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Zoric Milica

Hermannstadt

Nikolina Novosel

Patricija Žganec

Larisa Nuszbaum

Patrick Schmiedt

Hristina Bulaja


Inhalt „Europa sind wir!“ Einleitung...............................................................................................4 Anreise...................................................................................................6 Was erwartet ihr vom Jugendcamp?....................................................7 Wir lernen uns kennen!.........................................................................8 Ulmer Spatz und alte Mauern.............................................................. 10 Eröffnung des Donaufests................................................................... 11 Geballte Kreativität.............................................................................. 12 Zeitung................................................................................................. 14 Donauschwaben und Zillefahren........................................................ 16 Wo Kretschmann und Seehofer zu Hause sind.................................. 18 Der Mensch und der Fluss ................................................................. 20

Die Donau für mich Was bedeutet mir die Donau? Bisher nur einen Fluss, der in unserem Land fließt und ich habe nie gedacht, dass sie für mich einmal mehr wird. Was bedeutet mir die Donau? Jetzt ist sie für mich eine Woche mit euch, Programme, worüber sich jeder von uns freut. Was bedeutet mir die Donau? Menschen, die einander überhaupt nicht kennen und durch ein Jugendcamp endlich Freunde werden.

Pressespiegel......................................................................................23

Was bedeutet mir die Donau? Konnte ich bisher nicht gut beantworten, aber jetzt weiß ich schon: sie bedeutet Freunde.

Impressum...........................................................................................23

Lilla (18) aus Ungarn

Wie hat euch das Jugendcamp gefallen?......................................... 22

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Einleitung Europa ist die große Herausforderung der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Ost und West werden zusammenwachsen, auf wirtschaftlichem Gebiet sicher schneller als auf dem gesellschaftlichen. Aber noch immer – auch im Zuge eines sich wandelnden Europas, dessen Konfliktlinien inzwischen genauso in NordSüd-Richtung verlaufen – behindern Denkschablonen, Vorurteile und Nichtwissen ein gemeinsames europäisches kulturelles Selbstverständnis. Damit ist nicht gemeint, dass die europäische Kultur im Großen und Ganzen einheitlich ist, - eine erschreckende Vorstellung angesichts der wachsenden Globalisierung, die kaum noch Unterschiede erkennen lässt. Nein, das bedeutet vor allem, dass das Besondere der europäischen Kultur ihre Vielfalt ist. Die europäische Donaustrategie sieht neben wirtschaftlicher und struktureller Vernetzung vor, den Wohlstand der Menschen im Donauraum positiv zu beeinflussen und ein friedliches und menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Das kann man

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Sponsoren am grünen Tisch beschließen, aber wenn es nicht gelingt, die Menschen zusammenzuführen, ist auch die Strategie zum Scheitern verurteilt. Erst die persönliche Begegnung und der konkrete Austausch, zwischen den Menschen der Donauländer, machen politische Entscheidungen daseinsfähig. Die gemeinsame Vergangenheit der Donauvölker ist nicht nur Anlass für das Internationale Donaufest, sie ist auch Ausgangspunkt für die gemeinsame Gestaltung der europäischen Zukunft. Die Zukunft Europas wird mit davon bestimmt sein, ob es gelingt, schon jetzt junge Erwachsene für die europäische Gemeinschaft zu interessieren. Nach den erfolgreichen Jugendcamps 2008 und 2010 fand im Rahmen des Internationalen Donaufestes 2012 in Ulm und Neu-Ulm ein weiteres Jugendcamp statt. Dazu wurden aus den Donauländern junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 22 eingeladen. Ziel des Jugendcamps war u. a., dass die Jugendlichen die Möglichkeit erhielten, miteinander in den Dialog zu treten, sich über den Nachbarn zu informieren und vielleicht gemeinsame Aufgaben in der Zukunft wahrzunehmen. Die gemeinsame Vergangenheit sollte Anlass sein, ein gemeinsames, ein friedliches Europa zu errichten, in dem jeder seinen Platz hat.


Die Ausstellung Im Einladungsschreiben wurden die Jugendlichen außerdem aufgefordert, bereits vor dem Camp eine Leistung zu erbringen. Das inhaltliche und künstlerische Thema des diesjährigen Jugendcamps war „Der Mensch – Der Fluss“; das Jugendcamp selbst soll einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Völkern der Donau leisten. Und was eignet sich besser zur Verständigung als die grenzüberschreitende Sprache der Kunst? Daher wurden die Jugendlichen aufgefordert, einen künstlerischen Beitrag zu diesem Thema einzureichen. Es konnte ein Foto sein, ein gemaltes Bild, eine Collage oder auch ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte. Folgende Fragen sollten dabei im Mittelpunkt stehen: Was bedeutet die Donau für euch? Spielt die Donau in eurem Leben eine Rolle? Oder gibt es einen anderen Fluss, der in eurem Leben eine Rolle spielt? Warum sind Flüsse für den Menschen wichtig? Sah die Donau gestern anders aus als die Donau heute? Wenn die Donau ein Mensch wäre, wie würde sie aussehen? Was wäre, wenn es die Donau nicht gäbe – würde sie fehlen? Die eingereichten Beiträge fanden Aufnahme in einer Ausstellung, die auf dem Gelände des Jugendcamps für die gesamte Dauer gezeigt wurde.

Fazit Positiv war von Beginn an, dass das Donaujugendcamp nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Internationalen Donaufestes sondern ein erklärter Projektbaustein war. Damit bekam das gesamte Projekt und seine Teilnehmer eine erhöhte Medienaufmerksamkeit, die sowohl von den Organisatoren noch mehr aber von den Besuchern des Donaufestes positiv wahrgenommen wurde. Aus zahlreichen Gesprächen war eine äußerst zustimmende Resonanz erkennbar. Die Besucher waren erfreut, dass Jugendliche aus so vielen Donauländern als Teilnehmer gewonnen werden konnten. Ein Gast äußerte dazu auch: „Wir Alten können nicht mehr so viel bewegen, aber die Jungen, die müssen es einmal besser machen, wissen Sie, ich komme ja aus der Generation, die noch Kriege gegen andere geführt hat, die Jugendlichen sollen lernen, dass man friedlich zusammenleben muss, alles andere hat ja gar keinen Sinn.“ Ebenso positiv war das Feedback der Teilnehmer aber auch deren Betreuer. Vor allem in der Internet Community war nachzulesen, dass es schade sei, dass die Veranstaltung schon zu Ende wäre, man aber froh über neu gewonnene Freunde und Erkenntnisse sei. Auch Nachtreffen wurden vereinbart.

Dr. Swantje Volkmann Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm

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Anreise

Manchmal auch mit Hindernissen Jugendliche aus zehn verschiedenen Ländern haben am Donaujugendcamp „Europa sind wir!“ teilgenommen. Manche wohnten gleich um die Ecke, wie die Teilnehmer aus Ulm, die anderen reisten mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Bus an. Eigentlich lief alles glatt – nur die Jugendlichen aus Rumänien hatten eine Anreise der etwas anderen Art. Die Anreise der Schüler aus Temeswar, Reschitza, Sanktana und Hermannstadt ging in Temeswar los und fing schon gut an. Der Bus sollte am Dienstag um 17:00 Uhr losfahren, hatte aber Verspätung. Eineinhalb Stunden mussten die Schüler und die Lehrer an der Bushaltestelle bei 39°C warten. Die armen Schüler aus Reschitza waren schon um 16:30 da und mussten sogar noch länger in der Hitze schmoren als die anderen. Der Bus ist dann endlich um 18:45 los gefahren und die Gruppe aus (Sanktana) Arad ist eigentlich umsonst bis nach Temeswar gekommen, weil der Bus wieder zurück nach Arad musste, um an die Grenze in Nadlac zu kommen. Der Vorteil des

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Busses war die Klimaanlage, die aber ihre Probleme hatte, wenn der Bus hielt. Das war dann auch der Fall, denn an der Grenze Rumänien-Ungarn mussten sie ungefähr zwei Stunden warten, weil noch fünf andere Busse vor ihnen mit Papierkontrolle und Gepäckdurchsuchung dran waren. Das war eine ziemlich unangenehme Überraschung, zwei Stunden lang bei 31°C ohne Klimaanlage! Durch Ungarn ging dann doch alles flüssig, durch Österreich auch außer einem bisschen stockenden Verkehrs. Kaum ist der Bus in Deutschland angekommen, wurde er von der Polizei rausgewunken, und der deutsche Staat hat gleich mal 250€ kassiert - warum auch immer. In Deutschland gab es dann noch kurze Staus, stockenden Verkehr und einmal haben wir uns verfahren, aus Versehen wegen dem Navigationssystem. Nach ungefähr 23 Stunden

Fahrt und sechs Pausen kamen die Gruppen in Ulm an. Nach einer herzlichen Begrüßung und der Zimmerzuweisung ging es dann für die Schüler sofort mit der Arbeit los. Nils (16) und Adrian (16) aus Rumänien


Was erwartet ihr vom Jugendcamp? Die über 100 Jugendlichen waren natürlich sehr gespannt, was sie während des Jugendcamps alles erleben würden. Wir haben sie nach ihren Erwartungen gefragt:

Angela (17) aus Serbien:

Bianka (17) aus Ungarn:

Es ist cool so viele verschiedene Sprachen hier zu hören. Viele Jugendliche kommen hierher um neue Leute kennen zu lernen und etwas Neues zu erleben. Deswegen bin ich auch hier, und ich glaube, dass wir eine schöne Zeit haben werden.

Ich finde dieses Camp eine gute Freizeitbeschäftigung für die Sommerferien. Hier können wir unsere Sprachkenntnisse entwickeln und Freundschaften knüpfen. In diesem Camp können wir Deutschland noch besser kennenlernen. Hier können wir verschiedene Sprachen hören und mit den Leuten Freundschaften knüpfen. Ich erwarte von diesem Camp, dass wir die Sprache gut üben können und viele Sehenswürdigkeiten sehen.

Atila (18) aus Serbien: Ich glaube, es wäre besser, wenn wir einen Tag in der Natur, neben der Donau verbringen könnten. Und dort wäre es einfacher neue Freundschaften zu knüpfen.

Teodora (17) aus Serbien: Ich denke dieses Camp kann uns sehr viel beibringen. Wir können neue Kulturen, neue Länder und vor allem neue Leute kennen lernen. Ich erwarte, dass wir viele interessante Sachen ausprobieren und sehen können, und auch, dass wir unsere deutsche Sprache verbessern.

Attila (17) aus Ungarn: Dieses Camp finde ich ganz cool, weil die Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern vermischt werden, da alle Deutsch sprechen. Das finde ich eine positive Sache, dass wir andere Kulturen und neue Menschen kennenlernen können. Das gestrige Programm war sehr toll, als wir uns und unsere Länder vorgestellt haben.

Mercédesz (16) aus Ungarn Dieses Camp ist ein wundervolles Erlebnis für uns. Es bietet die Möglichkeit, nette Leute kennenzulernen, unsere Sprachkenntnisse zu entwickeln und vor allem viel zu lachen. Hier können die Jugendlichen etwas ganz Neues erleben und auch ihre Freizeit aktiv verbringen. Was die Jugendherberge betrifft, muss ich sagen, dass das Essen besonders lecker ist und auch das Gebäude selbst finde ich ordentlich und sauber. Ich habe keine besonderen Erwartungen, nur eine denkwürdige Woche zu haben.

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Wir lernen uns kennen! So viele Jugendliche aus so vielen verschiedenen Ländern! Da wäre es nur natürlich, wenn am Anfang etwas gefremdelt wird. Aber alle Teilnehmer berichten, dass anfängliche Verständigungsschwierigkeiten sehr schnell überwunden wurden und sie schöne Tage miteinander verbracht haben. „Wir alle fühlen uns toll“ – erste Erfahrungen vom Jugendcamp Seit 3 Tagen sind wir in Ulm, im Jugendcamp und dagegen, dass es noch ganz wenig ist, haben wir schon viel zusammen erlebt. Ich habe nicht gedacht, aber super, wie diese vielfältigen Programme die Schüler, die einander nicht kennen und die aus verschiedenen Ländern gekommen sind, schon jetzt zusammengebracht haben. Fast den ganzen Tag verbringen wir miteinander, so haben wir die Möglichkeit, einander durch die deutsche Sprache kennenzulernen, etwas über andere Länder zu erfahren und neue Freundschaften zu knüpfen. Ich finde, dass die Organisatoren alles tun, unsere Zeit in Ulm schön zu machen und bisher ist es toll gelungen, wir alle fühlen uns toll. Die Stadt haben wir schon ganz gut kennengelernt, mit den anderen haben wir zusammen gesungen, getrommelt und gespielt, diese haben viel Spaß gemacht, also ich erwarte die nächsten Tage neugierig! Lilla (18) aus Ungarn

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Gemeinsames Singen bringt uns zusammen In diesem Jugendcamp werden sehr viele Programme organisiert, die die Teilnehmer dieses Camps zusammenbringen. Es geht natürlich nicht so leicht, weil die Anzahl der Menschen etwa 130 Personen beträgt. Am ersten Tag haben wir zehn Gruppen mit je 12-13 Personen gebildet, die verschiedene Aufgaben bekamen und ihre Resultate präsentieren sollten, wie zum Beispiel: ein Talentshow aus Serbien, Volkstanz aus Ungarn oder verschiedene Ratschläge, mit denen man in Tschechien überleben kann. Wir lernten etwas Interessantes von jedem Land kennen und es machte auch viel Spaß.

An dem zweiten Tag haben wir abends zusammen gesungen, was sehr gemütlich und so erfolgreich war, dass es am Ende zu regnen begann. Dieser Gesang erinnerte mich an die alten Volkstraditionen, die das Zusammenknüpfen der Menschen in einer Gruppe verstärkten. Ich hoffe, dass ich später noch viele solche schöne Erfahrungen sammeln kann und in den folgenden Jahren noch mehrere Jugendliche aus Europa an diesem Programm teilnehmen können werden. Bálint (20) und Attila (17) aus Ungarn


Survival-Guide fürs Jugendcamp Jetzt sind wir schon drei Tage lang in dem Camp. Obwohl unsere Koffer so schwer waren, dass wir sie fast nicht einschließen können haben, haben wir schon während dieser Zeit erfahren, was wir zu Hause vergessen haben. Alles hat mit den blöden Mücken begonnen… Am ersten Abend hatten wir ein gemeinsames Programm auf einer Wiese. Zuerst dachten wir - cool! Dann dachten wir – Mücke hier, Mücke dort, Mücken überall! Natürlich hatten wir kein Mückenspray mit, deshalb haben wir uns am Ende des Abends nichts anderes als gekratzt. Na schön … Wenn es nicht genug gewesen wäre, hatten wir am nächsten Tag eine Stadtführung… Es war ein wunderschönes Erlebnis, besonders in Schuhen mit hohen Absätzen. Glaube uns! Um ehrlich zu sein, es war so unbequem, dass wir am Abend nicht mehr stehen konnten. Sportschuhe haben wir auch zu Hause gelassen ... Im Ernst, wir sind so klug! Und noch etwas ... schlafen! Wenn du hier schlafen möchtest, du MUSST Ohrstöpsel mitbringen, weil hier in der Jugendherberge das Leben immer „läuft“. Also was haben wir aus dieser Situation gelernt? Mückenspray, Sportschuhen und Ohrstöpsel nie vergessen! Bianka (17) und Mercédesz (16) aus Ungarn

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Ulmer Spatz und alte Mauern Stadtführung durch Ulm

Zuerst sollten die Jugendlichen natürlich auch ihre Gaststadt Ulm kennenlernen. Schüler aus dem Humboldt-Gymnasium in Ulm erklärten sich bereit, die Teilnehmer durch die Stadt zu führen. Eine ganze andere Art der Stadtführung haben wir JugendcampTeilnehmer bekommen. Jugendliche haben uns ihre Stadt gezeigt. Nach der herzlichen Begrüßung durch die Bürgermeister von Ulm und Neu-Ulm begann die Stadtführung. Wir sind in Gruppen gegangen, jede hatte zwei Fremdenführer. Sie kannten die Sehenswürdigkeiten von Ulm ausgezeichnet und waren sehr nett und gewissenhaft. Ich möchte mich bei ihnen für ihre Arbeit im Namen der Teilnehmer des Jugendcamps bedanken. Zuerst besuchten wir die Sehenswürdigkeiten der Ulmer Altstadt: das Schiefe Haus, das im 14./15. Jahrhundert gebaut wurde und momentan das schiefste Hotel der Welt ist. Interessant war es für uns auch zu erfahren, dass Albert Einstein in Ulm geboren ist, und sein Geburtshaus in der Bahnhofstraße 20 steht. Wir besichtigten auch die Stadtmauer entlang der Donau, wo wir interessante Traditionen und Geschichten kennen gelernt haben: Beim Restaurant „Zur Forelle“ kann man eine Kanonenkugel von der Zeit Napoleons sehen. Wir wussten, dass spannende Schaukämpfe an der Donau am Schwörmontag stattfinden, es wäre schön, wenn wir einen solchen Kampf sehen könnten.

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Ich fand die Geschichte von Albrecht Berblinger, dem Mann, der Anfang des 19. Jahrhunderts versucht hat, von der Adlerbastei über die Donau zu fliegen am interessantesten und die Legende des Metzgerturms war auch sehr lustig. Auch die Musikschule hatte etwas zu bieten: Sie war früher das Stadtbad. Das älteste Viertel Ulms, mit seinen hohen Fachwerkhäusern schilderte die Atmosphäre vom Mittelalter bis zu der Neuzeit. Das Rathaus war meiner Meinung nach die schönste Sehenswürdigkeit unserer Stadtführung. Die Uhr, die nicht weniger als vierzehn Funktionen hat, gefiel mir am meisten. Während der Fahrt konnten wir auch jede Menge Skulpturen vom Ulmer Spatz sehen. Nachdem uns unsere Fremdenführerin die Geschichte des Baus der Ulmer Stadtmauer erzählt hatten, war es klar, warum es in Ulm so viele Spatzen-Skulpturen gibt. Das Schwörhaus mit seinem Fest Schwörmontag ist meiner

Meinung nach die schönste Tradition in Ulm, die den Menschen auch Beispiel sein kann. Ich finde es auch toll, dass so viele Menschen in Ulm daran teilnehmen. Wir haben einige Minuten auch in der Neuen Mitte verbracht, wo wir leider wenige Sehenswürdigkeiten besichtigen konnten, aber der erste Eindruck war auch sehr positiv. Am Ende guckten wir das Münster an, das die höchste Kirche der Welt ist, und ich hoffe, dass ich während des Jugendcamps diese wunderschöne Stadt vom Oberteil des Münsters sehen kann. Ich möchte mich bei unseren Stadtführern für die wunderschöne Stadtführung bedanken. Bálint (20) aus Ungarn


Eröffnung des Donaufests Der Auftritt des Donaujugendcamps beim Donaufest war die erste große Nervenprobe für die Jugendlichen. Vor einem großen Publikum mussten sie das Stück aufführen, das sie eingeübt hatten. Aber kaum standen sie auf der Bühne, klappte alles wie am Schnürchen!

„Dann fangen wir jetzt an!“ Das Jugendcamp war auch ein Teil bei der Eröffnung des Donaufestes – und hat mit seinem mitreißenden und inspirierenden Auftritt großen Eindruck hinterlassen. Nachdem fast alle von uns 107 Jugendlichen sich vor der Bühne versammelt hatten, begann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer in ihrer/seiner eigenen Sprache laut ihr eigenes Land lobten, bis sie von zehn anderen Teilnehmern zum Schweigen aufgefordert wurden. „Ich“, „meins“, das sei doch langweilig und einsam, nur mit „wir“ käme man voran. Aber was tun? „Ich weiß es nicht“ schallte der Chor und wiederholte es zum bekannten Rhythmus von „We will rock you“ und brachte damit auch das Publikum zum Mitklatschen. Nachdem schon das so gut funktioniert hatte, beschlossen die Teilnehmer, gleich so weiterzumachen – „dann fangen wir jetzt an“. Und damit gingen alle nach draußen. Es ging um vor allem die Wichtigkeit dieses Camps in den internationalen Begegnungen, die Rolle der Donau usw. Nicht nur das Publikum, sondern auch wir, die Teilnehmer des Jugendcamps haben diese schöne Produktion genossen. Bálint (20 Jahre) und Attila (17 Jahre) aus Ungarn

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Geballte Kreativität Die Workshops

Zwischen fünf verschiedenen Workshops konnten sich die Teilnehmer des Jugendcamps entscheiden – Singen, Tanzen, Theater, Trommeln und Bildende Kunst. Aus den Ergebnissen daraus sollte dann eine Präsentation zusammengestellt werden, die die Jugendlichen auf der Bühne des Donaufestes in Neu-Ulm aufführten. Doch zuerst durften sie in jeden Workshop hineinschnuppern. Die Teilnehmer berichten von diesem Zirkeltraining und dann von den Workshops Tanzen und Bildende Kunst. Das Zirkeltraining Gestern wurden die Jugendcampteilnehmer in Gruppen eingeteilt, um die fünf Workshops auszuprobieren: Gesang, Tanz, Rhythmus, Kunst und Schauspiel werden angeboten. Jeder Teilnehmer muss sich in einem der Workshops eintragen, dessen Choreographie zusammen erarbeitet und am Dienstag auf dem Donaufest gezeigt wird. Die Präsentation des Jugendcamps steht unter dem Motto „Der Mensch. Der Fluss.“ Beim Gesang-Workshop wird zu einem Popsong ein Text geschrieben, passend zum Thema Donau. Der Tanz soll eine Mischung aus Volkstänzen und Ballett werden und dies soll den Verlauf der Donau zeigen. Die Rhythmen werden durch die verschiedenen Trommeln aus aller Welt vereint.

Ihre künstlerische Seite entdecken Jugendliche beim Gedichte schreiben, beim Skulpturenbau mit Treibholz, Steinen und Stoff und beim Bemalen von Leinwänden. Dies alles ergibt zusammen ein Bühnenbild.

Das Theater besteht aus Improvisation, wo jeder seine Ideen mit einbringen kann. DAS MOTTO IST DIE DONAU - UND DIE JUGENDLICHEN ENTSCHEIDEN. Alexandra (15) und Franka (14) aus Deutschland, Ena (16), Hristina (17) und Ivana (16) aus BosnienHerzegowina

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Zwei Jungs und viele Mädchen: Wir tanzen! Das Workshop Tanzen ist einer von den fünf Workshops, die wir ausprobieren können. Am Dienstag müssen wir auf einer Bühne unsere Produktionen präsentieren, deshalb arbeiten alle fleißig. Sie sind aber auch aufgeregt, weil etwa 600 Zuschauer vor der Bühne stehen werden. 17 Jugendliche aus dem Jugendcamp stehen auf einer kleinen Bühne. Aus dem Radio hört man das Lied von Mandinga, sie war die rumänische Eurovision Song Contest Teilnehmerin dieses Jahr. Die Tanzschritte zeigt ihnen eine Leiterin aus den USA, deshalb sprechen sie Englisch. Die Teilnehmer kommen aus allen Donauländern und erlernen einfache Tanzschritte: die Volkstänze der Nationalitäten entlang


Ein Interview mit Franka (16) und Nikolina (17) aus Kroatien: der Donau, und moderne Tänze. In der Choreographie gibt es sowohl Hip-hop und Pop, als auch traditionelle Elemente. Es wird also gemischt und bunt, wie auch die Musik dazu, um die Vielfältigkeit zu zeigen. Zuerst haben sie in einem Kreis getanzt und den ungarischen Volkstanz „Csàrdàs“ erlernt. Sie müssen auch in Paaren tanzen, aber es gibt nur zwei Jungen in der Gruppe, deshalb müssen dann Mädchen zusammen tanzen. Es gibt einige, die früher schon getanzt haben, und einiges darüber wissen, aber es gibt auch einige, für die es etwas ganz Neues ist. Seit drei Tagen arbeiten sie zusammen, haben einander schon kennengelernt, und was das Wichtigste ist: sie haben Spaß während der Proben.

Wie macht man ein Bühnenbild? Bei der Kunstgruppe sprudeln die Ideen nur so. Es geht um ein kreatives Bühnenbild. Die Arbeit teilen sich zwei Gruppen: Zum einen die Maler. Sie verleihen dem Bühnenbild die gewissen Farben. Zum anderen die Bastler. Sie versuchen, die Donauregionen erlebbar zu repräsentieren.

Warum habt ihr euch für diesen Workshop entschieden? Wir haben uns für diesen Workshop entschieden, weil wir ihn interessant finden, und weil wir gerne Basteln und Malen. Deshalb finden wir diesen am besten, weil wir unser Talent zeigen können. Was habt ihr bis jetzt alles gemacht? Wir sind in der Bastelgruppe. Die ist auch in zwei Gruppen unterteilt. Unsere Aufgabe ist es, uns um kleine Details wie Fische oder Schnecken zu kümmern, die am Bühnenbild angebracht werden. Wir haben schon ganz viele gemacht! Habt ihr hier auch viele neue Leute kennengelernt? Die anderen Teilnehmer sind aus verschiedenen Ländern. Aber am schnellsten haben wir uns mit den Rumänen angefreundet. Franka (14) und Alexandra (15) aus Deutschland, Patricija (16) aus Kroatien

Bernadett (18) aus Ungarn

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Zeitung Unter Anleitung der Journalisten von der Südwestpresse haben einige Teilnehmer des Camps eine tägliche Campzeitung herausgegeben: Die „Donauzeitung“. Sie haben alle Geschehnisse im Donaujugendcamp begleitet und darüber berichtet.

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Dienstag, 10. Juli 2012

Überleben in Ulm

Beim Tanz fehlen wie immer die Männer Das Donaufest hat auch etwas für junge Leute zu bieten. Aus allen Ländern des infach nur abhängen, das war

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während des Donaucamps nicht möglich. Manche hatten sich zwar etwas mehr freie Zeit gewünscht, Zeit, um vielleicht an der Donau auf der Wiese zu liegen und sich einfach nur miteinander zu unterhalten. Doch das Jugendcamp hatte volles Programm. Fünf Workshops wurden insgesamt angeboten, was herausgekommen ist, kann sich jeder heute Abend (20 Uhr) auf der DonaufestBühne in Neu-Ulm anschauen. „Wir zeigen unser Europa“ ist das Motto der Präsentation. Es ist ein kunterbuntes Europa, so viel darf schon mal verraten werden. „Der Tanz der Donau“ war die Überschrift eines dieser Workshops. In den anderen wurde gesungen, getrommelt und Theater gespielt. Außerdem gab es auch noch einen Kurs bildende Kunst, in dem vor allem handwerkliches und bastlerisches Geschick gefragt war. Wir haben uns für den Tanz entschieden. Alle, die dabei waren, haben ziemlich fleißig geübt. Viele sind aber auch schon ziemlich aufgeregt, weil heute Abend etwa 600 Zuschauer vor der Bühne sein werden um zuzuschauen. 17 Jugendliche aus dem Camp stehen dann auf der kleinen Bühne. Aus dem Radio hört man das Lied von Mandinga, der rumänischen Teilnehmerin des Eurovision Song Contests in diesem Jahr. Die Tanzschritte hat uns die Gruppenleiterin aus den USA beigebracht. Natürlich wurde im Workshop deshalb nicht deutsch wie sonst, sondern englisch gesprochen. Wir Teilnehmer kommen aus allen Donauländern und haben zuerst ganz einfache Tanzschritte erlernt: Die Volkstänze der Nationen entlang der Donau, aber auch moderne Tänze. In der Choreographie gibt es sowohl Hip-Hop und Pop als auch sehr traditionelle Elemente. Es wird also gemischt und bunt, wie auch die Musik dazu, eben um die Vielfältigkeit zu zeigen. Zuerst haben wir in einem Kreis getanzt und den ungarischen Volkstanz „Csàrdàs“ gelernt. Auch in Paaren wird getanzt, jedoch müssen meist die Mädchen zusammen tanzen, da es nur zwei Jungen in der Gruppe gibt. Das ist in allen Ländern gleich. Einige in der Gruppe haben schon früher getanzt und kennen sich in dem Bereich richtig gut aus. Aber es gibt auch viele, für die es etwas ganz Neues war. Vier Tagen lang haben wir zusammen gearbeitet, haben einander dabei sehr gut kennen gelernt, und was das Wichtigste ist: Wir haben sehr viel Spaß während der vielen Proben gehabt. der tanzworkshop

Donauraums sind sie zum Internationalen Jugendcamp zusammengekommen. Manch einer ist dabei auf ungeahnte Hindernisse gestoßen, andere haben überraschende Dinge erlebt oder einfach nur Spaß gehabt.

Ungebetener Teilnehmer am Jugendcamp: die Stechmücke. Foto: Fotolia

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etzt sind wir schon seit fünf Tagen im Internationalen Jugendcamp. Obwohl unsere Koffer so schwer waren, dass wir sie fast nicht tragen konnten und schon gar nicht in den Schrank bekommen haben, wissen wir schon jetzt, was wir alles zu Hause vergessen haben. Viel! Alles hat mit den blöden Mücken begonnen . . . Am ersten Abend hatten wir ein gemeinsames Programm auf einer Wiese. Zuerst dachten wir: „Cool!“ Dann dachten wir: „Mücke hier, Mücke dort, Mücken überall!“ Natürlich hatten wir kein Mückenspray mit dabei, deshalb haben wir bis zum Ende des Abends nichts anderes getan als geschlagen, später gekratzt und gekratzt. Na schön! Das nächste Erlebnis der anderen Art kam am nächsten Tag. Da hatten wir nämlich eine super lange Stadtführung. Die haben sich echt Mühe gegeben, und es war ein wunderschönes Erlebnis – zumindest wenn man keine Schuhe mit hohen Absätzen anhatte. Um ehrlich zu sein, es war so unbequem, dass wir

am Abend nicht mehr stehen konnten. Die Sportschuhe haben wir natürlich auch zu Hause gelassen. Im Ernst: Das war nicht wirklich klug! Und noch etwas: das Schlafen. Wenn du hier schlafen möchtest, musst du unbedingt Ohrstöpsel mitbringen, weil hier in der Jugendherberge das Leben immer „läuft“. Also, was nehmen wir aus dem Camp und unserer Situation mit nach Hause? Mückenspray, Sportschuhe und Ohrstöpsel nie vergessen! bianka, 17 jahre, ungarn a wir ein sehr kleines Zimmer haben und viele von uns sogar zu fünft in einem Zimmer untergebracht sind, haben wir nicht so viel Platz. Eines der Betten steht sogar in der Mitte und nimmt total viel Platz weg. Deswegen müssen wir immer darüber springen, wenn wir auf die andere Seite wollen. Überall sind Koffer, Stühle und andere Sachen. Es gibt kaum Platz, um sich zu bewegen. Deshalb haben wir ein Spiel erfunden, in dem es darum geht, erstens nichts umzukippen und zweitens, sich kein Bein zu brechen. Ehrlich, wir sind darin richtig gut geworden und haben es zu einer richtigen Kunst gebracht, deshalb nennen wir uns jetzt „Spiderpigs“ – wie die in „Die Simpsons: Der Film!“ hristina, 17 jahre ivana, 16 jahre, ena, 16 jahre bosnien-herzegowina

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nser erster Eindruck von Deutschland: Nach 20 Stunden Fahrt im Bus aus Rumänien, bei 30 Grad Hitze, wurden wir gleich nach der Grenze von der Polizei herausgewunken. Wir mussten

250 Euro Strafe bezahlen. Unser zweiter Eindruck: Hier hat es so viele Mücken, und wir haben das Mückenspray vergessen. In Ulm selbst wurden wir sehr freundlich empfangen. Besonders begeistert haben uns die alten Autos auf dem Münsterplatz. Das hätten wir nicht erwartet und dass die Leute dort uns ganz offen unsere vielen Fragen beantwortet haben. Die Besitzerinnen eines rosafarbenen Oldtimers haben uns so viele technische Begriffe um die Ohren geworfen, dass wir leider nichts mehr verstanden haben. Wahrscheinlich dachten sie, dass sie uns von ihrem Wissen überzeugen mussten, weil sie Frauen sind. nils, 16 jahre, rumänien adrian, 17 jahre, rumänien

Voller Freude dabei

Manchmal hilft nur noch die Zeichensprache

Tabea Stegmiller, Betreuerin aus Überzeugung

ie Sprache ist eines der wichtigsten Elemente, die den Charakter eines Menschen beeinflusst. Sie ist ein Portal, das zur Erweiterung des eigenen Horizonts führt, der Algorithmus, mit dem man besser die Kultur anderer Länder verstehen kann. Die Teilnehmer des Jugendcamps sprechen nicht nur ihre eigene Landessprache, sondern auch Deutsch und Englisch. Ein Zweck des Camps ist es, dass die Jugendlichen verstehen, wie wichtig es ist, auch die Traditionen und Sitten der anderen zu kennen, um gegenseitige Vorurteile abzubauen. In den ersten Tagen konnte man am besten beobachten, wie schnell Freundschaften geschlossen worden sind. Anfangs sind die meisten immer in der eigenen Gruppe unter sich geblieben. Aber schon da wurden immer wieder neugierige Blicke ausgetauscht, ab und zu auch ein schüchternes „Hallo!“ den anderen zugeworfen. Mit der Zeit aber sind diese unsichtbaren Grenzen immer mehr verschwunden. Alle haben irgendwie miteinander geredet, mal in Deutsch, mal in Englisch, auch ein wenig in der Landessprache, sogar mit Hilfe von Zeichensprache. Obwohl man manchmal den Eindruck einer babylonischen Sprachverwirrung hatte, konnten sich alle irgendwie miteinander verständigen. „Man verständigt sich hier viel in deutscher Sprache. Diese Chance

hat man zuhause einfach nicht“, sagt der 17-jährige Sebastian DinuOsman: „Es hilft mir, meinen Wortschatz zu erweitern. Langsam übersetze ich schon ganz unbewusst Formulierungen aus meiner Sprache ins Deutsche.“ Die Leitung des Camps und die Betreuer haben Wert darauf gelegt, dass sich die Jugendlichen gemischt haben. Sie mussten zusammen etwas erarbeiten und dafür miteinander reden. „Sie haben darauf geachtet, dass nicht jeder nur in seiner Gruppe blieb“, beschreibt der 17-jährige Adrian Gherle.

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ine Woche lang täglich zwei Zeitungsseiten nur mit Jugendlichen produzieren: Kann das gutgehen? Prinzipiell ja, wie unsere acht9-Redakteure jede Woche beweisen. Aber wenn diese 14- bis 18-Jährigen nicht aus Deutschland kommen, sondern aus allen möglichen osteuropäischen Ländern? Ehrlich gesagt waren wir skeptisch, als die Organisatoren des Jugendcamps auf uns zugekommen sind. Trotzdem haben wir es versucht. Vor einer Woche ging also die Türe auf, und statt der angekündigten zwölf Jugendlichen standen mehr als 20 da. Schön, dass wir so beliebt sind, aber wohin mit den Leuten? Kurzerhand fand die Redaktionskonferenz, anberaumt jeden Morgen um 10 Uhr, in der Caféteria der Redaktion statt. Obwohl die Jungs und Mädchen völlig übernächtigt waren – zumindest an diesem Tag aufgrund der langen Anreise – gab’s genug Ideen. Statt lange zu reden, haben wir uns einfach an die Computer gesetzt und munter drauflos geschrieben. Ein Problem mit der deutschen Sprache? Fehlanzeige. Manchmal fehlte ein Begriff, in der gemeinsamen Diskussion fand aber meist irgendeiner der jungen Redaktion das passende deutsche Wort. Auch manche Redewendung war noch nicht im Wortschatz, doch wer lernt schon, was es heißt „etwas zu schultern“ in der Schule. Ach ja, die Sache mit „gestern“ und „heute“ war auch immer ganz lustig. „Heute ist morgen schon gestern“, diese alte Redakteurs-Weisheit hat den Mädchen und Jungs ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet – manchen sogar bis zum nächsten Tag. Dann war da natürlich noch die Sache mit dem Genitiv, über dessen korrekte – oder vielmehr falsche – Verwendung

mercedesz, 16 jahre, ungarn

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Gelöste Sprachverwirrung D

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Die Türe ging auf, und die Bude war voll

Iasmina Iova hat besonders der künstlerische Ansatz gefallen. In theatralischer Form durften die Jugendlichen die Länder vorstellen. „Damit wurde auch unsere kreative Seite gefördert“, sagt die 16-Jährige. Mehr noch: „Uns wurde geholfen, dass wir zu einem Team werden.“ Das Kennenlernen der fremden Kultur sei nur die eine Seite: „Man befreundet sich auch miteinander.“ Viele Kontakte, die in diesen Tagen geknüpft worden sind, werden weiter bestehen. patrick-dennis, 16 jahre aus rumänien

Nils und Nils – einmal im Original und einmal kreativ in Szene gesetzt. Der junge Rumäne ist geboren in Frankfurt und wohnhaft in Rumänien. Privatfoto

mancher Lehrer hierzulande sicher Bücher schreiben könnte. Mit und ohne Genitiv hat das junge Redaktionsteam jeden Tag zwei DIN-A3-Seiten voll geschrieben und mit den passenden Bildern versehen. Wenn mal was geklemmt hat, dann war garantiert nie der Redakteur, sondern die Technik schuld. Mal streikte der Drucker in der Flussmeisterei, dann war ein E-Mail-Eingang gnadenlos verstopft oder der USB-Stick verschollen. Am Ende ist immer etwas herausgekommen. Heute macht das Team seine letzte Seite, die morgen pünktlich zur Abfahrt der Busse erscheinen wird (sofern nicht wieder ein Drucker streikt). Wer sich für die Inhalte interessiert, sollte auf acht9.de nachschauen. Unser Fazit: Es hat sich gelohnt. ute gallbronner

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abea Stegmiller ist eine derjenigen, die dafür sorgt, dass beim Jugendcamp alles in geordneten Bahnen läuft. „Es ist toll, wenn man Jugendlichen eine Aufgabe stellt und sie dann eifrig dabei sind“, sagt die 23-Jährige, die eine der Betreuerinnen für Jugendliche des Donaucamps ist. Zum ersten Mal ist sie 2008 dabei gewesen. Das war noch bevor sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei Swantje Volkmann, der Kulturreferentin für Südosteuropa beim Donauschwäbischen Zentralmuseum, überhaupt begonnen hat. Bereits damals hatte Tabea große Freude an der Arbeit mit Jugendlichen gefunden. Mittlerweile ist das FSJ vorbei, es ist wieder Jugendcamp, und Tabea Stegmiller ist wieder dabei. Die Ulmerin studiert mittlerweile Geschichte und Kunstgeschichte im fünften Semester in Heidelberg. Der Landtagsbesuch der Jugendlichen – wahlweise ging es nach München oder Stuttgart – fand ohne Tabea statt: Sie musste in Heidelberg Prüfungen hinter sich bringen. So kurz mal zwischendrin. Ihren Master würde Tabea Stegmiller am liebsten in Wien machen. Was danach kommt, hält sie sich noch offen. Während des Camps hat sie sich vor allem um die tägliche Ausgabe „Donau Zeitung“ gekümmert, ein Projekt das von der SÜDWEST PRESSE unterstützt wurde. Heute

Mitten in den Jugendcamp-Tagen mal kurz Prüfungen in Heidelberg schreiben: TaPrivatfoto bea Stegmiller hat auch das geschafft. ist der letzte Tag, an dem sich die Redaktion morgens um 10 Uhr trifft, um ihre Eindrücke, Ausflüge und Erfahrungen festzuhalten. Obwohl die Gruppe mit 21 Jugendlichen etwas groß geraten ist, und es Tabea manchmal richtig schwer gefallen ist, den Überblick zu behalten, alles und alle miteinander zu koordinieren, ist sie begeistert von der Kreativität und dem Eifer der Jugendlichen. „Ihre Energie ist bewundernswert“, so Tabea. Die Texte, die entstanden sind, seien lustig und lesenswert, und es sei ein toller Moment, sagt die Betreuerin, die fertige Zeitung schließlich in der Hand zu halten. Sie selbst ist nicht

viel älter als ihre Schützlinge, trotzdem wird Tabea als Aufsichtsperson akzeptiert und respektiert. „Ich hab einfach Freude an Jugendcamps“, sagt sie. Und ergänzt, dass es keinen Unterschied mache, woher die Jugendlichen stammen, die Zusammenarbeit habe während der Woche immer gut funktioniert. Ihre Arbeit im Rahmen des Donaufestes empfindet sie als „bereichernd und erfüllend, auch wenn sich das ein bisschen übertrieben anhört“. Eines ist für Tabea Stegmiller klar: Beim nächsten Donaucamp möchte sie auf alle Fälle wieder mit dabei sein. anne kaifer, 15 jahre carina braunsteffer, 23 jahre

Freitag, 06. Juli 2012

Mittwoch, 4. Juli 2012

Mittwoch, 11 Juli 2012

Donnerstag, 05. Juli 2012

DONAU Z EITUNG

JUNGE JOURNALISTEN BERICHTEN VOM JUGENDCAMP ‚EUROPA SIND WIR‘

DONAU Z EITUNG

Politik mal anders

Obwohl Ulm uns täglich überrascht, hatten wir eine Chance noch eine größere Stadt zu sehen. Am Montag waren wir in Stuttgart, der Hauptstadt des Bundeslandes BadenWürttemberg. Die Reise begann mit der Zugfahrt von Ulms Hauptbahnhof. Als wir in Stuttgart ausstiegen haben wir uns auf den Weg zu dem Landtag gemacht. Weil wir noch eine Stunde vor unserem Besuch dort hatten, haben wir uns im Park entspannt und die Natur genossen. Danach sind wir ins Parlament gegangen und waren sehr freundlich willkommen. Dann haben sie uns in den Plenarsaal geführt. Für einen Moment haben wir Rollen mit dem Abgeordneten getauscht. Jeder von uns hat einen Platz und Namen bekommen. Ein Mädchen aus Ungarn, das auf dem Platz von dem aktuellen Bundespräsident saß, war ausgewählt, die Rolle der Präsidentin zu spielen. Wir anderen waren in schon existierenden Partien geteilt. Danach haben alle Parteien ihren Kandidaten für Ministerpositionen vorgestellt. Der Minister war von der absoluten Mehrheit ausgewählt. Danach sind wir in einen anderen Saal gegangen. Der richtige Präsident hat auf uns schon gewartet. Da wurden wir bedient mit Bretzeln und Saft. Er hat uns gesagt was man so alles im Landtag macht und später auf unsere Fragen beantwortet. Eine von uns hat ihm ein Geschenk von unserem Camp gegeben. Wir haben über unsere Workshops erzählt. Als wir mit dem Besuch fertig waren, sind wir in die Stadt gegangen. Wir hatten noch 3 Stunden übrig bis zur Abfahrt. Die meisten von uns haben die Zeit fürs Einkaufen benutzt. Die 3 Stunden waren nicht genug, um alles zu sehen, aber trotzdem war es schön.

Gestern ging es für eine Gruppe des Jugendcamps nach München in den Landtag.

Zu Besuch auf dem Donaufest

Nach der herzlichen Begrüßung durch die Bürgermeister von Ulm und Neu-Ulm, begann die Stadtführung. Wir sind in Gruppen gegangen, jede hatte zwei Fremdenführer. Sie kannten die Sehenswürdigkeiten von Ulm ausgezeichnet und waren sehr nett und gewissenhaft. Ich möchte mich bei ihnen für ihre Arbeit im Namen der Teilnehmer des Jugendcamps bedanken. Zuerst besuchten wir die Sehenswürdigkeiten der Ulmer Altstadt: das Schiefe Haus, das im 14./15. Jahrhundert gebaut wurde und momentan das schiefste Hotel der Welt ist. Interessant war es für uns auch zu erfahren, dass Albert Einstein in Ulm geboren ist, und sein Geburtshaus in der Bahnhofstraße 20 steht. Wir besichtigten auch die Stadtmauer entlang der Donau, wo wir interessante Traditionen und Geschichten kennen gelernt haben

Passiert es oft, dass sie in letzter Sekunde improvisieren müssen? SABINE MEIGEL: Ja. Das ist immer spannend bis zum Schluss, ob auch die letzte Bude noch steht. Ich leite das Fest ja nicht allein, zu Sechst lässt sich so eine Veranstaltung schon schultern. Dazu hab ich hier noch ein tolles Team im Donaubüro mit vielen wichtigen Damen.

Danach gab es in der Landtagsgaststätte Essen. Bei der bayerischen Hauptspeise, Kartoffelknödel und Rollbraten, scheiterte es an den verschiedenen Geschmäckern der Campteilnehmer.

Während der Fahrt konnten wir auch jede Menge Skulpturen vom Ulmer Spatz sehen. Nachdem uns unsere Fremdenführerin die Geschi

Was für eine Bedeutung hat die Ulmer Schachtel für die Stadt? SABINE MEIGEL: Sie zeigt die Verbundenheit von Ulm zu den anderen Städten entlang der Donau. In diesem Jahr ist es genau 300 Jahre her, dass die ersten Auswanderer in Ulm in die Schachtel gestiegen sind, um dann eben ein neues Leben, ein neues Glück in Ungarn, Rumänien oder Serbien zu finden.

Text

Impressum. Herausgeber: Donaujugendcamp 2012.

herzlichen willkommen zum Jugendcamp „Europa sind wir!“. Wir freuen uns sehr, euch kennenzulernen und mit euch zusammenzuarbeiten. Hoffentlich hattet ihr eine gute Reise. Nach der langen Fahrerei seid ihr bestimmt hungrig. Mittagessen wird es heute den ganzen Tag geben. Greift zu und ruht euch aus, damit ihr fit für die nächsten Tage seid! Wenn ihr schon neugierig seid, was euch beim Jugendcamp erwartet, schaut bitte auf die Rückseite dieser Zeitung. Dort findet ihr das komplette Programm. Ihr habt auch unsere Hausordnung bekommen. Bitte lest sie euch durch und haltet euch daran - damit leistet ihr euren Beitrag zu einem angenehmen Miteinander! Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, dürft ihr euch gerne an uns wenden. Wir stehen euch mit Rat und Tat zur Seite. Wir wünschen euch schöne und spannende Tage hier im Jugendcamp!

Euer Jugendcamp-Team

Am besten kam die freie Zeit an, die viele für eine kleine Shoppingtour durch München nutzten. Leider war die Zeit etwas zu knapp und die Geschäfte zu voll. Die Rückfahrt dauerte länger als geplant, doch dies bekamen die meisten nicht mit, da sie schliefen. Wie schon auf der Hinfahrt. Den Tag ließen wir mit allen bei einem Lagerfeuer in der Flussmeisterei ausklingen.

Franka (14), Alexandra (15) aus Heidenheim & Lilla (18) aus Ungarn

DONAU Z EITUNG

Kaum angekommen, und schon geht es los mit der Schreiberei. Die erste Ausgabe der Donauzeitung haltet ihr in Händen, die nächste erscheint morgen und wird schon vom Redaktionsteam des Jugendcamps selbst produziert. Natürlich müsst ihr das nicht allein machen, sondern bekommt Unterstützung von Redakteuren der Südwest Presse (Foto). Die Südwest Presse ist eine regionale Tageszeitung mit einer Auflage von täglich 325 000 Exemplaren. Sie erscheint in großen Teilen Baden-Württembergs und hier in der Region auch im bayerischen Landkreis Neu-Ulm. Die erste Redaktionssitzung beginnt bereits heute um 14 Uhr. Morgen trifft sich die Redaktion um 12.30 Uhr, also direkt nach der Stadtführung, und an den übrigen Tagen wird dann von 10 Uhr an besprochen, mit welchen Stoffen die Zeitung gefüllt wird. Wer Interesse hat, wie eine Tageszeitung produziert wird, kann die Chance auch nutzen und den Redakteuren der Südwest Presse über die Schulter schauen.

Wir haben einige Minuten auch in der Neuen Mitte verbracht, wo wir

Bálint , 20 Jahre aus Ungarn

Text Wie finden es die Ulmer, dass sie hier die Nationalgerichte aller Völker entlang der Donau haben? SABINE MEIGEL: Die Ulmer und die Neu-Ulmer freuen sich, dass sie endlich wieder ungarische Fischsuppe essen können oder ungarisches Langos, was es hier einfach ansonsten nicht gibt. Wir sind ganz stolz, dass wir auch einen ukrainischen Stand haben, so können wir auch Borscht anbieten. Ukrainisch konnten die Leute bis heute ja noch nicht essen.

Hat dieses Donaufest direkte Auswirkung auf den Tourismus? SABINE MEIGEL: Es ist eines der zentralen Highlights in diesem Jahr, durch das viele Gäste kommen. Patrick-Dennis, 16 Jahre aus Rumänien 16 Jahre

rung bedanken.

Freitag 9 Uhr Frühstück (Jugendherberge) 10 Uhr Beginn der Workshops (Flussmeisterei) 10 Uhr Redaktionssitzung (Südwest Presse)

20.15 Uhr Workout – Trommeln und Gesang (Jugendherberge)

Varaždin ist eine Stadt im Norden Kroatiens und liegt am rechten Ufer der Drau, die in die Donau fließt. Kroaten nennen Varaždin auch die Stadt des Barocks, der Blumen und Musik. Die Stadt ist sehr bekannt für ihre Paläste, die aus der Barockzeit stammen. Alle wurden von großen, edleren Familien gebaut. Heute haben sie wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Der Palast Herzer ist heute ein entomologisches und historisches Museum, der Palast Erdödy eine Musikschule und der Palast Sermage eine Galerie.

Dann fangen wir jetzt an! Gestern wurden die Jugendcampteilnehmer in Gruppen eingeteilt, um die fünf Workshops auszuprobieren: Gesang, Tanz, Rhythmus, Kunst und Schauspiel werden angeboten.

Beim Gesang-Workshop wird zu einem Popsong ein Text geschrieben, passend zum Thema Donau. Der Tanz soll eine Mischung aus Volkstänzen und Ballett werden und dies soll den Verlauf der Donau zeigen.

Nachdem fast alle von uns 107 Jugendlichen sich vor der Bühne versammelt hatten, begann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer in ihrer/seiner eigenen Sprache laut ihr eigenes Land lobten, bis sie von zehn anderen Teilnehmern zum Schweigen aufgefordert wurden. „Ich“, „meins“, das sei doch langweilig und einsam, nur mit „wir“ käme man voran. Aber was tun? „Ich weiß es nicht“ schallte der Chor und wiederholte es zum bekannten Rhythmus von „We will rock you“ und brachte damit auch das Publikum zum Mitklatschen. Nachdem schon das so gut funkti-

Samstag

13 Uhr Mittagessen (Flussmeisterei)

10 Uhr Workshops 14 Uhr Ulm erleben - Einkaufsbummel 16 Uhr Nilja Krstic Orchestra (Bühne Neu-Ulm) 18 Uhr Abendessen (Jugendherberge) 20 Uhr Serbisch-kroatische Nacht der Literatur (Theater Ulm) Laupheimer Salonorchester feat. Maria Rosendorfski (Bühne Neu-Ulm)

Wir sind schon jetzt zusammengewachsen Seit drei Tagen sind wir jetzt in Ulm im internationalen Jugendcamp und obwohl das eigentlich noch eine kurze Zeit ist, haben wir schon sehr viel zusammen gemacht und viel voneinander erfahren. Ich habe das nicht gedacht, aber es ist super, wie dieses vielfältige Programm die Schüler, die einander überhaupt nicht kennen und die aus verschiedenen Ländern gekommen sind, schon jetzt zusammengebracht hat.

Impressum. Herausgeber: Donaujugendcamp 2012.

Fast den ganzen Tag verbringen wir miteinander, und so haben wir die Möglichkeit uns durch die deutsche Sprache kennenzulernen, etwas über andere Länder zu erfahren und neue Freundschaften zu knüpfen. Ich finde, dass die Organisatoren alles tun, um uns die Zeit in Ulm schön zu machen und bisher ist es ihnen toll gelungen. Wir alle fühlen uns toll.

Die Stadt Ulm haben wir in dieser kurzen Zeit schon ganz gut kennengelernt. Wir haben mit den anderen Jugendlichen im Camp zusammen gesungen, getrommelt und gespielt. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bin schon sehr neugierig auf die nächsten Tage hier im Camp und freue mich auf das, was noch auf uns zukommt. Lilla, 18 Jahre aus Ungarn

oniert hatte, beschlossen die Teilnehmer, gleich so weiterzumachen – „dann fangen wir jetzt an“. Und damit gingen alle nach draußen. Es ging um vor allem die Wichtigkeit dieses Camps in den internationalen Begegnungen, die Rolle der Donau usw. Nicht nur das Publikum sondern auch wir, die Teilnehmer des Jugendcamps haben diese schöne Produkti-

on genossen. Ich hoffe, dass während des Jugendcamps noch viele solche schöne gemeinsame Programme stattfinden werden, und in den folgenden Jahren noch mehrere Jugendlichen aus Europa an diesem Programm teilnehmen können werden. Bálint (20 Jahre) und Attila (17 Jahre) aus Ungarn

Jedes Jahr findet im August das Špancirfest statt. Es ist ein Straßenfest mit einem großen Angebot an Konzerten, Theaterstücken, Straßenkunst und traditionellem Handwerk. Wenn man Spaß haben und etwas Neues erleben will, sollte man Ende des August nach Varaždin fahren. Varaždiner Barockabende sind auch eine Tradition, die jedes Jahr im Herbst stattfinden. Zum Festival kommen kroatische, aber auch weltberühmte Musiker, die bildnerischen und literarischen Barockreichtum präsentieren. Ich bin der Meinung, dass Varaždin eine Stadt ist, die ihre Tradition bewahrt hat. Viele Leute kommen wegen der Schönheit der Stadt nach Varaždin.

Patricija, 16 Jahre aus Kroatien

Unser Lieblingsplatz in Ulm Wir haben inzwischen Zeit gehabt, uns in Ulm umzusehen und jeder hat schon seinen Lieblingsplatz gefunden. Ulm ist eine wunderschöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, die auch sehr interessant sind aber wir bevorzugen eher die Drogerien

und Kleidungsgeschäfte. Das bedeutet, dass wir uns für Mode und Schönheit interessieren. Deshalb ist unser Lieblingsplatz die Shoppingstraße. Dieser Platz bietet viele verschiedene Arten von Geschäfte und das Angebot ist riesig. Wenn es möglich wäre, könnten wir den ganzen Tag nur shoppen, shoppen und

shoppen.  Außerdem finden wir auch super, dass es unterwegs ganz viele Essenmöglichkeiten gibt, zum Beispiel: kleine Bäckereien, Eiscafehäuser und Essenautomaten. Wenn man schon zu müde zum spazieren ist, kann er sich auch ein bisschen auf einen Bank zwischen schönen Bäu-

Impressum. Herausgeber (V.i.S.d.P.): Donaujugendcamp 2012, Swantje Volkmann.

Ich denke dieses Camp kann uns sehr viel beibringen. Wir können neue Kulturen, neue Länder und vor allem neue Leute kennen lernen. Ich erwarte, dass wir viele interessante Sachen ausprobieren und sehen können, und auch, dass wir unsere deutsche Sprache verbessern.

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Meine Stadt: Varaždin

- UND DIE JUGENDLICHEN ENT-

Die Rhythmen werden durch die verschiedenen Trommeln aus aller Welt vereint. Ihre künstleri-

Teodora, 17 Jahre aus Serbien

Montag, 09. Juli 2012

Das Jugendcamp war auch ein Teil der Eröffnung des Donaufestes – und hat mit seinem mitreißendem und inspirierenden Auftritt großen Eindruck hinterlassen.

Jeder Teilnehmer muss sich in einem der Workshops eintragen, dessen Choreographie zusammen erarbeitet und am Dienstag auf dem

Angela,17 Jahre aus Serbien Es ist cool so viele verschiedene Sprachen hier zu hören. Viele Jugendliche kommen hierher um neue Leute kennen zu lernen und etwas Neues zu erleben. Deswegen bin ich auch hier, und ich glaube, dass wir eine schöne Zeit haben werden.

Sonntag, 08. Juli 2012

Donaufest gezeigt wird. Die Präsentation des Jugendcamps steht unter dem Motto „Der Mensch. Der Fluss.“

15.30 Uhr Gemeinsame Probe für die Eröffnung (Flussmeisterei)

20 Uhr Angebot Poetry Slam (Roxy)

19.30 Uhr Abendessen (JuHe)

Ich glaube es wäre besser, wenn wir einen Tag in der Natur, neben der Donau verbringen könnten. Und dort wäre es einfacher neue Freundschaften zu knüpfen.

Impressum. Herausgeber (V.i.S.d.P.): Donaujugendcamp 2012, Swantje Volkmann.

Fünf Workshops werden im Jugendcamp angeboten. Wir haben uns ein paar davon näher angeschaut.

9 Uhr Frühstück (Jugendherberge)

18 Uhr Eröffnung des internationalen Donaufests (Edwin-Scharff-Haus Neu-Ulm)

14 und 16 Uhr Eindrücke sammeln Ausblick auf das Donaufest, Erarbeiten einer Präsentation zur Eröffnung

DONAU Z EITUNG

Nils (16), Adrian (17)

Atila, 18 Jahre aus Serbien

Impressum. Herausgeber (V.i.S.d.P.): Donaujugendcamp 2012, Swantje Volkmann.

Alexandra(15), Franka(14) aus Heidenheim Ena (16), Hristina (17), Ivana (16) aus Bosnia & Herzegowina

13.30 Uhr Workshops (Räume der Workshops)

17.45 Uhr Treffpunkt Flussmeisterei

13 Uhr Mittagessen

www.donaubuero.de/donaujugendcamp - www.swp.de

12 Uhr Mittagessen (Flussmeisterei)

17 Uhr Abendessen (Flussmeisterei)

12.30 Uhr Redaktionssitzung (Redaktion Südwest Presse)

Swantje Volkmann, Kulturreferentin für Südosteuropa

Nach ungefähr 23 Stunden Fahrt und sechs Pausen kamen die Gruppen in Ulm an. Nach einer herzlichen Begrüßung und der Zimmerzuweisung ging es dann für die Schüler sofort mit der Arbeit los.

Was erwartest du vom Donaujugendcamp?

11.15 Uhr Stadtführung Jugendliche aus Ulm und Neu-Ulm stellen euch ihre Städte an der Donau vor _ und zwar über das hinaus, was man als Tourist sonst gezeigt bekommt. (Haus der Donau)

Vor dem Beginn des Jugendcamps haben sich die Jugendlichen schon Gedanken zum Thema des „Der Mensch – Der Fluss“ gemacht. Das Camp will einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Völkern der Donau leisten. Und was eignet sich besser zur Verständigung als die grenzüberschreitende Sprache der Kunst? Aufgabe der Jugendlichen war, einen künstlerischen Beitrag zum Thema zu schaffen. Entstanden ist ein buntes Kaleidoskop unterschiedlichster Ausdruckformen, die von der Fotografie über die Collage bis zu ausdrucksstarken Malereien reicht. Die entstandenen Kunstwerke werden vom Jugendcamp-Team in einer Ausstellung zusammengefasst, die während des Camps auf dem Gelände der Flussmeisterei präsentiert wird.

wurde er von der Polizei rausgewunken, und der deutsche Staat hat gleich mal 250€ kassiert - warum auch immer. In Deutschland gab es dann noch kurze Staus, stockenden Verkehr und einmal haben wir uns verfahren, aus Versehen wegen dem Navigationssystem.

Durch Ungarn ging dann doch alles flüssig, durch Österreich auch außer einem bisschen stockenden Verkehrs. Kaum ist der Bus in Deutschland angekommen,

10 Uhr Begrüßung durch die Bürgermeister der Städte Ulm und Neu-Ulm, sowie der Leiterin des Donaubüros (Haus der Donau)

SCHEIDEN.

Das Schwörhaus, mit seinem Fest Schwörmontag ist meiner Meinung nach die schönste Tradition in Ulm, die den Menschen auch Beispiel sein kann. Ich finde es auch toll, dass so viele Menschen in Ulm daran teilnehmen.

ziemlich unangenehme Überraschung, zwei Stunden lang bei 31°C ohne Klimaanlage!

9 Uhr Frühstück (Jugendherberge)

Das Theater besteht aus Improvisation, wo jeder seine Ideen mit einbringen kann. DAS MOTTO IST DIE DO-

leider wenige Sehenswürdigkeiten besichtigen konnten, aber der erste Eindruck war auch sehr positiv. Am Ende guckten wir das Münster an, das die höchste Kirche der Welt ist, und ich hoffe, dass ich während des Jugendcamps diese wunderschöne Stadt vom Oberteil des Münsters sehen kann. Ich möchte mich bei Lena und Karolin, für die wunderschöne Stadtfüh-

Der Bus ist dann endlich um 18:45 los gefahren und die Gruppe aus (Sanktana) Arad ist eigentlich umsonst bis nach Temeswar gekommen, weil der Bus wieder zurück nach Arad musste, um an die Grenze in Nadlac zu kommen. Der Vorteil des Busses war die Klimaanlage, die aber ihre Probleme hatte, wenn der Bus hielt.

Donnerstag

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NAU

waren schon um 16:30 da und mussten sogar noch länger in der Hitze schmoren als die anderen.

Das war dann auch der Fall, denn an der Grenze Rumänien-Ungarn mussten sie ungefähr zwei Stunden warten, weil noch fünf andere Busse vor ihnen mit Papierkontrolle und Gepäckdurchsuchung dran waren. Das war eine

Einmalige Ausstellung

Patrick-Dennis Schmiedt (Reschitza/Rumänien).

Reiseberichte Die Anreise der Schüler aus Temeswar, Reschitza, Sanktana und Hermannstadt ging in Temeswar los und fing schon gut an. Der Bus sollte am Dienstag um 17:00 Uhr losfahren, hatte aber Verspätung. Eineinhalb Stunden mussten die Schüler und die Lehrer an der Bushaltestelle bei 39°C warten. Die armen Schüler aus Reschitza

Was wird von den Camp-Redakteuren erwartet? Sie sollten neugierig sein und offen auf andere junge Leute zugehen. Eigene Ideen sind natürlich willkommen, ein bisschen Kreativität kann auch nicht schaden und Freude am Schreiben solltet ihr mitbringen. Wenn die Sätze anfangs nicht ganz so geschliffen sind, ist das nicht weiter tragisch. Dienstags und freitags erscheint in der Südwest Presse die Jugendseite acht9. Am 10. Juli wird sich diese Seite ganz dem Jugendcamp widmen – eure Beiträge sind auch hier gefragt.

Eine Zeitung aus dem Camp fürs Camp. Teilnehmer recherchieren, schreiben und fotografieren selbst. Wer mitmachen will, ist im Redaktionsteam willkommen.

sche Seite entdecken Jugendliche beim Gedichte schreiben, beim Skulpturenbau mit Treibholz, Steinen und Stoff und beim Bemalen von Leinwänden. Dies alles ergibt zusammen ein Bühnenbild.

schichte des Baus der Ulmer Stadtmauer erzählt hatten, war es klar, warum es in Ulm so viele SpatzenSkulpturen gibt.

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WIR DANKEN UNSEREN SPONSOREN!!!

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ben: Beim Restaurant „Zur Forelle“ kann man eine Kanonenkugel von der Zeit Napoleons sehen. Wir wussten, dass spannende Schaukämpfe an der Donau am Schwörmontag stattfinden, es wäre schön, wenn wir einen solchen Kampf sehen könnten. Ich fand die Geschichte von Albrecht Berblinger, dem Mann, der Anfang des 19. Jahrhunderts versucht hat, von der Adlerbastei über die Donau zu fliegen am interessantesten und die Legende des Metzgerturms war auch sehr lustig. Auch die Musikschule hatte etwas zu bieten: Sie war früher das Stadtbad. Das älteste Viertel Ulms, mit seinen hohen Fachwerkhäusern schilderte die Atmosphäre vom Mittelalter bis zu der Neuzeit. Das Rathaus war meiner Meinung nach die schönste Sehenswürdigkeit unserer Stadtführung. Die Uhr, die nicht weniger als vierzehn Funktionen hat, gefiel mir am meisten.

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

Journalisten-Workshop mit der Südwest Presse

Wir Jugendliche machen das Programm

Das sagt Donaubüro-Chefin Sabine Meigel Das Donaufest ist ein riesiges Projekt mit einem großen Programm. Was gehört denn alles dazu? SABINE MEIGEL: Es ist eine Aktion die dazu beitragen soll Europa ein Stück weiter zu vereinen und gerade viele Vorurteile abzubauen von Ost nach West. Dazu soll dieses Fest am Fluss dienen.

Nachdem die kurze, aber informative Führung zu Ende war ging es in den Plenarsaal, indem uns Franz Maget, der Vizepräsident des bayerischen Landtags, empfing. Auch er erzählte uns einiges über den Landtag und auch so, dass wir alle ihn gut verstehen konnten. Als letztes folgte eine Fragerunde an ihn. Er beantwortete alle Fragen mit viel Geduld und sehr ausführlich.

Herzlich willkommen!

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Eine ganze andere Art der Stadtführung haben wir JugendcampTeilnehmer bekommen. Jugendliche haben uns ihre Stadt gezeigt.

Der Besuch startete mit einer Führung durch den Münchener Landtag. Da die Führung nicht allzu lange dauerte, lauschten alle interessiert den Berichten. Es waren nicht nur politische, sondern auch historische. Wussten Sie, dass der Münchener Landtag das Gebäude, in dem er tagt, nur gemietet hat? Wir auch nicht.

Das Internationale Donausooo lecker! Die 21 jährige rotem Wein am Ufer der fest findet alle zwei Jahre Erika hat eine ähnliche Donau. Einige denken aber statt und in diesem Jahr Meinung. Sie sagt: „ Es ist nicht so. Der 17 jährige Arhaben wir auch die Mögsuper gut! Die Atmosphäre nold und die 16 jährige Eva lichkeit, daran teilzunehist sehr schön und es ist warten auf den Bus mit men. Vorigen Abend haauch international. Man gelangweiltem Gesicht. ben wir dort ganz viel Zeit erfährt ein bisschen über „Dieses Fest ist ganz langverbracht und wir müssen die Donauanrainerstaaten weilig! Die Vorstellungen sagen, dass es sehr fasziund das ungarisches Essen gefallen uns nicht, das Esnierend ist. Handwerker, schmeckt mir auch sehr… sen ist zu teuer und es gibt Vorstellungen, Volkstanz, alles ist schön hier.“ Wir hier eine Menge Mücken! internationales Essen und haben darüber auch den 47 Wir möchten nur nach Haunatürlich gute Laune den jährigen Frank gefragt. „Das se gehen!“ Die Meinungen ganzen Tag. Es ist sichtbar, finde ich toll! Es gibt hier können nicht gemeinsam dass die Leute gern hierher gute Musik, verschiedene sein aber etwas ist sicher: kommen und sie genießen Getränke und Essen und die Dieses Fest bringt die Leute das Programm. Wir haben Leute gefallen mir auch! Ich zusammen und macht uns auch einige Sachen ausbin aus der Schweiz, und ich ein unvergessliches Erlebprobiert, und unser Favorit freue mich so sehr, dass ich nis. war der Langosch mit Käse hierher gekommen bin!“ Mercedesz (16) und und Sauerrahm. Das war - sagte er, mit einem Glas Bianka (17) aus Ungarn sooo lecker! Die 21 jährige Erika hat eine ähnliche Meinung. Sie sagt: „ Es ist super gut! Die Atmosphäre ist sehr schön und es ist auch international. Man erfährt ein bisschen über die Donauanrainerstaaten und das ungarisches Essen schmeckt mir auch sehr…alles ist schön hier.“ Wir haben darüber auch den 47 jährigen Frank gefragt. „Das finde ich toll! Es Ena (16), Hristina (17) & Ivana (16) gibt hier gute Musik, veraus Bosnia & Herzegowina schiedene Getränke und haben für euch die Donau-Zeitung gemacht! Diese Donaucamp-Teilnehmer Essen und die Leute gefalImpressum. Herausgeber: Donaujugendcamp 2012.Ich bin aus len mir auch! Schweiz, und ich freue mich so sehr, dass ich hierher gekommen bin!“- sagte

Der Ulmer Spatz und mehr

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Näher an Politik

Samstag, 07. Juli 2012

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DONAU Z EITUNG

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men ausruhen. In Ungarn, woher wir kommen, gibt es leider kein so großes Angebot, deshalb war es für uns ein schönes Erlebnis. Also vor allem, unser Lieblingsplatz in Ulm bleibt die Shoppingstraße. Bianka (17) und Mercedesz (16) aus Ungarn

Drei Fragen an Bernadett, 18 Jahre Geburtstagskind

Mit der Zille auf der Donau Etwas typisch ulmisches war am Wochenende beim Jugendcamp angesagt: Zille fahren, aber nur mit Selbstbeteiligung. Nachdem alle eingestiegen waren, hieß es für zwei Jungs ran ans Ruder. Unter anderem opferte ich mich. Rudern war neu und anstrengend, aber eine tolle und interessante neue Erfahrung. Ich musste beim Paddeln auf die Dauer viel Kraft aufbringen, weil die Strömung so stark war und die Zille so schwer. Allerdings waren wir auch die Hauptattraktion an der Donau. Die ganzen Leute, die das Donaufest besuchten oder entlang der Donau spazieren gingen, sahen uns zu und winkten. Natürlich winkten wir zurück und scherzten, dass wir wohl auf kürzestem Weg zum Schwarzen Meer unterwegs

Wie fühlst du dich an deinem 18. Geburtstag? Ist irgendwas anders? Ganz anders… Nein, natürlich ist es so wie gestern. Aber ich bin sehr neugierig. Wie kann man eigentlich erwachsen sein? Wie hast du gefeiert? Ich bin mit der Gruppe zum Donaufest gegangen. Wir haben das deutsche Bier probiert und viel gelacht.

seien. Kurz nach dem Schwaal hielten wir an und warteten auf die andere Zille. Wir wollten natürlich wieder hinauf zur Anlege stelle fahren – war ich froh, dass wir nicht rudern mussten, denn ein Motorboot zog uns die Donau hinaus, nachdem wir mit

der anderen Zille verbunden waren. Dagegen war das Fahren mit der Ulmer Schachtel reinste Erholung. Niemand von uns musste Rudern, weil die Schachteln ja einen Motor haben. Also konnten wir die schöne Aussicht und die Sonne genießen… -

nach der Kraftanstrengung zuvor sehr erholsam! Und weil’s grad so schön war, beschlossen ich und ein anderer Teilnehmer, noch ein Bad in der Donau zu nehmen. Insgesamt ein total spaßiger Nachmittag! Robert (17 Jahre) aus Deutschland

Workshop: Daheim an der Donau Der folgende Workshop zeigte uns, wie die Donauschwaben gelebt haben. In mehreren Stationen ging es um Sprache, Schrift, Kleidung, Heilmethoden und Essen. Alles begann mit einem Theaterstück: Marlen (gespielt von Referentin Raluca) fand auf dem Dachboden eine Kiste mit Sachen ihrer Großmutter. Von ihrer donauschwäbischen Großmutter erfuhr sie, was die Sachen bedeuten. Die erste Station waren die Heilmethoden. Zuerst haben sie einen Text über die Heilmittel gelesen, die die Auswanderer benutzt haben. Die Teilnehmer bekamen

richtige Pflanzen und mussten sie durch Riechen und Anfassen erkennen. Sie haben auch erfahren, wofür sie benutzt wurden. Danach ging die Gruppe in das Schriftzelt. Dort haben sie etwas über die alte

Schrift gelernt und selbst geschrieben. Da die Sprache sehr eng mit der Schrift verbunden ist, waren die Workshops ähnlich. Sie haben Texte in der alten Sprache gelesen und versucht, sie besser zu

verstehen. Das Trachtenzelt bot den Teilnehmern eine Übersicht über die Kleidung der Donauschwaben. Mit Hilfe eines Infotextes sollten sie drei kleinen Puppen Trachten anziehen. Fürs Essen hatten die Donauschwaben einen Wochenplan. In den Familien wurde streng bestimmt, was jedes einzelne Familienmitglied machen sollte. Ihr Alltag dauerte von 5.30 bis 20 Uhr. So haben wir wie Marlen mehr über das Leben der Donauschwaben erfahren. Ivana (16), Hristina (17) und Ena (16) Aus Bosnia und Herzegowina

Ist irgendwas Besonderes geschehen? Am Münsterplatz haben wir drei Männer getroffen. Einer von ihnen hatte Junggesellenabschied. Unsere Aufgabe war es, auf seinem Hinten zu unterschreiben. Das war witzig. Attila, 17, aus Ungarn

Montag und Dienstag 9 Uhr Frühstück (Jugendherberge) 7.45 Uhr Fahrt in die Landtage nach München oder Stuttgart 11 Uhr Besuch des bayerischen Landtags in München 12 Uhr Besuch des badenwürttembergischen Landtags Stuttgart 13.30 Uhr Einkaufsbummel München 14 Uhr Einkaufsbummel in Stuttgart 17 Uhr Rückfahrt 19.30 Uhr Gemeinsames Lagerfeuer und Grillen (Jugendherberge)

Dienstag 9 Uhr Frühstück 10 Uhr Probe und Fertigstellung der Choreografie (Workshopräume) 17 Uhr Generalprobe (Bühne NeuUlm) 18 Uhr Abendessen (Flussmeisterei) 20 Uhr Öffentliche Präsentation „Wir zeigen Europa“ (Bühne Neu-Ulm) 21 Uhr Abschluss

Impressum. Herausgeber: Donaujugendcamp 2012.

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Donauschwaben und Zillefahren Ein Ausflug in die Vergangenheit

Am Sonntag machten die Jugendlichen eine Pause von der Workshoparbeit und warfen einen Blick in die Vergangenheit. Vormittags fand der Workshop „Zu Besuch bei den Schwaben an der Donau“ statt, in dem sie mehr über das Alltagsleben der Donauschwaben erfuhren. Am Nachmittag durften die Teilnehmer mit einer Ulmer Schachtel und einer Zille auf der Donau fahren.

Kräuter, alte Schriften und Trachten – das Alltagsleben der Donauschwaben Der folgende Workshop zeigte uns, wie die Donauschwaben gelebt haben. In mehreren Stationen ging es um Sprache, Schrift, Kleidung, Heilmethoden und Essen. Alles begann mit einem Theaterstück: Marlen (gespielt von Referentin Raluca) fand auf dem Dachboden eine Kiste mit Sachen ihrer Großmutter. Von ihrer donauschwäbischen Großmutter erfuhr sie, was die Sachen bedeuten. Die erste Station waren die Heilmethoden. Zuerst haben sie einen Text über die Heilmittel gelesen, die die Auswanderer benutzt haben. Die Teilnehmer bekamen richtige Pflanzen und mussten sie durch Riechen und Anfassen erkennen. Sie haben auch erfahren, wofür sie benutzt wurden. Danach ging die Gruppe

in das Schriftzelt. Dort haben sie etwas über die alte Schrift gelernt und selbst geschrieben. Da die Sprache sehr eng mit der Schrift verbunden ist, waren die Workshops ähnlich. Sie haben Texte in der alten Sprache gelesen und versucht, sie besser zu verstehen. Das Trachtenzelt bot den Teilnehmern eine Übersicht über die Kleidung der Donauschwaben. Mit Hilfe eines Infotextes sollten sie drei kleinen Puppen Trachten anziehen. Fürs Essen hatten die Donauschwaben einen Wochenplan. In den Familien wurde streng bestimmt, was jedes einzelne Familienmitglied machen sollte. Ihr Alltag dauerte von 5.30 bis 20 Uhr. So haben wir wie Marlen mehr über das Leben der Donauschwaben erfahren. Ivana (16), Hristina (17) und Ena (16) aus Bosnien-

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Herzegowina


In Ulm fahren wir Zille Etwas typisch ulmisches war am Wochenende beim Jugendcamp angesagt: Zille fahren, aber nur mit Selbstbeteiligung. Nachdem alle eingestiegen waren, hieß es für zwei Jungs ran ans Ruder. Unter anderem opferte ich mich. Rudern war neu und anstrengend, aber eine tolle und interessante neue Erfahrung. Allerdings waren wir auch die Hauptattraktion an der Donau. Die ganzen Leute, die das Donaufest besuchten oder entlang der Donau spazieren gingen, sahen uns zu und winkten. Natürlich winkten wir zurück und scherzten, dass wir wohl auf kürzestem Weg zum Schwarzen Meer unterwegs seien. Kurz nach dem Schwal hielten wir an und warteten auf die andere Zille. Wir wollten natürlich wieder hinauf zur Anlegestelle fahren – ich musste allerdings nicht mehr rudern, denn ein Motorboot zog uns die Donau hinaus, nachdem wir mit der anderen Zille verbunden waren. Dagegen war das Fahren mit der Ulmer Schachtel reinste Erholung. Niemand von uns musste Rudern, weil die Schachteln ja einen Motor haben. Also konnten wir die schöne Aussicht und die Sonne genießen… - nach der Kraftanstrengung zuvor sehr erholsam! Und weil’s grad so schön war, beschlossen ich und ein anderer Teilnehmer, noch ein Bad in der Donau zu nehmen. Insgesamt ein total spaßiger Nachmittag! Robert (17) aus Deutschland

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Wo Kretschmann und Seehofer zu Hause sind Besuch in den Landtagen

Ein Höhepunkt des Jugendcamps war der Besuch in den Landtagen Baden-Württemberg und Bayern. Abgeordnete führten die Teilnehmer in ihrem Parlament herum und beantworteten ihre Fragen. Am Schluss war dann sogar nach Zeit für eine kleine Shoppingtour in Stuttgart und München!

Näher an der Politik Obwohl Ulm uns täglich überrascht, hatten wir eine Chance noch eine größere Stadt zu sehen. Am Montag waren wir in Stuttgart, der Hauptstadt des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Reise begann mit der Zugfahrt von Ulms Hauptbahnhof. Als wir in Stuttgart ausstiegen haben wir uns auf den Weg zu dem Landtag gemacht. Weil wir noch eine Stunde vor unserem Besuch dort hatten, haben wir uns im Park entspannt und die Natur genossen. Danach sind wir ins Parlament gegangen und waren sehr freundlich willkommen. Dann haben sie uns in den Plenarsaal geführt. Für einen Moment haben wir Rollen mit dem Abgeordneten getauscht. Jeder von uns hat einen Platz und Namen bekommen. Ein Mädchen aus Ungarn, das auf dem Platz von dem aktuellen Bundespräsident saß, war ausgewählt, die Rolle der Präsidentin zu spielen. Wir anderen

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waren in schon existierenden Partien geteilt. Danach haben alle Parteien ihren Kandidaten für Ministerpositionen vorgestellt. Der Minister war von der absoluten Mehrheit ausgewählt. Danach sind wir in einen anderen Saal gegangen. Der richtige Präsident hat auf uns schon gewartet. Da wurden wir bedient mit Brezeln und Saft. Er hat uns gesagt was man so alles im Landtag macht und später unsere Fragen beantwortet. Eine von uns hat ihm ein Geschenk von unserem Camp gegeben. Wir haben über unsere Workshops erzählt. Als wir mit dem Besuch fertig waren, sind wir in die Stadt gegangen. Wir hatten noch drei Stunden übrig bis zur Abfahrt. Die meisten von uns haben die Zeit fürs Einkaufen benutzt. Die drei Stunden waren nicht genug, um alles zu sehen, aber trotzdem war es schön. Ena (16), Hristina (17) & Ivana (16) aus BosnienHerzegowina


Politik mal anders Gestern ging es für eine Gruppe des Jugendcamps nach München in den Landtag. Der Besuch startete mit einer Führung durch den Münchener Landtag. Da die Führung nicht allzu lange dauerte, lauschten alle interessiert den Berichten. Es waren nicht nur politische, sondern auch historische. Wussten Sie, dass der Münchener Landtag das Gebäude, in dem er tagt, nur gemietet hat? Wir auch nicht. Nachdem die kurze, aber informative Führung zu Ende war ging es in den Plenarsaal, indem uns Franz Maget, der Vizepräsident des bayerischen Landtags, empfing. Auch er erzählte uns einiges über den Landtag und auch so, dass wir alle ihn gut verstehen konnten. Als letztes folgte eine Fragerunde an ihn. Er beantwortete alle Fragen mit viel Geduld und sehr ausführlich.

Danach gab es in der Landtagsgaststätte Essen. Bei der bayerischen Hauptspeise, Kartoffelknödel und Rollbraten, scheiterte es an den verschiedenen Geschmäckern der Campteilnehmer. Am besten kam die freie Zeit an, die viele für eine kleine Shoppingtour durch München nutzten. Leider war die Zeit etwas zu knapp und die Geschäfte zu voll. Die Rückfahrt dauerte länger als geplant, doch dies bekamen die meisten nicht mit, da sie schliefen. Wie schon auf der Hinfahrt. Den Tag ließen wir mit allen bei einem Lagerfeuer in der Flussmeisterei ausklingen. Franka (14) und Alexandra (15) aus Deutschland und Lilla (18) aus Ungarn

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Der Mensch und der Fluss Die Pr채sentation auf dem Donaufest

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Endlich war es soweit: die Jugendlichen durften ihre Produktion unter dem Thema „Der Mensch. Der Fluss“ auf der Bühne des Donaufestes in Neu-Ulm präsentieren. Am Nachmittag davor herrschte noch großes Lampenfieber, und auch das Wetter spielte nicht mit. Der Sturm gegen Abend, der über unser Camp fegte, war jedoch für uns ein Glücksfall. Alle halfen zusammen, um Tische, Stühle und alles andere, was im Freien stand, in Sicherheit zu bringen. Diese gemeinsame Arbeit brachte uns zusammen; wir konnten während dem Sturm zusammenarbeiten, also konnten wir auch auf der Bühne zusammenarbeiten. Die Aufführung selbst war ein großer Erfolg. Bei riesigem Publikumsandrang zeigten die Jugendlichen, wie gut sie singen, tanzen, trommeln, theaterspielen und malen konnten. Es war ein wunderschöner Abend, den wohl kaum ein Teilnehmer des Jugendcamps vergessen wird.

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Wie hat euch das Jugendcamp gefallen? Mir hat das Jugendcamp gefallen weil: Ich jetzt mehr über die Donau weiß, viele neue Leute und Ulm kennengelernt habe und ich eine tolle Woche gehabt habe. Das Beste war die Ampel vor der SWP die schon nach 6 Sekunden rot wurde, man hatte nicht mal Zeit drüber zu laufen. Das Essen von unserem Koch Uwe war auch super. Außerdem war noch eine OldtimerRallye die mir richtig gut gefallen hat. Eine sehr lehrreiche Woche und ich würde das auch nächstes Jahr sehr gerne wieder machen.

Ich freue mich sehr, dass ich an diesem Jugendcamp teilnehmen konnte. Ich habe interkulturelle Kontakte geknüpft, Freundschaften geschlossen, viel Interessantes über die donauschwäbische Kultur und über den Landtag und Politik in Deutschland kennengelernt, viele Artikel in der Redaktion geschrieben, und meine Deutschkenntnisse wurden auch verbessert. Die Spätzle am schmackhaftesten, aber die anderen deutschen Spezialitäten gefielen mir auch sehr. Die Organisation des Camps war ausgezeichnet.

Nils (16) aus Rumänien

Bálint (20) aus Ungarn

Ulm hat uns sehr gefallen. Es ist eine sehr schöne Stadt. Das Donaufest hat uns überrascht mit seiner Größe. Es waren viele Leute aus verschiedenen Ländern da, wie in unserem Camp, was auch interessant war. Wir haben viele neue Freundschaften geknüpft und so viele verschiedene Kulturen und Sprachen kennen gelernt. Alle waren gut gelaunt und wir alle hatten viel Spaß zusammen. Das Programm war interessant, wir hatten immer was zu tun, aber wir hatten auch genug Freizeit.

Ich möchte Ihnen danken für die tolle Arbeit, die Sie gemacht haben, um uns alle zusammenzubringen. Die Erfahrung war wunderbar und ich werde immer und immer wieder denken an das Jugendcamp. Ich hoffe wirklich, dass wir uns alle bald wieder treffen werden.

Attila (18), Teodora (17), Angela (17) aus Serbien

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Diana aus Rumänien

Ich wollte mich nochmal bei euch (Sven, Sarah, Raluca, Kara ...) für ein tolles Jugendcamp bedanken. Die Wörter sind natürlich nur Wörter, aber ich habe die ganze Fahrt nach Hause von meinen Schülern gehört, wie das super war und wenn man das nicht glaubt, kann man im facebook schnuppern und sieht wie sie nicht nur Fotos (sondern auch Mails usw.) austauschen und schon die gemeinsame Zeit echt vermissen. IHR WART ECHT GUT!!! Petra aus Tschechien

Hallo an alle, ich wollte mich noch einmal bei euch für die super zehn Tage im Camp bedanken. Mit Freude erzähle ich allen, wie toll es war und wie viel Spaß es gemacht hat. Ich bin froh, dass ich die Chance hatte, euch kennen zu lernen. Ich finde es schade, dass alles so schnell vorbei ging, hoffentlich werden wir uns noch einmal treffen! Viele Grüße aus Bosnien! Ena (16) aus Bosnien-Herzegowina

Für mich war das Camp sehr besonders, weil ich zum ersten Mal in Deutschland war, und Ulm ist wunderschön. Es war sehr interessant und lehrreich. Und natürlich hab ich neue Freunde kennengelernt, mit denen ich bis heute in Kontakt geblieben bin. Anja (16) aus Serbien


Pressespiegel

Impressum

Walter brachte es mit folgendem Satz auf den Punkt: „Begegnung ist wirklich wahr geworden.“ Schlagender Beweis dafür: Viele der bereits in ihre Heimatländer zurückgekehrten Teilnehmer des Jugendcamps, die Ulm/Neu-Ulm reihenweise mit Tränen in den Augen verlassen hätten, haben sich nach den Worten Volksmanns über das soziale Netzwerk Facebook bereits für ein weiteres Treffen verabredet: noch in diesem Jahr in Bulgarien.

Herausgeber: Dr. Swantje Volkmann

Südwestpresse, 15. Juli 2012

142 Jugendliche aus elf verschiedenen Ländern – die Donau verbindet sie: Beim dritten internationalen Donau-Jugendcamp „Europa sind wir“ lernen sich junge Menschen gegenseitig kennen. In Workshops sollen sie Europa im Donauraum spürbar werden lassen. (…) Am Donnerstag eröffnete der Erste Bürgermeister der Stadt Ulm, Gunter Czisch, das DonauJugendcamp offiziell. Die Donau sei ein Symbol für Frieden, Freiheit und Toleranz – dazu solle auch das Camp beitragen. „Durch Kultur entsteht viel Nähe und Austausch“, sagte er. Bei den Workshops auf dem Camp-Gelände der Neu-Ulmer Flussmeisterei soll dies Wirklichkeit wer-

den. (…) Dabei gibt es auch Berührungspunkte mit dem diesjährigen Donaufest, erklärt Sabine Meigel, die Leiterin des Donaubüros: Die Jugendlichen bereiten einen Überraschungsauftritt für die Eröffnungsfeier am Freitagabend vor und überlegen sich für den Abschlussabend am Dienstag eine Präsentation. „Mit den Teilnehmern am Donau-Pop-Camp und anderen Projekten haben wir insgesamt über 300 Jugendliche aus den Donauländern zu Gast“, erzählt sie. „Ich finde es super, dass sich so viele junge Leute auf den Weg gemacht haben.“

Redaktion: Tabea Stegmiller Texte: Attila Bécsi, Alexandra Bohlemann, Hristina Bulaja, Stefan Bumbea, AlinAdrian Gherle, Franka Höger, Mercédesz Jaczina, Angelei Jenei, Bálint Juhász, Atila Karvak, Bernadett Kiss, Robert Mayer, Lilla Molnár, Ivana Sandalj, Patrick Schmiedt, Bianka Szkiba, Teodora Szitas, Ena Tesić, Nils Willner, Patricija Žganec Fotos: Oleg Kuchar, Alexander Bruns

Augsburger Allgemeine, 6. Juli 2012

„Nach harter Arbeit und viel Stress freuen wir uns jetzt auf ein schönes Fest“, gab Ulms Erster Bürgermeister Gunter Czisch im Haus der Donau als Losung für die nächsten zehn Tage aus. Bis 15. Juli stehen in beiden Städten rund 120 Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Literatur, Tanz, Theater und Ausstellungen auf dem Festkalender. Dazu kommt an beiden Flussufern der populäre Markt der Donaustädte mit Kunsthandwerkern, Gastronomen und einem Weindorf. Außerdem gibt es ein Jugendcamp mit 150 Teilnehmern aus allen Donauländern.

Grafik und Design: Sebastian Feurle Titelbild: Ľuboš Lietava Druck: Donauschwäbisches Zentralmuseum Schillerstr. 1 89077 Ulm

Schwäbische Zeitung, 5. Juli 2012

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Donauschwäbisches Zentralmuseum SchillerstraĂ&#x;e 1 D-89077 Ulm Telefon: 0731 - 96 254 0 Fax: 0731 - 96 254 200 E-Mail: info@dzm-museum.de

Europa sind wir 2012  

Die Broschüre zum Donaujugendcamp "Europa sind wir!" 2012 im Rahmen des Internationalen Donaufests 2012 in Ulm. Für weitere Informationen s...

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