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ARCHITEKTUR + K CHE

Ausgabe 1/2015 · € 6,80 Österreich € 7,50 Schweiz sfr 13,60 BeNeLux € 7,90 Italien € 8,80 Spanien € 8,80 Portugal € 8,80 (cont.) Slowenien € 8,80 Slowakei € 8,80

ARCHITEKTUR + K CHE EINRICHTUNGSTRENDS | LIFESTYLE

MATERIALIEN – EIN OPTISCHES UND HAPTISCHES ERLEBEN Kupfer, Leder und Beton halten Einzug im Möbel

MEHR RAUM UND MEHR LICHT

Gründerzeitwohnung modernisiert

ELIXIER DER SINNE

Doktorenhof – oder: vom vielseitigen Zauber des Essigs


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ARCHITEKTUR + K CHE LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER! „NUR VOLLKOMMENE HARMONIE IN DER TECHNISCHEN ZWECKFUNKTION SOWOHL WIE IN DEN PROPORTIONEN DER FORMEN KANN SCHÖNHEIT

„Architektur, Malerei und Bildhauerei werden ,die schönen Künste‘ genannt. Sie sprechen die Augen an wie die Musik das Ohr. Doch Architektur erschöpft sich nicht in dieser Ästhetik des Auges. Denn ein Bauwerk spricht alle menschlichen Sinne an – hören, riechen, tasten, schmecken, sehen.“ Wir teilen die Auffassung des Journalisten Forrest Wilson, und schließen die Innenarchitektur gleich mit ein.

HERVORBRINGEN. UND DAS MACHT UNSERE AUFGABE SO VIELSEITIG UND KOMPLIZIERT.“

Walter Gropius, 1955 in: Architektur

Begleiten Sie uns in dieser Ausgabe auf eine Reise durch die facettenreiche Welt von Architektur und Design. Erleben Sie mit uns moderne Raumgestaltung in Neubauten oder in geschichtsträchtigen Gebäuden. Wir möchten Ihnen zeigen, wie mit althergebrachten Materialien moderne, offene Lebensbereiche entstehen, in denen gewohnt, gegessen, gekocht und vor allem kommuniziert wird. Moderne Technologien tragen als essentieller Bestandteil neuester Hausgeräte wesentlich zu einem komfortableren, genussvolleren Leben bei. Mit der richtigen Würze aus der Natur wird jedes Gericht zum kulinarischen Genuss. Spezialisten aus den Bereichen Architektur und Innenarchitektur, zu denen auch der qualifizierte Fach-Einrichtungshandel gehört, dokumentieren ebenso wie Vertreter der Industrie und renommierte Sterneköche einen Einblick in die Welt des individuellen Geschmacks, den jeder selbst bestimmen kann. Ihr Redaktionsteam Yvonne Davy und Sabine Metz-Lieb

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INHALT

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VISIONEN, DIE DIE WELT VERÄNDERN Aktivhaus B10 – Weißenhofsiedlung PREFABRICATED Alles andere als starr AUSTIN, USA – STUNNING LANDSCAPE Leben mit und in der Natur GET SMART AEG Product-Manager Norbert Behringer SMART AS SMART CAN BE Mehr Komfort durch intelligente Technik

ARCHITEKTUR + K CHE

INHALT

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Ausgabe 1/2015 · € 6,80 Österreich € 7,50 Schweiz sfr 13,60 BeNeLux € 7,90 Italien € 8,80 Spanien € 8,80 Portugal € 8,80 (cont.) Slowenien € 8,80 Slowakei € 8,80

ARCHITEKTUR + K CHE EINRICHTUNGSTRENDS | LIFESTYLE

DAS TITELBILD dieser Ausgabe von ARCHITEKTUR+KÜCHE zeigt eine Planung mit Möbeln der rational einbauküchen GmbH. www.rational.de MATERIALIEN – EIN OPTISCHES UND HAPTISCHES ERLEBEN Kupfer, Leder und Beton halten Einzug im Möbel

MEHR RAUM UND MEHR LICHT

Gründerzeitwohnung modernisiert

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ELIXIER DER SINNE

Doktorenhof – oder: vom vielseitigen Zauber des Essigs

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UNTER DAMPF Garen und mehr mit Schweizer Präzision

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AVANTGARDISTISCH, KREATIV, EFFIZIENT Wohlfühlräume mit Designklassikern

VISION POSSIBLE Der intelligente Kochtisch KULINARISCH AUF DER ÜBERHOLSPUR … mit Miele CulinArt MY HOME IS MY „CONCEPT“ Vision und Klassik sind kein Widerspruch

BETON Marmor der Neuzeit MEHR RAUM UND MEHR LICHT Gründerzeitwohnung modernisiert LEDER Natürlich und charakterstark MEHR ALS EIN FENSTERKLEID Wohlfühlklima mit Duette


INHALT

Impressum Verlag: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Höhenstraße 17 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-1 Fax 0711/5206-300 www.fachschriften.de

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Geschäftsführer: Harald Fritsche, Wolfgang Kriwan Redaktionsbüro: küche+architektur Weißheimerstraße 7 67549 Worms Chefredaktion: Yvonne Davy Tel. 06241/979708-10 Fax 06241/979708-17 davy@fachschriften.de Redaktionsassistenz und Anzeigenverkauf: Sabine Metz-Lieb Tel. 06241/979708-12 metz-lieb@fachschriften.de Layout: Simone Steinbrech post@steinbrech-design.de

50 54 60 64 66 68 72

EIN HAUS FÜR ALLE LEBENSLAGEN Intelligente Wohnraumgestaltung

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DIE ÄSTHETIK DER SYMMETRIE Blanco Jaron

MIT ALLEN SINNEN GENIESSEN Willkommen im Garten Eden TRADITION TRIFFT MODERNE Zwischen Bauernhaus und Bauhaus NEUE SCHIEBETÜREN Designorientiert, Ergonomisch, Funktional MODERNE MANUFAKTUR Zeyko – Markenküchen aus dem Schwarzwald CUPRUM Farbiges Metall mit edlen Zügen MODERN, ABER NICHT MODISCH Welche Trends bestimmen die Entwicklung des langlebigen Investitionsguts Küche?

MODERN ART Küche ist Design – 50 Jahre Premium-Qualität

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DIE NEUE WOHNLICHKEIT Schicke Spülen und Einzelbecken aus extra robuster Spezialkeramik

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ERLEBE DIE MÖGLICHKEITEN! Küchenstudio Krampe, Küchenspezialist des Jahres 2014

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PURISMUS IN PERFEKTION … Die Keramikspüle Timeline von Villeroy & Boch

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DER POTT PICASSO Christian Nienhaus über Küche und Kunst

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DIE KURPFÄLZER LANDPARTIE Pfälzer Mozartkugeln

AUGEN ZU, MUND AUF … Käse-Genuss vom Backensholzer Hof ELIXIER DER SINNE Doktorenhof – oder: vom vielseitigen Zauber des Essigs

HERSTELLERVERZEICHNIS Weiterführende Informationen

Vertrieb: Partner Medienservices GmbH Julius-Hölder-Straße 47 70597 Stuttgart Druck: PVA Industriestraße 15 76829 Landau Preisliste für Anzeigen: zur Zeit Nr. 3, gültig seit 1.1.2015 Preis Einzelheft: 6,80 Euro (inkl. MwSt.) Direktbestellung im Verlag unter www.buecherdienst.de (zzgl. Versand) Tel. 0711/5206-306 ISBN: 978-3-945604-03-8 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Artikel oder Zuschriften mit Namen des Verfassers stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt die der Redaktion dar. Der Fachschriften-Verlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, und im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart. Im Fachschriften-Verlag erscheinen außerdem: Althaus modernisieren, bauen!, Bauen & Renovieren, Effizienzhäuser, Energ!e, pro fertighaus, Schwimmbad & Sauna und weitere Sonderhefte für Bauherren und Modernisierer ARCHITEKTUR + KÜCHE | 3


VISIONEN, DIE DIE WELT FOTOS: WERNER SOBEK GROUP GMBH

FERTIGHÄUSER TRENDS

Im Herzen der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, einer der bedeutendsten Architektursiedlungen der Neuzeit, steht das Aktivhaus B10 und reiht sich so in die Riege der Gebäude ein, die jeweils zu ihrer Zeit einer Revolution im Bauwesen gleichkamen. Das 1927 innerhalb weniger Monate errichtete Stadtquartier beherbergt die realisierten Entwürfe verschiedener weltberühmter visionärer Architekten wie Peter Behrens, Le Corbusier, Richard Döcker, Walter Gropius, Hans Scharoun, Bruno Taut und Ludwig Mies van der Rohe. Letzterer übernahm auch die künstlerische Leitung der Errichtung der Weißenhofsiedlung. Die führenden Vertreter des „Neuen Bauens“ brachten hier ihre Ideen ein und realisierten sie teilweise unter Verwendung experimenteller Materialien. 17 Architekten aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz sollten ein mustergültiges Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen schaffen. Innerhalb einer Bauzeit von 21 Wochen entstanden also vor rund einem

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Jahrhundert 21 Häuser mit insgesamt 63 Wohnungen. Leider wurden Teile der Weißenhofsiedlung im Krieg durch Fliegerbomben zerstört. Doch baute man sie nach dem Krieg wieder auf bzw. ersetzte sie durch Neubauten. Allein das Grundstück im Bruckmannweg lag bis zum Frühjahr 2014 brach. Zu diesem Zeitpunkt stellte die Landeshauptstadt Stuttgart für die Realisierung des Projekts B10 das im städtischen Eigentum stehende Grundstück temporär zur Verfügung.


FERTIGHÄUSER

VERÄNDERN AKTIVHAUS B10 – WEISSENHOFSIEDLUNG Wie die Werkbundsiedlung im Jahr 1927 hat auch B10 gleichermaßen den Charakter eines Forschungsgebäudes und eines Modellvorhabens: Es soll aufzeigen, wie innovative Materialien, Konstruktionen und Technologien unsere gebaute Umwelt nachhaltig verbessern können. Gleichzeitig soll es durch ein systematisches Monitoring und eine wissenschaftliche Auswertung der Projektergebnisse die Weiterentwicklung und Verbesserung der eingesetzten Methoden, Werkstoffe und Systeme ermöglichen wie z. B. auch die des …

… ENERGIEMANAGEMENTS UND DER ELEKTROMOBILITÄT B10 verzahnt die Energiesysteme von Elektromobilität und Gebäude zu einem integral gemanagten Gesamtsystem. Es vereint somit die Ladeinfrastruktur und die Anlagentechnik für die Erzeugung, die Speicherung und das Management von Energie in einem zentralen

Element und wird hierdurch zum Bindeglied zwischen Nutzer, Gebäude, Fahrzeug und Smart Grid. Ziel ist es zum einen, den Energieverbrauch zu minimieren. Zum anderen soll der Anteil direkt vor Ort verbrauchten Öko-Stroms maximiert werden. Darüber hinaus soll dem Netzbetreiber möglichst präzise angegeben werden, wann welcher Energiebedarf für Gebäude und Elektromobilität bestehen wird – und wann wieviel Energie ins Netz eingespeist werden kann. Ein integrales, prädiktives Energiemanagement für Auto und Gebäude ist deshalb eine der zentralen Innovationen von B10. B10 soll aufzeigen, wie Elektromobilität und Netzinfrastruktur über die Anbindung an Gebäude, die als Energietankstellen funktionieren, optimal ineinandergreifen können. Das Haus der Zukunft wird zum wichtigen Bindeglied für eine, da aus regenerativen Quellen gespeist, emissionsfreie Elektromobilität sowie für eine

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erhöhte Netzstabilität. Das bedarfsoptimierte Management von Verbrauch und Speicherung von Energie ist deshalb ebenso wie die Vernetzung des Energiemanagements von Gebäude und Elektrofahrzeugen ein Kernpunkt des Forschungsprojekts. Das Energiemanagement erfasst die Komfort- und Mobilitätsbedürfnisse der Nutzer sowie die Lastprognosen für einzelne Geräte und berechnet daraus den künftigen Strom- und Wärmebedarf. Externe Einflussgrößen wie Wetter, PV-Ertragsprognose und Strompreisentwicklung fließen in die Berechnung mit ein. Energieverbrauch und Energieerzeugung können dadurch für einen Tag im Voraus prognostiziert werden. Durch dieses Prinzip können thermische und elektrische Energieverbräuche optimal gesteuert und aufeinander abgestimmt werden. Das Energiemanagement lenkt so alle Energieströme vorausschauend – wobei der Komfort der Nutzer immer im Vordergrund steht. Aktive Eingriffe der Bewohner sind jederzeit möglich – für einen optimalen Gebäudebtrieb aber nicht erforderlich. Das Energiemanagement berücksichtigt sämtliche Energieflüsse im Haus wie z. B. Licht, Haushalts- und Lüftungsgeräte, die Heiz- und Kühlsysteme, die goQMatrix, Frischwasserstation und sogar die Ladestation für das Elektroauto. Bei einem eventuellen Energieüberschuss kann so z.B. ein Schnelladen des Autos herbeigeführt werden, wenn die Energie nicht anderweitig, also in der Hausbatterie oder über das Smart Grid in der Nachbarschaft benötigt wird. Das Energiemanagement sorgt zum einen für maximale Energieeffizienz; zum anderen stellt es sicher, dass die Klimatisierung des Gebäudes automatisch optimal auf die Anforderungen der Nutzer angepasst wird. Es sorgt ebenfalls dafür, dass die Elektroautos immer ausrei-

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chend Ladekapazität und Reichweite haben. Dies wird erreicht durch eine Abstimmung des Nutzungsrhythmus von Gebäude und Elektromobilität in einer gemeinsamen Zeitplanung. Angepasst an den erlernten bzw. vorkonfigurierten Tagesrhythmus der Nutzer sorgt das Energiemanagement dafür, dass das Elektroauto rechtzeitig und ausreichend geladen ist. Nach dem Verlassen des Gebäudes werden alle Haustechniksysteme in den Energiesparmodus gefahren. Umgekehrt bereitet sich das Gebäude auch auf die Rückkehr der Nutzer vor. Nähert sich z. B. eines der zum Projekt gehörenden Elektroautos dem Aktivhaus, erkennt das Energiemanagement anhand der Geoposition des Fahrzeugs, wann der richtige Moment zum Aufheizen oder Kühlen ist, damit die Wohnräume bei der Ankunft angenehm klimatisiert sind. Wenn das Auto nur noch wenige Meter vom Gebäude entfernt ist, öffnet sich das Tor, werden die Lichter eingeschaltet und wird die Jalousie in Wunschposition gefahren. Bislang gibt es in der Gebäudetechnik noch keine einheitlichen Kommunikationsstandards. Durch neue Systeme wie z.B. die Ladestation für Elektroautos und elektrische Pufferspeicher im Gebäude kommen weitere Standards hinzu. Voraussetzung für einen reibungslosen und effizienten Betrieb von Gebäude und Fahrzeug ist aber, dass alle Systeme in ein zentrales Energiemanagement eingebunden werden. Damit dieses Energiemanagement nicht eine Vielzahl von Programmiersprachen und -standards beherrschen muss, arbeitet ein Netzwerk aus Informatikern, Bauphysikern, Energiefachleuten und Architekten im Rahmen des Forschungsprojekts daran, die unterschiedlichen Kommunikationsstandards sukzessive auf eine standardisierte Kommunikationsplattform – den von der Bundesregierung geförderten EEBus – zu übertragen.

www.aktivhaus-b10.de www.wernersobek.de

FERTIGHÄUSER

IM ÜBRIGEN arbeiten auch die Hersteller von modernen Fertighäusern an der möglichen Integration solcher intelligenten Gebäudemanagement-Lösungen, wie das Interview rechts zeigt.


PREFABRICATED

FERTIGHÄUSER

ALLES ANDERE ALS STARR

Über 28.000 Familien haben in den vergangenen 40 Jahren mit Haas Fertigbau ihren Traum vom Haus realisiert. Jürgen Hauser, Geschäftsführer des Unternehmens, erlaubte uns einen Einblick in die neue Individualität und Flexibilität der prefabricated houses. Eigenschaften, die es dem Bauherren ermöglichen, nach Fertigstellung vom eigenen Heim zu sprechen, realisiert nach den ganz persönlichen Wünschen und neuesten gebäude- und energietechnischen Voraussetzungen.

Herr Hauser, worin liegt heute der Vorteil eines Fertighauses gegenüber der Massivbauweise begründet? Aus Kundensicht sicherlich im hohen Grad der Vorplanung, denn die meisten unserer Kunden sind voll berufstätig und haben Kinder. Da ist es gar nicht so leicht, noch ein Bauprojekt in den Alltag zu integrieren. Unsere Kunden schätzen deshalb die hohe Planungssicherheit, die wir ihnen bieten. Dadurch, dass wir im Vorfeld schon viele Prozesse durchdacht und konzipiert haben müssen, damit das Haus in nur wenigen Tagen auf der Baustelle errichtet werden kann, wird der Bauprozess für unsere Kunden sowohl zeitlich als auch finanziell endlich kalkulierbar. Als Holzfachmann sehe ich aber auch die vielen Vorteile, die uns Holz als Baustoff bietet. Holz ist im Verhältnis zu seinem Gewicht das stärkste Baumaterial. Holz sieht nicht nur schön aus, sondern sorgt für ein gutes Raumklima und ist zugleich umweltfreundlich und nachhaltig. Und Holz ist unglaublich vielseitig und lässt ganz unterschiedliche Nutzungen zu. Ist dann der Begriff Fertighaus, den viele Menschen noch immer mit einer gewissen Unbeweglichkeit und Starrheit in Verbindung bringen, noch zeitgemäß? Leider ist der Begriff Fertighaus immer noch mit vielen Klischees verbunden: Das wenig werthaltige Haus von der Stange. Fertighaus, das erinnert an Fertiggericht oder Plattenbau. Keine positiven Assoziationen. Ich ziehe deshalb den englischen Begriff „prefabricated“ vor, denn er verweist weniger auf das fertige Produkt als auf den hohen Grad der

Vorfertigung und Planung, der für die Fertigbauweise so entscheidend ist. Für viele unserer Bauherren ist deshalb der Besuch unserer Fertigungshallen ein echtes Schlüsselerlebnis, denn hier erkennen sie, dass die Holzständerbauweise eigentlich die moderne Form des Fachwerkhauses ist und wer Städte wie Marburg oder Meersburg kennt, der weiß wie wertbeständig und auch schön diese Bauweise sein kann. Jedes unserer Häuser ist der Beweis, dass das richtig ist. Das erste Haus, das wir 1973 verkauft haben, steht noch heute und unter den 28.000 Häusern, die wir seitdem gebaut haben, gleicht kein Haus dem anderen. Würden Sie Fertighäuser als nachhaltig bezeichnen? Durchaus! Auch wenn Maschinen und Computer uns heute die Arbeit erleichtern, ist noch vieles Handwerk und beruht auf tradiertem Wissen. Um unsere Häuser zu bauen, brauchen wir deshalb gut ausgebildete Mitarbeiter, vor allem Zimmermänner, die dieses Wissen in die neue Zeit transportieren. Wir bilden aus. Das ist für uns eine Form der Nachhaltigkeit, denn wir denken heute schon an morgen und auch schon an übermorgen. Das mag erst einmal nicht innovativ wirken, aber wenn ich über Innovationen in unserem Unternehmen nachdenke, dann denke ich unbedingt auch an Nachhaltigkeit. Innovative Technik ist aber nur dann gut, wenn sie auch zum Leben der Menschen passt. Wir evaluieren seit Jahren deshalb genau, wie Menschen wohnen, arbeiten und leben wollen, denn wir wollen, dass sich die Menschen in unseren Häusern ein ganzes Leben lang wohlfühlen. Dafür müssen

JÜRGEN HAUSER, Geschäftsführer Haas Fertigbau

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FERTIGHÄUSER

HINTER DEM BAUREIHENHAUS SYMPHONY steckt ein durchdachtes System mit verschiedenen Hausgrößen, von 120 bis 170 m². Bei jeder steht den Baufamilien eine Vielzahl an Grundrissen für unterschiedliche Wohnsituationen zur Wahl. Das Besondere daran: Innerhalb einer Hausgröße kann jedes Erd- mit jedem Obergeschoss kombiniert werden. Und: Die Obergeschosse können zusätzlich mit unterschiedlichen Dachformen realisiert werden. Egal, ob Bauherren eine großzügige Raumaufteilung oder strukturierte Bereiche bevorzugen, sie ein weiteres Kinderzimmer oder Büro wünschen, mit Keller oder Bodenplatte bauen wollen – mit Symphony lassen sich die beliebtesten Wohnsituationen von Familien einfach realisieren.

sich unsere Häuser den lebenslang wandelnden Ansprüchen an ein Zuhause anpassen lassen. Flexible Grundrisse sind eine Lösung. Die andere Lösung ist es, den vorhandenen Bestand zu modernisieren oder umzubauen. Auch hier entwickeln wir uns stetig weiter. Es ist ein bisschen wie bei einem Baum, bei dem jedes Jahr ein neuer Ring wächst. Auch unser Wissen wächst jedes Jahr weiter. Wir wollen und können es uns nicht leisten, uns auf unseren Erfahrungen auszuruhen. Zur Nachhaltigkeit gehören Themen wie Energieeffizienz und damit zusammenhängend auch die Hausvernetzung. Welchen Stellenwert haben diese Themen für Sie? Uns wurde das Thema Energie-Effizienz mit der Ölkrise im Gründungsjahr quasi in die Wiege gelegt. Weil der Firmengründer Xaver Haas so ungerne Fahrrad und lieber Auto fuhr, entschied er damals, dass man im Hausbau etwas tun müsse, um das Öl nicht fürs Heizen zu verschwenden, sondern lieber für die Autos zu nutzen. Bereits 1977, nach nur vier Jahren Entwicklungszeit, haben wir unser erstes energieeffizientes Haus auf den Markt gebracht. Seitdem haben wir kontinuierlich an diesem Thema weitergearbeitet. Besonders vielversprechend ist zur Zeit die Smart Home Technologie. Hier ist schon vieles möglich, wovon wir noch vor wenigen Jahren geträumt haben. Durch hochwärmegedämmte Wandkonstruktionen, modernste Heizungs- und Lüftungssysteme und die Einhaltung strenger Qualitätsrichtlinien, die im übrigen weitaus strenger sind als die gesetzlich vorgegebenen – schaffen unsere Häuser Standards bis zum KfW-Effizienzhaus 40. Auch wenn wir in diesem Bereich schon vieles geschafft haben, sind wir ständig in einem Prozess der Weiterentwicklung. Ein interessanter Bereich sind die von Ihnen angesprochenen intelligenten Haus-Assistenzsysteme. So kann z.B. ein Schaltkontakt am Türschloss dafür sorgen, dass beim Aufschließen automatisch die Alarmanlage scharfgeschaltet wird, das Licht im Eingangsbereich angeht und alle angeschlossenen Entertainmentgeräte im Standby-Modus wieder Strom bekommen. Ein anderes Beispiel ist der Bewegungsmelder: Werden in der Nacht im Badezimmer Bewegungen wahrgenommen, geht auto-

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matisch das Licht an. Temperatursensoren messen die Raumtemperatur sowie die Raumfeuchtigkeit und Funksteckdosen oder Unterputzrelais zeigen einem den Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte an. Auch unsere Photovoltaikanlagen, Solarspeicher und Infrarotheizungen können auf diese Weise überwacht und gesteuert werden. Ein weiterer Vorteil: Man kann über eine übersichtliche Benutzeroberfläche von überall aus und zu jeder Zeit mit dem Computer, Tablet oder dem Smartphone auf alle Funktionen und Einstellungen der Alarmanlage zugreifen. Wir arbeiten hier mit unterschiedlichen Netzwerkanbietern zusammen. Sogar das „smart home“ als Schnittstelle zwischen Baubranche und beispielsweise der Autoindustrie ist ein Thema, das wir aktuell besonders aufmerksam verfolgen und in dem wir bereits an eigenen, vielversprechenden Lösungen für unsere Häuser arbeiten. Was genau darf man darunter verstehen? Wir lehnen uns dabei an ein Projekt an, das unter Federführung der EnBW gemeinsam mit Herstellern wie Opel, Daimler, Bosch, SAP, den Stadtwerken Karlsruhe sowie dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI durchgeführt wurde. Ziel dieses Projektes ist es, innovative Elektrofahrzeuge als mobile Stromspeicher in das Energiesystem von morgen zu integrieren. Das Smart Home ist mit typischen Verbrauchern und dezentralen Erzeugern ausgestattet. Als Stromerzeuger dienen eine Photovoltaikanlage sowie eine Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Eine Ladestation bindet Elektrofahrzeuge als Speicher und Verbraucher ein. Die Batterie des Fahrzeugs kann in Niedriglastzeiten überschüssigen Strom aufnehmen und diesen in Hochlastzeiten ins Netz zurückspeisen. So lassen sich Lastspitzen ausgleichen und regenerative Energien aus schwankenden Quellen in das Energiesystem stärker integrieren. Wie viel Prozent Ihrer Kunden wünschen offene Raumlösungen für Küche, Ess- und Wohnbereich und wie realisieren Sie diese? Die meisten unserer Kunden konzipieren die Küche nicht mehr als separaten Raum, in dem die Hausfrau oder der Hausmann hinter fest verschlossenen Türen das Essen bereitet. Heute werden die Küchen so


Unter dem Motto „ein Hauskonzept für jeden Wohn- und Architekturstil“ versprechen Sie ein Höchstmaß an Individualität. Wie werden Sie diesem Anspruch gerecht? Anders als viele unserer Markbegleiter können wir unseren Kunden tatsächlich – neben dem bewährten Standard – das frei und exklusiv geplante Architektenhaus bieten. Das ist wirklich besonders in der Branche. Da wir nicht nur Häuser für private Bauherren bauen, sondern auch Objekte für Landwirtschaft und Industrie, brauchen wir diese Flexibilität in der Produktion. Unser Werk ist so ausgerichtet, dass wir dort vom Einfamilienhaus bis zur Reithalle, vom Bungalow bis zur Industriehalle jede Form von Architektur realisieren können. Wenn Sie die zehn letzten Jahre Revue passieren lassen, hat sich in dieser Zeit auch die Raumaufteilung innerhalb Ihrer Haustypen verändert? Und in welcher Hinsicht? Wohnen hat heute viele verschiedene Gesichter. Was wir aber seit einigen Jahren beobachten, ist der Trend zur neuen Häuslichkeit. Erst nannten es die Soziologen Cocooning, womit der Rückzug ins Private gemeint war. Heute sprechen wir von Homing, denn anstatt uns Zuhause einzuigeln oder ins Restaurant und ins Kino zu gehen, laden wir Freunde und Familie zu uns nach Hause ein. Wir haben beobachtet, dass mit

der Verlagerung des sozialen Lebens in die eigenen vier Wände, auch der Wunsch nach Individualität zunimmt. Das Zuhause wird quasi zum Spiegel dessen, was wir sind und was wir sein wollen. Wir haben uns darauf eingestellt, indem wir unsere Grundrisse und Häuser so konzipiert haben, dass auch beim bewährten Standard zahlreiche Möglichkeiten für die Umsetzung individueller Bedürfnisse und Vorstellungen geboten werden. Optimale Grundrisse beim Hausbau müssen den Lebensgewohnheiten der Bewohner entsprechen und ihnen den Alltag erleichtern. Größe und Anordnung der Räume sowie die Laufwege im Haus sind dabei entscheidend. Derzeit liegen offene Grundrisse beim Hausbau im Trend: In modernen Einfamilienhäusern ist ein Erdgeschoss mit offenem Bereich fürs Wohnen, Kochen und Essen schon beinahe Standard. Die separaten Räume liegen meist im Obergeschoss. Herr Hauser, eine abschließende Frage: Ein großes Thema für die Zukunft ist die Urbanisierung, wie empfinden Sie diesen Trend und wie gehen Sie als Fertighaushersteller damit um? So wie unsere Häuser intelligenter werden müssen, müssen auch unsere Städte dazulernen. Wenn wir heute von Smart Cities sprechen, dann meinen wir damit, dass wir unsere Städte effizienter, fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver gestalten müssen. Früher hat man erst die Infrastruktur festgelegt und dann Wohn- und Arbeitsflächen in dieser Struktur verteilt. Noch sind deshalb im traditionellen Stadtbild die Bereiche für wohnen, arbeiten und einkaufen oft getrennt. Durch die zunehmende Akzeptanz und Verbreitung mobiler Endgeräte, Internet und Clouds erwarten wir hier aber einen Wandel. Für uns als Fertighaushersteller heißt das, dass sich mit der zunehmenden Dezentralisierung der Lebensbereiche auch die traditionelle Aufteilung der Räume verändern wird. Vor allem dann, wenn immer weniger Wohnraum zur Verfügung steht. Städte wie Paris, New York oder Hamburg zeigen uns, dass wir schnell lernen müssen, wie wir Wohnraum durch geschickte Planung und Möblierung möglichst flexibel unterschiedlichen Lebensszenarien anpassen können. Herr Hauser, wir danken Ihnen für die interessanten Einblicke.

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www.haas-fertighaus.de

gestaltet, dass bereits die Zubereitung des Essens zum gesellschaftlichen und sinnlichen Ereignis wird. Zusammen kochen, essen, genießen und miteinander reden, das macht aus einer Küche das Herzstück des Hauses, den Mittelpunkt jeder Party und aus einem ehemals rein funktionalen Ort eine Stätte der Kommunikation. Eine gute Küche muss heute deshalb mindestens zwei Ansprüchen genügen: Geschmack UND Funktionalität. Dies gelingt nur mit dem richtigen Grundriss. Die Übergänge zwischen Küche, Essplatz und Wohnraum können fließend sein, d. h. ein großer Raum mit unterschiedlichen Nutzungsbereichen. Oft werden die Bereiche jedoch auch durch extrabreite Durchgänge oder Wanddurchbrüche miteinander verbunden. Und es darf auch einmal um die Ecke gehen. Eben ganz, wie es der Kunde wünscht.

FOTOS: HAAS FERTIGBAU

AUCH FAST JEDEN ARCHITEKTURSTIL bedient das Baureihenhaus Symphony. Die Baufamilien können aus vier Dachformen wählen und ihr Haus z.B. als modernen Kubus oder mit klassischem Satteldach gestalten. Für noch mehr Individualität und Flexibilität sorgen verschiedene Möglichkeiten der Fassadengestaltung sowie Architekturbauteile, wie z.B. Erker, Balkone oder Überdachungen. Diese können auf Wunsch ergänzt werden, um das Haus optisch aufzuwerten oder mehr Wohnraum zu schaffen. Selbst verschiedene Ausbaustufen und Energiesparstandards – vom KfW-Effizienzhaus 70 bis zum Stromüberschuss erzeugenden Plus-Energie-Haus – sind möglich.


AUSTIN USA

KÜCHEN INTERNATIONAL

STUNNING LANDSCAPE

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Leben mit und in der Natur – das vom Architekten Dick Clark entworfene Einfamilienhaus in West Lake Hills in der Nähe der texanischen Großstadt Austin bietet einen spektakulären Ausblick auf die Landschaft und Silhouette der Stadt am Horizont. Die langgestreckte lineare Form des Hauses folgt der Topografie und lenkt den Blick gezielt auf das beeindruckende Panorama, das durch die alten, bizarr geformten VirginiaEichen im Vordergrund dramatisch gerahmt wird.


KÜCHEN INTERNATIONAL

Die gesamte 12 m breite, raumhohe Glasfront wird mit dem Öffnen vollständig seitlich in die Wände eingefahren. Damit sind die Grenzen von innen und außen aufgehoben, Haus, Garten und Landschaft werden eins. Das Interieur wurde mit natürlichen Materialien wie Stucco, Stein und Zink gestaltet, so dass es mit dem Außen direkt in Verbindung steht. Wohn- und Essbereich öffnen sich zweistöckig nach oben, Fensterbänder auf beiden Ebenen und Seiten lenken zusätzlich Tageslicht in den Raum. Swimming- und Whirlpool sind direkt vom Master-Schlafraum zugänglich.

„Das langgestreckte und gerade Haus folgt der Topografie des Geländes und ermöglicht beeindruckende Ausblicke auf das Stadtzentrum von Austin.“ Dick Clark, Architekt

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KÜCHEN INTERNATIONAL

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1 KOCHEN, SPEISEN UND WOHNEN vor einem atemberaubenden Panorama. 2 DIE KÜCHE VON LEICHT reflektiert das Architekturkonzept: gerade Linien, Funktionalität und Minimalismus. Schwarz sediment ist der Farbton für die Schränke, die Insel zeigt sich in firn. Filigran die Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff. 3 AUCH IM BAD kommt das markante Schwarznussholz zum Einsatz.

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KÜCHEN INTERNATIONAL

4 SWIMMING- UND WHIRLPOOL sind direkt vom Schlafzimmer aus zugänglich.

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5 DIE BIZARREN VIRGINIA-EICHEN wurden in die Planung mit einbezogen.

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6 DIE ÄSTHETIK DER BESCHRÄNKUNG: Schwarznussholz regiert neben Feinsteinzeugfliesenböden und Stucco. 7 HIER DER EINGANGSBEREICH: der Treppenabsatz verlängert sich zur Bank.

„Das Haus musste die umgebende Landschaft und das Gelände respektieren und dazu passen.“ Dick Clark, Architekt

GERADE LINIEN, FUNKTIONALITÄT UND MINIMALISMUS Die Küche reflektiert das Architekturkonzept: gerade Linien, Funktionalität und Minimalismus. Küche, Essen und Wohnen bilden freistehende Inseln, die den Raum gliedern und zugleich Offenheit, Weite und Bewegungsraum schaffen. Den Übergang und eine natürliche Trennung von Küche und Essbereich bildet eine langgestreckte, einseitig auf Edelstahlkufen schwebende Vorbereitungsinsel mit integriertem Frühstücksplatz. Das

langgestreckte, ebenfalls auf Metallkufen ruhende Sideboard bindet den Esstisch optisch an die Küche an. Zum Einsatz kam eine Leicht Küche. Die filigrane Quarzwerkstoff-Arbeitsplatte schließt Insel, Unterschränke und das Sideboard elegant ab.

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DICK CLARK

ARCHITEKT: DICK CLARK + ASSOCIATES WWW.DCARCH.COM KÜCHENPLANER: TOM WILKINSON WWW.ARETEKITCHENS.COM KÜCHE: LEICHT WWW.LEICHT.COM FOTOGRAFEN: PAUL BARDAGJY UND ALEXANDER STROSS

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Eine Stellungnahme zum vorliegenden Projekt … Auf einem steilen Abhang in West Lake Hills fügt sich dieses Haus, zwischen alte Virginia-Eichen, schafft so eine enge Verbindung zur Natur und definiert den Ort auf einzigartige Weise. Die Form des Hauses ist langgestreckt und gerade, der Topografie des Geländes folgend und lenkt den Blick auf beeindruckende Ausblicke auf das Stadtzentrum von Austin. Ein Band aus Glasschiebetüren, die sich vollkommen in die Wände einfahren lassen, erlaubt eine 12 Meter breite Öffnung des Wohnraums zum Außenbereich. Stucco, Stein und Zink schaffen ein natürliches und pflegeleichtes Äußeres, während deckenhohe Fenster und tiefe Vorsprünge Räume erzeugen, die sowohl spektakulär als auch bequem sind. Von den grauen Feinsteinzeugböden zu den großzügigen Einbauten aus Schwarznussholz wurde bei der Planung und Einrichtung des Hauses auf Bequemlichkeit und Anpassungsfähigkeit geachtet. Das Ergebnis ist ein Zuhause, das gut funktioniert, sei‘s für repräsentative Zwecke, sei‘s für den kontemplativen Genuss des Sonnenaufgangs. Worin bestand die besondere Herausforderung? Die größte Herausforderung war das Grundstück mit dem steilen Abhang und den zahlreichen schönen alten Virginia-Eichen. Das Haus musste die umgebende Landschaft und das Gelände respektieren und dazu passen. Deshalb entwarfen wir ein langes geradliniges Haus,

das der Topgraphie folgt und sich über das Gelände und zwischen den Bäumen hinzieht. Gab es während des Baus böse Überraschungen? Keine eigentlichen Überraschungen, aber es gab durchaus Modifikationen. Das Konzept wurde während des Baus ständig weiterentwickelt. Obwohl das Grundprinzip beibehalten wurde, wurden viele Details, die das Objekt jetzt bestimmen (etwa die Materialzusammenstellung) während des Baus angepasst und verändert. Was war Wunsch und Ziel des Bauherren: Was sollte das Haus leisten? Das Haus sollte sowohl schlicht als auch komplex sein. Es vermittelt eine große Idee, indem es einem schnörkellosen Plan folgt und durch die raumhohen Fenstern und die Wand aus Glasschiebetüren die umgebende Landschaft und den Ausblick auf die Skyline der Stadt zur Schau stellt. Der nahtlose Übergang zwischen Innen und Außen unterstreicht die Einfachheit des Designs, während Einzelheiten, wie der Treppenabsatz, der zu einer Bank wird, und das künstlerische Design des Stahlpfeilers auf der Terrasse die Komplexität des Plans zeigen. Wir wollten, dass das Haus von dem Moment an gefangen nimmt, in dem man auf die Haustür zugeht, und die Aufmerksamkeit weiter fesselt, wenn es beim Betreten nach und nach seine raffinierten und einzigartigen Details enthüllt.


S TA RT E N S I E O V E R S I Z E

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macht sich in der Küche breit. Das selbstbewusste Einzelbecken mit einer

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F e i n s t e i n z e u g a u s d e m We s t e r w a l d ! · w w w. s y s t e m c e r a m . d e


INTERVIEW DESIGN

GET SMART AEG PRODUCT-MANAGER NORBERT BEHRINGER – DESIGNENTWICKLUNG MIT DEM ANSPRUCH: PERFEKT IN FORM UND FUNKTION Norbert Behringer blickt auf eine 30-jährige Erfahrung in der Hausgeräte-Branche zurück. Seit drei Jahren zeichnet er hier gemeinsam mit seinem Team als Product-Manager für das Produkt-Design der Electrolux-Markenwelt für Deutschland und Österreich verantwortlich, in der die Marke AEG einen bedeutenden Stellenwert einnimmt. „Jede Marke hat ihren eigenen Design-Footprint“, versichert Norbert Behringer. Die Wiedererkennbarkeit ist in Form und Funktion gegeben, ein Anspruch, den die AEG sogar in ihrem Marken-Claim für jeden sichtbar definiert: „AEG, Perfekt in Form und Funktion.“ Herr Behringer, wie gelingt es Ihnen und Ihrem Team, den Hausgeräten der Marke AEG immer wieder ein neues, wiedererkennbares Gesicht zu geben? Wir alle bringen unsere Ideen mit in die Entwicklung neuer Geräte ein. Über das Design, das letztendlich zum Tragen kommt, entscheidet jedoch unser Designer-Team. Dabei ist es meine Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass die Anforderungen und Bedarfe der Konsumenten in Deutschland und Österreich mit in die Entwicklung neuer Geräte einfließen. Das gilt insbesondere für die Marke AEG, die in diesen beiden Ländern besonders gefragt ist. Aber auch in Märkten wie Großbritannien, Spanien, Portugal und natürlich in den Beneluxländern treffen wir mit unseren Geräten von AEG als Premium-Marke den Puls der Zeit. Design ist heute international. Welche Faktoren beeinflussen Ihre Produktentwicklung? Die wichtigste Inspirationsquelle ist für uns nach wie vor die Küchenmöbelindustrie. Die hier zum Einsatz kommenden Farben, Formen und Materialien wirken sich entscheidend auf unser Gerätedesign aus. Denn unser Ziel war und ist es, Produkte zu kreieren, die sich harmonisch in das Gesamtbild der Küchen einfügen. Sie sprechen gerade das Thema Material an. Andere Branchen, wie z.B. die Automobilindustrie, verwenden schon einmal Alternativwerkstoffe zum Edelstahl. Wie gehen Sie mit dem Faktor Werkstoffe beim Design der Geräte um? 16 | ARCHITEKTUR + KÜCHE

Auch wir haben versucht, Geräte aus Aluminium oder Titan zu lancieren. Die Verbraucher konnten wir damit allerdings nicht überzeugen. Der Trend liegt also nach wie vor bei Edelstahl respektive bei Edelstahl/Glaskombinationen. Nachfrage besteht allerdings auch wieder für Geräte in Weiß oder Schwarz, was sich sowohl im Bereich der Einbau- als auch der freistehenden Geräte widerspiegelt – vom Kühlgerät bis zum Cerankochfeld. Wie sieht es mit Farben wie Rot, Grün oder Blau aus? Möglich sind solche Kreationen heute schon. Allerdings handelt es sich dabei um Nischenprodukte, was meiner Meinung nach auch so bleiben wird. Küchenmöbel und Geräte sollen eine Gesamtharmonie ausstrahlen. Und die Kunst, Farben geschmackvoll miteinander zu kombinieren, ist eine hohe Wissenschaft. Aber wie darf man den Begriff Gesamtharmonie verstehen? Während einige Konsumenten ihre Geräte gerne zeigen, neigen andere eher dazu, sie zu verstecken. Wie gehen Sie als Product-Manager mit diesem zweischneidigen Schwert um? Wir müssen beiden Trends gerecht werden. Die besten Beispiele dafür sind vollintegrierte Geschirrspüler oder Kühlgeräte, die nach außen hin vollkommen unsichtbar sind. Andererseits werden Herd, Backofen, Kochfeld und Dunstabzugshaube heute gerne gezeigt. Speziell die Hauben, die man vor einigen Jahren noch als Flachpaneel-Version versteckt hat, haben sich mittlerweile sogar zu regelrechten Designele-


TECHNIK

GERADE DAS DESIGN EINES BACKOFENS muss sich harmonisch in moderne Küchen einfügen und sich dem aktuellen Trend des Küchendesigns zur Linearität anpassen. Abmessungen bzw. Blendenhöhen müssen auf die Möbel abgestimmt werden.

menten entwickelt. Designansätze, alle Geräte zu verbergen, sind dabei in der absoluten Minderheit. Sie sprachen gerade den Backofen an. Welche Eigenschaften prägen dessen Design? Gerade das Design eines Backofens muss sich harmonisch in moderne Küchen einfügen und sich dem aktuellen Trend des Küchendesigns zur Linearität anpassen. Abmessungen bzw. Blendenhöhen müssen auf die Möbel abgestimmt werden. Das setzt sich übrigens auch bei Parallelprodukten fort, wie Mikrowellengeräten, Dampfgarern, Einbaukaffeemaschinen oder auch Warmhalteschubladen. Der Erfolg von Einbaugeräten hängt u.a. davon ab, dass alle sichtbaren Produkte einerseits einen klaren Markencharakter haben, und dass sie andererseits gemeinsam mit den Küchenmöbeln eine Einheit bilden. Durchaus! Nehmen Sie z.B. Displays. Wenn eine Gerätelinie erfolg-

VOLLINTEGRIERT in die 140 cm Nische: der „Santo“ kann Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit passgenau regeln.

reich sein soll, müssen alle Produkte mit dem gleichen Display ausgestattet sein. Das gilt natürlich nicht nur für die Optik, sondern auch für die Bedienerphilosophie. Wir legen größten Wert darauf, dass sich unsere Geräte intuitiv bedienen lassen. Wie viele Jahre entwickeln Sie an einer neuen Gerätegeneration? Im Branchendurchschnitt sind das fünf Jahre. Der Entwicklungszyklus ist in der Regel abhängig von der Entstehung neuer Trends in der Küchenmöbelindustrie oder auch in der Architektur. Und natürlich spielen Verfügbarkeit sowie die generelle Sinnhaftigkeit neuer Technologien wie z.B. in der Elektronik oder der Bedienerphilosophie eine Rolle. Als Beispiel will ich hier Geräte mit Knebelbedienung anführen, wie sie noch vor einigen Jahren vorherrschend waren. Heute können sie auch via Sensorik oder wie beim Smart-Phone via TFT-Bedienung gesteuert werden. Der technologische Fortschritt der Bedien- und Anzeigeelemente ist durchaus prägend für das Hausgeräte-Design. Von enormer Bedeutung für die Weiterentwicklung unserer Geräte ist jedoch auch das sich wandelnde Verbraucherverhalten. Das Kochen hat sich verändert, Themen wie „gesunde Ernährung“ oder auch „Sicherheit“ haben beim Verbraucher einen hohen Stellenwert. Anforderungen, die wir mit in die Entwicklung neuer Geräte einbinden müssen. Herr Behringer, gerade bei Hausgeräten ist das Thema Energieeffizienz in aller Munde. Auf welche Weise beeinflusst diese die Produktentwicklung? Alle Produkt-Features, die zu einer höheren Energie-Effizienz beitragen – so etwa Vakuum-Paneele bei Kühl- und Gefriergeräten, bessere Isolierungen bei Herden oder sparsame Elektronik und Motoren – sind meistens unsichtbar. Sichtbares Energieeinsparungspotenzial bietet jedoch die LED-Technologie, die heute in nahezu allen Hausgeräten vom Backofen über das Kühlgerät bis hin zur Dunstabzugshaube zum Einsatz kommt. Bei den Hauben trägt sie nicht nur zur Energie-Effizienz bei, sondern unterstreicht dabei gleichzeitig das Design der Geräte. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 17


TECHNIK

MAXISENSE®, das flexible Induktionskochfeld, erkennt Topfgröße und -form automatisch. Sobald das Kreuz einer Kochzone bedeckt ist, kann die maximale Flexibilität dieser Technologie genutzt werden.

AM MULTI-DAMPFGARER ProCombi Plus mit Sous Vide-Funktion muss nur das Gericht eingestellt werden, schon wählt das Gerät dank innovativer Technologie die Ofenfunktion, Temperatur und Garzeit von ganz alleine aus.

Welche Innovationen in Material und Technik gehören für Sie zu den zukunftsweisenden Klassikern, die die Weiterentwicklung der Produkte und damit einhergehend deren Design am stärksten prägten und prägen werden? Es gibt durchaus Entwicklungen, die Design und Formgebung maßgeblich beeinflusst haben. Der Werkstoff Edelstahl z.B. gehört dazu. Edelstahl steht für Hygiene und Langlebigkeit und wird nicht zuletzt deshalb seit vielen Jahren in der Großküche eingesetzt. Bezogen auf Hausgeräte, gehört er zu den Materialien, mit denen sich Design umsetzen lässt. Als weiteres Beispiel würde ich auch die Erfindung des Glaskeramik-Kochfeldes nennen. Die glatte Fläche dieser revolutionären Innovation, die Möglichkeit des flächenbündigen Einbaus, die Möglichkeit ein Kochfeld auch in Weiß zu gestalten ... all diese Eigenschaften haben dazu beigetragen, dass sich das Ceran-Kochfeld am Markt etabliert und die gussßeisernen Kochplatten verdrängt hat und der Küche seither ein sehr viel ruhigeres, eleganteres Gesicht verleiht. Zu den für meine Begriffe revolutionären technischen Neuerungen gehören auch die Induktion und die Heißluft im Backofen, nicht zu vergessen die Dampfgarfunktion.

schäftigen. Des Weiteren würde man zum einen Ressourcen sparen und zum anderen auch der Umwelt etwas Gutes tun. Immerhin ist die Entsorgung der Elektronik sehr aufwändig.

Herr Behringer: Wagen wir einen Blick in die Glaskugel: Wie könnte das Hausgerätedesign der Zukunft aussehen? Vielleicht können Sie uns das am Beispiel der Kochfelder oder Backöfen der Zukunft erläutern? Das Thema intelligente Vernetzung wie Smart Grid*, Connectivity** bzw. Geräte-Bedienung über Smart-Phone oder iPad wird die kommenden Hausgerätegenerationen maßgeblich beeinflussen. In Anbetracht dieser Möglichkeiten stellt sich jedoch die Frage, ob künftig wirklich jedes Gerät, wie es heute noch üblich ist, über ein eigenes Display verfügen muss, oder ob Geräte über ein autarkes, in die Küche integriertes Steuerelement via Flatscreen gesteuert werden können. Ein solches System wäre sehr bedienerfreundlich. Der Verbraucher müsste sich nicht mehr mit der Bedienungsanleitung verschiedener Geräte be18 | ARCHITEKTUR + KÜCHE

Würde das nicht zur Uniformität der Geräte der unterschiedlichen Elektrogerätehersteller führen? Nein, die Formgebung bliebe immer noch herstellerspezifisch. Beispiel Fernsehgeräte: 90 Prozent der Verbraucher bedienen ihre Geräte mit der Fernbedienung. Die Bedienelemente, die noch an den Geräten selbst zu finden sind, sind meist versteckt und dienen einzig dem Thema Sicherheit, wenn die Fernbedienung einmal ausfallen sollte. Die Fernseher der unterschiedlichen Hersteller sehen aber immer noch nicht gleich aus. Herr Behringer, wir danken Ihnen für das Gespräch.

*Smart Grids sind intelligente Energienetze, die alle Akteure des Energiesystems über ein Kommunikationsnetzwerk miteinander verbinden. Sie ermöglichen es auf Basis der Kommunikationstechnologien ein energie- und kosteneffizientes Gleichgewicht zwischen einer Vielzahl von Stromverbrauchern, Stromerzeugern und in Zukunft auch verstärkt Stromspeichern herzustellen. Dieses Gleichgewicht wird durch optimiertes Management von Energieerzeugung, Energiespeicherung, Energieverbrauch und dem Stromnetz selbst erreicht. Eine durchgängige Kommunikationsfähigkeit vom Kraftwerk bis hin zu den Verbrauchern ist notwendig, um eine nachhaltige, wirtschaftliche und sichere Elektrizitätsversorgung zu gewährleisten. **Connectivity in der Anwendung: Backofen und Geschirrspüler sind per Tablet und Smartphone ortsunabhängig steuerbar und eröffnen damit eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. So erlauben sie etwa die Gerätebedienung aus dem digitalen Kochbuch heraus, bieten die Zusammenstellung von Einkaufslisten, eine bedarfsgerechte Gebrauchsanleitung oder Informationen zum Ressourcenverbrauch.


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HAUSGERÄTETRENDS

1 FOTO: BOSCH

FOTO: HAIER

SMART AS MEHR KO KOMFORT DU DURCH INTELLIGENTE TECHNIK

DIE NE NEUE KÜHLINNOVATION, der Side by Side „Smart Windows“ von Haier, steht für individuellen BBedienungskomfort. So kann ein undurchsichtiges Fenster in der Tür auf Wunsch durchsichtig werden und macht den Inhalt auch bei geschlossener Tür sichtbar, was der Energieersparnis zugute kommt. Die interaktive Kühl-Gefrierkombination überzeugt jedoch auch durch weitere praktische Funktionen wie z. z.B. die Unterteilung in fünf Bereiche, davon ein Gefrierbereich mit bis zu -35°C Temperatur, eine Feuchtigkeitskontroll-Funktion sowie last but not least eine W WLAN-Verbindung, über die u.a. Temperatur und Funktionstüchtigkeit des Gerätes via Tablet oder Smartphone gesteuert bzw. abgefragt werden können. 20 | ARCHITEKTUR + KÜCHE


FOTO: SAMSUNG

1 DER NEUE BOSCH SERIE 8 BACKOFEN überzeugt nicht nur durch seine intelligente Technik und sein Design: ein klarer Mix von Edelstahl- und Glasflächen sowie der markante, mittig angeordnete intuitive Bedienring. Er zeichnet sich ebenso durch seine Energieeffizienz aus. Und zudem ist eine Variante des Serie 8 Backofens netzwerkfähig und kann via WLAN über eine App von mobilen Endgeräten wie Tablet oder Smartphone aus gesteuert werden.

2 2 HINTER DER METAL COOLING-TÜR des Food ShowCase befindet sich sein erster in sich abgeschlossener Kühlbereich – der ShowCase. Hier kann jedes Haushaltsmitglied seine Lebensmittel in Fächern und Schubladen für den Schnellzugriff organisieren. Da sich die Kühlanforderungen verschiedener Produkte nach Eigenschaften gruppieren lassen, haben Samsung Entwickler ihn noch einmal in drei Zonen unterteilt: Oben die Cooking Zone, in der Mitte die Family Zone und unten die Kids Zone. Während der ShowCase geöffnet ist, kann hinter einer zweiten Tür der InnerCase unberührt weiterkühlen – das spart Energie.

SMART CAN BE Sie sehen gut aus oder sind auf Wunsch auch vollkommen unsichtbar, sie lassen sich intuitiv bedienen und zeichnen sich nicht nur durch ihre hohe Leistungs-, sondern insbesondere auch durch ihre Energieeffizienz aus. Intelligente und smarte Hausgeräte geben einen Einblick in die noch komfortablere und flexiblere Welt von heute und morgen.

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3 MIT DEM iQ700 geht der erste Siemens Geschirrspüler online. Das Zeolith-Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ lässt sich per Wi-Fi (WLAN) mit Smartphones oder Tablets bedienen. 4 VISION POSSIBLE von Liebherr: Ein Kühlgerät mit ergonomischen, ausziehbaren Tablaren.

FOTO: LIEBHERR

FOTO: SIEMENS

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5 BAUKNECHT HAT DIE VORTEILE DER INDUKTIONSTECHNOLOGIE im Einbaubackofen umgesetzt. Wird ein spezieller Induktionseinsatz an der Backofenrückwand eingerastet, geht der Ofen automatisch in den Induktionsmodus über. Die passende, zum Induktionsbackofen mitgelieferte Induktionsbratenform wird auf den Einsatz gestellt und gibt die Induktionshitze direkt an das Gargut weiter. In Kombination mit dem Grill und dank der neuen, verbesserten Luftzirkulation im Backofeninnenraum wird die Hitze optimal im Innenraum verteilt.

FOTO: AEG

FOTO: BAUKNECHT

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5 Sie zeigen sich designstark, vielseitig, effektiv, nachhaltig, besonders funktional und smart, die aktuellen Hausgerätegenerationen: Elektro-Hausgeräte wie Kühlgeräte, Herde, Dampfgarer, Mikrowellengeräte, Kochfelder, Dunstabzüge, Geschirr-Spülmaschinen, Waschmaschinen und Wäschetrockner ebenso wie die Elektro-Kleingeräte vom Kaffeevollautomaten bis zur Haus- und Bodenpflege. Elektro-Groß- und Kleingeräte erleichtern die Speisenzubereitung und gesundes Kochen und sorgen für körperliches Wohlbefinden. Dabei spielen smarte Anwendungen in Kombination mit vernetzten Hausgeräten eine immer stärkere Rolle. Komfortable Apps informieren über das Produkt, seine Bedienung und Pflege, zeigen den Status an und machen Zubereitungsvorschläge. Außerdem unterstützen sie die Wartung der Geräte z. B. durch Ferndiagnose. Über intelligente Smartphones oder Tablet-PCs lassen sich die vernetzten Hausgeräte problemlos steuern. Aber auch die Kommunikation einzelner Geräte untereinander wie beispielsweise zwischen Kochfeld und Dunstabzug sowie die Steuerung verschiedener Geräte in der Küche über das Bedienpanel eines zentralen Geräts ist möglich. 22 | ARCHITEKTUR + KÜCHE

6 AEG ProCombi Plus ist, so das Unternehmen stolz, der erste Multi-Dampfgarer, der automatisiert dampfgart, backt, schmort, brät und dazu noch eine Sous-Vide-Funktion besitzt.

ELEKTRO-HAUSGERÄTE – SERIENMÄSSIG MIT EFFIZIENZ UND VIELSEITIGKEIT Der sparsame Einsatz von elektrischer Energie, Wasser und Waschmitteln erreicht immer höhere Spitzenwerte. Bei Waschmaschinen der neuesten Generation stehen zudem Hygiene und geringe Geräuschemission im Fokus. Energie-Effizienz mit herausragenden Werten ist auch bei Wäschetrocknern Pflicht. Spitzenreiter ist dabei die Wärmepumpen-Technologie. Funktionen zum Auffrischen und Lüften der Kleidung mit Dampf und Duftstoffen ergänzen die Wäschepflege.

KÜHLGERÄTE – SONNIGE AUSSICHT FÜR OBST UND GEMÜSE Die Innenräume von Kühlgeräten lassen sich jetzt wahlweise zum Kühlen oder Gefrieren nutzen. Türen sind doppelt ausgeführt und getrennt zu öffnen, damit bei der Entnahme von Getränken möglichst wenig warme Luft in das Geräteinnere gelangt und entsprechend weniger Energie zur Kühlung erforderlich ist. Neue Materialien zur Dämmung steigern zudem die Energie-Effi-


REZEPT UND FOTO: AEG

HAUSGERÄTETRENDS

zienz. Zur möglichst langen Erhaltung der Frische und der Vitamine von Obst und Gemüse kommen neue Innenbeleuchtungen zum Einsatz, die Teile des Sonnenlichts simulieren. Zudem lässt sich das Feuchtigkeitsniveau im Innenraum regeln oder aktiver Sauerstoff zuführen, um Obst und Gemüse länger frisch zu halten.

GESCHIRRSPÜLER, LEISE, SPARSAM UND LEISTUNGSSTARK Mit stärkerem Sprühdruck oder Besprühen mit heißem Wasserdampf rücken die neuen Spülmaschinen selbst hartnäckigem Schmutz, etwa angetrockneten oder eingebrannten Speiseresten, zu Leibe. Dabei sinken die Werte für Wasser- und Energieverbrauch kontinuierlich und vorheriges Einweichen und Schrubben können entfallen. Dies wird beispielsweise auch durch die Versorgung mit warmem Wasser, durch das energieeffiziente Zeolith-Trocknen und spezielle Gehäuse-Isolierungen unterstützt. Spezielle Sensoren, Sonderprogramme, unterschiedlicher Wasserduck für den oberen und unteren Korb, optimierte Sprüharme, die automatische Beladungserkennung sowie spezielle Halterungen für Geschirr und Gläser sorgen für schonende Behandlung bei gleichzeitig optimalen Reinigungs- und Trocknungsergebnissen.

BACKÖFEN, DIE NEUEN ALLESKÖNNER Bei Backöfen gibt es die effektive und sichere Wärmezufuhr per Induktion. Ein spezieller Induktionseinsatz setzt die Energie zum Backen und Braten um. Viele Zubereitungsmöglichkeiten bietet die Methode des vakuumierten Dampfgarens, bei dem die Lebensmittel in luftdicht verschlossenen Plastikbeuteln bei niedrigen Temperaturen schonend gegart werden. Manche Herde können den Speisen während des Garens Feuchtigkeit zuführen. Modernste Backöfen sind in der Lage, gleichzeitig auf drei Ebenen mehrere Gerichte zuzubereiten, ohne die Aromen zu vermengen. Die Hersteller bieten Backöfen mit rund 30 Prozent vergrößertem Innenraumvolumen an. Garraumteiler erlauben die Zubereitung kleiner Mengen im oberen oder unteren Teil des Backofens und ermöglichen so eine deutliche Energieeinsparung. Ebenfalls zur Energie-Effizienz tragen kürzere Aufheizzeiten bei.

Schwarzwurzeln à la Tagliatelle mit Kastanien-Carbonara ZUTATEN (für 4 Personen) 600 g Schwarzwurzeln 50 ml Weißwein 30 ml Walnuss- o. Haselnussöl 200 ml Sahne 100 g Esskastanien, gekocht und geschält eine halbe Knoblauchzehe 2 untere Hälften Frühlingslauch (weiß und hellgrün) 100 g Räuchertofu Salz, Pfeffer, Kräuter 100 ml Weißweinessig für das Schälwasser 100 g Parmesankäse

GAREN MIT DAMPF

ZUBEREITUNG Schwarzwurzeln mit einer Bürste schrubben und schälen. Das Schälen funktioniert am besten, wenn das Waschbecken komplett mit kaltem Wasser und einem kräftigen Schuss Essig gefüllt ist und mit einem Sparschäler direkt im Wasser gearbeitet wird. Frühlingslauch in Ringe, Räuchertofu in streichholzgroße Stifte schneiden. Esskastanien grob hacken. Knoblauch fein hacken, Parmesankäse reiben. Die geschälten Schwarzwurzeln mit einem Sparschäler in lange Streifen hobeln. Diese Streifen sehen aus wie Tagliatelle und werden mit der halben Menge des Nussöls, Weißwein, Salz und Pfeffer mariniert. Die Schwarzwurzel-Tagliatelle auf ein tiefes Backblech geben und auf der Einschubebene 2 im Programm „VITALDampf“ bei 96°C für 10 Minuten knackig garen. Für die Carbonara-Soße den Frühlingslauch im restlichen Nussöl kurz anschwitzen. Esskastanien und Räuchertofu zufügen und mit Sahne aufgießen. Knoblauch und Kräuter beigeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz aufkochen und vom Herd ziehen. Gedämpfte Schwarzwurzeln wie ein Nudelgericht drapieren, mit herzhafter Kastanien-Carbonara umgießen und mit dem Parmesan bestreuen.

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FOTO: BERBEL

FOTO: MIELE

GERÄTE

7 7 DIE NEUE GLASSLINE in den Breiten 90 cm und 110 cm, jeweils in den Farben Schwarz und Weiß und für Umluft-, Abluft- sowie Hybridbetrieb, bei dem über die Eco-Switch Funktion zwischen Abluftund Umluftbetrieb gewählt werden kann.

8 KOCHFELDER – ÜBERHITZEN IMPOSSIBLE Bei den Kochfeldern überwachen Sensoren die Temperaturbereiche. Sie verhindern so die Überhitzung des Bratfetts und minimieren die Brandgefahr durch Selbstentzündung. Und Induktion ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

DUNSTABZÜGE – FLEXIBEL, LEISTUNGSSTARK UND SPARSAM

FOTO: MIELE

Je nach Einrichtungsstil oder Kundenwunsch präsentiert sich die Dunstabzugshaube von heute zurückhaltend wie z.B. als Deckenlüfter, Flachlüfter und Downdrafthaube oder als designstarke Wand- oder Inselhaube.

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8 DIE DUNSTABZUGSHAUBE DA 6096 W Black Wing von Miele kommt mit ihrem schräggestellten Haubenschirm großgewachsenen Menschen entgegen.

Für gute Werte bei der Energie-Effizienz in dieser Produktsparte sorgen in jedem Fall langlebige, leise Motoren und hohe Wirkungsgrade.

KAFFEE ODER SCHOKOLADE – INDIVIDUELLER ZUBEREITET DENN JE Das Angebot an Kaffee-Vollautomaten, Portions- und Espresso-Maschinen umfasst alle Kundenbedürfnisse für Einzel- und Einbaugeräte gleichermaßen. Neben Kaffee können zunehmend auch Heißgetränke wie Schokolade und Tee zubereitet werden. Mit Sensoren wird die gewählte Tassengröße erkannt und der Auslauf komfortabel und automatisch in der Höhe optimiert.

MIT KOMPONENTEN des Energiemanagement-Konzerns SMA und Smart Grid-fähigen Hausgeräten von Miele steigern Anwender den Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms und reduzieren Energie Energiekosten. kosten. Alles im Blick: Die App InfoControl Plus zeigt beispielsweise an, wie lange die Waschmaschine noch läuft.


HAUSGERÄTETRENDS FOTO: MELITTA

DER CAFFEO® VARIANZA® CSP mit My Bean Select® von Melitta ist der perfekte Vollautomat für anspruchsvolle Kaffeeliebhaber. FOTO: ORANIER KÜC KÜCHENTECHNIK ÜCHENTECHNIK

Latte Macchiato After Eight

KAFFEEREZEPT

FOTO: AMICA

EIN AMICA PROJEKT für das Jahr 2015 ist das In. Konzept, ein Netzwerk miteinander kommunizierender Hausgeräte: Die In. Dunstabzugshaube ist mit dem In. Kochfeld (beide aus dem Programm „black magic“) verbunden und passt ihre Leistung entsprechend an. Über die In. App lassen sich die In. Geräte regeln.

FOTO: MELITTA

ZUTATEN 1 bis 2 After Eight Latte Macchiato, Schokostreusel ZUBEREITUNG 1 bis 2 After Eight in ein Glas legen, mit Latte Macchiato auffüllen und den Milchschaum mit Schokostreuseln dekorieren. Vorm Genießen kräftig rühren.

9 10

FOTO: BAUKNECHT

9 MIT SEINEM INTERACTIVE COOKTOP verbindet Bauknecht die Benutzung eines Tablets mit den klassischen Funktionen eines Herdes – via Internetanschluss verwaltet es den ganzen Haushalt und lässt den Benutzer neben dem Kochen sogar nach außen kommunizieren. Das Interactive Cooktop kann nicht nur auf Rezepte zugreifen und diese direkt darstellen, es ist auch mit Sozialen Netzen, wie etwa Facebook, Twitter, Spotify und Pinterest verbunden.

FOTO: ORANIER

10 FÜR HOBBY-KÖCHE MIT PROFI-ANSPRUCH. Die gusseiserne Grillplatte im Format 40 x 22 cm wird einfach auf die Maxi-Zone des Flächen-Induktionskochfeld FLI 2088 gelegt, dort automatisch von der Elektronik erkannt und dann bequem über den Slider des Kochfeldes gesteuert. Hierbei stehen drei Automatikstufen zur Auswahl: 180 Grad für Fleisch, 150 Grad für Fisch und 120 Grad fürs Gemüse. Auch beim Domino-Teppan Yaki sorgen Automatikstufen bei Fleisch und Fisch für optimale Garergebnisse. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 25


HAUSGERÄTETRENDS

UNTER DAMPF GAREN UND MEHR MIT SCHWEIZER PRÄZISION

1 Schon lange nutzen Profiköche in den weltbesten Restaurants die Vorteile des Sous-videGarens. So heißt das Garen von Speisen unter Luftausschluss in vakuumversiegelten Beuteln. Durch das Vakuumieren der Zutaten liegt eine schützende Kunststoffhülle eng um das Gargut. Bei der Zubereitung werden dann niedrige Dampftemperaturen eingesetzt, die dazu beitragen, dass Fleisch und Fisch besonders zart gelingen. Und das schonende Garen unter Luftausschluss trägt dazu bei, wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Co. in Gemüse, Fisch, Fleisch und Obst besser zu bewahren.

DAMPFGAREN mit dem Combi-Steam XSL Chrome 26 | A + K

Der Schweizer Hausgerätehersteller V-Zug bringt die bewährte Profi-Kochmethode mit der neuen Generation des Combi-Steam SL/XSL auch in die heimische Küche. Damit das sanfte Garen auch klappt, ist die Temperaturgenauigkeit des Dampfes unerlässlich. Deshalb lassen sich beim Combi-Steam SL/XSL die Dampftemperaturen von 30 bis 100 °C präzise anwählen. Gleichzeitig sorgen Klimasensoren für eine optimale Dampfverteilung im Innern des Garraums. Solche Details sind die Voraussetzung für perfektes Gelingen und der Grund, weshalb auch die besten Spitzenköche der Schweiz die V-Zug Combi-Steam-Geräte intensiv nutzen. Den Köchen


TECHNIK

2 1+2 STEAMFINISH sorgt bei den Adora-Geschirrspülern für messbare, fleckenfreie Sauberkeit und funkelnden Glanz und funktioniert ganz einfach: Ist der Trocknungsprozesses beendet, wird Dampf erzeugt, dieser kondensiert auf dem Spülgut in der Form von reinem Wasser und entfernt so Rückstände von Restsalzen sowie Spuren von Spül- und Glanzmittel. Die ergoPlus-Besteckschublade ermöglicht ein ergonomisches Befüllen. Die einzelnen Teile lassen sich berührungsfrei platzieren. 3 DER REFRESH BUTLER kann freistehend platziert oder als integrierte Version in einen Schrank eingebaut werden.

und Köchinnen zuhause geben sie auf www.vzug.ch/ lifestyle Rezeptideen, Tipps und Tricks gerne weiter.

MESSBARE, FLECKENFREIE SAUBERKEIT Aber die Schweizer Ingenieure von V-Zug nutzen die Vorteile von Dampf nicht nur im Combi-Steamer: Die Adora-Geschirrspüler vom Zuger See pflegen mit dem Programm SteamFinish Gläser, Besteck und Geschirr mit reinem Dampf und sorgen für messbare, fleckenfreie Sauberkeit und funkelnden Glanz. SteamFinish funktioniert ganz einfach: Ist der Trocknungsprozesses beendet, wird Dampf erzeugt, dieser kondensiert auf dem Spülgut in der Form von reinem Wasser und entfernt so Rückstände von Restsalzen sowie Spuren von Spül- und Glanzmittel. Wenn es mal eilig ist, ist leicht verschmutztes Geschirr mit dem 19-Minuten-Partyprogramm schnell wieder einsatzbereit. Normal verschmutztes Geschirr reinigt das Alltags-Kurz-Programm in 45 Minuten. Erleichtert wird das Füllen und Entladen des Geschirrspülers durch die LED-Innenraumbeleuchtung. Für eine verkürzte Trocknungsphase, vor allem auch bei Kunststoffbehäl-

3 tern, sorgt der automatische Türaufstoßer: Nach Beendigung des Spülprogramms wird die Tür automatisch ca. 10 cm aufgestoßen, sodass die Trocknung schneller vonstatten geht.

FOTOS: V-ZUG

www.vzug.ch

DAMPF NEUTRALISIERT GERÜCHE Und nach der Party Essensgerüche im Seidenkleid, Tragoder Knitterfalten im Anzug? Auch hier hilft V-Zug mit Dampf weiter: Der Refresh-Butler vereint vier Funktionen in einem Gerät. Die Auffrisch-Funktion mit der Weltneuheit Photokatalyse neutralisiert mittels Dampf Kochgerüche wie Fettgeruch sowie Zigarettenrauch und sorgt für angenehme Geruchsfreiheit. Ebenfalls mit Dampf werden Trag- oder Knitterfalten in Anzügen, Kleidern, Blusen und Hemden merklich reduziert. Mit dem Zusatzprogramm Hygienisieren werden Keime fast vollständig entfernt. Die Trocknen-Funktion übernimmt das schonende und dank Wärmepumpe energiesparende Trocknen von regennassen Textilien. Die Wirksamkeiten dieser Funktionen sind von renommierten Testinstituten in Deutschland und der Schweiz geprüft und für gut befunden worden. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 27


Wie wohnen wir im Jahre 2030? Dieser Frage widmete sich der erste Zukunftskongress, der im November 2014 in Essen stattfand. Veranstaltet vom Cross-Innovations-Netzwerk Universal Home und dem Handwerk NRW wurden innovative Ideen im Bereich „Vernetztes Wohnen“ gesucht. Ob vernetzte Geräte, smarte Apps, wirtschaftliche Aspekte oder innovative Services – der Smart Home-Bewohner der Zukunft steht im Mittelpunkt.

DER INTELLIGENTE KOCHTISCH

VISION POSSIBLE Wenn sich verschiedene Unternehmen miteinander vernetzen, können Produktentwicklungen entstehen, wie es sie zuvor noch nie gab. Den Beweis dafür traten die Produktentwickler der Unternehmen WMF – Kochgeschirr, Gira – ein Unternehmen, das sich der Vernetzungstechnik verschrieben hat, 3M – spezialisiert auf Verbindungstechnik, der Küchenmöbelhersteller Poggenpohl, der Haussgeräteproduzent Miele und der Spezialist in Sachen Glas Schott während des Zukunftskongresses der Initiative „Universal Home“ an. Ihre gemeinsame Entwicklung ist der erste Kochtisch, ein Möbel, das gleichzeitig als Kochfeld, Esstisch sstisch und damit als Kommunikations- und multimediale Informationsnformationszone genutzt werden kann. Diese Erfindung rfindung entspricht auf alle Fälle ganz und gar dem Trend rend der Zeit, dem offenen Wohnen, bei dem Bereiche wie Kochen, Essen ssen und Wohnen fließend ineinander übergehen. Während der Koch oder die Köche auf einer Seite eite der Tafel das Essen zubereitet, können sich die Gäste äste miteinander unterhalten oder sich im Netz über News infor-

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mieren. Denn offene Schnittstellen ermöglichen nicht nur die multimediale Nutzung des Tisches sondern zudem eine Vernetzung mit der Gebäudetechnik. So lässt sich beispielsweis die Lüftungsanlage regulieren oder der Rauchmelder schaltet, sobald die Bewohner mit dem Kochen beginnen, automatisch ab. Dass der Kochtisch funktioniert, hat das Netzwerk der Hersteller während des Zukunftskrongresses von Universal Home bereits bewiesen. Danach dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann er käuflich zu erwerben sein wird. www.universalhome.de

WEDER KNEBEL noch andere Bedienelemente stören das Gesamtbild des formschönen Tischs, an dessen Entwicklung Andreas Enslin, Dipl. Industrial Designer (FH), Leiter des Miele Designcenters, mitbeteiligt war. Ausgestattet mit einer BluetoothFunktion wird die auf Induktionsbasis betriebene Glasfläche, die sich in der Mitte des Tisches befindet, via Tablet, Smartphone oder PC gesteuert. Wichtiger Garant für das Funktionieren des Kochtisches sind die eigens dafür entwickelten Kochtöpfe von WMF. Der Boden der Töpfe verfügt über eine Spezialisolierung und einer integrierten Temperatursteuerung Temperatursteuerung auf der Basis mehrerer Sensoren. Sensoren.


KÜCHEN INTERNATIONAL PROMOTION

KULINARISCH AUF DER ÜBERHOLSPUR … MIT MIELE CULINART

Die Grundausstattung aller CulinArt-Geräte umfasst einen großen Garraum mit 76 Liter Volumen und fünf Einschubebenen, FlexiClip-Vollauszüge, EasyControl-Gerätesteuerung mit versenkbaren Drehknebeln, elektronische Temperaturregelung von 30° bis 300°C, Anzeige der Tageszeit im Display, Start-/Stopp-Programmierung und Vorschlagstemperaturen für die Betriebsarten, ob Heißluft Plus, Ober-/Unterhitze, Unterhitze, Grill, Umluftgrill, Intensivbacken, Auftauen, Bräunungsgaren oder Bratautomatic. Unter den 25 Automatikprogrammen ist besonders die Funktion Klimagaren angesagt: Mit dieser innovativen Zubereitungsart lassen sich durch gezielte Dampfstöße besonders gute Resultate bei vielen Back- und Bratvorgängen erzielen. Damit das leicht von der Hand geht, legt Miele ein Rezeptheft für die Automatikprogramme sowie ein Brotbackbuch bei. Ebenfalls mit an Bord ist ein gelochtes Gourmet-Backblech, so dass Hitze (oder Feuchte) auch von unten an das Gargut gelangt – ideal beispielsweise für die Zubereitung von Brot, Pizza oder Pommes. Zum Paket gehören außerdem die zusätzliche

FOTO: MIELE

CulinArt-Aktionsmodelle waren 2012 die meistverkauften Miele-Backöfen. Miele lässt die Kampagne jetzt mit Einbaugeräten der Generation 6000 mit Wirkung bis zum 30. September 2015 wieder aufleben. Die Aktionsgeräte bieten Top-Ausstattung zu attraktiven Preisen.

Betriebsart Bratautomatic mit Vorteilen beim Anbraten und automatischen Fortgaren von Fleisch. Zur Auswahl stehen Backöfen und Herde in PerfectCleanAusführung oder als Pyrolysemodell. PerfectClean ist eine mehrfach ausgezeichnete Oberflächenveredelung mit besonderen Antihaft-Eigenschaften für Garraum, Backbleche und Zubehör. Weil kaum etwas anbacken kann, erleichtert PerfectClean die Reinigung: Rückstände im Ofen lassen sich mit Wasser, Spülmittel und einem weichen Schwamm leicht entfernen. Noch komfortabler ist das Pyrolyseverfahren, weil Fettspritzer usw. im Garraum bei sehr hohen Temperaturen zu Asche verbrennen, die dann nur noch ausgewischt wird. Ein praktisches Detail in diesem Zusammenhang: Combirost, seitliche Aufnahmegitter und FlexiClip-Vollauszüge sind mit PyroFit ausgestattet und können während des Pyrolysevorgangs im Ofen bleiben. Fällt die Wahl auf einen Herd, so steht die Entscheidung an, ob das Gerät mit einem Induktions- oder mit einem Elektrokochfeld (Strahlungsheizkörper) kombiniert werden soll.

ELEGANT kombiniert: CulinArt-Backofen mit breitem Kochfeld und der neuen KopffreiDunstabzugshaube DA 6096 White Wing

www.miele.de

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PROMOTION

MY HOME IS MY „CONCEPT“

Was wäre die Welt ohne Querdenker, ohne Menschen, die Bestehendes in Frage stellen und den Mut haben, Neues zu wagen. Der Unternehmer Hans-Joachim Naber hält es da mit Georg Bernhard Shaw: Du siehst Dinge und fragst „Warum?”, doch ich träume von Dingen und sage „Warum nicht?” Aus diesem Grund setzte er sich gemeinsam mit dem Designer Kilian Schindler mit der Entwicklung von Küchenmöbeln vor dem Hintergrund des soziodemographischen Wandels auseinander. Wie sollen sie aussehen, die Küchenmöbel, die sich in Größe und Ausstattung flexibel an die sich kontinuierlich modifizierende Lebenssituation ihrer Nutzer anpassen und sogar problemlos mit umziehen? Küchenmöbel, die generationsübergreifend Gefallen finden und entsprechenden Komfort bieten? Die Antwort heißt: „Concept Kitchen“.

Derzeit besteht das intelligente System aus sechs aus hochwertigem, pulverbeschichteten Stahlblech gefertigten Grundmodulen, die ganz nach Geschmack oder räumlichen Gegebenheiten kombiniert werden können: Was Material und Farbe der Arbeitsplatten-Varianten anbelangt, kann zwischen Stahlblech in Weiß, Oxyd oder Grau, geschliffenem Edelstahl oder auch Schichtstoff gewählt werden. Letztere Ausführung ist in sechs Farben erhältlich so dass durchaus farbige Akzente gesetzt werden können. Falls gewünscht können Koch-, Spülzentrum oder auch Butcherblock jeweils mit Spritzschutz oder Organisationsgitter versehen werden. Ein praktisches Regal, das es in unterschiedlichen Höhen und Tiefen gibt, bietet nicht nur ausreichende Lagerfläche, sondern auch guten Überblick und einfachen Zugriff. Wer geschlossene Schranktypen bevorzugt, der kann auf ein Schubladenelement zurückgreifen, das sich als glatte Fläche und dadurch fast unsichtbar in die je-


Ausgezeichnet … Innerhalb von nur drei Jahren nach seiner Entwicklung zur Serienreife wurde das einzigartige System nicht nur mit mehreren international gültigen Designpreisen wie dem „red dot award“ ausgezeichnet, sondern steht individuell interpretiert mit seinen flexiblen, formschönen Modulen in den Showrooms aller Welt. Hier findet Concept Kitchen ihre Liebhaber bei all jenen, die Mobilität der Starrheit der Einbauküche vorziehen, sei es in Reinkultur oder aber als Ergänzung zum fest eingebauten Mobiliar. Sich für eine Concept Kitchen zu entscheiden ist keine Frage des Alters. PRODUKTILDER: NABER GMBH/FOTOGRAFEN: MARC KRAUSE UND SOPHIE MUTEVELIAN

VISION UND KLASSIK SIND KEIN WIDERSPRUCH

weiligen Module einfügen. Und last but not least kann der Technik-Tower ganz nach persönlichem Wunsch mit Backofen, Dampfgarer, Kaffeevollautomat oder Mikrowelle bestückt werden. Nichts fehlt. „Alle Module sind im übrigen zerlegbar und lassen sich, dank des pfiffigen Stecksystems, werkzeuglos auf- und abbauen. Rasterbohrungen erlauben die flexible Anordnung von Konstruktions- und Regalböden. Reduced to the max und modular, wie sich die Elemente des Concepts zeigen, wäre es sträflich, sie auf die Küche zu reduzieren“, regen Hans-Joachim Naber und Kilian Schindler an. Das kreative Spielfeld wurde bereits erweitert: Das wohnraumübergreifende Concept lässt sich bereits heute auch in den Bereichen Home und Office sehen. Ob in Küche, Büro oder Hobby-Raum finden die Module bereits heute ihren Platz und so versprechen die beiden Väter des angehenden Klassikers: „Dieses „Concept“ ist erweiterbar.“ www.n-by-naber.com

DER UNTERNEHMER HANS-JOACHIM NABER und Designer Kilian Schindler setzten sich mit der Entwicklung von Küchenmöbeln vor dem Hintergrund des soziodemographischen Wandels auseinander. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 31


INNENARCHITEKTUR

AVANTGARDISTISCH, KREATIV, EFFIZIENT WOHLFÜHLRÄUME MIT DESIGNKLASSIKERN

FOTO: COR

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PIERRE HEINZE, geschäftsführender Gesellschafter Atrium Möbel+Design Einrichtungshaus GmbH: „Was die Definition des Begriffs klassisches Design anbelangt halte ich es mit dem Industriedesigner Dieter Rams: Weniger Design ist mehr, konzentriert es sich doch auf das Wesentliche, statt die Produkte mit Überflüssigem zu befrachten. Zurück zum Puren, zum Einfachen!“

Mit seinem Bug, schmal und scharf wie ein Messer, pflügt sich das Atrium durch das Weltmeer des Designs. Als Repräsentant der wenigen wahren Designmöbelhäuser Deutschlands, liegt es unweit der Autobahn A5 bei Ettlingen vor Anker. Wir sind zu Gast bei Pierre Heinze, der das Familienunternehmen in zweiter Generation leitet und sich, wie seine Eltern bereits vor ihm, auf designstarke Möbelklassiker von heute und morgen spezialisiert hat. Unsere Blicke treffen auf Polstermöbel von Knoll, Regalsysteme von Interlübke, Kommoden der Marke Behr, Leuchten von Ingo Maurer oder Tecnolumen, Wohntextilien von Zimmer + Rohde oder Sahco Hesslein und vieles mehr. Bei der Beratung ihrer Kunden können Pierre Heinze und seine Einrichtungsplaner auf über 70 hochwertige Marken internationalen Anspruchs zurückgreifen. „Durch die Kooperation mit bekannten Architekten und natürlich durch die Weiterempfehlung zufriedener Kunden arbeiten wir mittlerweile in den unterschiedlichsten Ländern der Welt“, betont der passionierte Inneneinrichter nicht ohne Stolz und erklärt damit auch die Vielzahl seiner renommierten Lieferanten. „Unsere Kernkompetenz liegt in der hochwertigen Kompletteinrichtung, die wir mit klassischen Designs realisieren“, unterstreicht er sein Werteempfinden. Aber was darf man unter klassischem Design verstehen? „Ich halte es auch hier mit dem Industriedesigner Dieter Rams: Weniger Design ist mehr, konzentriert es sich doch auf das Wesentliche, statt die Produkte mit Überflüssigem zu befrachten. Zurück zum Puren, zum Einfachen!“ Wie sein Vorbild Dieter Rams, hat auch Pierre Heinze neben seinem Hang zum Produktdesign, seine Liebe zur Architektur und Innenarchitektur entdeckt.

BUNT, ABER NICHT FARBIG Es ist zehn Uhr morgens und schon betreten die ersten Kunden das imposante Gebäude mit seinen geschmackvoll ausgesuchten Wohnmöbeln und Accessoires. Eingezogene Wände unterstreichen das Ambiente unterschiedlicher Raumlösungen über die Küche, den Wohn- und Essbereich bis hin zum Schlafzimmer oder dem privaten Büro. Jedes Szenario gleicht einem eigenständigen Bühnenbild, liebevoll angereichert mit optisch

„Gutes Design ist langlebig. Es vermeidet modisch zu sein und wirkt deshalb nie antiquiert. Im deutlichen Gegensatz zum kurzlebigen ModeDesign überdauert es auch in der heutigen Wegwerfgesellschaft lange Jahre.“ Dieter Rams, Industriedesigner der Moderne ansprechenden und funktionalen Details. Die Welt des Designs ist durchaus bunt, aber nicht farbig, stellen wir fest. Die meisten Einrichtungsgegenstände präsentieren sich in Weiß, Grau und Schwarz. „Farbige Akzente setzen wir meist mit Wandanstrichen oder Tapeten vor allem aber durch Raumtextilien und Accessoires“, erläutert uns

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FOTO: INTERLÜBKE

2 METALL, in Kunststoff eingegossenes Blattgold. Die Blenden haben jeweils vier Bohrungen, mit denen sie an dem Stabkreuz in verschiedenen Winkeln aufgehängt werden können. Die Blenden für 24 Karat Blau werden einzeln in Handarbeit hergestellt. Das Blattgold wird 1/10.000 mm dünn geschlagen – das entspricht 1.000 Atomschichten –, so dass kurzwelliges blaues Licht zwischen den Molekülen hindurchleuchten kann, während gelb-goldenes Licht reflektiert wird.

1 1 AUF DER SCHLICHTEN GRUNDFORM DES WÜRFELS beruht das Designkonzept des Klassikers studimo von Interlübke (Erstentwurf 1977, team form ag). Das erfolgreiche Regalsystem überrascht mit neuen Fronten, Formaten und innovativen Kombinationsmöglichkeiten, bei denen man ruhig an ein Mosaik denken darf. Für geschlossene Ausführungen können aus rund 28 verschiedenen Türformaten lebendig-phantasievolle ebenso wie homogen wirkende Frontbilder geplant werden. Alle Elemente des neuen Schiebetürensystems sind geräuschlos und ohne Kollision bewegbar, auch wenn sie auf gleicher Ebene liegen.

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FOTO: INGO MAURER

der versierte Planer. „Die richtigen Accessoires bringen Leben, setzen individuelle Schwerpunkte, zeigen witzige Details, verändern die Stimmung, schaffen – oft auch jahreszeitlich bedingt oder für einen festlichen Anlass – eine besondere Atmosphäre. Was das Thema Farbigkeit anbelangt, so zeigt sich unsere deutsche Klientel im Vergleich zu unseren Kunden im Ausland und hier insbesondere zu den Franzosen eher zurückhaltend. Man wählt bewusst hochwertiges, zeitloses und langlebiges Mobiliar. Designklassiker stehen für Wertigkeit und durchaus auch für Modernität nicht aber für Mode.“ Und wie passt die rote menosKommode dazu? Im Kern ein klassisches Schubladenelement, ausgereift zu einem Konzept aus Regal, Schublade und Container. Als Wohnsystem oder Solitär gekonnt in Szene gesetzt. „Wir zeigen sie in Rot, einer Farbe, die unsere Kunden sofort auf das außergewöhnliche Möbel aufmerksam macht. Gekauft wird es jedoch meist in Weiß oder Schwarz“, lacht Pierre Heinze. Mode spiegelt sich eher in einfacher austauschbaren Produkten wider, wie z. B. Textilien. Kaum ein Bereich bietet für die Einrichtung von Haus und Wohnraum eine 34 | ARCHITEKTUR + KÜCHE


INNENARCHITEKTUR

3 DIE ROTE MENOS-KOMMODE: Im Kern ein klassisches Schubladenelement, ausgereift zu einem Konzept aus Regal, Schublade und Container. Als Wohnsystem oder Solitär gekonnt in Szene gesetzt. 4 IN DEN AUSFÜHRUNGEN MATT SCHWARZ oder Aluiniumfarbig lackiert wirkt das Regalsystem mit dem treffenden Namen „Hang“ durchaus technisch. Hang, hergestellt aus extrudiertem Aluminium kann, wie hier, eine ganze Wand füllen oder endlos in einer Linie aneinandergereiht werden.

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3 so spannende Vielfalt an Marken und Möglichkeiten. Mit der Fülle der Varianten, durch Auswahl und Kombination, von Komposition und Gestaltung wächst die Menge der Verwirklichungsmöglichkeiten ins Unendliche. Da gilt es, genau den Punkt zu finden. Wer seine Räume anspruchsvoll gestaltet, kauft nicht von der Stange, sondern nutzt individuelle Möglichkeiten. Pierre Heinze arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen. „Der Umgang mit unseren Kunden bedingt ein hohes Maß an Vertrauen“, beschreibt Pierre Heinze die Beziehung zu seinen Auftraggebern. Und bei der anspruchsvollen Klientel, die der Kompetenz und Leistung von Atrium vertraut, hat der individuelle Geschmack erste Priorität. „Die Anzahl offener Wohnraumlösungen nimmt zu, so dass wir immer stärker mit in die Privatsphäre eingebunden werden. Küche, Essen und Wohnen wachsen ebenso zusammen wie Schlafzimmer, begehbarer Kleiderschrank und Bad“, schildert er seine Erfahrung. „Auf dieser ganzheitlichen Basis dauert die Vollendung so manchen Einrichtungsobjekts über ein Jahr und länger“, erläutert der sympathische Unternehmer. „Dabei ist es an der Tagesordnung, dass wir unsere Kunden zu

FOTO: DESALTO

Hause besuchen, um ihre Vorstellungen und Anforderungen vor Ort besser aufgreifen zu können. Der aktuelle Einrichtungsstil gibt uns Aufschluss über Wünsche und Gewohnheiten. Welche Farbe präferiert der Kunde? Soll Bestehendes mit Neuem kombiniert werden? Welche Bücher liest er? Hört er lieber CDs oder nutzt er bereits einen Server oder die Cloud? Die Antworten auf diese Fragen fließen mit in unsere Einrichtungsplanung ein.“ Pierre Heinze und sein Team kompetenter Inneneinrichter lieben es, die Wünsche ihrer Kunden vor der Umsetzung zu Papier zu bringen und sie dann zu präsentieren. „Ein Großteil unserer Planungen erfolgt per Handzeichnung“, betont er. Ein Aufwand, der der Individualität geschuldet ist. Denn viele der von ihm geführten Markenprodukte sind, so erläutert er uns, EDVtechnisch noch nicht erfasst, so dass eine ComputerPlanung, wenn überhaupt, dann nur teilweise möglich ist. „Wer jedoch die Collagen und handkolorierten Pläne einmal zu Gesicht bekommen hat, der würde sowieso nicht mit einer Computergrafik tauschen wollen. Wer hat schon eine individuelle Zeichnung seiner eigenen vier Wände, die sich sogar rahmen und aufhängen lässt?“ ARCHITEKTUR + KÜCHE | 35


INNENARCHITEKTUR

5 MELL LOUNGE ist ein spannungsvoller Charakter: außen kantig, innen rund, dabei durchdacht bis in Detail. Das erfährt man nicht nur als lässigen Sitzkomfort, sondern auch durch den grafischen Verlauf der Nähte. Die Stahlkufen sind zudem so filigran, dass Mell Lounge zu schweben scheint. Mell Lounge ist nicht nur Sofa und Sessel, sondern auch Kissen und Kuschelecke, Verbindungsteil, Hocker und Tisch.

6 DIE INNOVATIVE FORM VON DEEP SPACE – geschwungene Armlehnen, leicht kegelförmiger Rücken, graziles Untergestell – wirkt elegant und schwebend. Sitze und Rückenlehnen sind stufenlos ausziehbar bzw. hochstellbar. Wahlweise mit einem Tischcontainer, dessen vordere Abdeckplatten auch als Tabletts dienen und oben optional mit Messing oder Kupfer überzogen werden können. Füße auf Wunsch auch messing- oder kupferfarben oder in Alu.

ES WIRD WIEDER GETAFELT

gewonnen. Das geschlossene Esszimmer von einst, das nur bei Besuch oder an Feiertagen benutzt wurde, gehört der Vergangenheit an“, erläutert Pierre Heinze. „Wie in der Wohnküche, wo damals die Familie zusammensaß und sich unterhielt, zeigt sich heute der Küchen- und Essbereich als ineinander übergehende Einheit. Hier möchte man mit Familie oder Freunden lange gemütlich zusammensitzen und miteinander reden. Entsprechend wichtig sind ein großer Tisch und bequeme Sitzmöbel und das alles aus wohnlichen Materialien. Derzeit erleben die Tafel aus Holz sowie Stühle mit Armlehnen gerade eine Renaissance. Bei den Stühlen entscheiden sich die meisten unserer Kunden für bequeme Stühle aus Leder, deren Beine das Holzdesign der Tischplatte aufnehmen. Leder ist im Vergleich zu Textil oder Kunststoff der pflegeleichteste und angenehmste W Werkstoff. Das gilt natürlich auch für die Couch“, betont der dynamische Geschäftsmann. „Allerding avanciert das W Wohnzimmer immer mehr zur Relaxzone, in der sich die Familie vor dem Fernseher lümmelt, wo man liest oder Musik hört“, schildert Pierre Heinze seine Erfahrungen.

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FOTO: COR

Während unseres Gesprächs sitzen wir auf einer bequemen, lederbezogenen Eckbank. Der Esstisch wirkt aufgrund der abgeschrägten Kante der Tischplatte fast schwebend. Die passenden Lederstühle vervollständi vervollständigen die edle und doch gemütliche Sitzecke. „Darf man sich so den Essbereich in modernen W Wohnräumen vor vor-stellen?“, fragen wir. „Durch die meist gewünschten offenen Wohnraumlösun W Wohnraumlösun-gen haben Tisch und Stühle einen anderen Stellenwert

FOTO: BRÜHL

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7 FOTO: MOLTENI

7 CASSETTONE: Entwickelt in verschiedenen Ausführungen von 1952 bis 1955 besticht die Kommode durch ihre weißen, handbemalten Schubladenfronten und Griffe aus unterschiedlichen Hölzern wie Ulme, Amerikanischer Nussbaum, Mahagoni und Palisander. Getragen werden die durch einen Ulme Rahmen eingefassten Schubladen durch ihre satinierten Messing Füße.

8 ES GIBT TISCHE, die keine großen Inszenierungen benötigen. Sie ziehen allein durch ihre

FOTO: WALTER KNOLL

Überhaupt spielen Komfort und Bequemlichkeit in den eigenen vier Wänden eine immer größere Rolle. Dazu gehört auch das Thema Vernetzung: Die Garage öffnet sich via Fernbedienung, die Jalousien fahren nach oben oder unten. Media-, TV- und Sound-Systeme lassen sich via Tablet oder Handy ebenso steuern wie die Alarmanlage oder auch die Waschmaschine, Trockner, Kühlgerät oder Backofen usw. Pierre Heinze und seine Kollegen werden in all diese Vorhaben ihrer Kunden eingebunden. „Natürlich überlassen wir die Vernetzung selbst den Fachleuten. Allerdings koordinieren wir auch diese Dienstleistung. Dabei sind wir oft gefordert, eine Verkabelung hinter Möbeln verschwinden zu lassen bzw. Einrichtung und Vernetzung auf einander abzustimmen“, erläutert der versierte Planer. Das gilt natürlich auch für die Beleuchtung. Pierre Heinze verweist auf die Leuchten unterschiedlichster Hersteller, die als Lichtquelle und Designelement dienen müssen. „Unsere Kunden schätzen unser Fachwissen und unser Netzwerk kompetenter Handwerker und Dienstleister“, betont Pierre Heinze. „Deshalb kommt es immer öfter vor, dass wir unsere Planungen und unseren Service

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Einzigartigkeit die Blicke auf sich. So wie der Tisch Seito. In der Balance von Linie, Winkel und Fläche gestaltet dieser Esstisch spielerische Leichtigkeit. Effektvolles Understatement: die Tischplatte aus weißem Quarzstein, getragen von einem Gestell aus edlem Nussbaumholz.

auch weit über die Grenzen Deutschlands hinweg umsetzen.“ So realisiert das Familienunternehmen die Einrichtung kompletter Häuser und Wohnungen in anderen Ländern, darunter die USA oder auch Russland. „Komplett – darunter verstehen wir nicht nur das Mobiliar“, beschreibt Pierre Heinze. „Wir koordinieren und liefern alles vom Fußboden bis zu Decke und Wand über die Möbel und das Beleuchtungskonzept bis hin zur Multimedia-Anlage und zum Geschirr. Das sind Aufträge, die sich in Millionenhöhe bewegen, die aber auch all unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit beanspruchen“, erläutert der rührige Geschäftsmann. Und was das AtriumTeam nicht selbst im Sortiment hat, das wird gemeinsam mit langjährigen Partnern aus anderen Sparten realisiert. Zurzeit arbeiten Pierre Heinze und seine Einrichtungsplaner 28 exklusive Wohnkonzepte in Shanghai aus. „Der Anspruch ist entsprechend hoch“, betont er. Doch jede Herausforderung ist ein Ansporn, wenn es darum geht, Kunden individuelle Einrichtungslösungen zu bieten. Und das, so Pierre Heinze, geht eben nur mit Spitzenprodukten aus ehrlichen Materialien und mit eigener Formensprache. www.atrium-moebel.de

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MATERIALIEN

BETON FOTO

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MARMOR DER NEUZEIT

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IN HANDARBEIT und auf Maß gefertigt sind die Waschtische aus Beton von Oggi. Sollte die Wunschfarbe nicht unter den sechs Standardfarben sein, mischt der Hersteller sie auf eine völlig exklusive Rezeptur nach Kundenwunsch. Mit PUR-Lack versiegelt sind sie säureresistent, wasserabweisend und gegen haushaltsübliche Reiniger und Chemikalien weitestgehend unempfindlich.

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Als „Marmor der Neuzeit“ wird das Baumaterial „Beton“ bezeichnet. Inzwischen etabliert sich der moderne Werkstoff zunehmend auch im Innenbereich anspruchsvoller, puristisch gestalteter Wohnhäuser. Beton ist ein natürlicher, vielseitiger und nahezu grenzenlos einsetzbarer Werkstoff mit Geschichte und Zukunft.


FOTO: JUNG UND GRAU

KÜCHEN INTERNATIONAL

1 2 1 ZEITLOSE FORMENSPRACHE in Verbindung mit einem architekturgeprägten Erscheinungsbild und einem hohen Innovationsgrad nnovationsgrad sind die Erkennungsmerkmale der Marke Leicht. Erneut rneut perfekt umgesetzt in der Planung der Leitküche „Concrete“. 2 EAT+ macht jedes Esszimmer zu was Besonderem. esonderem. Die 4cm starke Betontischplatte hat eine glatte und fast porenfreie, wasserabweisende Oberfläche. Getragen wird die Betonplatte etonplatte von vier Tischbeinen aus 1,5 cm starken Flachstahl. Der Herstelller erstelller Jung und Grau fertigt nach individuellen Wünschen seiner Kunden, mit Tischbeinen aus Holz olz oder eventuellen Aussparungen für z.B. Trinkgläser. Nahezu alles ist möglich.

wiederentdeckt; die Bezeichnung „Beton“ zum ersten Mal um1750 verwendet. Durch ständige Verbesserungen weiterentwickelt, ist Beton heute ein besonders wichtiger Baustoff für moderne Architekturkonzepte – zunehmend auch im Innenraum. Die Anwendungsmöglichkeiten sind in Form und Funktion sehr vielseitig. Beton besitzt ideale Eigenschaften für die freie Gestaltung von Formen und Oberflächen. Mit seiner zeitlosen Schlichtheit bietet dieses beeindruckende Material gute Voraussetzungen, um sowohl im Innen-, als auch im Außenbereich eingesetzt zu werden. Durch den Zusatz gewisser technischer Komponenten, die von Hersteller zu Hersteller einer individuellen Rezeptur gleichkommen, kann Beton heute härter, glatter, dichter und porenarmer hergestellt werden. Mit entsprechender Pigmentzugabe kann Beton nach individuell

*Der lateinische Fachbegriff lautet opus caementitium und setzt sich aus den Wörtern opus (Werk, Bauwerk, Bauverfahren) und caementitium (von caementum: Bruchstein, Mauerstein, Zuschlagstoff; Ursprung für unser heutiges Wort Zement) zusammen.

FOTO: JUNG UND GRAU

Das Wissen um frühgeschichtliche Bindemittel, eine Mischung aus Kalk, Ziegelmehl oder Puzzolanerde, reicht weit zurück. Schon vor 14000 Jahren benutzen Handwerker im Osten der heutigen Türkei Mörtel aus gebranntem Kalk, Mortarium, als Bindemittel, um Ziegelsteine zu mauern. Die Phönizier vermischten den Mörtel vor 3000 Jahren mit vulkanischem Gestein und schufen damit ein Material, das sogar unter Wasser aushärtete. Über die Griechen gelangten diese Erkenntnisse und Techniken ungefähr im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Italien und wurden zum Maßstab der späten römischkaiserlichen Architektur. In ganz Europa entstanden in dieser Zeit Bauwerke aus »Opus Caementitium«*, die auch nach fast 2000 Jahren immer noch zu bestaunen sind: Tempel, Aquädukte oder Thermen. Im Mittelalter geriet Beton in Vergessenheit und wurde erst um 1700

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KÜCHEN INTERNATIONAL

3 SIE RUHT IN SICH, IST EXTRAVAGANT UND DOCH ZEITLOS: Die ZeykoOberflächeninnovation „Stucco“ aus echtem Betonspachtel gibt es wahlweise in den drei Grautönen hell, medium und dunkel. Die Gebrauchstauglichkeit dieser Innovation steht der einer furnierten Holzküche in absolut nichts nach. 4 EINE SYMBIOSE aus kühlem Beton und Wärme, die Teelichter von Oggi. 5 LOUNGE+ ist ein Beton Couchtisch mit 10 cm starker Betontischplatte und einem 5 cm hohen Sockel. Die Maße für diesen Tisch lassen sich frei wählen. Mit unsichtbaren Rollen versehen, wird er auch noch mobil, ohne dabei seine schwebende Optik zu verlieren. 6 PLANT+ Blumenkübel von Jung und Grau. 7 FUNKTIONALE SKULPTUREN wie in Stein gemeißelt: hier eine Arbeitsplatte in Form eines Engelflügels.

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8 Der Betonspezialist Oggi arbeitet mit selbstverdichtenden Hochleistungsbeton, der sehr dichte und glatte Oberflächen gewährleistet. Das Erscheinungsbild der Beton-Küchenarbeitsplatten des Herstellers erstellers ist lebendig und damit selten homogen. Die Platten sind mit einer Mattversiegelung beschichtet. Die Flächen wirken samtig glatt und lassen den Betoncharakter voll zur Geltung kommen. Zur Reinigung genügt ein weiches Tuch, Neutralreiniger und Wasser.

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eingefärbt und veredelt werden. Der Oberflächenschutz wird mit entsprechenden Versiegelungen gewährleistet. Zudem führt die Möglichkeit dünnere Betonelemente herzustellen zu insgesamt leichteren Bauteilen. Dadurch eröffnen sich dem Material bisher nicht angenommene Möglichkeiten. Tische, Regale, Sitzmöbel und Accessoires alles ist möglich. Schwieriger wird es nur bei Möbelfronten: „Zum einen wäre es sehr schwierig, Beschläge etc. anzubringen. Zum anderen spielt hier das Gewicht auch eine Rolle – bei einer Tür von z.B. 600 x 700 mm in 15 mm Stärke – wären es schon 15 kg“, beschreibt Michael Mischke, Geschäftsführer und Inhaber des Beton-Spezialisten Jung und Grau.

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FOTO: ZEYKO

KÜCHENFRONTEN MIT BETON-GUSS Die Herstellung einer „Beton“-Front wie z.B. bei Küchen unterscheidet sich also von der Fertigung von massiven Beton-Möbeln und erfordert aber ebensoviel Know-how und handwerkliches Geschick: Feinbeton wird manuell in Spachteltechnik auf einen lackierten MDF-Träger aufgetragen. So entsteht ein authentisches, einmaliges Oberflächenbild mit feinen changierenden Spachtelstrukturen. Das Licht wird unterschiedlich gebrochen, die Front zum Leben erweckt. Eine Mattlackversiegelung sorgt für hohe Strapazierfähigkeit und eine seidige Haptik. In Kombination von Beton mit edlen Hölzern, Edelstahl und Lichtleisten entsteht ein spannender Materialmix mit individuellem Charisma.

SUBWAY 60 EINZELBECKEN EINE STILIKONE DES KÜCHENDESIGNS

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FOTO: OGGI BETON

Die vielfältige, flexible Subway-Familie bietet mit diesem Einzelbecken großzügige Maße und modernes Design. Drei Einbauarten - Flächenbündig, Einbau und Unterbau – bieten großen Variantenreichtum und eröffnen Raum für Ihre ganz persönlichen Gestaltungsideen. Die Edelstahlarmaturen Como und Como Shower sind eine perfekte Ergänzung der Spülbecken.

Alle Spülen verfügen über die innovative Oberflächen-Veredelung.

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WOHNTRÄUME

MEHR RAUM UND MEHR LICHT Urbanisierung und die Zunahme von Singlehaushalten sind Themen, die an Bedeutung gewinnen. Wie der Ausbau bestehender Wohnflächen und ihre effiziente Nutzung gelingen kann, zeigt dieses Beispiel einer im Jahr 2013 von Jochen Reetz, diiip Architektur, unter architektonischen und energetischen Aspekten modernisierten Wohnung. Die Bauherrin hat zweifaches Glück: Zum einen ist sie Besitzerin einer im 2. Obergeschoss eines Vier-ParteienGründerzeithauses gelegenen Wohnung in der Kölner Nordstadt, zum anderen wurde ihr Wunsch nach raumklimatischen Verbesserungen und einer an mehr Raum und Licht orientierten Gestaltung ihrer Bleibe von Jochen Reetz originell gelöst. Der L-förmige Grundriss wies ursprünglich in seinem Kern einen tageslichtlosen Flur auf, von dem aus man in einen in

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zwei Räume unterteilten Wohnbereich gelangte, mit Fenstern nach Norden zur Straße. Nach Süden zum Hof hin lagen ein kleines Bad und die Küche, an die sich das Schlafzimmer mit Balkon anschloss. Die Bauherrin sah in der Modernisierung nicht nur die Chance, sich räumlich neu zu organisieren, sondern sich auch von Teilen ihrer Habseligkeiten zu trennen. Aus diesem Anspruch resultierte die Idee eines minimalen Stauraums und bildete die Basis des Gesamtkonzeptes: Der Eingriff des Architekturbüros umfasst einen Umbau mit


GRÜNDERZEITWOHNUNG MODERNISIERT

KÜCHEN INTERNATIONAL

Kernsanierung bei komplizierter Statik. Die Gestaltung basiert auf einem Einbaumöbel, um sowohl raumkonfigurierende als auch aufbewahrende Funktionen auf minimaler Fläche zu organisieren um maximale Flexibilität in der Nutzung der verbleibenden Fläche zu gewährleisten. Eine Grundvoraussetzung jedoch war die Neuordnung der Räume: Das Schlafzimmer wurde nach Norden verlegt und ist, wie das Bad, als eigenständiger Privatraum abgetrennt. Die Wand zwischen Küche und ehemaligem Schlafraum wurde weggenommen und so der Rest der Wohnung zu einem flexiblen Wohnbereich. Der Clou ist ein raumübergreifendes Einbaumöbel, das über seine raumgliedernde Funktion hinaus den gesamten benötigten Stauraum beinhaltet, außerdem eine Küchenzeile, eine Lesekoje sowie eine Schiebetür, um ganz nach Bedarf einen Rückzugsraum abzutrennen. Für ein

„Mit einem Einbaumöbel werden sowohl raumkonfigurierende als auch bewahrende Funktionen auf minimaler Fläche organisiert, um maximale Flexibilität in der Nutzung der verbleibenden Fläche zu gewährleisten.“ Jochen Reetz, diiip Architektur

Maximum an Tageslicht in dem neu entstandenen Wohnraum wurden die hoforientierten Fensterflächen zu größtmöglich Glas-Faltanlagen optimiert. Die großzügige längliche Wirkung des offenen Wohnbereiches wird einschließlich des Balkons über die durchgängigen Fugen eines parallel zur Hofwand verlegten Dielenbodens verstärkt. Dabei steht die natürliche Ästhetik des Holzbodens im Kontrast zu den präzisen Konturen des Einbaumöbels. Seidenmatt lackiert, reflektiert das Möbel zwar das Tageslicht, setzt sich aber dennoch von Wandputz und Spiegelflächen ab. Das die Grundrissgeometrie begleitende Fugenbild, bündige Türen und der weitgehende Verzicht auf Griffe, verbergen die Funktionen des Einbaus. So verstecken sich hinter den flächenbündigen Türen des Flurs die privaten Räume von Bad und Schlafzimmer.

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KÜCHEN INTERNATIONAL

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„WIR FREUEN UNS, ALS BÜRO EINE NISCHE gefunden zu haben, die es uns nicht nur erlaubt, zwischen verschiedensten Maßstäben springen zu dürfen, sondern uns zudem auch die Möglichkeit gesamtheitlicher Bearbeitungen bietet. So widmen wir uns bei den meisten unserer Projekte neben den architektonischen Fragestellungen auch dem Entwurf und der Umsetzung von Möbel- und Küchenbau. Neben klassischer Architektur bearbeiten wir auch räumliche Fragestellungen im temporären und corporate Bereich. Ein stark konzeptioneller und zumeist interdisziplinärer Ansatz ist uns hierbei wichtig. Das Arbeiten in einem breiten Netzwerk aus talentierten und sympathischen Menschen macht uns Spaß und inspiriert uns. Wir denken, weder Architekt noch Architektur sollte sich zu wichtig nehmen und versuchen daher, in unseren Projekten stets Raum für ein Augenzwinkern zu lassen.“ Jochen Reetz und diiip waren Teil diverser Ausstellungen, Veröffentlichungen und Vorträge.

Zusammen mit dem hellen Boden und einer abgehängten, die Tragkonstruktion verblendenden, Decke erfüllt das Einbaumöbel eine in die Aufenthaltsbereiche leitende Flurfunktion. Raffiniert: Die Blickbeziehungen über einen großflächigen Spiegel am Ende dieses Flurs verlängern sowohl die Flur- als auch die Wohnachse. Durchlaufende Leuchtschienen im Wohnbereich ergänzen den linearen Raumverlauf und stiften einen industriellen Charakter. Die mehrschichtigen Beleuchtungs-

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möglichkeiten der Schienen können die Wohnung in unterschiedlichste Lichtstimmungen tauchen. Bauphysikalisch sorgt ein Kalkputz für ein angenehmes Raumklima. Die ungedämmte Straßenfassade sowie alle Fensterleibungen wurden auf der Basis entsprechender Berechnungen mit feuchtigkeitsregulierenden Dämmplatten verklebt. Das vorbildliche Lüftungsverhalten der Bauherrin und eine thermostatgesteuerte Fußbodenheizung tragen ebenfalls zu einem angenehmen Raumklima bei. Das Modernisierungskonzept ermöglicht durch die intelligente Organisation des Einbaumöbels eine räumliche Neuinterpretation der ursprünglich klein parzellierten Wohnung. Ergänzt durch den bewussten Umgang mit Material und Licht entsteht eine großzügige Atmosphäre, die neben stilistischer Klarheit vor allen Dingen einen Mehrwert in der Qualität des Wohnens schafft. www.diiip.net


KÜCHEN INTERNATIONAL

2 1 LESEKOJE als private Rückzugsmöglichkeit. 2 DIE KÜCHENZEILE ist Teil des raumübergreifenden Einbaumöbels. 3 DER GROSSFLÄCHIGE SPIEGEL lässt das kleine Bad weit erscheinen. 4 EINE SCHIEBETÜR trennt den Rückzugsbereich von Flur und Küche.

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FOTOGRAFIN: TANJA EVERS WWW.TANJAEVERS.DE ARCHITEKT: JOCHEN REETZ DIIIP ARCHITEKTUR, KÖLN WWW.DIIIP.NET

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FOTO: KOINOR

Die Herstellung von Leder ist eines der ältesten Handwerke der Menschheit. Schon vor über 5000 Jahren wurde gegerbt. Die Römer setzten pflanzliche Gerbmaterialien ein wie Baumrinde oder Eicheln.Und auch im Mittelalter war Leder ein sehr geschätztes Material. In Europa entstanden Lederwerkstätten bei Klöstern und in Städten. Leder war von der Antike bis zur Entwicklung des Kunststoffes im 20. Jahrhundert neben Eisen einer der wichtigsten Rohstoffe für Gebrauchsgegenstände aller Art. Und noch heute steht das natürliche Material für Wertigkeit und zeitlose Eleganz. Seine Eigenschaften wie seine individuelle Natürlichkeit, seine einzigartige Haptik, seine Elastizität und Langlebigkeit machen die aus Leder gefertigten Objekte zu zeitlos modernen Klassikern, sei es in der Mode oder beim Design hochwertigen Mobiliars.

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NATÜRLICH UND CHARAKTERSTARK

MATERIALIEN

LEDER


FOTO: KOINOR

FOTO: WALTER KNOLL

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2 ELLIOT – FLEXIBEL WIE DAS LEBEN: Kopfteil und Armlehnen sind verstellbar und die Fernsehsessel-Funktion gibt es obendrein. Design: Tamara Härty, nominiert „German Design Award 2015“

LEDER IST INDIVIDUELL Jedes aus Leder gefertigte Produkt ist eigentlich ein Unikat, denn jede Haut ist einzigartig. Bei naturbelassenem Leder, den sogenannten Anilinledern, dringen transparente Farbstoffe tief in die Haut ein und färben sie „von innen heraus“. Es werden keinerlei Pigmente auf die Hautoberfläche aufgetragen. Damit bleiben die Poren der Haut offen und alle natürlichen Merkmale sichtbar. Die Leder zeichnen sich aus durch eine besonders hohe

FOTO: TEAM7

Nahezu ein Drittel aller verkauften Polstermöbel sind aus Leder gefertigt, das behauptet zumindest die Statistik. Dabei ist Leder jedoch nicht gleich Leder. Man unterscheidet diesen natürlichen Werkstoff vor allem danach, wie die Oberfläche nach dem Gerben bearbeitet wurde und auch die Stärke des Leders trägt erheblich zur Qualitätsdifferenzierung des Leders bei. Das Anilinleder repräsentiert die glatten, naturbelassenen Qualitäten. Unter dem Begriff Semianilinleder versteht man leicht pigmentierte Varianten. Das gedeckte Leder beschreibt die pigmentierten Ausführungen und last but not least bezeichnet man anilierte, angeschliffene Lederqualitäten als Nubukleder. Letztere werden zur Veredelung zusätzlich angeschliffen. Dadurch entsteht eine samtartige Oberfläche, die dem Leder seinen sympathisch-weichen Griff verleiht und für den sogenannten Schreibeffekt sorgt. Die Struktur der Haut bleibt sichtbar erhalten. Die Leder wirken matt und fast pudrig. Sie sind besonders weich und zeichnen sich durch brillante Farben und eine sehr hohe Atmungsaktivität aus.

1 ISANKA, DESIGN: EOOS. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die große Freude bereiten. So wie diese Raumobjekte – Polstersitz, Beistelltisch und Korb. Feines Sattelleder und elegante Stoffe geben diesen Luxury Pieces ihren besonderen Charakter.

FEINE LEDERNÄHTE umspannen die zarten Volumen des Polsterstuhles aye. Die Sitzschale umschließt den Körper mit dem Komfort eines Polsterstuhles: eine flexible Rückenlehne zum entspannten Zurücklehnen, ergonomische Armlehnen und ein bequemer, elastischer Sitz für gemütliche Stunden zu Tisch. Dafür ist aye mit dem interior innovation award 2012 ausgezeichnet worden.+ KÜCHE | 47 ARCHITEKTUR


MATERIALIEN

LEDERFRONTEN sind auch in der Küche ein echter Hingucker und lassen sich hervorragend mit Holz, Metall und Stein kombinieren. Im Bild Modell Terracucina von Störmer FOTO: STÖRMER

LEDER AUF DER MÖBELFRONT Es sind vor allem seine warme und weiche Haptik sowie die natürliche Optik, die Leder für Möbel so interessant machen. Deshalb findet man den Werkstoff heute auch auf

Möbelfronten. Wenn enn von Naturleder-Fronten gesprochen wird, handelt es sich um eine Oberfläche aus gebundenem Leder. Zerkleinertes Leder eder wird zu einer Rolle verschmolzen und anschließend mit einer Oberflächenprägung und Farbe versehen. Die Naturleder-Oberfläche wird auf einem MDF-Träger räger zu einer VerV bundplatte verleimt. Das Resultat: esultat: Emotion pur. Ein in elegantes, wohnliches Design und eine angenehm sanfte Haptik auf Basis eines natürlichen Materials.

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Atmungsaktivität und beste Komforteigenschaften. Anilinleder verleihen dem Möbel Charakter, sie machen das Möbel sehr individuell und natürlich. Sie „leben mit“ und werden schöner, je älter sie werden. Kurz: Aus diesen Lederqualitäten entstehen die hochwertigsten Bezüge.

FOTO: BEECK-KÜCHEN

3 WOHNLICHKEIT durch eine gelungene Symbiose aus Struktur, Leder und glatter Holzfront. 4 CONSETA. Neu seit 1964 wird dieses Sitzmöbel seinem Ruf als Designklassiker auch oder insbesondere in Lederausführung gerecht.

SAFIRAA – Die neue Leichtigkeit beim Entspannen: leichtfüßig, formschön, funktionell. Design: Tamara Härty, Koinor

FOTO: COR

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KÜCHEN INTERNATIONAL PROMOTION

MEHR ALS EIN FENSTERKLEID WOHLFÜHLKLIMA MIT DUETTE

FOTOS: DUETTE SONNENSCHUTZ

DUETTE – kühlend im Sommer, wärmend im Winter, stylish das ganze Jahr.

Die moderne Wohnküche wird immer mehr zum Mittelpunkt von Wohnen und Leben. Damit ändern sich auch die Anforderungen an die Fensterdekoration: Multifunktionalität ist angesagt. Für das richtige Wohlfühlklima sorgt hier Duette. Das Original Wabenplissee mit der Klimazone reduziert im Sommer die Wärmeaufnahme am Fenster um etwa ein Fünftel. Und gleichzeitig schützt Duette vor blendendem und aggressivem Sonnenlicht. Im Winter hält die Klimazone des Wabenplissees die Wärme im Raum und reduziert gleichzeitig den Verbrauch an Heizenergie. Der besonders sanfte Lichteinfall lässt eine wohnliche Atmosphäre erst entstehen. Auch auf die Raumakustik wirkt sich dieses innenliegende System angenehm aus. Behaglichkeit und eine erhöhte Wohnqualität haben einen Namen: Duette – kühlend im Sommer, wärmend im Winter, stylish das ganze Jahr. www.duette.de/at/ch

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HAAS

FERTIGHÄUSER

EIN HAUS FÜR ALLE LEBENSLAGEN INTELLIGENTE WOHNRAUMGESTA WOHNRAUMGESTALTUNG EST LTUNG ESTA

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Das Hauskonzept Young & Creative 255 stellt, wie alle Häuser von Haas Fertigbau, die Flexibilität und die Ideenvielfalt der Bauherren in den Vordergrund. Nach dem Motto „Leben wie es mir gefällt“, zeigt dieser Entwurf, wie man Arbeiten und Wohnen in einem Haus vereinen kann und zusätzlich flexibel in der Raumgestaltung bleibt. Auch dann, wenn sich Familienkonstellation und damit auch die Wohnansprüche des Hausbesitzers verändern.


FERTIGHÄUSER

Räume sollten so flexibel genutzt werden können, wie es die Größe der Familie und der Raumanspruch erfordert. Young & Creative 255 erfüllt diesen Anspruch und das in der Ummantelung eines ansprechenden Designs: Zwei Graustufen in Kombination mit der Grundfarbe Weiss gliedern die Gebäudearchitektur und den Baukörper. Der dunkelgraue Vorbau als dritter Giebel setzt attraktive Akzente und lässt durch die großflächige Verglasung viel Licht in die Innenräume. Durch die Farbvariationen in Fassade, Fenster und Dach wirkt das Haus ansprechend und modern. Eine ausdruckstarke Fassadeneinteilung – unterstützt von raffiniert eingesetzten Lichtquellen – weckt sowohl am Tag als auch in der Dämmerung die Lust, das Haus zu entdecken.

OFFEN, GROSSZÜGIG, WOHNLICH Eine Tür aus hochwertigem Aluminium führt unmittelbar in das helle freundliche Foyer, das Haupthaus und Anbau miteinander verbindet. Bereits der lichtdurchflutete Flur des Haupthauses schafft eine angenehme Atmosphäre,

die sich auch in dem großzügigen, in einander übergehenden Küchen-, Ess- und Wohnbereich widerspiegelt. Auf diese Weise zeigt sich die Küche mit ihrer modernen Kochinsel und dem in Granit gehaltenem Bar-Ansatztisch als Bereich, in dem sowohl gekocht als auch kommuniziert werden darf. Die großen Glasfensterflächen geben den Blick frei in den herrlich begrünten Garten und setzen die weitläufige Wohnlandschaft ins rechte Licht. Bei starker Sonneneinstrahlung lassen sich die Fenster mittels Außenraffstore einfach beschatten. Ein optisches und funktionales Highlight bildet der in den Kamin integrierte Holzofen. Edel zeigt sich auch der Fußboden: Das Parkett in gekalkter Räuchereiche, symbolisiert Wärme und unterstreicht die Wohnlichkeit der Immobilie. Selbst die Treppen greifen das Material auf. Hell und freundlich zeigt sich auch das Dachgeschoss. Das Fensterelement des Treppenaufgangs und die großzügigen Dachflächenfenster bringen Tageslicht in die Galerie und in den Leseraum mit Bibliothek. Im Schlaf-

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1 MIT DEM FERTIGHAUS YOUNG & CREATIVE 255 hat Haas Fertigbau ein fortschrittliches und funktionelles Mehrgenerationenhaus realisiert, das eine flexible Wohnraumnutzung zulässt. 2 DIE KÜCHE geht in den Wohn- und Essbereich über und regt mit dem granitenen Bar-Ansatztisch zur Kommunikation an.

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KÜCHEN INTERNATIONAL

zimmer gibt ein gläserner Giebel den Blick ins Grüne frei. Die firsthohen Wände vermitteln zusätzlich angenehme Raumoffenheit und Leichtigkeit. Für Kleidung und Wäsche ist in hohen Schrankwänden genügend Platz; die Schiebelemente unter der Dachschräge sind nicht nur eine pfiffige Idee, sondern zeigen sich zudem als sehr komfortabel und sorgen für zusätzlichen Stauraum. Das Badezimmer bietet ausreichend Platz für anspruchsvolle Wellness und begeistert durch ausgefallene Ideen wie Lichtakzente an der Badewanne und im Duschbereich. Ein Kinderzimmer bzw. ein Büroraum mit 15 m2 Wohnfläche steht zusätzlich im Dachgeschoss des Haupthauses je nach persönlichem Nutzungskonzept zur Verfügung.

Utensilien des täglichen Gebrauchs bietet. So lässt sich z. B. eine großzügige Dusche integrieren. Summa summarum bietet der Anbau ideale Voraussetzungen für die Kombination von Home & Office, die Möglichkeit einer Einliegerwohnung, die Einrichtung eines Hobbyraums oder eines separaten Kinderzimmers oder auch einer Garage – eben gerade wie es die persönliche Lebenslage erfordert. www.haas-fertighaus.de

1 IM WOHNBEREICH ist ein Holzofen integriert. 2 ANSPRUCHSVOLLE WELLNESS im Bad

EIN ANBAU FÜR ALLE FÄLLE Über die Galerie führt der Weg nun wieder in das Dachgeschoss des Anbaus, der das flexible Raumkonzept unterstreicht. Realisierbar ist dieser in vier unterschiedlichen Ausführungen. Bei unserem Beispiel führt eine Treppe direkt in das EG des Anbaus. Hier befindet sich auch der 16,6 m2 große Hauswirtschafts- und Technikraum, der neben der Heizung noch genügend Platz für Waschmaschine, Trockner, Werkzeuge und andere

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3 LICHTDURCHFLUTETER offener Essbereich 4 LESERAUM MIT BIBLIOTHEK auf der Galerie 5 FIRSTHOHE WÄNDE im Schlafzimmer – Weite und Leichtigkeit


FOTOS: HAAS FERTIGBAU

4 EG

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Luxuriöse Eleganz Kupfer ist das Material der Stunde! Küppersbusch greift den Mega-Trend mit seiner Copper Edition auf und interpretiert ihn neu: Die geradlinige Formensprache der vielfach prämierten Premium-Küchengeräte mit den sanft schimmernden KupferAkzenten überzeugen Puristen genauso wie Romantiker. Hochglänzende, schwarze oder weiße Glasfronten – mit Kupfer werden die Einbaugeräte zum Blickfang in jeder Küche – in geradlinigen Hochglanzfronten ebenso, wie in Küchen im Landhaus-Stil. www.kueppersbusch-hausgeraete.de I www.facebook.com/kuppersbuschcom

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GENUSS

MIT ALLEN SINNEN GENIESSEN Willkommen im Garten Eden

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GENUSS

Mit Kräutern und Gemüse kennt er sich aus. Jahrelang gehörte das frische Gemüse von Klaus Schlosser zum Angebot renommierter Supermarktketten. Doch als diese begannen, ihm ihre Preise zu diktieren, verpachtete er kurzer Hand seinen Betrieb und schuf seinen ganz persönlichen Garten Eden. Es ist ein sonniger Freitag im August, als wir Klaus Schlosser auf seinem Anwesen in Edenkoben besuchen. Hier hat er innerhalb von drei Jahren eine Oase der Sinne und der Besinnlichkeit geschaffen, wie man sie kaum zu finden glaubt. Hier, in der Toscana der Pfalz, lässt sich die Ursprünglichkeit von Kräutern wiederentdecken und sie als Energiequellen wahrnehmen. „Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man sich wohlfühlt, an dem man vom Alltag Abstand gewinnt und sich der Natur und dem Genuss zuwendet“, erläutert Klaus Schlosser seine Philosophie. Das 6000 Quadratmeter große Areal, das er sich zur Erfüllung seines Traums ausgesucht hat, hat Geschichte. „Auf diesem Gelände leistete einst die Mühle des Klosters Heilsbruck ihre Dienste. Die Regeln des im Jahr 1262 von Zisterzienserinnen gegründeten Klosters waren streng: ein Leben ausschließlich „von eigener Hände Arbeit“, keine Einnahmen aus Verpachtung und Zinsen. Doch auf diesen Grundlagen schufen sie europaweit landwirtschaftliche Musterbetriebe, zu denen auch der Anbau von Wein und Obst, Gemüse und Kräutern zählte. Sie sehen“, lacht Klaus Schlosser, „dieser Ort und meine Idee haben einiges miteinander zu tun.“

AUFERSTANDEN AUS RUINEN Als Klaus Schlosser das Grundstück erstmals sah, war es Brachland, auf dem ein fast zerfallenes Haus aus der Gründerzeit stand. Geröll, Schutt und Gestrüpp prägten das Bild. Doch all dies tat seiner Vision keinen Abbruch. In seinem Kopf nahm ein Plan Form an, der sich schon bald realisieren lassen sollte: Die Vision eines Ortes der Sinne und der Besinnung als Hommage an die Schönheit und Kraft der Natur: Die Pläne für Pflanzenanlage und Haus entstanden aus Kopf und Feder des kreativen Gärtnermeisters und Eigentümers: „Der beauftragte Architekt musste sie nur in vorschriftsmäßige Form bringen und beim Bauamt einreichen.“ „Leider konnte ich das marode Mühlengebäude, das in seiner letzten Phase als Möbellager genutzt wurde, nicht mehr renovieren“, bedauert er. „Also ließ ich es abtragen und verwendete unzählige Sandsteine und alte Hölzer wieder in dem neuen Gebäude und den Außenanlagen.“ Der älteste Teil der Klostermühle, einige Mauerreste, die bewusst als Denkmal erhalten wurden, umgrenzen eine kleine Bühne, auf der Veranstaltungen stattfinden können. Von dort hat der Betrachter einen

KLAUS SCHLOSSER: „Wir werden Kräuterseminare abhalten und freuen uns bereits heute auf das gemeinsame Kochen und Genießen mit unseren Gästen. Dabei werden auch Köche, denen unser Kräuterkonzept am Herzen liegt, für die Gäste Leckeres aus dem Garten zubereiten.“ Das ist ein ideales Thema für Friedhelm Mutschler (l.), das küchenhaus in Neustadt. Der Hobbykoch berät Klaus Schlosser auch in Sachen Küchenplanung.

grandiosen Rundumblick über eine herrliche Wein- und Waldlandschaft mit Burgen und Schlössern. Den Mittelpunkt des terrassenförmig angelegten Kräuter- und Gemüsegartens bildet ein Gebäude, bestehend aus Schulküche mit Gast- und Seminarräumen, mit angeschlossenem privaten Wohnhaus. Ein natürlich gestalteter Teich spiegelt das Gebäude im südländischen Stil. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 55


GENUSS

EINEN GRANDIOSEN RUNDUMBLICK über eine herrliche Wein- und Waldlandschaft mit Burgen und Schlössern bietet dem Betrachter die großzügige aus Holz gestaltete Loggia.

Hier lebt Klaus Schlosser und möchte Haus und Ambiente künftig auch mit interessierten Gästen teilen. „Wir haben eine Ferienwohnung zu vermieten, stellen die Örtlichkeit jedoch auch für Hochzeitsfeiern oder andere Festivitäten zur Verfügung.“ Die eigens dafür gestalteten Räumlichkeiten können sich sehen lassen. Im ersten Obergeschoss öffnet sich dem Besucher ein weiter, freundlicher Raum, dessen Fensterfront den Blick nicht nur auf den Ostrand des Pfälzer Waldes, sondern auch auf das zwischen 1846 und 1852 von König Ludwig I. erbaute Schloss Villa Ludwigshöhe ermöglicht. Wer diese Aussicht lieber an der frischen Luft genießen möchte, dem empfiehlt sich ein Gang auf die großzügige aus Holz gestaltete Loggia. Eine Etage tiefer befinden sich ein große Eventküche, ein Speisezimmer mit Eingangsbereich, in den man durch einen Sandsteinbogen mit der Jahreszahl 1658 gelangt. Hier finden wir auch den PitchPinePitchPine-Boden aus dem abgerissenen Mühlengebäude wieder. Der einladende Vorraum soll sukzessive mit passenden Vitrinen ausgestattet werden. „Hier werden wir unseren Gästen künftig unsere Kräuterspezialitäp ten präsentieren“, erläutert Klaus Yso Schlosser. „darunter Kräuteröle.“ Eine gläserne Destille für ätherische Öle wurde nach eigenem

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BIOLOGISCHER FRISCHEKICK mit Kräutern, einer Vielzahl unterschiedlicher Tomatensorten und aromatischen kleinen Paprikaschoten aus dem Garten.

Plan zu diesem Zweck gebaut. „Aber auch Artikel wie Duftkissen, Tees, Marmelade möchten wir künftig anbieten“, stellt der Hausherr einen weiteren Teil seines Konzepts vor.

KRÄUTERSPEZIALISTEN AUS PASSION Klaus Schlosser, in Sachen Kräuter und Gemüse erfahren und gut bewandert, hat sein Wissen, mit großer Unterstützung durch die Gärtnermeisterin Andrea Ohlenschläger in die Bepflanzung des Areals eingebracht. Als Reminiszenz an die Klostergärten des Mittelalters entschied er sich dafür, Teile des Kräutergartens kreuzförmig und symmetrisch anzulegen. „Bereits heute“, freut er sich, „bezieht die gehobene Gastronomie der angrenzenden Region die frischen Kräuter aus dem Garten. Außer herkömmlichen Kräutern wie Thymian, Salbei, Rosmarin, Kapuzinerkresse, Oregano, Koriander, Schnittlauch und Petersilie bauen wir mehr als zwanzig Lavendelsorten an. Dann wären da auch noch einige Basilikumarten, Schnittknoblauch, Pimpinelle und auch Ysop. Bis heute gehört Ysop im Nahen Osten zu den besonders beliebten Gewürzen. Aber auch in Südeuropa wächst der Strauch wild und zwar überall dort, wo der Boden eher steinig ist und die Sonne brennt“, erklärt der Gärtnermeister. „Hierzulande“, ergänzt er, „verschönerten Ysop und andere mediterrane Kräuter mit ihren schönen Blütenständen bereits im Mittelalter die Klostergärten und kommen sowohl in


GENUSS

KRÄUTERSPEZIALIST KLAUS SCHLOSSER mit der ersten Ernte der Zitronenverbene im Trockenturm.

der Küche als auch in der Naturheilkunde zum Einsatz. lamellenförmig angeordnete Holzbretter in den FensterYsop hat einen leicht bitteren, würzigen Geschmack, öffnungen für die Luftzufuhr des Trockenraums. „Bevor der in etwa einem Mix aus Rosmarin, Salbei, Rauke und die Luft hier eintrifft, ist sie bei dem hier vorherrschenden Minze inze entspricht. Zitronenverbene“, schwärmt Westwind über zirka 50 Kilometer Baumwipfel W Klaus Schlosser chlosser und überreicht uns flugs eides Pfälzer Waldes gestrichen“, betont nen kleinen Zweig des Strauchs. trauchs. „entder Naturfreund ihre Reinheit. Hier hält feine, frisch nach Zitrone duften-sollen künftig auch andere Kräuter ne e b r de ätherische Öle. Die Intensität nantensität ist getrocknet werden, darunter na ve n e n erheblich stärker als bei den meistürlich Lavendel, Minze und Malo Zitr ten anderen nach Zitrone riechenve. Auch die Mispel oder auch den Pflanzen“, er bittet uns, leicht Mespilus wird hier luftig gelagert. über die Blätter zu streichen. Und „Die Früchte der Mispel sind nach prompt entfaltet sich der Duft von Frosteinwirkung oder längerer LaCitrusaromen. „Feinschmecker vergerung essbar und haben einen arbeiten die Zitronenverbene gerne säuerlich-aromatischen Geschmack“, in der Küche. Sie verfeinert Salate und erfahren wir. „„Sie können auch zu MarPilzgerichte, Schweinefleisch- und Pilzgerichmelade oder Gelee verarbeitet werden. te, aber auch Süßspeisen wie Obstsalat, Sorbets oder Durch trockenes Lagern werden Tannine und FruchtsäuPudding. Die Zitronenverbene wird auch für die Zube- ren abgebaut, der Zuckergehalt steigt und die Früchte reitung von Getränken genutzt. Legt man frisch gepflück- werden mürbe, sonst sind sie hart und adstringierend.“ te Zitronenverbenen-Blätter für wenige Minuten in heißes Auch die Mispel landet ungefragt zu AnschauWasser, so erhält man einen angenehm erfrischenden ungszwecken auf dem Tisch der gemütlichen Tee. Das zitronige Aroma der Zitronenverbene ist in Terrasse, auf dem mittlerweile französisches Frankreich als anregend-beruhigender Guten-Abend-Tee Baguette, verschiedene Sorten Käse und sehr beliebt und dort bekannt als „Verveine“.“ eine Schale, gefüllt mit einer großen VielWir folgen Klaus Schlosser in die dritte Etage des Trep- falt von Tomatensorten aus unterschiedpenhauses in den Trockenturm. Hier ist die erste Ernte lichsten Ländern, wie z. B. Bulgarien der Zitronenverbene zwischengelagert. Bis dato sorgen oder Sibirien, aber auch kleine, aroma-

KRÄUTERFOTOS: 123RF STOCKFOTO / PHOTOGRAPHIEUNDMEHR, TEREZIE, DENIRA

IM GEWÄCHSHAUS reifen zahlreiche Tomaten- und Paprikasorten ihrer Ernte entgegen.

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GENUSS

EIN NATÜRLICH GESTALTETER TEICH spiegelt das Gebäude im südländischen Stil und den Himmel.

tische Paprika zum genüsslichen Verzehr bereitstehen. Und schon wieder ist Klaus Schlosser schnell dabei, um dem mit Ziegenkäse bestrichenen Weißbrot durch Beigabe von Blättern eines Strauchs die richtige Würze zu geben. Dieses Mal ist es der Salz-Alant, der an der Ostsee aber auch in Großbritannien vorkommt. „Die jungen Blätter können roh oder gedünstet verzehrt werden“, klärt man uns auf. „Die fleischigen Blätter und jungen Sprossen sind eine Bereicherung für jeden Salat.“ Der Geschmack erinnert an Petersilie und Rosmarin.

KRÄUTERGENUSS ERLEBEN „Wenn wir hier mit Gästen frühstücken, sind unsere Kräuter immer mit von der Partie“, beschwört der Hausherr diesen biologischen Frischekick. Essen und Kochen, sind im übrigen ein weiterer Baustein des von Klaus Schlosser entwickelten Programms. „Wir werden hier Kräuterseminare abhalten und freuen uns bereits heute auf das gemeinsame Kochen und Genießen mit unseren Gästen. Dabei werden auch Köche, denen unser Kräuterkonzept am Herzen liegt, für die Gäste Leckeres aus dem Garten zubereiten.“ Dazu passt die Umgebung der alten Klostermühle perfekt: Denn bei der Architektur des Kräutergartens und des Hauses setzt Klaus Schlosser voll und ganz auf die Harmonie von Form und Materialien. Auch hier steht die Natur Pate: Stein, Holz und Pflanzen bilden eine Symbiose. Unser Vorschlag, doch wenigstens einen

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Teil der Eventküche in Stahl zu realisieren, findet bei Klaus Schlosser keine Gnade: „Nein, die Wirkung von Edelstahl ist mir zu kalt und für ein Kochkursambiente, wie ich es mir vorstelle, wenig geeignet. Für Natürlichkeit und Harmonie stehen Möbel aus Naturmaterialien, es reicht, wenn die Arbeitsflächen aus Edelstahl sind. Damit sich unsere Gäste hier wohlfühlen und sie sich ganz auf sich, die Natur und den Genuss konzentrieren können, bedarf es einer entspannenden, harmonischen Umgebung.“ Und die hat Klaus Schlosser fürwahr geschaffen. Aber vielleicht besuchen auch Sie einmal die Stadt Edenkoben, dann sollten Sie es nicht versäumen, das Anwesen auf dem Gelände der alten Klostermühle und seinen herrlichen Kräutergarten aufzusuchen. Das im März/April jeden Jahres stattfindende Mandelblütenfest, die „Owwergässer Winzerkerwe“ mit mittelalterlichem Markt im Juni, das Burgfest auf der Rietburg, das König-Ludwig-Fest auf Schloss Villa Ludwigshöhe im Juli/ August und natürlich das große Weinfest der Südlichen Weinstraße im September, oder der Wein- und Kastanienmarkt im Oktober könnten den Anlass für einen solchen Besuch bilden. „Bei einigen dieser Feste ist unser Anwesen geöffnet“, verspricht Klaus Schlösser. „Ganz abgesehen von unseren Seminaren, mit denen wir im nächsten Jahr beginnen wollen.“ Dass sich ein Besuch in jedem Falle lohnt, steht auch für uns außer Frage.


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zeyko das ist die feine K체chenmanufaktur im Schwarzwald. Ideenreichtum, Innovation, Wertarbeit, Pr채zision und Ehrlichkeit. Hier werden Handwerkskunst und modernste Technologie ein Ganzes.

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WOHNTRÄUME

TRADITION

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Sie sind jung, dynamisch, verfügen über ein hohes Maß an Fachkompetenz und Erfahrung, die sie durch ihre Mitarbeit an Projekten unterschiedlicher Architekturbüros gesammelt haben. Der Name ihres 2013 gegründeten Unternehmens: bk.a oder auch bessai.klapper.architekten. Mit ihrem Objekt, der Sanierung eines alten Bauernhauses, nahmen sie im vergangenen Jahr am von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz initiierten Architektentag teil. Zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt an der Weinstraße liegt die Stadt Freinsheim. Hier setzte es sich das Architektenteam zur Aufgabe, ein im gewachsenen Ortskern der Kleinstadt gelegenes, altes Bauernhaus zu sanieren. Ein spannendes Unterfangen, denn zum einen

sollten charakteristische Merkmale des Gebäudes aufrecht erhalten werden und zum anderen sollte aus der äußerst kleinteiligen Innenraumaufteilung eine großzügige, moderne Raumlösung kreiiert werden. Prägend für das äußere Bild des Hauses ist nach wie vor das Bruchsteinmauerwerk, das von alten Zeiten erzählt. Jedoch musste das alte Mauerwerk von innen isoliert werden. Eine Aufgabe, die das Architektenteam

bk.a oder auch bessai.klapper.architekten, das Team v. l. n. r.: Dipl.-Ing. Architektin Sonia Wareing, Dipl.-Ing. Architektin Jennifer Bessai und Dipl.-Ing. Architekt Tobias Klapper

TRIFFT MODERNE ZWISCHEN BAUERNHAUS UND BAUHAUS

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WOHNTRÄUME

durch die Kombination von Holzweichfaserplatten, Lehmputz und Wandheizung löste. Die zur Verfügung stehenden 180 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche unterteilten die Kreativen in ein 50 Quadratmeter großes Büro im Erdgeschoss der Immobilie und den Wohnbereich der 3-köpfigen Familie, der sich über das Ober- und Dachgeschoss erstreckt. Nach der Kernsanierung des Objekts entstand aus den 6 kleinen Räumen, die einst das Obergeschoss prägten, ein fließend ineinander übergehender ca. 50 Quadratmeter großer Lebensraum aus Küche, Ess- und Wohnbereich. Während Ess- und Wohnraum miteinander verschmelzen, wurde der Übergang zur Küche durch einen großzügigen, türlosen Durchgang geschaffen. Die Küche ist im übrigen eine Eigenentwicklung der Architekten, um-

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1 DIE FREIGELEGTE BRUCHSTEINWAND an der Stirnseite des Essbereichs. 2 WÄHREND ESS- UND WOHNRAUM MITEINANDER VERSCHMELZEN, wurde der Übergang zur Küche durch einen großzügigen, türlosen Durchgang geschaffen. 3 DAS BÜRO IM ERDGESCHOSS der Immobilie.

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WOHNTRÄUME

gesetzt mit einem Fachgeschäft aus der Region. Die Architektur der Küche besticht durch ihr vertikales Fugenbild. Erzielt wurde diese schlichte Eleganz durch den ganzheitlichen Einsatz von Türen, hinter denen sich funktionale Innenauszüge verbergen. Doch zurück zum Ess- und Wohnbereich: Für eine zweckmäßige, formschöne Raumgestaltung sorgt eine in mattem Weiß gehaltene Trockenbauwand. Sie trennt auch Wohnraum und Flur, die durch ein Schiebetürelement miteinander verbunden sind. Diese Funktionswand, die sich konzeptionell auch im Dachgeschoss wiederholt, sorgt durch entsprechende Nischen und Regale nicht nur für Stauraum, sondern verbirgt auch technische Elemente wie Heiz-Kreis-Verteiler, Schornstein und Installationen.

Durch ihr mattes Weiß stehen sowohl die Funktionswand als auch die Fensterleibungen zudem im farblichen und strukturellen Kontrast zu den mit grauem Lehmputz versehenen tragenden Wänden des Hauses und zu der freigelegten Bruchsteinwand an der Stirnseite des Essbereichs. Der in Eiche gehaltene Dielenboden unterschreicht die Wohnlichkeit der Räumlichkeiten. Eine Treppe führt ins Dachgeschoss. Hier befinden sich Schlafzimmer mit angegliedertem Ankleidebereich, ein Kinderzimmer und ein Bad. Die Dachschrägen werden dabei intelligent genutzt und verleihen den Räumlichkeiten eine gemütliche Atmosphäre. Mit der Sanierung dieser Immobilien hat das ArchitektenTeam bewiesen, wie Tradition und Moderne zu einer spannenden Einheit werden können. www.bk-a.de

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FOTOS: BK-A

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4 EINE TREPPE führt ins Dachgeschoss der Immobilie. Hier befinden sich Schlafzimmer mit angegliedertem Ankleidebereich, ein Kinderzimmer und ein Bad. 5 DIE IN MATTEM WEISS gehaltene Trockenbauwand aus Gipskarton sorgt durch entsprechende Nischen und Regale nicht nur für Stauraum, sondern verbirgt auch technische Elemente wie Heiz-Kreis-Verteiler, Schornstein und Installationen. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 63


PROMOTION

NEUE SCHIEBETÜREN DESIGNORIENTIERT, ERGONOMISCH, FUNKTIONAL

FOTOS: BALLERINA

Großflächiges Design, geradlinige Formensprache, der Mix aus offenen und geschlossenen Fronten sind Eigenschaften, die den Einrichtungstrend von heute prägen und sich sowohl in der Küche als auch im Wohnbereich wiederfinden.

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OBERSCHRÄNKE MAL ANDERS: Schiebetürbeschläge von Hettich sorgen für neues Design und komfortable Funktion.


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1 1 FÜR GROSSE WAND- UND VORRATSSCHRÄNKE kommt der flächenbündige Schiebetürbeschlag von Hettich zum Einsatz. Durch leichten Zug an der Außenkante öffnet sich die grifflose Front, gibt den gesamten Stauraum auf einmal frei und schließt sanft gedämpft. Ist die Küche nicht in Gebrauch, kommt das Design der großen flächenbündigen Türen voll zur Geltung.

So auch in der Kollektion des Küchenmöbelherstellers Ballerina. Bei der Umsetzung dieses anspruchsvollen innenarchitektonischen Projekts arbeitete das Unternehmen eng mit dem Entwicklungsteam von Hettich, einem der innovativsten Beschlaghersteller Deutschlands, zusammen. Im Fokus standen dabei auch die neuen Schiebetürsysteme des Herstellers, durch die vollkommen neue Planungslösungen realisiert werden können. Lösungsansätze, die sich nicht nur durch eine ansprechende Optik, sondern auch durch eine hohe Funktionalität auszeichnen. Damit tragen sie der Philosophie des Unternehmens Rechnung, individuell, unkompliziert und nutzerorientiert zu sein. Im täglichen Einsatz wird dies noch deutlicher: Hier überzeugen Schiebetüren in puncto Design als auch hin-

3 2 SPANNUNGSREICHE STRUKTUREN: Mit Schiebetüren wird ein Mix aus offenen und geschlossenen Flächen geschaffen. 3 AUCH IM UNTERSCHRANKBEREICH sind Schiebetüren nicht mehr wegzudenken.

sichtlich ihrer Praktikabilität – etwa dort, wo barrierefreies Wohnen gefragt ist. So ermöglichen sie gerade in schmalen Räumen und bei engen Durchgängen eine bessere Raumnutzung, vorstehende Türen gibt es nicht. Ob im Ober- oder Unterschrank eingesetzt, sorgen Schiebetüren zudem für optimalen Einblick ins Schrankinnere. Bei zum Ess- oder Wohnbereich hin offenen Räumen unterstreichen insbesondere großflächige, flächenbündige Schiebetüren die puristische Raumgestaltung und verleihen dem Ganzen eine wohnliche Atmosphäre. Schlichte Regale werden zu ansprechenden Funktionsmöbeln, deren Optik sich immer wieder verändern lässt: Durch Verschieben der Türen entstehen jeweils neue Konstellationen aus offenen und geschlossenen Elementen. Dabei sind die Türen in alle Richtungen gedämpft, sodass sie leise und sanft schließen.

Fordern Sie kostenlos das Magazin „Erlebnis Küche“ unter kitchen-info@ de.hettich.com an. www.ballerina.de www.hettich.com

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MODERNE MANUFAKTUR ZEYKO – MARKENKÜCHEN AUS DEM SCHWARZWALD

VOLLKOMMEN SACHLICH UND SCHNÖRKELLOS in ehrlichen Materialien: Glas, Holz (hier Eiche Tabacco gebeizt) und eine motorisch höhenverstellbare Insel für maximalen ergonomischen Komfort.

Handwerkskunst und modernste Technologie schließen einander nicht aus, das beweist Zeyko mit seinen Küchenmöbeln aus Mönchweiler im Schwarzwald. www.zeyko.com

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FOTOS: ZEYKO

KÜCHEN INTERNATIONAL

1 1 ZEYKO CARGO – Als Frühstücksschrank mit Kaffeemaschinenstation, als elektrifizierter Kleingeräteschrank oder als Barschrank nutzt er jede Ecke perfekt.

Ob eine Küche mit traditioneller Kassettenfront, eine moderne Stilküche oder der Stil der Avantgarde gewünscht wird, wenn es erforderlich ist, wird Hand angelegt und auf Gehrung gearbeitet, verleimt, lackiert, geschliffen, die Maserung der Türen individuell abgestimmt und Furnier bildhaft verarbeitet. Aber auch ungewöhnliche Materialien wie Betonspachtel, Leder, Metall, Schiefer finden sich bei Zeyko. Diese Kombination aus industrieller und handwerklicher Verarbeitung lässt immer Einzigartiges entstehen. Das geht hin bis zu Sonderschränken, wie den Zeyko Cargo, der „interior innovation award winner 2015“ wurde. Als Frühstücksschrank mit Kaffeemaschinenstation, als elektrifizierter Kleingeräteschrank oder als Barschrank nutzt er jede Ecke perfekt: Beispiel-

haft für den Ideenreichtum und die Wertarbeit des mittelständischen Traditionsunternehmens. Liebhabern von Massivholzküchen wird die neue 3-Schicht Kollektion gefallen. Im Fokus steht bei dieser Thematik „Massivholz in moderner Interpretation und Kombination“. Die sowohl mit Öl als auch mit Lack imprägnierte Oberfläche ist maximal küchentauglich. Regelmäßig nachgeölt, bleiben ihre hervorragende Widerstandsfähigkeit gegen Fleckenbildung und ein dauerhafter Oberflächenschutz erhalten. Zwölf Holzarten stehen zur Wahl. Ganz konsequent wird die Durchgängigkeit des Echten mit dem Exquisitkorpus in furnierter Tischlerplatte und der farblich darauf abgestimmten Innenausstattung inline in heller Kristallbuche. ARCHITEKTUR + KÜCHE | 67


materialien

Cuprum

Farbiges Metall mit edlen Zügen

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FOTO: EGGERSMANN

FOTO: RATIONAL

FOTO: RATIONAL

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FOTO: STRING® SYSTEM

Wussten Sie, dass Kupfer als ältester metallischer Werkstoff seit mehr als 7.000 Jahren gefördert und vielfältig verarbeitet wird? Bereits damals wurden daraus Werkzeuge, Waffen und Schmuck gefertigt … Seinen Namen erhielt Kupfer von der Mittelmeerinsel Zypern, die in der Antike Griechenland und Rom mit dem roten Metall versorgte. Die Römer nannten es „aes cyprium“, der lateinische Begriff für „Erz aus Zypern“, woraus später der Begriff „cuprum“ entstand.

1 STRING® SYSTEM wurde im Jahr 1949 entworfen. In den letzten fünfzig Jahren ist es von einem neuartigen und bahnbrechenden Konzept zu einem der beliebtesten Stücke klassischen schwedischen Designs geworden. Jedes einzelne Element dieses Systems ist so konzipiert, dass sich nahezu unendliche Variationsmöglichkeiten ergeben. Dabei wirkt es in jeder Materialausführung wie hier in Kupfer unaufdringlich und leicht. 2–4 WIE KUPFER UND SUPERMATTSCHWARZ eine der schönsten Verbindungen eingehen, zeigt das Programm topaz. Der superedle Auftritt basiert auf einem gekonnten architektonischen Material- und Farb-Mix, bei dem die neue kupferfarbene Schichtstofffront Dolomit mit dem supermatten topaz kombiniert wird. Die topaktuelle Designlösung greift dabei zwei wichtige Strömungen auf: den Trend zu Kupfer und zu einer neuen „Ernsthaftigkeit“, repräsentiert durch Fronten in Supermatt.

FOTO: RATIONAL

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MATERIALIEN

FOTO: DORNBRACHT

5 BASE VON TOM DIXON: Einen ästhetischen Kontrast bilden der gusseiserne Fuß mit seinem matten Finish und der minimalisitsche, metallische Lampenschirm aus hochglanzpoliertem, reflektierendem Kupfer, um einen super-reflektierenden und verführerischen Glanz zu schaffen.

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FOTO: TOBIAS GRAU

6 DER ARMATURENHERSTELLER DORNBRACHT überträgt die zunehmende Relevanz der Trendfarbe Kupfer nun auch auf den Lebensraum Küche: „Cyprum“, eine hochglänzende Oberfläche, die auf der Basis von 18-karätigem Gold mit Kupfer hergestellt wird, ist erstmals als Variante für Küchenarmaturen erhältlich. Die Dominanz der kühlen Weiß- und Metallic-Nuancen ist im Interior wie auch in der Küche passé, warme Farbtöne und vertraute, natürliche Materialien prägen den individuellen Stil. Besonders Kupfer als zeitgemäßes, edles Buntmetall definiert dabei eine wertige Ästhetik.

FOTO: TOM DIXON

7 PENDELLEUCHTE MOVE ALONG VON TOBIAS GRAU – Sie ist kurz, lang oder rund; immer fließend, organisch schön und irgendwie auch unbeschreiblich. Gefüllt ist sie mit neuesten brillant warm leuchtenden LEDs, deren Licht durch optische Linsen optimal entblendet wird. Ausführungen in chrome und kupfer sind erhältlich.

Kupfer ist – außer Gold – das einzige farbige Metall. Bildende Künstler aller Epochen schätzten es wegen seiner natürlichen Schönheit und des mannigfaltigen Farbenspiels seiner Legierungen Das hochwertige Metall ist dabei sehr wandelbar und der perfekte Partner beim Einrichten: Unbehandeltes Kupfer gewinnt durch Oxidation mit der Zeit eine individuelle Patina und macht je jedes Stück tück zu einem echten Unikat, außerdem erstrahlt

Kupfer je nach Verarbeitung in verschiedenen Farbnuancen – von hellem Rosé über leuchtende Orange- und Rottöne bis zu sattem Braun. Zudem harmonisiert das Metall hervorragend mit anderen Materialien. Aufgrund dieser Eigenschaft lassen sich mit Kupfer auch im Bereich der Einrichtung effektvolle Akzente erzielen. Ob als zentrales oder als dezentes Dekorationselement wirkt Kupfer immer zeitlos und luxuriös. FOTO: LAURA MERONI

8 MANUFAKTUR GELEBT: Credenza, das maßgefertigte Sideboard aus edlem Walnussholz hier mit Seiten, Türen und Sockel aus brüniertem Kupfer. Hinter den Türen üren verbergen sich im Übrigen innenliegende Schubladen.

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MATERIALIEN

FOTO: KÜPPERSBUSCH/RATIONAL

IM TREND UND BEREITS PRÄMIERT DIE NEUE KÜPPERSBUSCH COPPER EDITION

Köche wissen die gute Leitfähigkeit von Kupferkochgeschirr zu schätzen und auch die dekorativen Qualitäten des warmen Kupferglanzes sind nicht zu unterschätzen. Wer kennt nicht die Bilder von Küchen, in denen blanke Kupfertöpfe, -pfannen und Kuchenformen griffbereit auf ihren Einsatz warten? Kein Wunder, dass Kupfer zurzeit ein großes Comeback erfährt. Kombiniert mit Mattschwarz kommt die warme Ausstrahlung des edlen Metalls besonders zur Geltung. Beispielhaft zeigt die Qualität dieser Zusammenstellung das neue rational Küchenprogramm topaz mit Einbaugeräten von Küppersbusch aus der Copper Edition. Die Juroren des red dot awards zeichneten den Einbaubackofen EEB 6550.8 von Küppersbusch bereits mit einem Preis in der Kategorie „product design“ aus.

Kombiniert mit Mattschwarz kommt die warme Ausstrahlung des edlen Metalls besonders zur Geltung. Beispielhaft zeigt die Qualität dieser Zusammenstellung das neue rational Küchenprogramm topaz mit Einbaugeräten von Küppersbusch aus der Copper Edition. Die Copper Edition ist Teil des Individual-Konzepts von Küppersbusch. Es umfasst ausgewählte Kücheneinbaugeräte, die in einer schwarzen und einer weißen Variante zur Wahl stehen. Diese erhalten durch farbige Griffe und Dekorleisten – jetzt eben auch im Farbton Kupfer – eine ganz eigene Ästhetik. Abgerundet wird die Copper Edition durch individualisierbare Insel- und Kamin-Dunstabzugshauben, ein freistehendes (schwarzes) Kühlgerät sowie Wärmeschubladen. www.kueppersbusch-hausgeraete.de

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INTERVIEW DESIGN

MODERN

ABER NICHT MODISCH WELCHE TRENDS BESTIMMEN DIE ENTWICKLUNG DES LANGLEBIGEN INVESTITIONSGUTS KÜCHE?

Thomas Pfister und Annette Schumacher, verantwortlich für Produktentwicklung und Marketing bei dem Familienunternehmen Schüller, einem der größten deutschen Küchenmöbelhersteller. Wir fragten die beiden Kreativen, wie es dem Unternehmen gelingt, seine Produkte stetig dem Wandel der Zeit anzupassen, Bedürfnisse und sich verändernde Lebensweisen zu erkennen, neue Materialien und Technologien aufzugreifen und aus dieser Stärke heraus selbst eigene Trends zu setzen.

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FOTOS: SCHÜLLER

TREND

DIE SCHÖNHEIT DER NATUR ALS ZEITLOSES GESTALTUNGSPRINZIP, hier in Eiche sägerau. Der Kochtisch aus der Collection next125 erhält seine besondere Ausstrahlungskraft durch eine kompromisslose Klarheit.

Frau Schumacher, Fachleute behaupten, Trends entstehen nicht im Atelier eines Designers, sondern sie zeigen sich zuerst auf der Straße. Können Sie das unterschreiben? ANNETTE SCHUMACHER: So ungefähr stimmt das schon. Inspiration kommt von außen, von anderen Branchen, anderen Ländern und natürlich auch durch die Menschen. Für uns heißt es kontinuierlich: aufnehmen, aufsaugen, sortieren, kanalisieren, zusammenfügen, anwenden. Man denkt die Inspiration neu in anderem Kontext. Die Umsetzung erfolgt dann sozusagen im Atelier. Welche Bedeutung, Herr Pfister, spielen gesellschaftliche Entwicklungen bei der Schaffung und Realisierung neuer Trends? THOMAS PFISTER: Wie Frau Schumacher schon sagte, lassen wir uns natürlich auch von Menschen inspirieren. Sie repräsentieren die Gesellschaft, deren Entwicklung die Grundlage unseres Tuns bildet. Alles andere ist ein Resultat daraus. Ein Beispiel für einen solchen Trend ist die bewusste Beschäftigung mit den Themen Ökologie und gesunde Ernährung. Aus den langsamen Anfängen in den 80er Jahren ist inzwischen ein zentrales Thema geworden, an dem niemand vorbeikommt. Beide Themen haben den Stellenwert der Küche positiv beeinflusst. Das Kochen an sich ist wichtiger geworden und damit die Küche als Raum. In Neubauten sind die Küchengrundrisse inzwischen größer und Menschen, die gerne kochen, haben genaue Vorstellungen davon, wie viel Raum sie brauchen, um in ihrer Küche bequem und professionell agieren zu können. Die Autorin und Trendforscherin Faith Popkorn definiert in den späten achtziger Jahren fünf Konsumtrends: Clanning: Wir alle wollen

Gefühle mit anderen teilen und uns in soziale Netzwerke einfügen. Cocooning: Wir wollen uns vor Risiken und Unsicherheiten der Außenwelt schützen. Anchoring: Wir suchen nach unseren spirituellen Wurzeln, um die Zukunft zu verstehen. Ego-nomics: Wir wollen uns zunehmend individuell in Produkten ausdrücken. Small Indulgences: Weil der Stress wächst, suchen Menschen kleine Verwöhnungen ohne negative Konsequenzen. Finden diese sozialen Trends bei Ihrer Produktentwicklung noch immer Berücksichtigung? THOMAS PFISTER: Durchaus. Entwicklungen im gesellschaftlichen Bereich vollziehen sich nicht von heute auf morgen. Daher haben diese Trends noch immer ihre Berechtigung. Der aktuelle Country Style z.B. entspricht ziemlich genau diesen ermittelten Wünschen. Er ist natürlich und unbeschwert, nordisch inspiriert und absolut wohnlich. Er entspricht in gewisser Weise dem Bedürfnis nach Sicherheit und Ursprünglichkeit. Eine gute Rückzugsmöglichkeit aus dem Alltag. Da die Formgebung und Farbauswahl der Country Style Küchen sehr bewusst gestaltet wurden, ist dieser Stil annähernd zeitlos. In der Mode entstehen Trends im internationalen Dialog zwischen Designern, Medien und den Kunden, in Ihrem Falle wäre das der Fachhandel. Letztendlich entscheiden jedoch die Konsumenten durch ihr Verhalten über den Erfolg und die Nachhaltigkeit eines Modetrends. Wie gelingt es Ihnen abzuwägen, ob eine Ihrer Neuheiten nur ein Modeprodukt ist oder zum zeitlosen Megatrend avanciert? ANNETTE SCHUMACHER: Das Feedback der Kunden ist natürlich auch für uns enorm wichtig. Allerdings sind die Modemacher wesentlich schnelleren Entwicklungszyklen unterworfen. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Küche um ein langlebiges Investitionsgut,

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TREND

WOHNLICH UND LIEBENSWERT, der moderne Country Style in der Küche. so dass wir in puncto Trends und Neuentwicklung deutlich langfristiger denken und handeln. Unsere Devise muss lauten: modern, aber nicht modisch. Aber wie lassen sich Trends für die Küche festlegen, ohne dass sich der Käufer schnell daran satt sieht? Immerhin ist das ja keine Einrichtung, die man jedes Jahr neu kauft! ANNETTE SCHUMACHER: Neutrale Farben und hochwertige, authentische Materialien bilden die Basis jeder Einrichtung. Sie überdauern modische Trends. Klassiker gibt es übrigens auch in der Mode. Ein hochwertiger, schlichter Kaschmirmantel ist lange Jahre tragbar, auch wenn sich die Kragenform zwischendurch ändert. Sie sprechen gerade vom Kaschmirmantel. Die Internationale Möbelmesse in Köln und die Fashion Week Berlin laufen immer zur selben Zeit und oft sieht man dort auch starke Parallelen. Trends, die man auf dem Laufsteg sieht, übertragen sich letztendlich auch auf bestimmte Möbeltrends. Können Sie das bestätigen? ANNETTE SCHUMACHER: Die Mode ist zwar, wie gesagt, schnelllebiger und den Möbeln voraus, aber als Inspiration ist sie perfekt! Unserer Meinung nach ist das, was man unter modischen Trends versteht, inzwischen sehr vielschichtig! Annähernd nichts ist unmöglich. Eine Vielfalt, die zu deutlich mehr Individualität führt. Das gilt natürlich auch für das Einrichten. Von cool und schick bis nordisch und Country Style laufen die Trends parallel. So hat jeder die Möglichkeit, seine ganz persönliche Haltung zum Ausdruck zu bringen. Herr Pfister, mittlerweile ist nicht mehr nur der Ton einer Farbe entscheidend, sondern auch Oberflächenstrukturen und natürlich die Materialien, aus denen Produkte gefertigt werden. Wodurch kommen diese neuen Anforderungen an Möbel und welche Wirkungen erzielen sie auf Menschen? THOMAS PFISTER: Es ist der Wunsch der Menschen nach Natürlichkeit, der sich auch in deren Einrichtungsstil widerspiegelt. Echte Hölzer,

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gerne auch mit markanten Strukturen, sprechen die Sinne an und geben ein gutes Bauchgefühl. Auch im Bereich der Nachbildungen sind Dekore mit natürlichen Strukturen und Oberflächen stark gefragt, egal ob Holz, Stahl, Marmor oder Stein. Eine Aussage des englischen Poeten Alexander Pope, die auch im Handbuch der Innovationen zitiert wird, lautet: „Be not the first by whom the new are tried nor yet the last to lay the old aside.“, was nichts anderes bedeutet, als dass man nicht gleich der Erste sein sollte, der Bestehendes aufgibt, um es durch Neues zu ersetzen. Kann man also als Hersteller immer sofort jeden Trend aufgreifen? THOMAS PFISTER: Das ist auch eine Frage der Ethik des Unternehmens: Will man das? Was kann man glaubhaft vertreten? Eines ist klar: Innovation ist unerlässlich, muss aber unternehmerisch vertretbar sein. Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft wagen, welche Ihrer aktuellen Produkte haben das Zeug zum Mega-Trend, zu einem Klassiker, der noch Jahrzehnte später seine Liebhaber findet? ANNETTE SCHUMACHER: Der next125 Kochtisch entspricht dem aktuellen Wunsch nach der offenen Küche und dem gemeinschaftlichen Kocherlebnis. Formal ist er gut gestaltet, hochwertig verarbeitet und aus authentischen Materialien gefertigt. Somit hat er das Potential zum Klassiker! Und wird man ihn auf der internationalen Messe LivingKitchen in Köln sehen können? THOMAS PFISTER: Nicht nur sehen sondern erleben! Küche muss mit allen Sinnen erfahrbar sein! Frau Schumacher, Herr Pfister wir danken Ihnen für diese informative Gespräch. www.schueller.de


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BLANCO JARON – DIE ÄSTHETIK DER SYMMETRIE Wer bei seiner Einrichtung bewusst auf klare, reduzierte Formen setzt, wird auch in der Küche davon nicht abweichen wollen. Die Gestaltung der neuen Spüle Blanco Jaron XL 6 S-IF aus der SteelArt Manufaktur des Spülen- und Armaturenspezialisten Blanco erfüllt diese Anforderung vorbildlich.

FOTO: BLANCO

Ausgewogen und ruhig entfalten die Proportionen von quadratischem Hauptbecken und Tropffläche ihre Wirkung. Der umlaufende, extra flache IF-Einbaurand bildet einen optisch eleganten sowie funktionalen Rahmen. Unaufdringliche, harmonische Eleganz für den am meisten beanspruchten Arbeitsplatz in der Küche ist das Ergebnis. Hier schmeichelt alles dem Auge: Die Konturen des äußeren IF-Randes sind präzise auf die sanft gerundeten Ecken des speziell für Jaron konzipierten Schneidbretts abgestimmt. CapFlow heißt die Ablaufabdeckung, die den Wasserstrahl im – mit 190 mm Tiefe sehr großzügig dimensionierten – Hauptbecken sanfter auftreffen lässt.

Das Abtropfbecken wurde als leicht abgesenkte, plane Fläche gestaltet und ist mit der separaten, verdeckten Entwässerung C-overflow ausgestattet. Auch der Ergonomie wird Genüge getan, so ist z. B. der Drehknopf der Ablaufbedienung des Siebkörbchens im vorderen Bereich der Armaturenbank angeordnet. Ebenso praktisch im Alltag erweist sich die Position der Armatur, da beide Funktionsbereiche erreicht werden. Vorzüglich zu Jaron XL 6 S-IF mit der SteelArt-Oberfläche Seidenglanz passt die Armatur Blanco Linee-S in Edelstahl seidenglanz. Das Ensemble wirkt so wie aus einem Guss und integriert sich hervorragend in minimalistische Wohnwelten. www.blanco-germany.com/de

KLAR, KL KLA R, AUSGEWOGEN, SYMMETRISCH: Sowohl Hauptbecken als auch TTropffläche von Blanco Jaron XL 6 S-IF sind quadratisch und durch eine breite, mittig positionierte Armaturenbank miteinander verbunden. Die unaufdringliche, harmonische Eleganz zeigt sich bis ins kleinste Detail: So wurden die Konturen des äußeren IF-Randes präzise auf die sanft gerundeten Ecken des für Jaron konzipierten Nussbaum-CompoundSchneidbretts abgestimmt.

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KÜCHE IST DESIGN – 50 JAHRE PREMIUM-QUALITÄT

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MODERN ART Markante Designs, realisiert in einer Vielzahl unterschiedlicher Werkstoffe, sind prägend für Markenküchen von allmilmö. Der Premium-Küchenhersteller kann 2015 auf ein halbes Jahrhundert Design und Qualität, produziert in Zeil am Main, zurückblicken. Heinz Milewski hatte das Küchenmöbelwerk 1965 gegründet und die Produkte zunächst unter demNamen „milmö“ vermarktet. Als die Zeichen in den siebziger Jahren auf Internationalisierung standen, wurde aus milmö die bis heute weltweit vertriebene Premiummarke allmilmö. Seit 1996 steht der Unternehmer Johannes la Cour hinter allmilmö. Die Zugehörigkeit der deutschen Topmarke zu der international agierenden La Cour Gruppe gewährleistet deren Fortentwicklung als Qualitätsmarkenküche, bekannt für richtungsweisende Innovation, eigenständiges Design, Hochwertigkeit und beste Funktionalität. Die Einzigartigkeit der Premium-Marke resultiert aus der Symbiose hochwertiger Materialien, wie edle Furniere, hochwertige Lackoberflächen oder auch strapzierfähige Kunststoffe, und exzellenter Formgebung. Unterstrichen wird dieser Anspruch u. a. auch durch die vielfältigen Designauszeichnungen, die die zeitlose Eleganz der allmilmö Kreationen wie z.B. auch der Modellreihe Mo-

dernART beweisen. Die konsequent grifflose Küche wurde im Januar 1990 als Premiere auf der internationalen Möbelmesse in Köln vorgestellt. Der Industriedesigner und Innenarchitekt Horst Friedrich aus Bad Kreuznach hatte das bereits damals grifflose Modell exklusiv für allmilmö entworfen. Bis heute strahlt die Modellreihe durch Schlichtheit und Zeitlosigkeit in der Gestaltung ein


FOTOS: ALLMILMÖ

KÜCHEN INTERNATIONAL

1990

1993

2013 25 JAHRE MODERN ART:

2015 Höchstmaß an Designkompetenz und Ästhetik aus. Insbesondere die Frontausführung „Contura“ mit gleichmäßig wellenförmiger Profilierung gehört heute zu den Designklassikern. Durch mehrfache zeitgemäße Modifikationen und Integration von technischen Innovationen behielt das Modell bis in die heutige Zeit seinen unverwechselbaren Charakter bei. ModernART Küchen gibt es in verschiedenen Materialausführungen. Ob aus strapazierfähigem Schichtstoff, mit hochwertiger Lackoberfläche in Wahlfarbe oder in Echtholfurnier, es lässt sich mit dieser zeitlos eleganten Küchenkreation jeder Einrichtungswunsch erfüllen. Das gesamte ModernArt Küchenprogramm inklusive der neuen Modelle ModernART-Smart und ModernART-Manico ist individuell nach dem Bedarf der Nutzer für alle Kücheräume plan- und einsetzbar.

AUSGEZEICHNET … … wurde auch die jüngste Kreation von allmilmö, das Küchenmodell Pia. Das außergewöhnliche Küchen-

1990 ModernART Contura Bordeauxrot 1993 ModernART in „Mondrianfarben“ lackiert 2013 ModernART Contura Hochglanzlack weiß 2015 ModernART Smart Linea weiß

design erhielt bereits drei Designpreise: Höchstbewertung beim „red-dot-design-award 2013“, „best of the best“ beim „interior-innovation-award Winner 2015“ und der „German Design Award“ verlieh dem Modell das Prädikat „Special Mention 2015“. Das Design einer Küche beschränkt sich bei allmilmö nicht nur auf die äußere Hülle, sondern reicht auch bis in deren „inneren Werte“. Ein gutes Beispiel dafür bildet das Konzept für Schubkästen und Auszüge, das exklusive allmilmö „a-Box“ System. Besonders hervorzuheben ist die einmalige Auswahl von vier verschiedenen Oberflächenausführungen. Auch diese Entwicklung wurde prämiert und erhielt den „red dot design award 2013 Winner“ und wurde zudem für den „German Design Award 2015“ nominiert. Passend zur a-Box gibt es das komfortable Einsatzsystem „Orga-Set“ für Bestecke und Küchenutensilien des täglich Gebrauchs, in drei verschiedenen Materialien mit sinnvollen Funktionen. www.allmilmoe.de

VERBRIEFTE QUALITÄT:

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DIE NEUE WOHNLICHKEIT SCHICKE SPÜLEN UND EINZELBECKEN AUS EXTRA ROBUSTER SPEZIALKERAMIK

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1 ABSOLUT ANGESAGT: großzügige Einzelbecken, die nahtlos in die Arbeitsplatte eingefügt sind. Hier die neue Keramik-Spüle Kubus von Franke mit 1 1/2 Becken. Das Material: Fraceram, eine extra robuste und pflegeleichte Spezialkeramik. (Spüle und Armatur Franke)

KÜCHEN INTERNATIONAL

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2 MIT IHREM MODERNEN, KLAREN DESIGN passen die neuen Franke Keramikspülen bestens in jedes Wohnambiente. Hier das Modell Mythos mit praktischer Rollmatte und der Armatur Centinox. 3 FÜNF SCHICKE TRENDFARBEN stehen für eine individuelle Kombination von Spüle, Arbeitsplatte und Front zur Auswahl.

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FOTOS: FRANKE

Farbspülen und Einzelbecken aus Keramik, modern in der Formgebung und mit möglichst großvolumigen Becken liegen aktuell voll im Trend. Nicht ohne Grund, denn das Naturmaterial schafft eine wohnliche Atmosphäre und bietet dank der Vielzahl an Farben und Formen einen großen Gestaltungsspielraum für individuelle Kombinationen von Spüle, Arbeitsplatte und Möbeln. Aus einer extra robusten, besonders strapazierfähigen und pflegeleichten Spezial-Keramik namens Fraceram führt der Spülenspezialist Franke seit neuestem eine Vielzahl an attraktiven Spülen und Becken in seinem Programm. Und das in fünf schicken Trendfarben. Fraceram besteht zu 100% aus reinen Naturstoffen und wurde eigens für die Anforderungen an den Spülenarbeitsplatz entwickelt. So macht die Materialhärte diese Spülen schnitt- und schlagfest, hitze- und kältebeständig und unempfindlich gegenüber haushaltsüblichen Säuren. Und die glasierte, versiegelte Oberfläche sorgt dafür, dass Schmutz und Kalk kaum anhaften und Flüssigkeiten nicht eindringen können. Alles Pluspunkte für eine leichte Reinigung und eine optimale Hygiene bei der Zubereitung der Speisen.

Praktisches Zubehör erleichtert die Arbeit und unterstreicht den Charakter dieser Farbspülen. So schafft beispielsweise das großzügige Schneidebrett aus massivem Nußbaum-Holz zusätzliche Arbeitsfläche. Und die vielseitig einsetzbare Franke Rollmatte bietet – rutschfest über dem Becken oder der Tropffläche ausgerollt – Platz zum Abtropfen oder Abstellen heißer Töpfe und Pfannen. Eine designbetonte und gleichzeitig funktionale Armatur mit integrierter Schlauchbrause, wie z. B. die Franke Modelle Centinox und Leda, beide aus massivem, mattem Edelstahl, ergänzen die neuen Fraceram-Spülen und -Becken perfekt. Mehr Infos zu den neuen Keramikmodellen von Franke gibt’s im Küchen- oder Möbel-Fachhandel und unter: www.franke.de

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KÜCHEN INTERNATIONAL

ERLEBE DIE MÖGLICHKEITEN!

KÜCHENSTUDIO KRAMPE, KÜCHENSPEZIALIST DES JAHRES 2014

JOACHIM KRAMPE und sein Team arbeiten mit zahlreichen Handwerksunternehmen der Region seit vielen Jahren eng zusammen, und gewährleisten so vom Boden über die Wand und die Decke bis hin zur eigenen Leistung optimale Beratung und Ausführung von Küchen zum Leben und Erleben. 80 | ARCHITEKTUR + KÜCHE

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Kelkheim im Taunus, seit 76 Jahren ist die traditionelle Möbelstadt Firmensitz der Familie Krampe. Was 1938 mit der Gründung einer Schreinerei begann, entwickelte sich kontinuierlich über den Innenausbau zu einem der renommiertesten Küchenfachgeschäfte der Region. Unter dem Motto „Küchen zum Leben und Erleben“ leitet jetzt Joachim Krampe, der Enkel des Firmengründers, das Unternehmen erfolgreich. Bestätigt wird dies von den zahlreichen zufriedenen Kunden des Unternehmens, deren Wertungen mit zu der erst kürzlich erfolgten Auszeichnung des Unternehmens zum Küchenspezialisten des Jahres beigetragen haben.


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Gut geplant, … 1 BEISPIELHAFTE KÜCHENPLANUNG aus dem Hause Krampe: Weiße Lack-Küche, deren großzügige Wirkung durch die Gestaltung ohne sichtbare Griffe betont wird. 2+3 FLÄCHENBÜNDIG eingebautes Kochfeld und untergebaute Spüle: praktisch, pflegeleicht und geradelinig.

Das Studio liegt zentral an einer der Hauptverkehrsstraßen Kelkheims. Das Maskottchen des Fachgeschäfts, die Giraffe auf gelbem Grund, ist schon von weitem zu sehen und weist Interessenten direkt auf den Parkplatz im Hof hin. Nur einen Schritt in den Innenhof, dann zwei Stufen und dem Auge des Besuchers eröffnet sich ein innenarchitektonisch anspruchsvolles Bühnenbild, in dem jede einzelne Küche perfekt inszeniert wird. Jedes Exponat inklusive der Kinderspielecke ist in ein farblich passendes Ambiente eingebunden und lässt den Gästen des Hauses freien Lauf, um sich über zeitgemäße Kücheneinrichtung zu informieren. Hier finden sich Planungslösungen par excellence, die in einem geschmackvollen Mix aktuelle Materialien, Farben und Strukturen widerspiegeln.

Auf einer Fläche von 4,10 m x 2,63 m wurde diese offene Küche mit einer Insel und angegliedertem 3,66 m breitem Essbereich geplant. Die Schränke des Technikzentrums mit Backofen, Kühl-Gefrierschrank, Nische für die Kleingeräte und Stauraum sind per Trockenbau in die Stirnwand integriert. Dem Essbereich ist ein quadratischer wandhängender Schrank mit neun quadratischen Türen zugeordnet. Die 2,43 m lange und 1,46 m tiefe Insel ist der Länge nach um 16 cm höhenversetzt, wodurch der Spül- und Kochbereich die ergonomisch angenehme Höhe erhält. Die höhere Seite der Insel stellt den erforderlichen Stauraum zur Verfügung. Großzügige Bewegungsflächen bestimmen diese Planung zudem.

MODERN ABER NICHT MODISCH … … werden hier Kreationen mit der Marke SieMatic sowie dem Küchenmöbelhersteller Beckermann präsentiert. Bei den Geräten hat man die Qual der Wahl zwischen Geräten von Bosch, Miele oder Gaggenau.

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FOTOS UND PLÄNE: KÜCHEN KRAMPE

KÜCHEN INTERNATIONAL


KÜCHEN INTERNATIONAL

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4 DIE ZURÜCKHALTENDE FARBHARMONIE der weißen Fronten, der edelstahlfarbenen Geräte, Leuchten, Griffschienen und des Passepartouts des wandhängenden Schrankelements betonen das wohnliche Holz der Tischgruppe und des Fußbodens. Die Insel ist der Länge nach zweigeteilt: die dem Fenster zugewandte Partie ist 16 cm niedriger und bringt so Kochfeld und Spüle in angenehme Arbeitshöhe. 5 AUFGERÄUMT, übersichtlich und gute Raumnutzung dank Innenauszug.

Wer hier seine Küche kauft, erhält ein Rundum-SorglosPaket mit Beratung, Planung, Koordination übergreifender Gewerke und Ausführung. „Wir arbeiten mit zahlreichen Handwerksunternehmen unserer Region seit vielen Jahren eng zusammen, so dass wir vom Boden über die Wand und die Decke bis hin zu unserer eigenen Leistung optimale Beratung und Ausführung gewährleisten können.“ Mit Sicherheit ist diese Professionalität auch der Grund dafür, dass die Auslandsmontagen, wie uns der passionierte Küchenspezialist verrät, jährlich ansteigen. „Vielen unserer Kunden statten wir ihre Ferienhäuser oder -wohnungen mit einer Küche aus.“ Joachim Krampe ist stolz auf das seinem Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen und trägt alles Erdenkliche dazu bei, um diesem auch weiterhin gerecht zu werden. „Die Küche wird von Jahr zu Jahr komplexer, deshalb ist eine kontinuierliche Weiterbildung unseres gesamten Teams so wichtig.“

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ZEIGEN, WAS MÖGLICH IST Der sympathische Küchenspezialist führt uns in die hauseigene SieMatic-Welt: „Man sollte seinen Kunden immer das Beste zeigen, das es gibt.“ In Sachen Arbeitsplatten arbeitet das Küchenstudio mit einem ortsansässigen Steinmetz zusammen: „Das ermöglicht uns, Küchen auch mit ausgefallenen Steinarten aufzuwerten“, so Joachim Krampe. Er und sein Team machen viel möglich im Dienste ihrer Kunden. Ein Geheimtipp sind für ihn Küchen von Beckermann. Mit den Möbeln dieses Unternehmens hat er den Küchenraum geplant, den wir hier vorstellen. Die Tatsache, dass das Küchenstudio Krampe im Rahmen des von der Verbundgruppe Der Kreis ausgeschriebenen Wettbewerbs „Küchenspezialist des Jahres“ von der Jury zum Sieger gekürt wurde, ist ein weiterer Beleg für die Kompetenz des Unternehmens.

www.kuechen-krampe.de


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PURISMUS IN PERFEKTION …

FOTO: VILLEROY&BOCH

… bildet die Keramikspüle Timeline von Villeroy & Boch überzeugend ab. Mit ihrem zeitlosen, klaren Design und der eleganten Formensprache spricht sie stilsichere Menschen an, die die Gestaltung ihrer modernen Küche auf das Wesentliche reduzieren möchten und dazu eine entsprechende Design-Spüle suchen. Dabei ist Timeline durchaus anpassungsfähig, da sie, je nachdem wie die individuelle Küchenplanung aussieht, in den Versionen 45 cm, 50 cm und 60 cm, sich der Unterschrankgröße einfügt. Ob als Einbauspüle mit erhabenem Rand auf der Arbeitsfläche oder als Version für den besonders komfortablen flächenbündigen Einbau, ihre sehr fließende

Gestaltung korrespondiert mit ihrer durchdachten Funktionalität. Alle Timeline-Spülen sind reversibel einbaubar, das großzügige Becken und die flexible Positionierung der Armatur bieten optimalen Nutzungskomfort und garantieren eine bequeme Handhabung. Auf der Hahnlochbank bleibt neben der Armatur und dem Excenter für die Bedienung des Ablaufs noch Platz für Seifenspender. Schmutzkanten sind kein Thema, und die Abtropffläche verläuft mit einer sanften Neigung zum Becken hin, sodass man eine große Abstellfläche zur Verfügung hat, von der das Wasser zügig ablaufen kann. www.villeroy-boch.de

FUNKTIONAL UND ANSEHNLICH: das vollkommen glatte, kantenlose Design der Timeline, hier in der Keramikfarbe Snow White

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GENUSS

DER POTT PICASSO CHRISTIAN NIENHAUS ÜBER KÜCHE UND KUNST

Als Künstler beschäftigt sich Christian Nienhaus mit freier Malerei und kinetischer Objektkunst. Durch eine Vielzahl von Projekten ist er mittlerweile nicht nur in Deutschland sondern auch international gefragt. Was jedoch trotz zahlreicher Reisen in aller Herren Länder geblieben ist, ist die enge Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Gelsenkirchen im Ruhrpott. Hier im Stadtteil Buer eröffnete der Künstler in 2013 ein Atelier, in dem es ihm gelang, die Disziplinen Kunst und Kochen auf eine ganz besondere und einzigartige Weise zu verschmelzen.

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GENUSS

1 DAS ATELIER von Christian Nienhaus gleicht einem Kreativ-Workshop. 2 DIE „HOT CHILI“ EDITION des Individual Konzepts von Küppersbusch: acht Geräte aus dem aktuellen Sortiment werden mit rubinroten Griffen und Leisten zum Eyecatcher im Raum.

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FOTOS: KÜPPERSBUSCH

„Ich bin der Meinung, dass es im Atelier auch eine Möglichkeit geben sollte, zu kochen. In meine Ateliers habe ich grundsätzlich eine Küche gebaut, um meine Kunden, Sammler, Kunstliebhaber und auch Freunde zu bewirten. Immerhin spricht gutes Essen alle Sinne an und wirkt dadurch inspirierend. In einer solch kulinarischen Runde entsteht eine angenehme, anregende und entspannte Atmosphäre, in der fruchtbare Kommunikation stattfindet“, schildert Christian Nienhaus die Grundidee seines Projekts. „Im Gespräch mit befreundeten Fernsehköchen, die es mittlerweile verstehen, Kunst auch auf den Teller zu bringen, kam mir dann der Gedanke, eine Verbindung zwischen meiner Arbeit und deren Kochkunst zu schaffen.“

Auf seiner Suche nach einem geeigneten Partner für dieses Projekt stieß der passionierte Künstler auch sofort auf Küppersbusch. „Das Unternehmen hat genau wie ich seine Wurzeln in Gelsenkirchen. Außerdem blickt es auf eine lange Tradition zurück und beschreitet trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb innovative Wege. Und schließlich hat sogar mein Opa schon auf einem Küppersbusch-Herd gekocht“, schildert Christian Nienhaus den Beginn dieser Liaison.

DAS ERGEBNIS KANN SICH SEHEN LASSEN Nach seinen Ideen und Vorstellungen entstand die Küche als kinematisches Kunstobjekt signiert mit Zeichnungen von der Hand des Künstlers.

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CHRISTIAN NIENHAUS ist bekannt für seine unkonventionellen Ideen. „Meine Bilder spiegeln wider, wie ich meine Umgebung erlebe.“

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Entstanden ist ein offen gestalteter Kochbereich mit di direktem Zugang zu seinem Atelier, das einem KreativWorkshop gleicht. Das Herzstück bildet dabei ein 1,70 x 4 Meter großer Herdblock von Küppersbusch, der komplett nach den Wünschen von Christian Nienhaus bestückt wurde. Für dieses besondere Projekt haben die Küppersbusch Hausgeräte GmbH und das Schwesterunternehmen Küppersbusch Großküchentechnik GmbH ihre Kräfte gebündelt. Und so kann sich auch die weitere Ausstattung sehen lassen: vom 90 cm breiten Backofen, über einen Kombidampfgarer, eine Mikrowelle, eine Einbau-Kaffeemaschine, Geschirrspüler, Weinkühler bis hin zum freistehenden Kühlschrank lässt diese Küche keine Wünsche offen. Einzigartig wird das Palmarium aber durch die Verzierungen des Künstlers, der sich selbst als „Pott-Picasso“ bezeichnet. Nienhaus ist bekannt für seine unkonventionellen Ideen. „Meine Bilder spiegeln wider, wie ich meine Umgebung erlebe.“ Dabei hält er all die Quellen seiner Inspiration in seinem Tagebuch fest. „irgendwann fange ich dann ein Bild an.“ Dazu verwendet der Künstler allerlei unterschiedliche Materialien, Farbe, Stifte, Spachtel, Zeitungen, und was ihm eben noch so in die Hände fällt. Bei seiner Atelier-Küche setzt er auf die simple Bildsprache: „In vielen

Nachtschichten habe ich die gesamte Blende mit Zeich Zeichnungen rund um den Ruhrpott versehen“, erzählt Christian Nienhaus. So entdeckt man hier nicht nur spezielle Zeichnungen auf den Schaltblenden, die eine Reise durch das Ruhrgebiet beschreiben. Der Backofen mit einer Tiefe von 1,60 m, lässt sich von beiden Seiten öffnen, um eine durchgehende Kameraführung zu ermöglichen. Aber warum Kameraführung? Normalerweis ist das Atelier ein intimer Ort, an den sich der Künstler zurückziehen und seiner Passion freien Lauf lassen kann. Nicht so bei Christian Nienhaus. Er weiß sich und seine Arbeiten zu inszenieren und öffnet daher auch für andersartige Projekte seine Tore. So stellt er dieses einzigartige Atelier auch gegen Honorar unterschiedlichsten Medien zur Verfügung, um möglichst viele Menschen zu begeistern. Neben Frank Rosin, der den ersten TV-Dreh im Atelier erleben durfte, unterstützen auch Sternekoch Nelson Müller, oder Holger Stromberg das Projekt. „Natürlich erfüllt mich diese positive Resonanz mit Stolz, auch wenn ich zugeben muss, dass ich wenig Fernsehen schaue, da ich kaum dazu komme“, lacht der sympathische Künstler. Hier wird eine Showküche präsentiert, die sich, umgeben von künstlerischem Ambiente von allen herkömmlichen Fernsehstudios abhebt und so unterschiedliche kulturelle Ebenen einzigartig und außergewöhnlich verbindet, da ist sich Christian Nienhaus ganz sicher und freut sich bereits auf die weiterführende Kooperation mit Küppersbusch, deren Ergebnisse spätestens während der 140-Jahrfeier des Gelsenkirchener Traditionsunternehmens erlebbar sein werden. www.christian-nienhaus.de www.kueppersbusch-hausgeraete.de


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Jahre Küchenarchitektur

Jahre Modern ART

Smart

Küchenmodell Modern ART LINEA Smart mit strapazierfähigen melaminbeschichtenen Oberflächen Ton in Ton. Grifflosigkeit und schwarze Designlinien prägen den besonderen Look. Für jeden Küchenraum frei planbar. Perfekte Beratung, individuelle Planung, pünktliche Lieferung und fachgerechter Einbau durch die allmilmö-Fachhändler.

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GENUSS

AUGEN ZU, MUND AUF … KÄSE-GENUSS VOM BACKENSHOLZER HOF

FOTOS: ROHMILCHKÄSEREI BACKENSHOLZ

… so lautet das Motto der nordfriesischen Rohmilchkäserei Backensholz. Dabei sind ihre Käse, ob der Deichkäse, der Husumer, der CréMeer, der Friesisch Blue oder die Olle Zicke und der Ziegenmünster, um nur einige zu nennen, durchaus ansehnlich. Aber mit geschlossenen Augen probiert, kommen ihr Duft und ihr Geschmack einfach intensiver zur Geltung.

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Nicht weit von Husum, an der B201 Richtung Schleswig liegt der Backensholzer Hof. Das malerische, 1924 erbaute Hauptgebäude ist das Zuhause der Familie Metzger-Petersen und Markenzeichen der Rohmilchkäserei Backensholz. Den einst traditionellen Land- und Milchwirtschaftsbetrieb betreiben Martina und Ernst MetzgerPetersen seit 1989 nach Bioland-Richtlinien und 1991 gründeten sie hier ihre eigene Rohmilchkäserei. Seitdem dreht sich in dem Familienunternehmen Tag ein, Tag aus und Jahr für Jahr alles um die aus ausgesuchten Rinderrassen selbst gezüchtete, inzwischen 330 Kühe zählende Herde, um deren Wohlergehen, um deren Futter, das auf den 500 ha der umgebenden Ländereien selbst erzeugt wird, und um ihre wertvolle Milch.

Zweimal am Tag wird gemolken. Die Rohmilch wird sortenrein, das heißt nach Abend- und Morgengemelk getrennt, verarbeitet. 7000 bis 8000 Liter Milch kommen da am Tag in Backensholz zusammen. Unter besonders hygienischen Bedingungen wird die warme Rohmilch im Käsekessel unter Aufsicht des Käsemeisters mit Milchsäurebakterien und Lab versetzt, von Käseharfen gerührt, bis sie dick wird und der Käsebruch entsteht. Dessen Größe, zwischen walnuss- und reiskorngroß bestimmt die Käsesorte, ob Weich- oder Lagerkäse. Wenn man mit Martina Metzger-Petersen spricht, spürt man die Faszination, die dieser Prozess nach all den Jahren immer noch für sie hat. Es wird deutlich, dass Rohmilchkäse in einem handwerklichen Prozess erzeugt wird, der viel Er-


Käsesorten Der HUSUMER ist ein halbfester, fein säuerlicher, rotgeschmierter Käse, der mit zunehmender Reife auch „Rotschmier-Freunde“ begeistern kann. Beim DEICHKÄSE handelt es sich um eine klassische Bergkäse-Rezeptur. Jung ist er aromatisch-nussig mit feiner Tiefe, im Alter entwickelt er süße Aromen, wird nussiger, komplexer und lässt Salzkristalle auf der Zunge schmelzen. Erweitert wird das Sortiment durch feine Weichkäse wie den CRÉMEER, FABRO und FRIESENTALER. Sie schmecken von fein säuerlich bis zu satt cremig. FRIESISCH BLUE ist ein Blauschimmelkäse mit rotgeschmierter Rinde. Hier herrschen edle Roquefort-Geschmäcker gepaart mit unserer nordfriesischen Rohmilch vor und machen ihn so zu einem tollen Geschmackserlebnis. Der ZIEGENMÜNSTER ist ein kleiner rotgeschmierter Weichkäse mit leicht schmelzender Textur – ist als junger Laib noch verhältnismäßig mild und wird mit steigendem Alter zunehmend kräftiger. Die KLEINE ZIEGE und OLLE ZICKE sind Ziegenschnittkäse. Der LAKEKÄSE CAPROS und der kleine Weichkäse ZICKLEIN sind saisonbedingt nicht immer auf Lager. Eine Übersicht aller Produkte finden Sie im Online-Shop: www.shop-backensholz.de

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MARTINA UND ERNST METZGER-PETERSEN, die Gründer der Rohmilchkäserei Backensholz

fahrung, Sorgfalt, Gespür für den richtigen Moment oment des Eingreifens, Geduld, und Zuwendung erfordert. Das Aroma der Rohmilchkäse ohmilchkäse wird zwar durch die saisonale Fütterung, die im Sommerhalbjahr ommerhalbjahr von den umliegenden Weiden, im Winterhalbjahr interhalbjahr aus gewissenhaft selbst erzeugter Silage kommt, geprägt. An Duft und Aroma gewinnen die Käse, weil sie in Backensholz die Gelegenheit haben, in ihrer natürlichen Rinde zu atmen und zu reifen. Daneben wirken sich auch die Größe der Käselaibe und natürlich die Dauer der Reifung auf die Konsistenz und den Geschmack aus. Nicht zu vergessen die fein abgestimmte Behandlung der Rinde mit Weinen, Öl und natürlichen Käsekulturen. Die naturbelassene Rinde der Backensholzer Käse gehört geschmacklich zum jeweiligen Käsetyp und kann selbstverständlich mitgegessen werden. Je nach Saison hat Backensholz bis zu 15 verschiedene Käse im Angebot, echte Unikate, von cremig bis schnittfest, von mild bis kräftig. Und wo kann man diese leckeren Käse kaufen? Wer nicht direkt vor Ort im Hofladen ein-

kaufen kann, wo mittlerweile zudem Fleisch aus eigener Aufzucht zu haben ist, der wird im Online-Shop fündig sowie bei ausgewählten Handelspartnern und Gastronomen. Die sehr informative Internetseite hilft hier weiter. Das erklärte Bestreben von Martina Metzger-Petersen ist es, das Familienunternehmen zukunftsorientiert auszurichten und die hofeigene Kreislaufwirtschaft immer weiter zu vervollkommnen. Dazu gehört für sie auch die Information ihrer Kunden darüber, wo ihre Produkte herkommen, wie sie erzeugt werden und wie es den Tieren geht, die mit ihrer Leistung unseren Genuss erst ermöglichen. Und dass ein so sorgfältig und für Mensch und Tier verantwortungsvoll erzeugtes Lebensmittel das Vertrauen des Genießers verdient und seinen Preis wert ist, versteht sich von selbst. www.backensholz.de ARCHITEKTUR + KÜCHE | 89


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ELIXIER DER SINNE DOKTORENHOF – ODER: VOM VIELSEITIGEN ZAUBER DES ESSIGS Venningen in der Pfalz, zwischen Weingärten, Mandel-, Nuss-, Zitronen-, Esskastanien- und Feigenbäumen, Mais- und üppigen Kräuterfeldern findet man die Manufaktur von Georg Wiedemann, dem „Essigdoktor“. Durch einen steinernen Torbogen gelangt man in den malerischen, fast verwunschen wirkenden Innenhof des restaurierten Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert. Hier entstehen sie also, die köstlichen Essigsorten mit ihren reichen Aromen ausgesuchten Obstes und erlesener Kräuter, deren Liebhaber bis in den Palast eines arabischen Sultans reichen.

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Bereits beim Betreten etreten des Fachwerkgebäudes umhüllt uns ein feiner, aromatischer Essigduft. Der Raum, aum, in dem Georg Wiedemann seine Kreationen reationen präsentiert, ist ntiquitäten bilden warm und gemütlich. Fachwerk und Antiquitäten nszenierung der in edle Flaschen die Kulisse für die Inszenierung alome“ desabgefüllten Essigkreationen. Da gibt es „Salome“ attel bildet, die „Zauberblütenessenzia“, sen Basis die Dattel alvenblüten in der die Aromen von Weideröschen, Malvenblüten ouquet geneund Ringelblumenblüten ein einzigartiges Bouquet ssenz aus weißem rieren, den Vanilla-Essig oder die Essenz nd das sind nur Burgunder und Orangenblütenhonig. Und ssigrezepeinige, der insgesamt über 40 patentierten Essigrezepoktorenhofs, die sich übrigens auch als Ingreturen des Doktorenhofs, dient in Pralinen oder Brot wiederfinden. „Bei uns bekommen Sie auch hausgemachten Senf, eorg Chutneys oder auch Essig-Pralinen“, betont Georg lick an den wohlgeWiedemann und als unser Blick elbst formten Flaschen hängenbleibt ergänzt er: „Selbst entworfen und mundgeblasen.“

„WIE SIND SIE ZUM ESSIG GEKOMMEN?“, OMMEN?“, WOLLEN WIR WISSEN „Unsere nsere Familie ist seit dem 16. Jahrhundert hier im Dorf ansässig. Alle Vorfahren waren Bauern und Winzer. Nach der schweren Erkrankung meiner Eltern, ltern, machte ich mich mit 17 Jahren selbständig. Mein Vater ater musste mir dazu damals noch eine Vollmacht ollmacht ausstellen“, beschreibt Georg Wiedemann iedemann das abenteuerliche Unterfangen. „Dann der Gang zur Bank. Obwohl bwohl ich damals keine Sicherheiten vorweisen konnte, bewilligte man mir einen Kredit. Ich musste das hier kaufen“, er weist auf das Anwesen. „Der Name Doktorenhof führt zurück in das 16. Jahrhundert Damals waren Gebäude und Umland im Besitz des Freiherrn Florence von Venningen, einem Universitätsprofessor und Medicus. Auch er hatte sich mit der heilenden Wirkung von Essig auseinandergesetzt und seine Erkenntnisse im Jahre 1516 in einem Buch niedergeschrieben.“ Ein Facsimile, das sich auch in der reichhaltigen Sammlung alter Schriften und Bü-

STILSICHER UND STIMMUNGSVOLL inszeniert Georg Wiedemann seine Essigvariationen.

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2 cher wiederfindet, die der „Essigdoktor“ im Laufe der Zeit zusammengetragen und studiert hat. Das alte, efeuüberwachsene Fachwerkhaus hat Georg Wiedemann im übrigen mit seiner eigenen Hände Arbeit restauriert und zwar stets unter Wiederverwendung der im 17. Jahrhundert üblichen Materialien wie Lehm und Stroh. Ein Hobby, das er bis heute fortsetzt: „Ich kaufe noch immer gerne alte Gemäuer auf, um sie wieder auferstehen zu lassen.“ Regionalität und Tradition haben für den „Artiste de vinaigre“ in jeder Form eine große Bedeutung. Aus diesem Grund entschied er sich vor 35 Jahren auch endgültig dafür, sich wie seine Vorfahren im 17. Jahrhundert auf die Kreation von Essig zu konzentrieren, statt wie zuvor auf reinen Weinbau zu setzen. Der Erfolg gibt ihm recht.

AUS DER HERSTELLUNG VON ESSIG ENTSTAND EINE VISION, … … die unmittelbar daran geknüpft ist, Menschen in den Bann dieser facettenreiche Essenz zu führen: „Bereits vor mehr als 6000 Jahren fermentierten die Babylonier die Früchte der Dattelpalme, aus denen sie Wein und einen Essig herstellten, der erfolgreich zur Heilung zahlreicher Krankheiten eingesetzt wurde“, gibt uns Georg Wiedemann einen Einblick in die Historie. „Auch Hippokrates, so heißt es in Überlieferungen, soll verschiedene Essigarzneien verwendet haben. Im Mittelalter berichten Hildegard von Bingen, Nostrodamus oder, wie bereits erwähnt, Florence von Venningen über die Wirkung der im Essig extrahierten Heilpflanzen. Doch es ist nicht nur die desinfizierende Eigenschaft, die Essig für uns bekömmlich und heilsam macht. Guter Essig enthält zahlreiche wichtige Inhaltsstoffe wie Mineralien, Ballaststoffe, Fruchtsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Vita-

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3 mine. Nicht nur das Trinken, sondern auch die Aufnahme über die Atemwege feit vor diversen Infektionen. Wir, die in der Essigmanufaktur den ganzen Tag von Essigdunst umgeben sind, sind vergleichsweise gut geschützt“, berichtet der Hausherr. „Viele Stoffwechselprozesse im Körper des Menschen benötigen Essigsäure, die sogar vom Körper selbst produziert wird. Diese Essigsäure wird in jeder Zelle des menschlichen Körpers zur Energiegewinnung benötigt. Nur eine Zelle, die ausreichend Energie produzieren kann, ist stabil genug, um Umwelteinflüssen standzuhalten“, betont Georg Wiedemann. „Gemeinsam mit Lebensmittelchemiker Dr. Thomas Schäfer habe ich spezielle Weinessigzubereitungen mit phytoaktiven, vitalisierenden Substanzen entwickelt. Darin enthalten sind Pflanzenstoffe, die in Verbindung mit den Essigen von Georg Wiedemann eine heilsame, unterstützende Wirkung auf verschiedene Körperfunktionen ausüben“, erläutert unser Manufacturier stolz. „Eigene Arzneien auf Essigbasis gab es auch schon vor Jahrhunderten. Im lateinischen Sprachgebrauch findet man sie unter Aceta medicata genannt, und im Volksmund wurden diese Essenzen als Arzneiessig bezeichnet“, klärt er uns auf.

ESSIG HAT VIELE GESICHTER Mit jeder Erläuterung wächst unsere Neugier, mehr über diese facettenreiche Essenz zu erfahren. Wir nehmen seine Einladung gerne an, ihn auf eine Reise durch die Essigmanufaktur zu begleiten. Kurz bevor uns der Hausherr die Tür ins Herz der Manufaktur öffnet, erhalten wir braune Kutten, wie sie von Pestilenzärzten des Mittelalters getragen wurden. So ummantelt beginnt unser Abstieg in den legendären Essigkeller. Im Hintergrund der leise Gesang gregorianischer


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1–3 ESSIG-VARIATIONEN: Weißer Burgunder mit Orangenblütenhonig, Respiratio – zum inhalieren, Paradisius – Elixier mit Granatapfel. 4 „GUTER ESSIG enthält zahlreiche wichtige Inhaltsstoffe wie Mineralien, Ballaststoffe, Fruchtsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine. Nicht nur das Trinken, sondern auch die Aufnahme über die Atemwege feit vor diversen Infektionen“, betont Georg Wiedemann.

4 Chöre. Kerzen säumen den Weg vorbei an zahlreichen Eichenfässern, in denen nur allerbeste Rebsorten gären und zu Essig heranreifen. „Jedem Fass geben wir, nach Hildegard von Bingen, Heilsteine bei“, betont Georg Wiedemann und führt zum nächsten Keller, entlang einer Reihe von Barriquefässern, in denen der Essig sein charakteristisches Bouquet und seine einzigartige Farbe erhält. „Im Durchschnitt lagert die kostbare Essenz zehn Jahre und länger, bevor sie dann, angereichert mit Gewürzen, Kräutern oder Früchten, ihren jeweils individuellen Geschmack erhält.“ Andächtig folgen wir dem Essigdoktor und inhalieren dabei die wohltuenden Düfte und Dämpfe, die bei der Vergärung freigesetzt werden. Dann ein Vorraum mit einer nahezu sakraler Anmutung: auf einer Art antikem Altar dargeboten eine Essigflasche mit einer braunen Flüssigkeit. „Und das“, betont Georg Wiedemann, „das ist unsere Essigmutter. Unter diesem Namen verbergen sich aktive Essigsäurebakterien, die bei der Essigherstellung als „Impfstoff“ dienen. Essig, der wie bei uns noch nach traditionellen Methoden hergestellt wird, entsteht durch Zusatz dieser Essigmutter, die seit 150 Jahren im Besitz unserer Familie ist und fast eine geheime Zutat ist.“ Nur ein paar Schritte weiter und wir befinden uns im Kräutersaal, in der Mitte ein steinerner Brunnentrog, gefüllt mit Rosenblütenblättern, Thymian, Salbei und viele Aromaboten mehr in Leinensäcken auf Regalen. Georg Wiedemann baut die meisten seiner Kräuter oder auch Früchte, die er zur Herstellung und Veredelung seiner Essigvariationen benötigt, selbst an. An den Ländereien mit ihrem Wein-, Obst-, Gemüse- und Kräuteranbau hält der überzeugte Naturliebhaber auch weiterhin fest. Besonders stolz ist er auf seinen Safran: Safran wird von Georg Wiedemann zur Veredelung verschiedener Essi-

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KÜCHEN INTERNATIONAL

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1+2 FÜR EIN KILOGRAMM SAFRAN müssen aus zwischen 150000 und 200000 von Hand geernteten Blütenkelchen die Fäden gezogen werden. Safran-Essig empfiehlt der Kenner für Bouillabaisse, Paella, Fischsaucen und Risottos, Ragout, Meeresfrüchten wie auch zu Desserts und feinen Kuchen.

ge verwendet. Die sehr empfindliche Pflanze ist mit ihren sechs lila Blütenblättern, drei gelben Staubblättern und drei bis fünf roten Safranfäden ein richtiges Kunstwerk. „Um ein Kilogramm Safran zu erhalten, müssen zwischen 150.000 und 200.000 Blüten per Hand geerntet und die Fäden von Hand aus dem Blütenkelch entfernt werden. Die größten Anbaugebiete liegen eigentlich in Iran oder in Pakistan“, erläutert uns der Alchimist und schwärmt von der Intensität seiner gerade erhaltenen Lieferung. Dabei vergisst er jedoch nicht darauf hinzuweisen, dass er das edle Gewächs auch in Venningen anbaut. „Mit meinem Safrananbau habe ich nur eine alte, fast vergessene Tradition aus der Zeit von Ludwig I wieder aufleben lassen. Der König von Bayern hatte zu seiner Zeit verfügt, den Safran in der Pfalz anzusiedeln.“

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WO SICH ALLE SINNE TREFFEN Nun wird es Zeit für eine Essigprobe, wozu uns Georg Wiedemann in den Anbau des Fachwerkhauses bittet. Vorbei an seiner reichhaltigen Bibliothek gelangen wir in die „gute Stube“ des Doktorenhofs. Der fensterlose Raum mit seinen geschwärzten Balken ist anheimelnd beleuchtet. Unser Blick fällt auf die kräftigen warmen Farben der modernen Gemälde, die, gefasst in antike, große Rahmen, die Atmosphäre des Raums mit bestimmen. „Ich male auch“, verrät uns der „Créateur de vinaigre“ so ganz nebenbei. Die Basis dafür bilden Pigmente, Öl und Essig und die schier unbegrenzte Kreativität des, man höre und staune, gelernten Kaufmanns. Wir nehmen Platz auf einem der in einem Halbkreis aufgestellten, gepolsterten Stühle, denen ein größerer Lehnstuhl gegenübersteht. „Veranstalten Sie hier


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auch Lesungen?“, fragen wir. Und schon überreicht uns der Hausherr sein ganz persönliches Märchenbuch. Der Titel, wie könnte es anders sein: „Zeit für saure Sinnlichkeit – Essig-Märchen und Rezepte aus dem Doktorenhof“, ein Buch, geschrieben von Georg Wiedemann, konzeptioniert und gestaltet von seiner Tochter Cathrin, das seine Leser in eine Welt der Märchen und der kulinarischen Genüsse führt. Kochen kann der Verzauberer der Sinne nämlich auch und hat sich als gebürtiger Pfälzer der Spitzengastronomie verschrieben. Als Mitbegründer der „Kurpfälzer Landpartie“ setzt er sich mit den Sterneköchen der Region für den Erhalt traditioneller Pfälzer Gerichte ein. Hier kommen natürlich auch die edlen Essigaromen des Doktorenhofs zum Einsatz. Während wir Kreationen wie „Engel küssen die Nacht“, eine Melange aus sechs Jahre gereiftem Weinessig, wilden Kirschen, Aprikosen, Feigen und Vanille, den pikanten Feigenessig mit seiner süß-sauren Finesse, oder auch die „Träne der Kleopadra“, der die Tradition der Essigbereitung mit der Mystik edler Kräuter verkörpert, kosten, erläutert uns der Essigdoktor die Beschaffenheit des von ihm kreierten Degustationsglases. Ein Fingerhut voll der aromatischen Essigessenzen genügt, um sich mit allen Sinnen der edlen Essenz zu widmen. Der kleine Kegel im Glas lässt den Inhalt nicht nur mehr erscheinen, sondern trägt vor allem dazu bei, den Essig, sein unnachahmliches Aroma von Sherrytönen, milden Düften und bedächtigen Noten der alten Eichenfässer zu erschließen. Selbst der lange Stiel des Glases hat seine Bewandtnis: Mit der um die eigene Achse im Halbkreis gedrehten Schlaufe hilft er, den Essig langsam und bedächtig auf die Zungenspitze gleiten zu lassen. Das können wir nur bestätigen. Essig, davon sind wir von jetzt an überzeugt, ist weit mehr als nur eine saure Zutat für Salate oder verschiedene Speisen. Er ist wohltuend und wirkt auf vielen Anwendungsgebieten heilend. Für Liebhaber guter Küche und edler Tropfen sind die Essenzen als Aperitif oder Digestif unverzichtbar. www.doktorenhof.de

Doktorenhof GEORG WIEDEMANN UND SEIN TEAM vom Essigweingut Doktorenhof in Venningen in der Pfalz laden gerne zu Kellerführungen ein und bieten die verschiedensten Essigkreationen zur Degustation an. Die stimmungsvolle Führung, umhüllt von braunen Kutten, durch den kerzenbeleuchteten Essigkeller, in dem die Essige in hundertjährigen Fässern gären und reifen, und die Kräuterkammer sollte man sich nicht entgehen lassen. Mystisches, Geschichten, Anekdoten, Wissenswertes über Herstellung, Wirkweise sowie Kulinarisches rund um den Essig werden eindrücklich vermittelt.

FAMILIE – die Tradition der Essigveredelung wird weitergetragen.


Die Kurpfälzer Landpartie Zehn Köche, ein Konditor und der Venninger Essigdoktor Georg-Heinrich Wiedemann haben sich zur Kurpfälzer Landpartie zusammengefunden. Dieser freundschaftliche Zusammenschluss aus Leidenschaft für die traditionelle Pfälzer Küche findet in raffinierten Rezepturen ihren Ausdruck, die in den Restaurantküchen der „Convivatoren“ entstehen. Dazu gehören: Doktorenhof (Venningen), Cafe Confiserie Sixt (Neustadt), Waldhaus Wilhelm (Maikammer), Gasthof Hotel „Zum Ochsen“ (Hauenstein), Beat Lutz (Landau), Schönmehl‘s Schützenhaus (Oftersheim), Freinsheimer Hof (Freinsheim), Landgasthof Sonnenhof (Siebeldingen), Restaurant Admiral (Weisenheim a.B.), Restaurant Isenhof (Knittelsheim), Gasthof zum Lamm (Neupotz). Stellvertretend geben wir hier ein Rezept von Manfred Kreger, Gasthof zum Lamm in Neupotz weiter …

FOTOS: GEORG WIEDEMANN, WEINESSIGGUT DOKTORENHOF

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ZUTATEN (für 4 Personen) 300 g Blutwurst 3 Schalotten 1 El Majoran 2 Eigelb, 1 Ei, Butter 2 El Spätburgunder-Essig 500 g Kartoffeln 3 El Mehl 2 Stangen Lauch ¼ l Sahne Fleischbrühe, Salz, Muskat 1 El Senf

KURPFÄLZER LANDPARTIE

REZEPT: GASTHOF ZUM LAMM IN NEUPOTZ, WWW.GASTHOF-LAMM-NEUPOTZ.DE

Pfälzer Mozartkugeln ZUBEREITUNG Schalotten würfeln, in 40 g Butter anschwitzen, die Blutwurst fein würfeln und mit anbraten. Mit Majoran würzen und vom Herd nehmen. Essig, 20 g Butter und das Eigelb untermengen. Auskühlen lassen. Wenn die Masse beginnt fest zu werden, ca. 18 kleine Kugeln formen. Gekochte Kartoffeln durchpassieren, mit Mehl, Ei, Salz und Muskat zu einem glatten Knödelteig verarbeiten. Die Blutwurstkugeln in den Kartoffelteig einrollen und in Salzwasser ca. 20 Minuten gar ziehen lassen. Lauch putzen und waschen. Die hellgrünen und weißen Stücke vom Lauch in Streifen schneiden, in Salzwasser blanchieren, kalt abschrecken lassen und in 1 El Butter erwärmen. Sahne und Fleischbrühe aufkochen, den Senf einrühren und mit eiskalten Butterwürfelchen sämig abbinden. Auf dem Teller ein Bett vom Lauch anrichten, mit den Mozartkugeln belegen und mit der Sauce nappieren. Mit frischen Kräutern garnieren.


HERSTELLERVERZEICHNIS

Architektur

Möbel

Gerätetechnik

Genuss

Behr international GmbH & Co. KG (menos-Kommode) www.behr-international.de

AEG Electrolux Hausgeräte GmbH Markenvertrieb AEG www.aeg.de S. 16–18, 22/23

Kräuter Klaus Schlosser

S. 54–57

Rohmilchkäserei Backensholz GmbH & Co. KG www.backensholz.de

S. 88/89

Weinessiggut Doktorenhof Wiedemann GmbH www.doktorenhof.de

S. 90–95

bessai.klapper.architekten gbr www.bk-a.de

S. 60–63

Dick Clark+Associates www.dcarch.com

S. 10–14

Diiip Architektur www.diiip.net

Betonfertigteile Spürgin GmbH & Co. KG www.spuergin.com S. 40

Amica International GmbH www.amica-international.de

S. 42–45

Brühl & Sippold GmbH www.bruehl.com

Bauknecht Hausgeräte GmbH www.bauknecht.de

Haas Fertigbau GmbH www.haas-fertighaus.de

S. 7–9, 50–53

Prof. Werner Sobek www.wernersobek.de www.aktivhaus-b10.de

S. 4–6

Küchenmöbelhersteller Ballerina-Küchen H.-E. Ellersiek GmbH www.ballerina.de Beeck Küchen GmbH www.beeck-kuechen.de Leicht Küchen AG www.leicht.com/de Naber GmbH www.naber.de

S. 64/65 S. 48 S. 10–14, 38 S. 30/31

S. 35

S. 36

Cor Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG www.cor.de

S. 36, 48

Desalto spa www.desalto.it

S. 35

Interlübke Lübke GmbH & Co. KG www.interluebke.de

S. 34

Robert Bosch Hausgeräte GmbH www.bosch-home.com/de

S. 20

Haier Deutschland GmbH www.haier.com/de

Ingo Maurer GmbH www.ingo-maurer.com

S. 34

S. 20

Tobias Grau GmbH www.tobias-grau.com

S. 70

Tom Dixon www.tomdixon.net

S. 70

Leuchten

Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen GmbH www.liebherr.com S. 21

Designer

Laura Meroni www.laurameroni.com

S. 70

Melitta Europa GmbH & Co. KG www.melitta.de

Kilian Schindler www.kilianschindler.com

Molteni & C www.molteni.it

S. 37

Miele & Cie. www.miele.de

S. 38, 40/41

Rational Einbauküchen GmbH www.rational.de

S. 69

String Furniture AB www.string.se Team7 Natürlich Wohnen GmbH www.team7.at

S. 48

S. 24

Koinor Polstermöbel GmbH & Co. KG www.koinor.com S. 46, 47, 48

Oggi www.oggi-beton.de

Störmer Küchen GmbH & Co. KG www.stoermer-kuechen.de

Berbel Ablufttechnik GmbH www.berbel.de

S. 39, 40

Jung und Grau www.jungundgrau.de

S. 28

S. 72–74

S. 22, 25

Küppersbusch Hausgeräte GmbH www.kueppersbusch-hausgeraete.de S. 71, 84–86

Poggenpohl Möbelwerke GmbH www.poggenpohl.com

Schüller Möbelwerk KG www.schueller.de

S. 25

Walter Knoll AG & Co. KG www.walterknoll.de

S. 25 S. 24, 28/29

Christian Nienhaus www.christian-nienhaus.de

Oranier Küchentechnik GmbH www.oranier.com

S. 25

Sonnenschutz

S. 69

Samsung Electronics GmbH www.samsung.com/de/

S. 21

Hunter Douglas Components www.duette.de

S. 47

Siemens-Electrogeräte GmbH www.siemens-home.de

S. 21

Spülen/Armaturen

S. 37, 47

V-Zug AG www.vzug.ch

S. 26/27

Blanco GmbH + Co KG www.blanco-germany.com/de

S. 30 S. 84–86

S. 49

S. 75

Zeiler Möbelwerk GmbH & Co. KG www.allmilmoe.de S. 76/77

Küchen-/Einrichtungsstudios

WMF AG www.wmf.de

S. 28

Dornbracht Deutschland GmbH & Co. KG www.dornbracht.com S. 70

Zeyko GmbH & Co. KG www.zeyko.com

Atrium Möbel+Design Einrichtungshaus GmbH www.atrium-moebel.de S. 32–37

Universal Home www.universalhome.de

S. 28

Franke GmbH Küchentechnik www.franke.de

Möbeltechnik

Küchenstudio Krampe GmbH www.kuechen-krampe.de

Gira Giersiepen GmbH & Co. KG www.gira.de

S. 28

Systemceram GmbH & Co. KG www.systemceram.de

S. 15

Hettich Marketing- u. Vertriebs GmbH & Co. KG www.hettich.com S. 64/65

Das Küchenhaus Friedhelm Mutschler GmbH www.dk-das-kuechenhaus-nw.de S. 55

Schott AG www.schott.com

S. 28

Villeroy & Boch AG www.villeroy-boch.de

S. 83

S. 40, 66/67

S. 80–82

S. 78/79

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Funktion. Eleganz. Harmonie.

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