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Frankreich bei Frauenquote vor Deutschland

30.01.2014

Der Einzug von Frauen in die Führungsetage von Konzernen stößt nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) in Deutschland auf größeren Widerstand... Der Einzug von Frauen in die Führungsetage von Konzernen stößt nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) in Deutschland auf größeren Widerstand der Unternehmen als in Frankreich. "Es war ein hartes Stück Arbeit, zu einer Regelung in Deutschland zu kommen", sagte Schwesig im Interview mit Bloomberg News. Bei deutschen Unternehmen sei es "offensichtlich" schwieriger, eine Frauenquote durchzusetzen als in französischen. In Frankreich stimmte der Senat im Herbst 2010 für eine stufenweise Quotenregelung. Während französische Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten bis 2017 ihre Aufsichtsräte zu 40 Prozent mit Frauen besetzen müssen, sollen nach den Plänen der Großen Koalition deutsche börsennotierte Konzerne von mehr als 2000 Arbeitnehmern lediglich verpflichtet werden, 30 Prozent ihres Aufsichtsgremiums mit Frauen zu besetzen und das ausschließlich bei Neubesetzung. "Das betrifft etwa 120 Unternehmen in Deutschland", erklärte Schwesig. Darüber hinaus sollen rund 1577 börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen verbindliche Quotenziele für Aufsichtsräte, Vorstände und für die oberste Führungsebene festlegen. Ausnahmen für traditionell männliche Branchen soll es nach den Plänen der Familienministerin nicht geben. "Es ist ein häufig verwendetes Argument, dass in bestimmten Branchen nicht genügend Frauen für Aufsichtsratspositionen zur Verfügung stehen", meint Schwesig. "Dem kann ich nicht folgen." 62 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder verfügten über eine kaufmännische oder eine juristische Ausbildung. Lediglich 24 Prozent verfügten über einen naturwissenschaftlich-technischen Hintergrund. Am Montag kritisierte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, die Pläne der Bundesregierung. Deutsche Firmen seien mit freiwilligen und individuellen Zielsetzungen erfolgreich, sagte er der Bild- Zeitung. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vom 15. Januar werden Top-Posten in deutschen Unternehmen nur zögerlich mit Frauen besetzt. In den Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen stieg der Frauenanteil 2013 im Vergleich zum Vorjahr um etwa zwei Prozentpunkte auf gut 15 Prozent, in den Vorständen stagnierte er hingegen nahezu bei gut vier Prozent. Bei den 30 Dax- Unternehmen ging der Anteil von Frauen in Vorständen sogar zurück, um anderthalb Prozentpunkte auf gut sechs Prozent. Quelle: Bloomberg

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