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f/21 BÜRO FÜR ZUKUNFTSFRAGEN

zukunftsperspektiven 11.2010

Die Datensammler Privatheit im digitalen Zeitalter


Impressum

Herausgeber f/21 Büro für Zukunftsfragen Mag. Nora S. Stampfl, MBA Rosenheimer Straße 35 D-10781 Berlin Tel.: +49 30 69 59 82 58 E-Mail: zukunft@f-21.de www.f-21.de Die Datensammler. Privatheit im digitalen Zeitalter © Nora S. Stampfl, f/21 November 2010 Alle Rechte vorbehalten

Schutz digitaler Rechte Diese Publikation ist für Ihre persönliche Nutzung lizenziert und darf nicht an Dritte weitergegeben oder weiterverkauft werden. Zum Erwerb weiterer Einzellizenzen bzw. einer Unternehmenslizenz wenden Sie sich bitte an uns! Fotonachweis Sämtliche Fotos stammen von photocase.com:

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Inhalt

Kurzgefasst

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Kapitel 1

Einleitung

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Kapitel 2

Datenspuren zeichnen ein digitales Abbild unseres Lebens

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Kapitel 3

Persönliche Daten werden zur Währung des Internetzeitalters

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Kapitel 4

Die Grenze zwischen realer und digitaler Sphäre verschwimmt

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Kapitel 5

Ist Datenschutz noch zeitgemäß?

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Kapitel 6

Privatheit im Informationszeitalter: Eine Neudefinition

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Kurzgefasst

Die Erzeugung, Erfassung und Verarbeitung personenbezogener Daten ist heute allgegenwärtig: Jedes Mal, wenn wir unsere Kreditkarte oder das Mobiltelefon benutzen, wird unser Aufenthaltsort registriert und gespeichert. Jedes Mal, wenn wir einkaufen und eine Kundenkarte verwenden, wird unser Name zusammen mit den gekauften Produkten registriert und ausgewertet. Jedes Mal, wenn wir im Internet surfen, unsere Stromrechnung bezahlen, einen Arzt aufsuchen, eine Reise buchen werden riesige Datenbanken gespeist und das digitale Abbild unseres gesamten Lebens wird ein klein wenig schärfer. Wir leben in einer Überwachungsgesellschaft: Kaum eine unserer Aktionen zieht heute keine Datenspur nach sich, welche anderen zugänglich ist – auch wenn nicht immer sofort darauf zugegriffen wird, so werden die Daten doch zumindest gespeichert, schlummern in Datenbanken und stehen für Analysen in der Zukunft bereit. Und mehr noch: Unser digitales Abbild folgt uns nicht nur wie ein Schatten, es eilt uns auch voraus. Wenn die aus den verschiedensten Quellen geschöpften Daten verknüpft werden, entsteht ein Personenprofil, das über uns Aufschluss gibt – zumeist lange bevor wir persönlich dazu die Möglichkeit erhalten. Immer öfter treffen Unternehmen und sonstige Organisationen ihre Entscheidungen basierend auf dem uns vorauseilenden

Datenprofil, das unser mutmaßliches Abbild ist. Die Kreditkarte, den Kauf auf Rechnung, die Mietwohnung erhalten wir, wenn unser Datenprofil für gut befunden wird. Es bleibt nur das Problem, dass wir nicht wissen, was unsere Geschäftspartner wissen und dass wir nie sicher sein können, ob alle gesammelten Informationen korrekt sind. Und nicht einmal haben wir eine Ahnung davon, welche Entscheidungen basierend auf unseren Daten getroffen werden. Wenn wir unsere Bank anrufen und minutenlang in der Telefonschleife warten, wissen wir dann, ob der Grund hierfür ist, dass wir nicht zu den bevorzugten Kunden gehören oder schlicht die Leitungen belegt sind? Der Zugang zu persönlichen Informationen ist immer eine Voraussetzung für die Ausübung sozialer Kontrolle. Die Kenntnis unserer Datenspuren machen sich heute vor allem kommerzielle Datensammler zunutze, um das Credo des Marketings Wirklichkeit werden zu lassen: Die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzutreffen. Je mehr über Personen bekannt ist, desto leichter fällt die Manipulation: Wünsche und Bedürfnisse zu schaffen, um sie dann genau im richtigen Moment zu befriedigen. Daten werden daher mehr und mehr zur Währung im Internetzeitalter. Im Austausch gegen kostenlose Services oder sonstige Vergünstigungen geben Nutzer ihre persönlichen Da-

Kaum eine unserer Aktionen zieht heute keine Datenspur nach sich.

Unser digitales Abbild folgt uns nicht nur wie ein Schatten, es eilt uns voraus.

Persönliche Daten werden zur Währung im Internetzeitalter.

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Kurzgefasst

ten preis, welche die Datensammler sodann nutzen, um daraus Kapital zu schlagen. Mit Social Data Mining und Network Analysis werden Unternehmen immer mehr zu Gedankenlesern, die aus den digitalen Fußabdrücken ihrer (potentiellen) Kunden deren Verhalten, Wünsche und Pläne ablesen. Dabei führt die blinde Datensammelwut zu derartig dicht gestrickten Datenprofilen, dass immer öfter auch der Blick in die Zukunft gelingt: Gläserner kann der Mensch nicht sein. Und da die Grenze zwischen realer und virtueller Welt immer stärker verschwimmt, ist ein Abschalten des Datenstroms für den Nutzer nicht mehr möglich. Konnten wir früher „aus dem Internet gehen“ oder das Mobiltelefon abschalten, so sichert eine immer intelligenter werdende Umgebung mit allgegenwärtiger Rechnerleistung die immerwährende Datenerzeugung und -speicherung. Der digitale Schatten ist unser ständiger Begleiter. Den Datensammlern kommt zupass, dass sich die Art und Weise, wie wir heute mit unseren personenbezogenen Daten umgehen, radikal ändert: ständig geben wir heute – bewusst oder unbewusst – Details aus unserem Privatleben preis. Immer klarer zeigt sich aber auch: In einer zunehmend vernetzten Welt ist der Schutz der Privatsphäre ein stets präsentes Anliegen. Welche Herausforderungen ergeben sich für den Datenschutz in einer Welt, die von einem dichten Da-

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tennetz überzogen ist? Eines ist klar: Datenvermeidung und -sparsamkeit können heute nicht mehr die Grundfesten des Datenschutzes sein. Der freizügige Umgang mit Daten zusammen mit modernen Technologien, die gar keine Wahl lassen als Daten auszutauschen, haben die Wirklichkeit komplett umgestaltet: diese Tatsache muss Eingang finden in die aktuelle Datenschutzdebatte, ansonsten werden „Lösungen“ erdacht, die von vornherein dazu verurteilt sind, der Technik hinterher zu hinken. In der gegenwärtigen öffentlichen Debatte über Privatheit steht vor allem eine „informationelle“ Privatheit im Fokus, deren Kern in der Kontrolle über die eigenen personenbezogenen Daten besteht. Privatheit wird verstanden als Entscheidungshoheit über das Ausmaß an Informationen, die anderen preisgegeben werden: „My home is my castle“ – wer Zugang zu meinen Informationen erhält, bestimme alleinig ich selbst. Ist es in unserer vernetzten Welt, in der durch Technologie, neue Medien und gewandelte soziale Normen das Ausmaß der ausgetauschten Informationen ständig ansteigt, nicht zwangsläufig, dass ein solches Konzept von Privatheit für tot erklärt wird? Ein modernes Konzept von Privatheit darf nicht auf Datenschutz reduziert werden und muss an der Kontrolle über das Verteilen und die Nutzung von Informationen ansetzen.

Unternehmen werden zu Gedankenlesern: Aus den Datenspuren lassen sich Verhalten, Wünsche und Pläne ablesen.

Weil die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwimmen, lässt sich der Datenstrom nicht mehr abschalten.

Ein zeitgemäßes Konzept von Privatheit muss mehr sein als Datenschutz.


f/21 BÜRO FÜR ZUKUNFTSFRAGEN f/21 beobachtet die Gegenwart, identifiziert Ausgangspunkte für Veränderungen, entwirft Szenarien für die Zukunft und beschreibt Handlungsfelder. Wir stellen Zukunftsfragen und wollen mittels neutraler Analysen, begründeter Prognosen und differenzierter Bewertungen die Arena der Möglichkeiten ausleuchten und Spielräume der Zukunft eröffnen. Dadurch verschaffen wir unseren Kunden Zugang zum Wissen um Optionen, die gangbar sind, um die Welt von morgen zu gestalten. Wir verstehen uns als Lieferant von Orientierungs- und Handlungswissen. Wollen Sie mehr darüber wissen, wie die Ideen dieser Studie für Ihre Organisation relevant sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: zukunft@f-21.de | www.f-21.de

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Die Datensammler. Privatheit im digitalen Zeitalter (Kurzfassung)