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RESPEKTIERE

Ivan

AUSGABE 2 / 2017

Eine Kämpfernatur auf vier Hufen Tierschutz

Partner

Naturschutz

Schluss mit der Ferkelqual. Verbot der betäubungslosen Kastration

Weltmeere in Gefahr – Eine Einschätzung von Sascha Regmann

Hornissen – Ungefährlich und nützlich

www.etn-ev.de


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Weltmeere in Gefahr

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Hornissen – Ungefährlich und nützlich

INHALT HOF HUPPENHARDT

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Ivan – eine Kämpfernatur auf vier Hufen

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Die Tierschutz-AG auf Hof Huppenhardt

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Pate gesucht!

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Zwischen Hufen, Klauen und Stahlkappenschuhen

TIERSCHUTZ

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Kutschfahrten – ein Urlaubsvergnügen für Mensch und Tier?

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Ivan – eine Kämpfernatur

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NATUR- UND ARTENSCHUTZ

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Krötenschutz 2017

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Unser Steinbruch Schönenberg

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Blutfarmen

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Hornissen – Ungefährlich und nützlich

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Aufmerksamkeit für das Leiden der „Schlachtfohlen“

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Wenn das Gewässer „umkippt“

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Streuner im Urlaub

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Schluss mit der Ferkelqual

ETN-STIFTUNG

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POLITIK

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Der ETN im Tierschutzbeirat

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Tierschutz und die Politik

IN EIGENER SACHE

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Kastrationsaktionen des ETN Neue Richtlinien

Das Wisent-Projekt begrüßt eine neue Wissenschaftlerin

PARTNER

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Weltmeere in Gefahr

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Schwerer Rückschlag, aber wir geben nicht auf!

Schluss m


Liebe Mitglieder und Freunde des ETN,

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Blutfarmen – Die Qual der Stuten für billiges Fleisch auf deutschen Tellern

die Bundestagswahl steht vor der Tür und damit auch einige richtungsweisende Entscheidungen in Sachen Tier- und Umweltschutz. Um Ihnen einen Überblick über die Positionen der großen Parteien zu verschiedenen Tierschutzthemen zu geben, hatten wir im April einen Fragenkatalog an die Parteien geschickt mit der Bitte um Beantwortung. Bis Redaktionsschluss der „Respektiere“ haben uns leider nur 3 Parteien unsere Fragen beantwortet, zwei weitere wollten ihre Antworten zu einem späteren Zeitpunkt schicken, die restlichen Parteien meldeten sich bisher nicht zurück. Deshalb konnten wir die „Wahlprüfsteine 2017“ leider nicht in unserer Sommersausgabe der „Respektiere“ abdrucken, alle vorhandenen Antworten stehen Ihnen aber auf unserer Homepage http://etnev.de/themen-etn/wahlpruefsteine-2017 zur Verfügung. In unserer Sommerausgabe beschäftigen wir uns noch mit vielen anderen wichtigen Themen, wie beispielsweise dem Umgang mit Streunern am Urlaubsort und den Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration.

mit der Ferkelqual

Besonders berührt hat uns in den letzten Wochen das Schicksal unseres tapferen Wallachs Ivan auf Hof Huppenhardt - lesen Sie Ivans Geschichte auf den folgenden Seiten. Wir wünschen Ihnen, liebe Mitglieder und Spender, viel Spaß beim Lesen der neuen „Respektiere“ und danken Ihnen für die fortwährende Unterstützung unserer Projekte. Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen

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Ihr ETN-Team

Kastrationsaktionen des ETN

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Krötenschutz 2017


RESPEKTIERE | HOF HUPPENHARDT

IVAN – EINE KÄMPFERNATUR AUF VIER HUFEN Ivan, ein 28-jähriger Wallach, lebt schon lange auf Hof Huppenhardt. Er gehört zu den Pferden auf unserem Hof, die von Besuchern schonmal übersehen werden, die genügsam ihr Leben hier verbringen und wenig auf sich aufmerksam machen. Doch Ivan ist nicht einfach nur ein braunes Pferd von vielen – er meistert sein Leben voller Stolz und Stärke, trotz vieler Rückschläge, die er schon erleben musste. Mit seiner Gefährtin Paula kam Ivan vor zwölf Jahren auf Hof Huppenhardt. Die Beiden stammten von einem russischen Schlachtpferdetransport und kannten nichts - kein Halfter, kein Führen, keinen normalen Umgang mit dem „Freund Mensch“. Aber mit der Zeit fand sich Ivan gut in seiner kleinen Herde auf Hof Huppenhardt ein, souverän und sicher setzte er sich an die

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Spitze seiner Gruppe und fand durch den geduldigen Zuspruch tierlieber Besucher auch langsam Vertrauen zum Menschen. Doch im Jahr 2013 änderte sich alles für Ivan, denn eine periodische Augenentzündung machte sich bemerkbar. Diese bei Pferden häufig auftretende Entzündung innerer Strukturen des Auges


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verläuft chronisch oder in Intervallen wiederkehrend und allmählich wird das Auge derart geschädigt, dass das Pferd erblindet. Um bei Ivan eine vollständige Erblindung zu verhindern, wurde ihm ein Chip hinter das betroffene Auge gesetzt, der über mehrere Jahre Antibiotika abgab. Aber leider meinte das Schicksal es nicht gut mit Ivan und er verlor trotz Behandlung sein Augenlicht.

Tumoren wahrscheinlich. Um unserem blinden Wallach all das zu ersparen, entschlossen wir uns dazu, Ivans Augen entfernen zu lassen. Kein ganz leichter Eingriff für ein altes Pferd, aber ein Leben mit permanenten Kopfschmerzen wollten wir Ivan nicht zumuten. Da er ohnehin komplett blind war, würde eine Entfernung der Augen seine Wahrnehmung nicht mehr beeinträchtigen, aus Ivans Sicht gab es also nichts, was dagegen sprechen könnte.

Ivan verändert sich Mit der Erblindung wurde aus dem einst so souveränen Pferd ein ängstliches und nervöses Tier. Er zog auf einen speziell für ihn eingerichteten Paddock um und fand in Stute Paula eine zuverlässige Partnerin, an der er sich orientieren konnte. Doch trotz dieser vielen Hilfen machte jedes fremde und neue Geräusch, jede ungewohnte Situation Ivan Angst. Zum Glück fand er in dieser schweren Zeit eine weitere Freundin: Patin Sabine, die langsam Vertrauen zu ihm aufbaute und ihm zeigte, dass die Welt nicht nur aus Bedrohungen bestand. Er lebte sich in seinem eigenen kleinen Reich ein und fand sich langsam in seiner neuen Welt zurecht. Durch die Augenentzündung erblindete Ivan nicht nur, auch die Struktur seiner Augen veränderte sich. Ein Auge vergrößerte sich mit der Zeit deutlich, was auf einen erhöhten Druck im Inneren des Auges schließen ließ. Beim Menschen verursacht ein hoher Augeninnendruck starke, migräneartige Kopfschmerzen – dieses Risiko bestand auch bei Ivan. Außerdem war die Entstehung von

Ivans Augen werden für die OP vorbereitet.

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Paula wird während der OP mit ihrem Lieblingsspielzeug abgelenkt

Ivan und Patin Sabine nach der OP

Doch natürlich verstrich die Zeit bis zur OP nicht ohne Ängste und Sorgen, vor allem die Narkoseeinleitung war bei Ivan nicht ganz einfach. Durch seine Nervosität hatte er sich schon in der Vergangenheit schlecht beruhigen lassen, eine größere Menge Narkosemittel als normalerweise üblich war bei ihm nötig.

Der Tag der OP Die OP sollte bei gutem Wetter im Freien stattfinden, auf einer ungenutzten Wiese neben Ivans Paddock. So sollte Ivan möglichst stressfrei narkotisiert werden können. Ivans Patin Sabine bereitete unseren nervösen Wallach geduldig auf diese Herausforderung vor, erkundete mit ihm schon Tage vorher die Wiese und zeigte ihm, dass es etwas völlig Normales war mit ihr seinen Paddock zu verlassen. Zwar war Ivan am Tag der OP nervös – so viele fremde Menschen und ungewohnte Geräusche. Aber durch das Training konnte er problemlos ruhig gestellt werden. Für seine Freundin Paula war die Operation mehr Stress als für Ivan, so schien es, denn sie rief unentwegt nach ihrem Freund und konnte nicht verstehen, dass er auf einmal weg war. Die Augenentfernung verlief ohne Komplikationen und recht schnell, nach zwei Stunden war Ivan

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bereits wieder in der Aufwachphase. Dr. Lübke, ein Experte für Augenheilkunde, und seine Kollegin führten den Eingriff routiniert durch und hatten Ivans Verfassung stets im Blick. Die entnommenen Augen wurden in die Pathologie zur Untersuchung auf Tumorerkrankungen geschickt, aber auch hier konnte Entwarnung gegeben werden – alles in Ordnung! Obwohl nach der OP noch etwas wackelig auf den Beinen, begrüßte Ivan seine Freundin Paula ausgiebig und für seine Gefährtin war die Welt schlagartig wieder in Ordnung. DER TAG DER OP WAR GESPICKT MIT VIELEN GEDANKEN UND ÄNGSTEN, WIE IVAN DIESEN EINGRIFF VERKRAFTEN WÜRDE. Doch der Wallach hat uns wieder einmal bewiesen, welch ein starker Kämpfer er ist. Nicht nur seine Patin Sabine ist überglücklich: „Mir ganz persönlich hat dieser Tag und die Zeit danach gezeigt, wie sehr es sich lohnt für Tiere da zu sein. Keiner hat das mehr verdient als Ivan!“ Zwischenzeitlich verläuft die Heilung der OP-Wunden gut und wir können nur hoffen, dass Ivan durch die Entfernung seiner kranken Augen nun noch mehr Lebensqualität bekommt. Auf Hof Huppenhardt werden wir alles dafür tun!


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DIE TIERSCHUTZ-AG AUF HOF HUPPENHARDT

Seit Sommer 2016 gehört die Tierschutz-AG der Gesamtschule Much, unter Leitung von Katinka Schnitker, zu den regelmäßigen Besuchern von Hof Huppenhardt. Bei ihren Besuchen erfahren die Kinder viel über die Tiere des Hofs, lernen den richtigen Umgang mit ihnen und beschäftigen sich ausgiebig mit dem Patentier der Tierschutz-AG, Esel Felix. 7


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Bei ihrem letzten Ausflug haben uns die Kinder erzählt, was sie an den Tieren und der Tierschutz-AG besonders toll finden:

„ICH MACHE DIE TIERSCHUTZ-AG SCHON ZUM ZWEITEN MAL, WEIL SIE SPASS GEMACHT HAT UND MAN BEI TIEREN SEIN KANN. WALTER IST MEIN LIEBLINGSTIER, WEIL ER EIN SCHWEIN IST.“ – JESPER

„ICH MAG TIERE UND HELFE IHNEN GERNE. ICH MÖCHTE SPÄTER ALS BERUF ETWAS MIT TIEREN MACHEN. ICH MAG ALLE TIERE AUF DEM HOF SEHR GERNE, ABER DIE GROSSEN ESEL NEMO UND HABAKUK BESONDERS, WEIL ICH SIE SÜSS FINDE. ALS ICH KLEIN WAR WOLLTE ICH AUCH IMMER EINEN ESEL HABEN.“ – KIM

„ICH BIN IN DER TIERSCHUTZ-AG, WEIL ICH WAS MIT TIEREN MACHEN MÖCHTE UND IHNEN HELFEN MÖCHTE. AUSSERDEM MÖCHTE ICH LERNEN WIE MAN SIE PFLEGT. MEINE LIEBLINGSTIERE SIND DIE PFERDE UND ZIEGEN, ABER EIGENTLICH SIND ALLE SÜSS.“ – LUCI

„MEIN LIEBLINGSTIER AUF DEM HOF IST ESEL PIERROT, WEIL ER NICHT SO IST WIE DIE ANDEREN ESEL. ER IST ZURÜCKHALTENDER UND MAN BRAUCHT GEDULD, WENN MAN IHN STREICHELN WILL. ABER ICH HABE IHN SCHON OFT GESTREICHELT!“ – VERONICA

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„ICH NEHME AN DER TIERSCHUTZ-AG TEIL, DAMIT ICH TIEREN HELFEN KANN UND WEIL ICH WAS

Die Schüler der AG sind auch selbst im Tierschutz aktiv. Hier zwei Geschichten, die uns die Kinder geschrieben haben:

MIT TIEREN ZU TUN HABEN WOLLTE. ICH MAG SPLENDIDO SEHR, WEIL MAN SO GUT MIT IHM KUSCHELN KANN, ER IST SO ZUTRAULICH. UND AUCH MOMO UND HANSI, DIE SIND SO SÜSS.“ – PAULINE

„EIGENTLICH SIND ALLE TIERE MEINE

Ich habe jeden Winter ein kleines Häuschen in den Garten gestellt, habe Laub reingelegt und dann etwas Trockenfutter reingelegt. Es hat ein paar Tage geschneit und ich habe in das Häuschen geguckt und da waren zwei kleine Igel drinnen. Einer war verletzt und ich bin zum Tierarzt gefahren und der Igel wurde wieder gesund.

LIEBLINGSTIERE. ABER MULI SOPHIE IST BESONDERS SÜSS, WEIL SIE NICHT SO GROSS IST UND SO NIEDLICH AUSSIEHT. UND UNSER PATENESEL FELIX IST AUCH TOLL!“ – VIVIAN

An einem sehr heißen Sommertag lag eine halb verdurstete Katze im Stall. Ich habe sie mit rein genommen und ihr was zu trinken gegeben. Sie gehörte niemandem, deswegen haben wir sie behalten. Ich durfte mir dann einen Namen aussuchen und sie heißt jetzt Bärchen. Jetzt geht es ihr sehr gut! Ich habe sie sehr lieb und bin froh, dass ich sie gefunden habe.

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PATE GESUCHT! Übernehmen Sie eine Patenschaft für eines unserer Tiere auf Hof Huppenhardt Katze Moppelchen Unser Moppelchen ist weiblich, kastriert und - wie der Name schon sagt - recht gut genährt. Sie stammt von einer älteren Frau, die zahlreiche Katzen auf ihrem Grundstück fütterte und diese zurückließ als sie umzog. Moppelchen ist sehr scheu, nur an den Futterstellen bekommt man sie zu Gesicht. Für Moppelchen suchen wir Paten, die einen kleinen Beitrag leisten, den großen Appetit ihres Patentieres zu stillen...

Katze Uschi Uschi stammt aus einem Steinbruch, wo sie mit einigen anderen Katzen von einem älteren Mann gefüttert wurde. Als der Mann das Grundstück räumen musste, fanden einige der verwilderten Katzen auf Hof Huppenhardt ein neues Zuhause. Uschi ist auffällig klein und zierlich, so dass man sie für einen Katzenwelpen halten könnte, wenn man sie nicht kennt. Sie ist sehr scheu und lässt sich nicht anfassen, freut sich aber über nette Paten!

Katze Joy Joy kam zusammen mit einer anderen Katze im Jahr 2004 aus dem hohen Norden nach Hof Huppenhardt. Sie war dort im Tierheim des Vereins „Arche 2000“ untergebracht und nach Auflösung des Vereins musste für Joy ein neues Zuhause gefunden werden. Seit 13 Jahren lebt sie nun auf Hof Huppenhardt und wartet auf nette Paten, die einen kleinen Beitrag zu ihrer Versorgung leisten.

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Schreiben Sie uns unter info@etn-ev.de

Paula Paula ist eines unserer eher unauffälligen Pferde auf dem Hof und das, obwohl sie einen tollen und sehr liebenswerten Charakter hat. Mit Bravur meistert sie die Rolle des „Blindenführpferdes“ für unseren Ivan. Beide wurden von einem Schlachttransport nach Osteuropa gerettet und kamen zusammen auf Hof Huppenhardt. Als Ivan durch eine periodische Augenentzündung allmählich erblindete (wir berichten auf Seite 4-6), war Paula immer an seiner Seite und passte auf ihn auf, so wie auch heute noch. Unterstützen Sie Paula bei ihrer Aufgabe und werden Sie ihr Pate!

Pierrot Unser kleiner katalanischer Zwergesel Pierrot, liebevoll auch „Mini-Habakuk“ genannt, ist einer unserer Neuzugänge auf Hof Huppenhardt. Wir übernahmen ihn aus einer Privathaltung, die aus Altersgründen und wegen Überforderung verkleinert werden musste. Mit dem vorhandenen Eselhengst verstand er sich nicht und trug Rangkämpfe aus, so dass Pierrot zu einem echten Notfall wurde. Auf Hof Huppenhardt wurde er von unseren beiden Großeseln Nemo und Habakuk herzlich aufgenommen. Wollen Sie ihn in seinem neuen Leben unterstützen?

Mona Mona wurde gemeinsam mit ihrer Tochter vom Schlachter freigekauft und anschließend auf unseren Hof gebracht. Beide Schafe waren so wild, dass sie uns zunächst fast aus dem Stallfenster sprangen. Mona fällt es auch heute noch schwer Vertrauen zu Menschen zu gewinnen, sie hält immer einen gewissen Sicherheitsabstand. Mit viel Geduld schafft man es vielleicht Mona davon zu überzeugen, dass Menschen keine Bedrohung sind. Wollen Sie es als ihr Pate mal versuchen?

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ZWISCHEN HUFEN, KLAUEN UND STAHLKAPPENSCHUHEN

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Mein FÖJ auf Hof Huppenhardt Seit einem Jahr höre ich fast jeden Morgen, sobald ich aus dem Auto steige, die Kamerun­schafe Tara und Leo, von uns auch liebevoll „Mini Mountains“ genannt, nach Futter brüllen. Auch die ehemalige Trabrennstute Dragenia streckt ihren Kopf raus an die frische Luft, um zu schauen, wann ihr Futter auf dem Weg ist. Und dauert es ihr mal zu lang, tritt sie aufmerksamkeitserregend gegen die Boxentür. Und jedes Mal wieder wird mir klar: Es sind die guten Tiere, die ihr Futter fordern – denn sie wissen, was sie wert sind. Noch während meiner Schulzeit im Jahr 2016 FÖJlerin Gina mit Dragenia suchte ich eine Alternative, um meine Fachhochschulreife mit einem einjährigen Praktikum oder ähnlichem zu vollenden. Zu diesem Zeitpunkt neuen Kollegen kennen. Dort traf ich auch auf wusste ich nicht einmal, dass ein sogenannmeine FÖJ-Kollegin Susanne, die sich bereits in tes „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ existiert und den blinden Andalusier Wallach Splendido verliebt wurde erst durch Bekannte darauf aufmerksam. hatte. Wir verstanden uns auf Anhieb und sind Ich stieß auf die Internetseite des Landschaftsseither ein tolles Team. verbands Rheinland. Schnell war klar, dass ich mich beim ETN bewerben würde und bekam kurz Auf dem Hof dreht sich alles überwiegend um die darauf eine Einladung zu einem VorstellungsgeTierpflege. Außerdem erweitern wir unser Wissen spräch und anschließend auch zu einem Probeüber die artgerechte Tierhaltung, den Umgang mit arbeitstag. Ich war zunächst total aufgeregt, weil schwierigen Tieren und über die Veterinärmedimir diese Stelle einfach am meiszin, sowie die Medikamentenvergabe. ten zugesagt hatte. Da ich schon immer mit Tieren zusammenGanz besonders viel Spaß macht mir die gearbeitet habe und auch Arbeit mit der ehemaligen Trabrennstute EIN TIER schon vorher im Tierschutz Dragenia. GEHÖRT DEM, tätig war, wollte ich die Zeit nach der Schule nutzen, um Ob man von Liebe auf den ersten Blick DER ES AM wieder etwas Gutes für Tier sprechen kann? Ich denke schon, denn MEISTEN und Natur zu tun. als ich sie auf meinem ersten Rundgang auf dem Hof sah, war sie es, die sofort LIEBT. Einige wissen ja, wie es in mein Interesse weckte. solchen Momenten in einem aussieht: Werde ich mich gut anstelDragenia hat leider keine schöne Vergangenheit len? Wie sind wohl die Mitarbeiter? Ob das erleben dürfen. Sie erlitt während eines Transwirklich was für mich ist? Eine Frage nach der portes einen Unfall und konnte seitdem nicht anderen stellte sich mir und ich nutzte die Gelemehr bei Trabrennen eingesetzt werden und ist genheit und arbeitete einen Tag auf Probe. An nicht mehr reitbar. Von da an war sie nur noch diesem Tag lernte ich den Arbeitsalltag und meine schwer händelbar und ließ sich kaum anfassen,

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geschweige denn halftern und war allgemein in einem sehr schlechten Zustand. Seitdem sie auf Hof Huppenhardt lebt und sich immer mal wieder jemand um sie kümmert und ihr Vertrauen gewinnt, besserte sich ihr Verhalten gegenüber dem Menschen. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass wir beide denselben zickigen Charakterzug besitzen, welcher vermutlich die Schuld daran trägt, dass

Kurz und knapp: Auch diese beiden Tiere haben es nicht immer leicht gehabt. Tara wurde damals von Jugendlichen mit Baseballschlägern sehr schwer misshandelt und anstatt sie zu behandeln, gab der Besitzer sie an einen Schäfer weiter. Dieser klammerte die Wunden selbst zusammen, ließ Tara ihr Lamm gebären und gab sie anschließend beim ETN ab. Die meisten Tiere hier haben ein hartes Schicksal hinter sich, doch das von Tara und Leo berührte mich am allermeisten. Leo wurde als Jungtier schwer verletzt auf den Bahngleisen gefunden. Ob entlaufen oder ausgesetzt … Niemand vermisste ihn. Es dauerte nicht lange, bis beide mein Herz eroberten. Wer hätte das gedacht? Obwohl ich eher eine ungeduldige Person bin, sind es diese Tiere, die mich Geduld lehren. Und auch hier zeigten sich recht schnell erste Erfolge: Aus der Hand fressen, streicheln und knuddeln bereichern nun meinen Alltag. Dass die beiden Kamerunschafe sich entspannt hinlegen und sich sonnen, während ich daneben sitze, zeigt mir ihr gewonnenes Vertrauen und belohnt meine hart erkämpfte Geduld. Dass Dragenia sich je nach Laune überall am Körper anfassen lässt und sich von Mal zu Mal sicherer fühlt und gerne mit mir arbeitet und lernt, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich nur darüber nachdenke.

wir uns so gut verstehen. Die Arbeit mit ihr macht mir besonders viel Spaß, denn obwohl sie mich schon des Öfteren in die Verzweiflung getrieben hat, haben wir nicht aufgegeben und gemeinsam durften wir schon den einen oder anderen Erfolg unserer Arbeit feiern. Uns ist wohl bewusst, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, doch jeder kleine Fortschritt ist ein riesiger Erfolg! So auch mit den Kamerunschafen Tara und Leo. Während der Hofführung und des Probearbeitstages sind mir die beiden gar nicht sonderlich aufgefallen, da sie eher scheu sind und zusammen mit den Hühnern und Enten in einem Gehege lebten. In diesem Gehege ist ein kleiner Grashügel, von dem sie oft von oben herab auf den Hof schauen, woraufhin sie den liebevollen Namen „Mini Mountains“ von uns bekamen.

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Mit diesen Tieren arbeiten zu können – und das, obwohl ich zuvor fremd war und sie keinerlei Vertrauen zu mir hatten, ruft in mir immer wieder ein neues Glücksgefühl hervor. Die Freundschaft zu Tieren ist eine ganz besondere und wenn ich könnte, würde ich alle drei gleich mitnehmen. Langsam neigt sich mein FÖJ dem Ende zu und es wartet noch eine Menge an weiteren Erfahrungen auf mich. Doch gewiss werde ich regelmäßig vorbeischauen und mich um meine drei Lieblinge kümmern.

Gina, FÖJlerin


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KUTSCHFAHRTEN – EIN URLAUBSVERGNÜGEN FÜR MENSCH UND TIER?

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Eine Fahrt mit der Kutsche ist nicht nur bei Hochzeiten beliebt, sondern auch eine willkommene Unternehmung im Urlaub, ob nun beim Badeurlaub an der Nordsee, beim Städtetrip nach Wien oder beim Abenteuerurlaub in der Lüneburger Heide. Kutschfahrten versprühen für viele Menschen noch immer ein Gefühl von Romantik und Naturverbundenheit. Dabei sollte die Teilnahme an kommerziellen Kutschfahrten gut überlegt sein, damit der Spaß nicht auf Kosten der Pferde geht. Der Sommer ist da und für viele von uns heißt das: es geht in den Urlaub. Ob nun in der Heimat oder in der Ferne, Tierleid begegnet man leider auch im Urlaub immer wieder. Doch damit ist nicht nur das Leid von Straßenhunden oder Streunerkatzen gemeint, sondern insbesondere das der Tiere, die für unsere Unterhaltung sorgen sollen. Dazu gehören auch Kutschpferde, die an ganz unterschiedlichen Orten und auf verschiedene Weise zum Einsatz kommen.

Fahrern behandelt und versorgt werden, so gehören Pferde einfach nicht in eine heutige Großstadt. Da die Politik bisher kein Verbot ausgesprochen hat, liegt es an den Urlaubern diese zu boykottieren, damit hoffentlich langfristig die Kutschen aus dem Bild der Großstädte verschwinden.

Fahrten mit dem Pferdewagen durch das Watt haben an der Nordsee Tradition. Sie bringen Touristen von Frühjahr bis Herbst zu Inseln und Halligen. Insbesondere auf Inseln wie Juist, die autofrei ist, wird praktisch alles mit der Kutsche erledigt. Die Kutschfahrten sind dort eine naturnahe Fortbewegung, die der Umgebung wenig schadet. Die Pferde laufen auf den Fahrten viel auf weichen Untergründen und sind so gut wie keinem Umgebungsstress ausgesetzt. Den kompletten Gegensatz zu Fahrten an der Nordsee kann man bei einem Städtetrip erleben: Pferde Kutschfahrten im Watt sind für Mensch und Tier normalerweise sehr stressfrei. in Mitten von Autos, Abgasen und Aber auch hier kann es in seltenen Fällen zu brenzligen Situationen kommen... Lärm. Kutschfahrten in Großstädten wie Berlin oder Wien sind für die Pferde pure Qual. Pferde sind Fluchttiere, weshalb die lauten Geräusche und vielen Eindrücke sie besonders belasten. Zudem ist das stundenlange Laufen über den harten Asphalt ungesund für Knochen und Gelenke. Immer wieder wird von Tierschutzverstößen bei Kutschpferden berichtet. Aber auch wenn die Pferde meist gut von den

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© Gerd Pfaff / Pixelio.de

Mit zwei PS durch das Watt


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Abenteuerspass oder gefährlicher Leichtsinn?

Immer wieder ereignen sich Unfälle mit Kutschen, bei denen nicht nur Pferde, sondern auch oft Menschen schwer verletzt werden oder sterben. Erst im April ereignete sich beispielsAbenteuerstimmung liegt in der Luft: mit weise ein erneuter Unfall am Schloss dem Planwagen im Urlaub durch die Neuschwanstein, bei dem drei PersoLande ziehen. Das ist einfacher nen verletzt wurden. 2012 starben als gedacht: Man leiht sich für dort zwei Pferde und acht Menschen einen gewissen Zeitraum einen ROMANTISCHE wurden schwer verletzt. Planwagen samt Pferd aus und STADTRUNDFAHRT fährt alleine eine vorgegebene Strecke ab. Voraussetzungen – sind zumeist die VolljährigSchauen Sie sich die Pferde NICHT FÜR DAS keit und ein Autoführerschein, genau an aber keine Pferdeerfahrung, PFERD! sodass sich auch Laien einfach als Achten Sie bei allen Arten von kommerKutscher betätigen können. ziellen Kutschfahrten bitte darauf, wie mit dem Pferd umgegangen wird. Bekommt es regelAuch wenn es im ersten Moment nach einer mäßig Zugang zu Wasser und Heu, hat es einen charmanten Urlaubsidee für die Familie klingt, Wetterschutz und erhält es genügend Pausen? so sollte man bedenken, dass diese UnternehWenn Sie außerdem sehen können wie das Pferd mung für Mensch und Pferd auch bei Pferden, in seiner arbeitsfreien Zeit gehalten wird, umso die einfach im Umgang sind, nicht ungefährlich besser. Entscheiden Sie bei Zweifeln lieber gegen ist. Dem Pferd können durch nicht sachgemäeine Kutschfahrt und informieren Sie bei Verstößes Handling durch den Hobby-Kutscher Schmerßen die zuständige Behörde, damit nicht nur Sie zen beispielsweise beim Einspannen zugefügt Ihren Sommerurlaub genießen können, sondern werden. Und auch ein noch so liebes und ruhiges auch das Pferd gut über den Sommer kommt. Pferd kann in einer außergewöhnlichen Situation panisch reagieren und so sich und die Menschen in Gefahr bringen.

© Peter Freitag / Pixelio.de

Urlaub im Planwagen ist „in“. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten.

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© Panthermedia / Correcaminos

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BLUTFARMEN Die Qual der Stuten für billiges Fleisch auf deutschen Tellern Massentierhaltung in Deutschland und die Qual von Pferden in Südamerika, kaum jemand würde davon ausgehen, dass hier ein Zusammenhang besteht. Doch tatsächlich leiden jährlich zehntausende Stuten in Uruguay, damit hier in Deutschland noch schneller und billiger Schweinefleisch produziert werden kann – möglich aufgrund des Hormons PMSG. Es ist ein Millionengeschäft, das Pharmakonzerne mit dem Hormon PMSG machen, denn das Konzentrat ist wertvoller als Gold. Das „Pregnant Mare Serum Gonadotropin“, kurz PMSG, wird aus dem Blut tragender Stuten gewonnen. Aufbereitet wird es Zuchtsauen gespritzt und sorgt für den Zyklusstart der Sau innerhalb von 24 Stunden. So können Betriebe die Brunst aller ihrer Tiere stimulieren und synchronisieren. Die Sauen können so

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schneller als natürlich wieder tragend werden und dadurch, dass alle Sauen gleichzeitig ihre Ferkel werfen, erreichen diese während der Aufzucht gleichzeitig das gleiche Gewicht und können in großen Gruppen an den Schlachter verkauft werden. Der Umsatz und Gewinn wird dadurch enorm gesteigert.


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Die Kosten für diese weitere Gewinnmaximierung in der Massentierhaltung tragen die Stuten in Uruguay. Auf den sogenannten Blutfarmen werden Tausende von ihnen gehalten, um sie zu befruchten und ihnen dann das Blut mit dem so wertvollen Hormon abzuzapfen. Die wilden Pferde werden dafür in enge Treibgänge getrieben und um sie ruhig zu stellen, werden sie mit Schlägen auf Kopf und Körper malträtiert. Dann werden ihnen dicke Kanülen in den Hals gerammt und etwa 10 Liter Blut abgenommen. Bei den kleinen Pferden entspricht dieses etwa einem Viertel der gesamten Blutmenge, sodass nicht wenige Stuten bei der Prozedur zusammenbrechen.

Stress nicht ohnehin verlieren, abgetrieben, indem die Fruchtblase angeritzt wird. Die Stuten, die diese ganzen Strapazen überlebt haben, werden kurz darauf wieder neu gedeckt. Sollten sie nicht mehr trächtig werden, werden sie an Schlachthöfe verkauft. Diese Schlachthöfe sind EU-zertifiziert, sodass auch das Fleisch der Stuten auf europäischen Tellern landet. Weder in Uruguay noch in der EU gibt es Gesetze, die die Produktion von PMSG regeln. Da die Produktionsbedingungen aber eindeutig gegen europäische Tierschutzgesetze verstoßen, ist die Herstellung in der EU nicht möglich. Der Import ist jedoch trotz der brutalen Herstellung erlaubt, da es sich um ein tierisches Nebenprodukt handelt, für das es bisher keine Richtlinien gibt. Ein Importverbot durch die EU wäre aufgrund der Herstellung die einzig richtige Konsequenz, zumal die Qual der Tausenden Stuten völlig unnötig ist, da das Hormon ebenso synthetisch hergestellt werden kann. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird es jedoch nicht getan- wie so vieles in der Massentierhaltung.

EINE QUAL FÜR DIE PFERDE

Da das Hormon nur am Anfang der Trächtigkeit im Blut der Stute vorhanden ist, wird den Pferden etwa elf Wochen lang jede Woche Blut abgenommen. Danach sind die trächtigen Stuten für die Hormongewinnung unbrauchbar. Da für die Fohlen kein Bedarf vorhanden ist, werden die Föten, sofern die Stuten diese durch den großen

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© Brigitte / Fotolia.de

Das Hormon PMSG, gewonnen aus tragenden Stuten, sorgt dafür, dass Schweine schneller trächtig werden.


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Dr. Konrad Blaas (links) und Rupert Lindner vom Umweltministerium mit ETN-Mitarbeiterin Jasmin Günther

AUFMERKSAMKEIT FÜR DAS LEIDEN DER „SCHLACHTFOHLEN“ Unterschriftenübergabe an Rupert Lindner Ende März machten sich unsere Mitarbeiterinnen Julia Vasbender und Jasmin Günther auf den Weg nach Wien, um die unglaublichen 63.362 Unterschriften unserer Petition „Keine Subventionen für die „Produktion“ von Fohlen für den Schlachthof!“ an Rupert Lindner vom österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) zu übergeben.

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Im Herbst 2016 starteten wir die Petition mit dem Ziel, das Leiden hunderter Norikerfohlen endlich zu stoppen. Die Fohlen werden im Frühjahr auf idyllischen Bergwiesen geboren, erfreuen im Sommer die Urlauber und werden im Herbst auf Auktionen versteigert. Wenige gehen dabei an Züchter und Freizeitreiter. Die meisten werden vor allem an italienische Schlachtbetriebe verkauft. Nach dem quälend langen Transport nach Italien werden die Fohlen oft nicht direkt geschlachtet, sondern unter tierschutzwidrigen Bedingungen noch monatelang gemästet - das Ganze indirekt gefördert durch österreichische Bundesmittel und EU-Subventionen. Auf diesen Missstand machten wir Rupert Lindner bei der Übergabe der Unterschriften aufmerksam. Er erklärte daraufhin, dass die Förderung der Zucht von Norikern durch das Österreichische Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) im Rahmen der Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen auf keinen Fall abgeschafft werden könne, da die Rasse sonst wahrscheinlich nicht erhalten werden kann. Ein Widerspruch zu seiner weiteren Aussage, dass die Prämien ohnehin nicht ausschlaggebend für die Zucht seien, da sie nicht sehr hoch sind.

Des Weiteren führte Lindner aus, dass seitens des BMLFUW natürlich die Bestrebung besteht die Fohlen auf österreichischen Betrieben aufzuziehen und zu nutzen, aber vorschreiben, wohin die Fohlen verkauft werden, könne und wolle man nicht. Da aber ein nicht tiergerechter Transport und Mast natürlich auch nicht im Sinne des Förderprogramms seien, wolle man diese Problematik bei der nächsten Förderperiode berücksichtigen. Unser Vorschlag, man könne eine Förderung von einem Verzicht auf den Export lebender Pferde nach Italien abhängig machen, wird in die Diskussion mit einfließen. Natürlich wird dies nicht dazu führen, dass keine überschüssigen Norikerfohlen mehr geschlachtet werden. Aber zumindest könnten die zusätzlichen Qualen bei Transport und Mästung für die Tiere ein Ende haben - dies wäre zumindest ein erster Erfolg. Wir hoffen nun, dass seitens des BMLFUW Wort gehalten wird. Wir werden die Entwicklungen selbstverständlich weiter verfolgen und uns weiterhin für die „Schlachtfohlen“ einsetzen bis das unnötige Leid der Tiere endlich aufhört.

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STREUNER IM URLAUB Wie kann ich helfen? Sommer, Sonne … Streuner. In fast allen südlichen und östlichen Urlaubsländern gehören sie zum Straßenbild. Man begegnet ihnen in den Hotelanlagen, am Strand, in Dörfern und Städten. Katzen mit ihren Jungen auf Nahrungssuche. Streunende Hunde, die sich ein Schattenplätzchen suchen oder auf Abfälle warten, die ihnen die Touristen zuwerfen. Manche der Streuner sehen wohlgenährt und gesund aus, andere abgemagert, alt und krank.

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Während wir in den Süden fliegen, um uns zu erholen und die Seele baumeln zu lassen, ist das Leben der tausenden Streuner an unseren Urlaubs­orten kein Zuckerschlecken. Sie wurden ausgesetzt, weggeworfen und sich selbst überlassen und müssen sich nun auf der Straße durchschlagen. Viele herrenlose Hunde und Katzen leben schon seit mehreren Generationen auf der Straße, sie vermehren sich unkontrolliert und ihre Nachkommen sind scheu und lernen den Menschen oft nur als Feind kennen. Zahlreiche Tierschutzvereine kämpfen an unseren Urlaubs­ orten gegen das Hunde- und Katzenelend, doch ihre Mittel reichen meist nicht aus, um alle Tiere zu versorgen. Hilfe von Urlaubern ist deshalb sehr willkommen.

Hilfe für Streuner, aber bitte richtig! Nicht jeder Hund, der Ihnen im Süden begegnet, ist herrenlos. Und nicht jede umherstreunende Katze braucht dringend Hilfe von einem Menschen. Schauen Sie daher bitte genau hin und beobachten Sie das Tier eine Weile. Das gilt insbesondere bei Welpen. Oft ist das Muttertier auf Nahrungssuche und kehrt zu ihren Jungen zurück.

PROTESTIEREN SIE

Bitte: Nehmen Sie niemals Welpen von ihrer säugenden Mutter weg. Sie brauchen die Muttermilch für die Entwicklung eines intakten Immunsystems.

LAUT! LEISES WEGSCHAUEN HILFT NICHT.

Viele Streuner haben positive Erfahrungen mit Touristen gemacht und gelernt, dass sie von diesen gefüttert werden. Folglich versucht der eine oder andere durch Betteln das Herz der Besucher zu erweichen. Scheint das Tier nicht von Menschen bedroht zu werden, sieht es gut genährt aus und macht insgesamt einen gesunden Eindruck, sollten Sie das Tier in seinem natürlichen Lebensraum lassen. Bitte wenden Sie sich aber an einen örtlichen Tierschutzverein und erkundigen Sie sich, ob das Tier kastriert ist. In vielen Urlaubsorten werden einzelne Rudel oder Katzengruppen von privaten Tierschützern betreut, die ihre Tiere sehr genau kennen und sagen können, welches Tier kas­­ triert ist. Sollte das Tier nicht kastriert sein, freut sich jeder Tierschutzverein darüber, wenn Sie die Kosten für diesen Eingriff übernehmen. Denn letztlich kann nur eine Kastration des Tieres weiteren Nachwuchs und weiteres Elend verhindern!

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Wenn man im Urlaub Streunern begegnet, möchte man helfen, doch oft weiß man nicht wie. Unsere Infobroschüre gibt praxisnahe Tipps, wie Sie am besten mit Streunern am Urlaubsort umgehen. Außerdem informieren wir Sie über die Situation der Streuner vor Ort und über mögliche Anlaufstellen in Ihrer Urlaubsregion.

Offensichtlich hilflose, kranke oder verletzte Tiere benötigen sofort Ihre Hilfe. Aber seien Sie vorsichtig, denn ein Tier, das Schmerzen hat, kann unberechenbar reagieren. Nähern Sie sich ganz vorsichtig an, damit das Tier sich nicht bedroht fühlt. Bei verletzten Tieren sollten Sie besser einen Tierarzt rufen.

Tierschutzprobleme am Urlaubsort? Werden Sie aktiv!

einer tierschutzgerechten Lösung des Problems interessiert sind und, dass eine Tötung der Tiere nicht in Ihrem Sinne ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Hotelbesitzer den vermeintlich einfachsten Weg wählt: Die Beseitigung der Tiere. Wenn sich etwas zum Guten ändert: Loben Sie die Gemeinde und die Hotelleitung und motivieren Sie sie damit, ihre Arbeit fortzuführen.

Entdecken Sie an Ihrem Urlaubsort Zustände, die Sie unhaltbar finden, scheuen Sie bitte nicht davor zurück, diese im örtlichen Rathaus anzuprangern. Machen Sie deutlich, dass Ihnen die Situation missfällt. Nichts ist den Gemeinden unangenehmer, als der Unmut der Touristen. Informieren Sie immer kurz in schriftlicher Form. Versehen Sie Ihr Schreiben immer mit Namen, Datum und Passnummer. Viele Hotels und Tourismusbüros können Ihnen auch bei der Übersetzung in die jeweilige Landessprache helfen.

Sie haben auf Ihren Ausflügen in Spanien, Griechenland oder der Türkei keine streunenden Hunde und Katzen gesehen? Dann sollten Sie einmal im Hotel oder Rathaus nachfragen, was mit Streunern geschieht. In vielen Urlaubsländern werden die Strände und Straßen nämlich vor Beginn der Feriensaison systematisch von streunenden Tieren „gesäubert“. Das bedeutet, dass die Tiere eingefangen und in Auffangstationen gebracht werden. In manchen Ländern werden sie sofort getötet, in anderen erst nach Ablauf einer kurzen Frist, wenn sich kein Besitzer oder neuer Halter gefunden hat.

Sollten Sie in Ihrer Hotelanlage unversorgte Hunde und Katzen vorfinden, informieren Sie bitte die Hotelleitung und den nächsten Tierschutzverein. Wichtig ist, dass Sie gegenüber der Hotelleitung selbstbewusst auftreten. Betonen Sie, dass Sie an

Sollten Sie von solchen „Säuberungen“ erfahren, bitten wir Sie, deutlich zu machen, dass Sie dieses Verhalten nicht gutheißen und zukünftig nicht mehr in ein Land reisen werden, in dem auf diese Weise mit Tieren umgegangen wird.

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RESPEKTIERE | TIERSCHUTZ

SCHLUSS MIT DER FERKELQUAL Verbot der betäubungslosen Kastration und Alternativmethoden Ab dem 01.01.2019 wird endlich ein großer Missstand im Tierschutz in der Landwirtschaft behoben und die betäubungslose Ferkelkastration verboten. Jahrzehntelang war dies gängige Praxis in Schweinezuchtbetrieben, da das Tierschutzgesetz zwar Eingriffe am Tier ohne Betäubung generell verbietet, bei der Kastration von Ferkeln unter acht Tagen aber eine Ausnahme macht. Diese Ausnahmeregelung wird zum Jahresbeginn 2019 nun gestrichen, fortan dürfen alle Ferkel nur noch unter Betäubung kastriert werden.

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Hauptsächlich entsteht dieser Ebergeruch durch die Substanzen Androstenon, ein Sexuallockstoff, und Skatol, ein Abbauprodukt bei der Verdauung. Androstenon wird in den Hoden gebildet, tritt also nur bei unkastrierten Ebern auf, wohingegen Skatol im Darm entsteht und von allen Schweinen gebildet wird. Bei Ebern lagert es sich allerdings vermehrt im Gewebe ein. Um die Bildung von Ebergeruch durch diese beiden Stoffe zu verhindern, werden Ferkel kas­­ triert. Eine Betäubung erfolgte dabei bisher in den meisten Betrieben nicht, da das Tierschutzgesetz dies nicht vorschrieb und eine betäubungslose Kastration kostengünstig vom Landwirt erledigt werden konnte. Die Qualen, die dieser Eingriff für das Tier bedeutet, wurden in Kauf genommen.

Alternativen zur betäubungslosen Kastration Die betäubungslose Kastration wurde bisher angewendet, weil sie billig und einfach war, aber sie ist beileibe nicht der einzige Weg Ebergeruch zu verhindern. Die Kastration mit Narkose, die Impfung gegen Ebergeruch und die Ebermast sind mögliche Alternativen, allerdings sind nicht alle Methoden wirklich tiergerecht. Eine Lokalanästhesie, wie von Landwirtschaftsminister Schmidt als „4. Lösung“ befürwortet, ist keine

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tierschutzgerechte Alternative. Denn die gängigen Betäubungsmittel führen hierbei nicht zu einer Schmerzausschaltung und schon die Injektion ist für die Ferkel außerordentlich schmerzhaft. Eine chirurgische Kastration unter Vollnarkose kann mit Injektions- oder Inhalationsnarkose erfolgen. Letztere wirkt über das Betäubungsgas Isofluran, das die Ferkel über eine Maske einatmen. Die Narkose kann dadurch sehr gut gesteuert werden, so dass die Ferkel schnell wieder aufwachen. Zwar nutzen Betriebe des Neuland-Siegels diese Methode schon länger, Studien haben aber gezeigt, dass der Narkoseerfolg hier stark von der Größe des Ferkels abhängt. Durchschnittlich wurden deshalb nur 80 Prozent der Tiere richtig betäubt. Ein Fünftel aller kastrierten Ferkel erlebt den Kastrationsschmerz also immer noch bewusst mit – ein Umstand, der aus Tierschutzsicht nicht hinzunehmen ist. Grundsätzlich ist die Inhalationsnarkose also eine gute Alternativmethode, es besteht aber noch Verbesserungsbedarf. Bei der Injektionsnarkose werden den Ferkeln die Betäubungsmittel gespritzt, wodurch sich die Aufwachzeit sehr verlängert und die Tiere einem hohen Narkoserisiko ausgesetzt werden. Unterkühlung kann eine lebensbedrohliche Folge sein. Für die routinemäßige Anwendung bei Ferkeln ist eine solche Narkose also aus Tierschutzsicht nicht geeignet. Eine vielversprechende, aber bisher wenig akzeptierte Alternative zur blutigen Kastration ist die

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Mit der Geschlechtsreife entwickeln viele Eber einen typischen Geruch, der für die meisten Verbraucher unangenehm wirkt.


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In einem sogenannten Ferkelschutzkorb wird die Sau bis zu 5 Wochen fixiert. Bewegen kann sie sich nicht.

Immunokastration, auch „Impfung gegen Ebergeruch“ genannt. Hierbei wird den Ebern ein synthetisch hergestellter Botenstoff injiziert, der die Bildung von Antikörpern im Körper auslöst, ähnlich wie bei einer Impfung. Diese Antikörper verhindern in den Hoden des Ebers die Bildung des geruchsverursachenden Androstenon und sorgen auch für einen besseren Abbau des Stoffs Skatol. Da bei dieser Methode ein chirurgischer Eingriff entfällt und somit der Stress für die Tiere wesentlich geringer ist als bei einer Kastration, ist die Immunokastration aus Sicht des Tierschutzes eine vielversprechende Alternative. Auch unkastrierte, nicht geimpfte Eber können gemästet werden. Einige Kleinbetriebe praktizieren dies schon. In der Ebermast kann sich bei Einzeltieren der typische Ebergeruch entwickeln, auch eine angepasste Fütterung und artgerechte Haltung können dies nicht immer verhindern. Um „stinkende“ Eber zu identifizieren, erfolgt im Schlachthof eine Geruchskontrolle am toten Tier, auffällige Tiere werden aussortiert. Aus diesem Vorgehen ergibt sich ein Tierschutzproblem, denn Tiere mit Ebergeruch werden letztlich völlig

umsonst getötet, da sie nach der Schlachtung nicht verwertet sondern entsorgt werden. Ein weiteres Problem der Ebermast stellt die Haltung an sich dar. Um Verletzungen und Kämpfe zu vermeiden, müssen die Eber sehr genau beobachtet werden, denn die Haltung unkastrierter Eber ist schwieriger als die Mast kastrierter Schweine. Anstatt sich aber auf eine artgerechte Haltung zur Vermeidung von Konflikten zu fokussieren, gibt es nun schon erste Forschungsergebnisse, die einer konventionellen Haltung positive Effekte für die Ebermast bescheinigen. Es darf auf keinen Fall sein, dass die tierschutzwidrige betäubungslose Kastration durch eine tierschutzwidrige Ebermast abgelöst wird! Eine artgerechte Haltung muss nicht nur für Schweine, sondern auch für andere Nutztiere selbstverständlich sein. Dazu gehört, dass Eingriffe an den Tieren gar nicht und wenn unvermeidbar, nur unter Narkose erfolgen dürfen. Wir machen uns dafür stark, dass dem Verbot der betäubungslosen Kastration auch ein Verbot anderer Manipulationen an Nutztieren folgt.

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DER ETN IM TIERSCHUTZBEIRAT Politischer Tierschutz durch Mitwirkung

Seit einigen Jahren ist der ETN im hessischen Tierschutzbeirat vertreten, einem unabhängigen Gremium, das die hessische Landesregierung in Tierschutzfragen berät. Dem Beirat gehören neben Vertretern aus den Bereichen des Tier- und Naturschutzes auch Mitglieder der Tierärztekammer, verschiedener Kirchen und Parteien sowie Vertreter der Jagdverbände und Landwirtschaft an. Die Mitglieder und Ansichten im Beirat sind also bunt gemischt, so dass viele Themen insbesondere im Bereich der Nutztierhaltung und Jagd heiß diskutiert werden. Die Themen werden von den Mitgliedern des Beirats vorgeschlagen und in den Sitzungen vorgestellt und diskutiert. Anschließend wir eine Handlungsempfehlung an das Umweltministerium verfasst. Ob das Ministerium diesen Empfehlungen und Aufforderungen folgt, steht natürlich nicht in der Macht des Beirats, es hat sich aber gezeigt, dass in der Vergangenheit viele Vorschläge des Beirats in die Agenda aufgenommen wurden. Invasive Arten und Nutztiere Der Umgang mit invasiven Tierarten und die Haltung von Nutztieren beschäftigen den Tierschutzbeirat im Moment besonders. Die Behandlung invasiver Arten wird von einer neuen EU-Verordnung geregelt, die eingeschleppte oder eingewanderte Tier- und Pflanzenarten in zwei Gruppen unterteilt: Die Spezies der ersten Gruppe sind laut Verordnung sofort zu entfernen, für die zweite Artengruppe ist ein Management vorgesehen. Besonders heiß diskutiert wird diesbezüglich der Umgang mit dem Waschbären, ein in Hessen besonders häufiger Neubürger.

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Auf politischer Ebene einen höheren Stellenwert des Tierschutzes zu erreichen, ist eines der Ziele des ETN. Politischer Einsatz bedeutet dabei nicht nur Petitionen zu schreiben und zu unterstützen oder Briefe und Forderungen an Politiker zu formulieren, sondern auch an verschiedenen Beratungsgremien teilzunehmen. Ein Beratungsorgan sind die Tierschutzbeiräte, die einige Bundesländer ins Leben gerufen haben.

Der Umgang mit dem Waschbären sorgt im Beirat regelmäßig für Diskussionen.

Während er kurzerhand von vielen Menschen als „Plage“ dargestellt wird, die man mit allen Mitteln bekämpfen muss, verfolgt das hessische Umweltministerium hier glücklicherweise tierfreundlichere Ziele und stellt den Waschbären in die Gruppe der Tierarten, die lediglich „gemanagt“ werden müssen. Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Verordnung wurden bereits erarbeitet und in Kürze sollen die Entwürfe unter Beteiligung der Tierschutzvereine diskutiert werden. Im Bereich der Nutztiere beschäftigte sich der Beirat in der letzten Sitzung konkret mit der Haltung von Schweinen, mit besonderem Augenmerk auf die tierschutzwidrige Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit durch Kastenstände. Jede Sitzung des Tierschutzbeirats bietet für uns als Tierschützer die Möglichkeit etwas zu verändern und die Politik in die richtige Richtung zu bewegen. Diese Chance werden wir auch weiterhin wahrnehmen.


RESPEKTIERE | POLITIK

TIERSCHUTZ UND DIE POLITIK Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl Zur Bundestagswahl im September haben wir alle großen EINE Parteien gebeten, ihre PosiZUSAMMENSTELLUNG tionen zu Tier- und NaturALLER VORHANDENEN schutzthemen darzustellen. ANTWORTEN FINDEN Befragt wurden die Parteien zu Verbandsklagerecht, SIE AUF UNSERER Haltung und Tierschutz bei HOMEPAGE! Nutztieren, Kennzeichnung von Lebensmitteln, Wildtieren und Jagdgesetz, Tierversuchen, Kastrationspflicht für Katzen und zum Verbot von Pelz. Bis Redaktionsschluss lagen uns leider nur die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, der Piratenpartei und den Linken vor. Einige Parteien wollen ihre Antworten nachreichen.

Verbot der Delfinhaltung in Frankreich

Deutschland sollte sich am Nachbarland ein Beispiel nehmen, denn auch hier ist ein Verbot der Delfinhaltung längst überfällig.

Kriterien für staatliches Tierwohl-Label Ende April veröffentlichte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt die Kriterien für Schweinehaltungen in der Einstiegs- sowie Premiumstufe des staatlichen Tierwohl-Labels. In der Einstiegsstufe sind beispielsweise die Fixierung von Sauen im Kastenstand, eine Haltung ohne Einstreu und das Kupieren der Ringelschwänze weiterhin erlaubt. Viele Kriterien entsprechen den gesetzlichen Mindestanforderungen und sind damit keine wirkliche Neuerung. Die teilnehmenden Tierschutzverbände kündigten nach Veröffentlichung der Kriterien ihren Rücktritt aus der Beratergruppe an.

Neues Gesetz in Frankreich kommt dem Aus für Delfinarien gleich

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© Christine Schmidt / Pixelio.de

Frankreich hat Anfang Mai die Nachzucht von Delfinen und Orcas in Gefangenschaft verboten. Gehalten werden dürfen nur noch die Tiere, die zu Beginn des Verbots bereits in den Delfinarien lebten. Zudem müssen die Becken der Tiere

um 150 Prozent vergrößert werden. Dieses neue Gesetz ist ein Meilenstein im französischen Tierschutz, denn es kommt einem Aus für Delfinarien und der Zurschaustellung von Delfinen und Orcas gleich.

Die Label-Kriterien für Schweinehaltungen bleiben hinter den Erwartungen zurück.

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RESPEKTIERE | IN EIGENER SACHE

KASTRATIONSAKTIONEN DES ETN - NEUE RICHTLINIEN Auch in der Zukunft ist die Kastration von Straßentieren ein wichtiges Anliegen des ETN, deshalb möchten wir uns weiterhin gemeinsam mit Ihnen, liebe Partner und Tierschutzvereine, für ein besseres Leben von herrenlosen Tieren einsetzen. Nach einer organisatorisch bedingten Pause bieten wir künftig wieder Kastrationsaktionen mit unserem Tierärzteteam im europäischen Ausland an und hoffen dabei auf eine gute Zusammenarbeit mit den Tierschutzvereinen vor Ort. Besonders wichtig ist uns aber, auch die zuständigen Gemeinden und Regierungen in die Pflicht zu nehmen und sie aufzufordern, Ihrer Verantwortung gegenüber den Straßentieren nachzukommen. Deshalb legen wir bei zukünftigen Kastrationsaktionen besonderen Wert darauf, dass sich zuständige Gemeinden

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und Behörden nicht nur an der Durchführung der Kampagnen, sondern auch an deren Finanzierung beteiligen. Denn nur wenn verantwortliche Politiker auch endlich selbst helfen das Streunerproblem zu lösen, kann eine langfristige, tierschutzgerechte Verkleinerung des Streunerbestands erreicht werden. Folgende Richtlinien werden zukünftigen Kastrationsaktionen des ETN zugrunde liegen:


RESPEKTIERE | IN EIGENER SACHE

• Gemeinden / Regierungen übernehmen 30 Prozent der Gesamtkosten einer Kastrationsaktion. Die Gesamtkosten berechnen sich aus Kosten für den Einsatz unserer Tierärzte, Medikamente und Material, Unterkunft und Verpflegung der Tierärzte, An- und Abreise der Tierärzte, Transportmittel vor Ort. • Eine Übernahme der Kosten durch Tierschützer oder private Sponsoren ist nicht vorgesehen. • Die Dauer einer Kampagne wird auf 10 – 11 Tage festgelegt, zzgl. 2 Tage für An- und Abreise. • Ein oder mehrere örtliche Tierärzte müssen zur Unterstützung und zu Schulungszwecken an der Aktion teilnehmen. Geeignete Räumlichkeiten für die Kastrationen und die Genehmigung der Gemeinde sollten vorliegen, damit unser Tierärzteteam reibungslos und schnell arbeiten kann. BITTE WENDEN SIE SICH BEI FRAGEN GERNE

© Serres Drama

AN UNS!

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RESPEKTIERE | NATUR- UND ARTENSCHUTZ

KRÖTENSCHUTZ 2017 Unser Einsatz für die Amphibien Nass, schleimig, eklig – Das sind einige der Eigenschaften, die viele Menschen mit Amphibien in Verbindung bringen. Nicht jeder mag Erdkröte, Grasfrosch und Co., dennoch sollte sich jeder für ihren Schutz einsetzen. Denn ob man sie nun niedlich findet oder nicht, eines ist klar: Amphibien nehmen einen wichtigen Platz im Ökosystem ein und sind stärker bedroht als je zuvor. Die Zahl der Amphibien geht auf der ganzen Welt seit Jahren zurück, ungefähr ein Drittel aller lebenden Amphibienarten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Verursacht wird dieser Rückgang durch Trockenlegung und Verschmutzung der Laichgewässer, Zerschneidung der Wanderrouten durch viel befahrene Straßen und den Einsatz von Pestiziden gegen Unkraut und Insekten. Auch der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis, dessen Ausbreitung wahrscheinlich durch den Klimawandel begünstigt wird, setzt den Amphibien weltweit zu. Das Artensterben der Amphibien wird mittlerweile von einigen Forschern als das größte seit

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dem Aussterben der Dinosaurier bezeichnet. Doch da das Amphibiensterben schleichend vorangeht, bleibt es von der breiten Öffentlichkeit relativ unbemerkt.

Krötenzäune sind wichtiger denn je Deshalb ist es umso wichtiger, dass wandernde Kröten zumindest vor einer Gefahr – dem Straßenverkehr – geschützt werden. Dafür bauen freiwillige Helfer, Tier- und Naturschutzvereine jedes Jahr aufs Neue Schutzzäune auf, kontrollieren diese aufwändig jeden Tag und tragen die


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gefangenen Amphibien über die Straße. Auch der ETN betreut seit einigen Jahren Amphibienschutzzäune im Bergischen Land (NRW), hunderte Tiere konnten hier in den letzten Jahren bereits gerettet werden.

33 Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)

© Panthermedia / Herbert Reimann

© berggeist007 / Pixelio.de

In diesem Frühjahr verlief die Wanderung der Amphibien kurz und gebündelt, dem warmen Wetter im März sei Dank. Schon nach kurzer Zeit im Laichgewässer machten sich Erdkröten und Grasfrösche wieder auf den Rückweg in ihre Sommerquartiere – bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: Vorsicht, Krötenwanderung!


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UNSER STEINBRUCH SCHÖNENBERG Eine Naturschönheit im Bergischen Land Stillgelegte Steinbrüche sind viel mehr als nur verlassene Arbeitsstätten aus alter Zeit. Mit ihren Felswänden und offenen Flächen sind sie Wärme-Inseln in der Landschaft, Rückzugsort für seltene Arten und bieten auf kleinstem Raum Platz für viele verschiedene Biotope und Lebensraumtypen. Auch der ETN-Steinbruch Schönenberg hat mit Teichen, Tümpeln, Felswänden und Magerwiesen einiges zu bieten für Amphibien, Insekten und seltene Pflanzen.

© Heinz Schumacher

Die Männchen der Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) sind blau gefärbt. Weib

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) - eine bedrohte Schmetterlingsart

Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) mag sonnige Standorte

Wilder Feldsalat (Valerianella locusta)

Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum)

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RESPEKTIERE | NATUR- UND ARTENSCHUTZ

bchen können auch grün sein.

Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)

Die Raupen des Jakobskrautbärs (Tyria jacobaeae) ernähren sich v.a. vom giftigen Jakobskreuzkraut.

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© Peter Bohot/ Pixelio.de

HORNISSEN – UNGEFÄHRLICH UND NÜTZLICH

Hornissen sind für viele Menschen nur gefährliche Riesen­ wespen und ihnen deshalb ein Dorn im Auge, aber der Schein trügt- Hornissen sind friedfertige Tiere, deren Gift nicht giftiger ist als das einer Biene oder Wespe. Außerdem jagen sie andere Insekten und sind deshalb nützlich für unsere Umwelt. Was viele nicht wissen: Hornissen sind eine geschützte Art, wer sie tötet oder ihr Nest zerstört macht sich strafbar. Hornissen haben oft aufgrund ihrer Größe und Ähnlichkeit zu den Wespen mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass sie gefährlich seien, dabei sind sie deutlich friedfertiger als ihre kleineren Verwandten. Eine Hornisse sticht nur bei größter Bedrängnis oder zur Verteidigung des Nests. Dabei stellt solch ein Stich für einen nicht-allergischen Menschen keine große Gefahr dar. Der weit verbreitete Glaube, dass sieben Stiche ein Pferd umbringen oder drei gar einen Menschen ist falsch, denn das Gift ist nicht giftiger als das von Bienen und Wespen. Hornissen sind also keine Gefahr für uns. Im Gegenteil, sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem und haben obendrein auch einen wirklich interessanten Lebenszyklus.

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Der Aufbau eines neuen Volkes Im Mai verlässt die Hornissenkönigin ihren Unterschlupf, in dem sie überwintert hat und beginnt allein mit dem Nestbau. Aus Holzfasern baut sie etwa 50 Wabenzellen, in die sie je ein Ei legt. Innerhalb der folgenden 30 bis 50 Tage schlüpfen aus den Eiern Larven, aus denen nach Entwicklung und Verpuppung die Arbeiterinnen entstehen. Diese sind mit 18 bis 25 Millimetern deutlich kleiner als die Königin, die etwa 35 Millimeter lang ist. Sie übernehmen die Versorgung der Larven mit Futter. Vor allem Insekten und Spinnentiere stehen auf dem Speiseplan der Larven, die ausgewachsenen Tiere ernähren


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sich überwiegend von Baumsäften. Für unsere Nahrungsmittel interessieren sie sich hingegen überhaupt nicht. Wenn man also eine Hornisse bei einer Gartenparty in der Nähe des Buffets sieht, dann jagt sie dort höchstwahrscheinlich eher die angelockten Wespen als sich an Kuchen und Nachtisch zu vergreifen.

Obwohl die Arbeiterinnen nur zwei bis sechs Wochen alt werden, kann das Volk gegen Ende August bis zu 700 Hornissen zählen. Dann beginnt die Königin gezielt mit der Produktion von Geschlechtstieren, d.h. paarungsfähige Tiere, die ein neues Volk bilden können. Mit ihrem Erscheinen beginnt der Verfall des alten Volkes. Aus den Eiern schlüpfen die Jungköniginnen und männlichen Drohnen, die im Herbst zur Paarung ausschwärmen. Die alte Königin verlässt das Nest und stirbt, gefolgt von den Arbeiterinnen und Drohnen. Nur die Jungköniginnen überwintern, um im kommenden Frühjahr wieder ein neues Nest samt Volk aufzubauen.

© Thomas / Pixelio.de

Nur die Königinnen überleben

Nicht immer suchen sich die Königinnen für den Nestbau unproblematische Orte aus, sondern bauen ihre Nester immer öfter auch in oder an Wohnhäusern. Jedoch ist es keinesfalls so, dass es mehr Hornissen gibt. Eher ist es der Fall, dass die Tiere sich aufgrund der Tatsache, dass natürliche Baumhöhlen zum Bau der Nester immer seltener werden, Alternativen suchen. Das sorgt oft für Konflikte mit dem Menschen, jedoch darf die Hornisse weder getötet, noch ihr Nest zerstört werden, da sie aufgrund des geringen Vorkommens zu den besonders geschützten Arten gehört. In besonders kritischen Fällen können Naturschutzbehörden Ausnahmegenehmigungen erteilen. Oft reicht es aber bis November zu warten, da Hornissen ihr altes Nest nicht wiederbesiedeln.

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Eine geschützte Art

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WENN DAS GEWÄSSER „UMKIPPT“

Überdüngung und ihre Folgen Grüne Badeseen, verschlammte Stadtteiche, Algenteppiche an Badestränden – kein schöner Anblick. Der Grund für solche unschönen Szenarien ist oft ein erhöhter Nährstoffeintrag in die Gewässer, der ein Algenwachstum fördert - die Seen sind „eutrophiert“. Doch die Nährstoffanreicherung in Seen und Meeren ist viel mehr als nur ein Ärgernis für Urlauber und Touristen, sie bedroht ganze Ökosysteme. „Eutroph“ bedeutet „nährstoffreich“ und unter Nährstoffen versteht man hier insbesondere chemische Verbindungen, die das Pflanzenwachstum fördern, darunter vor allem Phosphor- oder Stickstoffverbindungen wie Nitrat. Werden also viele Stickstoff- oder Phosphorverbindungen in die Gewässer eingebracht, führt das zu einer starken Vermehrung der Algen, man spricht von einer „Algenblüte“. Dazu zählen nicht nur festsitzende

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Grünalgen, sondern auch im Wasser schwebende Algen, das sogenannte „Plankton“. Wenn diese Algen nach der Wachstumsphase wieder absterben, entsteht sehr viel organisches Material, das auf den Boden des Gewässers sinkt und dort von Bakterien abgebaut wird. Für diesen Zersetzungsprozess wird Sauerstoff benötigt, nach und nach wird der Sauerstoff aus den tieferen Wasserschichten dadurch aufgebraucht. Ist irgendwann kein


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Wie kann es soweit kommen? Eine natürliche Eutrophierung von großen Gewässern kommt selten vor, meist ist das Problem durch künstlichen Nährstoffeintrag hervorgerufen. Am Stadtteich reicht es schon aus, wenn viele Leute, die es allzu gut mit den Enten auf dem Teich meinen, ausgiebig mit Brot füttern. Abgesehen davon, dass die Fütterung mit Brot ungesund für das Geflügel ist, sinken die Essenreste auch auf den Boden der Teiche und verursachen so einen Nährstoffüberschuss. Während es an solchen Kleingewässern relativ einfach ist die Eutrophierung zu vermeiden – nämlich indem man ein Fütterungsverbot ausspricht – sind die Gründe für einen

Nährstoffanstieg in Seen und Meeren viel komplexer. Ein großer Teil des Nitrateintrags kommt aus der Landwirtschaft, insbesondere durch die Düngung der Felder mit Gülle. Tausende von Tieren von Großbauern und aus Massentierhaltungen produzieren viel mehr Dung, als die Pflanzen auf Acker und Feld aufnehmen können. Wird die Gülle trotzdem auf den Feldern ausgebracht, kommt es zu Überdüngung. Das Nitrat in der Gülle wird vom Regen ausgewaschen, gelangt ins Grund- oder Oberflächenwasser und landet letztlich in Seen und im Meer. Auch die Eintragung von Phosphaten erfolgt zu einem großen Teil über die Düngung in der Landwirtschaft, meist in Form von Mineraldüngern. Die Phosphatfreisetzung über Waschmittel ist mittlerweile glücklicherweise gering, da in Deutschland seit 1986 keine Phosphate mehr in Waschmitteln verwendet werden. Zudem filtern Kläranlagen den Stoff sehr gut aus den Abwässern. Von landwirtschaftlichen Feldern nimmt das Phosphat aber den direkten Weg ins Grundund Oberflächenwasser und trägt so zu einer Überdüngung bei.

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Sauerstoff mehr vorhanden, wandeln sich die Abbauprozesse zu einer anoxischen, d.h. sauerstofffreien, Zersetzung. Faulgase wie Schwefelwasserstoff und Methan entstehen, die giftig für die im Wasser lebenden Tiere sind. Großflächig sterben nun die Lebewessen im Gewässer ab, das Gewässer „kippt um“.

Blaualgenblüte in einem eutrophierten See

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Erhöhte Nitratwerte im Wasser kommen vor allem aus der Landwirtschaft.

Beunruhigende Zahlen Im Grundwasser zeigte sich an mehr als der Hälfte der Messstellen eine erhöhte Nitratkonzentration über dem Grenzwert oder an der Obergrenze der zugelassenen Konzentration. Von Grundwasser und Flüssen gelangen die Stickstoffverbindungen dann ins Meer. Die Folge: In der Nordsee werden die Küstengewässer sowie die innere deutsche Bucht mittlerweile als Problemgebiete eingestuft, d.h. hier liegt eine Eutrophierung vor oder ist zu erwarten. Die höchsten Nährstoffkonzentrationen wurden in Buchten oder an Flussmündungen gemessen, da über die Flüsse ein direkter und massiver Eintrag vom Land ins Meer erfolgt. In der Ostsee sieht es noch schlechter aus: Die gesamte offene Ostsee wurde als eutrophiert ausgewiesen, einen guten ökologischen Zustand findet man in den Küstengewässern nur in einer einzigen Bucht. Da die Ostsee ein relativ flaches Meer ist und zudem der Wasseraustausch mit der Nordsee nur über eine enge Passage erfolgt, wirkt sich die Überdüngung hier besonders stark aus. Durch den Nährstoffüberschuss wachsen schwebende und am Boden wachsende Algen rasant, ihr organisches Material wird von Bakterien abgebaut und dadurch in tieferen Wasserschichten der gesamte Sauerstoff aufgezehrt. So entstehen in der Ostsee regelrechte Todeszonen am Meeresboden.

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Zudem kommt es regelmäßig zu einer Massenvermehrung der sogenannten „Blaualgen“. Dabei handelt es sich nicht um Pflanzen, sondern um eine Gruppe der Bakterien (Cyanobakterien), die ebenfalls von dem hohen Nährstoffangebot profitiert. Blaualgen können in hoher Konzentration gefährlich für Menschen werden, da sie Giftstoffe produzieren. Deshalb müssen in heißen Sommern bei Blaualgenblüten regelmäßig Strandabschnitte der Ostsee gesperrt werden. Den Tieren in der Ost- und Nordsee macht nicht nur der Sauerstoffmangel zu schaffen. Durch den Lichtmangel aufgrund zahlloser schwebender Algen und durch die Überwucherung mit schnell wachsenden Grünalgen sterben langsam wachsende Pflanzen am Meeresboden, wie Seegras und Tang, ab. Dadurch geht ein wichtiges Ökosystem verloren, denn die Tangwälder und Seegraswiesen bilden die Kinderstuben vieler Fische, wie beispielsweise Hering und Seepferdchen. In tropischen Meeren leiden Korallenriffe gleichermaßen unter der Überdüngung, denn auch sie benötigen Sonnenlicht und sind einer Überwucherung durch Algen schutzlos ausgeliefert.


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Was ist zu tun? 70 Prozent des Stickstoffeintrags in die Umwelt stammt aus der Landwirtschaft. Problematisch sind hier insbesondere Betriebe mit intensiver Tierhaltung, da die Tiere wesentlich mehr Stickstoff produzieren, d. h. mehr Stickstoff aus dem Betrieb „herausgeht“, als zuvor beispielsweise durch Futtermittel hineingegangen ist. Die Differenz der beiden Werte ist der Stickstoffüberschuss des Betriebs, der bei Massentierhaltungen besonders hoch ist. Eine Maßnahme, um Überdüngung zu verhindern wäre also die Anpassung der Tierzahlen an die Nährstoffmenge, die der Betrieb tatsächlich verwerten kann. Dieser Schritt gegen die Massentierhaltung würde somit nicht nur den Tieren nützen, sondern auch der Umwelt.

Zur Überdüngung in den Meeren kann es auch auf direktem Wege kommen, ohne Eintrag über Flüsse oder die Luft, so zum Beispiel in großem Maße durch Fischfarmen. In den meisten Aquakulturen gelangen die Ausscheidungen der Zuchtfische und deren Futterreste direkt ins Meer. Internationale gesetzliche Auflagen zur Reinigung der Abwässer lassen hier leider auf sich warten. Klar ist: Wenn nicht bald schärfere Regelungen zum Schutz vor Überdüngung getroffen werden, sterben nicht nur wertvolle Ökosysteme in Seen und Meeren, sondern werden auch Menschen durch die Verunreinigung des Grundwassers und der Gewässer gefährdet.

© Fotolia / Aquapix

Auch eine Verminderung des Verkehrs kann helfen die Stickstoffeinträge in die Gewässer zu reduzieren, denn die Stickoxide, die durch Abgase in die

Luft abgegeben werden, gelangen auch von dort mit dem Regen auf die Erdoberfläche.

Bei Nährstoffüberschuss breiten sich Algenteppiche aus, die alles andere verdrängen.

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© Heike Born

DAS WISENT-PROJEKT BEGRÜSST EINE NEUE WISSENSCHAFTLERIN

Interview mit Kaja Heising In den letzten Ausgaben der „Respektiere“ berichteten wir über die Zusammenarbeit der ETN-Stiftung mit der Wisent-Welt-Wittgenstein und über die Geschichte dieses in West-Europa einzigartigen Wiederansiedlungsprojekts für Wisente. Als strategischer Partner der Wisent-Welt war es der ETN-Stiftung besonders wichtig, die wissenschaftliche Betreuung des Projektes zu sichern. Daher stellte die ETN-Stiftung im März eine wissenschaftliche Koordinatorin ein: Kaja Heising, 29 Jahre alt und engagierte Wildtierbiologin, die sich aus voller Überzeugung den Wisenten widmet. ETN-Stiftung: Guten Tag Frau Heising. Beschreiben Sie uns doch einmal, was Sie als wissenschaftliche Begleitung des Wisent-Projekts tun. Frau Heising: Die wissenschaftliche Betreuung des Projekts bedeutet in der Praxis, dass ich mich mit aktuellen Problemstellungen zu den Wisenten beschäftige, wie beispielsweise dem

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Austausch von Wisenten, um Inzucht in der Herde zu vermeiden. Ich statte die Tiere mit Peilsendern aus, verfolge die Nutzung ihres Lebensraums und betreue auch Studenten, die sich mit Themen rund um die Wisente beschäftigen. Auch die Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten gehört zu meinen Aufgaben.


RESPEKTIERE | ETN-STIFTUNG

ETN-Stiftung: Womit beschäftigen Sie sich aktuell konkret? Frau Heising: Im Moment bereite ich die Entnahme einiger Bullen aus der Herde vor, um sie in anderen Wisentherden unterzubringen. Dadurch soll Inzucht vermieden werden. Ein sehr interessantes, aktuelles Projekt ist außerdem eine Untersuchung zum Einfluss von Wisenten auf die verschiedenen Arten von Mistkäfern, die von ihrem Dung leben. Das wurde am Anfang des Projekts schon einmal untersucht, als die Wisente noch im Auswilderungsgehege waren. Jetzt soll der Vergleich zum Leben in Freiheit gezogen werden. Ich finde dieses Projekt persönlich sehr interessant, weil es die Rolle der Wisente im gesamten Ökosystem und ihren Einfluss auf andere Tierarten, zum Beispiel auch Vögel und Fledermäuse, die sich wiederum von den Käfern ernähren, verdeutlicht. ETN-Stiftung: Das heißt sie betrachten die Wisente auch im Gesamtzusammenhang mit ihrer Umwelt? Frau Heising: Ja, genau. Auf der einen Seite überwache ich die Tiere natürlich direkt. Über Kamerafallen und Sender und schaue mir an, wie sie ihren Lebensraum nutzen und auf andere Wildtiere, z.B. Rotwild, reagieren. Auf der anderen Seite betrachte ich aber auch ihre Rolle im Ökosystem Wald. ETN-Stiftung: Haben Sie sich schon im Studium auf Wildtiermanagement spezialisiert? Welche Erfahrungen bringen sie für die Arbeit mit den Wisenten mit? Frau Heising: Im Bachelor-Studiengang habe ich Wildtiermanagement studiert, mein Masterstudium befasste sich dann mit dem Verhalten von Wildtieren und Maßnahmen zu ihrem Schutz. Es ist zwar ein biologisches Studium, aber man spezialisiert sich gezielt auf diese Bereiche. Praxiserfahrungen, insbesondere mit Mensch-Wildtier-Konflikten, konnte ich während des Studiums auch sammeln. In Südafrika habe ich mich mit Konfliktsituationen zwischen Menschen und Leoparden beschäftigt, und habe den Bauern dort beispielsweise geholfen, ihre Viehherden vor Leoparden zu schützen. An Samango Monkeys, einer Meerkatzen-Art, habe ich potenzielle Konflikte beim Zusammentreffen

Kaja Heising, neue wissenschaftliche Koordinatorin des Wisentprojekts

mit Menschen erforscht, um im Ernstfall geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Diese Arbeit hat mich gut auf meinen Job hier vorbereitet, da viele Menschen auch Konflikte mit den Wisenten befürchteten. So haben manche Wanderer noch immer Angst vor möglichen Angriffen, falls sie einem Wisent begegnen, diese Sorge ist aber vollkommen unbegründet. Ich habe außerdem ein Praktikum bei der WisentWelt gemacht, dadurch konnte ich das Projekt schon im Vorfeld kennenlernen. ETN-Stiftung: Was hat Sie besonders an dieser Arbeit gereizt? Frau Heising: Seit ich mit dem Studium begonnen habe, war ich immer im Ausland. Ich habe im Ausland studiert und auch dort meine Forschungsarbeiten durchgeführt. Ich finde aber, dass auch

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RESPEKTIERE | ETN-STIFTUNG

Deutschland landschaftlich viel Potenzial hat und viel Platz bietet, um mit Wildtieren leben zu können. Aber wir nutzen dieses Potenzial nur unzureichend. Ich möchte nun in meiner Heimat das anwenden, was ich im Ausland während meines Studiums gelernt habe. Auf das Projekt gestoßen bin ich durch meine Bachelorarbeit in den Niederlanden, wo ich mit wildlebenden Rindern gearbeitet habe. In Polen habe ich dann zum ersten Mal freilebende Wisente gesehen und war beeindruckt. Wir haben hier eine Möglichkeit, diese urige und majestätische Tierart nach Deutschland zurück zu bringen – das hat mich an dem Projekt einfach begeistert! ETN-Stiftung: Sie arbeiten nun seit März für die ETN-Stiftung. Ist Ihre Arbeit so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Frau Heising: Wanderern, die mich fragen wie sie bei einer Begegnung mit einem Wisent reagieren sollen, sage ich, dass ich mich zu allererst freuen würde, wenn ich ein solches Tier sehe. Das ist wie ein Sechser im Lotto. Ich gebe den Rat genauso respektvoll mit den Wisenten umzugehen wie mit anderen Wildtieren, beispielsweise Wildschweinen. Wenn man Abstand hält und die Tiere nicht bedrängt, muss man sich als Wanderer wirklich keine Sorgen machen. Die Sorgen der Waldbauern und die Problematik der Schälschäden nehme ich sehr ernst. Ich möchte meine Position nutzen, um herauszufinden, warum die Wisente bestimmte Bäume schälen und Lösungswege für dieses Problem entwickeln. Auch wenn diese Arbeit Monate oder Jahre in Anspruch nehmen kann. Mit unserer Wisentausstellung und dem Wisentgehege versuchen wir außerdem den Menschen diese Tiere näher zu bringen. Denn man schützt nur, was man liebt und man liebt nur, was man kennt, wie Konrad Lorenz treffend festgestellt hat.

© Wisent Welt Witgenstein

Frau Heising: Ja, es ist mein Traumjob und ich bin nach wie vor begeistert! Und das meine ich wirklich so. Einfach weil die Arbeit so vielseitig ist. Man kann nicht alles planen, man muss sich nach den Tieren und der Herde richten und es ist kein reiner Bürojob, denn ich bin viel in der Natur unterwegs.

ETN-Stiftung: Das Wisentprojekt war und ist nicht ganz unumstritten. Wanderer haben teilweise Angst vor den Wisenten und auch manche Waldbauern kritisieren die Auswilderung der Wisente. Wie begegnen sie Kritikern des Projekts?

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WELTMEERE IN GEFAHR

Eine Einschätzung von Sascha Regmann, Project Blue Sea Seit knapp 20 Jahren setzt sich die ETN-Partnerorganisation „Project Blue Sea“ nun schon für den Schutz der Weltmeere ein. Trotz vieler Erfolge in der Vereinsarbeit sehen die Pro­­ gnosen für einen gesamtheitlichen Schutz und dem Wohlergehen unserer Ozeane düster aus. Es bleibt weiterhin eine Menge zu tun. Daher wünscht sich Project Blue Sea viele weitere, freiwillige Helfer, um sich auch zukünftig aus vollem Herzen seiner Passion, dem Meeresschutz widmen zu können...

Verölte Eiderente

Hier ein Sachstandsbericht von Sascha Regmann, dem 1.Vorsitzenden von Project Blue Sea: „Der Ausbeutung und Verschmutzung unserer Ozeane sind leider nach wie vor kaum Grenzen gesetzt. Gut gemeinte internationale Einrichtungen und Bündnisse zum Schutz des Ökosystems greifen oft nicht wirkungsvoll, weil die Zusammenarbeit verschiedener Staaten untereinander unzureichend ist. Einer stetig wachsenden Weltbevölkerung mit einem unstillbaren Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten schwinden die Ressourcen. Noch immer werden

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Basstölpel nutzen Müll und alte Fischernetze als Nistmaterial und kommen darin zu Tode.

gigantische Massen an Futterfisch gefangen, um proteinhaltige Nahrung für die Fischaufzucht in der Aquakultur bereitstellen zu können. In vielen Meeresgebieten hat dieses Tun schon zum Zusammenbruch ganzer Fischpopulationen geführt... Bis auf wenige Ausnahmen steht die Gesamtfläche der Ozeane ihrer Ausbeutung hilflos gegenüber.

Selbst in den wenigen bestehenden Schutzgebieten finden zum Teil menschliche Aktivitäten statt. Auch die Tiefsee ist längst kein unangetasteter Raum mehr. Tagtäglich werden dort Rohstoffe abgebaut und den in ihr lebenden Tieren wird massiv nachgestellt, ohne die in der Tiefe vorherrschenden, biologischen Zusammenhänge überhaupt genau zu verstehen. Zudem sind die Meere -was mittlerweile wohl hinlänglich bekannt ist- zur weltweit größten Müllkippe verkommen. Neben der permanenten Einleitung von sichtbarem Müll ist das Eintragen von nicht greifbaren Stoffen wie beispielsweise Nährstoffe aus der Landwirtschaft, Mikro- und Nanopartikel aus Kunststoff, Medikamentenrückstände und hormonell wirkende Mittel ein immens wachsendes Problem in unseren Meeren, zu welchem sich bislang noch kaum Gedanken gemacht wurde. Auch haben Massentourismus und Sandabbaumaßnahmen dazu geführt, dass Küsten und küstennahe Gebiete massive Einschnitte in ihrer Qualität für die in ihr beheimateten Biodiversität hinnehmen mussten. Unsere Ozeane produzieren den größten Teil des Sauerstoffs, den wir atmen, sie dienen uns als Nahrungsquelle, zur Energiegewinnung und sind existenziell für den internationalen Handel.“

46 Zu kleine Fische werden als Beifang tot wieder ins Meer zurückgeworfen.


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BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNS IN UNSEREM VORHABEN, DEN ZUKÜNFTIGEN GENERATIONEN KEINE TOTEN MEERE ZU HINTERLASSEN.

PROJECT BLUE SEA E.V. POSTFACH 150115 44613 HERNE WWW.PROJECTBLUESEA.DE

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SCHWERER RÜCKSCHLAG, ABER WIR GEBEN NICHT AUF! Ein Bericht der Streunerhilfe e.V. Sieben Jahre blieb unser kleines Tierheim in Rumänien von schlimmen Krankheiten, Seuchen und Tod verschont. Sieben Jahre lang starben hier maximal zehn Welpen im Jahr, statistisch gesehen eine sehr geringe Welpensterblichkeit verglichen mit der Aufnahmezahl von ca. 200 Welpen pro Jahr. Doch im Februar war es mit dieser Glückssträhne vorbei. Im Februar dieses Jahres nahmen wir eine Hundemama mit ihren Welpen bei uns auf, leider brachte uns diese aufgenommene Familie auch die Parvovirose mit - eine sehr schlimme Viruserkrankung, die nur sehr schlecht heilbar ist und viele Welpen das Leben kostet. Trotz aller ärztlicher Bemühungen verloren wir einen Welpen nach dem anderen. Es waren schlimme Wochen für die Hundemütter, für unseren Projektleiter Michael Schmorenz und seinen Sohn Dominik. Die Krankenstation

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war überfüllt, viele Welpen mussten Infusionen bekommen, für viele war es aussichtslos. Wir haben nicht aufgegeben, aber es half alles nichts sie starben, einer nach dem anderen. Das Sterben hörte durch die von uns getroffenen Maßnahmen irgendwann auf, aber dennoch, der Virus war ja trotzdem noch da. Wir haben einen sofortigen Aufnahmestopp verhängt, da die Gehege, in denen unsere Hunde untergebracht sind, verseucht waren.


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Wir hatten erst kurz zuvor unsere Gehege renoviert, tausende Euro wurden investiert, um den Hunden ihren Aufenthalt bei uns schön zu gestalten. Nun standen wir da und mussten wieder von vorne anfangen. Vieles musste erneuert, vernichtet, neu angeschafft werden. Und das Wichtigste war die Desinfektion.

Umbau und Neuanfang Wir beratschlagten und planten dann folgende Umbau-/Neubaumaßnahmen: Die Naturgrundausläufe wurden entweder geschlossen oder betoniert. Alle schönen warmen Hütten, die bisher in Gebrauch waren, mussten verbrannt werden. Die Paletten, die als Liegefläche für die Hunde dienten, mussten auch verbrannt werden, ebenso die Spielbäume. Wir mussten einfach alles tun, um diesen Virus rauszukriegen. Wir entschlossen uns dann aber, die vorhandenen Hütten nicht zu verbrennen, sondern auch zu desinfizieren, eine Weile stehen zu lassen und dann an andere Organisationen in Rumänien zu geben, die hauptsächlich erwachsene Hunde haben. Diese Hütten

wurden auch dankbar angenommen und in anderen Projekten eingesetzt. Wir setzten alle Umbaumaßnahmen in die Tat um, konnten nach und nach alle Gehege renovieren und neu betonieren. Neue Hütten und sogar Spielplätze und Bademuscheln haben wir den Hunden zur Verfügung gestellt. Und wir bauten zwei komplett neue, leider auch sehr teure, Quarantänestationen. Diese liegen isoliert von den anderen Gehegen, alle Neuankömmlinge kommen nun zuerst in die Quarantänestation, damit wir ganz sicher gehen können, dass uns kein weiterer Virus mehr so heimsuchen kann. Ebenso wird jeder Hund, der neu zu uns kommt, ab sofort auf Parvovirose, Giardien, Corona und Staupe getestet. Wir haben diese Tests gekauft, um im Vorfeld schon zu wissen, ob Neuzugänge infiziert sind. Somit können wir gleich dagegen vorgehen, bevor die Viren sich wieder unbemerkt verbreiten können. Durch viele liebe Menschen, die gespendet haben, war es uns möglich, das alles zu bewerkstelligen. Ohne diese Hilfe hätten wir das niemals geschafft. Die Umbaukosten beliefen sich auf ca. 7.000 Euro und wir sind dankbar, dass wir so viel Hilfe erfahren haben.

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Das Ausmaß der ganzen Katastrophe spüren wir aber auch jetzt noch. Durch den Aufnahmestopp von über 2 Monaten bleiben natürlich auch die Vermittlungen aus, ohne Vermittlungen nehmen wir keine Schutzgebühren ein, die zum Bestehen des Projekts dringend notwendig sind. Die monatlichen Kosten laufen aber weiter. Doch wir werden nicht aufgeben und weiterhin alles, was möglich ist tun, um den Hunden Rumäniens zu helfen und hoffen, dass wir noch ganz vielen von ihnen den Weg in ein glückliches Leben ebnen können.

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Wenn Sie uns durch eine Adoption einer unserer Schützlinge unterstützten möchten, wenn Sie Mitglied oder Pate werden möchten oder uns eine Spende zukommen lassen wollen, sagen wir im Voraus schon ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ dafür! Alle Infos über unsere Arbeit und den Verein finden Sie auf unserer Homepage unter www.streunerhilfe.de.


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Tierschutz - auch über Grenzen hinaus Der ETN e.V. ist ein zuverlässiger und starker Partner für zahlreiche Tier- und Naturschutzvereine im In- und Ausland. In Zusammenarbeit mit dem ETN leisten unsere Partner europaweit wertvolle Arbeit und setzen sich auch unter schwierigen Bedingungen für das Wohl der Tiere vor Ort ein. So können wir mithilfe unserer Partner in ganz Europa für den Schutz der Tiere und die Erhaltung unserer Natur kämpfen.

Unsere Partner im In- und Ausland sind genauso wie wir immer für die Belange der Tiere da. Sollten Sie, liebe ETN-Freunde, uns oder unsere Partner brauchen, scheuen Sie sich bitte nicht uns zu kontaktieren.

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Respektiere 2 / 2017  
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