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EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON EUROPEAN MEDIA PARTNER

Nr. 66 März 2021

Digitalisierter Mittelstand EUROPEAN

Sonderpublikation in Die Welt im März 2021

MEDIA PARTNER

Mittelstandsfinanzierung und Digitalisierung Die Chancen erkennen und das Potenzial nutzen

Fusionen & Übernahmen | Kai Lucks, BM&A

„In Deutschland wird immer noch viel geträumt und es gibt viel zu viele Vorbehalte, zum Beispiel gegen den 5G-Ausbau.“ Seite 8

Lesen Sie weitere interessante Artikel auf analysedeutschland.de Retouren

Digitalisierung

Fehlende Digitalisierung als „Retour“-Kutsche

Deutschland im Dornröschenschlaf

Der Online-Handel boomt. Doch gute Verkaufszahlen sind nur die eine Seite der Medaille, denn Kunden können mit Retouren ein Unternehmen gefährlich schwächen. Seite 29

Die Pandemie hat brutal gezeigt, wie weit wir bei der Digitalsierung hinterherhinken. Seite 34

Großes Interview Dr. Michael Müller-Wünsch, OTTO-Group

Der Versandriese und die Corona-Krise

Dr. Michael Müller-Wünsch über die Pandemie, die Folgen und natürlich auch die Zukunft des Konzerns. Seite 18


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Digitalisierter Mittelstand

Eine unabhängige Kampagne von European Media Partner

ANALYSE

Recyclen oder weiterreichen!

analysedeutschland.de

WEITERE INHALTE Digitaler Mittelstand 2. Markus Jerger 4. Claudia Conen 8. Merger & Acquisitions 12. Vermögensschutz 14. Cybersecurity

16. Expertenmeinungen 18. Interview mit OTTO 22. Datenerfassung 24. Frank Thelen 28. Gero Furchheim 32. M&A

ANALYSEDEUTSCHLAND.DE Sicherheitsrisiko Homeoffice Fundierte Sicherheitskonzepte sind überfällig, um Daten verlässlich zu schützen.

ANALYSEDEUTSCHLAND.DE Abhörsicher telefonieren Rein Software-basierte Lösungen können gegen heutige Angriffsszenarien nicht standhalten.

ANALYSEDEUTSCHLAND.DE Updates sind die halbe Miete Sicherheit im Netz ist ein Thema, das viele Mittelständler noch immer unterschätzen.

FOLGE UNS! Bleiben Sie mit unseren neuesten Kampagnen auf dem Laufenden auf unseren sozialen Kanälen.

Hoffnung in Sicht einleitung Seit nahezu einem Jahr hält die Corona-Pandemie Deutschland im Würgegriff. Unter den Folgen leiden nicht nur die Menschen, auch die Wirtschaft ist schwer getroffen. Millionen Mittelständler und Selbstständige bangen um ihre Existenz. Foto: Christian Kruppa

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ie Politik nimmt in

diesem Drama eine ambivalente Rolle ein. Einerseits wurden milliardenschwere Hilfsprogramme aufgelegt, um notleidenden Unternehmen das Überleben zu sichern und das Sterben ganzer Branchen zu verhindern. Das verdient Anerkennung, keine Frage. Auf der anderen Seite

haben die politisch Verantwortlichen bis zum heutigen Tage weder ein konsistentes Konzept zur Bewältigung der Krise, noch eine evidenzbasierte Pandemie-Bekämpfung vorgelegt. Dazu gehört auch und vor allem eine Exitstrategie, ein klarer Fahrplan, ab welchen Inzidenzwerten welche Lockerungen des öffentlichen Lebens vorgenommen werden. Unternehmen brauchen schon heute einen höheren Grad an Planungssicherheit für ihre Investitionen. Unternehmen sind keine Glühbirnen, die man nach Belieben ein- und wieder ausschalten kann. Allein schon deswegen verbieten sich alle Forderungen nach einem totalen Lockdown.

So ähneln die Sitzungen des „Corona-Kabinetts“ streckenweise einem Wettbewerb, wer Betrieben und Bürgern die härtesten Einschränkungen auferlegt. zu Beginn der Krise schnelle, solidarische und unbürokratische Unterstützung zugesagt. Dies erweist sich heute für viele Unternehmerinnen und Unternehmer als leeres Versprechen. Die Corona-Gelder sind in der Breite des Mittelstands immer noch nicht angekommen. Dass November-Hilfen im Januar ausgezahlt werden, sagt alles. Ein Ertrinkender braucht sofort Hilfe. Die Zusage, es läge für ihn ein Rettungsring bereit, hält ihn nicht über Wasser. Die Bundesregierung hat

Die Bundesregierung muss handeln, und zwar jetzt. Ein erster Schritt ist die Vereinfachung der Corona-Hilfsprogramme. Wie unsere Unternehmerumfrage zum Jahreswechsel 2020/21 mit mehr als 2.300 Teilnehmern gezeigt hat, steht der Bürokratieabbau an oberster Stelle der Forderungen, die Mittelständler an die Bundesregierung haben.

und Sozialabgaben sollten zinslos gestundet werden, bis die Pandemie überwunden ist. Mit zinslosen Kf W-Darlehen könnten die Unternehmen ihre Liquidität sichern. Zusätzlich sollten aktuelle Verluste mit versteuerten Gewinnen der letzten drei, besser fünf Jahre, verrechnet werden können. Vorauszahlungen von Steuern

einer Kurskorrektur bei der Pandemie-Bekämpfung. Die Bundesregierung lässt sich bislang nur einseitig beraten. Virologen sind in einer Zudem bedarf es

einzelne Akteure in Bund und Ländern durch planlosen Aktionismus wettzumachen.

Ihre Defizite versuchen

Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW)

Pandemie wichtige Ratgeber, ersetzen aber nicht ökonomischen Sachverstand. Dieses Ungleichgewicht erklärt vielleicht, warum die wöchentlichen Lockdown-Kosten von bis zu zehn Milliarden Euro stillschweigend akzeptiert werden. Von der Bewältigung der Corona-Pandemie hängt die Zukunft Deutschlands ab. Umso eher sollte die Politik auf den Rat der stärksten Kraft der Wirtschaft hören – den Mittelstand. Mit Der Mittelstand. BVMW steht ihr ein konstruktiv-kritischer, verlässlicher Partner zur Seite.

unsere Stimme laut und klar und zeigen der Politik tagtäglich die Schwachstellen und Stellschrauben auf. Das versprechen wir den Unternehmerinnen und Unternehmern, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Menschen dieses Landes. Zusammen schaffen wir es, die Krise zu überwinden. Wir erheben weiter

Virt-CISO Cyber Risk Deterrence in a device

ANALYSE #66 Digitalisierter Mittelstand

Campaign Manager: Alina Gurski, Yvonne Bauer, Mira Khanna Geschäftsführung: Nicole Bitkin Sales Director: Rouven Flache Editor: Alicia Steinbrück Art Director: Aileen Reese Text: Theo Hoffmann, Armin Fuhrer, Jörg Wernien, Alicia Steinbrück, Katja Deutsch, Chan Sidki-Lundius, Christian Litz Coverfoto: Fotolia, Otto/Presse Distribution&Druck: Die Welt, 2021, Axel Springer SE

European Media Partner Herausgegeben von: Wir erstellen Online- und Printkampagnen mit wertvollen und European Media Partner Deutschland GmbH Virt-CISO is an innovative cyber defense product that acts as a Personal virtual Chief Security Officer. It identifies and mitigates interessanten Inhalten, die an relevante Zielgruppen verteilt Rödingsmarkt evolving threats and attacks that continually knock on a20 person’s or a small businesses door, transcending the limited capabilities of standard antivirus. Virt-CISO integrates a continuous learning system that stays updated on the werden. Unser Partner Content und Native Advertising stelltfirewalls Ihre andDE-20459 Hamburg latest IT and infrastructure risks, which is the best strategy to counter cyber attacks and protect data. Geschichte in den Vordergrund. Tel.: +49 40 87 407 400 Die Inhalte des „Partner Content” in dieser Kampagne wurden in Email: de@europeanmediapartner.com Zusammenarbeit mit unseren Kunden erstellt und sind Anzeigen. Web: www.europeanmediapartner.com

ANZEIGE – ADVERTORIAL

Plötzlich anderer Bedarf an IT-Security Wegen des Lockdowns verlagert sich viel Arbeit ins Homeoffice und die Datensicherheits-Experten großer und kleiner Unternehmen reagieren auf den Trend. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass immer mehr Arbeit im Homeoffice erledigt wird. Was neue Sicherheitsprobleme für Unternehmen verursacht. 65,8 Prozent aller Firmen, die an einer Umfrage der Industrie-und-Handelskammer teilgenommen haben, gaben an, dass ihre Mitarbeiter zur Zeit vor allem daheim arbeiten. Die meisten sitzen an manchen Tagen Zuhause am Rechner, an anderen am Arbeitsplatz im Büro. Dieser Trend sorgt für einen anderen Bedarf an Cyber-Security.

sicher sein.“ Es gehe nicht darum, dass Dienstleister, die für sicheren Datenverkehr sorgen, den Auftraggebern Analysen und Statistiken liefern, sondern darum, dass die Appliances, egal ob sie als Box geliefert werden oder virtuell genutzt werden, einfach handhabbar und günstig sind und „eben 24 Stunden an 7 Tagen die Woche sicher“. Das in Deutschland gegründete Cyber Risk Intelligence Unternehmen Hakdefnet betreibt einen eigenen abgetrennten Server. „Wir sind nicht bei Amazon oder sonst wo“, betont Michael Gödeker. Damit sei Hakdefnet das einzige (Deutsche) Europäische Unternehmen im IT-Security-Bereich, das eine eigene Cloud anbiete. 

„Eine neue Denkweise“ hat Michael Gödeker, CEO von Hakdefnet, einer Firma, die Security Appliances anbietet, festgestellt, quer durch alle Branchen, bei Konzernen und Mittelständlern. „Im Homeoffice kann ich nicht dieselbe Technik wie in Konzernzentralen bieten. Die Software muss erschwinglich und eben

Hakdefnet liefert Kunden eine kleine Box ins Homeoffice, die an den Computer angeschlossen werden kann oder aber einen virtuellen Zugang ohne Box per Netz. Egal welche Variante, die Security Appliance sucht non-stop Bedrohungen. Sie erkennt gefährliche Angreifer und verdachte IP-Adressen.

Vor allem: Sie wird ständig aktualisiert. Im Hakdefnet-Center suchen Experten rund um die Uhr nach Risiken und halten die Boxen im Homeoffice ständig auf den neusten Stand. „Neun Milliarden Risiken siebt der Center pro Jahr aus.“

Virt-CISO ist ein innovatives Cyber-Defense-Produkt, das als persönlicher virtueller Chief Security Officer fungiert. Es identifiziert und mildert sich entwickelnde Bedrohungen und Angriffe, die ständig an die Tür einer Person oder eines kleinen Unternehmens klopfen und die eingeschränkten Funktionen von Standard-Firewalls und Antivirenprogrammen überschreiten. Virt-CISO integriert ein kontinuierliches Lernsystem, das über die neuesten IT- und Infrastrukturrisiken auf dem Laufenden bleibt. Dies ist die beste Strategie, um Cyberangriffen entgegenzuwirken und Daten zu schützen.

Weitere Informationen gibt es auf: hakdefnet.org


ANALYSE

Kern Microtechnik GmbH – Partner Content

Eine unabhängige Kampagne von European Media Partner

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analysedeutschland.de

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Erfolg durch Differenzierung Die Corona-Krise ist eine Krise wie keine andere. Sie traf die Welt wie ein Blitz aus heiterem Himmel und geht seit ihrem Beginn mit fortwährenden Unsicherheiten einher. Eines ist jedoch sicher: Die Pandemie hat die Wirtschaft heftig getroffen und beeinträchtigt diese massiv. Nach dem gravierenden Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 schien die deutsche Wirtschaft die Folgen der Pandemie besser als gedacht zu verkraften. Der erneute Teil-Lockdown seit November 2020 lässt jedoch befürchten, dass die Auswirkungen erheblich sein werden und das Niveau der Vorjahre in absehbarer Zeit nicht erreicht werden kann. Selbst in Unternehmen, in denen es keine angeordneten Schließungen gab oder gibt, leidet die Produktion teilweise immens.

„Unternehmen, die machen, was alle machen, werden es zukünftig schwer haben, sich am Markt zu behaupten.“ Es gibt jedoch auch Unternehmen, die von gegenläufigen Tendenzen berichten. „Wir hatten 2020 ein sehr gutes Geschäftsjahr und sind auch für 2021 optimistisch. Im Übrigen stehen auch unsere Kunden sehr gut da. Sie bestellen aufgrund eines gestiegenen Bedarfs derzeit viele Maschinen bei uns“, freut sich Simon Eickholt. Der Präzisionsmaschinenbauer ist mit seinen innovativen Produkten und Dienstleistungen „Made in Germany“ seit mehr als 50 Jahren weltweit erfolgreich tätig. Der „Hidden Champion“ mit rund 220 Mitarbeitern und

www.kern-microtechnik.com

Foto: Kern

Simon Eickholt und Sebastian Guggenmos, Geschäftsführer der Kern Microtechnik GmbH mit Hauptsitz in Eschenlohe (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) über die Erfolgsstrategie des mittelständischen Präzisionsmaschinenbauers.

Foto: Kern

partner content

Sebastian Guggenmos, Geschäftsführer der Kern Microtechnik GmbH

Simon Eickholt, Geschäftsführer der Kern Microtechnik GmbH

„Die Pandemie hat die Wirtschaft heftig getroffen und beeinträchtigt diese massiv.“

Niederlassungen in der Schweiz, in China und den USA hat sich in zwei großen Tätigkeitsfeldern einen Namen gemacht: Im Maschinenbau mit der Entwicklung und Produktion der vermutlich genauesten Bearbeitungszentren der Welt und in der Auftragsfertigung von Frästeilen im Mikro- und Nanobereich. Kunden erhalten bei Kern als „Technologiepartner“ nicht nur eine Maschine, sondern auf Wunsch auch das nötige Know-how, um damit einzigartig gute Teile produktiv herstellen zu können und ihre Wettbewerbsfähigkeit so zu steigern. Auf die Frage, warum Kern Microtechnik derart gut dasteht, antwortet Simon Eickholt: „Erstens kommt niemand in puncto Genauigkeit an uns heran“, sagt er. „Zweitens steht der Kunde mit seinen Herausforderungen und Ideen bei uns immer an erster Stelle. Das impliziert, dass wir sehr nah dran an unseren Kunden sind, und zwar sowohl in den Projekten als auch in Betreuung.“ Drittens gäbe Kern Microtechnik sein Know-how an die Kunden, darunter Schweizer Uhrenhersteller sowie führende Unternehmen aus dem Medizinund Automobilsektor oder der IT-Branche, weiter, auch wenn diese gerade keine neue Maschine benötigten. „Wir behalten unser Wissen also nicht exklusiv für uns, sondern gewähren Kunden Zugang dazu. Dadurch florieren wir gemeinsam. Und wir differenzieren uns nicht nur als Maschinenbauer und Teilefertiger im globalen Umfeld, auch unsere Kunden differenzieren sich in ihren Märkten“, so Sebastian Guggenmos über die Basis des Erfolgs der Kern Microtechnik GmbH. Diese bekam zuletzt erneut eine Auszeichnung im TOP 100-Wettbewerb verliehen. Damit bestätigt das Unternehmen einmal mehr, zu den 100

innovativsten Mittelständlern Deutschlands zu gehören. Im Zentrum des Wettbewerbs steht die Wiederholbarkeit von Innovationsleistungen und die Fähigkeit, diese am Markt zu etablieren. Genau dies stellt Kern regelmäßig unter Beweis – zuletzt mit der Ende 2019 vorgestellten Top-Maschine Kern Micro HD, die sich inzwischen bei vielen Unternehmen unterschiedlicher Branchen etabliert hat und Kern viele neue Bestellungen beschert hat. Aber auch in puncto Grundlagenforschung engagiert sich Kern Microtechnik intensiv. So ist es im Laufe des vergangenen Jahres gelungen, die hochgenaue Bearbeitung von tech-

nischer Keramik auf ein neues Level zu heben und die möglichen Abtrag-Raten zu vervielfachen. Basis dafür sind ein neuer Schnittmodus, höchstpräzise Kern-Bearbeitungszentren und Spezialwerkzeuge eines Partnerunternehmens. „Unternehmen, die machen, was alle machen, werden es zukünftig schwer haben, sich am Markt zu behaupten“, bilanzieren die beiden Geschäftsführer. „Mit unserer Strategie der Differenzierung, dem Fokus auf Qualität und Partnerschaft mit den Kunden sowie mit dem Bedienen von Nischen wägen wir uns somit auf dem richtigen Weg, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“


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Digitalisierter Mittelstand

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ANALYSE

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Leasing schont die Liquidität leasing Unternehmen, die Fahrzeuge oder Immobilen leasen statt kaufen, müssen in der Krise seltener neue Kredite aufnehmen, sagt Claudia Conen vom Leasingverband. Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Ant Rozetsky/unsplash

die langjährige Verschuldung durch erzwungene Kreditaufnahmen. Nach dem „Pay-as-you-earn-Prinzip“ lassen sich die Leasing-Raten aus den erwirtschafteten Erträgen des Investitionsobjekts bestreiten. Im Fall einer ernsthaften substanziellen Krise wird jedoch sicher kein Unternehmen planen, in neue Maschinen, IT oder Fahrzeuge zu investieren.

Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten. Kann Leasing in dieser Situation Abhilfe schaffen?

Eine Vielzahl an Unternehmen hat ihre Investitionspläne auf Eis gelegt. Ursachen sind die Unsicherheit über die künftige Entwicklung, aber auch Liquiditätsengpässe und Schulden aufgrund der Corona-Krise. Für Firmen, die investieren wollen, stellt Leasing eine gute Lösung dar. Denn Leasing ermöglicht, liquiditätsschonend zu investieren und verringert

Die Leasing-Wirtschaft ist stabil durch das Krisenjahr 2020 gekommen.

Einen Mehrwert gerade in unsicheren Zeiten können innovative nutzungsabhängige Finanzierungsmodelle wie „Pay-perUse“ bieten. Dabei wird die Rate in Abhängigkeit von der tatsächlichen Nutzung einer Maschine oder Anlage berechnet. Wie kommt die Leasingbranche selbst durch die Pandemie?

des- und Landesregierung zur Unter-

Die Leasing-Wirtschaft ist stabil durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Jedoch wirkt sich die getrübte Investitionsstimmung auf das Leasing-Neugeschäft aus. Die gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen sind 2020 gegenüber

Leasingkosten genutzt werden?

Frau Conen, viele Firmen sind durch die

besonders günstig?

Können die Sonderprogramme von Bunstützung von Unternehmen auch für die

Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Gesellschaften

Welche Modelle sind für Firmen jetzt

Leasing-Raten sind als förderfähige Fixkosten im Rahmen der staatlichen Überbrückungshilfen für Unternehmen anerkannt. Zudem wurde Leasing in die staatlichen Förderprogramme eingezogen. Dies hat gewirkt: Eine aktuelle Studie der Kf W zur Belastung des Mittelstandes durch die Corona-Maßnahmen zeigt, dass nur vier Prozent der befragten Unternehmen während der Lockdown-Phasen im Januar 2021 und im April 2020 ihre Leasing-Raten nicht bedienen konnten. Im Juni und September 2020 waren es sogar mit ein beziehungsweise zwei Prozent noch weniger.

2019 um 12,5 Prozent zurückgegangen. Das Neugeschäft im Mobilien-Leasing verbuchte während des Lockdowns 2020 zeitweise einen Rückgang von gut 10 bis 20 Prozent. Die Folgen der Corona-Pandemie sind zwar noch im Schlussquartal 2020 zu erkennen, allerdings verlief es deutlich besser als die Vorquartale und verzeichnet im Vorjahresvergleich einen Rückgang von rund 4 Prozent.

Für Firmen, die investieren wollen, stellt Leasing eine gute Lösung dar.

Kann Leasing möglicherweise sogar Liquidität schaffen und so in manchen Fällen einen wichtigen Beitrag zum Überleben von Firmen leisten?

Mittels Sale-and-lease-back kann durchaus Liquidität geschaffen werden. SLB wird daher aktuell verstärkt genutzt. Die Leasing-Gesellschaft kauft die Maschine, das Nutzfahrzeug, die Immobilie etc. vom künftigen Leasing-Nehmer und verleast das Objekt diesem anschließend zurück. Dadurch erzielt der Leasing-Kunde einen Liquiditätszufluss, verbessert die Bilanzkennzahlen und seine Bilanzstruktur.

Für Unternehmen empfiehlt es sich, Maschinen über das Leasing zu finanzieren.

Der wichtigste Vorteil digitaler Anwendungen im Handwerk ist Zeitersparnis.

Etwa 50 % der befragten Finanzentscheider mittelständischer Industrie-, Handelsund Dienstleistungsunternehmen gaben an, dass sie ihre Betriebsmittel zu 26 bis 50 % mit Eigenmitteln aus dem Cash Flow finanzieren.

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand liegt bei 31,8 %.

Das Investitionsvolumen von mittelständischen Unternehmen in Bauten und Anlagen beträgt in Deutschland 187 Milliarden Euro.

97,1 % der deutschen Exporteure sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Quellen: Statista, BVMW, BMWI


ANALYSE

Digitalisierter Mittelstand

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Tatendrang, Kreativität und Schaffenskraft start-ups Junge innovative Unternehmen können oft schneller und agiler agieren, als das bei großen Industrieunternehmen der Fall ist, und sind wichtige Innovationstreiber. Text: Theo Hoffmann Foto: Presse, Croissant/unsplash

Start-ups konnten auch von Corona-Hilfsmaßnahmen profitieren. Wie bewerten Sie die Finanzierungshilfen?

Eine spezielle Unterstützung von Start-ups war wichtig, weil die herkömmlichen kreditbasierten Hilfen für Start-ups nicht in Frage kommen – die allermeisten Start-ups sind nicht „bankable“. Das hat die Bundesregierung schnell erkannt und im April 2020 zielgenaue Unterstützung angekündigt. In der Folge wurde das 2-Milliarden-Start-up-Hilfspaket, das aus zwei Säulen besteht, geschnürt. Insbesondere bei der zweiten Säule, deren Umsetzung den Bundesländern obliegt, hat es in Teilen sehr gehakt. Mittlerweile konnte mit den Maßnahmen – trotz einiger Schwächen – Hunderten von Start-ups geholfen

Wir müssen die die Finanzierungsbedingungen für Startups, insbesondere in der Wachstumsphase, weiter verbessern. werden. Insofern haben die Maßnahmen der Bundesregierung dazu beigetragen, das Start-up-Ökosystem insgesamt zu stützen. Das erkennen wir an. Welche Rolle messen Sie Start-ups bei, um die aktuelle Krise zu bewältigen?

Start-ups spielen eine herausragende Bedeutung, wenn es darum geht,

Christian Miele, Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups Wie ist die aktuelle Stimmung bei deutschen Start-ups?

Die Stimmungslage unterscheidet sehr stark nach der jeweiligen Branchenzugehörigkeit. Es ist daher schwer, ein einheitliches Bild für alle Start-ups zu zeichnen. Einige Branchen, wie etwa der Reisebereich, sind im Mark getroffen, andere können mit ihren Geschäftsmodellen von der Situation eher profitieren. Einerseits sind Startups sicher f lexibler, anpassungsfähiger und dynamischer als die etablierte Wirtschaft und können daher generell schneller reagieren. Andererseits haben sie keine Rücklagen oder Reserven und sind daher auch anfälliger. Der zuversichtliche Blick nach vorn, Tatendrang, Kreativität und Schaffenskraft – dafür stehen Start-ups. Diese Eigenschaften helfen sicher auch, mit der Situation besser zurechtzukommen.

die Krise erfolgreich zu meistern. Mit BionTech und CureVac sind es zwei deutsche Start-ups, die mit der Entwicklung und Produktion des Impfstoffes Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität schaffen. Aber auch über den Gesundheitsbereich hinaus sind Start-ups wichtige Innovationstreiber. Deshalb ist es wichtig, dass die Politik die richtigen Rahmen setzt. Woran denken Sie dabei konkret?

Aktuell setzen wir uns dafür ein, dass Start-ups ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrem Unternehmen einfacher beteiligen können. Deutschland belegt hier im internationalen Vergleich einen der letzten Plätze. Das macht es deutschen Start-ups im sogenannten „war for talents“ unnötig schwer und hemmt unsere Innovationskraft insgesamt. Auch müssen wir die Finanzierungsbedingungen für Start-ups, insbesondere in der Wachstumsphase, weiter verbessern. Mit der Ankündigung des sog. „Zukunftsfonds“ hat die Bundesregierung das aufgegriffen. Jetzt ist es wichtig, dass das Instrument praxisnah ausgestaltet wird und insbesondere auch Kapital privater institutioneller Investoren für die Start-up-Finanzierung mobilisiert wird.

fakten

Start-ups gelten als flexibler und dynamischer als traditionelle Unternehmen, verfügen aber über

Christian Miele ist Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups. Er möchte die Szene stärken und ist überzeugt davon, dass Start-ups die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes stetig verbessern und für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes von großer Bedeutung sind.

deutlich geringere bis gar keine finanziellen Reserven. ANZEIGE

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Digitalisierter Mittelstand

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ANALYSE

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Reinhold von Eben-Worlée, Präsident DIE FAMILIENUNTERNEHMER

Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter Maturus Finance GmbH

Ohne Zweifel, die erste Welle der Digitalisierung – die Welt der großen Consumer-Plattformen und sozialen Netzwerke – hat Deutschland verpasst. Ein europäisches Google oder Facebook ist nicht in Sicht. Aber bei der zweiten Phase der Digitalisierung haben wir das Potenzial, mit führend zu sein. Diese Phase der Industrie 4.0 wird geprägt sein von der Verknüpfung neuer Technologien und datengetriebener Geschäftsmodelle mit der industriellen Wertschöpfung der „Old Economy“. Deutschland bringt aufgrund der reichen produktionstechnischen Erfahrungen seiner Unternehmen gute Voraussetzungen dafür mit, seine Industrie gut in das 21. Jahrhundert zu transformieren. Getragen wird diese Verwandlung der Welt maßgeblich vom familiengeführten Mittelstand, der mit seinen zahlreichen „Hidden Champions“, die Technologieführerschaft in vielen Bereichen hält. Die

Digitalisierung ist jedoch kein Selbstläufer. Ein „digitales Wirtschaftswunder“ wird sich nur mit einer Modernisierung der öffentlichen Verwaltung und vor allem mit einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen entfesseln lassen. Wollen wir mit den Tech-Konzernen der USA und dem aufstrebenden China mithalten, müssen wir hart an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten. Dazu gehört auch der Zugang zu günstiger Energie. Ansatzpunkte für eine kluge Wirtschaftspolitik sind die zentralen Digitalisierungshemmnisse, wie etwa der Fachkräftemangel im IT-Sektor, die mangelhafte digitale Infrastruktur, das Zaudern bei der Anpassung des Arbeitsrechts und die ungelösten Fragen des Umgangs mit Daten und dem Datenschutz. Eine im internationalen Vergleich hohe Steuerbelastung, unbändige Bürokratie und Überregulierung ersticken sonst deutschen Erfindergeist und Innovationen im Keim.

Vor welchen Problemen stehen

Was ist der Ausweg?

KMUs aktuell?

Ein Ansatz ist die objektbasierte Finanzierung. Über Sale & Lease Back etwa können produzierende und verarbeitende KMU ihren werthaltigen Maschinenoder Fuhrpark verkaufen und zur fortwährenden Nutzung sofort wieder zurück mieten. So wird weitestgehend bonitätsunabhängig und im Rahmen einer reinen Innenfinanzierung frische Liquidität für dringende Investitionen frei.

Weckruf für die digitale Transformation

Die Digitalisierung, das Thema Unternehmensnachfolge oder betriebliche Restrukturierungen sind nur ein paar der drängenden Aufgaben, denen sich KMUs nicht erst jetzt stellen müssen, deren Finanzierbarkeit sich aber durch die anhaltende Corona-Krise noch schwerer darstellt als zuvor. Folgendes Dilemma tut sich nämlich für viele KMUs auf: Sie benötigen ihre vorhandenen Finanzmittel, um ihren Betrieb notdürftig am Laufen zu halten – für Zukunftsprojekte besteht wenig bis kein Spielraum. Zugleich hat Corona aber den Strukturwandel und Trends wie die Digitalisierung noch beschleunigt und damit den Druck auf die Unternehmen erhöht, sich zügig weiterentwickeln zu müssen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Foto: Presse

Foto: Anne Grossmann Fotografie

Experten über die Herausforderungen des Mittelstandes

Dr. Wolfgang Weiler, Präsident Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Was tun Sie für die Absicherung des Mittelstands? Was muss geschehen, damit dieser zukunftsfähig wird?

Und wenn ein Unternehmen kaum Anlagevermögen besitzt?

Dafür gibt es das Modell Asset Based Credit. Hierüber kann neben dem Anlage- auch Umlaufvermögen in Form von Rohstoffen oder Fertigwaren zur Besicherung von kurzfristigen Darlehen genutzt werden. Das Hauptaugenmerk liegt immer auf der Handelbarkeit bzw. Marktgängigkeit der gestellten Sicherheiten, weniger auf der Bonität des Unternehmens.

Schnelle Prozesse, neue Dienstleistungen, mehr Flexibilität – das ist die helle Seite der Digitalisierung. Doch es gibt auch die dunkle Seite: Hier sabotieren Kriminelle das Geschäft, stehlen Passwörter und Betriebsgeheimnisse, nehmen Daten und IT-Systeme in Geiselhaft und fordern hohe Lösegelder. Immer noch unterschätzen oder verdrängen viele Unternehmenslenker diese Gefahren aus dem Cyberspace. Viele Mittelständler glauben, sie seien zu klein, zu unwichtig oder zu uninteressant, um das Interesse Krimineller zu wecken. Doch das ist eine fatale Fehleinschätzung: Für Hacker gibt es kein zu klein. Auch der Mittelstand muss seine IT-Sicherheit und die Risikokultur auf allen Ebenen stärken. Bei dieser Aufgabe ist die deutsche Versicherungswirtschaft ein verlässlicher Partner. Versicherer sorgen für Prävention, indem sie die Cybersicherheit ihrer Kunden prüfen, Sicherheitslücken finden und wissen, wie sich diese schließen lassen. Die Unternehmen haben dadurch einen doppelten Vorteil: Ihre IT-Sicherheit ist auf dem neuesten Stand – und wenn dennoch etwas passiert, übernimmt der Versicherer nicht nur den Schaden, sondern hilft mit einem Pool von Spezialisten, das Problem so schnell wie möglich zu beheben.

Texte: Chan Sidki-Lundius, Alicia Steinbrück ANZEIGE – ADVERTORIAL

Wir suchen besonders nachhaltige Unternehmen ESG Portfolio Management GmbH ist Anbieter nachhaltiger Investmentfonds und Mandate. Nachhaltiges Investieren gilt zunehmend als Treiber für einen Wandel hin zu einer sozialeren und nachhaltigeren Zukunft. Wir suchen die Gewinner von Morgen. Wir investieren in Unternehmen, die mit nachhaltigen und zukunftsweisenden Geschäftsmodellen und Produkten positiv auf die Nachhaltigkeitsziele wirken. Daher empfehlen wir den Firmen, möglichst transparent über relevante Key Performance Indicators zu berichten und diese in die Unternehmensstrategie einzubetten. Es ist für Investoren hilfreich, wenn ESG Ratings vorliegen. Bei der Erstellung erfolgt meistens auch die Messung der Wirkung auf Nachhaltigkeitsziele und damit perspektivisch ein wichtiger Teil der Ermittlung des EU Taxonomie Alignments des Unternehmens. ESG PM engagiert sich aktiv im Dialog mit dem Management, um die Nachhaltigkeitswirkung zu ver-

bessern und z. B. Klimarisiken zu reduzieren. Auch hier ist für uns eine ausreichende Datenlage unverzichtbar. Daher empfehlen wir auch kleineren Unternehmen, Kontakt mit CDP aufzunehmen, die als zentrale Organisation Klimarisiken einzelner Unternehmen ermittelt. Die Kür ist eine Analyse der Firma right. based on science, die berechnet, ob ein Unternehmen auch künftig die Pariser Klimaziele erreicht. Seit der Gründung im Jahr 2018 wurde ESG Portfolio Management mehrfach ausgezeichnet. ESG PM gewann 2020 den Deutschen Exzellenzpreis und die Organisation Principles for Responsible Investment hat ESG PM in ihre 2020 Leaders’ Group aufgenommen. 2021 erhielten wir die ESG Investing Awards in den Kategorien Multi Asset und Fixed Income. Die hohe Nachhaltigkeits-Qualität und das Einhalten der Ausschlusskriterien wird durch die Verleihung des FNG Siegels, dem Gütezeichen für nachhaltige Fonds in Deutschland, mit der Höchstbewertung

Christoph Klein, Managing Partner ESG Portfolio Management

von drei Sternen für beide Fonds bestätigt. Unsere Vorreiterrolle im Kampf gegen den Klimawandel wird auch durch das Klima-Rating von Climetrics mit fünf von fünf Blättern für beide Fonds – dem Anleihefonds Mayence Fair Value Bond Fonds (WKN: A2AQZE) und dem Mischfonds SDG Evolution Flexibel (WKN: AIW9AA) bescheinigt. Weitere Informationen finden Sie unter www.esg-pm.com


ANALYSE

SÜDVERS – Partner Content

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Wie Industrieversicherer die Digitalisierung im Mittelstand unterstützen partner content

Der Mittelstand in Deutschland ist in der Digitalisierung weitestgehend angekommen. Zu deutlich wurde in den letzten Jahren, wie positiv sich eine gezielte Digitalisierung auf die Performance, Wettbewerbsfähigkeit und Kundennähe auswirken kann. Schneller und effizienter werden lautet die Devise. Durch neue Technologien wie zum Beispiel Industrie 4.0, IOT und RPA (Robotic Process Automation) wird sich die Arbeitsweise massiv verändern und viele neue Möglichkeiten in dem Angebot von innovativen Produktlösungen für die Zukunft bieten. Ein Beispiel ist der Einsatz von intelligenter Sensorik und Telematik in Produktions- und Transportprozessen. Diese Transformationsphase, ausgelöst vor ungefähr 20 Jahren durch das Internet und die digitale Revolution und nochmals neu beschleunigt durch die Corona-Pandemie, hat mittlerweile alle Branchen und Geschäftsbereiche erfasst und

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Die digitale Revolution verändert weltweit und quer durch alle Branchen unternehmerische Prozesse und beeinflusst unseren beruflichen Alltag. Doch der Industrieversicherungsbranche wird eine fehlende Digitalisierungsmotivation angetragen. Zu Unrecht, wie ein Blick in die Branche der Industrieversicherung durch Ralf Bender, CEO von SÜDVERS, zeigt.

Ralf Bender, CEO von SÜDVERS, sieht in einer strukturierten Digitalisierung große Potenziale für den Mittelstand.

zu umfassenden Veränderungen gezwungen, ganz gleich ob in der Verwaltung, im Vertrieb oder in der Produktion. Optimaler Risikotransfer durch bessere Daten Zwangsläufig müssen produzierende Unternehmen nach wie vor ihre Hausaufgaben, bezogen auf Skalierbarkeit und effiziente Prozesssteuerung, erledigen. „Digitalisierung gelingt nur dann, wenn die zugrundeliegenden Geschäftsprozesse für Kunden über digitale Angebote entsprechende Mehrwerte generieren“, bringt Ralf Bender, CEO des Versicherungs- und Risikoexperten

Ihre Versicherungen digital weltweit im Echtzeit-Zugriff

– das Kundenportal zur Digitalisierung des eigenen Versicherungsbestands

SÜDVERS, das Thema auf den Punkt. Kern der Digitalisierung ist vor allem das Datenmanagement, konkret die konsequente Pflege und Nutzung vorhandener Daten. Denn die Erwartungshaltung der Kunden an digitale Leistungen und passgenaue Services steigt stetig. „Und die Befriedigung der aus der Digitalisierung entstehenden Kundenbedürfnisse ist nur mittels individueller Lösungen auf Basis personenbezogener Daten möglich“, ergänzt Urs Kargl, Leiter Marketing und Kommunikation bei SÜDVERS. In der Versicherungswelt bedeutet Digitalisierung aus Kundensicht beispielsweise die Möglichkeit, Daten der eigenen Risikoabsicherung wie weltweite Vertragsübersichten auf Knopfdruck oder Schadenbearbeitungen online vorzunehmen – 24/7/365 und in Echtzeit. Auch in der Industrieversicherung, eine dem Mittelstand und der Industrie eng verbundene Branche, ist die Digitalisierung im Alltag angekommen – selbst wenn sich ein anderer Eindruck teils hartnäckig hält. Denn auch hier gilt: Mithilfe von neuen Technologien können für den Kunden tragfähige Lösungen zur Verschlankung von Prozessen und ganzer Workflows entwickelt werden. „Am Sensorik- und Telematik-Beispiel lassen sich beispielsweise mittels präventiver Wartung und korrekter Pflege einer Maschine neue Versicherungsprodukte mit angepassten Prämienmodellen entwickeln“, zeigt Ralf Bender den positiven Effekt neuer Technologien auf die Produkt-Prämienmodelle auf und ergänzt: „Auch im Bereich RPA kann zum Beispiel eine Prozessautomatisierung durch softwaregesteuerte Bearbeitung von teilstandardisierten Abläufen in der Schadenbearbeitung die Zukunft sein.“

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Größerer Kundennutzen durch die Digitalisierung der Workflows in der Industrieversicherung

Höchster Anspruch an Sicherheit Ihrer Daten

Auch der Einsatz von KI-Technologien wird unter anderem im Underwriting und

Alle Daten in mySÜDVERS liegen auf SÜDVERSServern im eigenen Rechenzentrum in Deutschland. So müssen Sie sich um die Sicherheit Ihrer Versicherungsdaten und Unternehmensinformationen keine Sorgen machen.

mySÜDVERS-Portal

„Eine umfassende Digitalisierungslösung hilft den Kunden dabei, den eigenen Workflow über Standorte und Länder hinweg zu optimieren. So können auch Versicherungs- und Risikoexperten wie SÜDVERS den Unternehmen dabei helfen, dass sie sich wieder voll und ganz auf das originäre Geschäft fokussieren können.“

portal.suedvers.de

Schadenbereich getestet. Die Themenfelder Big Data und Data Mining sind nicht nur für SÜDVERS, sondern die ganze Branche spannend. SÜDVERS verfügt als national und international tätiger Versicherungsund Risikoexperte aus der eigenen tiefen und ausgeprägten Wertschöpfungskette über eine Vielzahl an Daten. „Diese Daten setzen wir beispielsweise in der Platzierung und Ausschreibung ein, um für unsere Kunden den optimalen Partner für die Risikoabdeckung zu finden“, so Bender. Für die Zukunft ist insbesondere auf das Thema Prozessautomatisierung die Aufmerksamkeit zu richten. So realisiert SÜDVERS gerade die digitale Posteingangsverarbeitung. In den kommenden Jahren soll dann die papierlose Posteingangsverarbeitung mit den Versicherern umgesetzt werden. Das Schnittstellenmanagement und die Anbindung zu den Versicherern ist ein weiteres wichtiges Vorhaben. Doch Digitalisierung findet nicht nur in der Produktion, dem Vertrieb oder am Beispiel der Versicherungswirtschaft im Underwriting oder der Risikoplatzierung statt. Auch die Kommunikation innerhalb und zwischen Unternehmen erlebt eine massive Veränderung. Spätestens seit März 2020 hat sich die digitale Präsenz bei Kunden und Geschäftspartnern etabliert. Verschiedene digitale Angebote wie Online-Seminare, Produkt- und Fachveranstaltungen sind mittlerweile üblich. Es gibt jedoch entsprechend Unterschiede zwischen B2B, B2C und B2B2C. Im Bereich B2C, B2B2C und dem standardisierten Massengeschäft finden sich seit Längerem erfolgreiche Digital-Akteure. Das klassische B2B-Geschäft ist doch häufig noch ein „Nasengeschäft“. SÜDVERS ist aus diesem Grund auch sehr aktiv im Bereich Fintechs und Isurtechs – immer mit dem Fokus auf die Maximierung des Kundennutzens. Die digitale Kundenpräsenz ist zwar kein 100%iger Ersatz für den persönlichen Austausch in der Kundenbeziehung, jedoch finden sich in der digitalen Kommunikation auch Vorteile. So können Unternehmen die Digitalisierung dafür nutzen, die Kosten für Geschäftsreisen zu reduzieren und die so frei werdenden Ressourcen als zusätzliches Investitionskapital nutzen.

Über SÜDVERS SÜDVERS ist der Versicherungs- und Risikoexperte für Mittelstand und Industrie und bietet höchste Beratungsqualität und maßgeschneiderte Lösungen zur weltweiten Risikoabsicherung. Das Unternehmen beschäftigt 500 Mitarbeiter und verfügt über 16 Niederlassungen – acht in Deutschland und acht in Österreich. Unternehmenssitz ist Au bei Freiburg. SÜDVERS ist inhabergeführt in zweiter Generation und zählt mit einem betreuten Prämienvolumen von über 480 Mio. Euro im Jahr 2020 zu den Top Brokern der Branche. Mehr unter www.suedvers.de.


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„In Deutschland wird zu viel geträumt“ m&a Wir liegen bei der Digitalisierung stark zurück, sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Merger & Acquisitions, Kai Lucks. Das müsse sich ändern. Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Cytonn Photography/unsplash

In Deutschland wird immer noch viel geträumt und es gibt viel zu viele Vorbehalte, zum Beispiel gegen den 5G-Ausbau.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung für den Bereich Übernahmen und Fusionen?

Zum einen spielen digitale Geschäftsmodelle eine neue große Rolle. Zudem kann die Wertschöpfung heute mithilfe von „Smart Data“ weltweit flexibler verteilt und schneller verändert werden. Unternehmensgrenzen öffnen sich und gehen in übergeordneten „Digitalen Ökosystemen“ auf. Rollen werden neu verteilt und schneller den sich wandeln-

Wo liegt Deutschland im internationalen Vergleich?

den Bedürfnissen des Marktes angepasst. Das führt zu völligen Veränderungen von Unternehmensbeziehungen. M&A waren bisher immer auf lange Zeit orientiert. Durch die Dynamiken aus der Digitalisierung rücken dadurch immer stärker sehr kurzfristige Allianzen in den Vordergrund. Das verändert die Verhaltensweisen und den Markt. Hat sich diese Erkenntnis in Deutsch-

Kai Lucks, Vorsitzender des Bundesverbandes Merger & Acquisitions

Das ändert sich nur sehr langsam und hat auch damit zu tun, dass sich kleinere Unternehmen eher wenig mit langfristiger Geschäftsentwicklung beschäftigen. So haben die meisten Mittelständler gar keine Strategie-Experten.

land schon durchgesetzt?

Mit Blick auf M&A sind es die großen Unternehmen, die schon dabei sind. Nicht nur im Fertigungssektor, sondern auch bei Dienstleistern, also zum Beispiel die großen Anwaltskanzleien und Wirtschaftsberater, die auf digital hinterlegte Automatisierung ihrer Prozesse setzen. Bei den kleineren Beratern zieht das erst langsam ein und auch kleinere mittelständische Unternehmen sind davon meistens noch weit weg.

Das Verhältnis der Digitalbranchen zwischen USA, China und Deutschland ist 16:4:1. Das heißt, US-Firmen, die man der engeren Digitalbranche zurechnen kann, sind viermal so stark wie die Chinesen und die Chinesen sind viermal so stark wie die Deutschen. China plant Ausgaben von 300 Milliarden Dollar für die Entwicklung von KI – in Deutschland sind es drei Milliarden. Leider gibt es hierzulande eine Fülle von Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass Deutschland noch weiter zurückfällt. Ich nenne hier nur mal unsere Überregulierung. Weltmeister sind wir nämlich beim Erlass von neuen Gesetzen und Rechtsverordnungen.

In der Krise liegt auch eine Chance. Was müsste jetzt geschehen?

Ist das ein typisch deutsches Problem?

Die angloamerikanische Welt ist offener und schneller. Deutschland fällt dagegen ab, vor allem durch Regularien.

Mittlerweile sind M&A immer öfter kurzfristig ausgerichtet.

Erstens müsste das 5G-Netz schnellstens flächendeckend gebaut werden, denn ohne 5G ist ein Realtime-Datenaustausch nicht möglich. Das ist aber für

viele Mittelständler extrem wichtig, etwa zur Steuerung von Fertigungsnetzen. Zweitens brauchen wir den Schulterschluss aller – von der Industrie über die Verwaltung bis zur Regierung. Nur so können wir ein gemeinsames und gut abgestimmtes Programm zum Nutzen aller entwickeln. Das ist nur zum Teil ein technisches Thema. Zum größten Teil handelt es sich um ein kulturelles Problem. Die größte Kulturhürde ist die Akzeptanz in der breiten Bevölkerung. In Deutschland wird immer noch viel geträumt und es gibt viel zu viele Vorbehalte, zum Beispiel gegen den 5G-Ausbau. Können Erfahrungen durch die Pandemie helfen?

Ich glaube, Corona macht gerade vielen Menschen deutlich, wo die Defizite liegen. Das zeigt sich zum Beispiel beim digitalen Lernen. Also liegt in der Krise auch eine Chance.

fakten Professor Kai Lucks macht sich auch jenseits der Hektik des Alltags Gedanken über Fragen der Digitalisierung. So entstand sein 2020 veröffentlichtes voluminöses Buch „Der Wettlauf um die Digitalisierung“. Darin macht er sich über verschiedene spannende und wichtige Fragen rund um die Zukunft Deutschland Gedanken.


ANALYSE

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Vielfältige Möglichkeiten für Unternehmensverkäufe partner content

Welche Trends beobachten Sie bei Unternehmensverkäufen? Will: Unsere Erfahrung zeigt, dass Unternehmern auf der Suche nach einer geeigneten Nachfolge oft eine viel größere Bandbreite an Optionen offensteht als zunächst gedacht. Aufgrund unserer Expertise in der Beratung mittelständischer Unternehmen erhalten wir vermehrt auch Anfragen von ausländischen Investoren oder Konzernen, um sie beim Eintritt in den deutschen Markt zu begleiten. Ein weiterer Trend: Die Corona-Pandemie wirbelt den Markt für Mergers & Acquisitions (M&A) kräftig durcheinander. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) rücken nicht nur noch stärker als Kapitalanlage in den Fokus, sondern dienen größeren Unternehmen mehr denn

„Die Corona-Pandemie wirbelt den Markt für Mergers & Acquisitions (M&A) kräftig durcheinander.“

www.sonntagcf.com

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Patrick Seip, Geschäftsführer der sonntag corporate finance je als Impulsgeber, etwa für verschlafenen technologischen Fortschritt. Immer häufiger kommt der Käufer nicht aus dem näheren Marktumfeld. Um hier alle Chancen zu nutzen, braucht es „out of the box“-Denken und Geschwindigkeit. Wie bedeutsam ist das Segment der kleinen und mittleren Unternehmen? Patrick Seip: Die KMU sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaft. Gespickt mit technologischen Weltmarktführern, leisten sie den größten Anteil an Wertschöpfung, Innovation, Arbeitsplätzen und Steuerauf kommen. Die Attraktivität für Finanzinvestoren und an Technologietransfers interessierten nationalen und internationalen Konzernen hat – durch Corona nochmal befeuert – für große Dynamik bei Firmenübernahmen gesorgt. Worin sehen Sie Ihre Rolle? Will: In erster Linie bestehen unser Ziel und unsere Aufgabe darin, Lebenswerke zu sichern. Als Experten für M&A im Mittelstand führen wir unsere Mandanten exklusiv und sicher durch den gesamten Verkaufsprozess. Und zwar von der Vorbereitung über die Auswahl und Ansprache geeigneter nationaler und internationaler Kaufinteressenten bis hin zur Unterstützung bei den Vertragsverhandlungen. Wir agieren als Branchengeneralisten, die durch die hohe Anzahl an Transaktionen zugleich über ein

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Warum wollen sich Unternehmer von ihren Firmen trennen? Julian Will: Die Gründe sind vielfältig. Der Unternehmer findet etwa keine geeignete Nachfolge in der Familie oder in der Belegschaft. Eine andere Lebensplanung, gesundheitliche Probleme oder private Schicksalsschläge können weitere Auslöser sein.

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Nachfolgeregelungen benötigen einen transparenten Prozess, erklären Patrick Seip und Julian Will, Geschäftsführer der sonntag corporate finance (scf).

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Julian Will, Geschäftsführer der sonntag corporate finance tiefes Branchen-Know-how verfügen. So haben wir zahlreiche Übernahmen im IT- und Softwareumfeld erfolgreich abgeschlossen. Besonders gerne begleiten wir seit jeher alteingesessene Bau- und Handwerksbetriebe, Maschinen- und Anlagenbauer oder innovative Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Aber es gibt keine Branche, für die wir nicht eine erfolgreiche Nachfolgeregelung auf die Beine stellen können, beziehungsweise bereits gestellt haben. Und wie gehen Sie dabei vor? Seip: Wir von scf fordern häufig renommierte Investmentbanken heraus, mit unserem Ansatz der Vereinfachung und Verschlankung statt künstlicher Aufblähung und Verkomplizierung. Das funktioniert übrigens auch bei größeren mittelständischen Transaktionen. Wir screenen bei jedem Projekt nicht nur das Marktsegment, sondern schauen auch in angrenzende Bereiche. Wir arbeiten sehr erfolgreich mit dem anony-

„Wer, wenn nicht langjährig für den Erfolg verantwortliche Mitarbeiter, sind für die Nachfolge geeignet?“ men Bieterverfahren. Dabei ermitteln wir Kaufpreise am Markt, ohne zunächst die Identität unserer Mandanten preiszugeben. So gelingt es uns, die Vorstellungen unserer Auftraggeber der tatsächlichen Marktresonanz gegenüberzustellen – und zwar bevor das Vorhaben am Markt bekannt wird. Auf welche Nachfolgeregelung sind Sie besonders stolz? Seip: Sehr wichtig ist es für uns, Unternehmer frühzeitig auf dieses häufig auf die lange Bank geschobene Thema aufmerksam zu machen. Entsprechend stolz sind wir darauf, für unsere eigene Unternehmensgruppe die Nachfolgeregelung erfolgreich umgesetzt zu haben. Wir gehen mit gutem Beispiel für eine häufig vernachlässigte Variante voran: Dem Management-Buy-out. In unserem Fall sogar ein Management-Buy-out-by-Team. Denn wer, wenn nicht langjährig für den Erfolg verantwortliche Mitarbeiter, sind für die Nachfolge geeignet?

sonntag corporate finance/Nachfolgekontor Entscheidend bei Unternehmensnachfolgen ist ein Beratungsprozess, der transparent, pragmatisch und schnell ist – bei stets höchster Diskretion. Dafür stehen das 2004 gegründete Beratungshaus sonntag corporate finance (www.sonntagcf.com) und die Berater von Nachfolgekontor (www.nachfolgekontor.de) mit Sitz in Wetzlar. Dass bei Staffelübergaben die individuelle Lösung zählt, zeigen die Geschäftsführer von scf und Nachfolgekontor Patrick Seip und Julian Will auch in eigener Sache: Sie haben die Gruppe zu Jahresanfang gemeinsam mit sechs Beratungskollegen übernommen: in einem Management Buy Out by Team.


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Wenn nur noch das Inkassoverfahren hilft inkassoverfahren Eine Rechnung zu begleichen, ist schnell mal vergessen. Aber wenn Absicht dahintersteckt, kann das ein Fall für ein Inkassounternehmen werden. Text: Armin Fuhrer Foto: Fotolia

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as kennt wahrscheinlich fast jeder: Man hat etwas bestellt und auch geliefert bekommen – und dann vergessen, die Rechnung fristgerecht zu bezahlen. Kommt die Mahnung, holt man die versäumte Zahlung rasch nach und das Problem hat sich erledigt. Das kann im privaten Bereich passieren, aber selbst mal im geschäftlichen. Doch leider ist es nicht immer so einfach, denn hinter vielen versäumten Zahlungen steckt Absicht. Für die von den ausbleibenden Zahlungen betroffenen Unternehmen kann sich das zu einem großen Problem auswachsen und sogar zu einer existenziellen Bedrohung entwickeln. Wenn es beim Versuch, die Schulden einzutreiben, erfolglos ist, bleibt nur die Beauftragung eines Rechtsanwalts oder eines Inkassounternehmens. Bei dem Problem handelt es sich keineswegs um eine Bagatelle, sondern um eine Angelegenheit von großer Tragweite. In Deutschland treiben allein die Inkassounternehmen jährlich rund sechs Milliarden Euro für ihre Auftraggeber von säumigen Schuldnern ein.

befürchten, dass das Problem dieses Jahr noch größer wird. Denn bedingt durch die Pandemie drohen sowohl Privatkunden als auch Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten und ausbleibende Zahlungen werden eine Folge davon sein. Und obwohl die Bundesregierung die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31. April 2021 verlängert hat, rechnen Experten damit, dass es danach zu einer größeren Welle von Insolvenzen kommen könnte. Ursprünglich sollte die wegen der Pandemie festgelegte Frist bereits Ende vergangenen Jahres auslaufen. Es steht zu

allerdings, bevor er ein Inkassounternehmen beauftragt, zunächst andere Möglichkeiten, an sein Geld zu kommen. Zunächst stellt er ohnedies selbst dem Kunden eine Mahnung zu. Gerade in Krisenzeiten wie der Pandemie kann es möglicherweise auch sinnvoll sein, großzügig aufzutreten und eine längere Zahlungsfrist einzuräumen, wenn die andere Seite glaubhaft machen kann, dass sie unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Immerhin kann es sich ja um einen Ein Gläubiger hat

Für die von den ausbleibenden Zahlungen betroffenen Unternehmen kann sich das zu einem großen Problem auswachsen.

Inkassoverfahren sollen nicht zur Kostenfalle für Unternehmen werden.

langjährigen, sonst vertrauenswürdigen Partner handeln, den man nicht verlieren möchte. Wenn möglich, kann in einem solchen Fall auch die Zahlungsfähigkeit überprüft werden. Dieses Vorgehen, bei dem zum Beispiel Auskunftsdateien helfen können, ist vor allem sinnvoll, wenn ein sonst pünktlicher Kunde plötzlich nur noch nach der Zustellung von Mahnungen zahlt. Wenn aber alles nichts hilft und ein Unternehmen auch befürchten muss, dass hinter dem Zahlungsversäumnis böse Absicht steckt, kann der Druck durch die Heranziehung eines Inkassounternehmens deutlich erhöht werden. Es ist spezialisiert auf die Durchsetzung der Ansprüche seines Auftraggebers gegenüber dessen Gläubiger. Zuverlässige Anbieter findet man zum Beispiel über die Kammern oder Berufsverbände sowie auf der Homepage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU). Die hier verzeichneten Mitgliedsunternehmen haben sich auf Qualitätsregeln für ein seriöses Inkasso verständigt, die teilweise über die Anforderungen des Gesetzgebers hinausgehen. Ein begrüßenswerter Schritt, denn es gibt auch eine Reihe schwarzer Schafe unter Deutschlands Inkassounternehmen. Sie nutzen die Unwissenheit vieler Verbraucher aus, um gute Geschäfte zu machen. Diesem Problem versucht die

Bundesregierung mit neuen Regelungen einen Riegel vorzuschieben. Sie treten am 1. Oktober 2021 in Kraft. Schuldner kleinerer Beträge geschützt werden, denn manche Inkassounternehmen erheben in solchen Fällen unverhältnismäßig hohe Gebühren. Ein Inkassoverfahren dürfe aber für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu einer Kostenfälle werden, erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) bei der Verabschiedung des neuen Inkassogesetzes Ende November vergangenen Jahres im Bundestag. Dadurch sollen insbesondere

dass Schuldner, die sich nach dem ersten Mahnschreiben um einen zügigen Ausgleich der Forderung bemühen, nur noch ein Gebührensatz in Höhe des 0,5-fachen der Anwaltsgebühren betragen dürfen. Derzeit beträgt der durchschnittliche Satz 1,1. Bei kleinen Summen von bis zu 50 Euro, bei denen die Inkassokosten die eigentlichen Forderungen häufig deutlich überschreiten, wird eine neue Wertstufe eingeführt, bei der die Gebühr statt bisher 45 Euro nur noch 18 bis 36 Euro beträgt. Die Geschäftsgebühr, für die Einziehung einer unbestrittenen Forderung soll im Regelfall das 0,9-fache der Anwaltsgebühr beschränkt werden. Zudem soll die Einigungsgebühren, die für den Abschluss von Zahlungsvereinbarungen Das Gesetz regelt,

geltend gemacht werden können, bei Forderungen bis zu 500 Euro halbiert werden. Wenn ein Gläubiger im vorgerichtlichen oder gerichtlichen Mahnverfahren sowohl einen Rechtsanwalt als auch ein Inkassounternehmen beauftragt, darf er die dadurch entstehenden Kosten nicht mehr doppelt berechnen. die Inkassobranche sind zufrieden mit der Gesetzesreform. Während die Verbraucherschützer kritisieren, dass sie Abzocke durch unseriöse Inkassounternehmen auch in Zukunft nicht verhindern, befürchtet die Branche Umsatzverluste von 20 bis 30 Prozent. Offenbar ist sich auch die Bundesregierung noch nicht sicher, in welche Richtung sich die Reform auswirkt – jedenfalls soll sie nach zwei Jahren überprüft werden. Weder Verbraucherschützer noch

fakten Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) führen die Unternehmen der Branche der Wirtschaft pro Jahr etwa sechs Milliarden Euro an Liquidität wieder zurück und bearbeiten mehr als 20 Millionen Forderungen. Durch die drohende Insolvenzwelle könnten die Zahlen 2021 steigen.


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Die wahre Kunst der Transformation partner content

Gerade in Pandemiezeiten hilft die Digitalisierung der Inkassobranche bei der Bewältigung ihrer Aufgaben, erklärt EOS Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Borgartz. Herr Borgartz, die Digitalisierung schreitet voran und erfasst immer mehr Bereiche der Wirtschaft. Was bedeutet das für die Unternehmen? Die digitale Transformation gelingt nur mit einer motivierten Belegschaft und einer starken Unternehmenskultur. Daher sind stetige Weiterentwicklung, Courage und klare Kommunikation innerhalb eines Unternehmens wichtig. Die Firmen müssen heute crossfunktional und hierarchieübergreifend arbeiten. Es muss möglich und erwünscht sein, dass auch ein junger Mitarbeiter der Geschäftsführung den Spiegel vor Augen hält. Nur mit einer solchen Kultur kann einem Unternehmen die Transformation erfolgreich gelingen. Was macht die Digitalisierung mit Ihnen persönlich? Ich bin mit meinen gut 50 Jahren weit weg vom Digital Native, aber die Digitalisierung belebt mich. Ich lerne ständig dazu und begeistere mich für neue Themen. Da schlägt mein Herz wie das eines 20-Jährigen. Damit fordere ich meinen jungen Kolleg*innen aber auch viel Geduld ab.

Nach rund zwölf Monaten Pandemie können wir heute eindeutige Gewinner und Verlierer der Pandemie erkennen. Auf welcher Seite sehen Sie die Inkassobranche? Wir stellen fest, dass mit Corona genau die Ursachen vermehrt auftreten, die bei Verbraucher*innen zu Zahlungsstörungen führen: Krankheit, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit. Bisher blieb ein Einbruch der Zahlungseingänge bei EOS allerdings aus. Die Pandemie fordert gleichwohl die gesamte Gesellschaft in einer Weise heraus, auf die wir gerne verzichtet hätten. Unternehmen, die vor der Insolvenz stehen. Menschen, die um ihren Job, ihr geregeltes Einkommen oder sogar um ihre Gesundheit fürchten. Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand. Viele Unternehmen in bestimmten Branchen haben ja durch die Pandemie einen regelrechten Schub bei der Digitalisierung bekommen. Gilt das auch für Ihre Branche? Unsere Kernaufgabe hat sich nicht verändert: Wir heilen Zahlungsstörungen zwischen Gläubigern und Verpflichteten. Dabei unterstützt uns die Digitalisierung. Im Kerngeschäft befindet EOS sich aber schon seit Jahren in der digitalen Transformation: Unzählige Systeme, Prozesse und Strukturen wurden neu entwickelt, verschlankt und automatisiert. Wenn die Finanzbranche heute von digitaler Transformation spricht, beschreibt sie den Prozess,

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Jürgen Borgartz, Geschäftsführer EOS Deutschland GmbH

den EOS bereits seit Jahren durchläuft. Auch innerhalb der Organisation hatte die Digitalisierung bereits Einzug gehalten. Schon zu Beginn der Pandemie konnten wir über 80 Prozent der Mitarbeiter*innen das mobile Arbeiten von zu Hause ermöglichen. Denn die Infrastruktur für die digitale Zusammenarbeit, sowohl organisatorisch als auch strukturell, war bereits gegeben. Und bereits in den ersten Wochen der Pandemie haben wir verstanden: Es gibt kein Zurück in den bisherigen Alltag. Es gilt vielmehr, den Weg für das „neue Normal“ zu ebnen: Teamflächen statt Einzelbüros, Ausbau der digitalen Infrastruktur für agiles Arbeiten. Mit der Pandemie kam für EOS also die Bestätigung, dass unsere Strategie der Transformation die richtige war.

„Unsere Kernaufgabe hat sich nicht verändert: Wir heilen Zahlungsstörungen zwischen Gläubigern und Verpflichteten. Dabei unterstützt uns die Digitalisierung.“ Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Verpflichtete oder Kunden aus? Wir haben jeden Tag tausende Touchpoints mit Verpflichteten und Mandanten – da ist es umso wichtiger, jeden Kontakt für beide Seiten effizient zu gestalten. Seit der Pandemie nehmen wir bei unseren Partnern eine höhere Bereitschaft für digitale Prozesse wahr. Dazu zählt die Nutzung sämtlicher digitaler Zahlungsarten, die wir Verpflichteten zur Begleichung von Außenständen anbieten, genauso wie die Möglichkeit, per Chat mit uns in Kontakt zu treten. Auf Kundenseite ist es ähnlich: Durch unser Mandantenportal wird die Zusammenarbeit digitalisiert und vereinfacht. Was aber keinesfalls verloren gehen darf, ist der persönliche Kontakt. Nicht nur per Video-Calls aus dem Home Office heraus, sondern auch bald wieder live vor Ort. Welchen Herausforderungen sehen Sie derzeit ins Auge? Es gilt, sich regelmäßig selbst zu hinterfragen: Wie können wir den gesamten Alltag digital abbilden? Warum sind heute nur 90 Prozent der Kolleg*innen im Homeoffice – warum nicht 100 Prozent? Welche Prozesse können wir noch digitalisieren? Sich immer wieder selbst zu challengen – das ist die wahre Kunst der Transformation.

„Die Transformation gelingt nur mit einer motivierten Belegschaft und einer starken Unternehmenskultur.“

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Sicher durch die Krise vermögensschutz Selten wurde eine Gesellschaft so geschüttelt wie jetzt in der Corona-Pandemie. Bei vielen herrscht Existenzangst. Kann ich mein Vermögen verlieren? Wie schütze ich mich am besten vor Verlusten? Text: Jörg Wernien Foto: Amy Hirschi/unsplash

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den Finanzmärkten klangen sorgenvoll. Durch die erhöhte CO2-Abgabe, die wieder „normale“ Mehrwertsteuer, anziehende Rohölpreise und steigende Rohstoffpreise an den Weltmärkten wurde erstmals seit langen wieder ein Anstieg der Inflation im Januar von 1,3 Prozent gemessen. Seit Jahren pumpen die Notenbanken und Staaten Milliarden von Euro in die Wirtschaft, das Zinsniveau ist negativ. Jetzt waren die Experten vor einer Entwertung des Geldes. Wer sein Geld auf dem Sparbuch verwaltet, verliert jedes Jahr Geld. Doch wie können Privatpersonen und/oder Familienunternehmen agieren, um sich vor drohenden Verlusten zu schützen? ie Nachrichten von

„Spare beizeiten so hast Du in der Not“ – wer so in den letzten Jahren gehandelt hat, konnte sich unter Umständen ein kleines Vermögen auf bauen. Doch welche Anlage ist die Beste, mit welcher Strategie erziele ich die höchste Rendite, wie schütze ich mein Vermögen vor Gebühren, Steuern und der Inflation?

Hier haben es Unternehmer oft leichter und einfacher. So genannte Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen oder D&O-Versicherungen (Directors-and-Officers-Versicherung) decken oft die Schäden, die durch fehlerhaftes Verhalten von Einzelnen entstanden sind, ab. Diese Versicherungen sind sinnvoll für Organe oder Personen, die durch ihr Handeln oder durch ihre berufliche Tätigkeit einem persönlichen Haftungsrisiko ausgesetzt sind. Also Einzelunternehmer, Soloselbständige, Betriebe im Familienbesitz ohne eine GmbH oder AG im Hintergrund. Hier decken diese Versicherungen das private Vermögen ab, so werden die Risiken signifikant gesenkt. Schutz im Unternehmen:

Das Vermögen wird durch viele Fallstricke in seinem Bestand bedroht. haben private Personen ihr Vermögen vor möglichen Risiken abzusichern? Das Vermögen wird durch viele Fallstricke in seinem Bestand bedroht. Finanzierungen, Erbfälle, Scheidungen, Inflation und Steuern sind nur einige davon. So müssen also rechtzeitig alles Vorkehrungen getroffen werden, um ein etwaiges Betriebs- oder Privatvermögen einer möglichen Haftung zu entziehen. Doch welche Möglichkeiten

Insbesondere in Krisenzeiten ist eine umfassende Absicherung des Vermögens elementar.

Die Vermögensübertragung: Hier

kommen überwiegend Schenkungen zugunsten von Familienangehörigen zum Tragen. Allerdings ist darauf zu achten, so eine Transaktion rechtzeitig zu planen und durchzuführen. So kann der Zugriff auf das Vermögen durch mögliche Gläubiger verhindert oder erschwert werden.

wirksam sind. Es empfiehlt sich, rechtzeitig zu handeln. Beratungen zu den unterschiedlichen Themen bieten viele Notare und auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Anwaltskanzleien.

Erbrechtliche Gestaltungen: Sollte

auch einige Versicherungen auf den Schutz von privatem Vermögen spezialisiert. Die Produkte reichen hier von der Vermögensübertragung über den Generationenplan bis zur sicheren Geldanlage. Solche Angebote gibt es unter anderem bei der R+V Versicherung und auch die Württembergische-Gruppe hat diese Möglichkeiten im Angebot. Im Internet finden sich gute Beispiele was alles möglich ist. Doch auch hier gilt: Rechtzeitig den Übergang von Vermögen plane, sich persönlich beraten lassen und dann das für sich geeignete Angebot finden.

Das sind nur einige Möglichkeiten, um sein Vermögen abzusichern. Doch hier ist zu beachten, dass alle Maßnahmen zum Schutz des Vermögens nur im Vorfeld eines möglichen Haftungsfalles

Natürlich können Sie auch Ihr Vermögen in Gold, Aktien, Bitcoins, ETFs oder Immobilien anlegen. Jede Anlage birgt aber auch gewissen Risiken. Asset Protection ist gerade in Krisenzeiten wie jetzt ein gefragtes Geschäft. Den Königsweg gibt es leider nicht, doch wer sich richtig beraten lässt und rechtzeitig erkennt, dass sein Vermögen gesichert wird, der ist auf dem richtigen Weg. Ängste wegen der Corona-Pandemie, einer möglichen Inflation und dauernden Zinsverlusten sind damit vom Tisch.

Familiengesellschaft: Zur Verwaltung

eines Vermögens bietet sich die Familiengesellschaft an. Ein Gesellschaftervertrag regelt und erschwert den Zugriff von Gläubigern und Schweigerkindern. Insolvente Gesellschafter können gegen eine geringe Abfindung aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, umso das Vermögen für die übrigen Familienmitglieder zu erhalten. sich Betriebsvermögen im Nachlass befinden, gefährden oft die Ansprüche auf das Pflichtteil die Existenz des Vermögens. Hier sollte die Nachfolge im Unternehmen frühzeitig geregelt werden. So können überschuldete Erben oder auch Geschiedene vom Erbfall ausgeschlossen werden.

Inzwischen haben sich

Leben ist immer lebensgefährlich…“ so brachte es Erich Kästner auf den Punkt. Ob die wirtschaftliche komfortable Situation, die Sie heute genießen, auch in der Zukunft so bleibt, hängt von Ihrer Gesundheit, Ihrer Leistungsfähigkeit und auch von Ihrem Vermögen ab. Und das gilt es zu sichern. Hier darf gerne jeder für sich ein Dagobert Duck sein. „Seien wir ehrlich:

Inzwischen haben sich auch einige Versicherungen auf den Schutz von privatem Vermögen spezialisiert. fakten Laut Statista hat das Geldvermögen der Deutschen im letzten Jahr einen neuen Höchsttand erreicht. Ende des dritten Quartals belief es sich auf sagenhafte 6.738,3 Milliarden Euro – ein Anstieg zum zweiten Quartal 2020 um etwa 108 Milliarden Euro.


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SK Family Office GmbH – Partner Content 13 analysedeutschland.de

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Vermögenssicherung für Unternehmer partner content

Wenn eine Firma zum Erfolg geführt wird, wird der Unternehmer nicht nur mit einer erfüllenden Aufgabe, sondern auch mit finanziellem Gewinn belohnt. Aus den Gewinnen entstehen über die Jahre hinweg häufig stattliche Vermögen – wenn am Ende ein erfolgreicher Firmenverkauf steht, noch viel mehr. Alexander Ruis, Geschäftsführender Gesellschafter der SK Family Office GmbH, erläutert den Bestfall und Möglichkeiten für Unternehmensinhaber. In der Anfangsphase eines Unternehmens verbleibt der Gewinn häufig im Unternehmen, um die weitere Expansion vorantreiben zu können. Bei entsprechendem Geschäftsverlauf wird das nicht mehr vollumfänglich nötig sein und es können Gewinne entnommen werden. So entsteht neben dem Unternehmen, das an sich einen Wert darstellt, ein weiterer Vermögenstopf. Folglich resultiert für viele Unternehmer die Sicherheit, selbst im Falle dass die Firma doch noch in eine Schieflage fällt, nicht mehr unter gewisses materielles Niveau zu fallen. Worin unterscheiden sich die guten Eigenschaften eines Unternehmers von den guten Eigenschaften eines Vermögensinhabers? Der gute Unternehmer wird zumindest in der Startphase seiner Firma gezwungen sein, Risiken einzugehen. Er investiert in vielen Fällen sein ganzes Geld, nimmt oft Fremdfinanzierungen auf und setzt seine gesamte Zeit und Energie für das Gelingen ein. Man kann sagen, er setzt alles auf eine Karte. Der gute Vermögensinhaber sollte aber ganz andere Eigenschaften an den Tag legen, er sollte keinesfalls alles auf eine Karte setzen. Für ihn ist eine Streuung des Ver-

www.sk-fo.de

Alexander Ruis, Geschäftsführender Gesellschafter der SK Family Office GmbH mögens von essenzieller Bedeutung, wenn er es langfristig erhalten möchte. Zudem muss er von den Ertragserwartungen Abstand nehmen, die ein erfolgreiches Unternehmen liefern kann. Der reale Kapitalerhalt noch Kosten, Steuern und Inflation ist schon anspruchsvoll genug. Was ist die Todsünde, wenn ein Vermögen gesichert werden soll? Wenn man sich anschaut, wie in der Vergangenheit ausnehmend große Vermögen zugrunde gingen oder zumindest nahe am Abgrund gebracht wurden, lag es in der Regel daran, dass mit großen Fremdfinanzierungen gearbeitet wurde. Was also für einen Unternehmensgründer häufig unvermeidbar ist, kann durch die Hebelwirkung größte Vermögen vernichten, wenn durch einen, wenn auch nur zeitweiligen, Wertverfall das Eigenkapital aufgezehrt wird. Wie macht man es richtig? Ein gut strukturiertes Vermögen sollte also gestreut werden. Da sind zum einen die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Immobilien oder Anleihen. Zum anderen

„Wer ein großes und komplexes Vermögen sein Eigen nennen darf, sollte zunächst einmal für eine Transparenz sorgen, um immer wieder die richtigen Entscheidungen treffen zu können.“ gibt es aber auch eine regionale Streuung bzw. die auf Währungsräume. Letztendlich soll ein beherrschbares Risiko eingegangen werden, das gleichzeitig so viele Ertragschancen bietet, dass der Vermögenserhalt gelingen kann. Zudem ist eine solide Liquiditätsplanung von großer Bedeutung: Einerseits ist es ungut, wenn man im entscheidenden Moment illiquide ist und zur Unzeit Vermögensgegenstände unter Wert veräußert werden müssen, und andererseits sollte nicht zu viel Liquidität dauerhaft vorhanden sein, da diese langfristig nicht den notwendigen Ertrag bringt. Was sollte man dabei berücksichtigen? Die Assetklassen haben in unterschiedlichen wirtschaftlichen Phasen unterschiedliche Eigenschaften und entwickeln sich unterschiedlich. Während die klassischen Anleihen in Inflationsphasen Kaufkraft verlieren, stabilisieren Staatsanleihen höchster Bonität in Deflationsphasen ein Vermögen. Aktien nehmen als Ganzes am

wirtschaftlichen Aufschwung teil, verlieren aber auch im Abschwung vorübergehend an Wert. Wichtig für eine langfristig erfolgreiche Vermögensanlage ist, dass nicht die vorübergehende Wertschwankung, sondern der Totalausfall von Vermögensgegenständen das Problem darstellen. Wie sollte man seine Vermögenssteuerung organisieren? Wer ein großes und komplexes Vermögen sein Eigen nennen darf, sollte zunächst einmal für eine Transparenz sorgen, um immer wieder die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Zudem sollte er eine Zielstruktur erarbeiten, die seinen persönlichen Eigenheiten entspricht. Diese Zielstruktur soll je nach wirtschaftlichen Rahmenbedingungen flexibel sein, aber nur in einem gewissen Rahmen. Gerade wer in Krisensituationen, durch Ängste gesteuert, zur vermeintlichen Vermögenssicherung gravierende Fehlentscheidungen trifft bzw. Extrempositionen eigengeht, kann seinem Vermögen langfristig großen Schaden zufügen.

Die SK Family Office GmbH ist ein seit 10 Jahren in Karlsruhe ansässiges MultiFamily Office, es berät sehr vermögende Privatpersonen bzw. Unternehmerfamilien mit komplexen Vermögensstrukturen. Die Hauptdienstleistungen sind die vermögensstrategische Beratung und das Vermögenscontrolling, diese werden für das Gesamtvermögen, d.h. für das liquide und das illiquide Vermögen, erbracht. Das Unternehmen selbst erbringt keine Finanzdienstleistungen und berät daher unabhängig, die Beratung erfolgt maßgeschneidert und nicht durch vorgefertigte Konzepte.


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Es erfordert Fachleute, die neben den IT-Spezialisten fürs Technische, ihrerseits Bedarfe analysieren und Lösungswege aufzeigen.

Digital auf Nummer sicher gehen digitale transformation Die eingesetzte IT ist für Unternehmen Mittel zum Zweck. Es besteht aber die Gefahr, wichtige Aspekte wie die Cybersicherheit dabei zu vernachlässigen. Text: Theo Hoffmann Foto: Glenn Carstens Peters/unsplash

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s ist unausweichlich und doch ist die digitale Transformation in Deutschland und insbesondere bei manchen Betrieben des deutschen Mittelstands noch längst nicht auf einem befriedigenden Weg. Groß ist das Risiko für solche Unternehmen, den Anschluss zu verlieren, wenn nicht schleunigst auf digitale Geschäftsmodelle umgeschaltet wird. Tatsächlich sind ein Bewusstsein und Bereitschaft dafür wohl vorhanden und die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen dazu gezwungen, Lösungen zu suchen. Dennoch zögern noch viele. Eine gut funktionierende IT

hat nicht allein mit Technik zu tun. Sie erfordert intelligente Planung und Strukturierung

Sicherheitsexperten kommunizieren auf Augenhöhe mit den Chefs über Cyberchancen.

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen dazu gezwungen, Lösungen zu suchen. und eine Definition, was man in welchem Umfang von etwaigen Prozessen erwartet. Gerade kleinere Firmen wie Familienunternehmen können damit leicht überfordert sein und bei allem guten Willen auch in die falsche Richtung investieren. Unterstützung, gute Beratung und Konzeptualisierung tun hier dringend not. Es erfordert Fachleute, die neben den IT-Spezialisten fürs Technische, ihrerseits Bedarfe analysieren und Lösungswege aufzeigen. Am Ende soll es funktionieren und Fehler wie Medienbrüche vermieden werden. Abläufe sollen gestrafft werden und der Kontakt mit Lieferanten und Kunden könnte viel enger geführt werden als je zuvor. Auch Produktionsprozesse oder das Personalmanagement könnten adäquat verbessert werden. Was vielfach viel zu

spät in den Fokus gerät, ist die Cybersicherheit und der Datenschutz (EU-DSGVO und BDSG), wenn man über die digital transformierten Informationen erst einmal verfügt. Es kostet weit mehr Geld, diesen Aspekt vorher

und nicht erst am Ende eines Projekts zu bedenken, denn auch die besten IT-Spezialisten brauchen viel Zeit, so etwas im Nachhinein zu korrigieren. Das Dilemma entsteht besonders dadurch, dass die IT-Fachleute auf die technischen Abläufe konzentriert sind und ihre Auftraggeber zu wenig über die Folgen mangelnder Cybersicherheit nachgedacht haben. Außerdem wollen die Auftraggeber natürlich auch Kosten vermeiden. Schließlich erscheint es in ihren Augen ja zunächst auch so, dass bei all den Anforderungen ausgerechnet die Sicherheit Flexibilität zu rauben droht. Über den Lösungsvorschlag, einen sogenannten „Wingman“ für Sicherheitsfragen mit ins Boot zu holen, sollte jeder Auftraggeber ernsthaft nachdenken. Lieber heute als morgen gilt es jemanden an der Seite zu haben, der die Strategie eines Unternehmens versteht und ressortübergreifend handelt. Er kennt die komplexen gesetzlichen Anforderungen und bringt sie unter dem Gesichtspunkt der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang mit den Zielen des Unternehmens. Er ist das Sprachrohr zu den ausführenden IT-Spezialisten, die für die Umsetzung sorgen. Und schließlich kann er bei genauer Umfeldanalyse Risiken früher erkennen als die beteiligten Partner. Ein Wingman der Cybersicherheit versteht sich als Unter-

stützer, als Korrektor und als Gesprächspartner jeder Geschäftsführung, die auf seine Expertise hin die digitale Transformation kostensparend und effizient planen kann. Dabei kann sich ein geeignetes Managementsystem z. B. nach ISO 27001 anbieten, um der hohen Verantwortung gerecht zu werden und die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen organisatorisch sicherzustellen.

Abläufe sollen gestrafft werden und der Kontakt mit Lieferanten und Kunden könnte viel enger geführt werden. fakten Bei der digitalen Transformation kommt die Cybersicherheit nicht selten zu kurz. Zu komplex, zu aufwendig und zu teuer erscheint sie vielen Unternehmern oft mehr als Hindernis denn als Hilfe. Mit einem professionellen Wingman an der Seite lösen sich solche Vorbehalte aber rasch ins Nichts auf.


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Neue Realität und Security Prof. Dr. Dirk Loomans ist Partner im Bereich Security Consulting der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und berät bei Datenschutz, Industriekontrollsysteme und Risikoanalysen. KPMG berät Unternehmen in vielen unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Worin sehen Sie angesichts der Herausforderungen unserer Gegenwart die wichtigsten Aufgaben der globalen KPMG-Organisation? Dirk Loomans: Wir unterstützen unsere Kunden fachübergreifend und international. Im Sinne einer One-KPMG, soweit das im Rahmen der globalen Organisation unabhängiger Gesellschaften möglich ist. Wenn Sie z. B. ein digitales Transformationsprojekt starten, haben Sie Ihre dedizierten Ansprechpartner, die dann dafür sorgen, dass die richtigen Experten und Teams sich rechtzeitig in das Projekt einbringen. Zusammenarbeit auch z. B. mit unseren Kollegen von KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und Steuerberater*innen ist dabei ganz selbstverständlich. Wie haben sich die Pandemie und der Lockdown auf Ihre Kunden ausgewirkt? Völlig unterschiedlich, manche hat die Pandemie vor enorme Herausforderungen gestellt, so dass wir ein eigenes Programm für unsere Mandanten zur Bewältigung der „New Reality“ aufgesetzt haben. Ähnlich für alle sind aber die Herausforderungen durch Homeoffice. So haben sich z. B. Cyberkriminelle darauf spezialisiert, diese Situation auszunutzen. Auch Schadsoftware breitet sich unter solchen Umständen leichter aus. In all diesen Feldern helfen wir unseren Mandanten, sich zu schützen. Wie arbeiten die nationalen Gesellschaften zusammen? KPMG ist ein Mitglied der globalen KPMG-Organisationen unabhängiger Mitgliedfirmen. Aus der Zusammenarbeit entsteht dann auch global „OneKPMG“, das unsere Mandanten welt-

weit unterstützt. So sind wir nahe an unseren Kunden, verstehen Kultur und gesellschaftliche Rahmenbedingung. Gleichzeitig ist der Austausch mit internationalen Kolleginnen und Kollegen die Regel. So kann eine Lösung, die z. B. in Dubai erarbeiten wurde, einem deutschen Mandanten weiterhelfen. Wir haben aktuell einen Service entwickelt, der mittels KI weltweit z. B. Complianceanforderungen beobachtet und kuratiert. Unsere Mandantenteams können dann ihren Kunden rechtzeitig bedarfsgerechte Umsetzungen vorschlagen. Welche Schwierigkeiten sehen Sie in der unbefriedigenden Digitalisierung bei uns in Deutschland? Digitalisierung wird zu oft und von zu vielen als reines IT-Thema angesehen. Das gilt auch für Cybersicherheit und Datenschutz. Statt über neue und innovative Geschäftsprozesse nachzudenken und die Potentiale von KI und Datenanalyse zu heben, reden wir zu oft nur über schnelle Datenleitungen und Modernisierung der IT-Infrastrukturen. Viele beklagen sich über die schlechte Umsetzung des Datenschutzes in Apps. Wir haben es aber versäumt, die gesellschaftliche Diskussion über den Datenschutz zu führen.

„Digitalisierung wird zu oft und von zu vielen als reines IT-Thema angesehen. Das gilt auch für Cybersicherheit und Datenschutz. “ Prof. Dr. Dirk Loomans, Partner im Bereich Security Consulting der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Warum kann sich das kurz- aber vor allem auch langfristig auf unsere Wirtschaft so negativ auswirken? Heutzutage ist keine Innovation ohne hohen Digitalanteil denkbar. Praktisch jedes Geschäftsmodell wird „gehackt“. Derjenige, der die Daten zu bekommen weiß und sie veredelt, dominiert die Märkte. Physische Produkte sind nur noch Mittel zum Zweck. Ich sehe aber, dass viele Bereiche der deutschen Wirtschaft das erkannt haben und sich dieser neuen Realität mit großem Engagement widmen.

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Klingelhöferstraße 18 10785 Berlin Postanschrift: Postfach 30 34 53 10728 Berlin T +49 30 2068-0 F +49 30 2068-2000 information@kpmg.de


16 Digitalisierter Mittelstand

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Marco Junk, Geschäftsführer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi)

Sie kennen vielleicht den Satz „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“. Dieser Satz hat nichts an Aktualität verloren. Allerdings muss man ergänzen: Entscheidend ist, von wem. Der deutsche Mittelstand muss dabei weniger auf sein Produkt achtgeben, als vielmehr auf sein Geschäftsmodell. Wir Deutschen bauen vermutlich weiterhin die weltbesten Maschinen, das Geld wird aber immer weniger damit, als daran verdient. So steht heute nicht mehr der Verkauf von Aufzügen im Mittelpunkt, sondern dessen Ausfallsicherheit – dass Sensoren noch vor Auftreten eines Problems dieses in die Cloud melden, vielleicht sogar eingebunden in ein Mobilitätskonzept über das Gebäude hinaus, das künftig Bestandteil Ihrer Warmmiete ist. Wir müssen aufpassen, nicht zum Hardware-Zulieferer der digitalen Welt zu werden. Wenn wir in 20 Jahren zurückblicken, werden wir feststellen, dass 2010 bis 2030 dafür die

entscheidenden Jahre waren; vermutlich wird die Corona-Pandemie diese Zeit weiter verdichten. Die letzten Monate haben eindrucksvoll gezeigt, wie leistungsfähig die deutsche Wirtschaft ist, die sich, im Gegensatz zum öffentlichen Sektor, sehr schnell an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst hat. Darauf können wir stolz sein. Diesen Schwung, der weniger technologisch als kulturell herausfordernd ist, sollten wir nutzen. Dabei ist die Mindestvoraussetzung für jede Form von digitalen Geschäftsmodellen eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur. Hier ist der Staat gefordert.

In Deutschland haben wir bisher behäbig digitalisiert und hatten dabei stets die Bedenken im Blick. Zwar war der Abstand zu den digitalen Vorreitern bedenklich groß geworden, doch so wirklich zu sorgen schienen sich die Wenigsten. Die Corona-Krise hat diese Wahrnehmung grundlegend geändert: Unsere Digitalisierungs-Defizite scheinen so deutlich und bedrohlich wie nie. Angesichts des ersten Lockdowns im letzten Frühling musste es für die meisten Unternehmen schnell gehen – die wenigsten waren auf einen hauptsächlich digitalen Betrieb ihres Geschäfts vorbereitet. Erstaunlich schnell richteten sich Firmen und Angestellte auf das Homeoffice ein. Es war gar von einer Digitalisierungswelle die Rede.

reicht es nicht aus, Kommunikation und bestehende Prozesse zu digitalisieren. Vielmehr ist es wichtig, das eigene Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen und auf sein digitales Potenzial hin zu prüfen: Wie kann ich neue Technologien integrieren? Wo entstehen Daten, die ich schon heute nutzen kann, um ein besseres oder vielleicht gänzlich anderes Produkt anzubieten? Nur mit einem ganzheitlichen, digitalen Ansatz, der den Wert von Daten versteht und zu nutzen weiß, können Unternehmen in der digitalen Zukunft bestehen. Spätestens jetzt ist die Zeit, darüber nachzudenken.

Doch das ist tatsächlich zu weit gegriffen. Auch wenn viele Unternehmen vor allem im Mittelstand eine erstaunliche Flexibilität an den Tag legen, kann nur bei einigen von einer langfristigen Digitalisierung die Rede sein. Für einen echten digitalen Turnaround

Wir müssen aufpassen, nicht zum HardwareZulieferer der digitalen Welt zu werden.

Nur mit einem ganzheitlichen, digitalen Ansatz können Unternehmen in der digitalen Zukunft bestehen.

Foto: Presse

Foto: BVDW/Presse

Drei ExpertInnen über die digitale Zukunft

Dr. Cara Schilling, Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur- und Kommunikationsdienste

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung beflügelt, aber auch Defizite offengelegt. Das unmittelbare Erfordernis von Homeoffice hat die Entwicklung in Richtung neuer Arbeitswelten ein großes Stück vorangebracht. Viele kleine und mittlere Unternehmen haben hierbei festgestellt, dass digitale Prozesse und mobil-flexibles Arbeiten sie widerstandsfähiger, agiler und attraktiver für Fachkräfte machen. Voraussetzung dafür ist eine hochqualitative Breitbandversorgung, auch in ländlichen Regionen und in den privaten Haushalten. Flächendeckende Gigabitnetze sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die digitale Zukunft der Unternehmen. Daher muss ihr Ausbau entschlossener denn je vorangetrieben werden! Im Mittelstand in Deutschland finden sich sowohl weltweit führende Hidden Champions als auch Digitalisierungsanfänger. Während fortgeschrittene Unternehmen den Weg vorzeichnen, benötigen noch viele der kleinen und mittleren Unternehmen erfolgreiche Digitalisierungsvorbilder. Traditionelle KMU haben vor allem bei digitalen Produkten, Innovationen und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter Aufholbedarf. Hilfreiche Unterstützung dazu bieten Förderprogramme wie Mittelstand-Digital und deren KI-Trainer, go-digital und die Digitalisierungsberater der Kammern. Mehr als die Hälfte der von Mittelstand-Digital unterstützten KMU setzt anschließend Maßnahmen zur Digitalisierung im eigenen Betrieb um. Angesichts der 3,5 Mio. KMU, dem Fachkräftemangel und der Vielzahl an neuen Lösungen bleibt noch viel zu tun. Letztlich ist nicht weniger als ein mutiger kultureller Wandel erforderlich. Texte: Jörg Wernien ANZEIGE – ADVERTORIAL

Digitales Learning by Gaming Roman R. Rüdiger ist Gründer und Geschäftsführer der talent::digital GmbH und war langjähriger Sprecher des Bundesverbands innovative Bildungsprogramme. Warum sind digitale Kompetenzen speziell im Mittelstand so wichtig? Roman R. Rüdiger: Erfolgreiche digitale Transformation benötigt digital autonome Menschen. Menschen müssen die Potenziale digitaler Tools und Technologien zuerst verstehen, damit verbesserte Arbeitsabläufe oder neue Geschäftsmodelle möglich werden. Digitale Kompetenzen sind deshalb der Wettbewerbsvorteil des 21. Jahrhunderts. Trotzdem haben gerade im Mittelstand viele Unternehmen nur unzureichende Strategien, um ihre Mitarbeitenden fit zu machen für digitalen Wandel. Welche Herausforderung gibt es bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen? Digitalisierungs-Initiativen müssen nachhaltig geplant werden, sich gleichzeitig aber möglichst nahtlos in den Alltag integrieren lassen. Den meisten Mitarbeitenden ist völlig klar, dass neue Technologien dabei helfen, ihre Leistung zu verbessern. Wenn es allerdings um die richtige Weiterbildung geht, fühlen sie sich häufig alleingelassen oder nicht ausrei-

chend unterstützt. Daher ist uns das Thema „Lernmotivation“ von Anfang an wichtig gewesen. Welchen Ansatz haben Sie gewählt? Wir nennen unsere Methode „Learning by Gaming“. Anstatt zu erklären, wie etwas funktioniert, ermöglichen wir Menschen, ihre digitalen Fähigkeiten selbstständig in einem Spiel zu entwickeln. Aus der Lern-Psychologie und der Neurobiologie wissen wir, dass Menschen, die spielerisch lernen, begeisterter sind. Begeisterung schafft Lernerfolg. Letztlich ist es das, was Unternehmen leistungs- und wettbewerbsfähiger macht. Neben Digitalisierungs-Experten arbeiten daher auch Wissenschaftler an talent::digital. Wie wird die Plattform angenommen? Mit unserem Ansatz und dem Produkt haben wir einen Nerv getroffen. Den Mitarbeitenden gefällt talent::digital, weil wir auf ihre Bedürfnisse am Arbeitsplatz eingehen. Den Betriebsräten, weil wir auf Datenschutz achten und die Spielergebnisse vertraulich behandeln. Trotzdem liefern wir der Unternehmensleitung wertvolle Erkenntnisse über das Potenzial ihrer Organisation. Digitale Transformation wird damit sozusagen spielend einfach.

Roman R. Rüdiger ist Gründer und Geschäftsführer der talent::digital GmbH

talent::digital kostenfrei ausprobieren: talentdigital.eu/welt


ANALYSE

NTT Global Data Centers EMEA GmbH – Partner Content 17

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Run auf die Data Center partner content

All das funktioniert nur, wenn die erforderliche digitale Infrastruktur vorhanden ist und genutzt wird“, erklärt Günter Eggers, Head of Public Sector and Healthcare bei NTT‘s Global Data Centers EMEA Divison.

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts. Sie müssen fließen, sie müssen verfügbar sein. Deswegen werden Data Center in den nächsten Jahren die Schlüsselpositionen in der Logistik der Datenströme haben.

Die Anbieter von Datendienstleistungen und die Betreiber von großen Rechenzentren haben reagiert. Überall in Deutschland entstehen neue Zentren, für die Immobilienbranche entsteht eine ganz neue Asset-Klasse. Denn neben der privaten Nutzung von Daten durch Streamingdienste etc. sorgen Industrie 4.0, IoT Anwendungen und das Cloud Computing für ein starkes Wachstum der Branche. Insbesondere in Deutschland steigt die Nachfrage stark an. In der DACH-Region ist Frankfurt als Standort das Maß aller Dinge, gefolgt von München und Berlin. Die Stadt am Main profitiert von dem weltweit führenden und für Deutschland sehr wichtigen Internet-Knotenpunkt DE-CIX (Deutsche Commercial Internet Exchange). Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC, dem Data Center Outlook 2021, wollen rund 30 Prozent der befragten Betreiber in den nächsten zwei Jahren ein neues Rechenzentrum etablieren. Gut zehn Prozent wollen sogar bis zu sechs neue Data Center eröffnen.

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Fast 25 Prozent mehr Daten pro Breitbandanschluss – insgesamt durchschnittlich 168 Gigabyte pro Monat. Das sind Zahlen aus dem letzten Jahr. Bedingt durch die Pandemie und den Lockdown, wurde das Datenvolumen in Deutschland extrem gesteigert. 72 Milliarden Gigabyte werden es gesamt wohl im Jahr werden. Eine Datenmenge die vielen Rechen – und Datencenter an den Rand ihrer Kapazität brachte.

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Günter Eggers, Head of Public Sector and Healthcare

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Toan Nguyen, Director Business Development

„Wichtig ist aus meiner Sicht insbesondere eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung, um die Kompetenzen zu bündeln und dadurch verlässliche Lösungen für alle Bewohner der jeweiligen Stadt zu schaffen.“ Der weltweit drittgrößte Anbieter ist die NTT Ltd., deren deutscher Ableger, die NTT Global Data Centers EMEA GmbH, will in den nächsten Jahren kräftig expandieren. Der Grund immer mehr deutsche Unternehmen drängen jetzt auch ins Geschäft mit der Cloud. „Als Teil der NTT Gruppe verfügen wir über die finanziellen

Möglichkeiten, in weitere Standorte und Märkte zu investieren. Mit dem zweiten Standort in der Hauptstadt unterstützen wir den Innovationsstandort Berlin. Die Eröffnung ist für diesen Herbst geplant. Unser zweites Gebäude am Standort München 2 und das London 1 Data Center sind Ende letzten Jahres eröffnet worden. Technologien wie Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und der M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) werden durch Cloud-Lösungen erst ermöglicht, benötigen aber auch die Möglichkeit, Daten vor Ort zu verarbeiten“, sagt Toan Nguyen, Director Business Development. Die Corona-Pandemie hat es in Deutschland schmerzlich an den Tag gelegt. Kaum eine Stadt oder Gemeinde war digital gerüstet. Jetzt drängen die Kommunen auf die Digitalisierung. „Auch wenn die deutschen Städte im internationalen Vergleich noch sehr viel Potential haben, machen viele gestartete Projekte doch Hoffnung. Wichtig ist aus meiner Sicht insbesondere eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung, um die Kompetenzen zu bündeln und dadurch verlässliche Lösungen für alle Bewohner der jeweiligen Stadt zu schaffen.

Nicht nur der öffentliche Sektor bucht immer mehr Kapazitäten in Rechenzentren, auch der Gesundheitsbereich. Hier kommt von den Experten der NTT der Wunsch nach mehr Initiative in Deutschland. „Nicht erst seit der COVID-19 Pandemie ist allen Verantwortlichen klar, dass die flächendeckende Digitalisierung des Gesundheitswesens erheblich beschleunigt werden muss. Durch Digitalisierung können nicht nur Diagnosen und Behandlungen abgestimmt werden, sondern durch die Auswertung vieler Krankheitsverläufe ganz neue medizinische Konzepte entwickelt werden“, meint Günter Eggers, der für das Geschäft mit Gesundheit verantwortlich ist. Die NTT investiert viel Geld in Deutschland, das im globalen Ranking der Data Center nach einer Studie der Unternehmensberatung Arcadis nur auf Platz 26 rangiert. „Gemessen an seiner Wirtschaftsleistung sind in Deutschland zu wenige Rechenzentren angesiedelt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Digitalisierung im Land, sondern auch auf die digitale Souveränität“, meint Toan Nguyen und weiter: „Sollte die deutsche Politik eines Tages die Bedeutung der Rechenzentren als eine fundamentale Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung unseres Landes erkennen, wird sie sich vielleicht auch für die Reduzierung der Nachteile im internationalen Wettbewerb einsetzen.“ Das wäre wünschenswert, sonst wird die Digitalisierung in Deutschland auf dem halben Weg stecken bleiben.

Wo Ideen Wirklichkeit werden In NTT‘s Technology Experience Labs erhalten Unternehmen die Chance, neue Technologien und Cloud Szenarien zu testen. Das Angebot: eine sichere und flexible Umgebung. Bei nachhaltigen Veränderungen von IT-Infrastrukturen oder dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle gehen Unternehmen gern auf Nummer sicher. Genau daran knüpfen NTT’s Technology Experience Labs an. In der sicheren Umgebung ihrer Rechenzentren bietet NTT eine skalierbare Testumgebung. Ob Hybrid Cloud, Artificial Intelligence, Big Data oder Blockchain – hier lassen sich Anwendungen in einer vorinstallierten Umgebung mit mehr als 80 Use-Cases schnell testen. Mehr Informationen: datacenter.hello.global.ntt/en/technology-experience-lab

datacenter.hello.global.ntt


18 Digitalisierter Mittelstand

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fakten Dr. Michael Müller-Wünsch ist seit dem August 2015 der Bereichsvorstand Technology (CIO) bei OTTO. Er hat bis jetzt maßgeblich zur digitalen Transformation in der OTTO-Group beigetragen. Wenn er Zeit findet, geht er gerne Tennis spielen oder golfen. Und im Urlaub geht es mal in die Alpen oder auf die Nordsee zum Hochseesegeln.

großes interview Plötzlich war ein ganzer Konzern im Homeoffice. So stellte sich die Situation für den OTTO-Konzern zu Beginn der Pandemie da. Viel Arbeit für den CIO des Konzerns. Dr. Michael Müller-Wünsch ist der CIO der OTTO-Group, wir haben mit ihm über die Pandemie, die Folgen und natürlich auch die Zukunft des Konzerns gesprochen. Text: Jörg Wernien, Foto: Presse/Otto

Herr Dr. Müller-Wünsch, wie sind Sie persönlich bis jetzt durch die Pandemie gekommen?

Für mich war es erstmal eine Umgewöhnung. Seit fast einem Jahr findet der Austausch mit KollegInnen nur virtuell statt, das verändert die Kommunikation enorm. Deshalb habe ich Routinen und Austauschformate eingeführt, um den Kontakt zu KollegInnen zu halten. Außerdem gewöhnte ich mir an, jeden Termin fünf Minuten früher enden zu lassen, sprich: Ende ist um 13.55 Uhr statt um 14 Uhr. Damit bleibt etwas Zeit, um sich zu bewegen und den Kopf fürs nächste Meeting frei zu bekommen.

Dr. Michael Müller-Wünsch:

OTTO: Der Versandriese und die Corona-Krise Rund 35 % des gesamten Umsatzes der Unternehmen in Deutschland werden von KMU erwirtschaftet.

Die relevanteste Technologie für tägliche Arbeit sind Clouds.

35 %

der deutschen Unternehmen bezeichnen sich als Vorreiter der Digitalisierung.

44 % der deutschen Unternehmen konnten ihren Umsatz durch Digitalisierung erhöhen.

46,5 % der befragten Arbeitnehmer erhoffen sich von neuen Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepten eine bessere Work-Life-Balance und mehr Freiheit. Quellen: Statista, BVMW, BMWI


ANALYSE

Digitalisierter Mittelstand 19

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Unternehmensprozesse professionell digitalisieren Wie hat es die OTTO-Group geschafft, durch die Krise zu kommen?

Wir standen wie alle vor dem Ungewissen, so etwas hatte noch keiner von uns erlebt. Der Wechsel ins Homeoffice mit knapp 5.000 MitarbeiterInnen lief aber mehrheitlich sehr positiv. OTTO arbeitet bereits seit mehr als zwei Jahren mit einer ortsunabhängigen Cloud-Infrastruktur auf Basis von Office 365. Das heißt, dass beispielsweise der Zugang zu Arbeitsdokumenten und Informationen von vornherein gegeben war und auch technische Kommunikationstools für das virtuelle Arbeiten bereits zur Verfügung standen. Zudem sind die Mitarbeitenden mit mobilen Devices ausgestattet. Insofern waren wir bereits vor der Corona-Pandemie gut fürs mobile Arbeiten ausgestattet. Sie haben schon sehr früh auf Online, Digitalisierung und Disruption gesetzt – was machen Sie anders als andere?

Das mag daher gesagt klingen, aber Veränderung ist für OTTO seit jeher ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Wir schauen uns den Markt sehr genau an und versuchen, die Bedürfnisse unserer KundInnen möglichst früh zu erkennen und zu bedienen.

Im Januar 2020 hätte ich mir jedenfalls noch nicht vorstellen können, dass wir drei Monate später fast mit der gesamten Belegschaft von Zuhause arbeiten, nur noch mit Masken einkaufen gehen und unsere Kinder im Homeschooling lernen. Bei allen Überlegungen steht die Gesundheit der Menschen an erster Stelle. Die Aussicht auf Impfstoff gibt Hoffnung. Anschließend bleibt abzuwarten, wie schnell sich die deutsche Wirtschaft erholen wird.

setzen – welche Ratschläge können

Setzen Sie KI schon ein, wenn ja, in

Sie geben?

welchen Feldern?

Ratschläge zu geben ist schwierig, weil nicht jedes Unternehmen vor den gleichen Herausforderungen steht bzw. unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen hat. Bei uns klar im Fokus: Die Consumer Obsession. Darunter verstehen wir die User Experience unserer KundInnen, Partner, Lieferanten sowie unserer Mitarbeitenden. Dabei ist die Employee Experience der nachhaltige Baustein für eine wirksame Customer und Partner Experience. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere KollegInnen bestmöglich befähigen, auch unter herausfordernden Bedingungen ihre Potenziale und Ideen einbringen zu können.

OTTO nutzt Künstliche Intelligenz zum Beispiel, um KundInnen die für sie relevantesten Produkte auf otto.de zu empfehlen. Ein anderer Algorithmus erkennt automatisiert die häufigsten Aspekte der Bewertungen auf otto.de und identifiziert die Tonalität. KundInnen können die Kommentare dann nach den Aspekten sortieren, die andere NutzerInnen besonders häufig erwähnt haben – das sind nur ein paar Beispiele.

einige Opfer gefordert, Adler musste

Künstliche Intelligenz und der Ver-

jetzt auch Insolvenz anmelden – haben

sand-Onlinehandel – was passt und was

sich Ihre Mitbewerber nicht auf die neue

passt nicht?

Zeit vorbereitet?

Bei OTTO sind wir überzeugt, dass Künstliche Intelligenz (KI) gestaltbar ist. Dass KI das ist, was wir Menschen daraus machen. Deshalb haben wir ein Umfeld geschaffen, in dem KI verantwortungsvoll erdacht wird – immer verbunden mit der Leitfrage: Wie können neue Technologien unsere MitarbeiterInnen, KundInnen und Partner unterstützen. Wenn man sich als Organisation dieser ethischen Verantwortung be-

Bei allen Überlegungen steht die Gesundheit der Menschen an erster Stelle.

wusst ist, dann passen KI und Onlinehandel sehr gut zusammen.

Jetzt wäre die Zeit den Fokus neu zu

Corona hat in der Modebranche schon

Ich denke, dass kein Unternehmen mit solch einer Ausnahmesituation wie der Corona-Pandemie gerechnet hat.

Ich denke, dass kein Unternehmen mit solch einer Ausnahmesituation wie der Corona-Pandemie gerechnet hat.

Stichwort Homeoffice – wie viele Ihrer Mitarbeiter arbeiten von Zuhause aus?

Mobiles Arbeiten ist bei OTTO nicht neu gewesen, obwohl in unserem Unternehmen nie zuvor so viele Menschen langfristig von Zuhause gearbeitet haben. Von heute auf morgen waren fast alle 4.900 KollegInnen mobil tätig. Bleibt das in den nächsten Jahren so und wenn ja, was machen Sie dann mit den leeren Büros?

Langfristiges Ziel von OTTO ist ein hybrides, aktivitätsbasiertes Arbeitsmodell, das die Vorteile von Campus- und mobiler Arbeit miteinander verbindet. Der Campus soll zukünftig vornehmlich für kollaboratives und kreatives Arbeiten sowie für die Vernetzung genutzt werden.

René Baudzus, Vertriebsleiter der CSS AG

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René Baudzus, Vertriebsleiter der CSS AG, über Chancen, Unternehmen jetzt zukunftsfähig zu machen. Text: Alicia Steinbrück, Foto: Presse

Die Pandemie macht es offensichtlich: Wer seine Geschäftsprozesse ganzheitlich digitalisiert hatte, konnte in den letzten Monaten fast so weiterarbeiten wie vor COVID-19 – während bei anderen die große Verzweiflung ausbrach. Die Digitalisierung wurde zur Lösung unvorhersehbarer Herausforderungen und macht sie damit unverzichtbar für ein zukunftsweisendes Arbeiten. Im heutigen Marktumfeld wird man mit der Einstellung „Bisher ging es doch auch gut“ bald verschwunden sein. Digitalisierte Unternehmen können ihren Geschäftsbetrieb ortsunabhängig in voller Schlagkraft weiterführen und mittels Homeoffice Mitarbeiterausfälle minimieren. eGECKO bietet Komplettlösungen, die von mobiler Personalzeiterfassung über die Rechnungsprüfung zu dezentraler Verwaltung und Steuerung bis hin zu individuellen Web Dashboards reichen, also quer durch alle Abteilungen und Hierarchien. eGECKO ist als professionelle Komplettlösung für kaufmännische Unternehmensprozesse oder für einzelne Bereiche sowie als ERP-Gesamtlösung für ausgewählte Branchen verfügbar. Die Anwender haben dabei die Wahl zwischen lokaler Installation oder Cloud Hosting. ANZEIGE


20 Digitalisierter Mittelstand

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Fälschungssicher und unkompliziert digitale signatur Die Corona-Krise macht für Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeiten der digitalen Signatur immer interessanter. Text: Armin Fuhrer Foto: unsplash

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ie digitale Signatur gibt

es zwar schon länger, aber durch den Digitalisierungsschub infolge der Pandemie wird diese Möglichkeit, ein Dokument zu unterzeichnen, für immer mehr Unternehmen und Privatpersonen zum Alltag. Kein Wunder: Die digitale Unterschrift ist unkompliziert, schnell, klimafreundlich und in den höheren Varianten fälschungssicher. Man kann mit ihr online Verträge abschließen und in naher Zukunft auch in immer mehr Fällen den Verkehr mit den Behörden regeln. Varianten der digitalen Signatur. In der untersten Stufe geht es lediglich darum, den Urheber eines

Es gibt drei

Es gibt drei Varianten der digitalen Signatur. Dokuments kenntlich zu machen. Dafür reicht es, den eigenen Namen oder den des Unternehmens unter das Dokument oder zum Beispiel eine E-Mail zu schreiben. Auch die eingescannte Unterschrift des Unterzeichners reicht für gewöhnlich bereits aus. Diese Möglichkeit wird beispielsweise innerhalb von Unternehmen genutzt, um Reisekostenabrechnungen zu machen oder Urlaubsanträge einzureichen. Was man unbedingt bedenken sollte: Rechtswirksam ist sie nicht, da sie nicht vor Fälschungen gesichert ist. Sie kann also beispielsweise im Streitfall nicht bei gerichtlichen Auseinandersetzungen herangezogen werden. den beiden höheren Varianten anders, denn die sogenannte fortgeschrittene und die qualifizierte digitale Signatur sind fälschungssicher und können zweifelsfrei nachweisen, dass Das ist bei

Auch bei der digitalen Signatur muss nachweisbar sein, dass sie von der Person stammt.

tatsächlich eine bestimmte Person die Unterschrift getätigt hat. Die fortgeschrittene digitale Signatur arbeitet mit einem geheimen privaten Schlüssel, mit dem der Absender die Mail verschlüsselt. Der Empfänger kann sie mithilfe eines öffentlichen Schlüssels wieder lesbar machen. Wichtig ist, dass ein mit einer solchen digitalen Unterschrift versehenes Dokument nicht heimlich geändert werden kann. Und schließlich muss eine Person auch nachweisen können, dass sie diese Signatur gesetzt hat. Ist der technische Aufwand

bei dieser zweiten Stufe schon sehr hoch, so gilt das für Stufe drei erst recht. Für eine sogenannte qualifizierte elektronische Signatur ist eine Signaturkarte notwendig, die über ein einzigartiges und fälschungssicheres elektronisches Zertifikat verfügt. Dazu werden ein geeignetes Kartenlesegerät sowie eine Signatursoftware benötigt. Diese Zertifikate werden beispielsweise von der Deutschen Post und der Telekom angeboten. Für manche

Schließlich muss eine Person auch nachweisen können, dass sie diese Signatur gesetzt hat. Berufsgruppen wie Rechtsanwälte ist ein solches System unerlässlich, für viele Unternehmen auch. Für die meisten Privatpersonen ist der Aufwand aber vermutlich zu hoch. Allerdings kommt diese Variante beispielsweise auch beim Abschluss von Kreditverträgen zum Einsatz. In Deutschland, das im

internationalen Vergleich bei der Digitalisierung von Behördenvorgängen hinterherhinkt, wollen jetzt immerhin bis Ende 2022 gemäß dem Onlinezugangsgesetz (OZG) Bund, Länder und Kommunen ihre Verwaltungsportale digitalisieren. Eine gute Nachricht für die Bürger, denn sie können dann rund 600 Behördengänge virtuell vom heimischen Sofa auserledigen.


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Papierlose Verträge liegen im Trend Ulrike Werneck vom Weltmarktführer DocuSign: „Die elektronische Signatur ist nur ein Bestandteil des neuen ‚schneller, einfacher, mit weniger Fehlern‘.“ Mit einer Unterschrift allein, ob handschriftlich oder digital, ist es nicht getan, sagt Ulrike Werneck. Sie hat ihren Arbeitsvertrag mit einem Klick unterschrieben und ist Marketing Direktorin bei DocuSign für die deutschsprachigen Länder in Europa und die Benelux Region. „Die elektronische Signatur ist ein elementarer Bestandteil, aber eben nur ein Bestandteil des Systems of Agreement.“ Das bedeutet: DocuSign, ein weltweit aktives Unternehmen, das 2003 in Seattle gegründet wurde, inzwischen in San Francisco zuhause und Weltmarktführer ist, sorgt für mehr als nur die Möglichkeit, rechtssicher digital zu unterschreiben. Inzwischen hat das Unternehmen mehr als 750.000 Kunden. Mehrere Millionen Menschen haben DocuSign inzwischen genutzt, um Verträge zu unterschreiben. Aber die Unterschrift ist eben nicht alles. Zum DocuSign-Service gehören Funktionen, die Verträge vorbereiten, also schon vor dem Akt der Unterschrift helfen, die Arbeit zu erleichtern und viel Zeit zu sparen. Die Steuerkanzlei Birkenmaier & Kusel im Allgäu zum Beispiel hat digitalisiert und nach eigenen Angaben die Prozesse um 80 Prozent beschleunigt, weil unzählige Belege wie Konto- und Massenauszüge, Eingangund Ausgangsrechnungen und viele weitere Dokumente der Kunden digital mit Software von DocuSign bearbeitet werden. Wichtig ist Software, die alles rund um den Signatur-Prozess managt: In großen Unternehmen ist die interne Reihenfolge der Unterschrift wichtig. Es gibt Mitarbeiter, die nicht unterschreiben, aber Bescheid wissen, also automatisch informiert werden müssen. DocuSign sorgt auch dafür, dass die unterschriebenen Verträge richtig abgelegt und betreut werden. Oder, so fasst es Ulrike Werneck zusammen: „Prepare, sign, act, manage”. Alles ginge schneller, einfacher, mit weniger Fehlern. Nichts ginge verloren, absolut nichts. Wenn im Vertrag ein Datum steht, weist ein Algorithmus vorab darauf hin. Es gibt riesige Vertragssysteme, zum Beispiel bei großen Versicherungen, die regelmäßig überprüft und deren Laufzeiten kontrolliert werden müssen. Wenn das ein Programm macht und nicht die Mitarbeiter, spart die Firma Zeit

und Geld. Viele Verträge müssen ständig aktualisiert werden. Andere haben WennDann-Klauseln, die dafür sorgen, dass man immer wieder hineinschauen müsste, je nachdem, was passiert ist. Dem Nutzer gehe kein Geld verloren, weil er alles richtig und rechtzeitig erledigt, sagt Ulrike Werneck. Sie beschreibt die Programme von DocuSign, die mit über 350 Anwendungen, zum Beispiel mit Salesforce oder SAP, integrierbar sind, als „Komplettlösung“. Sie legt Wert darauf, dass die Lösung nachhaltig ist. „Allein 356 Millionen Kilo Holz wurden bisher jährlich gespart, weil die Verträge, die mit DocuSign-Anwendungen erstellt und gemanagt werden, nicht auf Papier archiviert werden.“ Wegen des Corona-Lockdowns mussten Restaurants ihr Geschäftsmodell umstellen und ihr Essen nicht in den Lokalen anbieten,

sondern ausliefern. Hier kommt DocuSignKunde Delivery Hero ins Spiel, der mit vielen Restaurants Verträge abschließt, hunderttausende von Verträgen. Delivery Hero arbeitet in rund 50 Ländern unter verschiedenen Markennamen, Logos und Corporate Designs. In jedem Land gibt es andere juristische Anforderungen, viele Sprachen und deshalb eigentlich viel Arbeit. Delivery Hero hat DocuSign im Einsatz, um in knapp einem Jahr in 20 verschiedenen Ländern den durch den Lockdown verursachten Boom mit hunderttausenden neuen Verträgen zu managen. Torben Hein, Director of Salesforce Product Management bei Delivery Hero lobt die Flexibilität: „Wie schnell das Tool implementiert werden konnte und wie schnell unsere Mitarbeiter und Kunden sich an die digitale Lösung gewöhnt haben war überragend.“ Ulrike Werneck: „DocuSign hilft die Digitalisierung besonders im Mittelstand zu beschleunigen.”

„Allein 356 Millionen Kilo Holz wurden bisher jährlich gespart, weil die Verträge, die mit DocuSign-Anwendungen erstellt und gemanagt werden, nicht auf Papier archiviert werden.“ Ulrike Werneck, Director Marketing, DACH & Benelux bei DocuSign

DocuSign Germany GmbH Neue Rothofstrasse 13-19 60313 Frankfurt Deutschland


22 Digitalisierter Mittelstand

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Den Überblick behalten und Kosten sparen mobile datenerfassung Ohne die Digitalisierung der Prozesse werden viele Unternehmen in Zukunft nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die Umstellung ist gar nicht so schwer. Text: Armin Fuhrer Foto: Agnieszka Boeske/unsplash

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ie Pandemie stellt die

Unternehmen seit einem Jahr auf vielfältige Weise vor besondere Herausforderungen. Eine der Folgen ist ein rasanter Schub bei der Digitalisierung. Denn da die Geschäfte geschlossen waren und viele Menschen nicht mehr gerne dorthin gingen, wo sie sich vielen Kontakten aussetzten, boomte das Onlinegeschäft. Hinzu kam der Umzug vieler Angestellter in das Homeoffice.

Um alle Prozesse im

Auge zu behalten, sollte ein Unternehmen möglichst auf ein System zurückgreifen, dass alle benötigten Daten zu Prozessabläufen und Gütertransfers liefert und alle Logistikund Betriebsabläufe digitalisiert. Ein individualisierter Überblick spart Zeit, Kosten und Nerven – gerade dann, wenn es mal hektisch wird. Ebenso erleichtern die digitale Erfassung und das Tracking der Tourenabläufe und des Einkaufs die Arbeit ungemein. Zu den Fähigkeiten, die ein System bieten sollte, gehören eine softwareunterstützte Beladung und Lieferung ebenso wie eine Sendeverfolgung in Echtzeit, die Navigation und Routenplanung für den Fahrer und die Bezahlung durch den Kunden. Die Zentrale hat so stets die Übersicht über die Tour und das Fahrzeug und viele weitere Vorteile in der täglichen Abwicklung der Abläufe.

Wer nicht online unterwegs ist, hat oftmals nur noch schlechte Karten. einer Plattform können auch andere Prozesse wie Rücksende- und Reparaturabläufe oder Aufträge für die Wartung und den Service der mobilen Geräteflotte einfach gesteuert werden. Die Verwaltung der Geräte und der Überblick über ihren Zustand wird auf diese Weise fast schon zum Kinderspiel. Da es oftmals schwierig ist, ein Unternehmen von einen auf den anderen Tag vollständig zu digitalisieren, ist es sinnvoll, wenn die Plattform eine sukzessive Integration der Durch die Verwendung

Betriebsabläufe ermöglicht. Von Vorteil ist es zudem, wenn sie unabhängig von Herstellern und optimiert für verschiedene Endgeräte wie Smartphone, Tablet und Desktop ist und wenn der Service aus einer Hand kommt. Experten sind sich einig: Unternehmen, die den Anschluss an die Digitalisierung und damit an schnelle, vereinfachte und kostensparende Abläufe verpassen, werden in vielen Branchen kaum noch zukunftsfähig sein. Dabei ist die Umstellung oftmals einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt. Ein Punkt aber sollte nie vergessen werden: Bei der Transformation müssen die Mitarbeiter mitgenommen werden. Denn ohne sie funktionieren auch die besten digitalen Systeme nicht.

Unternehmen mussten und müssen

auf diese Entwicklung reagieren, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Das gilt zum Beispiel für die Logistik, den Transport und den Einzelhandel. Zwar ist zu hoffen, dass Deutschlands Innenstädte als Shoppingzonen auch in Zukunft überleben werden, aber klar ist: Wer nicht online unterwegs ist, hat oftmals nur noch schlechte Karten. Das bringt neue Herausforderungen mit sich, und zwei ganz wichtige lauten, dass Unternehmen ihre Reaktionsfähigkeit erhöhen und den Überblick über ihre internen und externen Abläufe behalten und optimieren müssen. Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis, denn bei dieser Aufgabe hilft nur eins: Die Digitalisierung.

Bei der Transformation müssen die Mitarbeiter mitgenommen werden.

Viele Angestellte arbeiten durch die Pandemie im Homeoffice – das führt zu Umstellungen, auch für die Unternehmen. ANZEIGE

Enterprise Mobility

– from Concept to Insight

Wegweisende Lösungen für die mobile Datenerfassung

Die Circlon | group ist einer der größten deutschen Lösungsanbieter für die mobile Datenerfassung. Internationale Unternehmen aus Transport, Logistik, Handel, Produktion und Field Service vertrauen auf die ganzheitlichen Systemlösungen der Circlon | group – von der Hard- und Software über WLAN-Konzeption bis hin zu maßgeschneiderten Service-Dienstleistungen. In Ihren Entwicklungszentren bündelt die Circlon | group ein einzigartiges Know-how, um kundenspezifische Komplettlösungen aus einer Hand zu entwickeln. Zum Produktportfolio gehören u.a. modulare und individuelle Softwarelösungen vom Lifecycle der Endgeräte bis hin zur Tourenplanung und der ganzheitlichen Erfassung von Sensorik- und Telematikdaten. Mit dem Anspruch „Enterprise Mobility – from Concept to Insight“ und einer Erfahrung von mehr als 30 Jahren und 100 Experten, helfen wir über 1.800 zufriedenen Kunden bei der Optimierung Ihrer digitalen Logistikprozesse.

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Ihr Experte für Mobile Solutions Leistungsstarke Hardware Sichere Wifi-Lösungen Zukunftsweisende Software

Anwendungsorientierte Services


ANALYSE

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VMRay – Partner Content 23 analysedeutschland.de

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Cyber-Resilienz: Die Basis für digitale Geschäftsprozesse partner content

Wenn mit zunehmender Digitalisierung die Cyber-Risiken steigen, sind starke Technologien zur Erkennung und Abwehr moderner Malware gefragt. Die Digitalisierung schreitet fort und die Angriffsfläche für Malware steigt. Das gilt umso mehr, wenn unter Wettbewerbs- und Zeitdruck digitale Geschäftsprozesse eingeführt werden müssen. Häufig bleibt dann nicht genügend Zeit, die Cyber-Risiken gründlich zu evaluieren und die vorhandenen Security-Maßnahmen zu überprüfen. Man vertraut darauf, dass die Maßnahmen ausreichen, schließlich wurde in IT-Security investiert. Allerdings gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit Malware. Wie kommt das? Die meisten Unternehmen verfügen bereits über mehrere Technologien, die vor Malware schützen – man hat eine Next-Generation Firewall, eine Anti-Virus-Lösung für die Endgeräte sowie E-Mail und Web Gateways. Die Malware-Erkennung beruht auf statischen Analyse-Methoden (Signaturen, Heuristiken, Reputationsabgleich). Schadsoftware, die schon einmal gesehen wurde, für die also „digitale Fingerabdrücke“ vorliegen, kann mit dieser Methode sehr gut und effizient erkannt werden. Bei Advanced Malware, die erstmals auftritt und hochkomplex sein kann, funktioniert es jedoch nicht.

Best Practices zur Erkennung von Advanced Malware Bei der Erkennung hochentwickelter Schadsoftware kommen Sandboxing-Technologien zum Einsatz. In einer Sandbox werden verdächtige Dateien in einer abgesicherten Umgebung ausgeführt. Die Aktivitäten des potenziellen Schädlings werden beobachtet, dokumentiert und interpretiert. Diese als dynamische Analyse bezeichnete Erkennungs-Methode ist nicht auf Signaturen oder andere, bereits bekannte Identifikationsmerkmale angewiesen. Sie identifiziert Malware anhand des gezeigten Verhaltens.

Was ist Advanced Malware? • Zero-Day Malware: Erstmals auftretende, bislang unbekannte Malware, für die noch keine Identifikationsmerkmale vorliegen. Sie kann mit signaturbasierten Methoden nicht entdeckt werden. • Evasive Malware: Schadsoftware, die ausgefeilte Verschleierungstaktiken anwendet, um der Entdeckung zu entgehen oder ihre identifizierbaren Merkmale ständig ändert. • Zielgerichtete Angriffe: Komplexe, auf ein spezifisches Unternehmen oder eine definierte Ziel-Organisation ausgerichtete Attacke (Targeted Attack).

www.vmray.com

Worauf es bei der Wahl einer Sandboxing-Technologie ankommt Sandboxes sind ein wichtiger Bestandteil einer soliden Cybersecurity-Strategy. Aber nicht alle Sandboxes erfüllen die Erwartungen der Security Teams. Gründe gibt es viele – eine unbefriedigende Erkennungsrate mit zu vielen False Positives (unnötige Fehlalarme) oder zu vielen False Negatives (Malware gelangt ins Firmennetz) oder unzureichende Qualität der Analyse-Reports oder hoher manueller Aufwand bei der Analyse. Eine Sandboxing-Lösung soll die folgenden Kriterien erfüllen: Hohe Resistenz gegen Sandbox Evasion Moderne Malware prüft, ob sie sich in einer Sandbox befindet, um dann harmloses Verhalten vorzutäuschen und der Entdeckung zu entgehen (Sandbox Evasion). Deshalb ist es wichtig, eine Sandbox zu wählen, die möglichst „unsichtbar“ ist. Sie sollte die tatsächliche Umgebung so realistisch wie möglich nachbilden, einschließlich automatisierter Benutzerinteraktionen (z. B. Klicken auf Links) und darf keine Merkmale aufweisen, die auf eine Analyse-Umgebung schließen lassen. Reporting ohne Hintergrundrauschen Die Monitoring- und Reporting-Qualität sind weitere Kriterien. Nicht selten fehlen in den Reports essenzielle Informationen über die Interaktionen der Malware mit dem Zielsystem. Oder sie sind zwar vorhanden, gehen jedoch in einer Menge irrelevanter Signale unter, die ebenfalls dokumentiert wurden. Ein Analyse-Report muss einen granularen Einblick das Verhalten einer suspekten Datei ermöglichen, darf aber kein Hintergrundrauschen beinhalten.

Automatisierung von Erkennungs- und Analysevorgängen Effizienzgewinn ist wichtig in Zeiten von Fachkräftemangel. Automatisierte Erkennungsprozesse sind skalierbar, sodass auch Teams mit geringer Personalstärke den stetigen Anstieg im Malwareaufkommen bewältigen können. Die Automatisierung sollte sich auch auf die Bereitstellung sofort umsetzbarer Informationen erstrecken, damit auf Cybervorfälle schnellstmöglich reagiert werden kann. Unterstützung von Compliance-Vorgaben Compliance-Anforderungen spielen insbesondere bei Cloud-basierten Sandboxing-Technologien eine Rolle. Dies ist besonders wichtig für Unternehmen in regulierten Branchen. Die Nutzung DSGVO-konformer Rechenzentren innerhalb der EU ist deshalb ein weiterer Punkt, der bei der Wahl einer Sandboxing-Lösung beachtet werden sollte. Es gibt Handlungsbedarf: Viele Unternehmen sind in Sachen Cybersecurity zu inaktiv und vertrauen auf Sicherheitstechnologien, die vor Advanced Malware keinen ausreichenden Schutz bieten. Eine regelmäßige Prüfung der bestehenden Konzepte ist unverzichtbar für die Cyber-Resilienz des Unternehmens. Über VMRay Der deutsche Cybersecurity-Anbieter aus Bochum hat es sich auf die Fahnen geschrieben, mit innovativen Lösungen zur Erkennung und Analyse moderner Malware die Lücken in den bestehenden Security-Umgebungen seiner Kunden zu schließen und Security-Teams in die Lage zu versetzen, der Malware-Flut zu begegnen. VMRay hat sich eine internationale Kundenbasis geschaffen und befindet sich auf globalem Expansionskurs. Zu den Kunden zählen cybersicherheitsbewusste Unternehmen aus allen Branchen ebenso wie Forschungsinstitute, Behörden und Regierungseinrichtungen aus aller Welt.


24 Digitalisierter Mittelstand

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Disruptive Innovation ist keine Bedrohung digitalsierung Der Unternehmer, Investor und Autor des Spiegel-Bestsellers „10xDNA“ Frank Thelen ist überzeugt davon, dass die Digitalisierung erst ein Anfang ist. Text: Theo Hoffmann Foto: Eyecatchme.Photography, Fotolia

Frank Thelen, Gründer, Unternehmer, Speaker und Autor

stattgefunden haben. Der entscheidende Vorteil von Quantencomputern gegenüber normalen und Supercomputern ist, dass die Qubits im Gegensatz zu den Bits nicht nur die beiden Zustände 0 und 1, sondern unendlich viele Zwischenzustände parallel abbilden können. Ganz vereinfacht bedeutet das, dass wir mit Quantencomputern zukünftig unendlich viele Zustände zeitgleich simulieren können. Das wird unter anderem in der Routenoptimierung und Verkehrsplanung zu revolutionären Anwendungen führen. Um diese und andere Chancen nutzen zu können, müssen wir aber erstmal unsere jetzigen Prozesse digitalisieren, um genügend Daten zu generieren. Deshalb ist es so entscheidend, dass wir die Digitalisierung jetzt mutig und konsequent vorantreiben, wenn wir in Zukunft nicht den Anschluss verlieren wollen. Warum ist die unzureichende Digitalisierung in unserem Land ein so großes Hindernis für die Zukunft des Mittelstands?

Es ist ja noch Zukunftsmusik. Aber wie könnte ein effizienter Quantencomputer mit seinen Qubits gerade die Digitalisierung im Mittelstand revolutionieren?

So funktioniert das leider nicht. Damit unser Mittelstand zukünftig Quantencomputer für sich nutzen kann, muss die binäre Digitalisierung erst einmal vollumfänglich

ANALYSE

Wie am Beispiel des Quantencomputers bereits beschrieben, starten wir mit einem erheblichen Nachteil in die Zukunft, wenn wir unseren Mittelstand jetzt nicht konsequent digitalisieren. Denn die nächste technologische Innovationswelle basiert zu 100 % auf Daten und setzt somit eine um 360 Grad digitalisierte Umgebung voraus.

Durch Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things und Roboter werden unsere Unternehmen zukünftig deutlich effizienter und ressourcensparender agieren können. Allerdings nur, wenn sie sich vorher digitalisiert haben.

3

Fragen an Roger David

Warum fordern Sie mehr Flexibilität und Bereitschaft zu disruptiven Innovationen?

Ich bin überzeugt davon, dass durch die nächste Welle an Technologien (Künstliche Intelligenz, 5G, IoT, 3D-Druck, Quantencomputer und Co.) beinahe jede Branche durch disruptive Innovationen umgewälzt wird. Anders als die meisten sehe ich dies aber nicht als Bedrohung, sondern als Chance. Technologie ist in meinen Augen unsere größte Chance, unseren Planeten zu erhalten und ein nachhaltigeres, ressourcenschonenderes Leben zu führen, ohne auf unseren jetzigen Lebensstandard verzichten zu müssen. Zudem steht außer Frage, dass diese Disruptionen früher oder später kommen werden. Die Frage ist, ob wir sie hierzulande entwickeln, oder ob wir zusehen, wie die USA und China ihre Marktmacht immer weiter ausbauen und letztlich auch noch unseren Mittelstand umkrempeln. Ich wünsche mir ein wirtschaftlich starkes, zukunftsfähiges Deutschland und Europa. Das können wir in meinen Augen nur erreichen, wenn wir wieder offen für Veränderung werden und Innovationen mutig vorantreiben.

fakten Wir leben in einer Zeit ungeheurer Umwälzungen. Die alles andere als befriedigende Digitalisierung in unserem Land ist nur ein erster, aber zwingend notwendiger Schritt, um mit Supercomputern, Künstlicher Intelligenz, Robotik und vielem mehr die Entwicklung unserer Welt zu revolutionieren. Für ein wirtschaftlich starkes Deutschland sind auch im puncto Digitalisierung Innovationen nötig.

Roger David, CEO der windream GmbH digitalisierung

Der CEO der windream GmbH über die beschleunigten Digitalisierungsprozesse. Text: Jakob Bratsch, Foto: Presse

Durch die Pandemie hat die Digitalisierung starken Aufwind bekommen. Wie sehen Sie die Situation? Die digitale Transformation ist ein hippes Thema. Entscheidend ist, dass die Unternehmen bereit sind, eine Strategie zu entwickeln, in welchen Bereichen ihnen digitale Prozesse eine höhere Effizienz versprechen. Welche Erwartungen haben Anwender an Software für digitales Dokumentenmanagement? Die Geschäftswelt ist komplett mobil geworden. Zudem rückt eine junge Generation von Anwendern nach, die kein Verständnis mehr für technische Barrieren hat. Unsere Antwort auf diese Umwälzungen ist der windream Dynamic Workspace. Was bedeutet das konkret? Es handelt sich um eine plattformübergreifende DMS-Lösung, die Anwendern eine individuell konfigurierbare Oberfläche an die Hand gibt. Sie können mit geringem Aufwand beliebige Lösungen bauen, die auf die Aufgaben zugeschnitten sind.

„Die Geschäftswelt ist komplett mobil geworden.“ ANZEIGE – ADVERTORIAL

Inspirieren, bewegen und entwickeln Mit innovativen und individuellen Methoden bieten die Experten der Seedcom Gruppe echte Vertriebsförderung an. Als Beteiligungsgesellschaft mit dem Fokus auf digitale Projekte im Vertriebs- und Bildungsbereich hat die Seedcom Gruppe ein Motto, das ihre ganze Tätigkeit prägt: Inspire, move, develop. „Wir wollen inspirieren, Bewegung in die Arbeits- und Lernwelt bringen und somit gemeinsam kreieren und entwickeln. Und zwar stets mit der Mission, diese zu fördern und zu optimieren“, sagt Mitbegründer Süleyman Daral. Dabei konzentriert sich die Seedcom auf drei Bereiche Direktvertrieb, Bildungs- und die Finanzbranche. Wenn es um die Optimierung von Vertriebsstrukturen geht, will Seedcom neue und digitale Wege beschreiten. Zugleich muss das Motiv deutlich hervorgehoben werden. „Das ‚Warum’ ist entscheidend und wirkt wie ein Anker“, so Süleyman Daral. Wichtig ist auch, dass alle Beteiligten klar und verbindlich

eingebunden werden, damit alle nachfolgenden Prozesse und Entscheidungen nicht mehr infrage gestellt werden. Nicht zuletzt sollte auch die Auswahl der „richtigen“ Beteiligten an Bedeutung gewinnen, wenn es um Teilprozesse geht, die zum Beispiel von Workgroups bearbeitet werden. „Das Ziel bestimmt die Methode“, ist einer der wichtigsten Grundsätze von Daral. „Zugeschnitten auf den echten Bedarf wenden wir eine Auswahl unserer Leistungen für die Projekte unserer Kunden an.“ Dabei greifen die Experten auf alle Ressourcen der Seedcom-Unternehmensgruppe zurück und haben dafür drei Core-Solutions entwickelt. Erstens das Training und Consulting für Innen- und Außendienstmitarbeiter, zweitens Kreativ- und Media-Lösungen für die Bereiche Web, Media und Artwork und drittens Software und Digitalisierung, um Prozesse und Erlebnisse zu automatisieren. „Mithilfe dieser drei Core-Services erzielen wir eine auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Lösung und fördern somit deren Wachstum“, verspricht Süleyman Daral.

„Ganz besonders die Softwares onPartner.de für Direktvertriebe, als auch die Lösung on-academy.de sind aktuell ganz besonders gefragt, denn unsere Kunden müssen vertrieblich neue Wege gehen und zusätzlich mehr in die Weiterbildung investieren, um Marktanteile zu halten/ gewinnen.“

Weitere Informationen unter: seedcom.de


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Virtuelles Simultandolmetschen erobert internationale Konferenzen Das Tool Qonda ermöglicht den Einsatz von Simultandolmetschern bei mehrsprachigen Online-Konferenzen – mit unbegrenzt vielen Sprachkanälen. Was über Dekaden als für unmöglich befunden wurde, ist seit einem Jahr weltweit für viele zig Millionen Menschen an der Tagesordnung: Nicht im Büro, sondern ohne Kollegen zuhause zu arbeiten, Meetings und Konferenzen online abzuhalten, auch herausfordernde Diskussionen alleine mit Kopfhörer und Mikrophon durchzuführen. Wer in Regierungen, Universitäten, Forschungseinrichtungen oder international aufgestellten Unternehmen und Organisationen arbeitet, weiß, dass zu all den Konferenzen und Abstimmungen jedes Mal Simultandolmetscher anreisen mussten, was immer mit Reisekosten und Unterbringung verbunden war. Ginge das nicht einfacher? Benjamin Brühl, Geschäftsführer der Dolmetscheragentur24 GmbH und Mike Bertsch, Geschäftsführer von B&B Technik und Events, überlegten gemeinsam, wie man simultanes Remote-Dolmetschen so einfach und professionell wie eine Online-Videokonferenz organisieren könnte. Und so gründeten die beiden die völlig neuartige Plattform Qonda. Echte, ausgebildete Dolmetscher werden hierzu bei internationalen Konferenzen einfach virtuell zugeschaltet und können in lockerer Abfolge die Redebeiträge übersetzen – simultan oder konsekutiv. Das Ergebnis ist weitaus besser als jeder BOT, genauer und exakt auf den Punkt gebracht. Diese browserbasierte Videoplattform erlaubt im Gegensatz zu gängigen Videoplattformen alle Sprachkombinationen, die Dolmetscher über-

setzen in Echtzeit, und sie kommen von überall her auf der Welt. Durch die Handover-Funktion können sich die Dolmetscher der gleichen Sprachenkombination problemlos in der Verdolmetschung abwechseln. Dabei ermöglicht Qonda mühelos alle auf dem Markt verfügbaren Sprachkombinationen und stellt unbegrenzt viele Sprachkanäle für eine Veranstaltung zur Verfügung – ganz gleich, ob man gerne seine eigenen, lange bewährten Dolmetscher einsetzen möchte oder Profis einer Agentur buchen. Die Plattform funktioniert multifunktional und ist für breite Einsatzmöglichkeiten ausgelegt, sie ist mit allen Konferenzplattformen kompatibel und lässt sich auch als eigenständiges Videokonferenztool einsetzen. Ob Verdolmetschung von Videokonferenzen, Webinaren oder Livestreams, Audioübertragungen oder als Hybridlösung für Live- und Vor-Ort-Meetings, mit Qonda funktionieren diese Abläufe reibungslos. „Gerade die Produktion von mehrsprachigen Livestreams in die ganze Welt hat massiv zu-

genommen“, meint Mike Bertsch. „In einer Welt, in der es nur ein paar wenige Klicks braucht, um Tausende von Menschen über Ländergrenzen hinweg in Online-Konferenzen miteinander zu verbinden, glauben wir, dass auch die EchtzeitVerständigung in den verschiedensten Sprachen eine unkomplizierte und jederzeit verfügbare Lösung sein sollte – und zwar Remote verfügbar“, sagt Mike Bertsch. „Unser Anspruch ist es, simultanes Remote-Dolmetschen so einfach abzuwickeln wie eine Online-Videokonferenz.“ Das Startup aus Wiesbaden hat dabei von Anfang an groß gedacht. Das Ergebnis ist beeindruckend: Unkompliziertes, technisch einwandfreies Handling, erstklassige sprachliche Qualität, und ein extrem breites Einsatzfeld wie Board Meetings, Pressekonferenzen, Produktpräsentationen, Aufsichtsratssitzungen, Fachvorträge, Verhandlungen, Webinare und Schulungen machen das Tool zu einem Vergnügen. Ob kleine Gruppen, 20.000 oder sogar Livestreams mit bis zu einer Million Teilnehmer, Qonda funktioniert bei gleichbleibend hoher akustischer Qualität. Auch für die DolmetscherInnen selber hat das virtuelle Arbeiten Vorteile: Eine neue Unabhängigkeit im Job. Benjamin Brühl: „DolmetscherInnen kommen über das Qonda-Netzwerk nicht nur schneller mit Auftraggebern in Kontakt, sondern können auch aufgrund der wegfallenden, oftmals langen Reisezeiten auch mehr Aufträge annehmen.“ Auch die Arbeit selbst wird durch Qonda vereinfacht, denn ein eigener Chat ersetzt umständliche WhatsApp-Kommunikation. Das kommt gut an: Obwohl erst vor einem halben Jahr gegründet, hat das Startup das Tool bereits 20 internationalen Kunden bei über 200 Veranstaltungen zur Verfügung stellen können.

Weitere Informationen unter www.goqonda.io


26 Digitalisierter Mittelstand

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ANALYSE

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Digitaler Wandel in Marketing und Sales e-commerce Der Hamburger Dejan Kosmatin ist Interim-Manager und Managementberater für Restrukturierung im Vertrieb und Business Development im digitalen Wandel. Text: Theo Hoffmann Foto: Presse, rupixen.com/unsplash

Dejan Kosmatin, Interim Manager und Managementberater Die fortschreitende Digitalisierung, die Individualisierung der Gesellschaft und seit über einem Jahr die Corona-Pandemie – welche Möglichkeiten haben Firmen, um mit dem gestiegenen Marktdruck umzugehen?

In den 90ern reichten noch Qualität und der versprochene Kundennutzen aus, um einen Käufer zu überzeugen. Heute ist der Konsument wechselfreudig und wünscht sich nicht nur individuelle Angebote, sondern Mitbestimmung bei der Optionenvielfalt. Seit der Jahrtausendwende wurden diese allmählich in die Geschäftsprozesse eingebunden. Das reicht heute nicht mehr aus. Der Kunde bestimmt in Zukunft das Produktportfolio. Wir befinden uns in der Konvergenzkultur, wo sich Produkte und Dienstleistungen über Kundenerlebnisse (Customer Experience) verkaufen. Heute wird Lifestyle und kein Produkt im klassischen Sinne mehr gekauft. Auch im B2B-Sektor werden Full-Serviceangebote verlangt, die über die Leistungen eines Spezialisten hinausgehen. Um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Kooperationen mit anderen digitalen Firmen sinnvoll. Es gilt sich der neuen Kultur anzupassen und eine kundenzentrierte Philosophie (Customer Centricity) zu leben – mit einer wirksamen Digital-Marketing-Strategie, die mit dem Image oder der Marke überzeugt. Mit agilen Prozessen, abteilungsübergreifend ohne Daten-Silos, da u. a. Customer Lifecycle und Produktlebenszyklen kürzer geworden sind.

den Shopping-Meilen der Zukunft stehen Concept-Stores und Showrooms, wo der Kunde seine mitkreierten Innovationen findet und die bestellte Ware begutachten oder abholen kann. Schon heute gibt es Live-Stream-Shopping, quasi Teleshoping 2.0, aber als Community-Event erlebbar. Der Verkaufsprozess spielt sich zukünftig also noch stärker digital ab. Datengetriebene Systeme, Künstliche Intelligenz, Social Messaging und Chat Bots gibt es bereits. Unternehmen müssen jedoch in Interaktion treten und Emotionen auf bauen. Um Begeisterung für die Marke zu schaffen, kommt es auf die Customer Journey an. Also darauf, die Kunden zu analysieren und das Verhalten vorauszusehen um eine Kaufentscheidung herbeizuführen. Entscheidend ist jedoch das Gesamterlebnis. Falscher oder fehlender Content am entsprechenden Kontaktpunkt, beendet den Zyklus. Das kostet Budget. Ein Customer Relationship Management (CRM-System) ist zwar unerlässlich, doch nur dann wirkungsvoll, wenn Daten geteilt werden und messbar sind. Sind Vertrieb, Marketing, Kundendienst und Produktmanagement synchronisiert, kennt jeder die Wünsche und Absichten der Kunden. Das gelingt mit Customer Experience Management. Ziel ist, über Emotionen Faszination zu schaffen, damit überhaupt das Produkt, die Marke oder Dienstleistung gekauft wird. Mit Hyper-Personalisierung und automatisiertem Marketing ist eine intelligente 360˚-Kundendatenauswertung und kundenspezifische Ansprache an allen direkten und indirekten Touchpoints in Echtzeit möglich.

Die Deutschen sind sich dem Wert ihrer Daten durchaus bewusst.

Budget und Ergebnisse messbar und arbeitet mit AI & Machine Learning für dynamische Segmentierung und Deep Profiling. Aber unter welchen Voraussetzungen dürfen Kundendaten überhaupt verar-

Der Online-Handel zählt zweifellos zu

beitet werden und welche Pflichten sind

den größten Gewinnern der Pandemie.

dabei zu erfüllen?

Wie kann er diese Chance, mit Hilfe der

Kundendaten unterfallen immer dann der DSGVO, wenn sie personenbezogen sind. Die Deutschen sind sich dem Wert ihrer Daten durchaus bewusst. Studien belegen, dass sie dennoch bereit sind, für einen bestimmten Mehrwert diese preiszugeben. Die Verbraucher betrachten ihre persönlichen Daten als ihr Eigentum zum Handeln, um so z. B. bessere Angebote oder Dienstleistungen zu bekommen. Jedes Unternehmen hat das Datenschutzgrundgesetz zu berücksichtigen und sich eine eindeutige Einwilligung für die Speicherung einzuholen und nur dann zu verarbeiten, wenn es eine berechtigte Zweckbindung und Zweckmäßigkeit gibt.

Digitalisierung und des Customer Experience (CX), für sich nutzen?

Der Verbraucher ist heute selbstbestimmt. Er möchte nicht mehr als Kunde gesehen werden, sondern als Mensch und Menschen wollen etwas erleben. Die Flut an Werbung über diverse Kanäle wird dann bewusst wahrgenommen, wenn man sich persönlich angesprochen oder einbezogen fühlt – also über Sinne, Emotionen und Gefühle. Analysiert man das Verhalten und die Reaktionen der Onlineshop-Besucher während aller Phasen des Konsumprozesses, einschließlich derer vor dem Kauf, dem Konsum und danach, erhält man wichtige Daten. Wahrnehmungen, kognitive Bewertungen, Involvement, Erinnerungen sowie spirituelle Komponenten und Verhaltensabsichten sind unabdingbar für eine personalisierte Kundenansprache. Mit intelligentem CX-Management generiert man so neue Kunden, erhöht die Wiederkäuferrate und schafft echtes Customer Engagement. Über Loyalty-Programme werden treue Kunden erhalten, die dann als Markenbotschafter agieren und per Empfehlungen (Word-of-Mouth) weitere Käufer begeistern. Das aus meiner Sicht beste Automation-Tool for Omnichannel Marketing ist SALESmanago. Es macht

fakten Unternehmen stehen heute aufgrund der tiefgreifenden technologischen und soziologischen Veränderungen vor neuen Herausforderungen. Die Vielzahl an Produktvarianten und Schnelllebigkeit der Marken belegen den Trend zur Unikatgesellschaft: schnell, individuell, persönlich, multidimensional.

Das Kaufverhalten hat sich also geändert. Ist das Marketing damit gefordert, das Kauferlebnis von morgen schon heute erlebbar zu machen? Wie ist das in der heutigen breiten Medienlandschaft machbar, wenn jeder Kunde individuell angesprochen werden soll, man aber nicht viel von ihm weiß?

Nach Expertenmeinungen wird der Trend zum ROPO-Effekt (Research Online/Purchase Offline) auch nach Corona weitergehen. Generationenübergreifend wird mehr offline recherchiert und online gekauft und andersherum. In

Beim E-Commerce spielt der Verbraucher- und Datenschutz, insbesondere wenn es um die Zahlung geht, eine elementare Rolle.


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Digitale Transformation im Kundenmanagement Digitalisierung im Kundenmanagement hebt Effizienzen und steigert den Customer Lifetime Value durch loyale Kunden. Wie verändert die Digitalisierung das Kundenverhalten? Marcus Wailersbacher (CEO DEFACTO GmbH): Eine Einschätzung zu einem Unternehmen oder Produkt ist für einen informierten, aufgeklärten Kunden nur eine Google-Suche weit weg. In der klassischen Volkswirtschaftslehre wird das als „vollständige Markttransparenz“ bezeichnet. Eines der grundlegenden Paradigmen, das sich daraus ergibt, ist, dass die Erfahrung, die ein Kunde vor, beim und nach dem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung macht, ebenso wichtig ist, wie das Produkt oder die Dienstleistung selbst. Machen wir es greifbar, nehmen wir den Login-Prozess für die App oder für den Webshop eines Unternehmens. Wer würde heute noch akzeptieren, dass es dafür unterschiedliche Benutzernamen und Passwörter gibt? Oder dass im Kundenkonto im Bereich „Meine Einkäufe“ nur die Käufe aus dem Webshop, nicht aber die aus der stationären Filiale abgebildet sind, oder schlimmer noch beide Bereiche eigene Benutzerkonten haben? Macht es wirklich einen Unterschied, wie viele Benutzernamen oder Passwörter nötig sind? Martin Grass (COO DEFACTO): Im Schnitt über alle Branchen und Unternehmen hinweg macht das Erlebnis 50 Prozent des Geschäftes aus. Die reine Leistungserfüllung auf der anderen Seite ist zunehmend der Marktstandard. Der entscheidende Wettbewerb findet im Bereich Customer Experience statt. Wir nennen das die Ära der „Experience Economy“. Mit zunehmender Digitalisierung steigen also nicht nur die Erwartungen der Kunden, auch das Potenzial nimmt zu. Dabei orientiert sich die Erwartungshaltung an Experience Leadern wie, um ein prominentes Beispiel zu geben, Amazon, Apple etc. Aus unserer Sicht ist die große Kunst in dieser Konstellation, die Lücke zwischen Erwartung und tatsächlichem Erlebnis, zu verstehen und dann zu schließen. Diese „Experience Gap“ ist der entscheidende Faktor für Enttäuschung oder Zufriedenheit des Kunden. Wie wichtig die Experience mittlerweile ist, zeigt ein Report von Salesforce. Demnach sind 66 Prozent der Kunden bereit, für sehr gute Erfahrungen auch mehr zu zahlen. Investitionen auf

Martin Grass, COO DEFACTO, und Marcus Wailersbacher, CEO DEFACTO GmbH.

diesem Gebiet rentieren sich also auch kurzfristig, aber vor allem dauerhaft durch loyale Kunden. Daher sollten Unternehmen unbedingt jene Ebenen identifizieren, auf denen sie bereits überdurchschnittlich gut aufgestellt sind, und an Stellen nachbessern, wo es noch Lücken gibt. Wie lässt sich die Corona-Krise in all diese Entwicklungen einordnen? Wailersbacher: In jedem Fall beschleunigt sie die Digitalisierung und Automatisierung im Kundenmanagement mit all den bereits angesprochenen Konsequenzen. Die Nachfrage nach automatisierten und ortsungebundenen Prozessen in sämtlichen Unternehmensbereichen sind deutlich gestiegen. Schon vor der Krise waren wir meines Erachtens bereits auf einem unumkehrbaren Transformationspfad in Richtung Cloud-Computing, weil sie es Unternehmen ermöglichen, die Best-Practices im Kundenmanagement zu implementieren, die von Marktführern und Experience Leadern vorgegeben werden. In welche Richtung, glauben Sie, wird es mit diesen Vorzeichen künftig gehen, Herr Grass? Grass: Ich persönlich glaube, dass sich künftig Convenience und Experience gegenüberstehen werden. Alles, was keinen Erlebnischarakter hat, wird stärker automatisiert – beispielsweise der Lebensmitteleinkauf bis hin zur Lieferung. Ein weiterer, wichtiger Aspekt, den wir an vielen Stellen bereits

deutlich sehen, ist die Verlagerung von Besitz zu Zugang. Damit werden aus Produkten Services, die ich als Kunde nutze, wie es mir gefällt, gerade passt oder nötig ist. Das, was bei Amazon oder Apple möglich ist, wird noch stärker flächendeckend als Maß der Dinge vorausgesetzt. Damit wird die Entwicklung hin zu Cloud-Lösungen oder Plattform-Technologien stringent weitergeführt, die diese allumfassenden Services und Experiences ermöglichen. In dieser dezentralen und von den Kunden selbst kontrollierten Nutzung von Daten steckt meines Erachtens eine große Evolution.

Die DEFACTO GmbH ist der führende Technologie- und Beratungsdienstleister für die digitale Transformation im Kundenmanagement. Kunden von DEFACTO profitieren dabei von der messbaren Steigerung businessrelevanter Kennzahlen wie Customer Lifetime Value und Net Promoter Score. DEFACTOs Purpose lautet: „To reinvent customer centricity – for the good of all“.

DEFACTO GmbH Am Pestalozziring 1–2 91058 Erlangen Telefon: + 49 9131 9712 0 E-Mail: kontakt@defacto.de


28 Digitalisierter Mittelstand

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Es ist Zeit, den E-Commerce ernst zu nehmen! statement Im Jahr 2020 hat sich der Onlinehandel als Garant für die Versorgung mit Gütern aller Art in Zeiten des Shutdowns erwiesen. Doch noch immer verschließen sich viele Kommunen der Realität, dass Innenstadt künftig anders aussehen wird. Forderungen nach Sparten-Besteuerung und Sonderabgaben zur Erhaltung von überkommenen Einzelhandelsstrukturen sind der falsche Weg, meint Gero Furchheim, Sprecher der Cairo AG und Präsident des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. Text: Alicia Steinbrück Foto: Michael Gueth, Heidi Fin/unsplash

Gero Furchheim, Präsident des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (Bevh)

H

Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt im Corona-Jahr 2020 befürchten müssen, dass sie in Deutschland kaputte Haushaltsgegenstände oder Kleidungsstücke nicht mehr ersetzen können? Oder dass sie kein frisches Obst, keine Milch, kein Gemüse oder andere frische Waren, von Konserven ganz abgesehen, erhalten würden? Selbst für Toilettenpapier, Nudeln und Trockenhefe gab es keine nachhaltigen Engpässe. and aufs Herz:

Der E-Commerce als Grundversorger ist präsenter als je zuvor. im stationären Handel und manche Pirouette auf der Nachfrageseite. Aber der E-Commerce als Grundversorger ist präsenter als je zuvor und die Infrastruktur des E-Commerce und seiner Zustellpartner hat sich als so robust erwiesen, dass sprunghaft gestiegene Nachfrage ab dem zweiten Quartal nicht zu Engpässen in der Belieferung geführt hat. Nicht zuletzt haben viele Unternehmer in Handel und Dienstleistung die digitalen Kanäle als einen Weg entdeckt und für sich entwickelt, um ihre Kunden weiter zu bedienen. Es gab Einschränkungen

nicht verändern will, ist der Blick zahlreicher Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft auf die Funktion der Innenstadt. Nur so ist zu erklären, dass sie reflexartig von denjenigen, die im E-Commerce bis jenseits des Anschlags an der Versorgung der BevölWas sich hingegen

E-Commerce ist die größte Chance, um Innenstädte lebendig zu erhalten.

Der Einzelhandel erfährt aktuell stärker denn je, welche große Säule E-Commerce darstellt.

kerung gearbeitet haben, nun Sonderabgaben fordern, um damit die Innenstädte zu erhalten. Damit verschleiern sie ein Vierteljahrhundert Untätigkeit, um den Strukturwandel anzupacken. Die Kauffrequenz in Klein- und Mittelstädten oder in Außenbezirken von Metropolen hat durch demographische Veränderungen, Berufsmobilität und den Boom der Einkaufszentren massiv gelitten. Gerade die Digitalisierung bringt nun Leben zurück in moderne Shopkonzepte mit E-Commerceeinbindung – aber nicht in den angestaubten Laden der Vergangenheit. E-Commerce garantiert heute, dass die Menschen auch auf dem Land gleichwertig leben können. Und sogar besser, denn auch in ländlicher Idylle erhalten sie über E-Commerce Zugang zum breitesten Angebot und haben mehr Auswahl als in jeder Innenstadt.

erklärtermaßen nicht die selbständigen Einzelhändler mit Steuern und Abgaben belasten, die sich gerade erst digital auf den Weg machen. Es gehe um Großunternehmen, die keinen vergleichbaren Beitrag zum Erhalt der Innenstädte leisteten. Aber auch diese Argumentation irrt. Denn das starke Wachstum der Online-Marktplätze jeglicher Herkunft – nicht nur globaler Giganten – zeigt, dass heute die Nachfrage solcher Unternehmen zwar an einer Stelle verwaltet, aber breit in die Fläche zurückgebracht wird. Hin zu Unternehmen, die dann wieder in der Region Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen. Player im E-Commerce gibt es breit verteilt in Deutschland, in Stadt und Land. Nun will man

Innenstädte würden neue Steuern nicht aufhalten, dafür aber einen neuen Hemmschuh für Innovation und Zukunftsfähigkeit bilden. Den Städten fehlt es an einem Modell der digitalen Bürgerschaft: Der Bereitschaft, Stadt als durchgängig digital und physisch zu verschränken. Erlebnisräume statt Einkaufsmeilen, Service statt Regalmeter voll austauschbarer Handelsware. Was sich digital erledigen und beschaffen lässt – sogar Gesundheitsleistungen und gerade auch Verwaltungsakte – verschafft dem Bürger und den Kommunen Zeit und Raum für wertvollere Aktivitäten. Die Infrastruktur dafür akzeptiert die Belieferung als Normalfall und raunt nicht von „Verkehrsinfarkt durch Zustellfahrzeuge“. Die Lieferungen aus dem Onlinehandel stehen trotz allen Wachstums nur für ein bis zwei Prozent aller Verkehrsbewegungen in den Ballungsräumen. Den Wandel der

hat der Parfümerie-Händler Douglas, eine Ikone des deutschen Handels, mutig erklärt, künftig als Onlinehändler mit Filialen zu agieren. Und das in einem Sortiment, das wie kaum ein Zweites vom Erlebnis lebt. In meinem Unternehmen, das online, mit Designkatalogen und in Ladengeschäften Möbel verkauft, gilt das ähnlich. In diesem Jahr

von den deutschen Einzelhändlern und von den Städten und Gemeinden genau diesen Mut: E-Commerce ist die größte Chance, um Innenstädte lebendig zu erhalten. Nicht als Goldesel, den man schröpfen müsste, sondern als Innovator und Motor für neuen Handel!

Ich wünsche mir


ANALYSE

Digitalisierter Mittelstand 29

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Fehlende Digitalisierung als „Retour“-Kutsche retouren Der Online-Handel boomt. Doch gute Verkaufszahlen sind nur die eine Seite der Medaille, denn Kunden können mit Retouren ein Unternehmen gefährlich schwächen. Text: Theo Hoffmann Foto: Claudio Schwarz Purzlbaum/unsplash

F

ür den Online-Kunden ist

es doch herrlich komfortabel. Kaffeemaschine oder Schuhe im Netz bestellen, auspacken und bei Nichtgefallen gleich wieder in den Karton stopfen und zurückschicken – kostenfrei und mit Hilfe eines vom Lieferanten per Mail geschickten Rücksendetickets. Die Händler allerdings leiden darunter beträchtlich, denn Rücksendungen können ihre Gewinne empfindlich mindern. Retouren deshalb aber einzuschränken oder gar abzulehnen, geht auf keinen Fall, denn dann wechselt der Kunde sofort den Anbieter. Der boomende Online-Handel macht

einen Umsatz von knapp 60 Milliarden Euro pro Jahr und der Erfolg steigt kontinuierlich, erst recht zu Corona-Zeiten. Wie die Forschungsgruppe Retourenmanagement der Otto-Friedrich-Universität Bamberg einmal ermittelt hat, werden in Deutschland etwa 280 Millionen Pakete und rund 490 Millionen Artikel retourniert. 56 % aller europäischen Online-Kunden gaben laut Marktdaten von Statista zu E-Commerce & Versandhandel (B2C) an, im Jahr 2020 schon einmal Rücksendungen getätigt haben. Deutschland ist im europäischen Vergleich allerdings Spitzenreiter im Rücksenden. Für Unternehmen stellt sich

da die Frage, wie man im Umgang mit dem Phänomen Kosten vermeidet, ohne die Kundenzufriedenheit zu verletzen. Dafür

sollten in erster Linie Distributionssysteme optimiert und automatisiert werden, damit im E-Commerce die Bestell- und Retourenlogistik besser flutscht. Dadurch können Retoureneingänge schneller verbucht, beurteilt, die Waren neu verpackt und wieder in den Bestand eingelagert werden. Dabei zählt ein sicheres Ablauf- und Zeitmanagement, damit nicht Waren, die noch gar nicht alle Stufen der Lagerverwaltung und Dokumentation durchlaufen haben, schon wieder in den Verkauf geraten und womöglich nicht versandfähig sind. Die Digitalisierung in der Intralogistik mit Hilfe cloudbasierter Lösungen, Blockchain-Technologie und automatisierten Lagerführungssystemen, die Fehler beim Kommissionieren vermeiden, ist dabei unerlässlich. Sonst werden vor allem kleinere Händler von den Kosten erschlagen. Die Digitalisierung der Retourenlogistik

kann zu einer Produktivitätssteigerung von mindestens 20 % führen und die Bearbeitungszeiten erheblich verkürzen. Durch die Automatisierung können Kunden-, aber auch Warendaten viel sicherer identifiziert werden. Das hat zudem Auswirkungen auf verwandte Prozesse in der Buchhaltung und der Beobachtung von Warenbewegungen. Und last but not least lassen sich auch Betrugsversuche bei Warenrücksendungen leichter entdecken. Die Digitalisierung im Retourenmanage-

ment sollte dabei mit digitalen Softwaretools verbunden werden, die schon vor dem Verkauf als quasi intuitiver Produktberater fungieren und dabei helfen, Fehlkäufe zu vermeiden. Schließlich hilft es auch bei großen Anbietern, wenn Retouren in bestimmten Filialen erst einmal gesammelt und blockweise abgeholt werden, um Transportkosten zu sparen. Ist eine Rücksendung dann geprüft und

Durch die Automatisierung können Kunden-, aber auch Warendaten viel sicherer identifiziert werden.

zurück im Lager, wird zudem empfohlen, die Logistik mit der Finanz-IT eines Unternehmens zu verzahnen, die sofort eine automatisierte Gutschrift erstellt. Der Kunde jedenfalls wird es honorieren und bei Online-Bewertungen später kaum mit Lob sparen.

Die Digitalisierung der Retourenlogistik kann zu einer Produktivitätssteigerung von mindestens 20 % führen.

fakten Die Digitalisierung der Retourenabwicklung und -bearbeitung kommt Händlern und Kunden gleichermaßen zugute. Nicht nur bei der Kommissionierung im E-Commerce, auch beim Gutschriften- oder Erstattungsmanagement hilft die IT. Außerdem können Kundenberatung und Rücksendungsgründe besser erfasst und analysiert werden.

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30 Digitalisierter Mittelstand

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Neue Formate für den stationären Handel statement Der Handel durchlebt eine Transformation, ausgelöst nicht durch eine Pandemie, sondern die Digitalisierung. Unter dem Druck des E-Commerce entstehen in hoher Geschwindigkeit neue Konzepte vom attraktiven Showroom bis zum kassenlosen Laden. Es wird viel probiert, getestet und wieder verworfen. Am Ende steht die Frage: Brauchen wir noch stationäre Läden und wenn ja, wie sehen diese aus? Text: Carsten Schemberg Foto: Eugen Eslage, Blaenk, Köln; Quelle: Blaenk

Carsten Schemberg, Präsident des Deutschen Ladenbau Verbandes (dLv)

D

ie Produktauswahl in den

Webshops ist schier unendlich, der Preis transparent, die sofortige Verfügbarkeit in der Regel gewährleistet und die Lieferung umgehend, nicht selten kostenlos. Diese Vorzüge haben in der Pandemie auch Menschen entdeckt, die bislang nie im Internet eingekauft haben. Sie werden vermutlich in großer Zahl dortbleiben. Das sagt zumindest das IFH Köln, eine kompetente Organisation zur Erforschung des Onlinehandels. Warum ist das so? wieder oder weiterhin für die stationären Läden begeistert werden? Die Antwort ist im Grunde ganz einfach: Wenn sie das bekommen, was sie wollen, kompetent bedient werden und sich dabei gut fühlen. Denn sie kennen es vielfach genau so vom Onlineshopping, besonders wenn sie beim Branchenprimus Amazon gekauft haben. Wenn die Antwort auch einfach war, die Umsetzung im stationären Laden ist es nicht. Diese Erkenntnis reift nicht erst seit der Pandemie. Die Krise hat jetzt aber die Probleme im Zeitraffer und augenfällig für jeden aufgedeckt. Die Klage über Ladenschließungen und Leerstände und die damit einhergehende Verödung der Innenstädte hört man seit Jahren. Einig sind sich Experten, dass es neue Konzepte

braucht, die so attraktiv sind, dass Kunden wieder Lust am Shoppen in der Stadt haben. Schon jetzt ziehen Möbel- und Baumärkte von der grünen Wiese in die Zentren, so wie Horst in Hamburg, der sich als Baumarkt der urbanen Zukunft sieht. Kultur, Gastronomie, attraktive Läden, Handwerk, zugeschnitten auf lokale Besonderheiten: Das sehen Stadtentwickler als Chance der lebendigen Innenstadt. Ein attraktives Element der Innenstadt zu sein ist aber zugegeben in diesen Zeiten nicht einfach. Der Handel ist gezwungen, stationär nicht auf-, sondern abzurüsten. Die Warenvielfalt des Internets kann er nicht vorhalten. Weniger Ware vor Ort bedeutet weniger Verkaufsfläche, also kleinere Läden. Besonders der Anteil der Fashion- und Accessoire-Stores in den Straßen wird sinken, die Modebranche verlagert Teile ihres schnelllebigen Geschäftes zunehmend in den E-Commerce. Dem entgegen steht aber ein Zuwachs an Branchenvielfalt, auch hoffentlich durch sinkende Gewerbemieten. Was kann der Laden noch bieten? Er

kann Showroom sein, in dem Ware nur anprobiert und dann sofort online gekauft werden kann, mit Lieferung nach Hause. Er zeigt die Ware zum ausgiebigen Testen und erklärt die Technologie, wie es Dyson vormacht. Die Marke, gestartet als Staubsaugerhersteller, eröffnete vor wenigen Monaten in Hamburg ein Beauty-Lab für Kunden, die sich Tipps beim Haarstyling

holen wollen. Der Store kann Servicepoint, Reparaturwerkstatt, Click&Collect-Station und sogar Secondhand-Umschlagplatz sein, wie es z. B. Globetrotter vormacht. Er macht es möglich, das gerade gekaufte Produkt zu individualisieren, ist mit vielfältiger Handelsgastronomie ein sozialer Treffpunkt, richtet Events aus oder bietet seine Räume für Veranstaltungen an. Er kann eine Plattform sein für innovative Waren und Labels wie das Start-up Blaenk, oder schafft Pop-up-Flächen fremder Anbieter – und gibt so seinen Kunden immer wieder neue Impulse. Und er ist neuerdings sogar personal- und kassenlos wie z. B. bei tegut in Fulda.

Der Handel ist gezwungen, stationär nicht auf-, sondern abzurüsten. der Möglichkeiten und Konzepte ist eine große Chance, aber eben auch eine Herausforderung für jeden Retailer. Das Ladengeschäft hat Zukunft, aber der Store als Lagerraum, der sich mit dem Abverkauf von Ware beschäftigt, hat ausgedient. Die ungeheure Vielfalt

Für den Ladenbau heißt

das, sich auf neue Anforderungen einzustellen. Wenn ganz neue Storebilder auf zum Teil deutlich kleineren Verkaufsflächen entstehen, sind modulare Einrichtungselemente und flexi-

ble Raumkonzepte gefordert. Bargeldloses Zahlen verlangt nach Anpassungen im Kassenbereich bis hin zum kompletten Fehlen von Kassen, wie es schon sehr lange Trend in Apple-Stores ist. Dort wird beim Verkäufer direkt bezahlt. Statt Möbeln plant und baut der Ladenbauer eine Werkstatt für Reparaturen, eine Testbahn für E-Bikes, eine Lounge oder ein Café. Das Thema Nachhaltigkeit hat im letzten Jahr an Bedeutung gewonnen. Inwiefern besonders nachhaltige Materialien, die in der Regel hochpreisiger sind, im Store in Zukunft eine Rolle spielen, bleibt abzuwarten. Eine der größten Herausforderungen für den Ladenbau wird aber sein, online und offline optimal zu verknüpfen. Ob viel Digitales im Store selbst eingebaut wird oder nicht, ist nicht die Frage. Da kommt es auf die Zielgruppe und die Produkte an, mit denen gehandelt wird. Das setzt voraus, dass der Händler seine Kunden sehr gut kennt und weiß, was sie brauchen. Früher hatte der Kunde keine Wahl und musste sich mit der Ware, die vor Ort vorgehalten wurde, zufriedengeben. Damals nannte man den Kunden einen König. Heute ist der Kunde, gemessen an den Wahlmöglichkeiten, die er hat, Kaiser. Und so möchte er auch behandelt werden. Es geht bei neuen Retailformaten „nur“ immer um neue Produkte und neue Erfahrungen, attraktiv inszenierte Flächen und eine gute Atmosphäre. Natürlich werden sich Kunden für diese stationären Läden begeistern.

Wie können dennoch Kunden

Das Blaenk-Konzept: Unter einem gemeinsamen Dach präsentieren sich verschiedene Hersteller für jeweils drei bis vier Monate. Danach wechselt das Sortiment. ANZEIGE


ANALYSE

Wächter Ladenbau GmbH – Partner Content 31

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Digital, leicht und individuell: Peter-Christian Brockelmann über Corona, Trends und neue Entwicklungen im Ladenbau.

Dass der Handel aufgrund der Pandemie in eine noch stärkere Wettbewerbssituation

www.waechter.eu

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Die Einrichtung eines Ladengeschäftes muss besondere Anforderungen erfüllen. Ladenbau-Möbel dienen vornehmlich der Präsentation von Ware, die möglichst gekonnt in Szene zu setzen ist. Ladenbau-Möbel sollen aber natürlich auch dabei helfen, Umsätze zu generieren und zu steigern. Wichtig zu wissen: Kunden entscheiden zumeist innerhalb weniger Sekunden über Gefallen oder Nichtgefallen der Präsentation eines Produkts auf der Fläche. Bei der Planung von Ladengeschäften sollte es daher stets der Anspruch sein, Funktionalität mit diesem Aspekt zu vereinen. Denn selbst das beste Produkt ist immer nur so gut wie die Produktpräsentation am „Point of Sale“ (POS). Wie dieser gestaltet werden sollte – vom Ladenbau über Licht bis zu Probierständen, Beduftung oder Musik – hängt individuell vom Händler und seiner Zielsetzung ab. Vor allem aber wird es zunehmend wichtig, dass stationäre Händler ihren Kunden durch stimmige moderne Ladenbaukonzepte ein Wohlfühl-Shoppingerlebnis bieten – gerade in Zeiten des zunehmenden Onlinehandels. Diese Entwicklung ist unter anderem eine Folge der Corona-Pandemie. 2020 war insbesondere für die Lebensmittelhändler ein gutes Jahr und auch bei Baumärkten lief es unter dem Strich besser als erwartet. Für die meisten stationären Modehändler dagegen wird das vergangene Jahr vermutlich als Katastrophe in Erinnerung bleiben. Wie sich die Zahlen 2021 entwickeln werden, bleibt abzuwarten.

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Peter-Christian Brockelmann, Geschäftsführer Wächter Ladenbau GmbH gekommen ist, unterstreicht Peter-Christian Brockelmann, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Wächter Ladenbau, die 370 Mitarbeiter beschäftigt. „Der stationäre Einzelhandel steht vor der Herausforderung, noch mehr mit Einkaufserlebnissen zu punkten. Diese lassen sich vor allem mit attraktiven Ausstellungsflächen realisieren, in denen sich die Kunden rundum wohlfühlen, in denen sie neue Anregungen und Planungshilfen bekommen, indem sie zum Beispiel die Produkte testen und anfassen können.“ Mit zwei Produktionsstätten und drei Logistikstandorten bietet die 1978 gegründete, deutschland- und europaweit agierende Wächter Ladenbau GmbH verlässliche Kapazitäten für sämtliche Ladenbau-Projekte: Von POS-Präsentern über Shops und Stores bis zu Großflächenkonzepten für alle Segmente und Branchen des Handels. Spezialisiert hat sich das Unternehmen, das heute zu den führenden Laden- und Objektbau-Unternehmen Deutschlands gehört, auf die Teilbereiche Ladenbau, Objektbau, Metallbau, Trockenbau und Elektrobau – inklusive der zugehörigen Montage. So vereint Wächter Ladenbau beispielsweise die Fachkompetenz aus den Bereichen Metallbau und Tischlerei, etwa für exklusive Verkaufs- und Präsenta-

„Die Einrichtung eines Ladengeschäftes muss besondere Anforderungen erfüllen.“ tionstische, Tresen und Verkaufsregale, die das Unternehmen überwiegend selbst fertigt. Außerdem ist Wächter Ladenbau als Generalunternehmer für die Gewerkesteuerung tätig. Im letzten Jahr neu dazugekommen ist der Bereich Objektbau. Hier geht es vor allem um die Ausstattung von Hotels bzw. deren Zimmern, die Einrichtung von Mikroapartments mit Betten, Schränken und Küchen oder die Einrichtung von Studentenwohnheimen. „Wir achten bei der Planung, Gestaltung und Montage der Möbel unserer Kunden auf eine hundertprozentige Abstimmung mit den einzelnen Produkten und Marken, sowohl bei den Formen, Abmessungen und der Farbauswahl“, sagt Peter-Christian Brockelmann. Was die Farbauswahl betrifft, beobachtet er in den letzten Jahren, dass immer mehr Händler auf anthrazitfarbene oder schwarze Regale setzen, vorzugsweise in Kombination mit Holz oder Holzdekoren. Im Trend sei außerdem Leichtigkeit. „Viele Händler erkennen, dass es keinen Sinn macht, die Kunden durch zu hohen Warendruck quasi zu erschlagen“, berichtet der Experte weiter. Leichtigkeit zeige sich zum Beispiel darin, dass Warenregale zunehmend eine maximale Höhe von 1,60 bis 1,80 Metern haben. Weiterhin seien durch-

dachte Lichtkonzepte mit einem hohen Anteil an Akzentbeleuchtung an der Tagesordnung. „Licht kann unheimlich viel. Es sorgt für ein Wohlfühlambiente und es kann den Blick auf spezielle Warengruppen lenken“, weiß der versierte Ladenbauer. Im Bereich der Bodenbeläge seien weiterhin robuste und schmutzunempfindliche Beläge nachgefragt. „Auch hier besteht viel Gestaltungsspielraum, da gibt es enorme Variationsmöglichkeiten“, sagt Peter-Christian Brockelmann. Zur Auswahl stehen beispielsweise interessante neue Fliesen oder Beläge aus Schiefer, Vollholz oder Vinyl, mit denen sich spannende Highlight-Zonen oder Laufwege realisieren lassen. Megatrend ist für Wächter Ladenbau allerdings der Wandel vom analogen hin zum digitalen Ladenbau. In diesem Spannungsfeld wird es zukünftig verstärkt darum gehen, neue Konzepte umzusetzen. Ob Flachbildschirme auf der Verkaufsfläche, durch QRCodes unterstützte Zusatzinformationen auf Produkten, Self-Check-Out-Systeme, Click&Collect oder der Einsatz künstlicher Intelligenz: Die Liste neuer Technologien, die im Handel bereits Einzug gehalten haben und noch kommen, ließe sich endlos fortführen. „Elektroinstallation im Ladenbau ist heute viel mehr als die Montage von Steckdosen und Licht. Da bedarf es großer technischer Kompetenz. Wir sind in diesem Spannungsfeld von der Planung bis zur Ausführung sehr gut aufgestellt“, erläutert Peter-Christian Brockelmann. Händlern, die es mit dem Rollout ihrer Ladeneinrichtung eilig haben, versichert er: „Wenn die Zeit knapp wird, laufen wir zur Hochform auf. In unseren Produktionsanlagen in Oyten und Lösau stehen moderne Maschinen und große Fertigungskapazitäten für Aufträge zur Verfügung, die auch kurzfristig von uns abrufbar sind. Und wenn nötig, arbeiten wir einfach die Nächte durch.“


32 Digitalisierter Mittelstand

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„Am besten möglichst früh beginnen“ nachfolge Unternehmer sollten die Regelung der Nachfolge professionell angehen, raten Thomas Sacher und Reinhard Eyring, Partner bei der Anwaltskanzlei Ashurst.

kommenden Personen müssen geeignet sein und auch Interesse haben. Oft gibt es Kinder oder Enkelkinder, die Interesse hätten, aber nicht geeignet sind, ein Unternehmen zu führen. Und natürlich gibt es auch die umgekehrte Situation.

Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Amy Hirschi/unsplash

Wie wichtig sind die Strukturen des Un-

Thomas Sacher, Partner bei der Anwaltskanzlei Ashurst

ternehmens für die Nachfolgesuche?

Reinhard Eyring: Bei einem Familienunternehmen existiert ein Dreiklang zwischen dem Unternehmen, der Familie und den Gesellschaftern. Oft sind in Unternehmen Governance-Strukturen noch nicht eingeführt und sie spielen eine ganz wichtige Rolle. Wenn das Unternehmen in dieser Hinsicht gut aufgestellt ist, erleichtert das die Suche wesentlich. Wann ist der richtige Zeitpunkt, für die Suche?

Sacher: Man sollte damit möglichst schon beginnen, wenn der Patriarch noch nicht in einem höheren Alter ist. Denn je älter man wird, umso schwerer tut man sich manchmal mit der Übergabe.

Ein Beirat oder Aufsichtsrat kann als Mittler zwischen der Familie und dem Unternehmen fungieren.

tern geben, die zum Teil gar nicht mehr wirklich etwas mit dem Unternehmen zu tun haben. Häufig existieren unterschiedliche Interessen, die man unter einen Hut bringen muss. Auch deshalb ist es wichtig, professionelle Strukturen einzuziehen. Wer sollte einen Unternehmer bei der Suche nach einer Person für die Nachfolge unterstützen?

Was kann das Unternehmen denn für eine erfolgreiche Suche tun?

Reinhard Eyring, Partner bei der Anwaltskanzlei Ashurst Ist es für einen Unternehmer schwer, einen guten Nachfolger oder eine gute Nachfolgerin zu finden?

Thomas Sacher: Dabei handelt es sich um eine komplexe Angelegenheit. Bei vielen Familiengesellschaften besteht die Tendenz, eine Nachfolge aus der Familie zu finden. Das wäre natürlich der Idealfall, aber das ist oft schwer, denn die in Frage

Eyring: Die wirklich erfolgreichen Familienunternehmen sind diejenigen, die am Anfang einer Nachfolgesuche eine Bedarfsanalyse durchführen. Dazu gehört ein Nachfolgeplan, und die Frage, welche Interessen das Unternehmen, die Familie und die Gesellschafter haben. Dazu gehört das Aufstellen von Kriterien, die der Nachfolger erfüllen soll. Und es braucht zukunftsträchtige Themen, um einen geeigneten Nachfolger für die Position interessieren zu können. Spielt die Größe des Unternehmens eine Rolle?

Sacher: Bei großen Unternehmen kann es mehrere Stämme von Gesellschaf-

Eyring: Sehr hilfreich ist ein Beirat oder Aufsichtsrat, der ein Mittler zwischen der Familie und dem Unternehmen ist. Zusätzlich können professionelle Berater helfen. Gerade sie können wichtige Hilfestellung bei der Aufstellung von Nachfolgekriterien geben. Ist es besser, einen Übergang langfristig zu vollziehen oder von einen auf den anderen Tag?

Sacher: Ein allmählicher Übergang ist besser, denn er bietet die Chance, dass der Nachfolger das Unternehmen und seine Strukturen kennenlernt, bevor er in die Verantwortung kommt. Daher kann es Sinn machen, einen Geschäftsführer von außen zu installieren, wenn noch Familienmitglieder im Management arbeiten.

Die wirklich erfolgreichen Familienunternehmen sind diejenigen, die am Anfang einer Nachfolgesuche eine Bedarfsanalyse durchführen.

fakten Bis zu 450.000 mittelständische Unternehmen könnten laut KfW-Research in den kommenden Jahren den Markt verlassen, da sie keinen Nachfolger haben. Diese Zahl sollte nicht geringgeschätzt werden, denn die kleinen und mittelständischen Unternehmen erwirtschaften etwa 35 Prozent des gesamten Umsatzes hierzulande.

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34 Digitalisierter Mittelstand

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Deutschland im Dornröschenschlaf digitalisierung Die Digitalisierung bietet große Vorteile für Wirtschaft und Verwaltung, aber die Pandemie hat brutal gezeigt, wie weit wir hinterherhinken.

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Fragen an Henrik Schunk

Text: Armin Fuhrer Foto: Freddie Marriage/unsplash

B

is Ende 2022 sollen

in Deutschland knapp 600 Verwaltungsvorgänge mit Behörden online, also bequem vom heimischen Sofa oder vom Schreibtisch aus, getätigt werden können. Das spart Zeit, Geld und Nerven. Kein Wunder, dass die deutsche Politik den Schritt als großen Erfolg feiert. Erfolg? Tatsächlich holt Deutschland damit nur das nach, was in anderen Ländern zum Teil schon seit vielen Jahren möglich ist. Und einen Rückstand gibt es in nahezu allen Bereichen, in denen die Transformationsprozesse hin zur digitalen Zukunft begonnen haben. Gerade die Pandemie hat

die Versäumnisse hierzulande brutal offenbart. Das Homeschooling entpuppte sich als Desaster und darüber, dass die Gesundheitsämter im Jahr 2021 ihre Daten noch mit Faxgeräten weitergeben, können die Kollegen in anderen Ländern nur mitleidig lächeln. Experten und Vertreter der Wirtschaft schlagen Alarm. „Deutschland befindet sich noch im Dornröschenschlaf“, klagte kürzlich Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und forderte die Politik zu mehr Tempo bei der Digitalisierung in der Bildung und der Öffentlichen

Gerade die Pandemie hat die Versäumnisse hierzulande brutal offenbart.

Henrik Schunk, VDMA-Vizepräsident digitalisierung

Der VDMA-Vizepräsident über die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Text: Armin Fuhrer, Foto: Presse Auch bei der Digitalisierung des Büros besteht noch Aufholbedarf.

Verwaltung auf. Dazu gehöre auch ein verstärkter Einsatz künstlicher Intelligenz (KI), zum Beispiel für den Klimawandel. In Deutschland aber werde viel mehr darüber diskutiert, KI zu regulieren, statt sie zu implementieren. Tatsächlich rächen sich jetzt

jahrzehntelange Versäumnisse. Das gilt einerseits für die technische Ausstattung deutscher Amtsstuben, aber auch für die dort immer noch vorherrschende Arbeitskultur. Als wegen des Lockdowns die Politik die Unternehmen aufforderte, die Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken, rumpelte es zwar vielerorts, aber viele Unternehmen schafften den Wandel doch überraschend schnell. Nur ein Bereich fiel deutlich zurück: Die öffentliche Verwaltung. nur der Staat Nachholbedarf, sondern auch die Wirtschaft hat noch viel zu tun. Das gilt vor allem für die kleineren und mittleren Unternehmen. Noch immer herrsche zu wenig Wissen und zu viele Vorbehalte gegen Allerdings hat nicht

die Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz, stellte Michael Heizmann, Vorsitzender des Fachbereichs „Optische Technologien“ des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in einem Interview fest. KI sei ein Werkzeug wie jedes andere, das kleine und mittlere Unternehmen genauso nutzen können wie die Online-Giganten. KI und maschinelles Lernen müsse „Chefsache“ werden, so Heizmann und ergänzt: „Es darf nicht sein, dass man als Unternehmen sagt, das machen wir mal in zehn Jahren.“ Immerhin hat die Pandemie offenbar ein Aufwachen bewirkt. Glaubten Ende 2019 39 Prozent der KMU, sie seien Vorreiter in der Digitalisierung, so waren es ein Jahr später nur noch 27 Prozent. Der Mittelstand in Deutschland leidet in besondere Weise an der fehlenden Fachkenntnis. Hierzulande gibt es 86 000 offene Stellen für die IT-Berufe. Da ist auch die Wirtschaft selbst gefragt, Abhilfe zu schaffen.

Wie entwickelt sich der Marktanteil der digitalen Dienstleistungen? Im Maschinen- und Anlagenbau steht das Thema Digitalisierung weit oben. Nach der digitalen Produktion kommen jetzt immer mehr die digitalen Mehrwertdienste hinzu, die entsprechenden Marktanteile steigen. Viele Unternehmen setzen dabei auf Kooperationen, um digitale Plattformen aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit Start-ups ist sehr interessant. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Geschäftsmodelle? Mit der Digitalisierung ergeben sich teilweise neue Geschäftsmodelle oder bestehende lassen sich weiterentwickeln. Gerade weil der Maschinen- und Anlagenbau als Anbieter und Anwender von Industrie 4.0-Technologien im Zentrum der digitalen Entwicklungen in der Industrie steht, bedeutet das viel Potential für die Unternehmen. Hat sich diese Erkenntnis schon durchgesetzt? Insgesamt ist klar, dass es an der Digitalisierung keinen Weg vorbei gibt. Diese Erkenntnis ist da. Zugleich gibt es unterschiedliche Optionen und Notwendigkeiten für Digitalisierung, denn das Spektrum an Unternehmen und Produkten ist im Maschinenbau sehr breit. ANZEIGE – ADVERTORIAL

Digitale Services drohen in Appstores zu verkommen Kristijan Steinberg, Head of Strategy Consulting von Sopra Steria Next über Fehler der Industrie: „Was kompliziert ist, lässt der Kunde links liegen.“ Digitale Services gelten als Weg zu mehr Umsatz und Profitabilität im industriellen Mittelstand. Noch hapert es allerdings bei der Akzeptanz, zeigt der Branchenkompass Manufacturing von Sopra Steria. Die Hälfte der Unternehmen, die digitale Leistungen für andere Unternehmen anbieten, beklagen eine maue Nachfrage. Kristijan Steinberg, Head of Strategy Consulting Sopra Steria Next, sieht als Hauptgrund hierfür, das Unternehmen Fehler bereits in Entwicklungsphase unterlaufen. Der größte sei, nicht die Sichtweise

der möglichen Kunden einzunehmen. Als Beispiel nennt er: „Die Optimierung von Maschineneinstellungen durch Datenanalyse werden Kunden nur nutzen, wenn der Prozess entweder automatisch oder zumindest selbsterklärend abläuft. Alles, was für die Kunden zu kompliziert ist, werden sie links liegen lassen.“ Digitale Services würden dann zu Laden- oder Appstore-Hütern verkommen. In 60 Prozent der Unternehmen verhindert ein fehlendes Datenmanagement die nötige Kundenkenntnis und bremst damit Akzeptanz digitaler Services bei deren Kunden. Datenmanagement sei jedoch die Voraussetzung für die Entwicklung und die Einführung aller digitalen Services oder Geschäftsmodelle und damit für kundenfokussiertes Arbeiten. „Ein erfolgreiches Kundenerlebnis mittels z. B. KI-basierter Dienste erfordert, dass ich

Weitere Informationen finden Sie unter: www.soprasteria.de

Daten zur richtigen Zeit, in ausreichender Menge und konsistent vorliegen habe. Zudem muss ich Daten zusammenführen können, um nützliche Erkenntnisse zu gewinnen. Ordnung im Datenhaushalt ist deshalb eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung digitaler Dienste, die Kunden auch weiterhelfen“, so Steinberg. Sopra Storia ist ein Management- und Technologie-Berater, dessen 46.000 Mitarbeiter in 25 Ländern Behörden und Unternehmen helfen, sich in die digitale Zukunft zu entwickeln. Das Unternehmen hat seine Wurzeln in den 1960er-Jahren und wuchs mit der damals neuen IT-Industrie. Den Branchenkompass erstellt Sopra Steria regelmäßig, um die Herausforderungen und Strategien verschiedener Industrien zu erkunden.


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Digitalisierter Mittelstand 35

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KI unterstützt uns bereits jeden Tag smart industry Maschinelles Lernen und Predictive Maintenance sind die beiden Säulen von KI in der Industrie. Text: Katja Deutsch

K

ünstliche Intelligenz (KI) ist schon

längst Alltag – im Gesundheitswesen, dem privaten Konsum, der öffentlichen Sicherheit und der Wirtschaft. Fortschritte wurden in den letzten

Jahren in einem Teilbereich des Machine Learning erzielt, dem sogenannten Deep Learning. Dabei werden Modelle für einen Anwendungsfall anhand von Erfahrungen antrainiert und „erweitern“ ihr Wissen. Diese antrainierten Modelle können für diesen Anwendungsfall immer schneller und genauer exakte Ergebnisse auf Grund der antrainierten Wissensbasis liefern. Deep Learning basiert auf neuronalen Netzen.

In Wirtschaft und Industrie werden KI-Modelle eingesetzt, um Entscheidungen zu treffen. So greifen neben der Finanz- und Versicherungsbranche immer mehr Industrieunternehmen auf die Möglichkeiten der KI-Algorithmen zurück. Schnelleres Reagieren auf Unvorhergesehenes, schnelleres Erkennen

und Beheben von Fehlern, schnellere und exaktere Übertragung von Kommunikation, schnellerer und umfassenderer Zugang zu Wissen, internen Fakten und Produktionsprozessen, Vorgängen und Trends und Prognosen – die Unterstützung des „künstlichen Gehirns“ bietet Unternehmen de facto bemerkenswerte Vorteile. Bei der Digitalisierung der Fertigung fallen große Datenmengen an, die mittels Kombination aus Machine Learning und Digitalem Zwilling durch Online-Condition-Monitoring große Optimierungspotenziale bieten. Condition Monitoring bedeutet eine permanente Zustandsüberwachung der Maschine. Adaptive Regelungssysteme ermöglichen bei der Produktion eine höhere Produktqualität durch datengetriebene Prozessmodellierung. Künstliche Intelligenz hilft der Industrie

4.0, all diese gewonnenen Datenmengen zu nutzen und die Prozesse und Abläufe zu vernetzen, optimieren und Fehlersituationen frühzeitig zu erkennen. Wenn in Echtzeit erfassten Daten mit Karten und dem Eigenzustand der Maschine vernetzt werden, werden Bewegungen und Kraft adaptiv geregelt. Der „digitale Zwilling“ bildet dabei Prozesse bis hin zu ganzen Fabrikhallen ab, um vorab die Machbarkeit zu simulieren.

Ausgesprochen hilfreich ist der Einsatz

von KI in technischen Prüfverfahren. Prüfungen auf etwaige Schäden bei Zügen, Flugzeugen oder technischen Anlagen sind extrem zeitaufwändig, führen zu hohen Standzeiten der Systeme und sind unter Umständen riskant oder aufwendig. So liefern Flugzeugturbinen bei jedem Flug Datenmengen in der Größe von mehreren Terabyte, die den Menschen überfordern, mit denen KI-Programme jedoch hervorragend arbeiten können: Denn mit Predictive Maintenance kann Künstliche Intelligenz mit einer hohen Wahrscheinlichkeit voraussagen, wann es bei den Turbinen zu Problemen kommen kann und wie diese sich bereits im Vorfeld beheben lassen. Ergebnis ist neben höherer Sicherheit eine große Kostenersparnis. KI hat jedoch nicht nur in Managemente-

tagen und großen Produktionshallen Einzug gehalten, sondern auch im Büroalltag: Mit Robotic Process Automation (RPA) lassen sich Geschäftsprozesse automatisieren. RPA kann die Buchhaltung unterstützen, eingehende Zahlungen zuzuordnen oder sich wiederholende Vorgehen über mehrere Systeme zu automatisieren. Werden die Modelle erfolgreich trainiert, kann ein RPA-Programm auch unvollständige Überweisungen schneller, zuverlässiger und sicherer zuordnen.

KI hilft dabei, gewonnene Datenmengen zu nutzen und die Prozesse und Abläufe miteinander zu vernetzen, zu optimieren und Fehlersituationen frühzeitig zu erkennen. im Marketing wie beim Customer-Relationship-Management (CRM) zum Einsatz. Das Programm erkennt und identifiziert dabei Kunden mit personalisierten Angeboten – zum optimalen Preis, über den besten Kanal und zum passenden Zeitpunkt. Künstliche Intelligenz kommt

zu implementieren, braucht man eine interdisziplinäre Herangehensweise mit Experten. Diese müssen auch berücksichtigen, dass Künstliche Intelligenz keine Moral kennt. Werden falsche Daten eingespeist oder falsche Annahmen trainiert, besteht die Gefahr, dass das Modell falsche Schlüsse zieht. Deshalb ist es auch sinnvoll, jedes Modell vor Inbetriebnahme qualitätszusichern und unfangreich zu testen. Um KI erfolgreich

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Robotik-Weltmarktführer Universal Robots lädt zur COBOT EXFERENCE vom 23.-25.03.2021 Automatisiert produzieren – der erfolgskritische Wettbewerbsvorteil Fertigen Sie noch manuell oder automatisieren Sie schon? Vor dieser Frage stehen immer mehr produzierende Betriebe. Dabei sollte die Antwort längst feststehen, immerhin lohnt die Investition in einen kollaborierenden Roboter – kurz „Cobot“ – in vielerlei Hinsicht. Darf ein Cobot in der Fertigung mit anpacken, lässt sich rasch eine signifikante Qualitätssteigerung beobachten. Unternehmer entlasten ihre Mitarbeiter und sorgen für zufriedene Kunden sowie eine Produktion, die sowohl effektiver als auch eff izienter läuft. Innovationsfreude triff t auf Informationsmangel Doch gerade zu Beginn einer geplanten Automatisierung steht der Innovationsfreude ein gewisser Informationsmangel entgegen. Wie lassen sich Prozesse in der Produktion optimieren? Was kostet

Auf der COBOT EXFERENCE sprechen namhafte Robotik-Experten zu Cobot-Applikationen.

die Einführung eines Cobots? Was gilt es im Einzelfall zu beachten? Die Lösung für Anwender: die COBOT EXFERENCE vom 23.-25.03.2021 Robotik-Anwender und solche, die es werden wollen, benötigen daher eine gemeinsame interaktive Wissensplattform: eine Veranstaltung wie die COBOT EXFERENCE von Universal Robots (UR). UR ist der weltweit führende Anbieter von Cobots und weiß aus regelmäßigem Kundenkontakt, welche Herausforderungen den Automatisierungseinstieg begleiten. Vom 23. bis 25. März lädt er auch dieses Jahr zur virtuellen Messe. Das Ziel: Antworten zu finden auf wichtige Fragen aus der Welt der Mensch-Roboter-Kollaboration – per Chat, Video, live und in Farbe. Mitmachen, vernetzen, lernen: Hier zählt die Gemeinschaft Das kostenlose Online-Event ist Vortragsraum, Lehrwerkstatt und Dialogforum zugleich. Besucher haben die Möglichkeit, in eine Robotik-Erlebniswelt einzutauchen und Anregungen zu erhalten, wie sie ihre Produktion mithilfe von Robotern planungssicher und ohne großen Aufwand gestalten. An den virtuellen Messeständen können sich die Teilnehmer per Chat mit UR-Experten und Spezialisten aus der eigenen Region austauschen und sich über Roboter-Modelle sowie verschiedene Anwendungsszenarien informieren.

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Auf dem Programm: Branchenprofis aus Forschung und Wirtschaft Namhafte Branchenprofis skizzieren darüber hinaus in Live-Präsentationen, wie die Produktion der Zukunft aussehen könnte, und zeigen, wie Cobots Unternehmen dabei unterstützen. So referiert DI Dr. Mathias Brandstötter über das Potenzial der Mensch-Roboter Kollaboration zur Flexibilisierung von Arbeitssystemen. Den Mitarbeiter in den Fokus stellt auch Prof. Dr. Martina Mara, Professorin für Robopsychology, die in ihrem Vortrag die Akzeptanz von Cobots thematisiert. Die Branchenexperten Prof. Dr. Ing. Andreas Syska und Dr. Thomas Ramge skizzieren zukünftige Management- und Produktionsszenarien, die mithilfe Künstlicher Intelligenz und neuer Technologien erst möglich werden. Ergänzend dazu stellt Dr. Ing. Christian Henke vom Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM innovative Fallbeispiele mit Cobots vor. Interessierte können sich hier kostenlos registrieren:


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Analyse#66 – Digitalisierter Mittelstand  

Distributed with Die Welt on 10th of March 2021.

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