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20 Jahre Seminarhaus Deinsdorf e.V. Um es gleich vorweg zu nehmen: Unsere Erwartungen an diesen 14. Juli, den Tag unseres Jubiläumsfestes, wurden weit übertroffen - und nicht nur wegen des überraschenden Sonnenscheins. Freilich hatten wir auf ein fröhliches Fest mit vielen Gästen gehofft, aber als dann die Menschen strömten, um mit uns zu feiern, waren wir überwältigt von all der Zustimmung, Verbundenheit, Freude und Herzlichkeit.

Es zeigte sich, wie viele Menschen schon während der Bauphase, bei den ersten Gehversuchen und während des anfänglichen Seminarbetriebs dabei gewesen waren, ihren Beitrag geleistet, etwas mitgenommen und vieles dagelassen hatten an Anregungen, Hilfe, Freundschaft und Begeisterung. Und wir erinnerten uns, wie viel Unterstützung wir von der Gemeinde, vom Dorf, von den Freunden bekommen haben und immer noch bekommen. So war der Tag ein Anlass zum Erinnern zum Danken und Prüfen, zum Erneuern und zur Bekräftigung unserer Vision.

Wir haben über die Jahre an den Ideen von Gewaltfreiheit, Ökologie und Völkerverständigung, mit denen wir angefangen haben, fest gehalten und immer wieder versucht sie zu leben und sie für andere sichtbar zu machen. Wir haben versucht, einen Ort zu schaffen, an dem man entspannen, sich wohl fühlen und erleben kann, dass eine einfache Lebensweise, die sich nicht am Konsum orientiert, dennoch Lebensqualität bieten und eine Basis für Kreativität und Freude sein kann. Seit vielen Jahren hat uns dabei die Erd-Charta Anregung und Orientierung gegeben.

B e i t r ä g e von ProjektteilnehmerInnen

Der Festredner Gil Ducommun brachte es auf den Punkt: Die individuelle Entwicklung, die durch Meditation, Kunst, Selbsterfahrung gefördert wird, muss ergänzt und erweitert werden, durch die Bereitschaft, sich für das „Wir“, die Gesellschaft, einzusetzen. Es gilt Lebens- und Handlungsmodelle zu schaffen, die uns aus der Sackgasse von Ungerechtigkeit und Naturzerstörung heraus führen. Im Podiumsgespräch mit Menschen, die uns zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Rollen unterstützt haben, zeigte sich, dass diese Arbeit – so schwierig sie oft war – insgesamt viele Menschen angeregt und ermutigt hat, selbst ähnliche Wege zu gehen. Das alles haben wir uns bewusst gemacht und haben es gefeiert, begleitet von mitreißender Balkan- und leichtfüßiger Musettemusik, von gutem Essen, von Töpfern, Filzen, Luftballonfliegenlassen, Märchen für Kinder und Erwachsene, Pantomime und – einigen wenigen - Reden.

Wie gesagt, es war ein rauschendes Fest. Nun ist es an uns, dem eigenen Anspruch und der Zustimmung und Ermunterung durch so viele Menschen auch in den nächsten Jahren gerecht zu werden. Irene Heiß-Eppig

v i t a s ausgabe 1 | 2013

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Infomagazin zum Erdchartaweg Amberg-Sulzbach  

Beiträge und Vorstellung der Vereinmitglieder

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