser! „Die Architektur gewinnt ihre poetische Dimension nicht aus einer autonomen Ästhetik, die frei entwickelt ist, sondern aus einer Inszenierung des Ortes selbst, aus dem Vertrauen in die Schönheit und die Tiefe des Wirklichen.“ (Roger Diener, schweizer Architekt) Dieses Gefühl möchten wir Ihnen in unserem Magazin Architektur+Küche vermitteln, und laden Sie ein, uns auf eine Reise zu natürlichen Werkstoffen, wohnlichen Szenarien und einzigartigem Genuss zu begleiten. Dabei steht die exzellente Küche gleich in zweifacher Hinsicht im Fokus. So ist sie nicht umsonst der Ort, der die menschlichen Sinne inspiriert. Augen, Nase und Ohren kommen hier zu ihrem Recht. In jeder Küche werden Speisen kreiert, die sich so individuell zeigen, wie die Menschen, die sie zubereiten. Genauso persönlich präsentieren sich auch Einrichtung und Ausstattung dieses mittlerweile zum Wohnbereich hin offenen Raums, der sich seine Salonfähigkeit mehr als verdient hat. Dank hochqualifizierter Spezialisten aus den Bereichen Architektur und Planung, Küchen- und Einrichtungsfachhandel, Manufaktur und Industrie ist ein schier unendlich großes Spektrum an Möglichkeiten entstanden, mit dem jeder auch noch so einzigartige Einrichtungstraum oder kulinarische Genuss auch zu Hause Wirklichkeit werden kann. Lassen Sie sich inspirieren! Ihr Redaktionsteam Yvonne Davy und Sabine Metz-Lieb

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inhalt

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42 Bauhaus heute Funktional, klar, wertig „nature in mind“ Die Natur als Vorbild bei Zeyko Küchen Echt oder Reproduktion? Massivholz hat viele Nachahmer Der wahr gewordene Traum Das Häuschen im Grünen

Küchendesign … … kann nicht alle paar Jahre neu erfunden werden. Oder doch?

Das Titelbild dieser Erstausgabe von ARCHITEKTUR+KÜCHE zeigt eine Planung mit Möbeln der Warendorfer Küchen GmbH. www.warendorf.com

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ARCHITEKTUR + K CHE

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Ausgabe 1/2014 · E 6,80 Österreich E 7,50 Schweiz sfr 13,60 BeNeLux E 7,90 Italien E 8,80 Spanien E 8,80 Portugal E 8,80 (cont.) Slowenien E 8,80 Slowakei E 8,80

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42  ARCHITEKTUR 46  + K CHE EInRIChtungstREnDs | lIFEstYlE

aRChItEKtuR unD KÜChE Im zEntRum VOn lOnDOn Leben im denkmalgeschützten Wasserturm

hEutE FÜR mORgEn

Future Living – Trendstudie von Siemens und dem Zukunftsinstitut

bOtsChaFtER DEs EChtEn KaFFEEs

Thomas Eckel, Kaffeeröster in

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Mandalay Beach Villa auf Koh Samui Fließende Übergänge – traumhafte Aussichten Einzigartig wohnlich Spülen aus Fragranit+ Naturstein Eine Hommage an die Entstehung der Welt Keramik Kaum ein Material ist so vielseitig Die Haute Couture des Einrichtens La Cucina – so individuell wie die Menschen, die sich einrichten Architektur und Küche Im Zentrum von London Aus Liebe zur guten Küche Das Küchenatelier von Friedhelm und Roswitha Mutschler an der Weinstraße Pia – So individuell … … wie der Raum, in den sie sich einfügt Hommage an die ­zeitlose Moderne Weberhaus – Bauhausstil mit Esprit


Inhalt

Impressum Verlag: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Höhenstraße 17 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-1 Fax 0711/5206-300 www.fachschriften.de

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Geschäftsführer: Harald Fritsche, Wolfgang Kriwan

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Blanco Andano Flexibel und elegant

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Schweizer Qualität V-Zug – einzigartig in Design und Funktion

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Mit Liebe zum Detail Aluminium-Design von Wesco „Concept Kitchen“ Die neue Freiheit des Einrichtens Stilgerecht Design mit System von Miele Future Living Trendstudie von ­Siemens und dem Zukunftsinstitut

Hauben Gute Luft für ein gesundes Wohlfühlklima Wein mit Leib und Seele Die ausgezeichneten Weine des Markus Schneider Die Architektur des Glases Weingläser und Dekanter

Chefredaktion: Yvonne Davy Tel. 06241/979708-10 Fax 06241/979708-17 davy@fachschriften.de Redaktionsassistenz und Anzeigenverkauf: Sabine Metz-Lieb Tel. 06241/979708-12 metz-lieb@fachschriften.de

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Redaktionsbüro: küche+architektur Weißheimerstraße 7 67549 Worms

Layout: Simone Steinbrech post@steinbrech-design.de

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Keller oder Weinklima-Schrank? Ganz nach Belieben Der Verführer Alex Kühn, der Selfmade-Chocolatier Botschafter des echten Kaffees Thomas Eckel, ist einer der versiertesten Kaffee-Sommeliers Deutschlands

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Genuss in allen Varianten Moderne Kaffeevollautomaten

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„Erlebnis Küche“ Das neue Magazin zum Küchenkauf

Sprudelnder Genuss Brita Neo 4 – Die eigene Wassermanufaktur für zuhause

Buchtipps Kochbücher Herstellerverzeichnis Weiterführende Informationen

Vertrieb: Partner Medienservices GmbH Julius-Hölder-Straße 47 70597 Stuttgart Druck: PVA Industriestraße 15 76829 Landau Preisliste für Anzeigen: zur Zeit Nr. 2, gültig seit 1.1.2014 Preis Einzelheft: 6,80 Euro (inkl. MwSt.) Direktbestellung im Verlag unter www.buecherdienst.de (zzgl. Versand) Tel. 0711/5206-306 ISBN: 978-3-939164-86-9 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Artikel oder Zuschriften mit Namen des Verfassers stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt die der Redaktion dar. Der Fachschriften-Verlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, und im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart. Im Fachschriften-Verlag erscheinen außerdem: Althaus modernisieren, bauen!, Bauen & Renovieren, Effizienzhäuser, Energ!e, pro fertighaus, Schwimmbad & Sauna und weitere Sonderhefte für Bauherren und Modernisierer ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 3


KÜCHEN INTERNATIONAL

bauhaus heute funktional, klar, wertig

Von allen Menschheitsbefreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts scheint das Bauhaus noch heute großen Einfluss auf Architektur und Inneneinrichtung auszuüben. Flachdach, Fenster­bänder, Symmetrie, rechte Winkel, viel Glas, viel Leere, das ist Bauhaus. Aber wie zeigt sich der Bauhausstil heute in der modernen Architektur? Wir baten Holger Gräf, den geschäfts­führenden Gesellschafter des Architektur-Büros Professor Gräf Architekten GmbH in Kaiserslautern, uns den Bauhaus-Stil aus der Sicht eines Architekten der Neuzeit zu schildern.

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Herr Gräf, das Bauhaus nimmt in der Geschichte von Kultur, Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts eine besondere Rolle ein. Unmittelbar nach dem Jugendstil und parallel zum Art déco war die klare Formensprache des Bauhausstils eine Revolution. Der Slogan „form follows function“ war in der Philosophie des Bauhauses fest verankert. Diese Reduktion auf das Wesentliche war damals einfach revolutionär. Ist das heute noch so? Man sollte hier tiefer in die Materie einsteigen: In der neuen, unverhüllten Anwendung des Materials sowie in dem offen dargelegten Bekenntnis zur technischen Konstruktion der Ingenieurbaukunst lag die Wurzel des Funktionalismus des 20.Jahrhunderts. So verstand bereits Louis Henry Sullivan (1856-1924) das Bauen als funktionelle Entwicklung von innen nach außen („form follows


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function“, „Schule von Chicago“). Die Ablehnung der stilistischen Beliebigkeit des Historismus/Eklektizismus und die materialgerechten Prinzipien der Ingenieurbaukunst führten zur Stilrichtung des Jugend­stils. In dem Bestreben nach wahrhafter Materialität und zweckgerichteter Formgebung entstand ein ästhetisch ansprechendes Dekor aus Eisen. Schon bald jedoch erstarrte diese Formensprache zur rein dekorativen Spielerei. Als revolutionär ist der Gründungsgedanke des Bau­hauses zu sehen, in einem künstlerisch-handwerklichen Formfindungsprozess der folgenden seriellen Produktion eine eigenständige Ästhetik zuzugestehen. Wie der Einsatz von Gebäuden der klassischen Moderne und des International Styles als Kulissenarchitektur der Werbung zeigt, entspricht der Formenkanon des Bauhauses mittlerweile den ästhetischen Vorstellungen

Wohnraum. 3 Holger Gräf von Professor Gräf Architekten in Kaiserslautern. Auf die Kompetenz vertrauen seit 13 Jahren private und gewerbliche Bauherren ebenso wie auch staatliche Institutionen. Ob Ein- oder Mehr­familienhaus, Hotelkomplex oder Behörde, die Architekten­ gemeinschaft versteht es mit ihren Entwürfen die Wünsche und Anforderungen ihrer Auftraggeber in Einklang mit dem Zeitgeist der Architektur zu bringen.

einer breiteren Gesellschaftsschicht. Demnach ist in der Reduktion, in der Zurücknahme der Physis, das Streben nach Perfektion begründet. Im heutigen, pluralistischen Gesellschaftssystem werden Intentionen und Interessen des Einzelnen mittels äußerer Ästhetik und Symbole repräsentiert. Ein Formenkodex, der sachlichen, klaren Gestaltung des Bauhauses entsprechend, beinhaltet eine Rückbesinnung auf damals utopische Basiswerte wie Funktionalität, Klarheit, Wertigkeit oder Reduktion auf Inhalte, ist als Gegenentwurf zur aktuellen Gestaltungsvielfalt zu verstehen. Im besten Sinne kann eine Verbindung von Zweck, Fertigungsprozess, zeitgemäßer Materialität und Form eine Weiterführung des Grundgedankens des Bauhauses sein, als revolutionär ist dieser Gedanke indes nicht mehr zu bezeichnen.

Fotos: Professor Gräf Architekten GmbH

Architekt Holger Gräf über die Entwicklung des Bauhausstils

1+2 Ein steinerner, reduzierter Kubus birgt die ­Privatbereiche und ruht auf dem offen gestalteten

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KÜCHEN INTERNATIONAL

FlieSSende Räume und eine raumhohe, bodengleiche Verglasung ermöglichen variable Bezüge zwischen innen und außen.

Bauhaus, dieser Stil symbolisiert klare Formen, Ordnung, Sauberkeit, Eigenschaften, die Halt und Orientierung geben. Glauben Sie, dass der Stil auch deshalb seine Popularität behalten hat, ja sogar heute bedeutsamer zu sein scheint als zur Zeit seines Entstehens? Mit zunehmender Reizüberflutung im Alltag und expansiver Erlebnisorientierung steigen Wahrnehmungsschwellen an. Im Überfluss sucht der Mensch nach dem Sinn des Daseins, den er im Erlebnis zu finden glaubt. Eine Ästhetik und Architektur der Rationalität und Reduktion kann als Gegenentwurf dazu beitragen, das wachsende soziale Bedürfnis zu stillen, sich vom Diktat der beschleunigten Welt zu befreien.

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Wenn man unterschiedlichste Menschen nach Bauhaus fragt, kommen meist Antworten wie Architektur, Design, Flachdach, weißer Kubus. Lässt sich der Bauhaus-Stil wirklich darauf reduzieren? Nein! Landläufig verkörpert die Architektur der Meisterhäuser von Walter Gropius in Dessau das Sinnbild eines sogenannten „Bauhaus-Stils“. Die Lehre des Bau­ hauses war jedoch vielschichtiger. Sie erfasste auch Disziplinen wie Wandmalerei, Harmonisierungslehre, Druckerei u.v.m. Somit deckt der heute verwendete Begriff Bauhaus-„Stil“ nicht das gesamte Spektrum des Wirkens und der Vielschichtigkeit ab. Ein formaler Kodex bestand in einer avantgardistischen, funktionalen und reduzierten Ästhetik, den Dekors des Historismus entsagend, der industriellen Fertigung bereits im kunsthandwerklichen Entwurfsprozess Rechnung tragend.   Wie definieren Sie als Architekt den Bauhausstil? „Bauhaus“ bezeichnet eine 1919 in Weimar gegründete Kunstschule. Der geläufige Begriff „Bauhausstil“ umschreibt grob die Formensprache des Funktionalismus und der klassischen Moderne. Hier gilt es die Ästhetik der Reduktion, das Verzahnen von Innen und Außen sowie fließende Räume zu fassen.   Und wie spiegelt sich das in Ihren Planungen wider? Wir sehen unsere Aufgabe darin, unabhängig von Größe, Bedeutung oder Zweck des Baus, die Bedürfnisse oder funktionalen Erfordernisse des Auftraggebers im Raum erlebbar zu fassen und menschlich zu gestalten. Fließende Räume ermöglichen Anpassungen an sich wandelnde funktionelle Anforderungen, schaffen Raumbezüge zwischen innen und außen. Das eigenständige Wesen der Architektur sollte aus dem Zweck entwickelt werden. Darüber hinaus soll im Sinne Gropius der Entwurf Spiegel des Lebens, der Zeit und aktueller Fertigungsprozesse sein. Idealerweise verbindet die Architektur somit soziale Aspekte, Kunst und Handwerk. Apropos Kunst und Handwerk: Der Idee von der schmucklosen Geradlinigkeit folgten auch viele Designer von Möbeln. Von welchen dieser Kreativen lassen Sie sich persönlich inspirieren?  Zweifellos sind die Bauhausmeister Ludwig Mies van der Rohe und Marcel Breuer zu nennen. Zeitgleich mit dem Bauhaus verfolgten Künstler und Architekten wie die Gruppe „de Stijl“ ähnliche Gedanken-


ansätze. Darüber hinaus sind Charles und Ray Eames, Charlotte Perriand, le Corbusier, Max Bill, Egon Eiermann, Donald Judd, Otl Aicher, Dieter Rams oder Nils Holger Mohrmann zu erwähnen. Alleine schon von der Raumaufteilung her, haben Küche und Bad einen neuen Stellenwert bekommen. Was fällt Ihnen im Zusammenhang mit dem Bauhausstil spontan zum Thema Küche und Bad ein? Mitte der zwanziger Jahre entwickelte die österreichische Architektin Margarete Schütte-Lihotzky für den Siedlungsbau in Frankfurt/Main in variierenden Ausführungen die sogenannte Frankfurter Küche. Eine Verringerung der Flächen, eine Normierung und funktionelle Systematisierung hatten zum Ziel, den Zeitaufwand zu minimieren und das Hausfrauendasein zu erleichtern. Schütte-Lihotzky befolgte die Produktionsstrategie Henry Fords ‚Fordismus’, der durch einen optimierten Arbeitsplatz und eine Reduktion des Produktes auf das Wesentliche und somit auf die Senkung der Arbeitszeit und folglich der Gesamtkosten des Produktes abzielte. Eine Speisewagenküche der Eisenbahn diente als Vorlage um das „Labor einer Hausfrau“ zu analysieren und zu entwerfen, das der Hausfrau bei minimalem Raum ein Maximum an Komfort und Ausstattung offeriert.

„Eine Folge des Wandels vom reinen Funktions- zum Erlebniswert der ­Architektur sind offen gestaltete Küchen mit Kochblock und Wohnküchen.“ Ziemlich ungesellig, oder? Eben, exakt dieser Faktor stellte die Problematik der ‚Frankfurter Küche‘ dar. Hier beurteilte man das Kochen als eine eher lästige Tätigkeit, die keinen Mehrwert erzeugt. Die Reduzierung auf ein funktionales Minimum ermöglichte kein geselliges Erlebnis des Kochens. Heute ist das glücklicherweise anders und die Küchenplanungen tragen diesem Erlebnisanspruch Rechnung: Eine Folge dieses Wandels von einem reinen Funktionszu einem Erlebniswert der Architektur sind offen gestaltete Küchen mit Kochblock und Wohnküchen. Ähnlich verhält es sich beim Bad, das einen Wandel zum Aufenthalts- und Wellnessort erfahren hat. Die architektonische Ausgestaltung zeitgemäßer Küchen und Bäder orientiert sich stark an der Ästhetik der rationalen Reduktion, dabei werden dem Mobiliar, dem Material, der Spüle, den Sanitärobjekten und Armaturen eigenständige Qualitäten zugestanden.

Die offene Küche als zentraler Ort des Hauses und Treffpunkt der Familie

www.graef-kl.de


Promotion

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Aus Mönchweiler im Schwarzwald kommen die Küchenmöbel von Zeyko Küchen. Neben Möbeln, die sehr modern, in horizontaler Linienführung mit grifflosen Fronten und ungewöhnliche Materialien wie Betonspachtel, Leder, Metall, Schiefer daherkommen, überzeugt die industrielle Manufaktur immer wieder mit traditioneller handwerklicher Verarbeitung edler Hölzer und Oberflächenveredelungen. Und das gilt sowohl für die moderne als auch die klassische Designlinie mit ihren Küchen im Landhausstil.

Fotos: zeyko

„nature in mind“ 8 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

Die Natur als Vorbild bei Zeyko Küchen


Die Basis ist der Korpus, der neben der Standardausführung auch als „Exquisitkorpus“ aus Tischlerplatte mit Ahornfurnier gefertigt erhältlich ist. Das wirkt besonders wohnlich und erlaubt Küche, Ess- und Wohnzimmer aus einem Guss erscheinen zu lassen. Besonders stimmig wird das Bild, wenn die Auszüge nicht nur die Basisausführung aus Metall in mattem Silber zeigen, sondern als Zeyko inline mit handwerklich gearbeiteten, gezinkten Zargen aus Buche oder – besonders schön – aus Nussbaum. Zeyko inline ist mit dem reddot design award ausgezeichnet – das allein spricht schon für sich. Die individuelle Anpassung der Wunschküche in Maß, Form und Farbe ist für Zeyko selbstverständlich.

Alle Zeyko-Küchen tragen GS-Zeichen und CE-Kennzeichnung, sind auf Schadstoffe, Qualität, Belastbarkeit und Langlebigkeit geprüft, umweltfreundlich und ressourcenschonend hergestellt und dürfen deshalb mit dem „goldenen M“, dem RAL-Gütezeichen für Möbel, gezeichnet werden. Der Beweis für die Nachhaltigkeitsphilosophie im Hause Zeyko ist das Zertifikat für den PEFC-Produktkettennachweis der LGA Nürnberg. Und das „zeyko project zero emission“ die Projektküche gänzlich ohne additive Formaldehydemissionen ist heute schon für mehr als die Hälfte der zeyko-Programme reali­ sierbar – auf Wunsch und gegen Mehrpreis – für besonders Gesundheitsbewusste und für Allergiker geeignet.

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www.zeyko.de

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1 „zeyko home“ – das variable Konzept, dass die Küche mit dem Wohnraum verbindet. Furnierte Schiebetüren in Asteiche geben das elegante Regal oder die kompakte Spüleinheit frei. 2 Natur pur – und dennoch extravagante Eleganz. Ausgewähltes, besonders starkes Asteichenfurnier mit markanter Zeichnung prägt den unverwechselbaren Charakter dieser einzig­ artigen Küche. Die geölte Oberfläche ist resistent gegen jede Beanspruchung im Küchenalltag. 3 Innen so schön wie außen: inline Kristallbuche


materialien

Echt oder Reproduktion? Massivholz hat viele Nachahmer Im Schaufenster des Küchen- oder Einrichtungsstudios präsentiert sich eine wohnliche Holzküche mit Kochinsel und exquisiter Geräteausstattung, eine Regalwand mit filigranen Nussbaum-Einlegeböden bildet mit der Sitzgruppe eine harmonische Komposition. Das Design spricht an und der Preis lässt auch eine gute Qualität vermuten. Ob es sich bei den Exponaten jedoch um Massivholz, Echtholzfurnier oder aber um eine Nachbildung handelt, ist für den Laien nur schwer ersichtlich. Hier bedarf es der kompetenten Beratung qualifizierter Einrichtungs- und Küchenplaner, wie sie nur in Fachgeschäften zu finden ist.

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materialien

Foto: Haas GmbH Möbelwerk

1 Ein Zitat an die Architektur – zarte Vertikale betonen die starken ­Horizontalen, versetzte Abrisse verleihen persönliche Individualität. Bibliothek Linie Design, amerikanische Nuss mit Lack. 2 Das Highboard aus dem neuen Systemprogramm cubus pure gewinnt seine Ausdruckskraft aus dem lebendigen Zusammenspiel der Materialien. Gleich einem Passepartout fasst das zarte, dunkelbraune Farbglas die quadratischen Holzfronten in Riffholz ein und hebt das Naturholz auf eine Bühne.

Foto: Team 7

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2 Ob Wohnmöbel, Küche oder fest mit der Räumlichkeit verbundene Komponenten wie Fußböden, Treppen, Türen usw. – für welche Materialien man sich auch immer entscheidet, richtet sich natürlich nach dem ganz persönlichen Geschmack und Budget. Jedoch sollte man die unterschiedlichen Werkstoffe in Abstimmung mit den geforderten Aufgaben auch nach ihren jeweiligen Eigenschaften auszuwählen. Das ist die Aufgabe eines versierten Fachberaters.

Massivholz, ganz natürlich Massivholz ist ein Naturprodukt, jedes Möbel daraus ist daher ein Unikat. Gerade die feinen Äste, Verwachsungen und Einläufe, machen seine Besonderheit aus. Massivholz ist ein sinnlicher Werkstoff, der gut aussieht, über eine angenehme Haptik verfügt und gut riecht. Zudem sorgt es, bedingt durch seine Eigenschaft Luftfeuchtigkeit aufzu­

Ein Möbel ist nach DIN 68871 nur dann als Massivholzmöbel bzw. massiv oder als Vollholzmöbel zu bezeichnen, … nehmen oder abzugeben, für ein gesundes Raumklima. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt den Werdegang der Verarbeitung von Holz. Im Mittelalter wurde ausschließlich massives Holz verarbeitet. Baumstämme wurden zu Brettern geschnitten und weiter zu Möbeln verarbeitet. Es gab keine Serienproduktion und somit war ein Möbel ein teurer Gegenstand, den sich nur reiche Leute leisten konnten. Die steigende Nachfrage während der industriellen Revolution machte es nötig, neue Verfahrens­ ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 11


materialien

Foto: Pronorm

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3 Die Kombination von mattlackiertem Blaugrau und wohnlicher Eiche wirkt besonders edel und unterstreicht die schlichte Eleganz der Y-line von Pronorm. 4 Die neue, individuell höhenverstellbare Küchen­ insel der Küchenkreation aus Eiche-Altholz in Kombination mit hochglänzendem, schneeweißem Lack lässt sich über ein Bedienfeld leise und reibungslos anheben und absenken. Sie kann als zentrale Stell- und Arbeitsfläche genutzt werden oder ein Kochfeld aufnehmen.

Foto: Ballerina Küchen

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5 „Natura“ ist die Bezeichnung dieser Vollzholzküche, die in Kombination mit Edelstahl besonders durch ein elegantes, von Schlichtheit geprägtes Design besticht.

Foto: Nieburg

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materialien

6 6 Handwerkliche Verarbeitung und moderne Formgebung vereinen sich bei der Küche NX 605 zu moderner Küchenarchitektur. Die sägeraue Eiche-Front zeigt sich in einer betont ursprünglichen Oberfläche, die durch ihren homogenen Einsatz eine dezent flächige Wirkung erhält. Der extravagante Kochtisch mit extra schmaler ­Arbeitsplatte, wahlweise in Schichtoff, Systemo Ceramic oder Systemo Quarzsteinaus, erhält seine besondere Ausstrahlungskraft durch seine kompromisslose Klarheit.

techniken einzusetzen. Die Aufteilung der Arbeitsschritte auf mehrere Arbeitsplätze bei der Verarbeitung von Möbeln ermöglichte eine nachhaltige Serienproduktion. Es wurden immer neue Wege gesucht, gleichförmig gewachsene Stämme für möglichst viele Möbel einzusetzen.

Edles Furnier Furnierherstellung war die Antwort. Furnier gehört zum Edelsten, was man aus Holz herstellen kann. Es verschönert Möbel, Türen, Parkett, ja selbst die Armaturen von hochwertigen Automobilen. Jedes Echtholzfurnier ist ein

Foto: Schüller

… wenn alle Teile – außer Rückwand und Schubladenböden – durchgehend aus einer Holzart hergestellt und nicht furniert sind. wertvolles Unikat, das allen Produkten individuellen Charakter verleiht. Dabei werden Baumstämme geschält oder gemessert. So entstehen dünne Holzblätter, die rund 0,45 bis 6 Millimeter dick sind. Diese werden getrocknet, nach Qualität und Sorte gestapelt, auf die gewünschte Größe zugeschnitten und auf Trägermaterialien wie Massivholz-Stäbchenplatten, Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten oder Sperrholz aufgeleimt. Jedes Furnierblatt bildet die charakteristischen Merkmale und dekorativen Besonderheiten des jeweiligen Holzes ab. So, wie kein Baum dem anderen gleicht, sind auch die Furnierblätter niemals identisch, sondern immer einzigartig und individuell. So entstehen dann auch die Oberflächen edler Möbel, die dank der Stabilität und Pflegeleichtigkeit von Holz eine hohe Gebrauchstauglichkeit aufweisen.

Die vielseitige Spanplatte Die Bereitstellung von günstigen Trägermaterialien für diese Furniere brachte die Spanplatte ins Spiel. Die Möglichkeit verschiedene Materialmischungen und Verfahrenstechniken zu verwenden, erlaubt eine Vielzahl von Eigenschaften einer Spanplatte hervorzuheben. SoARCHITEKTUR + KÜCHE  | 13


materialien

7 Das von Designer Sebastian Desch entworfene Wohnprogramm cubus Home Entertainment ist ein modulares Korpussystem für alle Anwendungen im Bereich Unterhaltungselektronik – von der Basic-Lösung über Home-Cinema bis hin zu High-End-Audio.

Foto: Team 7

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Dieser artikel entstand mit fachlicher unterstützung durch Jens Cramer, Aerzener Bastkunst Gebr. Cramer GmbH

mit hängt die Wertigkeit einer Spanplatte von der richtigen Auswahl und der Eigenschaften zum bevorzugten Verwendungszweck ab. Die entscheidenden Vorteile einer Spanplatte liegen gegenüber dem Massivholz in deren Gleichförmigkeit und die Verfügbarkeit. Die heutige Massenproduktion von Möbeln wäre ohne die Spanplatte nicht möglich, wobei es Unterschiede sowohl in der Herstellung wie auch bei den verwendeten Materialien gibt. Die Spanplatte, bestehend aus zusammengeleimten und gepressten Holzspänen ist der Werkstoff, der unsere natürliche Ressource Holz am meisten schont. Ihre Oberfläche ist meistens entweder kunststoffbeschichtet oder furniert. Das gilt auch für die Mitteldichte Faserplatte, MDF, deren Basis statt des Holzspans, feinst zerfasertes Holz bildet, wodurch sie über eine besonders hohe Bruchund Biegefestigkeit verfügt. Beide Plattenarten können jede erdenkliche Beschichtung aufweisen, wie z.B. Le-

der oder Stoff. Kunststoffbeschichtungen werden in Form von Folien schichtweise auf die Platte aufgetragen. Diese dekorativen Schichtstoffplatten ermöglichen eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Farben, Designs und Holzreproduktionen. Ihre Basis bilden einzelne mit Kunstharzen getränkte Papiere, die mit Hitze und Druck in Pressen zusammengeschmolzen und verschweißt werden. Anzahl und Aufbau der verschiedenen Schichten beeinflussen Härte, Fleckenunempfindlichkeit und Wärmebeständigkeit der Oberfläche. Dekorative Schichtpressstoffplatten stellen eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Farben, Designs und Holzreproduktionen. Möbel sind langlebige Investitionsgüter. Um diese Langlebigkeit zu unterstützen, werden industrieseitig verschiedene Techniken eingesetzt, die Oberflächen zu versiegeln und somit unempfindlich gegen die jeweiligen schädlichen Einflüsse von außen zu machen. Von natürlichen Materialien wie Wachsen und Ölen, über Lacke gelöst in den verschiedensten Trägermedien bis hin zu anderen aufwendigen Beschichtungen gibt es eine unerschöpfliche Bandbreite an einsetzbaren Möglichkeiten, um einer Oberfläche die entsprechenden gewünschten Eigenschaften zu verleihen.

Foto: Gruber und Schlager

8 Das Wohnprogramm Amineo beeindruckt durch klare Linienführung und schlichte Formgebung. Hochwertiges ­Massivholz und edle Furniere treten in Kombination mit Hochglanzlack, lackiertem Glas glänzend oder matt in Erscheinung. Auch in Form und Funktion passt sich die verführerisch vielfältige Möbelkollektion ganz den individuellen Wünschen an.

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Qualität kommt von innen. Dass eine Küche jeden Tag aufs Neue begeistert, liegt vor allem an ihren inneren Werten. Die innovativen Scharniere, Schubkasten- und Schiebetürsysteme von Hettich sorgen für faszinierenden Komfort: Sanft schließende Schranktüren und Auszüge. Bequemer Zugriff auf alle Inhalte. Innovatives Design. Und herausragende, langlebige Qualität. Entdecken Sie weitere Hettich Ideen und Produkte für Sie und Ihre Küche – einfach online. www.hettich.com


Wohnträume

Der wahr gewordene Traum Das Häuschen im Grünen

1 2 1+2 Während Küche und Essbereich eine Einheit bilden, lässt sich der Wohnbereich durch ein großzügiges Schiebetürelement auf Wunsch separieren.

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3 Kühles „Icy“-WeiSS trifft warmes ­Kirschbaum-Furnier. Die Arbeitsinsel fungiert als Raumteiler zum Essbereich.


Wenn man beginnt Er liebt die klassische Moderne, sie ist der Tradition vereine Familie zu pflichtet und liebt die Natur. Unterschiedlicher können gründen, entsteht Geschmäcker gar nicht sein, sollte man denken. Doch wie so oft liegt das Ergebnis einer solch spannenden sofort der Wunsch Symbiose in der Komposition reizvoller Kontraste. nach den eigenen vier Wänden, der Avantgarde triftt Tradition Wunsch nach dem Aus dem Zusammenwirken dieser beiden Geschmackseigenen Zuhause. So richungen entstand ein völlig eigener Stil, der diesem erging es auch einem Haus sein absolut indiviuelles Flair verleiht. Kühles Weiß jungen Ehepaar, und warmes Holz sind die beiden Elemente, die Küche mit Esszimmer und Wohnraum verbinden. dessen größtes Während Küche und Essbereich eine Einheit bilden, Anliegen es war, ein lässt sich der Wohnbereich durch ein großzügiges Häuschen auf dem Schiebetürelement auf Wunsch separieren. Lande sein eigen Die Räume sind zum Wohnmittelpunkt geworden, in nennen zu können. dem sich die Familie austauscht, Zeit miteinander verbringt und regelmäßig kocht. Sehr oft auch zusammen mit Freunden, denn dann wird der freistehende Mittelblock zum Kommunikationszentrum. Die Arbeitsinsel fungiert dabei als Raumteiler zum Essbereich. In den offenen Kirschbaum-Regalen ist viel Platz für Vasen und Schalen, ein Hobby des Hausherrn. Das kreative Kochen ist dann wieder ihr Bereich: Am liebsten werden mediterrane Gerichte gereicht. Vorbereitet, geschnippelt und geschält wird auf der nicht nur sehr schönen, sondern auch resistenten weiß-strukturier-

ten Quarzstein-Arbeitsplatte. Gekocht und gegart wird mit modernster, energiesparender Hausgerätetechnik wie mit dem Induktionskochfeld, dem nach ergonomischen Aspekten hocheingebauten Backofen und dem Druck-Dampfgarer, der gesunde, vitaminreiche Ernährung schlicht einfacher macht. Auf den ebenfalls in Griffhöhe eingebauten Geschirrspüler wollte die Dame des Hauses natürlich auch nicht verzichten. Sie ist experimentierfreudig und freut sich alle Jahre wieder auf die unterschiedlichsten Kräuter aus dem eigenen Garten. Aber natürlich bleibt auch hier die Tradition nicht außer Acht: Nur allzu gerne verköstigt die Hausherrin Familie und Freunde mit regionalen Gerichten aus dem Grönegau z. B. Neuenkirchener Lappenpickert oder Westhoyeler Steckrübeneintopf. In großer Runde am Esstisch unter dem modernen Kronleuchter wird dann getafelt. Für die beiden Kinder, die den einstigen Traum ihrer Eltern heute in vollen Zügen auskosten, gibt es Schokoladen-Fondue mit Äpfeln, natürlich frisch gepflückt vom eigenen Baum. Die Vier genießen ihr Häuschen im Grünen zu jeder Jahreszeit. Während die raumhohen Terrassentüren im Sommer meist offen stehen, geben ansonsten die Holzsprossenfenster den Blick frei auf die sich mit den Jahreszeiten ändernde Vegetation des liebevoll gestalteten eigenen Gartens.  www.kh-system-moebel.de

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Fotos: KH-System Möbel

Wohnträume


Küche im Dialog

Küchendesign kann nicht alle paar Jahre neu erfunden werden.

Oder doch?

Ulrike Kolb, Leiterin Marketing/Interior Design, und ­Produktdesigner Ingo Sigler, Leicht Küchen AG, ­Waldstetten, sprechen über die Faktoren, die die Designentwicklung von hochwertigen Küchen beeinflussen. Neben den Wünschen der Kunden nach Individualität, Repräsentativität und Bedienkomfort wirkt auch die Öffnung der Küche zum Wohnbereich hin stilprägend. Foto: Oliver Giers

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Küche im Dialog

In Ihrem beruflichen Leben planen und gestalten Sie Küchen: Ist das eher Lust oder Last? Ulrike Kolb und Ingo Sigler: Ganz klar: Lust! Und was genau fasziniert Sie an Ihrer Arbeit? Ulrike Kolb: Sich mit Küchengestaltung und -design zu beschäftigen, heißt Grenzen zu überwinden. In Theorie und Praxis. Die größte Herausforderung ist es, einerseits eine zeitgemäße Modernität zu schaffen und andererseits der langen Lebensdauer einer Küche gerecht zu werden. Auch die zunehmende Integration der Küche in das Wohnen unter Beachtung der küchentypischen Funktionalitäten ist eine spannende Aufgabe. Der Übergang zum Wohnen ist fließend, daher müssen Küchenmöbel heute auch für den Einsatz im Wohnraum geeignet sein. Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Internationalität – Leicht Küchen werden in der ganzen Welt verkauft. Auch dies gilt es bei der Designentwicklung zu berücksichtigen. Welche Grundprinzipien gelten für das Küchendesign? Ingo Sigler: Wir bei Leicht folgen den Prinzipien von Ergonomie, Funktionalität, Komfort und Qualität. Genauso wichtig: Eine klare Formensprache, die die vorgenannten Faktoren in Einklang bringt, außerdem Materialehrlichkeit und eine nachhaltige Produktion. Unser Design orientiert sich nicht an kurzlebigen Trends sondern an gesellschaftlich relevanten Entwicklungen, es soll authentisch und in der Küche vor allem sinnlich sein – und damit im besten Sinne zeitlos. Welche Aspekte sind bei der Entwicklung von Küchen heute besonders zu beachten: Ulrike Kolb: Da ist die kreative Idee. Da ist das Ziel, ein unverwechselbares und innovatives Produkt zu entwickeln. Da ist der Küchenkäufer mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. Da ist das Image der Marke, die Verkäuflichkeit usw. Welches waren die wichtigsten und signifikantesten Produktentwicklungen der letzten Jahre? Ingo Sigler: Das ist sicher die Aufhebung der Grenze zwischen Arbeits- und Wohnbereich mit den daraus resultierenden Konsequenzen für die Innenarchitektur der Küche. Hinsichtlich der Möbelgestaltung betrifft das sowohl Farben, Werkstoffe und Oberflächen, aber auch die Lichtsituation, also die richtige Mischung aus Arbeits- und Umgebungslicht, oder auch neue Modulkomponenten zur Gliederung offener Wohn­ räume. In unserer hauseigenen Designwerkstatt wurden viele neue, unikate Konzepte realisiert So definiert unser Programm Concept 40 den gesamten Bereich oberhalb der Arbeitsplatte neu: Geschlossene Schränke mit einzeln bedienbaren Lifttüren im 40er Raster und integrierten Funktionen, zum Beispiel Dunstabzug und Wasserstelle, die sich perfekt ins Rasterbild fügen. Maßlich darauf abgestimmt: das wohnliche und variable Paneelwandsystem Paneel 40 mit zahlreichen, adaptierbaren Funktionselementen. Auch unser Wangenregal ist ein typisches Wohnmöbel, das freistehend als transparenter Raumteiler eingesetzt werden kann. Die Küche neu und anders denken, sich von traditionellen Planungsmustern lösen – das ist auch möglich mit dem von Leicht exklusiv ent­ wickelten „Xtend+“-Lichtregal. Ein wandgebundenes filigranes Alu­

miniumregal mit einzeln beleuchteten Böden bildet dafür die Basis. Dieses Regal lässt sich mit Lamellen jederzeit zu einer glatten Wandfläche schließen. Oder „Q-Box“, ein Organisationssystem für Schulbladen und Auszüge in einer wertigen Materialkombination von heller Eiche mit schwarzen, formschlüssig in die Schubladen eingenuteten Bodenprofilmattten aus einem carbonähnlich wirkenden Kunststoffmaterial. Mit Blick auf die Zukunft spielt sicher auch das Thema „Nachhaltigkeit“ eine wichtige Rolle: Welche Anforderungen stellen Sie hier an Ihre Küchen? Ulrike Kolb: Qualitativ hochwertige Küchen sind allein schon ­wegen ihrer Langlebigkeit nachhaltig. Wir achten zum Beispiel auf den Einsatz von geprüften Materialien: Das Holz kommt beispielsweise ­ aus nachhaltiger Waldwirtschaft und ist PEFC („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“) zertifiziert. Ein Großteil unserer lackierten Oberflächen wird außerdem mit Wasserlacken hergestellt. Was kommt, was ist Trend ? Ulrike Kolb: Die „klassische Moderne“ spielt im Küchenbereich eine nach wie vor wichtige Rolle. Verbunden mit neuartigen Materialien und innovativen funktionellen Features, die vor allem Bedienkomfort bieten. Authentizität im Materialeinsatz, Naturmaterialien kombiniert mit innovativen dekorativen und funktionellen Oberflächen, geradlinige Gestaltungen, offene Räume, ein enges Zusammenspiel von Architektur und Küche. Einen noch höheren Stellenwert wird auch die professionelle Lichtgestaltung in der Küchenplanung einnehmen. Welches sind die Haupteinflüsse auf das Leicht Design? Wodurch ­lassen Sie sich inspirieren? Ingo Sigler: Moderne und klassische Architektur, die Natur als Ideen­geber für ein interessantes Zusammenspiel von Farben, Materialien, Oberflächen. Und natürlich haben die Wünsche unserer Kunden großen Einfluss; der Wunsch nach Individualität und Repräsentativität und einem Höchstmaß an Bedienkomfort. Dabei wird die Küche zunehmend auch wieder als Werkstatt verstanden, die ihre funktionale Ästhetik zeigen darf und auf diese Weise ihren Besitzer und seine Kochkunst inszeniert. Inspirieren lassen wir uns durchs Leben: durch Reisen, Einkaufen, Kunst und Ausstellungen, durch Lesen internationaler Architektur- und Designliteratur, gerne auch anderer Genres, Trendbeobachtung, Messen etc., aber genauso auch durch Gespräche mit unseren Kunden und Partnern. Wie würden Sie Ihre Zielgruppe beschreiben – Bestager mit Leidenschaft fürs kommunikative Kochen oder Ästheten, denen es vor allem um eine ganzheitliche Wohnraumgestaltung geht? Ulrike Kolb: Das Besondere an der Marke Leicht ist, dass sie sehr breit aufgestellt ist. Und dass das Programm so umfangreich ist, dass es alle nur denkbaren individuellen Lösungen für alle Kundenwünsche, Budgets und geschmacklichen Ansprüche bietet. So sprechen wir alle Zielgruppen gleichermaßen an: die junge Familie, den Single, die von Ihnen gut charakterisierten „Bestager mit Leidenschaft“ und die „design­ orientierten, puristischen Ästheten“. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 19


Thailand

KÜCHEN INTERNATIONAL

Mandalay Beach Villa auf Koh Samui – flieSSende Übergänge und traumhafte Aussichten 20 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

Der Architekt Sirapop Thongun von PJC Wood Co. Ltd. hat auf der drittgrößten thailändischen Insel Koh Samui sieben Villen mit direktem Zugang zum Meer entworfen. Der Grundriss jeder Villa basiert auf den Proportionen des menschlichen Körpers. Die Idee: fließende Übergänge zwischen den einzelnen Wohnbereichen und eine Minimierung der Gänge, damit die Energie im Haus frei zirkulieren kann.


KÜCHEN INTERNATIONAL

Auf den jeweils rund 900 m2 großen Grundstücken ist ein Ensemble aus drei Baukörpern mit einer Wohnfläche von 350 m2 entstanden. Mit 75 m2 ist der offene Wohn- und Essbereich besonders großzügig gestaltet. Die eher privaten Räumlichkeiten wie Schlaf- und Badezimmer wurden in den anderen beiden Baukörpern untergebracht, sind aber durch weiße Trittsteine optisch miteinander verbunden. Dabei legte der Architekt besonderen Wert auf die maximale Öffnung aller Räume zur Natur. Das Ergebnis: viel Licht, helle Farben und der Blick zum Meer prägen die Atmosphäre im Inneren der Villa. Zudem haben die Bewohner von jedem Zimmer einen traumhaften Ausblick auf den tropischen Garten und den Laem Noi Strand.

„Die Idee: fließende Übergänge zwischen den einzelnen Wohn­ bereichen und eine Minimierung der Gänge, damit die Energie im Haus frei zirkulieren kann.“ Sirapop Thongun, Architekt Das Zentrum jeder Villa ist der große, offene Wohnbereich – bestehend aus Küche, Ess- und Wohnzimmer. Einen starken natürlichen Akzent setzt die graue Steinmauer, die sich über den gesamten Wohnbereich erstreckt, während sich die gegenüberliegende Seite durch große

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KÜCHEN INTERNATIONAL

1 Die graue Steinmauer durchzieht den offenen Wohn- und Essbereich. 2 In der Küche dominieren mittelbraune Holzpaneele, die mit weißen Arbeitsplatten kombiniert wurden. 3 Der Wohnbereich lässt sich durch die großen Schiebetüren komplett öffnen und bietet einen fantastischen Ausblick auf das Meer. Bei der Auswahl der Einbaugeräte hat sich die Innenarchitektin Anita Fodor für Küppersbusch entschieden. 4 Jedes der drei Schlafzimmer hat eine eigene Terrasse sowie ein Badezimmer, das durch mattierte Scheiben vom Schlafbereich getrennt ist.

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Schiebetüren komplett öffnen lässt und so einen direkten Zugang zum tropischen Garten ermöglicht. In der Küche dominieren mittelbraune Holzpaneele und weiße Arbeitsflächen die Inneneinrichtung. Bei der Auswahl der Einbau-Elektrogeräte hat sich die Innenarchitektin Anita Fodor von Mandalay Samui Developments für Küppersbusch entschieden: Kompaktofen, Wärmeschubladen, Induktionskochfeld, Teppan Yaki-Grill und ein Kaffeevollautomat bedienen mühelos auch gehobene Wohn- und Kochansprüche. Die offene Küche wird lediglich durch einen Tresen vom Essbereich getrennt, der wiederrum direkt in den Wohnbereich übergeht. Die minimalistische Inneneinrichtung lässt den europäischen Einrichtungsstil erkennen, der geschickt mit landesüblichen Designelementen kombiniert wurde.


KÜCHEN INTERNATIONAL

Zutaten (für 4 Personen) 12 -16 Stück Riesengarnelen 100 ml Erdnussöl 1 El Limettensaft 2 Stauden Pak-Choi 500 g Zuckerschoten 300 ml Kokosnussmilch 1 Knoblauchzehe 2 El gelbe Curry-Paste nach Geschmack: süße Sojasauce und Fischsauce

THAILÄNDISCHES REZEPT

Gemüse-Curry mit gebratenen Riesengarnelen

FlieSSende Übergänge Die weißen Trittsteine verbinden die drei Baukörper miteinander und schaffen einen fließenden Übergang in den Garten sowie zu den gegenüberliegenden Schlaf- und Badezimmern. In den Bädern dominieren Braun- und Grautöne: Ausgekleidet mit Bambus-Parkett und grauen Steinfliesen, wird die Privatsphäre durch mattierte Scheiben gewahrt. Bei den drei Schlafzimmern hat der Architekt wiederum den direkten Bezug zur Natur in den Vordergrund gestellt: Große Fenster und eine eigene Terrasse ermöglichen den Zugang zum Garten mit Pool. Abgerundet werden die Mandalay Beach Villen durch zwei weitere Räume, die zur Straße ausgerichtet sind sowie einen Hauswirtschaftsraum, in dem auch die Technik und die Versorgungseinrichtungen untergebracht wurden.

Zubereitung Zuckerschoten waschen und putzen. Pack-Choi-Stauden halbieren, den Strunk keilförmig herausschneiden, waschen und in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Den Wok aufheizen und das Öl hineingeben. Anschließend die unteren Streifen von der Pak-Choi-Staude zuerst in das Öl geben und kurz anschwitzen. Die Zuckerschoten und die durchgepresste Knoblauchzehe hinzu geben und ebenfalls andünsten. Kokosmilch angießen und die Curry-Paste dazu geben. Alles vermengen und mit aufgelegten Deckel etwa 10 Minuten bissfest garen. Mit Soja- und Fischsauce abschmecken. Teppan-Yaki auf Stufe 9 aufheizen. Mit etwas Öl einpinseln, dann die Riesengarnelen anbraten. Die ungebratenen Seiten der Riesengarnelen mit Öl- und Limettensaft einpinseln, dann wenden und mit der gebratenen Seite genauso verfahren. Gemüse-Curry mit den Riesengarnelen anrichten und sofort servieren.

„Ziel war die maximale Öffnung aller Räume zur Natur.“ Sirapop Thongun, Architekt

Smart Home-Technologie Licht, elektrische Rollläden, Video-Überwachungskamera, Soundsystem und Klimaanlage werden mit einer Fernsteuerung geregelt, die sich größtenteils über iPhone bzw. iPad bedienen lässt. Darüber hinaus liegen die Mandalay Beach Villen in einem geschützten Bereich mit eigenem Concierge- und Hausmeister-Service. Perfekte Voraussetzungen also für ein ungestörtes Strandleben.

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Promotion

Einzigartig wohnlich Spülen aus Fragranit+ Der meistgenutzte Arbeitsbereich in der Küche ist immer noch die Spüle. Ihre Funktionalität ­unaufdringlich in das wohnliche Umfeld gerade bei zum Ess- und Wohnraum hin offenen Planungen einzubinden, kann eine Herausforderung sein. Vielfalt in der Auswahl bieten hier Spülen von Franke aus dem Verbundwerkstoff Fragranit+. 24 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

Frankes Fragranit+ Spülen gibt’s nicht nur in verschiedenen attraktiven, gut zu kombinierenden Farbtönen. Mit den zahlreichen Spülen-Modell-Linien und den Einbauund Größenvarianten wird die individuell zugeschnittene Gestaltung zum Vergnügen. Ob die Einrichtung eher einem anheimelnden Landhaus-Charakter oder einem sachlich modernen Stil entspricht, das Spülenmaterial mit seiner steinähnlichen Optik passt. Zu verdanken ist das der Komposition aus 80% QuarzSand, gebunden in 20% formbarem Verbundharz. Der Formung von Becken und Konturen mit Kanten und Ecken, aber auch mit Rundungen und funktionalen


KÜCHEN INTERNATIONAL

Fotos: Franke

1 Ausgezeichnet mit dem „if design award 2013“ und dem „reddot design award 2013“ überzeugt die neue Pebel-Serie. Großzügig gerundete Beckenradien, harmonisch auf die Außenkonturen übertragen, ein konkav zulaufendes und damit optisch flacher wirkendes Becken und die wellenförmige Abtropffläche sind die markanten Design-Elemente dieser jungen, modernen Spülen-Serie – prädestiniert für Küchen mit wohnlichem Ambiente. 2 Fragranit+ ist einzigartig, pflegeleicht, dauerhaft antibakteriell veredelt und widerstandsfähig, hat einen angenehmen Steincharakter und eine spürbar seidig-weiche Haptik. Passende, hochwertige Franke-Armaturen in allen FragranitFarben – auch in bi-color-Optik (im Bild Grammy) – runden den optisch perfekten Gesamteindruck ab.

1 F­einheiten z. B. bei den Abtropfflächen steht damit nichts im Wege. Auch die Gebrauchseigenschaften von Fragranit+ ­sprechen für sich. Quarz ist nach Diamant, Rubin und Topas das vierthärteste Material. Deutschland ist reich an Granitvorkommen. So liegt in Bayern (z. B. in Hirschau) eines der bedeutendsten Abbaugebiete in ­Europa. Mit dem in Hirschau aus pulverisiertem Granitgestein hergestellte Quarz-Sand hat Franke den besten Rohstoff zur Weiterverarbeitung seiner Fragranit+-­ Spülen gewählt. Spülen aus diesem Material sind ­bruchfest, abriebfest, unempfindlich gegenüber Kratzern,

2 Kälte, Hitze bis 280° C und gegen haushaltsübliche Säuren und Pflegemittel. Da Fragranit+ bei 600° C im Brennofen mit den Farbpartikeln gebrannt wird, ist es farb- und dauerhaft lichtecht. Seine glatte Oberfläche mit der angenehm weichen Haptik ist durch DuraKleen Sanitized® reinigungsfreundlich und zudem mit Silberionen dauerhaft antibakteriell veredelt. Sanitized® ersetzt die regelmäßige Reinigung nicht, unterstützt die Hygiene jedoch wirksam. Tests haben belegt, dass das mit Sanitized® behandelte Fragranit das Bakterien- und Mikrobenwachstum um 99 % reduziert. www.franke.com A+K | 25


materialien

naturstein eine Hommage an die Entstehung der Welt

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Foto: eggersmann

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Foto: Lulay Natursteinobjekte

1+2 Natursteinobjekte vereinen höchste Anforderungen, die an die Gestaltung von Lebensraum gestellt werden. Sei es als Treppe, Bodenbelag, Sockel oder Trennelement von Wohneinheiten, wie hier als Raumteiler (l.) aus Sandstein oder im Bad: Quarzkomposit Pure White, Lederoptik, Naturstein Elegant Brown, Lederoptik. 3 Edle Wohnmöbel sollten auf Gehrung gearbeitet sein – auch bei Steinfronten.

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Foto: Lulay Natursteinobjekte

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Stein für Stein ein Unikat

Stein – in Jahrmillionen entstanden – ein Kunstwerk der Natur. Bis heute hat er nichts an Wert und Charme verloren. Denn jeder Naturstein ist ein Unikat – das erklärt seine Exklusivität und macht ihn so wertvoll. Der Begriff „Naturstein“ bündelt tausende von Natursteinsorten, die auf der ganzen Welt abgebaut werden. Geologische Prozesse wie z.B. durch Flüsse, Vulkane, Gebirgsbildungen, etc. haben maßgeblich Eigenschaften und Optik der verschiedenen Natursteine bestimmt. Natursteine wie Granit, Basalt oder Quarzit zählen zu den beständigsten Baustoffen der Menschheit. Bereits in der Antike entstanden prächtige Bäder, Wand- und Bodenbeläge aus Marmor oder auch Kalkstein. Auch heute schmücken zahlreiche dieser steinernen Zeitzeugen der Natur die Innenund Außenbereiche von Privatgebäuden.

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Foto: Oranier

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Foto: zeyko

4 4 Luxus und Exklusivität gepaart mit Natürlichkeit und Ursprünglichkeit durch die Verwendung von echtem Buntschiefer und verflüssigtem, mit dem Spachtel aufgetragenen Metall: Forum Metal-X und Stone von Zeyko. 5 Dieser moderne Kaminofen überzeugt durch zeitgemäßes Design, hochwertige Ausstattung und optimale Heiztechnik. Vielfältige Modell-Varianten, von traditionell bis modern, können mit unterschiedlichsten Verkleidungselementen aus Stahlblech, Speckstein, Naturstein, Keramik oder Edelgranit individuell kombiniert werden. Einen freien Blick auf die Flammen bietet die extra große Feuerraumtür. Der Eyecatcher ist für Kaminholz, Holzbriketts und Braunkohlenbriketts ausgelegt und überzeugt durch eine saubere Verbrennung, lange Wärmespeicherung, niedrige Emissionswerte und einen hohen Wirkungsgrad.

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6 Die weiSSen Adern des Kalksteins „Grafite“ spiegeln sich in der Arbeitsplatte und den Ober- und Hochschrank-Fronten aus weißem Corian wider.

Die berühmtesten Steinbrüche, wo seit 2000 Jahren Marmor abgebaut wird, befinden sich in der nordwestlichen Toskana, in den Alpi di Apuani, in der Gegend in und um Carrara. Die Reinheit, Färbung und Zeichnung des weich schimmernden Carrara-Marmors ist weltberühmt und inspiriert Architekten, Baumeister und Künstler schon immer. Heute beschränkt sich die Provenienz edler Steine nicht mehr nur auf die Gegend von Carrara. Vielmehr sind in den letzten Jahren in zahlreichen Gegenden der Welt neue Marmor- und auch Granitvorkommen erschlossen worden, wodurch sich das Angebot heute besonders vielfältig gestaltet. Hochwertige Marmore, Granite und andere Natursteine kommen heute, außer aus Italien, beispielsweise aus Alaska, Brasilien, China, Indien, Kanada oder Skandinavien. Was auch immer aus Naturstein erbaut und gestaltet wird, besticht durch Eleganz und gleichermaßen Robust28 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

heit. Doch weit darüber hinaus ... eröffnet Ihnen dieses natürliche Material dank seiner ganz eigenen Strukturen und Farbnuancen die Möglichkeit, einen ganz persönlichen Stil zu verwirklichen. Für die hochwertige, individuelle Innenarchitektur ist Naturstein nicht nur ein herausragender Gestaltungsfaktor, sondern bietet gegenüber anderen Materialien entscheidende Vorteile: Jeder Naturstein ist immer ein wertbeständiges Unikat. Die Gesteine, die in diesem Bereich eingesetzt werden, sind sehr kratzfest und trotzen den Säuren oder Laugen, mit denen sie in Berührung kommen.

Für jeden Anspruch das passende ­Gestein Ob als Fußbodenbelag, als Wandverkleidung, in Küche oder Bad, wo auch immer Naturstein zum Einsatz kommt, ist er unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt. Während der Stein im Bad vor allem besonders


Foto: eggersmann

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Fotos 7–10: Strasser Steine

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säureresistent sein muss, sollten ihm in der Küche auch Fette und hohe Temperaturen nichts anhaben. Nicht zu vergessen die Kratzfestigkeit, die gerade bei Steinarbeits­ platten in der Küche eine absolute Voraussetzung darstellt. Die sorgfältig bearbeitete, feine Oberfläche ist zudem absolut pflegeleicht und hygienisch. Heute kann fast jede Natursteinart in den unterschiedlichsten Einrichtungsbereichen zum Einsatz kommen. Aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften sind aber bestimmte Gesteinsarten für besondere Anforderungen zu empfehlen. Eine Arbeitsplatte aus Kalkstein oder Marmor hat durch ihre Säure- und Kratzempfindlichkeit entscheidende Nachteile gegenüber Granit. Alle Natur­ steine sind saugfähig und nehmen Feuchtigkeit auf. Die Oberfläche sollte daher durch eine lebensmittel­ taugliche Imprägnierung geschützt werden. Es kann allerdings auch sein, dass helle Materialien dadurch ­ leicht nachdunkeln. Eine Wischpflege ist am Anfang

7–10 Unübertroffen: Naturstein hält höchsten Temperaturen stand, ist kratz- und schnittfest und absolut pflegeleicht und hygienisch.

von Vorteil, danach sind dann nur noch Wasser und Seife nötig. Ob Küche, Bad oder Wohnraum, gemeinsam mit dem Küchenspezialisten, Innenarchitekten oder Architekten ihres Vertrauens können die Liebhaber des Natursteins bei ihrem Steinmetz vor Ort aus unterschiedlichsten Farben und Strukturen das gewünschte Material auswählen. Der individuellen Kreativität sind dabei ebensowenig Grenzen gesetzt, wie den ästhetischen und vor allem langfristigen Ansprüchen. Imprägnierungen machen das Gestein flüssigkeitsabweisend und widerstandsfähig. Unterschiedlichste Oberflächenbearbeitungen erweitern die Ausdrucksformen des Materials entscheidend, ganz nach Trend oder technischer Anforderung. Durch modernste Fertigungstechniken der Steinverarbeiter ist der edle Naturstein zum erschwinglichen Luxus geworden. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 29


11 angenehm warm und sanft anzugreifen sind die Natursteinarbeitsplatten von Strasser Steine im begehrten „Leather-Look“.

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Foto: Strasser Steine

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Kleines Steinbrevier

Granit · Im Allgemeinen ist Granit mittel- bis grobkörnig. Er besitzt eine homogene Mineralverteilung mit oft richtungsloser Textur und die daraus resultierende relativ gleichmäßige Optik. Die Struktur von Granit ist durch unmittelbaren Kornverband gekennzeichnet, die Größe der Kristalle schwankt meistens zwischen 1 mm und mehreren cm. Man kann für gewöhnlich alle Kristalle mit bloßem Auge erkennen. Das Farbspektrum reicht bei Graniten von hellem Grau bis bläulich, rot und gelblich.

Marmor · Der Hauptbestandteil von Marmor ist Calcit. Kommt Marmor in seiner seltenen Reinform vor, ist er komplett weiß, die Farbvarianten werden durch eingeschlossene Metalloxide erzeugt. Marmor gibt es in allen Farbtönen zwischen Weiß und Schwarz. Ein großer Vorteil von Marmor ist seine leichte Bearbeitbarkeit, die durch die geringe Härte des Materials entsteht. Allerdings ist der säureempfindliche Marmor dadurch nur bedingt im Außenbereich einsetzbar.

Travertin · Der Travertin gehört zur Familie der Kalk­ gesteine, hat eine dezente und natürliche Maserung und steht für Wohnlichkeit. Durch seine Zurückhaltung bietet das zeitlose Material unendliche Designmöglichkeiten. Travertin ist leicht zu reinigen und äußerst rutschfest bei Verwendung im trockenen Innenbereich. Kratzer sind kaum zu sehen, da die Oberfläche stark belebt ist.

Basalt · Das vulkanische Gestein ist die am häufigsten auf der Erde vorkommende Gesteinsart und besteht in erster Linie aus Eisen- und Magnesiumsilikaten. Basalt hat eine meist feinkörnige und homogene Struktur. Die Färbung variiert zwischen Dunkelgrau und Schwarz. Die grobkörnigen Basaltgesteine zeigen noch Einschlüsse, die je nach enthaltenen Mineralien verschiedene Farben haben können. Durch seine Kratzfestigkeit und die Unempfindlichkeit gegen Säuren ist Basalt unkompliziert und leicht zu pflegen.

Kalkstein · Der Kalkstein, der je nach Zusammensetzung unterschiedliche Grade von Porosität aufweist, ist ein sogenannter Quellkalk. Diese Gesteine entstehen durch Ausfällung aus Süßwasserquellen und zeigen einen hellen Farbton, der zwischen gelb und braun variiert. Schiefer · Aus Tongesteinen, die besonders viele Glimmerminerale bilden konnten, hat sich der Schiefer gebildet. Die Glimmerminerale begünstigen die typische Schieferung und den fast immer silbrigen Glanz. Das Farbspektrum reicht von anthrazit bis grausilbrig, teilweise mit grünlichen, bläulichen oder sogar rötlichen Farbnuancen.

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Speckstein · Seit Menschengedenken wird Speckstein als Baumaterial für verschiedene Gegenstände verwendet. Bereits die Wikinger haben aus Speckstein Töpfe, Kochgeschirr und Schmuck hergestellt. Je nach Herkunfts­ region besitzt der Speckstein unterschiedliche Eigen­ schaften. Der für Kamine und Öfen verwendete Speckstein stammt aus den nordischen Ländern sowie aus Brasilien. Er zeichnet sich besonders durch seine Härte aus.


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Wer gerne, gut und gesund kocht, wird von diesem Spülplatz begeistert sein: Die neue GENEA ist das ideale Pendant für die Küche mit dem Dampfgarer. Funktion formvollendet! So deckt der kleine Gastronormbehälter ideal das tiefe Restebecken ab. Und in Verbindung mit einem praktischen Geschirrkorb passen ein mittlerer oder ein großer Gastronormbehälter ins große Becken, in dem ein schicker Sink & Shower Cover verhindert, dass Wasser hochspritzt.

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MATERIALIEN

keramik

kaum ein Material ist so vielseitig

Keramik ist ein Werkstoff, der unterschiedlichen Herausforderungen stand hält und für den es oft keine vergleichbaren Alternativen gibt. Keramik ist ein sehr facettenreiches und damit abwechslungsreiches Material. Außerordentliche Härte und Dichte der Oberfläche sowie seine extreme Leichtigkeit, die sogar Aluminium unterbietet, machen dieses Material so interessant für den Wohnbereich und die Innenarchitektur. Die außerordentliche Vielfalt an Farben und Strukturen dieses Werkstoffs ermöglicht die Realisierung einer großen Bandbreite an Designs. Dabei ist das Material pflegeleicht, absolut wasserundurchlässig und geeignet für den direkten Lebensmittelkontakt. Selbst heiße Töpfe können dem Werkstoff nichts anhaben. Zudem besteht Keramik vollständig aus natürlichen Materialien und ist damit komplett recyclingfähig.

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Foto: rational Foto: Topgranit

1 Keramik als Design-Möbelfront – Im Licht zeigt sich die sorgfältige Fertigung der rotbraun schimmernden Keramikfronten mit ihrem unverwechselbaren Moiré-Muster.

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Foto: Systemceram

2 Keramikspüle – modernes Design für einen traditionellen Werkstoff 3 Aus einem GuSS: Arbeitsplatte und Rückwandpaneel aus pflegeleichter Keramik. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 33


KÜCHEN INTERNATIONAL

Foto: Systemceram

4 Die Glasur von Arbeitsfläche und Theke aus Keramik zeigt sich hier im akzentuierenden Farbton Schiefer, kontrastreich geplant mit der untergebauten weißen Spüle.

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5 Die neue „Stema 80“ steht in zwei Varianten als Auflagespüle und „F“-Version für den flächenbündigen Einbau zur Verfügung. Das Besondere an diesem neuen Spülenmodell ist der symmetrische Aufbau: Becken und Abtropffläche sind nahezu gleich groß. Damit ergibt sich eine besonders ruhige harmonische Gesamtwirkung. Die puristische Eleganz der „Stema“-Spülenfamilie ist geprägt durch eine einzelne Abtropfrille im oberen Drittel der Abtropffläche. Abtropffläche und -rille laufen zum Spülenrand gegen Null aus und schaffen so insbesondere beim flächenbündigen Einbau einen eleganten Übergang zur Arbeitsfläche.

Foto: Systemceram

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In der Küche findet man Keramik heute als Spüle, Arbeitsplatte, als Rückwandpaneel oder gar auf der ­Möbelfront. Die Möglichkeit mit farbigen Keramikprodukten dieser Art Akzente zu setzen, rücken den Werkstoff auch unter dem Gesichtspunkt der Raumgestaltung immer mehr in den Mittelpunkt. Je nach Wunsch Ton in Ton oder im Kontrast zur übrigen Einrichtung. Angefangen bei unterschiedlichen Weiß- und Grautönen, über elegantes Schwarz und metallisch wirkende Oberflächen, bis hin zu kräftigen Tönen – Keramik lässt so gut wie keine Wünsche offen. Inzwischen findet sich Keramik in der Premium-Küche auch als 6 mm starke Design-Möbelfront wieder. Dem Einsatzbereich des Werkstoffs sind hier keine Grenzen gesetzt. Selbst Schiebetüren und Tischplatten lassen sich mit dieserm Werkstoff realisieren. Auch hier kommen die


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KÜCHEN INTERNATIONAL

Foto: Kyocera

6 Keramikmesser von Kyocera gibt es in vielen Farben und Stilen. Aktuellstes Beispiel ist die edle Japan-Serie mit ihren schwarzen Klingen aus Zirkonia-Keramik und dem dunklen Griff aus Pakkaholz mit Edelstahlapplikationen und durchgehenden Nieten.

Keramikmesser, die Alternative zu Edelstahl

Keramikmesser sind mittlerweile eine echte Alternative zu den Edelstahlmessern. Die Forschung in der Raumfahrttechnik brachte es mit sich, dass sich für die Keramik weitere Einsatzbereiche zeigten. Keramik, aus der Messer hergestellt werden, besteht aus Zirconium(IV)-Oxid, einem Werkstoff, der bisher nur in der Weltraumtechnik und in der Medizin verwendet wurde. Zirconiumoxid ist gegen beinahe alle Einflüsse resistent und zudem nicht magnetisch. Keramikmesser sind dauerhaft scharf, bruchresistent und natürlich rostfrei. Sie sind besonders leicht und handlich, geschmacks- und geruchsneutral und ruft keine allergischen Reaktionen hervor. Außerdem sind sie beinahe so hart wie Diamant, also deutlich härter als Edelstahl. Die polierte Oberfläche der Keramikmesser ist besonders glatt und dicht. Aus diesem Grund ist der Reibungswiderstand beim Schneiden sehr niedrig. Allein aus diesem Grund nutzt sich ein solches Messer auch nicht so schnell ab. Keramikmesser werden als Fleischmesser, Brotmesser, Gemüsemesser oder Schälmesser angeboten. Diese Klingen ermöglichen einen extrem feinen Schnitt. Zusätzlich zu all diesen Vorteilen hat ein Keramikmesser auch noch ein außergewöhnliches und besonders ansprechendes Design. Die Klingen sind meist weiß, können aber genauso gut in jeder anderen Farbe und sogar mehrfarbig eingefärbt werden.

farbecht

säurefest

geruchsneutral

hitzebeständig

schlagfest

Fotos: Systemceram

herausragenden Eigenschaften des Materials wie z.B. seine Wasserunempfindlichkeit, seine Farb- und Lichtbeständigkeit und Langlebigkeit zum Tragen. Das pflegeleichte Material lässt sich zudem ganz einfach mit Wasser oder eventuell durch Zugabe von Spülmittel reinigen. Sind Lebensmittelreste verkrustet, kann man sie mit einem biologisch abbaubaren Essigreiniger lösen oder ggf. einen Pulverreiniger einsetzen. Kalkablagerungen, das gilt vor allem für die Spülen können auf der porenfreien, glatten Oberfläche gar nicht erst Fuß fassen.

Keramikspülen -fronten- und -arbeitsplatten werden aus dem reinen Naturmaterial Ton hergestellt, einem feinkörnigen Sedimentationsgestein, das schon seit Jahrtausenden vor Christi Geburt für Ziegel, Gefäße oder Kanalisationsrohre verwendet wurde. Der Ton wird gereinigt, mit Wasser vermischt, geformt, getrocknet, glasiert und bei über 1000 Grad Celsius gebrannt. Dadurch ist das Material durchgehend fest, die Oberfläche ist dicht geschlossen, so dass weder Farbe noch Gerüche, noch Geschmacksstoffe oder Bakterien eindringen und ungewollt auf andere Lebensmittel oder die Haut übertragen werden. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 35


innenarchitektur

Die Haute Couture des Einrichtens La Cucina – so individuell wie die Menschen, die sich einrichten

Foto: COR

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KÜCHEN INTERNATIONAL

Gute Innenarchitektur hat Präsenz aber keine Dominanz. Sie verleiht Charakter und ­beinhaltet Funktion. Direkt beim Betreten des Studios La Cucina entsteht ein ganz bestimmtes Bild, ein Bild, das das Ergebnis der Symbiose aus Werte- und Qualitäts­bewusstsein, Kreativität sowie gekonnter Planung und G ­ estaltung vermittelt. Das Einrichtungs-Studio von Arntraud Krug befindet sich schöne Leuchten oder Gemälde, bei denen Arntraud im unterfränkischen Schweinfurt. Direkt an der Haupt- Krug auf die Arbeiten junger, origineller Künstler zurückstraße des Industriegebiets gelegen, fällt der geschwun- greift, fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. gene La Cucina-Schriftzug zusammen mit der hochwer- Und nicht zuletzt verleihen kleinteilige dekorative Eletigen Schaufensterdekoration angenehm ins Auge: mente jeder Inszenierung ein individuelles Ambiente. Angefangen bei geschmackvoll inszenierten Wohn- Doch genug der Schwärmerei, denn was wäre ein solraumlösungen, realisiert durch Exponate der Marken in- ches Einrichtungs-Studio ohne die Menschen, deren Phiterlübke oder Walter Knoll, Artemide oder Poliform, um losophie, Know-how und Esprit das Ganze erst mit Lenur einige zu nennen. Präsentiert wird das Ganze über ben erfüllen… drei Etagen so, dass Farben, Materialien und Stil der Exponate in ihrem Umfeld harmonisch mit einander korrespondieren. Offene Wohnraumlösungen führen zu beeindruckenden Küchenszenarien, die eine Komposition aus Marken wie Eggersmann und Siematic und kreativen Eigenentwicklungen, umgesetzt durch einen versierten Schreiner, darstellen. Zwischen Küche Arntraud Krug, Inhaberin La Cucina und Wohnraum stehen lange Tafeln aus jeweils passenden Materialien für den kommunikativen Essbereich. La Cucina ist ein Ort der Inspiration und der Orientie- Was in einer LKW-Garage begann rung zugleich. Dazu trägt nicht nur die Kollektion des Arntraud Krug begann vor 17 Jahren in einer LKW-GaMobiliars bei. Vor allem die vielen liebevoll ausgesuch- rage damit, ihren Traum von einem eigenen Unternehten Wohnstoffe von Spezialisten wie JAB Anstoetz als men zu leben. Und gleich zu Beginn stellte sie sich der auch Teppiche, Gardinen oder Kissenbezüge unterstrei- Königsdisziplin: der Planung maßgeschneiderter Küchen die besonders wohnliche Atmosphäre. Das Tüpfel- chen. Kein Gewerk ist komplexer. Denn hier müssen chen auf dem i bilden wie so oft die Accessoires. Form- Materialität und Design, Technik und Funktion so zusam-

„Materialien entscheiden maßgeblich darüber, wie ein Raum wahrgenommen wird. Menschen erfassen die räumliche Qualität über Oberflächen, Texturen und Farben.“

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Foto: eggersmann

1 Über die Küche …

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1 Bis zu 800 Millionen Jahre alte Steine, wie hier limestone, verarbeitet der Küchenmöbelhersteller ­Eggersmann zu massiven, aber trotzdem leichten Oberflächen. 2 Die Arbeitsplatten und Seitenwangen in Ein-Zentimeter-Optik unterstreichen die geradlinige Anmutung der Kücheninsel, mit den grifflosen Fronten. Ein weiteres typisches Designmerkmal der Siematic S2 – hier im Farbton Trüffelgrau glänzend – sind die vertikalen Griffmulden mit Dämpfungsprofil, wie zwischen den Hochschränken zu sehen.

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Foto: Siematic

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mengefügt werden, dass die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Kunden erfüllt werden. „Ich bin ein durch und durch kreativer Mensch“, verrät die Powerfrau. „Das gilt auch für das Kochen“, lacht sie. Gute Kunden, Interessenten und Freunde lädt sie gerne zu dem einen oder anderen Kochevent ein. Arrangiert wird das meistens gemeinsam mit ihren Markengerätelieferanten wie Gaggenau. Und das Gelingen der kulinarischen Genüsse garantiert der drei-Sterne Koch Dieter Müller. Das Restaurant des mehrfach ausgezeichneten Sternekochs ist übrigens Teil des Kreuzfahrtschiffs Europa. Ab Mitte 2014 wird der sympathische Bergisch Gladbacher zudem Patron im Hotel Vierjahreszeiten in München. „Da müssen wir uns früh anmelden, wenn wir wieder mit ihm arbeiten wollen“, lacht die Firmenchefin. „Wir“, ­beschreibt das Team des Familienunternehmens. Denn


innenarchitektur

3 Fabian Krug weiß was er will: Für den versierten Küchenprofi ist nichts unmöglich. 4 Auf ihn greifen die Krugs immer gern zurück. Profi-Koch Dieter Müller, ausgezeichnet von Gault Millau, Feinschmecker. Er erhielt den Witzigmann-Preis und wurde zum Ehren­ präsidenten des ChefHeads Club der Küchenchefs ernannt. 5 Ein ideales Paar: Küchenspezialist Christoph Krug und sein Frau Elena, die Innenarchitektur studiert hat. 6 Die Firmenchefin ist selbst leidenschaftliche Köchin.

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die engagierte Designerin für Küche und Wohnen hat ihre beiden Söhne Fabian und Christoph und dessen Frau Elena mit ihrem gestalterischen Spirit infiziert. Zu viert überzeugen sie nun ihre Kunden mit einer Mischung aus großem Einfühlungsvermögen, kreativen Ideen und Professionalität. Das Ergebnis sind maßgeschneiderte Lösungen, zugeschnitten auf die individuellen räumlichen Gegebenheiten, unter Berücksichtigung der persönlichen Wünsche, Anforderungen und Budgets der jeweiligen Kunden. Und das nicht nur in Deutschland, sondern mittlerweile auch europaweit, vor allem in Österreich und der Schweiz. „Die meisten unserer Kunden sind natürlich Privatleute“, betont Arntraud Krug. Aber auch das eine oder andere Unternehmen greift auf das Know-how des La CucinaTeam zurück: angefangen bei Arztpraxen bis hin zu Chefzimmern in Kanzleien.

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Geht nicht, gibt‘s nicht „Die Planung und Gestaltung von Innenräumen erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise“, weiß Arntraud Krug. Die Wirkung eines Raumes auf den Menschen, der darin lebt und arbeitet, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Sie alle gilt es zu berücksichtigen. „Eingesetzte Materialien entscheiden maßgeblich darüber, wie ein Raum wahrgenommen wird. Menschen erfassen die räumliche Qualität über Oberflächen, Texturen und Farben. Gut abgestimmtes Licht und eine ausge­ wogene zielsichere Farbgebung beeinflussen das Wohlbefinden unserer Kunden ebenso wie Raumakustik und Raumklima. Und nicht zuletzt bedeutet Raumge­ staltung die Verbindung von Funktionalität und Atmosphäre.“ Bei der Ausstattung von Räumen bedient sich das La Cucina-Team je nach Kundenwunsch einer Mischung ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 39


innenarchitektur

7 SL Oscar – Kommode aus Cataletto Holz, innen weiß lackiert. Die Ablagefläche ist sowohl weiß lackiert, glasiert als auch in braunem Marmor in Leder-Finish erhältlich.

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Foto: Giorgetti

Foto: Giorgetti

8 SL Mobius – Die Lederpolsterung ist vollständig entfernbar.

… bis hin zum Wohnraum

Foto: COR

9 9 Cor jalis – auf Podesten lagernde oder auf einem

Foto: Giorgetti

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Metallgestell schwebende Kissen.

10 SL mobius – Die Struktur der Unterseite dieses ­Klassikers ist im Walnuß canaletto Holz gefertigt.

aus seriell hergestellten Marken-Produkten und Manufaktur. Die Aussage „geht nicht“ ist für La Cucina nicht existent. „Ein Kunde, der seine Front in der gleichen Lackausführung wie seinen Porsche haben möchte, bekommt diesen Wunsch ebenso erfüllt, wie derjenige, der statt eines serienmäßig erhältlich weißen Korpus die Teakholz-Variante bevorzugt. Den Lack lassen wir uns von Porsche schicken und für das Teakholz sorgt der Schreiner unseres Vertrauens.“ Selbst bei der Auswahl der Fußbodenbeläge, Fliesen oder Wandverkleidungen verfügt La Cucina über das entsprechende Netzwerk, um Kunden jeden Wunsch von den Augen ablesen zu können.

„Wir legen Wert darauf, unseren Kunden einen Rundumservice zu bieten“, versichern Christoph und Fabian Krug. Immer wieder überwachen die beiden gemeinsam mit einem versierten Team von Trockenbauern und Monteuren Umbauten und Sanierungen von Häusern und Wohnungen und übergeben die Immobilien nach erfolgter Einrichtung schlüsselfertig an die Hausherren. Das La Cucina-Team weiß, Ausstrahlung und Geschichte vorhandener Gebäudestrukturen verlangen eine andere Herangehensweise als ein Neubau. Die bestehende Substanz bildet den Ausgangspunkt für ein neues funktionell-gestalterisches Konzept, das mit dem Eigentümer und dessen Bedürfnissen abgestimmt werden muss. Zielsetzung ist es, wirtschaftlich wie ökologisch fundierte Lösungen zu schaffen, die individuelle Wünsche berück-


innenarchitektur

Zutaten (für 4 Personen) 1 Dorade (ca. 1,5 kg) 3 Zwiebeln 2 unbehandelte Zitronen ½ Glas trockener Weißwein 4 EL Olivenöl Salz, Pfeffer Zubereitungszeit 15 Minuten plus 30 bis 40 Minuten Garzeit

mediterranES REZEPT

Dorade mit Zitrone Zubereitung Den Backofen auf 160 °C bei Funktion Heißluft vorheizen. Die Zwiebeln in dünne Ringe, die ungeschälten Zitronen in 1 cm dicke Scheiben schneiden und halbieren. Die Dorade waschen und mit Küchentüchern gut abtrocknen. Den Fisch auf beiden Seiten 5- bis 6-mal schräg einschneiden. Eine Zitronenscheibe in jeden Einschnitt stecken, die übrigen Zitronenscheiben in den Bauch legen. Den Fisch mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zwiebelringe in eine feuerfeste Form oder direkt aufs Backblech verteilen, die Dorade darauflegen. Mit Öl und Weißwein begießen. In den Backofen schieben und 30 bis 40 Minuten backen. Tipp: Die Dorade direkt aus dem Ofen sehr heiß servieren. Dazu reicht man frisches Weißbrot, mit dem man auch das Olivenöl-Zitronen-Gemisch vom Teller nehmen darf. Das mediterrane Fischgericht kommt ohne Beilagen aus. Im Süden genießt man den Fisch am liebsten pur. Gemüse, Pasta oder Salat wird als Vorspeise gereiht.

sichtigen. „Unsere Kunden verlassen sich auf uns“, freut sich Christoph Krug. Und es kommt immer häufiger vor, dass das La Cucina-Team bis zur Fertigstellung der Räumlichkeiten über die alleinige Schlüsselgewalt verfügt. Die Hausbesitzer fahren so lange einfach in Urlaub. Gut erholt können sie dann in ihrem neu eingekleideten, bezugsfertigen Zuhause weiter relaxen oder auch mit Freunden eine Cook-in-Party veranstalten, um die neuen Gaggenau-Geräte „vorzuführen“. Das „Einkochen“ über­ nimmt selbstverständlich ein von dem Premiumgeräte­ hersteller extra für La Cucina beauftragter Profikoch, der mit den entsprechenden kulinarischen Genüssen aufwartet.  www.lacucina-kuechen.de

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London

KÜCHEN INTERNATIONAL

Architektur und Küche im Zentrum von London

Schöner Wohnen als Architektur­ experiment: Ein 136 Jahre alter, unter Denkmalschutz stehender Wasserturm mit spektakulärem 360-Grad-Rundumblick über London – die Aufgabe, daraus ein anspruchsvolles Domizil zu schaffen, erschien zunächst ein Ding der Unmöglichkeit. Doch die Besitzer fanden in dem Architekten Mike Collier einen Partner, der das Unmögliche möglich machte.

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KÜCHEN INTERNATIONAL

1 Strahlend WeiSS mattlackierte Küchenfronten, Ton-in-Ton mit der Arbeitsplatte, reflektieren das Licht im Raum und sorgen so für Weite und Öffnung. 2 Dachterrasse auf dem Kubus

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Der seit Jahrzehnten leer stehende Turm wurde von Grund auf restauriert und um einen Kubus ergänzt, der Küche, Ess- und Wohnraum beinhaltet – verbunden durch gläserne Tunnel und einen Liftschacht. Die Küche, realisiert von Enclosure Interiors in Tunbridge Wells, Kent, mit Möbeln von Leicht bildet in diesem Neubau das Zentrum des Wohnens und Lebens. Strahlend weiß mattlackierte Küchenfronten (Programm Avance-LR), Ton-in-Ton mit der Arbeitsplatte reflektieren das Licht im Raum und sorgen so für Weite und Öffnung. Die grifflosen Küchenfronten sind nicht glatt, sondern zeigen eine horizontale Reliefprägung. Je nach Lichteinfall ergibt sich dadurch eine lebendig strukturierte Oberfläche. Die mit vertikalen Wangen gestaltete Insel mit der Spüle mit nahtlos integrierten Spülbecken steht frei im Raum und bildet den Übergang von der Küche zum Wohnen. Die

Vom Entwurf bis zur Fertigstellung und während des gesamten ­Umsetzungsprozesses war es das Anliegen der Architekten … Fronten der dem Esstisch zugewandten Unterschränke sind bis zum Boden verlängert, so dass der küchentypische Sockel entfällt. Stauraum bieten raumhohe Hochschränke an der Wand, die Elektrogeräte sind hier unsichtbar integriert. Auf einem hohen Sockel ruhende und dadurch schwebend wirkende Unterschränke bilden das wandgebundene Kochzentrum. Eine Reihe von grifflosen Hängeschränken schließt die Kochnische mit der Nischenrückwand aus Glas nach oben ab.

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KÜCHEN INTERNATIONAL

3 4 3 Wie auf einer Bühne zeigen sich unten im Kubus Küche und Essbereich. 4 Der Wohnbereich darüber besticht durch seine großzügige Helligkeit. 5 Eines der fünf Schlafzimmer, die eins über dem anderen im Turm Platz gefunden haben.

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KÜCHEN INTERNATIONAL

6 Eines der Badezimmer, die im Anbau angegliedert sind. 7 Im gusseisernen ehemaligen Wassertank des ­Wasserurms: der Aussichtsraum. Hier liegt dem Betrachter London zu Füßen.

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Fotograf: Matt Clayton www.mattclaytonphotography.co.uk Architekt: Mike Collier www.acrarchitects.co.uk Küchenplaner: Enclosure Interiors, Tunbridge Wells, Kent.

… den persönlichen Wünschen der Bauherren zu genügen und ihnen das Heim ihrer Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

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KÜCHENhandel

AUS LIEBE In einem Neubaugebiet in Neustadt an der Weinstraße liegt das Küchenatelier von Friedhelm und Roswitha Mutschler. Bereits ein Blick hinter die Schaufensterfront des dk-Hauses lässt Außergewöhnliches ahnen: Keines der Küchenexponate entspricht der Norm, sondern verfügt über ganz besondere Details. Die gläsernen Eingangstür verspricht Produktqualität, symbolisiert durch die Logos renommierter Markenhersteller von Zeyko bis Gaggenau, von Franke, Dornbracht über Duravit, Philippe Starck bis Jette ist alles dabei. 46 | A+K

zur guten Küche

Keine Angst vor Markenküchen „Ja, Qualität und individuelle Planung haben ihren Preis, aber deshalb ist eine Markenküche noch lange kein unerschwinglicher Luxus!“ Den Beweis erbringen Friedhelm und Roswitha Mutschler in ihrem Studio. Das Küchen­ studio der Mutschlers hat entlang der Weinstraße einen ausgezeichneten Ruf und immer gut zu tun. „Wir setzen überwiegend auf Marke“, betont Friedhelm Mutschler und führt uns durch die 220 Quadratmeter große Ausstellung. Sie gleicht einem Buchladen, der zum Stöbern und Schmökern einlädt. In jedem der hier präsentierten zwölf Küchenszenarien gibt es Besonderheiten zu ent­ decken. Langweilig wird es hier also nicht. Gleich rechts im Eingangsbereich eine Komposition aus Zeyko und Gaggenau. Das Duo zeigt sich geradlinig und modern. Das hochglänzende Lowboard scheint die Gaggenau-


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KÜCHENhandel

1 Das Küchenstudio von Friedhelm und Roswitha Mutschler hat entlang der Weinstraße einen ausgezeichneten Ruf.

2 Geräte, bestehend aus Backofen, Dampfgarer und Wärmeschublade regelrecht auf Händen zu tragen. „Setzen Sie eine solche Planung auch in der Realität um?“, fragen wir den Hausherrn. „Aber ja“, lautet die spontane Antwort und schon erhalten wir einen Einblick in die Referenzgalerie des Küchenstudios und können uns selbst davon überzeugen. „Die Anregungen für diese Planung haben wir damals von der Eurocucina aus Mailand mitgebracht“, informiert Roswitha Mutschler. Sie ist nicht nur die rechte Hand ihres Gatten bei den Planungen, sondern engagiert sich zudem als gewählte Stadträtin für ihre Stadt. „Viele unserer Kunden fragen ganz gezielt nach meiner Frau, wenn sie eine Küche geplant haben möchten“, schwärmt Friedhelm Mutschler stolz. „Ich plane jede Küche als wäre es meine eigene“, fügt sie hinzu.

2 Nachhaltigkeit nicht nur dem Namen nach: Die Zeyko-Holzküche aus ­zerti­fizierter, nachhaltiger Waldbewirtschaftung ohne Formaldehyd, „Evergreen“, die Mooswand mit lebendem Moos und die Dunst­esse von Falmec mit E.ion Technologie.

Mut zum Extremen Friedhelm und Roswitha Mutschler sind es gewohnt, ihre Kunden innenarchitektonisch zu beraten. Dazu gehört natürlich auch Know-how über das entsprechende Umfeld, wie Decke, Boden, Wand. Und wer über 25 Jahre am Markt ist, der verfügt über ein entsprechendes Netzwerk an Handwerkern, die die jeweiligen Gewerke professionell ausführen unter der Koordination von Friedhelm Mutschler und seinem Team. Den Abschluss einer leicht verspielt wirkenden Küche zum Schaufenster hin bildet im übrigen eine kleine Sitzecke, die ein mit Kuhhaut bezogenes Sitzkissen krönt. Eine Idee der Hausherrin! Ein schmaler Gang führt zu den übrigen Küchenexponaten, realisiert mit Produkten der Hersteller Kuhlmann, Schüller und natürlich Zeyko. Eine Kreation fällt durch ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 47


KÜCHEN INTERNATIONAL

3 Die Anregungen für diese Planung stammen aus Mailand. Sie sind nicht nur im Studio verwirklicht, sondern haben auch bereits die ersten Kunden überzeugt…

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eine einzelne Front aus Schiefer ins Auge, auf der mit Kreide geschrieben die Einkaufsliste zu lesen ist. Der Schubladen-Geschirrspüler von Fisher&Paykel gehört zu den Highlights eines anderen Ausstellungsstücks. An anderer Stelle ist es der Backofen mit voll versenkbarer Backofentür und mitdrehendem Türgriff Slide® und Hide® von Neff. „Wenn ein Gerät oder eine Spüle etwas Besonderes hat, muss man es auch zeigen“, betont Friedhelm Mutschler, der selbst leidenschaftlicher Hobby-Koch ist. Und Besonderheiten zu bieten hat die Küchenschmiede in Neustadt en gros: Der freistehende Kühlschrank von Smeg im Jeans- oder Streifen-Look. Die von Philippe Starck kreierte Keramikspüle von Duravit. Die Dunstabzugshauben von Novy. „Alle Schmankerl, die Sie hier zusätzlich finden, sind Besonderheiten, mit denen wir uns am Markt positionieren, und uns vom Wettbewerb abheben können“, erläutert der engagierte Küchenprofi.

Eine Küche voller Ideen und Geschichten Dann ein weiteres Highlight: Wir stehen vor einer Massivholzküche von Zeyko. Anstatt der üblichen Füllung enthalten die Rahmen der Küche Glasvarianten in besonderen Designs und man höre und staune: „Designed by Roswitha Mutschler“, gebrannt in einer regionalen Glashütte. „Malen gehört zu meinen Hobbys“, erläutert die Powerfrau und präsentiert uns im gleichen Atemzug auch noch gläserne Rückwandpaneele mit unterschiedlichsten Motiven. „Wir haben Zeyko gefragt ob wir das 48 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

Konzept als „Zeyko individuell“ verkaufen dürfen“, betont Friedhelm Mutschler. Und Zeyko hat ja gesagt. Doch bei dem hier präsentierten Küchenmöbel geht es Friedhelm Mutschler noch um viel mehr – um Nachhaltigkeit: „Der Geschäftsführer von Zeyko, Andreas Kress, erzählte uns einmal beiläufig, dass die Japaner von ihren Möbellieferanten Produkte ohne additive Formaldehydemissionen, E0, fordern. Warum bieten wir die gesündeste Seite der Zeyko-Küche nicht an, fragte ich mich und beschloss, das Thema in Angriff zu nehmen und es gleichzeitig auf unserer Internet-Domain zu bewerben.“ „Fällt Ihnen an dieser Präsentation noch etwas auf?“, appelliert Friedhelm Mutschler an unsere Aufnahmefähigkeit. Hinter einer Lampenschirm-ähnlichen Haube leuchtet die Wand in einem tiefen Grün. „Und jetzt fassen Sie’s mal an“, fordert er uns auf. Es ist Moos, stellen wir fest und staunen nicht schlecht. „Evergreen, so der Name der Moospaneele, findet man mittlerweile in vielen Immobilien, in Restaurants, Büros usw.“, klärt man uns auf. Je nach Bedarf in unterschiedlichen Größen sorgen die Paneele für Wohlfühlatmosphäre. „Evergreen steht für Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Modernität und ist zudem schallabsorbierend und dabei absolut pflegeleicht“, schwärmt Friedhelm Mutschler. Dass gerade in dieser Küche auch die neue E.ion-Abzugshaube von Falmec hängt, ist dann kein Wunder mehr. Denn diese Haube neutralisiert Schadstoffe und unangenehme Gerüche durch atmosphärische Ionen, entstehend


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4 Planungsstark zeigt sich das Team in Neustadt auch bei dieser Lösung, der Kombination des 90 cm breiten Backofens mit dem 90er Geschirrspüler.

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durch kontrollierte Bipolare Ionisierung. Ein Sensor sorgt sogar dafür, dass die Hauben bei Luftverschlechterung automatisch starten.

Niemand sollte auf eine Küche ­verzichten müssen Bei Friedhelm und Roswitha Mutschler gibt es eben für jeden etwas. Der Technikfreak kann ebenso exklusiv bedient werden wie der Öko, der Designaffine ebenso wie der Liebhaber der reinen Funktion. „Und damit unsere Kunden kein schlechtes Gewissen haben, eine neue Küche zu erwerben, wo es doch die alte noch tut, vermitteln wir diese weiter an eine karitative Einrichtung in der Region. Hier wird dafür Sorge getragen, dass die abgebaute, aufgearbeitete Küche in die Hände kommt, die sie benötigen“, dafür bürgt die Stadträtin persönlich.

Vom Küchenplaner zum Maitre de Cuisine Friedhelm Mutschler ist Küchenspezialist aus Leidenschaft. Für ihn ist die gute Küche gleich in zweierlei Hinsicht Kulturgut: Angefangen bei der Einrichtung und Ausstattung bis hin zum Zubereiten kulinarischer Genüsse. Viele seiner Kunden gewinnt er auch durch seine wöchentlich stattfindenden Kochevents, an denen jeweils zwölf „Kochlehrlinge“ teilnehmen können. Bereits das Ambiente nimmt jeden gefangen. Wenn Friedhelm Mutschler den von ihm angemieteten Raum einer Sektkellerei mit dem vielversprechenden Namen „Bacchus“

Eventfotos: Mutschler

5+6 Mit Eifer und ­Leidenschaft dabei sind groß und klein, wenn Mutschler-Koch­events Küche, Kochen und Genuss verbinden.

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betritt, wird aus dem Küchenspezialisten von jetzt auf gleich ein Küchenchef von Rang. Bei jedem seiner Kochevents ist er der Maitre de Cuisine. Die Speisekarte legt er selbst fest und sendet sie dann befreundeten Winzern zu, die je nach Spezialisierung die entsprechenden Weine kredenzen. „Natürlich lade ich auch Gastköche aus der regionalen Gastronomie ein. Ich möchte in keinem Falle in Konkurrenz zu den Restaurants aus der Umgebung stehen, sondern sie vielmehr in unser Konzept mit einbinden.“ Die Qualität aus dem Bacchuskeller hat sich mittlerweile auch unter großen Unternehmen herumgesprochen, die das Gewölbe inklusive des Küchenchefs für Firmen­ events buchen. Und sollte die Runde einmal größer werden, so besteht immer noch die Möglichkeit den angrenzenden Gewölbekeller Dionysos mit zu buchen. Hier können Feiern mit 80 Personen stattfinden. Gekocht wird dann allerdings nach wie vor im Bacchus. „Viele Gäste empfinden es als etwas ganz Besonderes, uns beim Zubereiten des Menüs in die Töpfe zu gucken“, freut sich Friedhelm Mutschler. „Jeder Teilnehmer erhält seine Speisen direkt aus Topf oder Pfanne auf den Teller“, lacht er. Individueller geht es kaum. Und damit das Kochen nicht nur eine Sache der Erwachsenen bleibt, gibt es Mutschler-Kochevents auch für Kids. Ganz nach dem Motto: Du bist, was du isst! Auch für die Jüngsten seiner Gäste macht Friedhelm Mutschler aus dem Bedürfnis zu essen eine Kunst des Genießens. www.dk-das-kuechenhaus-nw.de ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 49


Promotion

Pia

So individuell wie der Raum, in den sie sich einfügt.

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Die Gestaltung von Küchen ist Spiegel des aktuellen Zeitgeistes. Das Design des Küchensystems „Pia“ von allmilmö definiert die Küche als einen funktionellen Ruhepol, der das Zuhause auf ästhetische Weise bereichert. Das zentrale Designelement dieses Küchenmöbel-Systems ist sein umlaufendes Passepartout, das ihm Eleganz und Leichtigkeit verleiht.


KÜCHEN INTERNATIONAL

Fotos: allmilmö

1 Pia eine durchdachtes Küchensystem, das auch bei offener Wohnraumlösung eine perfekte Figur macht. Ein neuartiges NischenRelingsystem mit sinnvollen Funktionen bereichert die Küche mit integrierter Beleuchtung. Es ist in variablen Breiten erhältlich und sieht nicht nur gut aus, sondern unterstützt den optimierten Arbeitsablauf durch individuell auswählbare Einhängeelemente wie Messerblock, Papiertuchspender, Löffelkasten oder Flaschenbord.

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2 Bei der A-Box Innenausstattung von Pia kann zwischen den Aus­stattungsvarianten Edelstahloptik, Schwarz, Weiß oder auch ­Nussbaumfurnier gewählt werden. Die schlanken, nur 10 mm starken Seitenwände verleihen der a-Box eine elegante und zeitlose Ästhetik. 3 Bestecke, Küchenutensilien, Messer & Co. finden individuell Platz im allmilmö Ordnungssystem Orga-Set, gefertigt in den Echt­hölzern Eiche naturhell, Esche metallschwarz oder aus edlem Nussbaum.

3 1 Das Küchensystem wirkt formal ausgewogen und ist vielfältig in der Architektur einsetzbar. Eine Eigenschaft, auf die die dänische Designerin Pia Würtz bei der Gestaltung der von dem Markenküchen-Hersteller allmilmö in Auftrag gegebenen Kreation besonderen Wert legte. Ausgezeichnet mit dem red dot award für höchste Design­ qualität steht „Pia“ für die Symbiose aus Design und Manufaktur. Die Hochwertigkeit der Materialien verbindet sich dabei mit einem hohen Maß an Komfort für den Alltag. Im Gegensatz zu den meist geradlinig gestalteten Küchen­möbeln überzeugt Pia durch ihre weich gerundeten Ecken, die abgesetzte, filigrane Edelstahlbekantung wirkt dabei wie ein Passepartout. Auf diese Weise verbindet die dänische Industriedesignerin die Klarheit der Linienführung und die Weichheit der Rundungen mit den klassischen Form­elementen Quadrat und Kreis zu einer neuen, zeitgeistigen Harmonie. Das Gestaltungskon-

„Ludwig Mies van der Rohes berühmtes Zitat «Weniger ist mehr!» ist sehr charakteristisch für meine ­Design-Philosophie.“ Pia Würtz-Morgensen zept des Küchensystems Pia erlaubt vielfältige Konfigurationen, die sich zu einem beeindruckend schlüssigen Gesamtkonzept vereinen. Zudem zeigt sich das Küchensystem äußerst praktisch und funktional. Um sich den wechselnden und individuellen Wünschen des Nutzers anpassen zu können, sind die Fronten in Mattlack, Diamantlack und Hochglanzlack jeweils in allen RAL-Farbtönen erhältlich. Darüber hinaus gibt es Fronten in in verschiedenen Unifarben mit einer speziellen Oberfläche in matt oder glänzend. www.allmilmoe.de

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Weberhaus

FERTIGHäuser

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Hommage an die ­zeitlose Moderne Bauhausstil mit Esprit

Geradlinig und völlig schnörkellos präsentiert sich dieses im Bauhaus-Stil gehaltene Eigenheim von WeberHaus. Auf knapp 196 Quadratmetern verbindet es die klassische, schlichte Architektur mit modernen Glaselementen zu einem offenen und großzügigen Raumkonzept – der Prototyp eines repräsentativen und gleichzeitig gemütlichen Einfamilienhauses.


FERTIGHäuser

Die kubische Bauweise der Immobilie überzeugt durch gerade Linien und geometrischen Proportionen. Die aufeinander abgestimmte Komposition aus Architektur und Grundrisskonzept prägen das Erscheinungsbild des Gebäudes und machen es schon heute zu einem modernen Klassiker. Raffiniert gewählte und platzierte Fensterformate sowie der Kontrast der dunkelgrauen Fensterrahmen und der weißen Fassade unterstreichen die moderne Formensprache des Hauses. Kombiniert wird die klare Architektur mit zahlreichen, teilweise raumhohen Glas- und Fensterelementen. Es entstehen offene, lichtdurchflutete Räume zum Wohlfühlen. Die Einrichtung des Hauses steht dem Äußeren in Sachen Eleganz und ansprechendem Design in nichts nach. Jedes einzelne Detail ist sorgfältig auf das Gesamtkonzept abgestimmt. Natürliche und sinnliche Materialien wie Holz und Leder verbinden sich mit großen Glasflächen zu einem harmonischen Ensemble.

Ideale Raumaufteilung mit Rückzugsmöglichkeiten Auf der 121 Quadratmeter großen Erdgeschossebene verbindet ein gläserner Windfang die Garage mit dem Haupt- bzw. Wohngebäude. Der Fußboden ist dunkelgrau gefliest und kontrastiert mit dem strahlenden Weiß der Wände und der modernen, weißen Einbauküche, die das Herz des Hauses darstellt. Der großzügige, helle Wohn-/Essbereich mit offener Küche zeigt sich als kommunikative Ebene und bietet Raum für die ganze Familie. Die Konzeption der Küche zeigt sich funktional gestaltet durch sinnvoll getrennte Bereiche wie Kochen, Backen,

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2 Die WeberHaus GmbH und Co. KG ist einer der führenden Fertighaushersteller in Deutschland. Seit mehr als 50 Jahren erfüllt das Familienunternehmen unter dem Leitsatz „Die Zukunft bauen“ den Traum vom Eigenheim. Dabei reicht das Spektrum vom frei geplanten Architektenhaus bis hin zur flexiblen Baureihe. Allen gemein ist eine ökologische und nachhaltige Bauweise. Mit der Natur als Vorbild kombiniert der Fertigbauer traditionelle Handwerkskunst mit innovativen, modernen Ideen. Beim Bau energieeffizienter Häuser gilt WeberHaus als Branchenvorreiter und präsentierte 2006 als erstes Unternehmen ein tragfähiges PlusEnergie-Konzept: Häuser, die mehr Energie gewinnen, als sie selbst verbrauchen. Für seinen Innovationsgeist erhielt WeberHaus bereits zahleiche nationale und internationale Auszeichnungen sowie Qualitäts- und Gütesiegel. Mehr über WeberHaus auf www.weberhaus.de 1 Auch im Inneren ein eleganter Blickfang mit offenem Wohn-Essbereich. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 53


KÜCHEN INTERNATIONAL

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Nachhaltiges Einfamilienhaus mit natürlichem Rundumschutz Mit energiebewusster Bauweise und ökologischer Energieversorgung stellt WeberHaus seit jeher seine Innovationskraft unter Beweis. Die ökologische Gebäudehülle ÖvoNatur überzeugt mit hervorragenden Dämmeigenschaften und sorgt für einen optimalen Wärme- und Kälteschutz. Ganz zeitgemäß kommt als Heiztechnik eine umweltfreundliche Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung zum Einsatz, die zudem für eine kontrollierte Be- und Entlüftung des Hauses sorgt und ein optimales und hygienisches Raumklima garantiert.

www.weberhaus.de

Spülen und fügt sich stilistisch harmonisch in die ­Architektur ein. Zudem steht sie für zeitlose Eleganz. Die wellen­artige Struktur der Fronten wirkt durch das Finish in D ­ iamantlack besonders ausdrucksvoll. Den stilvollen Kontrast bildet die Naturstein-Arbeitsplatte aus schwarzem Nero Assoluto. Die an der Kochinsel aufgesetzte Theke schafft den perfekten Übergang zum Essbereich und ist vielseitig nutzbar. Vom Esstisch aus fällt der Blick durch die bodentiefe Fensterfront auf die gemütliche Terrasse, die so fast zu einer Art Outdoor-Wohnraum avanciert. Für noch mehr wohnliche Gemütlichkeit sorgt der Kaminofen, der nicht nur an kalten Tagen Atmosphäre schafft. Eine Rückzugsecke, die zum ungestörten Verweilen einlädt lässt sich durch eine deckenhohe Glasschiebetür vom Rest des Raumes abtrennen. Ins Obergeschoss führt eine große Holztreppe, wo sich auf 75 Quadratmetern ausreichend Raum für Schlafzimmer, Kinderzimmer oder auch Gästezimmer findet. Durch die bodentiefen Fenster wirken die beiden Kinderzimmer besonders hell und freundlich und verfügen zudem über einen direktem Zugang zum Balkon. Das Elternschlafzimmer ist mit einem separaten Ankleidebereich ausgestattet. Das große Badezimmer auf der Schlafzimmerebene des Hauses ist über eine raffinierte, T-förmige Anordnung der Innenwände in drei Bereiche eingeteilt, so dass neben einer Badewanne auch eine begehbare Dusche, ein WC und ein Waschbecken Platz finden und zusätzliche Intimsphäre ermöglicht wird. Übrigens befindet sich im Erdgeschoss eine weitere Duschmöglichkeit mit Toilette – sehr praktisch, wenn es morgens vor der Schule oder der Arbeit eng wird im Bad und ideal auch für Übernachtungsgäste.

Fotos: Weberhaus

2 Die Küche, unterteilt in die Funktionsbereiche Kochen, Backen, Spülen, fügt sich stilistisch harmonisch in die Architektur ein. Die wellenartige Struktur der Fronten wirkt durch das Finish in Diamantlack besonders ausdrucksvoll. Den stilvollen Kontrast bildet die Naturstein-Arbeitsplatte aus schwarzem Nero Assoluto. (Allmilmö/Modell Wave) 3 Der groSSzügige, helle Wohn-/Essbereich mit offener Küche zeigt sich als kommunikative Ebene und bietet Raum für die ganze Familie.

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PROMOTION

Blanco Andano – flexibel und elegant So verschieden die Menschen, so unterschiedlich sind ihre Küchen und damit auch die Anforderung an die Spüle, ohne die keine Küche denkbar ist. Eine elegante Lösung, deren klare Formensprache in harmonischer Komposition funktionale und ästhetische Elemente vereint, stellt Blanco mit dem Andano-Programm in Edelstahl vor. Bei dieser hochwertigen Spülen-Linie kommt die edle Seidenglanz-Oberfläche durch die charakteristischen großzügigen Rundungen besonders gut zur Geltung.

Foto: Blanco

Die neuen, kompakten Design-Lösungen mit Einzel- und Doppelbecken mit der integrierten Armaturenbank für Armatur und die Ablauffernbedienung bewähren sich im Alltag hervorragend. Denn in der Arbeitsplatte sind keine zusätzlichen Bohrungen nötig. Der Nassbereich konzentriert sich so auf eine Zone und ist dadurch einfach zu reinigen. Und bei Bedarf bietet die breite Armaturenbank praktische Stellfläche z. B. für Spülutensilien. Ob in Kombination mit exklusiven Granit-Arbeitsplatten oder mit Laminat-Arbeitsplatten: dank des extra flachen IF-Randes können Andano-Becken von oben aufliegend, aber auch flächenbündig eingebaut werden. Das Be-

cken ist großzügige 19 cm tief, und durch die reduzierten Beckenradien ergibt sich eine maximal nutzbare Bodenfläche. Optional ist edles Zubehör wie das filigrane und formschöne Esche-Compound-Schneidbrett, die Blanco CapFlow-Ablaufabdeckung oder der präzise auf die Becken abgestimmte anlegbare Tropf aus wertigem Kunststoff erhältlich. Insgesamt 23 verschiedenen Andano-Varianten in verschiedenen Größen und für unterschiedliche Einbauarten ermöglicht Bauherren für jede Situation elegante Lösungen in zeitgemäßem Design. www.blanco.de

Ästhetisch elegante und hoch funktionale Lösungen lassen sich hervorragend mit der eleganten Beckenserie Blanco Andano realisieren. Die integrierte Armaturenbank nimmt Armatur und Ablauffernbedienung auf, die Arbeitsplatte bleibt frei von Bohrungen. Im Bild: Doppelbecken Blanco Andano 340 ⁄180-IF ⁄ A, optimal kombiniert mit der preisgekrönten Armatur Blanco Saga.

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Promotion

Mit Liebe zum Detail Aluminium-Design von Wesco 1

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Direkt an der Ruhr liegt im Arnsberger Stadtteil Hüsten die um 1920 erbaute und heute unter Denkmalschutz stehende Villa Wesco in ihrem ­idyllischen Park. Als MarkenErlebnis-Zentrum des ­Haushaltwarenherstellers Wesco mit Outlet, Kochschule und der „Alumentur“ hat sich das Gründerzeit-Ensemble in den letzten Jahren zu einem Anziehungspunkt weit über die Region hinaus entwickelt.


Wussten Sie schon, … … dass Aluminium als Werkstoff einen nahezu unbegrenzten Lebenszyklus hat? Etwa 75 % des seit 1888 produzierten Aluminiums sind heute immer noch im produktiven Einsatz (Quelle: GDA - Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V.). Das Recycling von Aluminium benötigt nur 5 % der Energie, die zur Herstellung von Primäraluminium benötigt wird. Das bei der Produktion von Wesco-aluments-Möbeln verwendete Aluminium wird zu 60 % aus Recyclingmaterial hergestellt.

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Fotos: Wesco

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1 Aluments Sitzgruppe

Öffnungszeiten der „alumentur“ (Gläserne Produktion und Möbelausstellung): Montag bis Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 16 Uhr

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2–4 Blick in die Ausstellung der Villa Wesco 5 Villa Wesco, mit Outlet, Kochschule und der „Alumentur“

Dabei informiert die Alumentur über den ressourcenschonenden Werkstoff Aluminium und gibt mit ihrer gläsernen Manufaktur einen Einblick in die Produktion der Aluminium-Möbelserie „Aluments“. Sorgfältig werden hier die Aluminiumprofile verarbeitet, auf Gehrung geschnitten und stabil zusammengefügt. Qualifizierte Mitarbeiter sorgen in Handarbeit dafür, dass keine scharfen Metallkanten stehenbleiben und den Spaß an den Möbeln verderben. Es entstehen geradlinige, auf das Wesentliche reduzierte vielseitig kombinierbare Möbel, konstruiert aus Aluminium, das naturfarbig eloxiert oder auf Edelstahl­ effekt gebürstet ist. Die Tischplatten (auch ausziehbar) sind aus Echtholz, Schichtstoff oder Glas erhältlich, die Sitzflächen der Bänke, Hocker, Eckbänke oder Sofas aus Kunstleder, Echtholz oder Schichtstoff. Neben den

Standardmaßen sind individuell zugeschnittene Lösungen selbstverständlich, zum Beispiel, wenn nur die Basis für einen individuellen Tisch gefragt ist. Die Alumentur lässt die Wahl zwischen den Untergestell-Varianten, auf die eine Tischplatte ganz nach eigenen Wünschen aufgebracht werden kann: Ob Echtholz, Glas oder Granit, hier ist (fast) alles möglich. Bewundern, testen und erwerben lässt sich das Ergebnis dieser Qualitätsarbeit gleich vor Ort in der angegliederten Möbelausstellung. Großzügig, anregend dekoriert und abwechslungsreich sind hier die vielfältigen Gestaltungs-und Einsatzmöglichkeiten von Aluments inszeniert: ob Tische, Bänke oder Sideboards, ob für Küche, Essbereich, Wohnraum oder Garten. Die handwerkliche Verarbeitung garantiert hohe Belastbarkeit, auch wenn‘s am Tisch mal hoch hergeht.

www.villa-wesco.de/alumentur www.wesco.de www.wesco-aluments.de

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Promotion

„Concept Kitchen“ die neue Freiheit des Einrichtens

„Der neue Ansatz dieser Kreation besteht darin, dass ein Systemmöbel nur ein Gerüst liefert, das erst der Benutzer mit Leben füllt“, erläutert der Designer Kilian Schindler. Dem sympathischen Kreativen ist es in Kooperation mit dem ­Küchentechnik-Spezialisten Naber, Nordhorn, gelungen, ein modulares Möbelkonzept zu entwickeln, das sich flexibel an das Leben des Nutzers anpassen lässt. 58 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

Ohne großen Aufwand ist das intelligente System vielseitig einsetzbar, fügt sich harmonisch in jede Räumlichkeit und lässt sich ohne große Mühe in ein neues Zuhause mitnehmen. Flexibler geht es kaum. Aus der Entwicklung, bei der zu Beginn allein die Küche im Fokus stand, ergab sich im Laufe des Projekts eine Reihe flexibler Systemmöbel, die auch in anderen Wohn- und Lebensräumen eine gute Figur machen und zudem auch funktionalen Anforderungen gerecht werden. Das Ursprungs-Element, die „ConceptKitchen“ feierte übrigens im Rahmen der Ausstellungsreihe Design Deutschland ihre Premiere in Mailand und New York. Besonders überzeugend zeigt sich die Systemküche durch ihren hohen Grad an Flexibilität, sich an das Leben des Benutzers anzupassen.


Ausgezeichnet …

„Ein einfaches Steckprinzip erlaubt den vollkommen werkzeuglosen Auf- und Abbau der Module.“

Das von der Naber GmbH initiierte und gemeinsam mit dem Bureau Kilian Schindler entwickelte Projekt sorgte mit seiner polarisierenden Modernität für Furore und wurde bereits mit renommierten Designpreisen wie dem Plus X Award, dem Interior Innovation Award, dem red dot design award winner 2013, dem iF product design award 2013 – gold und dem German Design Award Gold 2013 ausgezeichnet. Und damit nicht genug: Bei der Verleihung „Focus Open 2013“ kürte die Jury des Design Centers Stuttgart des Landes Baden-Württemberg das Mobilküchen-Konzept der Nordhorner im festlichen Rahmen des Kulturzentrums Ludwigsburg mit dem „Focus in Silber“.

www.n-by-naber.com www.naber.de foto: Sophie Mutevelian

Produktilder: Naber GmbH/Fotograf: Marc Krause

Das System der Mobilküche basiert derzeit auf fünf Modulen: Arbeitsfläche mit integrierter Kochfläche, Spülzentrum, Butcher-Block, Lagerregal und Technik-Tower. Ob als Insellösung oder in Kombination mit einer klassischen Küchenzeile, die Module können nach Belieben angeordnet werden. Das gilt für „Concept Home“,“Concept Office“ oder auch „Concept Garden“ in gleicher Weise. Auch hier fügen sich die Module harmonisch in jede Architektur ein. Die aus Stahl gefertigten Grundelemente sind zerlegbar und entsprechende Bohrungen ermöglichen die flexible Anordnung von Konstruktions- und Regalböden problemlos. Ein einfaches Steckprinzip erlaubt den unkomplizierten, vollkommen werkzeuglosen Auf- und Abbau der Module.

Kilian Schindler Kilian Schindler (*1981) studierte Produktdesign in Deutschland und Frankreich. Seine Projekte wurden unter anderem von Werner Aisslinger, James Irvine, Florence Doleac und Stefan Diez betreut und bereits in kuratierten Ausstellungen in Köln, Mailand, Paris und Moskau präsentiert. Seit 2009 entwirft Schindler mehrfach ausgezeichnete Produkte für international renommierte Kunden wie Rosenthal, Schönbuch oder DePadova. Die Kooperation mit der Naber GmbH begann 2010. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 59


Promotion

Stilgerecht Design mit System von Miele

Fotos: Miele

Das Design der eigenen Traumküche ist in erster Linie eine Stilfrage. Damit Küchenmöbelund Gerätedesign ein möglichst perfektes, stimmiges Bild ergeben, stehen bei Miele jetzt zwei unterschiedliche EinbaugeräteSerien bereit – „PureLine“ und „ContourLine“.

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Mit ihrer reduzierten Formensprache empfiehlt PureLine sich vor allem für moderne Wohnstile. Glatte Möbelflächen und eine großzügige Anordnung in zum Ess- und Wohnbereich hin offenen Küchen sind das Umfeld für dieses zurückhaltende Geräte-Design. Neben der Edelstahl-Ausführung stehen deshalb auch Modelle in den Glasfarben Brillantweiß, Havannabraun und Obsidianschwarz für dezente Planungswelten zur Wahl. ContourLine positioniert sich mit einem eher technisch geprägten Bild, das sich durch mehr Detailreichtum auszeichnet und so besser zu einer traditionellen Kücheneinrichtung passt. Innerhalb jeder Designlinie harmonieren Geräte mit unterschiedlicher Ausstattung, etwa ein Backofen der Spitzenklasse und ein Dampfgarer-Einstiegsmodell, optisch perfekt miteinander. Miele spricht in diesem Zusammenhang von Designhomogenität und meint damit,


KÜCHEN INTERNATIONAL

1 PureLine – hier im Farbton Havannabraun – zeigt Präsenz in modernen Küchen, ohne offene Raumkonzepte zu dominieren. 2 Traditionellen Möbel- und Raumkonzepten gibt ContourLine das Gesicht.

1 dass Gerätekombinationen immer wie aus einem Guss wirken. Neben den Stilfragen sollten für die Geräteausstattung die individuellen Nutzungsgewohnheiten im Vordergrund stehen. Wie oft und für wie viele Personen wird gekocht? Welche Geräte passen am besten zu den Vorlieben beim Kochen? Vielseitige Kombinationsgeräte wie Dampfgarer mit Backofen oder Backofen mit Mikrowelle können dann die richtige Wahl sein. Auch bei der Ausstattung sind die Bedürfnisse unterschiedlich: Darf es der klassische Drehknebel sein, oder wird eine moderne Touchbedienung bevorzugt? Wie wichtig sind Automatikprogramme? Zwischen diesen beiden Fragen gibt es indirekt auch einen Zusammenhang. Denn grundsätzlich können bei Modellen mit Drehknebeln weniger Automatikprogramme hinterlegt werden als etwa bei der

2 Innerhalb einer Designlinie wirken Gerätekombinationen immer wie aus einem Guss.

neuen Miele-Spitzenklasse mit M Touch-Display, die für über 200 Automatikprogramme sogar eine einzigartige Suchfunktion bietet. Miele-Kunden können aus bis zu sechs verschiedenen Gerätesteuerungen und damit einhergehender Funktionsvielfalt wählen. Ein weiterer Vorteil dieses durchdachten Gerätedesigns ist, dass selbst Modelle mit Knebelbedienung neben solchen mit Touchelementen optisch ein stimmiges Gesamtbild abgeben.

www.miele.de

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Trends

Heute fürm

Welches sind die Megatrends, die unseren Alltag im 21. Jahrhundert bestimmen werden? Worin liegen sie begründet? Wie werden sie unser tägliches Leben beeinflussen, angefangen beim Zusammenleben übers Wohnen, Arbeiten, den Tagesablauf, die Lebenssituation? Foto: nobilia

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Um die Zukunft aktiv zu gestalten und innovative Lösungen für den Haushalt zu entwickeln und anzubieten, ist die Siemens-Electrogeräte GmbH als Hausgeräte-Hersteller an der Beantwortung dieser Fragen sehr interessiert. Deshalb hat das Unternehmen beim Zukunftsinstitut, Frankfurt, den Trendreport „Future Living – Lebenswelten für das 21. Jahrhundert“ in Auftrag gegeben. Sie fußt einerseits auf einer umfassenden Trendanalyse und andererseits auf einer bundesweiten repräsentativen OnlineBefragung vom Anfang Juli 2013 unter 1000 Frauen und Männern ab 16 Jahren. Wir greifen hier einige

Aspekte der umfassenden Studie auf, die die Veränderung des Wohnens und den soziografischen Wandel angehen und fassen sie zusammen. Die Studie beschreibt als Megatrends, die zunehmend das Zusammenleben prägen werden, Individualisierung, demografische Veränderungen und neue Definition der Geschlechterrollen. Die Individualisierung betrifft die Lebensläufe, die nicht mehr geradlinig, sondern entlang von Brüchen, über Umwege und Neuanfänge verlaufen können. Mit der weltweit steigenden Lebenserwartung geht zudem ein gesellschaftsprägendes


morgen

Trends

Future Living – Trendstudie von ­Siemens und dem Zukunftsinstitut neues Altersverständnis einher: Beinah die Hälfte der Älteren fühle sich jünger als sie ist. Der Gesundheitszustand der heute 60- bis 69-Jährigen sei besser, als der 50- bis 59-Jährigen vor zehn Jahren. „Alt sein“ an einen kalendarischen Moment zu koppeln werde immer weniger sinnvoll. Ältere Menschen zögen sich nicht in den Ruhestand zurück, sondern nehmen selbstverständlich z. B. über weiteres Erwerbsleben, Ehrenamt oder ein Universitätsstudium am Gesellschaftsleben teil. Ein selbstbestimmtes, autarkes Leben im eigenen Haushalt rangiere regelmäßig ganz oben bei den Wünschen älterer Menschen. Ein selbstbestimmtes Leben im Alter situationsabhängig und unaufdringlich zu unterstützen, kann auch in den Bereich der Hausgerätehersteller fallen, z. B. durch die Möglichkeit der intuitiven Bedienbarkeit von elektrischen Geräten für alle Altersgruppen.

Das Fazit der Studie lautet, flexible und intuitive Nutzung mit hoher Fehlertoleranz und geringem Demütigungsfaktor zu ermöglichen. „Barrierefreiheit und Ästhetik bleiben nicht länger Gegensätze. Denn letztlich profitieren alle Generationen von Maßnahmen zur Barrierefreiheit: Die richtige Breite von Durchgängen, leicht bedienbare Fenster und Türen, stufenlose, stolperfreie Wege, rutschhemmende Oberflächen, sichere Griffe im Sanitär- und Treppenbereich, höhenverstellbare Betten, angepasste Arbeitshöhen und Beleuchtung – all das kommt in Zukunft zum Beispiel einem familienfreundlichen und damit auch Mehrgenerationen-Wohnen zugute.“ Nicht nur für ältere Menschen steht die Gesundheit an erster Stelle. Deshalb wird das Future Home auch ein Ort sein, an dem Menschen gesund bleiben wollen: „Innenräume gestalten sich daher mehr und mehr nach den

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Trends

Access wird zur Commodity Anteil der Befragten, die Hausgeräte gern von unterwegs (z.B. per Smartphone) bedienen würden:

Quelle: Zukunftsinstitut

55+ Jahre

Dem be­schleunigten Lebensrhythmus kommt etwa die dreifache Zeitverkürzung vario­ Speed Plus bei den speedMatic Geschirr­ spülern entgegen.

Bedürfnissen der Gesundheit: Oberflächen, die Staub absorbieren oder durch das Imitieren der Photosynthese Luft reinigen können. Beleuchtungskörper, die gesundheitsfördernde Stimmungen anregen. Technologien, die der körperlichen und geistigen Gesundheit der Menschen dienen, werden in den nächsten Jahren massiv in die Wohnumgebungen einziehen. Das Future Home wird ein Ort, an dem die Ansprüche an Gesundheit, vernetzte Technologie und Lebensplanung fusionieren.“ Immerhin 40 Prozent der Befragten und zwar über alle Altersgruppen hinweg wünschen sich intelligente, mitdenkende Geräte, die ihnen Entscheidungen abnehmen –. Feedback-Funktionen, wenn etwa der Filter gewechselt werden muss, wünschen sich 55 Prozent. Spracherkennung und Sprachausgabe, so die Studie, scheinen in der Wahrnehmung der Verbraucher jedoch immer noch weit weg: Trotz Apples „Siri“ zählen sie noch nicht zum gelernten Verhalten. Nur 13 Prozent wollen Hausgeräte, die mit ihnen sprechen. Das Bedürfnis lässt sich also heute schon erkennen, die Qualität der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine scheint allerdings noch nicht befriedigend gelöst.

Chancen und Entscheidungszwang Die Verfasser der Studie beschreiben, wie die Auflösung traditioneller Geschlechterrollen von Männern und Frauen massive Umbrüche und große Chancen mit sich bringt. Lebensbalance in beruflicher Verwirklichung und in Beziehungs- und Familienmodellen abseits der alten Vater-Mutter-Kind-Konstellation sind die Folge. In Deutschland finden sich demzufolge inzwischen über 40 Prozent Einpersonenhaushalte. Das seien jedoch nicht nur Singles, sondern immer mehr Paare, die in getrennten Wohnungen leben, oft auch beruflich bedingt. Laut einer IfD-Analyse (Institut für Demoskopie Allensbach: Partnerschaft 2012. Zwischen Herz und Verstand. 2012) lebe jedes achte bis neunte Paar in Deutschland getrennt, vor allem junge Paare (43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen). Geheiratet wird, wenn überhaupt, immer

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45-54 Jahre 35-44 Jahre 25-34 Jahre 16-24 Jahre

7% 14 % 22 % 27 % 29 %

später. Die Studie zitiert das Statistischem Bundesamt, demzufolge im Jahr 1970 der Anteil verheirateter Frauen unter 30 Jahren noch bei 43 Prozent lag, heute seien es nur noch elf Prozent. Das heißt aber auch, dass, wenn mit Anfang 30 die Zeit gekommen ist, mit dem Partner eine gemeinsame Wohnung zu beziehen, Frauen und Männer längst eigene Vorstellungen und Empfindlichkeiten haben, was die Haushaltsführung angeht. Das bedeutet, gemeinsam Entscheidungen vorab zu treffen, Pläne zu machen, zu kommunizieren und das seien die wirklichen Stressfaktoren heutiger Hausarbeit. Die Individualisierung führe also dazu, dass feste Alltagsroutinen flexiblen, spontanen Arrangements weichen und Zuständigkeiten zunehmend unklar werden. Z. B. kommen die Partner von der Arbeit und wissen nicht, was der andere zum Abendessen geplant hat. „Diese asynchrone Lebensführung wird durch mobile Telefonie und Internet gefördert und erleichtert. Ausschlaggebend für die Frage, ob sich „smarte“ Hausgeräte in Zukunft in diesen Kommunikationsprozess einklinken werden, sind am Ende nicht die Geräte, sondern die Interpretation, was ein Haushalt leisten soll. Im Zentrum einer zukünftigen Haushaltsführung wird eine Organisation stehen, die eher an modernes Management erinnert als an ein Zuhause mit gemächlichen Routinen. Denn die vielen einzelnen Fäden, die Wohnen heute ausmachen, sind hochkomplex zu koordinieren.“, so die Analysten von Siemens und dem Zukunftsinstitut.

Mobilität Althergebrachte Muster durchbricht die mobile Gesellschaft nach Beobachtung der Studie auch, wenn’s ums Wohnen geht. Das fände immer öfter außerhalb der eigenen vier Wände statt. Die neuen Technologien erlauben es, immer online zu sein und am Küchentisch ebenso zu arbeiten wie am Flughafen oder im Park. Kommunikationstechnologie mache Wohnraum damit verstärkt zum Allzweckraum, anstatt Nutzungen vorzugeben. Das erfordere eine flexiblere Wohnung, in der


Fotos: Siemens

Trends

ständig etwas anderes, Neues geschehen könne, vom Guerilla-Cooking, zu dem sich Wildfremde über eine Internetplattform einladen, bis zu Swapping-Partys, wo übrig gebliebene Lebensmittel oder gerade nicht mehr benötigte Geräte getauscht werden. Vom Rückzugsort werde die Wohnung zur Kommunikationszentrale und Bestandteil des öffentlichen Lebens ihrer Bewohner. Damit einhergehe, dass immer mehr Funktionen des Alltags „outgesourct“ würden, vom Car-Sharing bis zum Co-Working meist mit dem Ziel, flexibel zu bleiben und nur das Notwendigste im privaten Bereich zu belassen. Die Beobachtung, dass Beziehungen nicht „weniger“, sondern „anders“ werden, belegt das in der Studie beschriebene Bedürfnis nach Gemeinschaft, das neue Formen des Wohnens, des Zuhauses und der Vorstellung von Privatheit befördert: Immerhin 26 Prozent, also über ein Viertel der Deutschen, können sich vorstellen, im Laufe ihres Lebens in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. 47 Prozent sagen, dass sie gerne Besuch bekommen und Gäste bewirten. Wohnen wird zum Teil des sozialen Gefüges: 31 Prozent der Befragten wollen ihre Wohnung gern anderen Leuten zeigen. Und 36 Prozent geben zu, dass es sie interessiert, welche Produkte und Marken andere verwenden (Zukunftsinstitut: Familienmärkte. Wie der Wandel der Familien neue Chancen eröffnet. 2012).

Zukunft im Spannungsfeld zwischen Privatheit und Öffentlichkeit Aber jeder Trend hat einen Gegentrend, und so sprechen die Initiatoren der Future Living-Studie vom „Cottage-Trend als Gegentrend zu einer beschleunigten, digitalisierten, urbanen Lebenswelt. Das Cottage wird zum Sinnbild eines neuen Luxusverständnisses, das nicht mehr in Autos, Designerkleidung oder Hochsee-Yachten besteht, sondern darin, einfach Zeit zu haben. Zeit für sich, die Gesundheit, die Familie, für kreative Arbeit, die sich nicht finanziell lohnen muss. Denn nicht den ganzen Tag am Computer zu arbeiten, sondern Gemüse selbst zu erzeugen und Marmelade einzukochen, muss man sich zeitlich erst mal leisten können. Dass gerade diese „häuslichen“ Tätigkeiten zur primären Sehnsucht junger, erfolgreicher Menschen werden, liegt auch daran, dass sie ein Gegengewicht zur digitalisierten Arbeit und dem urbanisierten Leben bieten. Es ist jedoch nicht die Abkehr vom Internet, die diesen Trend vorantreibt, sondern das Internet selbst. Durch das Sichtbar-Werden von Hausarbeit im Internet wird sie zunehmend idealisiert und ästhetisch überhöht. Für zeitknappe Urbanisten kann sie zum Ritual, zum Luxus, ja zur Wellness-Erfahrung werden. Diese Inszenierung von Hausarbeit liefert eine Steilvorlage für Hausgeräte, die solche Aspekte aufgreifen und thematisieren.“

Haushaltsmanagement bedeutet auch Ressourcenschonung. Vernetzte Geräte machen’s möglich.

www.siemens-home.de

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TECHNIK

Schweizer Qualität Fotos: V-Zug

V-Zug – einzigartig in Design und Funktion Aus der Schweiz kommen u. a. Uhren, Taschenmesser, Schokolade, Käse, Wein, lauter Dinge, die für Qualität stehen, unentbehrlich sind und das Leben schöner machen. Aber in der Schweiz werden auch erstklassige Hausgeräte produziert: seit 100 Jahren steht V-Zug hier für authentische Schweizer Qualität. Sorgfältigste Fertigung und führende Technologie für erstklassige Qualität in bestechender Eleganz haben bei dem Schweizer Hersteller Tradition. Fortschritt und Innovation konzentrieren die Entwickler in Zug auf sparsamere und anwender­ freundlichere Haushaltgeräte für Küche und Hauswirtschaftsraum. Thomas Sigrist, verantwortet zusammen mit anderen Oekotrophologen bei V-Zug die Neuentwicklung und Optimierungen von Garprozessen, die Entwicklung von Bedienkonzepten in allen Bereichen der Haushaltgeräte, den Inhalt von Bedienungsanleitungen und nicht zuletzt die Entwicklung von Rezepten, die auf das vielfältige Können der V-Zug Geräte abgestimmt sind. Nach seiner Beobachtung steht aktuell in den Haushalten von Montag

Thomas Sigrist, Oekotrophologe bei V-Zug 66 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

bis Freitag eine gehobene Alltagsküche auf dem Plan, die schnell und einfach zubereitet aber auch gesund sein muss. Am Wochenende dagegen soll es möglich sein, mit denselben Geräten ein Gourmet-Menü auf den Tisch zu zaubern, ohne den ganzen Tag in der Küche zu stehen. Stressfreies Home Cooking und der Genuss nachhaltig erzeugter Lebensmittel sind der Trend. Dazu passt, dass neben gesunden Fertiggerichten eben auch marktfrisches Obst, Gemüse, Kräuter usw. aber auch Fleisch von Erzeugern aus der Region in den Küchen zubereitet und der Familie und den Gästen aufgetischt werden. Und wer bei seinen Einkäufen auf Nachhaltig-


TECHNIK

2 1 Sorgfältigste Fertigung und führende Technologie für erstklassige Qualität in bestechender Eleganz haben bei dem Schweizer Hersteller V-Zug Tradition.

1

2 Die Dampftemperatur kann im Combi-Steam zwischen 30 und 100 °C gradgenau eingestellt werden kann. Diese Genauigkeit und eine ausgeklügelte Klimasensorik bilden die idealen Voraussetzungen für ein perfektes Ergebnis.

3 keit achtet, wird auch bei der Zubereitung Wert darauf legen, dass die gesunden Inhaltsstoffe erhalten bleiben und wertvolle Lebensmittel als besondere Genüsse zelebriert werden. Thomas Sigrist empfiehlt deshalb als Garmethoden einerseits das Dämpfen oder Steamen, weil dabei Vitamine und Mineralstoffe nicht ausgewaschen werden. Andererseits führt er das „Sous-vide“ Garverfahren an, weil hier neben der schonenden Zubereitung auch Farbe und Geschmack sehr gut erhalten bleiben. Und für Fleisch kommt für ihn das Zartgaren® in Frage.

Profimethoden für Zuhause Und wo bekommen Entwicklungsingenieure einen besseren Einblick in alles, was für das perfekte Gelingen von Alltagsgerichten aber auch Gourmet-Menüs wichtig ist als bei Profiköchen? Ein Ergebnis dieser engen Zusammenarbeit von V-Zug mit den Köchen ist der Combi-Steam, dessen Technologie professionelles Kochen im privaten Haushalt ermöglicht. In Kombination mit dem Wissen der Oekotrophologen, bringt der Combi-

3 „Sous-vide“ – Vakuum-Garen im Beutel

Steam z. B. das „Vakuum-Garen“ oder „Sous-vide“ in die Haushalte. Dabei werden Speisen in vakuumversiegelten Beuteln bei niedrigen Temperaturen langsam gegart. Garen unter Luftausschluss bedingt jedoch eine permanente, sehr präzise Temperaturkontrolle. Und das leistet der Combi-Steam von V-Zug, unter dem Namen Vacuisine®, die Dampftemperatur kann hier zwischen 30 und 100 °C gradgenau eingestellt werden kann. Diese Genauigkeit und eine ausgeklügelte Klimasensorik bilden die idealen Voraussetzungen für ein perfektes Kochergebnis. Durch das Vakuumieren der Zutaten liegt eine schützende Kunststoffhülle eng um das Gargut. Dadurch bleiben das natürliche Aroma und die appetitliche Farbe der im Dampf zubereiteten Lebensmittel optimal erhalten. Vacuisine bietet nicht nur für die Sinne mehr Genuss, sondern auch für die Gesundheit. Schonendes Garen unter Luftausschluss trägt dazu bei, dass gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe besser erhalten bleiben. Das Vakuum hat darüber hinaus auch vorteilhafte Auswirkungen auf die Textur der Speisen. Beispielsweise fällt gegarter Fisch nicht auseinander, und selbst gegarte ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 67


TECHNNIK

Profikoch Eckart ­Witzigmann arbeitet gern mit VZug-Geräten.

Früchte behalten weitgehend ihre knackige Konsistenz. Bei der Vacuisine-Zubereitung werden niedrige Temperaturen eingesetzt, die dazu beitragen, dass Fleisch und Fisch eine Zartheit erlangen, die mit konventioneller Kochtechnik niemals erreichbar wäre. Außerdem durchdringen die mit dem Gargut eingeschweißten Kräuter oder Gewürze die Speisen wesentlich wirksamer. Ihre Aromen entwickeln sich bis zum Ende der Garzeit viel intensiver als bei herkömmlichen Garmethoden. So reicht bei der Vacuisine-Zubereitung bereits die Hälfte der normalerweise benötigten Menge an würzenden Zutaten.

Aber der Combi-Steamer kann noch mehr

Im Lifestylemagazin „Haute Goûture“ bringen die Starköche Philippe Rochat, Tanja Grandits, Andreas Caminada und Stefan Meier Sous-videGaren auf unterhaltsame Weise zu Ihnen. Zu bestellen unter www.vzug.ch, Lifestyle, Kochbücher, Zubehörshop, zu den Kochbüchern.

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Im Alltag bewährt er sich als Gerät, das Zeit beim Kochen sparen hilft, indem er schonend auf den Punkt dampfgart oder Gerichte schnell regeneriert, denn im Steamer aufgewärmte Speisen trocknen nicht aus und schmecken wie frisch zubereitet. Beim drucklosen Dampfgaren bleiben Mineralstoffe und Vitamine weitgehend erhalten. Und so funktioniert’s: Im Garraum des Steamers verteilt sich der Dampf gleichmässig. Trifft er auf das Gargut, kondensiert er. Die Wärmeenergie des Dampfes überträgt sich auf das Gargut, das schonend erhitzt wird. Dadurch bleiben Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie der Eigengeschmack der Lebensmittel weitgehend erhalten. Ein weiterer Vorteil von Dampf: Sobald das Gargut die Temperatur des Dampfes erreicht hat, so kondensiert dieser nicht mehr. So kann nichts anbrennen. Und auch Übergaren ist bei einem drucklosen Steamer praktisch unmöglich. Daher lassen sich unterschiedliche Gemüse gleichzeitig punktgenau steamen. Die Betriebsart Profi-Backen ist eine Kombination von Dampf und Heißluft. Sie ist perfekt für alle Hefebackwaren: Blätterteiggebäck wird besonders luftig zubereitet, und Brot oder Brötchen gehen schön auf, erhalten eine appetitlich glänzende Kruste und bleiben länger frisch.

Durchdachte Technik Die bis zu 1,25 Liter Wasser im Wasserbehälter reichen für bis zu zwei Stunden Garen auf höchster Stufe. Den Dampf produzieren Steamer von V-ZUG außerhalb des Garraums in einem externen Dampferzeuger. Der Nutzen: Sekundenschnell entsteht das richtige Klima, der Wechsel zwischen Dampf und Heißluft verläuft äußerst präzise. Der Klimasensor überwacht die Feuchtigkeit im Garraum und steuert die Dampfzufuhr so, dass das Gargut sanft gegart wird. Der Klimasensor garantiert zudem einen sehr geringen Wasser- und Energieverbrauch. Nach dem Garen wird das restliche Wasser im Dampferzeuger zurück in den Wasserbehälter gepumpt. Somit ist Ihr Steamer sofort für den nächsten Einsatz bereit. Der externe Dampferzeuger verhindert zudem, dass Kalk in den Backraum gelangt, auch bleibt kaum Restwasser zurück.

Noch mehr Dampf aus der Schweiz Auch vor Geschirrspülern macht der Erfindungsgeist der Schweizer nicht halt. Mit SteamFinish beim Geschirrspüler Adora SL werden Rückstände von Regeneriersalz sowie Klarspülmittel schonend mit Dampf entfernt. Gläser, Besteck und Geschirr werden durch den reinen Dampf fleckenfrei sauber und glänzend. Mit dem Programm Alltag Kurz reinigt die Adora normal verschmutztes Geschirr in nur 45 Minuten. Und was braucht eine Schweizer Geschirrspülmaschine noch? Ein Programm zum Reinigen von Fondue-Caquelons und Raclettepfännchen! Es ist dank aktiver Aufweich-Phase auch als „Super-Intensiv-Programm“ geeignet. Das Vorspülen von eingebrannten Auflaufformen gehört damit der Vergangenheit an. Wie einfach gutes und gesundes Kochen sein kann, wenn das richtige Equipment zu Hause steht, lässt sich in Kochveranstaltungen der V-ZUG GourmetAcademy in Deutschland erleben. Termine unter www.vzug.de in der Rubrik Lifestyle. www.vzug.de | www.vzug.ch


Zutaten (für 4 Personen) 500 g Hühnerklein 50 g Schalotten, klein geschnitten 50 g Sellerie, klein geschnitten 30 g Champignons, geviertelt 3 EL Butter 2 EL Madeira 4 EL Kalbsjus 1 Lorbeerblatt, klein geschnitten 1 Knoblauchzehe, geschält 1 Thymianzweig 3 Gewürznelken 3 dl Geflügelfond Salz, Pfeffer aus der Mühle 2 EL kalte Butter 1 küchenfertiges Bresse-Perlhuhn (etwa l,8 kg) 1 Thymianzweig 1 Petersilienzweig 1 Rosmarinzweig 1 Schalotte, geschält, grob gewürfelt 1 Stange Staudensellerie, grob gewürfelt 3–4 EL flüssige Butter 8 große ganze Schalotten, ungeschält 4 Knoblauchzehen, ungeschält 4 geputzte Chicorées Salz, 2 EL flüssige Butter 1 Spritzer Zitronensaft 4 EL Mehl 2 EL Pflanzenöl 2 EL Butter Puderzucker 1–2 EL Schale von unbehandelten Orangen, blanchiert, fein geschnitten

Perlhuhn À la Witzigmann

TECHNNIK

Perlhuhn aus dem Ofen mit geschmortem Chicorée und Grenaille-Kartoffeln Zubereitung Soße: Hühnerklein, Schalotten, Sellerie und Champignons separat 10 Minuten in Butter anbraten, mit Madeira ablöschen, 15 Minuten schmoren. Kalbsjus dazugeben, Lorbeer, Knoblauch, Thymian und Gewürznelken einlegen, Geflügelfond angießen. 1 Stunde köcheln. Durch ein Sieb passieren. Salzen und pfeffern. Vor dem Servieren Bratensaft vom Perlhuhn zufügen, mit kalten Butterflöckchen aufschlagen. Perlhuhn: Das Perlhuhn innen salzen und pfeffern und mit den Kräutern, der Schalotte und dem Sellerie füllen. Perlhuhn zunähen. Flügel und Schenkel an den Körper binden. Salzen und mit flüssiger Butter bestreichen. Mit ungeschälten Schalotten, Knoblauch und Grenaille Kartoffeln auf jeder Schenkelseite mit Heißluft mit Beschwaden 175 °C während 25 Minuten garen, auf den Rücken drehen, weitere 10 Minuten garen. Zwischendurch mit Bratensaft begießen. Am Ende der Garzeit 30 Minuten warm ruhen lassen. Schalotten aus der Schale drücken. Chicorée: Chicorée mit Salz, flüssiger Butter und Zitronensaft in einen Sous-vide Beutel einschweißen. Mit Dämpfen 90 °C während 50 Minuten dämpfen. Herausnehmen, längs halbieren, Wurzelansätze herausschneiden. Die Hälften kurz in Mehl wenden, überschüssiges Mehl abschütteln. Salzen. Öl und Butter erhitzen. Chicorée auf den Schnittflächen 3-4 Minuten braten. Gesiebten Puderzucker aufstreuen, wenden. Weitere 4 Minuten braten, Orangenschale dazugeben und oft begießen. Perlhuhn mit Chicorée und Schalotten auf einer Platte anrichten. Sauce separat servieren. Garstufen Perlhuhn (Mit Vorheizen): 50 Minuten | Heißluft mit Beschwaden 175 °C 10 Minuten | Heißluft mit Beschwaden 175 °C Garstufen Chicorée (Mit Vorheizen): 50 Minuten | Dämpfen www.vzug.de 90 °C

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Hauben

Dunstabzugshauben

Gute Luft – für ein gesundes Wohlfühlklima in Ihrer Küche

Foto: Franke

Erst in einem guten Raumklima bereiten das Wohnen, die ­Vorund Zubereitung von Speisen und deren Genuss ein entspanntes und gesundes Vergnügen. Moderne Lüftungstechnik macht dies möglich, indem sie dafür sorgt, dass Sauerstoffgehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im ent­ sprechenden Verhältnis zu­­ein­ander stehen und das auf eine energieeffiziente Art und Weise.

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Foto: Franke

KÜCHEN INTERNATIONAL

1 2 1 RETRO VON FRANKE. Das Wandmodell im angesagten Stil der 50er Jahre ist mit pulverbeschichtetem Haubenschirm in den Glanzfarben Perlweiß und Schwarz zu haben. Top Technik im Inneren der jungen Haube - mit starkem Motor, elektronischer Steuerung, automatischer Nachlauf- und Rückstellfunktion und eine dimmbare LED-Beleuchtung - sorgen für einen optimalen Luftaustausch und ein angenehmes Ambiente. 2 IMAGINE-SC VON FRANKE. Die flüsterleise Powerhaube mit Silent-ComfortAusstattung überzeugt mit Hochleitungsmotor, acht Gebläsestufen plus Intensiv und einer hocheffizienten Randabsaugung. Ungewöhnlich ist auch die leicht zu pflegende Glasabdeckung im hochwertigen Edelstahl-Look. Das attraktive Kopffrei-Modell ist so eine ideale Lösung für große, offene Wohn-Essbereiche.

Für unser Befinden ist der CO2-Gehalt der Luft von großer Bedeutung. Tag für Tag atmet jeder Mensch rund 24 Kilogramm oder umgerechnet 20.000 Liter Luft ein und aus. Steigt die Konzentration von Kohlendioxid in einem Zimmer an, werden wir müde und unsere Konzentra­ tion leidet. Steigt der Kohlendioxidgehalt noch weiter an, kommt es zu Sehstörungen, Schwindel, zentralnervösen Funktionsstörungen, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall zum Tod durch inneres Ersticken. Raum-Temperatur und Luftfeuchtigkeit tragen mindestens ebensoviel zum Wohlfühlklima innerhalb eines Raumes bei. Bei einem gesunden Raumklima liegt die Lufttemperatur bei 16 bis 20° C und die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit trocknet die Schleimhäute aus. Bakterien und Viren können sich schneller vermehren und eine Erkältung

hervorrufen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit wird schnell als drückend empfunden. Zu hohe Luftfeuchtigkeit ist aber auch der ideale Nährboden für Schimmelpilzsporen. Sie befinden sich praktisch immer in der Luft. Doch zum Auskeimen benötigen sie Feuchtigkeit. In schlecht gelüfteten Räumen passiert es schnell, dass die Feuchtigkeit aus der Luft an Oberflächen kondensiert. Wird hier keine Abhilfe geschaffen, bilden sich die unappetitlichen Schimmelpilzlandschaften in schwarz und grün auf und in Möbeln, auf Kleidung, Tapeten, Anstrichen. Schimmelpilzbildung ist zudem der „letzte Aufschrei“ der Bausubstanz und mindert die Wohnqualität erheblich. Bei dem einen oder anderen Bewohner können sich die Schimmelsporen sogar negativ auf die Gesundheit auswirken. Ein Thema, von dem viele Hausbesitzer, Vermieter und Mieter betroffen sind.

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Foto: Berbel

KÜCHEN INTERNATIONAL

3 Skyline Edge von Berbel. Einzigartig zeigt sich die Lüftungstechnik von Berbel, die völlig ohne bremsenden Fettfilter auskommt. Bei den Um- und Ablufthaben des Herstellers werden lästige Gerüche im ProAktivKohlefilter gebunden, Fette und Öle verbleiben in der Auffangschale aus Edelstahl, die sich einfach auswischen lässt. 4 Ist man stolzer Besitzer eines Kachelofens oder offenen Kamins, gilt es, durch einige Maßnahmen dazu beizutragen, dass kein Unterdruck entsteht. Die einfachste Möglichkeit Unterdruck zu vermeiden, ist, über ein gekipptes Fenster ausreichend Zuluft in die Wohnung einströmen zu lassen. Da erfahrungsgemäß aus Unachtsamkeit die Fenster beim Betrieb der Dunstabzugsanlage oft geschlossen bleiben, empfiehlt sich der Einbau eines Näherungsschalters. Hier wird ein Kontaktschalter am Fenster angebracht, der durch Kabel- oder Funksteuerung mit der Dunstabzugshaube verbunden wird. 5 Durch einen „Switch“ kombiniert die neue Öko-Designdunstabzugs­ haube von AEG Abluft- und Umluftfunktion und sorgt für ein gutes Klima in der Küche, ohne unnötigen Wärmeverlust während der kalten Jahreszeit. Durch die variable Lüftungsfunktion und integrierte LED-Lampen ist das Modell ein Vorreiter für energiesparende Systeme.

Foto: Weberhaus

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Wohlfühlklima mit System In einer 100 qm großen Wohnung befinden sich bei 20°C Raumtemperatur und 55 Prozent relativer Luftfeuch­ tigkeit 2,3 Liter Wasser in der Luft. Im Laufe von 24 Stunden entstehen in einem solchen Haushalt bis zu zehn Liter Wasser. Durch das Atmen entstehen allein 4,8 Liter, den Rest produzieren wir durch Tätigkeiten wie Duschen, Wischen, Wäschetrocknen etc. und natürlich durch Kochen. Die Küche gehört also zu den Räumen, in denen übermäßig viel Feuchtigkeit erzeugt wird. Ohne ein entsprechendes Lüftungssystem kann sich der beim Kochen entstehende Wasserdampf an Wänden und Fensterscheiben niederschlagen, was mit der Zeit zur Bildung von Schimmel und Feuchtigkeitsflecken in den Fugen von Tapeten, Fliesen, Fenstern beitragen kann. Durch den größeren Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur machen sich diese Probleme im Winter stärker bemerkbar als im Sommer. Da die Temperatur in der Küche besonders stark schwankt, kann es hier zu weitaus größeren Schäden als in anderen

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Foto: AEG

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Haube und Kochfeld müssen harmonieren. Erst wenn Art und GröSSe des Kochfeldes feststehen, sollte die entsprechende Dunstabzugshaube ausgesucht werden. Bei kalten Kochfeldern wie z. B. Induktion wird der Wrasen leicht nach außen getragen. In jedem Fall sollte die Haube breiter als das Kochfeld sein. Bei heißen Kochfeldern, Gaskochfeldern, steigt der Wrasen sehr schnell und durch die hohe thermische Unterstützung fast unsichtbar auf, aus diesem Grund können die Hauben in der gleichen Breite wie das Kochfeld geplant werden. Der empfohlene Abstand von der Haube zum Kochfeld liegt zwischen 65 cm – 75 cm, bei einem 75 cm breiten Kochfeld liegt die empfohlene Haubenbreite bei 90 cm. Ist das Kochfeld 90 cm breit, sollte die Haube eine Breite von 120 cm haben. Kochfelder sollen mittig unter der Haube angeordnet werden. Werden einzelne Kochmodule unterschiedlicher Art verwendet, sollten die heißesten Kochfelder in die Mitte gesetzt werden.

Räumen kommen. Zudem haben wir es in der Küche nicht nur mit Wasserdampf zu tun. Es gilt, den gesamten Wrasen, d.h. das Gemisch aus Fett, Feuchtigkeit und Feststoffen als auch Gerüche abzuführen. Je gründlicher desto besser, auch in Anbetracht dessen, dass es heute nicht nur geschlossene Küchenräume gibt, sondern zunehmend mehr Raumlösungen, in denen Küchen-, Essund Wohnbereich miteinander verschmelzen. Hier reicht ein „natürlicher Luftwechsel“, der durch das Öffnen eines Fensters aber auch durch die Luftzirkulation in der Wohnung oder dem Haus erfolgt, nicht mehr aus. Der Grund: Da der Wrasen durch ungeführte Luftströme abtransportiert wird, hat man keinen Einfluss darauf, wohin er geleitet wird. Schlimmstenfalls lagern sich sogar schwere Bestandteile des Wrasens auf Tapeten, Möbeln und anderen Gegenständen in der Küche ab. Da kann nur eine Dunstabzugshaube Abhilfe schaffen. Sie steht für einen „dynamischen Luftwechsel“. Ihre Aufgabe ist es, den Wrasen mittels eines geführten Luft-

stromes und dabei gleichzeitig Fett, Feuchtigkeit und Gerüche aus der Luft zu filtern. Übrigens, wer glaubt, er könne auf die Dunstabzugshaube verzichten, da Haus oder Wohnung bereits mit einer Lüftungsanlage ausgestattet sind, der irrt. Und auch von einer direkten Verbindung der Dunstabzugshaube in der Küche mit der Lüftungsanlage ist abzuraten. Küchen­abluft und Wohnungslüftung sind absolut autarke Lösungen. Bei parallelem Betrieb mit einer Wohnungslüftungsanlage muss die Dunstabzugshaube mit eigener Zuluft versorgt werden. Dafür reicht der Einsatz eines Zuluft-Mauerkastens. Eine Lüftungsanlage (100 bis 200 m3/h) läuft zwar rund um die Uhr und führt Feuchtigkeit und Gerüche aus der Wohnung ab, besitzt aber keinen Fettfilter. Die Dunstabzugshaube (300 bis 1000 m3/h Förderleistung) ist speziell für die Belastungsspitzen ausgelegt, die in Form von Fett, Gerüchen und Feuchte beim Kochen für nur einige Minuten täglich auftreten.

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Foto: Siemens

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Foto: BORA

6 Diese kompakte Kombination aus Kochfeld und Kochfeldabzug, Bora Basic, ist vorkonfiguriert und als Abluft- und Umluftsystem erhältlich. Zwei Ventilatoren im Inneren des Kochfeldes arbeiten parallel und flüsterleise. Die beweglichen Teile des Kochfeldabzugs lassen sich zudem simpel auseinandernehmen – ideal für die einfache Reinigung und Wartung. Einströmdüse und Edelstahlfettfilter können sogar in der Geschirrspülmaschine gesäubert werden.

7 Die versenkbare Tischlüftung von Siemens ist die ideale Lösung für alle Einbausituationen, in denen Blick­ achsenfreiheit gefragt ist. Gerade über Kochinseln bleibt die Weite des Raumes erhalten, denn im Ruhezustand ist die Esse so gut wie unsichtbar. Ihr Edelstahlrahmen wird in die Arbeitsfläche hinter dem Kochfeld eingelassen.

Umluft sollte wirklich nur ­eingesetzt werden, wenn Ablufttechnik überhaupt nicht möglich ist. Abluft und Umluft Je individueller die Architektur und Innenarchitektur, ­desto mehr Sorgfalt gilt bei der Planung einer Küche dem ­Thema Be- und Entlüftung, wie sie gemeinsam mit einer modernen Dunstabzugshaube gewährleistet werden kann. Zur Verfügung stehen zwei unterschiedliche Betriebssysteme, das Abluft- oder das Umluftsystem. In beiden Fällen nimmt die Dunstabzugshaube den Wrasen am Entstehungsort Kochstelle auf und filtert ihn. Doch wird er bei der Ablufttechnik nach draußen geführt, während er mittels Umluft wieder in die Küche zurückgeleitet wird. Ganz zu schweigen vom Wasserdampf, ihm hat die Umlufthaube überhaupt nichts entgegenzusetzen. Im Umluftbetrieb saugen Dunstabzugshauben den Wrasen durch ein Gebläse an. Danach wird er durch unterschiedliche Filter gereinigt und dann wieder zurück in den Raum geleitet. Fettpartikel und Gerüche werden auf diese Weise Abhilfe beseitigt. Was jedoch bleibt, ist die Feuchtigkeit. Immerhin entstehen beim Kochen ca. 0,5 bis 1 l Wasserdampf pro Gericht. Um sie abzulei-

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ten, hilft nur noch die Stoßlüftung. Ein Wärmeverlust in kalten Jahreszeiten ist damit unabdingbar. Es sei denn, das Haus verfügt über eine Lüftungsanlage, die im täglichen Dauerbetrieb Feuchtigkeit und Gerüche abführt.

Ein klares „Ja“ zu Abluft Die Ablufttechnik ist die beste Alternative, wenn es um ein gesundes Wohlfühlklima in der Küche geht. Mit Hilfe dieses Systems wird die gefilterte Luft ebenso wie die überschüssige Luftfeuchtigkeit über ein Rohr aus dem Küchenraum nach draußen transportiert. Das Gebläse sitzt dabei meistens in der Dunstabzugshaube selbst. Erhältlich sind jedoch auch Geräte mit externem Gebläse, das z. B. an der Außenwand montiert wird. Der Metallfettfilter, der zudem leicht zu entnehmen ist, um in der Spülmaschine gereinigt zu werden, sorgt dafür, dass sich kein schmieriger Film in der Küche und eventuell offen angrenzenden Räumlichkeiten ablagert. Langfristig gesehen, wirkt sich das auch positiv auf die Bausubstanz aus und hilft Bauschäden zu vermeiden.


Foto: Gutmann

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Richtig lüften

8 ABAJO, die neue Muldenlüftung von Gutmann mit Kochdampf-Eintritts­öffnung zwischen zwei Modulen. Über ein Abluftkanal­system werden die Kochdämpfe von der Kochstelle weg abgesogen. Das Modell bietet bei einfacher Hand­habung eine effektive Absaugung.

Richtiges Lüften bildet grundsätzlich eine wesentliche ­Voraussetzung um Schimmel zu verhindern. Studien des Instituts für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken (IEMB) zeigen, dass bis zu 22 Prozent der deutschen Wohnungen Feuchteschäden aufweisen und unzureichend belüftete Wohnungen ein um 60 bis 70 Prozent erhöhtes Risiko für Feuchte- und Schimmelpilzschäden haben. Hinzu kommen neue luftdichte Baukonstruktionen, die sogar von einer manuellen Fensterlüftung absehen. Wer keine Lüftungsanlage installieren kann oder will, muss durch das Öffnen von Fenstern selbst regelmäßig für Frischluft sorgen.

Damit Abluft jedoch einsetzbar ist, müssen einige Bedingungen erfüllt werden: ➜ Sowohl ein Wanddurchbruch als auch der Luftkanal sind absolut erforderlich ➜ Zuluft muss gewährleistet sein ➜ Der Abluftkanal sollte unabhängig von der Haus­ lüftungsanlage sein und auf direktestem Weg nach draußen geführt werden (Je kürzer der Abzugsweg, je größer der Rohrdurchmesser und je weniger Krümmungen am Rohr, desto besser ist die Wirkung.) ➜ Je nach Luftleistung gelten folgende Angaben für ­Abluftleitungen: 125 mm < 500 m3/h Luftleistung 150 mm > 500 m3/h Luftleistung ➜ Achten Sie auf einen energieeffizienten Mauerkasten (Blower-Door-Zertifikat) ➜ Informieren Sie sich über gesetzliche Bestimmungen wie z. B. die Feuerungsverordnung Dieser Artikel entstand mit fachlicher Unterstützung durch Alfred Bruns, Naber, Nordhorn.

Tipps zum richtigen Lüften ➜ Stoßlüftung. Darunter versteht man das weit geöffnete Fenster möglichst auch mit Durchzug zu einem anderen Fenster am anderen Ende der Wohnung. Auf diese Weise reichen meist fünf Minuten für den vollständigen Luftaustausch. ➜ Fenster kippen: Nicht zu empfehlen: Der Luftaustausch braucht etwa fünfmal länger als bei der Stoßlüftung. In der kalten Jahreszeit ist das problematisch, da die Frischuft in einige Wohnbereiche kaum vordringt, dafür aber Wand und Boden in Fensternähe stark auskühlen. Das erhöht das Risiko der Schimmelbildung und verschwendet in hohem Maße Energie. ➜ Lüften Sie vier- bis fünf mal täglich. Öffnen Sie die Fenster zusätzlich nach dem Duschen und Kochen, damit der Wasserdampf abziehen kann. ➜ Verbindungstüren zu anderen Räumen geschlossen halten. Halten Sie beim Duschen, Baden und Kochen die Verbindungstüren zur Wohnung geschlossen und öffnen Sie die Fenster anschließend. So verteilt sich die feuchtwarme Luft nicht in der ganzen Wohnung. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 75


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Wein mit Leib und Seele Die ausgezeichneten Weine des Markus Schneider „Entschuldigen Sie die Verspätung, aber die deutsche Botschaft in Bangkok hat gerade telefonisch ihre Weißweinbestellung aufgegeben, und man bekommt die Leute dort so schwer ans Telefon“, entschuldigt sich Markus Schneider. Der sympathische Pfälzer steht uns in Jeans und Kapuzenshirt gegenüber. So sieht er also aus, der Mann, der von ­profunden Weinkennern wie den Spezialisten des Gault Millau, des Feinschmeckers oder Stuart Pigott mehrfach ausgezeichnet wurde und zu den Spitzen-Winzern Deutschlands gehört.

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Gemeinsam setzen wir uns an die lange Tafel, an der ansonsten Weinverkostungen stattfinden. „Dieses Gebäu­ de haben wir 2005 erbaut“, erläutert uns der Hausherr. Die deckenhohen Fenster der geradlinigen Immobilie geben den Blick frei auf Rebreihen. „Die Einweihung haben wir damals mit über 1500 Gästen gefeiert,“ blickt Markus Schneider zurück. Die Fensterfronten waren zu diesem Anlass geöffnet worden und die internationalen Gäste feierten bei angenehmen Außentemperaturen bis in die frühen Morgenstunden auf der großzügigen Terrasse.

Im Einklang mit der Natur Markus Schneider ist ein Selfmade-Winzer. Seine Liebe zum Wein und vor allem seine Berufung zum Winzer kam erst mit der Zeit. „Ich kannte die harte Arbeit in den Weinbergen durch meine Eltern, die zwar Weinanbau betrieben, jedoch keine eigene Vinifikation hatten. Damals war ich zwangsläufig immer mit draußen und das nicht unbedingt immer mit viel Lust“, lacht er heute. Erst ein Schulpraktikum, das er als 14-Jähriger im Weingut Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim absolvierte, sollte dazu beitragen, dass er sich doch etwas mehr mit der Herstellung von Wein beschäftigte. „Ich wurde Weinküfer“, und erklärt, als er unsere verständnislosen Blicke wahrnimmt: „Ein Weinküfer hat nicht unmittelbar etwas mit der Fassbinderei zu tun. Sein Aufgabenbereich ist viel umfangreicher. Man befasst sich mit der Annahme und Kelterung der Trauben bis hin zur Steuerung und Überwachung der Gärung und des Weinausbaus. Zu den wichtigsten Erfahrungen des Weinküfers gehört jedoch auch die Fähigkeit den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, an dem der Wein seine optimale Reife erlangt hat.“ Und dass Markus Schneider dafür ein außergewöhnliches Gespür entwickelt hat, steht außer Frage: Beiläufig wirft er einen Blick zur Glastür, durch die der Gärkeller zu sehen ist: „Erst vorhin habe ich mich z.B. entschlossen, die Tanks, aus denen wir heute einen Teil des Hefedepots entnehmen wollten, des Aromas wegen noch etwas liegen zu lassen. Stattdessen werden wir bei anderen Tanks Hefe entnehmen, um das optimale Aromen-

spektrum zu erhalten. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass sich die organische Masse nicht zersetzt. Der Zeitpunkt, zu dem man eingreifen muss, ist, wie die Natur selbst, jedes Jahr anders“, betont der Weinkenner und ergänzt: „Obwohl ich selbst niemand bin, der sich an Mondphasen orientiert, haben diese doch Einfluss auf die Natur und damit auch auf den Wein. Alle roten Sorten, die wir vor drei Wochen geerntet haben, gären noch immer. Alle Trauben, die danach geerntet wurden, sind bereits durchgegoren und haben einen völlig anderen Geschmack. Die Masse in den Tanks orientiert sich nicht allein an dem, was ich im Keller mache, sondern auch an dem, was draußen passiert.“ Im Einklang mit der Natur verzichten Markus Schneider und sein Team auf den ­Einsatz von Herbiziden und setzen statt dessen auf sorg­ fältige Unterstockbearbeitung, auf organischen Dünger und auf die Einsaat verschiedener Gräser und Kräuter, die den Weinberg auf natürliche Weise stärken.

Vom soliden Ursprung bis zum Tohuwabohu Markus Schneider liebt es zu experimentieren und mit unterschiedlichsten Assemblages von Rebsorten neue Weine zu kreieren. Auszeichnungen und Belobigungen internationaler Weinkritiker belegen die Einzigartigkeit der Weine von Markus Schneider. Seine Weine sind so markant wie die Etiketten auf den Flaschen, die seine edlen Tropfen beschreiben. Schlicht, geradlinig, klar und ehrlich wie er selbst, versehen mit prägnanten Namen wie „Ursprung“, in dem sich internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot mit heimischen Rebsorten wie Portugieser und Cabernet Mitos vereinen. Oder „Alte Rebe“ oder „Kaitui“ oder „Black Print“, der die Aromen von St. Laurent, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Dorsa zu einer besonders leckeren Cuvée zusammenfasst. Seinen Namen hat der überwältigende Rote übrigens von seiner tiefdunklen Farbe, die schwarzer Tinte gleicht. Den „Hullaballoo“ hat der 37-Jährige seiner dreijährigen, sehr quirligen Tochter Josephine, kurz Fine genannt, gewidmet. Dieser Wein

1 Markus Schneider – „Eine der mir am häufigsten gestellten Fragen: Wo liegt Ellerstadt?“ Die Antwort: Ellerstadt liegt in der Pfalz, im Landkreis Bad Dürkheim.

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2 2–4 Auszeichnungen und Belobigungen internationaler Weinkritiker belegen die Einzigartigkeit der Weine von Markus Schneider. Schlicht, geradlinig, klar und ehrlich, versehen mit prägnanten Namen wie „Ursprung“, in dem sich internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot mit heimischen Rebsorten wie Portugieser und Cabernet Mitos vereinen. Oder „Kaitui“ oder „Black Print“, der die Aromen von St. Laurent, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Dorsa zu einer besonders leckeren Cuvée zusammenfasst. Seinen Namen hat der überwältigende Rote übrigens von seiner tiefdunklen Farbe, die schwarzer Tinte gleicht.

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wird getragen durch eine Mélange zweier der bedeutendsten Weißweinrebsorten der Welt, dem Sauvignon Blanc und dem Chardonnay. Seinen „Tohuwabohu“, einem Blend aus Merlot und Cabernet Sauvignon widmete er seinem nicht minder temperamentvollen sechsjährigen Sohn Nicolaus.

Markant für Gaumen und Augen Um solche außergewöhnlichen Cuvées zu kreieren, braucht man nicht nur Sachverstand, sondern auch Mut, werfen wir ein. Markus Schneider lacht: „Klar, den Mut der Verzweiflung!“ Dann wird er ernst: „Es war wirklich so. Als ich anfing, war kein Geld da. Alles, was ich hatte, befand sich in einem kleinen Keller: Ein Paar Tanks, einige Filter, Schläuche, aber kein Kapital und kein reicher Onkel in Amerika. Ich musste mir ja etwas einfallen lassen, wenn ich überleben wollte.“ Knowhow, Ehrgeiz, Idealismus und Phantasie sind die Attribute, die den jungen Winzer nach vorne trugen. Zuerst kam der Wein, dann die Idee diese Qualität unübersehbar in Szene zu setzen. „Meine Etiketten sollten so prägnant und wiedererkennbar sein, wie ein Nutella-Glas im Supermarkt. Selbst aus einer Distanz von zehn Metern sollte man unsere Weine bereits an der Optik erkennen.“ Und da zu Beginn seiner Selbständigkeit kein Weingut zur Verfügung stand, das er hätte abbilden können, nutzte er die Kraft von Wort und Schrift.

War das Weinmachen seine Bestimmung? „Ich weiß es heute nicht mehr“, und wieder muss er lächeln. „Ich wollte nur nicht zur Müllabfuhr. Ich meine, die Müllabfuhr ist ja wichtig, aber meine Mutter hat mir früher immer damit gedroht: „Du landest mal bei der Müllabfuhr, wenn Du nichts lernst.“ Wie gesagt, mein Interesse für den Weinbau hat sich erst langsam entwickelt.“ 78 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE


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4 Als sich Markus Schneider entschloss, eigene Weine zu kreieren, orientierte er sich überwiegend am internationalen Weinbau. Hier war die Komposition unterschiedlicher Rebsorten bereits erfolgreich. „Auch der Klimawandel macht einen länder- und sogar konti­ nenteübergreifenden Austausch von Reben möglich. Durch die derzeitige Erwärmung des Klimas gedeihen hier Merlot, Shiraz, Cabernet. Aber“, schränkt er ein, „in diesem Jahr hat uns die Natur gezeigt, dass der Anbau dieser Rebsorten wirklich nur hier klappt“, und er deutet auf die umliegenden Weingärten. „Unsere Versuche diese Rebsorten auch in Richtung Berghang auszudehnen, sind misslungen. Dort ist es zu kühl. Wir müssen einfach auf das Mikroklima achten. Wir haben nur kerngesundes Lesegut verarbeitet und dadurch 30 Prozent der Ernte weggeworfen. Das ist ungefähr mit einer Gehaltskürzung von 30 Prozent zu vergleichen. Man kann über die Natur nicht bestimmen“, weiß er. „Es ist nun einmal so, die letzten drei Jahre waren top und jetzt ist es eben mal nicht so ertragreich. Der Qualität hat das Ganze jedoch keinen Abbruch getan, sie liegt auf höchsten Niveau.“

Auf die erste folgt die zweite Flasche ... Von einer Kompensation durch ein Anheben der Preise sieht Markus Schneider ebenso ab wie von einer Preisbildung nach Jahrgängen. „Unsere Weine sind weder billig noch teuer und wir reagieren in unserer Preisgestaltung nicht auf Jahrgänge“, betont der ambitionierte Winzer. „Als Geschäftsmann, so erklärt er, „muss man bewusst planen. Ein Jahrgang sollte im Verkauf sein, ein weiterer auf Lager- und der dritte wenn möglich auf dem Konto liegen. Solange man das so handhabt, kann man ein schwächeres Erntejahr auch mal verkraften.“ Und das, obwohl die Weine von Markus Schneider zwar zu den

besten, nicht aber zu den teuersten der Welt gehören. Darauf legt der bodenständige Pfälzer auch sehr großen Wert. „Unser Wein ist so gut, dass er es auf die besten Weinkarten Deutschlands geschafft hat und mittlerweile auch im Ausland mehr und mehr Liebhaber findet. Er wird bei wichtigen Anlässen mit Stolz präsentiert und viele Menschen, die unsere Weine kennen, greifen bei einem guten Essen gerne zu unseren Produkten. Und wenn eine Flasche getrunken ist, öffnet man eben die zweite, ohne überhaupt an eine Alternative zu denken. So lange uns das gelingt“, betont er, „machen wir alles richtig. Die Lust auf die zweite Flasche soll erhalten werden.“

Sturmerprobt und erdverwachsen Markus Schneider verspürt vor allem die Lust, Wein, sein Unternehmen und sich weiterzuentwickeln. Das Gebäude, in dem wir uns gerade befinden, will er bis 2015 um einen weiteren Neubau ergänzen. „Von 1994 bis zum Abschluss des Neubaus in zwei Jahren haben meine Familie und ich dann rund 15 Millionen Euro investiert und das ohne Agrarsubventionen und ohne dass Banken oder ein Investor uns in die Enge drängen könnten“, erklärt er uns stolz. „Sicher, ein Geschäft ohne Risiko gibt es nicht. Wenn wir morgen nur noch ein Drittel verkauften, würde die Luft langsam dünne. Aber wenn wir morgen nur noch ein Drittel verkaufen, verkaufen die anderen gar nichts mehr“, Markus Schneider grinst verschmitzt. Große Krisen hat der Unternehmer bereits überlebt. „Nach dem 11. September kamen weltweit Hotels und Restaurants in Schwierigkeiten“, erinnert er sich. „Und in 2009, dem Jahr der Wirtschaftskrise, da konnten wir unseren Umsatz um zehn Prozent steigern. Das hatten wir unseren Investitionen in 2005 und 2007 zu verdanken, die dann griffen. Das hat mich darin bestätigt, antizyklisch zu investieren.“ A + K  | 79


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5 5+6 KELLEREI NEU mit INNENHOF: Gemeinsam entwickelt mit Prof. Gräf Architekten GmbH, Kaiserslautern. www.graef-kl.de

Avantgarde im Weingarten Stolz erläutert uns der „Visionär du Vin“ sein Bauvorhaben, das schnörkellose Architektur des Bauhausstils mit der Schönheit der Natur vereint. Eine Allee mit Säulen­ eichen führt über das Grundstück, auf dem Tradition und Moderne eine solide Einheit bilden. „Der gesamte hintere Gebäude-Komplex, der in den kommenden zwei Jahren entsteht, wird unterkellert“, erläutert er uns sein Vorhaben. „In den Kellergeschoss bringen wir unsere gesamte Technik unter. Außerdem werden wir hier einen zweiten Verkostungsraum einrichten

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und ein Weinarchiv anlegen. Der fensterlose Raum dafür ist 18 Meter lang und 4 Meter breit und nur durch eine Steintür begehbar. Gelagert werden können hier rund 20000 Flaschen von uns und von befreundeten Weingütern. Im Keller des zweiten Gebäudeblocks liegen die Holzfässer, die nahezu alle Rotwein beinhalten. Der obere Bereich wird zum Flaschen- und Versandlager. Wenn ein Kunde heute bei uns bestellt, erhält er in Deutschland innerhalb von 24 Stunden seine Ware. Service und Lieferzuverlässigkeit sollte man heute nicht vernachlässigen.“ Im Loft im oberen Teil des Gebäudes, mit Blick über die Weingärten, entsteht eine Profiküche, die mindestens ebenso designorientiert und puristisch sein wird wie das Gebäude selbst. „Wir bekommen eine Bulthaup B3 Küche ausgestattet mit semiprofessionellen Einbaugeräten von Gaggenau.“ Apropos Kochen: Auf keinen Fall in Vergessenheit geraten soll der große Outdoorgrill, der Bestandteil einer gemütlichen Terrasse sein wird. „Da passt viel Fleisch drauf“, freut sich Markus Schneider bereits. Gute Küche und guter Wein sind für ihn untrennbar. Zu seinem Freundeskreis gehören nicht umsonst prominente Köche wie Tim Raue oder Stefan Marquard. Mit dem einen oder anderen Kochevent wird der Weinmacher seine Gäste also sicher noch überraschen. Zu den Liebhabern seiner Weine gehören Privatkunden ebenso wie der gut sortierte Wein- und Feinkosthandel wie das Haus Dallmayr oder renommierte Restaurants wie die Sansibar und Hotels zu Hause ebenso wie in London, Stockholm, Paris oder Bangkok.

Die Welt ist bunt Markus Schneider handelt weitsichtig. Vielleicht ist es gerade die unkonventionelle Art des sympathischen Pfälzers, die ihn so erfolgreich macht. Ideen gehen ihm nie aus: Sein Interesse für den Anbau und die Kreation von Weinen geht weiter über die Grenzen Deutschlands hinaus. Gemeinsam mit dem befreundeten afrikanischen Winzer Danie Steytler vereinbarte er das Joint-Venture


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Vet Rooi Olifant, dessen Name auch gleichzeitig die hier gemeinsam kreierten Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Pinotage beschreibt. Der Wein ist eine Hommage an die vielseitige Landschaft Afrikas zwischen Löwenkopf und Tafelberg, die von mächtigen Granitfelsen geprägt ist, die in der Sonne wie dicke rote Elefanten schimmern. Natürlich geht es bei Markus Schneider in erster Linie um den Inhalt seiner Flaschen, aber auch die Ausstattung der Weine zieht immer wieder die Blicke von Schöngeistern und designaffinen Menschen auf sich. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass er nun gemeinsam mit seinem südafrikanischen Partner Danie Steytler jr. für den Wein Vet Rooi Olifant mit dem iF communication design award 2013 ausgezeichnet wurde. Auch die Vermarktungsform des märchenhaften „Hensel und Gretel“-Weins, den Markus Schneider gemeinsam mit seinem Freund und Marktbegleiter Thomas Hensel kreierte, ist noch nicht ausgereizt. „Wir haben einfach nicht genug Zeit“ bedauert er. Hensel und Gretel gibt es sowohl als Weißwein-Cuvée auf Basis von Weiß- und Grauburgunder als auch als reinsortigen Cabernet Sauvignon in Rot sowie einen Süßwein. Die Weinflaschen, gelabelt und mit Märchenmotiven versehen, fallen sofort ins Auge. Hensel und Gretel, diese Marke eignet sich hervorragend für den Export. Dieses Märchen kennt die ganze Welt, da ist sich Markus Schneider sehr sicher. Die Geschichte von Markus Schneider und seinen Weinen liest sich ebenfalls wie ein modernes Märchen, gespeist aus Kompetenz, Mut und Kreativität. Markus Schneider ist ein Querdenker, der statt auf Verbände auf Freundschaften setzt. Ein Mann, der Wettbewerber schätzt und respektiert aber nicht fürchtet. Und was seine Weine anbelangt, verfügt er über die Gabe handwerklichen Geschicks, intuitiven Erkennen des Zeitgeists und der richtigen Nase für das Besondere. Die edlen Tropfen aus dem Weingut Markus Schneider machen bereits Furore in der Welt.  www.black-print.net

Weingut Schneider Rebfläche: 92 ha Rebflächenverteilung: 50% weiß, 50% rot bestockt Rebsorten weiß: Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Viognier Rebsorten rot: Spätburgunder, Merlot, St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Portugieser Durchschn. Hektarertrag: 60 hl/ha Durchschnittliche Jahresproduktion: 720 000 Flaschen

7 Markus Schneider und sein Winzerteam

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Foto: Riedel

Die Architektur des Glases

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Auch das Glas hat eine Architektur, basierend auf Kelch, Stiel und Bodenplatte. Das Verhältnis dieser drei Komponenten entscheidet über die Proportion eines Glases. Je ausgewogener die Balance zwischen der Größe des Kelches, der Höhe des Stieles und der Breite der Bodenplatte, desto perfekter das Design. Zeitlose Klassiker der Tischkultur werden von dieser „goldenen Regel“ bestimmt. Das Glasdesign der 1920er Jahre wurde maßgeblich von den Wiener Architekten Loos, Hoffmann und Ertl beeinflusst. Um Farbe, Klarheit und Konsistenz eines Weines festzustellen zu können, ist ein farbloses, undekoriertes Glas das beste Instrument. Eine dünne Wandstärke dient der unmittelbaren Temperaturwahrnehmung. Ist die Wandstärke zu dick, überträgt sich die Temperatur des Glases auf das Getränk. Schwenkt man das Weinglas, vergrößert sich die Verdunstungsoberfläche, so dass sich Vielfalt und Stärke der Aromen schneller entwickeln können und so der Duft eines Weines verstärkt wird. Die intensive, komplexe Geschmacksempfindung entsteht erst durch das Zusammenwirken von Geschmack und Duft. Frucht, Säure, Tannin und Alkohol sind die variablen Geschmackskomponenten eines Weines. Das Glas als „Instrument“ des Trinkgenusses ist verantwortlich für den Gleichklang und die Ausgewogenheit aller Komponenten. Bei der Verkostung von Weinen, trocken oder süß, ist das Spiel von Frucht und Säure auf der Zunge sehr wichtig. Mit dem richtigen Glas kann dieses Verhältnis harmonisch eingestellt werden.

2 Dekanter für Rot- und Weißwein in elegantem Design

Foto: Riedel 82 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

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Foto: Schott Zwiesel

1 Der neue Dekanter „BOA“ ist ein Meisterstück der Glasmacherkunst aus dem Hause Riedel. Der spiralförmige Dekanter ist so konzipiert, dass er stehend gefüllt werden kann. Seine abstrakte Form erinnert zunächst an ein Kunstobjekt. Dennoch erfüllt Boa die hohen Ansprüche von Riedel Glas: „Die Form folgt der Funktion“. Durch die Länge der Spirale wird der Wein besonders intensiv belüftet.


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Keller oder Weinklima-Schrank? Ganz nach Belieben

Foto: Liebherr

Wein bietet Lebensqualität. Für den vollendeten Genuss guter Tropfen sind konstante Temperaturen in Verbindung mit der richtigen Luftfeuchtigkeit erforderlich. Das volle Aroma der Weine wird erst durch die richtige Temperatur entfaltet. Die einen gewährleisten das durch den eigenen Weinkeller. Die anderen bedienen sich eines Weinklimagerätes. Um den vollen Geschmack des Weines genießen zu können, ist die richtige Lagerhaltung von Weinen, egal ob Weiß-, Roséoder Rotwein, von großer Bedeutung. Das Lagerungs- oder Alterungspotential der Weine ist abhängig von der Art, der Sorte, der Art wie die Reben bewirtschaftet und gepflegt werden, des Ausbauverfahrens und der Lagerungsbedingungen. So tragen beispielsweise Süße, Säure und Tannine zu einer höheren Lebenserwartung von Weinen bei. Rotwein hat ein höheres Alterungspotential als Weißwein und Rosé. Begründet liegt das darin, dass Oxidation bei Rotwein gewollt, bei Weiß- und Roséwein in ausgeprägter Form jedoch unerwünscht ist. Edelsüße Weine mit extremen Süße- und Säurewerten haben das wohl größte Lagerungspotential. Durchschnittlich können normale Rotweine vier bis fünf, einfache Weißweine und -Roséweine zwei bis drei Jahre alt werden. Spitzenprodukte können, vorausgesetzt, die Lager­bedingungen stimmen, doppelt so alt werden. Die optimalen Bedingungen für den Wein bietet ein ­kühler, ruhiger Keller mit konstanten Temperaturen zwischen 13 °C bis 14 °C. Sonne wirkt sich negativ auf Aroma und Farbe des Tropfens aus. Auch sollte man darauf achten, dass weder Obst und Gemüse noch sonstige stark riechende Dinge wie zum Beispiel Farben in der Nähe deponiert werden. Starke Außengerüche

können sich auf den Wein übertragen. Auch die Luftfeuchtigkeit ist bei der Lagerung von Wein nicht zu vernachlässigen. Insbesondere bei Weinflaschen, die mit Naturkorken verschlossen sind sollte auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit im Lagerraum geachtet werden. Luftfeuchtigkeitswerte unter 50 Prozent und über 75 Prozent können dem Korken schaden und damit auch dem Wein. Optimal ist eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70 Prozent. Bei ausreichender Luftfeuchtigkeit kann Wein übrigens auch stehend gelagert werden.

Absolut salon-fähig: die neuen Weinklimageräte Mit den neuen Weinklimageräten ist man räumlich doch etwas flexibler. Zu schön als im Keller aufgestellt zu ­werden, avancieren sie vielmehr in jedem Wohnraum zum absuluten Eyecatcher. Zudem garantieren sie optimale Lagerung und bestmögliches Klima für die edlen Tropfen: Die besonders leisen Vinidor-Geräte von Liebherr z. B. bieten viel Platz für die Lieblingssorte, die jederzeit in perfekter Serviertemperatur zur Verfügung ­ steht. Die Temperatur bei den Weinklimaschränken und den Ge­räten der Vinidor-Linie lässt sich je nach Wunsch im ­Bereich von +5°C und +20°C individuell einstellen. Die Weine lagern vibrationsarm auf ausziehbaren Holzborden. Bei der energieeffizienten Neuheit mit ­ zwei Zonen, WTes 5972 können 211 Flaschen, beim WTes 5872 mit drei Zonen können 178 Flaschen perfekt gelagert ­werden.  www.liebherr.com/HG ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 83


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Der Verführer Alex Kühn, der Selfmade-Chocolatier

Christoph Kolumbus dürfte Alex Kühn gleich in zweifacher Hinsicht begeistern. Zum einen als Seefahrer und zum anderen als Entdecker der Kakaobohne. Wer im malerischen Erfurt über die Krämerbrücke mit ihren historischen Häuschen und Gemäuern schlendert, trifft schon bald auf die kleine Schokoladenmanufaktur mit dem geschichtsträchtigen Namen „Goldhelm“, Inhaber Alex Kühn.

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1 Schokoladen Manufaktur nicht nur dem Namen nach: Alex Kühn (Mitte) mit seinem Team bei der Arbeit 2 Hier ist die Goldhelm Schokoladen Manufaktur zu finden: Die Krämerbrücke in Erfurt ist übrigens die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. 3 Jede Praline ein Unikat

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Foto: Barbara Neumann © Erfurt Tourismus und Marketing GmbH

Die Schokolade duftet verlockend und viele Passanten nutzen die Möglichkeit, in dem kleinen Café, das wie selbstverständlich zur Manufaktur dazugehört, zu verweilen. Im Sommer ist es die Schokolade zum Löffeln, im Winter die heiße Schokolade. Alle Kreationen von Alex Kühn werden aus einer Criollo Peru in Grand Cru-Qualität und Bio hergestellt, die als eine der edelsten aller Kakaosorten gilt, da die Bohnen wenig Bitterstoffe und einen nur geringen Säuregehalt aufweisen. Fast das komplette Sortiment ist sojalecithinfrei. Bio-Schokolade höchster Güte, die zum Genießen und Verweilen einlädt. Von der gläsernen Werkstatt in der Kreuzgasse hat man den schönsten Blick auf die Brücke. Hier arbeitet ein junges Team mit viel Hingabe an feinsten Schokoladenspezialitäten.

Den kreativen Kopf des Ganzen erkennt man sofort: Die Schieberkappe ist das unverkennbare Markenzeichen des 40-Jährigen. Wer der Versuchung seiner Schokoladen-Variationen erliegt, kann oft kaum glauben, dass der Créateur de Chocolat aus Erfurt eigentlich Werbegrafik gelernt und sich die Kunst des Chocolatiers selbst beigebracht hat.

Der Schokoladenmacher aus Erfurt

Fotos: Goldhelm Schokoladen Manufaktur

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Immer wieder muss er die Geschichte von Alex dem Abenteurer erzählen, der sich nach der Wende mit seinem Bruder mit einem One-Way-Ticket aufmachte, um Australien zu entdecken, und sich dort als Tellerwäscher und Küchenhilfe über Wasser hielt. Das ging solange

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Eine der Illustra­ tionen aus der Feder von Alex Kühn, die sich auch auf den Verpackungen wiederfinden.

gut, bis die beiden etwas ereilte, gegen das es kein Heilmittel gibt, das Heimweh. Zurück in Erfurt wollte er, was er nach der Rückkehr nach Deutschland in einem französischen Restaurant im Eichsfeld begonnen hatte, weiter entwickeln: Er wollte Schokolade machen, und zwar nicht irgendwo, sondern in einem der mittelalterlichen Häuschen auf der Krämerbücke, dem Wahrzeichen der Stadt Erfurt. Die Krämerbrücke ist übrigens die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Hier finden sich Galerien und Lädchen mit handbemalter Keramik, Lauschaer Glas, Schmuck, Holzschnitzereien sowie unter anderem Unstrut-Weinen, und laden zum Innehalten und Entdecken der Historie ein. Für Alex Kühn die ideale Umgebung für seinen Start in das Handwerk des Chocolatiers. Also setzte er sich mit den Verantwortlichen der „Brückenstiftung“, die sich seit 1996 für den Erhalt einsetzt, in Verbindung und stellte ihnen sein Anliegen vor. Und, was er kaum glauben konnte, wurde wahr: Er bekam das „Haus zum güldenen Helm“ für seine Goldhelm Schokoladen Manu­ faktur.

Mit bloSSer Hände Arbeit In seinen Anfängen hatte der junge Schokoladenmacher keinen Cent zu viel in der Tasche. Eigentlich nicht einmal genug, um seine Werkstatt 86 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

mit dem notwendigen Handwerkszeug auszustatten. Nicht einmal für Formen war Geld da. Doch das Glück gehört dem Tüchtigen. Ein guter Geist schenkte ihm eine Marmorplatte. Zugute kam ihm hier die Eigenschaft des Natursteins, Kälte als auch Wärme abspeichern zu können. So konnte er die von ihm kreiierte, flüssige Schokolade temperieren. Er nahm also die flüssige Masse, zog sie auf der Marmorplatte aus und ließ sie trocknen. Die Formen, die auf diese Weise entstanden, waren immer anders und dadurch so eigen und ausgeprägt, dass sie schon bald als „Goldhelm“-Schokoladenform wahrgenommen wurden.

Experimentieren ja, aber auf hohem Qualitätsniveau Seit dieser Zeit entspringen dem Schokoladenmacher täglich neue Ideen. Seine eigene Stimmung steht dafür ebenso Pate wie die jeweilige Jahreszeit, zu der er seine Kreationen von Hand schöpft: Kakao trifft in der Manufaktur auf Zutaten wie Balsamico, oder auch Spargel, Mohn, Rosenblüten, Tonkabohnen, mallorquinische Orangen, Quitten, edle Nüsse oder auch erlesene Weine und Brände. Wenn immer möglich, bedient er sich dabei je nach Saison an Kräutern, Früchten und anderen Naturprodukten der Region, die er selbst pflückt. Seiner Experimentierfreude ist Alex Kühn ebenso treu geblieben wie seiner Liebe zu der Basis all seines Schaffens, der Kakaobohne. Wie kaum ein anderer schmeckt er den Unterscheid zwischen einer guten und einer schlechten Kakaobohne. Solch hochwertige Kakaobohnen, wie er sie verwendet, so erklärt er, „wachsen nicht an jeder Ecke.


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Grappa-Zimt-Trüffel mit Zitronenzesten Zutaten 300g dunkle Schokolade (70 % Kakao mindestens), z.B. eine Packung Goldhelm Trinkschokolade in der Tüte ½ Tasse Sahne (100 ml) ½ Teelöffel Zimt 1 doppelter Grappa (4 cl) Zitronenzesten einer Zitrone (Bio-Qualität) Kakaopulver

Zubereitung Die Schokolade in leicht warmer, nicht kochender Sahne(!) auflösen. Zimt, Grappa, Zitronenzesten hinzufügen und glatt rühren. Wichtig: Die Konsistenz dieser Creme muss bei Körpertemperatur (Fingerprobe: man spürt, nicht zu kalt und nicht zu warm) wie ein frisch angerührter Pudding sein. Ist sie zu fest, einfach etwas Grappa und Sahne hinzufügen. Ist sie zu flüssig, noch etwas Schokolade dazugeben. Die Schüssel über Nacht oder für zwei Stunden im Kühlschrank stehen lassen. Mit einem kleinen Löffel aus der festgewordenen Creme kleine Kugeln abstechen und in Kakaopulver wälzen. Nicht vergessen: die Schüssel auslecken und kein Auto mehr fahren!

Alex Kühn’s Rezept-Tipp für die kalte Jahreszeit Man muss sie suchen.“ Und er fand sie. Der Boden, das Klima, die Fermentation und das Röstverfahren beeinflussen die Aromafülle einer Schokolade. Als Verfechter des Fair Trade bezieht er seinen Kakao von bio-zertifizierten Plantagen in Peru, von Plantagen die er selbst besucht und kennt. „Dabei achte ich nicht nur auf den schonenden Umgang mit dem von mir benötigen Rohstoff, sondern auch darauf, dass die Menschen, die dort arbeiten, das in einem guten Arbeitsumfeld tun können. Mit den hier angebauten hochwertigen Kakaobohnen bedient er die unterschiedlichsten Geschmäcker der Schokoladen-Liebhaber, ob Bitter, Zartbitter-, Vollmilchoder der weißer Schokolade, deren Aroma ebenfalls durch die Qualität der Kakaobohne mit beeinflusst wird. Dabei achtet er zudem auf den sanften Umgang mit Gewürzen. Denn wie bei einem guten Essen kann man auch das Eigenaroma der Schokolade durch falsches Würzen übertönen. Eine gute Schokolade, so weiß der Chocolatier, schmeckt lange nach. Erst dann sollte der Geschmack des Gewürzes dazu kommen.

Ein Gläschen Wein gefällig Viele der Gäste im Café genießen es, wenn sich Alex Kühn des Abends spontan zu einem Gespräch zu ihnen setzt, oder sie mit Gitarrenmusik und seinem angenehmen Gesang unterhält. Dass es hier nicht unbedingt bei der Schokolade bleibt, sondern dass bei einer solchen Stimmung auch der Geist des Weines geweckt sein will, versteht sich von selbst. Und dann kann niemand mehr sagen, ob der zarte Schmelz, die unvergleichliche Süße oder die feine Würze nun zum Wein oder zur Schokolade gehört. Wein und Schokolade haben weitaus mehr gemeinsam,

als allgemein angenommen. Die beiden eigenständigen Charaktere lassen sich wunderbar miteinander kombinieren und ermöglichen als Duo sogar völlig neue Genusserlebnisse. Diese Erkenntnis hat sich Alex Kühn schon lange erschlossen: „Wenn man es richtig machen will, dann sollte man sich nicht nur oberflächlich nach aufgestellten Regeln richten, sondern wieder lernen, wirklich die natürlichen Dinge zu schmecken und Freude dabei haben.“ Selbst erleben kann man das während der wöchentlich stattfindenden Abendveranstaltungen, zu denen neben den Seminaren zum Thema Schokolade und Wein auch Pralinenkurse und das legendäre Goldhelm-Abenddinner gehören.

Manufaktur aus Überzeugung Alex Kühn und seine Schokoladenträume sind zu einer Marke geworden. Innerhalb von nur acht Jahren wurde aus der One-Man-Show ein Unternehmen mit 30 Angestellten. Die Menschen, die in der Stadt leben oder die sie als Tourist besuchen, tragen den Namen Goldhelm unwillkürlich über die regionalen und nationalen Grenzen hinaus. Obwohl die Nachfrage nach seinen Schokoladen-Kreationen steigt und sogar Kaufhäuser mit dem Selfmade-Chocolatier aus Erfurt ins Geschäft kommen wollen, bleibt Alex Kühn seinem ManufakturGedanken treu und lehnt ab. Seine Produkte bleiben handgemacht. Das gilt ebenso für seine mittlerweile zweite Chocolaterie, die sich, wie könnte es anders sein, ganz in der Nähe der Krämerbrücke befindet. Auch hier ist die Verpackung der süßen Verführungen nicht minder markant als ihr Inhalt, dafür sorgt der gelernte Werbegrafiker mit seinen Illustrationen.

www.goldhelm-schokolade.de ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 87


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Botschafter des echten Kaffees

Fotos: murnauer kaffeerösterei

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Thomas Eckel, Kaffeeröster in Murnau, ist einer der versiertesten Kaffee-Sommeliers Deutschlands


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Wer sich für guten Kaffee jenseits der Supermarktregale interessiert und ein entsprechendes Geschmackserlebnis erwartet, für den sind Sorten aus kleinen Handwerksröstereien wie die von Thomas Eckel in Murnau ein Muss. Hier kann man Kaffee nicht nur kaufen, man kann sich über seine Herkunft, sein Aroma und seine unterschiedlichen Zubereitungsarten informieren und natürlich kann man ihn in dem kleinen unmittelbar angegliederten Kaffeehaus auch genießen. Wussten Sie, dass Kaffee in rund 400 Regionen der Welt angebaut wird? Entsprechend unterschiedlich entwickeln sich die Inhaltsstoffe, die die Basis des späteren Aromaprofils der gerösteten Bohnen bilden. Man kann kaum glauben, dass das Aroma eines Röstkaffees aus rund 800 Einzeldüften besteht. Das Spektrum reicht von nussig über schokoladig bis hin zu blumig, ja sogar Nelke, Pfeffer oder Aprikose werden wahrgenommen. Solche Bouquets bis in die Tiefe zu genießen, kann man lernen und zwar am besten von Menschen, die Kaffee lieben und leben, Menschen, die wissen wie und welche der über 70 unterschiedlichen Arten geschmacklich harmonieren: Experten wie Thomas Eckel.

Kaffeesommelier aus Passion Irgendwie könnte man an eine Art Bestimmung glauben, wenn man sich die Vita von Thomas Eckel, einem der besten Kaffeeröster und der erste Q-Grader Deutschlands so anschaut. Der gelernte Banker und studierte Betriebswirt kam mehr oder weniger per Zufall auf den Kaffee. Thomas Eckel arbeitete für ein Softwareunternehmen und hatte sich einen Urlaub redlich verdient. Man schenkte ihm überraschend zwei Flugtickets. Das Reiseziel durfte er sich aussuchen. Das Schicksal wollte es, dass er Hawaii wählte und die Reise gemeinsam mit seinem Vater antrat. Hawaii und Kaffee – fragt man sich. Bis dato wissen nur Kenner, dass der hawaiianische Kona-Kaffee für Kaffee-Gourmets sogar eine Legende darstellt. Eine Legende, die für Thomas Eckel während einer Erkundungstour wahr wurde. Er sollte erfahren, dass die traditionellen Schattenbaumkulturen einen der weltweit begehrtesten Kaffees hervorbringen. Ein kleines Tässchen, zu dem ihn einer der Kaffeebauern einlud, genügte, um ihn ein für alle Mal für den üblichen in Deutschland erhältlichen Kaffee zu verderben. Dennoch mussten noch einige Jahre vergehen, bis er auf die Idee kam, selbst Kaffee zu rösten. Aber wie wird man Kaffeeröster? In Deutschland gab es diesen Berufszweig kaum noch. „Ich beschloss also, meine Ausbildung Chef-Diplom-Kaffeesommelier in Wien bei Prof. Edelbauer am Institut für Kaffee-Experten-Ausbildung zu

Thomas Eckel: „Die Kaffeebauern versuchen sich immer mehr vom Massenmarkt zu lösen und direkt Kontakt zu einem Röster aufzubauen. Damit das gelingt, muss der Kaffee bei weitem besser sein als nur durchschnittlich.“

absolvieren“, erklärt er. „Die Ausbildung besteht aus drei Teilen, und wenn man sich etwas bemüht, schafft man es in einem Jahr“, was Thomas Eckel bewies. Der Vorteil: „Als Kaffeesommelier erhält man nicht nur Einblicke in die Verkostung des Kaffees, sondern lernt auch sehr ausführlich, worauf es beim Kaffeerösten ankommt, bzw. welche Kaffeesorten wie zu rösten sind.“ Die erste Hürde war genommen. ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 89


genuss

1 1+2 das traditionelle Trommelröst-Verfahren holt das volle Aroma aus den Bohnen heraus und lässt den Kaffee maximal bekömmlich werden.

„Der „Direct Trade“-Philosophie f­olgend, ­wollen wir nicht nur direkt von der Plantage einkaufen, sondern auch direkt vor Ort sein.“ Thomas Eckel, Jurymitglied des „Cup of Excellence“

„Cup of Excellence“ Doch wer den ehrgeizigen Kaffeespezialisten kennt, der weiß nur zu gut, dass ihm sein Fachwissen bei weitem noch nicht ausreichte. Er sog Fachliteratur auf wie ein Schwamm, um sich dann der wohl schwierigsten Kaffee-Experten-Prüfung der Welt, sie dauerte übrigens ganze sieben Tage, zu stellen, der des Q-Graders. Dieses Zertifikat, vergeben durch das Quality Institute in Long Beach, California, befähigt ihn seitdem Kaffee zu begutachten und auf seine Qualität hin zu bewerten. Schon bald war er Mitglied in der Jury des „Cup of Excellence“, um gemeinsam mit 23 Mitjuroren die jeweils besten Kaffees eines Landes auszuzeichnen. Die Welt der Kaffeedistributoren stand ihm offen und der Grundstein für die eigene Rösterei war gelegt. Sie entstand übrigens vor fünf Jahren in einer einfachen Lagerhalle. Geröstet wurden hier ausschließlich Kaffeebohnen der Plantagen, die er persönlich kannte, von deren Qualität er überzeugt war. Anfänglich verkaufte er rein über seinen Internetshop. Zu den Kunden des Grand Seigneurs des Kaffees gehörten schon bald Privatkunden als auch Gastronomen. Seine Nachbarn bauten das Geschäft, ganz ohne es zu wollen, aus. Durch den Duft des gerösteten Kaffees angezogen, baten sie kleine Kostproben in Form eines Tässchens Kaffee und nur allzu oft blieb es nicht bei einer Tasse, man saß unterhielt sich und so entstand peu à peu auch noch ein kleines Kaffeehaus, dessen Gemütlichkeit seines gleichen sucht. Dafür bürgt der Chef persönlich. Und der frische Kuchen kommt von Angelika Eckel, der Gattin des Sommeliers. 90 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

Gemeinsam zu Qualität und Fair Trade Wenn Thomas Eckel einmal in nicht in seiner Rösterei ist, dann besucht er die Kaffeeplantagen, von denen er seine Bohnen bezieht. Er weiß ganz genau, aus welcher Kaffee-Finca welche Bohnen stammen. Der Q-Grader wählt die Plantagen, mit denen er zusammenarbeitet nicht nur nach der Qualität der Kaffeebohnen aus. „Ich informiere mich vor Ort über Faktoren wie Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen“, betont er. Der „Direct Trade“-Philosophie folgend, wollen wir nicht nur direkt von der Plantage einkaufen, sondern auch direkt vor Ort sein. Während unserer regelmäßigen Besuche sprechen wir auch über Veränderungen. Der Kaffeemarkt ist in Bewegung, nicht nur beim Kaffeetrinker, sondern auch bei den Kaffeebauern. Sie versuchen sich immer mehr vom Massenmarkt zu lösen und direkt Kontakt zu einem Röster aufzubauen. Das ist gar nicht so leicht, denn um sich von der Masse lösen zu können, muss der Kaffee bei weitem besser sein als nur durchschnittlich“, schildert er die Problematik. „Man bemerkt, dass Kaffeebauern experimentieren, welche Kaffeevarietät wird wo auf der Plantage angebaut, wie und was wird geerntet, bzw. aufbereitet. Alles Faktoren, welche den Geschmack in der Tasse gravierend beeinflussen. Auf den Qualitätskaffeeplantagen“, so erklärt er, „ist seit Jahren der Nachhaltigkeitsgedanke eingezogen. Es ist immer wieder erstaunlich welche Artenvielfalt man vorfindet. Diese Artenvielfalt an Pflanzen bietet auch eine neue Heimat für Tiere. So finden sich dort viele Nützlinge, die die Schädlinge der Kaffeepflanzen auf ihrem Ernährungsplan haben. So wie auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet wird, verhält es sich auch mit der Vermeidung von Herbiziden. Es gibt einige Kräuter, die als Phosphorspender verwendet ­werden.“


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2 3 Kein Blend sollte blenden? Thomas Eckel darf seine Kaffees mit der Bezeichnung „Single Finca“ labeln. „Single Finca bedeutet, dass der Kaffee von nur einer einzigen Kaffeeplantage kommt. Also keine Mischungen verschiedener Plantagen, Regionen oder sogar Länder“, erläutert der Kaffee-Sommelier. „Single Finca Kaffees wählt man immer dann, wenn der Kaffee so individuell und einzigartig im Aroma und Geschmack ist, dass man dieses Erlebnis teilen will. Unsere reinen Kaffeevarietäten bieten wir immer noch am liebsten an.“ Ganz auf Mischungen verzichtet aber auch Thomas Eckel nicht. Was beim Wein der Cuvée, ist beim Kaffee der Blend. „Jeder Kaffeebohnen-Jahrgang bringt, vergleichbar dem Wein, andere Nuancen mit sich. Um über Ernteperioden hinweg den gleichen Geschmack anbieten zu können, eignen sich Mischungen sehr gut“, kärt der Q-Grader auf. „Wir haben zwei Mischungen in unserem Sortiment. Unser „La Villa“ ist eine reine Mischung brasilianischer Kaffeebohnen, während unser „El Castillo“ aus Bohnen verschiedener Erdteile besteht.“

Wissen heiSSt Kaffee verstehen In seinen Kaffeekursen nimmt er seine Kunden mit in das ferne Afrika, dem Geburtsort des Kaffees, nach Asien, der Quelle der intensiven Aromen, und nach Amerika, woher die in Europa bekanntesten Aromen stammen. Staunend stellen die Seminarteilnehmer fest, dass nicht nur die Herkunft, sondern auch das Rösten, der Mahlgrad und die Zubereitung das Aroma eines guten Kaffees auf unterschiedlichste Weise beeinflussen. An jedem dieser Prozesse lässt der „Spécialiste du café“ seine Gäste teilhaben. Mit einer Handtrommel, in der grüne Arabica-Bohnen erwärmt werden, stellt er das nach, was er im etwas größeren Stil in seiner Kaffeemanufaktur praktiziert. Mit Akkuratesse und Geduld holt er

3 Michael Eckel organisiert und leitet die meisten Kurse der Murnauer ­Kaffeerösterei. Das Kurs-Angebot reicht dabei vom allgemeinen Kaffeewissen über den Kaffee-Röst-Kurs bis hin zum Barista-Kurs.

das volle Aroma aus den Bohnen heraus. „Zahlreiche Industriekaffees“, so erläutert der Sommelier, „werden aus Preisgründen im Heißluftverfahren bei meist weniger als 5 Minuten bei 600-800°C schockgeröstet. So können die im Kaffee enthaltenen aggressiven Säuren nicht vollkommen abgebaut werden, was sich auf empfindliche Mägen nicht gerade positiv auswirken kann.“ Thomas Eckel bedient sich des traditionellen Trommelröst-Verfahrens. Eine Röstung, bei der nicht nur das volle Aroma zum Tragen kommt, sondern das den Kaffee maximal bekömmlich werden lässt. Beim Trommelröstverfahren werden die Bohnen in einer sich drehenden Rösttrommel rund 20 Minuten schonend bei rund 220°C geröstet. Nach Beendigung des Röstvorgangs muss der Kaffee abkühlen, was unter Kaltluftzufuhr auf Kühlsieben und gänzlich ohne Wasser geschieht „Ein jeder guter Kaffeeröster versucht die Kaffeebohnen so zu rösten, dass er das optimale Aromaprofil erhält. Damit man als Konsument das auch in der Tasse wahrnimmt, ist u.a. der Mahlgrad sehr entscheidend. So müssen die Kaffeebohnen für eine Espressozubereitung feiner und für die Filterzubereitung gröber gemahlen werden.“ Aber ob grob oder fein, nichts ist anregender als der Duft frischgerösteten Kaffees. Das empfinden auch die Gäste im Kaffeehaus in Murnau so, die oft gar nicht mehr nach Hause wollen.

Entkoffeinieren ganz ohne Chemie Immer wieder aufs Neue begeistert sich Thomas Eckel für Kaffees. Der Mann mit der besonders sensiblen ZunARCHITEKTUR + KÜCHE  | 91


Foto: Suomi von Rosenthal

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Verweilen und genieSSen im Kaffeehaus der Murnauer ­Kaffeerösterei. Hier werden auch die Kurse rund um das ­Kaffeewissen abgehalten.

Die Tasse macht den Unterschied Damit der Kaffeegenuss wirklich perfekt wird, muss nicht nur die Zubereitungsmethode stimmen, sondern auch das Trinkgefäß. Auf die richtige Tasse kommt es an, denn ähnlich wie bei Weingläsern gibt es auch bei Tassen ganz bestimmte Formen, die für die jeweilige Kaffee-Spezialität maßgeschneidert sind. Da Espresso und Mokka bei ca. 92 °C gebrüht und so heiß wie möglich geschlürft werden, ist für einen solchen kurzen Kaffee eine kleine, schmale Tassenform ideal, die die Temperatur perfekt hält. Sobald Milch zum Kaffee kommt und die Portionen größer werden, muss die Tasse mehr Volumen haben, wie etwa die Frühstückstasse. Für Kaffee-Spezialitäten mit opulentem Milchschaum wie Café au lait oder Cappuccino nimmt man eine höhere Tasse, die die Schaumkrone vor dem Zusammenfallen schützt. Einen Latte Macchiato mit seinen dekorativen Schichten aus Milch, Espresso und Milchschaum serviert man am besten in einem dickwandigen Glas.

ge und der empfindsamen Nase, lässt seine Kunden gerne und auf ganz spezielle Weise an diesem Erlebnis teilhaben: „Wir wählen einen Kaffee zum Kaffee des Monats, der aus unserem Sortiment sein kann, als auch Sorten, die wir nicht fest führen, da die geerntete Menge zu gering ist. Bei jedem Kaffee des Monats geben wir unserem Kunden eine Verkostungstabelle mit. Eine einfach gehaltene Anleitung zur professionellen Verkostung. Es soll Freude bereiten und die Verkostung, ob alleine oder mit Freunden, Spaß machen.“ Und sollte sich doch einmal ein Gast mit einem empfindlichen Magen in seinem Kaffee einfinden, hält der Sommelier gleich zwei Tipps bereits: „Es gibt zwei bekannte Kaffeesorten im Markt, den Arabica und den Robusta. Der Arabica hat sehr wenig Koffein, fast nur die Hälfte 92 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE

im Vergleich zum Robusta. Empfindlichen Kaffeegenießern empfehle ich deshalb gerne den Kauf von 100 Prozent Arabica. Will ein Kunde jedoch wirklich ganz und gar auf Koffein verzichten, empfehle ich ihm unseren koffeinfreien. Dieser Kaffee wurde umweltfreundlich und gesundheitschonend, also mit Wasserdampf und Druck entkoffeiniert, und verfügt dennoch über das volle Aroma. Die meisten Industrie-Kaffees werden mit Dichlormethan entkoffeiniert, einem chemischen Lösungsmittel, von dem man weiß, dass zu viel davon dem Erbgut des Menschen schaden kann. Solche Kaffees sollte man tunlichst vermeiden“, empfiehlt er. Übrigens, auch was die Zubereitung des Kaffees anbelangt, präferiert unser Sommelier die Tradition: „Der Brühkaffee war nie richtig weg“, betont Thomas Eckel. „Die meisten Haushalte filtern täglich noch ihren Kaffee. Leichtlöslich beim Kaffee sind die Aromen. Die Aromen sind im „Kaffeeöl“ enthalten. Diese Öle lösen sich sehr einfach, wenn man heißes jedoch nicht kochendes Wasser über den gemahlenen Kaffee gießt. Bei der Brühmethode erhält man den aromatischsten Kaffee. Beim „Aufpressen“ wie man es z.B. vom Vollautomaten oder der Espressomaschine kennt, wird mit viel Druck Wasser durch das Pulver gepresst. Dabei lösen sich auch Inhaltsstoffe, welche nicht so leicht löslich sind, z.B. mehr Koffein. Den Unterschied merkt man ganz einfach, indem man guten Kaffee einfach mal filtert und alternativ „pressed“. Lässt man beide Kaffees kalt werden, wird der gefilterte Kaffee nur kalt, während der gepresste zusätzlich bitter wird.“ Thomas Eckel verkauft mittlerweile jährlich über 25 Tonnen seines auf traditionelle Weise gerösteten Kaffees, der eine Hommage an die Natur und die Menschen, die ihn anbauen, verkörpert, zum Vergnügen derer, die ihn zu genießen wissen. www.murnauer-kaffeeroesterei.de


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Foto: wmf

Genuss in allen Varianten Moderne Kaffeevollautomaten machen’s möglich

1 1 Eine pfiffige Lösung für größere Kaffeerunden bietet der WMF 900 sensor plus mit der Kannenfunktion für das frische Brühen von bis zu acht Tassen Café Crème (1 Liter) auf Knopfdruck. Ob im Büro oder für den Sonntagsbesuch, der frisch gebrühte Kaffee bleibt in der beigepackten WMF Cromargan® Isolierkaffeekanne über Stunden duftend heiß. Er kommt zudem mit MultiUser-Einstellung, patentierter Milchlanze für mehr Hygiene, sensiblem WMF Sensor Touch Screen zur einfachen Bedienung und erwärmt die Tassen dank dem patentierten WMF Steam Jet.

Kaffeeliebhaber haben unterschiedliche Trinkgewohnheiten. Während der eine auf Filterkaffee schwört, möchte der andere lieber einen Espresso nach dem Essen oder einen Latte Macchiato am Nachmittag genießen. Und für jeden Geschmack findet sich das richtige Zubehör. Kaffeevollautomaten, ob als Standgerät, wie die hier vor­gestellten, oder als Einbauvariante, immer versorgen sie Genießer mit der gerade gefragten Kaffeespezialität, perfekt und komfortabel.

Foto: miele

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2 Mit der Funktion „One Touch for Two“ der neuen Stand-Kaffeevollautomaten von Miele wird doppelter Kaffeegenuss komfortabel und schnell wahr. Die bewährte dynamische Brühkammer (AromaticSystem) dehnt sich aus, wenn Wasser einströmt, so dass sich Kaffeepulver und Wasser für ein intensives Aroma noch besser vermischen. Der CM6300 bietet die Option Vorbrühen, Mahlmenge, Temperatur und Ausgabemenge in bis zu vier individuellen Profilen für jedes Getränk zu speichern. Die Bedienung ist selbsterklärend, weil jede Kaffeespezialität ein eigenes Symbol auf der Geräteblende hat. Für den doppelten Bezug wird einfach eine zweite Taste betätigt. Weiterführende Einstellungen wie Vorbrühen, Mahlgrad, Mahlmenge und Temperatur kann der Benutzer jederzeit verändern. Vorbildlicher Hygiene bietet die Reinigung der Kaffeevollautomaten, denn die Spülung von Milchschlauch und Cappuccinatore erfolgt vollautomatisch nach dem Abschalten des Gerätes. Die Brüheinheit kann zur Reinigung unter warmem Wasser dem Gerät entnommen werden. Abtropfschale und Behälter für den Kaffeesatz sind spülmaschinengeeignet.

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Brita Neo 4 – Die eigene Wassermanufaktur für zuhause

Promotion

Sprudelnder 

Genuss Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Allen, die gerne gesprudeltes Wasser genießen, bringt die neue Armatur von Brita diesen Genuss jetzt in die Küche und auf den Tisch.

Fotos: brita

Der Spezialist für gefiltertes Wasser und Erfinder des Tisch-Wasserfilters nennt diese Küchenarmatur „Brita Neo 4“. Im Handumdrehen liefert sie Wasser immer frisch und ganz nach individuellem Geschmack: gefiltert, gekühlt, still oder gesprudelt – wahlweise medium oder stark perlend. Mit Neo 4 im Haus müssen keine Wasser­ kisten mehr herangeschleppt und verstaut werden, denn das sprudelnde Wasser kommt direkt aus dem Wasser­ hahn. Die gleiche Armatur liefert über den zweiten Hebel­ griff auch heißes und kaltes Leitungswasser. Kühlaggregat, Karbonisator, Kohlensäure-Zylinder und P 3000 Filterkartusche für bis zu 3.000 Liter frisches, wohlschmeckendes Brita Wasser sowie Anschluss-

stücke und Zuleitungen sind platzsparend im Schrank unter der Spüle installiert. Dabei reduziert die integrierte Brita Filterkartusche zum einen Kalk, zum anderen dient sie der wirkungsvollen Filtration von Chlor oder eventuell hausinstallationsbedingt vorkommenden Metallen wie Blei und Kupfer. Mit dem 360°-Service von Brita genießt der Brita Neo 4-Besitzer 365 Tage sprudelnde Frische im Jahr. Die leeren Kohlensäure-Zylinder werden kostenfrei an ­Brita zurückgeschickt. Im Gegenzug erhält der Kunde von Brita die gefüllten Kohlensäure-Zylinder zurück. ­Sprudelnder Genuss kann so einfach sein! www.brita.de

Nie mehr Wasserkisten ­schleppen … Sprudelndes Wasser direkt aus dem Wasserhahn!

1 Über die beidseitig angeordneten EinhandHebelgriffe von Neo 4 lässt sich wahlweise gefiltertes, gekühltes Brita Wasser (still, medium oder sprudelnd) oder normales Leitungswasser (heiß und kalt) zapfen. 94 |  ARCHITEKTUR + KÜCHE


promotion

„Erlebnis Küche“ – Das neue Magazin zum Küchenkauf Hilfreiche Informationen zum Küchenkauf vermittelt das neu erschienene Magazin „Erlebnis Küche“, indem es zeigt, wie Schubkästen, Scharniere und Schiebetüren das Küchen­leben erleichtern können.

1 Das beliebte Magazin „Erlebnis Küche“ bietet einen Einblick in die Küchen der Hettich Mitarbeiter und gibt wertvolle Tipps und Informationen rund ums Thema Küche. 2 Der Rezeptkalender mit den Lieblingsrezepten der Hettich Mitarbeiter. 3 Das Intelligent Kitchens Konzept gibt Anregungen für eine Küchenplanung, die auf kurze Wege, Ergonomie und komfortable Innenorganisation bedacht ist.

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Aber nicht nur das. Vielleicht werden Sie Ihre Küche künftig mit anderen Augen sehen. Denn Sie werden auch erfahren, wie sich die Küche seit 1900 verändert hat. Das Magazin zeigt einen Querschnitt durch die deutschen Küchen: von alt bis neu und von groß bis klein. Darüber hinaus stellt sich das Familienunternehmens Hettich vor, das seit 125 Jahren besteht und seit 85 Jahren Technik für Möbel herstellt. Sie können einen Blick in die Küchen einiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werfen. Im Rezeptkalender 2014 verraten die Mitarbeiter außerdem ihre Lieblingsrezepte. Damit Küche vor allem Genuss bereitet, zeigt dieses Magazin, wie intelligent geplante Küchen ergonomische, komfortable und zeitsparende Küchenarbeit unterstützen und möglich machen. Worauf ist bei der Küchenplanung zu achten? Welche neuen Funktionen können im Küchenalltag eine Hilfe sein? Dieses Magazin gibt die Antworten.  www.hettich.com

Bilder: hettich

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Magazin und Rezeptkalender einfach kostenlos bestellen unter: kitchen-info@de.hettich.com. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Kochen der Rezepte und viel Lebensfreude in Ihrer Küche! ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 95


Buchtipps

buchtipps

Mälzer & Witzigmann Zwei Köche, ein Buch Originalausgabe gebundenes Buch, Halbleinen 272 Seiten Format: 21,0 x 27,0 cm ISBN 978-3-442-39195-0 E 18,90* (* empf. VK-Preis)

… vereint die Lieblingsrezepte der beiden Köche. Im Mittelpunkt sind dabei immer das Produkt und die fundierte Warenkunde. Zu Beginn jeden Kapitels informieren beide Köche über Regionalität, Saisonalität und Zubereitungsarten der jeweiligen Lebensmittel. Beide erwarten von ihren Lesern weder, Gourmets zu sein, noch die vorgeschlagenen Rezepte strikt nachzu­kochen. Vielmehr geht es Tim Mälzer und Eckart Witzigmann darum, sie zu animieren selbst die Pfanne in die Hand zu nehmen statt im Fernsehen anderen zuzusehen.

Cornelia Poletto Meine Lieblingsrezepte 256 Seiten Format: 19,7 x 25,5 cm ISBN 978-3-89883-356-1 E 19,95 [D] / E 20,60 [A] / sFr 28,50

Die Lieblingsrezepte aus ihrer erfolgreichen Fernsehserie „Polettos Kochschule“, die seit 2007 im NDR läuft, jetzt in ihrem neuen Buch: rund 100 köstliche Gerichte – von Vorspeisen über Salate, Pasta, Fisch, Fleisch bis hin zum Dessert. Zu jedem Gericht gibt es ein Foto, bebilderte Schritt-für-Schritt- Anleitungen erklären wichtige Handgriffe. Außerdem verrät Cornelia Poletto nützliche Profi-Tipps und gibt ausführliche Informationen zum Umgang mit Lebensmitteln. Für Kocheinsteiger wie Hobbyköche – hier ist für jeden etwas dabei!

Gault & Millau: WeinGuide Deutschland 2014 21. Jahrgang, 1008 Seiten, ISBN 978-3-86244-488-5, E 29,99

328 empfehlenswerte Betriebe, 1.093 Weingüter werden hier unter der Leitung von Chefredakteur Joel B. Payne bewertet, besprochen und mit ihren Sortimenten vorgestellt. Weinliebhaber haben mit dem Guide ein Werkzeug in der Hand, um für sich selbst die besten Tropfen zu entdecken – egal ob luxuriöse Spitzenweine oder gut gemachte Gewächse für den Alltagsgenuss. Besondere Trinktipps der Redaktion werden auch in diesem Jahr eigens ausgewiesen, so dass Leser in den Weinlisten nicht nur Schnäppchen sofort erkennen, sondern auch nicht alltägliche Entdeckungen machen können.

Diese Bücher können Sie telefonisch unter 0711/5206306 oder unter www.buecherdienst.de bestellen.

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Herstellerverzeichnis

Architektur

Gaggenau Hausgeräte GmbH www.gaggenau.com

Prof. Gräf Architekten GmbH www.graef-kl.de Architekt MikeCollier, Projekt: Wasserturm London acrarchitects.co.uk

S. 4 – 7

S. 42 – 45

Architekt Sirapop Thongun, Projekt: Villen Insel Koh Samui, Thailand, PJC Wood Co. Ltd. www.pjcwood.com S. 20 – 23 WeberHaus GmbH & Co. KG www.weberhaus.de

S. 52 – 54

Buchtipps

Küppersbusch Hausgeräte GmbH www.kueppersbusch-hausgeraete.deS. 22/23 Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen GmbH www.liebherr.com S. 83 Miele & Cie.KG wwww.miele.de 

S. 60/61, 93

Siemens Electrogeräte GmbH www.siemens-home.de S. 62 – 65, 74 V-ZUG AG www.vzug.ch WMF AG www.wmf.de

Gault Millau 2014 www.buecherdienst.de

S. 48

S. 66 – 68 S. 93

S. 96

Genuss

Hettich Holding GmbH & Co. oHG www.hettich.com

S. 15

Mälzer & Witzigmann: Zwei Köche, ein Buch S. 96 www.buecherdienst.de Cornelia Poletto, Meine Lieblingsrezepte S. 96 www.buecherdienst.de

Gerätetechnik

Goldhelm Schokoladen Manufaktur www.goldhelm-schokolade.de S. 84 – 87 Murnauer Kaffeerösterei GmbH www.murnauer-kaffeeroesterei.de S. 88 – 92 Weingut Markus Schneider GbR www.black-print.net

S. 76 – 81

Glas/Porzellan/Zubehör/Deko

AEG · Electrolux Hausgeräte GmbH Markenvertrieb AEG www.aeg.de

S. 73

Freund GmbH, Österreich www.freundgmbh.com

Berbel Ablufttechnik GmbH www.berbel.de

S. 72

ORANIER Heiztechnik GmbH www.oranier.com

S. 28

BORA Lüftungstechnik GmbH www.bora.com

S. 74

Kyocera Fineceramics GmbH www.kyocera.de

S. 35

Exklusiv-Hauben GUTMANN GmbH www.gutmann-exklusiv.de

S. 75

Rosenthal GmbH www.rosenthal.de

S. 92

falmec Deutschland GmbH www.falmec.de

S. 62

Tiroler Glashütte GmbH www.riedel.com

S. 82

Fisher and Paykel, über coolGiants AG www.coolgiants.com

S. 49

Zwiesel Kristallglas AG www.zwiesel-kristallglas.com

Franke GmbH Küchentechnik www.franke.com

S. 70/71

S. 46

S. 82

Küchen-/Einrichtungsstudio

Möbel

La Cucina Küchenspezialist GmbH & Co. KG www.lacucina-kuechen.de S. 36 – 41

COR Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG www.cor.de S. 36/40

Friedhelm Mutschler GmbH www.dk-das-kuechenhaus-nw.de S. 46 – 49

Giorgetti S.p.A www.giorgetti.eu

Küchenmöbelhersteller

Gruber + Schlager GmbH Möbelwerkstätten www.gruber-schlager.com S. 14

Ballerina-Küchen H.-E. Ellersiek GmbH www.ballerina.de

S. 12

S. 40

Haas GmbH Möbelwerk www.haasmoebel.at

S. 10

eggersmann küchen GmbH & Co. KG www.eggersmann.com S. 26, 29, 38,

Team 7 Natürlich Wohnen GmbH www.team7.at

S. 10/14

KH SYSTEM MÖBEL GmbH www.kh-system-moebel.de

M. Westermann & Co. GmbH www.wesco.de

S. 56/57

LEICHT Küchen AG www.leicht.com/de

S. 16/17

S. 18/19 + 42 – 45

Profi Köche/Rezepte

Naber GmbH www.naber.de58/59

Dreisterne-Koch Dieter Müller www.dietermueller.de

S. 39/41

Nieburg-Küchen GmbH www.nieburg.de

Eckard Witzigmann www.eckart-witzigmann.de

S. 68/69

S. 12

nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG www.nobilia.de S. 81/82

Alex Kühn, Chocolatier www.goldhelm-schokolade.de

pronorm Einbauküchen GmbH www.pronorm.de

S. 12

Spülen/Armaturen

rational einbauküchen GmbH www.rational.de

S. 32/33

Schüller Möbelwerk KG www.schueller.de 

S. 13

S. 87

BLANCO GmbH + Co KG www.blanco.de

S. 55

BRITA GmbH www.brita.de

S. 94

SieMatic Möbelwerke GmbH & Co. KG S. 38 www.siematic.de

Franke GmbH Küchentechnik www.franke.com

S. 24/25

Warendorfer Küchen GmbH www.warendorf.comTitelseite

systemceram GmbH & Co. KG www.systemceram.de

S. 33 – 35

Zeiler Möbelwerk GmbH & Co.KG S. 50/51, 54 www.allmilmoe.de

Steinverarbeiter

Zeyko GmbH & Co. KG www.zeyko.com

Lulay Natursteinobjekte GmbH www.marmor-lulay.de

S. 26/27

STRASSER Steine GmbH www. strasser-steine.at

S. 30/31

S. 8/9, 28, 46

TOPgranit s.àr.l. www.topgranit.lu

S. 33

ARCHITEKTUR + KÜCHE  | 97


Eckart Witzigmann, Koch des Jahrhunderts

Ein perfektes Duo für kulinarische Höhepunkte. Eckart Witzigmann und V-ZUG

Was den Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann und V-ZUG verbindet, sind die Leidenschaft für Innovationen und die Verpflichtung zur Perfektion. Dank hochwertiger, in der Schweiz entwickelter und produzierter Geräte ist das Traditionsunternehmen V-ZUG die Schweizer Edelmarke. Lassen Sie sich von Eckart Witzigmann und vom Combi-Steam XSL mit seiner einfachen Bedienung und den zahlreichen Programmen zu neuen Genußerlebnissen inspirieren: www.vzug.ch/lifestyle

Architektur + Küche 2014  

Einrichtungstrends und Lifestyle

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