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Der Garten des Friedens von Nicky Sitaram Sabnis

Auf einem Hügel am Chiemsee, zwischen Breitbrunn und Gstadt, findet man ihn. Den Garten des Friedens. Der indische Koch Nicky Sabnis hat diesen Ort mit Hilfe von Freunden geschaffen, um an den Frieden zu erinnern. Der Garten ist nicht groß, er ist nicht imposant, aber deshalb nicht minder beeindruckend. Jeder der vorbeikommt ist eingeladen anzuhalten, innezuhalten.

Beim Betreten des Gartens kann man die Stille hören. Von der Bank aus blickt man über den Chiemsee, es riecht nach Natur und Leben. Verschiedene heimische Baum- und Buschsorten umgeben den Friedensgarten und in seinem Zentrum befindet sich eine mit Pflanzen und Steinen gestaltete, liegende Acht. Bei genauer Betrachtung entdeckt man auf 12 Steinen in 12 verschiedenen Sprachen das Wort Frieden. In der Mitte der Acht ist neben einem Apfelbaum eine Steinpyramide aufgeschichtet. Viele Steine tragen einen Wunsch, eine Botschaft oder ein Wort des Dankes und täglich werden es mehr. Jeder Besucher ist eingeladen, einen Stein mit seinem Anliegen dazuzulegen.

Frieden muss gepflegt, behütet und geschützt werden. Gerade so wie ein Garten. Und jeder kann etwas dazu tun. Jeder auf seine Weise und nach seinen Möglichkeiten. Daran soll der Garten des Friedens erinnern. Er gibt keine Meinungen oder Ratschläge vor. Man sollte sich Zeit nehmen für den Besuch, für eigene Gedanken und Gefühle und auch die kleinen Dinge beachten, die man im Leben so oft übersieht. Es wird immer anders sein, aber es wird immer etwas sein.

„Friede kommt, wenn wir ihn nicht nur als ein Ziel betrachten, sondern ihn im eigenen Herzen tragen als unseren Wegbegleiter.“ Mit diesen Worten eröffnete Nicky Sabnis am 05. Juli 2008 die Einweihungsfeier des Friedensgartens. Nicky Sitaram Sabnis ist ayurvedischer Koch. „Ein Hindu im Frauenkloster?“ Unmöglich, hieß es zuerst, aber dann durfte er vorkochen. Und er muss wohl sehr überzeugend gewesen sein, denn seit 1998 arbeitet er als Koch und Dozent in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee und zählt mittlerweile zu den 25 ungewöhnlichsten Köchen der Welt.

In Gstadt am Chiemsee ist er fast schon so etwas wie eine Legende: Nicky Sabnis, der indische Koch in der Abtei Frauenwörth. Als im November 2011 eine Delegation des Erdchartavereins Amberg-Sulzbach den Garten des Friedens besucht, treffen sie ihn dort in seinem Reich, der Küche, wo er zuallererst ein wunderbares ayurvedisches Essen serviert. Später halten Nicky und seine Freunde eine weitere Überraschung bereit: vier junge Buchsbäume warten darauf gepflanzt zu werden, um damit eine Verbindung zum Erdchartaweg herzustellen. Nun zieren die Bäumchen den Eingang zur liegenden Acht und zu dem Herzen aus Lavendelbüschen, das einen der beiden Kreise ausfüllt. Namasté Doris Oeder

„Friede kommt, wenn wir - Du und ich - Frieden im eigenen Herzen tragen. Das ist eine schwere und lebenslange Aufgabe.

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über Nicky Sabnis, den Garten des Friedens oder die ayurvedische Küche erfahren möchten, besuchen Sie doch einmal seine Website www.laxmifoods.de

Sie ist unpopulär, unspektakulär, bringt kein Geld oder Ansehen und ist darüber hinaus noch anstrengend. Weil wir das alle wissen, delegieren wir diese Aufgabe an unsere Parteien, Regierungen, Staatsmänner oder Kirchen. Die sollen es richten. Aber wie könnte denen gelingen, was uns auch nicht gelingt? Haben sie sich denn ein friedvolles Herz erkämpft? Es sieht nicht so aus, sonst wäre unsere Erde in einem besseren Zustand. Lasst uns darum aufhören mit der Hoffnung, dass andere es für uns tun. Wenn wir eine friedlichere Welt und ein friedlicheres Leben im Kleinen und Großen haben wollen, müssen wir selbst darum ringen. Der Garten des Friedens soll dazu einen kleinen Beitrag leisten“ Nicky Sabnis

Nicky Sitaram Sabnis Hochriesstr. 4 83253 Rimsting a. Chiemsee Tel. 08051 / 30 95 51 Fax 08051 / 30 95 52

gabnic.laxmi@t-online.de

v i t a s ausgabe 1 | 2013

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Infomagazin zum Erdchartaweg Amberg-Sulzbach  

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