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1/2012

Mord im Namen des Sports Die EM 2012 in der Ukraine Seite 24

Ostern ohne Käfigeier – Ein Gedankenspiel

Seite 30


Impressum

| Editorial

Inhalt

Seite 4 Jahresrückblick 2011

Seite 2 Inhalt Impressum Seite 3 Editorial

Natur

Focus Seite 4

Rückblick 2011 aus Sicht der ETN-Botschafterin (M.v.Hohenzollern)

Seite 10 Seite 12

Winterzeit – Streuzeit Das Klima im Wandel Weihnachtsbaumkulturen

Unsere Partner

In eigener Sache Seite 7 Seite 8

Seite 33 Seite 34 Seite 36

Trauer und Erinnerung Tag der offenen Tür auf Hof Wiesenfeld Ausflug der Wipperfürther Pfotenfreunde zum Hof Huppenhardt Delegiertenversammlung

Magazin Seite 14 Katzenschutz auf Lanzarote Seite 16 Der Galgo Seite 19 Cefarina – eine Spanierin in Sprotta Seite 20 Lia – mein Galgo Español Seite 22 Weihnachtsgeschenke für den Hund? Seite 24 Winterfütterung unserer heimischen Singvögel Seite 26 Praktikum bei der Schutzstation Wattenmeer Seite 28 Tierversuche nehmen zu Seite 30 Das Fest der Liebe – und das Leiden der Tiere Seite 32 Unsere Einsatzgebiete in Europa

Seite 38 Seite 40 Seite 44 Seite 46

Die Tierfreunde Münster Tiere aus Münster suchen ein Zuhause Villa Kunterbunt Tiere aus der Villa Kunterbunt suchen ein Zuhause

KIDS Seite 48 Seite 49

Vögel im Winter Auf die Koppel, fertig, los!

News Seite 50

Geschmackloses Spielzeug Uhu Clarence hat keine Lust Der Papst schaut zu

Seite 26 Praktikum bei der Schutzstation Wattenmeer

Impressum Herausgeber Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. Hof Huppenhardt, D-53804 Much Tel.: 0 22 45/61 90-0 Fax: 0 22 45/61 90-11 E-Mail: info@etn-ev.de VR 2454, Amtsgericht Siegburg Der ETN e.V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Mitgliederverwaltung ETN e.V.: Hof Huppenhardt, D-53804 Much Tel.: 0 22 45/61 90-17 Fax: 0 22 45/61 90-11 E-Mail: mitgliederbetreuung@etn-ev.de

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Redaktion: Götz Bukenberger E-Mail: info@etn-ev.de Tel.: 0 22 45/61 90-0 ETN im Internet www.etn-ev.de Termin der nächsten Ausgabe Erstes Quartal 2012 Druck Hofmann Druck GmbH & Co. KG 90412 Nürnberg

Alle Beiträge und Fotos sind urheber­rechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte ­Beiträge übernehmen Heraus­geber und Re­ daktion keine ­Gewähr. Wir behalten uns vor, ­Beiträge zu kürzen und/oder zu über­arbeiten. Bezugspreis ist im Mitglieds­beitrag ent­halten. Respektiere ist auf chlorfrei ­gebleichtem Papier gedruckt. Mit freundlicher Unterstüzung von www.kidsweb.de

Jedes Jahr stehen wir vor der Her­ ausforderung, den Tier- und Natur­ schutz voranzubringen. Helfendes Eingreifen blieb und bleibt unser oberstes Ziel, doch das „Wie“ ändert sich, muss neue Struktu­ ren annehmen, um insbesondere den Tierschutz nachhaltig und zu­ kunftsorientiert zu gestalten. Jeder Wandel ist mit Unruhe ver­ bunden. Veränderungen verlan­ gen Mut und Offenheit, will man Schritt halten mit den sich ändern­ den Anforderungen; besser noch: ihnen ein Schritt voraus sein. Ver­ änderung bedeutet, vertraute Pfa­ de zu verlassen und neu auftre­ tende Hindernisse zu beseitigen. Auch im vergangenen Jahr galt es, Hindernisse zu überwinden. In Rumänien haben wir dazu bei­ getragen, dass das sogenannte „Euthanasiegesetz“ zurückge­ nommen wurde. Trotz heftigen Widerstands derer, die von dem schmutzigen Geschäft der Tötung von Straßentieren profitieren woll­ ten. Wir haben den Massenmord an den Straßentieren in der Ukra­ ine öffentlich gemacht! Um das Straßenbild für die Besucher der Fußball-EM 2012 zu bereinigen, scheuten sich die Bürgermeister der Austragungsorte Kiew, Do­ nezk, Lviv und Charkow nicht, die Straßentiere – oft noch lebend - mit fahrbaren Krematorien zu vernichten. Abertausende Stra­ ßentiere sollten noch getötet wer­ den, wenn es nach dem Willen der dortigen Politiker gegangen wäre. UEFA und DFB schauten zu, aber der Aufschrei der Tierschützer in Europa hat sie geweckt, die Her­ ren Funktionäre, und dem Töten Einhalt geboten. Demonstrationen und Mahnwachen im Zusammen­

wirken mit der Aktion „Fair Play“ veranlassten dann auch die Fuß­ ball-Fans zu großen Protesten. Ein erster Erfolg der Proteste und der Gespräche mit den Verant­ wortlichen war eine Kastrationsak­ tion in Kiew, die der ETN e.V. als erste und bisher einzige Organisa­ tion durchführte. Einen genauen Bericht lesen Sie im Heft. Bei unserem Engagement ha­ ben wir immer das eine Ziel klar vor Augen: Den Tieren zu helfen! Das „Wie“ ist entscheidend! Kas­ trationen verhindern, dass neues Tierelend entsteht. Nicht das Füt­ tern und sich kümmern! Selbst alle Tierschützer zusammen können nicht jedes Tier retten, das auf die Straße geworfen wird, in der Mas­ sentierhaltung dahinvegetiert, bis es verreckt oder - auf grausame Weise getötet - auf unserem Tel­ ler landet. Eine Änderung kann bis zu einem gewissen Grad nur die Politik herbeiführen. Den Weg zur Änderung müssen wir jedoch vor­ geben. Wir haben die tatsächliche Macht, denn wir sind die, die wäh­ len gehen. Immer noch! Politik ist gern feige und versteckt sich. Sie schaut weg, lehnt sich zurück, ist selbstgefällig und zu­ frieden, dass andere ihre Aufgabe und Verantwortung übernehmen. Hier müssen wir ansetzen. Lange haben wir diese Entwicklung mit Unmut verfolgt. Die Entscheidung, dieser Ignoranz die Zähne zu zei­ gen, ist gereift und soll greifen. Bringen Sie dem Bürgermeister Ihrer Gemeinde, Ihrer Stadt, den Hund, die Katze, die Sie gefunden haben. Nehmen Sie den Findling nicht mit nach Hause, bringen sie ihn nicht ins Tierheim. Bringen Sie ihn ins Rathaus, setzen sie ihn dem Politiker auf den Schreib­ tisch. Er hat die Verantwortung für

das Leben dieser Tiere. Wir wis­ sen, auf welch mühseligen Weg wir uns begeben; wir wissen aber auch, dass eine starke Gemein­ schaft entschlossen, unbeirrt und mit entsprechender Ausdauer ihr Ziel erreichen kann. Darum brau­ chen wir Sie heute mehr denn je, um dies intensiv und erfolgreich leisten zu können, liebe Leser und Mitglieder. Mit Ihrer Unterstützung konnten wir im vergangenen Jahr vielen Tieren in Europa helfen, denen kein gutes Leben beschieden ist, die kein liebevolles Zuhause ha­ ben, die kein Gesetz schützt oder schützen will. Ihr Leid wird igno­ riert oder gar gebilligt. Aber auch in Deutschland liegt im Bereich des Tierschutzes manches im Ar­ gen und verlangt nach Verbesse­ rung. Der ETN e.V. und viele Tier­ schützer bringen sich ein, mildern und lindern diese Not. Wir danken Ihnen an dieser Stelle aus tiefem Herzen dafür, dass Sie uns unter­ stützend begleiten und in unserer Arbeit stärken. Ihr Dieter Ernst Seite 3


| In eigener Sache Maja Prinzessin von Hohenzollern in einem Tierheim in der Ukraine

teht er mit eins nd er tt zi nd u H r ne Ein abgemagerter, klei Trotz Angst kommt e. ne h c S en ef ti im geklemmter Rute oment vor BeM n te tz le im er ab t h er auf uns zu, weic das sich im Winter d, il B s da t is as D k. rührungen zurüc dt der Ukraine, ta s pt au H r de , ew Ki vielen Menschen in , wie tausende andere er ng u H at h nd u H bietet. Der kleine von Menschen er l h o bw O . h c au Straßenhunde in Kiew urde, bettelt er um w lt de an h be t h c le h sicherlich oft sc andere Wahl hat. e in ke er l ei w , er tt Fu

am Stadtrand ns u r de , nd u H em es Trotzdem geht es di eise gut. Er wird von w s h ic le rg ve h c no , von Kiew begegnet der Nähe gein s m ei rh ie T en at iv pr der Besitzerin eines . füttert. Und er lebt

und Landesebene und besuchte Tierheime in Kiew und Donezk. Dies alles mit dem Ziel, die Öffent­ lichkeit auf die Hundemorde in der Ukraine aufmerksam zu machen und den Druck auf ukrainische Politiker und die Veranstalter der Europameisterschaft zu erhöhen.

Die Welt zu Gast bei Hundemördern? In den letzten Monaten führten viele Städte der Ukraine einen regelrechten Feldzug gegen Straßenhunde und Straßenkatzen. Im Fokus standen vor allem die vier Austragungsorte der Fußball-EM 2012: Kiew, Lviv, Charkow und Donezk. Um das Stadtbild für die Gäste der EM zu „bereinigen“, wurden dort Straßentiere vergiftet, lebendig verbrannt oder zu Tode gequält. Stadtverwaltungen zahlten Kopf­ gelder für jeden getöteten Hund;

der Massenmord an Straßentieren wurde zum lukrativen Geschäft für Hundefänger, Behörden und Politi­ ker. Besonderes Aufsehen erregte die Nutzung mobiler Krematorien,ursprünglich zur Müllentsorgung

gefertigt, nun dazu genutzt, um lästige Streuner billig zu entsor­ gen. Ein Aufschrei ging durch Europa, tausende Menschen protestierten gegen den grausamen Tiermord

im Namen des Fußballs. Feder­ führend bei diesem Protest waren von Anfang an der ETN e.V. und seine Botschafterin Maja von Ho­ henzollern. Der ETN hielt Presse­ konferenzen in Kiew und Donezk ab, führte Gespräche mit Stadtver­ waltungen, der UEFA und örtlichen Tierschützern. Der ETN verfasste Protestschreiben auf kommunaler

Mehrere Tausend Menschen sam­ melten Unterschriften gegen das grausame Vorgehen ukrainischer Behörden, und die Aktion „Fair­ play“ organisierte mit Unterstüt­ zung des ETN e.V. deutschland­ weite Demonstrationen. Der ETN und viele andere Tierschützer riefen zum Boykott der FußballEM und ihrer Sponsoren, wie

beispielsweise Coca Cola, Mc Donalds oder Adidas auf. Anfänglich zeigten sich ukraini­ sche Stadtverwaltungen, Umwelt­ behörden und Veranstalter des Großevents unbeeindruckt. Doch steter Tropfen höhlt den Stein, und so konnten die ukrainischen Verantwortlichen letztendlich nicht mehr die Augen vor den weltwei­ ten Protesten verschließen. Im Januar zeigten die Gespräche mit dem stellvertretenden Bürger­ meister der Stadt Kiew endlich Wirkung, und er erteilte dem ETN e.V. eine Genehmigung für eine groß angelegte Kastrationsaktion in der Hauptstadt.


| In eigener Sache

Ein erster Erfolg – Unsere Kastrationsaktion Nach monatelangen Verhandlungen und Gesprächen konnten wir also endlich unser Tierärzteteam nach Kiew senden, so dass Ende Januar die erste Kastrationsaktion des ETN in der Ukraine begann. Unsere Mitarbeiterin vor Ort, Polina Balitser, organisierte rund um die Uhr Medikamente und Operationsmaterial, informierte die Presse über die Aktion und holte Genehmigungen bei Behörden und Ämtern ein. Beson­ ders die Beschaffung von Betäubungsmitteln stellt in der Ukraine einen größeren Verwaltungsakt dar, aber schließlich konnte die Aktion reibungslos anlaufen. Kastriert wurde in einer der städtischen Tierkliniken in Kiew, die zwar genügend OP-Räume, aber kein medizinisches Material hatte. Obwohl es sich bei den Tierkliniken um staatliche Einrichtungen handelt, bekommen sie teilweise so wenig Zuschüsse, dass das Geld nicht einmal ausreicht, um die Kliniken zu beheizen. So wurde das Angebot des ETN, eine dringend benötigte Quarantänestation zu errichten, dankbar angenommen.

Prinzessin Maja von Hohenzollern assistiert den Tierärzten des ETN-Teams bei der Kastration eines Straßenhundes, um ukrainischen Bürgern zu zeigen, dass es sich dabei um ei­ nen unblutigen Eingriff handelt.

Bis zum 19. Februar kastrierte unser Tierärzteteam mehrere hundert Straßentiere, darunter vor allem Hunde, und entließ sie anschließend wieder in die Freiheit. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt erschwerten oftmals das Einfangen der Straßenhunde, aber durch die tatkräftige Mithilfe von Volontären und privaten Tierhaltern waren unsere Tierärzte trotz widriger Umstände ausgelastet. Unterstützt wurde das ETN-Team durch einen Tierarzt der Schweizer Organisation „Network for Animal Protection“ (NetAP), die über einen großen Tierärztepool verfügt. Ein gelungenes Beispiel für Zusammenarbeit über Vereinsund Landesgrenzen hinaus.

Mit Kastration und Dialog gegen sinnloses Töten Eine Kastrationsaktion allein reicht aber nicht aus, um das Schicksal der ukrainischen Straßenhunde nachhaltig zum Guten zu wenden. Vielmehr war klar, dass ein Um­ denken in der Bevölkerung und bei Politikern erfolgen muss, denn nur wer eine positive Einstellung zu Tieren hat, behandelt sie auch mit Respekt. Ansatzpunkte, um ein Bewusstsein für den Tierschutz zu schaffen, gab es viele, und sie wurden von Dieter Ernst, dem Prä­ sidenten des ETN, und Maja Prin­ zessin von Hohenzollern vor Ort persönlich in Angriff genommen. In Interviews und Live-Übertragun­ gen appellierten sie immer wieder an die Ukrainer, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen oder Hunde aus Tierheimen zu adop­ tieren. Leider werden in der Ukra­ ine, wie in vielen osteuropäischen Staaten, nur wenige Tiere vermit­ telt. Insbesondere alte oder kran­

ke Tiere, wie es sie in den Tier­ heimen überwiegend gibt, haben praktisch kaum eine Chance auf ein neues Zuhause. Unter diesem Aspekt freute es uns besonders, als sich das Frühstücksfernsehen des ukrainischen Senders „1+1“ bereit erklärte, wöchentlich einen Vermittlungshund von unserer Mit­ arbeiterin Polina Balitser vorstel­ len zu lassen. Damit ist der Weg für die erste Tiervermittlungssen­ dung im ukrainischen Fernsehen

geebnet, denn Formate, wie man sie in Deutschland kennt, gibt es hier nicht. Diese Sendungen sind aber ungemein wichtig, denn sie sorgen dafür, dass die anonymen Straßentiere einen Namen be­ kommen, und der Zuschauer ihr Schicksal wahrnimmt. Straßen­ hunde sind nicht länger namenlo­ se Wesen, die niemanden etwas angehen, sondern liebenswerte Tiere, die eine Seele haben.

Vergifteter Hund auf den Straßen der Ukraine

Zwar versicherte uns die Stadtver­ waltung, dass sie in Kiew kei

Eine breite Öffentlichkeit erreichten wir auch durch die Berichterstattung heimischer und deutscher Fernsehsender über die Arbeit des Tierärzteteams. Bei einem Besuch in der Tierklinik Kiew filmten mehrere TV-Teams eine laufende Kastration und klärten so das Publikum über den unblutigen und unspektakulären Verlauf eines solchen Eingriffs auf. Dies war dringend nötig, weil viele Ukrainer der Meinung sind, dass eine Kastration eine sehr aufwendige Operation ist und ihre Tiere deshalb nicht kastrieren lassen.

Dieter Ernst im Gespräch mit einem Fernseh­ team des ZDF in der Tierklinik in Kiew


| In eigener Sache

Maja von Hohenzollern und Dieter Ernst im Ge­ spräch mit einem Vertreter der Umweltbehörde (2.v.l.) im Rathaus von Kiew

Der Dialog mit ukrainischen Politikern erwies sich als unerwartet freundlich und kooperativ. Man zeigte sich zu ei­ ner langfristigen Zusammenarbeit im Sinne des Tierschutzes bereit und nahm unsere Vorschläge zu Themen wie Tierschutz im Unterricht und Bearbeitung des ukrainischen Tierschutzgesetzes bereitwillig an. In dem von der Stadt Kiew geplanten Tierheim wird nun auf Anregung des ETN e.V. auch ein Kastrationszentrum innerhalb des Stadtge­ bietes errichtet, das noch vor Beginn der EM fertiggestellt werden soll. Der ETN wird die bauliche Konzeption beratend begleiten. Der Bau des Zentrums hat Vorbildcharakter für andere Städte, denn bisher befanden sich städtische Tierheime, falls überhaupt vorhanden, weit außerhalb der Stadt. Niemand nimmt in der Ukraine solch einen weiten Weg auf sich, um ein Tier abzugeben oder gar zu adoptieren.

große Vorbehalte gegen die Kas­ tration von Hunden haben. Auch die Zusage der Stadtverwaltung, keine streunenden Tiere mehr zu töten, ist eine Folge des unermüd­ lichen Einsatzes des ETN-Teams und des öffentlichen Drucks von allen Seiten. Das Beispiel Kiew macht Mut und zeigt, dass es nie­ mals vergeblich ist, sich gegen Unrecht an Tieren zu weh­ ren!

Es zeigten sich insgesamt viele Fortschritte, aber ein Problem bleibt: Die Tötung wehrloser Straßentiere. Zwar versicherte uns die Stadt­ verwaltung, dass sie in Kiew kei­ ne Straßentiere mehr töten lässt, und dennoch werden nach wie vor Hunde und Katzen vergiftet. Dies geschieht nach Aussage von Stadtverwaltung und Tier­ schützern durch Privatpersonen und Tierhasser. Ein Umstand, der zeigt, wie wichtig Aufklärungsar­ beit ist und auch in Zukunft weiter­ hin sein wird. Um zu verhindern, dass vom ETN e.V. kastrierte Streuner Tierhas­ sern zum Opfer fallen, wurden behandelte Tiere durch ein rotes Halsband und eine Ohrtätowie­

Zwei bereits kastrierte Hunde in der Tierklinik von Kiew. Sie sind mit einem roten Halsband und einer Tätowierung im Ohr markiert.

rung gekennzeichnet. Außerdem kastrierten die ETN-Ärzte vor al­ lem solche Tiere, die von den zahl­ reichen, registrierten Volontären in Kiew an Futterstellen betreut wer­ den und somit auch in Zukunft gut überwacht werden können. Alle Kampagnen und Aktionen des ETN zielten letztlich darauf ab, Hil­ fe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Situation der Straßentiere in der Ukraine kann nur nachhaltig ver­ bessert werden, wenn die Men­ schen dort Tiere als schützens­ wert anerkennen, und Politiker vor Ort in die Verantwortung genom­ men werden. Kastrationsaktionen von ausländischen Organisatio­

Maja von Hohenzollern, Dieter Ernst und verschie­ dene ukrainische Tierschützer im Gespräch mit dem UEFA-Turnierdirektor M. Lubkivskyi (2.v.r.)

Trauerkranz des ETN zum Gedenken an die ermor­ deten Hunde der Ukraine. Der Kranz wurde im Rah­ men eines Abendgebetes in der St. Katharina Kirche in Kiew niedergelegt.

nen können immer nur ein Anstoß zum Umdenken und zur Nutzung tierfreundlicher Methoden sein. Im Falle unserer Kampagne in Kiew ging diese Rechnung zwei­ fellos auf. Denn obwohl das ETNTierärzteteam das Land mittlerwei­ le wieder verlassen hat, bringen Privatleute und Volontäre weiter­ hin jeden Tag dutzende Tiere zum Kastrieren. Ein toller Erfolg, wenn man bedenkt, dass viele Ukrainer

Ein Ausblick Leider gibt es nicht überall solche Erfolge wie in Kiew zu vermelden. In den meisten Teilen des Landes, vor allem im wenig beachteten Osten, ist die Situation von Stra­ ßen- und Haustieren nach wie vor alarmierend. Wie uns Tierschützer berichteten, werden in Städten wie Lugansk oder Charkow immer

noch Krematorien zur Hundever­ nichtung eingesetzt, Tiere werden vergiftet, erschlagen oder zu Tode gequält. Bürgermeister lehnen Kastrationsprogramme als „nicht zielführend“ ab. Hier gibt es leider keinen Zweifel, wie die Frage „Die Welt zu Gast bei Hundemördern?“ beantwortet werden muss… Bis zu einer flächendeckenden Akzeptanz des Tierschutzes und einem humanen Umgang mit den Straßentieren des Landes ist es noch ein weiter Weg. Auch wenn schon viel erreicht wurde, dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen. Unser Engagement in der Ukraine und Osteuropa muss weitergehen. Denn nur durch Aufrechterhaltung des politischen Drucks und durch langfristige Aufklärung kann das Leben der Straßentiere nachhaltig verbessert werden. Und nur dann können wir beim nächsten Besuch in der Ukraine behaupten: „Die Welt zu Gast bei Hundefreunden“.

Bei unserer Kastrationsaktion wurden wir von vielen Menschen, Organisationen und Firmen unterstützt. Unser Dank geht an: Polina Balitser für ihren unermüdlichen Einsatz vor Ort die Firmen Henry Schein vet., SMI Belgien und das St. Josef Krankenhaus Wipperfürth für großzügige Medizinspenden Zoo4Fun für seine großzügige Geldspende die Firmen Happy Dog und Almo Nature für ihre Futterspenden alle freiwilligen Helfer und Volon- täre vor Ort die Aktion ‚Fairplay’, die bundes- weite Demonstrationen gegen den Hundemord organisiert hat alle Spender und ETN-Mitglieder, die unsere Arbeit in der Ukraine unterstützen


| In eigener Sache

Das ETN-Tierärzteteam – Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2011 Schon in einigen unserer letzten Ausgaben von „Respektiere“ wurde über die Arbeit des ETN-Tierärzteteams berichtet. Hier nun ein Reisetagebuch des vergangenen Jahres:

Februar 2011 • Olbia (Sardinien) Die Ankunft der Tierärzte des ETNÄrztepools auf Sardinien wurde sehnlich erwartet. Der italienische Tierschutzverein „Lida sez di Ol­ bia“ hatte um Hilfe gebeten, weil die finanziellen Mittel fehlten, die Hunde und Katzen im Tierheim zu kastrieren. Die Tierschützer muss­ ten tatenlos zusehen, wie sich ihre Schützlinge weiter vermehrten und waren deshalb für jede Hilfe dankbar. Unsere Tierärzte arbeite­ ten ununterbrochen und konnten in einer Woche beinahe zweihun­ dert Tiere kastrieren. Allein diese kastrierten Hunde und Katzen hätten im nächsten Jahr rund fünf­ tausend Nachkommen zeugen können.

Februar 2011 • Teneriffa Auf Teneriffa kastrierte die ETNTierärztin Frau Dr. Kohlhause Straßentiere sowie Hunde des Tierschutzvereins „Live Arico“. Der Verein betreibt ein Tierheim in einer ehemaligen Schweine­ mastanlage, die zurzeit noch um­ gebaut wird. So werden beispiels­ weise mit Fördergeldern des ETN e.V. Auslaufflächen für Hunde ge­ schaffen. Auf Teneriffa zeigte sich, dass erfolgreiche Kastrationsak­ tionen trotz sprachlicher Barrie­ ren möglich sind. Zur Freude der Tierheimleiter konnten im Laufe der Aktion alle noch unkastrierten Tiere behandelt werden.

April 2011 • Marbella (Spanien) Im Frühjahr ging es für unser Tierärzteteam gleich weiter nach Marbella, um dort ein Kastrati­ onsprojekt in Kooperation mit der Partnerorganisation Triple A durchzuführen. In den vergange­ nen Jahren waren schon mehr­ mals Ärzte des ETN e.V. vor Ort, und so zeigten sich die Tierärzte und Angestellten von Triple A als eingespieltes Team. Die Organi­ sation betreibt dort seit 1992 ein Tierheim und leistet Aufklärungs­ arbeit in der Bevölkerung. Neben der Kastration von dreihundert­ fünfundvierzig Tieren wurden während der knapp zweiwöchigen Aktion viele Tiere mit Infektionen, Parasiten und Verletzungen be­ handelt. Auch das gehört zum Alltag eines Tierarztes im Kastra­ tionsteam.

Mai 2011 • Târgu Mures (Rumänien) Auch diese Station besuchten un­ sere Tierärzte nicht zum ersten Mal. Im Vergleich zum ersten Be­ such des Teams hatte sich die Si­ tuation im Tierheim verbessert. So gab es mittlerweile beispielsweise einen Praxisraum, der mit allem Nötigen ausgestattet war. Da es bei der Unterbringung der Hun­ de allerdings noch immer einige Defizite gab, musste unser Team viele Hunde zusätzlich zu Kastrati­ on und normalen Untersuchungen gegen Zwingerhusten behandeln. Im Gegensatz zu anderen Städ­ ten Rumäniens ist der Bürger­ meister von Târgu Mures relativ kooperativ und unterstützt Kastrationsaktionen für Straßenhun­ de. Trotzdem gibt es nach wie vor sehr viele streunende Hunde, die sich vor allem auf Privatgrundstü­ cken aufhalten und nicht kastriert werden. Diese Tiere setzen jedes Jahr hunderte Nachkommen in die Welt, die ihrerseits die Stra­ ßen Rumäniens bevölkern: Ein Kampf gegen Windmühlen für das Team des ETN e.V.! Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, um die Einstellung der rumänischen Be­ völkerung zum Tierschutz und zu Kastrationsprojekten zu verändern – dies erfuhr Dr. Antov, Tierarzt des ETN-Ärztepools, am eigenen Leib. Obwohl die Bevölkerung auf­ gerufen wurde, so viele Tiere wie möglich zum Kastrationszentrum zu bringen, lief die Aktion mit eini­ gen Schwierigkeiten an. Letztend­ lich konnten in zehn Tagen aber einhundertachtundachtzig Katzen und Hunde kastriert werden.

Juni 2011 • Jumilla (Spanien) Hier besuchte unser Tierärzte­ team zehn Tage lang ein kleines Tierheim einer Organisation, die sich lediglich aus Spenden finan­ ziert. Da das Tierheim sehr gut organisiert ist, und alle Schützlin­ ge kastriert waren, konzentrierten sich unsere Ärzte auf die Straßen­ hunde der Stadt. Glücklicherwei­ se ist in dieser Region Spaniens das Töten von Straßentieren ver­ boten, allerdings werden Kastra­ tionsvorhaben durch antiquierte Vorstellungen der städtischen Amtsveterinäre erschwert. Auch hier konnten wieder über einhun­ dertsiebzig Tiere kastriert werden. Juli 2011 • Serres (Griechenland) Zum zweiten Mal führte der ETN e.V. eine groß angelegte Kastra­ tionsaktion im Norden Griechen­ lands durch – diese Aktion wurde zum Meilenstein in Sachen Tier­ schutz in der Region. Besonders in politischen Kreisen hat seit unserer letzten Aktion bereits ein Umdenken stattgefunden; die Ak­ tion wurde von Behörden unter­ stützt und konnte im Vorfeld groß angekündigt werden. Tiere, die bereits beim letzten Besuch kas­ triert worden waren, fanden sich gesund auf den Straßen wieder und wurden nicht, wie früher üb­ lich, vergiftet. Unsere Tierärzte konnten während ihres dreiwö­ chigen Aufenthaltes wieder über fünfhundertdreißig Hunde und Katzen kastrieren und wichtige Aufklärungsarbeit leisten, denn das öffentliche Interesse war rie­ sig. Auch der örtliche Tierschutz­ verein profitierte sehr von dieser gesteigerten Aufmerksamkeit. Ins­ gesamt machte der Tierschutz in der Region einen großen Schritt in die richtige Richtung, und alle Be­ hörden waren an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem ETNÄrzteteam interessiert.

September 2011 • Siauliai und Klaipeda (Litauen) In den litauischen Städten, die im September von unserem Tierärz­ teteam besucht wurden, waren es weniger streunende Hunde, die ein Problem darstellten, sondern vielmehr die Population der Stra­ ßenkatzen. So kamen im Laufe der Aktion vor allem Samtpfoten auf den OP-Tisch. Das Interesse der Medien an der ETN-Aktion war sehr groß, wodurch sich jeden Tag viele Menschen in den Praxis­ räumen einfanden, die Tiere kas­ trieren lassen wollten. Allerdings wurden unsere Ärzte vor einige or­ ganisatorische Probleme gestellt. In den Tierheimen beider Städte gab es kein fließendes Wasser, und die Verständigung gestaltete sich schwierig. Trotz aller Widrig­ keiten gab unser Team aber nicht auf und konnte am Ende auf ein Resultat von über sechshundert kastrierten Tieren in zwei Wochen zurückblicken. Den Behörden und Veterinärämtern von Litauen konnte eine humane Lösung des Straßentier-Problems aufgezeigt werden – ein großer Erfolg für un­ ser Team!


| In eigener Sache November 2011 • Menorca Zum vierten Mal führte der ETN e.V. in Zusammenarbeit mit der Tierhilfe Menorca e.V. eine Kastra­ tionsaktion auf der Insel Menorca durch. Durch die langjährige Ko­ operation funktionierte die Organi­ sation im Vorfeld sehr gut, und es zeigten sich nachhaltige Erfolge der vorausgegangenen Aktionen: An vielen Futterstellen lebten mitt­ lerweile ausschließlich kastrierte Katzen in stabilen Gruppen, wes­ halb sich mehr Einwohner bereit erklärten, die Tiere zu versorgen. Doch leider gab es nicht nur gute Neuigkeiten. Viele auf Menorca wohnhafte Engländer hatten die Insel im Laufe der letzten Mona­ te aufgrund der Wirtschaftskrise verlassen und ließen ihre Tiere auf der Insel zurück. Durch sol­ che gewissenlose Handlungen wird der Kreislauf der Vermehrung wieder in Gang gesetzt. Auch des­ halb heißt es für unser Ärzteteam: Dranbleiben!

Dezember 2011 • Kalikratia und Serres (Griechenland) Durch vorherige Aktionen war un­ ser Team in dieser Region schon sehr bekannt und gern gesehen. Die Zusammenarbeit mit Veterinä­ ren der Region funktionierte gut, Hilfsanfragen aus der Bevölkerung und von Tierschutzorganisationen gab es genügend. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das mehr als zweiwöchige Projekt schließ­ lich noch um einige Tage verlän­ gert. Insgesamt konnten über drei­ hundertsechzig Tiere kastriert und medizinisch behandelt werden.

Das Reisetagebuch zeigt ein­ drucksvoll den großen Erfolg un­ serer Kastrationsaktionen und die Notwendigkeit, diese fortzuführen. Insgesamt konnten die Tierärzte des ETN e.V. rund dreitausend Tiere kastrieren. Wenn man davon ausgeht, dass Hunde und Katzen im Durchschnitt fünf Nachkom­ men haben und zweimal im Jahr werfen können, hat unser Team die Geburt von ca. dreißigtausend neuen Straßentieren in einem Jahr verhindert! Zusätzlich werden jedes Jahr tausende Straßentiere von Tierschutzvereinen, die vom ETN finanziell unterstützt werden, vor Ort kastriert und medizinisch versorgt. Das ETN-Tierärzteteam hat in den vergangenen Jahren in zahlreichen Ländern Tierleid verhindern können. Aber in ganz Europa gibt es noch viele Brenn­ punkte und unzählige Straßentie­ re zu kastrieren und medizinisch zu behandeln. Deshalb werden wir auch in Zukunft nicht lockerlassen und uns gegen das Tierelend auf den Straßen Europas einsetzen.

Unsere Einsatzgebiete in Europa

Der ETN e.V. setzt zahlreiche Projekte im Tier- und Naturschutzbereich um. Er ist zudem ein zuverlässiger und starker Partner für nahezu 100 Vereine im In- und Ausland. In Zusammenarbeit mit dem ETN e.V. leisten unsere Partner europaweit anerkennenswerte Tierschutzarbeit. Sie setzen sich unter den schwierigsten Bedingungen für die Tiere vor Ort ein. Ohne diese Tierschutzarbeit an der Basis würden viele Tierheime schlichtweg nicht existieren, blieben Abertausende von Straßentieren unversorgt und unkastriert. Unzählige Tiere wären dem Tod geweiht. Unsere Partner im In- und Ausland sind genauso wie wir als ETN e.V. immer für die Belange der Tiere da. Sollten Sie, liebe ETN-Freunde, uns oder unsere Partner brauchen, scheuen Sie sich bitte nicht! Nehmen Sie Kontakt auf! Wir helfen! Tel.: 0 22 45 - 61 90-0 oder E-Mail: info@etn-ev.de. Die Kontaktdaten unserer Partner finden Sie auch unter www.etn-ev.de.

Canary Islands AT L A N T I C O C E A N

La Palma

Los Lianos de Aridane

Santa Cruz de la Palma

Tenerife

Puerto de la Cruz La Gomera

San Sebastian de la Gomera Valverde

Alegranza Graciosa

Canary Islands (Spain) Santa Cruz de Tenerife

Lanzarote

Fuertevetura

Las Palmas ▲ Pico del Teide de Gran Canaria 12.198 ft. (3.718 m) Gran

Arrecife

Puerto del Rosario

Peninsula de Jandia

Canaria Telde

El Hierro

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50 Miles 50 Kilometers


| In eigener Sache

Portugal kommen, welche die Tiere vorher aus einer Tötungsstation gerettet haben. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Hund gerettet wird, ob jung oder alt. Der ETN e.V. führt in der Hauptsache nur die Transporte durch, zum Beispiel für den ‚bmt’, da wir über ein tierschutzgerecht ausgestattetes Fahrzeug verfügen. Dieses Fahrzeug wurde in Zusammenarbeit mit dem Kreisveterinäramt Kassel entwickelt und abgenommen. Es waren im Übrigen nicht die transportierten Tiere, die die im Vorgängerfahrzeug festgestellte Überladung verursachten, sondern die tierschutzgerechte Aus­ stattung wie Klimaanlage, Schutzvorrichtungen, Wasser- und Futtervorräte.

Wer schützt uns vor den Wächtern? Es ist gut, dass es den investigativen Journalismus gibt. Die Öffentlichkeit hat ein Recht, informiert zu wer­ den. Wie oft waren es die ernsthaften, verantwortungsvoll recherchierenden Journalisten, die Vorgänge ans Licht brachten, die Politiker oder Profiteure am liebsten unter den Teppich gekehrt hätten? Das Thema ist auch in der „großen Politik“ aktuell. Aber Pressefreiheit ist kein Selbstzweck. Schon gar nicht ist die Pressefreiheit schrankenlos. Das Recht des einen geht nur so weit, bis das Recht des anderen betroffen ist. Mit Rechten Dritter ist vor allem der Schutz des Persönlichkeitsrechts gemeint. Hier gilt eine klare, höchstrichterliche Rechtsprechung, dass der Schutz der Persönlichkeit höher anzusehen ist als das Presserecht. Ohne diese Verantwortung ist ein Vorwurf auch schnell über die „social networks“ in die Welt gesetzt, wenn Vorgänge weder vollständig noch tatsächlich recherchiert und nur in Andeutungen veröffentlicht werden. Es soll sogar Vorgänge geben, wo vermeintlichen Informanten ohne weitere Recherche blind vertraut wurde. Ein gefährlicher Spaziergang, denn jede Situation hat zwei Seiten, die es zu überprüfen gilt. Wenn Hinweise über das Internet, beispielsweise zu den Vorgängen bei „Aktion Tier“, dazu beitragen, dunk­ le Seiten aus der Vergangenheit im Tierschutz aufzudecken, ist dies zu begrüßen. Auch im Bereich der Tier­ transporte gibt es Kritikpunkte. Vorgänge in neuester Zeit zeigen, dass Katzen und Hunde in Lebensgefahr geraten und leider auch zu Tode kommen, wenn sie in unzulänglichen Fahrzeugen und von unzureichend geschulten Begleitern transportiert werden. Die Rettung entpuppt sich dann oft als skrupelloses Geschäft. Der ETN e.V. distanziert sich ausdrücklich von den im Tierschutz agierenden, „schwarzen Schafen“ in Men­ schengestalt, aber auch von nicht informierten, selbst ernannten Wächtern. Einzelfälle müssen aufgedeckt, aber nicht pauschal verdammt werden. Auch der ETN e.V. rettet Hunde und Katzen, zum Beispiel aus Spanien und Rumänien, und bringt sie nach Deutschland. Der ETN geriet hierdurch in den Fokus der „Wächter“. Bedauerlicherweise lehnten eben diese Wächter dann aber das Angebot des ETN ab, sich ausführlich auf Hof Huppenhardt durch den Vorstand über die Arbeit des ETN informieren zu lassen. So erfuhr die Öffentlichkeit nicht, dass der ETN e.V. nur Tiere aus Tötungsstationen direkt an einen sicheren Pflegeplatz in Deutschland bringt, oder dass die Tiere aus Partnertierheimen in Rumänien, Spanien oder

Der ETN e.V. erzielt durch die Tierrettungstransporte keinen materiellen Nutzen. Die Kosten für Transport und tiermedizinische Versorgung übersteigen die Schutzgebühr um ein Vielfaches. Wichtiger ist dem ETN das Wissen und damit das gute Gefühl, viele Tiere vor dem sicheren Tod gerettet zu haben. Der ETN e.V. bot mehrfach an, auf seinem Tierschutzhof Huppenhardt die selbst ernannte Wächterfraktion ausführlich zu informieren. Im Vorfeld gab der ETN schriftlich Zahlen und Fakten weiter, die außer dem Fi­ nanzamt keinem Dritten vorgelegt werden müssten. Man lehnte ab; Hof Huppenhardt war zu weit. So wurde die Chance vorsätzlich vertan, aus erster Hand mit überprüfbaren Fakten über die informiert zu werden, über die man wachen wollte. Schade eigentlich. Durch falsche und/oder ungenaue, schlicht pauschalierende Berichterstattung geraten leider ernsthafte, ehrenamtliche, sich aufopfernde Tierschützer und Tierschutzorganisationen in ein schlechtes Licht und er­ halten keine Spenden mehr. Die wollte dann der Berichterstatter einsammeln. Ein Lump, wer Schlechtes dabei denkt. Aber manchmal ist das Leben doch gerecht. Die vielfach unkorrekte und populistische „Berichterstattung“ wurde aufgedeckt und der „Wächter“ veranlasst, seine Aktivitäten einzustellen. In der Zwischenzeit geht auch der ETN e.V. gegen jede über ihn veröffentlichte, unwahre Tatsachenbehaup­ tung gerichtlich vor.

Ihr ETN e.V.


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Auch in diesem Jahr droht sie wieder, die Schwemme der Frühjahrskatzen. Niedliche, kleine Katzenwelpen mit Kulleraugen und weichem Fell. Doch so niedlich sie auch aussehen, viele von ihnen habe keine Chance, jemals ein Zuhause zu finden. Es sind einfach zu viele. Viele der Katzenbabys landen im Tierheim, weniger glückliche werden erschlagen oder ertränkt. Leider ist diese Art der „Problem­ beseitigung“ vor allem im ländli­ chen Raum noch immer alltäglich. Doch das Problem ist nicht damit gelöst, Katzenkinder zu „besei­ tigen“. Denn solange erwachse­ ne Katzen nicht kastriert werden, werden jedes Jahr wieder neue Katzenkinder geboren. Eine Kat­ ze kann zweimal pro Jahr tragen und jeweils vier bis sechs Junge zur Welt bringen. Zwar werden Katzen, die jedes Jahr Nach­ wuchs bekommen, nicht so alt wie kastrierte Tiere, aber selbst wenn man von einem Höchstalter von nur fünf Jahren ausgeht, kann die Katze in ihrem Leben vierzig bis sechzig Junge gebären. Nach sechs Monaten sind auch die Klei­ nen geschlechtsreif und vermeh­ ren sich wieder – somit entsteht nach nur einem Katzenleben eine Population, die nicht mehr über­ schaubar ist.

Katzennachwuchs und kein Ende

Viele Katzenhalter wissen das, und trotzdem wird längst nicht jede Katze, geschweige denn jeder Ka­ ter kastriert. Die Gründe sind für Tierschützer schwer nachvollzieh­ bar. Viele Katzenbesitzer meinen, ihre Katze solle zumindest einmal im Leben Junge bekommen ha­ ben. Das fördert aber weder die

Gesundheit noch die Lebensquali­ tät der Katze,- es handelt sich da­ bei vielmehr um den Wunsch der Menschen nach niedlichen Tier­ babys. Leider bleiben diese aber nicht klein, und am Ende wird es schwer, die Tiere unterzubringen. Zusagen von Privatpersonen lö­ sen sich nach genauerem Nach­ denken doch schnell in Luft auf, und die Tiere landen allzu oft im Tierheim. Noch größere Ausmaße erhält das Problem durch verwilderte Katzen, die ausgesetzt oder zurückgelas­ sen wurden und zum Großteil nicht kastriert sind. Diese Tiere vermeh­ ren sich völlig unkontrolliert, so dass aus wenigen ausgesetzten Tieren schnell eine große Popu­ lation verwilderter Straßenkatzen werden kann. Allein in Deutsch­ land, in einem Land, in dem ver­ gleichsweise wenige Straßentiere leben, gibt es schätzungsweise zwei Millionen verwilderte Katzen. Tierschützer versuchen an vielen Stellen, die Tiere einzufangen und zu kastrieren, doch vermittelt wer­ den können sie nur in seltenen Fäl­ len, denn wilde Hauskatzen bauen als erwachsene Tiere nur schlecht ein Verhältnis zum Menschen auf.

Die freilebenden Katzen vermeh­ ren sich natürlich nicht nur unterei­ nander, sondern paaren sich auch mit gut gepflegten Freigängern aus Privathaushalten. Vor allem Kater werden von Privatpersonen oft nicht kastriert, da sie natur­ gemäß den Nachwuchs nicht mit nach Hause bringen, und so das Problem auf der Straße bleibt – eine Einstellung frei nach dem Motto: „Was kümmern mich die Probleme anderer?!“. Letztlich hilft nur eine gut kon­ trollierte Kastrationspflicht, die alljährliche Katzenschwemme in den Gemeinden Deutschlands zu verhindern. Als erste Stadt in Deutschland hat Paderborn im Jahr 2009 eine Kastrationspflicht für Freigänger eingeführt. Zwar folgten schon weitere Städte mit entsprechenden Verordnungen, aber eine bundesweite Vorgabe lässt auf sich warten. Eine län­ derübergreifende Regelung, die auch vorsieht, dass alle Freigän­ gerkatzen gechipt und registriert werden, wäre ein wichtiger Schritt zur Lösung des Problems. Denn nur so kann auch kontrolliert wer­ den, ob die Halter ihrer Verpflich­ tung nachkommen. Leider sind die meisten Städte und Gemeinden weit von einer Durchsetzung der Kastrationspflicht entfernt. Und so bleibt nur, weiterhin an alle Kat­ zenhalter zu appellieren, ihre Tie­ re frühzeitig kastrieren zu lassen.

Was Sie tun können: • Lassen Sie Ihre Katze / Ihren Kater kastrieren. • Fordern Sie in Ihrer Gemeinde / Stadt eine Einführung der Kastrati­ onspflicht. • Fordern Sie die Einrichtung betreuter Futterstellen. Der Katzenbe­ stand kann dort besser kontrolliert und Neuzugänge können kastriert werden. • Melden Sie Tötungen von Katzen und ihren Welpen. Solche Aktio­ nen widersprechen dem Tierschutzgesetz.


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Sokke: Mein Bruder, Liebling und bester Freund

Doch dann kam der 2.9.2011. Genau zwei Monate später wäre er dreizehn geworden. Diesen Tag werde ich nie vergessen, denn es war wirklich der schlimmste in meinem bisherigen Leben. Als ich in der Schule ankam, erfuhr ich, dass wir die ersten zwei Stunden frei hatten, und so fuhr ich nach Hause zurück. Das war Schicksal, denn als ich mit Sokke spazieren ging, bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte. Sokke wollte kaum laufen und wieder daheim angekommen, lag er nur schlapp herum. Er sah schrecklich verzweifelt aus. Es war so ein Zufall, dass ich die ersten beiden Stunden frei hatte. Es war, als ob mir jemand einen letzten Tag mit Sokke schenken wollte. Meine Mutter und ich brachten Sokke zur Tierärztin, er bekam eine Spritze, und am Nachmittag sollte es ihm besser gehen. Doch das tat es nicht. Also fuhren mein Vater und meine Schwester mit ihm in eine große Tierklinik nach Norderstedt. Mir war so schlecht vor lauter Aufregung und Sorge, dass ich in dem Moment einfach nicht mitfahren konnte, und dafür fühle ich mich heute einfach nur schrecklich.

„Moin moin, mein Name ist Lisa, und ich mache zurzeit

ein Praktikum bei der

Schutzstation

Wattenmeer Liebes ETN-Team! in Hörnum.“

Ich heiße Luisa Uhlig und bin jetzt sechzehn Jahre alt. Früher habe ich Euch öfter Briefe und auch Fotos von mir und meinem Hund Sokke geschickt. Heute schreibe ich Euch ein letztes Mal, sozusagen zum Abschied, denn Sokke ist am 2. September 2011 gestorben. Ich möchte ihm diesen meinen Brief in Eurer Zeitschrift ‚Respektiere’ widmen. Jedes Mal, wenn ein neues ETN-Heft bei uns zuhause in Hamburg angekommen ist, habe ich es mir sofort angeguckt und danach immer zu Sokke gesagt: „Sei froh, dass es dir nicht so geht wie den armen Straßenhunden! “ Ich würde mich wirklich so sehr freuen, wenn Ihr diesen Artikel in einem Heft veröffentlichen könntet, als Abschied an meinen besten Freund, Bruder oder einfach Liebling Sokke. Wir bekamen Sokke Weihnachten 1998. Ich war gerade einmal drei Jahre alt. Unser neuer Familienmittelpunkt war ein Mischling aus Jack Russell und Entlebucher. Wie sich bald herausstellte, war er alles andere als leicht zu erziehen. Sokke war ein Jagdhund. Seine Lieblingsopfer waren Jogger und besonders Fahrradfahrer. Ein anderes Problem war sein Machogehabe - er konnte es nicht lassen, sich mit jedem anderen Hund anzulegen. Die Tierarztrechnungen häuften sich. Sokke war einfach unglaublich stolz. Schließlich entschlossen wir uns, ihn kastrieren zu lassen und besuchten eine Hundeschule, wodurch sich sein Verhalten besserte. Sokke und ich erfanden Spiele zusammen, ich brachte ihm viele Tricks bei, und wir wurden ein Herz und eine Seele. Mit der Zeit kannten wir einfach jede Bewegung, jeden Gesichtsausdruck und jede Reaktion von uns. Und so wurden wir beide älter, und er wurde immer wichtiger für mich und ich für ihn. Wir hatten damit gerechnet, dass er mindestens fünfzehn Jahre alt werden wird.

Kurz vor 21:00 Uhr dann ein Anruf meiner weinenden Schwester: Meine Mutter und ich sollten unbedingt in die Klinik kommen. Ich weinte die ganze Fahrt lang. Sokke lag auf einem grauen Metalltisch, das Fell am Bauch abrasiert, lauter Schläuche in ihm. Die Diagnose: Ein Tumor an der Milz, der geplatzt war, - man könne nichts mehr für ihn tun. Für mich brach eine Welt zusammen. Den ganzen Tag lang war Sokke still leidend ausgeblutet, ohne auch nur einen klagenden Laut von sich zu geben. Der tapfere Sokke, dachte ich. So unendlich tapfer. Uns blieb Zeit, uns von ihm zu verabschieden, bevor er schließlich eingeschläfert wurde. Ich fühlte mich wie betäubt, als ich meinen besten Freund, meinen Bruder, meinen Liebling dort liegen sah. Es war unvorstellbar für mich, ihn nie wieder anzufassen, zu hören, zu riechen. Seit ich denken kann, waren wir zusammen. Er fehlt mir so. Mit ihm ist auch ein Stück von mir gegangen. Niemals werde ich ihn vergessen. Seine Asche haben wir alle zusammen im Wald auf seinen Lieblings-Spazierwegen verstreut, denn dort war er der Herr. Sokke, dieser wunderbare Hund, hat unsere gesamte Familie geprägt, uns zusammengehalten. Ohne ihn hätten wir uns so oft allein gefühlt. Wir haben ihn alle unbeschreiblich doll geliebt. Wir danken dir so sehr, Sokke, für diese fast dreizehn wunderschönen Jahre, in denen du wirklich zum Schutzengel der Familie und zum besten Freund meiner Kindheit geworden bist. Jetzt werde ich langsam erwachsen und werde das nun auch ohne dich schaffen, aber ich werde dich immer in meinem Herzen tragen und dich nie vergessen, Sokke! Luisa


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Ostern ohne Käfigeier – Ein Gedankenspiel Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Huhn. Und nehmen wir an, Sie wären ein besonders langlebiges Huhn und hätten schon zwölf Jahre auf dem Buckel – zugegeben ein utopischer Wert, besonders in der deutschen Eierindustrie. Sie wären also im Jahr 2000 geschlüpft und hätten das Pech, in einen Betrieb mit konventioneller Käfighaltung zu geraten. Tagaus, tagein fristen Sie von nun an ein trostloses Leben auf 550 cm², weniger als eine DIN-A4-Seite. Sie können sich nicht umdrehen, können nicht im Sand baden, geschweige denn mehr als zwei Schritte laufen. Mit der Zeit verfetten Sie, bekommen durch den Bewegungsmangel eine Knochenschwäche und durch das Stehen auf Gittern Geschwüre an den Füßen. Sie entwickeln Aggressionen, die Sie gegen Ihre Mitinsassen richten. Jeden Tag laufen Sie Gefahr, von anderen Hühnern aus Ihrem Käfig zu Tode gepickt zu werden. Sie sehen kein Tageslicht und fressen jeden Tag dasselbe Futter. Ihre Situation ist eintönig, trist und lebensverach­ tend. Doch als Sie zwei Jahre alt sind, gibt es einen Hoffnungsschimmer. Im Jahr 2002 wird die Käfighaltung verbo­ ten; nur fünf Jahre müssen Sie noch ausharren, bis das Gesetz für alle Betriebe bindend ist. Von nun an fristen Sie Ihr Dasein in der Hoffnung, irgendwann doch noch einmal Tageslicht zu sehen. Sie warten und warten. Die Jahre 2006 und schließlich 2007 vergehen, und nichts passiert: Keine Freiheit, kein Licht.

Dann endlich, im Jahr 2009, pas­ siert etwas. Aber der erhoffte Sprung ins Freie bleibt wiederum aus. Stattdessen bekommen Sie einen neuen Käfig, diesmal mit sechzig Insassen – eine soge­ nannte „Kleingruppe“. Der neue Käfig soll Ihnen mehr Platz bie­ ten, doch Sie suchen vergeblich danach. Wer bemerkt schon den Unterschied zwischen einer und eineinhalb DIN-A4-Seiten? Nie­ mand. Vor allem dann nicht, wenn man mit sechzig anderen Gefan­ genen in einem Käfig hockt… Nur eine Veränderung bemerken Sie. Es gibt eine Sitzstange, einen winzigen Bereich zur Eiablage und eine Ecke, in der Sie schar­ ren könnten. Theoretisch. In den ersten Tagen versuchen Sie noch, die neuen Plätze zu nutzen. Doch schließlich geben Sie auf und be­ achten sie nicht mehr, denn durch den ständigen Platzmangel kom­ men Sie sowieso nicht einmal in die Nähe des winzigen Nestes. Und so geht Ihr Leben weiter wie bisher. Ohne Tageslicht, immer dasselbe Futter, ständig den Ag­ gressionen der anderen Insassen ausgeliefert. Bis Sie eines Tages das Glück haben, an Leberverfet­ tung, Geschwüren oder Kanniba­ lismus zu sterben…. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie essen als Mensch ein Ei einer sol­ chen Henne. Wahrscheinlich wird Ihnen spätestens jetzt der Appetit vergangen sein, wenn das nicht schon längst geschehen ist. Natür­ lich wollen wir Ihnen nicht den Ap­ petit auf Ihre Ostereier verderben. Kaufen Sie für ein tiergerechtes Osterfest einfach Eier aus alter­ nativen Haltungsformen. Eier aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung sind nur geringfügig teurer als solche aus Käfighaltung. Sicher sind Sie bereit, diesen Mehrpreis zu zahlen, wenn Sie dadurch si­ cher sein können, dass den Lege­

hennen die zuvor beschriebenen Qualen erspart werden. Aus Sicht des Tierschutzes sind natürlich Eier aus ökologischer Haltung (mit der Kennzeichnung 0) zu bevor­ zugen. Dort haben die Tiere einen Auslauf von mindestens vier Qua­ dratmetern pro Tier und werden mit ökologisch erzeugtem Futter ernährt. Sie können ihre ange­ borenen Triebe wie Sandbaden und Scharren ausleben und eine Sozialstruktur ausbilden. Denken Sie also beim Einkauf für das Os­ terfest an diese Alternative und das Leiden von Käfighühnern in „Kleingruppenhaltung“. Denn nur der Verbraucher kann letztlich die Eierindustrie mit seinem Kaufver­ halten zum Umdenken zwingen. In diesem Sinne wünschen wir Ih­ nen ein frohes Osterfest!

 

Die „Herumeierei“ der Politik 2001 verabschiedeten Bundestag und Bundesrat eine Tierschutz-Nutztierverordnung. Damit wird die Käfighaltung zum 01.01.2007 verboten. 2002 tritt die Verordnung in Kraft. 2006 wird die Verordnung geändert. Käfighaltung ist weiterhin erlaubt, ab 2009 sollen Hühner in Kleingruppenkäfigen gehalten werden. Dort haben sie eine halbe DIN-A4-Seite mehr Platz pro Tier.


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Ein wegweisendes Projekt:

Lehrer und Schüler aller Schulen können sich dem Projekt von „Schüler für Tiere“ anschließen. Dem Verein gehören Projektgruppen in mehreren Bundesländern an, die Infostände, Theaterstücke und Protestaktionen or­ ganisieren. So waren Schüler der Projektgruppen im letzten Jahr auch an Demonstrationen gegen den Hundemord in der Ukraine beteiligt. An jeder Schule können eigene Gruppen oder Arbeitskreise gebildet werden, in de­ nen auch Eltern aufgerufen sind, mitzuwirken.

Erfolgreiche Aktionen Um Pädagogen eine fundierte Aufklärung an Schulen zu ermöglichen, bietet „Schüler für Tiere“ in Deutschland in Kooperation mit der Bildungsinitiative „Achtung Mitwelt“ eine Fortbildungsreihe an. Die Fortbildung richtet sich an Pä­ dagogen, Studenten, Erzieher und Tierschützer in der Jugendarbeit - kurzum an alle, die Kindern und Jugendlichen Themen wie Tier- und Umweltschutz nahebringen wollen.

Die Schülergruppen von „Schüler für Tiere“ organisieren Informationsstän­ de auf Weihnachtsmärkten und Schulfesten und nehmen außerdem an Flohmärkten teil, um Spenden zu sammeln. Mit den gesammelten Sachund Geldspenden werden Tierheime in Deutschland und im Ausland un­ terstützt.

Vor neun Jahren startete am Gymnasium Köln-Rodenkirchen ein einzigartiges Projekt: „Schüler für Tiere“. Was mit zwanzig Schülern begann, wurde einige Jahre später zum eingetragenen Verein mit rund einhundert Mitgliedern. Ziel des Vereins ist es, Kindern und Jugendlichen einen verant­ wortungsvollen Umgang mit Tie­ ren und der Natur zu vermitteln. Auf diesem Weg können Kinder über den Tierschutz soziale Kom­ petenzen erlangen und auch als Erwachsene Menschen und Tiere gleichermaßen respektvoll behan­

deln. Über Unterrichtsmateriali­ en, Fachliteratur für Pädagogen und Aktionen an Schulen werden Schüler und Lehrer über Tier- und Umweltschutzthemen aufgeklärt. So können auch weit verbreitete Missverständnisse wie beispiels­ weise das Thema Pelzindustrie beseitigt werden. Die Aufklärungs­

arbeit soll sich allerdings nicht auf wenige Unterrichtsstunden beschränken, sondern dauerhaft Gegenstand des Unterrichts sein. Das langfristige Ziel von „Schü­ ler für Tiere“ besteht somit darin, Tierschutzthemen in schulischen Richtlinien und Lehrplänen zu ver­ ankern.

Auch in Sachen Protest ist „Schüler für Tiere“ sehr aktiv. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche Protestschreiben an Politiker, Leserbriefe und Petitionen geschrieben, und man nahm an Demonstrationen zu Tier­ schutzthemen wie beispielsweise der Pelzmode teil. Da Tierschutz im Klei­ nen anfängt, melden Schülergruppen auch Tiere in schlechter Haltung und übernahmen im letzten Jahr eine Patenschaft für einen alten Hund im Köl­ ner Tierheim.

Auszeichnungen Seit der Gründung des Vereins regnete es geradezu Preise von verschiedenen Stiftungen und Tierschutzorgani­ sationen. So erhielt die Initiative beispielsweise den Tierschutzpreis des Landes Rheinland-Pfalz und den Jugend­ tierschutzpreis der Quade-Stiftung Hessen 2009. Im selben Jahr wurde „Schüler für Tiere“ vom Nationalkomitee der UN-Dekade als Offizielles Projekt der UN-Weltdekade ausgezeichnet. Dies ist nur eine kleine Auswahl von Auszeichnungen, die allesamt zeigen, wie wichtig die Arbeit von „Schüler für Tiere“ ist, und wie dringend gezielte Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen an deutschen Schulen benötigt wird. Wenn Sie mehr über „Schüler für Tiere“ wissen wollen, dann besuchen Sie doch einmal die Internetseite des Vereins und die der angegliederten Initiativen: www.schueler-fuer-tiere.de • www.schule-und-tierschutz.de • www.achtung-mitwelt.de


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Luise und Fritzchen

den weiteren Aufenthalt des Kit­ zes, denn eines war klar: Das Kitz konnte nicht sofort ausgewildert werden. Entweder versuchten wir, es in einer Auswilderungsstation unterzubringen, aus der es dann nach ungefähr einem Jahr in die Freiheit entlassen werden wür­ de, oder wir mussten eine private Aufnahmestelle für das Tierchen finden. Unter Einbeziehung vieler Kontakte und nach vielen Telefon­ gesprächen erhielten wir den Hin­ weis, dass es in der Eifel ein Reh­ böckchen gab, welches mit der Flasche aufgezogen wurde. Die Familie, die das Findelkind pfleg­ te, konnte artgerechte Haltungs­ bedingungen bieten. Und für das kastrierte Böckchen wurde eine Gefährtin gesucht.

ren. Wöchentlich wurde das Bein geröntgt. Als der Knochen gut durchbaut war, wurde der Nagel wieder entfernt und die OP-Fäden gezogen.

Wir konnten unser Glück kaum fassen, nahmen sogleich Kontakt auf und ließen uns die Geschichte des Rehbocks namens Fritzchen erzählen. Er war nur unwesentlich älter als unser Kitz. Beide passten gut zusammen, und so verein­ barten wir die Übergabe unseres Tieres in der Eifel. Nun ist Mon­ schau zwar nicht gerade um die Ecke, aber eine sehr engagierte Tierfreundin beförderte unser Kitz wohlbehalten bis ins neue Heim. Dass es unserem Tier so gut ging, und es auch den Transport unbe­ schadet überstand, hatten wir un­ serem Tierarzt zu verdanken. Ein so junges Wildtier ist in solchen Situationen schon sehr gefähr­ det, und so manches Tier überlebt diese Strapazen und den Stress nicht.

Dann war es soweit. Rehlein konn­ te die Tierarztpraxis verlassen und in eine von unserem Tierarzt zur Verfügung gestellte Pferdebox umziehen. Es folgten Laufübun­ gen, um die Muskulatur wieder aufzubauen. In der Zwischenzeit suchten wir nach einer Lösung für

Unser Rehkitz erhielt in seinem neuen Zuhause den Namen Luise. Kurz nach seiner Ankunft er­ hielten wir erfreut die folgende Nachricht: „Fritzchen und Luise geht es gut. In der Nacht liegen beide zusammen auf einem Heu­ lager. Tagsüber läuft Fritzchen

Luise (links) mit ihrem Freund Fritzchen im neuen Zuhause in der Eifel

Es ist früher Morgen, und es regnet in Strömen. Die Auto­

fahrerin, auf dem Weg zur Arbeit, bremst, als sie auf der Straße ein Tier entdeckt. Sie steigt aus und findet ein winziges Rehkitz, das nicht aufstehen kann. Damit das Tier nicht überfahren wird, wickelt sie

es in eine Decke und benachrichtigt unseren Verein. Auch ein verletztes Wildtier braucht Hilfe und muss sofort einem Tierarzt vorgestellt werden. Die Untersuchungen ergaben, dass ein Bein gebrochen war, eine Trümmerfraktur im linken Ober­ schenkel. Zunächst wurde das Tier entwurmt und von vielen Ze­ cken befreit. Es war so klein, dass ihm mehrfach am Tag Lämmer­ milch mit der Flasche verabreicht werden musste. Das Bein des kleinen Kitzes wurde operiert und mit einem Marknagel und diver­ sen Drähten stabilisiert. Während seiner Genesung war das winzige Tierchen in einem Katzenkäfig un­

tergebracht; dort fand es die nöti­ ge Ruhe und konnte entspannen. Das Reh war kaum größer als eine Katze, aber wenn es stand, hatte es riesenlange Beine. Schon bald trank das Kitz die ihm angebote­ ne Lämmermilch selbständig aus einem Gefäß, dazu nahm es auch frisches Wasser auf und fraß die ersten Heuhälmchen. Auch Wild­ futterpellets nahm es Bröckchen für Bröckchen auf. Es war faszi­ nierend, diesem jungen Tier zuzu­ sehen und es behutsam zu berüh­

Das kleine Findelkind wird der Tierärztin vor­ gestellt. Sie stellt einen komplizierten Bein­ bruch fest.

draußen herum und kommt Luise immer mal im Stall besuchen. Wir selbst trauen uns noch nicht, Lui­ se auch nach draußen zu lassen. Sie muss noch ein bisschen zah­ mer werden, damit wir sicher sein können, dass wir sie am Abend zum Schutz vor dem Fuchs wieder in den Stall bringen können. Sie lässt sich zwar streicheln, hat aber zwischendurch immer wieder ihre scheuen Attacken. Aber es wird von Tag zu Tag besser. Wir freuen uns darauf, sie bald nach draußen zu lassen. Fritzchen wird ihr viel zeigen und beibringen.“ Und genau so hat es sich entwi­ ckelt: Fritzchen und Luise sind un­ zertrennlich geworden.

Eine Anmerkung zur rechtlichen Situation: Selbstverständlich wurden der Amtsarzt für Tierschutz sowie die zuständige Jagdbehörde über das Auffinden des verletzten Rehkitzes informiert. Auch wenn beim Auffinden eines verletzten Wildtieres zunächst die Polizei benachrichtigt werden muss, die dann wiederum den Jagdpächter informiert (was in diesem Fall unterblieben ist), so hatten doch beide behördlichen Stellen nichts gegen die spontane Aufnahme des verletzten Tieres durch eine Tierarztpraxis einzuwenden. Elke Heinemann Tierschutzverein Marsberg und Umgebung e.V. Tel.: 0 29 94 – 90 83 72 HP: www.tierschutz-marsberg.de

Die Trümmerfraktur im Oberschenkel hat Lui­ se dank schneller tierärztlicher Versorgung gut überstanden.


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Die St. Josef Kirche in Hörnum (Sylt), in der bald die Ausstellung „Arche Wattenmeer“ entstehen wird. Im Pfarrhaus neben der Kirche können Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer in Zukunft wohnen. (Quelle: Kirsten Thiemann, Schutzstation Wattenmeer)

Arche Wattenmeer

Ein vom ETN e.V. gefördertes Projekt der Schutzstation Wattenmeer

Was sehen Sie, wenn Sie an Sylt denken? Strandurlaub, Sonne, Westerland, gut betuchte Urlauber… Aber seit vielen Jahren denkt man auch an Wattwanderungen, Umweltbildung und Informationszentren. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der Schutzstation Wattenmeer e.V., einem langjährigen Partner des ETN. Die Schutzstation Wattenmeer betreibt auf Sylt fünf Wattenmeerhäuser mit Aquarien, Modellen und fachkundiger Betreuung. Im nächsten Jahr soll ein weiteres Infozentrum dazukommen, das in seiner Konzeption bis jetzt einzig­ artig ist: Die Arche Wattenmeer. Die zweistöckige Ausstellung ent­ steht in einer ehemaligen katholi­ schen Kirche in Hörnum auf Sylt. Das Kirchenschiff bietet mit seinen rund 300 m² Grundfläche viel Platz für eine Ausstellung und lädt gera­ dezu dazu ein, das Thema Schöp­ fung einmal aus Sicht des Um­ weltschutzes zu beleuchten. Bei Eintritt in das Kirchenschiff betre­ ten die Besucher thematisch den Meeresboden und erfahren Wis­ senswertes und Spannendes über die Tier- und Pflanzenwelt dieses Lebensraumes. Ausgestellt wer­ den beispielsweise Exponate zum Thema Meeressäuger, wie dem Schweinswal. Damit wird auch ein

lokaler Bezug zum Standort der Ausstellung hergestellt, da sich in den Gewässern vor Sylt die Kinderstube der Schweinswale in der deutschen Nordsee befin­ det. Dieser Bezug zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt lässt sich durch die gesamte Ausstellung verfolgen und soll dem Besucher ein Gefühl für die Einzigartigkeit des Lebensraums Wattenmeer vermitteln. Somit sind in Diora­ men und Aquarien typische Ver­ treter dieses Ökosystems zu be­ staunen, aber auch Themen wie Überfischung, Klimawandel und Meeresverschmutzung werden behandelt. Besonders in diesen Teilen der Ausstellung kann sich der ETN e.V. gut einbringen, da die Bedrohung der Meere und ih­ rer Bewohner ein zentrales The­ ma in der Naturschutzarbeit des ETN ist. Am Kopfende des Kirchenschif­ fes, im ehemaligen Altarbereich, wird - gemäß dem Namen „Arche Wattenmeer“ - ein großes, be­

gehbares Holzmodell eines Schif­ fes aufgestellt. Das Schiff wird im Inneren interaktive Elemente enthalten und als Blickfang den Grundgedanken der neuen Aus­ stellung verdeutlichen. Über eine Planke kann man vom Oberdeck des Schiffes auf die Empore stei­ gen und gelangt so vom Meeres­ boden direkt in den Strandbereich. Hier gibt es nicht nur im Spülsaum viel zu entdecken, man kann auch Seevögel im Flug beobachten oder im Strandkorb die Aussicht aus dem großen Kirchenfenster genießen. Das Konzept der „Arche Watten­ meer“ mit dem Leitsatz “Schöp­ fung bewahren, Verantwortung übernehmen“ bietet eine einzigar­ tige Chance, Menschen den Mee­ resschutz nahe zu bringen. Aus diesem Grund fördert der ETN e.V. das Projekt seit einigen Jahren. Wir hoffen, damit unserem Ziel, den Tier- und Naturschutz in den Köpfen der Menschen zu veran­ kern, ein wenig näherzukommen.

Eine vorläufige Projektskizze des Obergeschosses der Arche Wattenmeer. Von der Empore können Besucher auf das Schiffsmodell blicken und Vögel im Luftraum bestaunen. (Illustrationen: Jan Wichmann)

Das traurige Schicksal von Lord Loxley Oft wird man in der Tierschutz­ arbeit mit Schicksalen von Men­ schen und Tieren konfrontiert, die zu Tränen rühren. Einer dieser tra­ gischen Fälle ist Lord Loxley, ein stattlicher Noriker, der sich zur­ zeit auf Hof Huppenhardt von den Strapazen seines jungen Lebens erholt. Im Jahr 2008 konnte Loxley mit acht weiteren Fohlen auf einer Auktion in Maishofen (Österreich) gerettet werden. Hier werden jedes Jahr Fohlen aus Südtirol versteigert, die als Touristenmag­ net und Inventar alpenländischer Idylle ausgedient haben (wir be­ richteten in ‚Respektiere’ Ausga­ be 4/2010). Fohlen, die keinen privaten Abnehmer finden, wer­ den von ihrem Besitzer an einen Schlachter verkauft - ein Geschäft, das sich lohnt. Als einer dieser To­ deskandidaten wurde Lord Loxley freigekauft und nach Hof Huppen­ hardt gebracht. Dort erholte er sich schnell von den Strapazen der Auktion und konnte nach einem Jahr sogar an eine Tierfreundin in

die Nähe von Hannover vermittelt werden. Damit hätte die Geschichte von Lord Loxley ein glückliches Ende finden können, aber leider kam alles anders. Die neue Besitze­ rin des Norikers verunglückte im Sommer letzten Jahres auf dem Weg zum Stall tödlich, ein schwe­ rer Schicksalsschlag sowohl für die Familie der Tierfreundin als auch für Lord Loxley. Die Angehö­ rigen konnten das Pferd nun aus finanziellen Gründen nicht mehr halten, und Loxley sollte zum zweiten Mal in seinem kurzen Leben den Weg zum Schlachthof antreten. Durch die Intervention des ETN e.V., der einen Teil der Kosten für den Rücktransport übernahm, konnte der Noriker er­ neut gerettet werden. Als ob der Verlust seines neu­ en Zuhauses nicht genug wäre, wurde bei Lord Loxley auch noch eine chronische Knochenhaut­ entzündung am Fesselbein fest­ gestellt, die zu einer Knochenzu­ bildung (Leist) führt. Durch diese

Diagnose kann Loxley nicht mehr als Reitpferd genutzt werden, was seine Vermittlung zusätzlich er­ schwert. Alle Tiere auf Hof Huppenhardt haben ihre individuelle Geschich­ te, doch selten sind sie so vom Pech verfolgt wie Lord Loxley. Aber vielleicht hat der Noriker mit dem großen Namen in seinem jungen Leben noch einmal Glück, und es findet sich zum zweiten Mal ein tierlieber Mensch, der ihm ein neues Zuhause gibt.


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Ich sage immer: „0 oder 1, sonst keins!“

 Welches

Denn alle Hennen in der Käfighaltung sitzen eng eingepfercht und sehen niemals das Tageslicht. Auch Hennen in der Bodenhaltung leben in einem riesigen Stall mit Tausenden Hühnern und dürfen niemals ins Freie. Nun könnt ihr, liebe Kinder, echte Tierschutzarbeit leisten. Also aufgepasst! Wenn ihr darauf achtet, dass keine Eier mehr aus Käfig- oder Bodenhaltung gekauft werden, dann gibt es bald keine eingesperrten, leidenden Hühner mehr. Und denkt dran: Es gibt viele Produkte, die aus Eiern hergestellt werden oder in denen Eier stecken, wie z.B. Nudeln. Am besten kauft ihr Nudeln aus Hartweizen, die sind echt lecker. Denkt immer dran: 0 oder 1, sonst keins!

Ei zu Ostern ???

Wie können wir Hühner halten, ohne Sie dabei zu quälen? Die Henne Helga hat großes Glück auf einem so schönen Bauernhof zu leben, doch leider gibt es immer noch viel zu viele Hühner, die in engen Käfigen sitzen. Einige Menschen möchten auf Kosten der Tiere ein paar Cent sparen. Aber das ist falsch! Wenn ein Huhn jeden Tag ein Ei legt, ist es ein gutes Huhn für den Besitzer der Legebatterie, denn der verdient dann viel Geld. Doch was geschieht, wenn ein Huhn ein Jahre alt ist und es nicht mehr schafft, jeden Tag ein Ei zu legen? Die armen, gequälten und eingesperrten Tiere landen in der Suppe!

Euer ETN-Team

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Wenn ihr mal mit euren Eltern Eier kauft, achtet bitte schon bei der Verpackung darauf, woher die Eier kommen. Lasst euch nicht von schönen, bunten Bildchen auf den Eierschachteln täuschen! Ihr müsst genau lesen, ob dort Bio-, Freiland-, Boden- oder Käfighaltung draufsteht. Wisst ihr, dass Eier auch einen Stempel haben müssen? Die erste Zahl, die auf dem Ei gedruckt ist, zeigt seine Herkunft. 0 = ökologische Erzeugung/Bio 1 = Freilandhaltung 2 = Bodenhaltung 3 = Käfighaltung/Legebatterie/Kleinvoliere

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Wo haben Hühner kaum auf einem DIN-A4-Blatt Platz? Was können Hühner auf der Wiese endlich machen? Die Hühner finden nun alles toll, die Sonnenstrahlen und die ...? Was haben die eingesperrten Hühner niemals gesehen? Wie heißt meine Freundin, die Henne? Ein anderes Wort für Käfighaltung ist...? „0 oder...? - sonst keins!“ Es gibt Nudeln aus Eiern oder aus...?

Lösung: FREIHEIT

Augen auf beim Eierkauf!

Man sollte lieber weniger Eier essen und dafür nur Eier von Hühnern, die ein glückliches Leben führen.


Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. Einladung zur Mitgliederversammlung 2012 Tagungsort: Hof Huppenhardt, Todtenmann 7, D-53804 Much Tel.: 0 22 45-61 90-0 • Fax: 0 22 45-61 90-11 • e-Mail: info@etn-ev.de Zeitpunkt: Samstag, den 5. Mai 2012, Beginn: 11:15 Uhr Hinweis: Stimmberechtigt sind nur Mitglieder, die den laufenden Beitrag entrichtet haben und sich mit Mitgliedsund Personalausweis ausweisen können. Vor Beginn, ab 10:30 Uhr, werden Kaffee und Gebäck angeboten. In der Pause, von ca. 13:00–13:45 Uhr, wird ein kleiner Imbiss gereicht. Tagesordnung 1. Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung zur Mitgliederversammlung 2. Bericht des Vorstands über die Tätigkeit des Vereins 3. Rechenschaftsbericht des Vereins 4. Wahl der Delegierten: Vorschläge zur Wahl zum Delegierten müssen mit der Erklärung, die Wahl anzuneh­ men, bis spätestens 4. April 2012 schriftlich beim Vorstand in Much vorliegen. 5. Abstimmung über den Vorschlag der Delegiertenversammlung vom 01.10.2011, Auflösung des Aufsichts­ rats ( §§ 11  und 11a der Satzung). 6. Verschiedenes

Der Vorstand ETN e.V.

So finden Sie uns aus Süden: über die A3, Abfahrt Lohmar-Nord, nächste Ampelkreuzung rechts in Richtung Neunkirchen-Seelscheid (Deutsche Alleenstraße, zwei Blitzer!!), dann nach ca. 10 km vor scharfer Rechtskurve links abbiegen Richtung Much (Wahn­ bachtalstraße), nach 4,5 km rechts abbiegen (Schild: „Hof Huppenhardt“), schmale Asphaltstraße bergauf, nach 1,5 km liegt Hof Huppenhardt auf der linken Seite. So finden Sie uns aus Norden: über die A3, Abfahrt Rösrath, dann siehe oben. über die A4, Abfahrt Overath/Much, rechts auf Mucher Straße Rich­ tung Much, durch Much Ortsmitte, erster Kreisverkehr erste Ausfahrt, dann direkt rechts, ca. 5 km bis Kreuzkapelle/ Herrenteich, links Richtung Kranüchel, nach ca. 1 km rechts nach Kranüchel, direkt wieder rechts durch Kranüchel, immer geradeaus ca. 1 km durch Wald (Forststraße), Hof Huppenhardt liegt rechts.

Schweinerei verbindet Das Hausschwein zählt zu einem der am frühesten domestizier­ ten Haustiere, es soll schon vor achttausendfünfhundert Jahren zur Fleischerzeugung gehalten worden sein. Die Menschen po­ larisieren das Schwein; entwe­ der sprechen sie von der blöden Sau, dem dummen Schwein, oder sie verschenken kleine Glücks­ schweine. Wer kann aber noch von glücklichen Schweinen be­ richten? Nach Angaben des AID Infodienstes zählt Deutschland mit einem Anteil von zwanzig Pro­ zent zu den größten Schweineer­ zeugern, weltweit ist Deutschland der viertgrößte Schweineerzeuger (Stand Februar 2011). Aufgrund der hohen Nachfrage von billigem Schweinefleisch hat sich auch die Schweinehaltung extrem verän­ dert, leider zum Nachteil der Tie­ re. Die Haltungsbedingungen in Schweinemastanlagen sind meist katastrophal. Trotz des leich­ ten Rückgangs am Verzehr von

Schweinefleisch (lt. Arbeitsge­ meinschaft bäuerliche Landwirt­ schaft) gibt es immer neue Bau­ vorhaben für Mastställe. Solch eine „Schweinerei“ ist auch dem idyllischen „Maiglöckchenort“ Handorf widerfahren. Im Som­ mer 2011 wurde bekannt, dass ein Investor in dem zweitausend Einwohner zählenden Ort eine Schweinemastanlage für sieben­ tausendfünfhundert Schweine plane. Der jetzige Bestand von eintausendeinhundert Tieren solle erweitert werden; jährlich wären das dann mindestens zwanzig­ tausend Schweine, die in Handorf den Weg zum Schlachthof antre­ ten! Eines war klar: Die Handorfer leisten Widerstand! Umgehend wurde eine Bürgerinitiative ge­ gründet. Die Bürger protestier­ ten nicht nur aktiv, sondern auch sehr plakativ. Mastanlagen und die darin praktizierte Tierhaltung sind aus verschiedenen Gründen

nicht akzeptabel. Die Handorfer BI möchte aufklären, was sich hinter den Türen solcher Mastanlagen verbirgt. Es wird über Sinn und Unsinn solcher großen Mastanla­ gen gesprochen. Die Milchbäuerin und Handorferin G. Tangermann sieht die industrielle Landwirt­ schaft sehr kritisch. Auch wenn es die „bäuerliche Idylle“ schon lange nicht mehr gibt, soll Nutztierhal­ tung mit einer überschaubaren Anzahl an Tieren „bäuerlich“ blei­ ben. Ihre Kühe leben so, wie man es sich unter bäuerlicher Haltung vorstellt: Sie weiden von Frühjahr bis Herbst auf grünen Wiesen und genießen den Sonnenschein. Das Thema „Fleischkonsum“ und das damit verbundene Verhalten der Verbraucher ist ein wichtiges Diskussionsthema. Letztendlich sind die Verbraucher gefragt. Es soll nicht reformiert werden, und ein Fleischesser soll durch die Bürgerinitiative nicht zwangsläufig zum Vegetarier gemacht werden, aber die Thematik der Mastanla­ gen, die Aufklärungsarbeit und die


Fotos der Schweinehaltung regen zum Nachdenken an und haben bei einigen Menschen bereits Wir­ kung gezeigt. Und das ist wichtig, um langfristig etwas zu verändern. Wer sagt: “Solche Aufklärungsfo­ tos oder TV-Beiträge, die die Rea­ lität der Massentierhaltung zeigen, kann ich mir nicht anschauen“, aber trotzdem nicht auf Fleisch­ konsum verzichten will, der sollte sich noch einmal Gedanken ma­ chen. Der Verbraucher sollte sich informieren, wo das Schnitzel her­ kommt, und was er da letztendlich auf den Teller hat. Die Schweinerei beginnt schon bei der Besamung und der Ferkelauf­ zucht, und man mag zu Recht von der „armen Sau“ sprechen. Hier darf man nicht wegschauen, sondern muss den unwürdigen Zuständen der miserablen Auf­ zuchthaltung ins Auge sehen. Die Zuchtsauen werden in der Re­ gel in körpergroßen Käfigen, den sogenannten „Kastenständen“ gehalten. Sie sollen einen guten Zugang zu den Tieren bieten und ein optimaler Schutz für die Fer­ kel sein, damit sie nicht erdrückt werden. Den Schweinen werden durch die Enge des Kastenstan­ des sogar das bequeme Abliegen und das Aufstehen erschwert. Die armen Schweine können sich nicht einmal umdrehen oder beu­ gen. Bewegung ist unmöglich, und die meisten Zuchtschweine verbringen ihr ganzes Leben so! Die Mutterschweine können auf­ grund der Enge ihren Liegeplatz und die Kotecke nicht trennen. Sie sind gezwungen, in der unmittel­ baren Nähe ihres Nachwuchses ihre Ausscheidungen abzusetzen. Dabei liegt es in der Natur der Schweine, besonders der Schwei­ nemütter, ihren Schlaf- und Fress­ platz niemals zu beschmutzen. Kein Schwein der Welt wäre so ein Dreckschwein und würde in

den eigenen Exkrementen liegen, sondern sich immer eine speziel­ le „Ausscheidungsecke“ suchen. „Die Kotecke der Schweine ist sogar meist die entfernteste Ecke gegenüber des Schlafplatzes“, erklärt mir Frau Duda von den Schweinefreunden. „Werden die Ferkel dann von der Mutter getrennt, kommen sie in einstreulose Buchten mit einem geringen Platzangebot, den Mast­ schweinen geht es da nicht bes­ ser, im Gegenteil, die Tiere leben meistens auf blanken Betonbö­ den, unter denen sich die Gülle­ gruben befinden“, so beschreibt es die Albert Schweitzer Stiftung. Die ammoniakhaltige Luft ist sti­ ckig und beißend und kann die Atemwege der Schweine angrei­ fen. Die Mastschweine sehen meist sauber aus und wirken satt, dennoch stehen sie dicht gedrängt auf harten Böden ohne Stroh. Die Tiere bräuchten aber eine Unter­ lage und könnten sich mit Heu oder Einstreu über viele Stunden am Tag beschäftigen. Bewegung und Befriedigung ihrer natürlichen Neugier ist den Schweinen nicht möglich. Sehr berührt und zu­ gleich nachdenklich hat mich die Schilderung von Frau Duda ge­ macht, als sie mir von spielenden Schweinen erzählte. „Schweine nutzen alles, um damit zu spielen und sind dabei sehr erfinderisch. Junge Schweine bis zu einem Alter von zwei Jahren spielen miteinander Rennspiele oder ver­ anstalten eine Art „Jagdspiel“ um ein Spielzeug.“ Die lebhafte Schil­ derung der 1. Vorsitzenden der Schweinefreunde konnte ich gut nachvollziehen, denn dies alles erinnerte mich an das Spielver­ halten meiner Hunde. Wie armse­ lig fühlt es sich an, wieder an die Realität zu denken: „Zuchtsauen vegetieren vor sich hin. Ferkel werden viel zu früh von den Mut­

tertieren weggenommen. Ohne Betäubung werden ihnen nach der Geburt die Schwänze gekürzt, die Eckzähne geschliffen, und die Eberferkel werden kastriert, indem ihnen die Hoden herausgerissen und abgeschnitten werden“, schil­ dert Eckardt Wendt von der ‚Ar­ beitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung’ die schlimmen Haltungsbedingungen. Das Kür­ zen der Schwänze soll einen mög­ lichen „Kannibalismusschaden“ durch Anfressen verhindern. Dies ist aber ein Symptom, die Ursa­ che ist eine andere: Die Schweine stehen einfach zu dicht, sie sind extrem gelangweilt, entwickeln durch den anhaltenden sozialen Stress Verhaltensstörungen, und dadurch können Aggressionen ge­ fördert werden. Die armen Schwei­ ne, sie sehen kaum Sonnenlicht, und es mangelt an Abwechslung und Bewegung. „So ein Leben hat kein Schwein verdient, denn diese Tiere werden immer noch von den meisten Menschen ver­ kannt“, so Sabine Duda von den Schweinefreunden. In den Köpfen der Menschen wird immer noch zwischen einem Haus- und einem Nutztier unterschieden, aber die Forschung unterscheidet da nicht, weder auf der kognitiven noch auf der emotionalen Ebene. Die Al­ bert Schweitzer Stiftung informiert darüber, dass Schweine mindes­ tens so intelligent sind wie Hunde, und ihre kognitiven Leistungen sind mit denen dreijähriger Kinder vergleichbar. Wissenschaftler am Leibnitz-Institut für Nutztierbio­ logie (FB) beschäftigen sich mit

der Frage, was Emotionen und Stimmungen beim Schwein aus­ löst, und wie man dem Schwein zu mehr Wohlbefinden und zur Befriedigung seiner grundlegen­ den Bedürfnisse verhelfen kann. Schweine fühlen und reagieren entsprechend optimistisch oder pessimistisch. Dies untersuchte Dr. Sandra Düpjan, Verhaltens­ forscherin vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie bei Rostock. Mit ihrem Versuch möchte sie zeigen, dass Schweine Gefühle haben. Andere Versuche haben gezeigt, dass Schweine in der Lage sind, kognitive Aufgaben zu lösen und sich unter hohem Stressaufkom­ men nicht wohlfühlen. Sind die Schweine uns Menschen da nicht sehr ähnlich? Wer glücklicher ist, hat weniger Stressaufkommen, ein robusteres Immunsystem und braucht daher weniger Medika­ mente. Glücksschweine sind also die besseren Fleischlieferanten, wenn man denn noch Fleisch essen mag. Immer mehr Verhal­ tensforscher sprechen den Tieren eine Seele zu, weil sie denken und fühlen wie wir Menschen. Es ist an der Zeit, sich Gedanken zu unserer Einstellung zum sozialen Lebewesen „Schwein“ zu machen, um daraufhin die Haltung unse­ rer Nutztiere zu verbessern. Wer nicht auf Fleischkonsum verzich­ ten mag, soll sich für das „Bau­ ernhoffleisch“ einsetzen und nicht für Industriefleisch. Ich kann mich

noch sehr gut an meine Kindheit erinnern, als es nicht selbstver­ ständlich war, täglich Fleisch zu essen. Da gab es noch den „Sonn­ tagsbraten“. Letztendlich soll der Verbraucher nachdenken und ab­ wägen, ob es ihm „wurst“ ist, was täglich auf den Teller kommt. Doch der Wunsch nach immer „mehr und billiger“ stärkt das Interesse von tierschutzrelevanter Massen­ tierhaltung und birgt einige Risiken und Gefahren. Die Risiken derartiger Mastanla­ gen wurden mehrfach im Fern­ sehen dokumentiert, dabei ging es unter anderem um massive Geruchsbelästigung, erhöhte Konzentration von Feinstaub und dadurch auch eine erhöhte Keim­ belastung, um großen Frischwas­ serverbrauch und mögliche Was­ serverschmutzung, denn es fallen große Mengen Gülle an. Die Handorfer sind sich einig: Solch „Schweinerei“ will man nicht. Manchmal hat eine Schwei­ nerei aber auch positive Seiten. Die Schweine haben zum Nach­ denken angeregt, und aus der ge­ planten „Schweinerei“ ist sehr viel kreative Energie seitens der Bür­ gerinitiative entstanden. Darüber hinaus hat sich eine Gruppe von engagierten und umweltbewuss­ ten Menschen gefunden, die das Projekt „Pfauenhof e.V.“ ins Leben gerufen haben. Ziele des Vereins

sind die Vermittlung von ökologi­ scher Landwirtschaft, artgerechter Tierhaltung sowie selbst aktiv Na­ turschutz zu betreiben. Aufgrund der vielen Aktivitäten hat sich ge­ zeigt: Der Einsatz lohnt und kann motivieren, nicht wegzuschauen, sondern aktiv zu werden. Handorf ist kein Einzelfall, aber es soll auf­ zeigen: Gemeinschaft verbindet und macht stark! Autorin: Sabina Pilguj Frau Pilguj unterstützt den Tier­ schutz aktiv und mit ihren Buch­ projekten. Als Begründerin der Methode ‚Dog Reläx’ unterstützt sie Mensch und Hund für ein entspanntes Miteinander. Trotz des beruflichen Schwerpunktes „Hund“ setzt sie sich auch für an­ dere Tiere ein. „Nicht wegschau­ en, sondern aktiv werden“ ist ihr Motto. www.dog-relax.com, www.pilguj. de Quellenangabe und weitere aus­ führliche Infos: www.schweinefreunde.de www.albert-schweitzer-stifung.de www.tierschutz-landwirtschaft.de www.fbn-dummerstorf.de (Leib­ nitz-Institut für Nutztierbiologie) http://www.vgt.at/actionalert/kas­ tenstand/index.php (Verein gegen Tierfabriken) www.dottenfelderhof.de


Tochter der Nachbarn geholt hat. Da der Halter nicht zu erreichen ist, entschließt sich der ETN, Sul­ tan mit auf Hof Huppenhardt zu nehmen und dort zu versorgen. Als wir die Polizei informieren, erfahren wir, dass sich die Frau des Halters wohl zwischenzeit­ lich gemeldet und erzählt habe, dass Sultan unter Asthma leide, und dies der Grund sei, warum im Unterstand weder Einstreu noch Raufutter vorhanden war. Und er habe kein Wasser, da dies bei den derzeitigen Temperaturen ja direkt einfriere. Ein Pferd benötigt aber bekanntlich Wasser in größe­ ren Mengen, und das mindestens zweimal täglich. Sultan war fast schon ausgetrocknet!

Pferdeschicksal

Donnerstag, 02.02.2012: Der ETN e.V. wird per e-Mail infor­ miert, dass in der Nachbarschaft, in Neunkirchen-Seelscheid, Orts­ teil Krahwinkel, ein Pferd seit Jah­ ren alleine mitten in Müll, alten Landmaschinen und Schrott steht. Ein baufälliger Unterstand mit ver­ schimmelter Einstreu soll Schutz bieten. Samstag, 04.02.2012: Der ETN ist vor Ort. Mit Entset­ zen stellen wir fest, dass der Zu­ stand erschreckend ist. Zwischen Müll, Schrott und sonstigem Unrat sucht ein sicherlich über zwanzig Jahre alter Wallach nach Nah­ rung. Nichts ist auf dem steil ab­ fallenden Grundstück zu finden. Das Wasser ist durch die tiefen Minustemperaturen der letzten Tage eingefroren. Die Nachbarn erzählen uns, dass sie das Pferd

mit Möhren, Wasser und Raufutter versorgen, sonst wäre es längst verhungert. Nach Kontaktaufnah­ me mit dem Kreisveterinäramt erfahren wir, dass dieser Zustand bereits seit mindestens fünfzehn Jahren bekannt war. Dienstag, 07.02.2012, 11:30 Uhr: Wir informieren das Kreisveteri­ näramt über die Situation, die - wie gesagt - ja bereits seit Jahren dort aktenkundig ist. Nun wolle man, aufgrund des aktuellen Hinweises vom ETN, die Angelegenheit mal wieder auf den Tisch bringen. Dienstag, 07.02.2012, 13:30 Uhr: Nachbarn rufen beim ETN e.V. an und teilen mit, dass das Pferd im Graben am Ende des Grund­ stücks völlig entkräftet zusam­ mengebrochen ist und nicht mehr aufstehen kann. Wir fahren los

und finden „Sultan“ in einem er­ bärmlichen Zustand am Boden liegend vor, eingewickelt in Draht und in Dornen verfangen. Mehre­ re Stunden muss das arme Tier bei Temperaturen von knapp unter 10 Grad minus bereits dort gele­ gen haben. Das Kreisveterinäramt wird verständigt. Man nimmt die Information mit dem Hinweis, wir sollen die Aktion mit Fotos doku­ mentieren, zur Kenntnis. Viele helfende Hände und ein Radlader sind nötig, um Sultan wieder auf die Beine zu bringen. Noch im Lie­ gen versucht der völlig entkräftete Wallach, an die mageren Grashal­ me auf der anderen Wiesenseite zu gelangen. Als Sultan endlich wieder auf den Beinen ist, und sein Kreislauf durch Medikamente und vorsichtige Bewegung wieder in Gang gebracht wurde, nimmt er dankbar das Wasser an, das die

Dienstag, 07.02.2012, 19:30 Uhr: Der uneinsichtige Pferdehalter beschimpft uns telefonisch und will sein Pferd zurück. Das Tier sei dreiunddreißig Jahre alt und habe eben einen Schwächeanfall gehabt. Pech. Dass es gestorben wäre, wenn der ETN nicht gehol­ fen hätte, interessiert nicht. Mittwoch, 08.02.2012, 9:15 Uhr: Das Kreisveterinäramt erhält die Fotos, die wir noch am Abend zu­ vor nach Siegburg geschickt hat­ ten. Man informiert uns, dass erst nachdem der behandelnde Tier­ arzt einen Abschlussbericht er­ stellt hat, über das Schicksal von Sultan entschieden werde. Mittwoch, 08.02.2012, 9:45 Uhr: Der Pferdehalter kommt mit Toch­ ter und Enkelin und brennender Zigarette im Mund in die Ge­ schäftsstelle des ETN e.V. und for­ dert Sultan zurück. Er ist laut und uneinsichtig. Ein Danke kommt ihm nicht über die Lippen. Das Schicksal des Pferdes scheint ihn nicht zu interessieren. Er will nur krakeelen. Wenn er Sultan nicht bekomme, erschieße er ihn. Da­

raufhin verweisen wir den Mann vom Hof. Vom Kreisveterinäramt erhält er die Auskunft, dass man ein Ver­ fahren einleiten werde, um ihm die Tierhaltung allgemein und damit den Besitz des Pferdes zu unter­ sagen. Ob es der Druck des Veterinäram­ tes oder doch eine späte Einsicht des Pferdehalters ist, dass er Sul­ tan vernachlässigt hat - er über­ eignet Sultan dem ETN. Der ETN konnte Sultan retten, dank der Mitgliederbeiträge waren wir in der Lage, die Tierarztkosten für diese Rettungsaktion zu tragen und Sultan eine Zuflucht auf Hof Huppenhardt zu bieten. Wenn auch Sie helfen wollen, den ETN in die Lage zu versetzen, Tierleben zu retten, werden Sie Mitglied.


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Vom Tierheimhund zum Lebensretter im Ehrenamt Als Bella mit ihren wenigen Monaten zum Tierschutzverein Marsberg e.V. kam, suchte sie bereits ihr drittes Zuhause. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon Rettungshundeführerin bei der ASB Rettungshundestaffel Hamburg-Eimsbüttel und mit Lucy, meiner sechsjährigen Golden Retriever-Hündin, noch gar nicht auf der Suche nach einem Nachwuchshund. Allerdings kommt es ja bekanntlich manchmal anders als man denkt. Eine Staffelkollegin schob mir die Suchanzeige von Bella unter die Nase, und nach wenigen Tagen rief ich Frau Heinemann vom Tierschutzverein Marsberg e.V. an. Es folgten noch ungefähr zwei Wochen mit vielen Überlegungen und Nachfragen. Letztendlich stand es aber schon fest: Bella sollte zu uns ziehen.

Am 19.02.2008 fuhren wir mit Lucy los, um Bella live zu sehen. Die beiden Hunde verstanden sich auf Anhieb, und wir unterschrie­ ben den Übernahmevertrag. Nach kurzer Unruhe verschlief Bella dann die dreistündige Heimfahrt. Autofahren war somit schon mal kein Problem. Die Zeit der Einge­ wöhnung war mit dem quirligen Junghund nicht einfach. Bellas erste Lektion bei uns war: Ruhe. Es dauerte seine Zeit, bis wir die vielen Baustellen in den Griff be­ kamen, und natürlich trainieren wir auch heute noch fleißig. In den ersten Monaten war ich durch Ur­ laub und Staffel viel unterwegs. Bella nahm ich während dieser Zeit überall mit hin, und sie fand langsam die Stete in ihrem Leben – nämlich uns Menschen. Im Mai begleitete mich Bella dann erstmalig zum Training in der Ret­ tungshundestaffel. Sie begriff sehr schnell, was sie zu tun hatte, um an ihr Spielzeug zu kommen. Der Weg zum Verbeller war auch nicht schwer, da sie gerne „spricht“. Zur

Ausbildung gehören neben dem zweimal wöchentlich stattfinden­ den Training viele Extras wie die Gewöhnung an Hubschrauber, das Abseilen mit Hund oder das Boot fahren. Bei der Arbeit mit ihr musste ich mich sehr umstellen, da sie völlig anders ist als die ru­ hige und souveräne Lucy. Aber wir haben recht schnell unseren ge­ meinsamen Weg gefunden, und Bella ist inzwischen ein ebenso verlässlicher Partner wie Lucy. Nach eineinhalb Jahren Training bestanden wir beide die Prüfung zum Flächensuchteam, welche wir alle achtzehn Monate wieder­ holen müssen. Seit Oktober 2009 sind wir einsatzbereit und haben schon diverse Erfahrungen als Team sammeln können. Im Mai 2011 erlebten wir dann unseren Höhepunkt als Team bei der Su­ che nach einem Vermissten, den Bella hilflos im Graben liegend aufspürte und anzeigte. Durch die daraufhin eingeleiteten Ret­ tungsmaßnahmen konnte Leben gerettet werden. Natürlich ist es

der Erfolg der gesamten Staffel, aber ich bin sehr stolz auf meinen Wirbelwind und darauf, wie toll sie ihre Arbeit ausgeführt hat. Ein Hund aus dem Tierschutz. Ich würde es immer wieder tun.


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Unser Tierschutzhof

Hof Wiesenfeld Er zählt zu den außergewöhnlichsten Tierschutzhöfen Deutschlands und gilt als vorbildlich und wegweisend zu­ gleich: Der ETN-Tierschutzhof „Hof Wiesenfeld“. Hier, inmitten der malerischen Weserlandschaft bei Bad Karlshafen ist eine Auffangstation entstanden, die gequälten und kranken Haus- wie Wildtieren ein vorübergehendes Zuhause bietet. Absichtlich wird hier nicht die Bezeichnung „Tierheim“ benutzt, denn Hof Wiesenfeld hat mit klassischen Tier­ heimen wenig gemeinsam. Auf kleine, betonierte Ausläufe, wie sie in großen Tierheimen leider oft unvermeidlich sind, konnte hier verzichtet werden. Stattdessen haben Hunde und Katzen die Möglichkeit, großzügige Ausläufe mit Naturboden zu nutzen. Verträgliche Tiere leben in Gruppen zusammen, um ihren Alltag auf dem Tierschutzhof so artgerecht wie möglich zu gestalten und ihn nicht zu einem traumatischen Erlebnis werden zu lassen. Außerdem gibt es einen Agility-Platz, auf dem Hunde beschäftigt werden können.

Durch diese wegweisende Gestal­ tung des Tierschutzhofes können unsere Schützlinge stressfrei le­ ben und sich von den Strapazen ihres bisherigen Lebens erholen. Viele kommen aus schlechter Hal­ tung, wurden misshandelt oder kommen aus Tötungsstationen in Süd– und Osteuropa. Sie sind krank, traumatisiert und haben kein Vertrauen in den Menschen mehr. Auf Hof Wiesenfeld versu­ chen wir, den Tieren durch liebe­ volle Betreuung und Pflege die­ ses Vertrauen in uns Menschen wiederzugeben, und die hohe Vermittlungsquote zeigt, dass uns dies auch gelingt. In der angeglie­ derten Tierarztpraxis können die Tiere des Hofes rund um die Uhr medizinisch versorgt werden. Not­ versorgungen und die Betreuung chronisch kranker Tiere sind damit kein Problem. Dank ihres hervor­ ragenden Rufes wird die Praxis übrigens auch von Tierhaltern aus der Umgebung aufgesucht. Neben umfassender und liebe­ voller Betreuung der Schützlinge legen wir auch Wert auf fachkun­ dige Beratung potenzieller Tierhal­ ter. Damit sollen eine erfolgreiche Vermittlung für Mensch und Tier sowie eine artgerechte Haltung sichergestellt werden. Damit sich auch von weither angereiste In­ teressenten Zeit nehmen können, einen Hund oder eine Katze ken­ nenzulernen, betreiben wir auf

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Hof Wiesenfeld ein Gästehaus mit mehreren Appartements. Dort können Interessenten wohnen und sich in Ruhe für ein Tier ent­ scheiden. Nach dem Motto „Jedes Tier hat ein Bleiberecht“ wird nicht nur über Hunde, Katzen und Kleintiere eine schützende Hand gehalten, sondern es werden auch verletzte und hilflose Wildtiere aufgenom­ men. Natürlich entlassen wir diese

nach ihrer Genesung wieder in die Freiheit. Trotz der guten und liebevollen Be­ treuung ist es natürlich unser Ziel, so viele Tiere wie möglich an tier­ liebe Menschen zu vermitteln. Nur so können immer wieder neue Tie­ re in Not gerettet werden. Auf den folgenden Seiten finden Sie einige der Schützlinge von Hof Wiesen­ feld und Hof Huppenhardt, die drin­ gend ein neues Zuhause suchen.

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Tiere vom Hof Wiesenfeld suchen ein Zuhause Rica ist eine schöne Sc häferhund-Mix-Hündin, die schon seit über vie Jahren auf Hof Wiesen r feld auf ein neues Zuha use wartet. Sie wurde im Mai 2004 geboren und kam ursprünglich von Fuerteventura. Ric hat eine unheilbare Au a generkrankung, die so genannte Schäferhund Keratitis (eine Hornhau tentzündung), und da durch eine leichte Ho hauttrübung. Vor helle rn­ m Sonnenschein mu ss der Hund geschü werden, darf sich dann tzt nur morgens oder aben ds im Freien aufhalten oder muss eine speziel le Sonnenbrille für Hu nde tragen. Rica hat de Umgang mit Artgenoss n en nie richtig gelernt, deshalb sucht sie einen Platz als Einzelhund. schlossen. Sie ist abso Me ns ch en gegenüber ist sie lut lieb und anhänglich aber sehr aufge­ und geht hervorragend beherrscht sie probleml an der Leine. Die Grun os. Mit einem Leckerli dkommandos ka nn man bei Rica nicht vie Vertrauen gewinnen, um l erreichen, vielmehr mu ihr etwas beizubringen ss man ihr . Hat man dieses Ziel err eine liebe und dankba eicht, dann ist Rica au re Gefährtin. f jeden Fall

ttweilerdame. der Türkei geborene Ro Logan ist eine 2008 in ndin, die aller­ dliche und sportliche Hü Sie ist eine sehr freun hr aufdreht. ucht, da sie sonst zu se dings klare Grenzen bra sen wir wis , Hunden verträglich ist Ob Logan mit anderen bracht ist. ge ntan noch alleine unter noch nicht, da sie mome ss mu aber noch beherrscht sie schon, Etwas Grundgehorsam neuen Familie laufen. Kinder in ihrer üben, an der Leine zu t sein, da Logan ölf Jahre und standfes sollten mindestens zw ist Logan ein stüm ist. Als Rottweiler manchmal etwas unge sitzer müssen d“, und ihre neuen Be sogenannter „Listenhun f Wiesenfeld üllen. Das Team von Ho bestimmte Auflagen erf berät sie dazu gerne.

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ohl er so groß 09 bei uns. Obw 20 4. .0 11 m de it n Schlimmes d ist se muss in Rumänie änien geboren un Er . um en R ch in el 02 Se s 20 zarte zuckt. Auch Benno wurde ungen zusammen eigentlich ein ganz o eg w nn Be Be t n is le , el ht ie hn zu sc . Benno sucht und stark auss en Stimmen oder el aus dem Weg ut ub la i Tr be m er de ht da ge und lied einnehmen erlebt haben, er eher defensiv als Familienmitg t le is el r St be e nü in ge se ge er s zwölf Jahre denen Artgenossen deerfahrung, bei n Heim mindesten un ue H ne ig en em w in n se ei it in nsabend ver­ Kinder Menschen m m er seinen Lebe sicher ist, sollten de un in e, as w us et ha o Zu nn kann. Da Be uns dringend ein o wünschen wir alt sein. Für Benn nt. hätte es so verdie bringen kann. Er

Die siebenjährige Lana ist nun seit über drei Jahren bei uns, und doch wird sie immer überseh en, obwohl sie mit ihrem großen Freund Chico zusammenle bt. Als Lana aus Rumäni­ en kam, war sie stark übergewic htig und hatte vor allem und jedem Angst. Mittlerweile hat die Kleine eine recht gute Figur, ist aber nach wie vor ein großer Fre und von Leckerlis. Lana ist sehr lieb und freut sich, wenn ihre Pfleger kommen, braucht aber bei fremden Menschen ein wenig Zeit, um Vertrauen zu fassen. Obwohl sie gerne spazier en geht, hat Lana immer noch etwas Angst, wenn man ihr das Ges chirr umlegen will. Ihre gro­ ße Stütze ist ihr Freund Chico. Des Traum, die beiden gemeinsam zu halb wäre es natürlich ein vermitteln; Voraussetzung ist es aber nicht. Für Lana wünschen eine geduldige, ruhige Familie, in wir uns der sie erfährt, wie schön ein Hun deleben sein kann.

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Akita ist ein echter Notfall. Im Tierheim ist die Hündin absolut unterfordert, da sie ein sehr akti­ ver Hund ist. Akita sollte sowohl geistig als auch körperlich gefordert und gefördert werden. Sie benötigt klare Anweisungen und Kommandos sowie entsprechende Auslastung durch Spielen, Suchen und Platzarbeit, dann ist sie glücklich. An der Leine hat Akita einen starken Revier- und Beschützerinstinkt, lässt sich aber lenken. Sie fährt gerne im Auto mit und möchte am liebsten immer und überall dabei sein. Mit Rüden ist sie verträglich; Hündinnen gegenüber dominant, aber nicht aggressiv. Sie kennt und mag auch Pferde. Kleintiere sollten in ihrem neuen Zuhause nicht leben. Akita ist kinderlieb und springt ger­ ne auf den Schoß, um zu kuscheln. In ihrer Pflegefamilie hatte sie im Haus eine eigene Box, die als Rückzugsmöglichkeit diente und als Ruhezone gerne von ihr genutz t wurde. Akita sollte nach Möglichkeit als Einzelhund oder aber zusammen mit einem ihr ebenbürtigen Rüden gehalten werden. Wenn Sie Akita kennenlernen möchten und Hunde-Erfahr ung mitbringen, dann kommen Sie einfach bei uns vorbei. d lebt jetzt schon seit wurde 2004 geboren un Er e. üd x-R Mi ereil aus schlechter Hal­ öner Rottw m er als Abgabehund ka Chico ist ein wundersch ch gli rün sp Ur of. Tierschutzh er gehalten. Nur wenn r permanent im Zwing vier Jahren auf unserem ze sit Be ren he frü m ck war wohl, dass er von seine rlassen. Glück im Unglü ve tung zu uns und wurde er ing Zw n de er te Bezugspersonen armten, durfte na zusammen, hat fes La e sich die Nachbarn erb am ed nd Hu t mi n nn man den Weg zur r sitzt er nu t an der Leine, und we gu im Tierheim landete. Hie hr se ft läu ico Ch erksamer Begleiter Tagesablauf. liebt. Chico ist ein aufm er ss und einen geregelten Wa er il we t, reg undkommandos per­ er ganz aufge und beherrscht die Gr rne Weser einschlägt, wird ge t us hm sc Er t. ndeerfahrung. Kinder hützerinstink Bezugsperson mit Hu mit angeborenem Besc nte ue eq ns ko d un e ausgeglichen fekt. Er benötigt eine in. se us sollten nicht im Ha

Tiere vom Hof Wiesenfeld suchen ein Zuhause Choco wurde 2008 in der Türkei geboren und ist seit 09.07.2011 bei uns. Der Rüde hat ein stattliches Er­ scheinungsbild, ist charakterstark und macht sich ei­ nen eigenen Eindruck von seinem Gegenüber. Hat er einmal Vertrauen gefasst, lernt man einen sanften, freundlichen Rüden kennen. Choco geht gerne spa­ zieren und freut sich über menschliche Zuwendung. Dem Menschen, der konsequent und liebevoll mit ihm umgeht, wird er ein treuer Begleiter sein.

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Wenn Sie schon immer etwas Besonderes ge­ sucht haben, ist unser Bilbo genau das richtige für Sie! Der 2006 in Rumänien geborene Bilbo ist ein Hund für Kenner, die bereit sind, Zeit und Geduld zu investieren, um dann einen Diaman­ ten zu erhalten. Bilbo war in Rumänien lange Kettenhund und beantwortete zu schnelle Be­ wegungen erst einmal mit Flucht oder Knurren, nie mit Beißen. Mit etwas Zeit und einer klaren Linie, vor allem aber durch Rituale wie feste Füt­ terungs- und Gassigehzeiten, hat sich Bilbo in einen selbstbewussten Teddybären verwandelt. Eine Familie ohne Kinder oder aber mit Jugend­ lichen ab sechzehn Jahren wäre für Bilbo von Vorteil. Weibliche Artgenossen mag der Rüde übrigens gerne.

Bild fehlt!

sagt es schon, ist etwas Kater Yasson, der Name s sanftes Wesen wie au ganz Besonderes: Ein t ers m ine se bei hat er in einer anderen Welt. Da f au h sic t, eb hlimmes erl kurzen Leben schon Sc i be da d un en gen müss der Straße durchschla et­ erl sv nk ele d eine Knieg einen Hüftschaden un tiv erletzung wurde opera iev Kn zung erlitten. Die s­ ng gu we Be ist in seinem versorgt, und Yasson lt tol d un gt rin nkt. Er sp ablauf nicht eingeschrä g run de hin Be e leichte herum, auch wenn ein h­ nc ma en ng ine Bewegu geblieben ist, die se ter ssehen lassen. Der Ka au mal etwas seltsam r­ wu d un s Ko chen Insel kommt von der griechis r wa ls ma Da n. gefange unseren Tierärzten ein n vo on ­ kti fas sa zu ng an t ttu gu Re i einer fgeblüht, de im Frühjahr 2010 be r Zwischenzeit ist er au de In l. t de mi ün re llb wä Fe on es ss indeldürr mkeit. Ya Yasson ein weißes, sp bar für jede Aufmerksa nk da ist d un n rde we delt sen, mag gerne geknud den. frie zu ng ltu Wohnungsha Seite 43


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Peaches wurde von einer Katzenliebhaberin entdeckt, als er sich vergebens mit dem Fressen von Trockenfutter abmühte. Sie nahm den lieben Kerl mit zu sich nach Hause. Peaches wurde medizinisch behandelt und konnte schon bald wieder alles fressen, doch kam es immer wie­ der zu Rückfällen. Es stellte sich heraus, dass er „Katzen-Aids“ (FIV) hat, also eine Immunschwä­ che. Für Menschen ist das absolut ungefährlich, andere Katzen können über Bisswunden, Blut und Speichel angesteckt werden. Vorsichtshal­ ber sollte Peaches daher in der Wohnung blei­ ben, was für ihn auch kein Problem darstellt, wenn er nur genug gestreichelt und geliebt wird. Auch die Nahrungsaufnahme ist kein Problem, denn mit Nassfutter kommt Peaches glänzend zurecht. Er verträgt sich mit allen Artgenossen. Besonders gegenüber scheuen und zurückhaltenden Katzen verhält er sich extrem einfühlsam und liebevoll. Alle seine Zimmergenossen mögen ihn. Und doch geht Peaches nichts über die Möglichkeit, von Menschenhänden gestreichelt zu werden. Möge er, der so viel Liebe spendet, nun für den zweiten Teil seines Lebens noch eine Heimat und einen Menschen finden, der Zeit hat, ihn genügend zu streicheln, und dem er wiederum seine ganze Aufmerksamkeit und Zärt­ lichkeit schenken kann.

Tiere vom Hof Wiesenfeld suchen ein Zuhause “. Sie und eine unserer „Sorgenkatzen Mandy ist ungefähr zehn Jahre alt Po­ der von lich ließ sch de Besitzer, wur saß zwei Tage neben ihrem toten e­ ang afts sch Erb von d stan jetzt „Gegen lizei bei uns abgegeben und ist sich gerinnen hat sie Vertrauen, lässt legenheiten“! Zu einer unserer Pfle r abe sie t friss er leid viel „erzählt“ ihr streicheln, auch hochnehmen und renlei­ im Tierheim diagnostizierten Nie auch nur bei ihr. Aufgrund eines n von oste terk Fut n tehe ents r. Dadurch dens benötigt Mandy Spezialfutte ixer-M weg Nor e sch hüb lich h. Die wirk fünfzehn bis zwanzig Euro monatlic dys h sehr liebebedürftig. Hat man Man Diva ist sehr eigenwillig, aber auc ne Kei ck. zurü ng eigu Zun t man viel Vertrauen erst gewonnen, bekomm so laut hagen so deutlich kundtun und unserer Katzen kann ihr Wohlbe mit ers hab lieb zen Kat s eine Besuch schnurren wie Mandy, die sich auf viel Liebe und Geduld freut.

Minka ist zwar einer der häufigsten Katze nnamen, wer aber glaubt, dass unsere Minka eine Allerw eltskatze ist, der irrt. Die kleine un d zierliche Minka hat in ein em chao­ tischen Menschenhaus halt tapfer und umsic htig ihre zwei Kinder großgezogen. Ins Tierheim kam sie , weil ihre Hal­ ter die Tiere nicht me hr artgerecht halten ko nnten. Minka hat ein sanftes, liebes und anschmiegsames We sen; laute Worte, Geschrei und Ge polter erschrecken sie . Diese Katze ist nicht einfach eine „sc hwarze Schönheit“, de nn ihre Fell­ färbung hat etwas ga nz Apartes: Über ihr lie gt ein brauner Schimmer, ganz so wie bei Zartbitterschokolad e. Wer die­ se Art von Verlockung mag, der wird sich in da s zartsüße, schwarze Katzenwesen verlieben.

r Schwester einer Tierschüt­ Nahla wurde zusammen mit ihre die Haustüre gestellt. Diese zerin in einem Schuhkarton vor so viele Tiere bei sich auf­ Tierschützerin hatte aber schon zu uns ins Tierheim bringen genommen, dass sie die beiden eu und hatten große Angst musste. Die Kleinen waren sehr sch beiden auf und hofften auf vor Menschen. Wir päppelten die wir die beiden krankheits­ ein Wunder. Und das geschah. Als Raum unterbringen mussten, bedingt separat in einem kleinen la ist sehr anlehnungsbe­ konnten wir uns ihnen nähern. Nah scheu: Für den echten Kat­ dürftig, aber zugleich noch etwas und eine lohnende Aufgabe. zenkenner eine Herausforderung

Muty liegt uns ganz besonders am Herzen. Ein „älterer Herr“, etwa zehnjährig, mit richtig gu­ ten Manieren. Sein Äußeres ist, gelinde ausge­ drückt, völlig ramponiert. Aber man sollte ja nie vom Äußeren auf das Innere schließen. Bei den inneren Werten kann Muty nämlich punkten! Lei­ der wurde er positiv auf FiV getestet, was bedeu­ tet, dass er keinen Freigang und keinen Kontakt zu gesunden Katzen haben darf. Darauf verzich­ tet er in seinem neuen Zuhause aber sicherlich gerne... Wir glauben, Muty würde in Zukunft be­ vorzugt bei älteren Menschen mit ganz viel Zeit und möglichst vielen Händen zum Streicheln le­ ben, denn er ist ein richtiger Kampfschmuser.

Hof Wiesenfeld Wiesenfeld 7 34385 Bad Karlshafen Tel. 05672 921639 Fax: 05672 921955


| Unsere Partner

Wir warten suchen Paten Auf Hof Huppenhardt in Much leben einige Tiere, die sehr alt und krank sind. Diese Tiere wollen wir nicht mehr vermitteln, sondern suchen für sie einen Paten, der uns bei der Versorgung unterstützt. Tina Tina ist eine unglaublich hübsche und zudem sehr schlaue Muli-Stute. Sie ist leider sehr misstrauisch, zugleich aber auch sehr neugierig. Nachlässigkeiten, zum Beispiel bei der Zaunkontrolle, lässt sie nicht durchgehen, und man hat Mühe, sie wieder einzu­ fangen. Nach ihrem Verhalten zu urteilen, hat sie mit Men­ schen keine guten Erfahrungen gemacht. Um Tinas Vertrauen zu gewinnen, muss man viel Geduld und Zeit mitbringen. Bisher schaffte es nur eine ehrenamt­ liche Helferin, Tina ein Halfter umzulegen, nachdem sie über lange Zeit Vertrauen zu der Stute aufgebaut hatte. Leider musste die Dame umziehen und Tina verlor ihre Bezugsperson wieder. Nun suchen wir für Tina wieder einen Paten, der sich regelmäßig und zuverlässig mit ihr beschäftigt. Leider haben wir neben dem normalen Hofbetrieb nicht genügend Zeit, Tina langsam an den Menschen her­ anzuführen. Für das normale Handling, sprich die Behandlung durch Tierarzt und Hufschmied, wäre es schön, jemanden zu finden, der diese Aufgabe in Angriff nimmt. Vielleicht möchte auch ein „Muliflüsterer“ die Herausforderung annehmen, zu diesem Tier langsam Vertrauen aufzubauen. Gerne würden wir in Zukunft auf unserer Internetseite von Tinas Fortschritten berichten…

Kamerunschafe Tara, Isabell und Leo Tara und Isabell wurde n von Jugendlichen mit Baseball­ schlägern sehr schwer misshandelt. Anstatt die Schafe zu behandeln und Anzeige zu erstatten, gab der damalige Be­ sitzer die Tiere an ein en Schäfer weiter. Au ch der Schäfer brachte die Tiere nic ht zum Tierarzt, sond ern klammerte die Wunden selbst zu sammen. Die Schafe wa ren tragend, also wartete der Mann , bis sie ihre Jungen ge bo ren hatten und gab die Tiere dann endlich an den ETN. Wi r waren fas­ sungslos über die Skrup ellosigkeit mancher Me nschen, als wir diese Geschichte wurden versorgt, aber hörten. Die Knochenb Beine und Klauen ble rüc he iben deformiert. Isabe der Tiere erblindet und anfangs ll ist zudem durch die war nicht klar, ob sie no Misshandlungen ch ein artgerechtes Le hat sie sich mittlerweil ben führen konnte. Gl e eingelebt und findet ücklicherweise sich in ihrem Stall und sehr stark an ihren Ge im Auslauf zurecht. Sie fährten Tara und Leo. orientiert sich Leo wurde als Jungtie r auf den Bahngleisen in Siegburg mit einer Vermutlich wurde er vo schweren Wunde am n einem Zug angefahren Kopf gefunden. und hat dabei noch Gl klar, ob Leo entlaufen ück im Unglück gehabt. ist oder ausgesetzt wu Es ist nicht rde, niemand hat das Die drei Kamerunscha Tier vermisst. fe haben auf Hof Hupp enhardt ein ruhiges Zu und Isabell blind ist, mö hause gefunden. Da Ta chten wir die drei nicht ra sehr scheu mehr weiter vermitteln, der uns bei der Versorgu sondern suchen für sie ng der Tiere finanziell einen Paten, unterstützt.

Ivan und Paula rde stammen von einem Die beiden, ca. 23-jährigen Pfe europa und gehören zu den Schlachtpferdetransport aus Ost hardt. Beide waren am An­ ersten Bewohnern von Hof Huppen agierten Einsatz ehren­ eng fang sehr scheu, aber durch den terführig zu machen. half sie amtlicher Helfer ist es gelungen, derschöne Gefährtin wun e Für den Achal-Tekkiner Mix und sein finanziell bei der nur t nich suchen wir deshalb Paten, die uns vielleicht auch n der son , tzen Versorgung der beiden unterstü elmäßig zu besuchen. Mit et­ bereit sind, ihren Schützling reg noch zutraulicher werden, so was Geduld können beide sicher den Tierarzt einfacher würde. dass auch die Behandlung durch e mit den Augen. Ivan und Paula haben öfter Problem

Hof Huppenhardt Todtenmann 7 53804 Much Tel.: Fax:

0 22 45 - 61 90 - 0 0 22 45 - 61 90 - 11


| Unsere Partner Hannelore und Brunhilde gemein­ Hannelore und Brunhilde kamen emein­ Allg ten lech sch sam in einem sehr e net­ Ein dt. har pen zustand nach Hof Hup zu und t ette ger sie e te Tierschützerin hatt rsät übe en war per Kör uns gebracht. Ihre lange, mit Schafsläusen, und es dauerte . Sie den wur und ges e bis die beiden Tier er­ eit nkh nkra nge uzu waren an der Bla ung ünd entz gen Lun krankt, hatten eine trächtig. und waren überdies auch noch schen Hüb en beid die Mittlerweile sind r ein übe sich den wür aber wieder fit und vi­ indi mit e aus Zuh s neues, artgerechte en. freu r seh dueller Betreuung

Wir warten auf Hof Huppenhardt auf ein neues Zuhause Bea und Marcello den auf der Foh­ Auch diese beiden Mischlinge wur Schlachter gerettet. lenauktion in Maishofen vor dem beiden um Zwil­ Vermutlich handelt es sich bei den der hängen. Die linge; sicher ist, dass sehr aneinan r Minuten getrennt beiden ertragen es kaum, ein paa Idealfall gerne zu­ zu sein, deshalb würden wir sie im die beiden nur tren­ sammen vermitteln. Wir würden gleichaltriges Pferd nen, wenn im neuen Zuhause ein e. Beide sind sehr als Gesellschaft vorhanden wär penhardt teilen sie ruhig und verträglich, auf Hof Hup seln. sich ihren Auslauf mit zwei Zwerge

Else Else ist acht bis zehn Jahre alt und leidet an der Viruserkrankun g CAE (Caprine Arthritis Encephalitis), die ausschließlich Ziegen befällt. Die Fol­ ge der Erkrankung ist eine chronisc he Gelenkentzündung, die Else beim Laufen behindert. Trotzdem hat sie viel Lebensfreude und würde sich über ein neues Zuhause, in dem man auf ihre Krankheit eingeht, sehr freu en.

Respektiere 01/2012  

Unsere erste Ausgabe des Magazins "RespekTiere" im diesem Jahr.

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