LM WindPower News March 2011, German

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LÄNGER, BREITER, HÖHER Die Anlagen zur Fertigung der längsten Rotorblätter der Welt brechen Rekorde

NEWSLETTER März 2011

SAUBER MACHT STARK Die Vorteile der vorbeugenden Wartung

lmwindpower.com

Stiller Erfolg Leistungsstark und geräuscharm – kein Widerspruch

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EIN NEUER STERN AM WINDKRAFTHIMMEL Die Erfolgsgeschichte von GloBlade®

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NACHHALTIGKEITSBEWUSSTSEIN Ist LM Wind Power „grün“ genug? P10


Fe ature

Länger, breiter, höher Wir bauen die weltweit größte Werkhalle für Rotorblätter (inkl. Prüfstand)

LM Wind Power hat „große“ Neuigkeiten für den rasant wachsenden Offshore-Windmarkt: Grösser heißt auch Besser! Das Unternehmen stellt bereits heute die längsten Rotorblätter der Welt her. Doch das ist noch lange nicht das Ende. Die Zukunft gehört gigantischen Rotoren, die Rotorblätter mit einer Länge von bis zu 100 Metern erfordern. Diese Blätter wären dann ca. 40 Prozent länger als alle anderen heute auf dem Markt erhältlichen Rotorblätter. Hier ist nichts normal Natürlich können derart große Rotorblätter nicht in herkömmlich dimensionierten Werkhallen gefertigt werden. Genau aus diesem Grund wird LM Wind Power in Kürze die längste, breiteste und höchste Werkhalle für den Bau von Rotorblättern für Windenergieanlagen eröffnen. Aber das ist noch nicht alles. Zur Komplementierung der neuen Werkhalle mit ihren drei Formwerkzeugen hat das Unternehmen ein großzügig ausgelegtes Technologiezentrum eingerichtet, in dem die Ermüdungstests der 100 Meter langen Rotorblätter durchgeführt werden. Gleich daneben befindet sich eine Werkhalle für den Formenbau. Die neue Produktionsstätte befindet sich in Jiangyin, zwei Autostunden westlich von Shanghai, und wird im Januar 2012 den Betrieb aufnehmen. Bei voller Auslastung werden dort bis zu 300 neue Jobs entstehen. Energie für China Im Jahr 2010 hat China Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 16 GW errichtet, d. h. mehr als jede andere Region der Welt. Und mehr als 50 Prozent der Rotorblatt-Sets von LM Wind Power werden 2011 in China hergestellt. Die Behörden vor Ort sind sehr darauf bedacht, die Erneuerbare-Energien-Industrie in der Region anzusiedeln – und LM Wind Power bringt alles mit, was hierzu nötig ist.

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FAK TEN

Die beeindruckenden neuen Werkhallen von LM Wind Power bieten einfach alles ... Platz für bis zu 100 Meter lange Rotorblätter Drei Formwerkzeuge Eine Länge von mehr als 500 Metern 300 zusätzliche Jobs 300.000 m2 Grundfläche Inbetriebnahme im Januar 2012

Regionale Expansion Im Jahr 2010 hat LM Wind Power in Zusammenarbeit mit seinen bereits vorhandenen chinesischen Werken vier neue Werkhallen für Rotorblätter eröffnet und sein Werk in Tianjin ausgebaut. Ca. 2.000 der insgesamt 5.500 Mitarbeiter des Unternehmens sind in China tätig.

Schnellere Markteinführung Steven Wang ist Vice President und General Manager für den überaus wichtigen chinesischen Markt. Er ist von der Aussicht fasziniert, eine Produktionsstätte zu eröffnen, die LM Wind Power noch schneller reagieren lässt. Das gilt insbesondere für die Entwicklung von Prototypen für den Einsatz in Windzonen der IEC-Klasse I in Nordeuropa und den IEC-Klassen II und III vor den Küsten Chinas, Koreas und Japans. „Wir müssen in der Lage sein, Prototypen schnell zu entwickeln und zu testen. Und das vorzugsweise in der Nähe der Produktionsstätten und Einsatzorte. Diese Fähigkeit ist übrigens zu einem echten Wettbewerbsvorteil für uns geworden“, meint Steven Wang. Weitere Vorteile warten nur darauf, ebenfalls ausgeschöpft zu werden. So liegt die neue Produktionsstätte bspw. unweit des Jangtse. Diese prächtige Wasserstraße, der größte Fluss des Landes und der drittlängste der Welt, windet sich auf einer Strecke von mehr als 6.000 Kilometern quer durch China und mündet schließlich in das Ostchinesische Meer. Dank dieser strategisch günstigen Lage können die Rotorblätter problemlos in die Regionen vor der Küste von Jiangshu, nach Korea und an andere Standorte in ganz Australasien befördert werden. Nicht nur für China Auch wenn es den Anschein haben mag, es handele sich nur um eine weitere strategische Investition in eine der wichtigsten Regionen der Welt, betont Ian Telford, Vice President of Sales and Marketing bei LM Wind Power, die Bedeutung der neuen Produktionsstätte für den weltweiten Windenergiemarkt. „Dieser Standort ist nicht nur für China gedacht. Vielmehr bedeutet dies die strategische Entscheidung zum Aufbau eines Standorts, an dem wir große Rotorblätter entwickeln, testen und fertigen können, wodurch

sich die Kosten und die Entwicklungszeiten für unsere Kunden reduzieren lassen. Wir möchten diesen Standort nutzen, um Rotorblatt-Prototypen zu fertigen, damit unsere weltweiten Kunden Prototypen ihrer Windenergieanlagen testen können, bevor sie mit der Serienfertigung in der Nähe ihrer Zielmärkte beginnen.“ Die Anlage wurde außerdem auf außergewöhnliche Flexibilität ausgelegt, damit das Unternehmen mit seiner Investition die höchste Effizienz erzielt. Wenn die Werkhallen zum Beispiel gerade nicht für den Bau von Prototypen verwendet werden, lassen sie sich schnell für die Fertigung von Rotorblättern für Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1,5 bis 3 MW umrüsten. Beste Wachstumsaussichten LM Wind Power hat seinen Marktanteil in China in den letzten beiden Jahren drastisch ausgebaut. Das Unternehmen betreibt bereits eine Produktionsstätte mit drei Formwerkzeugen in Jiangyin, in der vorwiegend Rotorblätter des Modells GloBlade®1 (LM 42.1 P) für 1,5-MW-Windenergieanlagen hergestellt werden. Weitere Werkhallen für die Fertigung von Rotorblättern befinden sich in Urumqi, Tianjin und Qin Huang Dao. Wann genau werden denn die 100-Meter-Rotorblätter auf den Markt kommen? In diesem Punkt hält sich LM Wind Power noch bedeckt. Das größte derzeit in Serienfertigung hergestellte Offshore-Rotorblatt, das LM 61.5 P2 für 5- und 6-MW-Windenergieanlagen, bleibt mit seinen 61,5 Metern vorerst unübertroffen. Längere Rotorblätter werden sich dann Anfang 2012 im Wind drehen. Doch LM Wind Power lässt sich die genaue Größe noch nicht entlocken und bestätigt nur, dass es mit „mehr als einer Handvoll“ Unternehmen an größeren Rotorblättern arbeitet.

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SERVI CE & LO GIS TI C S

SAUBER MACHT STARK Warum die vorbeugende Wartung eine unverzichtbare Investition darstellt

Wenn man sich vorstellt, dass die Rotorblätter von Windenergieanlagen extreme Witterungsverhältnisse wie Hagelstürme und Orkanböen mit mehr als 300 km/h überstehen müssen, ist die Notwendigkeit regelmäßiger Inspektionen absolut nachvollziehbar. Dabei wird jedoch gerne übersehen, dass große Windenergieanlagen schon unter deutlich gemäßigteren Bedingungen extremen Belastungen ausgesetzt sind. Umso beruhigender, dass ordnungsgemäß gewartete Rotorblätter 20 Jahre lang zuverlässig ihre Arbeit verrichten. Nichts hält ewig Verschmutzte Rotorblätter werden niemals ihre volle Leistung erbringen. Andererseits verschleißen die Rotorblätter aber auch. Die Konstruktionslebensdauer von Rotorblättern ist von den verwendeten Verbundwerkstoffen, der Bruchmechanik, den Auslegungsmargen und der tatsächlichen Belastung (durch den Betrieb und den Wind) abhängig. Derartige Komplexität erfordert sachkundige vorbeugende Wartung, um eine dauerhafte Leistung zu gewährleisten und die Lebensdauer der Rotorblätter zu verlängern. Die ordnungsgemäße Wartung umfasst regelmäßige vollständige Inspektionen, aus denen unter Umständen eine Reihe von Empfehlungen hervorgeht, sowie eine Großinspektion bei Ablauf der Gewährleistung. Unberechenbare Natur Die Rotorblätter von Windenergieanlagen sind auf den Betrieb unter widrigsten Bedingungen ausgelegt. Doch die Natur sorgt mitunter für Witterungsverhältnisse, die bei den Auslegungsberechnungen nicht immer vorhersehbar sind. In den meisten Klimazonen können beispielsweise schwankende Temperaturen und eine veränderliche Luftfeuchtigkeit während des Betriebs zu Schäden am Rotorblatt führen. Um diese Risiken auf ein sicheres Maß abzuschwächen, muss das Rotorblatt während seiner gesamten Lebensdauer besonders achtsam gewartet

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werden. Und effektive Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen erfordern fundierte Kenntnisse der Rotorblatt-Konstruktion. Schon winzige Risse können gewaltige Probleme verursachen Die meisten Rotorblatt-Konstruktionen vertragen die Kerbwirkung nicht, die im Lauf der Zeit aus kleinen Schäden entstehen kann. Die Ermüdung beginnt mit Haarrissen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber den Experten von LM Wind Power nur selten entgehen. Dank jahrzehntelanger Erfahrung können unsere Fachleuten innerhalb kürzester Zeit abwägen, ob die jeweilige Situation kleinere oder größere Reparaturen erfordert. Nicht ausgebesserte Bauteile werden immer weiter verschleißen und aus winzigen Rissen können sichtbare Risse entstehen – oder gar ein vollständiger Riss der Konstruktion. Rechtzeitige Reparatur ... Eine frühzeitige Analyse und Reparatur sichtbarer Risse im Rahmen der vorbeugenden Wartung ist entscheidend, um in Zukunft größere Reparaturen zu vermeiden. Rechtzeitig erkannte kleinere Probleme lassen sich bei minimaler Ausfallzeit beheben, und durch Erosion oder Blitzschlag verursachte Schäden an der Oberfläche können kostengünstig repariert werden. Das Service & Logistics Team von LM Wind Power steht jederzeit bereit, um Rotorblätter zu untersuchen oder einen Plan für die Wartungsarbeiten auszuarbeiten. Diese Investitionen zahlen sich auf jeden Fall aus!

Weitere Informationen über LM Wind Power Service & Logistics

erhalten Sie auf www.lmwindpower.com.


Stumpfe Kanten? Ein abgenutztes Vorderkantenprofil wirkt sich direkt auf die Leistung aus, denn die aerodynamischen Eigenschaften des Rotorblatts entscheiden, wie effektiv das Rotorblatt dem Wind die Energie entzieht. Eine neuartige Lösung besteht darin, den ursprünglichen Zustand des Profils wiederherzustellen: Hierbei handelt es sich um ein relativ neues, aber höchst effektives Service- und Instandhaltungsangebot von LM Wind Power Service & Logistics.


Im Wind

Stiller Erfolg Was uns der Wind über Leistung und Lärm lehrt

In jüngster Zeit wurde in den Medien viel darüber berichtet, wie sich der Lärm von Windenergieanlagen auf Menschen auswirkt, die in der Nähe von Windparks wohnen. Die Eigentümer von Windenergieanlagen sind selbstverständlich nicht nur an einer guten Jahresenergieerzeugung interessiert, sondern denken auch an die Anwohner. Deshalb wollen sie in Windenergieanlagen investieren, die geräuscharme Rotorblätter nutzen. Das Ziel besteht darin, die Umweltvorteile der Windenergie mit einer minimalen Ruhestörung und geringsten Eingriffen in die Natur auszuschöpfen. In den Anfangsjahren der Windenergieanlagenindustrie waren die Rotorblätter noch relativ klein. Der durch den Luftstrom bedingte Geräuschpegel der Rotorblätter war mit dem Lärm vergleichbar, der von anderen Teilen der Windenergieanlage (z. B. vom Getriebehaus) verursacht wurde. Doch als mit der Nachfrage nach größeren Windenergieanlagen auch die Größe der Rotorblätter wuchs, erwies sich ihr Geräuschpegel als wichtiges Kriterium für die Kaufinteressenten, vor allem für die potenziellen Käufer von Rotorblättern mit einer Länge von mehr als 35 Metern. LM Wind Power spielt eine wesentliche Rolle in diesem Marktsegment der großen Rotorblätter. Und deshalb zahlt es sich aus, über spezielle

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unternehmensinterne Akustikkompetenzen zu verfügen. Der leitende Akustikingenieur Qingshan Yao aus der Zentrale von LM Wind Power in Kolding soll sicherstellen, dass die Lärmfrage den Kunden des Unternehmens keine Steine in den Weg legt. „Die Bereitstellung geräuscharmer Rotorblätter bedeutet definitiv einen Wettbewerbsvorteil für uns – heute und in Zukunft“, erklärt Yao. „Und dieser Faktor wird immer mehr zu einem wesentlichen Kriterium für die Investoren langfristiger Windparkprojekte.“ Das Unternehmen verfolgt sowohl aerodynamische als auch aeroakustische Ziele. Yao verweist in diesem Zusammenhang auf eine philosophische Betrachtung: „Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass beste Aerodynamik – und somit auch höchste Leistung – im Widerspruch zu einer geräuscharmen Aeroakustik steht. Doch wir stellen immer häufiger fest, dass sich die beiden Faktoren eher wie Zwillinge verhalten. Wo wir glaubten, sie würden gegeneinander kämpfen, spielen sie in Wirklichkeit miteinander. Wir müssen einfach nur einen Weg vorgeben, damit ihr Zusammenspiel noch harmonischer wird“, sagt Yao. „Glauben Sie an UFOs? Das ist unser Ziel: Außergewöhnliche Geschwindigkeit und Leistung bei annähernder Geräuschlosigkeit.“


Rekordjagd mit freundlicher Unterstützung des Windes Was wird benötigt, damit ein Kite-Surfer schneller als je zuvor über die Wellen schießt? Diese Frage beschäftigt den nach Rekorden jagenden Kite-Veteran Sebastien Cattelan. Im Jahr 2010 haben ihn sein von LM Wind Power gesponserter Genetrix-Kite und seine hervorragenden Windkenntnisse zu einem neuen Geschwindigkeitsweltrekord von mehr als 55 Knoten (103 km/h) verholfen. Falls Sie das nicht sonderlich beeindruckt, sollten Sie vielleicht bedenken, dass er dabei auf einem nur 1,5 m langen Brett steht und bei Windgeschwindigkeiten von 40 bis 50 Knoten an seinem Trapez hängt. Das ist sicherlich nichts für Zartbesaitete – und das erforderliche Know-how über Windenergie ist mindestens genauso beeindruckend!   Die ganze Geschichte erfahren Sie auf www.sailspeedrecords.com.


TECHN O LO GIE

Die Fertigung ® des GloBlade Innovation ist ein gerne benut z tes Wort – selbst wenn es sich bei d em „ innovativen “ neuen Pro d ukt o d er d er „ innovativen “ neuen Dienstleistung nur um ein abgeänd ertes früheres Angebot hand elt. Innovationsinitiativen , aus d enen echte Neuentwicklungen hervorgehen , erford ern häufig da s Zusammenspiel von Technologie und Marketing .

Im Sommer 2009 entwickelte LM Wind Power eine Idee, die zurecht als innovativ gilt. Möglicherweise haben Sie schon darauf gewartet, dass etwas völlig Neues geschehen würde. Geraume Zeit hatten sich die Hersteller bei ihrem Konkurrenzkampf darauf versteift, immer bessere Rotorblätter zu entwerfen, die leichter, länger und schlanker als der jeweilige Vorgänger waren. Das waren zwar alles Schritte in die richtige Richtung, doch nichts davon war wirklich bahnbrechend. Glücklicherweise sollte sich das ändern. Alles begann mit einer regen Diskussion unter einigen Mitgliedern des Managementteams von LM Wind Power. Initiative für echte Innovation Ian Telford, neuer Vice President of Sales and Marketing des Unternehmens, arbeitete mit dem Chief Technology Officer Frank Nielsen zusammen. Gemeinsam begaben sie sich auf die Mission, ihre Kollegen davon zu überzeugen, etwas völlig Beispielloses in der Geschichte der Rotorblattfertigung bei LM Wind Power zu wagen. Dabei griffen sie eine Herausforderung des CEO Roland Sundén auf. Roland suchte nach einer echten Innovationsinitiative, d. h. nach einer Idee, die eine neue Wertschöpfung für die Kunden bedeutet und den Vorsprung von LM Wind Power vor den Mitbewerbern (insbesondere auf dem wettbewerbsintensiven chinesischen Markt) vergrößert. Bruch mit der Tradition Bisher galt die Prämisse, dass die Rotorblätter nach den Anforderungen der Kunden und gemäß den Spezifikationen für die jeweilige Windenergieanlage gefertigt werden sollten. Und dass das Unternehmen in bestehende Formwerkzeugtechnologie (LM 40.3 für 1,5-MW-Windkraftanlagen) investieren sollte, anstatt neue Rotorblätter bereits vor der Kundennachfrage zu fertigen.

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Doch der Vorschlag von Ian und Frank, ein Konzept mit dem Titel GloBlade® (einer Verschmelzung der Wörter „global“ und „blade“ (= Rotorblatt)), sollte diese Philosophie auf den Kopf stellen. Sie wollten ein serienmäßig produziertes Sortiment an Rotorblättern anbieten, das in jeder Region erhältlich sein würde und in die vorhandenen Windenergieanlagen der IEC-Klasse III installiert werden könnte. Den Anfang sollte das Rotorblatt GloBlade®1 LM 42.1 P machen, das für die meisten 1,5- und 1,6-MWWindenergieanlagen rund um den Globus geeignet ist. Das Erreichen dieses ambitionierten Ziels würde bspw. den Lebenszyklus vorhandener Windenergieanlagen beträchtlich verlängern. Die mit einem größeren Rotor zusätzlich erzeugte Energie würde während der Laufzeit der Windenergieanlage für die Amortisation des Rotorblatt-Sets sorgen. Diese Idee war so verlockend, dass die beiden schnell breite Unterstützung im Unternehmen fanden und das Projekt grünes Licht bekam. Wegbereiter unter Druck Das mutige neue Konzept der Fertigung bereits vor der Nachfrage war eine Sache, die Umsetzung dieser ehrgeizigen Idee in ein funktionstüchtiges Rotorblatt für eine Windenergieanlage eine ganz andere. Es bedurfte einer Vielzahl neuer Lösungen, um der hoch entwickelten aerodynamischen Konstruktion auch die nötige Zuverlässigkeit zu verleihen und gleichzeitig eine leichte Installation zu gewährleisten. Pioniergeist und jahrzehntelange Erfahrung mussten miteinander harmonieren, um den Erfolg zu gewährleisten. Glücklicherweise gab es in der Zentrale von LM Wind Power in Kolding reichlich von beidem. Das Projekt wurde Michael Lund-Laverick, einem sehr erfahrenen Projektleiter, und seinem Produktentwicklungsteam anvertraut. Das erste Rotorblatt GloBlade®1 LM 42.1 P sollte auf Hochleistung in der IEC-Klasse III ausgelegt werden.


Wussten Sie schon . . .

Ein neuer Stern am Windkrafthimmel Die Erwartungen waren hoch gesteckt. Um ihnen gerecht zu werden, musste das Team die Grenzen der Aerodynamik und des Maschinenbaus überschreiten. Die Vorbiege-Technologie von LM Wind Power, die Werkstoffauswahl und die Profilkonstruktion wurden voll ausgereizt, um aerodynamische Konstruktionen zu entwickeln, die sich im Windkanal des Unternehmens noch maximieren ließen.

Die Sterne ausrichten Ian Telford, Vice President of Sales and Marketing bei LM Wind Power, behauptet häufig, „die Sterne ausrichten“ zu müssen, um einem Rotorblatt zum Erfolg zu verhelfen. Denn das Rotorblatt selbst muss nicht nur grandios sein, es muss auch in die Windenergieanlage des Kunden passen. Diese Windenergieanlage wiederum muss sich gegen andere behaupten, der Markt im jeweiligen Land muss mit der entsprechenden Gesetzgebung gefördert werden und es müssen ausreichende Produktions­ kapazitäten vorhanden sein. Ohne eine derartige Ausrichtung lässt sich das Produkt nicht effektiv auf den Markt bringen.

Bis April 2010 wurde das erste LM 42.1-Formwerkzeug in Rekordzeit in China hergestellt. Und weniger als einen Monat später erblickte das erste Rotorblatt vom Typ GloBlade®1 LM 42.1 P das Licht der Welt, als es in unserer Fabrik in Tianjin dem Formwerkzeug entnommen wurde. Bis zum heutigen Tag erweist sich das GloBlade® als modernstes Rotorblatt für Windenergieanlagen im 1,5- und 1,6-MW-Segment. Tests haben gezeigt, dass das GloBlade® mit seiner Leistung nicht nur jedes andere Rotorblatt in diesem Segment übertrifft, sondern auch die Jahresenergieproduktion zuverlässig um bis zu fünf Prozent zu steigern. Eine Innovationsinitiative, die Früchte trägt Das GloBlade®1 LM 42.1 P findet bei den Kunden des Unternehmens sofort großen Anklang. Innerhalb von sechs Monaten lief die Produktion in den meisten chinesischen Werken an, die zum Teil noch erweitert werden mussten, um der Nachfrage gerecht zu werden. Neben der Erweiterung der bestehenden Fabriken wurden noch zwei neue Produktionsstätten errichtet, um dem beispiellosen Durchsatz Herr zu werden. Die positive Reaktion ist nicht nur Zeugnis einer überragenden Konstruktion und Technologie. Sie ist auch ein klarer Beleg dafür, dass es sich lohnt, querzudenken und auf die Bedürfnisse einer Industrie einzugehen, die echte Innovationen für mehr Effizienz und Profitabilität erwartet.

Eine schwere Last Wie alles im Zusammenhang mit dem GloBlade®, war auch der Transport zur Prüfanlage im Technology Center des Unternehmens in Lunderskov (Dänemark) nicht nur aufregend, sondern bedeutete außerdem einen neuen Rekord! Die ersten Rotorblätter wurden mit einer Antonov 225, dem größten Flugzeug der Welt befördert. Damit hält das GloBlade® LM 42.1 P den inoffiziellen Rekord als längstes Objekt, das jemals als Luftfracht transportiert wurde.

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STANDPUNKTE

Nachhalti g ke itsbewusstse in Beim Global Compact der Vereinten Nationen handelt es sich um die größte Nachhaltigkeitsinitiative von Unternehmen mit weltweit mehr als 8.000 Unterzeichnern. Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich eine Firma, zehn weltweit anerkannte Grundsätze bezüglich Menschenrechten, Arbeitsrecht, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung in ihre Geschäftstätigkeit und Unternehmenskultur zu integrieren. Die Unterzeichner müssen außerdem einen jährlichen Bericht zu ihren Fortschritten einreichen, der auch als CoP (Communication on Progress) bezeichnet wird.

Sind wir „grün“ genug? Von R ol a n d Su n d é n , C EO von L M W in d P ower

Als wichtiger Akteur in der internationalen Windenergie-Industrie sind wir vielleicht eines der umweltfreundlichsten Unternehmen der Welt. In den letzten 30 Jahren haben wir mehr als 130.000 Rotorblätter für Windenergieanlagen hergestellt, was ungefähr einer Windenergieproduktion von 43 GW entspricht. Das bedeutet eine jährliche Vermeidung von ungefähr 74 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen, die anerkanntermaßen als einer der wesentlichen Faktoren für den weltweiten Klimawandel gelten. Das ist natürlich positiv – und das ist mehr als die meisten anderen Unternehmen geleistet haben. Doch es ist noch längst nicht genug. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir noch umweltfreundlicher und sauberer bei all unseren Aktivitäten werden können, ohne die Kosten explodieren zu lassen. Dieser Standpunkt hat uns zur Einführung einer neuen globalen Nachhaltigkeitsstrategie

und zur kürzlichen Unterzeichnung des Global Compact der Vereinten Nationen bewegt. Derzeit nehmen wir genau unter die Lupe, wie wir unserer Geschäftstätigkeit in allen Bereichen nachgehen. Hinsichtlich der Geschäftsethik und den humanitären Anforderungen erfüllen wir bereits den Global Compact der Vereinten Nationen, doch mit unserer neuen Unternehmensstrategie verpflichten wir uns zu einem noch größeren Engagement in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit, Emissionen und Abfall sowie für alle Aspekte der Umweltverträglichkeit. Dabei geht es uns aber nicht um Philanthropie oder Eitelkeit. Vielmehr geht es uns darum, die ökologischen und sozialen Herausforderungen anzunehmen, mit denen wir bei unseren Geschäftsaktivitäten konfrontiert werden, und einen echten Wandel im Sinne eines langfristigen Überlebens zu bewirken, was sich letztlich auch als geschäftlich sinnvoll erweist.

Jetzt – oder vielleicht nie Im September 2010 hat die EU vorübergehend Einfuhrzölle in einer Höhe von bis zu 43,6 Prozent auf importierte chinesische Glasfasern aufgeschlagen. Windenergie-Erzeuger sind nun besorgt, dass die negativen Auswirkungen einer Entscheidung, die ursprünglich die Wettbewerbsfähigkeit schützen sollte, das geschäftliche Überleben gefährden könnten. Die Rohstoffkosten der europäischen Windenergie-Erzeuger werden nun dauerhaft höher sein – insbesondere im Vergleich zu den Rohstoffkosten der Mitbewerber außerhalb der Eurozone. Schlimmstenfalls ist die Überlebensfähigkeit einiger Produzenten in der EU gefährdet, was wiederum Umsatzeinbußen und den Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet. Der Einfuhrzoll steht auch in direktem Widerspruch zu EUUmweltschutzrichtlinien, die gesteigerte Investitionen in erneuerbare Energieformen und reduzierte CO2-Emissionen fordern, wobei die CO2-Emissionen überwiegend von fossilen Energiequellen verursacht werden.

Die Abgabe wurde mittlerweile auf einen Betrag zwischen 7,3 und 13,8 Prozent festgelegt, der fünf Jahre gültig bleiben soll, sofern er nicht ganz aufgehoben wird. Christopher Springham, Vice President of Global Communications bei LM Wind Power, hat versucht, die Branche wachzurütteln.  „Es könnten mehr Maßnahmen ergriffen werden“, sagt Christopher. „Eine ganze Reihe wesentlicher Akteure, die Einfluss auf die Situation nehmen könnten, sind leider passiv geblieben. Das ist jetzt die letzte Gelegenheit für sie, sich Gehör zu verschaffen und die Lage zu retten. Es ist zwingend erforderlich, dass sich sämtliche betroffenen Parteien (vor allem aus dem Bereich der Windenergie) zusammenschließen, um den EULandesvertretern die umstrittenen Auswirkungen vor Augen zu führen, die der Antidumpingzoll auf Glasfaserprodukte (AD549) als Langzeitmaßnahme mit sich bringt.“


Schauen Sie gerade einer anderen Person über die Schulter? Abonnieren Sie doch einfach den Newsletter auf www.lmwindpower.com

Es kommt nur selten vor, dass der hochmoderne Windkanal von LM Wind Power bei Kolding (Dänemark) für etwas anderes als professionelle Entwicklungs- und Prüfprozesse beim Rotorblattbau verwendet wird. Doch vor kurzem wurde eine Ausnahme gemacht und die beiden Moderatoren der dänischen TV-Show „Store Nørd“ durften die Anlage übernehmen, um einen ungewöhnlichen Wettkampf aufzuzeichnen. Die für Teenager konzipierte, lustig angelegte Show vermittelt auf lässige Weise Wissenswertes aus Technologie und Naturwissenschaft. Bei dem Wettbewerb trat ein gewöhnliches Fahrrad gegen ein Tretauto an – und zwar zunächst in der ursprünglichen Bauweise und dann mit optimierter Aerodynamik. Zunächst wurden die mit Sicherheitsdrähten festgezurrten Gefährte einem simulierten Gegenwind von bis zu 70 km/h ausgesetzt. Bei diesem Windwiderstandstest erwies sich die abgespeckte Version des Fahrrads mit zusammengekauertem Fahrer als Sieger, obwohl das Tretauto mit einer aerodynamischen Fiberglasverkleidung ausgestattet war. Der Windkanalingenieur Poul Kramer beaufsichtigte das Event. „Nicht schlecht“, meint er lächelnd: „Aber wir konnten denen schon noch ein, zwei Dinge beibringen!“

Tipps

Wilder Ritt im Windkanal

Fünf Möglichkeiten, ein Tretauto windschlüpfig zu machen:

1 Konstruktion einer Karosserie, die glatt ist, keine Kanten hat und sich nach hinten verjüngt. 2 Sicherstellung, dass die Karosserie nicht bis unter die Bodenplatte reicht, da ansonsten darunter Luftwiderstand erzeugt wird. 3 Auskleiden des Cockpits um den Fahrer mit Schaumstoff, damit sich kein Wind im Inneren fangen und verwirbeln kann. Anbringung jeglicher Sechskantschrauben 4 außen am Auto so, dass ihre flachen Seiten nicht in den Wind zeigen. 5 Die Riemen des Fahrerhelms mit Klebeband abkleben, damit sie nicht umherflattern.

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Lizensiertes Blitzschutzsystem Zertifizierte Absicherung

LM Wind Power ist das erste Unternehmen der Branche, dem vom Germanischen Lloyd ein Bauteilzertifikat für ein Blitzschutzsystem gemäß den aktuellen Richtlinien und der neuen Norm DIN EN 61400-24 (VDE 0127-24) ausgestellt wurde.

Der Newsletter wird von LM Wind Power herausgegeben Redakteur: Helle L. Andersen (hla@lmwindpower.com) Design: Eye For Image

Jupitervej 6 6000 Kolding Dänemark Tel.: +45 79 84 00 00 www.lmwindpower.com info@lmwindpower.com