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Naturschutzgebiet

Grubenfelder Leonie Durch die langjährige Nutzungsruhe entwickelte sich in dem ehemaligen Bergbaugelände eine bayernweit bedeutende Tierwelt mit europaweit gefährdeten Arten. Seit Mai 1996 ist das Gelände als Naturschutzgebiet „Grubenfelder Leonie“ ausgewiesen, insbesondere wegen der sehr bedeutenden Amphibienbestände von Kammmolch, Gelbbauchunke und Laubfrosch.

Etwa 570 Tier- und Pflanzenarten kommen auf diesem bayernweit einmaligen Gelände vor, davon stehen über 100 Arten auf der Roten Liste Bayerns (z.B. Steinschmätzer, Raubwürger, Eisvogel, Kleine Binsenjungfer, Sumpfstorchschnabelbläuling). Ein reichhaltiges Mosaik aus Acker- und Wiesenbrachen, Pioniergehölzen, Magerrasen, Misch-, Nadelwälder, natürlichem Bachlauf, Quellen und Erdeinbrüchen kennzeichnen das Naturschutzgebiet.

Beweidung: Ohne Eingriffe würde sich das Gelände im Laufe der Jahre wieder bewalden. Sehr viele seltene Vogel-, Amphibien- und Insektenarten sind aber auf freie Flächen angewiesen. Deswegen wird das Gebiet seit Juni 2000 ganzjährig beweidet, zunächst mit Heckrindern, rückgezüchteten Auerochsen, seit Sommer 2006 auch mit Exmoor-Ponys Mit den angesiedelten Auerochsen ist das Wappentier der Stadt Auerbach wieder zum Leben erwacht. Aus der kombinierten Beweidung mit Rindern und Pferden wird eine gleichmäßigere Nutzung des Offenlandes erwartet, da sich die Pferde von ausgewählten Gräsern ernähren und eine etwas andere Funktionsstelle im Ökosystem einnehmen als die Heckrinder.

Möglichkeiten für BesucherInnen

Führungen durch das Naturschutzgebiet finden in regelmäßigen Abständen oder auf Anfrage mit einer Fachkraft statt. Die Termine werden in der örtlichen Presse bekannt gegeben. Weitere Informationen gibt es unter der Tel. 09154 / 946684, Bernhard Moos.

Grubenfelder Leonie

Eigentümer der Flächen: Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) – Verband für Arten- und Biotopschutz, Kreisgruppe Amberg/Amberg-Sulzbach, Stadt Auerbach i. d. Opf.

Welche Artikel der Erdcharta repräsentieren wir? Art. 1 Achtung haben vor der Erde und dem Leben in seiner ganzen Vielfalt.

Artikel 1a: Erkennen, dass alles, was ist, voneinander abhängig ist und alles, was lebt, einen Wert in sich hat, unabhängig von seinem Nutzwert für die Menschen. Art. 5 Die Ganzheit der Ökosysteme der Erde schützen und wiederherstellen, vor allem die biologische Vielfalt und die natürlichen Prozesse, die das Leben erhalten.

Art. 5 b Den Bestand und die Neueinrichtung von Naturschutzgebieten und Biosphären-Reservaten fördern, auch von Wildnisgebieten und geschützten Ozeanen, um die Lebensgrundlagen der Erde zu schützen, biologische Vielfalt zu erhalten und unser Naturerbe zu bewahren. Artikel 5 c: Die Erholung gefährdeter Artenbestände und Ökosysteme fördern.

Träger: Weideprojekt Leonie e.V., Hunas 2 | 91224 Pommelsbrunn

Beweidungsprojekt im Naturschutzgebiet „Grubenfelder Leonie“ in Auerbach i. d. Opf. mit Auerochsen und Exmoor-Ponys

v i t a s ausgabe 1 | 2013

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Infomagazin zum Erdchartaweg Amberg-Sulzbach  

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