Page 1

AUSGABE

MONATLICHES

11

INFORMATIONS-

SEPTEMBER

JOURNAL AUS DEM NETZWERK

EVENTMAL

2011

AUS DIESER AUSGABE: 26. HUSUMER FILMTAGE AUF SEITE 4 15. THEATERTAGE WEDEL AUF SEITE 8 „AUF EINEN KAFFEE BEI ...“ AUF SEITE 11 20 JAHRE FUSSGÄNGERZONE AUF SEITE 22

29. SEPTEMBER BIS 5. OKTOBER

IMPRESSUM

IM EVENTMAL-INFORMATIONS-JOURNAL ERSCHEINEN NEUIGKEITEN AUS DEM EVENTMAL-NETZWERK. DER LESERKREIS IST DAS EVENTMAL-NETZWERK BZW. DARAN INTERESSIERTE PERSONEN.

ALLE TEXTE UND FOTOS UNTERLIEGEN DEM DEUTSCHEN URHEBERRECHT UND DÜRFEN DAHER OHNE SCHRIFTLICHE GENEHMIGUNG NICHT KOPIERT ODER ANDERWEITIG VERÖFFENTLICHT WERDEN. DA ES SICH HIER VORRANGIG UM PR-TEXTE HANDELT, IST DAS KOMPLETTE JOURNAL ALS „ANZEIGE“ DEKLARIERT, OHNE DASS DIESES EXTRA SEPARAT AUSGEWIESEN WIRD. FÜR VON FIRMEN ZUR VERFÜGUNG GESTELLTE TEXTE, FOTOS UND LINKS SIND DIESE SELBST UND VOLL VERANTWORTLICH. DAS JOURNAL ERSCHEINT EINMAL IM MONAT (CA. AM 15.) UND WIRD AUSSCHLIESSLICH ONLINE VERTEILT. ANZEIGENSCHLUSS ENDE KALENDERMONAT.

HERAUSGEBERIN: EVENTMAL.DE IHRE TEXTAGENTUR & MEHR, PETRA BLUME (V.I.S.D.P.) OLANDWEG 8, 25813 HUSUM WWW.EVENTMAL.DE

26. HUSUMER

DIESES JOURNAL BE- ODER ABBESTELLEN? MAIL AN INFO@EVENTMAL.DE

FOTO VON PETRA BLUME © BY DELIA KURCH, PHOTO PORST

FILMTAGE


WEN UND WAS FINDE ICH WO?

Praxis für Beratung&Mediation „ordnen-erkennen-loslassen“ Claudia Hansen Rödemisser Chaussee 2a 25866 Mildstedt T. 04841 - 8048462 www.claudia-hansen-beratung.de

Kersten Roose Trainerin für Arbeitsund Sozialverhalten Soltbargen 6a 25813 Husum T. 04841 - 4044801 www.entwicklungscoach-roose.de

Wanglers Ferienwohnungen in der Residenz „Meeresblick“ Whg. B2; Haffwinkel 17D 18230 Rerik T. 0176- 57101367 www.wanglers-ferienwohnungen.de

Fitness-Centrum Husum Ihr Abnehm- und Gesundheitsspezialist Robert-Koch-Straße 36 25813 Husum T. 04841 - 65656 www.fitness-centrum-husum.de

NordCrew Media Ihr kompetenter Partner für gewerbliche Videoproduktionen Schmiedestrasse 11 (NIC), 25899 Niebüll T. 04661 - 9031914 www.nordcrew.de

Von Kopf bis Fuss Friseur | Kosmetik | Fußpflege Schobüller Str. 55 25813 Husum T. 04841 - 62010 www.vonkopfbisfuss-online.de

Walter Thomas Carstens GmbH Heizung | Sanitär | Klempnerei Rohrbruchortung | Klima Mauweg 40 25866 Mildstedt T. 04841- 779628-0 www.wtcarstens.de

Hotel Rosenburg Die erste Adresse in Husum Vier Sterne mit viel Herz Schleswiger Chaussee 65 25813 Husum T. 04841 - 9605-0 www.hotel-rosenburg.de

Immobilien fair & freundlich Jutta Krohn Schöne Objekte immer gesucht Flensburger Chaussee 7 25813 Husum T. 04841 -71616 www.immo-freundlich.de/husum/

Kontierservice S-H Digitale und konventionelle Buchungen | Büroservice Alter Kirchenweg 54 24983 Handewitt T. 04608 - 97381-0 www.ks-sh.de

Eventmal.de Ihre Textagentur & mehr, Werbung Olandweg 8 25813 Husum T. 04841 - 9056430 www.eventmal.de

infotini Gezielt werben im MINI-Format powered by eventmal.de Olandweg 8 25813 Husum T. 04841 - 9056430 www.infotini.de

In dieser Rubrik könnte Ihre Firmenadresse auch stehen. Ein Eintrag in der o.a. Größe kostet Sie zum Testen in 2011 gerade einmal 5 €/ Ausgabe zzgl. 19% MwSt. Minimum-Buchung für 6 Ausgaben. Ihre Internetseite lässt sich durch die Interaktivität des Journals direkt anklicken und führt Interessenten sofort zu Ihnen. Interessiert? Dann mailen Sie uns unter info@eventmal.de

2

Titelfoto: Die Veranstalter der 26. Husumer Filmtage v.li. die Kuratoriumsmitglieder Stephan Hartung, Joachim Steffen, Hans-Peter Schweger und Hans-Lorenz Hartung mit Ehrengast Martina Fluck. Foto: Blume


EDITORIAL Editorial News von eventmal.de Husum (eventmal.de) Der Sommer hat sich verabschiedet und vor allem in Norddeutschland fragte man sich zeitweise „War er überhaupt da?“. Schon lange hat es nicht mehr so viel Regen gegeben wie in diesem Jahr. Aber man kann allem etwas Positives abgewinnen. Die Blumen des Gartens mussten auch nicht extra begossen werden. So sind es die kleinen Dinge zwischen den großen, die uns täglich bewegen. Griechenland und die Eurohilfe oder doch eher nicht, Libyen, Israel, Überschwemmungen in Pakistan und immer mal wieder Japan. Deutschlands Politiker machen sich beliebt oder unbeliebt bei Wählern und Finanzmärkten, und die jeweiligen Gegner bereiten sich mit polierter Zunge und gewetzten Worten schon zum Angriff vor. Immerhin soll auch mal wieder gewählt werden. Das Volk ist „reif“, weil inzwischen genug irritiert.

D

arf man da im kleineren Bereich überhaupt noch erwähnen, dass der ULD dem SocialNetwork Facebook den Kampf angesagt hat und horrende Bußgelder für alle Webseitenbetreiber und FB-Fanseiteninhabern, die letztere nicht löschen und auch in Zukunft auf den „Like“-Button verzichten, verhängen will? Der Landtag berät, manche Bundesländer erheben wie Datenschützer Thilo Weichert den moralischen Zeigefinger, und die meisten lachen sich kaputt und denken, dass die „Deichbewohner aus dem Norden“ wohl was gegen das Sommerloch tun mussten. Datenschutz ja oder nein – mittlerweile tummeln sich so manche Unternehmer in den Netzwerken und akquirieren dort Aufträge. Sie würden bei einem Verbot vor dem Aus stehen. Andere Firmen befürchten Nachteile gegenüber Mitbewerbern aus anderen Bundesländern. Nun ja, schauen wir optimistisch nach vorn und ins kleine Husum, das wieder international von sich Reden macht. Morgen starten die 28. Pole Poppenspäler Tage mit zahlreichen Puppen- und Figurentheaterstücken für Kinder und Erwachsene. Zahlreiche Sonderveranstaltungen ergänzen das so erfolgreiche Festival, das Jahr für Jahr von zahlreichen Sponsoren unterstützt wird.

unermüdliches Schaffen würden diese Puppenspielertage gar nicht stattfinden. Damit kommen wir gleich zum nächsten wichtigen Ereignis, das nur durch Engagement und die Leidenschaft zum Film der Kuratoriumsmitglieder zu Ruhm und Ehre weit über die Grenzen Husum und Nordfrieslands hinaus gekommen ist: Die Husumer Filmtage starten am 29. September und bieten wieder eine ganze Fülle von kleinen, feinen und seltenen Kinoerlebnissen. Auf den folgenden Seiten finden Sie Hinweise zum Programm und zu den Filmen. Noch mehr Engagement? Dann wird Sie die Bildnachlese zum 20. Geburtstag der Fußgängerzone „Untere Neustadt“ erfreuen. Die GeschäftsinhaberInnen engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich, um „ihre“ Straße zu einem romantischen Blickpunkt und zu einem Einkaufserlebnis zu machen. Für alle Freunde der einzigartigen Halligwelt stellt eventmal.de die Hallig Hooge vor. Ein buntes Kaleidoskop von Berichte aus der Region und über den Tellerrand hinaus erwartet Sie. Viel Spaß beim Lesen!

Besonders ist natürlich die ehrenamtliche Arbeit des Fördervereins Pole Poppenspäler zu nennen, ohne deren

Ihre Petra Blume

Eventmal.de berichtet auch auf

Besuchen Sie uns!

www.eventmal.de

http://eventmal.blogspot.com/

www.facebook.com/eventmal.de

http://eventmal.blog.de/

Sie hätten gerne Ihr Foto von einer Messe oder Veranstaltung per eMail für Ihren privaten oder geschäftlichen Gebrauch? Preise auf Anfrage. Mailen Sie uns gerne unter info@eventmal.de Werbung im Eventmal-Online-Journal? Fragen Sie uns!

3


DIE 26. HUSUMER FILMTAGE Die 26. Husumer Filmtage Husum (eventmal.de) Vom 29. September bis zum 5. Oktober kommen Cineasten bei den 26. Husumer Filmtagen im Kinocenter, Neustadt 114, in Husum wieder voll auf ihre Kosten.

D

ie Volkshochschule Husum als Veranstalterin hat gemeinsam mit dem Kuratorium ein buntes Programm zusammengestellt, das vom Stummfilmklassiker „Metropolis“ über Storm bis hin zum „Büttenwarder“-Abend wohl ein sehr breites Publikum ansprechen wird. Insgesamt kommen 21 Filme und neun Kurzfilme in mindestens 27 Aufführungen auf die Husumer Leinwände. Schon seit Wochen kommt ein eigener Werbetrailer zum Einsatz, der in nichts den internationalen Filmproduktionen nachsteht. Die Produktion hat der gebürtige Frank Jacobsen übernommen, der auch schon Axel Prahls Intro und Hardy Krügers Präsentation erstellte.

4

suchen, unterwegs sein. Hans-Peter Schweger von der VHS Husum: „Doris Dörrie steht schon länger auf unserer Liste. Sie ist wohl die bedeutendste Filmregisseurin Deutschlands.“ So werden nun gezeigt: Ihr Durchbruchsfilm „Männer“ aus dem Jahr 1985, der auch die Schauspielerkarrieren von Heiner Lauterbach, Ulrike Kriener und Uwe Ochsenknecht beflügelte, darf natürlich nicht fehlen. Genauso wenig wie der mit Preisen gekrönte Film „Kirschblüten-Hanami“ aus dem Jahr 2008. „Erleuchtung garantiert“ (1989) und „Bin ich schön“ (1998) liegen Doris Dörrie besonders am Herzen. Leider kann sie nicht selbst zu den Filmtagen kommen, da sie gerade inszeniert und dort nicht abkömmlich ist.

Für alle Freunde des Regional-Bezuges und Fans der Eröffnet werden die Husumer FilmKultsendung „Büttenwarder“ sei der tage mit einer echten Premiere. Mar– in Zusammenarbeit mit dem NDR tina Flucks neuester Dokumentarfilm – „Büttenwarder-Abend“ empfohlen, „Theodor Storm – So komme, was da an dem drei Folgen der Kultserie gekommen mag“ ist gerade noch rechtzeigt werden. Auch hier wird es eine zeitig fertig geworden und wird am Welturaufführung im Kino geben. Die 29. September um 19.30 Uhr uraufFolge „Nackt“ wird am 1. Oktober in geführt. Das komplette Team wird zu einer Vorabpremiere gezeigt, zu dem dieser Premiere erwartet. Regisseurin eventuell auch der Hauptdarsteller PeFluck berichtete, dass die Einladung ter Heinrich Brix als Ehrengast erwartet mitten in den Dreharbeiten kam und wird. die Zusage stand von ihm noch noch einmal so einen richtigen Motivaaus. Fest sein Erscheinen zugesagt hat tionsschub gab. Ihr Team hatte sich die jedoch Axel Olsson, der den Wirt in der Aufagbe gestellt, einen Dokumentarfilm Serie spielt. über Theodor Storm zu entwickeln, der aber nicht nur eingefleischte Fans des Lars Jessens Film „Am Tag als Bobby Husumer Dichters anspricht sondern Ewing starb“ hat nicht nur einen Lanvor allem auch junge Leute. So überdesbezug zu den Demonstrationen um nahm die Studentin Vivien Buchhorn die AKW-Baustelle Brokdorf, Anfang den Part des „Roten Fadens“. Herausder 80er Jahre, sondern auch eine hohe gekommen ist ein Doku-Rollenfilm, in Aktualität zur Kernenergie-AusstiegsbeMartina Fluck, Regisseurin des dem sich Tatsachen, reale Menschen mit wegung heute. Dokufilms „Theodor Storm - so Gedanken Storms in einzelnen Kapiteln komme, was denn kommen mag.“ auseinander setzen. Eine unterhaltsame Foto: (c) eventmal.de, Petra Blume Als Matinee wird der Film „InseltöchBegegnung mit dem bedeutendsten Verter“ von Annette Ortlieb gezeigt, der die treter der „grauen Stadt am Meer“. Kinderjahre dreier Frauen auf der Insel Sylt wiedergeben, die Strand- und UrDoris Dörrie ist in diesem Jahr eine Werkschau gelaubsidylle waren. Ortlieb ist Gewinnerin der „Goldenen widmet. Sie ist zwar keine Schleswig-Holsteinerin, aber Tine“ von 2003. Auch sie hat ihr Kommen zugesagt, immerhin in Norddeutschland, in Hannover, geboren. Sie ist die wohl bedeutendste Filmemacherin in Deutsch„Bauernfrühstück“ heißt der neueste Film des Itzeholand zurzeit, mit einer beeindruckenden Filmografie. Sie er Filmemachers Michael Söth, wobei es um einen Leist nicht nur Regisseurin sondern auch Drehbuchautorin benskünstler geht, der sich in einem abgelegenen nordvon über 30 Filmen. Die Liste ihrer Auszeichnungen ist deutschen Dorf verirrt und dort den ländlichen Alltag ebenso lang, vom Max-Ophüls-Preis, Deutsche Filmbändurcheinander bringt. der, Bayrische Filmpreise bis zum Grimme-Preis.Sechs Filme wurden zusammen mit Doris Dörrie ausgewählt. Zwei Naturfilme über norddeutsche LandschafSie geben Einblicke in ihre Lebensphilosophie: Spielen, ten kommen am 3. Oktober zur Aufführung: „Wildes sich verkleiden, querdenken, Grenzen überschreiten, Deutschland – Nordfriesland“ von Thoralf Gospitz und Ernstes in Leichtfüßiges verwandeln, eigenwillige Wege Jens Westphalen und „Ostfriesland – sieben Inseln und


DIE 26. HUSUMER FILMTAGE Die Eintrittskarten kosten nachmittags 4,50 Euro und abends 6,50 Euro. Die Festivalkarte für alle Filme ist für 40 Euro erhältlich. Sondervorstellungen für Schulklassen können noch organisiert werden. Lehrer werden gebeten, sich an das Kino-Center zu wenden unter der Telefonnummer 04841 2569 Die Kartenreservierung und Kartenverkauf erfolgt ebenfalls über das Kino-Center. Das komplette Programm findet sich unter diesem Link http://www.husumer-filmtage.de/Filmuebersicht2011. pdf Der Klassiker „Metropolis“ gilt als der Film aller Filme. ein Meer“ von Ernst Sasse. Beide Filme sind eigens für die Husumer Filmtage im Auftrage des NDR in Friesisch nachproduziert worden (Nordfriesland in Fering und Ostfriesland in Saterfriesisch). Dazu gibt es ein friesisches Rahmenprogramm, das vom Friesenrat veranstaltet wird. Hochdeutsche Untertitel laufen mit für nicht so Friesisch-Kundige. Unter Specials ist der Stummfilmklassiker „Metropolis“ aus dem Jahr 1929 von Fritz Lang in der restaurierten Fassung von 2010 ausgewählt worden, ein Kinoerlebnis, das 145 Minuten währt. Darunter sind 25 Minuten, die erst kürzlich gefunden wurden und noch nie hier gezeigt wurden.

und mehr Informationen allgemein zu den Filmtagen unter http://www.husumer-filmtage.de Titelfoto: Die Veranstalter der 26. Husumer Filmtage v.li. die Kuratoriumsmitglieder Stephan Hartung, Joachim Steffen, Hans-Peter Schweger und Hans-Lorenz Hartung mit Ehrengast Martina Fluck. Foto: Blume Alle weiteren Fotos zu den Filmtagen sind Pressefotos, die von den Filmfirmen und Künstlern zur Verfügung gestellt wurden.

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Mauerbaus wird am 3. Oktober (Feiertag) der Episodenfilm „Geschichten jener Nacht“ gezeigt, in dem vier DEFA-Regisseure vier Schicksale schildern, die sich in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 zugetragen haben. In Gedenken an den großen schleswig-holsteinischen Schauspieler Heinz Reincke, der am 13.07.2011 verstorben ist, kommt der Klassiker von Erich Kästner „Das fliegende Klassenzimmer“ aus dem Jahr 1973 noch einmal auf die Leinwand. Die Reihe „Neuer deutscher Film“ wird repräsentiert durch die Streifen „Sommer in Orange“, in der auch die Husumer Schauspielerin Wiebke Puls mitspielt, den preisgekrönten Film „Poll“ von Chris Kraus, der vier „Lolas“ gewonnen hat, den Dokumentarfilm „Joschka und Herr Fischer“ von Pepe Danquart. Außerdem kommt die futuristische Erzählung „Die kommenden Tage“ von Lars Kraume auf die Leinwand. Die Kurzfilmrolle 2011 mit neun Kurzfilmen aus Schleswig-Holstein wird bewährt vorgestellt von Claus Oppermann, und der neu gemachte Naturfilm „Serengeti“ von Reinhard Radke runden das Programm ab. Die Husumer Filmtage werden gefördert von der Stadt Husum, dem Kreis Nordfriesland, der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein und von der Kulturstiftung Nordfriesland der Nord-Ostsee Sparkasse.

Doris Dörrie ist eine Werkschau mit sechs Filmen gewidmet.

5


DIE 26. HUSUMER FILMTAGE

Schauspieler Peter-Heinrich Brix als Adsche in „Büttenwarder“. Der Kultsendung ist ein ganzer Abend gewidmet. Die Folge „Nackt“ erlebt in Husum eine Welturaufführung. Foto: © Sandra Hoever

Vivien Buchhorn und Professor Dr. Gerd Eversberg in dem Film „Theodor Storm - So komme, was da kommen mag.“

6


– ANZEIGE –

– ANZEIGE

„We accompany the market entry of international companies in their native language.”

NNC BACKSTAGE – HEIDI BERICHTET Moin Mojn – Wer gehört zu unserem InHouse Netzwerk? Heute möchte ich gerne noch einmal damit weitermachen, Ihnen einige unserer InHouse Networker vorzustellen. SkanInsurance Versicherungsmakler GmbH & Co. KG: SkanInsurance ist (Foto li.) ein unabhängiger Versicherungs- und Finanzmakler, der erfolgreich Versicherungen sowie Verträge in den Bereichen Altersvorsorge, Vermögensaufbau, Investmentfonds, Finanzierung und anderen Finanzdienstleistungen vermittelt. Als unabhängiger Versicherungs- und Finanzmakler vertreten sie die Interessen ihrer Kunden, nicht die einer Gesellschaft. Auf diese Weise können sie persönliche, preiswerte und individuelle Lösungen für den privaten oder geschäftlichen Bereich anbieten – zur Absicherung und Vorsorge. Ein optimaler Versicherungsschutz und eine professionelle Begleitung bei der Schadensabwicklung im Leistungsfall sind für sie selbstverständlich. Scandi Logistics A/S: Scandi Logistics A/S ist ein dänisches Transportunternehmen mit Hauptsitz in Kolding, Dänemark und Kontaktbüros in Deutschland sowie Spanien. Eines dieser Büros ist seit April 2011 im Nordic Network Center angesiedelt. Scandi Logistics A/S ist hauptsächlich im Straßentransport zwischen Skandinavien und dem Rest von Europa tätig. Ihre Zielsetzung besteht darin, für jeden Kunden eine optimale Transportlösung für seine Ware zu finden und diese dann anbieten zu können. So schickt das

Unternehmen täglich LKWs auf die großen Autobahnen Europas. SkanRevison Steuerberatungsgesellschaft KG: Die Mitarbeiter der SkanRevision (Foto re.) sind erfahrene Steuer- und Unternehmensberater, die die erforderlichen tiefen Kenntnisse aufweisen, um optionale und individuell passende Lösungen für skandinavische Firmen mit Tätigkeitsbereich in Deutschland auszuarbeiten. Sie übernehmen alle Formalitäten sowie administrative und steuerliche Hürden, damit sich ihre Kunden ganz auf ihre Geschäfte konzentrieren können. Teamwork4ce: Teamwork4ce bietet umfassende Lösungen rund um die Auswahl, die Integration und das Coaching von Arbeitskräften in den Fachbereichen Industrie und Gesundheit. Vor allem bietet Teamwork4ce ein Sprachtraining in beispielsweise deutsch, englisch und skandinavischen Sprachen an. Da für international wirkende Firmen jedoch nicht nur die sprachlichen Barrieren überwunden werden müssen, kümmert sich Teamwork4ce auch um das High End und Culture Coaching in Unternehmen. So klappt es auch mit der interkulturellen Kommunikation in Geschäftsgesprächen. „Denn nur weil man die Sprache seines Gegenübers spricht, heißt das nicht, dass man sich versteht…“ Liebe Leser, tschüss og på gensyn!

NORDIC NETWORK CENTER, Alter Kirchenweg 83, 24083 Flensburg/Handewitt, www.nordic-network.eu

77


15. THEATERTAGE WEDEL 15. Theatertage Wedel Wedel - Drei Tage stand Wedel im Fokus aller Freunde des Amateurtheaters. Die größte Veranstaltung des Landesverbandes der Amateurtheater Schleswig-Holstein e.V. mit 110 angeschlossenen Bühnen, die alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Theater Wedel stattfindet, bot auch in diesem Jahr wieder ein breites Spektrum der Schauspielkunst. Am Abschlusstag fand sie mit der erstmaligen Verleihung des Publikumspreises ihren Abschluss. Die Meldorfer Theatergruppe zeigte am Samstagabend ihre Inszenierung des Tschechow-Stückes „Der Kirschgarten“ so eindrucksvoll und detailliert inszeniert, dass es das Publikum im ausverkauften Theater zum Schlussapplaus nicht mehr auf den Sitzen hielt. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuschauer bei den sichtlich gerührten Dithmarschern für ihre leidenschaftliche Darbietung. Das Theater Wedel hatte am Freitag mit seiner Produktion „Table for one“ den Startschuss gegeben, am Sonnabend zeigten dann das Kleinstadttheater Nortorf

8

die Komödie „Denn sie wissen nicht, was sie erben“ und die nordfriesische Goldelunder Speeldeel das plattdeutsche Stück „Aphrodites Zimmer“. Am Sonntagvormittag öffnete sich noch einmal der Vorhang für die Kleinkunstbühne Marktfrieden aus Heide/ Dithmarschen mit „Honigmond“. Der Präsident des Landesverbandes Carsten Rüscher sagte dazu: „Diese 15. Theatertage waren wieder ein positives Beispiel, wie sich aktive Theaterarbeit vor Ort und Verbandsarbeit ergänzen können und wie vielfältig die Bühnen unseres Verbandes sind und ihr Publikum begeistern können.“

Gruppenleiterin Sabine Schiewek, 2.v.li., erhielt für die Meldorfer Theatergruppe den Publikumspreis - einen Teller des Landesverbandes der Amateurtheater SH - für die ausgezeichnete Vorstellung des Stückes „Der Kirschgarten“ im Rahmen der 15. Theatertage in Wedel. 3.v. re. Brigitte Hohmann, Kulturförderung des Landes SH. Foto: J.Misfeldt


15. THEATERTAGE WEDEL

Szenenfoto aus „Aphrodites Zimmer“ von der Goldelunder Speeldeel. Foto: (c) Petra Blume

„Es wurde großartiges Theater geboten und ich freue mich als Gast und Zuschauer dabei gewesen zu sein.“, sagte Christian Dennert, Präsident des Verbandes Hamburger Amateurtheater. „Es wurde wieder die breite Vielfalt und hohe Qualität, die das Amateurtheater bietet, gezeigt. Hierbei braucht insbesondere die Meldorfer Theatergruppe den Vergleich zu renommierten Profi-Bühnen nicht scheuen. Es war ein Genuss, dem Stück und den Schauspielern zu folgen.“ Die künstlerische Beraterin des Landesverbandes der Amateurtheater Schleswig-Holstein Elke Heilsberger freute sich über den reibungslosen Ablauf und über das Zusammenspiel aller Beteiligten, die diese Veranstaltung wieder einmal zu einem Erfolg gemacht hätten. „Außerdem sei es wunderbar gewesen, auch wieder einmal ein plattdeutsches Stück präsentieren zu können und so eindrucksvoll für den Erhalt der niederdeutschen Sprache zu werben, wie die Goldelunder Speeldeel dies getan habe.“, so Heilsberger. www.theater-wedel.de www.amateurtheater-sh.de www.meldorfer-theatergruppe.de

Szenenfoto aus „Denn sie wissen nicht, was sie erben“ vom Kleinstadt Theater Nortorf. Foto: (c) Petra Blume

9


30 JAHRE KINDERFREIZEITHOF

Feuerwehrmann oder -frau sein oder einfach bloß mitfahren? Mit viel Liebe werden hier alte Spielzeuge wieder zum Leben erweckt und von den Kindern mit großer Begeisterung angenommen. Fotos: DRK Kita

30 Jahre Kinderfreizeithof Joldelund (eventmal.de) Es war einmal vor 30 Jahren, als der Joldelunder Christian Christiansen auf seinem Grundstück einen Kinderfreizeithof einrichtete. Alte Spiel- und Fahrzeuge hatte er liebevoll restauriert oder ganz einfach selbst zusammengetüftelt. Nun hatte Herr Christiansen auch eine Enkeltochter, die vor 30 Jahren den DRK-Kindergarten in Husum besuchte. Das zusammen führte dazu, dass die Kindergartenkinder mit die ersten waren, die den Freizeithof erlebten.

D

as hat der Besitzer auch nicht vergessen und im Jubiläumsjahr lud er die Kinder zu einem unvergesslichen Tag ein, sponserte bei den Bussen und beim Eintrittspreis und zeigte sich so auf seine Weise erkenntlich für die jahrelange Treue. 75 Kinder und zwölf Betreuer verlebten so einen aufregenden Tag, „von dem noch lange im Kindergarten gesprochen wurde.“ so Leiterin Sabine Schorr.

10

„Es muss nicht immer der große Freizeitpark sein. Die Kinder waren so schnell in ihrer Phantasiewelt gefangen.“, so Schorr weiter. So wuselten die Lütten zwischen den vielen Spielgeräten umher, fuhren in den kleinen Autos umher oder nahmen im nostalgischen Karussell Platz. Zwischen Trampolin, Windmühlen und Streichelzoo wurde Frühstück und Picknick gemacht. Ein richtiger Abenteuertag für die Minis. Der Tag ersetzte dann das traditionelle Sommerfest. „Die Kinder waren total begeistert. Und – gerade weil nicht alles hochmodern war – forderte und förderte der Tag den Spieltrieb besonders.“, so Sabine Schorr. www.kinderfreizeithof.de

Mit einem „echten Auto“ fahren und das schon als Kindergartenkind, ist etwas Besonderes und wird bestimmt nicht so leicht vergessen.


AUF EINEN KAFFEE BEI... FRANK MILLACK Auf einen Kaffee bei... Frank Millack „Wir brauchen mehr Personal“ Klare Worte des Geschäftsführers zur Gesundheits- und Pflegepolitik Husum (eventmal.de) Der DRK Kreisverband Nordfriesland e.V. kümmert sich von seinem Hauptsitz Husum aus um stationäre Pflegeeinrichtungen in Husum, Struckum und auf Amrum und Pellworm.Dazu kommen vielfältige ambulante Dienste wie „Warmessen in Husum“, Hausnotruf, Blutspendedienste, ambulante Pflegedienste, Kurse und Sanitätsdienste. Frank Millack ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied und beschäftigt sich mit den Folgen des demografischen Wandels und dem zu erwartenden Engpass beim Fachpersonal. Eventmal.de sprach mit ihm über seine Erfahrungen in diesem Bereich, der Auswirkung auf den Kreis Nordfriesland und auf die Arbeit seiner Einrichtungen. Herr Millack, können Sie für Nordfriesland diesen Trend bestätigen; welche Beobachtungen haben Sie in den letzten Jahren gemacht? Ja, diesen Trend kann ich absolut bestätigen. Wir merken es einerseits an der steten Anzahl von Kunden in der ambulanten Pflege und daran, dass in den letzten Jahren die Angebote an stationären Pflegeeinrichtungen zugenommen haben. Auch wir haben ja in den letzten Jahren zwei neue Einrichtungen in Nordfriesland in Betrieb genommen. Es dürfte in zehn Jahren schwierig werden, einen Platz zu finden. Kann das unter den jetzigen Gegebenheiten unser Gesundheitssystem noch leisten? Ich denke, dass unser Gesundheits- und/ oder Sozialsystem in wenigen Jahren vor dem Aus stehen wird, weil inzwischen Ärzte, Krankenhäuser und die Anbieter von ambulanten- und stationären Einrichtungen schon die Grenze des Erträglichen und alle wirtschaftlich vertretbaren Einsparpotenziale ausgeschöpft haben. Woran fehlt es in erster Linie? Es fehlt den Verantwortlichen in der Politik, aber auch bei den Funktionären der Kranken- und Pflegekassen an Mut, sich offen einzugestehen, dass ein „Rundumsorglospaket“ mit Spitzenleistungen vom System nicht mehr getragen werden kann, ohne den Menschen tiefer in die Tasche zu greifen (z. B. Erhöhung der abzuführenden Gelder an die Pflege- und der Krankenkassenbeiträge). Das Pflegeversicherungsgesetz finanziert lediglich den notwendigen Bedarf. Wie sieht es mit Fachkräften im Pflegebereich aus? Bei einer Zunahme der pflegebedürftigen Menschen und gleichzeitiger Abnahme der zu erwartenden sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen ergibt sich das Problem schon alleine daraus. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es derzeit keine Pflegefachkräfte, die bereit sind, diesen doch sehr aufwendigen und stressigen Beruf wirklich ausüben zu wollen oder zu können. Was müssen Bewerber an Qualitäten mitbringen? Ich denke, dass Bewerber eine sehr hohe Sozialkompetenz mitbringen müssen. Auch wird es immer notwendiger, dass die Bewerber nicht nur eine

gute Pflege leisten können, sondern sich auch umfassend mit den notwendigen Pflegeprozessen (Dokumentation) auseinander setzen können. Wie sehen die Ausbildungsmöglichkeiten aus? Im Prinzip sehr gut, es mangelt jedoch immer noch daran, dass viele Einrichtungsträger nicht oder nicht genug Auf einen Kaffee bei Frank Fachkräfte ausbilden. Millack, Vorstand des DRK Aber selbst wenn alle Kreisverbands NF e.V. es ausreichend maFoto: Blume chen würden, wie wir z.B., kommt immer noch das Problem, dass die Bewerber keinen Schulplatz bekommen. Die Ausbildung im Krankenpflegebereich wird über die Krankenhausfinanzierung überwiegend erreicht, in der Altenpflegeausbildung werden die Plätze über das Land finanziert, das kein Geld hat, um weitere zu finanzieren. Was nunmehr das neu aufgelegte Modell der Arbeitsagenturen erreichen kann, kann nicht noch nicht bewerten, weil ich die Einzelheiten nicht kenne. Warum müssen es immer unbedingt „Fachkräfte“ sein, reichen nicht auch Pflegehelfer und wenn nein, warum nicht? Sowohl in der ambulanten Pflege wie auch in der stationären Pflege ist (typisch Deutschland) alles geregelt. So gibt es z. B. die Heimmindestpersonalverordnung, die klar regelt, dass 50 Prozent der in der Pflege Beschäftigten zwingend examinierte Fachkräfte sein müssen. Auch wenn die Kassen im privaten Bereich Angehörige oder sogar Nachbarn davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch die Medikamente verabreichen oder sogar die Insulinspritze setzen können. In den ambulanten Diensten dürfen dies natürlich nur examinierte Fachkräfte.

11


„WIR BRAUCHEN MEHR PERSONAL“ Es gibt durchaus schon Bestrebungen, die Fachkraftquote abzusenken. Dies würde jedoch eine Verschlechterung der Qualität bedeuten, weil überwiegend Pflegehelfer die komplexen fachlichen Zusammenhänge und Erfordernisse nicht erkennen können. Es gibt natürlich auch hier viele Ausnahmen, wo langjährige MitarbeiterInnen wohl genauso gut arbeiten und beurteilen können wie Fachkräfte.

sowie den schon länger vorhandenen Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Wie sehen Sie die Entwicklung - Reichen die freiwilligen Kräfte aus und melden sich genug? Ich denke, die Unsicherheit bei den Interessierten über die Rahmenbedingungen ist noch zu groß. Wir haben gerade vor wenigen Tagen die erste Mitarbeiterin dafür gefunden. Der bürokratische Aufwand dafür war auch für uns schon abschreckend. Hinzu kommt, dass diese Kräfte weder über das Budget refinanziert werden, noch dürfen diese Kräfte tatsächliche Aufgaben im Bereich der begleitenden Pflege wahrnehmen. Das heißt, sie müssen zusätzlich sein. Bei Kosten, die so zwischen 500 und 700 Euro im Monat liegen, muss man schon darüber nachdenken, ob man sich diese Kräfte leisten kann oder will.

Man sagt dem Pflegeberuf nach, dass es ein „schlechtbezahlter Knochenjob“ sei mit Wechselschichten, viel Verwaltungsarbeit und vielen Überstunden. Ist das so und wie sieht es in Ihren Einrichtungen aus? Schlecht bezahlt ist immer relativ. Wir haben überwiegend einen Tarifvertrag mit Verdi. Unabhängig davon, kann auch kein Betreiber mehr Geld an seine MitarbeiterInnen zahlen, als über die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern vereinbart wurde. Pflegeplätze sind schon heute – oberflächlich betrachtet – sehr teuer. Würden jedoch die KosSchlecht bezahlt tenträger erhebliche Steigerungen zulassen, würden die Kosten noch höher werden. „Ein Knochenjob“ mit ist immer relativ. Wechselschichten, Verwaltungsarbeit (Dokumentation) – ja, das sehe ich auch so und viele Überstunden aufgrund des Personalmangels gibt es leider auch bei uns.

„ “

Wo liegt der Tariflohn in der Regel? Für Fachkräfte liegt der Tariflohn bei rund 2.200 Euro zuzüglich der jeweiligen Zulagen für Nacht- und Sonntagsarbeit. Jedoch ist festzustellen, dass auch in Nordfriesland nur die wenigsten Einrichtungen tatsächlich über einen Tarifvertrag verfügen.

Zum Teil werden schon „Kopfgelder“ bzw. „Abwerbeprämien“ im Pflegebereich gezahlt. Geht es nicht anders? Es sollte gerne anders gehen, denn über diese Möglichkeiten findet man zwar die „Jobhopper“, aber in der Regel nicht die MitarbeiterInnen, die sich dem Betrieb und den Menschen verbunden fühlen. Ich glaube, dass es vielmehr darauf ankommt, flexiblere Arbeitszeiten zu schaffen, die auch Beruf und Familie in Einklang bringen kann. Da jedoch der Pflegeberuf nach wie vor überwiegend von Frauen besetzt wird, muss leider festgestellt werden, dass die überwiegende Anzahl der Frauen lieber auf das Geld oder andere Annehmlichkeiten verzichten. Wichtiger ist ihnen, dass der Arbeitsplatz direkt im Wohnumfeld liegt. Darauf bauen leider auch viel zu viele Einrichtungsträger und beuten so viele Frauen durch niedrige Löhne aus. Ein Skandal, weil dadurch der Wettbewerb von den Preisen verzerrt wird und das auf dem Rücken des Personals.

12

Früher gab es die Zivildienstleistenden. Heute gibt es den neu ins Leben gerufenen Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Es gibt seit Mai 2011 auch die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Fachkräfte aus dem Ausland. Haben Sie da inzwischen Nachfrage erhalten oder erste Erfahrungen gemacht? Anfragen oder Nachfragen hat es bislang bei uns leider noch nicht gegeben. Ein Problem zur Anerkennung durch die Behörden bleiben jedoch oft die fehlenden Sprachkenntnisse. Im europäischen Ausland wird in den Schulen kaum noch Deutsch gelehrt eher Englisch. Diese Kräfte wandern daher lieber in den englisch sprechenden Bereich aus.

Lässt sich Pflege in Zukunft auch überhaupt noch bezahlen? Willy Brandt hat mal gesagt: „Eine Gesellschaft, die das Alter nicht erträgt, wird an ihrem Egoismus zugrunde gehen.“ Die Frage ist doch – bezahlbar für wen? Bereits heute kann sich ein Normalverdiener, der ein Leben lang gearbeitet hat, kaum noch einen Platz in einer Pflegeeinrichtung ohne die Unterstützung des Staates leisten. So war es mit der Einführung der Pflegeversicherung nicht gedacht. Gleichzeitig wird jedoch auch ein riesiges Vermögen vererbt. Oft geht es jedoch den Erben nicht um eine gute Pflege, sondern um die Erhaltung der Erbschaft – leider. Es wird daher darauf ankommen, den demographischen Wandel und die damit verbundenen höheren Ausgaben für die betroffenen Menschen neu zu überdenken. Dies geht auf keinen Fall mit laufenden Qualitätssteigerungen und gleichzeitiger Kostenneutralität. Entweder kommen wir zu einer Zweiklassengesellschaft, wo die einen lediglich den Anspruch auf Grundleistungen haben und die anderen sich Wahlleistungen erfüllen können, oder die Finanzierung muss auf neue steuer- oder abgabenfinanzierte Regelungen zurückgreifen. Können Sie eine stationäre Pflege derzeit guten Gewissens anbieten oder sollte man lieber eine ambulante Pflege vorziehen? Von mir erwartet man natürlich, dass


„WIR BRAUCHEN MEHR PERSONAL“ Ein Beispiel: Angehörige wie auch die Bewohner erich hier eindeutig mit „ja“ antworte. Der Schrecken warten natürlich von uns, dass die Zimmer sauber einer Pflegeeinrichtung besteht bei mir nicht mehr, und ordentlich sind. Was ist jedoch über den Perseit ich erleben kann, was dort geleistet wird. Ganz sonalschlüssel abgedeckt? An sechs Tagen in der im Gegenteil. Ich erlebe auch traurige Momente und Woche steht uns je Zimmer inkl. Bad lediglich ein Situationen unserer Bewohner, die sie aber auch Minutenwert von max. neun Minuten zur Verfügung. Zuhause hätten, aber ich erlebe auch viel FröhJede Hausfrau weiß, dass dies nicht zu schaffen ist. lichkeit und Zuwendung in unseren Einrichtungen. Bei der Veränderung in unserer Gesellschaft bin Mehr wird jedoch über den Pflegesatz nicht akzeptiert. Versuchen Sie das mal den Bewohnern und ich davon überzeugt, dass die Einsamkeit und eine Angehörigen zu erklären. Es ist auch eine Tatsamangelnde Versorgung im häuslichen Bereich weit che, dass von den zugebilligten Stellen im Bereich ausgeprägter ist, als wir es wahrhaben wollen. Die der Fachkräfte nur etwa 52 Prozent tatsächlich beim ambulanten Dienste können nur relativ wenig Zeit Bewohner ankommt. Die übrigen Arbeitszeiten über für die Patienten aufbringen. Wenn dann auch noch den Personalschlüssel gehen für Dokumentation, keine oder eventuell sogar eine überforderte FamiFortbildung, Übergabezeiten, Urlaub lie dahintersteht, ist eine Einrichtung und Krankheit verloren. Bei den Pfleeindeutig besser. Übrigens, dieses gewollte System beutet in der Regel geassistenten, die deutlich weniger zu ebenfalls die Töchter und Schwiedokumentieren haben, liegen die Zeigertöchter aus, die für wenig Geld ten, die nicht am Bewohner erbracht werden, bei rund 30 Prozent. Auch Enormes leisten müssen. Gewalt in widersprechen sich viel zu oft die geder Pflege findet daher meiner Überzeugung nach heute kaum noch in setzlichen Bestimmungen, die jeweils Einrichtungen sondern vielfach in der zu erfüllen sind und das vernünftige eigenen Häuslichkeit statt. So lange Pflege hat keiHandeln in den Einrichtungen eres geht, sollte man in der gewohnten schweren. Am wichtigsten wäre mir aber, dass die Gesellschaft den Wert Umgebung mit der Unterstützung einen Wert. Das der professionellen Pflege anerkennt. nes Pflegedienstes bleiben. Man sollWenn selbst der Kreisseniorenbeirat te aber auch nicht zu lange warten, ist der wirkliche kürzlich öffentlich feststellt, dass die bis man zu der Entscheidung kommt, Seniorenheime „zu teuer“ seien und doch lieber in eine Pflegeeinrichtung Skandal in unseein alternatives Wohnkonzept aus zu gehen. Kiel anpreist, ohne die gravierenden rer Gesellschaft. Unterschiede zwischen einem WohnWelche Wünsche hätten Sie an den Geprojekt und einer stationären Pflegesetzgeber, damit sich die Arbeit für Ihren Kreisverband einfacher gestalten ließe? einrichtung zu beleuchten, zeigt mir Es geht nicht darum, ob etwas für uns das nur, dass selbst der Seniorenbeieinfacher wird, sondern darum, was in rat sich nicht mit den Unterschieden unserem Staat an allen Ecken in fast auseinandersetzen will oder kann. In allen Lebenslagen festzustellen ist. den Wohnprojekten müssen die MieAlle reden von einer Entbürokratisieter oder die Angehörigen fast alles rung, aber es wird von Jahr zu Jahr immer verrückselbst leisten oder sich Leistungen dazukaufen. Für ter. Es gibt in unserer Gesellschaft ein tiefes Missrelativ fitte Senioren sicherlich eine gute, aber auch trauen gegenüber den Handelnden...auch gegen nicht günstige Lösung. Eine Rund-um-die-Uhr-Veruns. Unsere Bewohner wollen umsorgt sein, sowohl sorgung mit Fachkräften gibt es jedoch nicht oder pflegefachlich wie auch mit der Zeit für Gespräche wird auch teuer. Es ist abenteuerlich, dass wir für die Wartung unserer Autos einen Stundenlohn bis und Zuwendungen. Wenn 20 bis 30 Prozent für die 95 Euro klaglos hinnehmen, wir aber für eine gute Planung und Dokumentation der Fachkräfte schon Pflege Stundenlöhne von ca. 30 Euro schon als verloren ist, bleibt immer weniger Zeit für das, was Wucher ansehen. Pflege hat keinen Wert, dies ist unsere MitarbeiterInnen und die Bewohner wollen. der wirkliche Skandal unserer Gesellschaft. Ist die Dokumentation schlecht, ist auch die Pflege schlecht und ist die Dokumentation gut, ist auch die Pflege gut: Beides muss nicht stimmen. Ich kenne Suchen Sie selbst auch für Ihre Einrichtungen Personal; Einrichtungen, die eine gute Note erreicht haben, an wen sollte man sich wenden? Gerade examinierte aber gleichwohl erhebliche Pflegemängel aufweiPflegefachkräfte werden bei uns fast in allen Bereisen, aber auch Einrichtungen, die eine schlechte chen gesucht. Wir versuchen auch bei Bedarf mögNote haben ohne Pflegemängel und in der sich die lichst familienfreundliche Bedingungen zu vereinBewohner wohlfühlen. Wir brauchen auch deutbaren. Unsere Personalchefin Frau Meißner steht lich mehr Personal. Mit dem derzeitigen Personalgerne für Gespräche zur Verfügung. schlüssel sind die steigenden Anforderungen kaum noch zu bewältigen. Dies bedeutet aber auch, dass DRK-Stellenangebote die Kosten für die Einrichtungen steigen werden. http://drk-nf.de/Stellenangebote.aspx

13


PATRICK SINGH PRÜFUNGSBESTER Patrick Singh Prüfungsbester Ausbildung im „Hotel Rosenburg“ zum Koch erfolgreich bestanden Husum. (eventmal.de). Er hat gut Lachen – der 21-jährige Patrick Singh. Er bestand seine Prüfung als Koch als Bester von insgesamt 26 jungen Köchen und wurde auch gleich von seinem Ausbildungsbetrieb, dem „Hotel Rosenburg“ in Husum, übernommen. Koch sei sein Traumjob, sagt der sympathische junge Mann, das habe sich auch in der Zeit seiner Ausbildung nicht geändert.

N

atürlich gab es auch etwas, was ihm nicht so viel Spaß gemacht habe, sagt er. So sei das Vakuumieren (das Konservieren von großen Mengen vorgekochter Saucen z.B.) etwas langweilig gewesen, aber sonst kann er sich kaum an Negatives in den drei Jahren Ausbildung erinnern. Eigentlich mache ihm alles Spaß, lacht er, aber ein besonderes Faible hat er dann doch für Desserts und Mousses. Im Team der „Rosenburg“ gefalle ihm am meisten, dass jeder für den anderen einspringe. „Ein echtes Team eben, das auch mal zusammen privat feiert.“ Große Events mit vielen Gängen oder das jährlich wiederkehrende Gourmet-Festival der Auszubildenden gehören ebenfalls zu den Highlights, die Patrick Singh nicht missen möchte.

14

In seiner Prüfung musste er aus einem vorgegebenen „Warenkorb“ ein Drei-Gänge-Menü für sechs Personen erstellen und mit Kreativität überzeugen. Sous-Chef Marco Grenningloh hat nur gute Worte für seinen ehemaligen Azubi: „Er ist zuverlässig, pünktlich, arbeitet bis ‚zum Umfallen‘ mit, bringt kreative Ideen mit ein und kann auch schnell putzen.“ Das sei eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben im gastronomischen Bereich. Singh bleibt dem „Hotel Rosenburg“ erhalten, aber ein bisschen „Ausland“ und noch andere Kochtöpfe – vielleicht auf einem Kreuzfahrtschiff – möchte er irgendwann noch sehen und sich in der gewohnt gehobenen Küchenkunst weiterbilden. www.hotel-rosenburg.de

Sous-Chef Marco Grenningloh (li.) gratuliert seinem jungen Kollegen Patrick Singh zur bestandenen Prüfung als Prüfungsbester. Sein Ausbildungsbetrieb „Hotel Rosenburg“ hat den ausgelernten Koch übernommen. Foto: Blume


SCHWERER RÜCKSCHLAG

Schwerer Rückschlag Heide (EV) - Als schweren Rückschlag bezeichnet die Geschäftsführung des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste die Pläne des Bundesverkehrsministers, sowohl den Schleusenausbau in Brunsbüttel als auch die Fertigstellung der A 20 weiter zu verzögern. Dem verantwortlichen Verkehrsminister müsse bewusst sein, dass damit wichtige Impulse für die norddeutsche Wirtschaft verloren gingen. Der Verzicht auf den Weiterbau und die Fertigstellung der A 20 verhindere nicht nur die notwendige bessere logistische Anbindung der bereits vorhandenen Wirtschaftsstandorte, sondern auch deren Weiterentwicklung. Darüber hinaus sei es unverantwortlich, dass bezüglich der maroden Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel keine zeit-nahe Abhilfe geschaffen werde.

A

n dieser Stelle kritisieren die Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Koch und Ritscher auch die aktuelle Landesregierung, die offensichtlich nicht vehement genug die Notwendigkeit der wichtigen Infrastrukturprojekte in Berlin vertritt. „Es ist erstaunlich, dass die Bedeutung der am stärksten frequentierten künstlichen Wasserstraße der Welt erst in Berlin erklärt werden muss“, so Geschäftsführer Heinrich Ritscher. Zumal es sich bei der Instandsetzung der vorhandenen Schleusen nicht um eine Erweiterung der Infrastruktur, sondern lediglich um eine Reparatur vorhandener Anlagen aus der Kaiserzeit handele. Die Funktionsfähigkeit der Schleusen und damit des gesamten Nord-Ostsee-Kanals sei nicht nur für die Durchfahrt der Schiffe durch den Nord-Ostsee-Kanal selbst notwendig, sondern auch für die weitere Belieferung der im Bereich des Nord-Ostsee-Kanals ansässigen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen. Würde der Nord-Ostsee-Kanal als seit Jahrzehnten genutzte logistische Anbindung für diese Unternehmen wegfallen, wären sie letztendlich gezwungen, Alternativkonzepte über die Straße umzusetzen. Dies würde nicht nur zu einer deutlich stärkeren Belastung des heute schon unzureichenden Straßennetzes in den betroffenen Bereichen führen, sondern auch zu deutlichen Mindereinnahmen an den Schleusen selbst. Dies lässt wiederum eine Finanzierung der notwendigen Projekte in der Zukunft noch schwieriger werden. Auch im Hinblick auf die noch nicht fertiggestellte A 20 würde eine Verlagerung auf die Straße zu weiteren Verkehrsproblemen in der gesamten Nordregion, insbesondere an der Westküste führen. Zur Vermeidung des erkennbaren Verkehrsinfarktes fordert der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste auch weiterhin deutlich die zügige Fertigstellung der A 20 mit den Verbindungen zur A 7 und zur A 23 sowie den Bau der fünften Schleusenkammer und die Instandsetzung der vorhandenen Schleusen. Dabei dürfe auch in Berlin nicht vergessen werden, dass das Funktionieren des Nord-Ostsee-Kanals ganz erheblich zum Erfolg der Wirtschaft an der Westküste und im gesamten Unterelbebereich einschließlich Hamburg beitrage. Nur dies sichere auch in Zukunft den Standort

Heinrich Ritscher, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste Pressefoto: Unternehmensverband Unterelbe-Westküste e.V.

sowie die weitere Ansiedlung von wichtigen Unternehmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Generierung von Steueraufkommen. http://www.unternehmensverband.de

15


EINZIGARTIGES KRAFTWERK

Seismische Erkundungsfahrzeuge untersuchen zurzeit bei Nordhastedt den Boden bis in eine Tiefe von 2.400 Metern. Kleines Foto: So könnte die Architektur der Geothermieanlage aussehen, die auf dem Gelände gebaut, wo jetzt noch Winterweizen angebaut ist. Foto/ Repro: gvb

Einzigartiges Kraftwerk Nordhastedt (gvb) Einzigartiges Kraftwerk in Deutschland: Ein Dorf schaltet die Erd- und Sonnenwärme gleichzeitig ein Angesichts des geplanten Ausstiegs aus der Atomindustrie wird aufgrund steigender Stromund Heizkostenpreise der Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind, Sonne und Wasser immer dringlicher.

D

as Dorf Nordhastedt bei Heide in Dithmarschen, das sich wegen seiner Wälder und Weiden selbstbewusst als das „grüne Herz Dithmarschens“ bezeichnet, unternimmt einen Riesenschritt in diese Richtung. Und zwar geschieht folgendes: Während Wind-, Solar- und Biogasanlagen haufenweise aus der Erde wachsen, wird man bei diesem Projekt in die Tiefe der Erde gehen, nämlich bis zu 4 500 Meter. Die geologischen Voraussetzungen sind durch zwei in 4000 bis 5000 Meter Tiefe liegende Salzstöcke besonders geeignet. Rund drei Kilometer von der Dorfmitte entfernt errichtet die neue „GeothermSolarpark-Nordhastedt GmbH“ auf einem 25 Hektar großen Gelände ein Geothermie-Kraftwerk in direkter Kombination mit Photovoltaikanlagen, um versorgungssicheren und umweltfreundlichen Strom zu erzeugen.

16

In dem Kraftwerk werden Erd- und Sonnenwärme gleichzeitig ausgenutzt. Die Investitionskosten belaufen sich voraussichtlich auf 110 Mio. Euro.

Die in 4.500 Metern Tiefe 168 Grad Celsius heiße Energie-Quelle aus Thermalwasser ist rund um die Uhr aktiv und währt ewig, solange es unseren Erdball gibt. Kombiniert wird das Ganze mit einer von den Betreibern selbst entwickelten Photovoltaik-Konzentrationstechnik, welche die Sonnenstrahlen 1.000-fach verstärkt auf PVModule auf „Segeln“ lenkt, deren Ausrichtung dem Lauf der Sonne folgt. Die Wärme wird in Strom umgewandelt zu einem Wirkungsgrad von 40 Prozent, während herkömmliche Anlagen nur 18 bis 20 Prozent erreichen. Jährlich könnten hier 100.000 bis 150.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Nebenbei wird noch Fernwärme produziert, von der auch das Dorf und Umlandgemeinden profitieren könnten. Die PV-Module sollen in Nordhastedt gebaut und könnten in alle Welt verkauft werden als „made in Nordhastedt“. Das Gesamtvorhaben gilt als bisher einzigartiges Präferenzmodell in Deutschland, wenn nicht gar europaweit. 40 bis 50, vielleicht sogar 80 Arbeitsplätze können am Ort geschaffen werden. Das Landschaftsbild soll keineswegs negativ beeinträchtigt werden.


POLE POPPENSPÄLER TAGE Pole Poppenspäler Tage Husum (eventmal) - Vom 16. - 25. September steht Husum wieder ganz im Zeichen des Figurentheaters. Die 28. Pole Poppenspäler Tage erfreuen die Zuschauer mit einer fantastischen Reise in die Welt von Marionetten, Handpuppen und Tischfiguren, Bauchladentheater und eindrucksvollem Spiel mit Licht und Schatten.

E

röffnet wird das Festival mit „Hamlet“ von William Shakespeare im NordseeCongressCentrum Husum. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Shakespeareinszenierungen, den „Sommernachtstraum“ und mit „Macbeth für Anfänger“ eine Persiflage auf Macbeth. Im Multimar Wattforum in Tönning, werden die „Gesänge der Wale“ mit Raphael Mürle präsentiert mit einer anschließenden Führung durch das maritime Erlebniszentrum. Diskriminierung und der Umgang mit anderen Kulturen werden thematisiert in „Monsieur Ibrahim“, in „Engel mit nur einem Flügel“ oder auch in „Mascha Kalèko“. Eine Theatergruppe aus Burma (Myanmar) mit exotischen und farbenfrohen Figuren und fremd anmutender Musik, ein Theater aus Österreich, Pete Belcher mit „Dreierlei“ sowie die dänische Diplomspielerin Astrid Kjær Jensen geben dem Festival den internationalen Charakter. Familien und unsere kleinen Besucher und Besucherinnen werden sich begeistern können an Aufführungen wie u.a. „Ritter Rost“, „Wunschpunsch“ von Michael Ende, „Gulliver in Lilliput“, „Prinzessin Isabella“, „Die schlaue Mama Sambona“ oder „Die Prinzessin auf der Erbse“. Eine besonders schöne, inzwischen siebenjährige Tradition sind die Aufführungen am ersten Festivalwochenende im „Landgasthof Stuck“ in Schwesing mit kulinarischer Begleitung. Ein Rahmenprogramm mit Lesungen, Führungen und Spaziergängen runden das Festival ab. Die Seite des Fördervereins

Der Kasper ist das Synonym für das Puppentheater. Er und viele Figuren aus aller Welt sind im PolePoppenspäler-Museum in Husum zu sehen.http://www. pole-poppenspaeler.de Foto: (c) eventmal.de Petra Blume, mit freundlicher Genehmigung des Förderkreises

http://www.pole-poppenspaeler.de

Einige Veranstaltungen sind bereits ausverkauft. Das komplette Programm zum Downloaden finden Sie unter http://www.pole-poppenspaeler.de/html/festival2011/Programmheft_2011.pdf

17


ETAPPENSIEG FÜR NORDFRIESLAND

v.li.: Dr. Klaus Wortmann, Dr. Torsten Schmidt-Baum, Wilfried Bockholt, Stefan Brumm, Dieter Harrsen, Andreas Doll bei der Preisübergabe. Foto: (c) eventmal.de, Petra Blume

Etappensieg für Nordfriesland Nordfriesland (eventmal.de) – Nordfriesland spielt in der Champions League der EnergieOlympiade und räumte gleich zwei Preise ab. „Ich kann mich heute gleich zwei Mal freuen – einmal für die AktivRegion und einmal für den Kreis Nordfriesland.“, fasste Landrat Dieter Harrsen lächelnd die erfolgreichen Bemühungen in der Königsdisziplin der EnergieOlympiade zusammen.

A

men zur Energieeinsparung, dezentrale, regenerative Energieversorgung und Möglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung beinhalte. Außerdem komme es auf einen möglichst breiten Ansatz, die Einbindung vieler relevanter Akteure und auf eine realistische Umsetzperspektive bis zum Jahr 2020 an. Wichtig sei der Stiftung auch, dass die Konzepte letztlich auch auf andere Regionen übertragbar seien, so Brumm weiter.

Die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH) führt den Wettbewerb durch und stiftet die Preisgelder von insgesamt 180.000 Euro. „Die ‚Energie-Modellregion‘ ist die Königsdisziplin.“, sagte Stefan Brumm bei der Übergabe. Gesucht werde ein herausragendes Konzept der zukünftigen Energieversorgung, welches Maßnah-

So könne man der AktivRegion Nordfriesland Nord und dem Kreis Nordfriesland fünf von fünf möglichen Punkten bei der Vielfalt der Ansätze geben. Wilfried Bockholt, Bürgermeister der Stadt Niebüll und Vorsitzender der Aktionsgruppe AktivRegion und auch Projektmanager Dr. Torsten Schmidt-Baum freuten sich über die Auszeichnung. „10.000 Euro sind eine Menge Geld.“, so Bockholt und erläuterte kurz die „Angriffspunkte“ seiner Aktionsgruppe, die 2008 gegründet wurde. Wirtschaft/ Energie, Tourismus und das soziale Leben seien die Handlungsfelder. „Fukushima hat uns nun Recht gegeben, dass wir richtig liegen.“, so Bockholt

llen Grund zur Freude hatten die am Erfolg Beteiligten auch. Mit dem ersten Teilsieg bei der schleswig-holsteinischen EnergieOlympiade 2011 erhalten die beiden Regionen die Bestätigung für die gute Arbeit und die erarbeiteten Konzeptskizzen für eine„Energie-Modellregion Schleswig-Holstein“, mit denen sie die Jury im Vorverfahren überzeugen und nun – gemeinsam mit dem dritten Preisträger Stadt Flensburg – ein Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro aus der Hand von ISH-Vorstand Stefan Brumm in Empfang nehmen konnten. Mit dem Geld können nun die Ideen im Detail bis Ende Januar 2012 ausgearbeitet werden.

18


ETAPPENSIEG FÜR NORDFRIESLAND weiter. Schmidt-Baum möchte die AktivRegion als Energieregion in Schleswig-Holstein etablieren und nannte die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien als Pluspunkt. Diese würden nicht nur wirtschaftlich sondern auch gesellschaftlich getragen. 2020 wolle man deutlich über dem Landesdurchschnitt liegen, was die Energieeinsparung und den CO2-Ausstoß angehe. Von der Vorbildrolle bei kommunalen Liegenschaften wolle man auch das Energiebewusstsein in Privathaushalten steigern. So ist das Amt Südtondern bereits mit Autogas betriebenen Dienstfahrzeugen, Fahrrädern und Elektro-Fahrräder unterwegs. Die Elektromobilität solle im großen Stile weiterentwickelt werden. Außerdem plane man 20 neue Wärmenetze bis 2020 auszubauen, um gewonnene Energie bis nach Hamburg zu führen. Das Dorf Dörpum strebe eine Eigenstromversorgung an. Auch die Öffentlichkeit solle umfangreich mit in die Projekte involviert werden. Landrat Harrsen zeigt sich zuversichtlich: „Ich sehe Chancen, dass wir den Preis endgültig nach Nordfriesland

holen.“ Damit würde der Hauptpreis von 90.000 Euro in die Projektkasse gespült werden. Andreas Doll erläuterte für den zweiten Preisträger, den Kreis Nordfriesland: „Unser Ziel ist es, den Energieverbrauch drastisch zu senken und den CO2-Ausstoß zu verringern. Wir wollen bis 2020 der klimafreundlichste Kreis Deutschlands werden. Etliche Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz habe man schon in Gang gebracht und wolle noch 19 Maßnahmen in den nächsten drei Jahren anpacken. Ein Bereich sei dabei der motorisierte Individualverkehr. „Das ist bei einem Flächenland wie Nordfriesland sicher nicht überraschend.“, so Doll. Wenn CO2 überall eingespart werden soll, passt die Vorstellung nicht, dass im Kreis Nordfriesland CO2 unter den Boden gepresst werden soll. Landrat Harrsen dazu: „Diese Region ist dafür technisch völlig ungeeignet , und wir werden weiterhin bestrebt sein, an der Verhinderung des Planes festzuhalten.“ Sichtbares Zeichen vor dem Kreishaus ist die gelbe Fahne mit der Aufschrift: „Kein CO2-Endlager.“

v.li.: ISH-Projektleiter Dr. Klaus Wortmann, Stefan Brumm, Wilfried Bockholt, Dr. Torsten SchmidtBaum, Dieter Harrsen, bei der Pressekonferenz. Foto: (c) eventmal.de, Petra Blume

19


GEHANDICAPTE LIEBEN JUMBO-RALLEY

Bei bestem Wetter düst der Konvoi der Jumbo-Rallye mit den gehandicapten Mitmenschen durch die dithmarscher Landschaft. Foto: gvb

Gehandicapte lieben Jumbo-Ralley Dithmarschen (gvb) Was veranlasst 34 Schleswig-Holsteinische und Hamburger Motorradfahrer, sich mit ihren Maschinen und Beiwagen unentgeltlich in den Dienst der guten Sache zu stellen und 95 gehörlose und taubblinde Mitmenschen zu einer Landpartie einzuladen und sie durch die Landschaft zu kutschieren? „Unser Ziel ist es, gehandicapten Mitmenschen eine Freude zu bereiten.“ Diese Erklärung gibt der Hondafahrer Tarik Stolz aus Eckernförde ab. Diese Fahrten machen für ihn gemeinnützigen Sinn, denn für die benachteiligte Menschengruppe ist es ein ungeheures Erlebnis, im Beiwagen mitzufahren. Stolz: „Sie kriegen viel Luft, werden gerüttelt und geschüttelt, was ihnen Spaß macht. Auch wenn sie die Motorengeräusche nicht hören, können sie den Fahrtwind spüren. Das finden unsere Fahrgäste fantastisch.“ Die als Jumbo-Rallye bezeichnete Tour wurde organisiert von Motorradfahrern und dem Herbert-Feuchte-Stiftungsverbund zur Förderung mehrfach Gehandicapter, vergleichbar mit dem Husumer TheodorSchäfer-Berufsbildungswerk.

20

Ingeborg Albrecht vom Stiftungsverbund: „Die von uns betreuten Menschen fiebern dem Tag der JumboRallye seit Wochen entgegen und machen in der Gebärdensprache die Handbewegungen des Gasgebens und Schaltens nach.“

Die Gehandicapten Florian Helbert (31) und Udo Meyer (56) aus dem Heider Wohnheim bestätigen das. Am Ende der Fahrt freuen sie sich bereits auf das nächste Jahr. Diesmal führte die 105 Kilometer lange Tour über die Landstraßen Dithmarschens. Aus Sicherheitsgründen wurde der Konvoi von zehn Solo-Bikern begleitet, die entgegen kommenden oder überholenden Autofahrern entsprechende Signale gaben. Einer von ihnen, Dieter Schumacher (55) aus Heide und Inhaber der „Kunst & Kreativ“-Läden, verteilte ein Lob an die Autofahrer: „Sie sind zum größten Teil kooperativ, halten manchmal sogar an, wenn unsere Kolonne kommt.“ Bei jedem Halt nach 35 Kilometern wurden die Beiwageninsassen ausgewechselt, so dass alle 105 Personen zumindest eine Etappe mitfahren konnten. http://www.stiftungsverbund.de


DER BUCHTIPP Der Buchtipp 111 Orte an der Ostseeküste... Ostseeküste (Weide) – Mit ihrem Buch „111 Orte an der Ostseeküste, die man gesehen haben muss“ stellen Alexandra und Jobst Schlennstedt dem Leser 111 spannende Ausflugsziele vor, die vielleicht nicht jeder kennt. Denn wer jetzt denkt, dies sei wieder einmal ein Stadtführer mit den allgemeinen Sehenswürdigkeiten, der irrt gewaltig. Spritzig geschrieben und bunt bebildert erfahren die Leser beispielsweise wo sich die „Unnerbüx“ Lübecks befindet, von wo man einen RundumUnterwasser-Blick auf dem Ostseegrund hat oder wo der erste Baum Deutschlands steht, der eine eigene Postadresse hat. Mit dem Taschenbuch in der Hand, bringt es Spaß die Ostseeküste, die bei den beiden Autoren sogar bis Schleswig und Flensburg reicht, mit dem PKW, dem Fahrrad oder zu Fuß zu erkunden und von neuem zu erleben. Danach wissen Sie, wo man von Kalifornien nach Brasilien zu Fuß gehen kann und wo die erste Wendeltreppe für Fische steht. Lernen Sie 111 besondere Orte an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins und im Hinterland kennen – denn hier gibt es weit mehr als Strand, Meer und Matjesbrötchen. Das Buch ist im emons:-Verlag erschienen: ISBN 978-3-89705-824-8 Wir danken der AgenturSchleswig – TWOinONE für die Bereitstellung von Foto und Text.

Herbstgruß

Bilder und Berichte auch auf http://eventmal.blogspot.com

21


20 JAHRE FUSSGÄNGERZONE 20 Jahre Fußgängerzone Husum (eventmal.de) Es schreibt sich so leicht, doch der Weg zur Fußgängerzone „Untere Neustadt“ war weiter als die ganze Neustadt selbst. Schon 1953 gab es die ersten Pläne aus dem unteren Teil der recht langen Neustadt in Husum eine Fußgängerzone zu machen. Damals ging hier noch die Bundesstraße durch und das in beiden Richtungen. Ein Nadelöhr, das viele ältere Husumer noch kennen gelernt haben. Staus, Abgase, Lärm sorgten für Ärger, aber wohin mit dem Verkehr der Bundesstaße?

E

rst 1980 veranlasste der damalige Bürgermeister eine Probesperrung, die er schon bald wieder zurücknahm, weil ganz Husum den Verkehrskollaps erfuhr. Man probierte es mit Einbahnstraßenregelungen, Pollern und anderen Verkehrsberuhigungen.

1989 beschloss man seitens der Stadt, dass der Bereich der Unteren Neustadt nun endgültig zur Fußgängerzone werden sollte und tatsächlich konnte 1991 im Oktober Eröffnung gefeiert werden. Die Straße war zurückgebaut und dem historischen Stadtbild angepasst worden. Schließlich sind noch einige Häuser dabei, die auch den Dichter Theodor Storm noch persönlich gesehen haben mögen.

22

Nach und nach kamen Einzelhändler, am Anfang gab es auch eine Disco und Kneipen, doch mehr und mehr wurde es die romantische kleine Einkaufsstraße, so wie wir sie heute kennen und die Husum-Gäste sie lieben. Aus den Inhabern und Inhaberinnen bildete sich eine Interessengemeinschaft Untere Neustadt und seit längerem gibt es nun den Verein „Anlieger Untere Neustadt e.V.“, deren Mitglieder mit ihrer Vorsitzenden Claudia Beliaeff dafür sorgen, dass der Charme der kleinen „Einkaufsbummelstraße“ nicht nur erhalten bleibt sondern auch immer Neues erfährt. Inga Kluth von „Blumen Kluth“ gehörte mit zu den ersten, die in der Fußgängerzone ansässig wurden. Von den ursprünglichen Firmen seien nicht mehr so viele da, sagt sie, aber die jetzige Mischung ist schön und der Zu-

Malerische Fußgängerzone im Sonnenblumenglanz. Fotos: (c) eventmal.de. Petra Blume


BILDNACHLESE

20 Jahre Fußgängerzone Untere Neustadt - ein Grund zum Feiern. Die teilnehmenden Geschäfte lassen sich mehrmals im Jahr etwas einfallen, um die Besucher zu erfreuen.

sammenhalt einfach prima. „Wir bemühen uns immer, alles mit viel Liebe zu machen“, sagt sie und meint damit die Organisation des alljährlich im September stattfindenden Straßenfestes, das Rosenfest, das Märchenraten im Advent und die vielen anderen Straßenaktionen, die über das Jahr verteilt in und von der Straßengemeinschaft stattfinden. Viele Chefs sind eigentlich Chefinnen, vielleicht mag auch das dazu beitragen, dass viel Wert auf Details fürs Auge und fürs Herz in den Dekorationen und bei der Auswahl der Programmpunkte gelegt wird. „Wir treffen uns einmal im Monat, überlegen, was wir machen wollen und verteilen die Arbeit untereinander.“, so Inga Kluth.

machen den Charme aus. Das merkt man auch aus der Zufriedenheit der Touristen. So etwas kennen die kaum noch.“ Da kann man nur noch gratulieren und allen Beteiligten auch für die nächsten 20 Jahre noch viel Lust an Straßenfesten und immer neue und liebenswerte Ideen wünschen. Happy birthday – Untere Neustadt! Wer die Idee mit den Kühen unterstützen möchte, findet hier nähere Informationen. http://kuehe-fuerdie-neustadt.de//

Die Versteigerung beim Geburtstagsfest soll die neueste Idee unterstützen helfen. Da die Neustadt als Viehtrieb genutzt wurde, sollen symbolische Kühe am oberen und unteren Ende der Fußgängerzone aufgestellt werden. „Und wenn das Geld für mehr reicht und wir die Genehmigung erhalten, würden wir gerne noch eine Figur am Hafen und eine an der Parkstraße aufstellen, wo früher die alte Viehhalle stand.“, so Inga Kluth weiter. Andreas Hansen von „Teehaus Hansen“ ist auch ein Mann der ersten Stunde. Er sagt: „Die ganze Straße hat sich total verändert. Die persönlich geführten Geschäfte

23


20 JAHRE FUSSGÄNGERZONE

Auf der Neustadt gibt es in den kleinen Geschäften immer wieder Außergewöhnliches zu entdecken.

24

Es ist die Liebe zum Detail, das den Charme dieser Fußgängerzone ausmacht.


BILDNACHLESE

Andreas Hansen vom Teehaus Hansen kennt die Neustadt noch, als sie noch keine FuĂ&#x;gängerzone war.

20 Jahre Neustadt - farbenfrohe Vielfalt.

25


HALLIG HOOGE Hallig Hooge Hooge (eventmal.de) Hallig Hooge ist eine von zehn Halligen im nordfriesischen Wattenmeer. Zehn bewohnte Warften hat die Hallig und etwa 100 Einwohner. Vor allem im Sommer ist das Kleinod in der Nordsee ein Anziehungspunkt für viele Tagestouristen. Pro Jahr kommen etwa 90.000 Besucher hierher. Zu Recht, wer die Impressionen des Bildalbums betrachtet.

D

ie Hallig wird u.a. regelmäßig vom Fährhafen Schlüttsiel angefahren. Von dort dauert die Fahrt etwa 1 Stunde und 40 Minuten, je nach Ebbe oder Flut mit Blick auf die frei gefallenen Seehundbänke und natürlich auf die Halligen Langeness, Nordstrandischmoor und die Insel Pellworm. Hooge ist auf den Tourismus ausgerichtet und auch angewiesen. So sehr viel gibt es auf einer Hallig nicht an Tätigkeiten außer Landwirtschaft (Viehhaltung) oder Deichschutz. Der Halligtaler, den die Hooger eingeführt haben, hilft dabei, das winzige Eiland zu verschönern und viel Interessantes für den Besucher bereit zu halten. Das Heimatmuseum, das Sturmflutkino, der berühmte Königspesel und das Erlebniszentrum Mensch & Watt warten auf der Hanswarft auf die Gäste. Die Halligführer nennen diese Warft (eine künstliche Aufschüttung, auf der die Häuser errichtet werden, um vor dem Wasser „Land unter“ gesichert zu sein) die City von Hooge.

26

Der Weg zwischen den Häusern und Fethingen (früherer Wasserspeicher für die Häuser) wird als Einkaufsstraße, der kleine Weg um die Warft herum als Umgehungsstraße bezeichnet. Die Hooger haben halt Humor. Die zweite wichtige Warft für die Touristen ist die Kirchwarft. Auch heute noch werden hier die Halligbewohner bestattet und die kleine Kirche ist noch so ausgestattet wie es schon zu Zeiten der Walfänger war. Die Hallig kann man sehr gut zu Fuß erkunden (einmal herum sind es etwa 12 km), aber auch per Fahrrad lässt sich die kleine Insel bestens er“fahren“. Leihräder gibt es schon am Anleger. Beliebt sind auch die Kutschwagen, die mit zwei PS vom Anleger zu den beiden Hauptwarften bringen und dort auch wieder abholen. Gastronomisch gibt es vom Fischbrötchen und kleinen Snack bis zum regionalen Fischteller alles, um den Hunger zu stillen. Bei schlechterem Wetter kann es allerdings eng werden, wenn viele Besucher in die kleinen Cafés und Restaurants wollen. Galerien und Souvenirshops fehlen natürlich auch nicht. Hier ist aber nicht alles original

Hallig Hooge - Impressionen


HALLIG HOOGE

In diesem alten Kapitänshaus befindet sich der berühmte Königspesel. Das Museum mit wertvollen Ausstattungsstücken aus der Zeit der Seefahrt gehört zum „Pflichtprogramm“ auf der Hallig.

von Hooge -ebenso wenig wie das Personal. Wer also auf Hooge jemanden auf Platt anspricht, sollte sich nicht wundern, wenn dieser mit osteuropäischem Akzent antwortet. In der Saison greift man auch hier auf Personal zurück, das seine Wiege nicht auf der Hallig hatte. Ein Muss - aber man kommt eh nicht an ihm vorbei - ist der Besuch des Königspesels. Pesel war das Wort für die „Gute Stube“ eines Hauses. König Christian von Dänemark musste einmal wegen „Land unter“ übernachten. Das tat er im Kapitänshaus von Tade Hans Bandiks. Seitdem war es der Königspesel. Kapitäne brachten viele Schätze aus fernen Ländern mit nach Hause. Diese sind hier zu besichtigen. Auf Hooge kann man auch übernachten, wem ein Tagesausflug zu wenig ist. Wer die Ruhe sucht und die Hallig erleben möchte wie die Bewohner, sollte lieber mal in die Nebensaison ausweichen. Mehr zur Hallig und seinen Sehenswürdigkeiten findet man unter http://www.hooge.de/ Das Bilderalbum mit Impressionen von Hallig Hooge finden Sie unter http://eventmal.blogspot.com/2011/08/ein-tag-aufhallig-hooge-mit-drei.html

Hallig Hooge - Glockenturm der Kirchwarft

27


HALLIG HOOGE

Hallig Hooge - Romantischer Gang auf der Hans-Warft.

28

Hallig Hooge - Kirchwarft


HALLIG HOOGE

Hallig Hooge - Fethinge dienten den Bewohnern als Wasserreservoir.

Hallig Hooge - Freier Blick in die Natur.

29


DEUTSCHLAND TRIFFT AUF ISRAEL Deutschland trifft auf Israel HAIFA (Oto) Bis April 2010 wohnte ich in der Nähe des Chorew Centers von Haifa, ein Komplex, der sowohl Geschäftsmeilen als auch Servicestationen dreier Krankenkassen beinhaltet. Dort befindet sich das einzige, größere Einkaufszentrum im südlichen Stadtabschnitt des Carmels.

F

ast täglich bin ich zu Fuß von meiner Wohnung ins Zentrum, ein 20-Minuten-Marsch. In der zweiten Etage befindet sich das Café, das ich zu meinem Frühstücksrefugium gemacht hatte. Unten im Untergeschoss sind Reihen von kleinen Geschäften, am Kopfende befindet sich der einzige Supermarkt in der Gegend. Konkurrenz Fehlanzeige. Dementsprechend sind auch die Preise.

mal einer hochfährt?“, fuhr ich fort. Dann habe ich mich gebückt und das Mädchen mithilfe einer anderen Person in die Seitenlage gebracht.

Oberhalb der drei Etagen, die alle möglichen Läden aus diversen Branchen beinhalten, geht’s hinauf zu den Servicestationen der Krankenkassen. In diesen sitzen Hausärzte und behandeln Mitglieder, vergleichbar mit Ärztehäusern in Deutschland, nur dass die Ärzte hier in Haifa Angestellte der Krankenkassen sind. Dort sieht es relativ neu, aufgeräumt und renoviert aus. Ich kenne diese Etage wegen meiner Mutter, für die ich dort Arzttermine gemacht und sie in der Vergangenheit begleitet habe. Der Fahrstuhl verbindet die Geschäftsmeile der ersten Etage direkt mit den Servicestationen. Wer aus dem Fahrstuhl von oben herunterfährt, befindet sich sofort in der Geschäftsmeile der ersten Etage. Ich glaube, es war im Dezember 2009, als ich wie so oft von meinem Frühstück zurück noch einmal eine Runde drehte und mir wie üblich die Auslagen der Läden anschaute. Plötzlich hörte ich das hysterische Schreien einer Frau. Von Weitem konnte man sehen, dass sich eine Menschentraube um sie herum bildete, sie stand in der Mitte, warf immerfort die Hände gen Himmel und schrie hysterisch. Was die Menschentraube zunächst verdeckte, war ein etwa 20-jähriges Mädchen, das reglos auf dem Boden lag. Und das Ganze unweit des Fahrstuhls, der zu den Servicestationen führt. Das Mädchen war bewusstlos. Es war nicht das erste Mal, dass ich eine solche Situation erlebte. In den Jahren 2008 und 2009 musste meine Mutter leider zu oft Krankenhäuser konsultieren, ich begleitete sie stets. Nicht selten sieht man dort, wie Senioren stürzen oder das Bewusstsein verlieren. Ich weiß, wie man sich dann verhalten muss, bis ein Arzt zugegen ist. In diesem Fall war erst mal die Seitenlage erforderlich, damit das Mädchen nicht erstickt. Um das Mädchen herum gestikulierten Personen, darunter auch die schreiende Frau, und es stellte sich heraus, dass es ihre Mutter war. Sie geriet völlig außer Kontrolle. Ich habe mich einfach eingemischt.

30

„Hier stehen mindestens zehn Leute und keiner kommt auf die Idee, mit dem Fahrstuhl hochzufahren und einen Arzt zu rufen?“, rief ich der Menge zu. „Oben sitzen mindestens 20 Hausärzte, wie wäre es, wenn da

Emanuel Oto ist Autor und lebt abwechselnd im israelischen Haifa und im deutschen Essen. Er berichtet dieses Mal von einem ganz gewöhnllichen Tag in Haifa. Foto: privat

Ich versuchte die Mutter zu fragen, wie das Mädchen heißt, aber die Dame war von Sinnen und überhaupt nicht ansprechbar. Sie jammerte und rief alle guten Geister herbei, der HERR möge helfen. Israel wird sehr gläubig, wenn es darum geht, Notsituationen zu bewältigen. Das Geschrei der Frau war kaum zu ertragen. So etwas stresst, es verunsichert und man gerät selbst in Panik. Zwar lag ihre Tochter bewusstlos auf dem Boden, aber sie hätte ein wenig die Fassung bewahren können. Wenn man selbst nicht zu helfen vermag, weil man nicht weiß, was man tun soll, sollte man sich als Betroffener am besten heraushalten oder zumindest die Ruhe bewahren. Aber diese


DEUTSCHLAND TRIFFT AUF ISRAEL Frau war einfach nur hysterisch. Ein anderer Mann, der sich mit um das junge Mädchen bemühte, wurde auch immer nervöser und murmelte laufend, wann endlich ein Arzt komme. Ich stand auf … atmete einmal tief ein und dann hat meine Stimme wohl Orkanstärke erreicht: „Nimm endlich jemand dieses unerträgliche Weib zur Seite!“, brüllte ich aus Leibeskräften.Die Frau verstummte, zwei Männer griffen sie und zogen sie weg, ich hörte noch gutes Zureden, ehe ich mich wieder bückte und … das Mädchen saß plötzlich aufrecht mit offenen Augen und stammelte: „Wo bin ich?“ Mein voluminöser Ruf hatte nicht nur die Mutter verstummen lassen, sondern auch die Tochter erwecken. Wäre die Situation nicht so brenzlich gewesen, hätte ich wohl losgebrüllt vor Lachen. Nun wurde ich mutiger. Mit lauter Stimme keifte ich die umherstehende Menge an, ob sie nichts Besseres zu tun hätten, als zu gaffen. Eingeschüchtert machten sich die meisten von ihnen davon. Sekunden später war auch eine Ärztin vor Ort, irgendjemand hatte sich doch nach oben begeben und Hilfe geholt. Ich nahm meinen Rucksack und wollte gehen, als mir plötzlich eine Frau gegenüberstand. Mit hasserfülltem Gesichtsausdruck sagte sie, wie ich dazu käme, die Leute anzuweisen und den Schauplatz zu verlassen. Wer ich denn überhaupt sei? Sie ließe sich so etwas nicht von mir gefallen. Schließlich sei sie die Ehefrau eines Arztes. Die Frau eines Arztes steht da, greift aber nicht ein, maßregelt jedoch ausgerechnet denjenigen, der mitgeholfen hat. Das ist typisch für Israel. Doch da war sie bei mir an der falschen Adresse. Wenn sie doch die Frau eines Arztes sei und trotzdem nicht mithelfe, giftete ich zurück, sondern einfach

nur so dastehe und wie alle anderen herumgaffte, dann sei sie wohl eine personelle Ehefehlbesetzung. Mein Rat an ihrem Mann laute: Er solle sich schleunigst von so einem unsozialen Wesen scheiden lassen. Dann habe ich sie einfach stehen lassen und bin davon. Mit dem Augenwinkel sah ich noch, wie die beruhigte Mutter ihre Tochter umarmte und die Ärztin wieder zum Fahrstuhl ging. Tags darauf war ich wieder im Einkaufszentrum, wo ich ein Getränk am Kiosk direkt neben dem Fahrstuhl kaufte. Ich fragte den Mann hinter der Theke, ob er sich noch an das Geschehen von gestern erinnern könne. Da sagte er: „Von gestern“? „Hier kippen alle zwei Tage Leute um, die aus dem Fahrstuhl herauskommen“. „Sie kriegen oben Spritzen, werden nicht gefragt, ob sie irgendwelche Allergien haben und schon liegen sie mir hier vor der Theke und versperren den Zugang“, sagte er verzweifelt und winkte mit beiden Armen ab. Ich ging schmunzelnd davon. Typisch für Israel ist aber auch, dass ein Mensch, der auf den Boden liegt, nicht unbeachtet bleibt. Flugs kommt Hilfe herbeigeeilt. Eine Konsequenz aus leidvollen Erlebnissen von Terror, Krieg und Unheil, welche das Land seit mehr als 60 Jahren kennt. Zunächst wird allerdings viel geredet, bis etwas getan wird. Auch das ist typisch. Denn jeder hier im Land ist der geborene Organisator. Trotzdem, irgendwie ist dieses Verhalten grundsätzlich als ein Plus zu bewerten. Es war halt ein ganz normaler Wochentag.

Auf diesem Platz könnten Sie werben. info@eventmal.de

31


- ANZEIGE -

- ANZEIGE -

„Sag mal, was kostet hier eigentlich so eine ganze Seite, wenn ich hier werben will?“

„150 Euro zzgl. 19% Mehrwertsteuer.“ „Find‘ ich fair. Hier fällt meine Anzeige so richtig gut auf.“

Wenn auch Sie sich für einen Anzeigenplatz im Eventmal-Online-Journal interessieren, mailen Sie mir unter info@eventmal.de

Eventmal Online Journal September 2011  
Eventmal Online Journal September 2011  

Vorschau auf die 26. Husumer Filmtage; Bildnachlese 20 Jahre Fußgängerzone Neustadt; Hallig Hooge; Rückschlag für die Westküste; Nordfriesla...

Advertisement