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espresso Magazin, März 2017

Gesellschaft

v.l. Christian Wölfl (Musikmeister), Jürgen Beyer (Zeremonienmeister) und Albrecht Heuer (Bibliothekar) mit ihren Zunftzeichen.

nischen Unabhängigkeitserklärung seinen Niederschlag findet). Bis heute aber bleibt ein gewisses „Rest-Rätsel“, denn was genau bei einer Versammlung im Tempel passiert, das wissen nur diejenigen, die dabei sind. Das Wort geheim sei im früheren Sinne von zu Hause, also daheim, zu verstehen. Man erzählt nicht öffentlich, was Zuhause passiert. Verschwiegenheit ist oberstes Gebot: „Wir sprechen davon, dass wir uns hier im Templum üben, um dann im Profanum zu bestehen“, so Christian Wölfl. „Wir alle arbeiten am rauen Stein, sind nicht vollkommen und sehen uns nicht als etwas Besseres“, ergänzt Jürgen Zollenkop. Sinnbildlich für die Freimaurerei steht der salomonische Tempel, den die mittelalterlichen Steinmetze und Dombau-

meister als Vorbild wählten. Dass die Freimaurerei ihren Ursprung in den Dombauhütten des mittelalterlichen Europas hat, erkennt man noch heute sehr gut. Die Symbole, die Titel der Brüder und die Struktur einer Loge ähneln denen einer Handwerkszunft. Der freimaurerische Bildungsweg ist in die Etappen Lehrling, Geselle und Meister eingeteilt, bedeutende Symbole der Freimaurerei sind Zirkel und Winkel. Bei der Tempelarbeit steht der Meister vom Stuhl den Brüdern vor (in Ingolstadt ist das derzeit Hans Schaller), dazu gibt es verschiedene „Ritualbeamte“, etwa den ersten und zweiten Aufseher, den Musikmeister sowie den Redner. Und darauf, dass alle Rituale ihren geregelten Gang gehen, achtet Zeremonienmeister Jürgen Beyer. (ma)

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr Die Ingolstädter Loge „Theodor zur Festen Burg“ bietet allen Interessierten Einblick in die Welt der Freimaurerei. - 8. März , Vortrag im Logenhaus zum Thema „Von London in die Welt – 300 Jahre Freimaurerei“ von Prof. Dr. Hans Hermann Höhmann, Redner der Großloge - 6. Mai Konzert im Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt mit Liedern aus Oper und Operette - 7. Mai Empfang im Logenhaus; - 11. Mai, Vortrag im Logenhaus zum Thema „Zwischen Geheimnis und Öffentlichkeit“ von Dr. Matthias Pöhlmann – 14. Juni, Vortrag im Logenhaus „Zur Geschichte der Freimaurerei in Bayern“ von Gerald Huber Beginn jeweils 20 Uhr. Für die Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich (telefonisch bei Georg Ott 08457–930400) oder über das Anmeldeformular auf der Homepage www.theodor-zur-festen-burg.de 81

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