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Nachhaltigkeit früher und heute „Nachhaltigkeit“ - ein Begriff, der aus dem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken ist. Doch wo kommt er her? Was drückt er heute aus? Bereits im späten Mittelalter wurde deutlich, dass in Gebieten Mitteleuropas mit einer starken Bergbautradition zu viel Holz geschlagen wurde. Die Wälder wurden immer weniger, das Holz hatte keine Zeit mehr nachzuwachsen. In dieser Zeit entstand die eigentliche Forstwirtschaft, welche im Auftrag der jeweiligen Landesherren, das planmäßige Abholzen und Wiederaufforsten der Wälder überwachte, um einer Ausbeutung der Wälder vorzubeugen. Der Begriff Nachhaltigkeit wurde erstmals 1713 von Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiberg (Sachsen) formuliert, der von einer „nachhaltenden Nutzung der Wälder“ schrieb. Er geriet allerdings in den folgenden Jahren weitestgehend wieder in Vergessenheit.

Erst seit der UN-Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro, ist „nachhaltige Entwicklung“ eine Idee und ein Ziel. Der Begriff hat sich von der Forstwirtschaft auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausgedehnt und wurde zum Schlüsselbegriff für modernes Wirtschaften, das die Folgen unseres gegenwärtigen Handelns für die Zukunft mit bedenkt. Der Rat für nachhaltige Entwicklung schreibt: „Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen“. Zukunftsfähig wirtschaften

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ausgabe 1 | 2013 v i t a s

bedeutet also auch: Wir müssen unseren Nachkommen ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Auf www.nachhaltigkeit.info findet sich ein ausgiebiges „Lexikon der Nachhaltigkeit“ für alle, die mehr Einblick in dieses überaus interessante und umfassende Thema erhalten wollen. Erst nachdem wir angefangen hatten, uns mit dem Begriff der Nachhaltigkeit zu beschäftigen, stellten wir fest, wie umfangreich und komplex dieses Thema ist. Kaum ein Begriff wird zurzeit in den Medien, in der Werbung und in politischen Kontroversen so häufig und in so unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Nachhaltigkeit zu einem schlagkräftigen und missbräuchlichen Modewort geworden ist und somit den unterschiedlichsten Absichten dienen kann, nicht zuletzt rein partikularen wirtschaftlichen Interessen, die der ursprünglichen Idee von Nachhaltigkeit eher zuwider laufen.

Ihre Meinung interessiert uns - Deshalb fragen wir Sie: Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit? Hält der Begriff noch das, was er verspricht? Ist da, wo Nachhaltigkeit drauf steht, noch Nachhaltigkeit drin? Wie hat sich der Begriff entwickelt, was bedeutet und beinhaltet das Wort ihrer Meinung nach? Schreiben Sie uns unter info@erdchartaweg-as.de Ihre Meinung, Ihre Gedanken zur Nachhaltigkeit.

Wir werden uns weiterhin mit dem Begriff beschäftigen, Ihre Beiträge sammeln und im nächsten VITAS Magazin teilweise mit veröffentlichen. Kürzlich beantwortete jemand die Frage, was Nachhaltigkeit für ihn bedeute, wie folgt: Nachhaltigkeit heißt „Enkelkindertauglichkeit“

Doris Oeder / Verena Gerhardt-Hüttner

Infomagazin zum Erdchartaweg Amberg-Sulzbach  

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