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Im Raum des Berührtseins von Gertrud Royer

versuch einer näherung

Ja so ist das nun, wenn die Basisarbeit wieder in den Vordergrund gerückt wird, die Basis soll dann auch

was tun. Zum Beispiel kann sie schreiben, über ihre

Projekte. Sie kann und soll beitragen zur Gestaltung des neuen Vitas.

Mein Beitrag sind Worte. Mit Worten möchte ich auch ein wenig auf dem Erdchartaweg gehen.

Wichtig ist mir in jedem Fall, sie sollen berühren,

die Worte. Sie sollen helfen in den Raum des Berührtseins einzutreten.

Ich stell ihn mir blau vor, den Raum des Berührtseins. Mit blauem Licht durchflutet, blaues Licht, das sich an den Grenzen des Raumes, der von unendlicher

Tiefe ist, verdichtet und überleitet in die Grenzenlosigkeit. So stell ich ihn mit vor. Für eine Andere,

einen Anderen mag es eine Blumenwiese sein, im

Abendlicht, über die Schmetterlinge gaukeln oder ein Lied.

Berührt sein und dann den nächsten Schritt zu tun - Richtung Wende oder Wandel, so ist auch meine persönliche Vorstellung vom Erdchartaweg.

Und wie komme ich nun in den Raum des Berührt-

seins? Ich weiß es nicht. Es kennt jeder. Manchmal ist er einfach da, manchmal gar nicht. Ganz gewiss hat es mit einer offenen Haltung zu tun, eintreten

zu wollen in diesen Raum, in dem die Schritte des Wandels leichter gehen und eine Verbindung zu anderen Menschen da ist.

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Aus: wendepunkte

ausgabe 1 | 2013 v i t a s

von Gertrud Royer

wende 1 wende 2 für den pfannkuchen die qualität liegt der wendepunkt der landung in der luft eines pfannkuchens dann ist nicht allein wenn er nicht mehr haftet vom wendepunkt bestimmt wenn er die schwere pfanne verläßt dieser steht bereit wenn er frei schwebt pfannkuchen ja es dauert nur einen moment pfannkuchen nein der fall ist gewiss pfannkuchen heute doch dann pfannkuchen morgen ist die andere seite oben entscheidend wenn alles gut läuft ist der koch der die pfanne erstmal vom ofen erhebt und bereit ist sie in schwung zu versetzen der rest ist übung

Stufen Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, An keinem wie an einer Heimat hängen, Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten. Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen, Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde Uns neuen Räumen jung entgegen senden, Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden... Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! Herrmann Hesse

Infomagazin zum Erdchartaweg Amberg-Sulzbach  

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