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03/16

PLASMASPENDER NEWSLETTER

Der Weg Ihrer Plasmaspende bis zum fertigen Arzneimittel – Teil 2

Weitere Themen:

Eisenmangel – was ist das? Wissenswertes

Der Weg Ihrer Plasmaspende Eine Patientin berichtet


EISEN Eisen wird für die Blutbildung unbedingt benötigt. Ohne Einbau eines Eisenmoleküls kann kein rotes Blutkörperchen seine Funktion erfüllen. Eisen ist aber auch für andere Vorgänge im Körper als lebenswichtiger Mineralstoff unbedingt notwendig: ■

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bei chronischer Herzinsuffizienz können Eisengaben deutliche Verbesserungen der Herzleistung hervorrufen es fördert die Konzentrationsfähigkeit bei Neugeborenen spielt es eine wichtige Rolle bei der Gehirnentwicklung es ist einflussreich auf Haut, Haare und Nägel es beeinflusst die Signalübertragung zwischen Nervenzellen es verbessert unser Immunsystem uvam.

Trotzdem der menschliche Körper ca. 3.000 – 5.000 mg Eisen enthält, kann Eisenmangel auch bei einem noch normalen Blutbild schon aufgetreten sein, da der Körper lange Zeit versucht, diesen auszugleichen und damit seine Eisenspeicher leert. Da der Körper Eisen aktiv nicht ausscheiden kann, wird der Eisenspiegel per Aufnahme über den Darm gesteuert. Etwa 1 - 3 mg gehen täglich verloren (hptsl. Abschilferung Haut, Blutungen). Diese täglichen Eisenverluste gleicht unser Körper über die Nahrung aus. Eine übliche Mischkost enthält ca. 6 mg Eisen auf 1.000 kcal, also etwa 10 - 20 mg Eisen pro Tagesration, davon werden normalerweise ca. 10 % resorbiert (im Falle eines Eisenmangels kann die Resorption auf bis zu 30 % gesteigert werden). Typische, aber nicht immer zuverlässige Zeichen für Eisenmangel: ■ Anämie, blasse Haut und Schleimhäute ■ starker Haarausfall; stumpfes, gespaltenes Haar ■ brüchige Nägel ■ Kurzatmigkeit, Ermüdbarkeit, Leistungsabfall ■ Schwindel, Schwächeanfälle ■ Kopfschmerzen, Depressionen ■ Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen ■ Nervosität, innere Unruhe, Libidoverlust ■ Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Sodbrennen, Schluckbeschwerden ■ Hauttrockenheit, rissige Lippen, brennende Zunge ■ Restless leg Syndrom

Dr. Peter Perger, ärztlicher Leiter Plasmagewinnung

An Eisen reiche Nahrungsmittel (enthalten in 100 Gramm): ■ Schweineleber: 22.1 mg ■ Kakaopulver: 10.0 mg ■ Sojabohnen: 8.6 mg ■ Kalbsleber: 7.9 mg ■ Getrocknete Linsen: 6.9 mg ■ Getrocknete Bohnen: 6.1 mg ■ Getrocknete Erbsen: 5.0 mg ■ Haferflocken: 4.6 mg ■ Spinat: 4.1 mg ■ Vollkornbrot Roggen: 3.3 mg ■ Mageres Rindfleisch: 2.6 ■ Vollkornbrot Weizen: 2.0 mg ■ Andere Fleischsorten: 1.6-3.0 mg (wie Lamm, Kalb, Schwein, Geflügel)


DER WEG IHRER PLASMASPENDE In Teil 1 wurden bereits einige Schritte aufgezeigt, die die Sicherheit des fertigen Arzneimittels gewährleisten sollen. 1. Die sogenannte Erstuntersuchung (= EU) Hier wird über den Spenderfragebogen und einer körperlichen Untersuchung erst eruiert, ob der Spendewillige spenden darf. Darf man nicht spenden hat dies verschiedene Gründe: ■ Behördliche Vorgaben wie Auslandsaufenthalte in Großbritannien in den 80-iger und 90-iger Jahren (BSE = Mad Cow Disease), Herkunft aus Malariagebieten, Verständigungsschwierigkeiten, fehlender fester Wohnsitz ■

Körperliche Voraussetzungen wie Mindestgewicht (> 50 kg), bestehende Infektionskrankheiten, zu niederes Blutbild, unregelmäßiger Pulsschlag u.v.a.m. Verbindliche negative Labortestung auf einige Krankheitserreger wie Hepatitis A, B und C (virale Leberentzündung); auf AIDS (Vorhandensein des HIV-Virus), auf Parvo B19 Viren (Erreger der Ringelröteln) befundet VOR der ersten Spende

2. Die sogenannte Pathogeninaktivierung (= PI) Nach der schon erklärten Quarantänelagerung und den danach noch vollzogenen Tests werden sogenannte Plasmapools gebildet.

Hierbei werden viele tausend gespendete Plasmabeutel zusammengemischt und diversen Verfahren unterzogen, um etwaig vorhandene Krankheitserreger unwirksam zu machen. Auch hier gibt es verschiedene, unterschiedlich genutzte Verfahren, wie dies durchgeführt werden kann: ■ Neutralisation im Plasma befindlicher Erregerteile durch das Plasma anderer Spender, die diese Erkrankung überwunden haben und deren Antikörper nun diese Erreger wiederum unwirksam machen können ■

Leukozytenfiltration: ein Oberflächenfilter, an dem die weißen Blutkörperchen (= Abwehrgaranten) speziell hängenbleiben Pasteurisierung: kurzfristiges Erhitzen einer Flüssigkeit auf ca.


BIS ZUM FERTIGEN ARZNEIMITTEL – TEIL 2 Anbei noch zwei weitere entscheidende Sicherheitsschranken. 60° bis 85° C zur Abtötung von Keimen (im normalen Leben wird damit z.B. Milch haltbarer gemacht) ■

Das Solvent/Detergent-Verfahren: das Wirkprinzip basiert auf der Zerstörung der Lipidmembranen der Viren, so dass sie die Fähigkeit verlieren, in Zellen einzudringen und diese zu infizieren.

Das eigentliche „reine“ Produkt wird dann durch Plasmafraktionierung gewonnen. Dies ist ein Verfahren zur Gewinnung von Proteinen aus menschlichem Blutplasma. Dabei wird das Plasma mit Hilfe verschiedener physikalischer Methoden in einzelne Fraktionen aufgetrennt und gereinigt. Zunutze macht man sich bei diesem Verfahren die unterschiedlichen Löslichkeiten der verschiedenen Plasmaproteine bei wechselnden pH-Werten, Temperaturen und Ionenstärken sowie das variierende Adsorptionsverhalten an festen Trägersubstanzen.

Affinitätschromatographie: Sie ist eine der leistungsfähigsten Trennmethoden. Chromatografie (zu deutsch Farbenschreiben) wird in der Chemie ein Verfahren genannt, das die Auftrennung eines Stoffgemisches durch unterschiedliche Verteilung seiner Einzelbestandteile zwischen einer stationären und einer mobilen Phase erlaubt.

Externe Chargenprüfung: zuletzt wird dann noch jede einzelne Produktionseinheit einer externen (d.h. also von dem Erzeuger nicht abhängigen Labor) Kontrolle unterzogen und nochmals auf Übertragungssicherheit getestet.

Nanofiltration ist ein Verfahren, welches Viren effektiv aus dem Produkt entfernt, ohne das zu reinigende Protein in seiner Funktion zu beeinträchtigen. Die Porengröße ist so gewählt, dass das Molekül die Membran passieren kann, größere Partikel wie Viren oder höhermolekulare Proteinverunreinigungen aber im Filtersystem bleiben. Bei der Trockenerhitzung wird im Unterschied zur Pasteurisierung das fertige gefriergetrocknete Arzneimittel erhitzt.


DER WEG IHRER PLASMASPENDE EIN PATIENT BERICHTET

Markus W. Patient

Markus W. ist eines von vielen Kindern, dem Sie durch Ihre Plasmaspende ein „Leben“ ermöglichen.

Der Patient hat einen angeborenen Immundefekt ALPS I (Autoimmun Lymphoproliferatives Syndrom I) = stark erniedrigte Immunglobulin-Werte; Fehlsteuerung des Abwehrsystems; in der Milz, der Leber und den Lymphdrüsen sammeln sich Abwehrzellen an und es kommt zu einer Vergrößerung dieser Organe. Mit einem Jahr wurde ihm aufgrund einer hartnäckigen Erkältung das erste Mal ein Antibiotikum verabreicht. Sein erster Winter war geprägt durch ständige Atemwegsinfektionen und seine Lymphdrüsen am Hals waren immer extrem angeschwollen.

Markus fieberte bis zu 40° und insbesondere seine Milz war stark vergrößert. Sein Zustand verschlechterte sich zusehends. Endlich wurde eine Blutanalyse gemacht mit der Diagnose ALPS I. Dieser Immundefekt bedeutet für Markus immer wieder anschwellende Lymphdrüsen. Ein erhöhtes Risiko von Krebs ist dadurch gegeben. Bei extremer Ausprägung wird Cortison verabreicht.

Nach kurzer Zeit verschlechterte sich sein Zustand und er wurde wieder mit Antibiotika behandelt, aber kurz danach infizierte er sich meist erneut gefolgt von mehreren Lungenentzündungen mit hohem Fieber und derart vergrößerte Organe (Milz, Leber, Drüsen), dass es ihm nicht möglich war aus dem Stand einen Gegenstand aufzuheben.

Die einzige Möglichkeit, Markus zu helfen, ist die Gabe von Immunglobulinen aus menschlichem Plasma, die einmal wöchentlich gegeben werden müssen, und zwar in Form von subkutanen (= Antikörper werden mit Hilfe einer Infusionspumpe unter die Haut gespritzt) Gaben.

Das darauffolgende Jahr blieb sein Zustand zunächst stabil. Einzig auffällig waren seine großen Lymphdrüsen am Hals. Doch schon kurz darauf häuften sich erneut Infektionen.

Es wird regelmäßig eine Sonographie der Lymphdrüsen, der Milz sowie der Leber durchgeführt.

Markus geht es heute gut. Seine Infektanfälligkeit hat stark abgenommen.


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