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Einzelverkaufspreis: 9,40 â‚Ź

www.events-magazine.com

Ausgabe 6 – November 2011

rpleiten Agentuund ihre Ursachen Kongresszentren: Management: Veranstaltungen: Destinationen:

Hamburg baut Famtrips am Compliance-Pranger Kampf um Amerika Im Fokus: Japan



EDITORIAL

Das Evangelium von Marcus Es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot

Unternehmen verändern wird.“ Intransparent und fragmentiert sei der

von König Kunde ausging, dass manche

MICE-Markt, eine richtige Black Box und das Veranstaltungsmanagement

Dienstleister (und vor allem die mit den

in den Unternehmen eine Riesenbaustelle. Etliche unterschiedliche Tools

lauten Posaunen!) ihre Schätze offen legen

und Software-Systeme kommen nämlich im Workflow zum Einsatz. Ge-

mussten. Diese Offenlegung war die aller-

meinsam mit Andrea Salce von der Salce Colada AG wurde dafür eine Lö-

erste und sie geschah zu der Zeit, da die

sung entwickelt und vorgestellt. Es ist die Komplettlösung auf einer Platt-

MICE AG und die STBs ein wenig ins Gerede gekommen waren. Und so ging

form: suchen, finden, buchen, verwalten, follow up – alles in einer Cloud.

auch Marcus aus der Stadt Berlin in das bayerische Land zur Stadt Udes, die

Die neue Superwolke kann sogar kunden-adäquat „customized“ werden,

da heißt München, damit er sich schätzen ließe mit Günter, seinem vertrau-

ist ein hoch modulares System mit freiem Zugriff auf alle benötigten Funk-

ten Partner. Als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollten. Und sie

tionen und deren Rückgrat ist die größte Datenbank im MICE-Markt mit

gebaren am Buß- und Bettag im Presseclub der Allianz-Arena ihr groß ange-

phantastischen Extrafeatures wie einer direkten optischen Verknüpfung mit

kündigtes Baby. Und es waren Presseleute und Kunden in derselben Gegend

Googlemaps und einer Location-Umfeldbetrachtung durch Streetview.

auf dem MICEfelde. Der Engel des Herrn trat zu ihnen und sprach: „Fürch-

Das alles hörte sich sehr gut an und klang nach einer Konsolidierung und

tet euch nicht! Sehet, ich verkündige euch große Freude, die allen Ausstel-

Fokussierung der MICE AG auf glaubwürdig bespielbare Kompetenzfelder,

lern, Besuchern und Planungsabteilungen widerfahren wird; denn euch ist

sogar nach tatsächlicher Marktführerschaft im Software-Bereich. Nun

heute der Big Bang geboren.“

muss das überzeugend präsentierte Baby ab 2012 laufen lernen, im Markt

Soweit Teil I der Geschichte, jahreszeitlich inspiriert und frei erzählt nach

beweisen, was es wirklich kann. Dass die Cloud für die Industrie ein

Lukas. Nun, es war vielleicht nicht gerade der angekündigte Big Bang, aber auf

Wunschkind ist, darf man zumindest annehmen, denn sie war in den

jeden Fall nach zwei Jahren der Selbstbeschäftigung, des Experimentierens und

Zeugungsvorgang schließlich umfassend involviert. Wie sich das Kompe-

Analysierens ein Aufbrauch zu neuen Ufern. Marcus Wiesner, Vorstand der

tenzfeld MICE marketplace entwickelt, wird auch davon abhängen, ob alle

MICE AG, hat es am Vorabend der 50. und einer endlich wieder einmal sehr

Beteiligten endlich begriffen haben, dass zu jeder Stunde volle Messegänge

guten Messe verstanden, die Neuigkeiten überzeugend zu kommunizieren.

weniger wichtig sind als Besucherqualität. Die ständige Jagd nach mehr

Die STB ist tot, die Messe wird umbenannt in MICE marketplace. Damit

und neuen Besuchern aus der letzten Nische mit allerlei Taschenspielertricks

verbunden ist eine Ausweitung des Ausstellerspektrums auf fast alle

verspricht keinen dauerhaften Erfolg. Die Ausweitung des Anbieterspek-

Anbietersegmente und steigende Besucherattraktion. Weniger ist mehr –

trums und Reduzierung des Angebots scheint der heilsamere Weg.

auch diese Erkenntnis hat sich bei der MICE AG hoffentlich endgültig durchgesetzt. So wird es eine Veranstaltung weniger geben, dafür wird der

Einen einigermaßen ruhigen Jahresausklang wünscht Ihnen

MICE marketplace München auf zwei Tage ausgedehnt mit einem starken edukativen Vorbau. Das Wichtigste aber war die Präsentation der Cloud-

Hans Jürgen Heinrich

Lösung, die – so Wiesner – „das Veranstaltungsmanagement in den

Chefredakteur


AUS DEM INHALT 6/2011

Kampf um Amerika: IMEX vs. AIBTM Seite 110

Famtrips am Compliance-Pranger Seite 46

Sailing City Kiel – mehr Wasser geht kaum!

Seite 30

Agenturen Alarmstufe Rot: die Kogag-Pleite und die Schlussfolgerungen Pure Perfection schickt 160 Journalisten quer durch China Jubiläum: 25 Jahre PP Events und Promotions

10 13 14

Locations Geheimtipp: Weingut Barone Ricasoli in der Toskana Bispingen: Reizvolles Cluster in der Heide Die Location-Award-Verleihung in Berlin

18 20 22

Netzwerk Die Eventplanerin / Der Eventplaner

26

Destinationen Sailing City Kiel – mehr Wasser geht kaum! Die neuesten Superlative aus China Aktuelle Destinations-Trends Japan – zwischen Tradition und Fortschritt

30 92 96 97

Management Unsinn: Famtrips am Compliance-Pranger Trend: Tourism goes mobile Gastkommentar: Veranstaltungseinkauf weiter konsolidiert Sprechstunde: Eventdoktor Günter Mainka

46 48 50 54

Kongress Neues Branding, neue Aufstellung :NürnbergConvention Frankfurt ernennt Kongressbotschafter Interview mit Edgar Hirt, Direktor CCH

59 60 62

Verbände Rückblick auf die EVVC – Management Fachtagung 2012 Erfolg für Deutschland: der ICCA – Weltkongress in Leipzig

66 70

Hotels Flusskreuzfahrten: Ein neuer Trend im MICE-Business? NH Hoteles – die kuriosesten Fundsachen

74 82

Veranstaltungen Gut gestartet: die erste BOE Austria Das war die ACCESS 2011 Kampf um Amerika: IMEX vs. AIBTM

106 108 110

Directory Impressum

117 122

Anzeige Vormerken: Best of Events 2011 in Dortmund am 18. und 19. Januar 2012 in den Westfalenhallen www.bo-e.de

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AGENTUREN

Wieder viele Awards für Jung von Matt/relations. Jung von Matt/relations ist seit zwei Jahren die Nr. 1 des deutschen Event-Kreativrankings (Horizont und w&v) und holte zusammen mit Jung von Matt/Spree einen Effie in Silber für "I AM NIKON" – belohnt wurde ein vorbildlicher Messestand auf der Photokina. Beim Galaxy Award gab es gleich 4 x Gold , 3 x Silber, 4 x Bronze und eine Auszeichnung mit den Projekten: "I AM PHOTOKINA"(Nikon/1 x Gold, 1 x Bronze, 1 x Auszeichnung), "Kubanisierung Deutschlands" (Havanna Club/ 2 x Gold), "Tramp a Benz" (Daimler AG/1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze), "Das haarigste Dorf der

Welt" (Panasonic/ 2 x Silber, 2 x Bronze). Beim European Best Event Award bleibt es für die Kölner Spezialagentur weiter spannend. Jung von Matt/relations ist in den Kategorien „Public Event“, „Fair“, „Unconventional Event“ und „Web Event“ nominiert für die Projekte „Tramp a Benz“/Daimler AG, „I AM PHOTOKINA“/Nikon, die „Kubanisierung Deutschlands“/Havanna Club und „Das haarigste Dorf der Welt“/Panasonic. Die offizielle Preisverleihung findet nach Redaktionsschluss am 23. November 2011 in Mailand statt.

Outstanding Solutions forscht an holografischem Konferenzsystem Die Dortmunder Agentur Outstanding Solutions arbeitet an einem Konferenzsystem, das es Menschen erlaubt, weltweit holografisch zu sprechen. Ziel ist ein holografisches Dialogerlebnis, das durch ein hohes Maß an Authentizität und Natürlichkeit charakterisiert ist. Personen können dabei in Kombination mit Präsentationen und Objekten gezeigt werden. Dafür wird in der eigenen F&E Abteilung eine neue Technologie entwickelt, die HD-Videoströme in Echtzeit im dreidimensionalen Raum positioniert. Das Herzstück des Forschungsvorhabens ist ein speziell entwickeltes Co-

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dierungssystem, das es u. a. ermöglicht beliebige Videoströme simultan zu steuern. Hierfür wird eine eigene Hard- und Software entwickelt. Im Fokus steht dabei eine benutzerfreundliche Anwendung, die einem breiten Markt zugänglich gemacht werden soll. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert das zukunftsorientierte Vorhaben. Somit ist Outstanding Solutions nicht nur Experiential Marketing Agentur, sondern auch forschendes Unternehmen im Bereich innovativer Medienkommunikation.

Verstärkung bei Grass Roots Grass Roots verstärkt sein Team mit der 38-jährigen Senior Projektleiterin Eva Havas. Sie verantwortet alle Projekte in den Bereichen Promotion und Roadshow für den Kunden Opel. Darüber hinaus soll sie die Leistungsfelder Promotion und Roadshow für Grass Roots ausbauen. Eva Havas kommt von der Düsseldorfer Eventagentur DO IT. Zuvor war sie drei Jahre lang Promotion Manager bei der Solinger kogag. Zu ihren persönlichen Referenzen zählen die Deutsche Telekom, Motorola, Nissan, Nokia, Samsung, Schwarzkopf & Henkel sowie Sony Ericsson. Havas hat an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation studiert und als Betriebswirtin für Marketingkommunikation abgeschlossen.


AGENTUREN

Kindler redet Klartext... Matthias Kindler von The Companies aus München publiziert regelmäßig den lesenswerten Newsletter „Post aus MünchenOst“. Ehrlich, respektlos, gut getextet. Im letzten nimmt er FME und ADAM & EVA auf´s Korn. „Sprachlos und betroffen sind selbst die schärfsten Kritiker des Branchenverbands FME über das, was der einst wichtige Zusammenschluss deutscher Eventagenturen heute so treibt. Dramatisch geschrumpfte Mitgliederzahlen und die Abwesenheit vieler branchenprägender Eventagenturen bestimmt das Bild. Kaum Initiativen, den Markt zu gestalten und wenn, dann wirkungslos. Man denke nur an den luftleeren Qualitätskodex. Bleibt noch der EvA, einst schillernder Preis für die besten Events in der Republik. Auf einen EvA war man früher richtig stolz, auch wir haben aus unserer operativen Vergangenheit noch ein halbes Dutzend in den Regalen stehen, um zu zeigen, dass unsere Konzepte stets zum Besten gehören, was in Deutschland konzipiert wird. Wirft man aber heute einen Blick auf die Shortlist für den EvA 2011, so versteht man, warum zivilisierte Menschen Eventler nach wie vor für Karussellschubser

und Schiffsschaukelbremser halten. Was die EvA-Jury für das Beste des Jahres hält, besteht fast zur Hälfte aus sinnlosen, ideenlosen und wirkungslosen Bespaßungsmaßnahmen, die alle gruseligen Vorurteile über "Events" aufs vortrefflichste bestätigen. Größer, höher, bunter und lustiger - das hat der EvAJury anscheinend am besten gefallen. Hauptsache, es wummt und blitzt und es räkelt sich noch ein Promi ins sinnentleerte Bild. In den einschlägigen Rankings der Fachpreise hat der EvA schon länger keinen Spitzenplatz mehr. Seine Talfahrt ist nun wohl endgültig nicht mehr zu stoppen. Irgendwie schade. P.S.: Neu ist in diesem Jahr beim EvA die Kategorie "Lecker Essen". Auch wenn wir Caterer lieben und gutes Essen als wichtigen Baustein eines gelungenen Events betrachten, so hat so eine Kategorie bei einem "Marketing-Preis" schlichtweg nichts zu suchen. Man belohnt im strategischen Kontext auch nicht die schönste Tischdeko oder das beste Hotelzimmer. Ein weiterer Sündenfall. Irgendwie war das mit Eva doch anders gemeint, oder?

Frische Frauen-Power für TCC Network!

Von kogag zu stagg & friends

Seit Anfang Oktober ist das (6-frauenstarke) Team um Marion Wulf, Geschäftsführerin TCC Network GmbH, wieder komplett. Mit Nicole Sauer kommt eine Vollblut-Touristikerin mit jahrelanger Berufserfahrung im Reisebüro, beim Deluxe-und MICEVeranstalter sowie Reiseveranstalter im Produkteinkauf ins Team. Sie wird vorrangig für die DMC’s im Fernreisebereich zuständig sein. Dana Kinzel mit abgeschlossenen internationalem Tourismusstudium und Auslandsaufenthalten in Spanien und Portugal wird hauptsächlich Ansprechpartnerin für die europäischen Destination Managements Companies (DMCs) im Netzwerk sein.

Die kogag-Insolvenz beschert den anderen Agenturen gute Personaloptionen. So freut sich stagg & friends freut sich erneut über eine neue Mitarbeiterin: Seit 01. Oktober ist Tanja Habbe von der kogag zur Düsseldorfer Kommunikationsagentur für Marketing-Events, Incentives, Promotions und Kommunikation im Raum als Senior Account Manager gestoßen. „Von stagg & friends, die ich als erfolgreiche und vor allem sehr kreative Agentur erlebe, erhoffe ich mir spannende Aufgaben, an denen ich weiter wachsen kann“, so die 37jährige DiplomBetriebswirtin. Die ohnehin schon erfolgreiche Agentur wolle sie in einem tollen Team stetig weiter nach vorne bringen. An Herausforderungen wird es nicht mangeln. Schon jetzt ist Tanja Habbe neben Tim Cremer als Key Account Manager für den Kunden Daimler Global Training tätig und verantwortet die Planung der Mercedes-Benz EuroTrainings. Allein in 2012 stehen drei EuroTrainings für smart, A-Klasse und Van auf dem Programm. Support bei der Anbahnung von Neugeschäft sowie Begleitung von internen und externen Prozessen in Bezug auf den Wachstumskurs der Agentur gehören ebenfalls zu ihrem Aufgabenbereich. events 6/2011 7


AGENTUREN

Toyota ist Startprojekt für jaeger + haeckerhase jaeger+haeckerhase wird für Toyota Deutschland die diesjährige Nationale Händlertagung im Essener Colosseum Theater durchzuführen. Rund 600 Händler, deren Begleitpersonen sowie interne Vertreter von Toyota Deutschland und aus der europäischen Zentrale werden in der Ruhrmetropole empfangen, um Neuigkeiten zur strategischen Ausrichtung des japanischen Automobilherstellers zu erfahren. Die rund 1400 Teilnehmer erwartet am 16. Dezember ein intelligentes, auf Interaktion und Dialog setzendes Veranstaltungsformat. Toyota Deutschland verlässt sich bei Konzeption und operativer Umsetzung auf die ausgewiesene Expertise von jaeger + haeckerhase. „Wir freuen uns sehr, dass uns Toyota Deutschland das Vertrauen ausgesprochen hat, diese immens wichtige Veranstaltung durchzuführen. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich, eine wirkungsvolle Live Kommunikationsmaßnahme zu realisieren, die Mensch und Marke in den Mittelpunkt stellt“, so die Agenturchefs Denis Häcker, Michael Hasselbusch und Markus Jäger.

Mihatsch&Co poitioniert sich bei „Green Events“ Die Berliner Eventagentur Mihatsch&Co, Inhaberin Katharina Mihatsch hat auf Grund der guten Auftragslage aufgestockt. Michaela MihatschSchleiting verantwortet ab sofort die Bereiche Green Events, einen der Schwerpunkte des Unternehmens, und New Business. Die erfahrene Eventmanagerin hat in den letzten zehn Jahren national und international alle gängigen Veranstaltungsformate für Kunden aus unterschiedlichen Branchen erfolgreich umgesetzt. Seit 2007 war sie freie Projektleiterin bei BBDO Live und verantwortete dort – zuletzt als Angestellte – Projekte für unter anderem die Deutsche Post, Volkswagen Leasing und den Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

TMC mit neuem DMC-Partner in Indien Unter acht indischen Incoming Agenturen konnte sich Creative Travel als die „führende Destination Company Indien’s“ durchsetzen. Führende Entscheider aus über 30 Ländern wählen bei den World Travel Awards seit achtzehn Jahrendie besten Ihrer Branche. ImN Bangkok wurde dann noch der TTG Travel Awrad 2011 gewonnen und als Höhepunkt des Preissegens gab es noch zwei SITE Chrystal Awards. Zum einen für das „Exceptional Motivational Travel Program - Asia Pacific " und den zweiten allumfassend für das "Best Destination Based Experiential Incentive Travel Program". Das Familienunternehmen Creative Travel bietet seinen Service mit Hilfe von 130 Mitarbeitern und einem über Jahre gewachsenen Netzwerk in Indien, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und Tibet an. TMC vertritt die DMC seit Juni 2011. www.tmc-agentur.

VOK DAMS bietet Studie „Hybrid Events“ an Zu Beginn der VOK DAMS Studie „Hybrid Events – Innovationstrend im Live-Marketing“ steht die mutige These „In Zukunft wird es ohne Social Media kein erfolgreiches Event mehr geben.“ Die Studie gibt die Antwort, warum Hybrid Events eine neue Dimension in der Live- Kommunikation darstellen. VOK DAMS hat den Begriff Hybrid Event geprägt für die Verbindung von Live und MoSoLo. MoSoLo steht für Mobile Applications, Social Media und Location based Services. Das heißt also die ganze Bandbreite der interaktiven Web-Anwendungen, von der App für Smartphones und Tablets über webbasierte Guest Management Tools, der Einbindung von Social Media Plattformen bis hin zu QR Codes und Augmented Reality Anwendungen. Durch die intensive Einbindung der Teilnehmer stehen Hybrid Events für den Paradigmenwechsel von der Eventzentrierung zur Teilnehmerzentrierung – vom brand generated zum user generated Event. Aus einem passiven EventBesucher wird ein aktiver Kommunikationsteilnehmer. Deshalb steht ROI nicht mehr nur für Return on Investment, sondern auch für Return on Involvement. Je stärker die Einbindung des Einzelnen gelingt, desto eher wird er auch eine positive Kauf-

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oder Weiterempfehlungsentscheidung fällen. So die Thesen von VOK DAMS. Die Studie gibt Antworten auf vier zentrale Fragestellungen: 1. „Welches sind die Gründe für die zunehmende Bedeutung von Social Media?“ 2. „Wie sieht die Zukunft von Social Media und Events aus?“ 3. „Wie erfolgt die praktische Umsetzung von Hybrid Events?“ 4. „Wie sind die Auswirkungen von Social Media auf die Kommunikation mit unseren Zielgruppen?“ Die Studie ist erhältlich unter www.facbook.com/vokdams oder info@vokdams.de



AGENTUREN

Alarmstufe Rot

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans Rück

Die Kogag-Pleite hat Symbolcharakter Kogag ist pleite. Neben einer Reihe hausgemachter Gründe ist die Insolvenz von Deutschlands ältester Eventagentur auch symptomatisch für die strukturelle Krise der Eventagenturen insgesamt. Im Zentrum steht dabei die miserable Ertragssituation wegen niedriger Margen und finanzieller Auszehrung durch eine Flut von Einzelausschreibungen mit Wettbewerbspräsentationen, welche die Agenturen auf eigene Kosten bestreiten müssen. Es wäre Schönfärberei, wollte man das heutige Verhältnis zwischen Agenturen und auftraggebenden Unternehmen und deren Einkaufsabteilungen im Großen und Ganzen noch als partnerschaftlich bezeichnen. Die Sitten sind rau geworden, Tabus im Umgang gibt es fast keine mehr. Dabei stehen die auftraggebenden Unternehmen einer so gut wie unorganisierten Ansammlung meist kleiner, finanziell schwacher Agenturen gegenüber und nutzen ihre überlegene Position zum Teil rücksichtslos aus: So kommt es nicht selten vor, dass der Gewinner einer Wettbewerbspräsentation im Anschluss aufgefordert wird, sein siegreiches Konzept zu den Kosten des billigsten Wettbewerbers zu realisieren. Die beste Leistung für die schlechteste Bezahlung – da dreht sich der "ehrbare Kaufmann" in dem Grab um, zu dem man ihn schon vor langem getragen hat! Auf diese Weise werden selbst leistungsstarke Agenturen systematisch ausgezehrt. Mittlerweile erhalten Autowerkstätten höhere durchschnittliche Stundensätze für ihre Mechaniker als manche Eventagenturen für ihre Kreativ-Direktoren. Wann werden die auftraggebenden Unternehmen erkennen, dass solche Relationen nicht angemessen und auch auf Dauer nicht haltbar sind – zumindest wenn man auch in Zukunft noch hochwertige Kreativleistungen über den Markt beziehen möchte? 10 events 6/2011

Es braucht einen neuen Verhaltenskodex für Agenturen Von ähnlicher Brisanz ist das Thema Pitch – seit Jahren ein Dauer-Aufreger für die Agenturen, weil die Zahl der Einzelausschreibungen inzwischen auf ein unerträgliches Maß angewachsen ist. Immer weniger Unternehmen unterhalten noch dauerhafte Beziehungen zu einer Eventagentur, immer mehr wechseln sie von Projekt zu Projekt – und erwarten wie selbstverständlich, dass die Agenturen zu den Wettbewerbspräsentationen auf eigene Kosten antreten. Nach einer bekannten Daumenregel muss eine Agentur zwei Drittel der Aufgabe bereits erledigt haben, um an einem Pitch mit Aussicht auf Erfolg teilnehmen zu können – ohne die Gewissheit, den Auftrag hinterher auch zu erhalten. Darum stellen Wettbewerbspräsentationen für die Agenturen eine extreme finanzielle Belastung und ein unternehmerisches Risiko dar – wie die Kogag-Pleite beweist, als deren eine Ursache hohe Pitch-Kosten ausdrücklich genannt worden sind. So kann es nicht weitergehen. Es muss endlich Schluss sein mit der Flut kostenloser Pitches und der sinnfreien Kostendrückerei durch die Einkaufsabteilungen. Auch die Unternehmen können kein Interesse daran haben, dass ihre Agenturenpartner finanziell ausbluten und nicht mehr genug verdienen, um noch qualifizierte Mitarbeiter bezahlen zu können. Doch im Wettbewerb ist sich natürlich jeder selbst der Nächste: Würde eine Agentur für ihre Teilnahme an einer Ausschreibung ein Antrittsgeld verlangen, würde sie vermutlich sehr schnell von der Liste gestrichen (es sei denn, sie verfügt über klare Alleinstellungsmerkmale). Was tut das FME gegen die Flut kostenloser Pitches? In einer solchen Situation, in der niemand etwas gegen allgemeine Missstände unternimmt, weil er indi-


AGENTUREN

viduelle Nachteile zu befürchten hat, müssten eigentlich Verbände die Initiative übernehmen. Doch welche Verbände? Das Forum Marketing-Eventagenturen (FME) hat einen "Qualitätskodex" für Eventagenturen formuliert, der sich unter anderem gegen eine kostenlose Teilnahme an Wettbewerbspräsentationen ausspricht. Dort heißt es wörtlich: "FME-Agenturen nehmen nur an Ideen- und/ oder Präsentationswettbewerben teil, bei denen bestimmte Fairnessstandards eingehalten werden. Sie verurteilen und boykottieren ausdrücklich (aufwändige) Ausschreibungen und Wettbewerbe, die nicht den Schutz der eingereichten Kreativideen garantieren und die Leistung angemessen honorieren." (FME Qualitätskodex vom 11.06.2008, S. 11.) Diesen vollmundigen Ankündigungen (es ist immerhin von Boykott die Rede) sind bisher keine wahrnehmbaren Taten gefolgt. Dieser Kodex wird offenbar nicht ernst genommen – wohl auch, weil er für den Fall eines Verstoßes keinerlei Sanktionen vorsieht. So fehlt es an Verbindlichkeit. Betrachten wir zum Vergleich den Pharma-Kodex: Er sieht eine neutrale Schiedsstelle

vor, die von jedem Mitglied anrufen werden kann, und bei Verstößen drohen Strafzahlungen. Das mag drastisch klingen. Aber der Pharma-Kodex funktioniert, weil er nicht unverbindlich ist. Natürlich sind freiwillige Übereinkünfte immer durch illoyales Verhalten einzelner Mitglieder bedroht, die um ihres eigenen Vorteils willen aus der Vereinbarung ausscheren. Und doch gibt es zu einem "Verhaltenskodex der Agenturen" keine vernünftige Alternative.

Die Marktführer müssen vorangehen Entscheidend ist, dass die Marktführer das Thema treiben; eine "Graswurzel-Bewegung" kann keine Aussicht auf Erfolg haben. Nur das, was die wirtschaftlich wichtigsten Unternehmen der Branche tun, hat eine reelle Chance auf D u rc h s e t z u n g . Die "Flaggschiffe" stehen hier also in einer besonderen


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Verantwortung, für die Branche insgesamt Flagge zu zeigen und voranzugehen. Vielleicht wachen durch die Kogag-Pleite einige auf. Wir dürfen gespannt sein auf die Reaktion der Branche – und auf die des FME. Gleichzeitig müssen die Agenturen bei Auftraggebern und Einkäufern argumentativ Druck aufbauen gegen die unsinnige Flut von Einzelausschreibungen. Viele Unternehmen meinen, Pitches seien für sie kostenlos, nur weil die Agenturen nichts dafür berechnen. Doch das ist ein teurer Irrtum: Selbstverständlich verursachen Wettbewerbspräsentationen auch in den auftraggebenden Unternehmen Kosten, und zum Teil erhebliche; nur werden diese Kosten bisher nicht systematisch erfasst – leider. Andernfalls hätte der Pitch-Wahn nämlich schnell ein Ende! Wettbewerbspräsentationen lohnen sich für den Auftraggeber nur, wenn die Summe der zu erwartenden Einsparungen größer sind als die Summe der Kosten – und zwar aller Kosten, einschließlich derjenigen zur Einarbeitung der neuen Agentur. Diese Bedingung ist in der Regel nur bei Großprojekten ab einem hohen fünfstelligen Volumen und bei Rahmenverträgen erfüllt. Wer sich fragt, warum die Unternehmen trotzdem so viele Einzelausschreibungen vornehmen, findet die Antwort in den Einkaufsabteilungen: Deren Erfolg wird meist in den Einsparungen gemessen, die sie bei Ausschreibungen herausverhandeln. Die Kosten dieser Ausschreibungen werden den Einsparungen nicht gegenübergestellt. Der Einkauf rechnet sich also die Einsparungen groß und lässt die internen Kosten großzügig unter den Tisch fallen. Kein Wunder, sie fallen ja auch nicht bei ihm an, sondern im Eventmanagement oder der Marketing-Abteilung. Hier kann auch die Wissenschaft die Agenturen argumentativ unterstützen – zum Beispiel mit dem Konzept der "Total Cost of Events". Damit kann man demonstrieren, dass zu den Kosten einer Veranstaltung nicht nur die externen, sondern auch die internen Aufwendungen für Wettbewerbspräsentationen zählen. Mit "echten" Rahmenverträgen, die feste Auftragsvolumina über einen bestimmten Zeitraum zu festen Konditionen vertraglich fixieren, wäre allen Beteiligten übrigens am besten gedient. Das wäre fair und wirtschaftlich zugleich, und alle Beteiligten hätten weniger zu tun. Eventagenturen müssen ihre Hausaufgaben machen Aber auch die Eventagenturen müssen ihre Hausaufgaben machen. Schließlich ist die Flut der Einzelaus12 events 6/2011

schreibungen auch deswegen so groß, weil viele Unternehmen keinen Vorteil darin sehen, einer Agentur für längere Zeit treu zu bleiben – oder andersherum: weil sie keinerlei Risiko darin sehen, ihre Partner ständig zu wechseln. Für die Agenturen ist das ein Armutszeugnis. Wie kann ein Dienstleister glaubhaft machen, dass er Produkten und Marken Profil zu geben vermag, wenn sein eigenes Produkt völlig austauschbar ist? Und wie, dass er fähig sein soll, wirkungsvolle Kundenbindungskonzepte zu entwickeln, wenn er seine eigenen Kunden nicht zu binden vermag? In der Eventindustrie haben die Schuster die schlechtesten Schuhe. Eventagenturen sollten dringend darüber nachdenken, wie sie sich von ihren Wettbewerbern differenzieren können, und für sich selbst klare, glaubwürdige Positionierungen erarbeiten – sei es über das Leistungsspektrum (Generalist vs. Spezialist?), über die kreative Kompetenz oder über die Beratungskompetenz. Im Dienstleistungsbereich sind Kompetenzansprüche allerdings immer mit Investitionen in qualifizierte Arbeitskräfte verbunden, die diese Ansprüche glaubhaft am Markt darstellen können. Nehmen wir zum Beispiel die Beratungskompetenz (dort existiert im Eventbereich ein besonders großer Profilierungsspielraum): Kundenberater, die nach den Kriterien "Jung, willig, billig!" ausgesucht wurden, werden Klienten kaum von der wertsteigernden Wirkung der Agenturarbeit überzeugen können. Agenturen müssen endlich wieder gezielt in die Kompetenz ihrer Mitarbeiter investieren. Und sie müssen aufhören, sich selbst und ihr Produkt "Event" unter Wert zu verkaufen. Dann werden sie die notwendigen Investitionen auch tragen können. Zum Autor Prof. Dr. Hans Rück (46) ist Dekan des renommierten Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen an der Fachhochschule Worms. Dort verantwortet er die Lehrgebiete Marketing und Eventmanagement. Neben seiner Lehrtätigkeit entwickelt der ausgebildete Werbekaufmann als Berater und Management-Coach praxisgerechte Problemlösungen für die MICE-Industrie.


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Großer Auftritt in Shanghai: Das Audi Tour Terminal steht direkt am Bund, vor der grandiosen Kulisse der Stadt

Pure Perfection schickte 160 Journalisten 5.700 Kilometer quer durch China Unter dem größten LED-Display der Welt fiel in Peking der Startschuss für ein einzigartiges Presse-Event. Für den Kunden Audi schickte die Agentur Pure Perfection 160 Journalisten auf eine 5.700 Kilometer lange Entdeckungsreise quer durch China. Die Audi Q3 Trans China Tour 2011 war eine logistische Herausforderung der Extraklasse und gleichzeitig die perfekte Plattform, um den sportlichen Premium-SUV zu inszenieren. 160 Journalisten hatten sich auf dieses Abenteuer eingelassen und entdeckten in vier Wellen und insgesamt 16 Etappen China aus einer besonderen Perspektive. Vom Start in Peking verlief die Route über Shanghai, Shenzhen und Guilin bis zur pulsierenden Metropole Hongkong im Süden des Landes. Unterwegs lernten die Teilnehmer China in seiner Fülle und in seinen Gegensätzen, in seiner Dynamik und seiner Gelassenheit kennen – ein Land zwischen Konsum und Konfuzius. Sie erlebten die Metropolen und durchfuhren ländliche Gebiete mit grünen Bambus- und Reislandschaften. Entwickelt hat dieses einzigartige Presse-Event die Wiesbadener Agentur Pure Perfection. Monatelang hat das Team vor Ort Routen geplant und wieder verworfen, Hotels und Locations geprüft und tausende Einzelteile zu einem schlüssigen Veranstaltungskonzept zusammen gefügt. Keine leichte Aufgabe in einem kommunistischen Land, in dem man auch immer wieder auf sprachliche und kulturelle Barrieren stößt. Pure Perfection steuerte mit zwölf eigenen Projektmanagern und zahlreichen chinesischen Kollegen den reibungslosen Ablauf der Tour.

Startpunkt Peking: Die wahre Staatsmacht ist in China in vielfältiger Form stets präsent: bei der Trans China Tour freilich nur als freundliche Unterstützung.

Willkommen in einem faszinierenden Land: Audi-Vorstandsmitglied Michael Dick begrüßte die Teilnehmer.

14,5 Millionen Leuchtdioden schreiben das Logo der China Tour an den Himmel: Begrüßung im Audi Tour Terminal, dem Startpunkt der Reise.

Auf dem Weg nach Shanghai: Die Fahrer erleben das traditionelle China ganz hautnah.

Beeindruckende Szenerie am Startpunkt: Das Audi Tour Terminal unter dem Lichterhimmel des Mega-Screens.

Letzte Vorbereitungen für die große Tour: Verloren gehen darf niemand, dafür sorgen die jungen Damen.

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Die PP Agentur für Events & Promotions feiert 25jähriges

Die Frankfurter PP Events & Promotions feiert in diesem Jahr 25jähriges Bestehen. Das ist in der Agenturszene im Bereich „Zeitachse“ schon etwas Besonderes. Unterschiedliche Moden kommen und gehen, technische Neuerungen verändern die Organisation und Umsetzung von Events und Promotionaktionen. Der Leitsatz für die Arbeitsweise von PP ist jedoch stets derselbe geblieben: Der Mensch ist das Maß der Dinge. Vor allem aber ein sicheres Gespür für Trends und technische Innovationen gehört zum Erfolgsrezept, wenn man in der Branche „alt werden will“! Zum Firmenjubiläum kommentiert Geschäftsführer Bernd Nagel aktuelle Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Branche. Publikumsevents: Spagat zwischen Extravaganz und Sicherheitsanspruch „Heute beeindruckt man niemanden mehr, indem man ein Zelt auf die grüne Wiese stellt. Ungewöhnliche Orte, technische Highlights, hochkarätige Show-Acts und prominente Gäste sind die Zutaten, die einer Veranstaltung die rechte Würze verleihen. Die Suche nach neuen und überraschenden Veranstaltungsideen darf aber niemals auf Kosten der Qualität und Sicherheit gehen. Im vergangenen Jahr haben wir die öffentliche Jubiläumsfeier unseres Kunden Schaefer Kalk mit mehreren 14 events 6/2011

Hält die Agentur mit Erfahrung auf Kurs und gehört nicht zur Abteilung „Jugend forscht“: die PP-Geschäftsführung. (v. l.: Thomas Braun, Thorsten Radtke, Bernd Nagel, Erich Göttmann)

Tausend Gästen in einem Steinbruch stattfinden lassen. Dabei hat PP Events & Promotions mindesten soviel Aufmerksamkeit auf die Details des Sicherheits- und Logistikkonzepts verwandt wie auf die spektakuläre Inszenierung dieses außergewöhnlichen Events.“ 3D-Show-Effekte: Es geht gerade erst los! „Eventkommunikation lebt von eindrucksvollen Bildern, die der Besucher mit nach Hause nimmt. Uns war sofort klar, welches Potenzial die 3D-Präsentationstechnik für die Gestaltung


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von Events bietet. 3D ist aber kein Selbstzweck! Die Herausforderung besteht darin, das technisch Machbare in den Dienst des Kommunikationsziels zu stellen. So hat PP Events & Promotions anlässlich des Rebrandings der Targobank den neuen Markenauftritt in 3D-Technik auf die Konzernzentrale in der Düsseldorfer Altstadt projiziert. Wird die 3D-Euphorie bald wieder abklingen? Ich glaube, es geht gerade erst los! In den letzten Jahren haben sich beim Publikum neue Sehgewohnheiten herausgebildet. Inzwischen werden Bilder mit Tiefeneffekt ohne das Hilfsmittel einer 3D-Brille erzeugt. Das eröffnet uns neue Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise im Rahmen von großen Publikumsevents.“ Pssst, weitersagen! Virales Marketing im Web 2.0 „In Zeiten allgemeiner Reizüberflutung entwickelt die persönliche Empfehlung eines Produkts oder einer Veranstaltung besondere Überzeugungskraft. Das virale Marketing, die Verbreitung von Botschaften per Mund-zu-Mund-Propaganda, macht sich diesen Effekt zunutze. Das Vorgehen ist nicht neu, hat aber mit der zunehmenden Vernetzung im Web 2.0 deutlich an Dynamik gewonnen. Für PP Events & Promotions bedeutet das: Zur LiveKommunikation, unserem Kerngeschäft, tritt immer häufiger die begleitende Kommunikation über Social Media-Kanäle. Der

Vorteil für unsere Kunden liegt auf der Hand: Die Aufmerksamkeit für eine Veranstaltung oder Promotion wird über den zeitlich und örtlich begrenzten Anlass hinaus deutlich verlängert. Wer heute das Potenzial von Live-Kommunikation ausschöpfen will, muss immer auch den virtuellen Raum bespielen.“ Best Ager: Neue Gesichter für Promotions „Promotions sind klassische Studentenjobs – das war einmal! Heute setzen wir bei der Vorstellung eines neuen Produkts unseres Kunden Nintendo bewusst auch Promoter im Alter von 40 Jahren plus ein. Denn längst gehören kaufkräftige und Technik affine Käufer mittleren Alters zur Kernzielgruppe des japanischen Herstellers von Videospielen und Spielekonsolen. Der Trend zum gezielten Einsatz von Best Agern im Rahmen der Live-Kommunikation ist überall dort spürbar, wo erklärungsintensive Produkte oder Dienstleistungen vorgestellt werden. Gestandene Promoter sind beispielsweise bei der Automobilpräsentation oder der Vorstellung neuer Bank- und Versicherungsdienstleistungen gefragt. Die Frankfurter Agentur PP Events & Promotions hat ihren Mitarbeiterstamm für Promotions gezielt um reifere Gesichter erweitert, um die Nachfrage der Kunden in diesem Segment bedienen zu können.“


AGENTUREN

2018 – Das kleine Wunder von München Die Bewerbung München/Garmisch-Partenkirchen für die Winterspiele 2018 dümpelt so vor sich hin, der mediale Fokus bezieht sich vor allem auf den Streit um Grundstücke sogenannter Bauern von Garmisch-Partenkirchen. Oberammergau erklärt kategorisch, keine olympischen Wettkämpfe im Ort haben zu wollen. Die Bewerbungsgesellschaft wechselt ihren glücklosen Frontmann Willy Bogner aus. Negativberichterstattung beherrscht das Bild. Just zu dieser Zeit treffen sich in München im Hotel Maritim ein paar Hoteliers und Eventagenturen zum Gespräch über eine verbesserte Zusammenarbeit Hotels/Agenturen, eingeladen von Scott Crouch, PR Agentur BZ Comm, Top Hotels und der Fachzeitschrift events. Am Schluss des Forums wird auch das Thema Olympiabewerbung diskutiert. Man beschließt, sich zu engagieren – und sich nicht nur in Stammtischparolen zu ergehen. Initiiert vom Verfasser entstehen daraufhin ein Konzeptpapier und diverse Einladungen zu weiteren Diskussionen mit Eventagenturen aus München und Garmisch sowie der Initiative PROLYMPJA Garmisch unterstützt von den Hotels Mandarin und Westin. Es erfolgen erste Kontakte zur Bewerbungsgesellschaft 2018. Stefan Bruckner, Marketingdirektor 2018 reagiert erfreut auf die Initiative und schlägt vor, sich um den offiziellen Status „Freund der Bewerbung“ zu bewerben. Der Eventpool 2018 mit den Agenturen Alpin Convention, CTC Christian Timmer Consulting, Jochen Schweizer Events, Penta Events, Serviceplan Events, Spiel & Sport Team, Trendhouse und Ten & One wird als lockeres Zweckbündnis begründet – ohne feste Struktur. Zwischen Weihnachten und Neujahr 2010 entsteht dann das Vertragswerk mit der Bewerbungsgesellschaft, insgesamt werden ihr € 80 000.- als geldwerte Leistungen zur Verfügung gestellt, €10 000.- pro Partner. Im Januar 2011 wird der Eventpool auf der Alm des Hotels Mandarin dann als neuer „Freund der Bewerbung“ offiziell bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Unterstützungsarbeit beginnt: Wintersportfestival im Olympiapark, Promotion-Aktionen in München und Garmisch, Messe Sport Accord in London, Unterstützung Wahlkampf PROLYMPJA Bürgerentscheid in Garmisch, gemeinsamer TV Auftritt OB Ude zusammen mit Bürgermeister Schmid in Garmisch –Partenkirchen. Letztendlich Planung und Organisation des „Tages der Entscheidung“ am 6.7. am Münchner Marienplatz mit Live-Übertragungen aus Durban, Garmisch und Königsee. 16 events 6/2011

Aber, wie das Ganze organisieren? Der Eventpool ist kein Verein, hat keine Struktur, keine Geschäftsstelle, sondern nur acht wackere Mitstreiter/innen. Simone Moser, Serviceplan Events übernimmt mit Allgäuer Charme die Koordination, der Verfasser als Senior die Sprecherrolle. Alle Befürchtungen, dass nun das eifersüchtige Verhalten der Agenturpartner (die ja sonst Wettbewerber sind!) um Projekte, Aufmerksamkeit, Kontaktchancen und Leads beginnt, laufen komplett ins Leere. Alle Beteiligten sind mehr oder weniger positiv über sich selbst überrascht, wie freundschaftlich und unkompliziert die Zusammenarbeit abläuft. Kein Hader, kein Mobbing nichts! Man beginnt, auch bei anderen Projekten erfolgreich zusammen zu arbeiten, es entstehen Freundschaften. Die Bewerbung 2018 geht leider verloren, die Südkoreaner gewinnen, vermutlich bedingt durch Mitleidsbonus und starkes Sponsoring südkoreanischer Konzerne. Aber: München gibt eine sehr professionelle und sehr emotionale Bewerbung ab. Das zeigen auch die TV Bilder der 30.000 am 6.7. auf dem Marienplatz in München. Die Partner des Eventpools 2018 haben alle zusammen gewonnen. Sie haben sich für eine gute Sache engagiert, für München, Garmisch-Partenkirchen, Königsee, für Bayern und Deutschland. Und sie haben auch der deutschen MICE Branche einen guten Dienst erwiesen. „Wir Eventler können durchaus auch gemeinsam, genauso wie die Immobilienwirtschaft (deren Initiative IMMO 2018 das Vorbild war) . Und genau so schnell, wie dann nach dem 6. Juli die Idee geboren wurde, sich mit dem Projekt Eventpool für den EVA Award 2011 (Social Events) zu bewerben, so schnell waren dann auch schon die Umsetzung , das Konzept und der Bewerbungsfilm fertig . Zusammenarbeit statt Argwohn und kleinkariertes Wettbewerbsdenken – das ist es, das kleine Wunder von München! Christian Timmer, Neuried



Geheimtipp in der Toscana fu¨r Events und Incentives Hier wächst der berühmteste Wein Italiens! Das erlesene Weingut Barone Ricasoli feiert in diesem Jahr sein 870-jähriges Bestehen und liegt tief im Herzen der Toscana zwischen Siena und dem schönen Florenz. Im 19. Jahrhundert erfand Bettino Ricasoli, einstiger Premierminister Italiens, den heute weltweit geschätzten Chianti Classico. So anziehend das landschaftliche Ambiente rund ums Gut ist, auch der hiesige Weinanbau hat aus önologischer Sicht viel zu bieten und gilt als vorbildhaftes Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung im Weinbau. Angrenzend liegt das Castello di Brolio, seit 1141 im Besitz des viertältesten Familienunternehmens der Welt – anmutig eingebettet zwischen Weinreihen, Olivenhainen, Eichen-und Kastanienbäumen. Man kann sich gut vorstellen, wie es damals eine Art „florentinisches Schutzschild“ gegen zahlreiche Angriffe Sienas war. In den Mauern und der Einrichtung des Schlosses steckt noch viel „Die Rebe ist ein Sonnenkind – sie liebt den Berg und hasst den Wind!“ Geschichte, im Innern zahlreiche Kunstschätze. In dieser grandiosen, ursprünglichen Atmosphäre präsentiert sich ein hauseigenes Convention Center, ein richtiger Geheimtipp für ausgefallene Business Meetings, Promotion Trips, Events und Incentives. Im September erst fand hier 18 events 6/2011

im Rahmen der „Gran Premio Nuvolari“ ein Zwischenstopp von 300 Oldtimern statt, dabei nahmen ca. 600 Gäste an einem Side-Event inklusive Lunch teil. Die drei Veranstaltungsräume des Castellos sind mit Beamer, Leinwand und integriertem Soundsystem modern ausgestattet. Zwischen 24 und 100 Personen finden im Tagungsformat Platz. Ausgesuchte Wein-Degustationen sind für Gruppen zwischen 8 und 60 Gästen buchbar. Unsere Empfehlung: Unbedingt nach den geführten Weintouren fragen! Ein Erlebnis der besonderen Art ist das Abendmahl im historischen Keller oder der exklusiven Waffenkammer des Schlosses. In der anmutigen Osteria mitten im „Englischen Park“ des Castellos serviert Küchenchef Franco Sangiacomo auch in kleinem Rahmen Köstlichkeiten der Region.

Zum 250 Hektar großen Terrain gehört ein idyllisch gelegenes Gästehaus mit einer Übernachtungskapazität von leider nur 4 (!) großzügigen Doppelzimmern. Bei zwei- und mehrtägigen Veranstaltungen werden größere Gruppen stilvoll und „A stay, an event at the castle of brolio must not only be pleasant and interesting, we want it to be unforgettable!“ Francesco Ricasoli komfortabel ganz in der Nähe des Castellos oder eine halbe Stunde entfernt in Siena oder Florenz untergebracht. Von dort aus sind auch Themenexkursionen sowie Reiten, Trecking, Nordic Walking und landestypische Kochkurse möglich . www.ricasoli.it www.wine-partners.at


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Die Gebläsehalle viel neuer Glanz in alter Hütte! Seit gut zweieinhalb Jahren ist die Gebläsehalle am Markt. Sie ist nicht nur die größte Location zwischen Hannover und Braunschweig, sondern bietet durch ihr industrielles Ambiente und das großzügige Außengelände Veranstaltungen einen besonderen Rahmen. In den vergangenen Monaten ist die Gebläsehalle umfangreich renoviert und modernisiert worden – jetzt bietet sie Veranstaltern noch mehr Möglichkeiten, Events mit bis zu 2.000 Besuchern durchzuführen. Die acht Meter hohen, denkmalgeschützten Fenster wurden rundum erneuert. Zusätzlich wurde die Möglichkeit geschaffen, die Fenster stufenweise zu verdunkeln. So sind auch aufwendige 3D-Anwendungen auf Tagungen problemlos in der Gebläsehalle zu realisieren. Durch den Einbau von neuen, flexibel zu nutzenden Räumen mit Duschen und WC wurden die Raumkapazitäten erweitert: Ob als Backstageraum, Produktionsbüros oder zur Vorbereitung für Caterer – die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig

und erleichtern die Abwicklung von Produktionen erheblich. Im Foyer und im 1.700 Quadratmeter großen Obergeschoss wurde ein neuer strapazierfähiger Epoxidharzboden verlegt. Neben einer optischen Aufwertung erleichtert dieser unter anderem den Auf- und Abbau und senkt den Reinigungsaufwand – ein echter Mehrwert für Veranstalter. Zudem wurde die technische Ausstattung der Halle den aktuellen Anforderungen angepasst: Internetanschluss, ISDN und WLAN sind nun ebenso vorhanden wie ausgeweitete Anschlussmöglichkeiten für die Veranstaltungstechnik. www.gebläsehalle.com


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Ländliches Cluster mit Top-Einrichtungen für Tagungen und Events Bispingen liegt im Herzen Norddeutschlands, am Wilseder Berg, dem romantischen Zentrum der Lüneburger Heide und direkt an der gleichnamigen Autobahnabfahrt zwischen Hannover und Hamburg. Der SNOW DOME Bispingen ist als weithin sichtbare Landmarke neben der Ralf Schuhmacher Kartbahn das Erkennungszeichen für Vorbeifahrende. Der ländliche Standort dreht im Windschatten der SNOW DOME – und Center Parcs-Popularität mächtig auf. Überall wird und wurde renoviert; wie auch bei „Rieckmanns“, einem sehr gepflegten 3*superior-Hotel mitten im Ort in schönster Parklage, dem der Generationswechsel vor acht Jahren sichtbar gut getan hat. Das „Rieckmanns“ ist bei Tagungsgruppen sehr beliebt wegen seiner professionellen Kochkurse – für bis zu 50 Teilnehmer! Das Tagungshotel mit 21 Zimmern pflegt im Tafelhuus regionale Esskultur auf sehr gutem Niveau und ist Teil einer sechs Mitglieder starken Kooperation mit dem Namen Business Partner Bispingen (www.tagungen.lueneburgerheide.de). Vier Hotels ziehen mit den Lokalmatadoren SNOW DOME und Center Parcs an einem Strang bei der Anwerbung und Vor-Ort-Koordination von Tagungs- und Incentivegruppen im Land der leckeren Heidschnucken. Die vier Partnerhotels können 200 Gäste unterbringen und vor allem der Center Parc Bispingen steuert große Kapazitäten bei. www.centerparcs.de Im SNOW DOME selbst gibt es 400 qm moderne Tagungsflächen und zahlreiche Outlets im perfekt alpinen Look für Produktpräsentationen und Firmenfeiern. Sölden-Fans haben so20 events 6/2011

fort ihre Déjà-vus, denn die Bergbahnen des bekannte Wintersportorts Sölden betreiben Europas komfortabelste Skihalle, die von Skirenn-Teams als ideale Trainingslocation benutzt, von Firmen aber auch immer wieder exklusiv angemietet wird – mit allen Einrichtungen. „Snow matters“, sagt man hier, der Schnee soll der beste unter den insgesamt vier Skihallen Deutschlands sein, die Piste etwas breiter. Ein Sechser-Kuppelsessellift bringt die Skifahrer stilecht die 300 m lange Piste hinauf. Attraktiv für Firmengruppen sind auch Extrafeatures wie der mächtige Eis-Kletterturm, der Elektropark für Segways und die Nordwelle auf einem schicken Pooldeck draußen vor dem SNOW DOME – dort können Surfer auf der größten stehenden Welle Europas optimal „die Welle machen“. Neue Hotelkapazitäten im SNOW DOME Mit der Eröffnung des *** Superior Resort Hotel Bispingen im November 2011 nahm die Neuausrichtung der Erlebniswelt des SNOW DOME weiter Form an – nach nur sechs Monaten


Bauzeit. Schon als Geschäftsführer José Fernande gemeinsam mit Dr. Christian Schmehl im Sommer 2010 die Führung der Erlebniswelt übernommen hatte, stand für ihn fest, dass den Gästen eine Übernachtungsmöglichkeit in direkter Nachbarschaft zur Skihalle angeboten werden müsse. Die Investition für das aus 15 kanadischen Blockhäusern bestehende Resort Hotel Bispingen lag bei rund 1,4 Millionen Euro. Der authentische Charakter der Blockhäuser spricht neben Familien auch alle anderen Zielgruppen an. Fernandes: „Die 60 qm großen Häuser sind für bis zu sechs Personen ausgelegt. Es gibt zwei separate Schlafzimmer mit je zwei Betten sowie einen Wohn-/Schlafraum mit zwei zusätzlichen Schlafmöglichkeiten“. Private Gruppen finden hier ebenso günstig hochwertige Unterkünfte, wie Geschäftskunden bei Tagungen, Seminaren und Incentives, denn die Häuser können natürlich auch nur von einer oder zwei Personen bewohnt werden. Für die richtige Stimmung und mollige Wärme in den vollständig mit regenerativer Energie versorgten Blockhäusern sorgen die Kaminöfen. Die individuelle Note der giebelhohen Räume wird durch die modern-puristische Ausstattung unterstrichen, zu der neben einem Arbeitsplatz mit WLAN auch digitales Fernsehen gehört. Gebucht werden kann ein Haus nur vollständig ab 155 Euro unabhängig von der Personenzahl. Eine Kochni-

Schräger Nachbar des SNOW DOME ist das „verrückte Haus“. Es ist das erste Haus weltweit, das richtig herum errichtet und dann mit Hilfe von zwei Kränen gedreht wurde. Die komplette Einrichtung von Küche über Toilette im Badezimmer, die Teller mitsamt Esstisch – alles steht auf dem Kopf! Der Kopfstand und die zusätzliche Längs- und Querneigung von ca. sieben Grad sorgen für skurrile Sinnesempfindungen. sche gibt es dabei nicht, denn „wir verstehen uns schon als Hotel und laden unsere Gäste gerne ein, in einer unserer sechs Gastronomiebereiche vom À-la-carte-Restaurant Ötztaler Stube bis zum Marktrestaurant zu essen“, so José Fernandes. Das Frühstück ist bei einer Buchung verpflichtend dazu zu buchen, Halbpension gibt es aber auch im Angebot. www.snow-dome.de.

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So sehen Sieger aus...

In Berlin wurden die Location-Awards verliehen Wann darff man von perfekter Organisation sprechen? Ganz einfach: einfa f ch: Wenn man sie subjektiv auf Schritt und Tritt wahr genommen hat. Allzeit präsente und abfahrbereite VIP-Shuttle-Vans vor dem Partnerhotel andels und der Abendvenue axica (stolze 21 an der Zahl!) und ebenso zahlreich herbeieilende dienstbare Geister mit Regenschirm vermittelten dem Besucher der Location Award Verleihung 2011 im herbstlichen Berlin auf Anhieb das Gefühl, dass der Veranstalter an alles, wirklich alles gedacht hatte. Dickes Kompliment also an die locationportale GmbH! Wie immer gilt für ein schmackhaftes PreisverleihungsMenü: man nehme. Nicht irgendetwas, sondern konsequent nur Qualitätsbausteine. Wichtigste Zutat ist dabei die Location und als solche war die axica am Brandenburger Tor kaum zu toppen. Trotz der begrenzten Bühnenfläche. Als Vorjahressieger hatten sich Geschäftsführer Jochen Lohmar und seine Mitarbeiterin Christine Jost die Gastgeberrolle für die Folgeveranstaltung nicht nehmen lassen. Zur Begrüßung in der mit fast 400 Gästen „proppevollen“ Architektur-Ikone von Frank E. Gehry gab es nicht irgendeinen Sekt oder Prosecco, sondern Champagner. Und der ging über den Abend hinweg nicht 22 events 6/2011


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Die Jury

Wert die Erfahrungen haben, die die Kollegen bei uns sammeln. Wer erzählt es nicht gern weiter, wenn er auf einer professionell ausgerichteten Veranstaltung war? Wir hoffen in diesem Falle natürlich, dass besonders viele positiv über diese Veranstaltung sprechen!“, fügt Jochen A. Lohmar mit einem Augenzwinkern hinzu. Das werden sicherlich alle tun, denn an der „langen Tanznacht“ konnte man gut ablesen, wie begeistert sie den Charme der Location genossen haben. Bei der Vielzahl der Kategorien hat man sich allerdings etwas „zu Tode kategorisiert“. Das hat – wie so häufig! – wohl kommerzielle Hintergründe. Denn was die Allianz Arena und „Das Wormser“ in einer Kategorie zu suchen haben, weiß wohl keiner so genau. Designlocation 1. Platz: SIGN! – Düsseldorf 2. Platz: Peppermint Pavillon – Hannover 3. Platz: Au Quai Eventlocation – Hamburg

aus. Auch so etwas steht als Indiz für die kluge Auswahl der Sponsoren, in diesem Falle repräsentiert durch das Jury-Mitglied Michaela Herzig, die heute Marketing und Kommunikation für ein ChampagnerLabel macht und vielen Lesern noch aus Ihrer Tätigkeit für Disneyland Paris bekannt sein dürfte. Aber auch Satis&Fy, die Deutsche Messe Hannover, VW u.v.m. waren als Sponsoren mit in den Ring gestiegen. Das Catering hatte den bekannten axica-Standard, war inspirativ, variantenreich und hochwertig, der Getränkeservice omnipräsent. Der Lärmpegel leider auch. Aber das tat der offenkundig über viele Stunden hervorragenden Stimmung keinen Abbruch, gab es doch im hinteren Bereich ruhigere Zonen für die, die sich nicht anschreien wollten. Und auch an eine kommunikative Indoor-Raucherlounge mit gut frequentierter Bar hatte das axica-Team gedacht. Draußen vor der Tür im Regen rauchen, musste keiner. „Wir freuen uns außerordentlich dieses hochkarätige BranchenEvent ausrichten zu dürfen“, sagte Jochen A. Lohmar, Geschäftsführer der axica. „Für uns ist es etwas ganz Besonderes, die Repräsentanten der verschiedensten Veranstaltungslocations aus ganz Deutschland zu Gast zu haben. Fachexperten sind natürlich besonders kritische Gäste, da liegt die Qualitätslatte sehr hoch, aber dieser Herausforderung stellen wir uns gern. Für uns ist der persönliche Austausch mit den Kollegen sehr wichtig. Die richtige Spürnase für Entwicklungen im Markt und Trends haben ja auch andere, da können wir viel voneinander lernen. Außerdem ist nicht zu unterschätzen, welchen hohen Multiplikations-

Mobile Location 1. Platz: De Boer GmbH – Recklinghausen 2. Platz: Losberger GmbH – Bad Rappenau 3. Platz: Oceandiva GmbH – Düsseldorf Eventlocation bis 500 Personen 1. Platz: Humboldt Carré – Berlin 2. Platz: Alte Hagenbeck’sche Dressurhalle – Hamburg 3. Platz: Elb Panorama – Hamburg Location für Großveranstaltungen 1. Platz: Alte Federnfabrik – Düsseldorf 2. Platz: LANXESS arena – Köln 3. Platz: Glaspalast – Sindelfingen Kategorie Hotel-Eventlocations 1. Platz: Kameha Grand – Bonn 2. Platz: Gastwerk Hotel – Hamburg 3. Platz: Hotel Bayrischer Hof – München Kategorie Innovation & Technik 1. Platz: uppereast – Hamburg 2. Platz: Kulturzentrum E-Werk – Erlangen 3. Platz: H1 Club & Lounge – Hamburg Kategorie Special-Themenlocations 1. Platz: Filmpark Babelsberg – Potsdam 2. Platz: Science Center Medizintechnik – Berlin 3. Platz: Erlebnis-Zoo – Hannover Kategorie Tagungs- und Kongresslocations 1. Platz: Das Wormser Tagungszentrum – Worms 2. Platz: Ullstein-Halle – Berlin 3. Platz: Allianz Arena – München events 6/2011 23


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Das rechtsrheinische Köln rockt im Dock Köln hat einen neuen Eventhotspot für Gala, Red Carpet, Kongresse, Präsentationen, Konzerte, Ausstellungen und Großveranstaltungen. Verkehrsgünstig gelegen zu Autobahn, Hauptbahnhof und Flughafen präsentierte das „The NEW YORKER DOCK.ONE“ bei seiner Eröffnungsfeier am 10.11.2011 die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der ehemaligen Fabrikhalle aus dem Jahr 1851. Red Carpet war das Motto des Opening Events und daher eine gewisse Promi-Dichte sozusagen Pflicht. Durchs kurzweilige Abendprogramm moderierte charmant Wolfram Kons, der u. a. auch den zauberhaften Cirque Buffon auf der Bühne begrüßte. Kulinarisch zeigten „Kirberg Catering Fine Food“ und „Kaiserschote Feinkost Catering“ nicht nur feine Kreationen sondern auch perfekt eingespielten Service. Neben allem Glamour kam der gute Zweck nicht zu kurz: Ein Objekt der brasilianischen Künstlerin Selma Calheira wurde nur teilenthüllt und dann quasi blind versteigert. Moderatorin Birgit Schrowange konnte sich als Schirmherrin des „Kölner Kinderhauses“ über eine Spende von 5.689,90 Euro freuen – nebst einem Originalwerk von Jan Künster – dem zum Grand Opening ausstellenden Künstler – im Wert von 6.000 Euro. 24 events 6/2011

Im DOCK.ONE stehen innen großzügige 1.100 qm Veranstaltungsfläche, im Außenbereich 900 qm zur Verfügung. Fürs Bankett bestuhlt, bietet die neue Location 500, parlamentarisch 480 Personen Platz. Konzerte sind mit bis zu 816 Gästen realisierbar. Das Interieur des früheren Industriegebäudes überzeugt mit einem variablen Loungekonzept, die Raumaufteilung ist individuell segmentierbar. Optisches Highlight ist sicherlich die neu eingezogene Empore, die sich für viele Formate nutzen lässt. DOCK.ONE bietet sich für Veranstaltungen jeder Art und Größe von 100 bis 1.200 Personen an. Ein eigener Parkplatz – auch für Busse – ist vorhanden. Das „THE NEW YORKER DOCK.ONE“ von Johannes J. Adams liegt in unmittelbarer Nähe zu seinem “THE NEW YORKER HOTEL“, in dem 40 Gäste in individuell gestalteten Designerzimmern übernachten können. Vom 01.- 04.12.2011 wird Media Network mit dem Cirque Bouffon die neue Location DOCK.ONE bereits als Premierenformat bespielen und präsentiert dort die „1. Culinarische Coelner Circus Weihnacht.“ www.thenewyorker.de



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Die Eventplanerin Sonja Lang, erfrischungsraum GmbH Die Dipl. Pädagogin Sonja M. Lang hat an der Seton Hall University in New Jersey, USA und an der Universität zu Köln mit Schwerpunkt BWL studiert. Praktische Erfahrungen sammelt sie im Marketing & Sales bei der Ford Werke AG und im Marketing und HR bei der Unitymedia GmbH. Danach organisiert sie als selbständige Projektleiterin nationale Großevents und internationale Incentives für verschiedene Kunden und Agenturen. Außerdem setzt sie Beratungsprojekte in den Bereichen Automotive und Spitzengastronomie um. 2006 gründet sie erfrischungsraum – Gesellschaft für Beratung & Kommunikation mbH und bringt eine 15jährige Erfahrung in Events, Incentives und Messen ein. Hausgemachte Konzepte sowie Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit den Kunden gegenüber sind die Prämissen der Agentur. Woran arbeiten Sie gerade? Wie immer an vielen Projekten gleichzeitig, die unterschiedlicher nicht sein können. Es stehen u. a. gerade die Weltmeisterschaft der Köche, ein Beratungsprojekt für einen PremiumAutomobilhersteller, die Steuerung eines Flottenkundenevents, ein Training für Mitarbeiter im medizinischen Umfeld und eine Abendveranstaltung in Barcelona auf dem Programm. Was war Ihr „schönstes“ Projekt? Die schönsten Projekte sind die, die für unsere Kunden ein voller Erfolg sind und bestenfalls der Beginn für eine langjährige Geschäftsbeziehung: Wenn das einzelne Projekt uns als Team sowohl in der Vorbereitung und Umsetzung neben Arbeit auch Freude macht, die Gäste begeistert und in bester Erinnerung bleibt. Immer spannend zu sehen, ist, wie aus vielen Einzelteilen das große Ganze wird und die beteiligten Menschen gemeinsam zu Höchstleistungen auflaufen. Sowohl auf Kundenseite als auch auf der Seite der Leistungspartner zusammen mit uns als Agentur. Was ist Ihre beste Location? Eine schwierige Frage. „Meine“ besten Locations sind die, die eine Aussage haben. Reizvoll sind einerseits alle Orte, an denen man unter freiem Himmel bzw. in der Natur Ideen umsetzen 26 events 6/2011

kann, die dadurch unvergleichlich werden. Z. B. die lange Mittagstafel mit karierten Tischdecken in einem sardischen Weinberg für 150 Topverkäufer. Andererseits bietet auch die „nackte“ Halle unglaublichen Freiraum für die Realisierung raffinierter Konzepte. Wo liegt die Destination Ihrer Träume? Noch eine schwierige Frage! Ich träume von den Destinationen, die ich noch nicht kenne. Und da gibt es noch so einiges zu erkunden - z. B. Madagaskar, um zu sehen, wo der Pfeffer wächst. Als Ausgleich für unseren oft doch sehr bürolastigen Alltag reizen mich Ziele am meisten, die einzigartige Natur zu bieten haben. Ihr Lieblingshotel? Für ein Event ist das Lieblingshotel jenes, welches mit uns zu einem eingespielten Team wird und bereit ist, auch Unvorhergesehenes zu ermöglichen. Bei einer Tagung schätze ich ein Haus, das kreative Kost anbietet, um Geist und Körper während eines fordernden Arbeitstages zu erfrischen und Pausenmöglichkeiten unter freiem Himmel hat. Privat mag ich kleinere Hotels, die gerne auch privat geführt sein dürfen, aber eine persönliche Ansprache haben. Je nach Jahreszeit liegt es z. B.


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direkt am Strand, von welchem aus man tagsüber direkt zum Schnorcheln oder Tauchen los kann. Atemberaubend zum Beispiel The Nam Hai in Vietnam. Außerdem gehört abends der Sundowner dazu – mit den Füßen im Sand. Oder aber „in the middle of nowhere“, wo man atemberaubende Tage und Nächte mitten in der Natur verbringt, z.B. einer Lodge in Afrika.

eine Destination und die Menschen, die dort leben. Als wichtige Messetermine stehen die IMEX oder die EIBTM im Kalender.

Wer ist der Zulieferer Ihres Vertrauens? Alle Leistungspartner, die Partnerschaft im ureigenen Sinne verstehen, holen wir bei unseren Projekten immer wieder ins Boot. So zahlreich die Anforderungen variieren, so unterschiedlich sind auch unsere Partner. Die Hauptsache ist, sie brennen genauso für das Projekt wie wir! Wichtig und von großem Vorteil sind über die teilweise ja längere Dauer eines Projektes Offenheit und Transparenz sowie vorausschauendes Arbeiten.

Wie sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren? Hoffentlich genauso gesund wie heute. Mit viel Energie für kommende Projekte unterschiedlichster Couleur und einem starken und lebensfrohen Team, das weiterhin seinen Horizont erweitert und neue Herausforderungen annimmt, um inhaltlich zu wachsen und das Leistungsportfolio der Agentur um sinnvolle Dienstleistungen für unsere Kunden zu ergänzen.

Wie informieren Sie sich? Im ständigen und intensiven Austausch mit unseren Partnern. Natürlich haben wir auch die wichtigsten Branchenmagazine abonniert. Um über Aktuelles informiert zu sein, lesen wir zudem die für unsere Kunden relevanten Fachmagazine. Außerdem nehmen wir gern an Fam-Trips teil, wenn die Zeit es erlaubt, denn nur so erhält man einen authentischen Einblick in

Welche Idee möchten Sie verwirklichen? Wochenendtrips zum Mond und zurück - mit Delikatessen im Picknickkorb und allen sonstigen Schikanen!

Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten? Wenn ich nicht arbeite, verbringe ich möglichst viel Zeit an der frischen Luft, genieße das Zusammensein mit Freunden z. B. bei einem schönen Essen. Einen Regentag verbringe ich gern in einem der vielen Museen in der Umgebung. Ich liebe Wochenendtrips in mir noch unbekannte Städte. Inspiration hole ich mir auch in der Oper, beim Tanzen oder beim Lesen von guten Büchern.


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Der Eventplaner Jens Flinspach, WIGE EVENT GmbH Schon während seines Studiums an der Deutschen Sporthochschule Köln faszinieren Jens Flinspach die Themen Reisen und Eventplanung, sodass er diese Tätigkeitsfelder bei der Agentur sem4u und der Sportagentur K1 International Events in den USA zügig ausbaut. Ganz geradlinig geht er ab da seine beruflichen Ziele an. Nach seinem Internship bei der WIGE Event schafft er bereits nach vier Monaten den Sprung zum Junior Project Manager. Heute verantwortet der 35jährige als Senior PM weltweite Incentives und Corporate Events für bis zu 1.000 Personen. In den sechs Jahren, die er die WIGE EVENT mittlerweile mit Herzblut verstärkt, hat er das Team von fünf auf 20 Personen wachsen sehen und den kreativen, individuellen Gedanken mitgeprägt. Die Prämisse der Agentur ist ihm ein Hauptanliegen: Jedem Event die persönliche, einzigartige Handschrift zu geben.

Woran arbeiten Sie gerade? Ich bereite gerade eine Tagung auf Mauritius für 100 Personen vor. Aus dem Angebot von Beachcomber empfiehlt sich das attraktiv gestaltete Shandrani-Resort. Ebenso arbeiten wir verschiedene Incentives zu interessanten Zielen wie Ibiza, Venedig und Split aus. Das schöne und günstige Split scheint ein Liebling der Einkaufsabteilungen zu sein. Wir waren schon elf Mal mit verschiedenen Gruppen dort. Was war Ihr „schönstes“ Projekt? Das war ein Product Launch für Olympus in Las Vegas. Für die Journalisten hatten wir ein „Night“-Setup konzipiert, um den Jet-lag zu umgehen, um aber auch die kostbare Zeit sinnvoll zu nutzen. Das Wetter, das Klima und eine „Cowboy-Show“ in der Wüste haben zu einem grandiosen Feedback geführt. Aus dem einfachen Grunde, weil die Gäste dort genau das am besten machen konnten, was sie am liebsten tun: fotografieren. Was ist Ihre beste Location? Das hängt ganz stark von der Art und den Anforderungen des Events ab. Es kann ein Restaurant wie das 360° in Istanbul sein, das, wie der Name erahnen lässt, einen Rundumblick 28 events 6/2011

über Istanbul bietet und dadurch einem Abend das gewisse Etwas gibt. Es kann aber auch ein Weingut in der Toskana oder im Piemont sein, das durch die persönliche und individuelle Betreuung der Besitzer zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Wo liegt die Destination Ihrer Träume? Kanada ist für mich der perfekte Mix. Das liegt sicherlich an den Einflüssen aus Europa und den USA. Ich finde die Menschen so freundlich und die Städte so schön, weil die ursprüngliche Natur immer so nah vor der Haustür liegt Und natürlich New York. Ich liebe diese pulsierende Stadt. Theoretisch könnte man mit der gleichen Gruppe jedes Jahr wieder kommen. Die Teilnehmer würden jedes Mal eine völlig neue und inspirierende Erfahrung machen. Was ist Ihr Lieblingshotel? Ganz spontan? Das Budersand auf Sylt, das Granhotel auf Ibiza und das W Hotel in Miami. Wer ist der Zulieferer Ihres Vertrauens? Ich habe mir über die Jahre ein umfangreiches Netzwerk mit sehr guten Kontakten, die zum Teil auch eine persönliche


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Ebene haben, aufgebaut und es ist schwer da jemanden hervorzuheben. Durch die WIGE MEDIA AG im Rücken und unsere zahlreichen Schwestergesellschaften ergeben sich natürlich Vorteile; im Bereich der Veranstaltungstechnik z.B. mit der WIGE Performance. Wie informieren Sie sich? Am liebsten durch FAM-Trips, da man dort einen wirklichen Eindruck von der Destination bekommt und sieht, wie Agenturen, Hotels und Restaurants wirklich arbeiten und rüberkommen. Roadshows, Messen, Internet und Fachzeitschriften sind eine gute Ergänzung. Welche Idee möchten Sie verwirklichen? Wie jeder engagierte Eventplaner würde ich manchmal gern ausgefallenere und mutigere Konzepte an den Kunden bringen – natürlich um das Erlebnis positiv zu erhöhen. Privat möchte ich irgendwann noch einmal nach Australien und mir dafür mindestens einen Monat Zeit nehmen. Wie sehen Sie sich in 5 Jahren? Die WIGE EVENT wird sich in Zukunft sicherlich noch breiter aufstellen. Besonders im Bereich Corporate Events haben wir

noch Luft nach oben. Schön wäre es, es zu schaffen, trotz eines wahrscheinlich immer größer werdenden Teams, eine exklusive „Boutique-Agentur“ zu bleiben. Sprich: die Qualität und persönliche Handschrift jedes einzelnen Mitarbeiters stehen im Vordergrund und nicht die Quantität und Masse von der Stange. Darüber hinaus hoffe ich für mich persönlich, dass ich in fünf Jahren Familie haben werde und dass ich den Spagat zwischen Familie und Job gut schaffen und vereinen kann, wie das hier im Übrigen viele meiner Kolleginnen tun. Unsere Geschäftsleitung ist dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen und zeigt – mit 10 Kindern von Mitarbeitern – wie es funktionieren kann. Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten? Ich versuche nach Möglichkeit, meine sozialen Kontakte zu pflegen und Zeit mit meinen Freunden – oft auch mit deren Pänz auf dem Spielplatz – zu verbringen. Gemeinsames Kochen, Kinobesuche oder Parties organisieren stehen in der Freizeit gern auf dem Programm. Ansonsten mache ich natürlich so viel Sport wie nur möglich, da ich nirgendwo so gut abschalten kann. Besonders der Ballsport liegt mir und seit diesem Jahr spiele ich auch gern den kleinen Ball: Golf.

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Kiel – auf Kaperfahrt im Kongressgeschäft Für das Marketing einer Stadt ist es immer gut, wenn bekannte Lebensmittel ihren Namen tragen. Da hätten wir dann gleich die „Kieler Sprotte“ im Angebot, dieses zart geräucherte Fischlein in der filigranen Spankiste, das die Gourmetgemeinde in „Igitt!“ und „Mmmhhh!“ spaltet. Prägend für das Image der Stadt war auch die Bedeutung der Howaldtswerke Deutsche Werft GmbH mit ihrem Ruf wie Donnerhall im Schiffsbau. Im U-Boot-Bau ist die größte deutsche Werft sogar bis heute eine Weltmacht geblieben. Das wird immer noch an der Förde-Einfahrt baulich imposant inszeniert durch das U-Boot-Ehrenmal in Laboe und das Museums-U-Boot als Relikt aus dem ersten Weltkrieg. Last but not least : Kiel ist Heimat eines der weltgrößten Segelfeste, der Kieler Woche, mit ihrem umfangreichen Beiprogramm von rund 300 Konzerten auf mehr als 16 Bühnen. Absoluter Höhepunkt aber ist die Windjammerparade an der mehr

Kriegszerstörungen wirken immer noch nach. Der rasche Aufbau

als 100 Groß- und Traditionssegler, historische Dampfschiffe, Kriegs-

prägt das Stadtbild. Aber die einzigartig exponierte Innenstadtlage

schiffe sowie Hunderte von Segelyachten teilnehmen. Als weiteres

am Wasser macht den großen Reiz der schleswig-holsteinischen Lan-

Highlight gilt die jährliche Verleihung des Weltwirtschaftspreises, der

deshauptstadt mit einer knappen Viertelmillion Einwohnern aus. Die

vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), der Industrie- und Han-

erleben gerade, dass sich in ihrer Heimatstadt einiges getan hat –

delskammer Schleswig-Holstein und der Stadt Kiel gemeinsam ver-

und tut: Innerstädtisch kündigt eine Großbaustelle in der Altstadt ein

geben wird. Mit dem Preis werden Vordenker einer weltoffenen,

modernes Einkaufscenter an, eine Galerie und weitere Ansiedlungen

marktwirtschaftlichen Gesellschaft gewürdigt. Das Prädikat „welt-

an der Hörn vis-à-vis vom Atlantic-Hotel sind Indizien für eine Auf-

offen“ steht einer Hafenstadt am Meer immer gut zu Gesicht. Auch

bruchstimmung, zu der nicht zuletzt das noch junge Conventionbüro

wenn Kiel keine ausgesprochen schöne Stadt ist, denn die massiven

prägende Akzente beisteuert.

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Sailing City – der große USP als Mehrwert für Incentives

jeder BeschreiKieler Sprotten sprotten nicht viel mehr bung. Sie sind im Grunde Das Kongress- und Tagungsdem Hering verals geräucherte, mit als ßer grö en geschäft ist ein hart umkämpfselt wandte Fischchen, die en mm sta ich ter Markt, umso wichtiger ist ngl 20 cm werden. Ursprü e, ihren Naförd das attraktive Rahmenproern Eck aus n otte Kieler Spr Verßen gro den gramm – geprägt von Quach dur sie men bekamen ahn ptb Hau ler lität, Service, Kultur und: maKie sandstempel aus dem len vie in sie n ritimer Tradition! Genau hier hof. Mittlerweile werde und t tell ges her punktet Kiel als moderne City Städten in der Region der Ostsee in m am Meer. Ihr schwerer Säbel kau h auc n rde we Sprotten in der Teil n ßte im Destinationswettbewerb grö zum n gefischt sonder Kie “ hte „ec n ist die Nähe zum Meer und rde we t Nordsee. Verarbeite um um ßra Gro im die vielen Wassersport- und ler Sprotten aber immer n ma rt che räu ll Ausflugsmöglichkeiten. In die Kieler Bucht. Traditione n“ über Ofe aer keiner anderen deutschen lton „A em ein in sie dort h kann tisc ore The Stadt reicht das Meer so lz. nho Erle Buchen- und f, Kop mit also weit in die Stadt hinein, en, ess n man sie im Ganze The t: erk gem hl kann man unmittelbar aus Gräten und Flossen. Wo

den Umsatz – maßgeblich bei, denn Kiel hat in den vergangenen Jahren

der City mit Traditionsse-

jede Menge Großveranstaltungen „an Land gezogen“: Die „European

glern, Kuttern, Regatta-

Grassland Federation“, die „Jahrestagung Socialpolitics“ und der „Jah-

booten oder Amüsierschif-

reskongress Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und

fen wie dem Raddampfer „Freya“ aufs Meer hinausfahren. Kaum irgendwo

Forschungsanstalten“ brachten im letzten Jahr jeweils bis zu 700 Teilnehmer

anders sind so viele Großsegler verfügbar. Die Schiffe der Color Line legen

an die Förde. 2011 war Kiel bereits Tagungsort für den Bundeswettbewerb

täglich unmittelbar gegenüber vom Hauptbahnhof ab nach Oslo und zu-

„Jugend forscht“, das „Global Economic Symposium“, veranstaltet vom

rück, sodass sich an eine Konferenz an Land eine Tagungssequenz an

Kieler Institut für Weltwissenschaft und den „Deutschen Ärztetag“ mit

Bord mit hohem Incentivecharakter andocken lässt. Eine interessante Al-

einer Kapazität von bis zu 1.200 Personen. Ein weiteres Highlight findet

ternative zu gängigen Veranstaltungsprogrammen, wenn man ein insge-

Ende November statt: Dann tagt der Bundesparteitag Bündnis 90 / Die

samt viertägiges Format einplanen kann. Segelromantik und Teamgeist

Grünen mit 1.900 Gästen in der „Sparkassen Arena Kiel“.

oretisch!

pur – wenn man skandinavische Gäste einbinden muss, ist Kiel sogar alternativlos. Rund ums Kieler Feuer heißt die große Saisonabschluss-Regatta, die während des Rechercheaufenthaltes über die Bühne geht. Das ist eine Leistungsschau der Möglichkeiten zu Wasser, die immer wieder gerne genutzt wird, um geeignete Schiffskandidaten für Gruppen-Turns und Events genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu Kiel gehört eben der Wassersport wie die Luft zum Atmen und ja, Kiel ist Großevent-erfahren: Nicht nur durch die „Kieler Woche“ – das größte Segelfest der Welt – sondern auch durch die Aida- oder Color Magic-Taufe und etliche Großkongresse in jüngerer Zeit. Wer hätte das gedacht: Beim renommierten Brandmeyer Stadtmarkenmonitor ließ Kiel 2010 beliebte Tagungsorte wie Düsseldorf, Bremen, Wiesbaden oder Hannover hinter sich. Damit weist sich die Fördestadt als hervorragender Wirtschafts- und Tagungsstandort aus und trägt zum Tourismuserfolg Schleswig Holsteins – 170.000 Arbeitsplätze und 7,5 Milliar-

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„Freundlichkeit ist unsere Trumpfkarte im Wettbewerb!“ Im Gespräch mit Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel Marketing und Kiel Marketing GmbH 2010 verzeichnete die Kieler Übernach-

Insoweit sind wir ganz gut im Plan, größere

tungsstatistik das stärkste Jahr der Ge-

Häuser im Zwei Sterne-Bereich fehlen noch –

schichte und 2011 im Oktober sind schon

die werden aber in Kürze kommen. Ein 100-

wieder zehn Prozent Zuwachs zu ver-

Zimmer-Haus dieser Kategorie ist bereits

zeichnen. Woran liegt das, Herr Wanger?

konkret geplant – nah am Wasser und am

Der große Treiber sind große Veranstaltungen,

Hauptbahnhof. Die durchschnittliche Hotel-

Events und Kongresse zwischen 500 und teil-

auslastung insgesamt liegt erfreulicherweise

weise bis zu 2.000 Teilnehmern, wie sie in

über 60%. Ein Fünf Sterne Hotel aber hat Kiel

dieser Konzentration bisher in Kiel nicht statt-

leider nicht.

gefunden haben. Wir haben hier seit drei Jah-

Wie ist das Convention Office organisiert?

mobilisiert werden. Ob für Afterwork-Segeln,

ren mit dem „Convention Office Kieler Förde“

Wir stützen uns in der Hauptsache auf Marke-

Business-Segeln, gesegelte Stadtrundfahrten

endlich eine Einrichtung am Start, die aktiv

ting-Umlagen unserer 35 Mitglieder, haben aber

oder Ähnliches.

und gezielt akquiriert und neben den medizi-

durchaus auch öffentliche Zuschüsse, mit denen

In welchen Bereichen tut sich Kiel beson-

nischen Koryphäen vor Ort ursächlich beteiligt

wir zum Beispiel die Personalkosten abdecken.

ders hervor, wenn es um die bei Kon-

ist an der erfolgreichen Einwerbung von Groß-

Das Büro arbeitet auf Nonprofit-Basis. Generell

gressplanern so beliebten „Cluster“ geht?

kongressen. Wir gehen zu STBs, zur Imex

muss ich sagen: Unsere Budgets sind viel zu

Kiel ist eine starke Universitätsstadt mit 30.000

usw., was früher auch nicht üblich war und

klein für große Materialschlachten. Worauf wir

Studenten – das sind zehn Prozent der Bevöl-

wir verfolgen systematisch die „Laufwege“

angewiesen sind, ist eine hohe Intelligenz und

kerung. Das UKSH steht als größter Arbeitge-

der Großkongresse, damit wir rechtzeitig an-

Stringenz in der Marktbearbeitung. Darin sind

ber der Stadt für unsere starke Positionierung

bieten können.

wir gut. Und bei den weichen Faktoren. Die In-

im medizinischen Sektor. Das Institut für Welt-

Wie kam es denn zur plötzlichen Grün-

spektoren des deutschen Ärztetages hatten die

wirtschaft ist hier beheimatet und vor allem

dung eines Convention Office?

Standorte im Norden gescreent und die weiche

das IFM Geomar, Center of Excellence im Be-

Wir haben die Argumentation dafür keines-

Faktoren hatten schließlich wohl den Ausschlag

reich maritimer Forschung und eine ausge-

falls dem Zufall überlassen und daher ist das

gegeben: Hier war es die Trumpfkarte „Kieler

zeichnete Forschungseinrichtung mit dem

auch so eine gesunde Geschichte geworden.

Freundlichkeit“.

durch die Klimadebatte berühmten Professor

Den Grundstein hat eine Studie von GH-Con-

Kiel Marketing betreibt ein eigenes Se-

Dr. Mojib Latif. Das Institut für Meereswissen-

sult gelegt, die in Kiel für eine solche Institu-

gelcamp! Erzählen Sie bitte etwas dazu.

schaften beschäftigt etwa 750 Mitarbeiter,

tion gute Gründe gefunden hat. Auch eine

Ja, das machen wir über unsere GmbH und

davon sind 400 Wissenschaftler.

Hotelmarktstudie haben wir aufgesetzt.

schleusen pro Jahr bis zu 7.000 Kinder und

Worüber haben Sie sich in den letzten

Was hat die ergeben?

Jugendliche durch unser eigenes Segelcamp.

Jahren am meisten gefreut?

Dass Kiel und das Umland noch enorm viel

(www.camp24sieben.de) Die eigene kleine

Über die Neuansiedlung des Hotel Atlantic,

Potential haben. Aber auch Lücken in Qualität

Flotte zusammen mit den „gelernten“ Kon-

denn mit 187 Zimmern in dieser Qualität las-

und Quantität sind offen dargelegt worden.

zepten und Programmen, die wir dort mit den

sen sich endlich auch einmal größere Tagun-

Ein neues Vier Sterne Hotel wurde als zwin-

jungen Leuten umsetzen, können aber jeder-

gen kompakt darstellen, ohne dass wir kom-

gend erachtet – und kam dann auch prompt.

zeit für Tagungs- und Special Interest-Gruppen

binieren und transportieren müssen.

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Volles Programm voraus mit „Wave Incentive“ 20 Jahre Veranstaltungserfahrung, eine große Affinität zum Wasser und beste Ortskenntnisse rund um Kiel – drei Faktoren, die die sympathische Geschäftsführerin Ute Krauß mit Ihrer Agentur in Laboe zum ersten Ansprechpartner in Sachen Incentive und Events machen. So hat sie in den vergangenen Jahren viele individuelle Programme für Kick-Offs, Messe, Tagung, Incentive oder Teamtraining zusammengestellt. Für kleine Gruppen ist das „Kriminalisten-Training“ ideal als ganztägige und schöne Alternative zu den altbekannten Überdruss-Krimidinners. Aber generell gilt: Die Hauptrolle spielt natürlich immer das Wasser! In Laboe ist Kiten ein großes Thema und Kite affine Gruppen finden hier einen neuen Hotspot. Für größere Gruppen hat Ute Krauß gleich mehrer Location-

tipps: Besonders am Herzen liegt ihr die moderne, voll verglaste Bootshalle am Ort. Mit einer Fläche von ca. 1000qm ist sie für Kongresse ebenso gut geeignet wie für Ausstellungen und Partys. Besonderes Highlight: Großsegler können direkt dort anlegen, so dass man von den Kieler Hotels aus ein stimmungsvolles An- und Abreise-Szenario gestalten kann. Natürlich gibt es in der Umgebung auch urige Scheunen, historische Gutshöfe und alte Herrenhäuser oder Schlösser, die sich für Tagungen, Seminare, Workshops und andere Firmenveranstaltungen anbieten. Nicht erst hier verbindet sich die Ursprünglichkeit der altehrwürdigen Gemäuer mit genussvoller, nachhaltiger und regional geprägter Esskultur. www.wave-incentive.de

Voller Genuss braucht Regionalität! „Feinheimisch“ heißt das Zauberwort und steht für frische Lebensmittel aus der Region, mehr Vielfalt und Qualität sowie die Neuentdeckung der alten Ess- und Kochkultur des Landes. Werden Rohwaren nicht erst um den halben Erdball transportiert, ist dies auch ein guter Beitrag für den Klimaschutz, die Erhaltung von Arbeitsplätzen und auf längere Sicht gesehen der Weg zu letztendlich günstigeren Produkten. Dabei bleibt der Geschmack nicht auf der Strecke. Im Gegenteil. Feinheimisch bedeutet zurück zu den Wurzeln. So werden z. B. seltene Obst- und Gemüsesorten kultiviert und liefern ein 34 events 6/2011

außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Auch bei der Tierhaltung setzen feinheimische Landwirte an, erhalten urige Tierrassen und steigern den Anteil der Freilandhaltung, wo immer es möglich ist. Auch Molkereierzeugnisse, Brot- und Backwaren, Honig, Säfte bis hin zum fangfrischen Fisch gehören zur „feinheimischen“ Palette. Knapp 20 Restaurants sind mittlerweile mit dem „Feinheimisch-Gütesiegel“ ausgezeichnet und verwenden mindestens 60 % der Küchenzutaten aus der eigenen Region: natürlich stets frisch zubereitet und ohne Zusatz industrieller Fertigprodukte. Schmeckt man! www.feinheimisch.de


Hobby-Kriminalisten auf Ermittlung

Ostseehalle La Boe

Ick heff mol in Kiel en Dreimaster seen... Extrem spartanisch aber sicherlich eine nachhaltige, wertvolle Erfahrung ist ein Segelturn auf dem Dreimaster „Thor Heyerdahl“. Im eigentlichen Sinne ist dieses Schiff seit über 24 Jahren ein „segelndes Klassenzimmer“, in das der idealistische Schiffseigner sein gesamtes Privatvermögen gesteckt hat. Routen wie Kiel-England-Teneriffa-Kuba-MartiniqueAzoren und wieder zurück dauern für Schüler und die ehrenamtliche Besatzung bis zu sechs Monate. Mitreisende Lehrer und eine kleine Bibliothek sorgen auf der großen Fahrt für klassische Unterrichtseinheiten. Kleinere Routen sind übrigens auch im Angebot. Schüler lernen hier innerhalb einer Woche, das Schiff komplett zu beherrschen – Navigation inklusive. Was jedoch noch wichtiger ist: Durch das enge Zusammenleben an Bord werden Verantwortung, Rücksichtnahme, Toleranz und Konfliktfähigkeit geschult. Kostenpunkt 15.000 €. Inzwischen haben bereits mehr als 20.000 Jugendliche und junge Erwachsene an diesen Bildungsprogrammen teilgenommen, die einem Schulbesuch im Ausland gleichgestellt sind. Gesegelt wird mit 12 bis 15 Mann Besatzung, die maximal 34 Personen mit an Bord neh-

men können. Die „Gäste“ übernehmen dabei das volle Seefahrerpaket von Wache schieben, kochen in der Kombüse und Segel setzen bis hin zum obligatorischen Deck schrubben. All inklusive: blood, sweat, wind and fellowship bei unter 100 Euro pro Person und Tag bei kleineren Schlägen. Trotz des knapp bemessenen Raumes ist das Wichtigste natürlich immer an Bord, z. B. eine Trinkwasseraufbereitungsanlage und eine große Kühleinheit für die Mitnahme frischer Nahrungsmittel sowie medizinische Grundversorgung. Die Nasszellen sind recht geräumig, in der „Messe“ finden 90 Leute gemütlich Platz. Liegt das Segelschiff in Kiel vor Anker, kann man es auch für halbe Tage mit Musik, Catering und individuellem Programm mieten. Geld verdient wird mit den Segel-Turns übrigens nicht. Wer im Rahmen von CSR noch eine gute Sponsoringidee sucht, – hier ist sie! Denn Sponsorengelder ermöglichen es Jugendlichen, fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen, stärken sie in Selbstständigkeit und Verantwortung und bereiten sie auf ihr späteres Berufsleben optimal vor. www.thor-heyerdahl.de

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Sparkassen-Arena-Kiel – mitten im Leben! Hier hat im Juni der 114. Ärztetag mit 1.200 Delegierten statt gefunden. Ende November werden 1.900 Gäste zum Bundesparteitag Bündnis 90 / Die Grünen erwartet. Die heutige Sparkassen-Arena-Kiel ist ein ehemaliger Flugzeughangar aus Sylt, der damals als „revolutionärer Akt“ mitten hinein in die völlig zerbombte Innenstadt gebaut wurde. Stramme 60 Jahre alt und bekannt als Ostsee-Halle, aber im Fassaden- und Technikbereich im letzten Jahrzehnt so weit aufpoliert, dass man den nun in Sparkassen-Arena umbenannten Giganten fast schon als städtebaulich gelungene Landmarke mitten in der Kieler City bezeichnen kann: als klassische Sportarena gebaut mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Besuchern auf variabel verfahrbaren Tribünenplätzen. Interessanter USP: Die Hallendecke ist komplett begehbar, sodass man von oben an alle Hänge- und Installationspunkte heran kommt ohne aufwändige Arbeit mit Kränen und Hubwagen. Die Säle „Dänemark“ und „Schweden“ auf den oberen Rängen – beide mit einer Grundfläche von 300 qm – haben raumhohe

Fensterfronten, schöne Naturfußböden und sind in drei Raummodule teilbar. Erst zwei Jahre jung ist die ausgesprochen gelungene Business-Lounge, schiffsrumpfförmig gebaut mit skandinavisch inspiriertem Interior Design und einem separaten Eingang. Die große Barzone gilt als „Kiels längster Tresen“. Fest installiert ist dort hochwertige Licht-, Audio- und Medientechnik, die keine Tagungswünsche offen lässt. Die 700 qm Lounge ist vom übrigen Hallengeschehen sehr gut geräuschisoliert, Veranstaltungen wie Vorträge, Tagungen und allerlei Hospitality-Formate sind hier gut und stilvoll aufgehoben. Respektable Nebenflächen für Ausstellungen stehen mit dem Eingangsfoyer und dem umlaufenden Food-Court mit guter Anlieferlogistik zur Verfügung: Beim EVVC-Mitglied verweist man auf 250 Belegtage, die Rüsttage mitgezählt. Beheimatet ist hier auch der Handball-Bundesligist THW. Bahnhof, Schiffskais, Hotels und eine große Shopping-Mall sind bequem zu Fuß erreichbar. www.sparkassen-arana-kiel.de

Halle400 – Budenzauber vom Feinsten Anfang 1939 wurde die Halle400 als erstes HDW-Werftgebäude mit Eisenbauskelett fertig gestellt – ein Novum in dieser Bauart bis dahin. Ein integrierter Luftschutzbunker bot 1.500 Personen Platz. Nach dem Krieg konnte die Halle nicht länger genutzt werden, da in Deutschland der Schiffsbau untersagt war. Erst später durften dort bis 1989 wieder U-Boote gebaut werden. Zwischenzeitlich hatte sich die Werft nach Osten verlagert, so wurde das Gelände kurzerhand an die Stadt Kiel verkauft. Zunächst nahm ein Radiosender dort Station, der Einzug des Schauspielhauses folgte. Im Jahr 2000 verkaufte Kiel die Halle400 aus Geldnöten an private Investoren, die auf dem Gelände eine Veranstaltungslocation planten mit einer vergleichbaren Größe zwischen Ostseehalle und MAX. Gelungen, wie man sieht! Saniert wurde aufwändig und mit hohem finanziellem Aufwand, jedoch ohne die Halle ihrer industriellen Anmutung zu berauben. So wurde auch der historische Ladekran ins bauliche Konzept miteinbezogen. Außerdem: Alte und neue Elemente verschmolzen harmonisch im neuen baulichen Konzept. Heute 36 events 6/2011

ist die Halle400 eine feste Größe als multifunktionaler Veranstaltungsort in der Kai-City Kiel. Das Raumangebot ist modular gefächert, verschiedenste Veranstaltungen von Theater, Messen, Tagungen und Events bis hin zu aufwändigen Galas werden hier realisiert. Dafür stehen vier Haupträume zur Verfügung, unabhängig voneinander nutzbar und mit separatem Eingang oder als großer Gesamtschauplatz für die alljährliche NRD-Silvestergala oder einen Comedy-Abend mit Jürgen Becker. Fürs Catering hat sich der Veranstalter mit „Budenzauber“ einen starken Partner mit ins Boot geholt. Geschäftsführer Farien kochte schon für Königin Sylvia von Schweden sowie für viele namhafte Unternehmen – Erlebnisgastronomie vom Feinsten, die sich konsequent und thematisch jeweils am Motto des Abends orientiert. Das Konzept ist in Kiel einzigartig. Denn hier verbindet sich exzellentes Catering mit facettenreichem Veranstaltungsprogramm in außergewöhnlicher Location! Schön auch der soziale Charakter: Halle400 und „Budenzauber“ unterstützen junge Mütter, ihren Schulabschluss nachzumachen. So geht von jedem Ticket des Weihnachtsvarietés ein Euro an das Mehr-Generationen-Haus „Vinetazentrum“ in KielGaarden. Das Programm des diesjährigen Weihnachts-Specials – ein bunter Mix aus hochkarätiger Artistik und schrägen Einlagen – läuft unter dem Motto „Lasst uns froh und bunter sein!“ und ist deshalb in zweierlei Hinsicht ein Gewinn! www.halle400.de www.budenzauber-catering.de


Kiels Bar-Legende Peter Bohrmann

„Service ist eine Kunst und keine Gefälligkeit!“ Peter Bohrmann ist offizieller Botschafter eines regionaltypischen

der auch Bekanntheiten wie

Schnapses, der „Kieler Sprotte“ – wie sollte denn so ein Kieler Schnaps

Oswald Kolle, Rötger Feldmann,

auch anders heißen?! Viel wichtiger aber: Peter Bohrmann mixt seit

Wolf von Lojewski, Andreas

fast 30 Jahren den offiziellen Kieler Woche-Cocktail. Premiere hat

Köpke und Schauspieler Axel Mil-

dieser alljährlich neu komponierte Longdrink immer bei der Eröffnungs-

berg verankert sind.

veranstaltung im Kieler Rathaus, wo er gleich 600 Mal beweisen muss,

Befragt nach seinem ganz per-

was er kann. An der ASTOR-Bar, dem langjährigen Promi-Treff auf der

sönlichen Bild von Kiel, hat er

Kieler Woche, sind die Cocktails aber zuvor unter Erlkönig-Namen wie

1990 einmal gesagt: „Wasser von

z. B. „Vorspiel“ auf die Teststrecke gegangen, bis sie perfekt ausbalan-

oben, Sonne über der Förde,

ciert und auf den Massengeschmack hin optimiert waren.

Wind im Gesicht. Nicht immer

Bohrmanns Cocktail-Credo: „Ein Cocktail muss getrunken werden,

schön. Mir manchmal zu eng und

solange er Dich anlacht!“ Und, wie lange „lacht“ er denn nun? Ein-

zu klein!“ Er meint aber, Kiel habe

fach: Auch ein Cocktail kann regelrecht zusammenbrechen und in

sich zwischenzeitlich sehr gut ent-

seine Einzelbausteine zerfallen, wenn er zu lange steht. Nett: Bohr-

wickelt, die Kreuzfahrtschiffe hätten ein Mehr an Flair gebracht und

manns Cocktails sind immer benannt nach Segelschiffen- und -klassen

auch in der Innenstadt könne man jetzt im Sommer vor vielen Res-

wie „Roter Corsar“, „Flying Dutchman“, „Findingi“ oder „Gorch

taurants sehr schön draußen sitzen. Die Kieler Woche habe sich

Fock“. Seine Kreationen sind stets typische Reflexionen des jeweiligen

zudem von der Innenstadt weg immer stärker über die gesamte

Zeitgeistes – so fing bereits 1979 mit „Pitu“ das große Caipirinha-

Förde bis zum Kieler Yachtclub hin verlagert, sei maritimer geworden.

Fieber an. Der wichtigste Cocktail ist für ihn generell der „Empfangs-

In Schilksee sei das neue Mekka der Segler entstanden. An Ruhestand

cocktail“. Bohrmann ist kein echtes „Nordlicht“ sondern am Bodensee

denkt der Endsechziger Bohrmann noch lange nicht und will den

aufgewachsen und dann über Hamburg 1968 nach Kiel gekommen.

Kieler Woche-Cocktail noch so lange machen, wie es Spirituosen

Mittlerweile steht er auf der Vorschlagsliste als „Lieblingskieler“ des

gibt. Na, denn Prost!

inoffiziellen Stadt-Promi-Klubs „Wir Kieler“ (www.wir-kieler.de), auf

Und noch lange eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.


ACO Hospitality – breit aufgestellt für Events & Konferenzen Sie kennen Büdelsdorf nicht? Es liegt bei Rendsburg, knapp 20 Fahrminuten von der Kieler Innenstadt entfernt und ist Stammsitz der internationalen ACO Gruppe. Hier wird auf einem Areal von 600.000 qm Areal produziert, verwaltet und: an Eventgäste vermietet! Erste im Reigen der vielen Locations auf dem Gelände ist die Thormann-Halle, innen wie außen flankiert mit großvolumigen Kunstwerken und Spielort des Schleswig-Holstein Musikfestivals. Der interessante Hybride aus Scheune, Lager- und Kunsthalle hat eine Kapazität bis zu 1.000 Personen und ist beheizbar. Das Beleuchtungskonzept ist fein ausdifferenziert. Viele Deckenriggs, stabile Hängepunkte und eine mobile Bühne machen aus der charaktervollen Halle eine gute Alternative zu eher funktionalen Ausstellungsorten. Auf dem ACO Gelände findet von Juni bis Oktober die „Nord Art“ statt – die größte zeitgenössische Kunstausstellung Nordeuropas. Im Skulpturenpark des Freigeländes liegt eine alte Meierei, die auch für Firmenveranstaltungen bis zu 100 Personen angemietet werden kann und sich auf verschiedene Räume und zwei Ebenen verteilt. Gleich nebenan präsentiert sich die Remise als musealer Erlebnisraum mit buckligem, alten Steinboden und großem, zweiflügeligem Scheunentor. Ländlich inspirierend. Im Blick: ein kleiner See mit Holzhäuschen und Seebühne. Ein sehr kompaktes Szenario innerhalb eines insgesamt noch größeren Erlebnisareals, das man für Firmenveranstaltungen instrumentalisieren kann. ACO hat eine leistungsfähige Cateringabteilung, die bis 1.800 Gäste auf hohem Niveau verpflegen kann, 38 events 6/2011

sodass man von außerhalb eigentlich keine Dienstleister „mitbringen“ muss – es sei denn, man hat überdurchschnittliche Anforderungen an die Technik. Spektrum: Von der rußigen Gießhalle bis zum modernen Schulungszentrum Die Carlshütte als vierte Einzel-Location ist eine klassische Industriehalle, ehemals eine Verhüttungsanlage mit Gießerei: naturbelassen, mit viel altem IndustrieCharme, ungeheizt und: während der „Nord Art“ vollgepackt mit sinnlichen Kunstinstallationen und Großbildern. Bis zu zweistündige Kunstführungen sind in diesem inspirierenden Hallen-Ensemble geradezu ein Muss für Gruppen, die auf dem Gelände tagen, präsentieren oder feiern. Die Carlshütte ist auch Spielort für die Jazz Baltica, die auf der festen Bühne vor dem gewaltigen Hochofen einen mehr als ungewöhnlichen Klangraum hat. www.kunstwerk-carlshuette.de Im barrierefreien Konferenz-Komplex, den ACO als Schulungszentrum nutzt, können ebenfalls Räume angemietet werden. Ganz in der Nähe ist im Vier Sterne Businesshotel „Heidehof“ für gute Übernachtungsmöglichkeit in 108 Zimmern gesorgt. Sogar Übernachtungsanfragen von bis zu 800 Gästen können im Maximalfall in zumutbarer Entfernung ebenfalls bedient werden. Der architektonische GrundTenor ist auch hier industriell geprägt – allerdings sind die Hallen sehr modern ausgebaut mit weiß gestrichenen Backstein-Wänden und lebhaften künstlerischen Akzenten. Von einer Haupt-Laufachse zweigen links und rechts transparente kleinere Seminarräume ab, mit sehr viel Tageslicht und guter Technik-Aus-


stattung. Der Audimax ist wahlweise über drei Ebenen leicht ansteigend oder plano bestuhlbar mit Sitzen in energetischem Rot, mit Touchscreen-Bedienung und einer festen Toninstallation. Straightes, klares Design in Grau- und Weißtönen bietet einen erfreulichen Rahmen für Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen. Praktisch: Unmittelbar angrenzend liegt ein weiterer Multifunktionsraum. Noch praktischer: Die Anbindung an eine große Messehalle, in der 2009 schon Angela Merkel vor dem Unternehmertag Nord gesprochen hat. Die Halle ist eine Rohbaukonstruktion, die fallweise hergerichtet wird. Die Säulen dienen dabei als natürliche Abgrenzungspfeiler für Segmentierungen. Die Anlieferlogistik ist perfekt. Ende 2011 wird der komplette Raum beheizbar sein und dann 365 Tage lang für Messen, Sportveranstaltungen, Kongresse oder Megaparties zur Verfügung stehen. Sogar temporäre Hochseilgärten und natürlich Geschicklichkeitsparcours aller Art sind realisierbar und ermöglichen wetterfeste Teambuilding-Aktivitäten gleich im Anschluss an die Tagung. Alles was Lärm und Schmutz macht oder viel Platz braucht, ist hier möglich und kann per Satellitenanschluss auch übertragen werden. Interessante Randnotiz: Die Messebaufirma von ACO sitzt auf dem Gelände und ist ortsnaher Ansprechpartner für Trennwände, aber auch den Kulissen-, Bühnen- und Messebau. Sehr stylisch ist die BistroCafé Lounge auf der Galerie im Tagungszentrum, in der kleine und mittlere Gruppen essen können. Unterschiedliche Live Cooking-Inszenierungen sind hier kein Problem, so wie es generell keine Verständigungsprobleme gibt: Bei ACO sind in der Veranstaltungs-

abteilung ehemalige Hotel- und Eventagentur-Profis am Werk, die neben der reinen Flächenvermietung reichlich thematische Expertise einbringen können! Thematische Synergien in Vorzugslage ACO ist ein Vorzeige-Unternehmen mit Weltgeltung, führend in Schleswig-Holstein und mit hoher „Cultural Identity“! Die Verzahnung des Unternehmens mit Kunst, Sport und Politik ist ausgesprochen gut, die Kernkompetenz des Weltmarktführers im Bereich der Entwässerungssysteme setzt zudem eindeutige Signale in Richtung thematische Synergien: Hier werden sich Unternehmen und Verbände besonders wohl fühlen, die in entsprechenden Technologiebereichen zuhause sind oder ökologische Themenfelder bearbeiten. Technical Visits und Fachreferenten next door sind neben der Image-Plausibilität entscheidende Vorteile. Unternehmen, die in die globale Vermarktung einsteigen wollen, können im Rahmen eines Kongresses ebenfalls vom Know-how der Büdelsdorfer profitieren. Das Gelände liegt direkt an der Eider-Mündung und hat einen eigenen Schiffsanleger, von dem aus maritime Rahmenprogramme gestartet werden, beispielsweise eine Dinnercruise auf einem alten Schoner, ein Drachenbootrennen und vieles mehr. Rendsburg liegt verkehrsgünstig im Drehkreuz von Autobahnen und Schienensträngen, sodass selbst Flensburg, Kiel und Hamburg als Sightseeing-Programme von hier aus problemlos möglich sind. Fazit: Alles was Kunden hier angeboten wird, basiert aus dem jahrelangen Wissen, das sich die Teams hier mit großen Eigenveranstaltungen angeeignet haben. www.aco-hospitality.de events 6/2011 39


Kojen deluxe im Land der Kutter & Kapitäne Die Hotellandschaft in Kiel hat hinzu gewonnen und wird weiter hinzu gewinnen. Im Vier-Sterne-Bereich gibt es eine kleine feine Auswahlvon romantisch über traditionsreich bis hin zum familiengeführten oder skandinavisch inspirierten Designhotel.

Incentive-Klassiker mit Sterne-Koch Der „Kieler Kaufmann“, das Romantikhotel in Kiel, gilt als Hoteltipp mit einzigartiger Atmosphäre – direkt am Ufer der Kieler Förde. Die 1911 im Neobarock erbaute Bankiersvilla begeistert mit aristokratischem Charme und erlesenem Stil. Wie der Name des Hotels schon verrät, hat Wirtschaft hier Tradition. Kleine Incentivegruppen genießen die Einbettung in eine weite

Parklandschaft. In 39 Zimmern und Suiten sind 61 Übernachtungsgäste willkommen und dürfen sich auf neue deutsche Küche mit regionalem Akzent freuen: Seit April 2011 führt Mathias Apelt, als Amador-Eleve bereits vom Guide Michelin für seine Kochkunst geadelt, hier das hoteleigene Parkrestaurant. www.kieler-kaufmann.de

Meister der Metamorphose:

Kieler-Yachtclub

Auch das Hotel „Kieler Yachtclub“ gehört seit eh und je zu den bekannten Adressen Kiels. Den umwerfenden Blick auf die Kieler Förde sowie den Düsternbrooker Wald schätzten schon Gäste wie der spanische König Juan Carlos oder Carl Gustav, König von Schweden. Die Geschichte des Yachtclubs geht auf das Jahr 1887 zurück, damals Clubhaus für Offiziere der kaiserlichen Marine. Um die Jahrhundertwende wurde das Clubhaus dann auf dem Gelände von Friedrich Krupp neu errichtet und nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufwändig hergerichtet. Vier Jahre später dann die erste Nutzung als Hotel. Nach der Übernahme durch die Thyssen Krupp AG in 2007 standen weitere Sanierungsarbeiten an. Heute bietet der Kieler Yacht Club seinen Gästen 39 geschmackvolle Zimmer und sechs Juniorsuiten. Mit dem „Kaisersaal“ und dem „Kommodore Saal“ verfügt der Yachtclub über zwei elegante und multifunktionale Banketträume für Seminare, Tagungen und Events. Der Ausblick von der Hotelterrasse ist erste „Kajüte“. www.hotel-kyc.de 40 events 6/2011


Feinheimisches von Einheimischen empfohlen! Das Hotel Birke gehört ebenfalls in den Vier-SterneHotelreigen. Das familiengeführte Wellnesshotel liegt nicht weit von Kiels Innenstadt entfernt mitten im Grünen. In 82 Zimmern und sieben Appartements kann man hier als Privat- oder Tagungsgast gemütlich unterkommen. Die Zimmer – alle mit warmen Hölzern in norddeutscher Eleganz ausgestattet – gibt's übrigens in fünf verschiedenen „Kojen-Kategorien“: Classic, Business, Komfort, Maisonette und Appartement. Der professionelle und bereits mehrfach ausgezeichnete Konferenzbereich mit 270 qm für bis zu 200

Personen bietet zeitgemäße Tagungs- und Medientechnik in sechs kombinierbaren, klimatisierten Räumen. Im „Fischers Fritz“, dem hoteleigenen Restaurant von Birke, werden hervorragende regionale Produkte in einer offenen Küche gesund und vollwertig zu „feinheimischen“ Genüssen verarbeitet. Fisch, so sagt man hier, gibt es weit und breit nicht frischer und – direkt vom Kutter! Unser Geheimtipp für die kleine Küstentaufe: Ohne Labskaus nicht nach Haus! www.hotel-birke.de


Hotel Atlantic

neues Glanzlicht in allerbester Citylage

Punktgenau zur Kieler Woche 2010 eröffnet, schreibt das neue Kieler Flaggschiff die Erfolgsgeschichte der neun anderen Atlantic Hotels konsequent fort. Die exponierte Lage mit direkter Blickachse zu den großen Fährschiffen ist unschlagbar. Man spürt sofort, dass Bauherr und Betreiber hier sehr eng und früh miteinander im Dialog waren. Und so ist es denn auch als größtes Hotel am Platz mit 187 vollklimatisierten Zimmern so erfolgreich unterwegs, dass hier mittlerweile 105 Mitarbeiter tätig sind – zur Eröffnung waren es gerade einmal 75! Gediegen skandinavisch inspiriert zeigt sich das Interior Design des zwischen Bahnhof und Oslokai optimal platzierten Hotels. Damit ist es dem architektonischen Grundgedanken „Kiel – das Tor zum Norden“ optisch sehr stringent verbunden. Erfreulicherweise gibt es nur zwei Zimmerkategorien, die hinsichtlich Größe (30 qm) und Möblierung identisch sind. Einziger Unterschied – nur die Superior-Variante hat den grandiosen Fördeblick. Die Ausstattung schmeichelt dem Auge. Die Zimmerflure sind sehr großzügig gestaltet mit abwechslungsreichen Bodenbelägen und einer warmen erdigen Farbpalette – wie auch in den Zimmern, die perfekt geräuschisoliert sind. An den Gebäudeköpfen sind 12 Suiten untergebracht – für kleine Gruppen von sechs bis acht Personen sogar perfekt für kleinere Meetings geeignet. Der eigentliche „Intimbereich“ muss nicht betreten werden. Das hochwertig möblierte Restaurant ist ideenreich segmentiert, sodass von intimen Sitzvarianten über Businessmeetings bis zu gruppengerechten Zonen alles möglich ist. Ein separater Eingang zum Restaurant „Pier 16“ zeigt, wie 42 events 6/2011

Bremen Atlantic Hotel Airport Atlantic Hotel Galopprennbahn Atlantic Grand Hotel Bremen Atlantic Hotel Universum Atlantic Hotel Vegesack Bremerhaven Atlantic Hotel Sail City Lübeck Atlantic Hotel Lübeck Essen Atlantic Congress Hotel Essen

beliebt die subtil ausbalancierte Karte auch bei den Einheimischen ist. Interessant: Der Küchenchef unterhält mit einigen Kollegen eine eigene Rinderherde. Die auf den Auerochsen zurückgezüchtete, urwüchsige Rasse liefert hervorragende Fleischqualität. Viel Liebe zum Detail und: Stilsicherheit! Angrenzend an das „Pier 16“ stellt der stellvertretende Direktor Marco Steinberg die gemütliche Raucherlounge mit Theke und Kaffee-Vollautomaten vor und demonstriert damit: „Wir sind nicht raucherfeindlich!“ Dreizehn Raucherzimmer gibt es also auch und die werden regelmäßig mit einer speziellen OzonBehandlung aufgefrischt. An dieser Stelle sei ein weiteres Zitat erlaubt: „Das Erfolgsrezept eines guten Hotels ist ganz einfach: Der Gast will gut schlafen, essen, tagen und strinken!“ Darauf ist das Atlantic-Angebot konsequent und glaubwürdig zentriert. Ein kleiner Rundgang. Er beginnt folgerichtig beim edlen „Weintresor“ im schönen Untergeschoss. Verschiedene Degustationszonen, variabel bestuhlbar, bieten bis zu 35 Gästen in reduzierter Ambiance den Rahmen für besondere Menüs und edel korrespondierende Weine (bis zu 3.000 € die Fasche)! Sehr stylisch: Die Roof Lounge Bar mit Dachterrasse. Mit „Deck 8“ ist sie in 38 m Höhe mittlerweile zu einem In-Treff in Kiel avanciert und gehört zu den schönsten Bars Schleswig Holsteins. Daher: Am besten vorher reservieren oder schon ganz früh kommen! Die kompakte Konferenzetage schließlich ist


auf dem Mezzanin eingerichtet. Alle acht Tagungsräume und Breakout-Zonen sind komfortabel ausgestattet mit modernster Technik, perfekter Klimatisierung und einer speziellen, Rücken schonenden Bestuhlung. Der größte Veranstaltungsraum ist 385 qm groß und bietet mit raumhohen Fensterfronten einen fantastischen Blick auf die Kieler Förde. Insgesamt haben bis zu 400 Personen Platz, die Foyers sind hell und auch hier: eine Raucherlounge in unmittelbarer Nähe! Schlussendlich: Im geschmackvollen Sauna- und Fitnessbereich gilt die allgegenwärtige Haus-Devise: Alles was man braucht, klein und fein, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Und so, wie man es idealtypisch erhofft, ist auch die Parksituation. Zum angrenzenden Parkhaus gibt es einen überdachten Übergang in die 1. Etage, auf der sich die Konferenzräume befinden. Dort parkt man den ganzen Tag für acht Euro. Auch das kann Standort-Charme sein! Für den Neubau,

der sich nahtlos in die städtebauliche Struktur einfügt, hat sich die Investition von 27 Millionen € wahrlich gelohnt. Erst recht – für den Standort Kiel! www.atlantic-hotels.de Dine Out-Tipp mit Lokalcolorit: Wenn kleine Gruppen einmal „ausbrechen“ wollen: Im Restaurant „Fördeblick“ in direkter Nachbarschaft eines alten Leuchtturms werden sie förmlich hineingezogen in schöne Sonnenuntergangs-Szenarien. Kürzlich wurde übrigens hier ein Teil des neuen Kiel-Krimis mit Axel Milberg alias Kommissar Borowski gedreht. Kulinarisch bietet der „Fördeblick“ von Brunch bis CandlelightDiner eigentlich alles, was das Herz begehrt und das auf verschiedenen Decks. Ab 18.00 Uhr gibt es täglich das „Leuchtfeuer-Menu“ mit vorwiegend norddeutschen Produkten aus der Region sowie exquisiten Weinempfehlungen. www.foerdeblick-kiel.de


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„Der Social-Media Rausch“ – Wie der Hype und seine Propheten vom Wesentlichen ablenken „Ist Social-Media das langersehnte Heil in Sachen Marketing und Unternehmenskommunikation?“ Dieser Frage gehen Helmut von Rinsum, Chefredakteur bei W&V, – einem der größten Fachmagazine Europas – sowie Frank Zimmer, Redaktionsleiter bei W&V Online, nach. Dabei beleuchten sie nicht nur einige Chancen und Risiken des Socal-Media-Hypes, sondern liefern gleich auch wichtige Anregungen für ein erfolgreiches Agieren im Web 2.0. Eigentlich ist Social-Media nichts Anderes, als das, was man früher schon im Tante Emma Laden um die Ecke geschätzt hat: Kommunikation auf Augenhöhe, Kundendienst und -service. Persönlich, verlässlich, sympathisch. Nur schneller – mit einer immensen Verbreitung in Windeseile – weltweit. Und zugegeben – es ist verführerisch, die Reichweite der verschiedenen sozialen Netzwerke ausschöpfen zu wollen. So stürzte sich bislang auch nahezu jedes Unternehmen schwungvoll ins Social-Networking hinein – immer im Blick: der potentielle Kunde auf dem Silbertablett und nur einen Klick entfernt . Ja, das haben wir doch schon gewusst, oder?! Ja und nein! Hier setzt das Autorenteam fundiert und in leicht amüsanter Lesekost an und beleuchtet kritisch Aspekte, die man im Social-Media-Dschungel leicht übersieht: Wir erfahren, warum so manche Webkampagne außer Kontrolle gerät. Das Zauberwort heißt „Unberechenbarkeit“. Wie Menschen nun mal sind. Chaotisch, penibel, aufmüpfig, selbstverliebt oder einfach ihren eigenen Kopf durchsetzend. Augenzwinkernd – die Typisierung der Usergemeinde, die u. a. vom „Trumpf-Tropf“, über den „Spion“ , den „Anarcho“ bis hin zum „Poser“ oder „Banalo“ reicht. Unternehmen wie Pril, Nestle oder Teldafax haben schon bitter erfahren müssen, dass es diese Typen wirklich gibt und was sie bei interaktiven Formaten anrichten können. Ein Highlight ist auch der Blick auf die Verwertbarkeit statistischer Zahlen rund ums Social-Net. Denn Anhänger von Facebook, Twitter und Co können nur zahlenmäßig erfasst werden und das sagt über die Qualität der Kontakte leider nichts aus. Wie wohltuend, dass van Rinsum und Zimmer mit uns über den Tellerrand schauen und auch Biertrinker und Handybesitzer einmal mit ins statistische Boot nehmen...! Nicht für alle überraschend, jedoch lesenswert, ist die Praxis, dass Kampagnen gerne auch von gebuchten Dienstleistern „gepuscht“ werden, indem diese künstlich hohe Klickraten 44 events 6/2011

generieren. Für die, die es noch nicht wussten, spätestens jetzt relativiert sich die Bedeutung von Social-Media-Zahlen. Und noch ein wichtiger Blick auf den Boden der Tatsachen: Was vielen Social-Media-Aktivitäten fehlt, ist die vorher gut durchdachte Strategie und ein adäquates Mentoring, welches lt. Autoren nur von 40% der im Social-Media-Bereich tätigen Unternehmen geleistet wird. Ein Manko, das sich gutes Networking nicht leisten kann! Das leicht verständliche Buch liefert Zusammenhänge und AhaErlebnisse, die besonders für diejenigen hilfreich sein dürften, die sich bisher selten oder weniger intensiv mit Social-Media auseinandergesetzt haben. Hierzu gehören z. B. auch, ob Retweeds und Postings autoritäre Regime stürzen oder dass Twitter-Accounts und Facebook-Anhänger nur wenig über den Geschäftserfolg bei Google und Apple aussagen können. Bei der Brandbreite der Betrachtungswinkel verlieren die Journalisten nie die realen Möglichkeiten des Social-Media aus den Augen: nämlich die Herausforderung und Chance, ein Produkt oder eine Dienstleistung kundenorientiert noch besser machen zu können! Was ebenso im Gedächtnis bleibt: Strategisch und besonnen eingesetzt, kann Social-Media für eine positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sorgen und einem Negativimage gezielt vorbeugen. Buchtipp: Damit kann man doch „Der Social-Media Rausch“ schon mal arbeiten Aber Von Helmut van Rinsum, Frank lesen Sie selbst! Zimmer Taschenbuch, 164 Seiten Zu guter Letzt bietet das 1 Auflage September 2011 flott geschriebene FachErschienen im Business Village buch übrigens noch zuVerlag sätzliche Mehrwerte: ISBN 978-3-86980-141-4 (Buch) Eine Checkliste, Tipps ISBN 978-3-86980-142-1 (PDF) und Zukunftsthesen anISBN 978-3-86980-151-3 (Epub) derer Autoren runden es Preis 17,90 € schlüssig ab.



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Unter Verdacht:

Fam-Trips am Compliance-Pranger Von Prof. Dr. Hans Rück

Früher war alles einfacher. Und manches auch besser. Da gab es noch den "ehrbaren Kaufmann", der bei seinen Geschäften immer das Gesetz achtete und den Anstand wahrte, der Kunden nicht übervorteilte, Lieferanten nicht ausbeutete und der auch für Bestechung nicht empfänglich war. Doch im Zeitalter des globalisierten Kapitalismus nimmt die Bindungskraft gesellschaftlicher Normen stetig ab. Dem grassierenden Verfall der Sitten begegnet man heute mit dem Aufbau bürokratischer Apparate. Damit ist man mal mehr und mal weniger erfolgreich. Im vorliegenden Fall leider weniger.

Familiarization- oder kurz: Fam-Trips sind jene Touren, die Entscheider aus der Veranstaltungswirtschaft in Destinationen oder zu bestimmten Locations unternehmen, um sich mit diesen "bekannt zu machen" (engl. "to familiarize") – in der Regel auf Einladung von Zielgebietsagenturen oder Betreibern von Event Venues. Und genau da liegt das Problem: in der Einladung bzw. der damit verbundenen Kostenlosigkeit. Und natürlich, nicht zu vergessen, in dem vermeintlichen "Spaßfaktor", schließlich sind die Destinationen und Locations aus nachvollziehbaren Gründen bemüht, die Familiarization-Programme möglichst attraktiv zu gestalten. Diese höchst verdächtige Kombination von Merkmalen ruft regelmäßig die "Compliance Officers" auf den Plan. Die meisten international tätigen Unternehmen haben inzwischen solche Beauftragten installiert, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung der jeweiligen Gesetze und gesellschaftlichen Normen 46 events 6/2011

durch das Unternehmen zu überwachen. Dadurch soll zum einen finanziellem Schaden vorgebeugt, zum anderen die Qualitätssicherung gefördert werden. Viele Compliance-Beauftragte deuten Fam-Trips als Vorteilsannahme und unlautere Beeinflussung von Beschaffungsentscheidungen – und schütten damit das Kind mit dem Bade aus. Zudem sehen sie den Arbeitscharakter von Fam-Trips nicht und interpretieren sie als reine "Spaßreisen". Dieser Schluss liegt bei einer vermeintlichen "Spaßbranche" wie der Veranstaltungswirtschaft allerdings auch nahe; sie steht hier vor einem grundlegenden Vermittlungsproblem. Fam-Trips sind keine "Spaßreisen“ sondern professionelle Event-Vorbereitung Mittlerweile ist eine regelrechte Inkriminierung von Fam-Trips zu beobachten. Das ganze Thema steht pauschal unter Korruptionsverdacht und die Reisenden unter stetem Rechtfertigungszwang. Hierarchisch


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höher stehende Entscheider meiden deshalb solche Reisen zunehmend, die Fam-Trips verkommen zu "Monkey Business", an dem nur noch die Vertreter der mittleren Ebene teilnehmen – oder absurderweise Nicht-Entscheider, denn wer nichts zu entscheiden hat, kann auch nicht bestochen werden. Eine geradezu "bestechende" Logik! Auf diese Weise wird das Instrument Fam-Trip systematisch kaputtgemacht. Dabei ist es für die Veranstaltungsmanager ein unverzichtbares Mittel der Qualitätssicherung und hilft, Fehlentscheidungen bei der Beschaffung von EventDienstleistungen zu vermeiden. Es erfüllt mithin genau jene beiden Zwecke, denen eigentlich auch die Compliance dienen soll – nämlich finanziellen Schaden für das Unternehmen zu vermeiden und die Qualität zu sichern. Compliance-Beauftragte verstehen meist nichts vom Event-Geschäft Es besteht also dringender Aufklärungsbedarf. Einem Compliance-Beauftragten ist in der Regel nicht bewusst, dass Events komplexe Leistungen sind, die aus zahlreichen unterschiedlichen Gewerken bestehen, für die eine Vielzahl von Beschaffungsentscheidungen zu treffen ist. Und dass diese Beschaffungsentscheidungen so gut wie möglich vorbereitet werden müssen, am besten durch persönliche Prüfung: durch Site Inspections, Probeessen, Probeübernachtungen. Den sichtbehindernden Pfeiler mitten vor der Bühne bekommt man in Prospekten nicht zu sehen, von verborgenen Mängeln gar nicht zu reden. Die üblen Gerüche aus der schlecht entlüfteten Küche und die unzureichende Klimatisierung oder den Straßenlärm im Hotelzimmer bemerkt man ebenfalls nur vor Ort. Und auch die langwierige Anfahrt zur Event-Location über gewundene Schotterpfade muss man selbst erduldet haben, um entscheiden zu können, ob der spektakuläre Panoramablick aus dem Sitzungssaal eine ausreichende Entschädigung dafür bietet. Die Multisensorik von Events stellt an die Verantwortlichen eben hohe Anforderungen. Doch mit dem Stichwort "Multisensorik" können Compliance Officers wenig anfangen; wie ihnen in der Regel auch das Bewusstsein für die Tatsache fehlt, dass Events Koproduktionen von Auftraggeber und Dienstleistern sind, darunter zum Beispiel Location-Betreiber und Destinationsagenturen. Alle Beteiligten müssen sich gegenseitig kennen und verstehen, um erfolgreich zusammenarbeiten zu können. Fam-Trips ermöglichen mithin nicht nur Site Inspections, sondern erfüllen aus Sicht der Dienstleister auch die Funktion einer "Kundeninspektion". Die persönliche Überprüfung ist deshalb so unverzichtbar, weil Events nicht wiederholbar sind. Es gibt keinen zweiten Versuch, ein "Zurückspu-

Compliance – was ist das? Unter "Compliance" versteht man die Befolgung von Gesetzen und Regeln durch ein Unternehmen, ganz allgemein redliches, ethisches und faires Verhalten gegenüber Marktteilnehmern, Staat und Bevölkerung. Zahlreiche Unternehmen haben in den letzten Jahren Positionen für Compliance-Beauftragte geschaffen, häufig in ihren Rechtsabteilungen. Ziel einer solchen Compliance-Organisation ist vor allem der Schutz der Reputation des Unternehmens und die Vermeidung finanzieller Schäden durch juristische Klagen. Darüber hinaus soll die ComplianceOrganisation auch eine Qualitätssicherungsfunktion wahrnehmen. len" ist nicht möglich. Und weil nichts schief gehen darf, muss jede mögliche Vorsorge getroffen werden, um den Veranstaltungserfolg sicherzustellen. Falsch verstandene Compliance schadet dem Unternehmen Aus diesen Gründen sind Fam-Trips Arbeit – und kein Spaß, liebe Compliance Officers! Dass diese Arbeit zuweilen auch Spaß macht, versteht sich, ist aber noch lange kein Grund, unlautere Motive zu unterstellen. Halten wir fest: Wer Fam-Trips aus Unkenntnis oder Unverständnis der Sachzusammenhänge erschweren oder gar verunmöglichen will, behindert die Qualitätssicherung im Veranstaltungsbereich und schadet damit dem eigenen Unternehmen. Bleibt zu hoffen, dass der Groschen irgendwann fällt. Viel Anlass zu Optimismus besteht allerdings nicht, schließlich neigt jeder Compliance Officer systembedingt dazu, ständig neue Anwendungsfelder für Compliance zu entdecken und auf diese Weise seinen Zuständigkeitsbereich zu erweitern. Er folgt damit lediglich dem "Gesetz der Bürokratie", das der Finne Niskanen im Jahr 1971 entdeckt hat. Es besagt, dass Bürokratien dazu tendieren, stets neue bürokratische Regeln zu erfinden, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen, und dadurch die Bürokratie unablässig zu vermehren.Viel gelernt haben wir daraus bisher nicht. Zum Autor Prof. Dr. Hans Rück (46) ist Dekan des renommierten Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen an der Fachhochschule Worms. Dort verantwortet er die Lehrgebiete Marketing und Eventmanagement. Neben seiner Lehrtätigkeit entwickelt der ausgebildete Werbekaufmann als Berater und Management-Coach praxisgerechte Problemlösungen für die MICE-Industrie. events 6/2011 47


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Tourism goes mobile! Interview mit Marco Hauprich, Director Mobile & New Media, HRS – HOTEL RESERVATION SERVICE Als Director Mobile & New Media leitet Marco Hauprich seit April 2011 die Business Unit bei HRS, die sämtliche Aktivitäten im mobilen Internet bündelt. Neben Produktmanagement und -marketing verantwortet der 1965 in Bonn geborene Mobile-Experte auch das Business Development und die IT. Nach seinem Studium startete der Diplom-Designer 1994 seine berufliche Karriere als geschäftsführender Inhaber der Multimedia-Agentur EigenArt mit den Schwerpunkten Online, CD-ROM und CAD. Von 2000 an betreute Hauprich als Senior Projektmanager bei der Deutschen Telekom AG zahlreiche innovative Online-Anwendungen. Ab Oktober 2007 war er als Vice President Brief Innovations für die Deutsche Post AG tätig, wo er u. a. für die Entwicklung und Einführung neuer digitaler Produkte und Services wie z. B. das „Handyporto“ verantwortlich war.

Herr Hauprich, in aktuellen Prognosen der Tourismusbranche begegnet uns fortwährend das Stichwort „mobile Anwendungen“ Sind diese Applikationen auf dem Weg, den klassischen Marketingstrategien und -tools den Rang abzulaufen? Den Rang abzulaufen, würde ich jetzt nicht sagen, aber sie werden sicherlich eine immer größere Rolle spielen. Wir sehen es auch bei uns: In unserem mobilen Kanal haben wir jetzt schon zweistellige Wachstumsraten pro Monat und in spätestens drei Jahren werden wir bestimmt 20 % aller Buchungen mobil abwickeln. Das ist wohl damit begründet, dass Reisen und Mobiles sehr gut zusammenpassen. Dabei stoßen Sie auf eine große technische Herausforderung! Über die Hälfte des Marktes, ca. 60%, verteilt sich auf iOS, das Betriebssystem von Apple und auf das Android System von Google. Die restlichen 40% setzen sich aus einer Vielzahl anderer Systeme und Plattformen zusammen. Wie schaffen Sie es dennoch, möglichst viele Privat- und Geschäftsreisende mobil zu erreichen? Es ist natürlich wichtig, zu wissen, welche Endgeräte die Zielgruppe nutzt. HRS hat 48 events 6/2011

mittlerweile Apps für 16 verschiedene Plattformen entwickelt. Dabei konzentrieren wir uns jedoch bei der Entwicklung auf fünf strategische Plattformen. Neben iOS für iPhone und iPad sind dies Android, BlackBerry und unsere mobile Website. Dabei sind vor allem die iPhone Nutzer für HRS interessant, da Sie über ein überproportionales Nettohaushaltseinkommen verfügen und überdurchschnittlich viele Reisen buchen. Haben Sie den „mobilen“ Kunden von morgen auch heute schon fest im Blick? Welche zukünftigen Bedürfnisse haben Reisende an die Tourismusbranche und wie finden Sie das heraus? Zum einen betreiben wir natürlich klassische Marktforschung. Zum anderen sehen wir durch die Nutzung der Website und durch das mobile Buchungsverhalten genau, was sich der Nutzer von heute wünscht. Und das, retrospektiv betrachtet, ist schon ein guter Indikator für die Trends, Wünsche und Serviceanliegen von morgen. Erklären Sie uns bitte den Begriff „NFC-Technology“ im Zusammenhang mit mobilen Applikationen im

Tourismusbereich. Ist diese Technologie aktuell eher noch Zukunftsmusik oder ist sie schon auf dem Weg? „NFC-Technology“ – die so genannte Near Field Communication – bietet vielfältige Möglichkeiten für den Tourismus beispielsweise im Bereich Ticketing oder beim Check-In. Die Technologie sorgt dafür, dass ein Handy, welches NFC-tauglich ist, mit einer Gegenstelle auf kurze Distanz Daten austauscht. So gibt es schöne Szenarien: Lege ich beispielsweise im Hotel das Mobiltelefon auf den Tisch, kann ich damit einchecken, denn alle dafür notwendigen persönlichen Informationen sind auf dem Smartphone gespeichert. Andererseits können mir auch mobil Informationen des Hotels aufgespielt werden: Hier fungiert das Handy dann als Zimmerschlüssel, zur Indoor-Navigation, zeigt Speisekarten, lokale oder multimediale Angebote und dient auch zur Steuerung der Klimaanlage. Selbst das Bezahlen beim Check-Out ist via Handy möglich, da ja alle Daten zur Identifikation auf dem Gerät hinterlegt sind. Ist das aktuell in Deutschland schon die Praxis? In Ländern wie Singapur ist das schon gang und gäbe, da ist Bezahlung mittels


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Handy an der Tagesordnung. In Deutschland sind leider noch zu viele Player am Start. Hier ist das ganze ökonomische System ein schwieriges Terrain – Banken, Kreditkartensysteme, Zahlungsdienstleister, Bonusprogramme, Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter sind sich über die Verteilung nicht einig und überdies wollen alle die Kundendaten. Man muss wissen, dass beim Payment die Margen nur sehr klein sind. Außerdem fehlt es auch noch an geeigneten Gegenstellen, die mit NFC-fähigen Geräten kommunizieren können. Rabatte, Prozente, Werbegeschenke. Im Gegensatz zur USA fristet das Thema „Mobile Couponing“ in Deutschland eher noch ein Schattendasein, obwohl es vielfältige Möglichkeiten zur Kundengewinnung und -bindung gibt. Welches Erfolgspotential sehen Sie im „Mobile Couponing“ für Anbieter aus dem geschäftstouristischen Segment? „Mobile Couponing“ ist durchaus im Tourismus ein Trendthema, das man nicht aus den Augen verlieren sollte. Wenn ein Gast z. B. im Hotel ist, kann er dies dem Hotelier durch die Lokalisierungsfunktion des Mobiltelefons mitteilen. So kann man via Handy ganz gezielt Vor-Ort-Angebote offerieren: Heute auf Wellness-Behandlungen 50% Rabatt oder eine kostenlose Schuhreinigung als besonderen TagesService des Hotels! „Mobile Couponing“ ist nicht nur interessant, sondern auch leicht umsetzbar. Im Hotelsektor ist es leider noch nicht so richtig angekommen, hier beschäftigt man sich aktuell eher mit DailyDeals, aber es ist auf jeden Fall ein Thema! 1, 2, 3 ... meine! Lt. einer aktuellen Studie von ABI Research haben Handybesitzer im letzten Jahr rund 6,2 Milliarden Dollar für Apps ausgegeben. Was sind für Sie die drei wichtigsten Kriterien, damit eine App erfolgreich angenommen wird? Apps werden hauptsächlich genutzt, wenn man ein konkretes Informationsbedürfnis hat oder um Leerzeiten zu überbrücken. Daher sollten Apps im mo-

bilen Kontext einen klaren Mehrwert liefern oder den Spieltrieb befriedigen. Keine Werbung, kostenlos, keine Barrieren wie Registrierung vorab und schnell und einfach mit einem Finger bedienbar sollten sie sein. Das Mobilphone als Reiseführer! In 2010 kürte das Time Magazin „Augmented Reality“ zu einem der zehn wichtigsten technologischen Trends. Was ist „Augmented Reality“ und welchen Nutzen bringt es Reisenden und dem Tourismusmarketing? Bei „Augmented Reality“ werden auf dem Live-Bild der Handy-Kamera zusätzliche Informationen angezeigt. Das bedeutet im Falle von HRS für den Reisenden, der hier und jetzt ein Hotel benötigt: Er muss nur sein Handy mit der gestarteten Applikation schwenken, dann werden ihm freie Hotels in der nahegelegenen Umgebung mit Zimmerpreis, Entfernung und Bewertung des Hauses auf dem Kamerabild eingeblendet. Diese Angebote können dann auch sofort gebucht werden. Gerade für die spontane Suche unterwegs ist das ein sehr nützliches Feature. Der Trend ist eindeutig! Durch die stetig fortschreitende Globalisierung und weiter zusammenwachsende Märkte steigt die Zahl der Geschäftsreisen an. Dennoch wollen Geschäftsleute in der heutigen Zeit ihre Reisekosten senken und von mehr Leistung und Service profitieren. Wie kommt die Tourismusbranche dem mit mobilen Angeboten entgegen? Also, das ist ja genau unser Ding. Haben sich Termine geändert und ein Geschäftskunde benötigt dringend noch ein Hotel in der unmittelbaren Umgebung, kann er dies bequem übers Handy buchen, ohne dass in der eigenen Firma ein Assistent tätig werden muss. Ist der Reisende als Geschäftskunde bei HRS registriert, werden ihm gleich auch die Corporate-Raten angezeigt. Geschäftskunden erhalten in 20.000 Hotels weltweit zwischen 5 und 30% Rabatt auf den tagesaktuellen Hotelpreis. Das bieten wir nicht nur Kunden mit großer Mitarbeiterzahl an, sondern

auch kleinen Unternehmen und natürlich Freiberuflern. Facebook, Twitter und Co.! Welchen Einfluss auf die Tourismusbranche haben Ihrer Meinung nach Bewertungsportale und soziale Netzwerke? Welche Entwicklung erwarten Sie für die Zukunft? Soziale Netzwerke haben definitiv einen großen Einfluss auf die Touristikindustrie. Durch ihren Empfehlungscharakter spielen sie auch bei der Hotelsuche und -buchung eine immer wichtigere Rolle. Man berät sich, tauscht Empfehlungen aus und das ist viel glaubwürdiger als die Sendung reiner Werbebotschaften. Daher treten wir auch immer häufiger über soziale Netzwerke wie Facebook in den Dialog mit unseren Kunden und bieten dort spezielle Angebote unserer Hotelpartner an. Natürlich hat die Präsenz in sozialen Netzwerken auch eine große Relevanz für die Suchmaschinenoptimierung beispielsweise bei Google. Weltweit nutzen rund 800 Millionen Menschen Facebook, davon 250.000 von ihrem Mobiltelefon. Dabei sind die mobilen Nutzer doppelt so aktiv. Deshalb muss man den Kunden auch genau dort ansprechen und erreichen. Wir bei HRS haben schon in allen Applikationen Schnittstellen zu Facebook, d. h. wir können ein bestimmtes Hotel oder auch eine Favoritenliste mit drei Hotels mit unseren Freunden teilen und diese auf Facebook fragen, welches man von ihnen buchen soll! Zukünftig wird es vielleicht auch die Möglichkeit zum „Joined Booking“ geben, bei dem mehrere Teilnehmer gemeinsam eine Reise buchen können. Last but not least – wie buchen Sie selbst Ihre Übernachtung bei einer Geschäftsreise? Und den Familienurlaub? In der Regel buche ich Reisen vom PC aus, wenn es kurzfristiger geschehen muss, mit dem Mobiltelefon via HRS. Die Familienferien mit drei Kindern gestalten sich als Individualreise meist nicht so einfach, da buche ich oft im Familienclub. Und lächelt! Vielen Dank für Ihre Zeit! events 6/2011 49


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Gastkommentar

Die Konsolidierung des Veranstaltungseinkaufs geht in die Endrunde! Stefanie Lemmermann, smart and more, Hamburg Schaut man heute ca. sechs bis acht Jahre zu-

ten Quotierungsprozess auch die Inhalte des

geht man davon aus, dass eine einzige Kredi-

rück, dann kann man getrost behaupten:

Vertragswesens vorgeben wird und sie zuneh-

torenpflege zwischen 150 und 250 Euro Kos-

Damals herrschte regelrecht Wildwuchs im Ein-

mend „fremdgesteuert“ sein werden.

ten pro Jahr verursacht.

kauf von MICE Leistungen. Die Fachabteilungen hatten Narrenfreiheit im Hinblick auf die Auswahl ihrer Dienstleister. Nicht selten musste der Travelmanager hören: „Wir fürchten den Individualitätsverlust unseres Events“. Zu gerne erinnere ich mich an einen Akquise-Termin 2003 beim Travelmanager eines führenden Automobilkonzerns, wo genau das Thema

Der Einkauf hat im Focus, Kosten zu senken und verändert im Wesentlichen drei Instrumente: einheitliche Einkaufswege/Prozesse, Lieferantenauswahl selektieren, einheitliches Vertragswesen für alle MICE Bereiche

war: „Meine Damen aus dem Fachbereich er-

Ausgelobte Statistiken durch die Kreditkartengesellschaft sind zwar nur beschränkt und umfassen z. B. keine Plandaten oder Detaildaten, dennoch kann eine Kreditkartenlösung für viele Kunden das Optimale sein. Festzuhalten bleibt, dass konsolidierte Vertragsbedingungen zwangsläufig Einfluss auf

zählen mir immer, das könne man nicht in

Es ist keine Seltenheit mehr, dass, wenn ein

die Quotierung der Lieferanten nehmen wer-

„Tüten“ packen“... und es folgte ein amüsan-

Lieferant die Form des Angebotes nicht wie

den. Verhandelte Stornierungsraten, Deposits,

ter Nachmittag, bei dem ich berichten konnte,

gefordert erfüllt, er im Buchungsprozess – ähn-

Freiplätze und verlängerte Zahlungsziele mit

was alles in eine Tüte geht! Für diesen Kunden

lich wie bei Formfehlern im Ausschreibungs-

oder ohne Kreditkarte werden – über kurz

konnten wir anschließend einen Standardpro-

verfahren – keine Berücksichtigung finden

oder lang – sich auf die Marktpreise auswirken.

zess umsetzen und geschlossene Verträge in

wird.

Alle Lieferanten sollten darauf vorbereitet sein.

ein einheitliches Raster bringen.

Neben verhandelten Vertragsraten oder gesonderten Stornierungsbedingungen sind vor

Die smart and more GmbH – Sitz Hamburg /

Damals waren die Unternehmen vorwiegend

allem Zahlungsziele sehr wichtig für Konsoli-

21 Mitarbeiter / Gründung 2003 – entwickelt

damit beschäftigt, ihr Travelmanagement in

dierungskunden. Durch Sicherung von Liqui-

und realisiert individuell zugeschnittene Ver-

den Griff zu bekommen und zu konsolidieren.

dität kann der Einkauf enorme Potentiale si-

anstaltungs-Konzepte und Strategien. Als Full-

Genau diese Bewegung – sofern noch nicht

chern.

Service-Agentur verfügt smart and more über ein komplettes Spektrum an Kompetenzen

geschehen – hält dieser Tage Einzug im MICEManagement. Kaum noch ein DAX Unterneh-

VOR- UND NACHTEILE VON MICE-KRE-

und bietet nachhaltige Lösungen für erfolg-

men, dass den strategischen Einkauf von MICE

DITKARTEN

reiche Meetings und Events. Veranstaltungen aller Art werden erfolgreich mit den individuell

Leistungen nicht über das Procurement steuert. Einer neuesten Studie zu Folge steht diese

Mittlerweile haben sich Kreditkartengesell-

kombinierbaren Leistungsmodulen von smart

Konsolidierung des Veranstaltungseinkaufs

schaften auf das MICE Segment spezialisiert.

and more geplant und umgesetzt.

auch bei vielen KMUs in 2012 ganz oben auf

Für die Firmen sind vor allen Dingen zwei Ar-

der Agenda.

gumente pro MICE-Kreditkarte sehr attraktiv.

Im Produktbereich smartmeetings beraten wir

Zum einen können sich die Firmen Zahlungs-

Unternehmen bei der Optimierung von Ein-

Neben dem klassischen Konflikt zwischen ope-

ziele „erkaufen“, die bei 30 Tagen aufwärts

kaufsprozessen im MICE-Segment. Von der

rativer Einheit, die eher die Inhalte im Fokus

beginnen. Diese Liquiditätssicherung im Ver-

Planung bis zur operativen Umsetzung. Als

hat, und dem Einkauf, der vor allem die Kon-

anstaltungsbereich kann in der Summe schnell

neues Produkt bietet smart and more seit 2011

zentration auf ein ausgewähltes Supply Chain

einen mehrstelligen Millionenbetrag bedeuten.

nun auch die unabhängig agierende Daten-

Management und ressourcenschonende Pro-

Zum anderen ist die Kreditorenpflege, die Zah-

bank meetingpoint.de als umfangreiches On-

zesse legt, werden weiterhin mit der einkaufs-

lungsabwicklung über das MICE-Kreditkarten-

linetool für MICE-Recherchen an. Hier finden

gesteuerten Lieferantenauswahl enorme Ver-

system auf nur einen einzigen Kreditor be-

Veranstaltungsplaner, einfach und schnell, wo-

änderungen auf die Branche zurollen. Alle

schränkt – statt auf die Summe aller

nach Sie suchen: Tagungshotels und in Kürze

Dienstleister müssen sich darauf einstellen,

Lieferanten. Auch dies bedeutet eine erhebli-

auch Messe- und Kongresszentren, Locations

dass langfristig der Kunde neben dem gesam-

che Kosteneinsparung für die Unternehmen,

und Dienstleister.

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Nicht jeder “Typ“ will nachhaltig reisen! Wer würde für eine „nachhaltige“ Reisekonzeption eigentlich einen Preisaufschlag in Kauf nehmen? Und wie hoch dürfte dieser ausfallen? Diese Frage bewegt umweltbewegte Anbieter. Eindeutig mit „Ja“ beantworten diese Frage nur fünf Prozent, immerhin weitere 12 Prozent scheinen sich nicht ganz sicher und antworten mit „Eher ja“. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es in dieser Frage nicht. Nur leichte Unterschiede zeigen sich innerhalb verschiedener Altersgruppen: Besonders die jungen Befragten im Alter 18 bis 29 (8 Prozent) haben solche Reiseangebote bereits etwas häufiger als der Durchschnitt in Anspruch genommen. Deutliche Unterschiede gibt es hingegen zwischen unterschiedlichen Reisetypen: Vor allem „Paradiessucher“ (12 Prozent), aber auch „Abenteurer“ (8 Prozent) geben überdurchschnittlich häufig an, bereits bewusst nachhaltige Reisen gebucht zu haben. Für „Begegnungssucher“ und „Balancesucher“ hat nachhaltiges Reisen hingehen bislang keine Rolle gespielt. Das sind Ergebnisse einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Trendscope. Für die repräsentative Studie wurden 2011 über 1.000 Deutsche online befragt.Die Frage, ob für nachhaltige Rei-

sen auch Preisaufschläge in Kauf genommen würden, beantworten nur 5 Prozent mit einem eindeutigen „Ja“, 31 Prozent einschränkend mit „Eher ja“. Die meisten Befragten (42 Prozent) geben als zu akzeptierenden Aufpreis eine Spanne von fünf bis 10 Prozent an. Gut ein Viertel würde sogar mehr als zehn Prozent Aufpreis akzeptieren. Auch bei der Preisbereitschaft gibt es kaum geschlechterspezifische Unterschiede. Aber ein Altersgefälle. Über die Hälfte der 18 bis 29-jährigen würden höhere Preise für nachhaltige Reisen in Kauf nehmen. Dieser Anteil ist bei den 40 bis 49-jährigen (29 Prozent), den 50 bis 59-jährigen (36 Prozent) und den über 60-jährigen (31 Prozent) deutlich geringer. Es steigt die Preisbereitschaft für nachhaltige Reisen erwartungsgemäß mit dem verfügbaren Einkommen. Noch deutlichere Unterschiede gibt es auch hier zwischen den verschiedenen Reisetypen: Jeweils über die Hälfte der „Abenteurer“ und der „Paradiessucher“ würde einen Aufpreis in Kauf nehmen. Während die Höhe des akzeptierten Aufpreises

beim „Abenteurer“ in etwa dem Durchschnitt entspricht, ist diese beim „Paradiessucher“ allerdings spürbar geringer. Die Reisetypen mit der geringsten Bereitschaft für einen Aufpreis sind die „Begegnungssucher“ (28 Prozent) und die „Balancesucher“ (17 Prozent). Die Trendscope-Studie zeigt jedoch ebenso, dass viele Deutsche noch keine klare Vorstellung davon haben, was genau unter nachhaltigen Reisen zu verstehen ist. Neben allgemeinen ökologisch orientierten Aspekten und konkreten Maßnahmen des Umweltschutzes assoziieren die Befragten häufig soziale und ökonomische Aspekte – ganz im Sinne einer ganzheitlichen Definition des Nachhaltigkeitsbegriffes. Ein erheblicher Anteil der Deutschen hat jedoch ein ganz eigenes und persönliches Bild von nachhaltigem Reisen und assoziiert damit Begriffe wie „langer Erholungswert“, „neue Bekanntschaften“, „persönliche Weiterentwicklung“, „guter Service“ oder „bleibende Erinnerung“. Aha! Schließlich hat auch und vor allem das etwas mit Nachhaltigkeit zu tun!


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Das Roadbook ist tot, es lebe das iPad!

Rallyes gehören seit vielen Jahren (wenn nicht schon immer) zum beliebten Portfolio einer Incentive-Reise. Doch was kann man machen, wenn Kunden und Teilnehmer des Konzeptes überdrüssig werden? Die Wiesbadener Agentur Pure Perfection hatte dazu eine zeitgemäße Idee. Rallyes fordern Einsatz: Zu Wasser, zu Fuß, motorisiert oder elektrifiziert erkunden die Gäste mehr oder weniger aktiv eine Region, erleben Kultur, machen Teambuilding oder trinken Champagner an ungewöhnlichen Orten. Als kreative und aktive Variante hat die Rallye damit die klassischen Stadtbesichtigungen abgelöst. Dieses Modul eignet sich perfekt für eine IncentiveReise. Aber wie heißt es so schön? "Es gibt nichts was es nicht schon gab". Genau hier liegt die Herausforderung. Viele Teilnehmer haben nämlich im Laufe der Jahre einige Rallyes absolviert und fühlen sich von immer gleichen Abläufen gelangweilt. Immer mehr Firmen verzichten deshalb auf die ganz klassischen Rallyes, bei denen Orte gefunden, Fragen gelöst oder mit Aktivitäten Punkte erspielt werden müssen. Dennoch: Die Idee, die hinter der Rallye steckt, ist immer noch perfekt um eine Destination – jenseits der Stadtrundfahrt – zu erkunden. Um weiterhin etwas Neues zu bieten, muss die Rallye aber überholt werden. Pure Perfection lässt sich daher ständig neue Dinge einfallen, um eine Rallye zu einem neuen Erlebnis werden zu lassen. Das Roadbook ist tot - es lebe das iPad: Für einen Kunden aus der IT-Branche konzipierte Pure Perfection zusammen mit einem technischen Partner die Ablösung des klassischen Roadbooks. Mithilfe einer extra programmierten iPad-App wurde die komplette Rallye gesteuert. Jedes Team loggte sich mit einem eige52 events 6/2011

nen Teamnamen ein. Die Anweisungen führten die Teams zu den unterschiedlichen Orten der Aktivitäten. Die eigentlichen Aufgaben erschienen GPS-gesteuert erst unmittelbar an Ort und Stelle. Bei den Aktivitäten wurden aktive Teile mit der App verknüpft. So wurde zum Beispiel die Zeitmessung beim Cross Kart fahren über das iPad gesteuert und bei einer Speedbootfahrt mussten Morsecodes "übersetzt" werden. Weitere Aufgaben wie Fotos und Videos, sowie Geocaching und diverse Fragen können ebenfalls perfekt mit dem iPad 2 integriert werden. Die Auswertung der App erfolgte über ein Backend, das die Ergebnisse jedes Teams anzeigt. Positiver Nebeneffekt sind die Bilder, die ganz nebenbei von jedem Team gemacht werden. Sie können bei einer Siegerehrung verwendet oder im Anschluss an die Gäste versandt werden. Das Ergebnis zeigte, dass die Gäste ganz unterschiedlich mit dieser neuen Technik umgehen. Versuchten einige die gestellten Fragen zu ergooglen (SIM Karte), nutzten andere besonders stark die Fotofunktion des Gerätes. Fazit: Frischer Wind für ein altes Modul. Die Reaktionen der Gäste haben gezeigt, dass Rallyes kombiniert mit den Funktionen des iPads begeistern können. Gerade die GPS-gesteuerten Möglichkeiten sind vielfältig und machen das iPad zu einem interessanten Bestandteil der Veranstaltung.


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Studie Innovationskultur :

Wir sind zu schwerfällig!

Wenn es darum geht, Innovation voranzutreiben, treten deutsche Unternehmen auf die Bremse. 70 Prozent aller Unternehmen kündigen Innovation zwar in ihren Hochglanzbroschüren an – setzen sie aber nicht konsequent um. Ideen werden tot diskutiert anstatt gefördert. Kreatives Denken ist unerwünscht, die Einhaltung von Regeln wird belohnt. Und statt Visionen mutig voranzutreiben, dominiert das Vollkasko-Denken: Fehler vermeiden um jeden Preis. „Die Ergebnisse sind äußerst ernüchternd“, sagt Studienleiter Jens-Uwe Meyer. „In ihrer Eigendarstellung sind heute fast alle Unternehmen Innovationstreiber, sie betonen, dass sie Neues offensiv angehen und Herkömmliches infrage stellen wollen. Doch in der Realität bremst sich die Mehrheit der Unternehmen selbst aus.“ Mehr als 80 Prozent aller Unternehmen haben viel zu lange Entscheidungswege, jeder dritte Befragte attestiert sogar, dass sich Entscheidungen über neue Ideen „ewig in die Länge“ ziehen. Nur jedes fünfte Unternehmen ist experimentierfreudiger, nur in jedem dritten Unternehmen ist kreatives Denken hoch angesehen und sogar nur jedes vierte würde einen Querdenker einstellen – die anderen bevorzugen konforme Mitarbeiter. „Unternehmen wollen Innovation, aber sie senden die falschen Signale“, sagt Studienleiter Jens-Uwe Meyer, der vier Bücher zum Thema Innovation veröffentlicht hat. „Wer gute Ideen hat, entwickelt unweigerlich auch mal schlechte Ideen. Doch nur 12 Prozent aller Unternehmen akzeptieren das. Für kreative Mitarbeiter ist das extrem demotivierend.“ Folgen für die Wirtschaft „Was so schockierend ist: Deutsche Unternehmen unterdrücken genau die Methoden, mit denen andere ganze Märkte revolutioniert haben“, sagt Meyer. „Ob es Research in Motion ist, der Hersteller des Blackberry, Amazon oder Samsung – sie alle setzen auf Prinzipien, die den meisten der von uns befragten Unternehmen nach wie vor fremd sind: Schnell, wendig mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung.“ Deutsche Unternehmen, die Ideen konsequent fördern, können große Sprünge machen. In der Studie wird unter anderem das Fallbeispiel der DHL Paketstationen vorgestellt, die von einem kleinen entschlossenen Team an den offiziellen Unternehmensstrukturen vorbei entwickelt wurden. „Unternehmen sind heute Tanker: Langsam und behäbig,“ so Meyer. „Im internationalen Innovationswettbewerb werden sie damit auf Dauer unterliegen. Es ist kein Zufall, dass aus Deutschland heute keine Handys und keine Fernseher mehr kommen. Und dass Hertie pleite ist, während Amazon das Internet eroberte. Alle diese Firmen waren

zwar innovativ, aber viel zu langsam.“Dazu passt, dass nur jedes vierte Unternehmen überhaupt das Ziel hat, bahnbrechende neue Produkte zu entwickeln und diese als Pionier im Markt zu positionieren. Drei Viertel verstehen unter Innovation eher eine ständige Verbesserung des Bestehenden. Wenn wirklich radikale neue Ideen auftauchen, machen diese 70 Prozent aller Unternehmen eher Angst als Mut. Wirklich Neues ist mehrheitlich gar nicht gefragt. Die Studie von Jens-Uwe Meyer „Erfolgsfaktor Innovationskultur – das Innovationsmanagement der Zukunft“ ist im Verlag BusinessVillage erschienen.


MANAGEMENT

„Kunden-Events werden weniger werden!“ Eine kleine Sprechstunde bei Eventdoktor Günter Mainka

Am Anfang war nicht nur das Feuer, sondern auch die Budgetplanung. Sie ist Fluch und Hoffnung zugleich und soll ausgabefreudigen Mitarbeitern als monetärer Leitfladen für das kommende Jahr dienen. Leider erweisen sich dann auf der Marterstrecke des Folgejahres manche Budgets als nicht widerstandsfähig genug – „verrecken“ sozusagen als Konstrukte vom grünen Tisch im Alltag. Ein beliebter Budgetfriedhof sind häufig Incentives, Events oder ambitionierte Tagungen. „Oben“ gibt vor: Feiern, Spaß haben und das Ganze bitte sehr in 3D. „Unten“ weiß: Es reicht vielleicht für eine Wurst mit Brot. Im Zuge der sich abzeichnenden Diskrepanz zwischen Anspruch und realer Budgetwelt sind oftmals informelle Budgetverschiebungen zwischen den beteiligten Partnern im Unternehmen die einzige Möglichkeit, um der Gestaltungsrealität näher zu kommen. Wer sagt dem Chef, dass es so nicht klappen wird? Wenige! Die meisten denken: Egal, wir legen erst mal los und dann sehen wir weiter. Events, Tagungen und sonstige Formen der Live-Kommunikation sollen dazu beitragen, dass Umsätze in der Zukunft steigen oder andere positive Nebenwirkungen für das Unternehmen erwachsen. Bei sinkenden Ergebnissen ist jedoch gerade der Eventbereich oft einer der ersten, der am Einsparvirus erkrankt und nicht selten an den Folgen einer therapieresistenten Budgetgrippe auf der Sparstrecke bleibt. Dass der Sparvirus schnell das Schicksal von Eventagenturen besiegelt, zeigt aktuell wieder das Beispiel der kogag. Obwohl diese bekannte und traditionsreiche Agentur seit sehr langer 54 events 6/2011

Zeit am Markt aktiv war, hat sie Anfang November das Insolvenzverfahren beantragt. Die Gründe sind unter anderen schrumpfende Budgets, miese Zahlungsmoral bei etlichen Endkunden und eine inflationäre Agenturendichte, oft sogar offsprings aus den eigenen Reihen. In Solingen hat das Klagen ein Ende gefunden. Wer ist wohl der nächste? Die für Events in den Unternehmen zuständigen Mitarbeiter klagen weiter: dass Sie einen Event managen sollen, ohne jedoch den eigentlichen Job zu vernachlässigen. Erschwerend ist, dass dieses Unterfangen oftmals durch das zu niedrig eingestellte Budget zusätzlich sehr eingeschränkt wird. Man stellt dann fest, dass man sich eine Agentur kaum leisten kann. So werden nicht selten nach ersten Gesprächen Eventprojekte entweder auf Eis gelegt oder es bleibt bei der Bockwurst auf dem firmeneigenen Betriebshof. Der Einkäufer befindet so-


MANAGEMENT

dann, dass man auch auf dem eigenen Betriebshof richtig Spaß haben könne. Erst recht wenn Heiner Z. aus der Buchhaltung beginnt, mit der geliehenen Karaokeanlage „La Paloma“ zu singen. Das Leben kann so schön sein. Allerdings: So ein armutsbasierter Gig macht krank und wer krank ist - der geht zum Doktor! Wir waren mal kurz in der Sprechstunde von „Eventdoktor“ Günter Mainka. Wegen Budgets, Savings und anderen Nöten. Und der traut sich richtig was, stimmt nicht wie viele andere das Loblied von der um jeden Preis glorreichen Event-Zukunft an. Herr Dr. Mainka, wir lesen wieder häufiger von Wirtschaftskrise und Insolvenzen. Ist der schöne junge EventAufschwung schon wieder gefährdet? Nur, wenn Sie jetzt ein deutsches Oktoberfest in Athen veranstalten wollen, ansonsten eher nicht. Was macht Sie so optimistisch? Die Realität. Wenn Sie es mit professionellen Planern auf der Firmenseite zu tun haben, dann wissen die ganz genau, welchen Stellenwert ein gut gemachter Event hat und was er kostet. Oftmals ist es jedoch so, dass viele Agenturen selbst bei unterbudgetierten Events eifrig „hier“ brüllen, dann irgendwann an der Herz/Lungen-Maschine hängen und ins Koma sinken. Trifft das auch auf die kogag zu? Das will ich nicht sagen. Aber in der Branche weiß man, dass Ex-Mitarbeiter Kunden und Etats „mitnehmen“ – was bei der kogag häufiger passiert ist. Auch die letzten Krisenjahre haben sicherlich nicht förderlich gewirkt. Hilft eine Salbe dagegen? Nein, eher ein sehr enger und vertrauensvoller Kontakt zum Kunden. Das wird jedoch schwieriger, wenn die Agentur zu groß wird. Weiterhin empfiehlt es sich dringend, manchmal auch eine Behandlung abzulehnen. Sie lehnen tatsächlich Kunden ab? Wenn ich der Meinung bin, dass das, was der Kunde vorhat, nicht zielführend für ihn ist, dann hat er ein Anrecht auf eine ehrliche Meinung. Ich erkläre die Risiken, meine Sichtweise und meine Beweggründe. Gleichermaßen verhält es sich, wenn Events hoffnungslos unterbudgetiert sind. Niemand kauft ein Auto ohne Motor und 500 km schieben ist zu viel... Sie haben in den letzten Jahren einige Awards bekommen, ihre Agentur läuft gut und große, namhafte Unternehmen gehören zu ihren Kunden. Wie gehen sie mit Einsparungen auf Kundenseite um? Ich betrachte das jährliche Gesamtvolumen, das der Kunde bei uns platziert. Dann ist es leichter, trotz Einsparungen einem

Stammkunden zu helfen, seine Ziele zu erreichen. Wir sind uns nicht zu fein, auch kleinere Dinge zu realisieren und wenns eng wird, sind wir auch noch da. Wie darf man sich das vorstellen? Grundsätzlich nutzen wir unsere Kontakte und Netzwerke. Dann betrachten wir den Event an sich, welche Zielgruppe wird angesprochen und für wen ist der Event noch relevant. Wir präsentieren den Event dann unseren Partnern und sammeln Barter- und/oder Cashleistungen ein. Das ist übrigens ein probates Mittel bei öffentlichen Ausschreibungen. Das ist ja mal ein ganz anderer Ansatz. D.h. sie organisieren ein Teilsponsoring für ihren Kunden und tragen damit dazu bei, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann? Ich hätte es nicht besser erklären können! Werden wir mit weiteren Insolvenzen rechnen müssen und was ist ihre Prognose für die Eventbranche? Ja, ich denke, dass es noch einige Abgänge geben wird, insbesondere manche „Mutti am Küchentisch“. Es genügt nicht mehr, die Hüpfburg aufzublasen und zu hoffen, dass die gemieteten Hostessen pünktlich sind. Eine gute Agentur hat Lösungen, Kompetenzen, eine eigene Meinung und ist breit aufgestellt. Diese Grundlagen bringen dann auch einen echten Mehrwert für den Kunden. In die Zukunft geblickt denke ich, dass Compliance-Richtlinien stärker in den Vordergrund treten, Budgets werden mehr hinterfragt und es wird eine weitere Professionalisierung der Branche geben. Ich gehe davon aus, dass Kundenevents abnehmen werden. Die letzten Jahre waren durchzogen von Trendbegriffen wie Green Meetings, Nachhaltigkeit, Social Responsibility u.v.m.. Wie gehen Sie damit um? Gar nicht. Entweder man macht es richtig und man lässt es. Es genügt nicht einen Apfel auf die Hoteltheke zu legen und dann von Green Meetings zu reden. Meistens sind es nur Worthülsen garniert mit amorphem Blabla. Nana, es gibt auch reichlich gute Beispiele... Ja, die Firma Hettich aus Kirchlengern. Ich habe selten ein so vorbildliches Unternehmen erlebt. Respekt! (Anmerkung der Redaktion: ein Unternehmen aus der Möbelbranche mit 5.500 Mitarbeitern in 100 Ländern, www.hettich.com) Herr Doktor, was empfehlen Sie uns zum Schluss? Öfter mal tief durchatmen, sich nicht verrückt machen lassen, das Leben genießen und wissen, dass Arbeit nicht alles ist... events 6/2011 55


CONGRESS

Greenmeetings- und Events-Konferenz 2013 im darmstadtium Die nächste greenmeetings und events Konferenz findet vom 26. bis 27.Februar 2013 im darmstadtium in Darmstadt statt. Das hat der Fachbeirat in seiner Sitzung am 27.September 2011 beschlossen. Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, erklärt: „Die diesjährige greenmeetings und events Konferenz hat gezeigt: Das Thema ist in der Branche angekommen. Mit der Konferenz 2013 führen wir das erfolgreiche Konzept weiter und entwickeln das Thema „Green Meetings“ weit über den ökologischen Aspekt hinaus. So wollen wir auch soziale Themen wie CSR, Mitarbeiterkomfort und Compliance in die Diskussion einbeziehen und auch hier die Positionierung des Tagungsstandortes Deutschland festigen.“ „Der Austragungsort der Konferenz soll gleichzeitig selbst ein praktisches Beispiel geben für nachhaltige Veranstaltungen in Deutschland. Das darmstadtium verbindet energieeffiziente Bauweise mit einer herausragenden kreativen Architektur und einem nachhaltigen Gesamtkonzept. Es ist das perfekte Beispiel, dass „Green Meetings“ nicht nur wirtschaftlich, son-

dern auch attraktiv sein können“, begründet Joachim König, Präsident des EVVC, die Wahl der Veranstaltungsstätte. Das 2008 eröffnete Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium erreicht durch umfangreiche Nutzung von Erdwärme, Biomasse und Solarenergie in der Gesamtbilanz eine nahezu vollständige Versorgung des Gebäudes durch erneuerbare Energien. Das Haus wurde Ende 2010 mit dem Umweltgütezeichen „Green Globe" ausgezeichnet. Gesellschafter des Zentrums sind die Technische Universität Darmstadt sowie die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Bei der letzten greenmeetings und events Konferenz vom 1. bis 2.März 2011 im Congress Centrum Mainz haben rund 400 Teilnehmer aus allen Sparten der Veranstaltungsbranche über die Bedeutung der Nachhaltigkeit für ihre Branche diskutiert. Weitere rund 200 registrierte Teilnehmer erreichte die virtuelle Begleitveranstaltung der Konferenz, die die Organisatoren zwei Wochen später im Internet durchführten.

Esslinger Neckar Forum ausgezeichnet Bei der bundesweiten Auszeichnung der Top-Eventlocations erreichte das Neckar Forum hinter dem Europa-Park Rust und dem Technik-Museum Speyer den 3. Platz. Die Geschäftsführerin der Esslingen live – Kultur und Kongress GmbH, Monika Riexinger: „Diese Auszeichnung ist ein wunderbarer Lohn für unsere engagierte Arbeit und motiviert uns für die vielen weiteren Vorhaben und Projekte.“ Bei der bundesweiten Ausschreibung votierten Tagungsentscheider sowie Event- und Veranstaltungsagenturen für ihre Favoriten unter den Tagungs- und Eventlocations. Der Wettbewerb „Besondere Tagungs- und Eventlocations“ begleitet das gleichnamige Handbuch. Die Gewinner der beiden Wettbewerbe „Die besten Tagungshotels in Deutschland 2011“ und „Besondere Tagungs- und Eventlocations 2011“ wurden am 18. September 2011 im Rahmen eines festlichen GalaAbends im Best Western Palatin Kongresshotel & Kulturzentrum in Wiesloch gekürt. 56 events 6/2011


Messe Frankfurt kauft Kongresszentrum im Europaviertel Kauf und Betrieb des Kongresszentrums im Europaviertel sind besiegelt. Die Messe Frankfurt wird Eigentümer und Betreiber des Gebäudes am Skyline Plaza Komplex. „Mit dem neuen Kongresszentrum erweitert die Messe Frankfurt Ihre Bandbreite in diesem Veranstaltungssegment. Die bestehenden Räumlichkeiten sind ausgebucht, nun erschließen wir für eines unserer Kerngeschäfte als wichtige Kongressdestination zusätzliche Kundensegmente im wachsenden Bereich der Kongress- und Tagungswirtschaft. Die Veranstaltungen, die in dem Gebäude – zusätzlich zu den Kongressen im Congress Center – stattfinden werden, sind eine weitere Bestätigung für die wachstumsorientierte Ausrichtung der Messe Frankfurt“, sagt Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. Das Kongresszentrum bildet eine ideale Ergänzung zum Skyline Plaza. Für die Anbieter im Shopping-Center bedeutet das viele zusätzliche Besucher und für die Kongress-Teilnehmer ein hochattraktives Umfeld für ihre Tagung. Das Kongresszentrum soll gleichzeitig mit dem benachbarten Einkaufszentrum, dem Skyline Plaza, bis zum Herbst 2013 errichtet werden. Es wird auf drei Ebenen und einer Zwischenebene Säle mit unterschiedlichen Kapazitäten bieten. Das Konzept wurde in gemeinsamer Abstimmung zwischen der Messe Frankfurt und den Joint Venture Partnern ECE und CA Immo entworfen und durch die Architekten der ECE umgesetzt. In Ergänzung zum Congress Center auf dem Messegelände werden Veranstalter im neuen Kongresszentrum auch über Räume für 100 oder 150 Personen verfügen. Das Angebot wird damit deutlich mehr kleinere oder teilbare Räume umfassen. Das Gebäude wird auch strenge Maßstäbe für Nachhaltigkeit erfüllen – eine entsprechende Zertifizierung nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V.) ist angestrebt.


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NürnbergConvention:

Neues Logo, neue Strategie, neue Allianzen Dr. Roland Fleck, Geschäftsführer der Nürnberg Messe brachte es rhetorisch formvollendet auf den Punkt: „ Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll!“ Und in der Tat: Die Nürnberger haben sich konsequent getrennt vom lieb gewordenen „alten“ Branding und einen völlig neuen Außenauftritt kreiert. NürnbergConvention heißt die Dachmarke, unter der sich nun die NürnbergMesse und die Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg (CTZ) dem Markt präsentieren und in die in den nächsten Jahren zwei Millionen Euro investieren werden. Veranstalteranfragen werden vom NürnbergConventon Bureau zentral gemanagt. Die Messe gibt also für ein größeres Ganzes und eine engagiertere Vermarktung in der Breite und Tiefe des Geschäfts uneigennützig ihre etablierte Marke auf. Heraus kommt dabei ein modernes, attraktives Key Visual, das international in einem ganz anderen Maße „satisfaktionsfähig“ ist. Auch aus dem CongressCenter Nürnberg wird nun das NürnbergConvention Center, das in den vergangenen Jahren eine fulminante Entwicklung hinter sich gebracht hat – von 5,4 Millionen Umsatz förmlich auf elf Millionen „gesprungen“ ist. „Noch besser auf die mentale Landkarte der Veranstalter wollen wir“, so Fleck und auch die berühmte Potential-Lücke zwischen 500 und 100 Teilnehmern werde bald geschlossen sein. CTZ-Geschäftsführerin Yvonne Coulin kennzeichnet ihren Part der neuen Allianz mit dem Versprechen: „Hier sitzen die Profis, die den Kunden leiten – von der ersten Idee bis zur letzten zufallenden Tür!“ Mit strategischem Marketing wollen

die Franken neue Geschäftsnischen besetzen und haben sich jetzt die Instrumente dafür geschaffen. Denn das Marketing wird bei den Nürnbergern immer mit einer guten und soliden Basis unterlegt – so ist es sympathische Sitte bei den Franken. Erst arbeiten, dann trommeln. Fleck will die neue Allianz unter neuem Key Visual übrigens auch als dezentes Signal an potentielle Hotel-Investoren verstanden wissen: Denn der Standort innerhalb einer starken Metropolregion wächst und die Verdoppelung des Umsatzes mit allen sozio-ökonomischen Effekten ist das klar definierte Ziel. Einer, der über viele Jahre als sympathische Symbolfigur für den angenehm bescheiden und kompetent inszenierten Weg zu einem großen Erfolg stand, wird die nächsten Schritte weniger engagiert mit gehen. Wenns am schönsten ist, soll man halt gehen, wird er sich gedacht haben und verabschiedet sich schon einige Jahre vor dem offiziellen Renten-Eintrittsalter in Altersteilzeit: Friedhelm Lenz. Er will dem Lebensherbst noch ein paar private Sonnenjahre abringen. Bleibt zu hoffen, dass er nicht ganz privatisiert und nur eine Art „Unruhestand“ anstrebt. Denn einen wie ihn können sie in Nürnberg und auch in der Branche sicher noch gut gebrauchen. events 6/2011 59


Als Kongressbotschafter überzeugend:

vier starke Männer für Frankfurt! Botschafter sorgen dafür, dass strategisch wichtige Beziehungen geknüpft werden. Und so will es auch die Stadt Frankfurt. Allerdings nicht direkt in politischer Hinsicht. Vielmehr geht es darum, Frankfurt als Kongress- und Tagungsdestination zu stärken und Veranstaltungen in der Mainmetropole zu platzieren. Dafür braucht es vor allem einflussreiche Persönlichkeiten, die von ihrer Stadt überzeugt sind. Und die man nicht immer in der Meetingbranche suchen sollte. Zurück ins Jahr 2009: Im Herbst 2009 entstand die Initiative „Frankfurter Kongress-Botschafter“. Die Idee: All jene zu ehren und mit einzubinden, die sich in der Vergangenheit besonders für die Stadt verdient gemacht haben. Die Initiatoren: Vertreter der IHK Frankfurt, der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt (TCF), der Congress Frankfurt/Messe Frankfurt Venue GmbH sowie der Frankfurter Hotellerie. Zwei Tage diskutierten sie über neue Konzepte – wie man die Vermarktung der Stadt als attraktive Meetingdestination optimieren könne. Ein detaillierter Kriterienkatalog wurde erstellt, zahlreiche Sondierungsgespräche folgten. Schließlich entschied man sich für vier herausragende Persönlichkeiten. Alle erklärten sich bereit, die verantwortungsvolle Position als Kongress-Botschafter – neben Job, Familie und anderen Verpflichtungen – für die nächsten zwei Jahre zu übernehmen. Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei um ein Ehrenamt. 6. Oktober 2011 – Feierliche Ernennung der Frankfurter Kongress-Botschafter im Frankfurter Römer: „Ich möchte nun vier Männern der Tat Dank sagen. Dank für ihren ganz persönlichen Einsatz für die Stadt Frankfurt am Main!“ Mit diesen Worten überreichte Wirtschaftsdezernent Markus Frank den vier ersten Frankfurter Kongress-Botschaftern ihre Ernennungsurkunden.„Frankfurt ist eine klassische „Businessbzw. Di-Mi-Do-Stadt“. Doch nebenbei hat sie sich auch zu einer liebenswerten Metropole entwickelt. Wir wollen nun erreichen, dass Kongressgäste auch über das Wochenende bleiben“, hob Frank hervor. Dafür braucht es Menschen, die ihre Begeisterung 60 events 6/2011

für die Stadt weitertragen. Dies haben die auserwählten Kongress-Botschafter schon unter Beweis gestellt – obgleich sie keine Frankfurter, ja nicht mal Hessen sind. Ernannt wurden: drei Schwaben und ein Franke... Claus Fischer ist gebürtiger Schwabe und Geschäftsführer der Voss & Fischer GmbH. Als Vorstandsmitglied des Art Directors Club (ADC) hat er gemeinsam mit Dr. Stephan Vogel, Geschäftsführer von Ogilvy & Mather Frankfurt – ebenfalls Vorstandsmitglied des ADC und nun Kongress-Botschafter – geschafft, was keiner zu träumen wagte: Sie holten das renommierte ADC-Festival für zunächst drei Jahre (2010 bis 2012) nach Frankfurt. „Wir haben ein inhaltsstarkes Konzept erstellt. Dabei stand die Verknüpfung von Festival und Wirtschaft im Mittelpunkt. Dieses Konzept überzeugte die Ausrichter – trotz der starken Mitbewerber“, erzählt Fischer nicht ohne Stolz. Er lebt seit vielen Jahren in Frankfurt und hat sich von Anfang an wohlgefühlt. Fischer findet es bedauerlich, dass der hessischen Metropole noch immer das triviale Image der effizienten Banken- und Businessstadt anhaftet. „Leider wird das positive Image viel zu wenig gepflegt. Frankfurt war schon immer eine Handelsstadt und steht somit auch für Offenheit, Toleranz, Austausch. Wir möchten, dass auch andere Menschen dies wahrnehmen.“ Ferner wurde Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Kaufmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität als Kongress-Botschafter ernannt. Er zeichnet maßgeblich für den Gynäkologie und Ge-


burtshilfe-Kongress verantwortlich, der seit vielen Jahren im Congress Center Frankfurt stattfindet. Auch er ist Schwabe und lebt seit über 16 Jahren in Frankfurt. „Was ich bei meinen Bemühungen für die Stadt leider oft höre: Die Hotelpreise hier sind zu hoch. Ich denke, da müssen wir sicher noch Aufklärungsarbeit leisten. Außerdem brauchen wir jetzt einen werbewirksamen Slogan“, regte Kaufmann an. Vierter Kongress-Botschafter ist Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner. Er ist Leiter der Abteilung Rheumatologie und klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim und ebenfalls Schwabe! Seit Jahren engagiert er sich für die hessische Großstadt und hält nun einen besonderen Trumpf bereit: Frankfurt befindet sich ab 2017 unter den Anwärtern für die Ausrichtung des europäischen Rheumatologenkongresses. Ladner sieht in seinem neuen Ehrenamt die große Chance, wissenschaftliche Themen vor Ort zu platzieren. „Für mich ist die Auszeichnung zum Kongress-Botschafter ein besonderes Bonbon. Dadurch kann ich meine Expertise und die meiner Kollegen hervorragend einbringen.“ Thomas Hilberath, Direktor des InterContinental Frankfurt, Initiator des Projektes und Vertreter für die Frankfurter Hotellerie, freut sich über die gelungene Auswahl: „Wir brauchen Repräsentanten für unsere Stadt, die das nicht hauptberuflich machen. Hier geht es um den emotionalen Faktor. Mit unseren ersten Kongress-Botschaftern haben wir nun einen tollen Startschuss gegeben. Jetzt sind wir gespannt, wie die Branche darauf reagiert.“ Enorme wirtschaftliche Bedeutung Die wirtschaftliche Bedeutung des Tagungs- und Kongressgeschäfts für Frankfurt ist enorm. Ein Viertel der gesamten Übernachtungszahlen 2010 (knapp 1,35 Millionen), resultieren aus Tagungen und Kongressen. „Der Gesamtumsatz aus der Tagungswirtschaft lag letztes Jahr bei rund 522,6 Millionen Euro!“, betont Frank mit Nachdruck. Nun sollen die frisch ernannten Kongress-Botschafter durch ihre Multiplikatorenrolle in den unterschiedlichsten Branchen für noch mehr Veranstaltungen in Frankfurt werben. Frankfurt ist eine tolle Stadt... Beim anschließenden Diner im Restaurant „Schwarzer Stern“, unmittelbar am geschichtsträchtigen Römer gelegen, sind sich alle einig: Frankfurt ist eine lebens- und liebenswerte Stadt. Und jeder kennt Menschen, die nach Frankfurt kommen und so positiv überrascht sind, dass sie gar nicht mehr weg wollen. Hilberath fasst es treffend zusammen: „Ich denke, für das Image der Stadt wäre viel getan, wenn verstärkt nach außen kommuniziert würde: „Ich lebe gerne hier, Frankfurt ist ein tolle Stadt!“ Genau dafür gibt es nun die Kongress-Botschafter. Sie alle haben ihren beruflichen Mittelpunkt in Frankfurt (Rhein/Main) und eine einflussreiche Stellung in einem Wirtschaftsunternehmen inne. Doch das Wichtigste: Alle vier „Männer der Tat“ sind von „ihrem“ Frankfurt überzeugt. G.K.Prenzel


„Es ist nicht die Frage: Wo geht die Reise hin, sondern: Wie gehen wir miteinander um!“ Edgar Hirt, i der Direktor i des CCH, CC ist i ein i erfahrener f Bauherr. Er hat Baden-Baden miti gebaut, in i München seine Expertise einfließen lassen und 2007 in Hamburg schließlich den fertigen, 35 Millionen teuren Erweiterungsbau übernommen. In einigen Jahren könnte er beim weiteren Ausbau des Hamburger Kongresszentrums (es war bei seiner Eröffnung 1973 noch vor dem Berliner ICC das erste purpose built Kongresszentrum Deutschlands!) erneut mit auf der Kommandobrücke stehen. Von dreistelligen Millionenbeträgen wird gesprochen. Wir haben Edgar Hirt am Rande des ICCA Weltkongresses in Leipzig getroffen und mit ihm über An- und Einsichten im Kongressgeschäft gesprochen – und dabei die eine oder andere heilige „Zeitgeist-Kuh“ geschlachtet. Herr Hirt, wie ist die derzeitige Planungslage in Hamburg? Wir stehen noch ganz am Anfang. Fakt ist, dass der Altbestand des CCH nach 38 Jahren grundlegend saniert werden sollte. Darüber herrscht auch in der Stadt und unter den Parteien große Einigkeit. Der neue und der alte Gebäudeteil müssen als Gesamtensemble neu konfigurieren und geschickt verbunden werden. Nun müssen zunächst die Fragen nach dem Wie, dem Wann und der Finanzierung geklärt werden. Wie sind denn die derzeit absehbaren Marktdaten für eine derartige Investition?

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Wir sind der klassische Standort für medizinische Fachkongresse und haben uns bei unseren langjährigen Veranstaltern rückversichert, dass das bestehende Portfolio des CCH langfristig dasselbe bleiben wird. Wo liegen denn Ihre speziellen Stärken in diesem Segment? Bereits mit Gründung des CCH haben wir einen enorm starken Partner an unserer Seite gehabt – das ist das Universitätsklinikum Eppendorf, das UKE. Es ist eine wichtige Quelle und der Hauptmultiplikator wenn es darum geht, internationale medizinische Großkongresse überhaupt nach Deutschland zu holen. Seinerzeit war das CCH der einige Schauplatz,


CONGRESS

wo solche Teilnehmerzahlen überhaupt unterzubringen waren – es gab ja noch kein ICC Berlin! Nach 37Jahren haben wir hier kürzlich eine Sales Managerin in den Ruhestand verabschiedet, die nachweislich per anno zehn medizinische Kongresse ins CCH akquiriert hat. Multipliziert ergibt das alleine 370! In Zahlen: eine knappe Milliarde Euro Kaufkraft haben wir in Hamburg nur durch Medizinkongresse erwirtschaftet. Die Clusterpolitik der letzten Jahre mit dem ergänzenden Schwerpunkt Life Science verstärkt diese traditionelle Reputation. Nun zurück zur Frage nach den Marktdaten... Derzeit kann noch keine abschließende Aussage getroffen werden. Ich denke, in den nächsten zwei bis drei Jahren könnte die Feinplanung mit belastbaren Zahlen abgeschlossen sein, um nicht im Nachherein von höheren Kosten überrascht zu werden. Wir sind hier jedenfalls gut aufgestellt und prüfen sorgfältig alle Details. Das Hin und her um das Berliner ICC und die Wiesbadener Rhein-Main-Hallen mit den unerfreulichen Folgen für das Geschäft ist allen noch gut in Erinnerung. Worauf müssen sich denn jetzt Kongressveranstalter bei Ihnen in den nächsten Jahren einstellen? Derzeit haben wir bis einschließlich 2016 allen Veranstaltern und potentiellen Kunden Vertragstreue zugesichert. Ab 2017/2018 gehen wir intern davon aus, dass wir die Bautätigkeit aufnehmen. Mein Bestreben wird es sein, den Baubeginn und das Datum der Wiederöffnung so früh wie möglich zu kommunizieren, um für alle Beteiligten Planungssicherheit herzustellen. Das ist das Entscheidende! Das wäre die Krönung Ihrer beruflichen Laufbahn – sozusagen kurz vor dem Eintritt des Rentenalters? Ja, 2018 bin ich knapp 65 und dann soll es auch irgendwann gut sein. Als langjähriger AIPC-Präsident (Association International des Palais de Congrès) haben sie ja interessante Einsichten in die viel diskutierten neuen Wege der Kongress-Akquise. Die einen lassen Kongressteilnehmer kostenlos einfliegen, andere geben die Räume umsonst her, wieder andere zahlen dem Veranstalter 10.000 Euro „Bonus“ wenn sein Kongress einen „wichtigen wissenschaftlichen Beitrag“ leistet und nehmen dieses Geld sogar einfach aus dem Marketing-Etat. Sind das Taschenspielertricks, die nur das Thema Rabatt anders verkleiden? Was halten sie in An-

betracht dieser Tendenzen für den künftig gangbarsten Weg der Querfinanzierung von Kongresszentren und wie stehen die Deutschen da im internationalen Vergleich? Wenn man die Frage so stellt: Wie refinanzieren sich die Investitionen in ein Kongresszentrum, dann kann ich nur wiederholt und deutlich sagen: In Deutschland und auch in Europa werden wir kein Kongresszentrum finden, das unter Vollkostenrechnung Gewinne erwirtschaftet. Sicher gibt es in Europa Zentren, wo private Betreiber Häuser managen. Aber da bleibt das Investment in das Gebäude fast immer außen vor. Am Ende des Tages muss man Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Bei der Vermarktung der Zentren werden wir in absehbarer Zeit zu neuen Kooperationsmodellen, neuen PPP-Varianten in unterschiedlicher Nuancierung kommen müssen, denn die öffentliche Hand wird es in Zukunft nicht mehr stemmen können. Wenn es um Wirtschaftsförderung für eine Destination geht, dann hätte ich gerne auch WiFö für den Kongressbetrieb. Das ist nichts Unehrenhaftes, wenn es um imageträchtige, große und neue Veranstaltungen geht. Dann müssen alle, die später auch die Benefits haben, darauf einzahlen, gemeinsam etwas in den Topf tun. Wir können das amerikanische Modell, wie ich es in San Diego kürzlich erlebt habe, nicht 1:1 übernehmen. Das funktioniert nicht. Aber die Problematik, wer am Ende Akquisition und Operations von Veranstaltungen finanziert, halte ich für eine kommunale Gesamtaufgabe. Da sind wir nun gefragt, eigene Konzepte zu entwickeln und nicht andere zu kopieren. Was mich aktuell irritiert: wenn Wireless LAN als Serviceangebot in den Zentren plötzlich kostenlos sein soll. Ich frage mich warum? So geht es gerade weiter; es muss plötzlich alles kostenlos sein: Der Veranstalter zahlt keine Miete mehr, will Dieses und Jenes nicht mehr bezahlen. Wir haben ja irgendwann einmal investiert und da muss es auch einen knallharten Return geben – neben all den schönen Statistiken. Gibt es für Sie eigentlich Tabus bei allen derzeit diskutierten Querfinanzierungsmodellen im Kongressgeschäft? Nein, Bettensteuer, City Tax und Co. sind für mich so lange keine roten Tücher, wie die zweckgebundene Verwendung sichergestellt werden kann. Ist die Gefahr, Marktanteile an „Radikal-Akquisiteure“ in Übersee zu verlieren, nicht groß bei der klassischen Betrachtungsweise? Das macht mir keine Sorgen. Am Ende gilt auch hier die Binsenweisheit: All business is local. Ich denke, wenn wir uns alle ehrlich in unsere Portfolios hinein events 6/2011 63


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schauen, dann haben wir zu 80-85 % nationales Geschäft. Und die zwei, drei, vier großen internationalen Veranstalter, die uns gerne aus der Reserve locken wollen, auf die muss man zur Not eben auch einmal verzichten können. Es sei denn, die Stadt ist der Meinung, man müsse aus bestimmten Gründen so einen Veranstalter subventionieren. Unsere Hard- und Software, unser top ausgebildetes Personal ist es wert, dass man dafür bezahlt. Viele der neuen und scheinbaren Markteroberungs-Strategien sind eigentlich nichts anderes als vorauseilender Gehorsam gegenüber gewissen Unverschämtheiten auf der Nachfrageseite – die zeitgeistig zunimmt... Ja – ähnlich wie beim Pharma-Kodex. Ich frage mich: Warum muss ich als Anbieter von Kongress-Infrastruktur jetzt darunter leiden, dass ein Pharma-Kodex es den PCOs immer schwerer macht, die fachbegleitende Ausstellung zu organisieren, die bis vor kurzem noch diesen Kongress finanziert hat? Da geißelt sich eine Industrie selbst im vorauseilenden Gehorsam. So entstehen für die PCOs Finanzierungsprobleme und die „drangsalieren“ nun mich als Anbieter, dass ich mit den Konditionen nachgeben muss. Das verstehe und akzeptiere ich nicht. Wo wird sich die Branche hin entwickeln müssen – was sieht der Praktiker als realistisches Szenario kommen neben den üblicherweise publizierten Kaffeesatz-Lesereien? Schauen wir zehn Jahre nach vorne. Maximal. Da müssen wir ganz generell aufpassen, dass wir nicht jedem kurzfristigen Trend – und die kommen in immer kürzeren Abständen – begeistert hinterher hüpfen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich auch aufgrund der technologischen Möglichkeiten, die Formate inhaltlich ändern werden. Monologe werden es schwerer haben, denn Blackberries, iPads, iPhones auf den Tischen der Delegierten sind die neuen Konkurrenten für schlechte Redner. Veranstalter sind also zunächst gut beraten, die Formate konzeptionell intelligent und werthaltig im Content zu planen. Wir als Anbieter von Raum und Zeit müssen darauf eingestellt sein, beste Voraussetzungen für flexible Reaktionen schaffen zu können. Wir müssen noch stärker auf den Teilnehmer im Einzelnen abstellen und nicht nur auf den Veranstalter. Dem hingegen müssen wir Beratungsleistung zukommen lassen, auch einmal in seine Konzepte hineinschauen. Ich plädiere für offenere Visiere, dafür dass wir uns gemeinsam mit Agentur und Endkunde als Partner begreifen und uns wechselseitig umfänglich informieren. Denn es ist nicht die Frage, wo geht die Reise hin, sondern wie gehen wir miteinander um! Es ist eine menschlich soziale Diskussion, die in Gang kommen muss! Das ganze Social Media-Getue wird seinen Zenith m.E. schnell überschreiten. Es gibt nicht Wenige, die prognostizieren, dass Facebook in fünf Jahren mehr oder weniger tot sein wird. Die menschlich-soziale Komponente muss wieder stärker in den Vordergrund gestellt werden – von allen Beteiligten. Es geht nicht um die nackte Bereitstellung von Raum und Zeit, sondern um partnerschaftliche Zusammenarbeit, damit am Ende ein echter Mehrwert entsteht. Denn wie viele, die an einer Veranstaltung teilgenommen haben, fragen sich hinterher: Warum bin ich eigentlich dahin gefahren?

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20 Fragen an Edgar Hirt 1 Was wollten Sie als Kind werden? Auf keinen Fall Industriekaufmann.

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Hier dürfen Sie einen Kollegen/ Marktpartner loben: Michel Maugé. Was er aus dem historischen Rosengarten gemacht hat, verdient hohe Anerkennung.

3 Was ist Ihr Lebensmotto/Ihr Wahlspruch? Nix auslassen, immer sauber dranbleiben.

4 Verraten Sie uns Ihre größte Schwäche? Meine Ungeduld.

5 Was

bezeichnen andere als Ihre größte Stärke? Meine Ideen und meine Erfahrung.

6 Erzählen Sie uns etwas von Ihren Getränkevorlieben und Ihrem Leibgericht: Ein frisches Franziskaner Weißbier und mein selbst gemachter Schweinsbraten mit Semmelknödel und Rotkraut.

7 Welche historische Persönlichkeit hat Sie besonders beeindruckt und warum? Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die den Mut hatten, ihre humanistischen Werte dem totalitären NS-Regime entgegen zu setzen und durch Denunziation dafür in jungen Jahren in den Tod gehen mussten.

8 Sie gewinnen eine Million – was kaufen Sie davon? Eine lebenslange monatliche Rente.

9 Mit

wem würden Sie gerne mal einen ganzen Tag lang tauschen und warum? Mit einem Heißluft-Ballonfahrer, der über die Alpen fährt. Von dort oben ohne Windgeräusche die Berge zu betrachten ist ein Traum.

10 Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen ganz besonders? Soziale Kompetenz, faires Verhalten und: Er sollte die Kunst beherrschen zuzuhören.

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Und welche mögen Sie gar nicht? Egoismus, Falschheit, Arroganz.


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Gerade aufgrund der technischen Möglichkeiten muss man nämlich nicht unbedingt überall körperlich präsent sein.

12 Die berühmte Fee erfüllt Ihnen drei Wünsche: 1. Wunsch: Gesundheit 2. Wunsch: Dass es meiner Familie immer gut geht 3. Wunsch: Ein nagelneues CCH nach meinen Vorstellungen

13 Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen – welchen Film gesehen? Buch: Sitting Küchen Bull, von Vincent Klink Film: Die Scheinheiligen, von Thomas Kronthaler

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Wo würden Sie am liebsten wohnen, wenn Sie die freie Wahl hätten? In Vancouver.

15 Was ist ihr Lieblingshotel und warum? Das Fairmont Hotel Chateau Whistler, British Columbia, Kanada, denn man kann dort mit den Skiern direkt von der Piste in den Jacuzzi fahren.

16 Worauf sind Sie besonders stolz? Auf meine Frau und meine beiden Kinder.

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Sie dürfen eine Zeitreise unternehmen – in welche Epoche, wohin und warum würden Sie reisen? In das 23.Jahrhundert, von Hamburg nach München in zehn Meter Höhe auf dem Mittelstreifen der A 7 bzw. A 9 mit dem Transrapid 4.0 in weniger als einer Stunde.

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Welche „typische Unart“ ärgert Sie bei Geschäftspartnern in unserer Branche am meisten? siehe Frage 11)

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Sie dürfen sich bei der Bundeskanzlerin über eine politische Torheit beschweren: Dass die „Bierdeckel-Steuerreform“ bislang nicht umgesetzt wurde.

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Mit wem würden Sie gerne mal im Aufzug stecken bleiben und warum? Mit Olaf Scholz, dem 1.Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Denn da das mit der guten Fee so eine Sache ist, wäre es mir wichtig zu erfahren, ob er mir den dritten Wunsch in nächster Zeit erfüllen wird.

Bewegen wir uns die nächsten Jahre auf einem ganz schmalen Grat? Nimmt die technische Vorbestimmung weiter überhand, oder gewinnen wir wieder die Lufthoheit im menschlichen Bereich? Man muss weiter oder wieder präsent sein wollen wegen der guten zwischenmenschlichen Effekte, der Interaktion. Technik nur dort, wo sie im engeren Konzeptsinne Ziel führend ist, nicht als Selbstzweck zur Finanzierung von sich immer schneller abwechselnden Schein-Innovationen. Da liegt mir auf der Zunge: Ist das bei Messeveranstaltern so beliebte Instrument der „ Prescheduled Appointments“ nicht eigentlich auch nur eine moderne Form der Termin-Geiselnahme? Das kann man so sehen. Denn die Fremdbestimmtheit – auch und vor allem durch überflüssige Technik! – muss zurück gefahren werden. Ich habe vor kurzem einen Beitrag über neue technische Möglichkeiten gesehen, der dazu führen kann, dass viele sagen: Unsere Branche hat vielleicht keine so rosige Zukunft, wenn man sieht, was technisch alles möglich ist und dann auch noch die Verträglichkeitsgrenzen von Mobilität u. ä. berücksichtigt. Das sehe ich ganz anders. Eine virtuelle Begegnungskultur wäre aus meiner Sicht eine Katastrophe – das kann nicht die Zukunft sein. Können Sie mir zustimmen, wenn ich sage: Wir brauchen insgesamt wieder mehr Tiefe und weniger Breite? Ja. Damit schließt sich der Kreis zum Ort unserer Begegnung. Wie sind Ihre Eindrücke vom ICCA-Weltkongress in Leipzig? In Leipzig hat das Engagement der Gastgeber mächtig beindruckt – von der Spitze bis zu den zahlreichen freiwilligen Helfern. Das war hier ein Feeling, wie man es das letzte Mal 2006 bei der Fußball WM erlebt hat – die Welt zu Gast bei Freunden. Das spüren alle und geben den deutschen Kollegen Komplimente, wie toll die das hier gemacht haben. Das passt doch: Man braucht weder „cutting edgeTechnik“ noch exotische Kulissen. Auch in der im Weltmaßstab „zweiten Liga“ wird gut gespielt, oder? Und man muss manchmal auch kleinere Brötchen backen, und die dann bitteschön umso knuspriger! Das Gespräch mit Edgar Hirt führte events-Chefredakteur Hans Jürgen Heinrich events 6/2011 65


VERBÄNDE

EVVC Management-Fachtagung 2012 in Stuttgart

Leuchtturm-Charakter für Verbands-Veranstaltungen

Mit 350 Teilnehmern aus Geschäftsführung, Technik, Controlling und Marketing der Mitgliedshäuser sowie Vertretern der Partnerbetriebe zeigten sich die Veranstalter unter Federführung von Vizepräsidentin Dr. Ursula Paschke (Geschäftsführerin Messe und Congress Centrum Halle Münsterland) mehr als zufrieden mit der Resonanz auf die diesjährige Management-Fachtagung in Stuttgart.

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Vom 25. bis 28.Oktober war die Liederhalle im Brennpunkt von Austausch, Inspiration und Weiterbildung. Interessante Vorträge sowie Gesprächsund Austauschforen zu ganz unterschiedlichen Themen rückten einmal mehr den sozialen Aspekt der Corporate Social Responsibility in den Vordergrund und folgten damit der Tradition, die sich der EVVC für diese Veranstaltung gesetzt hatte. Das heißt: Themen wie der demografische Wandel, „Masse und Macht“ sowie „die Fähigkeit, Kraft zu schöpfen“ waren ebenso Teil des Tagungsprogrammes wie „Markenbewusstsein und Markenverhalten“, „der Wert der gedruckten Information“, wirtschaftliche Entwicklungen sowie Aktuelles aus dem Bereich Technik. Es gelingt dem EVVC immer wieder, den Blick über den Tellerrand der Branche hinaus zu schärfen und damit wichtige intellektuelle Rückkopplungen zu „der Welt da draußen“ zu ermöglichen. Und es gelingt dem Verband immer wieder, interessante Persönlichkeiten als Keynote Speaker zu gewinnen. Arbeitgeber-Präsident Professor Dr. Hundt setzte sich in einem 45minütigen Vortrag mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der nächsten Jahre auseinander, kritisierte hier vor allem die über-


VERBÄNDE

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VERBÄNDE

DPVT Deutsche Prüfstelle für Veranstaltungstechnik Drei Gesellschafter tragen die gemeinsam gegründete GmbH, der EVVC hält 20 % der Anteile, die deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG) 22 % und der Verband für Professionelle Licht- und Tontechnik (VPLT) 58 %. Zum Aufgabenbereich gehören: Die Prüfung von Unternehmen/Unternehmern der Veranstaltungswirtschaft / Gutachterliche Tätigkeit / Projektbeurteilung (Planung, Durchführung, Schaden- bzw. Streitfall) / Unabhängige Prüfstelle für technisches Equipment / Gemeinsame Entwicklung von Standards. www.dpvt.de stürzte Energiewende der Bundesregierung und prognostizierte für die Zukunft „düstere Wolken für Energie-Sicherheit und -Kosten“. Ein Thema, was auch die Veranstaltungshäuser ernsthaft beschäftigen kann und muss. Professor Dr. Eva Maria John setzte sich in einer weiteren viel beachteten Keynote mit den Aspekten des Risikomanagements bei Veranstaltungen auseinander mit starker Einbindung psychosozialer Komponenten. Duisburg hängt als Menetekel-Begriff immer noch über der Branche. Ganz wichtig war für den EVVC-Präsident in diesem Zusammenhang, dass die Veranstaltungshäuser bei diesem kritischen Thema voll und ganz Herren der Lage sind, informell und strukturell. Ein wichtiges Instrument dafür ist die in Stuttgart verkündete Gründung einer Deutschen Prüfstelle für Veranstaltungstechnik. Mit stehenden Ovationen bedacht wurde Matthias Berg, der in einem „out of the box“ -Vortrag fesselnd über geheime Kraftquellen referierte. „Leicht kann jeder!“ war das Motto seiner Reise in die Tiefen der Motivation und keiner schien dafür so prädestiniert wie dieser kleine Mann ganz groß! Matthias Berg ist Contergan geschädigt und hat seinem scheinbaren Schicksal jedes nur denkbare Schnippchen geschlagen. Er war von 1980 bis 1994 als Hochspringer und Sprinter Mitglied der Leichtathletik-Nationalmannschaften und im alpinen Skilauf, hat 27 Medaillen bei Olympiaden und Weltmeisterschaften der Paralympics errungen, ist einer der erfolgreichsten Behinderten-

sportler der Welt und auch im IOC und als Fernsehkommentator engagiert. Dass er ganz nebenbei noch Jurist ist, Familienvater und auf professionellem Niveau das Jagdhorn bläst (das einzige Instrument, was nach Umbau mit seiner Behinderung möglich war!), macht ihn zu einer lebensbejahenden und energiegeladenen Ausnahmepersönlichkeit. Ein großes Kompliment an die Macher im EVVC, die immer wieder solche „Benchmarks“ der anderen Art für ihre Veranstaltungen aktivieren und die Mitglieder davon profitieren lassen. Gut gefallen musste aus Sicht einer Zeitschriftenredaktion auch der Vortrag von Christoph Roderig über den Wert der gedruckten Information. Der ehemalige „Unternehmer des Jahres“ brach gleich alle Lanzen für Print und setzte sich überaus kritisch mit dem ganzen Online- und Social MediaHype auseinander. Zahlreiche Seminare, Arbeitsgruppen und Fachforen gruppierten sich um die Keynotes herum und nach guter alter Sitte kam auch das Gesellschaftliche nicht zu kurz. Der eher informelle Kollegenabend fand im originellen Schweinemuseum statt, der festlichere Abend in der Alten Reithalle des Maritim-Hotels mit bestem schwäbischem Kabarett, Musik und Tanz. Überlassen wir das Fazit dem Stuttgarter OB Michael Föll: „Veranstaltungen tragen zur Lebendigkeit von Städten bei. Gemeinsam stehen wir vor der Herausforderung für die Veranstaltungswirtschaft, wie wir die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit von Veranstaltungszentren gestalten. Hierzu ist der Erfahrungsaustausch innerhalb eines Verbandes unerlässlich. Es ist wichtig, dass es einen starken Verband gibt, der die Interessen der Branche wahrnimmt.“ Wie wahr. Der EVVC hat einmal mehr gezeigt, dass er nicht von ungefähr gemeinsam mit dem kongenialen Pendant GCB unter der Leitung von Matthias Schultze immer stärker die Schrittmacherfunktion in der nationalen Veranstaltungswirtschaft übernimmt und auch politisch zunehmend Gehör findet. Die nächste Management-Fachtagung findet vom 09.-11.09.2012 im Messezentrum Salzburg statt.

Die EVVC Service- und Veranstaltungs-GmbH Um für die Herausforderungen der Zukunft im Hinblick auf die gewachsenen, umfangreicheren und immer komplexeren Aufgabenstellungen des Verbandes im Tagesgeschäft und der strategischen Entwicklung optimal gewappnet zu sein, gründet der EVVC eine EVVC Service- und Veranstaltungs GmbH. In dieser werden die gewerblichen Aktivitäten der Verbandstätigkeit angesiedelt sein, wie z. B. die EVVC-Akademie mit ihrem umfangreichen Seminarangebot, die Beiträge der nunmehr über 70 Partnerunternehmen des Verbandes sowie die Organisation und Durchführung von EVVC-Veranstaltungen und Messeauftritten. Gleichzeitig werden Haftungsrisiken für die Mitglieder minimiert und durch die GmbHGründung an einigen Stellen steuerliche Vorteile generiert. Der EVVC ist alleiniger Gesellschafter der GmbH. Martina Fritz (Engert) übernimmt neben ihrer Funktion als Leiterin der Geschäftsstelle des EVVC e.V. zusätzlich die Position der Geschäftsführerin für die GmbH.

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Martina Fritz mal ganz privat

20 Fragen an Martina Fritz Martina Fritz ist Geschäftsstellenleiterin des EVVC und frisch gebackene Geschäftsführerin der EVVC Service- und Veranstaltungs GmbH

1 Was wollten Sie als Kind werden? Tierärztin. Vielleicht gehe ich deshalb heute noch so gerne in den Zoo.

2 Hier dürfen Sie einen Kollegen / Marktpartner loben: Das beste Team der Welt: meine Kollegen Constanze und Marko, die jeden Tag einen tollen Job machen – Antje, ohne die wir der Informationsflut nicht Herr würden – und natürlich unsere Mitglieder, die uns jeden Tag vor spannende neue Herausforderungen stellen!

8 Sie gewinnen eine Million – was kaufen Sie davon? Zuerst ganz sicher das Haus, in dem wir leben. Und dann: Es gibt ja noch sooo viele weiße Flecken auf meiner persönlichen Landkarte. Und vielleicht ist dann auch noch Platz für den Motorradführerschein.

9 Mit wem würden Sie gerne mal einen ganzen Tag lang tauschen und warum? Mit unserer Bundeskanzlerin. Um herauszufinden, wie viel Macht und gestalterischen Einfluss die Position wirklich bietet.

10 Welche Eigenschaften schätzen Sie an 16 Worauf sind Sie besonders stolz? einem Menschen ganz besonders? Humor und Aufrichtigkeit

11 Und welche mögen Sie gar nicht? 3 Was ist Ihr Lebensmotto / Ihr Wahlspruch? Arroganz, Ignoranz und Intoleranz „Am End’ geht sich’s eh scho aus“ – ich habe sehr, sehr lange gebraucht, bis ich das verstanden und halbwegs verinnerlicht habe. Aber heute bin ich unserem ehemaligen Vorstandsmitglied Hans Mixner sehr dankbar dafür!

4 Verraten Sie uns Ihre größte Schwäche? Ich kann schlecht „Nein“ sagen. In vielen Situationen: zu Schokolade und gutem Essen, zu zuviel Arbeit, zu Menschen, die mich um Rat oder Hilfe fragen, zu ...

5 Was

bezeichnen andere als Ihre größte Stärke? Ein Zitat dazu: ‚„Die Kombination aus Kommunikationsstärke, Umsichtigkeit, Spaß an der Arbeit und Witz - das ist Frau Martina Fritz!“ Vielleicht darf ich noch ergänzen: meinen zuweilen etwas „schrägen“ Humor!

warmes Design, sensationelle Ausgangslage für den Stadtbummel, ein Zimmer mit Blick in das Baseball-Stadion und: Die Betreiber sagen, es sei das erste nachhaltig gebaute und geführte Boutique-Hotel in San Diego.

12 Die berühmte Fee erfüllt Ihnen drei Wünsche: Sicherlich an allererster Stelle Gesundheit – für mich und meine Lieben. Und ich möchte neugierig bleiben, nicht abstumpfen, nicht langweilig werden.

13 Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen – welchen Film gesehen? Die Provinzkrimis von Rita Falk – sehr witzig und kurzweilig und trotzdem spannend. Und „Bin ich zu laut“ – die Erinnerungen des Klavierbegleiters Gerald Moore. Im Kino „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ – ein Scherenschnittfilm von Lotte Reiniger, sehr faszinierend. Übrigens der erste abendfüllende Trickfilm überhaupt. Live am Klavier begleitet ein außergewöhnliches Erlebnis.

Auf meine Freunde, die mich schon so viele Jahre durch alle Unebenheiten meines Lebens begleiten.

17 Sie dürfen eine Zeitreise unternehmen – in welche Epoche, wohin und warum würden Sie reisen? Ungefähr ins Jahr 2100. Es wäre doch spannend, zu sehen, wohin wir uns entwickeln – ganz allgemein und ganz speziell unsere Branche. Zu sehen, ob die Dinge, denen wir aktuell allergrößte Bedeutung beimessen, wirklich so wesentlich und zukunftsträchtig sind – oder ob wir, wie so oft, an den wirklich wichtigen Dingen vorbeischauen.

18 Welche „typische Unart“ ärgert Sie bei Geschäftspartnern in unserer Branche am meisten? Die überbordende und oft auch katastrophal falsche Verwendung von Amerikanismen – wobei das zugegebenermaßen in der Werbung noch viel schlimmer war – und auch nicht nur unsere Branche betrifft.

Wo würden Sie am liebsten wohnen, 19 Sie dürfen sich bei der Bundes6 Erzählen Sie uns etwas von Ihren Ge- 14 wenn Sie die freie Wahl hätten?

tränkevorlieben und Ihrem Leibgericht: Lecker Milchkaffee und abends gerne ein Glas trockenen Wein. In netter Gesellschaft gerne auch mal einen guten Single Malt. Beim Essen: Hausmannskost und da koche ich recht gut Rheinischen Sauerbraten, Himmel un Äd – und natürlich esse ich die Speckpfannkuchen von meinem Mann.

7 Welche historische Persönlichkeit hat Sie besonders beeindruckt und warum? Hans-Dietrich Genscher – mit ihm bin ich sozusagen aufgewachsen und er war für mich immer (gefühlt!) der glaubwürdigste Politiker. Beeindruckt haben mich sein Weitblick und seine Leistungen um ein vereintes Europa.

Im Rhein-Main-Gebiet, dort wo wir leben – ich bin ein uneingeschränkter Fan dieser wunderbaren, vielseitigen und wirtschaftsstarken Region mit ihren unzähligen Möglichkeiten und Facetten.

15 Was ist ihr Lieblingshotel und warum? Schwer zu sagen, ich bin so selten irgendwo zweimal. Sehr begeistert war ich vom Columbia in Travemünde: ausgeprägter Charme gepaart mit einer wunderbaren Lage, Meerblick und der dazugehörigen salzigen Luft – sehr erholsam. In sehr guter Erinnerung habe ich aber auch das Hotel Indigo im Gaslamp Quarter von San Diego: sehr schönes modernes, aber

kanzlerin über eine politische Torheit beschweren: Branchenbezogen sicherlich die Versteigerung der Funkfrequenzen, bevor alle Anwender und Betroffenen gehört wurden.

20 Mit wem würden Sie gerne mal im Aufzug stecken bleiben und warum? Klaustrophobisch wie ich bin, möchte ich am liebsten gar nicht im Aufzug stecken bleiben. Aber einen Tag mit Richard Branson stelle ich mir spannend vor – einem Mann, der gerade den weltweit ersten kommerziell genutzten Weltraumbahnhof eingeweiht hat. Ein Visionär der ganz besonderen Sorte....

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VERBÄNDE

ICCA Weltkongress in Leipzig

Rekordbesuch! Es ist kein Geheimnis, dass so manche Messe sich Ihre Besucherzahlen gerne schönredet – um es vorsichtig auszudrücken. Derlei Ergebniskosmetik hat der 50. Weltkongress der (ICCA) International Congress and Convention Association nicht nötig gehabt: Über 1.000 Teilnehmer aus aller Welt brachen den bisherigen Teilnehmerrekord und Gastgeber Leipzig hat sich zwischen dem 22. und 26.Oktober 2011 nicht nur mit der beeindruckenden Infrastruktur von Messe und Congress Center sowie symbolträchtiger Event-Schauplätze wie dem Gewandhaus als Ikone der Wiedervereinigung präsentiert. Die Stadt von Bach, Mendelssohn und Schumann hat viel kulturelle Tiefe zu bieten, aufgeschlossene Menschen – und das auch gezeigt. Der Standort Deutschland insgesamt konnte dank enger Kooperation mit dem GCB die Chance nutzen, sich auch im besten Licht darzustellen. Der Kongress 2011 war nach dem 2010er-Meeting im indischen Hyderabad bei bestem Herbstwetter also wieder mal ein kleines „die Welt zu Gast bei Freunden“ und als Networking-Event ein großer Erfolg. Über die Qualität der Vorträge allerdings kann man durchaus geteilter Meinung sein. Es ist eben auch schwierig, bei der Heterogenität der Teilnehmer und dem multikulturellen Anspruch ein stringentes Qualitätsprofil einzuhalten. Das soll den Gesamtwert aber keinesfalls schmälern. Wir haben den Vertreter des Gastgebers und „Vater“ der erfolgreichen Leipzig-Bewerbung nach seinen Eindrücken befragt.

Im Gespräch mit André Kaldenhoff Geschäftsbereichsleiter Kongresse der Leipziger Messe Wie ist ihr abschließender Eindruck vom diesjährigen Weltkongress in Leipzig? Das Urteil überlasse ich gern dem Präsidenten der ICCA, Arnaldo Nardone, der auf der Website des Verbandes resümiert: “Our Congress in Leipzig was a big success and a record-breaker. ... We couldn’t have succeeded without the wonderful work of all the German host committee and especially the on-site partners from our venue, Leipzig CCL. They delivered an absolutely great experience, showcasing Germany’s expertise and creativity and making delegates feel to70 events 6/2011

tally welcome. Their work interlinked with the efforts of ICCA’s own team to produce a Congress we can all be proud of." – Kann es ein schöneres Kompliment für einen Gastgeber geben? Welche Erwartungen haben sich für Sie übererfüllt?

Zum ersten Mal in der Geschichte der ICCA zählte der Kongress über 1.000 Teilnehmer, die Bestmarke lag bisher bei 980. Die Teilnehmer kamen aus über 70 Ländern, auch das ist ein Rekord. Aber noch schwerer wiegen meiner Meinung nach die Inhalte des Kongresses. Besonders beeindruckten die OffThe-Box-Sessions in drei typischen Leipziger Kongressund Eventlocations: dem Herzzentrum, dem Umwelt-


VERBÄNDE Der internationale Kongress- und Tagungsverband ICCA International Congress & Convention Association ist die weltweite Dachorganisation der Tagungsbranche. Er vereint über 950 Kongresszentren, Veranstaltungsorganisatoren und Dienstleister aus 87 Ländern. In den Ländergremien (national committees) sind die führenden Vertreter der jeweiligen nationalen Kongress- und Tagungswirtschaft vereint. forschungszentrum und dem Porsche-Zentrum. Die hohe Professionalität unserer Partner zeigte deutliche Wirkung. Die Form der Präsentationen kam für viele unerwartet, zum Beispiel die Live-Operation im Herzzentrum. Leipzig hat lokale Standards demonstriert und sich damit in den Qualitäts-Rankings weit nach oben geschoben. Ein Experiment war das Green Traffic Projekt der Leipziger Verkehrsbetriebe, der Leipziger Messe, der Fairgourmet (Cateringunternehmer der Leipziger Messe), der Fairnet (Messebau- und Eventdienstleiter der Leipziger Messe) und des Congress Center Leipzig, das von Auszubildenden gesteuert wurde. Ich war zugegebenermaßen nervös, denn nie zuvor hatte jemand die Teilnehmer eines solchen Weltkongresses aufgefordert, mit der Straßenbahn zur Tagung zu fahren. Aber es funktionierte super, die Teilnehmer waren begeistert. Und ich habe wirklich Respekt vor den jungen Leuten. Sie waren nicht nur bestens vorbereitet und organisiert, sondern hatten auch das nötige Gespür und Verantwortungsgefühl für unsere internationalen Gäste. Zudem waren sie charmante Begleiter, das hat uns viel Sympathie gebracht. Insgesamt herrschte eine unglaublich positive, herzliche Atmosphäre auf dem Kongress, die mich immer wieder beeindruckt hat. Sogar das Wetter war uns wohlgesonnen: Trotz des Oktobermonats konnten wir Leipzig bei strahlendem Sonnenschein zeigen. So wenig das Wetter zu beeinflussen war, so froh bin ich am Ende, dass die Erinnerungen an Leipzig nicht durch Nebel und Regen getrübt sind. Ein bisschen Glück gehört wohl doch dem Tüchtigen.

Was war Ihr beeindruckendstes Erlebnis / ihre beeindruckendste Begegnung? Die Rede des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung zur feierlichen Eröffnung des Kongresses. Er erinnerte an die friedliche Revolution in Leipzig und die Bedeutung eines geeinten Europas – auch als Hintergrund für die Chancen, die sich daraus für die Kongressbranche ergeben. Mit herzlichen Worten und feinem Gespür nahm er die Teilnehmer in Leipzig auf, ließ sie teilhaben an seinen Gedanken. Das war ein würdiger Veranstaltungsbeginn für eine Branche, die über Grenzen hinweg eine starke Gemeinschaft bildet, in Netzwerken arbeitet und persönliche Begegnungen sehr hoch schätzt. Gibt es etwas, wo Sie im Nachhinein sagen: Das hätten wir anders oder sogar besser machen können? In Deutschland selbst hätten wir stärker für den Kongress werben sollen, denn die Erwartungen an die deutschen Teilnehmerzahlen haben sich nicht ganz erfüllt – leider. Trotz der engagierten Unterstützung deutscher ICCA-Mitglieder haben Branchenteilnehmer, die nicht im Verband organisiert sind, diese einmalige Gelegenheit zu wenig genutzt. Ich bedauere das, denn der Kongress war eine Goldgrube für Know-how und Kontakte. Ein ganz kleiner Wermutstropfen fällt schon in den Freudentaumel, wenn der Prophet im eigenen Lande weniger gehört wird als anderswo. Andererseits wurde die Gesamtzahl der Teilnehmer durch die ausländischen Gäste mehr als kompensiert, das war in dieser Größenordnung selbst für eine ICCA-Tagung ungewöhnlich. Was bleibt: Deutschland hat mit Leipzig international eine hervorragende Visitenkarte abgegeben. Man wird noch oft nach Leipzig blicken.

Anmerkung der Redaktion: Der nächste ICCA-Weltkongress findet 2012 in San José, Puerto Rico statt.

ICCA German Committee hat neuen Vorsitzenden Stefan Lohnert von der Messe Stuttgart wurde im Rahmen des ICCA Congress 2011 in Leipzig zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Er folgt auf Claus Bühnert von der Thieme Verlagsgruppe. Als Chairman des German Committee steht Stefan Lohnert einer der größten nationalen Gruppen innerhalb der ICCA International Congress & Convention Association vor. „Deutschland gehört zu den beliebtesten Kongressdestinationen der Welt“, so Lohnert. „Vor diesem Hintergrund freue ich mich auf mein Amt und die damit verbundene Herausforderung.“

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VERBÄNDE

Auch SITE bespielt den Hauptstadtkongress im Juni 2012 Das internationale Netzwerk Site Global – Society of Incentive & Travel Executives – hat sich für Berlin als Austragungsort seiner Europakonferenz, des EMEA Forums, entschieden. Sie findet vom 18. bis 20.Juni 2012 im ICC Berlin statt. Die Organisatoren suchen dabei den Schulterschluss mit dem 1. Hauptstadtkongress für deutsche Kongress- und Veranstaltungsplaner. Er wird zum selben Zeitpunkt durchgeführt und soll die politische Wahrnehmung der Tagungsbranche erhöhen. 500 Teilnehmer von Verbänden der Meeting Industrie werden erwartet. Heike Mahmoud, Leiterin des Berlin Convention Office von visitBerlin: „Wir begrüßen die Entscheidung von Site Global, denn sie ermöglicht einen Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern beider Veranstaltungen. Zudem reisen Site-Mitglieder aus aller Welt in die deutsche Haupt-

stadt. Eine einzigartige Möglichkeit für uns, Berlin und seine außergewöhnlichen Programme und Locations zu präsentieren.“ Der neue Hauptstadtflughafen BER ist für die Mitglieder von Site von großem Interesse. Mit seiner Eröffnung am 3. Juni 2012 nimmt das Angebot an Langstreckenflügen weiter zu. Dadurch wird Berlin für internationale Incentive- und Eventplaner noch attraktiver. Das Berlin Convention Office von visitBerlin arbeitet bereits seit Jahren eng mit Site Global zusammen. So ist ein gemeinsames Projekt das neue Online-Angebot „BerlinCentives“ auf www.convention.visitBerlin.de. Es ermöglicht Veranstaltern schnell und kostenfrei Zugang zu außergewöhnlichen Berlin-Erlebnissen, sogenannten Incentives.

Das aktuelle ICCA-Länder-Ranking Platz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 26 27 28 30

Land Anzahl Meetings U.S.A. 623 Germany 542 Spain 451 United Kingdom 399 France 371 Italy 341 Japan 305 China-P.R. 282 Brazil 275 Switzerland 244 Australia 239 Canada 229 Netherlands 219 Austria 212 Portugal 194 Sweden 192 Republic of Korea 186 Argentina 172 Belgium 164 Turkey 160 Finland 150 Mexico 140 Chinese Taipei 138 Denmark 136 Singapore 136 Norway 125 Hungary 124 Greece 119 Malaysia 119 Czech Republic 103

Die Intercom GmbH ist eine Unternehmensgruppe mit Sitz in Köln, Hamburg und Dresden, bestehend aus drei Full-Service-Veranstaltungsagenturen mit zugehörigen Lufthansa-City-Center Reisebüros. Seit über 20 Jahren konzipieren und realisieren wir in unseren Niederlassungen nationale und internationale Tagungen, Kongressteilnahmen, Events und Incentives. Im Rahmen Ihrer Tätigkeit sind Sie von der Konzeption über die Planung bis hin zur Umsetzung einer Veranstaltung zuständig und verantwortlich für alle relevanten Abläufe und Aufgaben. Für unseren Standort in Köln suchen wir zwei kommunikationsstarke, kreative und verantwortungsbewusste Persönlichkeiten mit Gespür für wirtschaftliches Handeln und für die Umsetzung von Optimierungspotential als

PROJEKTLEITER / IN für die Bereiche Tagungen und Incentives Aufgaben: Eigenverantwortliche Erstellung von Konzept- und Projektpräsentationen Konzeptionelle Kundenberatung und Key Account Betreuung Planung, Koordination und Durchführung von Veranstaltungen Kalkulation, Budgetplanung und Nachbereitung Briefing und Koordination sämtlicher Leistungspartner Anforderungen: Sie sind Projektleiter mit mind. 4-jähriger Berufserfahrung in dieser Position Sie sind konzepterfahren, haben Organisationstalent und arbeiten gern im Team Sie verfügen über Beratungs- und Führungskompetenz Sicherer Umgang mit MS Office, Key Note und dem Medium Internet Verhandlungssicheres Englisch in Wort und Schrift Wenn Sie langfristig an abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Aufgaben interessiert sind, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung vorzugsweise auf elektronischem Weg Intercom GmbH • Constanze Werner • Gustav-Heinemann-Ufer 94 • 50968 Köln Mail: cwerner@intercom.de

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Szenen einer Tagung. Und am Abend begeistern Sie Ihre Teilnehmer in Wien, Melk oder Budapest mit einem Galadinner der Extraklasse.

Ein flexibles SetUp verwandelt die Showlounge dieses Flusskreuzers im Handumdrehen in den perfekten Tagungsraum.

„Captain’s Talk“: Flusskreuzfahrten – ein neuer Trend im MICE-Business? In den vergangenen Monaten konnten wir unsere Kunden immer häufiger für Tagungen und Incentives an Bord von Flusskreuzfahrtschiffe begeistern. Das verwundert nicht. Schließlich bietet gerade Europa in diesem Bereich äußerst attraktive Reiseziele! Man denke nur an Po, Rhône oder Loire, den Rhein und die schöne Donau! An Städte wie Amsterdam, Avignon, Strassbourg, Wien, Budapest, oder Prag, die sich entlang der großen Flussläufe reihen. Dazwischen? Traumhafte, oft unberührte Landschaften, Weinberge bis zum Horizont, liebliche Nebenflüsse, vereinzelt Schleusen und Brücken. Wo sonst gibt es Konferenzräume mit derart inspirierendem Ausblick? Auf fast allen europäischen Flüssen sind hervorragende schwimmende Tagungslocations unterwegs! Denn von der Komfortklasse bis zum 5-Sterne-Schiff verfügen Flusskreuzfahrtschiffe in der Regel über eine große Showlounge mit flexiblem SetUp. Bühne und technische Grundausstattung sind zumeist vorhanden und können relativ kostengünstig aufgestockt werden. An Bord befinden sich ausschließlich Außenkabinen. Sie stehen Hotels vergleichbarer Kategorien in nichts nach. Im Gegenteil: Als Passagier genießt man neben Geräumigkeit und moderner Ausstattung auch noch das Naturschauspiel, das vor dem Panoramafenster vorüberzieht. Nach einer anstrengenden Tagung entspannt es sich ganz herrlich auf der bordeigenen „Dachterrasse“ – dem Sonnendeck mit über 1000 Quadratmetern Fläche, das nahezu jedes Flussschiff bietet. Oft ausgestattet mit Außenbar und Whirlpool, brauche ich die Möglichkeiten für Get-Together, Party & Co nicht aufzuzählen – sie sind geradezu unerschöpflich. Ebenso wie die variantenreichen 74 events 6/2011

Land- und Abendprogramme, die sich dem Veranstalter unterwegs bieten. Die Festlegung des Routings bestimmt dabei, ob es kulturell, sportiv, landestypisch oder kulinarisch zugehen soll – oder von allem etwas. Auch in Sachen Preis-Leistung punktet die Flusskreuzfahrt. Denn die Charterraten sind nicht teuer, inkludieren bereits alle Mahlzeiten und den Tagungsraum! Sogenannte Block-outs aus dem regulären Routing der Schiffe sind bereits ab 2 Tagen denkbar; saisonale Unterschiede gibt es dabei nicht. Ob Frühlingserwachen oder Weihnachtsmarkt-Hopping : Fast rund ums Jahr können Konferenzen und Incentives an Bord durchgeführt werden, ohne dass die Flusskreuzfahrt an Charme verliert. Captain’s Fazit: Nicht umsonst zeichnet sich im MICE-Business ein Trend hin zur Flusskreuzfahrt ab. Denn für nahezu jedes Budget bietet sich hier die Möglichkeit, effektiv zu tagen und dies mit Landprogrammen zu kombinieren, die abwechslungsreicher und individueller kaum sein könnten. Besonders interes-

Treten Sie mit dem früheren Yachtkapitän Christian Mühleck in Dialog über das geeignete Schiff für Ihr maritimes Event oder das perfekte Routing: muehleck@oceanevent.com

sant für nicht Vorsteuer abzugsberechtigte Unternehmen: selbst bei einem Start in Deutschland fällt keine Mehrwertsteuer an, wenn die Cruise ins benachbarte Ausland führt.Bleibt nur, die richtige Wahl aus dem schier unendlichen Angebot an Flusskreuzfahrtschiffen zu treffen. Doch da bin ich gern behilflich.



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Certified Green Hotel: Neues Zertifikat nimmt Fahrt auf Die Bad Kreuznacher BTME Certified unter der Leitung von Kurt Schüller und Till Runte bietet jetzt in Kooperation mit dem Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) auch eine Neue Zertifizierungskategorie für ökologisch und nachhaltig geführte Hotels an. „Das neue Zertifikat Certified Green Hotel wird nur in Ergänzung zu einem der anderen Prädikate wie Certified Business Hotel oder Certified Conference Hotel verliehen", betont Runte anlässlich der Zertifikatsverleihung an das Frankfurter Adina Apartmenthotel, das bereits mehrere Häuser zertifizieren ließ – so wie auch das Grand Hotel Esplanade in Berlin oder das Westin in Leipzig. 70 abzuarbeitende Kriterien für ein Certified Green Hotel sind intelligent definiert und strukturiert nach den Aspekten Wasser, Energie, Gastronomie, Müll, Mobilität und gesamtgesellschaftlicher Verantwortung. 385 von 765 müssen erreicht werden, alle zwei Jahre wird nachgeprüft.

Ökologisch engagiert: Meliá-Hotelgruppe Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt die spanische Kette Meliá Hotels International auf eine sozial- sowie umweltverträgliche, nachhaltige Unternehmenspolitik und unterstützt zahlreiche Maßnahmen und Initiativen zur Förderung eines ökologischen Wandels in der Hotel- und Tourismusindustrie. Ein Beispiel dafür ist das vor sechs Jahren eingeführte "SAVE"Energiesparprogramm, das mittlerweile in 200 von insgesamt 350 Hotels der Gruppe umgesetzt wird und ein klares Ziel verfolgt: die Reduzierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen. Als Folge konnten allein in den vergangenen drei Jahren der CO2-Ausstoß durchschnittlich um 3,7% je Übernachtung und der Wasserverbrauch um 7,7% gesenkt werden. Dies entspricht einer Kosteneinsparung in Höhe von drei Millionen Euro im Zeitraum 2007 bis 2010. Neben der Überwachung, Steuerung und Verwaltung des Energiebedarfs umfasst das "SAVE"-Programm auch die Standardisierung energieeffizienter Systeme und Produkte, die Sensibilisierung der Hotelmitarbeiter sowie die Durchführung von Machbarkeitsstudien zu Investitionen in Produkte und Maßnahmen, die der Verschwendung von Ressourcen entgegenwirken. Die im "SAVE"-Netzwerk integrierten Meliá-Hotels setzen eine vom spanischen Umweltministerium zertifizierte Messmethode und Systeme zur Analyse von Kosten, Verbrauch und CO2-Ausstoß ein, die den Energie- und Wasserverbrauch jedes Hotels detailliert aufzeichnen und dabei auch jahreszeitlich bedingte Abweichungen oder Schwankungen in der 76 events 6/2011

Hotelbelegung berücksichtigen. Eine gute Umweltbilanz wird durch ein Bonussystem für das Hotelmanagement belohnt und schafft damit weitere Anreize für ein nachhaltiges Wirtschaften. Rund 700.000 Euro hat sich Meliá Hotels International die Standardisierung energieeffizienter Beleuchtungssysteme in den Hotels kosten lassen. Weitere Investitionen flossen in die Einführung zentral gesteuerter Heiz- und Beleuchtungssysteme mit Anwesenheitserkennung in den Zimmern, den Einbau von Durchflussbegrenzern in Wasserhähnen und Duschen, wodurch beträchtliche Wasser- und Öleinsparungen erzielt werden konnten, oder den Einsatz von Bio-Öl zur Befeuerung der Heizkessel. Meliá Hotels International ist als einziges Touristikunternehmen in Spaniens exklusivem "Footse4Good Ibex" gelistet, einem Börsenindex für verantwortungsbewusstes Investment. 2009 wurde die Gruppe von dem an die UNESCO gekoppeltem Responsible Tourism Institute (ITR) weltweit als erste "Biosphären-Hotelkette" zertifiziert.


HOTELS

Hotel Fire & Ice ist in Neuss eröffnet Mit der Eröffnung des 4**** Superior Hotel Fire & Ice Ende September 2011, ist das allrounder mountain resort in Neuss um ein Highlight reicher. Unter den 79 liebevoll mit alpinen Details eingerichteten Zimmern befinden sich 13 Themenzimmer und -suiten wie z. B. „Kilimanjaro“ und „Rocky Mountains“, in denen Hotelgäste zu den berühmtesten Bergen der Welt „reisen“. Der 1.000 qm große Veranstaltungsbereich ist lichtdurchflutet und mit modernster Technik ausgestattet. Nur wenige Schritte entfernt können Gäste außerdem die urige Hüttengastronomie sowie die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten des allrounder mountain resorts genießen. Die allrounder mountain resort gmbh & co. kg investierte gut 12 Millionen Euro und schuf fast 30 Arbeitsplätze.Feuer und Eis sind allgegenwärtig. Kamine, Öfen, Eis und Schnee, dazu ein gigantischer Bergkristall aus dem Salzbur-

gerLand. In der gemütlichen Pistenlounge sitzend, mit Blick auf einen mehr als mannshohen Kamin, die Pulverschneepiste hinter Glas in ihrem Rücken, erzählten August Pollen und Johannes Janz gemeinsam mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther den versammelten Medien bei der Pressekonferenz von ihrem neuesten „Werk“. „Die Nachfrage nach einem Hotel direkt an der Skihalle hat sich schon lange angedeutet“, sagt Johannes Janz. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen Hotel nun ein richtiges Skigebiet geworden sind, das inklusive Übernachtungsangebot im Sommer und Winter viele Highlights zu bieten hat.

Neues Steigenberger am Kanzleramt Die Steigenberger Hotel Group weitet ihre Präsenz in Berlin aus. Das sechste Haus der Hotelgruppe in der Hauptstadt wird 2014 als Hotel der Marke Steigenberger Hotels and Resorts am Kanzleramt eröffnen. Investor und Entwickler ist die PORR

Solutions Deutschland GmbH. PORR Solutions hat das Grundstück in der Europacity von der CA Immo erworben. Das Haus, dessen Baubeginn für den Herbst 2012 geplant ist, wird über 340 Zimmer und Suiten, einen großen Konferenzbereich und ein hochwertiges Spa- und Wellnessangebot verfügen. Darüber hinaus sind verschiedene gastronomische Outlets geplant.


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Das neue „INTERCONTINENTAL MEETINGS“ – Konzept

Response in zwei Stunden InterContinental Hotels & Resorts präsentiert „InterContinental Meetings", ein neues Modul mit speziellen Serviceleistungen für Meetings und Veranstaltungen, das ab sofort europaweit in 20 Hotels angeboten wird. aktive Raumpläne, e-Broschüren oder Videoführungen zur Verfügung, mit denen sich zum Beispiel die Räumlichkeiten virtuell und interaktiv besichtigen lassen. Um einen reibungslosen Ablauf des Events zu garantieren, steht jedem Kunden ab sofort ein persönlicher Service-Manager vor Ort zur Seite. Ein weiterer Bestandteil von „InterContinental Meetings“ ist die „Insider Collection“, ein Angebot, das den Veranstaltungsteilnehmern besondere regionaltypische Erlebnisse ermöglicht. Mit Hilfe der lokalen Expertise der InterContinental Hotels wird ein individuell zugeschnittenes Programm erstellt:

„InterContinental Meetings“ wurde genau auf die Bedürfnisse von Event-Planern und -Teilnehmern zugeschnitten. Es bietet Kunden noch schnellere und individuellere Lösungen sowie nahtlosen Service von der Buchung bis zur Umsetzung. In Deutschland ist das Angebot in den InterContinental Hotels Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Berchtesgaden verfügbar. Jedes der teilnehmenden Hotels garantiert, Kunden binnen zwei Stunden auf ihre Buchungsanfrage zu antworten. Ein vollständiges Angebot wird ihnen per E-Mail innerhalb von 24 Stunden zugesandt. Um die Veranstaltungsplanung zu erleichtern, stellt InterContinental hochmoderne Online-Tools, wie inter-

+ Insider Breaks steht für kreative Kaffeepausen + Insider Locations für die Organisation von Meetings und Ausflügen an besondere Orte der Region + Insider Interactions für Incentive-Aktionen zur Teamstärkung, die die Besonderheiten der Region aufgreifen + Insider Speakers für Zugang zu bekannten Persönlichkeiten aus der Region, die als Gastredner eine Veranstaltung bereichern können + Insider Community dafür, dass Veranstaltungsteilnehmer die Möglichkeit bekommen, sich vor Ort für einen guten Zweck zu engagieren.

Mehr zum Programm „InterContinental Meetings“ und der „Insider Collection“ finden Sie unter www.intercontinental.com/meetings.

Aldiana GmbH

Andrea Heimes neue Sales Managerin Groups & Incentives Seit 15. Oktober bekleidet Andrea Heimes (30) die Position der Sales Managerin Groups & Incentives. In ihrer neuen Funktion berichtet sie direkt an Antonio Vincenzo, Senior Manager Flight & Sales Department. Die gelernte Reiseverkehrskauffrau sammelte bereits umfangreiche Erfahrungen bei Thomas Cook, bevor sie 2008 als Junior Produktmanagerin zu Aldiana wechselte. Zukünftig wird Heimes für den Bereich Gruppen und Incentives beim Premium-Clubanbieter verantwortlich zeichnen und folgt damit Uwe Friedt nach.

78 events 6/2011



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Beste gastronomische Neueröffnung in Rheinland-Pfalz Familie Ripp und Küchenchef Frank Aussem haben wieder mal Grund zur Freude. Das neue Fine DiningRestaurant „Silcher Stuben“ im Schlosshotel Rheinfels wurde mit dem rheinland-pfälzischen Gastronomiepreis ausgezeichnet als „Beste Neueröffnung 2011“. Damit einher gegangen war eine komplexe Renovierung der Küche, in der Frank Aussem jetzt über so spannende Features wie einen versenkbaren Küchenblock verfügt. In der Kombination mit dem Fine Dining Restaurant und dem neuen Küchendesign bietet sich jetzt für Tagungsgruppen auch die Gelegenheit für Kochkurse im vielfach ausgezeichneten Tagungshotel am romantischen Mittelrhein. Dort ging soeben die 20. St.Goarer Tafelrunde über die Bühne, das stets

Erste Weinlese auf dem Rebendach des Conference Centre Die ungewöhnliche Aktion einer Weinlese stand erstmals in Radisson Blu Park Hotel & Conference Centre, Dresden Radebeul auf dem Jahresprogramm: Das Vier-Sterne-Plus-Hotel hatte das Dach seines Anfang 2011 neu eröffneten Conference Centre – passend zur Lage inmitten von Weinbergen und einmalig in Deutschland – im letzten Herbst komplett mit Reben bepflanzen lassen. Auf rund 1.000 qm konnten nun die reifen Trauben gelesen werden. Direktor Jan Burghardt und Sales Manager Steffen Höhne ließen es sich nicht nehmen, zusammen mit vier Mitarbeitern des nahen „Sächsischen Staatsweingutes Schloss Wackerbarth“ auf das Dach ihres Conference Centres zu steigen und einen Teil ihrer ersten Hotel-Weinernte persönlich einzufahren. Das unter dem Management der Grand City Hotels stehende Radisson Blu Park Hotel & Conference Centre, Dresden Radebeul mit seinen 450 Zimmern und dem insgesamt 1.725 qm großen Veranstaltungsbereich mit insgesamt 16 Räumen für bis zu 1.100 Personen gehört zu den führenden Häusern in der Region. Das integrierte Conference Centre mit Weinreben-Dach verfügt über drei variable und mit modernster Tagungstechnik ausgestattete Räume für bis zu 785 Personen. Alle Räume sind schallisoliert, klimatisiert und für PKW befahrbar. Weitere Informationen über das Hotel unter www.parkhotel-dresden.com

80 events 6/2011

ausgebuchte gastronomische Highlight des Jahres. Gerd Ripp stellt die Tafelrunde immer unter ein besonderes Motto. 2011 ging es um „Legenden“ und hier insbesondere um den 50.Todestag der deutschen Rennsportlegende Graf Berghe von Trips. Der stammt nämlich auch aus Kerpen-Horrem bei Köln, wo der Hotelier aufgewachsen ist. Ganz am Rande konnte man an diesem Abend noch erfahren, dass der Vater von Gerd Ripp die legendäre Kerpener Gocart-Bahn gebaut hat, auf der Schumi und Vettel ihre ersten Runden gedreht haben. Was den Sohn zu der amüsanten Schlussfolgerung verleitete, ob es denn wohl Schumis und Vettels Erfolge überhaupt gegeben hätte, wenn nicht............

Women-Friendly Rooms in Leonardo Royal Hotels Um die „Women-Friendly Rooms“, spezielle Hotelzimmer für den weiblichen Gast, künftig noch mehr auf die Bedürfnisse von Businessfrauen abzustimmen, überraschen Leonardo Hotels jetzt mit zahlreichen weiteren Extras. Darunter exklusive Serviceleistungen, wie kostenfreies Valet Parking mit Kofferservice, eine neue Roomservice-Karte mit Bio& Light-Produkten sowie erhöhte Diskretion beim Check-In. Darüber hinaus bestechen die Zimmer durch ein neues Design mit Stoffen aus dem Hause JAB ANSTOETZ sowie durch zahlreiche neue Aufmerksamkeiten, wie ein flauschiger Bademantel, eine Gelmaske in der Minibar sowie Turn-downService am Abend. Supermodel Marcus Schenkenberg testet Women-Friendly Rooms. Zur Lady-LikeAusstattung gehören Blumen und ausgewählte Zeitschriften, Prosecco, Wärmesocken, ein flauschiger Bademantel, ein spezielles Minibarsortiment mit z. B. Gelbrille und OCÓO Beautydrinks, ein Kissenmenü und vieles mehr.“ www.leonardo-hotels.com



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Carsten K. Rath ist jetzt Hochschuldozent Neue Ehren für Carsten K. Rath („CKR“): Der Gründer des Lifestyle-Hotels Kameha Grand Bonn und Vorstandschef der Schweizer Lifestyle Hospitality & Entertainment Management AG (LH&E) wurde nun als Hochschuldozent an die Internationale Hochschule Bad Honnef (IUBH) berufen. Rath startet mit einer Vorlesungsreihe zum Thema „Erfolgreiches Franchise-Management in der Hotellerie“. Franchising zählt in der internationalen Hotellerie zu den wichtigsten Motoren in der Expansion. Damit baut Carsten K. Rath, der laut „Welt“ als „Rockstar unter den Grand Hoteliers“ gilt, seine Präsenz neben seinen Führungsrollen bei Kameha und der LH&E weiter aus. Rath ist mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel als „Hotel Manager des Jahres 2011“ und wurde mit dem „Innovationspreis der deutschen Tourismuswirtschaft“ bedacht. „In über 20 Jahren in der inter-

nationalen Luxushotellerie und der Touristik habe ich etliche Erfolgskonzepte begleitet“, so Rath. Mit der ersten Vorlesungsreihe über Franchising in der Hotellerie nimmt der 45-jährige erneut eine Lehrtätigkeit auf. Der Hotelier, Unternehmer und Lifestyle-Aficionado Carsten K. Rath hat sich längst zu einer Marke entwickelt. „CKR“ wird als Topredner zu Kongressen und Konferenzen von namhaften Unternehmen wie Deutsche Telekom oder L’Oréal gerufen, verleiht Werbekampagnen zum Beispiel von Sinn Leffers für Tommy Hilfiger und BOSS sein Gesicht und ist zudem als TV-Interviewpartner sehr gefragt. „Life is grand“, das Lebensmotto des Kameha Grand Bonn, entstammt der persönlichen Lebensphilosophie von Carsten K. Rath.

Die kuriosesten Fundsachen bei NH Hoteles:

Mein Rollstuhl, meine Perücke und sogar mein Hummer ... Anekdoten zu bringen, hat NH Hoteles die Direktoren von etwa einhundert spanischen und internationalen Häusern der Gruppe zu den in ihren Hotels registrierten Fundsachen befragt.

Kennen Sie das? Mit dem Check-Out schon spät dran gewesen, gleich früh morgens zum Flughafen losgehetzt oder einfach nur kurz nicht aufgepasst – und schon haben wir etwas mehr oder weniger Wichtiges im Hotel liegen lassen. Die in ihrem Heimatland Spanien und europaweit führende Hotelgruppe NH Hoteles besitzt ein ganzes Archiv voll mit erstaunlichen Fundstücken. Sozusagen authentische Zeugnisse unseres Lifestyles und genug Stoff für wahre Legenden um so manchen Gast. Um ein wenig Ordnung in diese Schatztruhe voller kurioser Funde und 82 events 6/2011

Die fünf beliebtesten Fundstücke Die Liste der Top Five wird – nicht nur in Spanien – vom Handy-Ladegerät angeführt, gefolgt von Unterwäsche und Pyjamas, nach denen allerdings in mehr als der Hälfte der Fälle nicht nachgefragt wird. An dritter Stelle steht die Bettlektüre, gefolgt vom Reisepass und – etwas abgeschlagen – von Spezialitäten der regionalen Küche, die sorgsam in der Minibar verstaut wurden. Gefunden werden die meisten Gegenstände in den Schränken (insbesondere Schuhe), unter oder im Bett, im Badezimmer, auf dem Nachttisch (vor allem Bücher, Reiseführer, Unterlagen/Dokumente und Geld) und in den am Meer gelegenen Hotels gerne auch auf der Terrasse (meist Badesachen und Strandschuhe). Der typisch vergessliche Gast ist laut der Umfrage mit leichtem Vorsprung männlich und 35 bis 55 Jahre alt. Ein Ergebnis, das sich bei allen Nationalitäten und Urlaubsorten deckt, wobei allerdings die Damenwelt häufiger ihre Unterwäsche liegen lässt. Neben diesen alltäglichen Fundstücken gibts auch Kurioses: Besondere Erwähnung verdient hier die Zahnprothese, die – anders, als man vermuten könnte – nicht immer vermisst wird. In der Kategorie Romantik finden sich kostbare Verlobungsringe oder auch Brautschuhe, die nach


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der Hochzeitsnacht im Zimmer stehen gelassen werden. Besten Kabarettstoff geben dagegen einige Fundstücke aus spanischen Hotels ab: ein Rollstuhl (wurde wohl nicht mehr gebraucht?), ein vollständiges Perückensortiment für jeden Anlass, ein herrenloser Hund (!) und eine einsame Beinprothese ... In Sachen sperrige Gegenstände berichteten die Hotels von voll gestopften Koffern, einem vier Meter langen Perserteppich, einem kompletten Liegestuhlset, einem 1,80 Meter großen Plüschpanda, einem Fahrrad, einem echten Verkehrsschild und sogar einem Geländewagen der Marke Hummer, der wochenlang in der Hotelgarage stand, bis endlich sein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte. Was passiert eigentlich mit den Fundstücken? Für alle, die ihre Habseligkeiten vermissen, führt NH Hoteles genau Buch über die Aufbewahrung und Aushändigung sämtlicher Fundstücke und zwar unabhängig davon, wie wertvoll sie sind.

der Fall ist: Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Wert, den Gäste ihren persönlichen Sachen beimessen, in der Regel nicht vorherzusagen ist. Die Housekeeper wissen von großen Suchaktionen nach so manchem Objekt zu berichten, das dem jeweiligen Besitzer besonders ans Herz gewachsen war. Dabei ist der sentimentale Wert nicht immer sofort nachvollziehbar, wie im Falle eines verschollenen Straußeneis oder eines schlichten weißen Kopfkissenbezugs.

Jeder Fund wird mit allen verfügbaren Informationen (Name des Gastes, Zimmernummer, Aufenthaltszeitraum, Objektbeschreibung,...) verzeichnet. In aller Regel kontaktiert das Hotel – aus Diskretionsgründen – den Gast nicht selbst, sondern wartet, bis dieser sich meldet. Die Fundgegenstände werden in Spanien ein Jahr lang, in anderen Ländern etwa sechs Monate aufbewahrt. Wenn sich nach Ablauf dieser Frist niemand gemeldet hat, entscheidet der Hoteldirektor darüber, ob der Fund dem jeweiligen Zimmermädchen überlassen oder an wohltätige Organisationen gespendet wird – auch abhängig davon, wie wertvoll er ist. Wer sich jetzt fragt, ob bei NH Hoteles sogar vergessene Zahnbürsten aufbewahrt werden, dem sei gesagt, dass dies tatsächlich events 6/2011 83


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Bachmair-Weissach geht auf die Zielgerade Das Hotel Bachmair-Weissach (wir haben in einer der letzten Ausgaben ausführlich darüber berichtet!) hat nun den größten Teil des Re-Designs in Angriff genommen: die komplette Neugestaltung der Zimmer und die Erweiterung der Zimmerkapazitäten insgesamt von 108 auf 146. Gespannt sein darf man auch über das Ergebnis der Überarbeitung der Restaurant-Konzeption. Neu ist auch die Homepage mit der guten stark verbesserten Infostruktur für Tagungsplaner. (www.bachmair-weissach.de) Seit Korbinian Kohler das Haus gekauft hat, geht es nämlich konsequent bergauf und die Statements aus der Industrie sprechen eine deutliche Sprache. Daher machen wir als überzeugte Anhänger der Kohler’schen Konsequenz-Philosophie gerne einmal eine kleine Mundpropaganda im Heft. Wir kennen das Hotel Bachmair-Weissach als sehr flexible Veranstaltungslocation mit einem guten Angebot an Tagungsräumen. Insbesondere der Haupttagungsaal zeichnet sich durch ein zeitgemäßes, freundliches Ambiente und Tageslicht aus. Die Konferenztechnik ist nach den Umbaumaßnahmen des Hauses ebenfalls auf einem modernen Stand. Das Hotel bietet ein umfangreiches Cateringangebot, die Qualität der Speisen lag immer auf einem sehr guten Niveau. Ulf Stanko, Senior Project Manager / EUROKONGRESS GmbH 84 events 6/2011

„Wir fokussieren uns natürlich vor allem auf die schöne Lage im Tegernseer Tal. Aber kaum weniger wichtig ist uns die Vielfalt an Tagungsmöglichkeiten durch verschiedene Raumgrößen mit Tagungstechnik auf neuestem Stand und mit exzellenter Qualität. Weitere Pluspunkte: geräumige, gepflegte Zimmer in den verschiedensten Kategorien, gute und variantenreiche Küche und kompetentes Personal, das schnell auf individuelle Anfragen und Programmänderungen reagieren kann. Besonders der letzte Punkt ist für unsere Tagungen enorm wichtig!“ H. Hofmann, Sprecher der Geschäftsführung Audi Retail GmbH


HOTELS

„Das Hotel Bachmair-Weissach war von Anfang an sehr professionell und flexibel in Bezug auf unsere speziellen Wünsche. Obwohl ich mir vor der Veranstaltung völlig unangekündigt ein Bild vor Ort machen wollte, wur,de ich wärmstens empfangen und spontan durch das sehr moderne und tolle Haus begleitet. Mein Team und ich waren von dem Hotel, dem Service, den Zimmern, etc. mehr als begeistert.Wir werden das Haus Bachmair-Weissach am Tegernsee bei einer unserer nächsten Tagungen sehr gerne wieder berücksichtigen“. U.Scheuerlein, L`Oréal

„Es ist bereits eine lange Tradition, dass wir uns einmal im Jahr mit unserem Top Management im Bachmeier-Weissach treffen. Unseren eigenen hohen Anspruch, Qualitäts-, Service- und Kundenorientierung finden wir hier wieder und auch nach vielen Jahren fühlen wir uns sehr wohl in diesem Hause. Das Haus Bachmeier ist nicht nur privat sondern auch für geschäftliche Veranstaltungen eine empfehlenswerte Adresse.“ Wolfgang P. Albeck, Vorsitzender des Bereichsvorstands Express Deutschland


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Starke Helfer für Kongress & Event in Lissabon Lissabon ist eine geschichtsträchtige Stadt. Ein geradezu magischer Platz, maritime Startrampe für die großen Entdecker und Weltumsegler. Dabei erfrischend unprätentiös und handlich, sodass der Erstbesucher dem unvergleichlichen, leicht morbiden Charme dieser hügeligen Metropole an der Mündung des Tejo sofort erliegt. Kein Wunder, dass die Stadt sich als Kongress-Standort gleich bleibender Beliebtheit erfreut – insbesondere, da sie mit modernster Infrastruktur für diesen Sektor trumpfen kann. Und mit der Agentur AIM einen „Chef der Dramaturgie“ vor Ort hat, auf den man sich verlassen kann. Die überraschend breite Phalanx deutschsprachiger Mitarbeiter ist ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt, wenn es um optimale, interkulturelle Verständigung geht. Events hat mit Antonio Silva und Jessica Duarte von AIM über die Stärken des Standorts gesprochen. Für welche Art von wissenschaftlichen Kongressen ist der Standort wegen entsprechender lokaler Cluster am besten geeignet? Lissabon bündelt als Hauptstadt von Portugal eigentlich alle wesentlich wichtigen Cluster. Mit einer Kongresskapazität der Stadt mit dem Congress Center von Lissabon für 6.000 – 7.000 Personen und dem Komplex im Expogelände für maximal 20.000 pax geht es eigentlich mehr um die Aufnahmekapazität, Direktflüge, Unterkunft und andere Varianten, um Lissabon als attraktiven Kongressstandort darzustellen. 86 events 6/2011

Was schätzen die Kongressveranstalter und – teilnehmer an Lissabon ganz besonders im Vergleich zu anderen Kongress-Städten? Das Klima, die Gastronomie und Gastfreundlichkeit und die geographische Lage des Landes sowie historische, kulturelle und touristisch bedingte Faktoren. Lissabon ist für Veranstaltungsteilnehmer immer noch eine sehr günstige Stadt, wenn es um Gastronomie, Taxifahren, Shopping usw. geht. Was sind die beliebtesten Rahmenprogramme, die man in Lissabon mit großen Gruppen durchführen kann?


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A: im Bereich Sightseeing und/oder Kultur/Historie City Tours, die die wichtigsten Viertel der Stadt inkludieren und verbinden (das Belém-Viertel mit den wichtigen Monumenten der großen Entdecker, das älteste Stadviertel Alfama, mit den maurischen Wurzeln und der Fado-Tradition, dazwischen das Stadtzentrum, das nach dem großen Erdbeben von 1755 im Schachbrettmuster wieder neu aufgebaut wurde. In diese City Tours werden gastronomische Stops eingebaut, um den Gästen auch eine geschmackliche Erfahrung zu bieten. Andere Highlights sind eine Tour nach Sintra oder Óbidos und zum Wallfahrtsort Fátima. Wegen der exponierten Lage an der Tejo-Mündung sind auch Schiffs-Ausflüge sehr beliebt bei den Gästen. B: im Bereich Abendveranstaltungen / welche Venues mit welchem Charakter stehen wo zur Verfügung? Eines der Highlights der Stadt ist die Burg S. Jorge auf einem der „sieben“ Hügel gelegen mit zwei schönen Einrichtungen: Das Restaurant Casa do Leão bietet Kapazität für 140 Gäste und der Saal Ogival für 150, sogar mit mehreren Außenbereichen für ein Open Air Event für bis 1.250 Teilnehmer. Dann gibt es ein wunderschönes Kloster, ganz aus Marmor gebaut – das Convento do Beato mit einer maximalen Kapazität für 1.200 Teilnehmer, weiterhin ein „Kloster ohne Dach“ im Herzen von Lissabon mit Platz für 300 Personen. Dieses Kloster wurde fast total zerstört durch das Erdbeben von 1755, – heute stehen nur

noch die Wände und formen eine einzigartige Location. Dann kann natürlich das Marinemuseum angemietet werden, wo bis zu 700 Gäste zwischen Schiffen der portugiesischen Könige und Modellen der „Entdeckungsreisen“ essen können – zu guter Letzt: eine alte Seilerei mit Kapazitäten für 3.500 Teilnehmer. Neu ist eine Location am Handelsplatz, der Pateo da Galé, mit überdachbarem Außenbereich und Platz für 1.200 und noch einmal 600 Gäste. Dann gibt es natürlich kleinere und größere Paläste. Ca. 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt, liegt der Palácio de Queluz, die portugiesische Miniaturausgabe des Palastes von Versailles mit einer Kapazität von 250 Personen im schönen, vor Gold strotzenden Thronsaal. Sehr originell ist das Kutschenmuseum für Gala Dinners. Hinzu kommen eine Menge von Restaurants, auch am Ufer gelegen, für SeafoodAnbeter. Nicht zu vergessen noch das Pavilhão do Atlantico im Expogelände mit der gewaltigen Fläche von 5.200 qm – durchaus auch für große Kongresse gut geeignet. Wie ist das Angebotsportfolio von AIM am Standort Lissabon strukturiert? Bei AIM arbeiten 22 Fachleute in verschiedenen Abteilungen. Die Kongressabteilung macht das Housing und die Abwicklung von Zimmerkontingenten. Wenn es dann zur Transfers, Rahmenprogrammen und Dinners kommt, werden die Anfragen in die deutschsprachige Abteilung geleitet. Dieses Team wird von zwei Leuten gebildet, Jessica Duarte als Abteilungsleiterin und Carla Gonçalves als Projektmanagerin. events 6/2011 87


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Falls es „brennen“ sollte, kann auch der General Manager António Silva „mit anpacken“, denn alle drei Kollegen sind deutschsprachig und haben in Deutschland gelebt, kennen daher die Besonderheiten des Marktes. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Susanna Tocca, einer geborenen Österreicherin. Welche neuen Entwicklungen gibt es auf dem Kongress-Sektor – welche neuen Einrichtungen? Es gibt in Lissabon ein modernes Resort auf der anderen Uferseite, Troia Design Hotel, mit einem eigenen Kongresszentrum für 900 Teilnehmer. Die hochmoderne Stiftung Champalimaud, eigentlich eine medizinische Forschungseinrichtung, wurde 2011 eröffnet in spektakulärer Lage am Meer und hat ein Auditorium für 400 Personen und weitere Räumlichkeiten für Ausstellungen u.ä.

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Was sind die für Kongressgäste am besten geeigneten Hotels – auch hinsichtlich ihrer Lage zum Kongresszentrum – zu anderen KongressVenues? Es gibt viele gute Häuser im Vier- und FünfsterneSegment. In Hinblick auf Ihre sehr spezielle Frage: Ein paar Beispiele in der Nähe vom Lisboa Congress Center: Vila Galé Ópera 4*, Jerónimos 8 und das 5* Pestana Palace. In der Nähe des Congress Centers von Estoril: Hotel Palácio Estoril, Hotel Cascais Mirage, Hotel Londres und Sana Estoril. Im Expogelände: Tivoli oriente, Olissipo Oriente und das Hotel Vip Arts. Wie kann man den Transport für Kongressgäste am originellsten organisieren? Heutzutage ist es normal, dass die Kongress-Organisationen den Teilnehmern ein Tagesticket für öffentliche Verkehrsmittel geben. Alles andere natürlich nach Absprache.


Großkongresse, die AIM Lisboa in den letzten Jahren begleitet hat: EULAR 2003 – 9.000 pax ESPEN 2004 – 3.000 pax NATO Parliamentary Assembly 2007 – 800 pax EUROPACE 2007 – 3.000 pax EOS 2008 – 2.000 pax EACTS 2008 – 6.000 pax ESRS 2010 – 1.500 pax EUROGIN 2011 – mit 1.500 pax EACTS 2011 – 6.000 pax

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Das Lisboa Convention Bureau – Ansprechpartner für internationale Großkongresse Hohe touristische Bedeutung und Relevanz für internationale Großkongresse verstärken sich in Lissabon in ganz besonderer Weise. Die geschichtsträchtige, maritime Metropole ist eine der Top Ten Destinationen weltweit als Austragungsort internationaler Kongresse lt. ICCA-Statistik 2009. Im gleichen Jahr wurde das Lisboa Convention Bureau (LCB), eine Abteilung von Turismo de Lisboa, als bestes europäisches Convention Büro ausgezeichnet bei den Business Destination Service Awards 2009. Bei dieser Gelegenheit erhielt auch das Centro de Congressos de Lisboa einen Preis im Wettbewerb der „ Best Conference Facilities – Western Europe“, gleich hinter dem RAI Exhibition and Congress Centre in Amsterdam. Verliehen wurden die Preise vom englischen Fachmagazin Business Destination. Das Lisbon Convention Bureau hat 200 Mitglieder, darunter die wichtigsten Tagungseinrichtungen, Hotels, Eventagenturen und Dienstleister der Stadt. Neben Beratung und Unterstützung von EventOrganisatoren besteht das Service-Angebot des Teams aus Vorbereitung von Kongress-Bewerbungen, der Koordination von Site In-spections und Rahmenprogrammen sowie dem Scouting passender Venues. Einer Untersuchung zufolge kamen 2009 15,5 % aller Kongressteilnehmer aus Großbritannien. 2007 kam 90 events 6/2011

die Mehrheit (17,7 %) aus Spanien. Als die am wichtigsten erachteten Kriterien für die Standortwahl wurden genannt: Effektivität, Qualität und Vielfalt der Kongresseinrichtungen sowie niedrige Kosten für Anreise und Groundhandling. 37 % aller Kongressbesucher verlängern ihren Aufenthalt privat, mehr als 90 % wollen wiederkommen. Die Qualität der Hotels wurde mit über acht von zehn Punkten bewertet. Für diese Untersuchung wurden die Teilnehmer dreier medizinischer Kongresse herangezogen und 914 Interviews im Lisboa Congress Centre geführt. Der Park der Nationen auf dem internationalen Messegelände in Lissabons Osten war im September 2011 Schauplatz des “47th annual meeting of the European Association for the Study of Diabetes (EASD)” mit 18.000 Teilnehmern. Die fünftägige Großveranstaltung gilt als europäische “FlaggschiffKonferenz” auf diesem Sektor. Nur wenige Tage später war die portugiesische Hauptstadt Gastgeber des “16th ICOM-CC“ (International Council of Museums - Committee for Conservation) im Lissaboner Kongress Centrum. Unter den zahlreichen weiteren Großkongressen im Herbst diesen Jahres ragt auch der „Internationale Onkologen-Kongress“ im Centro Cultural de Belém heraus.


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International ausgezeichnete Hotels an der Tejo-Mündung Das Olissippo Lapa Palace und das Four Seasons Hotel Ritz sind im US Magazin “Travel + Leisure” auf der Liste der Top 100 besten Hotels der Welt und gehören gleichzeitig laut Umfrage zu den 15 besten „Large City Hotels“ in Europa. Das in schönster Lage auf einem der Lissaboner Hügel gelegene Olissippo Hotel ist ein luxuriöser Palast aus dem 19. Jahrhundert mit 97 Zimmern und 12 Suiten und vermittelt unvergessliche Eindrücke von Stadt und Beherbergungskultur. Ein sehr charismatisches Hotel in bester Citylage ist auch das Four Seasons Hotel Ritz mit 263 großzügigen Zimmern und 20 Suiten. Alle Zimmer haben Balkone mit Blick auf den Eduardo VII Park, die Burg S. Jorge und den Fluss Tagus. www.olissippolapapalacehotel.com www.fourseasons.com/lisbon/ Weiterhin stehen das International Designhotel, Pestana Palace & National Monument, Sofitel Lisbon Liberdade und Tiara Park Atlantic Lisboa auf der prestigeträchtigen Liste von Expedia Insider’s Select 2011. Die Fünfsternehäuser zählen damit in diesem Ranking aus insgesamt 130.000 Häusern zu den 500 besten Hotels der Welt. www.internacional-design-hotel.com www.pestana.com www.sofitel.com www.tiara-hotels.com Last but not least: Das Lisboa Marriott Hotel ist kürzlich bei der Vergabe der World Travel Awards als „Portugal`s Leading Conference Hotel“ ausgezeichnet worden. www.visitlisboa.com

Flugverbindungen Die flugtechnische Anbindung Lissabons an deutsche Flughäfen ist ausgezeichnet: Im Sommerflugplan 2011 flog Lufthansa täglich ab Düsseldorf, 3 x täglich ab Frankfurt und 2 x täglich ab München. Die TAP flog 4 x pro Woche ab Düsseldorf, 21 x ab Frankfurt, 13 x ab Hamburg und 14 x wöchentlich ab München. Die TAP fliegt auch ab Wien 5 x pro Woche und 11 x ab Luxemburg. Die Transferzeiten vom Flughafen Lisboa in die City sind mit 15 Minuten im europäischen Vergleich sehr günstig.

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DE STIN ATION EN

Heißer 'Vulkan'-Dampf North Borneo Railway: Nostalgie und Kolonialcharme Drei asiatische Nationen teilen das Territorium der Insel Borneo unter sich auf: Indonesien, Brunei und Malaysia mit Sabah (und Sarawak). Sabah wiederum ist einer von dreizehn malaysischen Staaten und als solcher mit unermesslichem ökologischem Reichtum gesegnet. Hier gedeiht mitten im tiefen Urwald auch die sensationelle Rafflesia arnoldii – ihres Zeichens größte existierende Blume – die einen Durchmesser von einem Meter erreichen und sich ein Gewicht von bis zu elf Kilogramm auf die Hüften schaffen kann. Außerdem ist sie eine begnadete Schauspielerin: Um Insekten zwecks erfolgreicher Bestäubung anzulocken, tarnt sie ihr sonst so hübsches Antlitz blitzschnell als scheinbar verwesenden, gräulichen Aashaufen und verströmt dabei einen ungebührlichen Gestank. Vögel und Bienen – man erinnere sich an die Fortpflanzungskette – mögen eher die Nase rümpfen. Dafür schmeckt's den Fliegen. Durch diese Dschungel-Idylle schnauft seit Mitte 2011 wieder ein veritables Eisenross: Ordentlich Brennstoff für den Wasserdampf in die Feuerbüchse geschaufelt, heftiges Zischen aus den Kiemen und schrillen Startpfiff abgewartet und los kann's gehen mit der North Borneo Railway. Wiedergeborener Star der Linie ist „Vulcan“, eine zu alter Schönheit restaurierte Dampflok, die frisch poliert mit voller Zugkraft voraus wieder durchs Gelände rattert mit einem Tender groß genug, ihre stattlichen 85 Tonnen Gewicht zuverlässig am Rollen zu halten. Der Weg führt durch reizende Dörfer und Küstenstädte, durch den tropischen Regenwald und vorbei an malerischen Reisfeldern und Kautschukund Kaffee-Plantagen. Wer würde da nicht nostalgisch werden? Entlang der Route ausschwärmen und hautnah Lokalkolorit aufsaugen können die Zeit-Reisenden 92 events 6/2011

auf Stopps in Kinarut und Papar: in Tempeln, auf bunten Märkten und durch ein schillerndes Kaleidoskop erlebbarer Kultur. Passagiere dürfen vor Antritt der Fahrt gerne ausschlafen, denn Frühstück wird um 10 Uhr direkt im Zug unmittelbar nach der Abreise aus dem Bahnhof von Tanjung Aru serviert. Der Fahrpreis von ca. 60 Euro beinhaltet außerdem ein Mittagessen aus einer exotischen Melange kolonialer und westlicher Küche. Der Eisenbahn-Klassiker operiert montags, mittwochs und samstags. Alle Waggons verfügen über Waschräume, sind aber nicht klimatisiert; für frischen Wind sorgen stattdessen schicke Ventilatoren im Stil von anno dazumal. Die „Vulkan“ verdankt ihre Existenz der Vulcan Foundry Ltd in Newton-le-Willows, Lancashire/England,


1832 von Charles Tayleur gegründet und von einem kongenialen Partner unterstützt: Brückeningenieur und Lokomotivenerbauer Robert Stephenson, im frühen 19. Jahrhundert (mit-)verantwortlich für die Umsetzung der ersten Bahnstrecke der Geschichte von Stockton nach Darlington. Die North Borneo Railway ist ein Joint-Venture zwischen dem Sutera Harbour Resort und dem Sabah State Railway Department, eine eher seltene Hochzeit zwischen Privatwirtschaft und Staat. Das Ziel ist ein gemeinsames: die existierende Infrastruktur zu nutzen und zu fördern und Sabah als Reisedestination national und international zu vermarkten. Nur ein Sprung nach Api Api Das Sutera Harbour Resort erstreckt sich über 384 Hektar in Seelage und setzt sich zusammen aus dem Fünf Sterne Pacific Sutera Hotel, dem Magellan Sutera Resort, der Sutera Harbour Marina und dem Golf & Country Club. Sabahs Hauptstadt Kota Kinabalu (lokal: Api Api) und der Internationale Flughafen liegen quasi um die Ecke.

Was das Resort bietet: 956 Zimmer und Suiten, 15 Restaurants und Bars, fünf Außenschwimmbecken (eines in Olympiagröße), zwei Zentren für Kinderanimation, einen 27-Loch Golf-Parcours, überdachte Driving Range mit 41 Bahnen, sechs Out- und drei Indoor Tennisplätze, zwei Squash- und drei Badmintonplätze, drei Fitnesszentren, zwei Spas, Wassersportmöglichkeiten, eine Marina mit 104 Liegeplätzen, 12 Bowling-Bahnen, eine Karaoke-Lounge, ein Billardzimmer, ein Kino mit 100 Sitzen, einen Ballsaal für max. 1.000 und einen Kongresssaal für max. 3000 Personen, eine Ausstellungshalle von 2.400 qm sowie 28 Veranstaltungsräume. Und fünf in Naturreservate eingebettete Sutera Sanctuary Lodges. www.rmc.at Christina Feyerke


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Gewaltiger Hotelboom in China Eine jüngst vorgelegte Studie der InterContinental Hotels Group (IHG) rechnet damit, dass China im Jahre 2025 mit 6,1 Millionen (2010: 2,3 Millionen) Hotelzimmern ein ebenso großer Markt sein wird wie die USA (2010: 4,9 Millionen), danach aber bis 2039 das Angebot auf 9.1 Millionen erweitert und die Amerikaner (7,8 Millionen) um 1,3 Millionen Hotelzimmer überflügelt. Der Ausbau und die Förderung des Inlandtou-

Inlandsinvestitionen als Vehikel für Mar-

47 Städten, setzt aber mit 50 Ibis-Häusern

rismus gehören zu den Schwerpunkten des ak-

kentransfer

(9.100 Zimmer von insgesamt 26.800) auch

tuellen 12ten Fünf-Jahresplans (2011-2015) der

Die großen internationalen Hotelkonzerne ha-

auf das untere Preissegment.

Regierung in Peking. Als ein wichtiger treibender

ben große Pläne für China, nicht nur in den

Branchenkritiker sehen in der stürmischen Ent-

Faktor wird vor allem das rasch wachsende Po-

Top-Lagen sondern auch in zweit- und drittran-

wicklung die Gefahr von Überkapazitäten. Zwar

tential der „wealthy-“ und „upper-middle-class“

gigen Destinationen. Dadurch sollen einerseits

lag die Auslastung der 5-Sterne Häuser in Bei-

Bevölkerungsschichten angesehen, das in den

Marktanteile im Inland gewonnen werden, an-

jing im April dieses Jahres bei „nur“ 64% im

kommenden 15 Jahren auf 360 Millionen an-

dererseits will man auch vom Markentransfer

Vergleich zu Hongkong mit 88%, aber die Ho-

wächst. Nach der Befriedigung des Konsums an

bei Auslandsreisen profitieren.

telplaner bleiben optimistisch. IHG verweist dar-

Luxusgütern wird mit einer verstärkten Orientie-

Hilton will bis 2014 100 Hotels betreiben und

auf, dass ihre Room-Night-Erträge (RevPAR) in

rung auf Reisen im Inland wie ins Ausland ge-

damit die jetzige Anzahl vervierfachen. Star-

China jährlich um 12,7% gestiegen sind, d.h.

rechnet. Bestimmend für die Nachfrage sind ein

wood Hotels und Resorts hat 70 Häuser und

fast doppelt so hoch wie in den übrigen Häu-

ausgeprägtes Markenbewusstsein und ein hoher

plant 90 neue. IHG selbst managt 154 und hat

sern weltweit. Und bei prognostiziertem

Service-Anspruch, insbesondere im oberen 5 und

142 in der Pipeline. Als Marriott firmieren 60

Wachstum des Bruttoinlandprodukts um jeweils

4-Sterne Hotelsegment. Noch investieren Chi-

Hotels, als Ramada 43, davon 4 nicht im Fran-

neun Prozent in den kommenden Jahren dürfte

nesen auf Auslandsreisen nur ca. 30% ihres Bud-

chising, sondern erstmals direkt mit einem Ma-

auch der Hotelmarkt Schritt halten.

gets in Unterkunft und Verpflegung, 70% da-

nagement der Wyndham Hotel Group. Accor,

gegen ins Shopping; das soll sich aber in Zukunft

1985 als erste internationale Hotelgruppe in

umkehren.

China, verfügt inzwischen über 104 Hotels in

Gaida

Relationes aus dem Land der großen Zahlen Als Marco Polos Reiseberichte über China um

gestellt:D+D+D+D+D+D+D+D+D+D+D+D+

bereisten Europa; 511.000 chinesische Tou-

die Jahrhundertwende 1300 durch Europa

D+D+D+D=China. Das heißt: alle Probleme,

risten kamen nach Deutschland, 267.000 in

kursierten, bekam die als Original geltende

die wir haben, hat China 16mal mehr. Aber

das viel kleinere Österreich. Zum Vergleich:

Ausgabe den Titel „Il Milione“. Viele sahen

die Chinesen haben auch erkannt, dass sie

allein während der Woche um den National-

16mal mehr Chancen haben.

feiertag Anfang Oktober waren rund 200 Milli-

darin eine hämische Beschreibung der für Europäer geradezu unglaublichen Zahlen und

• Die sechs größten Städte Beijing, Shanghai,

bis dahin unbekannten Größenordnungen.

Guangzhou, Shenzhen, Tianjin, Dongguan ha-

• Nur drei Tage nach dem offiziellen Verkaufs-

Und so mancher hielt den Autor glattweg für

ben (urban area) zusammen 82 Millionen Ein-

start des neuen Apple-i4S in ausgewählten

einen Spinner. Diese „das kann doch nicht

wohner (so viel wie Deutschland). Gut 40%

Ländern (China gehörte nicht dazu) gingen

wahr sein“– Mentalität ist bis heute, genährt

der Bevölkerung leben in städtischen Agglo-

die Geräte in Shanghai und Beijing problem-

durch eine profunde Unkenntnis, auch bei uns

merationen (160 mit mehr als 1 Million Ein-

los über die Ladentheke, allerdings für stolze

noch weit verbreitet. Frisch aus dem „Reich

wohnern), aber 700 Millionen zählen zur Land-

10.000 Yuan (ca. 1.200 EUR): „Designed in

der Mitte“ zurückgekehrt, wollen wir dem

bevölkerung; noch, denn die Landflucht (etwa

geneigten events-Leser eine kleine Auswahl

220 Millionen „Wanderarbeiter“) hat auch für

jüngerer Fakten anbieten, wobei inzwischen

Chinesen beängstigende Ausmaße.

onen Chinesen im Inland unterwegs.

California, assembled in China“. • 940 Millionen Chinesen haben ein „Handy“ (mobile phone), 230 Millionen von ihnen

neben der Million auch Milliarden und Billio-

• Von Oktober 2010 bis September 2011 wur-

nutzen es für diverse Zahlungsvorgänge.

nen in diesem Land ein täglicher Umgang

den über 1 Million (+34%) Visa für die USA

Diese Zahl soll in 2012 auf rund 320 Millio-

sind. Welche Auswirkungen kann das auf die

ausgestellt, davon 160.000 für junge Chi-

nen und 2013 auf 410 Millionen steigen.

MICE-Branche haben, die auch in China zu

nesen, die ein Studium an einer amerikani-

Richtige Einkäufe über Handys machen erst

den prosperierenden Leistungsträgern zählt?

schen Universität aufnehmen wollen. Etwa

140 Millionen; im nächsten Jahr sollen es

• China ist mit einer Fläche von 9,6 Millionen

57 Millionen Chinesen (erst 4,3% der Bevöl-

250 Millionen sein. Das größte e-commerce-

qkm und einer Bevölkerung von 1,34

kerung) sind im Jahr 2010 ins Ausland gereist,

Portal (33% Marktanteil), Taobao, hat 40

Milliarden

mal

70% allerdings nach Hongkong (Shopping)

Millionen Nutzer und 50.000 Anbieter mit

so groß wie Deutschland. Vereinfacht dar-

und Macau (Casinos). Immerhin 2,6 Millionen

70.000 Marken.

Menschen

94 events 6/2011

etwa

16


DESTINATION EN

• Kaffee in allen Variationen ist im Teetrinker-

2.962 m) sind eine Herausforderung für Berg-

Eastern,

land der Renner. Starbucks hat gerade sei-

steiger. Darüber hinaus kann die Provinz im

nationen in Mainland China an.

nen 500sten Store (in 42 Städten) eröffnet

Südwesten Chinas sechs UNESCO Kulturerbe

• Die großen Kreuzfahrt-Reedereien – vor zwei,

und plant bis 2015 auf 1.500 zu kommen.

vorweisen und sieht sich als „Wiege“ der

drei Jahren haben Costa Cruises, Royal Ca-

Würde der Anteil der Kaffeetrinker etwa

z. B., eine der großen, fliegt 85 Desti-

ribbean und Star Cruises damit angefangen

Pandas.

dem in Deutschland entsprechen, wären es

• Duijangyan, zur Hauptstadt Chengdu gehörig,

– entdecken China. 2010 liefen 223 Schiffe

rund 550 Millionen; der Kaffeemarkt welt-

war vom Erdbeben 2008 besonders betroffen,

(+43%) chinesische Häfen an, 95 Kreuzfahr-

weit würde zusammenbrechen. China hat

konnte sich aber wegen seiner touristischen

ten starteten von dort mit chinesischen Gäs-

deshalb begonnen, seinen eigenen Kaffee

Attraktivität u.a. als Zentrum des Taoismus

ten an Bord. 462.000 (+15,5%) Auslands-

anzubauen.

schnell erholen. In 2010 wurden wieder 11

touristen kamen ins Land, 790.000 (+20%)

• Huaxi (Jiangsu), ursprünglich ein kleines 2.000

Millionen Besucher gezählt, dank großer In-

Chinesen leisteten sich eine Kreuzfahrt (be-

Bauerndorf, in den letzten Jahren mit einge-

vestitionen in die Infrastruktur soll die Zahl

vorzugtes Ziel: Vietnam). Aufgrund einer Li-

meindeten Nachbarorten und 20.000 „Zuge-

bis 2015 auf 18 Millionen steigen, davon

beralisierung durch das Transportministerium,

reisten“ auf 55.000 Bewohner angewachsen,

500.000 aus dem Ausland, und 160.000 Ar-

die ausländischen Reedereien einen direkten

machte Anfang Oktober, ohnehin schon als

beitsplätze sichern. Seit Mai dieses Jahres wird

Zugriff auf den chinesischen Markt erlaubt,

„Dorf der Milliardäre“ bekannt, erneut von

an jeden Besucher eine „Digital Card“ aus-

wird mit erheblichen Steigerungsraten ge-

sich reden. Mit großem Pomp wurde ein 328

gegeben, mit der er überall den umfassend

rechnet. Voraussetzung ist auch eine Intensi-

m hoher Wolkenkratzer (74 Etagen, 45 Lifts),

aufgebauten virtuellen Tour-Guide nutzen

vierung des Marketings einschließlich der

Nummer 15 weltweit, eröffnet. Er beherbergt

kann. Durch das parallele Monitoring erhält

Schulung der örtlichen Reisebüroagenten, um

ein Luxushotel mit 826 Zimmern und einem

das Touristik-Management Informationen

den Kunden den Luxus-Status einer Kreuz-

Ban-kettsaal für 4.000 Gäste. Auf der 60.

über die Bewegungsabläufe, Spitzenzeiten,

Etage steht die Skulptur eines Ochsen, le-

Verweildauer, etc. in Echtzeit und kann ent-

bensgroß, 1.000 Kilogramm pures Gold

fahrt deutlich zu machen. • Und zum Abschluss: Eine interaktive onlineBefragung des chinesischen Auslands-Rund-

sprechend agieren.

(„good faith is gold“). Mit dem neuen „Land-

• Als größte chinesische Airline (nach dem Flotten-

funks Radio China International "Die zehn

mark“ soll der Tourismus in der Region ge-

bestand) erhielt jetzt China Southern den ersten

besten chinesischen Kulturstädte in den Au-

fördert werden.

Airbus A 380. Im Dezember soll ein zweiter folgen;

gen der Internetnutzer aus aller Welt" hat bei

• Sichuan hat mit 80 Millionen so viel Einwoh-

beide vorwiegend auf Flügen nach den USA ein-

5,76 Millionen Antworten folgendes Ranking

ner wie Deutschland, jedoch auf einem Drittel

gesetzt. Die anderen Gesellschaften, die ebenfalls

ergeben: Beijing, Chengdu, Xi'an, Nanjing,

mehr Fläche (485.000 qkm). Die über 200

den A380 bestellt haben, zögern mit der Ab-

Lhasa, Dali, Guangzhou, Guilin, Pingyao und

Berge zwischen 4.000 m und 7.000 m (höch-

nahme und möchten lieber auf Maschinen um-

ster Gipfel Gongga Shan 7.556 m, Zugspitze

buchen, die für Inlandsflüge geeignet sind. China

Qingdao. Die Namen sollte man sich merken. Gaida

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DE STIN ATION EN

Die aktuellen Destinations-Trends Wo planen Entscheider im Frühjahr und Sommer 2012 ihre Veranstaltungen? Der Pro Sky Destination Report enthüllt, wo die Reise hingeht. Welche Länder und Metropolen sind die beliebtesten für Kongresse und Events? Eine Umfrage unter fast 200 Entscheider aus Unternehmen und dem Agenturbereich ergab, dass deren Firmenveranstaltungen meist bis zu 100 Teilnehmer, doch auch Events mit mehr als 500 Teilnehmern durchaus üblich sind. Bei den Metropolen lieferten sich katalanische Kreativität und „arm aber sexy“-Mentalität ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen: Barcelona und Berlin kamen mit jeweils fast 60 Prozent souverän auf dem geteilten Spitzenplatz. Sowohl die katalanische Hauptstadt, als auch das bundesdeutsche Pendant festigten damit ihren Ruf als zwei der wichtigsten Eventstädte der

Welt mit hervorragender Infrastruktur und aufregenden Locations. Lissabon ist mit 39 Prozent ebenfalls ganz oben angesiedelt, Wien hat mit 35 Prozent, vielleicht etwas überraschend, auch einen vorderen Platz inne. Auf die Touristikklassiker Paris und Rom setzten immerhin 30 Prozent der Entscheider. London, wegen der hohen Preise für Veranstaltungen nicht immer sehr beliebt, schneidet mit über 30 Prozent sehr gut ab. Als Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 planen viele Entscheider die Metropole scheinbar fest mit ein. Zurückhaltend und nur mit 8% wurde Athen bedacht. Senken die Schuldenprobleme Griechenlands auch die Attraktivität der Hauptstadt? Istanbul erlebt einen Boom Die Stadt am Bosporus wird für Firmenincentives und Events immer beliebter.

Auch osteuropäische Destinationen sind hoch im Kurs. Auf die Frage, welche Destinationen in den nächsten Jahren Trends setzen werden, nennen viele Moskau, St. Petersburg oder die Adriaküste Kroatiens. So steht im Ländervergleich das Baltikum bereits jetzt für immerhin elf Prozent der Befragten als Eventdestination auf der Agenda. Im mittleren Bereich befinden sich Frankreich, Portugal und Österreich, jeweils mit Werten zwischen 35 und 42 Prozent. Ganz oben bestätigt sich das Metropolen-Ranking: Deutschland und Spanien teilen sich mit deutlichem Abstand die Spitze mit jeweils 70 und 72 Prozent. Eine detaillierte Auswertung haben wir für Sie unter diesem Link als Download bereitgelegt (2,2 MB): www.pro-sky.com/PRO-SKYDestination-Report.zip

ENIT-Direktor Montini zurück nach Rom

71.354 Kongressteilnehmer in der Steiermark Die aktuelle Kongress-Statistik zeigt, dass die Steiermark mit 71.354 Kongress- und Tagungsteilnehmer, die 133.290 Nächte generieren, im nationalen Wettbewerb gut unterwegs ist. Sie zeigt aber auch, dass dieser vierte Platz im nationalen Kongressranking hart verteidigt werden muss bzw. die Anstrengungen, um noch zulegen zu können, groß sein müssen. Dazu wurden bei der vierten Tagungsmesse der Steiermark Convention im Naturhistorischen Museum in Wien über 250 Besucher vom „grünen Angebot“ überzeugt. 96 events 6/2011

Nach sechs Jahren als Direktor für die deutschsprachigen Länder und Benelux im Frankfurter ENIT-Büro kehrte Marco Montini am 1. Oktober in die Generaldirektion nach Rom zurück. „Nach sechs ereignisreichen Jahren in Deutschland blicke ich zurück auf zahlreiche Initiativen, die wir zusammen mit unseren Partnern zur Förderung des Tourismus nach Italien und des Made in Italy verwirklichen konnten.

Dabei haben wir verstärkt auch mit branchenfremden Unternehmen kooperiert, um das Reiseland Italien zu bewerben“, so Montini bei seiner Abschiedsrede im Hotel Westin Grand in Frankfurt. Die Mitarbeiter des Frankfurter ENIT-Büros stehen weiterhin aktiv für Kooperationen rund ums Reiseland Italien zur Verfügung. Ansprechpartner der einzelnen Abteilungen unter: www.enit.it.

Visit berlin jetzt bei „BestCities Global Alliance“ Die Aufnahme in das renommierten Servicenetzwerk „BestCities Global Alliance“ wurde kürzlich e auf der IMEX America in Las Vegas bekannt gegeben. Berlin überzeugt unter anderem mit modernsten Hotels und Locations, sehr guten Verkehrsanbindungen und professioneller Vermarktung als Kongressdestination. „Wir haben ein Jahr darauf hingearbeitet, Teil dieses starken Netzwerkes zu werden“, sagt visitBerlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker. „Durch die Mitgliedschaft wollen wir weitere internationale Kongresse für Berlin akquirieren.“ Zu den „BestCities“ gehören zehn führende Meeting-Metropolen, darunter Dubai, Singapur, Vancouver, Melbourne und Houston. Die Kongressbüros der Städte stehen im regelmäßigen Austausch und planen gemeinsame Marketingaktionen in Fernmärkten. Auch die Erschließung neuer Märkte steht im Fokus. www.visitberlin.de


Japan

Vergangenheit und Zukunft: Kyotos Fushimi Inarai Tashi Tempel & Osakas Kongressund Tagungszentrum „Cube“

zwischen Tradition und Fortschritt Von Daniel Tschudy

Terra incognita: Obwohl Japan die drittgrößte Weltwirtschaftsmacht ist, kennen wir das Land kaum oder besser gesagt, wir kennen es eigentlich gar nicht. Kein Global Player mit so viel Identität und so viel Einfluss auf das Weltgeschehen ist gleichzeitig so unbekannt und mystifiziert wie Japan. Dafür gibt es viele Gründe und die wichtigsten liegen viele Generationen zurück. Dass sich Japan in zwei Etappen fast 600 Jahre von der restlichen Welt zurückgezogen hat, beeinflusste die Mentalität substantiell und bis in die Gegenwart hinein. Dabei ist die teilweise noch immer nicht aufgearbeitete Rolle in der Geschichte der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ein zweiter Faktor. Daraus resultierten wohl auch die Schwierigkeiten, offen und pro-aktiv kommunizieren zu können. Auch, was das Land der aufgehenden Sonne eigentlich Fantastisches anbietet. Eine Mischung aus Vergangenheit und Zukunft, eine Balance zwischen Natur und Mensch. Spannend. Eigenartig. Japan ist speziell und alleine deshalb einen Besuch wert. Aber Japan kann man nicht einfach bereisen: Man muss es erleben! Flüchtige Eindrücke und „Easy Going“ gehen nicht im Land der Samurai – man muss sich vielleicht mehr als in anderen Destinationen mit dem Land richtig auseinander setzen. Wer dies tut, wird begeistert sein, wird als Veranstalter von Firmenevents, Incentives und Kongressen garantiert auf seine Kosten kommen. Denn, wer sich in Shanghai oder Hong Kong trifft, der kann dies auch in Tokyo oder Osaka tun. Ein komplettes Angebot ist vorhanden: modernste Flughafen-Hubs, effiziente Transportwege, neueste Tagungszentren, sowie dazu ein breites Angebot an Ausflügen, Aktivitäten und Nachtleben. Zumindest Japans Hotspots sind gut aufgestellt für MICE. Denn auch wenn sich im Pool des Japan Convention Bureau Dutzende von Vermarktungsbüros anbieten, von der Nordinsel Hokkaido bis fast in den Südpazifik hinein: Für europäische Veranstalter sind nur wenige Destinationen auch tatsächlich nutzbar. Aus Sicht von Verbänden oder Firmen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz könnte man das Angebot wie folgt zusammenfassen:

TOKYO BAY mit Chiba, Tokyo und Yokohama KANSAI mit Kyoto, Osaka, Kobe und Nara Als Farbtupfer kann das dann mit dem im Westen unbekannten OKINAWA angereichert werden. Wir berichten darüber auf den folgenden Seiten. Aber mit den beiden Hauptbegriffen Tokyo Bay und Kansai kann man in der Tat gut arbeiten. Mit TokyoNarita, in Chiba und dem Inselflughafen Kansai vor Osaka verfügen beide Regionen über einen renommierten interkontinentalen Flughafen. Beide Regionen sind extrem gut ausgebaut mit effizientem ÖPNV. Sie verfügen zudem über zwei architektonisch außerordentliche Tagungszentren: das Tokyo International Forum und das Osaka International Conference Center und auch über eher klassische Kongresshäuser wie das Pacifico Yokohama im Tokyo Bay und das bekannte International Conference Center ICC in Kyoto. Kansai steht mehr für Tradition und Tokyo Bay mit seinen Wolkenkratzern, Disneyland und Nachtleben für die Moderne. In Osaka und Kyoto hingegen ist die Vergangenheit Teil der Gegenwart geworden.

events 6/2011 97


Tokyo Bay und Kansai - zwei Ballungsgebiete für Tagungen und Incentives

Umtriebig: Tokyo Bay Tokyo Bay erstreckt sich auf einem Gebiet von fast 200 qkm, vom Flughafen Narita im Norden Tokyos in der Provinz Chiba bis in die südwestliche Hafenstadt Yokohama. Die dreidimensionale Mega-City, zusammengewachsen aus Tokyo und Yokohama verschmilzt derweil auch mit Kawasaki. Über 42 Millionen der insgesamt 128 Millionen Japaner leben in diesem Sinnbild der Moderne, das – man merke auf: doppelt so groß ist wie Schanghai! Das Gebiet wird politisch und gesellschaftlich Kanto genannt und meint die Wirtschaftsmetropole Tokyo Bay. Dass sich dabei der frühere Regionalflughafen Haneda, weniger als 30 Minuten Taxifahrt von den Stadtzentren Tokyo und Yokohama entfernt, als echte Alternative zu Narita ent-

pole. Gutes Geschäft kommt auch über Yokohamas super-

wickelt hat, passt ins Bild. British Airways bedient Haneda

modernes Kreuzfahrt-Terminal herein, eines der größten in

bereits direkt ab London und Lufthansa ab Frühjahr 2012 ab

Asien. Die global vernetzten Transport-Hubs sind also da und

Frankfurt. Dies ist vor allem für Yokohama interessant, denn

ein ÖPNV, der in Qualität, Effizienz und Abdeckung absolut

die Stadt ist seit diesem Herbst Partnerstadt der Mainmetro-

dem Level in der Schweiz entspricht.

Immer wieder im Blickpunkt: Das Alte und das Neue Ein breites Tagungsangebot... Mehrere zum Teil riesige Kongress- und Ausstellungszentren sind im Angebot: ein Erstes bereits in Makuhari, auf halbem Weg zwischen dem Flughafen Narita und Tokyo. Das CCB-IC umfasst mehrere Event- und Tagungshallen mit 72.000 qm Fläche und ideal für bis zu 1.500 Delegierte; in direkter Umgebung gibt es gleich sechs größere Hotels (www.ccb.or.jp). In der internationalen Szene bereits bekannter ist das Tokyo International Forum im Stadtteil Marunouchi und in Gehweite vom Tokioer Hauptbahnhof. Nicht weniger als 5.012 Gäste haben in der Haupthalle Platz, das reicht dann schon für die ganz großen Konferenzen und Tagungen. Architektonisch gelungen ist auch das TIF, ein elegantes Glasgebäude mitten im Bankenviertel mit weiteren sechs Hallen und 34 Sitzungsräumen (www.t-i-forum.co.jp). Als wohl komplettestes Kongresszentrum in Tokyo Bay darf man aber sicherlich das Pacifico Yokohama bezeichnen (www.pacifico.co.jp). Hier im Hafen sind internationale PCO’s und deren Verbände und Konzerne bestens aufgehoben. „All

98 events 6/2011


Skyline von Okohama mit dem Kreuzfahrtenterminal im Vordergrund

...und reichlich Events und Entertainment Kanto pulsiert, das Gebiet lebt Unterhaltung, täglich, allnächtlich. Dass dabei auch Incentive-Gruppen auf ihre Kosten kommen, versteht sich von selbst. In Tokyo selbst zum Beispiel bietet Roppongi Hills auf 250 Metern Höhe imposante Veranstaltungsräumlichkeiten an. Neben Auditorium und Tagungsräumen sticht vor allem „City View“ heraus; eine helle, neutrale Event-Plattform mit fantastischer Rundumsicht über Tokyo. Abendliche Autopräsentationen hoch über den Lichtern der Multimillionen-Metropole können dort schon unvergesslich sein (www.academyhills.com). Das passende Gegenstück findet man im Happo-en (Foto links), einem herrlich traditionellen Garten aus der Edo-Periode (frühes 17. Jahrhundert), mit 14 unterschiedlichen Räumen für Bankette bis zu 800 Personen (www.happo-en.com). Auf diesem 33.000 qm großen Grundstück kann man das alte Japan fühlen und einatmen. Für Incentivegruppen werden Teezeremonien, Vorführungen mit alten japanischen Instrumenten (wie Koto, Shamisen, Shinobue oder Taiko) oder Samurai Shows organisiert. Auch wenn eher tagsüber als abends – Happo-en ist für Firmengäste und Verbandsteilnehmer ein echtes Erlebnis. Vergleichbares bietet auch der Sankeien Garden in Yokohama allerdings mit 175.000 qm um einiges grösser. Sankeien ist ein richtiges Freilichtmuseum mit 17 originalen, jahrhundertealten Gebäuden aus allen Landesteilen Japans. Erholung pur vom Kongress ist hier die Devise, auch wenn die überdachten Bereiche nicht ganz so groß sind (Stehbankette für bis zu 200 Gäste). Eine ähnliche Kapazität für private Veranin One“ beschreibt die Werbebroschüre das Angebot und

staltungen hat in Yokohama das Dolphin Fantasy & Aqua

das stimmt auch. Die National Convention Hall bietet Platz

Museum im Hakkeijima Sea Paradise; gar nicht so massen-

für 5.000 Delegierte, Im Konferenzzentrum gibt es 50 1.350

touristisch, wie es zunächst scheint und die Unterwasser-Lo-

Gäste sowie 20.000 qm Ausstellungsfläche. Es gibt auch viele

cation ist schon Spitze (siehe Foto auf der letzten Seite dieses

weitere Tagungsräume in den umliegenden Hotels wie Royal

Japanberichtes). Wer aber mit seinen Gästen eher über dem

Park, Pan Pacific sowie dem baulichen Symbol des gesamten

Wasser bleiben will, der kann dies mit der Royal Wing tun,

Konferenzgebiets, dem InterContinental Grand. Sie bieten

einem ausgesprochen eleganten Schiff für Charterfahrten im

zusammen 1.700 Gästezimmer an und jedes der Häuser hat

Hafen Yokohamas. Die Kapazität: etwa 630 Gäste (Buffet-

einen Ballroom und jeweils zehn weitere Tagungs- und Emp-

Verpflegung); bei serviertem Essen 450 Gäste. Die Meeresbrise

fangsräume. Das ist schon eindrucksvoll, auch weil alle von

erfrischt und die Aussicht auf die neue Skyline von Yokohama

Pacifico zu Fuß erreichbar sind.

fasziniert.

events 6/2011 99


Kansai: Tradition & Werte

Eine ganz andere Welt tut sich auf im ebenfalls völlig verstädterten Gebiet Kansai rund um die Städte Kyoto, Osaka und Kobe. Dazu gehört auch noch die ehemalige Hauptstadt Nara, eines der wichtigsten Tourismuszentren des Landes. Überall hier wird viel Wert gelegt auf Geschichte und Traditionen des alten Japan. Auch hier leben rund 24 Millionen Menschen, aber der Rhythmus der Kansai-Städte ist dennoch um einiges ruhiger. Gewissen Kongress-Kunden kann dies nur recht sein. KICC in Kyoto und „Cube“ in Osaka Die beiden großen Kansai-Players im Tagungsbereich stehen in Kyoto und Osaka; hier das bereits 1966 erbaute und alt-ehrwürdige Kyoto International Conference Center, da das moderne Kongress-Hochhaus OICC (siehe Titelbild dieser Reportage). KICC Kyoto ist eine Institution, auch weil das 1997 ausgearbeitete Kyoto-Protokoll jahrelang Werbung für die Stadt und damit das Haus machte. Die Haupthalle bietet Platz für 7‘000 Delegierte und dazu gibt es über 70 Tagungsräume (www.icckyoto.or.jp). Leider liegt KICC etwas außerhalb der Stadt.

100 events 6/2011

Ganz anders das OICC, das Osaka International Convention Center (www.gco.co.jp). Es liegt im Herzen Osakas mitten im Business-Distrikt Nakanoshima. Vielleicht wurde es deshalb mit 12 Stockwerken in die Höhe gebaut, statt in die Breite wie in anderen Teilen der Welt. Prunkstück ist die zwei Stockwerk hohe „Main Hall“ im 5. Stock; ein elegantes Auditorium mit über 2.700 Sitzplätzen. Darüber befinden sich weitere 25 Seminarräume und dann ganz oben auf dem Dach, ein multifunktionelles und helles Tagungszentrum mit Platz für 500 Personen und Sicht über die ganze Stadt. Jedes Stockwerk hat seine eigenen Aufzüge und so können viele Veranstaltungen parallel aber völlig getrennt voneinander stattfinden. Das gleich neben dem OICC gelegene Rihga Royal Hotel Osaka komplettiert das Angebot: es gibt 973 Gästezimmer, viele Tagungsräume, einen herrlichen japanischen Ballsaal, 60 Einkaufsläden sowie 20 Bars und Restaurants. Zu Berichten über das Essen in Japan fehlt in dieser Reportage leider der Platz. Aber Kansai und Tokyo Bay bieten alles an, was den Gaumen erfreut. Sowohl die gesunde japanische Küche in allen ihren Variationen wie auch immer mehr das Angebot der ganzen Welt. Kongressverantwortliche und Incentive-Veranstalter sollten deshalb im Programm unbedingt freie Abende einplanen. Das Nachtleben ist sicher, der Transport gewährleistet und das Vergnügen garantiert. Wie zum Beispiel in Osakas Dotombori Distrikt.


Kansai für Aktivitäten und Rahmenprogramme Wer Kansai mit seinen Incentive-Gästen bereist oder in der Region einen internationalen Kongress abhält, der muss wissen, dass das ‚alte‘ Japan omnipräsent ist. Gerade Kyoto, über 1.000 Jahre lang Hauptstadt Japans, zelebriert das „ganze Paket“ aus Tempeln, Teehäusern, Kimonos und Kirschblüten. In eigener Wahrnehmung ist Kyoto „where you can feel the essence of Japan“. Die schnellen Meetings und übereifrigen Kongresse passen vielleicht ein bisschen besser in die Tokyo Bay – Kansai hingegen fordert Zeit und Aufmerksamkeit. Rahmenprogramme hier sind daher immer interaktiv; der Geist muss wach sein, die Hände im Einsatz. Die kleine Agentur WAK (www.wakjapan.com) hat sich in wenigen Jahren einen guten Namen gemacht und bedient ausländische Geschäftsreisende in deren Arbeitspausen. Teezeremonie, Ikebana (die japanische Kunst des Blumenarrangierens), das Tragen eines Kimonos, Origami (die Kunst des Papierfaltens), Kalligraphie (die Schönschreibkunst), oder japanisch Kochen sind Teil der Kulturpalette. Schön ist, dass alle Leistungen nur mit jeweils wenigen Teilnehmer/innen erlebt werden können; bei einer größeren Gruppe muss man entsprechend anders planen (back-to-back quasi). Weniger überlegen muss man beim Besuch des Toei Kyoto Studio Parks, des Film- und Freizeitparks ebenfalls in Kyoto. Hier kann man die Produktion vor allem von japanischen Historienfilmen erleben; pro Jahr werden über 200 solche Filme gedreht. Gäste erleben eine Ninja-Show und dürfen dann auch einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen. In diesem Falle wie der Autor, der den aus der USProduktion ‚The Last Samurai‘ bekannten Schauspieler Lee Murayama (rechts) und dessen Partnerin Marie treffen durfte. Die Außenkulissen des Toei Parks wurden einem Stadtbild aus der Edo-Zeit nachgebaut und das ganze Gelände kann für Firmen-Ver-

anstaltungen exklusiv gebucht werden. Hollywood in Japan. Wer eher das reale Japan erleben will, wird sich in Kyoto viel Zeit für die Tempel, Schreine und Gärten nehmen müssen. Alle guten Reiseführer erklären das Angebot und alle DMC führen die Ausflüge durch. An dieser Stelle wollen wir einfach mit ein paar Namen Lust auf Mehr machen: Der goldene Tempel Kinkaku-ji (oben), das Nijo Schloss, der Fushimi-Inari Shrine (siehe Titelblatt) und natürlich der bekannte Holzbau-Tempel Kiyomizudera in den Hügeln außerhalb der Stadt: Alle laden zur Zeitreise in die Vergangenheit ein!

Im Vergleich: Japan mit Deutschland, Österreich und der Schweiz: Einwohner Größe km2 Bevölkerungsdichte Japan 128.0 Mio. 377835 337 pro km2 Deutschland 81.7 Mio. 357111 229 pro km2 Österreich 8.4 Mio. 83878 100 pro km2 Schweiz 7.8 Mio. 41285 188 pro km2


Das Kyoto-Interview

Im Gespräch mit Richard Suter, Generaldirektor des Westin Miyako Hotels in Kyoto

Herr Suter, Kyoto ist eine sehr traditionelle Stadt und trägt dieses Image auch bewusst weiter. Welche Argumente sprechen für internationale Konferenzen und Tagungen in der ehemaligen Kaiserstadt? Kyoto hat mit 17 UNESCO Weltkulturerben die größte Dichte von geschichtlich wertvollen Gebäuden. Gäste finden sich schnell zurecht, die Stadt kann man leicht zu Fuß auszukundschaften und man fühlt sich überall sicher. Das Essen ist ausgezeichnet und der Service auf einem sehr hohem Standard. Nicht zuletzt deshalb haben die Leser das Condé Nast Kyoto als die beste Destination Asiens gewählt. Viele politische Gipfeltreffen fanden hier statt, wie die der G7 oder der Asia Development Bank; zudem wurde das „Kyoto Protokoll“ hier ausgearbeitet. Die Stadt hat also reichlich Konferenz- und Tagungs-Erfahrung und ist gewohnt, Gäste aus der ganzen Welt zu betreuen. Was für Veranstaltungen mit europäischer Beteiligung betreuten Sie bereits? In den letzten Jahren durften wir unzählige internationale Veranstaltungen aus allen Branchen, wie Medizin, Pharmazie, IT, Versicherungen und Politik, mit Delegierten aus allen europäischen Ländern begrüßen.

102 events 6/2011

Wie kürzlich eben Ende Oktober, als der deutsche Bundespräsident Christian Wulff eine Parlamentariergruppe anführte und zusammen mit Vertretern des deutschen Wirtschafts- und Kulturlebens nach Kyoto kam und bei uns übernachtete. Wir haben ja über 500 westlich-eingerichtete Zimmer, sowie 20 japanisch-eingerichtete mit Wannen aus Zedernholz und Tatami-Fußböden. Welche Rolle spielt das Westin Miyako in der Angebotspalette Kyotos? Das Miyako Hotel wurde vor 121 Jahren als eines der ersten westlich-orientierten Hotels in Japan eröffnet und hat deshalb schon immer eine tragende Rolle gespielt. Die Verbindung mit Starwood Hotels & Resort vor zehn Jahren hat dies noch gefestigt. Und ich als Gastgeber mit Schweizer Wurzeln verstehe ebenfalls, was der europäische Kunde erwartet. Welches sind aus Sicht eines europäischen Veranstalters die Hauptvorteile von Kyoto als MICE-Destination? Die Stadt eröffnet unzählige Möglichkeiten im japanischen Kulturbereich, vom modernen Manga bis hin zu über 1000 Jahre alten Gebäuden. Man muss sich einfach Zeit nehmen. Wer dies tut, der kann zum Beispiel schon mal auf Familienbetriebe stoßen, die bereits in der 20. oder sogar 30. Generation geführt werden. Hier spiegelt sich wider, wie man in dieser Stadt lebt und arbeitet, wie man Qualität in den Vordergrund stellt und den Kunden bedient. Kyoto ist keine moderne, verspielte Stadt voller Hochhäuser, Infinity Pools und spektakuläre Lichtshows. Kyoto ist einfach, sauber, bedächtig, freundlich, mythisch und definitiv traditionell. Das ist, was Kyoto einzigartig macht und was wir allen unseren Gästen weitergeben, unabhängig davon ob sie zum Kongress, wegen einer Incentive- oder Privatreise kommen.


Unbekanntes Okinawa Es scheint, dass Okinawa das bestgehütete Geheimnis der Japaner ist. Obwohl die insgesamt 400 km lange, auf gleicher Höhe wie Florida und Hawaii liegende Inselkette seit elf Jahren zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, kennt man sie in Europa kaum. Okinawa gehörte zum sagenumwobenen kleinen Königreich Ryukyu, welches bis ins 16. Jahrhundert in weitgehender Unabhängigkeit von Japan und China existierte. Außerhalb Japans kennt man es primär in den USA, weil diese dort seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehrere Militärstützpunkte betreiben. Für die USA sind die Inseln von wichtigem strategischem Wert.

Tagen und anschließend: Schnorcheln! Auf Grund seines Klimas und im Schatten dieses „Militärtourismus“ hat sich Okinawa zu einer spannenden Destination entwickelt. Seit den 80er Jahren zunächst als Naherholungsgebiet für die gestressten Stadtbewohner Japans, dann immer mehr als ruhige und klimafreundliche Alternative zur Massendestination Hawaii. Und neuerdings auch als Ausrichter für Incentives und internationale Tagungen. Osaka, Schanghai, Seoul und Hong Kong sind ab der Hauptstadt Naha nur rund zwei Flugstunden entfernt und dann mit direkter Anbindung an die großen Märkte in London, Paris und Frankfurt. Und so bieten sich die Inseln als Treffpunkt für globale und panasiatische Konferenzen und Incentives an. Eine neue Destination quasi – Tagen und Schnorcheln in einem. Das direkt am Meer gelegene Okinawa Convention Center (www.oki-conven.jp) bietet eine multifunktionelle Haupthalle an mit Platz für 5.000 Gäste und ein Auditorium mit 1.800 Plätzen. Dazu kommen mehrere kleinere Tagungs- und Konferenz-Räumlichkeiten. Das ganze Zentrum etwa zehn Kilometer nördlich von Naha liegt im Seaside Park, zu dem auch ein Open Air Theater gehört – man könnte also auch im Freien tagen. Auf sich aufmerksam macht auch ein Anbieter, der sich „MICE-Resort“ nennt, das Bankoku Shinryokan Zentrum beim

sogenannten Busena Point, etwa 60 km vom Flughafen. Der Hauptsaal Summit ist 441 qm groß und bietet Platz für ein Seminar mit bis zu 500 Gästen. Passende Hotels im 4* und 5*Bereich gibt es auf Okinawa mehr als genug. Erste Ansprechpartnerin für Incentive- und Tagungsanfragen ist Frau Minako Teruya vom Okinawa Convention & Visitors Bureau (minako@ocvb.or.jp); Frau Teruya ist auch auf der EIBTM Barcelona am Stand E750 erreichbar.

Kongress- & Incentive-Unterkunft – es lohnt sich, gut zu inspizieren!

Dank seiner großen Binnenlandnachfrage hat das Land in den letzten 30 Jahren eine enorme Palette von tollen Hotels gebaut; von modern und trendig bis familiär und traditionell. Für Incentives und Corporate Events ist theoretisch ebenfalls alles vorhanden, ob amerikanische Kettenanbieter, asiatische Luxushäuser oder japanische Hotelgruppen. Dennoch, das darf man offen sagen, viele Hotels sind noch nicht für ausländische Business-Gruppen bereit. Es fehlt ihnen nie an Freundlichkeit, aber häufig an Flexibilität. Zum Beispiel auch an der Bereitschaft, Räumlichkeiten anders einzusetzen, vorgegebene Öffnungszeiten zu ändern, Spezialwünsche zu respektieren oder ganz grundsätzlich Dienstleistungsabläufe umzustoßen. Ein Tipp an Veranstalter: Auf einer Inspektionsreise nicht nur die in Frage kommenden Hotels anschauen, sondern effektiv in jedem übernachten, um so mit den Hotelverantwortlichen mehr als nur Freundlichkeiten auszutauschen. Man wird dann die wahren Gegebenheiten wie Erfahrung, Einstellung, Atmosphäre, usw., besser fühlen können. Zwei Beispiele: In Japan sind Raucherzimmer für westliche Besucher sehr unangenehm; viel intensiver als in Europa. Und bei einem mehrtägigen Aufenthalt kann schon einmal stören, dass die wenigsten englischsprachige Fernsehkanäle anbieten, und wenn, dann höchstens CNN. Mit ein bisschen Pech allerdings Japanisch übersprochen! Es lohnt sich also, genau hinzuschauen oder notfalls den sicheren Weg zu gehen und die Hotels anzuschreiben, die unter europäischer Führung stehen. So kann man sicher sein, dass spezifische Fragen und Wünsche auch klar und deutlich beantwortet werden. Das Swissôtel Nankai Osaka gehört beispielsweise dazu oder auch das im Interview vorgestellte Westin Miyako in Kyoto.

events 6/2011 103


Tradition und Neues: der heilige Fujiyama und eine Event Venue im Hakkeijima Sea Paradise in Yokohama

Quo Vadis Japan?

Im Gespräch mit Chad Shiver, Japan National Tourist Organization, London Wie sieht derzeit die MICE-Situation in Japan aus? Nach den verheerenden Katastrophen im März, mit entsprechendem Einbruch an Ankünften, erholt sich Japan seit kurzem wieder und die Anfragen bei uns im JNTO London kommen wieder und sind derzeit sogar höher als im Vergleichsmonat 2010. Wann wird sich Japans Tourismus erholt haben? Wir haben mehrere Entscheidungsträger aus ganz Europa nach Japan gebracht, um ihnen vor Ort zu zeigen, dass man wieder normal arbeiten kann. Der echte Normal-Status dürfte aber erst ab Frühjahr 2012 wieder erreicht werden. Was können Sie von London aus für interessierte deutsche Planer tun? JNTO betreibt hier in London eine Art europäisches „MICE-Beratungsbüro“, dem ich vorstehe. Wir helfen interessierten Agenturen und Firmen, ihre Events in Japan richtig anzugehen, die notwendigen lokalen Kontakte herzustellen und stehen - wenn nötig! – beim ‚Pitchen‘ zur Seite. 104 events 6/2011

Unterstützt JNTO auch Veranstalter von internationalen Kongressen? Ja, wir helfen bei der Durchführung von Inspektionsreisen und dann stellen wir die Verbindung zu den regionalen Convention Büros her. Diese offerieren teilweise direkte finanzielle Hilfeleistungen oder kostenfreie Dienstleistungen (wie Flughafentransfers, Ausflüge oder Unterhaltung). Was sehen Sie als USP für internationale Konferenzen in Japan? Japan hat mehrere USPs aber das korrekte Preis-/Leistungsverhältnis ist wohl der wichtigste. Natürlich ist Japan keine Billigdestination, aber die Gegenleistungen sind extreme Aufmerksamkeit für jedes Detail, die aufopfernde Unterstützung durch alle involvierten Angestellten und letztlich die absolute Zuverlässigkeit bei der Durchführung von Events. Chad Shiver Verantwortlicher Incentives & Kongresse, Japan Convention Bureau / JNTO, London, England; Tel. +44 207 83 2130 Email: chad@jnto.co.uk, Website: www.seejapan.co.uk EIBTM Barcelona: JAPAN stellt am Stand E750 aus

Schwieriges Zeitfenster Die Zahlen sind ernüchternd: Gegenüber dem Vorjahr hat Japan von Januar bis August 2011 einen Besucherrückgang von 33% gesehen; in effektiven Zahlen von 5.9 Millionen herunter auf 3,94 Mio. Ankünfte. Richtig weh tut es Japan vor allem aus seinen Nachbarmärkten: Alleine aus Südkorea fehlen über eine halbe Million Touristen (-31,7%); auch China, Taiwan und Hong Kong (mit sogar -40,6%) sind gewaltig im Minus. Auch aus Deutschland ist die Besucherzahl in den ersten acht Monaten von 77.600 (2010) auf 46.000 gesunken, also um -40,8% (zum Vergleich: 2010 besuchten rund 26.000 Schweizer Japan). Auch wenn Reisen und Tagen in Japan nach wie vor absolut sicher ist, die Multikatastrophe im März hat der japanischen Wirtschaft auf Jahre hinaus geschadet. Entsprechend wird die japanische Tourismusbranche ihre Verkaufs- und Werbe-Bemühungen intensivieren müssen. Zahlen: Ministry of Internal Affairs and Communications, Japan Tourism Agency, Japan National Tourism Organization Fotos: Daniel Tschudy, Paul Ruckstuhl, JNTO, sowie von mehreren Japanischen Convention Büros & Anbietern zur Verfügung gestellte.



VERANSTALTUNGEN

Gut gestartet: die erste BOE Austria Das hatte man erwartet: Die Anzahl der Besucher (1700 bei 170 Ausstellern) war bei der Premiere der Best of Events Austria im Salzburger Messezentrum noch nicht ganz auf der Ideallinie. Aber: Die Qualität war nach Aussagen vieler Aussteller dafür überdurchschnittlich gut! Ein positives Besucher-Statement veröffentlichen wir an dieser Stelle gerne: „Auf Einladung eines Lieferanten habe ich vergangene Woche die Messe „Best of Events“ in Salzburg besucht und war positiv überrascht. Bereits der Eventabend vom Mittwoch war perfekt organisiert und interessant gestaltet. Beim Messebesuch am Donnerstag haben mich die qualitativ hochwertigen Aussteller von der Messe überzeugen können. Im Gegensatz zu anderen Fachmessen wurde offenbar der Qualität mehr Gewicht geschenkt als der Quantität. Stände, die immer wieder das Gleiche (Give-aways etc.) anbieten waren nur vereinzelt und im ausgewogenen Masse zu finden. Im Gegensatz dazu sehr spannende Eventaussteller und versierte Produktanbieter. Ich hoffe, dass das eher geringe Besucheraufkommen (so habe ich es zumin-

dest empfunden) nicht die weitere Planung einer erneuten Messe massgeblich beeinflussen wird. Von meiner Seite gebührt der Organisation wie auch den Ausstellern ein großes Kompliment. Ich bin mit vielen spannenden Eindrücken nach Hause gereist und zwei der Aussteller dürfen sich über einen Neukunden freuen.“ Andres Hartmann, Leiter Verkauf/Marketing, Südostschweiz Radio AG, Radio Grischa/Radio Engiadina. Und zum Abschluss noch eine Stimme aus der österreichischen Event-Szene von Walter Ilk, Geschäftsführung EVENTWERKSTATT ILK & PARTNER GmbH und Veranstalter des Austrian Event Awards (AEA): "Tolle Messe, wir sind nächstes Mal auf jeden Fall wieder dabei. Wir haben hochwertige Gespräche geführt und konnten Geschäfte anbahnen."

„mx29“ – der Treffpunkt für alle Messeprofis

Im Hyatt Regency Düsseldorf findet vom 30.11. bis 01.12.2011 die diesjährige „mx29“, Fachtagung des Messe Instituts statt. Die Veranstaltung fokussiert sich speziell auf „Emotionen“, „Effizienz“ und „Chancen“ der Messewirtschaft und beleuchtet die aktuellen Entwicklungen und Trends der Zukunft.

106 events 6/2011

sen vermitteln, beschäftigen sich u. a. mit Besucheransprache, Nachbearbeitung von Messekontakten und der Messe-Scorecard. Last but not least: die „Chancen“ mit einem Blick über den Tellerrand der Messewirtschaft. Welche Chancen haben Messen gegenüber anderen Live-Kommunikations-plattfor-

„So funktioniert Messe!“ könnte das Motto der „mx29“ lau-

men und welche Erfahrungen mit verschiedenen Messefor-

ten. Unter dem Stichwort „Emotionen“ geht es beispielsweise

maten lassen sich für die Messe nutzen?

darum, wie Social Media, Neuromarketing und andere Live-

Die zweitägige Fachtagung bietet eine Vielzahl einzelner Se-

Inszenierungen Messebesucher ansprechen und bewegen.

quenzen: vier Key Notes, zwei Impulsvorträge, 12 Fachdialoge

Beim Themenkomplex „Effizienz“ stehen Erfahrungen und

und eine Podiumsdiskussion. Keynote-Speaker sind Prof. Dr.

Tipps von Brancheninsidern aus Mittelstand und Konzernen

Holger Rust, Dr. Hans-Georg Häusel, Dr. Stefan Frädrich und

im Vordergrund. Praxisbeiträge, die sofort anwendbares Wis-

Enzo Vincenzo Prisco. Insgesamt werden 25 Experten aus


Aus für die Brüsseler EMIF! Die letzte Veranstaltung der EMIF in Brüssel, die gleichzeitig die erste unter groß angekündigter neuer Leitung war, war auch die letzte überhaupt. Artexis hat sich zurück gezogen und die Promo Factory an Conceptum SA verkauft. Die will nun am 21. und 22.März 2012 einen neuen Messetyp launchen. Das Konzept soll breiter und unter dem Titel “Business & Meeting Solutions" zum neuen nationalen Marktplatz werden mit fünf Ausstellungsbereichen. * Promo Factory (Werbeartikel, Merchandising u.ä.) * Office Solutions (Büroartikel, Software, Möbel, Kommunikation) * Meeting Solutions (Hotels, Convention Centers, Destinationen, AV-Technik, Transportlösungen) * Exhibitor Solutions (Messebau, Dekoration, Pflanzen, Hostessen, Zelt) * Catering Solutions (Caterer, Restaurants, Zubehör und Ausstattung) Bleibt zu hoffen, dass diesem radikalen „Ritt quer durch den Garten“ mehr Erfolg beschieden ist, als der konzeptionell immer wieder umstrittenen EMIF.

Wirtschaft, Hochschule, Agenturen, Institutionen und Verbänden sowie Buchautoren das hochkarätige Tagungsprogramm mitgestalten. Am Abend des ersten Veranstaltungstages haben die Teilnehmer bei einem get together im Hotel die Möglichkeit zu fachlichem Austausch und Networking. Unternehmen aus dem Bereich Messewirtschaft stellen sich und ihre Dienstleistungen zudem im Foyer des Hotels vor. Als Kommunikations- und Austauschplattform ist die führende Fachtagung Deutschlands der ideale Rahmen für alle Messemacher und -entscheider, sich zu informieren, Kontakte zu knüpfen und aktuelle Branchentrends mit Fachleuten zu diskutieren. Jetzt schon das 29. Mal! http:www.messe-institut.de

events 6/2011 107


VERANSTALTUNGEN

V.r.n.l.: Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Christian Mutschlechner, Leiter des Vienna Convention Bureau und Präsident des Austrian Convention Bureau und Key-Note Speaker Dr. Monika Schwaighofer stellen zum Auftakt Inhalte der Messe vor.

ACCESS 2011:

Ganz Österreich in der Wiener Hofburg Zum 8. Mal hatten Anfang Oktober das abcn der Österreich Werbung, das Austrian Convention Bureau, das Vienna Convention Bureau, die Round Table Conference Hotels und Austrian Airlines zum wichtigsten Branchentreffen der Alpenrepublik eingeladen. Auf der mit dem österreichischen Umweltzeichen „Green Meetings“ zertifizierten Veranstaltung machen sich in der eleganten Hofburg 1.700 nationale und internationale Fachbesucher und Hosted Buyers aus 15 Ländern über die Angebote von über 200 Ausstellern schlau. 108 events 6/2011


VERANSTALTUNGEN

Österreich sieht sich global gut aufgestellt. Mit Wien an der Spitze zählt es zu den führenden Veranstaltern. Gastfreundschaft, Innovationskraft der TourismusUnternehmen und ein hervorragendes, professionelles Angebot halten die Republik, in der sich Green Meetings fest etabliert haben, international wettbewerbsfähig. Dr. Petra Stolba: „Um auch weiterhin ganz vorne dabei zu sein, müssen wir weiter auf neue Anforderungen und Bedürfnisse eingehen und versuchen, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein.“ Da Gesellschaft und Wirtschaft – und somit auch der Kongress-Sektor – ständigem Wandel unterworfen sind, passte sich die flankierende Wissensplattform access academy dieses Jahr dem Thema an: „Veränderungen managen und kommunizieren“ war das Motto. Wes' Geistes Kind bist du? Wie das am besten zu bewerkstelligen sei, zeigte Dr. Monika Schwaighofer, Gründerin der 'Streitschule', in ihrem Seminar auf. Veränderungen sollen mit Begeisterung angenommen und als Chance gesehen werden. Ideen zulassen und den Gestaltungswillen durchsetzen soll man, statt sich in der Opferrolle zu sehen. Mit Klarheit und Mut als Schlüsselkompetenzen erst einmal auf Distanz gehen und im Innern ordentlich ausmisten, so den Anfängergeist wieder frei schaufeln und: Handeln! Nach dem Grundsatz „Love it, change it or leave it“ kann zur Wiederfindung der Orientierung ein Radikalschnitt vonnöten sein, heißt es da. „Je aktiver und bewusster wir das Neue in unseren Alltag integrieren, Zeit und Raum für Veränderung schaffen und je wertschätzender und klarer wir miteinander kommunizieren, desto leichter fällt es uns, statt Angst und Resignation Gestaltungskraft und Kreativität zu erzeugen.“ Dass Veränderungen gemanagt, von den Verantwortlichen initiiert und dann auch umgesetzt werden, fordert Christian Mutschlechner von der Branche. „Wir erleben in der Tagungswirtschaft massive Veränderungen. Die Wissensindustrie und der Transfer von Wissen verlangen nach neuen Wegen der Vermittlung. Das Ambiente für die Vermittlung und das Wohl-

befinden der Teilnehmer sind der Fokus der Zukunft. Veränderung muss gelebt, verstanden und bewirkt werden. Wer auf seinem Standpunkt verharrt, wird langfristig verlieren.“ Alexander Kery, austrian business and convention network (abcn) der Österreich Werbung ist mit der access 2011 zufrieden: „Unsere Erwartungen wurden nahezu erfüllt. Der leichte Rückgang bei den Besucherzahlen erklärt sich durch die bewusst stärkeren qualitativen Kontrollen der Anmeldungen, sowohl bei Ausstellern als auch bei Fachbesuchern. Diese mutige Entscheidung werden wir auch in Zukunft fortführen, mit dem Ziel, noch mehr qualifizierte Besucher aus dem In- und Ausland für die access begeistern zu können.“ Christina Feyerke


Kampf um Amerika Jahrelang war Chicagos „Motivation Show“ (ehemals IT&ME) Platzhirsch im nordamerikanischen Incentive-, Motivations- und Tagungsgeschäft; von den Power-Veranstaltungen der 90er Jahre bis zu den krisengeschüttelten Ausgaben nach 9/11. Für europäische Anbieter wurde es immer schwieriger, im sonst dezentralisierten Nordamerika eine passende Plattform zu finden. Und so haben sich nach teils jahrelanger Vorarbeit die beiden führenden europäischen „MICE“-Messeveranstalter, IMEX und REED, entschieden, nach Amerika auszubauen. Reed Travel Exhibitions mit der AIBTM an der Ostküste in Baltimore und die Leute um Ray Bloom mit IMEX America im Westen, in Las Vegas. Was hat es gebracht? Wer hat gewonnen? Und was geschah mit dem ehemaligen Branchenklerus in Chicago? events hat hinter die Kulissen geschaut. Innerhalb von rund 16 Wochen fanden in diesem Sommer und Herbst die drei genannten Fachmessen statt und – wie nicht anders zu erwarten: alle zeigen sich nun euphorisch. AIBTM’s Group Exhibition Director Craig Moyes berichtet von einem rundum zufrieden stellenden ‚cross selling‘-Treffen für Reed’s andere Messen in Barcelona oder Peking sowie von einer erfolgreichen „America Meetings“-Woche mit mehreren Parallelveranstaltungen, zum Beispiel dem Jahreskongress der PCMA. Pete Erickson, CEO der Motivation Show in Chicago, freut sich über 5.187 Fachbesucher sowie ein neues mehrschichtiges Seminar- und Ausbildungs-Programm mit insgesamt 700 Teilnehmer/innen. Und Carina Bauer, CEO der IMEX Gruppe, spricht von sagenhaften 30.000 meist im Voraus fixierten Geschäftsgesprächen, welche in Las Vegas stattfanden und dass ihr Ziel, nämlich auf dem US-Boden eine globale Messe zu bauen, mehr als erreicht wurde. 110 events 6/2011

Europäer brauchen amerikanische Einkäufer Letztlich geht es aber den europäischen Ausstellern nur um eins: um nordamerikanische Einkäufer. Deshalb fliegen sie über den Atlantik, deshalb investieren sie zig tausend Euros in Ausstellungs- und Reisekosten und in teure Zeit. Denn eine Teilnahme an einer USMesse kostet alles in allem eine volle Woche Abwesenheit vom Büro. Mit über 5.000 Fachbesuchern treffen sich die meisten in Chicago. Aber das Thema dort ist „nur“ noch Incentive & Motivation und so bleibt die US-Branche praktisch unter sich. Denn es gibt schon seit längerem keine europäischen Aussteller mehr und auch aus dem Tourismus finden sich nur wenige Anbieter wie zum Beispiel die Hilton Gruppe. Dennoch sagt Pete Erickson „von unseren Besuchern identifizierten 2.631 ein klares Einkaufsinteresse an Leistungen aus dem Incentive-Reisebereich oder von Tagungs-Anbietern und Räumlichkeiten“. Der Gedanke wäre spannend: dort als einziger Europäer auf-


zutreten und dann den potentiellen US-Einkäufern exklusiv seine Destination oder Dienstleistung anzubieten. Andererseits, und dies ist sowohl die Chance (in Amerika) und das Handikap (global) für die Motivation Show, ist ihr Merchandising-Anteil so groß, dass sich die reinen MICE-Anbieter letztlich verlieren. Caroline Pidroni vom Switzerland Convention & Incentive Bureau in New York hatte ebenfalls das nordamerikanische Einkaufspublikum im Visier. „Wir freuten uns über eine Alternative zu Chicago, aber bedauerten gleichzeitig, dass es nun gleich deren zwei sind. Dennoch wollten wir mindestens im ersten Jahr beide Messen probieren. In Baltimore suchten wir vor allem Agenturen und Corporate Buyers, in Las Vegas vermehrt auch Verbände.“ Das Resultat war eindeutig: „Wir haben unsere Ziele bei der IMEX America vollumfänglich erreicht, nicht aber bei der AIBTM. Las Vegas brachte uns Aufmerksamkeit, Interesse und Nachfrage; Baltimore war zu klein und zu ruhig. Ab 2012 werden wir nur noch an einer USFachmesse teilnehmen und das ist Las Vegas“. Christian Mutschlechner vom Vienna Convention Bureau gibt beiden Messen zwei Jahre Zeit: „Die USA ist für Wien extrem wichtig und deshalb wollen wir auch nächstes Jahr bei beiden dabei sein. Auch wenn die Stimmung in Las Vegas besser war, wir haben auch in Baltimore unsere Ziele erreicht. Abrechnen werden wir erst Ende 2012“. Auch Mark Spivey, Verkaufsdirektor der Maritim Hotels, erkannte die emotionellen Unterschiede der beiden Neulinge, aber auch er schätzt, dass die kleinere AIBTM durchaus ihre Chancen hat und dass der amerikanische Markt groß genug ist für beide, sich also das europäische Spiel durchaus wiederholen könnte. Die Maritim-Hotelgruppe wird nächstes Jahr ebenfalls sowohl an der IMEX America wie an der AIBTM ausstellen. Aufgefallen ist Spivey, dass er in Las Vegas effektiv Einkäufer aus ganz Amerika treffen konnte und „einige der erhaltenen Anfragen sind höchst potentiell“. Auch 2012 und 2013: Las Vegas, Chicago und Baltimore Jetzt könnte man aus europäischer Sicht etwas provokativ sagen: Chicago hat die meisten US-Einkäufer,

(links nach rechts): Craig Moyes (Reed), Carina Bauer (IMEX) und Pete Erickson (Motivation)

AIBTM IMEX America Motivation Show

2012 Baltimore Las Vegas Chicago

2013 19.-21. Juni 17.-19. Juni 09.-11.Oktober 15.-17.Oktober 24.-25. Oktober 18.-19. Oktober

Baltimore liegt im Bereich der wichtigen Ostküste (Versicherungen, Pharma, Verbände) und Las Vegas bietet die spannendste Event-Stadt. Ein Mix aus allen ergäbe wohl die perfekte Messe, aber das ist natürlich Wunschdenken. Besonders IMEX America und AIBTM werden sich auch in Zukunft um die gleichen Aussteller balgen, mit denselben Branchenverbänden zusammenarbeiten, ähnliche Ausbildungsprogramme anbieten und letztlich auch dieselben nordamerikanischen Hosted Buyer einladen wollen. Während sich AIBTM wohl ein bisschen zu sehr in das Gesamtpaket der Reed Travel Exhibitions (EIBTM, CIBTM, GIBTM, aims) einzupassen versucht, platziert sich IMEX America wohl stärker als unabhängiges Gegenüber zum Frankfurter Frühjahrstreffen. IMEX America deklariert auch deutlicher, dass man in Las Vegas eine globale und „full-service“ Messe aufbauen wolle. Die AIBTM hat durchaus ihren Platz, dürfte aber nicht darum herumkommen, eigenständige und spezifische Elemente und Dienstleistungen einzubauen, sodass das Zielpublikum genau weiß, weshalb es (ebenfalls) nach Baltimore reisen soll. Nach dem ersten Spiel darf man wohl sagen: Las Vegas – Baltimore 1:0. Daniel Tschudy

2011 Performance

Aussteller

Hosted Buyer

AIBTM IMEX America Motivation Show

183 Stände (789 Aussteller) 1.867 Aussteller 577 Stände

Fachbesucher

740 2.000 (nicht im Angebot)

806 1.700 5.187

events 6/2011 111


Kandiszucker im Souk? Bitte nicht probieren – es ist Weihrauch!

Das letzte Morgenland

Bericht: Christina Feyerke

Teil 2

„Jesus, Maria und Josef!“ riefen die Heiligen Drei Könige aus und schlugen erleichtert die Hände über ihrem jeweiligen Kopf zusammen. Es war vollbracht! Mithilfe eines himmlischen GPS-Systems in Gestalt eines in gleißendem Licht erstrahlenden Kometenschweifs hatten sie die strapaziöse Reise durch das Morgenland bis zum Stall zu Bethlehem unversehrt bewältigt. Nicht zuletzt haben sie ihre wertvolle Fracht vor unersättlichen Wegelagerern und sonstigem Räubervolk erfolgreich verteidigt. Wie jedes Kind weiß, bestand ihr Gastgeschenk an die Heilige Familie aus Gold, Myrrhe und Weihrauch. Es gab nichts Besseres im Jahre Null – da waren Kaspar, Melchior und Balthasar absolut am Puls der Zeit. Und es ist gar nicht ausgeschlossen, dass besagter Weihrauch omanischer Herkunft war. Ins Hier und Heute projiziert könnte das Mitbringsel auch 'Amouage' geheißen haben, aber dazu später.

Mit Turban umschlungenem Haupt, Wind geblähter Dish-Dasha über großräumigem, nur mit einer Kordel in Position gehaltenem Seefahrer-Beinkleid überquerte Sindbad auf rudimentär zusammen gezimmerten Schiffen zur Musik schnalzender Segel wagemutig die Meere. Kein Abenteuer war ihm zu gefährlich und keine Woge zu wütend, als dass er nicht trotzdem wunderbare Stoffe, Gewürze und Porzellan aus Indien, Afrika und China ins heimische Sultanat hätte schaffen wollen. Drehscheibe für den florierenden Handel war Mitte des 18. Jahrhunderts die Insel Sansibar vor der ostafrikanischen Küste, damals noch Teil omanischen Territoriums. Wie sollte Sindbad ahnen, dass er einmal Einzug in orientalische Märchenbücher halten würde? 112 events 6/2011

Oman besaß also – siehe oben – lange vor Sindbads Zeit und noch länger vor dem Petrodollar-Regen aus fossilem Brennstoff-Segen einen lukrativen Schatz, der als nationales USP bis heute überlebt hat: Weihrauch. Kopfnote: Parfüm von staatswegen Wahrscheinlich riecht kein Land der Welt so gut wie Oman – wenn auch an vielen Orten stark nach Kirche. Doch moderne Zeiten erfordern moderne Maßnahmen. Die Kreation eines Duftcocktails, der die olfaktorische Vielfalt des Sultanats vereinen und repräsentieren sollte, kam vor einem Vierteljahrhundert als aristokratisches Edikt direkt aus dem Palast von Sultan Qabus. Ein gutes Jahr und über 70 Experimente später war eine Königin geboren: Amouage, die Betörende. Vater des umwer-


fenden Parfüms war Guy Robert, seines Zeichens Supernase aus einschlägigen südgallischen Gefilden und renommierter Miraculix unnachahmlicher Düfte. Myrrhe, verschiedene Rosenöl-Essenzen, Jasmin, Lilien, Pfirsich, Aprikosen, Apfel, Patschouli, Sandelholz und vielleicht noch eine Handvoll gut gehüteter Geheimnisse mixte er in einer unscheinbaren Fabrik am Stadtrand von Muscat zu einem luxuriösen Shake. Heutzutage werden die Bestandteile aus Grasse angeliefert, aber nach wie vor in Muscat 'verheiratet', abgefüllt und verpackt. Amouage ist exklusiv, weil es aus sehr wertvollen Ingredienzien besteht. Es kommt in kostbaren Flacons. Und es ist teuer. Seine Basissubstanz ist – man ahnt es schon – Weihrauch. Der 'wächst' an Bäumen in der Region Dhofar im Süden des Landes.

bunten Stände am Straßenrand heran, an denen sie Kokosnüsse, gut gereifte Bananen und Papaya feilbieten. Eine kleine Kostprobe vor dem Kauf gehört zum Ritual. Salalah ist eine Destination für den Hochsommer! Zwischen Juni und September verwandelt sich die karge Landschaft in einen leuchtend grünen Teppich. Der Indische Monsun, in Arabien Khareef, transformiert sie zu fruchtbarem Land. Luftfeuchte Kühle, wundersam entstandene mäandernde Flüsse in sonst trockenen Wadi-Betten, tosende Wasserfälle und Pla-

Sesam, öffne dich: Dhofar Das hatten sich die Römer so gedacht: Gewohnheitsmäßig ein Land zu überfallen, es sich untertan zu machen und rücksichtslos auszuplündern. Diesmal hatten sie aber die raffinierte südarabische Verteidigungsstrategie nicht ins Kalkül gezogen! Man muss wissen, dass es die gierigen römischen Truppen unter anderem auf das 'Gold' der Region abgesehen hatten, allerdings auf eines vegetarischer Natur. Sie hofften, durch seinen Besitz genauso glücklich zu werden, wie es dieses widerspenstige Arabien offensichtlich schon war. Jedoch: Nix felix! Nix Weihrauch. Verjagt wurden sie und unverrichteter Dinge trollen mussten sie sich. Boswellia – Lieferantin für den Duft der Götter Das Ernten der Weihraucherbsen ist mühevoll wie eh und je. Aber: ohne Lizenz Finger weg! Beduinen mit legitimierendem Sammelschein müssen viel Vorarbeit leisten, ehe sie die gummiartige Substanz von der Rinde des verknorzten BoswelliaBäumchens schaben können: Mit scharfen kleinen Messern wird sie angeritzt, damit das Harz tröpfchenweise austreten kann. Auch Kautschuk wird so gewonnen. Es dauert Wochen, bis sich die Masse verfestigt hat und abgetragen werden kann. Der qualitativ beste Weihrauch kommt von hier. Früher fast unerschwinglich, kostet er nun nicht mehr viel. Überall im Land stehen kokelnde Stövchen und verbreiten Wolken des 'heiligen' Dufts. Manchmal zwischen den Füßen und direkt unter den wallenden Röcken von Araberinnen, die das Harz vorher mit gefälligen Substanzen veredelt haben. Luftfeuchtigkeit macht schön: Mysterium Khareef Salalah – die Hauptstadt der südlichen Provinz Dhofar – liegt knapp über 1.000 Kilometer von Muscat entfernt, von wo aus es per Flugzeug innerhalb einer Stunde bequem zu erreichen ist. Wer Zeit mitbringt, dem ist per PKW ein unvergesslicher Ritt durch atemberaubende Topografie und orientalische Kultur beschieden (etwa 12 Stunden). 15 Kilometer Sandstrand säumen die Stadt pittoresk durch einen subtropischen Palmengürtel. Überaus freundliche Händler winken Passanten an ihre

teaus mit saftigem Gras ziehen jährlich Tausende Besucher aus der Gluthitze der Nachbarländer nach Salalah, zu diesem verzaubernden Schauspiel, das kaum begreiflich scheint. Kulturelles Highlight der Saison ist das Khareef Festival, stattfindend in einem temporären Paradies, das optisch weich gezeichnet und emotional verklärt hinter Schleiern sprühender Nebel nachhaltige Faszination garantiert. Tipps für Incentive-Stopps – Die Ruinenstadt Khawr Rawri soll Heimat der Königin von Saba gewesen sein. Sie trieb schon König Salomon mit ihrer Intelligenz zur Verzweiflung, indem sie ihm unlösbare Rätsel aufgab. – Hiobs Grab im Jebel Qara – ein Ausflug in die Biblische Geschichte. – Fürs europäische Gemüt immer gut sind wunderbare Strände wie der von Mughsayl oder das Hinabsteigen in die geheimnisvollen Höhlen und Grotten Taqahs. Hotels mit Tagungsangeboten Salalah Marriott Resort – www.marriott.com/hotels/travel/sllmssalalah-marriott-resort Crowne Plaza Resort Salalah – www.ichotelsgroup.com/Salalah Hilton Salalah – www.hilton.de/salalah ... und die Frauen in Oman? Im Oktober 2011 ernannte Sultan Qabus die junge Maytha bint Saif bin Majid al Mahrooqiyah zur Staatssekretärin im Tourismusministerium. Aladdin braucht also nicht fieberhaft an seiner Wunderlampe zu rubbeln, um gleichberechtigte Ausgangspositionen zu schaffen. Zumindest nicht in Oman. events 6/2011 113


Das Corinthia Hotel London:

Ein Kronjuwel in der Hotellerie Die Londoner selbst behaupten ja, dass sie in der coolsten City der Welt leben. Als Besucher kann man dies einfach nur bejahen. London ist einzigartig, pulsierend und über alle Maße inspirierend. Die namhaftesten Hotelketten reihen sich hier aneinander. Und doch gibt es einen brandneuen Hotspot, auf den verwöhnte Übernachtungsgäste und professionelle Hotelmanager jetzt gleichermaßen mit Begeisterung schauen: das Corinthia Hotel London. Das Prestigeobjekt hat eine der besten Lagen, die London anbieten kann: Whitehall Place“ Westminster“, gegenüber dem London Eye und nur zwei Minuten vom Trafalgar Square und der National Gallery entfernt. Die Umgebung hier in Westminster ist so einzigartig, dass Filmteams aus aller Welt gerne vor dem Hotel drehen. Hallo, George Clooney! Selbstverständlich hört man die Glocken von Big Ben und aus fast jedem der 294 Zimmer – inklusive der 43 Suiten – kann man auf das spektakuläre Londoner Stadtbild schauen. In den Zimmern: Hightech mit iPod-Dockingstation, LCD-TV und kostenlosem WLAN. Die komfortablen Bäder sind großzügig ausgestattet – mit natürlichen Oberflächen aus Holz und Marmor. Mitten in der historisch hochwertigen Architektur aus dem Jahre 1885 ist also ein Hotel des 21. Jahrhunderts entstanden, mit aufwändig gestalteten Zimmern, die mit 45qm Durchschnittsgröße zu den geräumigsten in ganz London zählen. Die elegante Fassade im viktorianischen Stil ist bereits umwerfend, aber innen ist mit Hilfe von Weltklasseevents 6/2011

Architekten und Contemporary-Art ebenfalls ein Meisterwerk in stimmiger Balance entstanden. Zu den guten Ideen der Ausstattung gehört auch ein kleiner, feiner Kaufladen und damit die weltweit erste Konzession von Harrods für ein Hotel sowie ein FloristikSalon mit wundervoll arrangierten Blumensträußen und Gebinden. Viele bunte Blumen sorgen überall im Hotel für eine angenehme und frische Note. Wellness wird ganz groß geschrieben: In einem oberen Stockwerk hat der in der Hauptstadt sehr angesagte Farb- und Haarstylist Daniel Galvin einen Salon eröffnet und der SPA Bereich erstreckt sich gleich über vier Etagen. Damit ist der „ESPA Life“ der größte Wellnesstempel Londons. „Most pampering“ sagen die Londoner und erfreuen sich – wie selbstverständlich auch die Hotelgäste – an den vielfältigen Gesundheits- und Wellnessanwendungen mit prämierten Beauty-Produkten. Auf den mehr als 3.000 qm gibt es eine „Private Spa Suite“, 17 Treatment Räume, eine Amphitheater Sauna komplett aus Glas und einen neun Meter langen Pool aus Silberstahl sowie ein


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Dampfbad in schwarzem Mosaikstein. Ein mit modernsten Geräten ausgestatteter Fitness-Raum rundet die enorme Einrichtung ab. Eine Heerschar von Trainern und Wellness-Profis, sogar Therapeuten, Heilpraktiker und Ernährungsberater sorgt für einen erholsamen oder verschönernden Aufenthalt im „The Next Generation of Spa“. In den beiden eleganten Restaurants herrscht eine ungezwungene Atmosphäre. „The Northall“ – eine Brasserie – bietet Menüs aus der britischen Küche, die mit den besten Produkten der Saison zubereitet werden. Im etwas lebhafteren Restaurant „Massimo & Oyster Bar“, das eine imposante Deckenhöhe von sieben Metern aufweist, werden Meeresfrüchte und hausgemachte Pasta serviert. Hinter der Bar befindet sich ein Private Dining Room mit einer Tafel für 18 Gäste in dem für private Meetings Live-cooking präsentiert wird. Das Gebäude ist Ende des 19. Jahrhunderts als Hotel konzipiert worden und erringt unter dem Namen Metropol einen Spitzenplatz in Europa, bevor es 1936 vom „Ministry of Defence“ genutzt wird. Während des Zweiten Weltkrieges war hier auch der Arbeitsplatz von Winston Churchill und alle Räumlichkeiten wurden zweckmäßig umgerüstet und als Büros genutzt. Zum Schmunzeln ist, dass hier auch das Büro des britischen Verteidigungsministeriums für UFO Sichtungen war. Ganz im Sinne der Philosophie der Corinthia Gruppe wird das komplette Hotelgebäude erst im Jahre 2008 sozusagen aus dem Dornröschenschlaf geholt und es ist den Bauherren „Corinthia“ zu verdanken, dass der imposante Ballroom nach der Renovierung wieder im ursprünglichen „Belle Epoque“ Stil erstrahlt. Nicht nur der Ballroom mit der Pre-function Area ist für Corporate Events ideal zu nutzen, sondern auch der geräumige „The Courtroom“ gleich nebenan. Darüber hinaus verfügt das Hotel über sechs naheliegende Break-out Räume und ein Business-Zentrum mit einem Komplettsystem, das sogar Tonaufzeichnungen, Bildbearbeitungen und Übertragungen anbieten kann. Das Herzstück des Hotels ist sicherlich die grandiose Lobby Lounge, die gleichzeitig groß und doch gemütlich designt ist. Der hohe Raum ist lichtdurchflutet und überdies mit einem eindrucksvollen Kristall-Lüster von Baccara ausgestattet. Ein riesiger „Mond“ aus über 1.001 Kristallkugeln scheint über den Köpfen der Gäste zu schweben. Kleine Leckereien aus der Konditorei und schmackhafte Snacks sind jederzeit erhältlich. Man sieht deshalb nicht nur Hotelgäste, sondern auch Freundinnen, die sich zum 5-Uhr Tee treffen oder Geschäftspartner bei einer Tasse Kaffee nach dem Essen. So ist das Corinthia Hotel für die mit 5 Sterne-Hotels verwöhnten Londoner schon nach kurzer Zeit zu einem lebendigen und kommunikativen „Meeting Point“ geworden. Attraktive Rahmenprogramme gibt es in London unzählige. Besonders beliebt ist natürlich das „London Eye“ direkt an der Themse und in Sichtweite des Hotels mit exklusiv zu mieten-

Über die Corinthia Hotel Gruppe: Die Corinthia Hotels sind eine international arrivierte Gruppe von Luxushotels, die in den 60er Jahren von der maltesischen Familie Pisani gegründet wurde. Alle Hotels zeichnen sich durch einen individuellen Charakter aus, sie werden ausnahmslos von namhaften Architekten und Innenarchitekten umsichtig umgebaut und gestaltet. Sämtliche Maßnahmen stehen immer im Kontext zur städtebaulichen Umgebung oder zur Historie des Hauses. Es werden nur hochwertige und ansprechende Materialien verwendet. Dazu kommt eine State-of-the-Art Ausstattung bei den Konferenzräumen, die bei Event- und Tagungsplanungen keine Wünsche offen lassen. Die Zimmer sind in allen Häusern außergewöhnlich großzügig ausgebaut und die eindrucksvollen – von Übernachtungsgästen und Geschäftsleuten gleichermaßen geschätzten – Lobbies sind ein merkliches Zeichen für Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Im Dezember 2010 wurde Gründer und Chairman Alfred Pisani in Dubai mit dem anerkannten „International Achievement“ Award für seine Leistung ausgezeichnet. Das Portfolio umfasst derzeit Corinthia Hotels in Budapest, Prag, St. Petersburg, Lissabon und zwei Häuser auf Malta: Das Corinthia Palace Hotel&Spa und das Corinthia Hotel St. George’s Bay. Im Frühjahr 2011 ist das Corinthia Hotel London hinzugekommen – ein neues Flagship in der internationalen Hotelindustrie. Die Hotelgruppe wächst kontinuierlich: 2012 wird das Corinthia Taormina Golf Resort auf Sizilien eröffnet. Weitere Hotels sind weltweit geplant. Den MICE Vertrieb für Deutschland, Schweiz und Österreich leitet Amin Masshafi als Regional Director Sales - MICE. Anfragen & Informationen: 06101-958 94 62 oder amin.masshafi@corinthia.com www.corinthia.com den Gondeln inklusive Champagnergenuss. Ein „Must“ ist eines der vielen Musicals, von denen die meisten vom Hotel aus fußläufig oder jetzt auch mit den unzähligen und flinken Rikschas zu erreichen sind. Das Musical „Ghost“ ist gerade bei Eventplanern absolut beliebt, weil es überraschenderweise eine multimediale Szenerie innerhalb eines spektakulären, mobilen Bühnenbaus präsentiert. Zum angenehmen und genussreichen Abschluss eines Arbeitstages muss man sich natürlich in der Art-Deco Bar „Basson“ verwöhnen lassen. events 6/2011


Bien fait! Atout France punktet erneut mit Roadshow Dass sich Inhalte spielerisch und über positive Emotionen nachhaltiger ins Gedächtnis prägen, ist hinlänglich bekannt. Wenn zusätzlich noch ein zündendes Motto dahinter steht, umso besser! Mit dieser Erfolg versprechenden Kombination ging im Oktober das France Meetings and Convention Board mit seiner neuen Roadshow on Tour. Aufhänger waren Frankreichs bedeutende Filmgeschichte, Filmstars und ihre exklusiven Weine sowie eine musikalische Reise durch die französische Filmmusik: In drei Themenworkshops generierten sich hieraus charmante Überleitungen zu den ver-

schiedenen Ausstellerstandorten. Die gut aufgelegten Moderatoren Oliver Pechstein, Nick Schumacher und Pop-, Swing- und Jazzmusiker François Bérody trafen dabei genau die richtige Mischung zwischen Infotainment und Interaktion. Station machte die Roadshow an sechs ausgewählten Locations in München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. In typisch französischem Ambiente konnten sich Event- und Medienplaner aus ganz Deutschland von mehr als 20 hochwertigen Partnern über Hotels und Destinationen in Frankreich informieren. Die unkomplizierte Leichtigkeit der Roadshow kam gut an. Sie überzeugte neben einer unterhaltsamen Informationsdichte ebenso mit viel französischem Flair und machte definitiv Lust auf Meetings und Events in Frankreich.

So sah es auch Renate Schober, eine Teilnehmerin aus Taufkirchen aus dem Bereich Veranstaltungsberatung: „Was für eine geniale Veranstaltung! Das war das beste Format, das ich bisher erlebt habe. Super spannend, unterhaltsam, informativ – da ging jeder beglückt nach Hause und mit großer Lust, bald etwas in Frankreich zu organisieren!“ Das klingt doch schon einmal recht aussichtsreich für den Sieger der letzten MICE-Roadshows 2010. Man darf gespannt sein, ob sich das Konzept auch in diesem Jahr erfolgreich gegen seine Mitbewerber durchsetzen wird. Auf der ITB 2012 in Berlin werden wir es wissen, denn dort verleiht events das nächste Mal den Award für die beste Roadshow Deutschlands. www.franceguidepro.com

VisitBerlin in Umzugskartons:

6. Roadshow präsentiert Berlin als Kiez-WG Das Motto war „Berlin – ich bin wie ein Bumerang, ich komme stets zurück!“ und davon ließen sich die Besucher der diesjährigen Roadshow des visitBerlin Convention Büros in Hamburg, Frankfurt, München und Düsseldorf dann auch gleich auf Anhieb animieren. In einer 6-Zimmerwohnung – reduziert dargestellt in einer „Kartonwelt“ – präsentierten 30 Aussteller plus Partner ihre kiezansässigen Hotels und Veranstaltungsorte. Vorgestellt wurden die einzelnen Stadteile, sprich „Zimmer“ von der jungen Poetry Slammerin Pauline Füg, die rhythmisch-eindrucksvoll auch gleich so manche liebenswerte „Berliner Seitenstraßengeschichte“ parat hatte. „Visit Berlin ist absolut kreativ, die Präsentation hebt sich wirklich positiv von anderen Veranstaltungen dieser Art ab. Viel Information, viele Gespräche, viel Spaß!“ fand denn auch Erika Schönmoser von der Central Krankenversicherung und brachte damit das Fazit der gelungenen Roadshow auf den Punkt. Vielleicht hat ja dieses Format auch gute Chancen, beim Wettbewerb der MICE Roadshows 2011 zu punkten. Denn das Konzept ist stimmig von der Präsentation bis hin

116 events 6/2011

zum Catering, von Currywurst bis Berliner „Haute Cuisine“. Lobenswert war auch der ökologisch-nachhaltige Aspekt der Roadshow: Regionale Produkte, wieder verwertbare Requisiten und die gemeinsame Anreise des Veranstalters mit seinen Ausstellern in einem Bus. Ein kleines Highlight bekamen die Besucher zum Schluss noch mit auf den Weg: ein Kochbuch der Aussteller, die darin ihren ganz persönlichen KiezGourmet-Happen vorstellen. Nachkochen ausdrücklich erwünscht und überhaupt – das Kochbuch ist wie die Veranstaltung war: außerordentlich gelungen! www.visitBerlin.de


AGENTUR DIRECTORY DEUTSCHL AND

PLZ-GEBIET 0 FUCHS

congress + incentive gmbh Einsteinstraße 4 01069 Dresden T 0351 479300 www.fuchsincentive.de

Your Confriends at Leipzig

Pistorisstr. 16 04229 Leipzig T 0341 9261068 www.your-confriends.de

PLZ-GEBIET 1 In Time – travel & events

GmbH & Co.KG www.in-time-travel.de Head Office BERLIN T 030 288 765 80 Branch Office MÜNCHEN T 089 127 108 80

Be different

Einstein Palais Friedrichstraße 171 10117 Berlin T 030 40501840

MCI Deutschland GmbH www.mci-group.com/deutschland Kongresse – Events – Messen – Konferenzen – Roadshows – Fahrevents – Incentives Berlin Office Markgrafenstraße 56 // D-10117 Berlin T 030-20 45 94 70 // F 030-20 45 94 71 berlin@mci-group.com

Vordenker im Vernetzen von Zielgruppen rund um Marken, Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen und Institutionen.

CONGREX Deutschland

GmbH Berlin: Potsdamer Platz 11 10785 Berlin T 030 25894630 Weil am Rhein: Hauptstraße 18 79576 Weil am Rhein T 07621 98330 www.congrex.com GLOBAL TRAVEL UND

BUSINESS SERVICE GmbH Blumenstr. 49 10243 Berlin T 030 3974450 www.globaltbs.de

Damm 9-19 25421 Pinneberg T 04101 545076 www.travelconcept.de Confetti

Sylt-Incentives Ostmarkstraße 1 25996 Wenningstedt, Sylt T 04651 44225 www.sylt-incentives.de PRO TOURA

Kleiner Ort 5 28357 Bremen T 0421 241330 www.protoura.com

CONFERENCE & Touring

Kaiserdamm 110 14057 Berlin T 030 301280 www.dmcgermany.de CTW –

Congress Organisation Thomas Wiese GmbH Hohenzollerndamm 125 14199 Berlin T 030 8599620 www.ctw-congress.de

PLZ-GEBIET 2 CTS GmbH

Werderstraße 43 20144 Hamburg T 040 4102033 www.cts.eu C Event & Marketing 3

Postfach 730607 22126 Hamburg T 040 64532333 www.c3eventmarketing.com deltacom projekt-

management GmbH Stormarnstr. 47 22844 Norderstedt T 040 3572320 www.deltacomhamburg.de

MR Congress & Incentive

GmbH Alt-Friedrichsfelde 11 10315 Berlin T 030 4435060 www.mr-congress.com

Travel Concept

CPO HANSER SERVICE

GmbH Zum Ehrenhain 34 22885 Hamburg-Barsbüttel T 040 6708820 www.cpo-hanser.de

PLZ-GEBIET 3 Silver’s business travel

GmbH Prinzenstraße 3 30159 Hannover T 0511 59093130 www.silvers.de

PLZ-GEBIET 4 M’Team

Agentur für Incentives &Events GmbH Hermannstr. 35 40233 Düsseldorf T 0211 699000 www.mteam-incentive.de VOK DAMS

Agentur für Events und Live-Marketing Katernberger Str. 54 42115 Wuppertal T 0202 389070 www.vokdams.de kogag Agentur für

Live-Kommunikation GmbH Schorberger Str. 66 42699 Solingen T 0212 2606260 www.kogag.de

v. Beust & Partner

Am Hof 30 50667 Köln T 0221 205050 Poststr. 4-5 10178 Berlin T 030 40509980 www.vonbeust-partner.de Teamtravel Sportreisen

& Events GmbH Vogelsanger Str. 89 50823 Köln T 0221 29942240 www.teamtravel<Kein(e,r)>premium.de aachen congress

Krefelder Str. 123 52070 Aachen T 0241 1802918 www.aachen-congress.de BBDO LIVE GmbH

Agentur für integriertes Live-Marketing Kaiserstr. 33 53113 Bonn T 0228 915300 www.bbdo-live.com Go! Marketing +

Communication GmbH Kaiserstr. 18 55116 Mainz am Rhein T 06131 999660 www.go-marketing.de INVENTIVES GmbH

Veronastraße 10 55411 Bingen T 06721 704510 www.inventives.de

PLZ-GEBIET 6 MIT Event- & Incentive-

Management GmbH Cronstettenstr. 66 60322 Frankfurt T 069 91700590 www.m-i-t.de

essence-live GmbH

Alter Postweg 22 46282 Dorsten T 02362 92980 www.essence-live.com

PLZ-GEBIET 5

ETS Travel Service GmbH

& Co. KG Wiesenhüttenstr. 39 60329 Frankfurt T 069 271010 www.ets-frankfurt.de

welcome Veranstaltungs Zander & Partner

Event-Marketing GmbH Savignyplatz 6 10623 Berlin T 030 31860113 www.zander-partner.de

h.u.t. event solution

Maria-Dettmann-Weg 11 25335 Elmshorn T 04121 4613229 www.hut-eventsolution.de

gesellschaft mbH Gut Neu-Hemmerich Bachemer Str. 6-8 50226 Frechen/Köln T 02234 953220 www.welcome-gmbh.de

DERCONGRESS DERTOUR

GmbH & Co. KG Emil-von-Behring-Str. 6 60439 Frankfurt T 069 95883617 www.dercongress.com

events 6/2011 117


AGENTUR DIRECTORY DEUTSCHL AND

Geck’o Incentives & Events

EUROKONGRESS GmbH

H. Waltz GmbH Ober-Eschbacher Str. 50 A 61352 Bad Homburg T 06172 450486 www.geckopromotions.com

Schleissheimer Str. 2 80333 München T 089 2109860 www.eurokongress.de

InCompany GmbH GKV Gesellschaft

für Kongressorganisation & Veranstaltungstouristik mbH Frankfurter Str. 56-60 63067 Offenbach T 069 8297940 www.gkv-touristik.de TE-X /Tour extrem training

+ event GmbH Bahnhofstr. 38 63500 Seligenstadt T 06182 921910 www.tourextrem.com pa Marketing Service

GmbH Feldbergstraße 7 65187 Wiesbaden T 0611 189480 www.pa-prax.de

Trappentreustr. 41 Rgb 80339 München T 089 519969921 www.incompanyincentive.de

myDMC Munich

Karlsplatz 3 80335 München T 089 5447948-10 www.my-dmc.de

MAM Live Communication

Marketing and More GmbH Arcisstr. 61 80801 München T 089 2020690 www.m-a-m.de

MCI Deutschland GmbH www.mci-group.com/deutschland Kongresse – Events – Messen – Konferenzen – Roadshows – Fahrevents – Incentives Stuttgart Office Maybachstraße 50 // D-70469 Stuttgart T 0711-82 05 70 // F 0711-82 05 72 00 stuttgart@mci-group.com

Vordenker im Vernetzen von Zielgruppen rund um Marken, Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen und Institutionen.

ellis EVENTS GmbH

Frischlinstr. 25 72336 Balingen T 07433 99910 www.ellis-events.com marbet Marion & Bettina

Würth GmbH & Co.KG Maybachstraße 6 74653 Künzelsau T 07940 549100 www.marbet.com

PLZ-GEBIET 8

Meyerbeerstr. 12 81247 München T 089 2554190 www.tenandone.com

INTERPLAN

Congress, Meeting & Event Management AG Albert-Rosshaupter-Str. 65 81369 München T 089 5482340 www.interplan.de

tauleo events & incentives

GmbH Echardinger Str. 119 81671 München T 089 30904160 www.tauleo.de

118 events 6/2011

ExcellEvent GmbH

Hofmairstr. 27 82327 Tutzing/ Starnberger See T 08158 9056617 www.excellevent.com ALPINE INTERNATIONAL

Hausberg 8 82467 GarmischPartenkirchen T 08821 949434 www.alpine-international.de PROSKE | group GmbH

Oberaustr. 34 83026 Rosenheim T 08031 80080 www.proskegroup.com

event- gmbh Staudenfeldweg 12 83624 Otterfing b. München T 08024 99450 www.audience.de

bewegen begeistern motivieren

events tagungen incentives

Ravenspurgerstraße 41 86150 Augsburg Telefon 0821-328 70 25 E-mail info@eventreich.net Web www.eventreich.net

Hapag-Lloyd Kongresse & MCI Deutschland GmbH www.mci-group.com/deutschland Kongresse – Events – Messen – Konferenzen – Roadshows – Fahrevents – Incentives München Office Neumarkter Str. 21 // D-81673 München T 089-54 90 96 0 // F 089 54 90 96 15 muenchen@mci-group.com

GLOBO Incentives GmbH

Viktualienmarkt 3 80331 München T 089 2420850 www.globo-incentives.de

Valentin-Linhof-Str. 10 81829 München T 089 4274250 www.icontas-service.com

audience – the art of ten & one GmbH

PLZ-GEBIET 7

ICONTAS SERVICE

Vordenker im Vernetzen von Zielgruppen rund um Marken, Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen und Institutionen.

Tagungen Hafenbad 4 89073 Ulm T 0731 144540 www.kongress-reisen.com

PLZ-GEBIET 9 NEMA Entertainment

GmbH Alfred-Hess-Str. 18 A 99094 Erfurt T 0361 2260146 www.nema-entertainment.de


DMC DIRECTORY

BELGIEN @dmire (Lic:A5999)

Gemeenveldstraat 93 B-1652 Beersel T +32 2 3616559 www.admire.be

DESTINATION

161 Rue MĂŠlanie F-67000 StraĂ&#x;burg T +33 388 607070 www.destination-fr.com LIBERTY

AIM Brussels

Oude Haachtsesteenweg 107 bus 3 B-1831 Diegem T +32 2 7228230 F +32 2 7228240 brussels@aimsinternational.com OVATION BELGIUM

Avenue de Tervueren, 300 B-1150 BrĂźssel T +32 2 7431540 www.ovationdmc.com

BULGARIEN AIM SoďŹ a

143 Kniaz Boris I Street BG-1301 SoďŹ a T +359 2 9835255 F +359 2 9833196 soďŹ a@aimsinternational.com

DĂ„NEMARK Made2Measure ApS

Storgade 24 DK-4180 Soroe T +45 57 832373 www.made2measure.dk VerkaufsbĂźro D, A und CH: T. +49 6048 95390

Incentives & Congresses FRANCE 11-15, Quai du PrĂŠsident Paul Doumer F-92400 Courbevoie T +33 1 55702525 www.liberty-incentive.net

GRIECHENLAND

Viada Ltd. OY

Pohjoisesplanadi 35 E FIN-00100 Helsinki T +358 9 6829580 www.viada.com

FRANKREICH Agence C.I.R. FRANCE

147 Domaine les Michels F-13790 Peynier T +33 442 530364 Agence I.E.F.

BoĂŽte Postale 15 F-11430 Gruissan T +33 468 494254 www.eventfrance.info

71, Vas.-Georgiou-Str. GR-16675 Glyfada, Athen T +30 210 8981836 www.agoratravel.gr FESTIVITIES

EVENT MANAGEMENT Gr. Lambraki 21 & Agg. Metaxa GR-16675 Athen T +30 210 8940469 www.festivities.gr Helden

International Services Ltd. 170 Ipsilantoy str. GR-18535 Piraeus T +30 210 4296000 www.helden.gr

GROSSBRITANNIEN 306 The White Studios 62 Templeton Street GB-Glasgow G40 1 DA Schottland T +44 87 00668766 www.fruitsaladevents.com

ISLAND

AIM Florence

ALTA MARIS

Viale Mazzini, 70 I- 50132 Florenz T +39 055 233881 F +39 055 2480246 info.aimdmc@aimgroup.eu

AIM Milan

14 Grandagardur IS-101 Reykjavik T +354 575 9900 www.atlantik.is HL Adventure

Dalvegur 16 b IS-201 Kopavogur T +354 568 3030 www.HL.is

AIM Rome

Via Flaminia 1068 I- 00189 Rom T +39 06330531 F +39 0633053229 info.aimdmc@aimgroup.eu

GrolmanstraĂ&#x;e 15 D-10623 Berlin T +49 30 54710640 www.ice-adventure.de

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#"' ' % " %(&

%# ' ( %#)" % ) #! #" % + ( %#)" + $ '

*** ( %#)" % ) #!

Amanda DMC

Via della Villa Demidoff 46 I-50127 Florenz T +39 055 527481 www.amandatour.com

Clementson

Travel OfďŹ ce Srl Castello 5313 I-30122 Venedig T +39 041 5200466 www.clementson.it

IDEA events & travel DMC

Cira Carica 3 HR-20000 Dubrovnik T +385 20 437420 www.ideatravel-croatia.com Mediterranean Experience

DMC Cira Carica 3 HR-20000 Dubrovnik T +385 20 436846 www.mediterraneanexperience.hr

Courtial Quality

Destination Management Via di Torre Argentina, 46-47 I-00186 Rom T +39 06 6867480 www.courtial-italy.com

LITAUEN AIM Vilnius

Kestucio g. 59/ 27 LT-08124 Vilnius T +370 5 2120003 F +370 5 2120013 info@aimbaltic.lt

MOCREN INTERART

COLLECTION Srl Lungotevere Pietra Papa, 99 I-00146 Roma T +39 06 5593807 www.mocren.it

PV AGENCY ITALY DMC ICE ADVENTURE

OfďŹ ce Split: Cindrova 6 21312 Podstrana/Split T +385 21 334110 OfďŹ ce Dubrovnik: Lopudska 3 20000 Dubrovnik T +385 20 436517 www.altamaris.com

Via G. Ripamonti, 129 I- 20141 Mailand T +39 02 566011 F +39 02 56609059 info.aimdmc@aimgroup.eu

Atlantik

AIM Paris

52 rue Bichat F-75010 Paris T +33 1 40783800 F +33 1 40783801 info@aimfrance.fr

KROATIEN

AGORA TRAVEL SA

FruitSalad Events Ltd.

FINNLAND

ITALIEN

Viale Gian Galeazzo, 3 I-20136 Milano T +39 02 581891/ 241/230/225 www.pvagency.it

MALTA Arrigo Group Ltd.

248, Tower Road M-Sliema SLM 1600 T +356 23 492208 www.ccbarrigo.com Gollcher Travel Limited

Marina Court 1, Suite 8 G. Cali Street M-Ta‘ Xbiex XBX 1421 T +356 21 323854/5/6 www.gollchertravel.com

events 6/2011 119


DMC DIRECTORY

ON SITE MALTA

23, Salvu Camilleri Street M-Mellieha MLH 1454 T +356 21 524020 www.onsitemalta.com United Travel Agency Ltd.

6, Hughes Hallet Street M-Sliema SLM 3143 T +356 23 450000 www.unitedtravel.com.mt

MAROKKO tip tours

Casablanca – Marokko T +212 522 941167/68 www.tiptours.ma Agence creative incentive

Résidence Ahlam III Av Yacoub El Mansour & American center Street Guéliz, Marrakesch T +212 524 446377 www.creativeincentive.com

MAURITIUS Connections Ltd /

MD: Karl Braunecker Crater Lane, Floreal, Mauritius T +230 696 9933 F +230 696 8999 e-mail: connect@intnet.mu

BLAGUSS event.pro

Pantours Reisebüro GmbH Wiedner Hauptstrasse 15/1/2 A-1040 Wien T +43 1 50183308 bis 310 www.event.pro.blaguss.com

Freyung 6 A-1010 Wien T +43 1 536630 www.mediaplan.co.at

AIM Lisbon

Rua Garrett 61-3° P-1200-203 Lissabon T +35 1 213245040 F +35 1 213245050 lisbon@aimsinternational.com

M4Events Lissabon: T +351 213 163660 Algarve: T +351 289 390000 www.motivatours.pt

1! IVENTS

Mariano Villangomez 8 E-07015 Palma de Mallorca T +34 97 1214211 www.ivents.es

TA DMC Portugal

Av. Dom Joao II, 1.16.1 P-1990-083 Lissabon www.tadmc.com S.L. „GmbH“ mit Lizenz BAL 534

DMC für Mallorca & Ibiza Spezialist für MICE & Outdoor E-07181 Illetas (Mallorca)

www.maximice-events.com

SCHWEIZ Amiconi Consulting

Delta Amsterdam

Via al Forte 10 CH-6900 Lugano T +41 91 9213812 www.amiconiconsulting.ch

Hobbemastraat 16 NL-1071 ZB Amsterdam T +31 20 5755755 www.delta-amsterdam.nl

Ihre Ansprechpartner: Markus Müller, Juan Miguel Tel.1 +34-971-40 51 51 Tel.2 +34-971-40 51 60

across spain, dmc CONGREX Schweiz AG

Destination Management CORDIAL DMC

Av. Eng. Arantes e Oliveira, 3-3° Dto. P-1900-221 Lissabon T +351 21 8453370 www.cordialtours.pt

ÖSTERREICH

120 events 6/2011

MOTIVATOURS GROUP –

Rua Mestre D’Aviz, 11 P-1495-014 Algés T +351 21 4111300 www.teamquatro.com

NIEDERLANDE

Mariannengasse 32 A-1090 Wien T +43 1 4027755-0 F +43 1 4027731 aims@aimsinternational.com

Embajador Vich, 13, pta 19 E-46002 Valencia T +34 96 1105200 www.event-one.com

Team quatro

147 Domaine les Michels F-13790 Peynier T +33 442 530364

Die event schweiz ag

event.one

RAM Consulting GmbH

PORTUGAL

Rte. de Champ-Colin 18 CH-1260 Nyon 2 T +41 22 3656797 www.conventus-swiss.com

SPANIEN

MEDIA-PLAN

Degengasse 40/16 A-1160 Wien T +43 1 48964090 www.ram.at

Conventus

Carmenstraße 12 CH-8032 Zürich T +41 44 2655601 www.eventschweiz.ch

www.come-in.co.at Verkaufsbüro Deutschland TCC Network T +49 6048 95390 www.tcc-network.de

Agence C.I.R. FRANCE

AIM Vienna

INCOMING SERVICES Estrada do Aeroporto-EN 125-10 Edificio Celfil Loja 1 P-8000-124 Faro T +351 289 890200 www.iberoservice.com

COME IN Wien

MONACO

Holland P.O. Box 479 NL-3800 AL Amersfoort T +31 33 4555464 www.destinationholland.com

IBEROSERVICE

CORDIAL DMC

Edificio Pátio de Rocha, Loja 11 Praia da Rocha P-8500-325 Portimao T +351 282 480500/3/4/5 www.cordialtours.pt

Freie Strasse 90 CH-4002 Basel T +41 616 867777 www.congrex.com Executive Events GmbH –

The creative Swiss DMC CH-6301 Zug T +41 41 7474366 www.executive-events.ch

Barcelona: Princeps d’Astúries, 20, 3°A E-08012 Barcelona T +34 93 2386891 Madrid: c/Montera, 10-12, 2°-8 E-28013 Madrid T +34 91 3605864 www.across-spain.es

AIM Madrid Group Worldspan AG

Sägereistraße 20 CH-8152 Glattbrugg T +41 44 8295544 www.groupworldspan.com

c/Arturo Soria, 55 - Local 1 E-28027 Madrid T +34 91 2873400 F +34 91 2873401 info@aimspain.es


DMC DIRECTORY

AMBIANCE INCENTIVES

World Trade Center E-08039 Barcelona T +34 93 5088166 c/Alfarería, 68 E-14010 Sevilla T +34 95 4343472 www.ambianceincentives.com another konzept

c/Girona 133, 3o 2a B E-08037 Barcelona T +34 93 4572756 www.anotherkonzept.com CAPITAL Incentive DMC

c/Santo Domingo, 7 E-38400 Puerto de la Cruz Teneriffa T +34 92 2372348 www.capital-incentive.com DYNAMIC & PARTNERS

Avda. Menéndez Pelayo, 33-1° C E-28009 Madrid T +34 91 5045060 www.dynamic-partners.es

Primarena Mallorca & Ibiza

c/Monterrey, 49 bajos A E-07013 Palma de Mallorca T +34 97 1228816 www.primarena.com

R. T. A. Spanish Events

& Incentive Organisers Barcelona +34 93 4776227 Malaga +34 95 2376250 Valencia +34 96 3923321 www.dmc-rtaspain.com

TSCHECHIEN AIM Prague

Pomezni 7/1387 CZ-182 00 Praha 8 T +42 0284 007340 F +42 0284 007350 prague@aimsinternational.com

TÜRKEI TA DMC Spain

Lamia Congress & Event

Travessera de Gracia, 85, 3o 1a E-08006 Barcelona T +34 93 3680138 www.tadmc.com

Management T +90 212 3522843 www.lamiatanitim.com PLENUS DMC & Marketing

Communication Company Nispetiye Mah. Yücel Sok. No. 1 Arican Sitesi. A. Blok D.3 34340 TR-1.Levent Besiktas / Istanbul T +90 212 2830104 www.plenusdmc.com

TEAM ANDALUCES

Urb. Novo Sancti Petri c.c. Novo Center, local A 10 E-11139 Chiclana de la Frontera/Cadiz T +34 95 6497270 www.teamandaluces.com

TUI Event Management Hispanorama

Tours & Incentives S. L. Plaza Callao 1-6°, Of. 10 E-28013 Madrid T +34 91 5215966 www.hispanoramatours.com

Diputación, 238-2443rd floor E-08007 Barcelona T +34 93 4287167 www.tui-eventmanagement.com

SÜDAFRIKA

VISITUR CARAT TOURS

Halaskargazi Cad. Alp Palas Apt. 25/9 TR-34371 Harbiye – Istanbul T +90 212 2256863 www.carattours.com

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IBEROTEAM INCENTIVES Calle Jose Massó, 6 E 28016 – Madrid – Spanien T +34 91 5400404 Mail: info@iberoteam.com

Travel Consultants (Pty) Ltd T +27 12 2535132/3 www.safir.co.za

Terra Nova

DEKON DMC – TURKEY

Yildiz Posta Cad. No: 17/4 TR-34394 EsentepeIstanbul T +90 212 3476300 www.dekon.com.tr

T +27 21 4489965 www.terra-nova.co.za FIGUR MICE & DMC /

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KONTIKI DMC

Paseo Maritimo, 15 E-07014 Palma de Mallorca T +34 97 1453651 www.kontiki.es PMI Events

Magalhaes 5 A E-07014 Palma de Mallorca T +34 97 1701488 www.pmievents.es

Ihr deutschsprachiges DMC-Team mit Spezialisten für kreative Incentives & Veranstaltungen im südlichen Afrika Tel: +27 (0)21 415 2000 Fax: +27 (0)21 421 0229 Ihre Ansprechpartnerin: Anke Rochau anke@thatsafrica.com www.thatsafrica.com

TURKEY Ayazmaderesi Cd. Karadut Sk. No:7 TR-34394 Dikilitas-Istanbul T +90 212 3814680 www.figur.net

GEMINI TURKEY

Yapi Kredi Plaza C Blok Kat: 11/29-A TR-34330 Levent-Istanbul T +90 212 3242090 www.geminitourism.com

Travel & Tourism Inc. TR-34437 Taksim – Istanbul T +90 212 2543230 www.visitur.com.tr

UNGARN AIM Budapest

Honvéd u.22.III.2. H-1054 Budapest T +36 1 2662943 F +36 1 2662946 budapest@aimsinternational.com BLAGUSS Event.Pro

Blaguss TRAVEL Ltd Petöfi Sándor utca 11.II/6. H-1052 Budapest T +36 1 4863262 www.blaguss.com CEN The Corporate

Event Network Fehérvári út 89 H-1119 Budapest T +36 1 4639060 www.cen.hu CONTINENTAL TRAVEL

DMC Kálmán Imre u. 19 H-1054 Budapest T +36 1 3730616 www.continentaltravel.hu

events 6/2011 121


IMPRESSUM

DMC DIRECTORY

EVENT + INCOMING

SERVICE BudaPest Event Planner Háromszék u. 28 fsz. 2. H-1118 Budapest T +36 1 2662414 www.event-incoming.hu HTI Travel & Incentives

www.hti.hu Verkaufsbüro Deutschland TCC Network T +49 6048 9539-0 www.tcc-network.de Motivation

Budapest Reise GmbH Hattyú utca. 16 H-1015 Budapest T +36 1 2247141 www.motivation.hu

USA AIC 360°.com

Eastcoast office: 575 Lexington Ave. Fourth Floor USA-New York, NY 10022 T +1 212 8479802 Westcoast office: 1376 Fiji Way, Second Floor USA-Marina del Rey, CA 90292 T +1 310 4376230 www.aic360.com

VAE

Mitgliedschaft:

UNITED ARAB EMIRATES

R + B Tourism LLC – The Travel Managers UAE-Dubai P.O. Box 122787 T +49 6173 9662691 www.rb-tourism.com VOK DAMS Middle East

UAE-Dubai T +971 4 8019206 www.vokdams.ae

ZYPERN CREATIVE TOURS Ltd

P.O.Box 5 61 13 CY-3304 Limassol T +357 25 898700 www.creative.com.cy HONEYWELL INCENTIVES

38, Omonia Av., P.O. Box 516 23 CY-3507 Limassol T +357 25 880102 www.honeywellincentives.com.cy LCI Laureate

14, K. Matsi Ave., P.O. Box 27498 CY-1645 Nicosia T +357 225 12057 www.laureate.com.cy

ComeTogether, Corp.

ICCA – International Congress and Convention Association GCB – German Convention Bureau EVVC – Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. VERANSTALTUNGSPLANER.DE – Vereinigung deutscher Veranstaltungsorganisatoren Verlag: events erscheint sechs x jährlich in der Werbe- und Verlags-Gesellschaft Ruppert mbH. Sitz der Gesellschaft ist 89073 Ulm, Karlstraße 41, Registergericht Ulm, HRB 724783 Geschäftsführer: Gerrit Klein Redaktion & Anzeigenmarketing: events Emil-Hoffmann-Str. 13, D-50996 Köln Tel.: +49/(0) 2236 - 3366 1-0 Fax: +49/(0) 2236 - 33 66 118 E-Mail: info@events-magazine.de www.events-magazine.com Publisher/Chefredakteur Hans Jürgen Heinrich Redaktion Claudia Göhnermeier, Christina Feyerke Anzeigenleiterin Inga Schade Freie Redaktionsmitarbeiter Gisela Katharina Prenzel, Daniel Tschudy, Marie Fink, Dr. Hansjürgen Gaida Gestaltung Ulla Hieronymi-Pinnock, Rasgawa Pinnock

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Druck L.N. Schaffrath DruckMedien GmbH & Co. KG, 47608 Geldern Anzeigenpreisliste Nr. 40 vom November 2011

EastWest Travel GmbH –

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DMC Group Neumarkt 33 D-50667 Köln T +49 221 39760600 www.eastwest.travel

Jahresabonnement Euro 42,– Einzelpreis Euro 9,40 + Versandspesen u. MwSt. Inland Konto: Volksbank Ulm- Biberach, Kto. 154 411, BLZ 630 901 00

First Incentive Travel, Inc.

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122 events 6/2011

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