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VORARLBERG | 29

NEUE SAMSTAG, 1. FEBRUAR 2014

EIN PLÄDOYER FÜRS ESSEN ANDREA MILSTEIN

Lehrlingsevent

Rund 120 Schüler informierten sich jüngst beim Interspar-Lehrlingsevent im Dornbirner Messepark über die Ausbildungsmöglichkeiten bei dem Lebensmittelkonzern. Jugendliche, die derzeit ihre Ausbildung in einem der sieben angebotenen Lehrberufe absolvieren, erzählten den Interessierten aus ihrem Alltag. Österreichweit werden bei Spar und Interspar 2700 Lehrlinge in 17 Lehrberufen ausgebildet. Auch 2014 gebe es 900 Lehrstellen zu besetzen. Infos zu den Lehrberufen sind auf www.intersparmarkt.at/lehre zu finden. INTERSPAR

mehr so“, sagte Bernhard. Denn viele Jungmediziner würden sich nach ihrer Zeit als Turnusarzt im Spital nicht fit genug für die Tätigkeit im niedergelassenen Bereich fühlen. Dies hätte sich bei vielen Gesprächen „mit Kollegen in Ausbildung“ herauskristallisiert. Insgesamt soll es fünf Lehrpraxen – diese sind an die Spitäler angegliedert – mit sieben Ausbildungsplätzen geben. Am Anstellungsverhältnis ändert sich nach Worten von Burkhard Walla von der Vorarlberger Ärztekammer jedoch nichts. „Vier Tage pro Woche arbeiten sie dann in der Lehrpraxis, einen Tag im Krankenhaus“, erklärte Walla. In den Lehrpraxen sollen die künftigen Hausärzte unter anderem lernen, wie eine Ordination zu führen sei. Sie sollen aber auch mit Krankheitsbildern vertraut werden, mit denen sie im Spitalsalltag nur eher

selten in Berührung kommen. Dabei handle es sich etwa um Bluthochdruck oder Diabetes. VGKK-Obmann Manfred Brunner sieht das Projekt als wichtigen Baustein zur Sicherung der medizinischen Versorgung. Denn bis 2020 werden etwa 40 der 170 niedergelassenen Allgemeinmediziner das 65. Lebensjahr erreichen. Noch mehr Initiativen Für FPÖ-Klubobmann Dieter Egger ist das Projekt ein erster wichtiger Schritt, dem noch weitere folgen müssen. Ähnlich sieht es auch die grüne Landtagsabgeordnete Katharina Wiesflecker. Sie fragt sich jedoch, ob fünf Lehrpraxen mit sieben Ausbildungsplätzen ausreichend sind, um den Bedarf an Allgemeinmedizinern völlig zu decken. Wiesflecker erwartet, dass das Land noch mehr Initiativen setzen wird. DUNJA GACHOWETZ

Wenn das, was drauf steht, nicht drinnen ist

D

ass der Inhalt einer Flasche oder Packung nicht immer identisch mit dem ist, was auf dem Etikett steht, hat fast jeder schon erlebt. Kritisch wird die Sache allerdings, wenn das Täuschungsmanöver so groß angelegt ist, dass mehr gefälschte als echte Ware am Markt herumschwappt. Es wird geschätzt, dass 69 Prozent des weltweit verkauften italienischen Ölivenöls gepanscht ist. Ein großer Teil des als Italienisches Olivenöl verkauften Öls stammt aus Spanien, Marokko und Tunesien. Gleich nach der Ernte werden die Oliven gewaschen, zerkleinert und gepresst. Dann wird das Öl in Tankwagons gepumpt und nach Italien, das zufällig der größte Olivenöl Importeur der Welt ist, verschifft oder befördert. Gleichzeitig warten billige Pflanzenöle (größtenteils Sojaöl) in den Ankunftshäfen auf das vom Ausland angelieferte Ölivenöl. Meistens wird das minderwertige Öl gleich vor Ort mit dem Olivenöl verschnitten. Durch die Zugabe von Beta Carotin erreicht man eine Neutralisierung des Geschmackes. Chlorophyll wird verwendet, um die richtige Färbung zu erlangen. Die Flaschen werden mit den allseits respektierten Extra Vergine und Made in Italy etikettiert. Seltsamerweise ist das legal, obwohl das Öl

nicht aus Italien stammt. Dieses Öl wird dann auf der ganzen Welt vermarktet. In Italien werden spezielle Carabinieri-Truppen dazu ausgebildet, gepanschtes Olivenöl ausfindig zu machen und dabei geschult, es am Geruch zu erkennen, da Labortests oft gefälscht sind. Leider werden die schwarzen Schafe selten zur Verantwortung gezogen, da sie oft Beziehungen zu Politikern haben. Das alles hat zu einen langsamen Zerfall des Ölivenölpreises geführt. Korrupte Händler sind dabei, an ihrer eigenen Ware wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen. Als Konsument entgeht man diesem Schlamassel, indem man entweder direkt zum Erzeuger geht oder sich einen respektierlichen Händler sucht, der seinen Produzenten kennt. Die Anonymität des Supermarktes ist hier unzureichend, da der Preis meist ein mangelhafter Indikator ist und über die tatsächliche Qualität des Flascheninhaltes wenig bis keine Auskunft gibt. Es hilft eben alles nichts, persönliche Kontakte mit Produzenten sind noch immer die beste Gewähr, dass der Inhalt mit dem Etikett identisch ist. Andrea Milstein leitet seit Juni 2012 das Kochstudio essküche Götzis. Interessierte können sie telefonisch erreichen (Telefon: 0699/13213261) oder sie per E-Mail (info@esskueche.com) kontaktieren (mehr zur essküche unter www.esskueche.com).


Olivenöl wenn das was draufsteht nicht drinnen ist