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South-State-Racing Sonderflugnach Adelaide EB9001 : EDDS-VTBS-YPAD Mein Teil war laut Dienstplan die Übernahme der ‘Grunewald’ in Bangkok, am Suvarnabhumi Flughafen und der Weiterflug ins Australische Adelaide. Ok, da bin ich doch dabei. Der Trip begann für mich in Berlin, am Montag, den 14.3.2011. Um 13:35 Uhr stand in Schönefeld am Gate 54 die ‚Tegel‘ mit der Reg.: D-AEJI als ‚EuroBer 501heavy‘ bereit und ich begebe mich mit 278 weiteren Fluggästen an Bord. Dort nahm ich mir die Auto Motor Sport Zeitschrift, die in der BusinessClass lag, mal zu Gemüte und suche nach Berichten über ‚unser‘ Team, und siehe da, ein Bericht über das Rennen in Dubai! Ach, da gab es schon ein Saisonrennen… und das SSR-Team hat die ersten 19 Punkte im Sack! Patrick Schwanz wurde in seinem Seat Toledo GT 9. und Ingo Schmidt mit seinem Porsche 997 GT3-RSR 18., von 34 Startern. Der Bericht von GTR4u.de liest sich gut, die LaptoLap Option liest sich schon spannend…! Ein tolles Bild untermalt das Ganze:

(© Nemesis- Stefan Kosubek via GTR4U.de Forum)

Und, so lese ich im Tourenwagenbericht, man freut sich auf den Stadtkurs in Adelaide, auf dem ja von 1985-1995 regelmäßig als Saisonfinale die Formel 1 gastierte, 1994 wurde ‚uns Schumi‘ dort Weltmeister, nachdem er mit Hill (seinem Wiedersacher) kollidierte, und beide ausfielen. Sein 1-Punkt Vorsprung reichte ihm dann aus um die Saison zu gewinnen. 1995 verunfallte Mika


Häkkinen dort beim freien Training lebensgefährlich. Na, jetzt wird hoffentlich alles gut gehen. Die Strecke ist, bis auf den ersten, bzw. letzten Streckenabschnitt vor der Start- und Zielgeraden normale Straße und wird erst zum Rennwochenende gesperrt und die Tribünen dann aufgebaut. Ich genoss den Flug als Passagier mit allen Annehmlichkeiten und nach zehneinhalb Stunden landeten wir sanft und sicher in Bangkok. Per Taxi ging es ins Hotel, dem Holiday Inn Silom Bangkok:

Am frühen Morgen (es ist gerade kurz nach fünf) sieht die Skyline von meinem Zimmer doch echt gut aus:


Da ich am nächsten Abend ja mit dem South State Racing Flug nach Australien fliegen darf, ruhe ich mich eigentlich nur aus, schließlich dauert der Flug ja acht einhalb Stunden. Nur ein Spaziergang am Chao-Phraya-Strom, der mitten durch die Stadt fließt.

Blick Richtung Hotel (am mittleren Hochhaus in etwa…) Und am frühen Abend dann schon zum Flughafen, briefen lassen und die Crew treffen…

das Hauptterminal


Um den Tower abzulichten bin ich vom Terminal (Mitte links) die Straße ein Stück runtergelaufen…ein schöner Blick übers Novotel zum Tower, dahinter PierG…, jetzt fängt es an zu tröpfeln, schnell zurück.

Beim OPS trifft sich dann die Cockpitcrew, der Rest sitzt schon im Crewraum, mit denen treffen wir uns nach unserem Briefing. Der Flug nach Adelaide stellt uns vor keine Probleme, knappe 55 t Treibstoff (inkl. Reserven) lassen uns nach achteinhalb Stunden in Australien ankommen. Der Abflug in Stuttgart verzögerte sich um über eine Stunde, da gab es wohl einen Sortierfehler in den Beladungslisten, oder ähnliches. Obwohl doch das schon Routine sein sollte…, oder gerade deshalb?!? Nun gut, Jonathan versucht jetzt mit der ‚Grunewald‘ und passendem Rückenwind so viel Verspätung wie möglich wieder reinzuholen. Unser Plan sieht einen Start von der 01R (CHEST1C) vor, dann rechts rum Richtung Rayong VOR und dann auf die Luftstraße N891. Über den Golf von Thailand, vorbei an Kambodscha, über das Südchinesische Meer vorbei an Vietnam und Richtung Indonesien (Borneo) über die Javasee bis Bali, dann noch ein Stück über den Indischen Ozean bis nach Australien, von Nordwest nach Südost.


Taxiweg zur 01R (T5-T4-B bis B13)


SID und Transition


Golf von Thailand und S端dchinesisches Meer bis Borneo, da ist es schon Airway N875 bis PNK (Pontianak) dann folgen wir der G464 bis BLI (Bali)


Der Hopser nach Australien… dann die Wüsten Überquerungen


Dann folgt der Anflug


Soweit die Flugplanung, Wetter : ok


Dann ab in den Crewraum, mit den Flugbegleitern den Flugablauf durchgehen, alle sind positiv angespannt und freuen sich auf das Leg nach Adelaide. Der Ramp Agent wollte zu uns kommen wenn die Maschine im Anflug ist, als er die Tür aufmachte war sie gerade on-block, es war 01:20Uhr Ortszeit. Noch 40 Minuten hinter der Zeit, aber Slot Probleme gab es heute Nacht zum Glück keine.

Mit einem Bus ging es dann zur Position 104, wo der South State Racing Flieger schon auf uns wartete. Treppen, Catering, Service-Fahrzeuge und Tankwagen standen schon am Flugzeug, die 100 Passagiere wurden schon in die Transithalle gefahren, wo sie sich die Beine vertreten und shoppen können. An Bord erwartete uns eine fröhliche, aber auch müde Crew um Jonathan Stark, die uns die ‚Juliet Delta‘ in bestem Zustand übergab. Da sich noch 4.880kg Sprit in den Tanks der ‚Grunewald‘ befand, mussten wir ‚nur‘ 51.120kg nachtanken, um auf unseren Block Fuel von 55t zu kommen. Bei einer Durchlaufmenge von ~1000kg pro Minute ist das eine knappe Stunde (52 Min.). Die Reinigungskräfte sausten auch noch durch die Gänge, die Galleys wurden aufgefüllt, und Frischwasser reinund Abwasser rausgepumpt. Um 02:10Uhr kamen die Paxe wieder und wir begrüßten die Renncrew und deren Familien, Fans und Sponsoren. Alles altbekannte Gesichter, es war ein herzliches Willkommen zurück. Das FMC war in der Zwischenzeit natürlich geladen worden, die Checklisten bis zur BeforePushbackor Start Sequenz waren erledigt. Inzwischen war es 02:26Uhr Ortszeit…46 Minuten Delay… bis wir die Start-up clearance bekamen.


Platz nehmen und anschnallen…

alles Roger…


Flex 40째, Flaps:2 . . . V1:142kt, Vr:144kt und V2:149kt

Positive rate of climb, Gear up


Den Sonnenaufgang hab ich leider nicht fotografisch festhalten können, Speicherkartenfehler…grrr… bis ich die neue rausgekramt hatte…naja da war es schon richtig hell.

das ist schon über der Gibsonwüste … oder Große Viktoriawüste… also auf jedenfall nicht mehr die Große Sandwüste… geht alles ineinander über… ☺


Dann begann der Sinkflug


Adelaide voraus

Leftturnto TROTS


Adelaide Parafield..turning to DAMSL traffic eine Qantas 737-800W im Final 23

Dann drehen wir aufs ILS und bremsen mal weiter ab um der 737 die 4 Meilen Vorsprung zu lassen. Also Gear down‌ Autobrake Medium FlapsFull‌


On block Gate 20 Adelaide, nach 08H26Min Blockzeit Zum Entladen der Autos und des Equipments wurde die Maschine zum Cargo Bereich gezogen, die 100 Paxe und die Crew mussten durch die Pass- und Zollkontrolle. Die Mechaniker und Boxencrewmitarbeiter nahmen am Frachttor die Autos und Zubehรถr in Empfang, alles verlief reibungslos, und wir fuhren in


unsere Unterkunft, dem Rendezvous Hotel Adelaide in der 55 Waymouth Street, Adelaide, SA, Australia 5000

Die nächsten Tage waren für das South State Racing Team sehr aufregend und voller Arbeit. Die Abstimmungen, Einstellungen wurden schon vorgenommen, während die Strecke noch hergerichtet wurde… Das Clipsal 500

Hier der Teil der Strecke der permanent, und nur Rennstrecke ist. Inklusive Boxengasse wo die Autos in Rennkondition gebracht wurden Bis Sonntag ist ja noch Zeit- Freitagabend sollen die ersten Test- und Trainingsläufe absolviert werden. Ich schaute mir bis dahin mal ein wenig dieses Adelaide an. Eine ruhige, weitläufige Stadt, mit breiten Straßen und ausgedehnten Parks. Eine Millionen Menschen leben hier, aber es wirkt nicht hektisch. Die Sehenswürdigkeiten halten sich in Grenzen und sind auch nicht so spektakulär, aber es gibt genügend gemütliche Cafés und Pubs (Hindley Street). Im Umkreis der Stadt, im


BarossaValley, findet man einiges an ‚deutschen Wurzeln‘ und tolle Weingärten. Geschichtlich ist Adelaide auch ein bisschen anders als Sydney, oder Melbourne, denn sie geht nicht aus einer Sträflingskolonie hervor. Einige historische, schöne Gebäude sind zu bestaunen und das Gouvernement House, das Rathaus, das Ayers House und das Edmund Wright House geben der Stadt zusammen mit Kirchen wie der Holy Trinity und der St. Francis Xavier Kathedrale eine koloniale Atmosphäre. AlsMuseumsliebhaber sollte ich mir das Migration Museum nicht entgehen lassen: In diesem Museum findet man jede Menge Informationen über die mehr als 100 Nationalitäten, die nach Australien emigriert sind. Adelaide hat auch einen botanischen Garten und einen Tiergarten. Und da mich ja auch der öffentliche Nahverkehr interessiert schau ich mir neben der einzigen Straßenbahnlinie (Entertainment Center –Glenelg) auch den Stadtteil Glenelg an, der hat einen besonderen Flair, nicht nur weil er direkt am Meer liegt. Der Jetty, ein langer Bootsanleger, ist nur eine der Attraktionen dort.

tolle Stadt


Das Clipsal 500 ist ein Event in Adelaide das die Massen bewegt, und man hat den Eindruck,dass ganz Adelaide mitfeiert. Von Donnerstag bis Sonntag nach dem letzten Rennen ist die Hütte voll und alles ist in Rennoutfit vor Ort. Es beginnt mit dem Signing2011, einer Autogrammstunde der Rennfahrer.

Abends gab es immer Veranstaltungen auf der großen Bühne: z.B. Konzerte, das berühmte (in Australien) RockWiz Live (Rock Quiz Show) und, und, und… Ich blieb erst am Sonntag nach dem Rennen da, denn da kamen The Sweet auf die Bühne. Donnerstag lag abends die Strecke noch so ruhig da…


Am nächsten Tag traf ich mich kurz mit Ingo in der Box, schaute mal wieder interessiert und neugierig wie ein kleiner Junge bei den Meistern der Einstellungen der Parameter zu und staunte… die Abstimmungen bei Ingos Porsche schienen schon recht gut zu sein und während einer Pause durfte ich mich mal in sein Cockpit setzen…

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es für mich dann wieder in die Stadt, Ingo und Patrick tüftelten weiter am Auto und prägten sich jeden Meter Strecke ein, wo kann man überholen, wo muss gebremst werden, und, und, und … tja so ein Rennfahrer hat‘s auch nichteinfach… Mein Weg führte mich von der Rennstrecke zur Tram Station um nach Glenelg zu fahren. Normalweise fahren hier moderne Straßenbahnen von Bombardier

Am Wochenende und zu besonderen Ereignissen (wie dem Clipsal) setzt die Adelaide Metro auch ihre historischen Bahnen ein


In Glenelg kann man auch die Nachbildung des Dreimasters H. M. S. Buffalo ansehen, der 1836 mit den ersten Einwanderern hierher kam, um die Kolonie South Australia zu gr端nden.


abends genießt man das Schauspiel des Sonnenuntergangs vom Strand aus

Dann wieder Rennluft schnuppern… in den Tagen ging das gar nicht anders, die Stadt stand ja förmlich Kopf. Heute war das Qualifying und das sah für Ingo gar nicht gut aus, denn der Motor, bzw. die Motorelektronik versagte den Dienst und so konnte nur ein Fahrer für South State starten. Patrick in seinem SEAT Toledo,


und der machte seine Sache doch recht ordentlich und startet morgen von Platz 10 mit einer Rundenzeit von 1:30.008 (+0:02.145 zum erstplatzierten Daemon von Devil Racing Motorsport). Ingo betäubte seine Enttäuschung am Abend in

einem geilen Pub,dem !Da Patrick und das Boxenteam morgen um 14:00Uhr nüchtern und professionell das Rennen gestalten wollten, leistete ich ihm alkoholisch Gesellschaft und wir fachsimpelten über Gott und die Welt, soweit ich mich daran erinnere zu mindestens. Wie (und wann) kam ich eigentlich in mein Hotelzimmer in dem ich am nächsten Tag gegen 11Uhr wach wurde??? Und wer zum Teufel sind die Mädels auf meinen Handybildern???Wenn das meine Frau sehen würde…holla..:-) Schnell gelöscht und nach zwei Aspirin und einem schwarzen Kaffee erneut zur Rennstrecke…

Zum 14:00Uhr Rennen, dem


füllten sich die Ränge so langsam, für die Aussis kam der absolute Höhepunkt erst nach diesem Rennen,

das V8Supercars Championship Rennen. Mit meiner 175$ Trackside Gold Karte konnte ich alle vier Tage auf die Strecke in die Gold Area an der Pit Lane.

Hier ein paar nette Bilder vom Rennen, diese sind von Nemesis- Stefan Kosubek(Nihon Racing via GTR4U.de Forum) :


Patrick gefolgt von florauh666 die beiden einzigen SEAT Toledos in der Serie, sein PS Zeichen ist aber viel cooler als nur das S â˜ş!!!


Und ein Bild(ausschnitt) von und mit Patrick … Er belegte am Ende des Rennens den 12. Platz und errang noch 9 Punkte für das Team. Ingo war immer noch sehr betrübt über sein Pech nicht an den Start gehen zu können. Anfeuern ist halt für einen echten Rennfahrer nicht genug. Die V8 Supercars sind ein paar Runden mehr gefahren (77 statt 59) und die schnellste Rundenzeit im Rennen lag dort bei 1:23.7463 (Daemons beste Rundenzeit: 1:29.200) also doch einen Tick schneller ☺ ! Hier ein paar Bilder zu dem Rennen inklusive opening von Pilatus PC-9 Trainern im Overfly:von dem RAAF Aerobatics Team

Roulettes


die beiden F-18 Maschinen waren fast zu schnell um vernĂźnftig Bilder machen zu kĂśnnen:

der Sieger #88 Jamie Whincup


dann vor die große (Jim Beam) Bühne um Sweet und den Doobie Brothers zuzujubeln und mitzusingen…oder so?!!?


Ein tolles Wochenende geht zu Ende! Ach ja, viel wurde für folgendes gespendet:

Damit endet der erste Teil meines Reiseberichtes… Teil2:Melbourne-Sydney-kurz was arbeiten(Flug Sydney-Bangkok-Sydney), dann geht es nach Neuseeland! Freu…!☺

fs11



SSR Sonderflug Down Under Teil 3