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Die Zeitung der Roten Fabrik Nr. 257– Dezember 2009

Nachdenken über Wirtschaft Diese Ausgabe der Fabrikzeitung widmen wir dem Thema Wirtschaft. Über ein Jahr ist vergangen seit dem denkwürdigen Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008. Misstrauen über die Solidität von Geschäftspartnern breitete sich in der Finanzwelt aus. Man geschäftete nicht mehr. Die Börsenkapitalisierung aller Aktienmärkte weltweit ging von ihrem Höchststand mit 62 Billionen US$ im Oktober 2007 auf noch25 Billionen US$ im März dieses Jahres zurück, errechnete die «Finanz & Wirtschaft». Geld, der Treibstoff allen Wirtschaftens, die Grundlage für Investitionen und damit auch Arbeitsplätze, wurde knapp. So knapp, dass sich viele Nationalstaaten entschlossen, in ungeheurem Masse neues Geld in die Wirtschaft hineinzupumpen um zu verhindern, dass das Unglaubliche passiert: Ein Zusammenbruch des marktwirtschaftlichen Systems. Das sei wirklich knapp gewesen, raunt man in Bankerkreisen; eine Sache von Tagen oder Stunden, las man im deutschen Wochenmagazin «Der Spiegel». Zumindest die Angst vor dem Kollaps war real. Der moderne, vom Goldstandard befreite Kapitalismus sei eine «glaubensbasierte Wirtschaftsform», formulierte der englische Schriftsteller Julian Gough in einem Essay im britischen «Prospect»– Magazin. Zu Recht. Der Wert auch des Papierscheines in unseren Händen steht und fällt mit dem Aggregat unserer Wertschätzung desselben. Genau weil unsere Einschätzungen sich ändern, unser Wissen Grenzen hat, werden Marktwirtschaften immer wieder Krisen erfahren. Marktwirtschaft heisst, mit Unsicherheit zu bezahlen für die Möglichkeit Träume zu realisieren. Marktwirtschaft beruht auf Illusionen Einzelner über die Zukunft.

Marktwirtschaft ist Traumwirtschaft im doppelten Sinne. Zurzeit hofft man wieder. Die weltweite Marktkapitalisierung stieg bis Oktober wieder auf 42 Billionen Dollar. Die Wirtschaftsleistung vieler Staaten zieht wieder an. Wenn die Zentralbanken nun die Geldmengen nicht sauber kontrollieren, werden wir bald in die nächste Krise namens Inflation stolpern, so fürchten bereits manche. Es ist schwer ein Fazit aus dieser Krise zu ziehen. Ein Beispiel: Einerseits hat der Staat an Einfluss gewonnen, er kontrolliert nun ganze Wirtschaftszweige stärker. Andere sehen den Einfluss der Wirtschaft zunehmen, da der Staat das Personal, das er zur Kontrolle einsetzt wie im Falle der schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma, teils direkt aus Wirtschaftsunternehmen abgeworben hat. Der Wilderer sei auch ein guter Wildhüter, argumentierte der Finma-Chef. Die Resultate der Krise sind auch in anderen Bereichen, wie der viel kritisierten Rating Branche, welche die Kreditwürdigkeit von Unternehmen beurteilt, uneindeutig. Klar falsch ist allerdings, dass «die Wirtschaftstheorie» die ewige Krisenanfälligkeit nie verstanden hätte. Und dass dies an dem schon immer falschen Menschenbild der ökonomischen Theorie liege. Professor Michael S. Aßländer aus Kassel kritisiert scharf die Fehlinterpretation der Schriften von Adam Smith, dem Begründer der modernen Wirtschaftstheorie (Seite 4). Lukas Rühli von der Avenir Suisse (Seite 3) analysiert die Grenzen des aktuellen Über-Hypes um John Maynard Keynes, dessen Lebensaufgabe die Rettung des Kapitalismus vor der Krise war und dessen Ansätze die aktuelle Wirtschaftspolitik von den USA bis in die Schweiz bestimmen. Keynes sah staatliche Wirtschaftsförderung als

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Mittel, um die riesige Arbeitslosigkeit der dreissiger Jahre zu bekämpfen. Ausserdem belauschten wir ein Gespräch zweier arbeitsloser Studienabgänger aus Zürich (Seite 6) um zu erfahren, wie sich das anfühlt, zuwenig Arbeit. Und wir skypten mit einem Londoner Investmentbanker, der zuviel Arbeit hat (Seite 7). Auch auf die aktuellen Studentenproteste in Zürich gehen wir ein. Philosophiestudent Marco Toscano sieht die hierzulande wie auch international flackerenden Proteste im Kontext einer Debatte um Eigentumsrechte an Wissen (Seite 8). Und damit direkt als ökonomisch interpretierbares Phänomen. Sozusagen als Resultat der Krise. Von Hannes Grassegger


Die Zeitung der Roten Fabrik Dezember 2009

Die Zeitung der Roten Fabrik Dezember 2009

Hoch in der Krise. Die Antizyklische Theorie Nachdenken über Wirtschaft

Er ist der wichtigste Ökonom des 20. Jahrhun- nomen nicht erklären – im Gegensatz zu spirits, sprich irrationale Preiserwartungen, derts. Doch wer im Wirtschaftsboom John Keynes. Er bereicherte die ökonomische sowie die fehlende systematische, sprich: Maynard Keynes zitierte, war out. Wer nun in Theorie um das Konzept Unsicherheit und mathematische, Herleitung des menschlider aktuellen Weltwirtschaftskrise Keynes rückte vom Menschenbild des rational chen Verhaltens. Krisenbekämpfungkonzepte anwendet, ist in. und vorausschauend handelnden homo Dabei ist Keynes Relevanz weder höher noch oeconomicus ab. Keynes Akteure werden Keynes fragwürdiges Hoch tiefer als itatinis vor der Krise. Eineanihiliquunt Erklärung. von ihremsitecae. Bauchgefühl – den Evelicil et parcips omnimos Nem cus qui animal odis spiritsqui culparum que ratem faccuptum – getrieben. Ihr Konsum undprenimpore damit ihre nullam All dies mit der aktuellen et eum harum aces nus, optatibus et pro dolore prate omniscius porest aciaänderte quae resich essitam, que omnihil «Der Kapitalismus basiertlaboria auf dersperumet merkwür- vel Nachfrage hängt vom aktuell verfügbaren lendandae Weltwirtschaftskrise, dierferate einigesciaero Parallelen oditatium quas comnim imintis dolupti ssitate mperspic latium quaerfe digen Überzeugung, Einkommen ab und wie von veni zurre«Great dreissiger ute il ipsam sus, tem dass ipid widerwärtige magnatint tescillabo. Ficipid mosnicht demetwa, exerunt necto Depression» occus, quam,der culpa audam,Jahre Menschen ausea widerwärtigen den Klassikern aufweist. Als das der Krise erkannt venimus non quatis accus siMotiven optas fugitiisquod ent.propagiert, vom gesamten quia dest reperro et Ausmass facepel itiumenihil irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen Anima Lebenseinkommen, das sie in der wurde, senktenautatur Staatensimilles die Zinssätze prakrest ex et quasper chitatem experum vendipsum quam re dit, amalten, mos nim veliaest sin none werden.» So schrieb Keynes utem klassischen mit ErwartungssiNull und überboten sich mit quiassundam reressiJohn odia Maynard velent, corepe quossus,Theoriewelt odi blaborrore vellabor re tisch vitiorrauf uptat. 1936, sieben Jahre nach der Grossen cherheit accaborerum, schon im Vorhinein kennen. riesigen Konjunkturprogrammen. cus andanim olupta namBeginn eum fugitios ut sinctotat conseque quamPreis- Otatur accus am, erehendit moluptatiDie Depression von 1929 in seiner «General und Lohnerwartungen passen sich bei Talsohle scheint nun früher erreichtaut als la volores modis si demque voluptatur, explic tem erisciuscia doluptatia quatis corestio. Bere, volorendae la vollabor Theory Employment, Interest and Mo- idKeynes nur zögerlich der est, Realität an. Die erwartet, schon manches consed of quiataest maximus doluptatiam minctis soles et harum omnihil is laboribea num antüberrascht et rerchicaerum quoLand ney». Keynes führte deneatur, Staatcullabo als Akteur in maximolessi Nachfrage kann somit auch bei völlig flexib-eatur, mit nach oben korrigierten que laborum etur rem ad quae dolorum quissint as dolor modigna tionseKonjunkturintecepe der Wirtschaftstheorie undoptasim erschütterte aut lenvolupta Preisen eperitas und Löhnen dauerhaft Keynes wieder repratiis aspis arum auteinlam, re quis explisquizu geringnisprognosen. nati odi blabo. SedTheorie quiaes scheint et as ditior damit diequi Welt derNem sogenannten sein,quae um sequam die Produktionskapazitäten zu funktionieren. Diese plötzlichesitRehabiliporitem tem. accum etKlassischen et sam quo conseque pa der adicit, sus velibusandae voloremos Ökonomie nachhaltig. Wirtschaftsakteure auszuschöpfen. mit ebenso viel Vorbehalt hitatiatur? Issi re nus. Dabei wollte er dolorestinis idel ipsam ad que cusamErhöhte,in tation re nihitistharuptae verspero expliquidezu eigentlich den Kapitalismus Retten apediae unfreiwillige Arbeitslosigkeit ist die Folge. es betrachten wie die voreilige Abschreibung Ugia que pe sam dolorro bearetten. is volum cone sam, ute solor atquat apid dolo blaccae omnisti amendip iciunt vor der ewigen Krisenanfälligkeit und der ut facculpa quaepra ad eost, sendera cum volore seiner in que den nusam siebziger Jahren. de apidem arum alit destrum culpa prae reThesen dolorerit facerfe damit Und hier kommt beisimporiant Keynes deroptio. StaatUt ins rnatis et autemol uptaqui dolum a quae repudaeinhergehenden voles modignis Gefahr, es int. dass das experfe repuda pedis Experiment irgendwann Spiel: Über schuldenfinanzierte SteuersenErstens ist es fragwürdig, zusätzliche Pudi omni teMarktwirtschaft et assequunt litaspe latem voluptur? Quidunto modigent, sunt. vent faciatemquo vendae conobnatescium einfach beendet wird. kungen oder diciisquam staatliche InvestitionsprogramStaatsausgaben die Wirtschaft ea velluptate sitate eturepudi tem sequam Nam, id ulpa int doluptatur? explitis eius, con providit aut adistatsächlich nobissi me kann er dienetus, Nachfrage erhöhen dem reiur vermuteten Ausmass ankurbeln. volecum volorio officium dis ut ariamet Estotae estorio odio bere sequeund re in quatur maximusant quaes alique Der grösste Ökonom des Jahrhundertes somit die Arbeitslosigkeit senken. Dies Keynes nannte den Multiplikatorut asim evenduciaest fugit20. que doluptias poreper itatis aliquae laborro beaque sita resequam is etur, dies officabor ape conseque war eigentlich keiner. in Camfunktioniert Individuen ihren pliquae Effekt:offictem Zusätzliche Staatsnachfrage erhöhe et fuga. Et aciagar quiati sim1883 et pelit quiaspe ipidi qui nobisnur, des weil eventdievenisquam cum eiur ad quodis alita siti bridge Keynes nicht aut völlig rational und langProduktion, würden ausberoviditgeboren, repere et,studierte nobis aut utatemMathemain etKonsum volorecuptas eum que aut remqui ut die omniaep udantimehr omnisLöhne sitio blandam, tik, Philosophie undperum, Geschichte. fristig bis in die Ewigkeit Denn zahlt, somit steige der Konsum, was die praepta quossimet explantZur Öko- omnim velluptat od que etplanen. fugiamus. num repernatae. Ullorit, ulparib eressi nomie kam er erst auf Drängen Agniate langfristig müssten Steuersenkungen und Produktion voluptaquo inctet rent,mehrfaches alit lab ipsaect lamendemque re dis antotaqueoder adiNachfrage identum es ea damit ipsunt,die explacc uptaturaberseines Freundes Marshall, einer der nisquat zusätzliche Staatsausgaben involuptiam der Gegen- autas malserum erhöhe so et weiter. Keynes orporepedio beaAlfred consequam faccabo. estruptur si teceritem int und rati ut est, sam rem schätzte, einflussreichsten klassischen Nationalöko- voloria wart Steuererhöhungen derAximpor Zukunft zur corios dass sit einetum zusätzlich vom fugiant, Staat ausgegebener Nempedipic temquoditat. sunt la comnimi, in abo. ab in nost simil nomen Zeit.culparcimet Keynes InterdisziplinariFolge haben. wären somit Franken Hil mosseiner maximi, dolesti eperem. Nam,Und odi blaciatur, ipiteinkomfacepera inctium ea die suntWirtschaftsleistung dis quibus voluptatüber alist tät erleichterte es ihm, das Dogma der mensneutralfuga. – und damit die Zeit sit umquas 2.5 vellum Frankennecat. erhöhte. Aktuelle atiatus militi quis molupiduntis erferem venimusam Tur, sam irrelevant fugitate für den magnam, Allheilkräfte dervolore freienillandameni Marktwirtschaft zu lacia homo oeconomicus. Diesenapiciur Kritikpunkt Schätzungen jedoch que einem oluptaque laut cuptae. que nes reicita tquibus ad Tur, ex et illesedsehen moloreicit, proWert nahe brechen, ohne letztere gleich grundsätzlich der Klassiker locker ab: velenis 1.0. Dies würde bedeuten, dass ein StaatsNam etur, et, core pa conem. Itat. eossequam conschmetterte nobit fugitKeynes aliqui dolorei errum veritiatum dolorat abzulehnen. war Pragmatiker. «Langfristig sind wir allemo tot.» eingriff zumindest mittelfristig Ducientus utKeynes lis doluptas minisincit ciatis maxim cullenditas quis arcienis usandebita que num iuscia volorrokeine positiven Folgen in Pariam einem occus alibus solorro blatiossim et, ut eum harum res venis etur, sitaerrum vitincti alis dezeitigt. et ut utBesonders aut ullabo. Kritik der klassischen Krise venit des assero Landnestrum wie der Schweiz, einen grossen quam, consequ iasperiatur aut hilliquatio doluptas excepre Die henienit arupta et fugias das eumet ullectati Keynesianismus Teil seiner importiert. coritaspiet as Wirtschaftstheorie dit perferio. Ga. Nam quia tectore mpores mi, seque omniasp eliatiu rerum quam,Konsumgüter od quatur restiam, int volo sit est dolore volor sit occuptat. rersperum rehendi id qui nemquo qui core sequi utem cus, conseque elenden Mit der post eingangs zitierten Aussage bezog er dolorep Der Höhenflug des Keynesianismus hielt anihilit Zweitens missverstand Keynes Cil era dolorep taectemporro ellorun tiberit audae. Udi aspedi et, omnime cor sendant as etden autStaat. sich auf dieipid berühmte von Adamtem cus bis es zureaquiantur? Ölkrise in den 1970er Jahren. Der quoditibus Er sah den Staatil als Diktamolendis et aut reThese pro minumqui erum iduswohlwollenden as quae dolectur Smith (1723 – 1790), nach welcher das in- Nempeliquam, damalige rapideiuntio Preisanstieg Erdöls tor, welcher ohneil Eigeninteressen rem quia et fugit moluptius ea volupta doluptades tibusanda sapelit aut dia sich volupta inctotatem quam dividuelle Streben persönlichem führte zu drastischen in denietusant Dienst at derutBürger Aber Regienosanturibus sant nach endanimus solorpoProfit volorempor reptam, te Produktionsrückgänevelibus sinverat facearc porerrostelle. vidempo in einem System freier Preise durch die gen in der es Industrie. Die staatlichen Nach- rempos rungen handeln eigennützig. Konjunkreprae offic tem ipiendiate occatureheni repuditiist aut laccaborum, soluptatur? prestios serum fugit ipicienis unsichtbare Hand Marktes zumroviti maxi- Atio. frageprogramme auf den maxim turprogramme sind sie besonders sita andam atur asdes sandicae vellace Itatiat inciis schmissen acepero quiGeld nobit consed mos ex für explici ut qui intermalen Gemeinwohl führt. selbsternannMarktplatz, führten diesmal aber einfach volorio essant,cuptatis wenn sie Lorbeeren selbst ernten. rem nonsequi con non nis Die verum quatur officient mi, voloreptam quid quis ex die el ime invent quatem ten Verfechter Thesen – die sogenur in die aturese Inflation. Trotzaceaqui der hohen Ar- fugit Diedoluptat Kosten in Formarum enormer rectass imincidSmiths’ et adigendiones ex est doluptatiis ditatur occus harciis sumStaatsdefizite faccum nannten (Neo-)Klassiker – vergassen und beitslosigkeit, die eigentlich lohn- und die Nachfolger tragen. Aufgrund venest eum quaesequid qui quo blandenis sume non comnita tiorrupta necate ut sollen aliquatur? vergessen zuweilen gerne, dass Smith für das magnate preissenkend wirken ihres politischen befindet sich die quiaspi cipsant, ommolup turenit, omni nectur aliquisollte. doloreProduktionskavendi sint Hendest aut verumSystems ium denihicilis Funktionieren dieses ein pazitäten blieben unausgeschöpft, in einer dolescium alitate ma Mechanismus conseri scipit eosae ipitaec eperro experro eos mil ipsumdie mi,Schweiz coriberdiesbezüglich eptatusdae vero beris guten eum Lage: gewisses an moralischer Integrität des hic Wirtschaft schrumpfte Obwohl man fugiassit Weil die vom dellent Parlament und mo te es Mass sum accaboris sinumquamus tem eiciata turiandit,weiter. simporumet autRegierung aris aliquibus Einzelnen Markt als doch nacheat. Keynes Weisungen gehandelt ditiaec nichtearchiciunt wie in anderen Staaten vomsi Volk magnatemvoraussetzte. iniminvel moDem doluptatis laboreium quodi sam esti int schlichtem aber wohnt keine Harupta hatte. Keynes Theoriequist, erschien gewählt (also belohnt) sie sich debis erumMechanismus harum dolor re et ernatiunti quid estium temunkorrekt. ommoluptatem fuga. As wird, si quesieht pliquam Moral inne. Die brauchte es auchlaccuptur nicht, Dass ein solcher angebotsseitiger Schock voluptatur weniger stark gezwungen, um des Volkes dolorerro voluptat voluptatium ulluptiunto ende nihitaque mi, cusa as esto veliquam eaquunt ad denn war janobis gut. int Vorvoloribusdam der Krise. nicht durch con nachfrageorientierte keynesianizu kämpfen. Diesectestrum daraus resultieas netalles excessit, doluptaectis conempor apiendisim de es Gunst quae ratenia sa dolenis qui In derelheilen der volecte Klassiker schequi Politik bekämpft kann, und berit renden «politischen vero ipitas Theoriewelt aceperc hilique sam omnisque quoswerden et autaspit eum fugitin veniatumKonjunkturzyklen» re pratiam ius konnte Staat keine Scheitern somitoccus keineexeria Aussagen über estem. sind hierzulande darummos weniger ausgeprägt perepedder exereprae sa dipositive sunt. Rolle spielen. esderen nobitio rporporest, nihit, Ecaes precaborro vollento et In ihr findet Markt immer von alleine die Korrektheit keynesianischen Theorievent. als in den meisten anderen Staaten. Das gibt Igenita dit esder et et moditis asperitibeat ero officiis re comniatder aliat. ein Gleichgewicht, solange Preise, Omnit, zulässt,nit sollte sogarulpa Homöopaten zur Hoffnung Anlass, dass squiasit die aktuellen beristabiles doluptas nimilis dolo omnimporest ipsam, cus commoeinleuch- Oloribea qui bearum nihicii also auch Löhne, frei spielen. Was auf den ten. Nichtsdestotrotz verhalf die Ölkrise staatlichen Investitionsprogramme in der Arbeitsmarkt übertragen Vollbeschäftigung den Neoklassikern aus Chicago um Milton Schweiz vergleichsweise nachhaltig wirken. bedeutet. Die Weltwirtschaftskrise der Friedman und Robert Lucas zum Durch1930er Jahre erschütterte den Glauben an bruch, der in der–Reagan-Thatcher Ära Von Lukas Rühli, lic. oec. publ. Musikjourna1– diese klassische Selbstregulierung des Mark- kulminierte. Bis weit in die Nullerjahre list und Research Assistant der Avenir Suisse tes. Trotz frei fallender Löhne stieg die wurde dem Keynesianismus kaum Kredit Arbeitslosigkeit unaufhaltsam. Die klassieingeräumt. Kritisiert wurden insbesondere sche Nationalökonomie konnte dieses Phä- die Annahme, der Einzelne hätte animal

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Sympathie und Eigennutz Adam Smith und die moralphilosophischen Grundlagen der Wirtschaft Persönlicher Gewinn sei der Motor allen menschlichen Handelns. So zitieren Marktliberale Adam Smith. Doch damit wird der Vater der Wirtschaftswissenschaften missinterpretiert. Ein Beitrag zur Aufklärung.

Vom «Eigennutz maximierenden» homo oeconomicus keine Spur. Um diese These des von reiner Selbstliebe getriebenen Menschen im Werk Adam Smiths dennoch aufrecht zu erhalten wird gerne auf die so genannte «Umschwungtheorie» verwieAdam Smith zählt wohl zu den am häufigs- sen, der zufolge sich Adam Smith nach ten zitierten und am seltensten gelesenen seinem Frankreichaufenthalt in den Jahren Autoren. Nicht zuletzt diesem Umstand 1764-1766 vom Idealisten zum Materialisverdankt sich vermutlich auch die Vielzahl ten bekehrt habe. Daher vertrete Smith der populären Irrtümer, die mit seinem in seinem «Wealth of Nations» ein anderes Werk in Verbindung gebracht werden. So Menschenbild als in seiner «Theory of gilt Adam Smith vielen Ökonomen vor Moral Sentiments» und betrachte nun die allem als Verfechter eines rein an der Selbst- Eigenliebe des Menschen als das wahre steuerung der Märkte orientierten Laissezund ausschliessliche Motiv seines Handelns. faire Kapitalismus, als Erfinder des homo Diese Sichtweise wurde insbesondere in oeconomicus und als geistiger Vater der der deutschsprachigen Wissenschaft als so «unsichtbare Hand». Die meisten dieser genanntes «Adam-Smith-Problem» diskuBehauptungen entbehren jedweder wissen- tiert. Mit David Raphael und Alec Macfie, schaftlichen Grundlage. Bestenfalls ansatz- zwei ausgezeichneten Kennern des Werkes, weise lässt sich zwischen den Zeilen des muss jedoch festgehalten werden: «Das soge«Wealth of Nations» der homo oeconomicus nannte Adam Smith Problem war ein Pseuerahnen. Die Behauptung, Adam Smith do-Problem, das auf Ignoranz und Missverhätte dieses Menschenbild tatsächlich verständnissen basierte.» treten, basiert entweder auf mangelnder Kenntnis des Werkes oder auf böswilliger Profundes Halbwissen Verdreh-ung der Tatsachen. der Ökonomen Den Wenigsten ist bekannt, dass Smith neben seinem berühmten ökonomischen Werk ein zu seiner Zeit nicht minder berühmtes Standardwerk der Moralphilosophie veröffentlichte, in dem er das «Mitfühlen-Können» als natürliches Empfinden des Menschen und somit als Grundlage der Moral beschreibt.

Zu den wahrscheinlich wirkmächtigsten Metaphern im Werk Adam Smiths zählt wohl die «unsichtbare Hand». Insbesondere unter Ökonomen hat sich das profunde Halbwissen festgesetzt, Adam Smith habe damit den Marktmechanismus bezeichnet, dessen Wirkweise er nur erahnen, aber eben noch nicht vollständig beschreiben konnte: In einem System flexibler Preise, so die AnnahEin reflektierendes me, garantiere der Marktmechanismus Individuum stets eine optimale Güter- und Faktorallokation. Diese segensreiche Wirkung der «unDer Mensch, so Smith, sei in der Lage, sich sichtbaren Hand» erlaube es den einzelnen sowohl in seinen Mitmenschen hineinzuver- Wirtschaftssubjekten, stets nach ihrem setzen und so die Angemessenheit seines eigenen Vorteil zu handeln, da garantiert Verhaltens in einer gegebenen Situation zu sei, dass das egoistische Streben des einbeurteilen, als auch sein eigenes Handeln zelnen zum Wohle der Gemeinschaft wirkim Spiegel des gedachten Urteils seiner sam werde. Es gehört bis heute zum StanMitbürger zu betrachten. Er sei beseelt vom dardrepertoire der neoklassischen ÖkonoWunsche, in diesem Urteil nicht allzu mie sich in Sachen Deregulierung auf eben schlecht abzuschneiden und dämpfe daher diese «unsichtbare Hand» und ihre wohldas Mass seiner Selbstliebe auf jenes Niveau tätige Wirkung zu berufen. herab, dass allgemein noch als schicklich anerkannt wird. So schreibt er in seiner Allerdings ist Adam Smith weder der «geis«Theorie der ethischen Gefühle»: «Mag es tige Vater» dieser Metapher noch bezeichnet darum auch wahr sein, dass jedes Individu- die «unsichtbare Hand» den Marktmechaum in seinem Herzen naturgemäss sich nismus, den Smith sehr wohl kannte und als selbst der ganzen Menschheit vorzieht, so solchen in seinem ersten Buch über den wird es doch nicht wagen, den anderen «Wohlstand der Nationen» ausführlich Menschen in die Augen zu blicken und darstellte. Vielmehr ist sie Ausdruck eines dabei zu gestehen, dass es diesem Grundharmonischen Weltverständnisses, demzusatz gemäss handelt. Jeder fühlt vielmehr, folge die natürliche Ordnung der Dinge dass die anderen diesen seinen Hang, sich generell zum Besten des Menschen wirke. selbst den Vorzug zu geben, niemals werBereits vor Smith hatte der französische den nachfühlen können …» Smith entwirft Philosoph Montesquieu in seinem berühmdas Bild des «unparteiischen Zuschauers» ten Buch «De l’Esprit des Lois» eine verder als gedachter innerer Richter, dem gleichbare Metapher in ähnlicher Absicht keines unserer Motive verborgen bleibt, die verwendet. Er geht davon aus, dass eine moralische Angemessenheit unseres Han- «unsichtbare Kraft» die egoistischen politidelns im Spiegel des Urteils unserer Mitschen Ambitionen der Einzelnen stets zum menschen bewertet. Wohle des gesamten Staatskörpers wirksam

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werden lässt, auch wenn der Einzelne glaubt, durch sein Handeln ausschliesslich seinen Privatinteressen zu dienen. Selbst für die Formulierung der «unsichtbaren Hand» kann Smith kein Recht auf Originalität beanspruchen. Wie David D. Raphael aufweist, entstammt der Ausdruck einem Bonmot seiner Zeit und diente als Idiom zur Umschreibung des «göttlichen Wirkens» in der Welt. Das wahre Konzept des Adam Smith Smith glaubt, dass in einem System der «natürlichen Freiheit» die in der Welt wirkenden Prinzipien ganz von selbst zu einem Zustand führten, der sich durch ein Mindestmass an Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich auszeichne. Allerdings unterliegt auch das Ergebnis der natürlichen Ordnung dem moralischen Urteil des «unparteiischen Zuschauers». Dort wo die «unsichtbare Hand» versagt oder dort wo höhere Werte des Allgemeinwohls auf dem Spiel stehen, bedarf es der «sichtbaren Hand» eines ordnenden Staates. Weder überantwortet Smith die Steuerung wirtschaftlichen Verhaltens ausschliesslich dem Marktmechanismus noch predigt er das Streben nach Eigennutz als alleinigen Handlungsantrieb des Menschen. Vielmehr geht er davon aus, dass auch das wirtschaftliche Handeln des Menschen durch allgemeine Regeln des Anstands und ein natürliches Gefühl für Gerechtigkeit begrenzt sei. Wer heute glaubt, den Markt über die Moral stellen zu dürfen und sich dabei auf Adam Smith beruft, verkennt die tatsächliche Intention seiner Schriften. Gerhard Streminger ist wohl recht zu geben, wenn er schreibt: «Smith, der kein Apostel des ManchesterLiberalismus war, kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass andere seinen Wealth of Nations wie eine Wäscheleine benutzten, um ihre subjektiven Meinungen daran aufzuhängen, wohl aber könnte diese Tatsache auf eine Schwachstelle seiner Philosophie hinweisen: Das Gerechtigkeitsempfinden ist nicht so tief in der menschlichen Natur verankert, wie Smith angenommen hat.» Von Michael S. Aßländer, Universität Kassel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Literaturempfehlung Smith, Adam (1985): Theorie der ethischen Gefühle, hrsg. von Walther Eckstein. Hamburg, 3. Auflage


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Arroganz als Ausweg. Ein Gespräch zwischen zwei arbeitslosen Akademikern. S: Sich Dienstagmorgens im Café treffen und sagen können, dass man sich Vormittags nichts mehr vorgenommen hat ...

A: Arroganz scheint mir ein nahe liegender Ausweg aus der enormen Verunsicherung, die diese Situation mit sich bringt.

A: So sieht sie aus, die Arbeitslosigkeit.

S: Das Harte ist, dass ich neidisch bin auf Leute, von denen ich nie dachte, dass ich die einmal beneiden würde. Da kommt natürlich schon auch der Gedanke, dass die vielleicht was drauf haben, wovon ich keine Ahnung hab.

S: Wie lange geht das bei dir eigentlich schon so? A: Ich denke immer, es seien drei Monate. In Tat und Wahrheit habe ich mich auf Anfang Mai angemeldet, bin also schon ein halbes Jahr arbeitslos. Da es in meinem Bereich einfach wenig Jobs gibt, hatte ich mich auf zwei, drei Monate Arbeitslosigkeit nach Abschluss des Studiums eingerichtet. Nun muss schon langsam mal was gehen! S: Es ist also ein relativ klar umrissenen Job, den du suchst? A: Ja. S: Das geht mir ganz anders. Es gibt wahrscheinlich einfach zu viel, was ich machen könnte. Wenn ich vor dem Computer sitze und nach Stellen suche, bieten sich mir theoretisch extrem viele Möglichkeiten. Zu viele, als dass ich sie alle seriös evaluieren könnte. In dieser Situation kommt dann die Frage nach dem übergeordneten Ziel auf: Was will ich eigentlich? Man hat ja nur ein Leben und da sollte man schauen, dass man das bitte richtig angeht. Da komme ich gerade nicht wirklich weiter.

A: Gerade Bewerbungen schreiben bedeutet ja auch ein ständiges Hinterfragen. Das macht einen mürbe. Man muss sich überlegen, wie die Dinge wirken, die da über einen selber im Lebenslauf stehen. Was muss jemand denken, der ohne weitere Information den Titel meiner Magisterarbeit liest? Kriegt der da nicht tatsächlich eine ganz falsche Vorstellung darüber, wer ich bin? Oder ist diese Vorstellung am Ende doch gar nicht so falsch? S: Wir machen uns Sorgen, unsere Lebensläufe könnten nahe legen, wir seien schräge Typen. Vielleicht sind wir das ja wirklich.

S: Ich will auch nicht, dass meine Liebe zur Musik zu einem Beruf ausartet. Was du reaktionäre Wende nennst, das ist eigentlich schon früh meine Ansicht gewesen. Mir war schnell klar, dass ich trennen will zwischen Hobby und Beruf. Dieser HippieGedanke, dass alles eins sein soll, das fand ich schon mit Anfang 20 nicht gut.

S: Das ist ja kein zielgerichtetes Drängen. Es gibt ja keine Verschwörung gegen uns, weil wir völlig unbedeutend sind. Nobody cares.

A: Ach ja? Ich bin auf eine Art auch gerade ganz froh, dass ich mein Leben aus solchen Gründen nie so total auf die Arbeit ausgerichtet habe. Ich verfüge auch ohne Arbeitsstelle über ein funktionierendes soziales Netz und weiss mich auch ohne diesen Rahmen ganz gut zu beschäftigen. Ich kann es auf jeden Fall auch geniessen, dass ich gerade so viel Zeit habe. Das drängende Problem ist für mich nicht so sehr der fehlende Rahmen, sondern vielmehr das fehlende Geld.

S: Das ist auf eine Art auch meine grosse Sorge, dass ich plötzlich in die Norm einer Gruppe falle, mit der ich mich eigentlich nicht identifiziere. Aus diesem Grund macht mir auch dieses Schulungsprogramm vom RAV, das ich besuchen soll, solche Sorgen: Ich will keine anderen Leute sehen, denen es so geht wie mir. Diese Schicksalsgemeinschaft, die einen da empfängt, da will ich nicht hin. Da Teil von zu sein, das ist der reinste Albtraum.

S: Wie viel kriegst du im Monat. A: Knapp 2000.- Franken Mein letzter Job war eine unterbezahlte Assistenzstelle.

A: Genau. Apropos schräge Typen: Ich hab S: Ich kriege 3000.- Franken ja tatsächlich schon angefangen, WikipediaArtikel zu schreiben. A: Das macht einen Unterschied. Bei mir häufen sich die Mahnungen. Das ist S: Wirklich? Jetzt weiss unangenehm, aber es hilft nichts: Ich muss man, wo’s herkommt. einfach warten, bis das Geld von der Kasse auf meinem Konto ist. Dann kommt KranA: Ich glaube im Ernst, die ganze Web 2.0- kenkasse, Miete, Telefon usw. Das fliesst Geschichte speist sich zu einem nicht undurch die Finger wie nichts. Die klassischen A: Ich glaube, die Beschäftigung mit den wesentlichen Teil daraus, dass es einfach Sorgen halt. grossen Fragen setzt eine gewisse grundgerade eine Menge unterbeschäftigte, gut sätzliche Sicherheit voraus. Wenn die fehlt, gebildete Leute gibt. Schau dir mal diese S: Kenne ich. Was mich auch stresst, ist dass wenn man gerade auf dünnem Boden steht, ganzen Musikblogs an, die seit ein paar man in dieser Situation anfängt materielle dann kann man sich das gar nicht leisten, Jahren gedeihen. Da stecken eine Menge Unterschiede ganz anders zu bemerken. dann will man erst mal wieder festeren Leute unendlich viel Arbeit rein. Das läuft Gerade in Zürich siehst du ja überall diese Boden unter den Füssen. Geht zumindest kaum nebenher als Hobby. unglaublich teuer ausstaffierten Menschen mir so. rumrennen und realisierst, mit was für S: Die wuchernden Hobbys sind eine Lumpen du selber rumläufst. Man fängt an S: Was mich wahnsinnig verunsichert, ist Gefahr. Ich habe gerade etwas Angst, dass sich an den bitteren Gedanken zu gewöhdas Ausbleiben jeglicher Rückmeldung. meine Plattensammlung mich verschlingt. nen, dass es halt die Anderen sind, die die Gerade bei Bewerbungsschreiben ist das iPhones oder die neuen Computer haben. extrem: Da versuchst du deine Person, dein A: Es ist seltsam, nachdem mir in jungen Mein Telefon ist derart armselig, dass Leben, in Worte zu fassen. Dann schiesst Jahren die Aufhebung der Trennung von ich tatsächlich darauf angesprochen werde. du dieses Leben ins All hinaus und wartest Arbeit und Hobby als absolut erstrebenswert auf eine Reaktion. Irgendwann kommt galt, wünsche ich mir nun, ich hätte diese A: Ach! (kramt sein Mobiltelefon dann eine standartisierte Absage – eine Trennung: Ich will eine Arbeit, für die ich hervor und legt es auf den Tisch). Absage an dein ganzes Leben. Das ist doch mich zwar interessieren kann, die aber ganz immer wieder eine furchtbare Erniedrigung. gerne genug weit weg von meinen ureigeS: (lacht) Was ist das für ein Modell! nen Interessen ist. Die will ich lieber als Von wann ist das? 2002? Auf jeden Fall A: Egal ist das einem nicht. Hobby betreiben können. Einzig zur Freude ein Klassiker! ohne Zwang und vielleicht auch ohne grossS: Was ich auch extrem erniedrigend finde, en Anspruch. Es gibt da natürlich SchnittA: Ein Klassiker. Genau so sehe ich das ist, wenn ich diese ganzen Schmalspurheinis mengen, aber die prinzipielle Trennung auch. Das ist ja die eine Option die wir in super Positionen sehe. Leute, die ich finde ich mittlerweile gut. Möglicherweise haben: Du machst aus deiner Armut einfach kenne, die nie besonders interessante Anzeichen einer reaktionären Wende in einen Style. Der einfachste Weg, der von Sachen gemacht haben. Jungs, denen ich meinem Leben. dir beschriebenen Situation zu entgehen, mich eindeutig intellektuell überlegen wäre wohl, sich den Hausbesetzern anfühle. Wenn ich sehe, wie die sich ganz zudienen. Der Mangel wäre dann nicht nur hervorragend eingliedern, toll versorgt sind Mangel, sondern halt auch Style. Genau darmit klasse Jobs und glänzender Karriere ... auf habe ich aber nicht die geringste Lust: Ein arroganter Gedanke, ich weiss. Ich will nicht von Seiten der Gesellschaft in ein solches Aussteigertum gedrängt werden.

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A: Schon klar. Was ich meine: Ich will halt nicht in eine Szene rutschen, bloss durch den Druck der Umstände.

A: Meinst du nicht, dass das Zusammentreffen mit Leuten in der gleichen Situation, etwas von dem Druck nehmen könnte, die eigene Arbeitslosigkeit ausschliesslich als persönliches Schicksal zu begreifen und eine andere, eine politische Perspektive darauf ermöglichen würde? S: Es ist doch unser Versagen, dass wir jetzt hier sitzen, oder etwa nicht? Was mich betrifft: Das kumulierte Resultat aller Anstrengungen in meinem Leben ist, das keiner mich will – die absolute Nutzlosigkeit meiner selbst. A: Ach komm! Wir wussten doch eigentlich schon immer, dass die Welt keinen Bedarf an uns hat. S: Klar, theoretisch. Jetzt kriegst du dieses theoretische Wissen praktisch bestätigt. Ganz offiziell. Mit Stempel und allem. Da merkst Du einfach sehr deutlich, dass etwas rational erfasst zu haben und etwas am eigenen Leib zu erleben, zwei Paar Schuhe sind. Aufgezeichnet von Philipp Messner


Die Zeitung der Roten Fabrik Dezember 2009

Zuviel Arbeit Geplant war ein Interview mit einem jungen, äusserst erfolgreichen Zürcher Investmentbanker in London. Einblicke in die Lebenswelt eines wirklich Vollbeschäftigten wollten wir liefern. Aber für Reflektion war keine Zeit. Urs hatte zuviel Arbeit. [31.10.2009 18:52:09] hannes grassegger: Urs?

[09.11.2009 10:30:57] Urs Lüthi: VERTRAULICH [09.11.2009 10:31:07] Urs Lüthi: €2bn [09.11.2009 10:33:16] hannes grassegger: 2'000'000'000 €...also etwas über 3'000 000'000 CHF...das wären so ca 400 CHF für jeden, der in der Schweiz wohnt

[31.10.2009 21:03:11] hannes grassegger: [09.11.2009 10:33:44] hannes grassegger: du, ich wollte gern mit dir ein kleines inter- Was machen Investmentbanker eigentlich? view machen. für eine kleine kulturzeitung. Und was machst Du im speziellen? wenn du magst auch anonym [09.11.2009 10:46:41] Urs Lüthi: [31.10.2009 21:03:54] hannes grassegger: ich gehe davon aus, dass das nicht ich will den kulturorientierten lesern mal wortfuerwort in den druck gehen soll? erzählen, wie ein beruf wie deiner von innen [09.11.2009 10:48:52] hannes grassegger: aussieht eigentlich schon, aber du hast das recht über [31.10.2009 21:04:13] hannes grassegger: dein wort, kannst also alles redigieren was telefonisch oder schriftlich ist möglich du gesagt hast. Zudem wird alles anonymisiert, d.h. auch biographische Details die [31.10.2009 21:04:26] hannes grassegger: einen direkten Rückschluss ermöglichen. geänderter namen: kein problem [09.11.2009 10:49:21] hannes grassegger: [02.11.2009 13:08:40] Urs Lüthi: Und Du kannst die Endversion autorisieren hi, was'n das fuern blatt? (oder eben nicht). [02.11.2009 13:09:22] hannes grassegger: [09.11.2009 10:50:20] Urs Lüthi: ok mini blatt [11.11.2009 10:50:19] hannes grassegger: [02.11.2009 13:09:28] hannes grassegger: Hi Urs, also nochmal: fabrikzeitung [11.11.2009 10:50:20] hannes grassegger: [02.11.2009 13:13:10] Urs Lüthi: Was machen Investmentbanker eigentlich? dann wohl am besten anonym Und was machst Du im speziellen? [02.11.2009 13:14:19] Urs Lüthi: [12.11.2009 00:44:04] hannes grassegger: willst du fragen schicken? und dann gehen late at night. Du bist online. still at work? wir telefonisch durch? Soll ich ein foto machen (dubklte siloutte, city im Hinter[18.11.2009 23:07:51] hannes grassegger: grund?) falls ich das kann? Next try? [03.11.2009 13:22:55] hannes grassegger: lieber Urs, ich würde ein kleines skype interview vorschlagen.

[18.11.2009 23:07:59] hannes grassegger: Was machen Investmentbanker eigentlich? Und was machst Du im speziellen?

[03.11.2009 13:23:00] hannes grassegger: du und ich im chat.

[18.11.2009 23:11:02] hannes grassegger: okay. Du bist wieder online…was machst Du jetzt grade? Bist Du in Wuppertal angekommen für diese Beratung zur Unternehmensfusion? Wir hatten für jetzt das Interview vereinbart.

[03.11.2009 13:23:28] hannes grassegger: vielleicht am besten mit einer neuen skype identity deinerseits? [03.11.2009 13:23:55] hannes grassegger: dann wär das eine zügige feierabendsache für uns beide. so 30-40 min? [07.11.2009 14:34:56] hannes grassegger: hey! [07.11.2009 14:34:58] hannes grassegger: rechner an? [07.11.2009 14:35:06] hannes grassegger: ich dachte du surfst [07.11.2009 14:35:07] hannes grassegger: ? [07.11.2009 14:35:15] hannes grassegger: es ist samstag!

[19.11.2009 00:10:29] hannes grassegger: Ich stelle mir vor Du excelst auf Excel. Und musst total hart schreiben und ganz viel vorbereiten in Deinem Wuppertaler Hotelzimmer. [19.11.2009 00:10:53] hannes grassegger: Währenddessen kommen ständig meine Skype Messages [19.11.2009 00:11:44] hannes grassegger: Dein Blackberry surrt durch. Und damit es morgen auf keinen Fall im entscheidenden Moment versagt, steckst Du noch das Ladegerät ein.

[19.11.2009 00:12:28] hannes grassegger: Und während Du meine Skype Messages siehst, ärgerst Du Dich, mir versprochen zu [09.11.2009 10:30:10] hannes grassegger: haben, das mit dem Interview doch noch schön von dir zu hören! Ich nutze die Chan- durch zu ziehen. ce um Dir noch mehr Fragen zu stellen. [19.11.2009 00:36:11] hannes grassegger: Dein erster Deal, um wieviel Milliarden Und ich redigier hier mal den Text über Euro gings da? Keynesianismus [09.11.2009 09:56:05] Urs Lüthi: rechner war aus, und wir surften!

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[19.11.2009 01:34:06] hannes grassegger: Also denk ich eigentlich über Textstrukturen nach, während Du über Wirtschaft nachdenkst. [19.11.2009 01:34:12] hannes grassegger: gut nacht [20.11.2009 11:05:58] Urs Lüthi: Hallo Hannes. alles ist etwas anders gewesen. ich bin doch nicht nach Wuppertal gefahren, sondern war hier in London und bin erst frueh am Morgen nachj Deutschland geflogen. Zu allem Überfluss wurde mein Handy geklaut. und ich habe nicht mal deine nummer. bitte schick mir die mal [20.11.2009 11:12:13] Urs Lüthi: Also ein investment banker arbeitet bei einer investment bank, und die macht insbesondere 3 dinge: Handelt mit papieren jeglicher art, im auftrag von Kunden oder auf eingene Rechung, hilf fimen (und auch staaten) bei der beschaffung von kapital (v.a. auf dem public market aber auch im private market) und beraet unternehmen bei Mergers & Acquisitions, also beim Kauf, Verkauf von Unternehmensteilen, bei Fusionen, bei Beteiligungen, hier geht es um Prozess und Verhandlungsstrategien, Bewertung, und die Frage was mach aus Corporate Finance Sicht Sinn etc. [20.11.2009 11:13:13] Urs Lüthi: Ich selbst arbeite in dem zulezt genannten teil der veranstaltung, habe also ueberhaupt nichts mit trading zu tun, davon verstehe ich ungefaehr so viel wie Du [20.11.2009 11:16:07] Urs Lüthi: und iregendwie auch in dem zuerst genannten teil, weil wir durchaus Unternehmen bei der Beschaffung von Kapital auf dem private market beraten, hierbei besteht die Kunst darin, zu verstehen, wer auf investorenseite an einer bestimmten Situation interesse haben koenne, und wie das entsprechend zu strukturieren ist. [20.11.2009 16:35:35] hannes grassegger: Vielen Dank! Wie kam es dazu, dass Du Investmentbanker wurdest? Hattest Du das vor? [20.11.2009 16:36:07] hannes grassegger: Vielleicht sollten die Leute verstehen wo Du herkommst. Du hast früher Philosophie studiert, Progrock Bands gehabt, ein Roadmovie gedreht, für Radio Kuba gearbeitet, Zigarren geschmuggelt...stimmts? [21.11.2009 18:26:54] hannes grassegger: Urs? [14:48:13] hannes grassegger: Okay Urs, wenn Du jetzt nicht laut HALT! sagst, schliess ich das mal ab mit unserem Interview. Ein Skype Protokoll von Hannes Grassegger und Urs Lüthi (Name geändert)


Die Zeitung der Roten Fabrik Dezember 2009

Die Studentenproteste haben ökonomische Gründe – und Lösungen Europaweit protestieren die Studenten an den Unis. Ihre Forderungen, klingen für viele Leute abstrakt. Kein Wunder: Denn die Anliegen der Studenten hängen letztlich mit einer Änderung der Eigentumsrechte zusammen. Was wollen die eigentlich, fragt man sich, wenn man von den europaweiten Besetzungen von Universitäten liest. Bildung natürlich. Aber wozu? In der Wissensgesellschaft ist Bildung ein Faktor, der über die Produktivität von Arbeitskraft entscheidet. Und Arbeitgeber bezahlen die produktivsten Arbeitnehmer am besten. Somit bestimmt das Niveau der Bildung im Wettbewerb um Lohn und Jobs auch das persönliche Einkommen.

den Individuen sei, die Gesellschaft also Mindestregeln für Ansprüche dieser Individuen zu formulieren habe, die es für mögliche Gesellschaftsmitglieder sinnvoll werden lässt, an der Gesellschaft überhaupt teilzunehmen. Grundeinkommen – Der Ansatz von Philipp van Parijs

Nur wenige, darunter der alternative belgische Ökonom und Linguist Philipp Van Parijs, fordern auch die bedingungslose Subventionierung von solchen Mitgliedern der Gesellschaft, die sich dem Arbeitszwang der privatwirtschaftlich verwertbaren Arbeit verweigern. Nur, wieso sollen arbeitende Leute für den Konsum Nicht-Erwerbstätiger aufkommen? Van Parijs behauptet, dass es Ist Bildung nichts Angeborenes und soll in in der Realität unmöglich sei, zwischen einer Leistungsgesellschaft gerechterweise verdientem und unverdientem Vorteil zu nur Leistung, also Produktivität, zählen, so unterscheiden. Diese Einsicht kombiniert er wird Bildung gemäss dem dieses Jahr vermit dem Differenzprinzip des Politphilosostorbenen Politiker und Soziologen Ralf phen John Rawls, das besagt, nur diejenige Dahrendorf zum Bürgerecht. Dass alle sich Ungleichheit sei legitim, die Schlechtestgebilden können sollen, die es wollen und die stellte besser stellt, als sie es wären, wenn es natürlichen Voraussetzungen dafür mitbrin- keine Ungleichheit gäbe. Daraus leitet van gen, scheint zur Idee der Chancengleichheit Parijs seine Forderung nach einem bedinzu gehören. Chancengleichheit für den gungslosen Grundeinkommen ab. Weil van Arbeitsmarkt. Eine Bologna-Reform, die Parijs den Produktionsprozess ausser Acht das Gros der akademischen Bildung markt- lässt und den Tausch von Arbeit gegen Lohn kompatibel macht, so dass Bildung und zum Gegenstand moralischer Überlegungen Ausbeutung der eigenen Humanressourcen macht, muss er die Arbeit besteuern – «um mit minimalem Reibungsverlusten in lukra- unsere Leben gegen die erzwungene Mobilitive Jobs transformiert werden können, ist tät zu schützen, gegen die zerstörerische im Sinne aller Beteiligten. Doppelt irritiert Globalisierung und um sich dem Despotisnun, dass Studierende sich an einer Uni mus des Marktes zu erwehren.» Anstatt den aufhalten, um sie zu besetzen und den über die Investition lancierten Mehrertrag subventionierten Betrieb damit nicht nur des Kapitals auf den Produktionsprozess lähmen, sondern mit dem Verbringen von und die in ihm stattfindende Verwertung unproduktiven Stunden die Gelegenheit der produktiven Arbeit zurückzuführen, opfern, an der Karriere zu feilen. Es ist, als spricht van Parijs der produktiven Arbeit ob sie die öffentliche Bildungsfabrik für einen weiteren Teil ihres Äquivalents ab. Private mit einem privaten Nachtclub für die Öffentlichkeit verwechseln. Haben die Künstliche Verknappung ist bei Studenten eine Wahrnehmungsstörung? Wissen kontraproduktiv Privateigentum an Wissen – geschaffen durch den Staat Dahrendorfs Rede vom Bürgerrecht auf Bildung evoziert eine Doppelbödigkeit, die so ziemlich alle sozialökonomischen Begriffe ergreift:. Sein Bürgerrecht ist droit du bourgeois und droit du citoyen; Bildung ist Humankapital in der Ökonomie,politisches Kapital aber in der Lebenswelt der Zivilgesellschaft. Nach geltender Lesart ist die Aufgabe des Staates das «Menschenrecht auf Privateigentum» zu garantieren. Nicht nur Gegenstände sind damit gemeint, sondern, auch Privateigentum an Wissen und Bildung. Kurz: Eigentum ist die rechtlich begründete Verfügungsgewalt über Gegenstände oder ideelle Güter. Der Staat bestimmt aber noch mehr als nur die Rechtsgrundlagen dafür, was generell Privateigentum werden darf. Aus der eigentümlichen Mischform des Eigentums aus besonderem und allgemeinem Interesse leitet der Staat sein Recht her, Eigentumsungleichheit durch Umverteilung auszugleichen. Er verweist dabei darauf, dass Gesellschaft eine Kooperation von arbeiten-

Der private Lizenzeigner nimmt für das geistige Produkt der Entwickler, in das er investiert hat, Tantiemen, etwa so wie die Erben eines Schriftstellers für die Ausgaben seiner Werke. Die geistigen Produkte sind also nicht frei verfügbar, sondern werden in ihrem Bestand kontrolliert. So werden Information und Informationstechnologie künstlich knapp gehalten. An sich aber kennen Informationsgüter dank ihrer Eigenschaften wie der unbegrenzten Reproduzierbarkeit nicht nur keine Knappheit, sondern ermöglichen auch Spillover-Effekte. Das heisst, sie verschwinden während des Konsums nicht einfach wie ein Brot beim Essen, sondern produzieren beim Konsum sogar Know-how. Open Source und Open Content sind Veränderungen an Eigentumsrechten und ermöglichen, dass ein geistiges Produkt von jedem Nutzer für sich genutzt, angepasst oder weiterentwickelt wird, ohne Kosten zu verursachen. Open Source für die Universitäten Open Source ist vielleicht ein Modell für die Art von Offenheit der Universität, die den Fluchtpunkt der Perspektive der Uni-Besetzer bildet. Die beiden in Deutschland forschenden Ökonomen Markus Pasche und Sebastian Von Engelhardt beantworten in ihrer Studie die Bedenken, dass die Logik von Open Source marktverzerrend wirke und falsche Anreize setze: «Die Preisstruktur, die sich deutlich von der Preisstruktur proprietärer Lösungen unterscheidet, spiegelt sehr wohl den volkswirtschaftlichen Ressourceneinsatz wider und stellt auch keine Verzerrung dar. Sie ist lediglich Ausdruck einer völlig anderen Produktionsform.» Die letzte Bemerkung stellt eine erstaunliche Aussicht her: Der Gegenprozess zur Privatisierung. Das «Outsourcing» bestimmter Produktivkräfte und ihrer Faktoren aus dem Raum der privatisierten Akkumulation hinein in eine partizipative Öffentlichkeit. Eine Öffentlichkeit, die gerade nicht durch Ausschluss, sondern Einschluss von produktiver Arbeit gekennzeichnet ist, und die dabei eine andere Qualität annimmt. Und bei genauerer Betrachtung war das schon immer der Fall: Die so genannte Care Economy, die all die Arbeiten, die Menschen alltäglich qua Mensch für sich und ihre Umwelt wahrnehmen; die nicht monetär verwerte Pflege menschlicher (und ökologischer) Bedürfnisse, die die privatisierte Ökonomie für ihren reibungslosen Ablauf immer voraussetzt, machen, so schätzt die Basler Nationalökonomin Mascha Madörin, etwa 70 Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz aus. Vielleicht wäre dies die Open Economy, in der Lehren, Pflegen und Forschen demokratischer und sachlicher vonstatten geht.

Erzeugt der Kapitalismus über die Privatisierung von Produktionsfaktoren Ungleichheit in der Verteilung des geschaffenen gesellschaftlichen Werts (Kapital als zugleich ökonomische und soziologische Kategorie), wird hernach versucht, die durch diese Privatisierung gesellschaftlich Benachteiligten mittels Umverteilung der Lohnmasse zu entschädigen. Damit wird Wohlstand künstlich knapp gehalten, und zwar nicht aufgrund demokratischer Entscheidung der Gesellschaft, sondern aufgrund einer ökonomischen Rationalität, die der Subvention von privater Akkumulation durch die Allgemeinheit gleichkommt (vergleichbar der Situation, wenn eine Gemeinschaft für die Verschmutzung eines Flusses durch ein privates, diesen nutzendes Werk aufkommt). Ein in Wissensgesellschaften entscheidendes Beispiel der Subventionierung privater Vermögensanhäufung durch die Allgemein- Von Marco Toscano, Philosophiestudent heit ist die Institution des geistigen Eigenan der Universität Zürich tums. Es sichert den Eigentümern die ausschliesslichen Verwertungsrechte an geistigen Gütern. Diese lassen sich einteilen in Inhalte/Information und Technologien zur Datenverarbeitung (z.B. Quellcodes).

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Fabrikzeitung 257 ­ Nachdenken über Wirtschaft  

Über ein Jahr ist vergangen seit dem denkwürdigen Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008. Mis...

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