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Twen special DOPPelnUmmer winter 2009 / 2010

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«Es ist wichtig, dass wir Menschen unseren Wert ausserhalb von Kategorien wie Gesundheit und Leistung definieren.» ruedi Josuran, cOach Für KriSeninterVentiOn

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Twen MuT in der Krise

Immer mehr psychische Probleme bei Jugendlichen: «Depressionen bei Schülern nehmen seit acht Jahren stark zu», sagte der Leiter des Zentralen Schulpsychologischen Dienstes von München kürzlich. Hauptbetroffene seien 10- bis 20-Jährige, jede zweite Beratung drehe sich um Depressionen.

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InTervIew

aft h g n u r p s n e en steig s i r k s n e b e L d , der d n n a u m n e e J n . o e i s s i s r e pr tsk Burnout, De tzt wegen der Wirtschaf Josuran, lange Jahre i e an, nicht zul Krisen begleitet, ist Rued dio DRS 1. Vor knapp a Menschen in nntesten Stimmen bei R für Kriseninterventionen a eine der bek achte er sich als Coach out und Depression m zwei Jahren Der Zürcher kennt Burn . selbstständig Erleben. aus eigenem

n e h e t s u z n e z n e r G n e n i e s u z

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wie haben Sie Ihre Krise vor 15 Jahren erlebt?

Ich hatte ein Burnout, eine Depression. Gespürt habe ich die klassischen Symptome, leerer Akku, keine Energie mehr, ich brauchte für einfachste Abläufe ganz viel Kraft. Dinge, auf die ich mich normaler­ weise verlassen konnte, funktionierten nicht mehr. Ich schlief während Wochen schlecht, kam morgens kaum auf die Beine. Ich kannte das von mir nicht. Das warf mich völlig aus der Bahn. Sie haben damals bei «taf», dem Tagesprogramm des Schweizer Fernsehens gearbeitet. welche Konsequenzen hatte die Krise?

Ich fiel volle zwei Monate aus. Die Krise war sehr heftig für mich, weil ich gegen meinen Willen etwas abbrechen musste, das mir eigentlich Spass gemacht hatte, das Fernsehen verlassen musste. Die Aufgabe beim «taf» gefiel mir sehr, machte mir auch keine be­ sonderen Schwierigkeiten. welche weiteren Krisensymptome gibt es?

Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit, Rückenschmerzen, Kopfweh, die Energiebilanz stimmt nicht. Die Freude an Dingen, die man mag oder gern tut, verschwindet. Falsch ist die Vorstellung, dass Depression Traurig­ keit bedeutet. Das stimmt nicht. Oft ist es das Aus­ bleiben von Trauer, eigentlich eine gesunde Reaktion auf gewisse Erlebnisse. Wenn man weder richtig traurig sein kann noch richtig Freude haben kann, entspricht das dem Gefühl der Gefühllosigkeit. De­ pressive können nicht mehr Anteil am Leben haben.

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was ist der unterschied zwischen Burnout und einer Depression?

Ein Burnout steht im Zusammenhang mit der Arbeit und ist keine eigentliche Diagnose. Wegen Burnout kann man niemanden krankschreiben, wegen De­ pression hingegen schon. Für mich ist der Übergang nicht genau definierbar, die Symptome sind häufig ähnlich oder sogar gleich. Genau genommen müsste man von Depressionen reden statt von Burnout. Aber offensichtlich ist es für viele leichter, über Burnout zu sprechen. wie kommts zu Depressionen?

Über die Ursachen streitet sich die Fachwelt. Wichtig sind einerseits gewisse Persönlichkeitsanteile und genetische Faktoren. Einen Beitrag leisten können andererseits Extremsituationen wie der Tod eines na­ hestehenden Menschen oder der Verlust der Arbeits­ stelle. Allerdings reagiert jeder Mensch anders auf solche Erlebnisse. Das heisst, es kann eigentlich jeden treffen.

Grundsätzlich schon, ja. Bei gewissen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit grösser. Es gibt auch Berufs­ gruppen, die anfälliger sind für Depressionen. Keine Rolle spielt das Alter: Die Krisensituationen begin­ nen immer früher, teils schon im Primarschulalter. welche Berufe sind anfälliger?

Berufe, die sehr beziehungsorientiert sind. Leute, die emotional sehr viel geben müssen, gleichzeitig wenig Anerkennung und Wertschätzung erhalten, können schneller ausbrennen. Das sind zum Beispiel Berufe im Gesundheitswesen, Psychologen, Psychiater, aber auch Lehrer oder Pfarrer. Berufe, in denen man sich schwer abgrenzen kann, an die sehr hohe Erwartungen gestellt werden und wo auch hohe Eigenerwartungen existieren, zum Beispiel das Ge­ fühl, immer verfügbar sein zu müssen.

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Twen MuT in der Krise

Leute also, die möglichst perfekt sein möchten?

Ja, wer zu Perfektionismus neigt, ist anfälliger. Leute, die verinnerlicht haben, dass nie gut genug ist, was sie tun. Wobei: Auf der einen Seite braucht man ja im Leben den Antrieb, etwas noch besser zu machen. Doch man kann nicht in allen Rollen seines Lebens, in Beruf, Beziehungen, in der Familie, im Sport perfekt sein. Gerade im privaten Umfeld sollte man den Mut haben, eine gewisse Unvollkommenheit zuzulassen. welches sind erste Anzeichen für eine Krise?

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Die Frage ist berechtigt. Aber die Antwort ist ent­ täuschend. Ich warne vor der Illusion, dass alles vor­ aussehbar ist. Was man erlebt, ist vergleichbar mit einer starken Grippe. Man mag sich nicht aufraffen, denkt vielleicht an etwas anderes. Gehen Betroffene zum Arzt, haben sie das Problem, dass sie nur vage etwas beschreiben können. Dann heissts womöglich, man leide unter Vitaminmangel, man soll doch mal in die Ferien gehen. Viele Betroffene machen aber auch einfach weiter, obwohl sie merken, dass etwas nicht stimmt. Sie denken, dass es «dann schon wieder geht». Sagt ihnen jemand, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen sollten, wehren sie alles ab. Dabei ist Hilfe dringend nötig. Irgendwann laufen sie gegen die berühmte Wand.

«Ich brauchte für einfachste Abläufe ganz viel Kraft. Ich schlief während Wochen schlecht, kam morgens kaum auf die Beine. Das warf mich völlig aus der Bahn.» warum holen sich die Betroffenen keine Hilfe?

Depression und Burnout werden ja häufig im Zu­ sammenhang mit einer geringeren Belastbarkeit ge­ sehen. Wer Hilfe beansprucht, hat Angst, als Versager zu gelten. Bei Rückenschmerzen geht man sofort zum Arzt, wenn es um die eigene Seele geht, hinge­ gen nicht. Und das mit der geringeren Belastbarkeit ist ein Vorurteil. Ich glaube nicht, dass diese Leute weniger leistungsfähig sind. Sie haben trotz ihres Handicaps sehr viel geleistet. Es ist aber möglich, dass sie nicht bereit sind, bei allem, was verlangt wird, mitzuspielen. was tun, wenn eine nahestehende Person in eine Krise gerät?

Nie den Therapeuten spielen. Die Gefahr ist gross, dass man selber draufgeht. Es braucht eine aussen­ stehende Drittperson, einen Coach, oft auch einen Arzt. Angehörige können, ohne wertend zu sein, sagen, was ihnen auffällt. Ganz wichtig ist für den Betroffenen zu wissen, dass er wegen der Krise nicht als Mensch an Wert verliert, sondern akzeptiert wird, wie er ist. Als Angehöriger sollte man signalisieren, dass man präsent ist, wenn man gebraucht wird. Kann man Betroffenen Mut machen, ratschläge geben? nach dem Motto: Kopf hoch, es geht schon wieder?

Ja nicht, Ratschläge sind für mich Schläge. Solche Forderungen sind bei Depressiven fatal, da sie an

den Willen appellieren, der nicht mehr mobilisierbar ist. Man hats ja schwarz auf weiss: Hirnbilder von Depressiven zeigen, dass die Botenstoffe, die den Willen mobilisieren, zu wenig zur Verfügung stehen. Inwiefern kann man einer Krise vorbeugen?

Ein Stück weit lässt sich ein Burnout auffangen, je näher jemand, ein wenig philosophisch gesprochen, bei sich selber ist. Viele Menschen sind überehr­ geizig, schätzen sich falsch ein, gelangen in falsche berufliche Positionen, was die Anfälligkeit für Burnout erhöht. Wer eine Chefposition übernimmt, ohne Führungsqualitäten zu haben, lebt ständig gegen die eigenen Überzeugungen und die innere Natur. Weil diese Leute den Zwiespalt nicht mehr ertragen zwischen dem, was wirklich ist, und dem, was sein sollte, müssen sie jeden Abend auf dem Heimweg noch in eine Bar oder funktionieren nur noch mit Medikamenten. Bei sich selber sein?

Das bedeutet, sich im Klaren darüber zu sein, wel­ ches die eigenen Qualitäten, Grenzen und Schwä­ chen sind. wie lässt sich die Krise nutzen, dass sie zur Chance für die eigene Zukunft wird?

Eins vorweg: Wer mitten in einer Krise steckt, sieht sie nie als Chance. Mit einem gewissen Abstand kann es sein, dass die Krise als eine wichtige Korrektur im Leben wahrgenommen werden kann. Ich habe einen direkteren, offeneren Zugang zu mir gefunden. Ich entdeckte Schichten in mir, die ich vorher nicht kannte, konnte mich umfassender kennenlernen, ohne mich deswegen abzulehnen. Das ist übrigens der einzige Bereich, in dem ich mich als mutig be­ zeichnen würde: Ich habe immer mehr den Mut, zu mir zu stehen und alle meine Seiten zu akzeptieren, auch wenn nicht alles dem Idealbild entspricht. Eine Art Versöhnung mit mir selbst also. Zu seinen Schwächen stehen – das passt allerdings schlecht in unsere Leistungsgesellschaft.

Ja, in unserer Gesellschaft hängt der Wert des Men­ schen sehr stark ab von Gesundheit und Leistung. Ist man nur wertvoll, wenn man zu den Leistungsfähigen und Starken gehört? Natürlich ist es schön, leistungs­ fähig und gesund zu sein. Aber: Wenn es einmal an­ ders ist, darf das nicht alles in Frage stellen. Es ist deshalb wichtig, dass wir Menschen unseren eigenen Wert ausserhalb von Kategorien wie Gesundheit und Leistung definieren. Jeder Mensch braucht das Be­ wusstsein, grundsätzlich wertvoll zu sein, auch wenn einmal ein paar Dinge nicht so optimal laufen. ruedi Josuran (52) ist Business und Per­ sonal Coach und war bis vor zwei Jahren Moderator bei drs 1. nach einer Aus­ bildung zum Coach für Krisenintervention machte er sich selbstständig. Tätig ist er unter anderem am swiss Prevention Center in nottwil. Josuran, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, schrieb drei Bücher über Burnout und depression, unter anderem «seele am Abgrund», in dem es ums Umfeld von Burnout­Betroffenen geht. www.corebalance.ch


BAroMeTer

n e d i e l n e l e e S r h e m Immer chten: i s s u A e r e t s mehr Dü r e m m i t h c a Die Psyche m schaffen Menschen zu

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was junge Leute in der Schweiz quält, zeigt das erste JugendSorgen-Barometer, das Studierende der Fachhochschule nordwestschweiz letztes Jahr im Auftrag des Internetportals Lebenshilfenet.ch erstellt haben: Knapp 2000 Jugendliche und junge erwachsene nannten in der online-umfrage ihre 15 Hauptsorgen.

Finanzielle Probleme

Familienprobleme

Lebenssinn

Gesellschaftliche Probleme

niedergeschlagenheit / depressionen

Konflikte mit Freunden und Kollegen

Langeweile / nicht wissen, was unternehmen

Leistungsdruck am Arbeitsplatz

einsamkeit / isolation

sucht (jegliche Art)

Ausländerfragen

Wirtschaftslage

Politische entwicklung

28,1 %

26,1 %

22,4 %

19,0 %

17,2 %

17,2 %

16,5 %

15,2 %

13,3 %

12,8 %

12,2 %

11,7 %

11,5 %

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Beziehungsprobleme (Partnerschaft)

U

nd: in den OeCd­staa­ ten, den 30 wichtigsten industrienationen, so die Prognose, werde depres­ sion im Jahr 2020 sogar die häufigste Krankheit sein. die WHO schätzt, dass ein Viertel bis ein drittel der Lebens­ jahre, die durch Krankheit ver­ loren gehen, aufs Konto von psychischen Krankheiten gehen. Tendenz steigend. das zeigen auch Zahlen aus Ös­ terreich. in den letzten 15 Jah­ ren verdoppelte sich die Zahl der Arbeitstätigen, die wegen psychischer Krankheiten nicht arbeiten konnten. Man schätzt, dass rund eine Million Österreicher, jeder achte ein­ wohner, zeitweilig an Burnout leiden – 120 % mehr als 1994.

Was die Seele belastet

32,3 %

Ü

ber 11% der 6­ bis 16­jährigen Kinder und Jugendlichen leiden an Angststörungen, sagt der Basler Psychologie­Professor Jürgen Margraf. Auch bei den erwachsenen nehmen Ängste zu und gelten heute als eine der häufigsten Formen psychischer erkrankungen: Laut der Psychologin Marijke stolz von der Klinik sGM (stiftung für ganzheitliche Medizin) in Langenthal leiden 10 bis 15 % aller Menschen mindestens zeitweilig unter starken, anhaltenden Ängs­ ten: Angst vor Ablehnung, Versagen, Krankheiten, Zukunft usw. Zunehmend ist auch die sozialphobie (Angst, unter Menschen zu sein) und die Phobophobie, die Angst vor der Angst.

Bis in zehn Jahren soll Depression die zweithäufigste Krankheit weltweit sein. Das prognostiziert die weltgesundheitsorganisation wHo.

Jugend-Sorgenbarometer 2009

Leistungsdruck in der schule / Prüfungsangst

Angst vor Menschen, Angst vor Prüfungen, Angst vor der Angst. Immer mehr Menschen leiden darunter.

Depression: häufigste Krankheit

52,4 %

Die Angst geht um

www.jugendsorgenbarometer.ch


twen Mut IN Der KrISe

Michael Brügger in seinem element: trotz prothese jagt er fast gleich schnell wie didier Cuche & Co. über die piste.

6 Bein m e n i e t i m r e nnfahr e r i k S , 7 2 , r e gg Michael Brü

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Für zwei Stunden aus dem Sumpf

der Alltag von drogenabhängigen ist geprägt von konsum und Beschaffungsdruck. um sie zumindest etwas aus diesem kreislauf zu holen, wurde in Basel das Bandprojekt «stoffwechsel» gestartet; geleitet wird es unter anderem vom Musiker Baschi Hausmann, einst bei den Lovebugs. die idee: die süchtigen musizieren gemeinsam, entfalten verborgene talente, entwickeln mehr selbstbewusstsein und kommen so zu einer gewissen stabilität im Leben.

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s ist alles andere als ein gewöhnlicher Bandraum, wo seit letztem Frühling regelmässig abgerockt wird: In der Kontakt- und Anlaufstelle (K+A) im Norden der Stadt, im Volksmund immer noch Gassenzimmer genannt, können sich die Drogensüchtigen unter Aufsicht und hygienischen Bedingungen ihren Schuss setzen und beraten lassen. Jeweils am späten Dienstagnachmittag verwandelt sich das K+A aber in einen Übungsraum, werden Instrumente ausgepackt, Kabel verlegt, Drums aufgebaut.

Musikszene spendete instruMente Initiiert und geleitet wird «Stoffwechsel» vom Sozialarbeiter Carsten Meyer und dem Musiker Sebastian «Baschi» Hausmann, der seit zwei Jahren mit einem Teilpensum im Gassenzimmer arbeitet. Hausmann kennt man als Mitgründer der Lovebugs und durch seine heutigen Projekte «Fucking Beautiful» und «Blood Of Gold». Dank seinen Beziehungen zur Basler Musikszene kam das Fortsetzung Seite 8


MutMACHer

Er brettert mit 130 Sachen den Hang hinunter, gewinnt Ski­ rennen in aller Welt – und das mit amputiertem Unter­ schenkel. Entmutigen liess sich der 27­jährige Freiburger von seiner Behinderung nie, trotz Mobbing in jungen Jahren.

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Michael Brügger aus Plasselb im Kanton Freiburg kam mit einem missgebildeten Fuss zur Welt: Der Fuss war zu klein, war schräg abgewinkelt. Die Ärzte probierten alles: Bis Michael sechs war, musste der kleine Bub dreizehn Operationen über sich ergehen lassen, vergebens. Die Eltern standen vor der Entscheidung, Fuss und Unterschenkel zu amputieren, und sagten Ja. Bein weg als Sechsjähriger, wie war das? Er möge sich nicht mehr erinnern, erzählt Michael, seine Eltern hätten ihm aber erzählt, dass er mit seinem «neuen» Bein sofort herumgesprungen sei. «Offenbar hatte ich das damals gut verkraftet, sagt er heute, «nun hatte ich ein richtig langes Bein». «HoLzBein, HoLzBein!»

Der Freude folgte bald die Ernüchterung: Als Schüler wurde Michael Brügger wegen seiner Behinderung regelrecht gemobbt. «Die anderen Kinder machten mich fertig, riefen mir Holzbein», erzählt er, «ich war in der Umgebung nicht als Michael, sondern als Holzbein bekannt. Das hat mir zu schaffen gemacht. Ich hatte damals auch nicht viele Freunde. Aber so sind Kinder halt.» Doch Michael Brügger liess sich nicht entmutigen – im Gegenteil. «Andere haben mehr Probleme mit dem Stumpf. Ich wollte mich aber

nie behindern lassen», sagt er. «Man muss den Finger aus dem Arsch nehmen und den Mut haben, etwas zu probieren, statt daheim zu sitzen und zu behaupten, man könne dies und jenes nicht.» Gesagt, getan: Michael Brügger war schon früh sportbegeistert, fing mit neun Jahren an, Ski zu fahren, nahm schon bald an einem Trainingslager des Schweizerischen Behindertensports teil, wurde Mitglied im örtlichen Skiclub, konnte mit den anderen Fahrern gut mithalten und gewann sogar Rennen. Als Dreizehnjähriger wurde er in die Nationalmannschaft des Swiss Disabled Ski Teams aufgenommen, mit fünfzehn nahm er erstmals an den Paralympics teil – und durfte sich nach dem Riesenslalom die Silbermedaille umhängen lassen. Mut zAHLte siCH Aus

Seither reiht sich Erfolg an Erfolg: 2000 wurde er Abfahrtweltmeister und fuhr im Riesenslalom auf den dritten Rang. In der vorletzten Saison war er bester Super-G-Fahrer, vor einem Jahr wurde er Zweiter im Gesamtweltcup, holte an der WM Bronze in der SuperKombi und Silber in der Abfahrt, seine Lieblingsdisziplin: «Ich liebe das Tempo, den Adrenalinkick», sagt er. Unterwegs ist der Freiburger rasch einmal mit 130 Sachen – nicht viel weniger als

Spitzenfahrer wie Didier Cuche & Co., «die fahren vielleicht einmal 140 oder 145 km/h». Der Unterschied zu den Weltcupfahrern? Deren Strecken sind länger, Abfahrten von über zwei Minuten sind für behinderte Skifahrer zu lang, da sie teils nur auf einem Bein fahren. topLeistungen trotz protHese

Michael Brügger zeigt eindrücklich: Sportliche Topleistungen lassen sich auch mit Behinderung erbringen. «Dies zu beweisen, ist mir enorm wichtig, macht auch den Reiz aus.» Aus diesem Grund investiert er viel Zeit und Geld. Er fährt pro Saison fünfzehn bis zwanzig Rennen, hat immer wieder mehrtägige Trainingsblöcke. Dazu nimmt der Export-Sachbearbeiter unbezahlten Urlaub. Und gibt ganz schön viel Geld aus, über 40 000 Franken pro Saison: Zwar hat er Sponsoren, die auch einiges übernehmen. Dennoch berappt der 27-Jährige pro Saison eine hübsche Summe aus dem eigenen Sack. Er frage sich schon manchmal, wie lange er das noch tun wolle. Doch: «Es ist wie eine Sucht, mit 27 will ich sicher noch nicht aufhören, sondern möchte in diesem März in jedem Fall nach Vancouver an die Paralympics.» www.michaelbruegger.com

Baschi Hausmann (rechts), einst bei den Lovebugs, leitet mit Carsten Meyer das projekt «stoffwechsel».

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twen Mut IN Der KrISe

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Jahrelang führte Rudolf Wötzel ein Leben auf der Überholspur, gönnte sich kaum Ruhepausen. Als er merkte, dass er so seine Gesundheit ruiniert, kündigte er und wanderte quer durch die Alpen.

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Fünf- bis sechsmal pro Woche im Flieger war für ihn normal. 14-StundenTage auch. Seinen Urlaub musste er oft wegen der Arbeit abbrechen, Wochenenden gingen für Meetings drauf. Rudolf Wötzel, heute 46, fädelte Milliarden-Deals ein, beriet etwa den Lufthansa-Vorstand bei der Übernahme der Swiss. «Ein unheimlich spannender und vielseitiger Job», sagt er heute, «kein Tag war wie der andere.» Wötzel war oft mit Machthabern zusammen, mit CEOs und Politikern. Und er war stolz, wenn er in der Zeitung von den Firmenübernahmen lesen konnte, an denen er beteiligt war. «Sowas schmeichelt dem Ego schon.» HoHen preis BezAHLt

Der Preis, den er für dieses Leben auf der Überholspur bezahlen musste, war sehr hoch. Seine Gesundheit war angeschlagen, «ich spürte mich selber nicht mehr». Das Immunsystem war geschwächt, einen Winter lang war er ständig erkältet, hatte Herzrasen, Panikattacken mitten in der Nacht, bekam Probleme mit den Bandscheiben. «Ich fürchtete schon, deswegen das Skifahren aufgeben zu müssen.» Auch im Umgang mit anderen schlug sich das Leben nieder: Die Beziehung zu seiner damaligen Lebenspartnerin

Fortsetzung von Seite 6 Bandprojekt auch gratis und franko zu seinem equipment: Mehrere Gitarren, Mischpult, Schlagzeug, Mikrofone, Kabel, Verstärker wurden von der lokalen Musikszene gespendet. Baschi Hausmann versandte ein Mail an hunderte von Bands mit der Bitte, ihre Übungsräume nach ungenutzten Instrumenten zu durchsuchen. «Als wir angefangen haben, nahmen wir in Kauf, an gewissen Abenden allein zu bleiben», sagt Hausmann. Denn zu unstet und

ötzel: W f l o d u R r e Ex­Bank

n e p l A n e In d

«war rein funktional», gegenüber Freunden verhielt er sich oberflächlich: «Ich war ungeduldig, oft gereizt, konnte kaum länger zuhören.» 129 gipfeL innert fÜnf MonAten

Rudolf Wötzel kam sich immer mehr vor wie in einem Hamsterrad, fühlte sich fremdbestimmt, geriet in eine Sinnkrise. Er wusste, dass es so nicht weitergehen konnte. Ende 2006 kündigte er und brach, natürlich nicht ohne ein gutes finanzielles Polster, zu einer Exkursion auf: Er wanderte quer durch die Alpen, von Salzburg bis Nizza, fünf Monate lang. Er kletterte auf

unberechenbar ist der Alltag von Süchtigen, der vor allem vom Beschaffungsstress bestimmt wird. Doch es kam anders: Mittlerweile besteht die Stammband von «Stoffwechsel» aus sieben Leuten, im Herbst kamen jeweils bis zu zehn Leute an die Proben. Darunter auch musikalische Neulinge, die in kurzer Zeit bereits beachtliche Fortschritte erzielten. Gespielt werden nicht, wie anfangs geplant, Covers. Sondern: Schon bald entstanden aus den Probesessions eigene Songs, einige der «Stoffwechsel»-Mitglie-

33 Viertausender, stand auf total 129 Gipfeln. Unterwegs war er grösstenteils allein, schwerere Gipfel bestieg er mit Bergführern, zum Teil begleiteten ihn Freunde. Je länger die Tour dauerte, desto weniger wichtig war die Zahl der Gipfel. Am meisten genossen hat der gebürtige Münchner die letzten Etappen, achtstündige Wanderungen auf wenig spektakulären Strecken, auf denen er in einen eigentlichen Wanderfluss gekommen sei: «Ich wurde vom Gipfelstürmer zum Pilger», blickt Wötzel zurück. Auf diesen letzten Touren hat er viel nachdenken und sein «altes» Leben loslassen können.

der begannen zu texten, «zum Teil knallharte Texte über das Leben mit dem Stoff», so Hausmann. Mut und ÜBerwindung regelmässig proben, sein Können auf Instrumenten zeigen, den anderen die eigenen Texte vorlegen, allfällige Kritik aushalten – alles andere als selbstverständlich für Drogenabhängige. «Das kostet sie enorm viel Überwindung, braucht viel Mut», weiss Baschi Hausmann. Denn das Selbstwertgefühl sei bei diesen Leuten oft nahe bei Null: In der Gesellschaft werden

sie als Verlierer abgestempelt, ihre Familien haben sich vielfach von ihnen abgewendet und innerhalb der Szene gibts so gut wie keine Freundschaften, da die Suchtkrankheit das Leben regiert. Das gemeinsame Musikmachen hingegen ermöglicht den Abhängigen positive erlebnisse ohne Stoff und lässt sie wenigstens für zwei Stunden dem Beschaffungsstress entfliehen. Mehr noch: Indem sie gemeinsam etwas erarbeiten, wächst ihr Selbstwertgefühl und verleiht ihnen mindestens einen gewissen Halt in ihrem Leben.


MutMACHer Hoch hinaus: der frühere top-Banker auf einem der 129 gipfel, die er innert fünf Monaten bestiegen hat.

n e d n u f e g r e b l e s h z u s ic

9 neuBeginn in den ALpen

Aufgebrochen war Wötzel mit der Absicht, sich wieder einen Job in der Finanzwelt zu suchen. «Mit der Zeit wusste ich: Ich will was anderes tun.» Seine Gewaltstour, die er geschafft hatte, ohne Berggänger zu sein, gaben ihm den Mut, Neues zu wagen. «Ich habe gemerkt, dass ich mit Herzblut und Selbstvertrauen sehr viel erreichen kann.» Nach der Rückkehr begann er, obwohl nie schriftstellerisch tätig gewesen, ein Buch zu schreiben. Titel: «Über die Berge zu mir selbst». Und er zog von Zürich nach Monbiel bei Klosters in sein Ferienhaus. «Ich

Das Konzept geht auf: «Die Süchtigen blühen am Dienstagabend jeweils richtiggehend auf», hat Baschi Hausmann erlebt, der bei den Proben vor allem als Motivator dabei ist. «Sie lernen, aufeinander zu hören, sich Feedback zu geben.» Zudem begannen einige von ihnen, auch daheim zu üben, unter den Musizierenden entstanden Freundschaften, bei einzelnen ist sogar der Drogenkonsum rückgängig. So wird der programmatische Projektname «Stoffwechsel» zur Wirklichkeit. Oder wie die Basler Zeitung kommen-

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möchte möglichst naturnah wohnen. Auf der Tour habe ich gemerkt, was mir Berge und Natur bringen», erklärt er und fügt an: «Ich war seither keinen einzigen Tag krank. Im Gegenteil: Ich fühle mich permanent wohl und spüre eine grosse innere Gelassenheit.» wötzeL wird wirt

Ein neuer Mensch also? «Es ist eher eine Rückentwicklung», sagt er, «vieles war schon da, wurde aber verschüttet. Ich habe es wieder ausgegraben», sagt der Erfolgsmensch von einst, der jetzt ganz anders lebt. Musste Wötzel früher für ein Glas Konfitüre zehn Sekun-

tierte: «Musikrausch statt Drogensumpf.» nACHMACHen erLAuBt Noch ist das Projekt in der Schweiz einzigartig – angesichts des erfolgs eigentlich verwunderlich. Baschi Hausmann wünscht sich, dass das Projekt Schule macht und Nachahmer findet. Und: er kann sich durchaus vorstellen, auch in anderen Schweizer Städten als Geburtshelfer oder sogar als Leiter von vergleichbaren Projekten zu walten! www.suchthilfe.ch

den arbeiten, nimmt er sich heute eine Stunde Zeit, um sie selbst zu kochen, «eine grosse Befriedigung». Zudem hält er Vorträge, gibt Seminare und berät Manager, die in einer ähnlichen Situation stecken wie er einst. «Ich möchte ihnen Mut machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.» Wötzel selbst wird auch etwas Neues in Angriff nehmen. Er übernimmt ein Berghaus, deren Betreiber lange erfolglos auf der Suche nach einem Nachfolger waren. Wötzel biss an – und so wird der Exbanker mit seiner Partnerin ab Sommer 2010 in Schlappin auf 1700 Metern zum Bergwirt.

zukunftsMusik «stoffwechsel» gibts bald auch auf Cd. Baschi Hausmann machte gegen ende des letzten Jahres die Aufnahmen von drei songs in einem professionellen studio möglich. er konnte dafür die renommierten Basel City studios gewinnen und fand sogar einen produzenten, der bereit war, ohne Lohn drei tage an den reglern zu sitzen – und zwar keinen geringeren als fred Herrmann von den Hitmill-studios in zürich. Herrmann hatte zuletzt Cds von Bligg, Myron oder Musicstar fabienne Louves produziert.


Twen MuT in der Krise

Es gibt ein Leben nach der Krise. Allerdings sieht es meist etwas anders aus als zuvor, wie die beiden Beispiele der ehemaligen Boxerin Dina Burger und DJ Tatana zeigen.

dJ Tatana, erfolgreichste Schweizer dJane: plötzlich keine Lust mehr zum Auflegen.

n e g o z e g e s m e r b d n Stopp: Ha Familie, die sie bei allen entscheidungen unterstützt habe. «dank ihr fand ich ins normale Leben zurück.» nur den Boxring dürfte sie für immer verlassen haben. Letztes Jahr trainierte sie zwar nochmals für kurze Zeit, merkte bald, dass sie den für diesen sport nötigen Hunger nicht mehr hat.

dina Burger war die Boxhoffnung der Schweiz – bis sie mit 18 ein Burnout erlitt.

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ina Burger war die grosse Boxhoffnung der schweiz. die seeländerin gewann schon mit sechzehn ihre ersten Kämpfe, wurde 2005 Zweite an der Amateur-WM und ein Jahr später europameisterin. insgesamt gewann sie 64 von 76 Kämpfen! Für diese erfolge hatte sie extrem hart gearbeitet. sie trainierte viel, zum Teil bis zu achtzehnmal (!) pro Woche. Zu viel. Vor rund drei Jahren hatte sie als Achtzehnjährige ein Burnout. sie hängte die Boxhandschuhe an den nagel, von einem Tag auf den anderen. «ich wollte mit dem sport nichts mehr zu tun haben», sagt sie. es war eine Zeit, in der sie

alles nur noch negativ sah, «ich fand nichts mehr lustig, habe nicht mehr gelacht, war nur noch niedergeschlagen und hatte auch keinen draht mehr zu anderen Leuten». 180 grAd AnderS Heute sei sie ganz anders, «180 Grad anders», sagt sie. «ich bin heute sehr offen, meistens gut gelaunt, ziehe mich nicht mehr wie früher einfach zurück, sondern gehe auf Leute zu.» das zeigt sich auch in ihren beruflichen Zielen: dina Burger will richtung sozialpädagogik gehen, derzeit absolviert sie ein Vorpraktikum in einem schulheim, arbeitet mit Kindern. Geholfen hat ihr vor allem die

Ähnlich wie dina Burger erging es dJ Tatana. Tatana, damals 32, erlitt vor knapp zwei Jahren einen eigentlichen Zusammenbruch, wie sie heute selber sagt. sie hatte schlicht keine Lust mehr, aufzulegen. Vierzehn Jahre lang hatte dJ Tatana alle energie in die Musik gesteckt, war jedes Wochenende als dJ unterwegs, unter der Woche produzierte sie Cds. Weitgehend verloren ging aber ihr soziales netzwerk. Lernen, nein zu SAgen «Alle um mich herum sagten, ich solle mal Pause machen, ich möge ja gar nicht mehr. dann machte es plötzlich bum und ich brach zusammen», sagt sie letzten sommer dem

Tages-Anzeiger. dJ Tatana zog die Handbremse. sie sagte sämtliche Auftritte ab, war ein Jahr lang weg vom Fenster, ging eine Zeit lang nach Miami, verbrachte einen Monat in einer Klinik. Aus der Krise kam sie durch viele Gespräche dank der Familie und Freunden. Heute weiss sie, «wie wichtig ein soziales Umfeld ist, normale dinge zu tun wie ins Kino gehen oder im Wald spazieren.» das Burnout lehrte sie, nein zu sagen und freie Tage einzuhalten: «ich habe vielleicht nur noch einen Auftritt pro Woche, dafür geniesse ich diesen viel mehr und erlebe ihn intensiver.» körperSignALe BeAChTen dina Burger wurde wegen ihrer Krise bewusst: das Wichtigste ist, auf seinen Körper zu hören. «der Körper gibt Zeichen, dass etwas nicht stimmt, etwa wenn man ständig müde ist, vielleicht sogar schmerzen hat», sagt sie. Heute weiss sie: «es ist ganz wichtig, diese Zeichen ernst zu nehmen und seinem Körper ruhe zu geben.»


AkTiv werden wer seine fähigkeiten und vorlieben kennt und danach lebt, läuft viel weniger gefahr, in eine krise zu schlittern, und lebt zufriedener. das sagt Ana flütsch, die als Coach Menschen in krisen oder bei beruflichen neuorientierungen berät.

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in Weg, zu sich selbst zu fin­ den, ist der Blick in die Kind­ heit. Bei ihren Coachings fragt Ana Flütsch die Klienten unter anderem nach ihren Vorlieben, als sie klein waren: Was sie damals fasziniert hat, was sie am liebsten gespielt und gelesen haben, in der Schule mochten, welche Rollen sie hatten. Wichtig da­ bei: «Diese Vorlieben dürfen nicht ab­ gewertet werden», sagt Ana Flütsch, «man soll nicht sagen, dass dies ja alle Kinder gerne getan haben.» Sondern: «Die Vorlieben soll man als Teil seiner Person annehmen.» kindheiTSTräuMe AuSgrABen

Denn Ana Flütsch ist überzeugt, dass die Vorlieben aus der Kindheit tief lie­ gende Wünsche befriedigten, viel über das Wesen eines Menschen aussagen und auch im Erwachsenenalter wich­ tig sind. «Sie können ein Baustein sein auf der Suche nach Tätigkeiten, die zu jemandem passen», sagt die Berate­ rin. Oft macht sie die Erfahrung, dass die Vorlieben zugeschüttet wurden, etwa wegen abweichender Wertvor­ stellungen der Eltern oder der Schule. Ana Flütsch versucht darum, diese Wünsche und deren Bedeutung für heute herauszuschälen. «Dazu brau­ che ich als Coach viel Gespür und

Fantasie», sagt sie, «doch wenn diese Vorlieben wieder an Wert gewinnen, kann ich den Klienten auch helfen, ih­ ren Selbstwert zu stärken.» gLAuBenSSäTze hinTerfrAgen

Oft geraten Menschen auch wegen un­ reflektierten Glaubenssätzen in eine Sackgasse. Ein Beispiel ist das Sprich­ wort «Ohne Fleiss kein Preis», andere Leute sind überzeugt, nur durch hohen Verdienst einen Lebenspartner zu finden. In der Beratung stösst Ana Flütsch oft auf solche Sätze, wenn sie die Leute fragt, was sie am Erreichen ihrer Ziele gehindert hat. Häufig kom­ me auch das Gefühl zum Vorschein, Arbeit müsse wehtun und dürfe keinen Spass machen. Dabei: «Tut man Dinge, die man nicht mag, kostet das sehr viel Energie», sagt sie und rät darum, diese Glaubenssätze kritisch zu hinterfragen. Denn: «Wem seine Tä­ tigkeit Spass macht, der hat mehr Energie, ist belastbarer und kommt persönlich weiter.» Ana flütsch studierte in Bern Wirtschaft, arbeitete unter anderem als Wirtschaftsprüferin. seit 2006 als Coach selbstständig. www.anafluetsch.ch

Rechtzeitig abschalten, um nicht auszubrennen Arbeit oder Studium, prüfungen, haushalt, nebenjob – alles muss unter einen hut gebracht werden. um dem druck standzuhalten gilt es, gegensteuer zu geben. wie? dazu ein paar Tipps: Beziehungen pflegen, auch wenn der druck noch so gross ist: sich mit Freunden treffen, mit ihnen über Filme, Bücher oder Cds quatschen, lecker kochen usw. Wer dauernd private Termine wegen des Jobs absagt, bei dem sollten die Alarmglocken schrillen. Spass muss sein: Auch in stressigsten Zeiten braucht es inseln der entspannung. einfach mal auf dem sofa rumlümmeln, bewusst trödeln, eine Cd hören, in einem Krimi schmökern, einen Film gucken, ein Konzert besuchen. gesund leben: ausgewogen und regelmässig essen, sich auch im Alltag ausreichend bewegen, z.B. mit dem Velo zur Arbeit fahren, Treppen steigen statt Lift fahren. Genug schlafen. Und: Gerade in stressigen Zeiten möglichst auf Alkohol und nikotin verzichten. Beweg dich: Wer regelmässig sport treibt, regeneriert Körper und Geist. Arbeitstag dem eigenen rhythmus anpassen: Frühaufsteher teilen sich ihren persönlichen stundenplan anders ein als nachtmenschen. Kreative Arbeiten erledigt man möglichst bald nach dem Aufstehen, routinejobs dagegen nach dem Zmittag. Mach mal pause: Ununterbrochen lernen oder arbeiten schafft niemand. deshalb:

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tagsüber regelmässig Pausen einlegen, Computer oder Lehrbuch zuklappen, aufstehen, Fenster öffnen, einen Apfel essen. sich Zeit fürs Mittagessen nehmen: Wer neben der suppe noch liest oder Formeln büffelt, der schaltet nicht recht ab. geh in dich: auf seinen Körper hören, auf seine Gefühle achten, mutig zu seinen Grenzen stehen. Wers gar nicht mehr schafft, sollte den Chef um entlastung bitten. Alternativen zum Alltag pflegen: Um richtig zu entspannen, eignen sich Freizeitaktivitäten, die möglichst wenig mit Beruf oder studium zu tun haben. nicht alles selber erledigen: sondern delegieren, auch wenns nur Kleinigkeiten sind. soll doch mal ein anderer in der WG das Bad putzen oder einkaufen. feierabend machen: Und dabei nicht an die Arbeit oder die nächste Prüfung denken, nicht lernen, keinen Bürokram erledigen. Gehts nicht jeden Abend, so wenigstens zwei-, dreimal pro Woche.

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Twen MuT erscheint als eUrO<26 Special mit twen winter 2009/2010, www.euro26.ch herausgeber: SJag, bern idee/Koordination: gedankensprung, bern Konzept/gestaltung: basel west, basel text/redaktion: Stephan lichtenhahn, basel Druck: Vogt-Schild Druck ag, Derendingen Fotos: lea hepp 7; Patrick luethy/eQ images 10 Disclaimer: SJag übernimmt keine haftung für Preise, angebote und redaktionelle inhalte Dritter.

PREISTRÄGER

Twen MuT wurde auf dem recyclingpapier cyclus Print gedruckt. es wird auf der basis von 100% altpapier ohne optische aufheller und chlor hergestellt. Für die Produktion des Papiers wurde biobrennstoff verwendet.

Twen MuT haben ermöglicht


Themenheft Mut in der Krise