Page 1

Jüngster Ortschef In einem Wahl-Krimi wurde Wolfgang Bammer (32) bei der Bürgermeister-Stichwahl im Mai mit 25 Stimmen Vorsprung zum jüngsten Ortschef in der Geschichte von Grünau gewählt. Warum er schon in der Volksschule Bürgermeister werden wollte, erzählt er auf den Seiten 20/21.

Hilfe für Kosovo

Einmal im Jahr fahren Claudia und Andreas Jungwirth (Foto) 1.150 Kilometer in den Kosovo. Im September ist es wieder soweit. Mit Spendengeldern im Gepäck unterstützt das Ehepaar aus Molln vor Ort Menschen, die in einem der ärmsten Länder Europas durch den Rost fallen. Seite 6

Wolldecken bringen Wärme in die Welt

Neun Bäuerinnen aus Pettenbach verschicken dreitausend Decken bis Afrika und Brasilien. Seite 4

extra blick

Österreichische Post AG • RM 97A456301K • 4563 Micheldorf

Die Zeitung fürs südliche Oberösterreich! Auflage 56.000 • Gradenweg 1 • 4563 Micheldorf Tel. 075 82 / 61 3 66 • Mail: redaktion@extrablick.at 22. Jahrgang • Nummer 11/2018 • 10. August

w w w. e x t r a b l i c k . a t

• Kunst-Genuss

In Vorchdorf sind regelmäßig bekannte bildende Künstler wie Hermann Nitsch oder Martha Jungwirth zu Gast. Verantwortlich dafür ist Erich Spitzbart, der in der Almtalgemeinde seit fast vier Jahrzehnten eine Galerie betreibt. Und ein Restaurant, das von verschiedenen Gourmet-Führern mehrmals als bestes Speiselokal Oberösterreichs ausgezeichnet wurde. Seite 16

• Benedikt-Weg

Von Kloster zu Kloster – zu den Wurzeln des europäischen Mönchtums – soll der Benediktweg einmal durch halb Europa führen – vom nördlichsten Benediktinerkloster Europas in Schottland bis nach Mittelitalien. Die erste Etappe entstand vor bald zehn Jahren – von Spital am Pyhrn aus. Schon heute zählt der Benediktweg zu den zehn beliebtesten Pilgerwegen der Welt. Seite 24

Vom Almtal ans Meer.

Die beiden Grünauer René Freund (links) und Helmut Wittmann sind mit ihren eben erschienenen Büchern „Ans Meer” und „Der Geschmack der zwölf Montate” in den Bestsellerlisten gelandet. Im extra-blick stellen die beiden Freunde das Werk des anderen vor. Seite 10/11

• Traum-Einstand

Nach zahlreichen Stationen in der 2. Bundesliga erfüllte sich für Fußballer Daniel Kerschbaumer im Sommer ein Kindheitstraum. Der Kicker, der in Inzersdorf im Bezirk Kirchdorf aufgewachsen ist, wechselte zum SV Mattersburg in die 1. Bundesliga, durfte bei den Burgenländern in den ersten beiden Partien von Anfang an ran und trug sich bereits in die Torschützenliste ein. Seite 27


extra blick

2

Nummer 11, 10. August 2018

Alle dreizehn Wohnungen werden barrierefrei errichtet und entsprechen dem Niedrigstenergiestandard: 23,6 kWh/m²a, fGEE = 0,51.

Freddy Durchblick

Verehrte Leserinnen, verehrte Leser!

In „Das Geschenk der zwölf Monate” stellen Märchenerzähler Helmut Wittmann und Ehefrau Ursula Märchen, Bräuche und Rezepte im Jahreskreis vor. Wir haben die beiden Autoren aus Grünau gebeten, jeweils das Werk des anderen zu beschreiben. Wir finden, es ist ihnen hervorragend gelungen! Aber lesen Sie selbst … Der nächste extra-blick erscheint am 30./31. August. Bis dahin alles Gute, auf Wiederblicken, herzlichst Ihr

Freddy Durchblick

Paradiesisch leben!

In Schlierbach entstehen 13 Mietwohnungen in herrlicher Lage

E

intauchen in einen Ort mit viel Charme und Idylle: Die GVVG (gemeinnützige Vermietungs- und Verwaltungsges. m.b.H.) – ein Tochterunternehmen der LAWOG – errichtet in Schlierbach eine geförderte Wohnanlage mit dreizehn Mietwohnungen. Die Wohnanlage besteht aus einem Gebäude mit drei Zweizimmer- und zehn Dreizimmereinheiten. Alle Geschoße sind mit der im Kern des Gebäudes angeordneten einläufigen Treppe und dem Lift barrierefrei erreichbar. Der Zugang zu den Häusern im Erdgeschoß und Kellergeschoß wird stufenlos somit ebenfalls barrierefrei ausgeführt. Die moderne Wohnanlage entsteht in der Stiftsstraße, ein begehrter Ortsteil im wunderschö-

nen Schlierbach. Das dreigeschoßige Gebäude sowie die Kellerräumlichkeiten werden in Massivbauweise errichtet. Das architektonische Erscheinungsbild des Hauses wird durch eine Vollwärmeschutz-Dämmfassade mit Reibputzbeschichtung, Kunststofffenster-und Türkonstruktionen definiert. Die tragenden Außen-, Innen- und Zwischenwände bestehen aus Ziegelmauerwerk – oder wo erforderlich, aus Beton. Mit dem cirka 20 Zentimeter starken verputzten

Fassadenwärmedämmsystem und den technischen Energiesparmaßnahmen wird eine Energiekennzahl der Objekte in der Niedriegstenergie-Stufe erreicht. Rasch bewerben! Wenige Dreiraumwohnungen sind noch frei! Die Übergabe erfolgt bereits im November 2018. Alle Infos: www.lawog.at oder am Gemeindeamt Schlierbach, Stiftsstraße 1, 4553 Schlierbach, Telefon: 07582 812 55; Email: gemeinde@schlierbach.at

Anzeige

Die Urlaubs- und Ferienzeit im Sommer eignet sich besonders gut dafür, an einem schattigen Platzerl nicht nur die neueste Ausgabe des extra-blick, sondern auch wieder einmal ein gutes Buch zur Hand zu nehmen. Wir legen Ihnen diesmal gleich zwei Exemplare ans Herz. „Ans Meer” heißt der neue Roman von René Freund, der derzeit in fast allen Bestsellerlisten ganz vorne zu finden ist. Er erzählt auf lustige und unterhaltsame Weise die Geschichte einer krebskranken Frau, die mit Hilfe eines LinienbusChauffeurs noch einmal das Meer sehen möchte.

Ein Meer aus Hortensien.

Seit achtzehn Jahren ist Maria Strassmayr auf den Rollstuhl angewiesen. Das hindert die Landwirtin vom „Bachtl in der Friedhub” in Pettenbach aber nicht, am Hof kräftig mitanzupacken. Neben der täglich anfallenden Arbeit sind die Blumen ein willkommer Ausgleich und ihre große Freude. Besonders stolz ist die Bäuerin auf die Farbenpracht ihrer Hortensien, die Maria Strassmayr zum Großteil selbst gezüchtet hat. Entland der Hausmauer des schmucken Bauernhofes sind sie ein echter Hingucker.


extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

3

winkel

Hinterstoder ist Vorbild für Gemeinden in ganz Europa Die 930-Seelen-Gemeinde gewinnt Europäischen Dorferneuerungspreis

S

Blick Blick

Thomas Sternecker

Helfen tut so gut!

Foto: Roland Wallner

o kann es nicht weitergehen, sagten sich Anfang der 1990er Jahre die Gemeindevertreter rund um Bürgermeister Helmut Wallner und starteten einen ganzheitlichen Entwicklungsprozess, der im Laufe der Jahre aus dem Schlusslicht eine Vorzeige-Gemeinde in Sachen Nachhaltigkeit, Innovation und Modernität entstehen ließ. Der unermüdliche Einsatz und das Engagement vieler verschiedener Gruppen in der Gemeinde über Jahrzehnte wurde nun mit dem Sieg beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 belohnt. „Damit konnten wir bei 23 hochkarätigen Mitbewerbern beim besten Willen nicht rechnen”, freut sich Hinterstoders Bürgermeister Helmut Wallner und bedankt sich bei allen, die in verschiedensten Projekten ehrenamtlich für die Gemeinde arbeiten: „Sie alle haben großen Anteil an dieser sensationellen Auszeichnung, die uns europaweit in die Auslage stellt.” „Hinterstoder zeigt äußerst facettenreich, wie die Hebung der Lebensqualität in einem attraktiven, zukunftsfähigen Dorf zum Schlüsselfaktor eines Entwicklungsprozesses werden kann”, heißt es in der Begründung der Jury. Herausragend aus einer Vielzahl an Projekten, die in den letzten Jahren in Hinterstoder realisiert wurden, sind die Erstellung eines Naturraum-Entwicklungskonzeptes, die Rückwidmung von Bauland in Grünland, die Renaturierung des Naturjuwels Schiederweiher, die Errichtung des preisgekrönten Veranstaltungszentrums Höss-Halle und des Vereinshauses, die Etablierung der Dachmarke „Hinterstoder pur” für alle touristischen Angebote sowie die Initiativen „Stodertaler-WIR-te” und „Landinger Sommer”.

Vize-Bürgermeister Klaus Aitzetmüller (links) und Bürgermeister Helmut Wallner (rechts) beim Besuch der internationalen Juroren Arno Frising und Beatrix Drago, die Hinterstoder genau unter die Lupe nahmen. Die Preisverleihung findet von 20. bis 22. September in Tirol statt.

TOP IM JOÖB Facharbeiter/in als Polier/in Straßenmeisterei Kremsmünster – Dauerposten, Vollzeit

Sie haben die Lehrabschlussprüfung in einem Beruf des Bauhaupt- oder Baunebengewerbes oder die Prüfung als landwirtschaftliche/r oder forstwirtschaftliche/r Facharbeiterin/Facharbeiter sowie eine einschlägige Zusatzausbildung (z.B. Polierprüfung)? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung! Nähere Informationen: ■ karriere.land-oberoesterreich.gv.at ■ Entlohnung: Funktionslaufbahn [LD 18] des Oö. Gehaltsgesetzes 2001 ■ Frau Silvia Etzlstorfer, Abteilung Personal-Objektivierung, Tel. (+43 732) 7720-112 41 Schicken Sie uns Ihre Bewerbung bis spätestens 22. August 2018 (Datum des Einlangens) online oder per Mail (karriere@ooe.gv.at). Amt der Oö. Landesregierung Abteilung Personal-Objektivierung 4021 Linz, Bahnhofplatz 1

Diesmal präsentieren wir gleich zwei Sozialprojekte, die es sich verdient haben, einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Neun Pettenbacher Bäuerinnen treffen sich alle vierzehn Tage und stricken Wolldecken. Mit über dreitausend Stück haben sie in den vergangenen dreißig Jahren Wärme in die Welt gebracht und Menschen geholfen, denen es nicht so gut geht wie uns. Auch Andreas und Claudia Jungwirth aus Molln helfen – den Ärmsten der Armen im Kosovo. Einer der ärmsten Staaten Europas, nur etwas mehr als 700 Kilometer Luftlinie von uns entfernt. Flächenmäßig und einwohnermäßig etwa so groß wie Oberösterreich, aber ansonsten nicht mit unserer wunderschönen Heimat zu vergleichen. Obwohl wir viel zu oft über dies oder das jammern, führen uns solche Geschichten immer wieder vor Augen, wie guts uns eigentlich geht. Deshalb sollte sich jeder für zumindest ein Projekt, mit dem er sich identifizieren kann, engagieren – oder zumindest einmal im Jahr dafür Spenden. Öffnen wir unser Herz und unsere Brieftasche für die, die nicht wie wir auf die Butterseite des Lebens gefallen sind.


4

extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

Diese Frauen

Alle zwei Wochen treffen sich neun Nachbarinnen in der Pettenbacher Ortschaft Hammersdorf. Sie nähen wollene Decken zusammen. In den vergangenen dreißig Jahren haben sie über dreitausend solcher Decken gestrickt, zusammengestellt und verschenkt.

Vierundfünfzig Fleckerl mit je fünfzehn bis zwanzig Zentimeter Seitenlänge – die geben eine Wolldecke.

Die Wolle für ihre Decken bekommen die Hammersdorfer Frauen gespendet.

Gestrickt wird daheim, allein. Bei den gemeinsamen Treffen werden die Teile für eine Decke dann zusammengenäht. Über Wollspenden sind die Frauen sehr dankbar – Tel. 07586 8509.

Es ist uraltes Bauernland da draußen am Aiterbach an der Grenze zwischen Pettenbach und Ried. Beile aus der Jungsteinzeit wurden hier gefunden, römische Münzen und mittelalterliche Keramik. Bairische und slawische Siedler haben hier Heimat gesucht. Die Knappenbäurin, die Neubäurin, die Maurerbäurin, die Stöttigin, die Rienerin, die Schnörchin, die Saulehnerin, die Henzigin und die Kammerstätterin – sie sind sowas wie Eingeborene. Und trotzdem haben sie sich schon vor Jahrzehnten auch um Menschen gesorgt, die weit weg von uns daheim sind und denen es nicht so gut geht. Viele Decken und eine Welt Die Pettenbacher Missionsrunde gibt es seit gut fünfzig Jahren. Und die Hammersdorfer Deckenrunde ist ein Teil davon. Die Leute von der Missionsrunde unterstützen Projekte auf der ganzen Welt: In Brasilien, im tropischen Afrika oder in den Ländern Osteuropas. Ob es die wärmenden Wolldecken sind, der Erlös aus dem Flohmarkt oder dem Weihnachtsmarkt. Ein Abend in der Woche ist für die Decken reserviert: Das war schon so, als es noch den Eisernen Vorhang gab und kaum ein Mensch nach Ungarn gekommen ist oder nach Bulgarien. Ein Abend in der Woche – das ist so geblieben, als die Jugoslawienkrise kam und mit ihr tausende Menschen auf der Flucht.

Mittlerweile sind die Frauen von der Deckenrunde älter geworden – die Kinder sind aus dem Haus. So treffen sie sich jetzt eben am Nachmittag. Aber sie wechseln weiter von Haus zu Haus. Dabei gibts dann ein paar bewährte Grundregeln: Beim Treffen selbst wird nicht gestrickt – die vierundfünfzig Fleckerl, aus denen eine Decke zusammengesetzt ist, die bringen die Frauen von daheim mit. Manche in der Runde hat schon vier-, fünfhundert Decken gestrickt. Die Fleckerl sind farblich sortiert – da braucht nur mehr in der vorgegebenen Reihenfolge genäht werden. Und bewährt hat sich auch eine bestimmte Sitzordnung: „Wenns annerst sitzen, passens scho net z‘samm”, sagt die Henzigin, eine der jüngsten in der Runde. Oder anders gesagt: „Mir san a weng gscheit, aber da san a oa ganz z‘gscheit”. 54 Fleckerl mit Liebe gestrickt und genäht Durch solche Sprüche draus bringen lässt sich keine der Frauen. Bewährt hat sich auch die Arbeitsteilung: Wenn sich eine schon schwer tut beim Stricken oder Nähen, dann trennt sie eben Gestricktes auf. Und eine Endkontrolle gibts auch: Wenn was nicht ganz fertig wird, dann macht das die Stöttigin. Irgendwann so um fünf herum wird es dann Zeit für den gemeinsamen Kaffee. Dazu gibts in jedem Haus traditionell Butterbrot mit Marmelade. Abgesehen von der Runde von Frauen, die die Decken zusammennäht, gibt es noch vier, fünf Frauen, die daheim Fleckerl stricken. Über die Decken aus Pettenbach freuen sich vor allem Menschen im nördlichen Albanien, in Bulgarien und in Ungarn. Dorthin geliefert werden sie vom Ver-


extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

5

bringenn Wärme Wärme in in die die Welt Welt ein ORA, einer privaten Hilfsorganisation, die in Andorf, in Oberösterreich ihren Ursprung hat. Dass sich grad in unserer Gegend soviele Menschen für Entwicklungshilfe und Mission einsetzten, das hat wohl auch mit den Klöstern in unserer Gegend zu tun: Das Stift Schlierbach ist seit den 1930er Jahren in Brasilien aktiv, das Stift Kremsmünster und die Benediktinerinnen von Steinerkirchen ab dem Jahr 1970. Von evangelischer Seite gibt es seit den 1960er Jahren die Projekte der Missionsgemeinschaft der Fackelträger, die von Schloss Klaus aus koordiniert werden. Der Missionsladen in Pettenbach liegt zwischen Pfarrhof und Kirche. Hier gibts Freitag und Samstag einen Flohmarkt mit vielfältiger Auswahl: Freitag 8

bis 11.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag von 14 bis 16 Uhr. Franz X. Wimmer

Dreißig Jahre stricken die Frauen aus Hammersdorf schon ihre Decken für den guten Zweck. Dazu auch noch an die hundert Paar Socken jedes Jahr.

Kennen Sie schon unseren

„Early Bird“

BARCELONA & VALENCIA Mi. 27.03. – So. 31.03.2019 (5 Tage)

„ … der frühe Vogel fängt den Wurm!“ Sichern Sie sich unter diesem Motto unseren Super-Frühbucherbonus, den wir Ihnen für viele Reisen bei Buchung bis 31.10.2018 gewähren. Sie geben uns die Möglichkeit langfristig zu planen – wir geben Ihnen den günstigsten Preis!

HERBST | WINTER | FRÜHLING REISEKATALOG KOSTENLOS ANFORDERN 4560 Kirchdorf | 07582/63147 | reisen@weiermair.at | www.weiermair.at

SIZILIEN

Mo. 25.03. – Mo. 01.04.2019 (8 Tage)

ROM in der Karwoche So. 14.04. – Do. 18.04.2019 (5 Tage)


extra blick

6

Nummer 11, 10. August 2018

Hilfe für die Ärmsten Andreas und Claudia Jungwirth aus Molln engagieren sich für Menschen, die in einem der ärmsten Länder Europas durch den sozialen Rost fallen.

Ob jung, ob alt – die Freude über die Lebensmittel-Pakete ist riesengroß.

Claudia Jungwirth beim Ausliefern der Mehlsäcke.

Andreas Jungwirth zeigt zwei Buben, wie man ein Malbuch benutzt.

Mit einer Fläche von knapp 11.000 Quadratkilometern und 1,8 Millionen Einwohnern hat der Kosovo – auch landschaftlich – eine starke Ähnlichkeit mit Oberösterreich. Was die Armut und die Arbeitslosigkeit betrifft, haben die beiden Länder aber kaum etwas gemeinsam. „Ein Handwerker verdient im Monat etwa 200 Euro, ein Pensionist muss mit 120 Euro auskommen. Bei den Jugendlichen beträgt die Arbeitslosenrate etwa 70 Prozent, sie müssen bei etwa gleichen Lebenshaltungskosten wie in Österreich mit 75 Euro Sozialhilfe auskommen, was unmöglich ist”, zeichnet Andreas Jungwirth ein düsteres Bild von einem der ärmsten Staaten Europas. Als Soldat 40 Monate im Kosovo stationiert 25 Jahre lang diente der Mollner beim Österreichischen Bundesheer, zwischen 2003 und 2011 war er insgesamt vierzig Monate im Kosovo stationiert, um unter anderem Sozialprojekte und die Wiedervereinigung der ehemaligen Kriegsparteien voranzutreiben. Dabei lernte er ein Land kennen, das durch den JugoslawienKrieg Ende der 1990er Jahre schwer in Mitleidenschaft gezogen war – und sich bis heute nicht davon erholt hat. Nachdem der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt hatte, tappte der Balkanstaat, der über keinen direkten Zugang zum Meer verfügt, in die Armutsfalle. „Weil der Kosovo kein Mitglied der Europäischen Union ist, dürfen die Menschen auch nicht in anderen Ländern Europas arbeiten”, berichtet Jungwirth von einem humanitären Teufelskreis.

„Es gibt fast alles, aber kaum jemand kann es sich leisten”, weiß Andreas Jungwirth. Viele Menschen – vor allem am Land – haben kein fließendes Wasser und keinen Strom. Ein funktionierendes Sozialsystem gibts nicht, wer krank wird, muss sich die Behandlung aus eigener Tasche bezahlen – was viele gar nicht – oder nur mit Hilfe sündteurer Kredite bewerkstelligen können.

Es gibt fast alles, aber kaum jemand kann es sich leisten

Bereits als Bundesheer-Soldat engagierte sich Andreas Jungwirth für die Menschen im Kosovo, organisierte Hilfstransporte von Österreich und sammelte Spenden. Als er 2011 zur Finanz wechselte, beschloss der Steyrtaler: „Wir machen privat auf eigene Faust weiter!” Seit 2012 sammelt der 55-Jährige Spenden in seinem Bekanntenkreis, die er jedes Jahr gemeinsam mit Ehefrau Claudia in der Gegend rund um die Städte Suhareka, Peja und Gjakova in Form von Hilfspaketen oder Lebensmitteln persönlich unter die Menschen bringt. Mittlerweile wird er dabei neben vielen privaten Spendern von Steyrtaler Unternehmen, dem Lions-Club und anderen Vereinen unterstützt. „Jeder Cent wird weiter gegeben, wir führen genau Buch, kaufen alle Dinge vor Ort im Kosovo. Damit ersparen wir uns den Transport und stärken die dortige Wirtschaft.” Ein Sack Mehl für den größten Hunger Bei der Verteilung arbeiten Claudia und Andreas Jungwirth eng mit dem Sozialamt vor Ort zusammen. Dort erfahren sie, wer am dringendsten Hilfe benötigt. Neben Lebensmittelpa-


Nummer 11, 10. August 2018

extra blick

7

der Armen Arm men im im Kosovo Kosovo keten verteilen die Mollner Medikamente, Brennholz, Reis, Zucker, Teigwaren und jede Menge Mehlsäcke zu je 25 Kilo zum Stückpreis von je zehn Euro. Damit bäckt eine durchschnittliche Familie einen Monat lang Fladenbrot, das im Kosovo das wichtigste Grundnahrungsmittel ist. Außerdem betreuen die Steyrtaler eine zweiräumige, vierklassige Volksschule und unterstützen Schwester Maria Martha Fink aus Vorarlberg, die eine mobile Heimpflege für etwa 600 Personen und dreimal pro Woche warmes Essen für Kinder organisiert. Nächster Hilfseinsatz startet im September Warum sich die Mollner diesen Aufwand jedes Jahr antun? „Weil es ein schönes Gefühl ist, jemandem zu helfen”, braucht Andreas Jungwirth nicht lange zu überlegen. Und noch ein Gedanke treibt ihn an: „Wenn wir diesen armen Menschen nicht vor Ort helfen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie zu uns flüchten.”

Die Lebensumstände der Menschen am Land sind oft katastrophal. Am 12. September starten Claudia und Andreas Jungwirth zu ihrer nächsten Kosovo-Mission. Zehn Tage lang werden die beiden im Einsatz sein, um die Spendengelder aus dem Steyrtal

Die Mollner unterstützen im Kosovo auch den Verein „Handikos”, der sich um Menschen mit Beeinträchtigungen kümmert.

vor Ort unter die arme Bevölkerung zu bringen. Wer sie mit Spenden unterstützen möchte, der kann jederzeit mit Andreas Jungwirth Kontakt aufnehmen unter ac.jungwirth@gmx.at

oder Tel. 0664 59 07 455. Wer ihm auf Facebook eine Freundschaftsanfrage schickt, kann den Hilfseinsatz dort täglich aktuell mitverfolgen. Thomas Sternecker

Müllberge, wohin man schaut: Eine geregelte Müllentsorgung gibts im Kosovo nicht – und wenn, dann kann sie sich kaum jemand leisten.


Seitenblicker

ewald@extrablick.at

Ewald Schnabl

Die Lederhosee stahl stahl allen allen die die Show Show

M

ittlerweile oft andernorts kopiert, aber nie erreicht – das Original Internationale Lederhosentreffen in Windischgarsten! Für drei Tage war Windischgarsten wieder die Welthauptstadt der Krachledernen. Tausende Gäste aus dem In- und Ausland kamen zur 36. Auflage ins Garstnertal – die meisten – wie es sich gehört – im ledernen Beinkleid oder im schmucken Dirndl. „Dieses Fest ist mittlerweile zum wichtigen Botschafter für unsere wunderschöne Region geworden”, freute sich Katharina Gössweiner, Obfrau des Kulturforums Pyhrn-Priel über ihre mehr als gelungene Premiere als Organisationschefin, „ein großes Danke an das ganze Team, das mich perfekt unterstützt hat.” Auch für nächstes Jahr hat sie schon tolle Ideen – „wir lassen uns sicher wieder etwas Neues einfallen.” Bleiben wird ganz sicher der einmalige Charme dieses einzigartigen Festes, das dem unverwüstlichen „Beinkleid” ein Denkmal gesetzt hat.

Beim Lederhosentreffen v.l.: Weltcup-Skicrosser Daniel Traxler aus Spital am Pyhrn, Obfrau Katharina Gössweiner (Kulturforum Pyhrn-Priel), Windischgarstens Bürgermeister Norbert Vögerl und Helmut Lugmayr, Geschäftsführer der Bernegger GmbH.

Im Eiltempo bergwärts

I

n ausgezeichneter Verfassung präsentierte sich der ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer, als er dieser Tage mit Ehefrau Christa und Helmut Wallner auf die Zellerhütte wanderte. „Ich bin viel in den Bergen unterwegs, musste aber schauen, dass ich sein hohes Tempo mitgehen kann”, staunte der Hinterstoderer Bürgermeister über die

gute Kondition des OÖ. Seniorenbundchefs, der natürlich eine Erklärung für seine Fitness hatte: „Die hab ich mir bei den vielen Wandertagen der Seniorenbund-Ortsgruppen geholt!” Übrigens: Beim ZellerhüttenFest am kommenden Dienstag, 14. August werden ab 10 Uhr die neue Kuchl und Stube gesegnet und offiziell eröffnet.

Ennstal Classic zum runden Geburtstag.

Bereits zum fünften Mal startete der Kremsmünsterer Zahnarzt Heribert Medweschek (links) bei der Ennstal Classic. Diesmal wars ein ganz besonderes Erlebnis, feierte er doch während der Rallye seinen 60. Geburtstag in seinem „Devin D, Baujahr 1961 – einer Kombination aus Porsche und VW, die in Handarbeit gebaut wurde. Am Beifahrersitz war diesmal sein Bruder Günter dabei, der ebenfalls während der Rallye seinen 57. Geburtstag feierte. Die Ennstal Classic zählt zu den schönsten Oldtimer-Rallyes Europas, die 238 Starter – darunter Promis wie Peter Kraus oder Dieter Quester – machten auch heuer wieder in Spital am Pyhrn und in Steyr Station.

Vor der Zellerhütte v.l.: Landeshauptmann a. D. Josef und Christa Pühringer, die Hüttenwirte Theresa und Wolfgang und Hinterstoders Bgm. Helmut Wallner.


Nummer 11, 10. August 2018

Seitenblicker

9

Hilfe für Kleinbauern Kleinbbauern in in Brasilien Brasilien

I

m Jahr 1970 startete das Stift Kremsmünster anlässlich seines 1.200-Jahr-Jubiläums einen Missionseinsatz in der Stadt Barreiras in Brasilien. Treibende Kraft war der Benediktinermönch Richard Weberberger, der 1974 Pfarrer in Barreiras wurde und den der Papst 1979 zum dortigen Bischof ernannte. In den letzten Jahrzehnten wurden für die sehr arme Bevölkerung viele Sozialeinrichtungen wie Altenheime, Gesunheitszentren oder Kindergärten geschaffen. Ein Projekt von vielen ist die Kleinbauernschule in Angical. „Kinder von Kleinbauernfamilien erhalten dort die Möglichkeit, in einem Internat zu wohnen, die 5. bis 8. Schulstufe zu besuchen und erhalten ein Abschlussdiplom als Agrartechniker”, erzählte der aus Windischgarsten stammende Entwicklungshelfer Martin Mayr, der diese Schule als Projektleiter seit 1991 betreut. Bei einem Treffen im Stift Kremsmünster durfte er sich über eine großzügige Spende vom Rotary-Club Kremsmünster freuen, der dieses Schulprojekt mit 5.000 Euro unterstützt.

Bei der Spendenübergabe im Stift Kremsmünster v.l.: Vizepräsident Tilman Königswieser, Kremsmünsters Rotary-Präsident Ewald Schnabl, Projektverantwortlicher Martin Mayr aus Windischgarsten, Abt Ambros Ebhart und Incoming-Präsident Walter Lederhilger.

Prominenter Pate für Grünauer Bären.

Dass Thomas Dreßen (rechts) ein bärenstarker Typ ist, hat er mit seinem Sieg bei der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel im vergangenen Winter eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Vorjahr hat der Schirennläufer aus Oberbayern, der seit einigen Jahren bei seiner Freundin in Scharnstein wohnt, seinen Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt ganz ins Almtal verlegt. Dort trainiert und schwitzt er regelmäßig für den bevorstehenden Schiwinter. Bei seinem Training am Fahrrad strampelt der 24-Jährige regelmäßig auch am Wildpark Grünau vorbei, den er schon des öfteren besucht hat. Besonders beeindruckt zeigte er sich vom neuen Bärengehege und seinen pelzigen Bewohnern. Als ihn Wildpark-Chef Bernhard Lankmaier (links) fragte, ob er nicht die Patenschaft fürs neue Bärengehege übernehmen möchte, sagte der sympathische und bodenständige Schistar sofort zu. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde vor wenigen Tagen die Patentafel vorm Bärengehege von Thomas Dreßen enthüllt.

105. Geburtstag gefeiert A

uf ein bewegtes Leben kann Hermine Franger zurückblicken. Die rüstige Dame feierte kürzlich daheim in Steyr ihren 105. Geburtstag. Während des Zweiten Weltkrieges lebte sie im Gstadt in Molln, danach besuchte sie immer wieder ihre Enkerl in Leonstein – unter anderem als „Schilehrerin” auf der Schulwiese. „Sport und Bewegung haben immer eine große Rolle in ihrem Leben gespielt”, erinnert sich der ehemalige Grünburger Bürgermeister Christian Lattner an viele schöne Erlebnisse mit seiner Oma, die mit ihren Enkelkindern bis zu ihrem 70er jedes Jahr auf Schiwoche gefahren ist. Nachdem ihr Mann in Russland im Krieg gefallen war, zog sie drei Kinder ganz alleine auf, heute hat die Jubilarin sieben Enkerl, neun Urenkerl und freut sich in Kürze aufs erste Ururenkerl. Geistig fit hält sich Hermine Franger mit Sudoku und Kreuzworträtseln, sowie ihrer Haushaltsbuchhaltung. Als Alaba-Fan verpasst sie im Fernsehen Hermine Franger stößt mit den Enkelkindern Andrea Sperrer fast kein Spiel von FC Bayern München. und Christian Lattner auf ihren Geburtstag an.


extra blick

10

Nummer 11, 10. August 2018

Ein letztes Mal das Meer sehen

Ein literarisches Roadmovie über eine Fahrt mit dem Schulbus, den Tod und – vor allem – das Leben. Von Helmut Wittmann

W

enn es darum geht Inhalte, die Gewicht haben, spielerisch leicht zu vermitteln ist René Freund ein literarischer Meister seines Fachs. Mich hat schon die Aufarbeitung des Kriegstagebuchs seines Vaters fasziniert. In „Mein Vater, der Deserteur” schildert er wie der 18jährige Gerhard Freund zu Kriegsende nach Frankreich einberufen wird und sich durch die Wirren einer zusammenbrechenden Front schlagen muss. Bus und Roman nehmen so richtig Fahrt auf In „Ans Meer” schwingt der frühe Tod seiner Frau Barbara aber auch der von Nachbarin Tina mit. Der Begriff Nachbarschaft wird in Grünau übrigens sehr weit gefasst. Eine sterbenskranke Frau hat einen Herzenswunsch. Sie will – noch einmal – ans Meer. Daraus entwickelt sich eine originelle wie kuriose Geschichte. Denn ans Meer geht es nicht in der Obhut einer fürsorglichen kompetenten Pflegekraft in einem Auto, das für alle möglichen (Not)Fälle gerüstet ist. Die Tochter der Sterbenskranken überredet den Fahrer des Schulbusses sich mit ihrer Mutter und ihr, aber auch einer Schar Schülerinnen und Schülern auf die große Fahrt zu machen. Wer sonst noch dabei ist wird nicht verraten. Und – oh, Wunder – der Busfahrer spielt mit. Er beschließt seinen Frust über die Monotonie der täglichen Schulbusroutine nicht mehr länger in sich hineinzufressen. „Wer will aussteigen?”, heißt es bei der Haltestelle vor der Schule. Und dann neh-

men Bus wie Roman so richtig Fahrt auf. Kurzweilig, originell und immer treffend schildert René Freund am Beispiel der bunt zusammengewürfelten Gesellschaft im Bus all das, was sich so abspielen kann im Leben. Der Tod fährt in diesem Bus mit. Die unbändige Lust am Leben auch. Dabei haben die Leserin und der Leser immer das Gefühl: Ja, genauso muss es wohl sein. Der Witz dieses Romans entsteht aus der genauen Beobachtung des Autors. Immer wieder ist man verblüfft wie sehr die Schilderungen von René Freund die eigenen Empfindungen treffen. Dass René für diesen Roman eine morgendliche Fahrt mit dem Schulbus in die nahe Stadt auf sich genommen hat, gibt dem Ganzen umso mehr Wirklichkeitsnähe. Auch, dass seine Kinder Hannah und Jakob spürbar als kompetente Ratgeber zur Verfügung standen, trägt dazu wesentlich bei. Fröhlich und wehmütig Für mich ist „Ans Meer” ein sommerlich leichter Lesestoff bei dem man kaum merkt wieviel an Gemütstiefe rüberkommt. Geschickt umschifft René Szenen, die ins allzu Sentimentale abgleiten könnten. Wesentliches wird ohne großes Pathos angesprochen. Den Reim drauf dürfen sich die Leserin und der Leser selbst machen. Ein Buch, bei dem einem auf fröhliche und ein wenig wehmütige Weise warm wird ums Herz. René Freund, Ans Meer, Deuticke Verlag www.renefreund.net

Helmut Wittmann (rechts) und Nachbar René Freund verbindet die Liebe zum Schreiben, zum Almtal – und für gutes Essen. Dafür sorgt Helmuts „bessere” Hälfte Ursula.

Vom Almtal … Helmut Wittmann – der Märchenerzähler. René Freund – der Literat und Autor. Zwei Freunde, die seit fast drei Jahrzehnten in Grünau im Almtal daheim sind. Die beiden Nachbarn haben kürzlich ein neues Buch herausgebracht. Für den extra-blick stellt jeder das Werk des anderen vor.

René Freund – ein gebürtiger Wiener – lebt als Autor und Übersetzer seit drei Jahrzehnten in Grünau. „Schuld” daran, dass er zum begeisterten Almtaler wurde, ist sein Freund Helmut Wittmann. Sein aktueller Roman „Ans Meer” ist derzeit in zahlreichen österreichischen Bestsellerlisten vertreten.


Nummer 11, 10. August 2018

extra blick

11

Märchenhaft genießen

Das „Familienbuch” der Wittmanns bringt Glück ins Haus – das ganze Jahr über. Von René Freund

H

an die Adria

Zwetschgenknödel von Ursula Wittmann Helmuts Frau Ursula Wittmann hat für das Buch „Das Geschenk der zwölf Monate – Märchen, Bräuche und Rezepte im Jahreskreis” zahlreiche köstliche Rezepte beigesteuert. Darin findet sich alles, was rund ums Jahr wächst und gedeiht – vom Brennnesselstrudel über Grießschmarrn mit Apfelmus, Waldmeisterbowle oder Hirschragout bis zum Veilchensirup. Hier ihre köstlichen Zwetschgenknödel – ganz einfach zum Nachkochen: Zutaten: 80 g zimmerwarme, weiche Butter, 2 Eier, 3/4 kg Topfen, 100 g Mehl; Für die Brösel: 100 g Brösel, 12 Zwetschgen, 50 g Butter; Zubereitung: Die zimmerwarme Butter mit den Eiern und dem Topfen gut durchrühren. Das Mehl und 1 Prise Salz zu der Topfenmasse geben. Den Topfenteig in 12 gleichmäßige Stücke teilen, aus diesen Kugeln formen, flach drücken und mit den Zwetschgen belegen. Nun den Teig umhüllen und gut verschließen. In einem flachen Topf Salzwasser zum Kochen bringen, die Knödel einlegen und langsam siedend köcheln lassen, bis sie schwimmen. Die Butter erhitzen, die Brösel darin hellbraun anrösten. Die fertigen Zwetschgenknödel vorsichtig aus dem Wasser holen, in den Bröseln wälzen und anschließend mit Staubzucker und Zimt bestreuen – und servieren!

elmut Wittmann habe ich es zu verdanken, dass ich seit fast 30 Jahren im Almtal lebe. Vor langer, langer Zeit, war’s gestern oder war’s heut, da reisten meine verstorbene Frau Barbara und ich aus Ternberg im Ennstal nach Grünau, um eine von Helmuts Veranstaltungen zu besuchen. Genau genommen muss es an einem Samstag Anfang September 1991 gewesen sein. An diesem zauberhaften Tag gab die Natur ein letztes Sommergastspiel. Das Glitzern des Almsees, das erfrischende Bad im Fluss, der märchenhafte Ausklang am Abend: Es war Liebe auf den ersten Blick. Zum Almtal. Den Helmut mochten wir vorher schon. Und natürlich seine Kinder und seine Frau. Ein Gesamtkunstwerk Diese stille, eherne Kraft im Hintergrund, die „Frau Wittmannin“ nämlich, einer breiten Öffentlichkeit bis vor kurzem nur durch die auf Facebook veröffentlichten Fotos ihrer wunder-

In seinem neuen Buch geht Helmut Wittmann in über vierzig Geschichten auf alle Zeiten und Feste im Jahreskreis ein, für die kulinarische Note sorgt seine Ehefrau Ursula mit über sechzig Rezepten quer durch alle Jahreszeiten. Die optische Gestaltung des 255 Seiten-Werkes lag in den Händen von Tochter Heidemarie Wittmann.

baren Gerichte bekannt, steht nun vor dem Vorhang. Ursula Wittmann, die nicht nur ihre Familie, sondern auch so manche Nachbarn (wie mich) mit ihrer bodenständigen Natur- und Kräuterküche verwöhnt, hat über Jahre Rezepte gesammelt, die in dem Band „Das Geschenk der zwölf Monate“ nachzulesen und -zukochen sind. Die Illustrationen von Agnes Ofner, die grafische Gestaltung von Tochter Heidemarie Wittmann und nicht zuletzt die Essensfotos von Helmut machen das Buch zu einem familiären Gesamtkunstwerk. Es eignet sich als Bettlektüre, als Nachschlagewerk für Bräuche und Rituale im Jahreskreis und natürlich als Kochbuch. Auf dass man wie in 1001 Nacht lebe – jeden Tag! Ursula, Heidemarie und Helmut Wittmann/Agnes Ofner: Das Geschenk der zwölf Monate. Märchen, Bräuche und Rezepte im Jahreskreis. Tyrolia Verlag. www.maerchenerzaehler.at


extra blick

12

Glaube, Liebe, Hoffnung Dr. Gerhard Maria Wagner Pfarrer von Windischgarsten

Geburtstag oder Namenstag? Tatsächlich ist es so, dass der Namenstag immer mehr in den Hintergrund tritt, während der Geburtstag heute oft eine ganze Woche mit Geschenken, Partys und Maibaum groß gefeiert wird. Obwohl der Taufname, den die Eltern bewusst für das Kind ausgesucht haben, für die Einzigartigkeit des Menschen, der einmalig und nicht austauschbar ist, steht, wissen viele nicht, woher ihr Taufname kommt, und was er bedeutet. Was sollen sie also feiern? Obwohl in vielen ländlichen Gegenden der Namenstag früher ein wichtiges Fest und von der Bedeutung her dem Geburtstag sogar übergeordnet war, hat in unserer Gegend im Unterschied zum Mühlviertel der Namenstag nie eine sehr große Rolle gespielt. Umso wichtiger ist es, dass wir Kinder und Jugendliche mit ihrem Namenspatron bekannt machen, so dass sie dann darüber auch Bescheid wissen. Obwohl ich den Eltern bei der Tauffeier ihres Kindes eine Information zum Namen ihres Kindes, der Eltern und der Paten übergebe, wissen viele trotzdem nur wenig über die Herkunft und die Bedeutung ihres Namens Bescheid. Nun ist Heiligenverehrung letztlich auch ein Lob der Größe Gottes. Sie soll den Menschen zu einer innigeren Beziehung mit Gott führen. Was man heute den Taufnamen nennt, geht auf den Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus zurück (+407), der im 4. Jahrhundert die Eltern aufforderte, ihren Kindern Namen von heiligen Männern und Frauen zu geben. Zu dieser Zeit hatte die Kirche schon eine Fülle von Märtyrern, die unter den Gläubigen ganz besonders verehrt wurden. Bis zum 16. Jahrhundert blieb es bei dieser Aufforderung. Erst das Konzil von Trient (1545-1563) sprach im Jahre 1563 klar den Wunsch aus, Eltern mögen ihre Kinder nach Namen von Heiligen benennen. Mit dieser Namensgebung wurde der Heilige zum besonderen Fürsprecher und Helfer des Kindes. Damit war schließlich auch verbunden, dass der Gedenktag des Schutzpatrons als Namenstag gefeiert wurde. Die Nähe Gottes zum Menschen wurde so wieder einmal deutlich. Wenn nun jemand Geburtstag feiert, dann wird eigentlich allen bewusst, dass der Mensch sterben muss. Wieder ist ein Jahr vergangen, und wir sind dem Tod ein Jahr näher gekommen. Wenn jemand Namenstag feiert, dann feiert er die Ewigkeit und die Heimat im Himmel. Damit umzugehen, ist wahrlich nicht einfach. Auch dem, der zum Geburtstag viel trinkt, ist nicht entgangen, dass er älter geworden ist. Der Geburtstag sagt uns, dass wir sterben müssen, der Namenstag, dass wir leben. Und dann feiert man Tage lang Geburtstag, und manche warten geradezu, dass sie eingeladen werden und nichts bezahlen müssen. Kopfschmerzen sind vielfach die Folge, und Magenkrämpfe bleiben oftmals nicht aus. Das alles würde ausbleiben, wenn wir nur wollten, dass auch der Namenstag gefeiert wird. Nur wenig Alkohol würde dann schon genügen, das Gespräch von Mensch zu Mensch wäre ein ganz anderes, und die Menschen würden zum Ausdruck bringen, dass sie glücklich sind, weil sie glauben.

Nummer 11, 10. August 2018

Ein Platz zum

Vor zwanzig Jahren entsteht in Pettenbach die Tagesheimstätte der Lebenshilfe, vor dreißig Jahren eine Wohneinrichtung in Scharnstein. Am Samstag 25. August wird gefeiert – beim Sommerfest im Garten der Werkstätte in Pettenbach.

Wer ist es wert zu leben? Nur jemand, der was leisten kann, der arbeitet, der nützlich ist? Die Nationalsozialisten haben tausende Menschen mit Behinderung ermordet, nur weil sie nicht ihrem Begriff von Nützlichkeit entsprochen haben. Menschen mit Behinderung blieben auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg unsichtbar. Vor ziemlich genau fünfzig Jahren haben Eltern behinderter Menschen was dagegen getan und sich organisiert – in den Vereinen der Lebenshilfe. Mit Behinderung und überall willkommen Das Ziel – Menschen mit Behinderung sollten nicht irgendwo, weit weg von ihrer Heimat in großen Heimen betreut werden. Sie sollten ein Leben führen können wie jeder andere Mensch

Alice von Platen-Hallermund ist von 1943 bis 1945 Gemeindeärztin in Pettenbach. Sie ermutigt Eltern, ihre behinderten Kinder aus Heimen zu sich nach Hause zu holen. Nur hier sind sie sicher.

auch – vom Kindergarten bis zum Wohnen als Erwachsene. Hier im südlichen Oberösterreich ist die Lebenshilfe diesem Ideal schon vor etlichen Jahrzehnten recht nahe gekommen. Wir haben dazu mit Mag. Anton Aschauer und Mag. Alois Schober gesprochen, damals die Obleute der Lebenshilfe-Arbeitsgruppen im Kremstal und im Almtal. 1985 entsteht in Kirchdorf der Kindergarten der Lebenshilfe, zwei Jahre später besuchen ihn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam. Und dann entsteht in Micheldorf auch die erste Frühförder-Stelle der Lebenshilfe. Im Almtal pendeln behinderte Menschen ab 1980 mit einem Bus nach Vöcklabruck in die Tagesheimstätte. Die Goldhaubenfrauen des Bezirkes Gmunden ermöglichen es mit ihren Spenden, dass die Suche nach einem eigenen Haus beginnen kann: Sie spenden dafür 800.000 Schilling – und fast ebensoviel im Lauf der folgenden Jahre. In Scharnstein entsteht eine Tagesheimstätte – in einer Villa im Tießenbach, dann, vor dreißig Jahren, ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderung. Den Bau der Werkstätte in Pettenbach betreiben die Lebenshilfe-Arbeitsgruppen aus dem Almtal und aus dem Kremstal gemeinsam. Mittlerweile arbeiten dreiundfünfzig Menschen in der Werkstätte in Pettenbach. Es bleibt trotzdem viel zu tun für Menschen mit Behinderung: Die Chance aufs Leben In Deutschland hat eben eine junge Frau mit Down-Syndrom dran erinnert, dass neun von zehn Babys mit Down-Syndrom nicht geboren werden, sondern abgetrieben. Die Situation in Österreich ist ganz ähnlich. „Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt blei-


Nummer 11, 10. August 2018

extra blick

13

Leben, Arbeiten und Feiern ben”, sagt Natalie Dedreux. Sie hat dieses Anliegen auch der deutschen Bundeskanzlerin nahe gebracht. Genau dafür hat die Diakonie in Linz eine Beratungsstelle eingerichtet. Die informiert werdende Eltern von Kindern mit Behinderung: Beratungsstelle Diakonie Zentrum Spattstraße, Willingerstraße 21, 4030 Linz, Tel: 0732 34 92 71. Viele Menschen mit Behinderung sind jetzt erwachsen. Und viele suchen jetzt nach einer eigenen Wohnung – weil auch die Eltern immer älter werden und selbst Hilfe brauchen. Im Almtal gibt es jetzt Ideen für betreubares Wohnen. Die Lebenshilfe Werkstätte in Pettenbach feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen – am Samstag 25. August von 11 bis 17 Uhr, im Garten der Werkstätte, Scharzerstraße 2 – bei jeder Witterung, mit Live Musik, Tombola, Hüpfburg, Kinderbetreuung, Grillerei, Bier vom Fass, Kaffee, Kuchen, Eis – alle sind herzlich eingeladen! Franz X. Wimmer

Die Lebenshilfe Arbeitsgruppen im Kremstal und im Almtal haben für den Bau der Werkstätte in Pettenbach vor zwanzig Jahren zusammengefunden. Mag. Anton Aschauer (links) war damals Obmann im Kremstal, Mag. Alois Schober im Almtal.

Zu ihrer Zeit ist die Lebenshilfe-Werkstätte in Pettenbach entstanden – v.l.: Hans Herold, der frühere pädagogische Leiter der Lebenshilfe und Direktor Peter Wacha zu Besuch im Almtal – mit dem Obmann der Lebenshilfe-Arbeitsgruppe Alois Schober und Werkstättenleiter Karl Scheidleder. Wacha war vierzig Jahre lang Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich.

Auf der Baustelle der Lebenshilfe Werkstätte 1997.


extra blick

14

Nummer 11, 10. August 2018

Wo Wo sich Künstler

Künstler Hermann Nitsch und Galerist Erich Spitzbart nach einer Vernissage im Restaurant am Tanglberg.

Box-Weltmeister und Kunstsammler Goerge Foreman – am Foto mit Brauerei Schloss Eggenberg-Chef Karl Stöhr und Erich Spitzbart in der Galerie am Tanglberg.

Koch-Künstler Rainer Stranzinger machte das Tanglberg zum besten Restaurant Oberösterreichs.

Am geschichtsträchtigen Tanglberg in Vorchdorf fließen bildende und kochende Kunst harmonisch ineinander. Das mit drei Gault Millau-Hauben und vier Fallstaff-Gabeln dekorierte Feinschmecker-Restaurant lockt Gäste aus nah und fern genauso an, wie die kleine aber feine Galerie, die Werke bekannter Künstler ausstellt. Galerist Erich Spitzbart hat beidem in den letzten vier Jahrzehnten seinen Stempel aufgedrückt.

Einen beträchtlichen Teil seiner Kindheit verbrachte Erich Spitzbart in der Schmiedewerkstatt seines Großvaters in Laakirchen. Der Bub entwickelte eine Liebe zu Antiquitäten, die er später sammelte und verkaufte. Im Burgenland absolvierte der Maturant die evangelische Lehrerbildungsanstalt, bevor er Jahrzehnte an der Vorchdorfer Hauptschule unterrichtete. In seiner Freizeit widmete sich Spitzbart, der in den 1980er Jahren nebenbei ein Kunstgeschichte-Studium in Salzburg absolvierte, seinem Antiquitäten-Geschäft in Wien und vor allem der bildenden Kunst. Er besuchte Ausstellungen von Wien bis Paris, knüpfte wertvolle Kontakte und schloss Freundschaften mit jungen Künstlern, die später zur Crème de la Crème in Österreich aufsteigen sollten. Als Mitte der 1980er Jahre das halb verfallene Bürgerspital am Tanglberg, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1540 zurückreichen, zum Verkauf angeboten wurde, erwarb es Erich Spitzbart mit zwei Freunden, ohne lange nachzudenken. „Wir hatten überhaupt keinen Plan, was wir damit machen sollten.“ Von Nitsch bis Jungwirth Nach langen Überlegungen reifte die Idee, im geschichtsträchtigen Gebäude eine Galerie

einzurichten. „Ich hatte zwar kein Geld, aber sehr gute Verbindungen in die Kunstszene“, erinnert sich der erfolgreiche Galerist an die blutigen Anfänge. 1986 stellte Martha Jungwirth zum ersten Mal ihre Werke in der Galerie am Tanglberg aus. Arnulf Rainer, Hermann Nitsch, Hans Staudacher, Hubert Scheibl, Gunther Damisch, Othmar Zechyr und viele andere Kapazunder taten es ihr gleich und gingen im Laufe der letzten vier Jahrzehnte in Vorchdorf ein und aus. Der Tanglberg stieg zu einem Zentrum der österreichischen Kunstszene auf. Von Haube zu Haube Weil sich das Besucherinteresse in den ersten Jahren in Grenzen hielt, beschloss Erich Spitzbart, seine Galerie im Nebengebäude um ein Restaurant zu erweitern. Die Rechnung ging, langsam aber sicher, auf. „Ende der 1980er Jahre hat man hierzulande nur zwischen Rot- und Weißwein unterschieden. Wir waren die ersten, die gute Flaschenweine auf der Getränkekarte hatten“, erinnert sich der Feinschmecker. Nachdem Josef Meisleder 1991 die erste Gault-Millau-Haube für das Restaurant am Tanglberg erkocht hatte, schwangen KüchenMeister wie Adi Nairz oder Martina Eitzinger in Vorchdorf gekonnt die Kochlöffel. Seitdem ab 2004 mit Rainer Stranzinger ein begnadeter Koch-Künstler im Tanglberg am Herd steht, wurde das Drei-Hauben-Restaurant mehrmals von unterschiedlichen Gourmet-Führern als bestes Speiselokal Oberösterreichs ausgezeichnet und spielt auch in Österreich in der ersten Liga mit. Einen großen Anteil hat Ricki Staudinger, die das Restaurant mit viel Engagement führt. Mit den Hauben des Restaurants nahm auch die Galerie am Tanglberg ordentlich Fahrt auf. Künstler, die man sonst nur vom


extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

15

und Feinschmecker Feinschmeccker treffen treffen Fernsehen kennt, präsentieren heute regelmäßig in Vorchdorf ihre Werke. Weil die kleine Galerie am Tanglberg aus allen Nähten platzte, erweiterte sie Erich Spitzbart letztes Jahr um die Räumlichkeiten im zweiten Stock des Schlosses Hochhaus. Im geschichtsträchtigen Gebäude am Vorchdorfer Ortsplatz findet man im Erdgeschoß seit einigen Jahren ein Gasthaus, das von Rickis Tochter Tamara Staudinger geführt wird und mittlerweile ebenfalls mit einer Haube dekoriert wurde.

Das Sammeln ist wie eine Krankheit

„Die neuen Galerie-Räumlichkeiten bieten jetzt endlich eine Bühne, die man ordentlich bespielen kann“, freut sich der 70Jährige, der auch unzählige antike Bilderrahmen sein eigen nennt. „Das Sammeln ist wie

eine Krankheit und macht süchtig“, gibt der Galerist offen zu. Bis Ende September werden in seiner Galerie in Vorchdorf noch Werke von Martha Jungwirth gezeigt. Außerdem sind Druckgrafiken zu bewundern, die siebzig renommierte internationale Künstler 1973 anlässlich des 70. Geburtstages von Picasso gestaltet haben. Vergangenes Wochenende gaben die weltbekannten Performance-Künstler „Eva und Adele“ in der Galerie von Erich Spitzbart ein vielbeachtetes Gastspiel, heuer im Oktober wird eine Ausstellung mit Werken von Gunther Damisch, Othmar Zechyr und Martha Jungwirth eröffnet. Die Galerie im Schloss Hochhaus ist freitags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr und jederzeit gegen Voranmeldung zu besichtigen. Alle Infos – zur Galerie und zum Restaurant: www.tanglberg.at Thomas Sternecker

Erich Spitzbart bei der Eröffnung der aktuellen Ausstellung, bei der in der Galerie in Vorchdorf noch bis Ende September Werke von Martha Jungwirth gezeigt werden.

extra blick

zum Querdenken

Die Anfangsbuchstaben der Antworten ergeben einen anderen Begriff für eine Fußwallfahrt . 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

dieses Abziehbild braucht jedes Auto auf der „Grünen Insel” wird Guinness-Bier getrunken rund ums Wasser nicht daheim und doch willkommen der Halbton über der Note „e“ ist sehr kalt Schwarz/Blau ist sie derzeit in Österreich Blumen oder Gewürz

Lösung: 1. PICKERL; 2. IRLAND 3. LAND; 4. GAST; 5. EIS; 6. REGIERUNG; 7. NELKEN.

Wie die Mama, so die Tochter: Friederike und Tamara Staudinger führen mit viel Engagement und dem nötigen Einfühlungsvermögen das Restaurant am Tanglberg und das Gasthaus Schloss Hochhaus gleich gegenüber.


16

extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

Blues Brothers Broothers rocken rocken Bad Bad Hall Hall

Für die Inszenierung sorgt das Erfolgsteam rund um Susanne Kerbl (Regie) Gottfried Angerer (Musikalische Leitung) und Alexander Novikov (Choreographie). Das Trio hat bereits mit Jesus Christ Superstar und Queen für ein volles Haus gesorgt. In die Hauptrollen schlüpfen diesmal Publikumslieblinge wie Johannes Nepomuk (zuletzt als Jesus in Jesus Christ Superstar 2015 in Bad Hall zu sehen), Thomas Bammer, Andre Wright sowie eine originale Blues Brothers Band.

Johannes Nepomuk und Thomas Bammer werden als Elwood und Jake brillieren. Bad Hall einmal mehr seinen Ruf als Theater-Hauptstadt im südlichen Oberösterreich. „Wir freuen uns schon auf zahlreiche Gäste bei den Blues Brothers”, kanns Bürgermeister Bernhard Ruf kaum erwarten, wenns nach dem Umbau und der Generalsanierung des Stadttheaters endlich wieder los geht.

Aufführungen stehen zwischen 13. Oktober und 17. November am Programm. Eine neue Bestuhlung des Parterres sorgt für bequeme Sitzmöglichkeiten, solange das Publikum bei diesen hinreißenden Rhythmen rund um Elwood und Jake ruhig sitzen bleiben kann. Es ist ratsam, sich rasch Karten zu sichern, wenn

man dieses Kultmusical im neuen Haus live erleben möchte – die 50 Prozent-Marke im Vorverkauf ist schon fast erreicht. Termine und Karten gibts beim Bürgerservice im Stadtamt Bad Hall unter Tel. 07258 7755-0 oder am Wochenende unter 07258 7200-13. Alle Infos unter www.stadttheater-badhall.com

Foto: Andreas Wenter

Foto: Hans Peter Holnsteiner

Neues Stadttheater setzt neue Maßstäbe Mit dem Anbau eines neuen Foyers, neuer Logen sowie einer aufwändigen Bühnen-, Lichtund Tontechnik festigt die Stadt

Foto: Andreas Wenter

Mit einer Sensation wird das neue Stadttheater von Bad Hall im Oktober 2018 eröffnet. Die „Blues Brothers“ rocken mit Hits wie „Everybody needs Somebody“, „Jailhouse Rock“ oder „Gimme some Lovin“ die neue Bühne und den luxuriösen Zuschauerraum des Theaters.

Susanne Kerbl wird beim Musical in Bad Hall Regie führen.

Die Arbeiten am neuen Stadttheater gehen ins Finale.

IMPRESSUM

Eigeenttümer, Hera ausgeeberr, Verleg ger: „Bllick“ Schn nabl & Sterneckerr OG, Gradenweg g 1,, 45563 Michelldorf,, Tel.: 0 755822 / 61 366-0, Emaiil Addresssen: redaaktion@extraabliick.at, thhom mas@extraabllick.aat, ewald@eextrrablick k.att; Homepaagee: www.extrablicck.aat; Geeschäftsführrerr: Ew wald Schnabl, Thhomaas Sternecker; Chefreedaaktteure: Thoomas Sterrneccker,, Ewalld Schnabll; Layoutt: Steyrtal Werbung g, Sandra Sternnecker, 0 75 84 / 40 2 40 Druck: OÖN N Druckzzentrum Gmb bH & Coo KG, Meedieenpaark 1, 4061 Pascchinng; Auflag ge:: 56.0000 Sttück; Gru undsätzliche Blattliniee: Unaabhhängig, übeerpaar eilich und possitiv v überr Erreignisse und d Meenscchen im Verb breituungssgebiet berrich hteen. Es gelten unseere Allgemeinnen Geschääftsbedingunggen, nachzulesen unnter www w.eextrablick.aat.


extra blick

17

Entgeltliche Einschaltung

Nummer 11, 10. August 2018

Sommer. Sonne. Sonnenschein. Das Sonnenstrom-Speicherpaket. Mehr Innovation für unsere Kunden: Speichern Sie Ihren Sonnenstrom und nutzen Sie ihn dann, wann immer Sie gerade Energie benötigen. Effizient, komfortabel und kostengünstig. Mehr auf www.energieag.at

im BLICKPUNKT HABEN SIE Erste Floristin und Gärt rtnerin im Land

Elke Lumetsberger aus Vorchdorf rf (Foto) vertritt seit 1. August als neue Innungsmeisterin die Interessen der Gärt rtner t und Floristen in der WKOÖ. Sie ist seit 2010 mit „floral elements” in Vorchdorf rf selbstständig und als Referentin im In- und Ausland gefragt. Besonders wichtig ist ihr die Sicherung des Fachkräftenachwuchses.

Vertrieb

schon einmal daran gedacht,

PROSPEKTE ZU VERSENDEN?

mit dem extra-blick

Neue Bezirkshauptfrau für Steyr-Land

Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentierte Mag. Carmen Breitwieser (Foto) als neue Bezirkshauptfrau von Steyr-Land. Die Juristin war zuletzt für Personal und Organisation am Kepler Universitätsklinikum verantwortlich und tritt am 1. November die Nachfolge von Mag. Cornelia Altreiter-Windsteiger an.

Neuer Direktor der OÖ LW-Kammer

Mag. Karl Dietachmair wird mit 1. April 2019 die Nachfolge von Mag. Friedrich Pernkopf antreten. Der künftige Direktor der OÖ Landwirtschaftskammer bringt reichlich Erfahrung mit: Er startete in der LW-Kammer 1997 als Direktionssekretär und rückte 2002 als Kammerdirektor-Stellvertreter in der Führungsriege auf.

Suchen Sie sich die gewünschten Orte aus – wir versenden Ihre Prospekte bereits ab einer Menge von 5.000 Stück – punktgenau in das von Ihnen gewünschte Gebiet. Mit dem extra-blick kommt Ihre Prospektbeilage garantiert in ALLE HAUSHALTE. Auch in jene, die Massensendungen abbestellt haben.

Rufen Sie uns an, wir informieren Sie gerne! Tel.: 07582 61366-0 oder 0664 18 40 757


extra blick

18

TERMIN

Nummer 11, 10. August 2018

TERMIN

KALENDER

KALENDER

Frischluft-Filmabend MICHELDORF. Verstehen Sie die Bréliers? Dieser französische Film erzählt die Geschichte einer gehörlosen Familie und wird am Freitag, 10. August um 20 Uhr in der Micheldorfer Schön unter freiem Himmel gezeigt. Für den Gaumen gibts sommerliche Fingerfood-Spezialitäten vom „schön&gut”-Team.

Dorffest ST. KONRAD. Am Sonntag, 19. August wartet ab 10 Uhr im Ortszentrum für Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm. Nach einem Frühschoppen mit der Ortsmusik St. Konrad sorgt die Kellermusi für Stimmung.

Ortsfest GRÜNBURG. Ein abwechslungsreiches Programm wird beim Osrtfest am 11. und 12. August rund ums Gemeindeamt geboten. Nach dem Bieranstich um 20 Uhr sorgen am Samstag „Die jungen Waidhofner Buam” für Stimmung. Der Sonntag beginnt um 9 Uhr mit einer Messe, im Anschluss spielt die Trachtenmusikkapelle Grünburg einen Frühschoppen. Piemontfest WINDISCHGARSTEN. Am Freitag, 10. und Samstag, 11. August veranstaltet der Lions-Club Pyhrn Priel jeweils von 10 bis 24 Uhr das Piemontfest, bei dem neben bekannten Weinsorten wie Barolo oder Barbaresco auch typische piemontesische Speisen aufgetischt werden. Theater mit Weitblick PETTENBACH. Nach der vielbeklatschten Premiere von „Der böse Geist Lumpazivagabundus” im Freilufttheater am Magdalenaberg stehen von 10. August bis 1. September noch acht Vorstellungen am Programm. Karten gibts in der Sparkasse Pettenbach und unter Tel. 0677 62 45 46 43.

Jubiläums-Kalk Trophy mit tollem Programm. Die Kalk Trophy, der beliebte Mountainbike- und BerglaufEvent mit Ziel am imposanten Pfaffenboden-Steinbruch der Firma Bernegger in Molln, feiert einen runden Geburtstag. Bereits zum 10. Mal laden die Naturfreunde Steinbach-Grünburg und die Bernegger GmbH am Samstag, 25. August ambitionierte Hobbysportler zum Mountainbike-Bergrennen und spektakulären Tunnel-Berglauf ein. Absolutes Highlight ist wieder das MTB-Tunnel-Race für die schnellsten Biker im Anschluss an die ersten Rennen. Das tolle Rahmenprogramm mit Tunnel-Wanderung und Kinderprogramm bietet Highlights für die gesamte Familie. Es gibt auch heuer eine eigene Wertung für Elektro-Mountainbikes. Alle Starterinnen und Starter werden mit reichhaltiger Verpflegung – unter anderem dem Nudel-Buffet im Rahmen der Siegerehrung im Tal – belohnt. Infos und Online-Anmeldung: www.kalktrophy.at

„Harte” Rhythmen

Purple Bonsai & Full Steam Ahead im Lokschuppm

E

in Tag der Oberösterreicher steht am Dienstag, 14. August ab 20 Uhr mit gleich zwei Bands im Klauser Lokschuppm am Programm. „Purple Bonsai” und „Full Steam Ahead” werden den Gästen am Vorabend zu Mariä Himmelfahrt harte Rhytmen mit Ohrwurmcharakter servieren.

Purple Bonsai, ein Konzentrat von Spitzenmusikern der MetalSzene aus Linz, haben ihre neue CD „Dreamcatcher” mit im Gepäck. Full Steam Ahead, die Klauser Lokalmatadore um Bandleader Reini Radlingmayr haben sich den guten alten Rockrhythmen verschrieben.

Die Lokalmatadore „Full Steam Ahead” werden gemeinsam mit „Purple Bonsai” den Lokschuppm rocken.

Puppenspiel HINTERSTODER. Zum letzten Mal lädt Moni Aufner am Donnerstag, 16. August um 19 Uhr in ihren KUNST-SCHAU-STALL am Prielerweg 28. Am Programm steht mit „Scheherazade darf nicht sterben” ein Puppenspiel für Erwachsene. Pfarr-Kirtag WOLFERN. Die Pfarre Maria Lah lädt zu Mariä Himmelfahrt am Mittwoch, 15. August zum Kirtag. Gestartet wird mit einem Festgottesdienst anlässlich des 40jährigen Wirkens von Pfarrer Rudolf Jachs. ab 10.30 Uhr gibts einen Frühschoppen mit der Ortskapelle St. Marien und ein umfangreiches Rahmenprogramm. Jubiläums-Dorfkirtag INZERSDORF. „Wir laden ein zum Beisammensein!” Das ist das Motto des 25. Dorfkirtags, der am 14. und 15. August im Ortszentrum über die Bühne geht. Der Dienstag startet um 16 Uhr mit einem Kindernachmittag, ab 20.30 Uhr sorgen die „Pankrazer Musikanten” für Stimmung. Nach dem Trachtenzug (8.45 Uhr) und der Heiligen Messe (9 Uhr) lädt der Musikverein InzersdorfMagdalenaberg am Mittwoch zum Frühschop ppen.


extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

TERMIN

19

TERMIN

KALENDER

KALENDER

Bartholomäus-Kirtag MOLLN. Unter dem Motto „Wasser, Energie, Leben” steht der BartholomäusKirtag am Freitag, 24. August von 9 bis 16 Uhr am Gemeindevorplatz. Neben zahlreichen Angeboten der Gewerbetreibenden warten auch kulinarische Schmankerl auf die Besucher.

Wüstenfest SCHLIERBACH. Am Gelände der Familie Radner veranstaltet die Landjugend Wartberg am Freitag, 10. und Samstag, 11. August zum 15. Mal das legendäre Wüstenfest. Am Freitag sorgen „Pro Solist’y” und „DJ Rudy MC” für Partystimmung. Am Samstag heizen „DJ Selecta” und der „TBH Club” den Gästen ein.

Kulturtage mit Jubiläum GSCHWANDT. Die Sängerrunde Gschwandt und der Heimat- und Kulturverein feiern im Rahmen der Kulturtage am 25. und 26. August jeweils ihr 40jähriges Jubiläum. Am Samstag um 20 Uhr findet das Juiläumskonzert der Sängerrunde mit vielen musikalischen Gratulanten statt. Am Sonntag wird um 9.30 Uhr eine Festmesse in der Pfarrkirche gefeiert. Um 11 Uhr startet der Radio-Frühschoppen mit der Goiserer Klarinettenmusi, dem Georgenberger Dreigsang, der Vorderanger Tanzlmusi und der Flachberinger QuetschnMusi. Feuerwehrfest OHLSDORF. Am 14. und 15. August wirds im Feuerwehrdepot brandheiß: Am Dienstag sorgen ab 18 Uhr die „Edwenger” für Stimmung, am Mittwoch steht ab 10 Uhr ein Frühschoppen am Programm. Kirchenmusik SPITAL/PYHRN. Die Chorund Orchestergemeinschaft unter der Leitung von Otto Sulzer führt anlässlich des Patroziniums zu Mariä Himmelfahrt am Mittwoch, 15. August um 19 Uhr in der Stiftskirche die „Trinitatismesse” von Mozart auf.

Bei der Forstkapelle wird eine Feldmesse zelebriert.

Fest im Hametwald Tolles Programm für Jung und Alt beim Jagdhaus

A

m Sonntag, 12. August findet beim Jagdhaus im Hametwald in Sierning das Hametwaldfest statt. Eingeläutet wird es um 10 Uhr mit einer Messe bei der Forstkapelle mit Pfarrer Karl Gruber und dem Chor der Landjugend. Beim Frühschop-

pen um 11 Uhr sorgt der Musikverein Hilbern für Stimmung. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. An der Weinbar gibts Spezialitäten von Winzer Hebenstreit aus Jetzelsdorf. Das Fest findet bei jeter Witterung bei freiem Eintritt statt.

Bergmesse LEONSTEIN. Die Feuerwehr Pernzell lädt am Sonntag, 26. August nur bei Schönwetter um 10 Uhr zur Messe am Sattel zwischen Kleinen und Großen Landsberg. Anschließend gibts einen Frühschoppen mit einer Abordnung des Musikvereins Leonstein. ORF Sommerradio VORCHDORF. Mit einem bunten Programm und interessanten Gästen meldet sich das Sommerradio von Radio OÖ am Freitag, 30. August ab 12 Uhr mit einer Livesendung aus dem Motorradmuseum.

Seifenkisten rollen durch Vorchdorf.

Nach den großen Erfolgen der letzten Jahre organisieren die Vorchdorfer PUCH-Mopedfreunde am Samstag, 1. September zum vierten Mal den „Großen Preis vom Tanglberg”. Der attraktive und selektive Streckenverlauf führt über den Tanglberg direkt ins Ziel im Vorchdorfer Ortszentrum. Schlüsselstelle wird einmal mehr die Zielkurve sein, die bereits in den letzten Jahren über Sieg und Niederlage entschieden hat. Das freie Training geht von 11 bis 13 Uhr über die Bühne, der Start zum Rennen erfolgt um 14 Uhr. Gefahren wird in zwei Läufen, die möglichst in der gleichen Zeit absolviert werden sollten. Alle Informationen zum Rennen – und wie man sich anmelden kann – gibts auf www.gp-tanglberg.at

Kirchenkonzert SCHLIERBACH. Unter dem Titel „Orgel und Trompete” spielen Stiftsorganist Wolfgang Mitterschiffthaler und Kapellmeister Stefan Bramberger am Donnerstag, 23. August um 20 Uhr in der Stiftskirche Werke großer Meister. Sommerfest VORCHDORF. Der Musikverein Siebenbürger und die Evangelische Kirche laden am Sonntag, 12. August ab 11 Uhr beim Musikheim zum Früschoppen mit Grillerei.


extra blick

20

STEUERN & RECHT Rainer Molterer

F. X. Priester GmbH in Steyr Priester by Deloitte

Familienbonus Plus und Kindermehrbetrag für Geringverdiener Am 4. Juli 2018 wurde mit dem „Familienbonus Plus“ eines der großen Vorhaben der Regierung vom Nationalrat beschlossen. Zielgruppe der Maßnahme sind vor allem berufstätige Eltern, die derzeit steuerlich besonders belastet sind. Für sie wird ab 1. Jänner 2019 ein neuer Steuerabsetzbetrag zur Verfügung stehen. Dieser reduziert die Steuerlast direkt, nämlich um bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr. Der Familienbonus wird an den Bezug von Familienbeihilfe gekoppelt, daher kann dieser auch für Kinder nach dem 18. Geburtstag bezogen werden – dann aber nur reduziert in der Höhe von 500 Euro pro Jahr. Im Gegenzug entfallen der Kinderfreibetrag und die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr. Die beiden Elternteile können entscheiden, ob nur ein Partner den Betrag für sich beansprucht oder ob sie sich den Bonus je zur Hälfte aufteilen. Das gilt auch, wenn die Eltern getrennt leben. Abgerechnet wird der Absetzbetrag entweder über die laufende Lohnverrechnung oder nachträglich über die Steuererklärung. Der Familienbonus in der gesetzlich vorgesehenen Höhe steht nur für Kinder im Inland zu. Für Kinder im EU/EWRRaum und der Schweiz wird der Familienbonus an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Für Kinder in Drittstaaten gibt es keinen Familienbonus.

An der Spitze

Mit 32 Jahren ist Wolfgang Bammer das jüngste Ortsoberhaupt in der Geschichte von Grünau im Almtal. Dass er einmal Bürgermeister seiner Heimatgemeinde werden möchte, wusste der Bub schon in der Volksschule.

Damals schrieb er einem Schulfreund in der Zeile Berufswunsch ins Stammbuch: Bürgermeister von Grünau. „Nachdem ich heuer am 13. Mai die Bürgermeisterstichwahl um 25 Stimmen gewinnen konnte, hat er mir das Stammbuch gezeigt“, schmunzelt Wolfgang Bammer. „Dass dieser Wunsch so rasch in Erfüllung geht, war zwar nicht absehbar, aber irgendwie habe ich diesen Gedanken schon immer im Hinterkopf mit mir herumgetragen.“ Bürgermeister-Wahl wurde zum Krimi Als heuer im Frühjahr sein Vorgänger Alois Weidinger bei einem Forstunfall tödlich verunglückte, wurden die Karten in der Gemeindepolitik neu gemischt. Seine Parteifreunde von der ÖVP kürten Wolfgang Bammer, der bereits vorher dem Ge-

Um auch geringverdienende Alleinerzieher und Alleinverdiener nachhaltig zu entlasten, erhalten diese künftig eine Steuerrückerstattung (Kindermehrbetrag) in Höhe von maximal 250 Euro pro Kind und Jahr. Davon ausgeschlossen sind aber Personen, die Arbeitslosengeld, Mindestsicherung oder Leistungen aus der Grundversorgung erhalten.

www.deloitte.at/oberoesterreich Tell.: 07252 581-2 222

Nummer 11, 10. August 2018

Der neue Bürgermeister hat gute Kontakte zur ÖVP-Spitze: Am Foto oben mit Landeshauptmann Thomas Stelzer, rechts mit Bundeskanzler Sebastian Kurz, der wie Wolfgang Bammer 32 Jahre jung ist.

unsere

ORTSCHEFS meindevorstand angehörte, einstimmig zum Spitzenkandidat und schickten ihn ins Rennen um den Bürgermeistersessel. Die Wahl wurde zum Krimi – oder besser gesagt zum Thriller. Im ersten Wahlgang lagen alle drei Kandidaten mit etwa 30 Prozent der Stimmen fast gleichauf, als Führender ging Wolfgang Bammer in die Zweierstichwahl gegen Klaus Kramesberger von der SPÖ, die er mit gerade einmal 25 Stimmen Vorsprung für sich entscheiden konnte. Seit 17. Mai ist der 32-Jährige der jüngste Ortschef in der Geschichte der 2.100 EinwohnerGemeinde, die mit 230 Quadratkilometern die flächenmäßig größte des gesamten Bundeslandes ist. Wie alle seine Vorgänger wird der waschechte Grünauer das Bürgermeisteramt nebenberuflich ausüben. Nach einer Lehre zum Sportartikelverkäufer in Gmunden verkaufte der Almtaler acht Jahre für ein Linzer Unter-


Nummer 11, 10. August 2018

extra blick

21

der größten größßten Gemeinde Gemeinde im im Land Land nehmen Drucker, Kopierer und Softwarelösungen. Seit vier Jahren verkauft er für die Firma Wolf Häuser und Keller. Und das wird das Ortsoberhaupt – ab sofort halbtags – auch weiterhin tun. Sowohl sein Bürgermeisteramt als auch seine Tätigkeit bei WolfHaus wird er von seinem Büro im Gemeindeamt ausüben. „Dort bin ich für die Bürger und für meine Kunden jederzeit erreichbar und erspare mir viel Zeit, die beim Hin- und Herfahren auf der Strecke bleiben würde.“ Sprachrohr für 700 Sportler Seine sportlichen Aktivitäten hat der ehemalige Fußballer und Jungfeuerwehrmann aus Zeitgründen stark reduziert. Die knappe Freizeit verbringt er mit Ehefrau Julia und den Söhnen Paul (6) und Fabian (3) im WolfHaus in der Ortschaft, das die Familie vor zwei Jahren bezogen hat. Oder beim gemeinsamen Baden am Almfluss, Radfahren, Spazieren und Skifahren. Als Obmann steht Wolfgang Bammer seit fünf Jahren an der Spitze der Union Grünau, der knapp 700 Mitglieder in fünf Sektionen angehören. „Diese Funktion ist sicher eine sehr gute Schule fürs Bürgermeisteramt.“ Zu tun gibts in Grünau in den nächsten Jahren genug. „Unsere Gemeinde lebt hauptsächlich vom Tourismus.” Deshalb steht die Erhaltung und Modernisierung des Kasberges als Wintersportgebiet und eine noch intensivere Nutzung im Sommer auf der Liste des neuen Bürgermeisters ganz oben. Ein weiteres großes Ziel ist die Erhöhung der Bettenkapazität, die durch ein neues Hotel gesteigert werden soll. „Der Kindergarten erhält im nächsten Jahr Räumlichkeiten für eine vierte Gruppe, das Universitätsgebäude der Konrad Lorenz-Forschungsstelle wird

Nachgefragt Sein Herz schlägt für seine Familie: Wolfgang Bammer mit Ehefrau Julia und den Söhnen Paul und Fabian. gebaut, im nächsten Jahr werden 23 Wohnungen fertiggestellt. Ein großes Thema sind auch die Ansiedlung neuer Betriebe und die Belebung des Ortszentrums”, nennt Wolfgang Bammer einige Projekte von vielen. „Wir können nur gemeinsam etwas bewegen!” Deshalb wird der Bürgermeister bei all diesen Vorhaben – wie sein Vorgänger – eng mit allen Fraktionen im Ge-

meinderat zusammenarbeiten, denn für ihn gehts „nur um die Sache, und nicht um politische Farben!” 2021 – in drei Jahren – steht bereits die nächste Bürgermeisterwahl am Programm. „Bis dahin werde ich meine Sache so gut machen, dass mich die Grünauer auch dann hoffentlich wieder wählen werden!” Th. Sternecker/E. Schnabl

Mein Traumberuf als Kind: Verkäufer Mein Lebensmotto: Genieße jeden Tag Ein Werbeslogan über mich würde lauten: Miteinander für Grünau! Meine große Stärke: sehr offen den Menschen entgegentreten Meine kleine Schwäche: das Rauchen Lieblingsspeise/-getränk? Cordon Bleu und ein kühles Bier Lieblingslied: Ich höre eigentlich jede Musikrichtung Was ist das Verrückteste, das Sie in ihrem Leben getan haben? Ein Haus abgebaut und wieder aufgebaut Lachen muss ich … mit meiner Familie und meinen Freunden.

Der Almfluss ist die Lebensader von Grünau und ist als Kraftquelle einer der Lieblingsplätze des neuen Ortsoberhauptes.

Ich ärgere mich über … Menschen die Probleme und Unstimmigkeiten nicht direkt ansprechen. An meiner Gemeinde mag ich besonders … unsere wunderschöne Natur.


JUNIORBLiCk J UNIORBLiC k

sandra@extrablick.at

S P I E L U N D S PA S S M I T S A N D R A S T E R N E C K E R Dortmund-Fan traf seine Idole am Flughafen.

unser Promi - Schnappschuss

Tim Deutsch ist ein riesengroßer Fan von Borussia Dortmund, sein ganzes Zimmer ist in den Vereinsfarben gelbschwarz gehalten. Als die Fußballer aus Deutschland im März vor dem Europa-League-Achtelfinale gegen Red Bull Salzburg am Flughafen der Mozartstadt landeten, wartete der Bub aus Garsten dort auf seine Idole. „Alle Fußballer des BVB waren sehr nett und geduldig, schrieben Autogramme und ließen sich fotografieren”, schreibt der Knirps, der auf unserem Schnappschuss mit Michy Batshuayi zu sehen ist. Der Belgier steht in Diensten des FC Chelsea, war im Frühjahr aber an Dortmund verliehen und kehrte jetzt im Sommer wieder nach England zurück. Der 24jährige Mittelstürmer gehört seit einigen Jahren auch zum Kader der Belgischen Nationalmannschaft und war heuer bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland mit dabei, wo er mit seinen Teamkollegen den dritten Platz belegte und auch ein Tor beisteuerte. In Salzburg hatte der Kicker, der auf einen Marktwert von 40 Millionen Euro geschätzt wird, weniger Glück: Den Salzburgern genügte ein 0:0 für den Aufstieg ins Viertelfinale. Für dieses tolle Foto gibts für Tim natürlich 20 Euro Fotohonorar.

Ansteigender Schwierigkeitsgrad – Frage 1 = leicht; Frage 10 = schwer

Was bedeuten diese Mundart-Ausdrücke? 1. gach 2. drawig 3. aufpudln 4. Oaschicht 5. motschgan 6. a Neichtl 7. Ahnl 8. Breika 9. Fotzhobel 10. Irda

LÖSUNG: 1. schnell; 2. eilig; 3. aufregen; 4. abgelegene Gegen; 5. jammern; 6. eine Weile; 7. Enkerl; 8. Bräutigam; 9. Mundharmonika; 10. Dienstag.

Leo, ich brauche deinen Rat!

SCHLAU MEIER

Leo & Lisa Darf ich 30 Grad-Wäsche ….

… bei 40 Grad aufhängen???


extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

23

Duale Akademie für OÖ Ö

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel gilt es, alle Chancen zu nützen, um junge Menschen für eine Lehre zu begeistern. Die großen Gruppen der Maturanten, der Studierenden, der Studienabbrecher und der Berufsumsteiger haben bei der Suche nach neuen Fachkräften bisher keine oder eine nur untergeordnete Rolle gespielt. „Diese strategische Lücke haben wir erkannt und mit der Dualen Akademie ein innovatives Ausbildungsformat entwickelt, das genau diese jungen Men-

schen ansprechen soll, um ihnen neue Perspektiven zu eröffnen und unseren Betrieben wichtige neue Mitarbeiter zu bringen“, erklärt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. Die Teilnehmer der österreichweit einzigartigen Dualen Akademie der WKO Oberösterreich durchlaufen in eineinhalb bis zwei Jahren Trainee-Programme, die sie dazu qualifizieren, im Anschluss Karrieren als wichtige Fachkräfte zu machen. Dabei absolvieren die Teilnehmer 70 Prozent der Ausbildungszeit im Betrieb, 20 Prozent in der jeweiligen Berufsschule und 10 Prozent bei weiteren Bildungsanbietern wie Universität, Fachhochschule, WIFI etc. Äußerst attraktiv ist außerdem der finanzielle Aspekt: Alle Teilnehmer werden auf Höhe des Mindestkollektivvertrags der jeweiligen Branche entlohnt.

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer freut sich über den bevorstehenden Startschuss für die Duale Akademie im heurigen Herbst.

„Dein Leben. Dein Sport. Es ist deine Zeit.“ Mit der neuen „Sportstrategie Oberösterreich 2025” will das Land Oberösterreich unsere Kinder zu mehr Bewegung animieren und den Breitensport in jeder Altersgruppe stärken: ➠ Sportmotorische Testung „Wie fit bist du?” für Volksschüler/innen

➠ zweitägige Kindergartenolympiade für 2.500 Kinder im Linzer Stadion

➠ Schaffung neuer Motorikparks in ganz Oberösterreich

➠ Förderung von Bewegung durch neue Kindersportmedaille

➠ Tägliche Bewegungseinheit in den oö. Pflichtschulen LAND OBERÖSTERREICH

www.sportland-ooe.at www. land-oberoesterreich.gv.at

Bezahlte Anzeige, Fotos: Land OÖ.

Die OÖ Wirtschaftskammer hat eine österreichweite einzigartige Ausbildungsschiene ins Leben gerufen: Die Duale Akademie bildet die so dringend benötigten Fachkräfte aus und eröffent so insbesondere für Maturanten neue Karriereperspektiven.


24

extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

Am Weg des

Vor sechshundert Jahren ziehen in das Pilgerhospiz am Pyhrn geistliche Herren ein. Diese Chorherren haben mit einem Mönch wenig zu tun. Und doch haben sie dazu beigetragen, dass es heut den Benediktweg gibt – den Weg von Kloster zu Kloster – zu den Wurzeln des europäischen Mönchtums. Der nahm in Spital am Pyhrn seinen Anfang.

Sie sind die Köpfe hinterm Benediktweg: Dr. Johannes Maier, P. Siegfried Stattmann, Benediktiner von St. Paul und Mag. Ernst Leitner. Als wir den dreien im Gastgarten der Johanna Kemetmüller begegnet sind, waren sie auf „Dienstreise” – um den oberösterreichischen Teil des Pilgerweges zu besprechen.

Auch wenn Du kein Geld hast und in Not bist: Lass das Stehlen, bitte lieber. Ein Schild am Opferstock der Ochsenwaldkapelle.

Es ist ein ziemliches Durcheinander am dritten Kreuzzug im Heiligen Land: Militärisch ist nicht viel zu gewinnen für die Kreuzfahrer aus Europa. Und als sich der österreichische Herzog Leopold nicht ernst genommen fühlt von seinen königlichen Kollegen, da reist er einfach ab mit seiner Schar Soldaten. Oberösterreich ist Durchzugsland – für jene die gekämpft haben, für jene die ihr Glück suchen oder doch den einen Gott. Zu der Zeit, im Jahr 1190, stiftet der Bamberger Bischof Otto II auf seinem Grund im Garstnertal ein Hospital – nahe dem Pyhrnpass. Mit den Kreuzzügen ist es bald zu Ende. Aus dem Hospital wird ein Stift - ein Kollegiatsstift, eines wie es viele gibt, damals im ausgehenden Mittelalter. Gehorsam, aber nicht arm Das besondere an so einem Stift: Dort leben keine Mönche. Dort leben Männer, die sich um die Seelsorge in den umliegenden Pfarren kümmern, die aus dem Stift und dessen Pfarren aber auch ihren Unterhalt beziehen. Ein Armutsgelübde gilt nicht für sie. Weltliche Chorherren oder Säkularkanoniker werden diese Männer genannt. Das gemeinsame (Chor-)gebet verbindet die Herren miteinander und der Gehorsam ihrem Oberen gegenüber. Daneben sind sie halt auch Unternehmer.

Anno dazumal

Franz X. Wimmer

Zur Barockzeit, Mitte des 18. Jahrhunderts, will Kaiserin Maria Theresia aus dem Stift ein Priesterhaus machen, eines in dem junge Priester auf den Beruf vorbereitet werden. Die Chorherren wissen das Projekt zu verhindern: Unfinanzierbar, dass auf einmal vierundzwanzig statt bisher zwölf Leute vom Ertrag des Stiftes leben sollen. Und als dann 1806 das Stift Spital den Benediktinermönchen von St. Blasien im Schwarzwald zugesprochen wird, da müssen sie die verbliebenen Chorherren mit übernehmen. Nach zwei, drei Jahren sind die Schwarzwälder Mönche wieder weiter gezogen – nach St. Paul im Lavanttal. Sicher – Spital war eher abgelegen, weit weg von jeder Universität. Die Chorherren sollen aber auch ihren Teil dazu beigetragen haben, dass sich die Gäste nie so richtig daheim gefühlt haben, heißt es in St. Paul.

Maria in der Ochsenwaldkapelle


extra blick

Nummer 11, 10. August 2018

25

Heiligen Heiligeen Benedikt Benediikt Zum Zweihundertjahr-Jubiläum der (Wieder-)Besiedlung von St. Paul ist die Idee für einen eigenen Pilgerweg entstanden.

Von Schottland bis mitten nach Italien Vor gut neun Jahren hat die Geschichte dieses Benediktweges begonnen – mit der ersten Etappe von Spital am Pyhrn nach St. Paul im Kärntner Lavanttal. Mittlerweile ist ein Großteil des Weges bis ins Kloster des Heiligen Benedikt in Montecassino, zwischen Rom und Neapel, durchgehend markiert. Eben wird am oberösterreichischen Teil gearbeitet. Ziel ist, dass der Weg einmal bis nach Puscarden in Schottland führt – zum nördlichsten Benediktinerkloster in Europa. Schon heute zählt der Weg zu den zehn beliebtesten Pilgerrouten der Welt. Mehr zum Benediktweg finden Sie zum Beispiel im Internet auf www.benedikt-bewegt.at Wir haben uns an einem heißen August-Tag zuerst einmal in die Vogelsang-Klamm geflüchtet. Vom Ausgang der Klamm ists

Am Weg von der Ochsenwaldkapelle zu den Arlingalmen. nicht mehr weit bis zu den weiten Almwiesen zwischen Pyhrgas und Karleck. Und da droben ists auch wieder angenehm luftig. Hinüber ins Ennstal gibts etliche alte Wege: Wer über den Arlingsattel geht und hinunter nach Ardning, der kann dem Pürgschachen Moor einen Besuch abstatten und der Wall-

Wappen am Archivraum des ehemaligen Spitaler Chorherrenstiftes.

fahrtskirche Frauenberg nahe Admont. Wer übers Haslers Gatter steigt kommt über Hall direkt hinaus nach Admont. Zum Patrozinium, zum Fest der Kirchenpatronin, gibt es rund um Mariä Himmelfahrt in der Spitaler Stiftskirche eine Abendmusik

zu hören: Am Dienstag 14. August um 20 Uhr mit Wolfgang Mitterschiffthaler an der Orgel, mit Dagmar Hochhauser (Sopran) und dem Quartett Vocal. Am Mittwoch 15. August um 19 Uhr singen und spielen Chor und Orchestergemeinschaft Spital am Pyhrn die Trinitatismesse von Wolfgang Amadeus Mozart.

Blühende Minze – dahinter der Kamm des Stubwieswipfels.


extra blick

26

Nummer 11, 10. August 2018

Top in Form Mag. Uta Karl-Gräf

Sportwissenschafterin

Wieviel Hitze verträgt unser Training? Der Sommer hat uns derzeit fest im Griff, Temperaturen über 30 Grad begleiten uns durch die letzten Wochen. Schon alleine die alltäglichen Besorgungen und der Weg von und zur Arbeit genügen, um in Schweiß auszubrechen. Bei dieser Hitze auch noch Sport betreiben? Ist das gesund? Um unter diesen Bedingungen seinen Körper mit sportlicher Betätigung nicht zu schaden, ist es wichtig, über einige Fakten Bescheid zu wissen: • Das Herz- Kreislaufsystem muss bei hohen Temperaturen um einiges mehr Arbeit leisten, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Dazu leitet der Körper Blut in Arme, Beine und die oberen Hautschichten und gibt so Wärme über die Haut ab. Das mindert unsere Leistung, denn die Muskulatur wird weniger durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Deshalb fühlt sich das Training bei Hitze auch anstrengender an und man erschöpft schneller. Die individuelle Wärmeschwelle ist aber sehr verschieden und hängt natürlich auch vom Trainingszustand ab. Je höher der Fettanteil des Körpers, desto eingeschränkter ist die Wärmeabgabe und die Gefahr von Überhitzung steigt. • Am besten man verlagert das Training in die frühen Morgen- bzw. späten Abendstunden. Am Morgen ist auch die Ozonbelastung am geringsten. Mit ansteigender Temperatur kann die Ozonkonzentration in der Atemluft steigen. Das Gas schränkt die Lungenfunktion ein, reizt die Schleimhäute und kann Kopfschmerzen auslösen. In der Stadt ist die Belastung der Luft durch Ozon besonders hoch. • Durch die Hitze schlägt das Herz bei gleicher Trainingsintensität bis zu 20 Schläge schneller als an kühleren Tagen. Deshalb sollte man sich bremsen, nicht am Limit trainieren und keine ehrgeizigen und anstrengenden Trainingseinheiten durchziehen. Stattdessen ist es ratsam, Intensität und Pensum zu reduzieren oder Pausen einzulegen. Wichtig: Bei Muskelkrämpfen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche oder Übelkeit das Training sofort abbrechen, einen kühlen Ort aufsuchen, viel trinken und wenn notwendig einen Arzt konsultieren. • Schon ab einem Wasserdefizit von zwei Prozent des Körpergewichtes - das entspricht schnell ausgeschwitzten 1,6 Litern bei einer Person von 80 Kilogramm - drohen Leistungseinbußen, deshalb sollte man auch während des Trainings alle 15 Minuten etwa hundert Milliliter in kleinen Schlucken trinken. Am besten eignet sich Mineralwasser mit wenig Kohlensäure und einem hohen Mineralienanteil oder Apfelsaft gespritzt – ein Drittel Apfelsaft und zwei Drittel Mineralwasser. Fazit: Am einfachsten lassen sich sportliche Trainingsrunden im Sommer durchziehen, wenn man Sonne, Hitze und erhöhten Ozonwerten konsequent aus dem Weg geht. Also nicht in der prallen Mittagssonne sporteln, sondern auf schattige Trainingsstrecken, in den Wald - optimal neben einem Bach oder Fluss – und in die Morgen- und Abendstunden ausweichen. Sonnencreme und Sonnenbrille sowie eine helle Kappe als Kopfschutz, schützen zusätzlich.

Der Kremsmünsterer Beach-Volleyballer Peter Eglseer (links) und sein Partner Thomas Kunert spielen auf der FIVB-Tour groß auf.

Sportbarometer im August in Form prä¥ Hervorragend sentiert sich Beachvolley-

baller Peter Eglseer aus Kremsmünster. Während in Wien die weltbesten Paare im Einsatz waren, stand der Kremsmünsterer am vergangenen Wochenende mit seinem Partner Thomas Kunert beim FIVB World Tour Event in Ljubljana am Platz. Nach vier Siegen zogen die beiden ins Viertelfinale ein, wo sie sich den Lokalmatadoren aus Slowenien knapp in drei Sätzen geschlagen geben mussten. Nach einem fünften Rang in Prag und Platz vier in der Türkei sind Eglseer/Kunert damit auf der äußerst stark besetzten FIVB-Tour weiter auf Erfolgskurs.

¥

Nach einem einjährigen Gastspiel bei FC Lustenau in der 2. Fußball-Bundesliga hat Martin Grasegger aus Nußbach im Sommer bei Liga-Konkurrent Blau-Weiß Linz angedockt. Und dort dürfte sich der Verteidiger sichtlich wohl fühlen. Der 29Jährige ist fixer Bestandteil der Abwehrkette, spielte in den ersten beiden Meisterschaftsspielen von Beginn an und rangiert nach zwei Siegen und dem Punktemaximum von sechs Zählern mit dem Stahlstadtclub auf dem hervorragenden dritten Tabellenplatz.

einer Enttäuschung en∑ Mit dete die Faustball-Heim-

WM der Damen in Linz für die Österreicherinnen, bei denen mit den Schwestern Marlene und Verena Hielsmair und Katharina Lackinger drei Spielerinnen der Union Nußbach und mit Janine Brunner und Carina Steindl zwei Akteurinnen von ASKÖ Laakirchen im Aufgebot standen. Mit einer knappen 2:3-Niederlage verpasste man im Semifinale gegen die Schweiz den Finaleinzug, im Spiel um Platz drei mussten sich die Österreicherinnen Brasilien klar mit 4:0 geschlagen geben.

Martin Grasegger aus Nußbach ist mit Blau-Weiß Linz mit zwei Siegen in die 2. Bundesliga gestartet.


Nummer 11, 10. August 2018

extra blick

27

„Für mich ist in Mattersburg ein Traum wahr geworden!”

Nach zahlreichen Stationen in der 2. Bundesliga hats Daniel Kerschbaumer nun doch noch gepackt. Der Fußballer, der in Inzersdorf aufgewachsen ist, kickt mit dem SV Mattersburg in der 1. Bundesliga gegen Teams wie Salzburg, Rapid oder Austria. Thomas Sternecker hat mit dem 29-Jährigen den verbalen Doppelpass gespielt.

„Spät aber doch konnte ich mir jetzt mit Mattersburg meinen großen Traum erfüllen”, freut sich Daniel Kerschbaumer – „aber lieber spät, als gar nie!” Obwohl der Fußballer bei FC Pasching, LASK, Austria Klagenfurt oder zuletzt bei BlauWeiß Linz in der zweiten Bundesliga immer zu den Leistungsträgern und Stammspielern zählte, war da dieser Gedanke stets im Hinterkopf, der ihn all die Jahre verfolgte: „Ich wollte unbedingt den Sprung in die höchste Liga Österreichs schaffen!” Heuer im Sommer hat sich dieser Lebenstraum für ihn nun endlich erfüllt. Denn da klopfte Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner bei seinem ehemaligen Schützling an. Die beiden hatten damals mit dem FC Pasching als Zweitligist und Österreichischer Cupsieger sogar die Quali für die Europa League geschafft. Seitdem hat Baumgartner seinen Rechtsverteidiger, auf den er sich immer zu einhundert Prozent verlassen konnte, nicht mehr aus den Augen gelassen. Dreimal beobachteten die Verantwortlichen des SV Mattersburg im Vorjahr ihren Wunschspieler bei Partien von Blau-Weiß Linz, bevor sie „Kerschi’ einen Vertrag zur Unterschrift vorlegten. Und der zögerte keine Sekunde. „Gerald Baumgartner war jener Trainer in meiner Karriere, bei

dem ich den größten Entwicklungsschritt gemacht habe”, streut der Kicker seinem Lieblings-Coach Rosen. Obwohl bei den Burgenländern jede Position doppelt besetzt ist, erkämpfte sich der Oberösterreicher nach starken Leistungen in den Testspielen ein Stammleiberl und war gleich in den ersten beiden Bundesliga-Partien von Anfang an mit von der Partie. Gleich im ersten Spiel ins Tor getroffen Beim 3:2-Auftaktsieg gegen Altach sorgte der offensive Rechtsverteidiger für das 1:0, bei der unglücklichen 2:0-Heimniederlage letztes Wochenende gegen Salzburg traf er beim Stand von 0:0 die Latte. „Ich bin topfit und mit meinen Leistungen recht zufrieden”, fühlt er sich im Burgenland pudelwohl, „auf das habe ich immer hingearbeitet, ich genieße jede Minute.” Obwohl der Schritt von der zweiten in die höchste Spielklasse für ihn schon eine gewaltige Umstellung war. „Das Tempo ist wesentlich höher, auch das Umfeld ist noch eine Stufe professioneller.” Ganz besonders freut sich der Kicker, der seine Karriere unter Papa Joschi Kerschbaumer als Trainer im Nachwuchs von Micheldorf begann, auf die Spiele in der Alianz-Arena gegen Rapid oder im neuen Stadion von Austria Wien. Ein weiterer Höhepunkt steht Ende September am Programm. Dann kommt Rapid Wien zur 2. Runde des ÖFB-Cups ins Pappelstadion. „Für solche Partien spielt man Fußball”, hat Daniel Kerschbaumer jetzt so richtig Feuer gefangen. Thomas Sternecker

Gleich im allerersten Pflichtspiel für Mattersburg erzielte Daniel Kerschbaumer beim 3:2-Erfolg über Altach daheim im Pappel-Stadion das Führungstor zum 1:0.


MATERN CREATIVBÜRO

OÖ LAN NDESAUSSTELL LUNG 2018

DIE RÜ ÜCKKEH HR DER R RÖ ÖMISCHES E

RREICH

ENNS SCHLÖG GEN OBERRA ANNA 27. APR. BIS B 4. NOV. 2018 2

www.landesaussteellung.at facebook.com/landesausstellung

Aktuelle_ausgabe_extrablick  

Aktuelle_ausgabe_extrablick

Aktuelle_ausgabe_extrablick  

Aktuelle_ausgabe_extrablick

Advertisement