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NEUEZUKUNFTSTECHNIK.DE NEUEZUKUNFTSTECHNIK.DE – INSPIRATION

RECYCLINGFÄHIGKEIT BEGINNT BEIM DESIGN Experten fordern, dass Verpackungen von Anfang an ein recyclingfähiges Design brauchen. Langsam beginnt ein Umdenken bei den Markenherstellern.

prozess und umso größer ist ihr späterer Einsatzbereich. Bei Duschgel-Flaschen zum Beispiel wird es heute schon praktiziert. Sie sind häufig transparent, während das Duschgel eingefärbt ist. Dadurch haben die Markenhersteller eine gute Möglichkeit, sich neben der Flaschenform und einem Etikett von ihren Wettbewerbern abzugrenzen.

Die Verpackungsindustrie steht

vor einem Problem. Einerseits soll der Kunde den Fertigsalat im Supermarkt in einer Plastikschale (Tray) begutachten können, andererseits muss die Verpackung recyclingfreundlich sein. „Das Thema ist alt, aber so richtig Handlungsdruck gibt es erst durch die Nachhaltigkeitsdebatte“, sagt Kurt Schüler von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM).

„Experten empfehlen Polypropylen (PP) statt PET.“ Erst in den letzten fünf Jahren

gelingt es, auch die Verwertungsindustrie in den Prozess einzubinden. „Markenhersteller fangen an, sich stärker dafür zu interessieren.“ In der Prozesskette verläuft die Kommunikation häufig bis zum Handel.

Die Hersteller, die sich schon mit Kurt Schüler, GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH, Geschäftsführender Gesellschafter

Aus gebrauchten Produkten entsteht energiesparend ein neuer klimaschonender Rohstoff.

„Danach spricht man nicht mehr miteinander“, so Schüler. Da es jedoch um die Glaubwürdigkeit von Unternehmen geht, die sich der Nachhaltigkeit ihrer Produkte und der Verpackungen verschrieben haben, bewegt sich inzwischen etwas.

vorher erhebliche Transportund Sortierkosten verursacht zu haben.

Beim Material Polyethylent-

erephthalat (PET) verhält es sich zum Beispiel so, dass es sich zwar in Form von bepfandeten Getränkeflaschen gut wiederverwerten lässt, aber eben nicht für Trays für den Salat oder die Ananasstücke. Der PET-Kunststoff, der für die Herstellung von Tiefziehschalen genutzt wird, landet heute fast vollständig in der energetischen Verwertung, also im Zementwerk, nicht ohne

Experten empfehlen daher, Poly-

propylen (PP) anstelle von PET zu verwenden. Es werde fast die gleiche Transparenz und der gleiche Glanz erreicht, aber die PP-Verpackung ist einfacher aufzubereiten. Es gibt weitere Forderungen der

Verwertungsbranche an die Verpackungsindustrie für ein recyclingfähiges Design, wie z.B. der Verzicht auf Pigmente. Je weniger Pigmente verwendet werden, die aus der Kunststoffmatrix nicht wieder entfernt werden können, desto heller sind die Regranulate aus dem Recycling-

diesem Thema beschäftigen, haben die Möglichkeit, es auf ihren Produkten zu präsentieren. „Es gibt ein Logo, das auf eine besondere recyclingfreundliche Verpackung hinweist“, sagt Schüler von der GVM. Dabei handelt es sich um ein Zertifikat von Cyclos-HTP, mit dem die Recyclingfähigkeit von Waren und Verpackungen testiert wird. Mit dem Label werden Produkte als ökologisch effizient gekennzeichnet. Der Vorteil: Produktdesigner können die Recyclingfreundlichkeit der Produkte von Anfang an in ihr Konzept einbinden und Einkäufer erhalten Anhaltspunkte für die Wahl von Materialien. Das Zertifikat zeigt an, dass die Entsorgung des Produkts genauso ökoeffizient verläuft, wie die Produktion. Text: Helge Stroemer

INDIVIDUELLER KORROSIONSSCHUTZ NÖTIG!

Interview mit Lars Haase, Project Manager VCI Korrosionsschutz, und Kerstin Lau, Leiterin Prozess- und Anwendungstechnik Korrosionsschutz, Antalis Verpackungen GmbH.

Wieso stellt Korrosion ein so großes Problem für Unternehmen dar?

Haase: Korrosion verursacht jedes Jahr einen wirtschaftlichen Schaden von etwa drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dabei ist nur der monetäre Schaden berücksichtigt, nicht jedoch der Schaden, der durch Image- und Kundenverlust entsteht.

Wie kann das sein? Lau: Unternehmen stecken viel Energie und Geld in die Entwicklung ihrer Produkte, sie denken aber oft nicht daran, was mit einem Produkt bei Transport und Lagerung geschieht. Die Erfahrung zeigt, dass sich mit dem Thema Korrosion oftmals erst beschäftigt wird, wenn es bereits zu spät ist.

Wie lässt sich Korrosion wirksam vorbeugen? Lau: Die Antwort auf diese Frage ist schlicht einfach. Feuchtigkeit muss von Stahl und Eisen ferngehalten werden. ANZEIGE

DESIGN4RECYCLING ?!

Dr. Michael Scriba CEO mtm plastics GmbH, Niedergebra

Verpackungen aus Kunststoff sind weiter auf dem Vormarsch, weil ihre Eigenschaften unschlagbar sind. Verpackungen werden in erster Linie konstruiert, damit sie das verpackte Gut bestmöglich schützen und den Verkauf unterstützen. Sie werden nicht designt, damit sie zu Abfall werden, aber sie werden es doch: Abfall. Kunststoffverpackungsabfälle aus der getrennten Erfassung lassen sich hervorragend recyceln und werden im Rahmen einer aktiven Kreislaufwirtschaft wiederverwendet. Allerdings müssen dazu einige wenige Anforderungen berücksichtigt werden. Das macht sie noch ressourcenschonender und noch umweltfreundlicher. Das ist gut für die Umwelt und gut fürs Geschäft, weil es für Akzeptanz beim Verbraucher sorgt, wenn er die Verpackung auch als Kunststoffverpackung erkennt. Was es für eine gute Recyclingfähigkeit zu beachten gilt: • Grundsätzlich sollte ihre Dichte deutlich von 1g/cm3 abweichen. Warum? Weil dann im wichtigsten Trennverfahren ein klares Trennergebnis erzielt werden kann.

• PET-Getränke-Flaschen lassen sich sehr gut recyceln. PET-Tiefziehschalen allerdings nicht. Die landen heute komplett in der Verbrennung oder auf der Deponie. Aus PP und einem passenden Clarifier lassen sich ebenfalls transparente Schalen produzieren, die sehr gut zu recyceln sind. • Kunststoff-Papier-Verbunde müssen vermieden werden, wo es nur geht. Papier (Etiketten, Sleeves) erschwert hochwertiges Kunststoffrecycling enorm. • Es gibt Kunststoffe, die passen nicht zusammen, wenn es ans Recyceln geht: PET und PE/PP zum Beispiel sollten nur so miteinander verbunden werden, dass sich die Verbindung durch eine mechanische Einwirkung wie z.B. Mahlen oder Shreddern auftrennt. • Auch Farbpigmente oder Druckfarben machen uns Recyclern das Leben schwer. Wenn Pigmente, dann bitte helle. Am besten sind transparente Verpackungen, wie die Shampooflaschen, bei denen das biologisch-abbaubar eingefärbte Shampoo für Farbigkeit sorgt.

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Das sind nur einige wenige Kriterien einer recyclingfähigen Kunststoffverpackung. Wer sich im Detail informieren will, findet unter www.recyclass.eu nützliche Hinweise. Dort können Verpackungshersteller ihr geplantes Produkt testen und erfahren direkt, was sie besser machen können. Damit Kunststoff seine Trümpfe voll ausspielen kann. Ihr Dr. Michael Scriba CEO mtm plastics GmbH, Niedergebra

mtm – wir halten Kunststoff im Kreislauf

www.mtm-plastics.eu

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Neue Verpackungsindustrie #2  

Distributed with Die Welt June 14th 2016

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