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4. Oktober 2019 | Nr. 40

Schweizerische Bauzeitung

Sommerhitze: Was brauchts am Bau? Wir müssen über Fenster reden «Mehr elektrische Energie für die Gebäudekühlung» Überhitzung: unbehaglich oder schon gefährlich?

Wettbewerb

Ersatzneubau Köchlistrasse, Zürich Planungs- und Bauprozesse

Damit keine Leerstelle vergessen geht Richtschnur für das Bauen ausserhalb der Bauzone


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Editorial

TEC21 40/2019

M

Jedes Haus hat einen beweglichen Sonnenschutz. Die Aluminium­ paneele an diesem Hochhaus (im Bild: Europaallee Zürich, Baufeld G; Architektur: Graber Pulver Architekten) halten auch höheren Windlasten stand. Coverfoto von Paul Knüsel

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it dem Winter kennen wir uns in den mitteleuropäischen Breitengraden bestens aus. Zwar mehren sich die Klagen, wenn die Tage wieder kürzer und kälter werden. Doch irgendwie schaffen es die meisten, sich mit der vierten Jahreszeit zu arrangieren. Man zieht sich für den Gang nach draussen wärmer an und verlässt sich im Innern darauf, dass die Wände und Fenster dicht sind und der Raum zum Wohnen oder Arbeiten problemlos beheizt werden kann. Der Wärmeschutz unseres Gebäudeparks ist eine Selbstverständlichkeit; an den Raum­ komfort haben wir uns gewöhnt. Dass dies für frühere Generationen anders war, wäre durchaus eine Geschichte wert. Doch das Anforderungs­ profil an Gebäude droht zu kippen. In dieser Aus­ gabe von TEC21 geht es deshalb da­rum, dass unsere Nachkommen die warme bis heisse Som­ merzeit ebenso komfortabel erleben möchten. Die Klimaprognosen beschäftigen sich zwar nur mit dem Anstieg der Aussentempe­ra­turen. Eine Überhitzung unserer gewohnten Wohn- und ­Arbeitsumgebung ist jedoch absehbar. Es gilt, den Wärmeschutz von Gebäuden vom Winter auf den Sommer auszudehnen; und dafür sind nun ebenso wirksame wie energieeffiziente Mass­­­ nahmen vorzusehen. Eine Erfahrung aus den kal­ten Tagen könnte dabei helfen: Wenn sich die Ar­ chitektur und die Gebäudetechnik gemeinsam auf die Suche machen, verbessern sich Wirkung und Energiebilanz der am Bau reali­sierten ­Konzepte. Paul Knüsel, stv. Chefredaktor, Redaktor Umwelt/Energie


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Inhalt

TEC21 40/2019

RUBRIK EN

THEM A

 3 Editorial

30

 7 Wettbewerb Ausschreibungen | Flexible Raumnutzung

5

Sommerhitze: Was brauchts am Bau?

12 Planungs- und Bauprozesse

Damit keine Leerstelle vergessen geht

19 Meinung Vom Heimplatz zum Platz der Künste? 20 Aus unserem Verlag 22 Vitrine Aktuelles aus der Baubranche 24 SIA-Mitteilungen Richtschnur für das ­ Bau­en ausserhalb der Bau­zone | Fünf Ver­nehmlassungen | Neue Kor­rigenda im Normenwerk

Transparente Gebäude bieten wenig Schutz vor der Sonne; Storen oder Vorhänge leisten hier den erforderlichen Blend- und Wärmeschutz. Reicht das aus?

30 Wir müssen über

45 Impressum

Paul Knüsel Der sommerliche

Wärmeschutz gewinnt für ­Architektur und Gebäude­ technik an Bedeutung.

28 Agenda 41 Stellenmarkt

gekommen, bestätigt der Minergie-Geschäftsleiter.

Fenster reden

36 «Mehr elektrische Energie für die Gebäudekühlung»

46 Unvorhergesehenes

schon gefährlich?

Paul Knüsel Hitzewellen sind

eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen. Wo liegen die Grenzen der Behaglichkeit?

Paul Knüsel Das Hitzethema

ist im Wohnungsbau an­­

Kurse nachhaltiges Bauen 25.10.2019 | Mehr Grün für ein gutes Stadtklima 15.11.2019 | Klimakompatibles Bauen Zielgruppe: Bauherren, Bauherrenvertreter, Baubehörden, Architekten, Landschaftsarchitekten, Fachplaner

Veranstaltungsort: SIA-Form Schulungszentrum in Zürich Weitere Informationen und Anmeldung: www.sia.ch/form

39 Unbehaglich oder

Entlisberg 2 in Zürich, Meier Hug Architekten, Schmid Landschaftsarchitekten / Foto: Volker Schopp

Foto: Paul K nüsel

16 Buch Minimal. Präzise. Gut.


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Ausschreibung

TEC21 40/2019

Projektwettbewerb Um-/Anbau Raiffeisenbank – Rebstein Die Raiffeisenbank Marbach-Rebstein beabsichtigt ihre bestehende Liegenschaft mit Wohnungen und Geschäftsstelle in Rebstein im gewerblichen Teil umzugestalten und zu erweitern. Das Teilnehmerfeld für den Projektwettbewerb wird mittels einer Präqualifikation bestimmt. Auf Grund unseres Leitbildes bevorzugen wir regionale Planerteams. Kurze, aussagekräftige Bewerbungen von Architekturbüros sind bis spätestens dem 18. Oktober 2019 zu richten an: Raiffeisen Schweiz, M. Göckeritz Bauherrenberatung, Raiffeisenplatz 4, 9001 St.Gallen Das Wettbewerbsprogramm und die notwendigen Informationen finden Sie unter www.raiffeisen.ch/architektur

CAS Städtebau 6. Februar bis 3. Juli 2020

Der CAS Städtebau fokussiert auf die Entwicklung städtischer, stadtnaher und verstädterter Räume. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Architektur- und Planungsbüros sowie kantonalen und kommunalen Verwaltungen und Behörden erwerben praxisorientiertes Wissen und Fähigkeiten in den Bereichen: • Themen der aktuellen Raumentwicklung • Städtebauliche Projekte, Planungsinstrumente und -prozesse • Kriterien für eine qualitative räumliche Planung und Gestaltung • Einen Beitrag an die städtebauliche Entwurfsarbeit leisten • Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft, Mobilität, Ökologie, Raumplanung, Städtebau und Architektur Jetzt anmelden unter www.zhaw.ch/archbau/weiterbildung/ Infoveranstaltung am 24. Oktober 2019, 18:00 Uhr Sekretariat Weiterbildung, Beatrice Ehrismann 058 934 76 44 weiterbildung.archbau@zhaw.ch

folgt bis Montag


Wettbewerb

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Ausschreibungen OBJEKT/PROGR A M M

AU FTR AGGEBER

V ERFA HREN

FACHPREISGERICHT

Um-/Anbau Raiffeisenbank, Rebstein

Raiffeisenbank Marbach-Rebstein

Projektwettbewerb, selektiv, für Architekten

Keine Angaben

TER MINE Bewerbung 18. 10. 2019

Inserat S. 6

www.raiffeisen.ch/architektur

Schulanlage Rönnimoos, Luzern

Stadt Luzern, Baudirektion 6002 Luzern

www.simap.ch (ID 192910)

Projektwettbewerb, offen, für Architekten und Landschaftsarchitekten – konform

Gesamtleiter für Rahmenvereinbarung Baudenkmäler des Kantons Zürich

Hochbauamt Kanton Zürich 8090 Zürich

Planerwahl, selektiv, für Architekten Inserat S. 9

Brigitte Wullschleger, Sibylle Bucher, Massimo Fontana, Ivo Lütolf, Jürg Rehsteiner, Luca Selva, Maurus Schifferli Daniel Baumann, Isabel Jüngling, Peter Omachen, Michael Widrig

Anmeldung 18. 10. 2019

Abgabe Pläne 14. 2. 2020

Modell 28. 2. 2020

Bewerbung 1. 11. 2019

Abgabe 17. 1. 2020

www.hochbauamt.zh.ch

Place publique, requalification Grand’Rue, immeuble de logements, locaux de service et parking, Begnins

Commune de Begnins 1268 Begnins

Studienauftrag, selektiv, für Architekten und Landschaftsarchitekten

Julien Descombes, Hannes Ehrensberger, Jean-Pierre Friedli, Jean-Yves Magnin, Bruno Marchand, Laurent Vuilleumier

Bewerbung

Kanton St. Gallen Hochbauamt, Baudepartement

Projektwettbewerb, offen, für Generalplaner

Werner Binotto, Hannelore Deubzer, Andreas Hild, Dieter Jüngling, Vittorio M. Lampugnani, Thomas Bürkle, Felix Wettstein

Anmeldung

Studienauftrag, selektiv, zweistufig, für Architekten, Bauingenieure, Fachingenieure HLKKS und Elektroingenieure

Keine Angaben

Bewerbung

Paris School of Architecture

Ideenwettbewerb, offen, für Architekten, Künstler, Ingenieure und Landschaftsarchitekten (auch für Studierende)

Keine Angaben

Crèche de Prangins

Commune de Prangins

www.simap.ch (ID 193628)

Organisation: Irbis Consulting 1110 Morges

Projektwettbewerb, offen, für Architekten

Flavio Boscardin, Blaise Cartier, Pierre Wahlen, Eric Zahnd

4. 11. 2019

www.simap.ch (ID 193867)

Neubau Campus Platztor der Universität St. Gallen

Organisation: Strittmatter Partner 9001 St. Gallen

– konform Inserat S. 9

www.simap.ch (ID 192225)

Entwicklung Flughafenkopf – Dock A und Anschlussbauten

Flughafen Zürich 8058 Zürich-Flughafen

8. 11. 2019

Abgabe Pläne 6. 3. 2020

Modell 20. 3. 2020

8. 11. 2019

Abgabe Pläne 1. Stufe 5. 6. 2020

www.simap.ch (ID 193578)

Future Monuments (Porte Saint Denis, Paris) www.parisarch.fr/competitions

Weitere laufende Wettbewerbe auf competitions.espazium.ch Wegleitung zu Wettbewerbsverfahren: www.sia.ch/142i

– konform

Abgabe 22. 11. 2019

Abgabe Pläne 20. 12. 2019

Modell 17. 1. 2020


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Wettbewerb

TEC21 40/2019

Flexible Raumnutzung Zwei Gebäude der Wogeno von 1881 in Zürich sollen durch einen Bau mit grösserem Wohnungsangebot ersetzt werden. Loeliger Strub Architektur schlagen in ihrem Siegerentwurf Wohnungen mit flexiblem Nutzungskonzept vor.

Volumetrie und Massstäblichkeit der Architektur und das Freiraumund Erschliessungskonzept. Für die Bewertung der Funktionalität des Gebäudes waren der Gebrauchswert der Wohnungen und die Raum- und Nutzungsqualität derselben aus­ schlaggebend. Der Wohnraum sollte von den Architekturteams so konzi­ piert werden, dass er den Gemein­ schaftssinn fördert, ohne individu­ elle Bedürfnisse einzuschränken. Zusätzlich legte die Wogeno ein be­ sonderes Augenmerk auf die Wirt­ schaftlichkeit und ein ökologisch nachhaltiges Konzept. Beachtet wer­ den sollten der sparsame Umgang mit natürlichen Ressourcen zur Re­ duktion der Umweltbelastung und die Nutzung des Rückbaus.

ür verschiedensteWohnsituationen

en Wohnungen werden aus der ossen und organisieren sich um Halle, die durch die BewohnerInnenje Wohnen, Essen, Arbeitenoder Spielen ann. Die erkerartige Küche und mit dem auskragenden BlumenHalle in den Regelgeschossenbis in nd in den Garten hinein. Klappbare i Bedarf die Küche im Sommer von sie zum Strassenraum. Auf der so veranda wird gekocht. In Analogie r Gartenseite das Gartenzimmer Blumenbalkon als grosse Wohnen. das Gartenzimmer dienen als äume zwischen dem Innen- und nen zusätzlichmit den benachbarten kleinen Raumcluster zusammenDie mit der Küche oder dem zgeschlossenen Zimmer nennen können je nach Wohnform (WohnFamilienwohnen) als zusätzliches als Schlafzimmer genutzt werden. mmer kann die kleinere Wohnung(75 Bedarf flexibel als 3.5 oder als ng und die grössereWohnung (98m2 + als 5.5 Zimmer-Wohnung genutzt e der beiden Wohnungen verfügt zliches  Aussenbad. 

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Gebäudes wird aus tragenden aus Einsteinmauerwerk, einem iessungskern und Geschossdecken Die Innenwändeaus Mauerwerk und en Wohnungenwerden geschlämmt. enelementesind grobkörnigverputzt men mit den vorgehängten Betonsen, den farbigenFensterprofilenund ligeFassade.

4 bis 5-Zi-Whg

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1 * 98m2 +9 m2

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1 * 98m2 +9 m2

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1 * 94m2 +9 m2

1 * 84m2 +9 m2

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93 m2

317m2

1

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Nutzfläche 150m2 (+41m2) 190m2 190m2 182m2 161m2 105m2 978m2 (+41m2) 10 Whg

Loeliger Strub Architektur aus Zürich arbeiten bei ihrem Entwurf «Wo Wo Wogeno» mit flexiblen Raumstrukturen und Gemeinschaftsflächen; Mst. 1 : 150.

S

eit 2015 ist die Wogeno im Besitz zweier Häuser an der Köchlistrasse im Zürcher Kreis 4. Bereits damals war geplant, anstelle der beiden 1881 erstellten Wohnhäuser mit je drei Dreizimmer­ wohnungen einen Ersatzneubau zu ­realisieren. Anfang 2018 schrieb die Genossenschaft einen anonymen Projektwettbewerb mit vorangehen­ der ­Präqualifikation für einen Er­ satzneubau mit acht bis zehn Woh­ nungen aus.

Die Jury empfahl einstimmig das Projekt «Wo Wo Wogeno» von Loeli­ger Strub Architektur zur Weiterbear­ beitung. Mit ihrem Entwurf schlies­ sen die Architekten den Blockrand an der Köchlistrasse komplett. Sie wollen die vorhandenen Bautypolo­ gien von Stadthäusern der Jahrhun­ dertwende in der Anker­strasse und von Wohnhäusern aus den 1970erund 1980er-Jahren in der Köchli­ strasse durch ihren Neubau mit­ einander verweben. Dafür arbeiten sie mit in den Strassenraum aus­ kragenden Erkern, lukarnenartigen Dachaufbauten, französischen Fens­ tern, Band- und Eckfenstern, wo­ durch eine geschickte Anbindung an die Nachbarhäuser gelingt. Der Grundriss des Gebäudes ist als Zweispänner mit einem in­ nen liegenden Treppenhaus konzi­ piert. Die Wohnungen und die Büro­ 45 °

4-Zi-Whg

Gemeinschaftsflächen und Nutzungsvielfalt

Aus den 93 Bewerbern zur Prä­qua­ lifikation wählte die Wogeno zehn Architekturbüros zur Teilnahme am Wettbewerb aus. Das im Juni 2018 ausgegebene Wettbewerbspro­ gramm musste aufgrund der geän­ derten BZO nochmals geändert wer­ den, da die Parzelle Köchli­strasse 5 und 7 von der Änderung erheblich betroffen war. Im September 2018 stand dann das definitive Programm fest. Bewertet wurden die gute Ein­ bindung in die Stadtstruktur, die

max. Gebäudehöhe13.3m

Plan: Projek t ver fassende

Redaktion: Franziska Quandt


TEC21 40/2019

Kanton St.Gallen Hochbauamt

Projektwettbewerb Einstufiger Projektwettbewerb im offenen Verfahren für Generalplanerteams

Ausschreibungen

9

Kanton Zürich Baudirektion Hochbauamt

Architekt als Gesamtleiter für Rahmenvereinbarung Baudenkmäler des Kantons Zürich Planerwahl im selektiven Verfahren 4. Oktober 2019

NEUBAU CAMPUS PLATZTOR DER UNIVERSITÄT ST.GALLEN Auftraggeberin Kanton St.Gallen Hochbauamt Baudepartement Aufgabe Die Universität St.Gallen benötigt dringend mehr Raum, um ihre Kernaufgaben qualitativ hochstehend erfüllen zu können. Die Universität sieht deshalb vor, den bestehenden Campus Rosenberg mit einem zweiten Standort zu ergänzen. Für rund 3’000 Studierende, Dozierende und Mitarbeitende sind im neuen Campus rund 14’000 m2 Hauptnutzfläche vorgesehen. Das Stimmvolk hat dafür am 30. Juni 2019 einem Kredit von 160 Mio. Franken zugestimmt. Termine Publikation 30.09.2019 Anmeldung ab 30.09.2019 bis 08.11.2019 Fragestellung bis 15.11.2019 Beantwortung der Fragen 29.11.2019 Einreichung Planunterlagen bis 06.03.2020 Einreichung Modell bis 20.03.2020 Jurierung Mai 2020 Vorgesehener Abschluss des Verfahrens Juni 2020 Fachpreisrichterinnen und -richter - Werner Binotto, Kantonsbaumeister (Vorsitz) - Hannelore Deubzer, Prof. Dipl.-Ing. Architektin, Berlin - Andreas Hild, Prof. Dipl.-Ing. Architekt, München - Dieter Jüngling, Architekt BSA SIA, Chur - Vittorio M. Lampugnani, Prof. em. Dr. Ing. Arch. ETH BSA SIA, Zürich - Thomas Bürkle, Bereichsleiter Projektentwicklung, BD-HBA (Ersatz) - Felix Wettstein, Architekt ETH BSA SIA, Lugano (Ersatz) Sachpreisrichterin und -richter - Marc Mächler, RR Baudepartement - Stefan Kölliker, RR Bildungsdepartement, Präsident Universitätsrat - Bernhard Ehrenzeller, Prof. Dr., des. Rektor Universität St.Gallen - Markus Buschor, Stadtrat, Dir. Bildung und Freizeit, Stadt St.Gallen - Jürg Kellenberger, stv. Kantonsbaumeister (Ersatz) - Rolf Bereuter, Leiter Amt für Hochschulen, Bildungsdep. (Ersatz) - Bruno Hensler, Dr., Verwaltungsdirektor Universität St.Gallen (Ersatz) - Florian Kessler, Leiter Stadtplanung Stadt St.Gallen (Ersatz) Teilnahmeberechtigung Zum Verfahren zugelassen sind Generalplanerteams mit Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz oder in einem Vertragsstaat des WTOÜbereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen. Entschädigung Zur Prämierung von 4 bis 8 Projekten steht dem Preisgericht gesamthaft eine Preissumme von CHF 310’000 inkl. MWST zur Verfügung. Die Summe wird vollumfänglich ausgerichtet. Ankäufe können max. 30 % der Gesamtpreissumme betragen. Bezug der Ausschreibungsunterlagen Wettbewerbsprogramm, Anmeldeformular, Selbstdeklaration und die geschützte ZIP-Datei können unter www.simap.ch bezogen werden.

Bauaufgabe Das Hochbauamt Kanton Zürich (HBA) veranstaltet eine Submission für die Vergabe von Architekturleistungen (SIA Phasen Vorstudie, Projektierung, Ausschreibung und Realisierung) für die in den nächsten fünf Jahren anstehenden Einzelprojekte an Baudenkmälern (Natur- und Heimatschutzfondsobjekte, Schlösser sowie Liegenschaften, die in den Anlagen «Kulturgüter», «Ruinen» und «Denkmäler» geführt werden). Für diese Arbeiten im Bereich Hochbauten sowie teilweise an Gartenanlagen wird eine Rahmenvereinbarung mit maximal zwei Architekturbüros abgeschlossen, welche die einzelnen Aufträge in einem, der jeweiligen Projektcharakteristik angepassten Planerteam mit architektonischer, denkmalpflegerischer, technischer und organisatorischer Kompetenz kostenbewusst und nutzerorientiert projektieren und realisieren können. Gesucht werden Gesamtleiter im Sinne der SIA 102/2014, Art. 3.4. Verfahren Die Bewerbung zur Teilnahme am Planerwahlverfahren hat gemäss den Angaben in den Submissionsunterlagen zu erfolgen. Die Auswahl von max. 5 teilnehmenden Anbietenden erfolgt aufgrund der in den Submissionsunterlagen festgehaltenen Eignungskriterien. Das von den ausgewählten Planern einzureichende Angebot beinhaltet die Lösung zweier objektbezogener Aufgabenstellungen sowie eine Offerte zu den anzuwendenden Honorarparametern. Die Teilnahme an der Präqualifikation wird nicht entschädigt; die zur Planerauswahl zugelassenen Anbietenden werden für eine den Anforderungen entsprechende Eingabe mit Fr. 5 000 (inkl. MWST) entschädigt. Beurteilungsgremium • Daniel Baumann, Hochbauamt, Abteilungsleiter Baubereich A (Vorsitz) • Isabel Jüngling, Amt für Raumentwicklung, Kantonale Denkmalpflege • Dr. Peter Omachen, Denkmalpfleger Kanton Obwalden / Mitglied EKD • Michael Widrig, Kaufmann Widrig Architekten GmbH Teilnahmeberechtigung Um die Teilnahme am Verfahren bewerben, können sich als Planer qualifizierte Architekturbüros mit Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Fachleute, welche mit einem Mitglied des Beurteilungsgremiums oder mit einem Experten nahe verwandt sind oder mit einem Solchen in beruflicher Zusammengehörigkeit stehen. Termine Eingabe der Bewerbung (1. Phase) Eingabe des Angebots (2. Phase) Präsentation und Planerauswahl

bis 1. November 2019, 16.00 Uhr bis 17. Januar 2020, 16.00 Uhr 4. Februar 2020

Bezug der Submissionsunterlagen Die Submissionsunterlagen stehen unter www.hochbauamt. zh.ch, Rubrik «Ausschreibungen Planungsaufträge», als Download zur Verfügung.


10

Wettbewerb

nutzungen im Erdgeschoss verfügen über jeweils einen eigenen Eingang, der zu einer zentralen Eschliessungs­ halle führt. Hier sind auch die ge­ meinschaftlichen Flächen (Wasch­ küche, Gartenzimmer) platziert. Dadurch wird jedoch die vermiet­ bare Bürofläche kleiner als bei den anderen Projekteingaben. Für die Überarbeitung des Entwurfs müssen deswegen die vermietbare Fläche

Loeliger Strub Architektur aus Zürich erzielten mit ihrer Projekteingabe «Wo Wo Wogeno» den ersten Preis.

TEC21 40/2019

im Erdgeschoss vergrössert und die bestehenden Büroflächen besser ­aus­genutzt werden. Der gartenseitig angeordnete Besprechungsraum und die Küche können vollflächig zum Garten geöffnet werden und von den Mietenden sowohl der Wohnungen als auch der erdgeschossigen Büros gemeinsam genutzt werden. Die sorgfältig ausgearbeiteten Begeg­ nungsräume geben dem Gebäude einen gemeinschaftlichen Charakter. Die vorgeschlagenen Woh­ nungen sind um eine zentrale grosse Halle organisiert, die durch die Be­ wohnenden zum Essen, Arbeiten oder Spielen genutzt werden kann. Mit der erkerartigen Küche und dem Gartenzimmer mit auskragendem Balkon kann die Halle in den Regel­ geschossen erweitert werden. Die Architekten haben sie als «Schar­ nierräume» geplant, die mit den ­benachbarten Zimmern zu einem kleinen Raum­ cluster zusammen­ gebunden werden können. Der Durchstich über die gesamte Ge­

PROJEKTW ETTBEW ERB ERSATZNEUBAU ­K ÖCHLI­S TR ASSE 5 UND 7, ZÜRICH AUSZEICHNUNGEN 1. Preis: «Wo Wo Wogeno»

Loeliger Strub Architektur, Zürich 2. Preis: «The Raw And The Cooked»

ARGE Boris Gusic & Nemanja Zimonjic, TEN Zürich; Seforb; 3Plan; Jauslin Stebler; Matthias Clottu 3. Preis: «Lazy Afternoon»

Hauenstein La Roche Schedler Architekten, Zürich 4. Preis: «Januar»

Käferstein & Meister, Zürich 5. Preis: «Gerrit»

Lütjens Padmanabhan Architekten, Zürich; SJB Kempter Fitze J URY Zita Cotti, Architektin, Zürich; Bertram Ernst, Architekt, Zürich; Natasa Radulovic, Architektin, Vorstand Wogeno; Anita Schlegel,

Betriebs­ökonomin, Geschäftsleitung Wogeno; Tom Weiss, Architekt, Vorstand Wogeno (Vorsitz)

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ngenfür verschiedensteWohnsituationen

agenen Wohnungen werden aus der rschlossen und organisieren sich um osse Halle, die durch die BewohnerInnenje um Wohnen, Essen, Arbeitenoder Spielen n kann. Die erkerartige Küche und mer mit dem auskragenden Blumenn die Halle in den Regelgeschossenbis in um und in den Garten hinein. Klappbare en bei Bedarf die Küche im Sommer von ffnen sie zum Strassenraum. Auf der so chenveranda wird gekocht. In Analogie f der Gartenseite das Gartenzimmer dem Blumenbalkon als grosse Wohnwerden. nd das Gartenzimmer dienen als rnierräume zwischen dem Innen- und d können zusätzlichmit den benachbarten nem kleinen Raumcluster zusammenden. Die mit der Küche oder dem kurzgeschlossenen Zimmer nennen .  Sie können je nach Wohnform (Wohnder Familienwohnen) als zusätzliches der als Schlafzimmer genutzt werden. kerzimmer kann die kleinere Wohnung(75 nach Bedarf flexibel als 3.5 oder als ohnung und die grössereWohnung (98m2 + bzw. als 5.5 Zimmer-Wohnung genutzt össere der beiden Wohnungen verfügt zusätzliches  Aussenbad. 

lisierung

des Gebäudes wird aus tragenden nten aus Einsteinmauerwerk, einem rschliessungskern und Geschossdecken det. Die Innenwändeaus Mauerwerk und in den Wohnungenwerden geschlämmt. assadenelementesind grobkörnigverputzt sammen mit den vorgehängten Betonnsimsen, den farbigenFensterprofilenund einteiligeFassade.

-Whg

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4 bis 5-Zi-Whg

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1 * 98m2 +9 m2

+8 m2

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1 * 98m2 +9 m2 1 * 94m2 +9 m2 -

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190m2 182m2 161m2

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190m2

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105m2 978m2 (+41m2)

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10 Whg

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1 * 84m2 +9 m2

Nutzfläche 150m2 (+41m2)

bäudetiefe generiert interessante Raumabfolgen, und die flexible Zimmergestaltung ermöglicht viel­ fältige Nutzungen für verschiedene Wohnformen. Die Jury kritisiert, dass der Eingang mancher Woh­ nungen unmittelbar in die zentrale Halle nicht von Vorteil ist. Hier soll die Möglichkeit eines gut nutz­ baren Eingangsbereichs geprüft werden. Zudem müssen die vorgeschlagenen Auskragungen ange­ passt werden. Der Aussenraum des Hofs der drei bestehenden Gebäude, in den sie hineinragen, ge­ hört nicht zum Gestaltungsperimeter. Den strassenseitigen Ausdruck des Gebäu­ des mit der differenzierten Ausarbeitung der stark gegliederten Erdgeschossfassade, den Erkern wie auch den Vor- und Rücksprüngen in den Attika­ geschossen beurteilt die Jury als gelungen. Die rigidere Innenhoffassade lässt eine entsprechen­ de Selbstverständlichkeit jedoch ­vermissen. •

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max. Gebäudehöhe13.3m

Foto: Wogeno; Plan: Projek t ver fas sende

+8 m2

Wettbewerb

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Die Vor- und Rücksprünge der Fassade mit Erkern, lukarnen­a rtigen Dachaufbauten, französischen Fenstern, Band- und Eckfenstern sollen den Entwurf «Wo Wo

Wogeno» mit den angrenzenden Bestandsbauten ver­ binden, Mst. 1 : 200.

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Planungs- und Bauprozesse

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Damit keine Leerstelle vergessen geht Wie funktioniert BIM? Der Fachkoordinator für die Ausführung des neuen Kinderspitals Zürich erklärt die Schritte anhand eines einfachen Fallbeispiels: das Bestimmen der Aussparungen für den Schalungsplan.

Ansicht der Grossbaustelle für das neue Kinderspital in Zürich, Mai 2019.

D

as Kinderspital Zürich zieht an einen neuen Standort. Die Trägerschaft, die Eleonoren­ stiftung, ist an der westlichen Stadt­ grenze fündig geworden und reali­ siert den Neubaukomplex im Lengg­quartier. Bis Ende 2022 werden dort zwei Gebäude entstehen: das Akut­ spital mit einer Geschossfläche von rund 79 000 m2 und ein Gebäude für Lehre, Labor und Forschung, das 16 000 m2 Geschossfläche umfasst. Aktuell steckt das vom Basler Archi­ tekturbüro Herzog & de Meuron ver­ fasste Projekt mitten im Rohbau. Eine grosse Herausforderung für die Ausführungsplanung war zuletzt die Planung der Aus­spa­run­ gen, die für sämtliche Wanddurch­ brüche und Installations­nischen erforderlich sind. Im Klinikgebäude sind etwa 3500 «Leerstellen» vorge­ sehen; der Rohbau des Laborgebäu­ des ist mit weiteren 1000 Ausspa­ rungen durchsetzt.

Provision-for-Void-Prozess

schen. Voraussetzung für eine rei­ bungsfreie Anwendung ist jedoch, Um den Überblick innerhalb dieses dass alle Fachplanerteams die offene Grossprojekts und angesichts eines BIM-­Methode nutzen. Als Grundlage rollenden Planungsverfahrens zu für die Modellierung wird das vir­ bewahren und den Aufwand mög­ tuelle 3-D-Gebäude verwendet, das lichst gering zu halten, hat sich das zwischen Architekt und Bauingeni­ interdisziplinäre Planerteam für eur abgestimmt ist, ausserdem das eine modellbasierte Prozessvari­ante Resultat der räumlichen Koordina­ entschieden. Im Fachjargon wird sie tion unter allen Gewerken. «Provision for Void» (PfV) genannt. Ein PfV-Prozess bildet die drei­ Konflikte selbst erkennen dimensionale Durchbruchs- und Aussparungsplanung ab und ist Der Prozess beginnt im eigenen Ge­ das digitale Pendant zum konven­ werk: Jeder einzelne Fachplaner tio­nellen zweidimensionalen Aus­ modelliert seine Aussparungen mit­ sparungsplan. hilfe konventioneller CAD-Software. Bei der Modellierung werden Im besten Fall erkennt diese selbst, die Aussparungen als Volumenkör­ wenn ein Konflikt zwischen Ar­­chi­ per definiert und mit zusätzlichen tekturmodell und Fachplanung, Informationen ergänzt, etwa Po­si­ zum Beispiel der Gebäudetech­ tion, Form oder Gewerk. Alle hinter­ nik, entsteht. Dies geschieht, wenn legten Eigenschaften lassen sich sich   ­ einzelne Eigenschaften an über eine IFC-Schnittstelle (vgl. Glos­ den Überschneidungsstellen ­widersar S. 14) exportieren und austau­ sprechen, beispielsweise aufgrund

Foto: Universit ät s- Kinderspit al Zürich

Text: Michael Reich


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We Elevate


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Planungs- und Bauprozesse

Glossar (MERK BLATT SI A 2051) Das BIM Collaboration Format (BCF) dient der Abstimmung in­ terdis­z iplinärer Informationen. Es entspricht einem offenen Stan­ dard und unterstützt den offe­ nen Austausch unter verschiede­ nen Softwareprodukten. Die ICE-Session (Integrated Concurrent Engineering) ist ein mo­ dellbasierter transdisziplinärer Koordinationsworkshop im Team der Planer. Je nach Ziel nehmen weitere Entscheidungsträger da­ ran teil. Das IFC-Format (Industry Founda­ tion Classes) ist ein offener in­ ternationaler Datenstandard für den Austausch von digitalen Bauwerksmodellen. •

eines ­Grössenzuschlags im model­ lierten Volumenkörper. Unerlässlich ist auch eine erweiterte Exportfunk­ tion: Jede modellierte Aussparung ist mit allen wichtigen Informatio­ nen zu den zugewiesenen Gewerken oder über die Ab­messungen verse­ hen. Vonseiten Architektur und Trag­ werksplanung lassen sich diese Ei­ genschaften nach Belieben prüfen. Für den nächsten Schritt im PfV-Prozess ist der Fachkoordinator zuständig: Er sammelt und integ­ riert alle gewerkspezifischen Aus­ sparungsmodelle. Vorteilhaft sind dafür Programme, die sämtliche Informationen und deklarierten Ei­ genschaften eins zu eins überneh­ men. Das gegenseitige Abstimmen der fachspezifischen Ansprüche er­ folgt erst nach dem Einlesen auf eine eigene Koordinationsplattform. Hier erst kann der Fachkoordinator in­ tervenieren und die Aussparungen verschiedener Gewerke, die sich ört­

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lich überschneiden, zu einer gros­ sen «Leerstelle» zusammenfassen; er selbst darf teilweise darüber ent­ scheiden, diese allenfalls zu ver­ schieben. Jegliche Änderungen wer­ den abermals den Fachplanern zur Überarbeitung übermittelt, in Form eines digitalen BCF-Protokolls (vgl. Glossar). Dieses Format eignet sich für den Informationstransfer, da es sich in die meisten CAD-Programme einlesen und weiter bearbeiten lässt.

Leerstellen für die Ausführung frei­ gegeben werden. Vor allem der Trag­ werksplaner ist darauf angewiesen, um die Pläne für die Schalung und die Armierung zu generieren. Das digitale Planungs- und Bereinigungsverfahren erlaubt je­ weils eine stufengerechte Quali­ tätssicherung. Jederzeit lässt sich ­überprüfen, welche Aussparungen tatsächlich freigegeben worden sind. Und ebenso vereinfacht es das räum­ liche und funktionale Abstimmen Freigabe oder Bereinigung zwischen Haustechnik- und Trag­ werksplanung. Das letzte Wort hat Die Bereinigung und die Freigabe zwar der Statiker, doch zuhanden werden erneut dem Fachkoordinator der BIM-Fachkoordination werden anvertraut: Er sammelt die über­ Regeln und Tabuzonen definiert, bei arbeiteten PfV-Modelle ein und welchen Tragstrukturelementen übergibt den Planungsstand als Ge­ eine Aussparung zu vermeiden ist. samt-IFC dem Bauingenieur und dem Architekten zur Prüfung. Dar­ Am Schluss: ein Papierplan aus entsteht die nächste IFC-Modell­ version, in der vermerkt sein muss, Der Provision-for-Void-Prozess war ob eine Aussparung freigegeben ist für die Planung des Kinderspitals beziehungsweise was zu bereinigen eine wertvolle Anwendungshilfe: Alle ist. Mittels Filterfunktion lassen Aussparungen konnten zielgerichtet sich nicht freigegebene Aussparun­ koordiniert und freigegeben werden. gen aufdecken und den betreffenden Jedoch war es trotz der ­Modellierung Fachplanern zur Anpassung mittels nicht möglich, auf klassische zwei­ BCF-Protokoll übermitteln. dimensionale Aussparungspläne zu Auch dafür sind die Koordi­ verzichten. Vertraglich vereinbarte nationsregeln verbindlich: Die Fach­ Normen und traditionelle Bauabläu­ planer sind angehalten, die nicht fe verhindern vorläufig eine Fort­ freigegebenen Aussparungen zuerst setzung der Digitalisierungskette bis untereinander zu bereinigen. Der zum Schluss. Noch braucht es auf der Fachkoordinator klinkt sich erst bei Baustelle einen Aussparungsplan in Bedarf ein, wenn beispielsweise eine Papierform. Dieser wird aber schon Koordinationssitzung (ICE-Session, bald der Geschichte angehören. Mit vgl. Glossar) anzuberaumen ist. Die dem Gebäudemodell und den Scha­ Beschlüsse sind im BCF-Protokoll lungsplänen steht der digitale Ersatz für alle an der Ausführungsplanung bereits bereit. • Beteiligten nachvollziehbar festge­ Michael Reich, Projektleiter HLK, halten. Erst danach kann das Ge­ Gruner Gruneko Basel, bäudemodell mit den ausgestanzten michael.reich@gruner.ch

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Das Streben nach klarem Ausdruck ist in der Architektur ebenso verwurzelt wie in der Spra­ che. Bevor man zur Einfachheit gelangt, muss man sich einen Pfad durch den Dschungel des Verschlungenen, Verschwurbelten, Komplizier­ ten schlagen, das sich immer wieder ungefragt in die Perspektive schiebt, und alles Überflüssi­ ge grusslos hinter sich lassen. Erst ein gelunge­ nes Ergebnis macht den Prozess vergessen. Beru­ higend, dass sich mit diesem Problem schon die Rhetoriker der Antike beschäftigt haben. Seither ist das Thema immer wieder neu behandelt wor­ den. Das Jubiläumsjahr des Bauhauses, dessen Selbstverständnis in der Suche nach einem äs­ thetischen Minimalismus lag, ist der Anlass, zu dem Detlev Schöttker die vorliegende Anthologie zusammengestellt hat. Vierzig Texte von Philo­ sophen, Künstlern, Architekten aller Epochen bis in die Gegenwart eröffnen neue Blicke auf Formen der Einfachheit. Begleitend zu ent­ sprechenden Artefakten ist hier die andauernde theoretische Auseinandersetzung mit dem Be­ griff nachzuvollziehen und fortzuspinnen. •

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Meinung

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Vom Heimplatz zum Platz der Künste? Ein Leser antwortet auf den Artikel «Bau­m­in­sel im Pend­ler­ver­kehr», veröffentlicht in TEC21 35/2019. Text: Hugo Wandeler

Plan: Hugo Wandeler

E

Ein nach wie vor schlecht funktio­ nierender Verkehrsknoten, ergänzt mit Velostreifen und neuen Ein­ schränkungen für den Autoverkehr. Die Verkehrsinsel wird im Jury­ bericht als «Pocket-Stadtraum mit einem hohen Potenzial an Aufent­ haltsqualität, dessen gärtnerischer Reichtum auf die durchgrünten Quartiere Hottingen und Fluntern verweise» schöngeredet. Marmor auf den Flächen, die nicht dem Ver­ kehr dienen, soll die fehlende städ­ tebauliche Qualität ersetzen. Das prägnante Volumen der Kunsthauserweiterung gibt dem Platz eine neue räumliche Dimen­ sion. Das Denkmal für Ignaz Heim, den «Förderer des Volksgesangs», den heute niemand mehr kennt, ist fehl am Platz, und auch die ehema­ lige Tramwartehalle hat als Kiosk ohne Sitzmöglichkeiten ihre Berech­ tigung an diesem Ort verloren. Das unbefriedigende Ergeb­ nis des Studienauftrags war ab­ sehbar, weil das Programm den ­Pla­nungsspielraum (mit Absicht?) so eng gefasst hat und weil die aus­

in «Platz der Künste» war gesucht, als die Stadt Zürich im Dezember 2017 auf Ver­ langen des Gemeinderats einen ­Studienauftrag für die Neugestal­ tung des Heimplatzes auslobte und sechs Teams zur Teilnahme zuliess. Ein Heimplatz mit einer begrünten Verkehrsinsel ist das Resultat, das Ende Mai 2019 vorgestellt und Ende August in TEC21 publiziert wurde:

Ausschnitt aus dem Konzept, das Hugo Wandeler ohne Auftrag entwickelt hat:

«Die Gestaltung des Platzes ist mir ein wichtiges städtebauliches Anliegen. Ich hoffe, dass die zuständigen Instanzen einsehen, dass der Platz der Künste mehr sein kann als ein Verkehrs­k noten mit einer begrünten Insel.»

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gewählten Büros ausser einem nicht den Mut und die Kreativität gehabt haben, neue Lösungen für das Ver­ kehrsregime vorzuschlagen. Die Ver­ besserungen beschränken sich auf optimierte Fussgängerübergänge und zusätzliche Velostreifen. Andere Verkehrslösungen sind möglich, wenn die Planung nicht auf den Heimplatz beschränkt wird, sondern die ganze Rämistras­ se, die Kantonsschulstrasse und den Hirschengraben in ein neues Ver­ kehrskonzept einbezogen und un­ konventionelle Massnahmen ernst­ haft diskutiert werden. So kann es gelingen, den Platz von Verkehrsbe­ ziehungen zu entlasten und mit Kunstwerken in den Freiräumen vor den drei grossen Häusern als Platz der Künste zu prägen. • Hugo Wandeler, dipl. Architekt ETH/SIA, Planer FSU; hugo.wandeler@bluewin.ch

Wettbewerbsbericht zum ­Studienauftrag Heimplatz Zürich unter espazium.ch/de/aktuelles/ bauminsel-im-pendlerverkehr


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VORSCH AU TEC21 41–42/2019, 18. Oktober 2019 Ankommen in luftigen Hallen

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Vitrine

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Aktuelles aus der Baubranche Redaktion: Anna-Lena Walther

K WC

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Auszeichnung für KWC BEVO

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Lignum stellt mit Lignumdata eine offene Datenbank mit Baulösungen aus Holz bereit. Bauprodukte und Bauteile können nach Anforderungen wie Schallschutz, Brandschutz, Ökobilanz usw. gefiltert werden. Über die API-Schnittstelle sind die Daten auf verschiedenen Plattformen vernetzt oder können im offenen ifc-Standard direkt in CAD-Programme importiert werden. Damit bietet Lignumdata eine ideale Basis für die Zusammenarbeit mit BIM. Dank produktneutralen Informationen werden KMU bei Ausschreibungen nicht ausgeschlossen. •

Mit der neuen HLKS-Planerlösung aus dem Hause Messerli können Nutzer die gesamte Administration unter einem Dach abbilden. Der speziell entwickelte Messerli Heizungsund Lüftungskatalog mit je über 400 Positionen für die Devisierung deckt Anwenderbedürfnisse voll ab und kann zudem mit eigenen Positionen ergänzt werden. Die Verwendung der IGH-Katalogdaten für den Bereich HLKS sowie der NPK-/ Suisse­tec-Katalogdaten für die Sanitärsparte sind Standards. Auch Angebotsvergleich, Verträge und Baukostenkontrolle sowie die Möglichkeit, über die Web-App auf der Baustelle als Bauleiter Mängel- und Pendenzenlisten, Baujournal usw. zu erfassen, sind integriert. •

Mit dem «Iconic Awards 2019: Innovative Architecture» hat der Rat für Formgebung einen neutralen, internationalen Architektur- und Design­ wettbewerb etabliert, der sich von reinen Design-Awards unterscheidet, da insgesamt der positive, in­ novative Beitrag gewürdigt wird, den ein Produkt im Rahmen der ­Gesamtarchitektur leistet. Mit der Verleihung des Awards wird die neue Armatur KWC BEVO für ihre Gesamtkompetenz ausgezeichnet: ein starkes Argument für den modernen Armaturenprotagonisten. • www.kwc.ch

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IN DER V ITRINE PR ÄSENTIERT Die Angaben zu Firmen, Produkten und Dienstleistungen basieren auf Firmeninformationen. Auf den Abdruck solcher Hinweise besteht kein Anspruch. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Bitte senden Sie Ihre Informationen an TEC21, Postfach, 8036 Zürich, oder an produkte @ tec21.ch Die mit markierten Firmen bzw. Produkte sind in der Schweizer Bau­muster-Centrale Zürich (SBCZ) vertreten. www.baumuster.ch


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SIA-Mitteilungen

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A KTUA LISIERTES LA NDSCH A FTSKONZEPT SCH W EIZ

Richtschnur für das Bauen ausserhalb der Bauzone Die vier Planerverbände unterstützen die Ziele und Massnahmen des ­aktualisierten Landschaftskonzepts (LKS). Sie fordern alle Akteure auf, dieses konsequent und stufengerecht umzusetzen, im Sinn einer ­kohärenten und qualitätsbasierten Landschafts- und Raumordnungspolitik. Text: Myriam Barsuglia

A

ls Planungsinstrument ge­ mäss Art. 13 des Raumpla­ nungsgesetzes definiert das Landschaftskonzept Schweiz (LKS) behördenverbindliche Ziele für die raumrelevanten Sektoralpolitiken des Bundes. Das LKS von 1997 ist vom Bund grundlegend überarbeitet worden, unter Mitwirkung von Kan­ tonen und Akteuren aus Forschung und Praxis. SIA, FSU, BSLA und BSA haben im Rahmen der aktuellen Ver­ nehmlassung gemeinsam Stellung bezogen. Die Stellungnahme ist un­ ter www.sia.ch/lks zu finden.

Das aktualisierte LKS ­fördert die Zusammenarbeit Das aktualisierte LKS weist positi­ ve Neuerungen auf und dient als Rahmen für eine kohärente und qualitätsbasierte Landschafts- und Raum­ordnungspolitik. Das umfas­ sende Landschaftsverständnis ge­ mäss dem Europäischen Land­ schaftsübereinkommen, das dem LKS zugrunde liegt, wird begrüsst. Das LKS fördert entsprechend die Befähigung, die Koordination und die Zusammenarbeit aller Akteure in den Bereichen Landschaft, Natur und Baukultur. Mit seinem sektorenüber­ greifenden und regionalen Ansatz dient das LKS als Richtschnur, um auch das Bauen ausserhalb der Bau­ zone in nachhaltige Bahnen zu len­ ken. Um die Landschaften in ihrer Vielfalt, ihrer Schönheit und ihrer wichtigen Funktion als Lebens- und Erholungsraum sowie Produktions­ standort zu erhalten und zu fördern,

ist eine haushälterische, standort­ spezifische und qualitätsorientierte Nutzung zwingend. Die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet ist zu stärken, indem bauliche Eingriffe minimiert wer­ den, Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen sich auf gut erschlos­ sene Standorte konzentrieren und sich optimal in die Landschaft und ihren regionalen Charakter einglie­ dern. Bauten und Anlagen ausser­ halb der Bauzonen haben eine hohe baukulturelle Qualität aufzuweisen. Nicht mehr genutzte Bauten und ­A nlagen, die die Landschaft beein­ trächtigen, sind wenn möglich zu entfernen.

Steigerung der Landschaftsqualität als Maxime Das baukulturelle Erbe der Land­ schaft ist zu sichern und in Wert zu setzen. Die Maxime beim Bauen aus­serhalb der Bauzone darf nicht die Schadensminimierung, sondern muss die aktive Steigerung der Landschaftsqualität sein. Dies be­ dingt eine sorgfältige Planung und Gestaltung der einzelnen Eingriffe und des landschaftlichen Wandels als Ganzes. Der im LKS postulierte hohe Anspruch des Bundes an seine Bauten und Anlagen und die Umset­ zung über qualitätssichernde Ver­ fahren soll allen Akteuren als Vor­ bild dienen. Eine qualitätsvolle, ortsspe­ zifische Landschaftsentwicklung ist stufengerecht mit raumplane­ rischen Instrumenten umzusetzen und in der Interessenabwägung an­

gemessen zu berücksichtigen. Vor­ aussetzung hierfür ist ein hohes Bewusstsein aller relevanten Akteu­ re für landschaftliche und baukul­ turelle Qualitäten und deren gemein­ same Entwicklung. Das Fachwissen, der Wissenstransfer und spezifi­ sche Be­ratungsangebote für Land­ schaftsakteure sind dazu deutlich auszubauen. Sinngemäss unterstützen die vier Planerverbände auch die Landschaftsinitiative, die im Kon­ text der zweiten Revisionsetappe des Raumplanungsgesetzes von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Pro Natura, Bird Life und Schweizer Heimatschutz im März 2019 lanciert wurde. Sie fordern darum ihre Mit­ glieder auf, die Initiative mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. • Myriam Barsuglia, Vereinspolitik, Verantwortliche Public Affairs, myriam.barsuglia@sia.ch

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SIA-Mitteilungen

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Fünf ­Vernehm ­l assungen

Neue Korrigenda im Normenwerk

Der SIA unterbreitet folgende Normentwürfe zur ­Vernehmlassung: – prSN 506511 Elementbasierter Baukostenplan Hochbau eBKP-H – prSIA 271 Abdichtungen von Hochbauten – prSIA 118/271 Allgemeine Bedingungen für Abdichtungen von Hochbauten – prSIA 2024 Raumnutzungsdaten für die ­Energie- und Gebäudetechnik – prSIA 123 Preisänderungen infolge Teuerung: Verfahren mit Produktionskostenindex

Zur Norm SIA 500:2009 Hindernisfreie Bauten sind Korrigenda in deutscher, französischer und italieni­ scher Sprache zur Publikation freigegeben und ab 1. Oktober 2019 gültig. – SIA 261/C2:2019 Korrigenda C2 zur Norm SIA 261:2014 – SIA 261/C1:2019 Rectificatif C1 à la norme SIA 261:2014 – SIA 261/C1:2019 Errata-corrige C1 alla norma SIA 261:2014

Die Entwürfe stehen auf der SIA-Website unter fol­ gendem Link zur Verfügung: www.sia.ch/vernehm­ lassungen. Für Stellungnahmen verwenden Sie bitte das dort bereitstehende Formular. Stellungnahmen in anderer Form (Briefe, PDF usw.) können nicht be­ rücksichtigt werden. Wir bitten Sie, diese an die ent­ sprechende Mailadresse zu senden. Die Eingabefris­ ten sind 8. November 2019, 2. Dezember 2019 bzw. 15. Dezember 2019. • (sia)

Zur Norm SIA 500:2009 Hindernisfreie Bauten sind Korrigenda in deutscher, französischer und italieni­ scher Sprache zur Publikation freigegeben und treten ab 1. Oktober 2019 in Kraft. – SIA 500/C4:2019 Korrigenda C4 zur Norm SIA 500:2009, – SIA 500/C3:2019 Rectificatif C3 à la norme SIA 500:2009, – SIA 500/C1:2019 Errata-corrige C1 alla norma SIA 500:2009. • (sia) Die Korrigenda sind gratis abrufbar: www.sia.ch/korrigenda / www.sia.ch/rectificatif / www.sia.ch/errata-corrige

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AUSSTELLUNG

TAGUNG

BIS 12. JANUAR 2019

14. NOVEMBER 2019

bauhaus imaginista

BIM-Konferenz 2019 Die Bauindustrie befindet sich in ständiger Entwicklung. Technologi­ sche Entwicklungen und Trends führen zu veränderten Bedürfnissen und Anforderungen auf dem Ar­ beitsmarkt. Damit alle Akteure der Bau- und Immobilienbranche ange­ sichts der anstehenden digitalen Herausforderungen wettbewerbs­ fähig bleiben, bietet die BIM-Konfe­ renz 2019 Antworten auf Fragen wie: Was bedeutet die Digitalisierung für Arbeit und Alltag, und welche Rolle spielt BIM dabei? Was bedeuten die Veränderungen für mein Arbeits­ umfeld, und wie kann ich die Chan­ cen nutzen? Welche Risiken birgt die Digitalisierung? •

Das Bauhaus stand mit Institutionen in vielen Ländern in Kontakt. Es traf dort auf ähnliche Bewegungen, die unabhängig von ihm entstanden waren und dem Bauhaus selbst starke Impulse gaben. Das internatio­ nale Ausstellungs- und Forschungsprojekt «bauhaus imaginista» erkun­ det diese Verflechtungen. bauhaus imaginista rückt dabei den wechsel­ seitigen Dialog und den Austausch des Bauhauses, seiner Studierenden und Lehrenden mit aussereuropäischen Modernen in den Fokus. •

Ort: Swiss Tech Convention Center, Lausanne Infos: www.bauen-digital.ch/de/events/ detail/bim-konferenz-2019

Ort: Zentrum Paul Klee, Bern Infos: www.zpk.org

24. OKTOBER 2019, 17.30 UHR

TAGUNG

W ERKSTATTGESPR ÄCHE

14. UND 15. NOVEMBER 2019

OKTOBER BIS DEZEMBER 2019

Soft Space

Langenthal, wie weiter?

Ein Bahnhof ist heute auch ein Shop­ pingcenter, und während das Wohn­ zimmer immer mehr im Büro Einzug hält, ist die Wohnung heute gleich­ zeitig auch Büro und Arbeitsraum. Die eindeutige Zuordnung von Funk­ tionen zu Räumen ist heute vieler­ orts obsolet geworden, da sich Tä­ tigkeiten überlagern und die vormals starren Raum- und Nutzungsgren­ zen auflösen. Am 2. Internationalen Innenarchitektur Symposium dreht sich alles um die Auflösung von Grenzen – sei es bei den Nutzungen, zwischen Öffentlichem und Priva­ tem oder zwischen innen und aus­ sen. Welche Herausforderungen und kreativen Potenziale ergeben sich daraus für die Innenarchitektur? • Ort: Neubad Luzern Infos: blog.hslu.ch/softspace

Die Stadt Langenthal ist vom Schwei­ zer Heimatschutz mit dem Wakker­ preis 2019 ausgezeichnet worden. In diesem Rahmen finden verschiedene Werkstattgespräche statt, die sich mit der Weiterentwicklung der Stadt auseinandersetzen. 17. Oktober 2019: «StudentInnen planen Langenthals Zukunft – Interpretation des Sied­ lungsrichtplans durch die Hoch­ schule Rapperswil». 14. November 2019: «Das Jahrhundertprojekt: Der Bahnhof als Bindeglied für Langen­ thal». 12. Dezember 2019: «Langen­ thal – wohin gehst du? Zukunftsbild Agglomeration und Langenthal in der Schweiz». • Ort: Alte Mühle, Mühleweg 23, Langenthal Infos: www.langenthal.ch

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Holzer Kobler Architekturen

Das international agierende Studio Holzer Kobler Architekturen vereint ein breites Spektrum an Kompeten­ zen: von Städtebau über Architektur bis hin zu Szenografie und Design. Wesentlich stehen für das Büro pro­ grammatische Innovation, ästheti­ sche Identität und die Charakteris­ tik des Kontexts. Der Werkvortrag von Büropartnerin Simone Haar richtet den Fokus auf die Gestal­ tungs- und Realisierungsprozesse der Szenografieprojekte. • Ort: ibW, Schule für Gestaltung Graubünden, Städtliplatz 15, Maienfeld Infos: www.ibw.ch

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Digital zu mehr Planungssicherheit – WinDoPlan Die Software WinDoPlan fasst alle Fragen rund um Fenster und Türen in einer Datenbank zusammen und stellt VEKA Partnern sowie Architekten und Planern ein zeitsparendes, zuverlässiges und modernes Online-Planungstool zur Verfügung. WinDoPlan ermöglicht es sämtliche Schritte, von der Auswahl des Profils über die Konstruktion bis hin zur vollständigen Dokumentation, zeitsparend online zu erledigen, wann und wo immer man will. Des Weiteren unterstützt das Tool die BIM-Planungsmethode und hilft beim Erstellen aller relevanten Ausschreibungsdaten.

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Sommerhitze: Was brauchts am Bau?

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Wir müssen über Fenster reden Der Klimawandel stellt eine Zusatzaufgabe an Gebäudeplaner: Wie gelingt es, mit kühlem Kopf und geringem Energiekonsum über den Sommer zu kommen? Die Antworten aus Praxis und Forschung lauten ähnlich: Die Architektur ist ein entscheidender Faktor. Text: Paul Knüsel

Viele Fenster, aber so platziert und dimensioniert , dass das Innenleben des Bürohauses in Winterthur (BGP Architekten) nicht zu sehr vor einer Überhitzung geschützt und abgedunkelt werden muss.


Foto: Dominique Marc Wehrli

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Sommerhitze: Was brauchts am Bau?

ieder einmal ist der ideale Nutzer ge­ sucht. Einer, der weiss, wie ein Ge­ bäude funktioniert. Und einer, der sich jederzeit so verhält, dass der Betrieb nach Plan funktioniert. Und so, dass das bereitgestellte Haus und die mitgelieferte Technik die Erwartungen an die Per­ formance bei Energieeffizienz und Komfort erfüllen. Bislang standen kalte Wintertage und das Bedenken im Fokus, ein unbedacht agierender Nutzer lasse die Fens­ ter offen stehen und vergeude wertvolle Heizwärme. Nun weitet sich die Fürsorge auf die Behaglichkeit im Sommer und den Schutz vor Überhitzung aus. Was hat der ideale Nutzer nun dafür zu leisten? Wann darf er ein Fenster öffnen? Wie ist der Sonnenschutz einzustel­ len? Oder wie genau geht die Nachtauskühlung?

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«Wer fühlt sich für das System zuständig?» Das Zürcher Architekturbüro BGP startete kurz nach der Sommerhitze von 2018 eine spontane Umfrage bei Betreibern öffentlicher Alters- und Pflegezentren. Man wollte wissen, wie gut sich der Betriebsdienst im som­ merlichen Wärmeschutz auskennt und ob das archi­ tektonisch Geplante auch im Alltag funktioniert. Drei von vier Antworten waren positiv. Man halte gewisse Schutzregeln ein: Fenster nur über Nacht oder früh­ morgens öffnen, tagsüber Storen runter. Das reiche an heissen Tagen; das Innenklima bleibe angenehm. Eine Rückmeldung liess jedoch aufhorchen: Das Alterszentrum Dielsdorf, das 2017 erweitert worden war, war im Sommer danach teilweise überhitzt. In mehreren Zimmern stieg die Temperatur über 31 °C. Die nachträgliche Analyse ergab weitere Fragezeichen; selbst Räume an der Schattenseite waren ungewöhnlich warm. Erst auf Umwegen erkannte man, warum: Der Betriebsdienst hatte die Lüftungsanlage aufgrund von Zugluft manipuliert und einen Bypass an der Wärme­ rück­gewinnung vorbei ausgeschaltet. Der Effekt dieser Intervention war: Die Frischluft durchströmte den Wär­ metauscher auch im Sommer und heizte sich kurz vor dem Eintritt in die Zimmer auf 24 °C auf. Die Fehlleitung ist behoben; nun strömt die Luft wieder korrekt durch das Haus. Doch das Fallbeispiel lehrt, dass der ideale Alltagsbetrieb im Gebäude von vielen Details abhängig ist. «Fehler entstehen oft dort, wo sich niemand für das ganze System zuständig fühlt», sagt BGP-Partner Sebastian El Khouli. Das wird aber schon in der Planungs- und Realisierungsphase be­ stimmt. «Alle Fachbereiche müssen sich darum bemü­ hen, die Schnittstellen untereinander zu verknüpfen», so der Architekt. Das gelingt nicht überall: Immer häu­ figer werden Gebäudetechnikplaner für die nachträg­ liche Klimaoptimierung bei Neubauten aufgeboten. Der heisse Sommer 2018 hat auch das Gesund­ heitsdepartement der Stadt Zürich auf Komfortmängel aufmerksam gemacht. In den 27 Alters- und Pflege­ zentren übertraf der Raumkomfort die Behaglichkeits­ toleranz teilweise stark. Im Nachgang musste sogar der Stadtrat erklären, wie das Wohlergehen der Zentrums­

Geocooling, Freecooling Unter Geocooling ist die Zusatzfunktion einer Wärmepum­ penanlage mit Erdsonden zu verstehen. Der Untergrund, der im Winter als Energiequelle dient, ist im Sommer als Wärmesenke einzusetzen. Über eine Bodenheizung oder ein thermisch aktivierbares Bauteil (Tabs) wird die Wär­ me aus einem erhitzten Raum abgeführt und via Erdsonde in das Erdreich eingeleitet. Dieser saisonale Kreislauf dient neben der Raumkühlung zusätzlich dazu, den Boden thermisch so gut wie möglich zu regenerieren. Ein Freecooling meint dagegen das passive Ausküh­ len von Räumen oder Gebäuden, das mithilfe von Lüf­ tungs­ a nlagen, Rückkühlern ohne Kältemaschine oder auto­ m atischen Fensteröffnern zum Beispiel über die Nacht­stunden organisiert werden kann. • (pk)


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bewohnerinnen und -bewohner sicherzustellen ist. Die Exekutive nahm zuerst den Betriebsdienst in die Pflicht, die Gebäude durch nächtliches Lüften und das Schlies­ sen von Jalousien kühl zu halten. Zudem wies sie die Verwaltung an, einen Sofortplan mit weiteren techni­ schen und betrieblichen Massnahmen aufzustellen.Ein Einbau von Klimaanlagen soll zumindest in gemein­ schaftlich genutzten Räumen gestattet sein. Die Pflegebranche ist hellhörig geworden, weil Senioren unter der Überhitzung besonders stark leiden – ob in den eigenen vier Wänden oder in einer öffentlichen Einrichtung (vgl. «Unbehaglich oder schon gefährlich?», S. 39). Um vor allem aber die Alterszentren gegen eine Überhitzung zu schützen, sind aktive Kühlvarianten fast schon ein Muss. Bei Neubauten, die Erdwärme oder Grundwasser zum Heizen nutzen, lässt sich diese Zu­ satz­anforderung am einfachsten mit einem Geocooling-­ System erfüllen (vgl. «Geocooling, Freecooling», S. 31).

NEUBAU BÜROH AUS OBERW INTERTH UR ZH

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Dies geschieht zum Beispiel in der «Trotte», dem neues­ ten Alterszentrum der Stadt Zürich (Enzmann Fischer Architekten). Letzten Juni, wenige Wochen vor den heis­ sen Tagen, ging es in Betrieb. Als die Immobilien­ verwaltung den Sommer 2019 im 90-Zimmer-Komplex ­rekapitulierte, stiess sie auf ein knapp befriedigendes Messresultat. Die Raumtemperatur im Speisesaal stieg zwar nie über 27 °C, die Behaglichkeitsschwelle für ­Neubauten liegt jedoch ein halbes Grad tiefer; sie darf höchstens 100 Stunden pro Jahr übertroffen werden. Der Hitze­schutzplan wird im Alterszentrum Trotte noch optimalere Betriebseinstellungen finden müssen.

«Angenehmes Klima»! Aber wie? In den letzten beiden Jahren haben sich kurze und län­ gere Hitzeperioden wiederholt abgelöst. Ganz neu ist das Wetterphänomen nicht. In der Theorie liegen Vor­

Fenster von Hand öffnen

Die Gebäudetechnik selbst vereint teil­ weise verblüffende Methoden mit tradi­   tionellen Anwendungen. Der Sonnen­ schutz an den Fenstern, Storen mit Rafflamelle, verfügt über eine Tages­ lichtlenkfunktion. So wird ein Arbeits­ Oberwinterthur ist ein sich änderndes platz fast auf den Quadratmeter genau Entwicklungsgebiet. Auf einer freien beschattet, ohne den Lichteinfall pau­ Bauparzelle unmittelbar am Stadtrand schal abschirmen zu müssen. Unabhän­ hat sich vor zwei Jahren ein gemischtes gig davon darf jeder Nutzer die Fenster­ Gewerbe niedergelassen. Der Ausfall­ flügel so öffnen, wie es ihm beliebt. Das strasse entlang zieht sich nun die lange Vertrauen, dass man sich mit individu­ Halle eines Holzbaubetriebs; direkt da­ ellen Freiheiten von selbst zurückhält, neben steht ein fast quaderförmiges Ge­ wenn sowieso nur warme Luft ein­ Komfort gewährleistet, den Norm­ bäude mit massivem Ausdruck und fünf strömt, funktioniert. bereich eingehalten. Messungen aus Bürogeschossen. Dies ist der Firmensitz Die Luftzufuhr ist vollständig an dem Bürohaus Winterthur (Blau: des Planungs- und Ingenieurbüros 3-­ die Automatik delegiert, wenn niemand Kühlen; Orange: Heizen). Plan Haustechnik (vgl. Schweizer Inge­ mehr anwesend ist. Zur Nachtaus­ nieurbaukunst 2017/2018), das bei der kühlung öffnen sich die hinter Holz­ Realisierung selbst beteiligt war. Die lamellen versteckten Lüftungsflügel Wärmequelle für die Wärmepumpe ist auf allen Etagen, ebenso wie das Ober­ Aussenluft. Die noch nicht handelsübli­ licht über dem Haupteingang und die che Maschine wird mit dem Kältemittel Türen zum zentralen Erschliessungs­ Propan betrieben und besitzt eine re­ kern. Daraus ergibt sich ein gewollter versible Heiz- und Kühlfunktion. natür­l icher Sog­e ffekt: Kühle Nachtluft Die Gebäudehülle ist in hybrider fliesst durch das zum Lüftungskamin Holzbauweise erstellt und hochwertig verwandelte Gebäude. Die warme Ab­ gedämmt. Der Heizwärmebedarf liegt luft strömt nun von unten nach oben bei 16 kWh/m 2 und erfüllt die Vorgaben und durch die Entrauchungsklappen des Gebäudestandards Minergie-P. Die übers Dach hinaus. Anstelle von eige­ teilweise automatisierte Betriebstech­ nen Lüftungskanälen wird mit den für nik stellt sicher, dass auch der Strom­ den Notfall eingebauten Brandschutz­ konsum im Alltag minimiert werden einrichtungen ein Durchlüften nach kann. Zur hohen Energieeffizienz trägt Bedarf organisiert. • (pk) auch der sommerliche Wärmeschutz bei, insofern die baulichen und technischen Komponenten dafür optimiert worden sind. Zum Beispiel die passive Wärme­ pufferung: Das Treppenhaus und die Zwischendecken aus Beton speichern dank träger thermischer Masse einen Neubau Teil der internen Abwärme und des so­ 2017 laren Wärmeeintrags. Dessen Ausmass Bauherrschaft wird ebenso kontrolliert; der Fenster­ 3-Plan Haustechnik, Winterthur anteil in den Aussenfassaden beträgt Architektur nur 40 %. Auch die interne Wärmelast BGP Architekten, Zürich Ein temporärer Lüftungskamin für ist limitiert; das Kunstlicht stammt von Effiziente Nachtauskühlung

A m Tag Büros, nachts ein Kamin

einer LED-Innenbeleuchtung, die kaum Wärme abstrahlt.

Gebäudetechnik/Energie 3-Plan Haustechnik, Winterthur

die Nachtauskühlung; Schnitt durch das Bürohaus in Oberwinterthur.

G r a f i k : 3 - P l a n H a u s t e c h n i k / S P F; P l a n : B G P A r c h i t e k t e n

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Optimierte Tageslichnutzung


Foto: A nnet t L andsmann

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Draussen deutlich über 30 °C, drinnen 27 °C: Der Betriebsdienst des neuen Alterszentrums Trotte in Zürich (Enzmann Fischer Architekten) kümmert sich um den sommerlichen Wärmeschutz.

sorgelösungen durchaus bereit. Dennoch stellt jede Hitzewelle den sommerlichen Wärmeschutz ebenso auf eine Alltagsprobe, wie sie der Baubranche neue Kon­ zepte aufzwängt. So haben der SIA und die Hochschule Luzern ein Forschungsprojekt gestartet, das die in der Planung verwendeten Klimadaten an die Prognosen der Klimaforschung angleicht. Mit Erkenntnissen oder re­ vidierten Normen ist jedoch nicht vor 2021 zu rechnen. Bis dann wird man sich mit aktuellem Wissen behelfen. Hierzu wird gern betont, dass sich bauliche und technische Installationen beim Schutz vor allzu viel Sonne ergänzen können. Doch weil die Systeme immer komplexer werden, ist das reale Zusammenspiel regel­ mässig infrage gestellt: Was oder wer hilft, ein Gebäude besser auf Hitze vorzubereiten als mancherorts in den letzten Sommermonaten? Oder wer versteht, wie ein Gebäude nach seiner Eröffnung funktioniert: die Archi­ tekten, die Fachplaner, die Besteller oder die Betreiber? Beim Winterthurer Bürohaus «AE 15» ist die Antwort schnell gefunden: Die letzten drei arbeiten in ein und derselben Firma. Vor zwei Jahren hat das Planungs- und Ingenieurbüro 3-Plan sein neues Domizil bezogen (vgl. «Am Tag Büros, nachts ein Kamin», S. 32). Trotz nach­ folgenden Hitzesommern bot es ein «durchwegs ange­

nehmes Raumklima». Die Komfortnormen waren an allen Arbeitsplätzen eingehalten, bestätigt Geschäfts­ leiter Stefan van Velsen. Selbst bei Aussentemperaturen von 37 °C war es drinnen fast nie wärmer als 26 °C.

1000 Überhitzungsstunden als neue Regel? Gegen Überhitzung hilft zwar Technik: Der Firmensitz wird mit einer Spezialwärmepumpe beheizt und bei Bedarf gekühlt. Das Energiemonitoring zeigt aber, wie wenig davon effektiv bezogen werden muss. Das Gebäu­ de schützt sich zwischen Juni und August dank einer robusten und wandelbaren Architektur weitgehend selbst vor allzu viel Wärmeeintrag. Die Fenster, das Material und die räumliche Struktur bestimmen we­ sentlich mit, wie viel Wärme ins Haus gelangt, allenfalls gespeichert und bei Bedarf so schnell als möglich wie­ der abgeführt werden kann. «Räumlich und strukturell lässt sich einiges ausloten, bevor überhaupt über Kli­ maanlagen oder Kältemaschinen nachgedacht werden soll», bestätigt Architekt El Khouli. In Winterthur kann der Wärmeeintrag tagsüber eingeschränkt werden; in der Nacht lässt sich das Gebäudeinnere sowohl vertikal als auch horizontal effizient auskühlen.


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«Nicht von Technik abhängig machen» TEC21: Herr Settembrini, Sie haben mit anderen Gebäudeforschern eine Studie über das «Planen angesichts des Klimawandels»2 veröffentlicht. Werden energieeffiziente Gebäude den klimatischen Anforderungen auch in den nächsten vier bis fünf Jahrzehnten – baulich und technisch – gerecht? Gianrico Settembrini: Der aktuelle Ansatz, die Transmissionsver­ luste einer Gebäudehülle mit guter Wärmedämmung zu reduzieren und durch passive solare Gewinne im Winter auszugleichen, wird auch in Zukunft funktionieren. Die laufenden Klimaprognosen lassen bis Mitte des Jahrhunderts aber eine Reduktion des Heizwärmebedarfs um 20 bis 30 % erwarten. Zugleich wird sich die thermische Behaglichkeit in Innenräu­ men während des Sommers deutlich verschlechtern. Gut konzipierte energieeffiziente Gebäude werden deshalb entsprechende Massnahmen in die Betrachtung miteinbeziehen müssen. Der Fokus verschiebt sich vom winterlichen Wärmeschutz zur Behaglichkeitsfrage im Sommer.

Gianrico Settembrini, Architekt ETH und Leiter der Forschungsgruppe «Nachhaltiges Bauen und Erneuern» am IGE Institut für Gebäudetechnik und Energie, Hochschule Luzern.

Sind nun auch Wohnhäuser zwingend aktiv zu kühlen? Um eine Überhitzung von Innenräumen zu verhindern, sind das einwandfreie Bedienen des Sonnen­ schutzes und eine effiziente Nachtaus­ kühlung wirksame Massnahmen. Der Nutzer spielt deshalb eine entscheiden­ de Rolle. Eine Automatisierung von Lüftungssystemen kann zusätzlich in Betracht kommen, wenn die Lärmbe­ lastung oder der Einbruchsschutz ein manuelles Durchlüften der Wohnräu­ me verunmöglicht. Von der Architektur sind jedoch innovative Entwurfsansät­ ze gefragt, um etwa eine Nachtausküh­ lung für alle Räume sicherzustellen. Ein technischer Ansatz ist Geocooling, das Kühlen über Erdsonden. Weil das Erdreich im Sommer mit der Raum­ abwärme erwärmt wird, erhöht sich zudem die Effizienz der Wärmebereit­ stellung im Winter. Kann man auf zusätzliche Technik verzichten? Auf aktive Kühlmassnahmen soll man nicht zwingend angewiesen sein. Ein Gebäude kann heute schon so entworfen und konzipiert sein, dass es den Folgen des Klimawandels stand­ hält. Ziel ist es, die energetische Performance über den gesamten Lebenszyklus zu optimieren. Das kann beispielsweise mit Fensterflächen oder der thermischen Speicherfähigkeit beeinflusst werden. Bestehende Gebäude schneiden in der Klimastudie gut ab. Gibt es da – anders als beim Wärmeschutz im Winter – ­k einen Handlungsbedarf? Die analysierten Gebäude im Bestand wurden kürzlich energetisch saniert, etwa am Dach und an den Fenstern. Ihr Heizwärmebedarf liegt aber weiterhin über Neubauniveau. Im Vergleich dazu ist das Überhitzungs­ risiko geringer, was an den typologi­ schen Unterschieden zwischen Altund Neubau liegt. Der Fensteranteil, die Art des Sonnenschutzes sowie die Lüftungsmethode sind dabei die grössten Unterschiede.

Die Energieeffizienz wird gesteigert, wenn die Technik nicht alles leisten muss. Entsprechend gering ist der Stromkonsum im Sommer im Bürohaus von Oberwin­ terthur. Der Bedarf an Kühlenergie ist achtmal geringer als der Heizenergiebedarf. Aber was kommt auf ein Ge­ bäude zu, wenn sich die Hitzewellen wie prognostiziert noch weiter ausbreiten? Bereits vor zehn Jahren verdeut­ lichte der Forschungsbericht «Bauen, wenn das Klima wärmer wird»1, dass sich ein heute gebautes Haus der­ einst bei mediterranem Sommerwetter bewähren muss. «Zürich wird Turin» fassten die Autoren die Anforde­ rungen kurz zusammen; im Piemont steigen die Tem­ peraturen schon heute über 40 °C. Da kommt also noch mehr auf uns zu als in den vergangenen Hitzejahren.

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Folgerichtig wären kleinere Fenster zu empfehlen? Sicher sind Gebäude mit gerin­ gem Glasanteil günstiger, um eine hohe Behaglichkeit im Sommer zu garantie­ ren. Doch eine pauschale Empfehlung möchte ich daraus nicht ableiten. Der Handlungsbedarf ist weiterhin ge­bäu­despezifisch zu evaluieren. Dazu braucht es eine gesamtheitliche ­ Betrachtung: Reduziert man Fenster­ flächen, sinken zwar die solaren Lasten und der Kühlbedarf. Parallel dazu kann aber der Beleuchtungsbedarf steigen, weil weniger Tageslicht einfällt. In den USA oder den Niederlanden definiert man den Gebäudekomfort etwas flexibler. In der Fachwelt spricht man von der «adaptiven thermischen Behaglichkeit» (vgl. «Unbehaglich oder schon gefährlich?», S. 39). Sind solche Überlegungen in die Planungsstudie eingeflossen? Den adaptiven Komfortansatz haben wir für das Design der Studie diskutiert. Trotzdem haben wir uns für eine konservative Betrachtung ent­ schieden und die heute gängigen Nor­men als Bewertungsgrundlage benutzt. Aus unserer Sicht ergibt sich daraus eine realitätsnähere Prognose, wie sich der Energieverbrauch für die Klima­ kältebereitstellung entwickeln wird. Aber deutet nicht einiges darauf hin, dass sich der Mensch teilweise an höhere Temperaturen gewöhnen wird? Durchaus, aber Erfahrungen im südlichen Europa zeigen: Immer mehr Innenräume werden aktiv gekühlt, sofern man es sich leisten kann. Das deckt sich mit den Beobachtungen in der Schweiz in den letzten warmen Sommern. Während der Hitzewellen sind Klimageräte in der Regel aus­ verkauft. Demgegenüber ist es aber richtig, dass nicht nur die maximalen Tagestemperaturen entscheiden, wie behaglich ein Nutzer das Raumklima empfindet. Wesentlich ist zum Beispiel auch, dass sich der menschliche Körper in den kühlen Nachtstunden genügend von der Hitze erholen kann. •

Abermals wollen Forscher an der Hochschule in Luzern (HSLU) Genaueres wissen. Diesmal interessieren sie sich nicht nur für Klimaprognosen, sondern auch, wie man «angesichts des Klimawandels planen soll».2 Mit­ hilfe von Simulationen haben sie untersucht, wie sich Behaglichkeit und Energiebedarf in neuen und alten Wohnhäusern ändern, wenn die Klimaprognosen ein­ treffen (vgl. «Nicht von Technik abhängig machen», oben). Erwartet wird ein Anstieg der durchschnittlichen Sommertemperatur bis 2060 um 4 °C. Die HSLU-Analy­ se rechnet deshalb mit einer Steigerung der erforder­ lichen Kälteleistung im Vergleich zu heute um den Fak­ tor 4. Für Neubauten bedeutet dies: Der Kühlbedarf ziehe mit dem Heizwärmebedarf gleich, so die Autoren.

Portrait: zVg

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Hitzesommer 2003 und 2015 im Vergleich zur Periode 1981–2010

Durchschnitt 1981–2010

2003

35

2015

80 70 60 50 40 30 20 10 0

Grafik: MeteoZurich / European Climate Assessment & Dataset, Bearb. Red.

Sommertage Tmax > 25 °C

Hitzetage Tmax > 30 °C

Tropennächte Tmin > 20 °C

Heitere Tage > 12 h Sonne

Trübe Tage < 3 h Sonne

Kühltage Tmittel > 18.3 °C

Dass der Klimawandel die aktuellen Wetterbedingungen ändert, ist mehrfach bestätigt. Hier die Darstellung eines Vergleichs zwischen dem aktuellen Durchschnitt (grau) und den Besonderheiten in den Hitzejahren 2003 (pink) und 2015 (orange).

Noch anschaulicher wird die erwartete Veränderung mit folgender Analogie: Ein Raum, der unter heutigen Gegebenheiten mit oder ohne sommerlichen Wärme­ schutz höchstens 27 °C warm wird, heizt sich 2060 mit denselben Interventionen bis 33 °C auf. Doch damit nicht genug: Auch die Dauer der Hitzewellen nimmt zu. Für ein Wohnhaus im Schweizer Mittelland, das mit heutiger Technik ausgerüstet ist, geht man in der Klimastudie von mehr als «1000 Überhitzungsstunden» aus. 2003 ist zwar bekannt für seinen ausserordentli­ chen Hitzesommer, doch im Vergleich zu den kommen­ den 40 Jahren war die damalige Aufheizungsrate ledig­ lich halb so gross.

Überraschend erscheint dagegen, wie wenig der Klima­ wandel heute bestehende und dannzumal fast 100-jäh­ rige Wohnhäuser stressen wird. Unter der Vorausset­ zung, dass die Simulationen stimmen und sich auch deren Nutzer ideal verhalten, sind Altbauten dem zu­ sätzlichen Hitzeeintrag gegenüber robuster als moder­ ne Häuser. Die HSLU-Gebäudeforscher verweisen auf den geringeren Anteil an und die bescheideneren For­ mate von Fenstern als Hauptunterschied. Ist das moderne Haus mit viel Transparenz und grosser Öffnung an der Südfassade deswegen in­ frage gestellt? Aus Luzern kommt der Rat, sich zumin­ dest zu überlegen, welcher Anteil den Fenstern in Zu­ kunft zuteilwerden soll. Ein besseres Austarieren der Altbauten wirken robuster Flächen verbessere die Behaglichkeits- und Energie­ bilanz in Wohnbauten «massgeblich». Andernfalls In südlichen Breitengraden sind Klimaanlagen heute könnten energieeffiziente Kühlverfahren ohne zusätz­ üblich. Welche Alternativen eignen sich aber mittelfris­ lichen technischen Aufwand helfen. Insofern beinhal­ tig, um ein Gebäude im aufgeheizten nördlichen Alpen­ tet das Planen für den Klimawandel nun auch, eine raum vor der Sonne zu schützen? Die Luzerner Studie neue Balance für das System «Gebäude» zu finden. Das hat einige Möglichkeiten simuliert. Das Ergebnis ist bezieht sich auf die Suche nach dem idealen Nutzer, vielversprechend und bestätigt das bereits bekannte optimalen technischen Systemen und dem bestmögli­ Repertoire: Ein idealer Nutzer kann sich bestens chen Architekturentwurf. • ­abschirmen, sei es mit beweglichem Sonnenschutz, natürlicher oder automatischer Lüftung oder der Paul Knüsel, stv. Chefredaktor, Redaktor Umwelt/Energie ­ Nachtauskühlung. Doch zu erwarten, dieser sei tags­ über zu Hause und könne jederzeit auf den Sonnenstand reagieren, ist wohl vermessen. Alternativ dazu bietet Anmerkungen der Gebäudeentwurf weit grössere Einflussmöglich­ 1 Bauen, wenn das Klima wärmer wird, Koordination keiten für den sommerlichen Wärmeschutz, etwa durch der Bau- und Liegenschaftsorgane des Bundes (KBOB) das Bestimmen des Fensteranteils oder die Optimierung 2008. der Speichermasse. Und ein guter U-Wert zur Verbesse­ 2 ClimaBau – Planen angesichts des Klimawandels. rung der Betriebseffizienz im Winter hält eine Fassade Energiebedarf und Behaglichkeit heutiger Wohn­ bauten bis ins Jahr 2100. HSLU 2018. auch im Sommer dicht.


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GEBÄUDESTA NDA RD

«Mehr elektrische Energie für die Gebäudekühlung» Minergie-Geschäftsleiter Andreas Meyer Primavesi sieht sich neuerdings mit Anfragen konfrontiert, wie ein Gebäude nachträglich besser zu kühlen ist. Das Überhitzungsthema ist im Wohnungsbau angekommen. Interview: Paul Knüsel

Aktiv oder passiv kühlen? Der sommerliche Wärmeschutz wird im Wohnungsbau zu einer zentralen Komfortfrage.

TEC21: Herr Meyer Primavesi, das Gebäude von morgen soll fast keine Energie mehr konsumieren, muss aber wohl stärker gekühlt werden als bisher gedacht. Werden die aktuellen Effizienzbemühungen dadurch torpediert? Andreas Meyer Primavesi: Für die Gebäude­ kühlung wird tatsächlich mehr elektrische Energie erforderlich sein als heute. Vorausgesetzt, der Strom wird vor Ort erzeugt, ist daran wenig auszusetzen. Im Sommer speisen viele Hauseigentümer ihre Über­ schüsse ins Netz ein; diese etwa für die Gebäude­ kühlung selbst zu konsumieren, stellt im Vergleich dazu sogar eine wirtschaftlichere Variante dar. Aber ist das mit der geltenden Strategie kompatibel, die Energieeffizienz des Gebäudeparks zu steigern? Für die übergeordnete Versorgungsebene er­geben sich nur wenige Konflikte. Im Sommer wird die Schweiz Stromüberschüsse produzieren, die eine niedrige CO2-Bilanz aufweisen. Im Winter importieren wir dagegen Strom aus Europa, der mehrheitlich aus

fossiler Energie erzeugt werden wird. Den Fokus gilt es auf die Reduktion des Winterbedarfs zu richten. Deshalb darf der steigende Aufwand, die Häuser zu kühlen, nicht dazu führen, sich nun weniger um die Energieeffizienz von Gebäuden zu kümmern. Bauliche Massnahmen für einen besseren Wärmeschutz im Winter zahlen sich auch im Sommer aus. Der sommerliche Wärmeschutz wird zusätzliche Technik benötigen. Wie wichtig sind dafür beweg­ liche Einrichtungen wie Storen? Sie werden eine grössere Rolle spielen. Leider bieten viele dieser Sonnenschutzsysteme aber noch keine Garantie gegen eine Überhitzung der Räume. Warum nicht? Nutzer setzen Storen oft falsch ein, und viele Gebäudeautomationssysteme sind ebenfalls verbesse­ rungswürdig. Häufig ist auch der Betrieb in Zweck­ bauten, wann und wie der Sonnenschutz zu bedienen ist, mangelhaft organisiert. Doch bevor wir die guten


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und schlechten Seiten der Technik vertiefen, ist klarzustellen: Ein Gebäude muss den Innenraum durch seine Bauweise kühl halten können. Ein opti­ maler sommerlicher Wärmeschutz basiert deshalb auf einem robusten Lowtech-Konzept. Der Fenster­ anteil, die Ausrichtung der Gebäudeöffnungen und die Speichermasse sind wesentliche Faktoren, um eine Überhitzung zu verhindern. Auch die Wärmeabfuhr, etwa mit Nachtauskühlung, wird wichtig.

Fotos: Arento; z Vg

Mit zunehmender Sommerhitze steigen die bauphysikalischen Anforderungen an die Gebäudehülle. Die Spanne des Leistungsbedarfs zwischen Winter und Sommer weitet sich ebenfalls aus. Was heisst das für die Zertifizierung von Minergiehäusern? Das Gebäude muss auf diese sich ändernden Wetter- und Klimabedingungen reagieren können. Dennoch bleiben die Qualitätsanforderungen fast gleich wie heute. Zwar nimmt der Energiebedarf im Winter ab, weil die Anzahl Tage, an denen geheizt werden muss, zurückgeht. Aber mit sehr kalten Tagen ist weiterhin zu rechnen. Im Sommer sind derweil Temperaturextreme und längere Hitzeperioden zu erwarten. Daher zeichnet sich ab, dass ein Gebäude­ entwurf verschiedene Zielkonflikte zwischen Winter, Sommer und Tageslicht zu bewältigen hat. Was heisst das? Um ein Gebäude im Sommer kühl zu halten, kann man beispielsweise die Fensterfläche verklei­ nern. Aber das verringert den Lichteinfall; Räume werden plötzlich düster. Trotzdem glaube ich nicht, dass die grossen Fensterformate unter Druck geraten: Der Mensch mag Tageslicht, und es braucht die Fenster für solare Wärmegewinne im Winter. Der Sommer wird – so die heutige Praxis – deshalb verstärkt mit Storen zu bewältigen sein, die aber richtig zu bedienen sind. Zusätzlich ist eine Verbesse­ rung der Glastechnologie zu erwarten. Gefragt sind intelligente Materialien, deren Transparenz auf den Wechsel von Licht, Temperatur und Sonnenstand reagiert. Auch ein Geocooling wird stärker in Be­ tracht zu ziehen sein. Zusätzliche Technik hilft also, den Zielkonflikt zwischen Überhitzung und natür­ licher Belichtung zu umgehen. Wie kann der Gebäudestandard Minergie sicher­ stellen, dass die Auszeichnung weiterhin einer überdurchschnittlichen Effizienzleistung entspricht? Effiziente Kühlsysteme werden das Ergebnis des technischen Fortschritts sein. Bereits beim Heizen, Lüften und Wärmeschutz hat er mitgeholfen, die Ziele zu erreichen. Trotzdem müssen auch wir uns Gedanken machen, wie die steigenden saisonalen Qualitätsanforderungen zu bewältigen sind. Die Komplexität beim Bauen wird weiter zunehmen. Ein aktiv gekühltes Gebäude zu zertifizieren ist aber kein Tabu. So erhalten wir Gewissheit, dass ein Gebäude grundsätzlich gut konzipiert und mit effizienter Technik ausgestattet ist – unter Berücksichtigung

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einer architektonischen Vielfalt. Zu verhindern ist dagegen, dass ein zertifiziertes Gebäude nachträglich mit irgendeinem Kühlaggregat aus dem Baumarkt nachgerüstet wird. Das würde Tür und Tor für ineffiziente Technologien öffnen. Man hört, dieses Problem existiert im Tessin schon. Der Sommer im Tessin ist heisser als nörd­lich der Alpen. Dass sich daraus standortbedingte Überhitzungsprobleme ergeben, bekommen wir mit, weil Besitzer von Minergiebauten an die dortige Agentur herantreten. Sie wollen nachträglich eine effiziente Kühlvariante finden.

Im Entwurf sind Zielkonflikte zwischen Winter, Sommer und Tageslicht zu bewältigen. Welchen Anpassungen stimmen Sie nachträglich zu? Ein wichtiges Kriterium ist die eigene Energie­ bilanz. Wenn ein nachträglich installiertes Kühlgerät mit dem vor Ort produzierten Strom versorgt werden kann, ist das kein Problem. Allenfalls ist die PV-Anla­ ge zu erweitern oder eine Batterie zu installieren. Dies garantiert die Gleichzeitigkeit von Produktion und Verbrauch. Ebenfalls bestehen wir auf einer professio­ nellen Planung. Wir können aber nur diejenigen beraten, die an eine Zertifizierungsstelle oder Agentur gelangen. Unser Einflussbereich endet sonst, sobald ein Haus in Betrieb genommen wird. Allerdings haben wir bereits erkannt, dass im Zertifizierungsverfah­ ren noch genauer auf die baulichen Massnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz zu achten ist. Was empfehlen Sie, um ein Gebäude so gut wie möglich auf kommende Hitzewellen vorzubereiten? Mit Empfehlungen halten wir uns zurück, weil die Wahl der Varianten grundsätzlich frei und vieles in Bewegung ist. Aus der Beobachtung der Praxis kann ich aber sagen: Vermehrt wird die Geo­cooling-Variante präsentiert, bei der ein Gebäude über Erdsonden gekühlt wird. Eine weitere Hoffnung wecken verbesserte Gebäudeautomatisierungssyste­ me. In Verwaltungsbauten sind sie jetzt schon Stan­ dard, in Wohnbauten eher selten. Das Ausbaupoten­ zial ist unbestritten. Aber es gibt auch Kritik, weil der Nutzer nicht mit Technik bevormundet werden will.

Andreas Meyer Primavesi,

Forstingenieur ETHZ, MBA IESE Barcelona, ist Geschäftsleiter des Vereins Minergie.


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Sie verweisen auf die Unterschiede bei der Konzep­ tion von Wohnungs- und Verwaltungsbauten. Sorgt das Überhitzungsthema hier für neue Akzente? Zweckbauten werden gewohnheitsmässig gekühlt, ebenso ist der Betrieb häufig automatisch organisiert. Das Thema Überhitzung kommt jetzt vor allem im Wohnungsbau an. Ich glaube aber, dass die energetische Herausforderung nicht allzu gross ist. Vielmehr dreht sich die Debatte um den Kom­ fort. Die Toleranz gegenüber hohen Innentemperatu­ ren ist allerdings gering. Zurück zu den Energiebetrachtungen: Welche Fragen stehen für den Gebäudebereich an? Die Eigenstromproduktion bleibt ein wichti­ ger Faktor. Damit lässt sich der erhöhte Energiebe­ darf für das Kühlen decken, ohne die Gesamtbilanz infrage zu stellen. An Relevanz gewinnen wird jedoch, wie viel Energie ein Gebäude im Winter benötigt und wie sauber die saisonale Energiezufuhr ist. Deshalb setzt sich der Verein intern damit aus­ einander, die Energiebilanz auf die Jahreszeit bezogen zu betrachten. Was wäre, wenn Sommerstrom in der Energie­bilanz nur mit Faktor 1 zählt, Winterstrom dagegen mit Faktor 3? Damit würde deklariert, dass man im Winter sorgfältiger mit jeder Kilowatt­ stunde Energie umgehen muss. Doch diese Diskus­ sion fängt erst an. Könnten die Energieversorger nicht ein saisonal differenziertes Tarifsystem einführen? Alle sind zur Debatte eingeladen. Eine ökolo­ gische und eine ökonomische Betrachtung der Strom­ versorgung hat sicher einiges gemeinsam. Doch Minergie will nicht in den Strommarkt eingreifen; wir kümmern uns weiterhin um das Planen, Bauen und, vermehrt, Betreiben von Gebäuden: Ein Gebäude soll so wenig und so saubere Energie wie möglich konsumieren.

Fachbücher zur Gebäudekühlung

Klimakälte heute,

kluge Lösungen für ein angenehmes Raumklima, SWKI, Energieschweiz, Faktor 2019

Sommerlicher ­W ärmeschutz,

Klima­komfort im Minergie-­Gebäude, Minergie-Wissen 2019

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Den angesprochenen Para­digmenwechsel, die Energieträger saisonal zu betrachten, möchte ich kurz durchspielen. Könnte das zum Beispiel für Null­energiehäuser bedeuten, dass ein lokales ­Speichern von Strom wichtiger wird? Der Spielraum im Sommer wird grösser. Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Das heisst, eine mit Strom angetriebene Gebäudekühlung kann sinn­voll sein. Im Gegenzug wären Anstrengungen zu verstärken, überschüssige Energie in den Winter zu schieben, sei es im Erdreich, in Latentwärmespei­ chern, solaren Saisonspeichern usw. Eine saisonale Betrachtung hätte ebenso den Effekt, dass eine Erdwärmepumpe mit zusätzlicher Kühlfunktion und Erdsondenregeneration gegenüber einer Aussenluft­ wärmepumpe noch besser beurteilt wird. Minergie zertifiziert nicht nur Gebäude, sondern auch Bauteile und technische Systeme. Wann kommen die Speicher dran? Die saisonale Speicherung von Wärme hat sicher viel Potenzial. Doch man sollte den Autarkie­ wunsch nicht auf die Spitze treiben. Es gibt verschie­ dene Möglichkeiten, Anteile der Energie saisonal zu verschieben. Dass jeder für sich einen Energienot­ vorrat anlegt, um den Winterbedarf vollständig abzu­decken, ergibt ökonomisch aber wenig Sinn. Unsere Idee ist weniger radikal: Wir wollen Anreize schaffen, den Energiebedarf zumindest saisonaler zu betrachten. Ein Gebäude, das einen Teil der Somme­ renergie erst im Winter verbraucht, wäre beispiels­ weise zu bevorzugen. Im Moment ist das weder in den Energie­ge­setzen noch in den Baunormen vorgesehen. Auch unser neuester Standard, Minergie-A, ist nicht spezifisch darauf ausgerichtet, Energie zu speichern. Aber wir arbeiten daran, dies zu verbessern. Neuerdings formuliert der Bundesrat, dass die Qualität des Gebäudeparks an einer CO2-Limite zu bemessen ist. Wäre das nicht die Gelegenheit für Minergie, als Marktvorreiter ein Label ganz auf Klimaneutralität auszurichten? Tun wir das nicht? Im Betrieb sind Minergie­ bauten heute schon weitgehend fossilfrei. Ein MinergieA-Gebäude produziert sogar mehr CO2-neutralen Solarstrom, als es verbraucht. Ungelöst ist, wie man das verbaute, graue CO2 kompensieren soll, um wirklich «netto null» zu erreichen. Doch jetzt so rasch wie möglich alle Ölheizungen durch Wärmepumpen zu ersetzen, greift zu kurz. Zuerst muss man wissen, aus welchen sauberen Quellen der Winterstrom stammen soll. Ansonsten würde man den fossilen Anteil via europäischen Kohlestrom über die Hinter­ tür wieder in den Schweizer Gebäudepark schmug­ geln. Die Energieeffizienz bleibt insofern die ­wichtigste Grundlage für einen Wandel zur klima­ freundlichen Energieversorgung. • Das Interview führte Paul Knüsel, stv. Chefredaktor, Redaktor Umwelt/Energie


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THER MISCHER KOMFORT

Unbehaglich oder schon gefährlich? In der Beurteilung, wie sich Hitzewellen auf die menschliche Gesundheit auswirken, ist einiges unwägbar geworden. Auch die Gebäudeplanung kommt nicht darum herum, das bisherige Verständnis von Komfort zu hinterfragen. Text: Paul Knüsel

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mitten in der Stadt, die die Umgebung weiter aufheizen, werden in der Tagespresse mitunter heftig kritisiert. Und ebenso steigt das Unverständnis gegenüber öffent­ lichen Gebäuden wie Schulen oder Alterszentren, in denen die Nutzer ungenügend vor Überhitzung geschützt sind. Die Sorge wächst, dass die Gesundheit von Risi­ kogruppen verstärkt gefährdet wird. Zudem wird be­ fürchtet, die spontane Zuhilfenahme von Klimageräten treibe den Energiekonsum kräftig in die Höhe. Im Prinzip ist die Komfortzone streng definiert, obwohl die thermische Behaglichkeit auch subjektiv empfunden wird. Die Norm SIA 180 «Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden» formuliert Richtwerte für den Sommer, während wie vieler Stunden die Raumtemperatur 26.5 °C nicht überschreiten darf. Sie berücksichtigt, was für einen Nutzer bei normaler Tätigkeit und mit saisonüblicher Bekleidung zumutbar ist. Und eine weitere Bedingung ist gegeben: Das Ge­ bäude ist mechanisch belüftet. Wo nur natürlich gelüf­ tet werden kann, darf die Raumtemperatur dagegen auf maximal 30 °C steigen. Empirische Untersuchungen belegen: Eine grosse Mehrheit der Nutzer ist damit klag­ los einverstanden. Woher diese Toleranz kommt, wird schon länger unter dem Begriff «adaptive Behaglichkeit» erforscht. Ein solches Modell dient dazu, das Innenraumklima nicht als gegeben, sondern als subjektives Wahrneh­ mungsfeld zu verstehen. So belegen empirische Studien, wie gut sich der Mensch physiologisch und psycholo­ gisch an eine sich ändernde Umgebung anpassen kann. Der Mensch kann sich teilweise anpassen Vor allem die Erwartungshaltung, welcher Komfort Einige medizinische Fragen sind offen; ungeklärt ist geboten wird, spielt eine wichtige Rolle. Auf Gebäude­ aber auch, wie die Prävention spezifisch verbessert wer­ nutzer übertragen postulieren Arbeitsmediziner des­ den kann. Kurzfristig setzen die Behörden vor allem auf halb: Ob man selbst in den Gebäudebetrieb eingreifen das Aufklären der Bevölkerung, wie man sich selbst kann, ist ähnlich wichtig wie die gefühlte Raumtempe­ anpassen und schützen kann. Die längerfristigen Emp­ ratur. Befragungen haben ergeben, dass die Toleranz fehlungen beinhalten derweil Massnahmen für die ge­ steigt, wenn ein Nutzer selbst Einfluss auf das Raum­ baute Umwelt. Die Behaglichkeit ist auch ein Resultat klima nehmen kann. Noch expliziter als in der Schweiz dessen, wie Siedlungs-, Wohn- und Arbeitsräume das geht die Gebäudeplanung in den Niederlanden auf die­ Mikroklima beeinflussen können. Versiegelte Plätze ses adaptive Konzept ein. Die Komfortanforderungen

einahe 50 000 Todesopfer waren es 2003 europaweit. 2006 und 2015 wur­ den allein in Frankreich jeweils fast 12 000 Todesfälle gezählt. Und 2018, im weltweit zweitwärmsten Jahr? Der An­ teil der hitzebedingten Sterblichkeit stieg im westlichen Nachbarland über 10 %, weil aber­ mals eine Hitzewelle mit Temperaturen über 45 °C auszuhalten war. Das französische Wort für Hitze, «canicule», hat seither einen bedrohlichen Beiklang, im Sinn einer Naturgewalt, erhalten. Doch auch die staatlichen Gesundheitsdienste anderer mitteleuro­ päischer Länder warnen inzwischen davor, die Gefahr übermässig hoher Aussentemperaturen nicht zu unter­ schätzen. In der Schweiz werden dem Hitzesommer 2003 fast 1000 Todesopfer zugeordnet. Nun präsentiert das Schweizerische Tropenund Public-Health-Institut in Basel neueste Zahlen für 2015, Rang zwei auf der inländischen Wärmeskala. In den heissen Monaten Juni und Juli waren 10 % der aku­ ten Erkrankungen, beispielsweise im Tessin und am Genfersee, hitzebedingt.1 Bestätigt wurde zwar, dass ältere Menschen eine Risikogruppe sind; überrascht waren die Gesundheitsforscher dagegen von den Diag­ nosedetails: Die häufigsten Fälle betrafen Infektions­ erkrankungen und nicht wie erwartet Kreislauf- oder Atemprobleme (vgl. «Aktualisierungsbedarf für die Hitze­vorsorge», S. 40).


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Sommerhitze: Was brauchts am Bau?

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Die Klimaanlage sorgt für Komfort. Ist das die einzige

Kühlvariante?

unter­scheiden sich je nachdem, ob ein Raum natürlich belüftet oder klimatisiert ist. Ein natürlich belüftetes Gebäude muss weniger strenge Vorgaben einhalten als eines mit Klimaanlage. Trotzdem gilt: 90 % der Nutzer sind zufrieden, ergaben Befragungen, bevor diese Richt­ linien festgesetzt wurden.

Das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Insti­ tut (Swiss TPH) weist dem Hitzesommer 2015 über 2700 Erkrankungen zu, die als Notfall in einem Spital zu behandeln waren. Betroffen waren vor allem ältere Personen sowie die Bevölkerung in den heissesten Ge­ genden, dem Tessin und der Genferseeregion. Der An­ teil an den statistisch erhobenen zusätzlichen Spital­ eintritten stieg im heissesten Monat Juli auf rund 10 %. Die häufigsten Diagnosen waren Infektionskrankhei­ ten, Erkrankungen der Nieren, Grippe und Lungenent­ zündungen. Die Studienautoren begründen dies mit der schnelleren Verbreitung von Viren und Bakterien bei hoher Aussentemperatur. Deshalb beeinflusse auch die Länge einer Hitzewelle die Art und Anzahl der akuten Erkrankungen, so die Studienautoren. Im Gegensatz dazu seien vor allem das Herz-Kreislauf-System oder die Atemwege betroffen, wenn es hitzebedingte Todes­ fälle zu beklagen gibt. In der Swiss-TPH-Studie wird deshalb die bisherige Wirkung der kantonalen Hitzemassnahmen­ pläne diskutiert. Zwar hätten die am stärksten betrof­ fenen Kantone in der Süd- und Westschweiz bereits Aktionspläne verabschiedet und zur Vermeidung von weiteren Todesfällen beitragen können. Doch gelte es nun die bisherigen Vorsorgeempfehlungen mit den überraschenden Erkenntnissen zu ergänzen, wie man eine hitzebedingte Erkrankung verhindern könne. Die Studienautoren empfehlen zudem, die Hitzeforschung fortzusetzen, damit man auch allfällige Zielkonflikte bei der Hitzevorsorge ausräumen könne. • (pk)

Lässt sich der Energiebedarf reduzieren? Bemerkenswert ist jedoch, dass sich auch die Interna­ tionale Energieagentur (IEA) für das Adaptionsmodell interessiert und mehrere Forschungsaufträge dazu ver­ geben hat. Es geht nicht darum, den Anspruch an den thermischen Komfort zu untergraben. Vielmehr versu­ chen Wissenschaftler aus Europa und Übersee nun, das Wissen gewinnbringend zu nutzen, etwa um den Ener­ gieaufwand zu reduzieren. Überprüft wird dazu die Hypothese, ob der beobachtete Adaptionsvorgang sys­ tematisch zur Flexibilisierung des Komfortniveaus bei­ tragen kann. Auf individueller Behaglichkeitsebene geht es darum, den normierten Nutzer facettenreicher als bisher zu beschreiben: Die statische Wärmebilanz des Menschen wird durch physiologische, psychologische und verhaltensgesteuerte Prozesse ersetzt. Und auf der Ebene nachhaltigen Bauens erhofft man sich einen ge­ ringeren Einsatz von Energie für die Gebäudekühlung. Die IEA-Forschungsarbeiten sollen Ende Jahr abge­ schlossen werden. Dass sich solche Untersuchungen lohnen, haben Gebäudetechnikplaner auch schon in der Schweiz be­ wiesen.2 Anhand von Simulationen liess sich die hohe Kühlwirkung natürlicher Lüftung belegen. Anstelle von Klimageräten bieten die Nachtauskühlung und adapti­ ve Komfortgrenzen ebenso gute Gewähr, ein Gebäude im Schweizer Mittelland auf angenehmer Temperatur halten zu können. Doch auch hier sorgt der Klimawan­ del für neue Unsicherheiten: Zum einen wird der Kühl­

bedarf steigen. Zum anderen nimmt die Zahl der ­ ropennächte zu. Daher ist es fraglich, wie viel die T Nachtauskühlung als Kältequelle dereinst noch zu leis­ ten vermag. Die Statistik der Nächte, in denen das Thermo­ meter nicht unter 20 °C sinkt, ist zwar wesentlich un­ spektakulärer und weniger bedrohlich als das hitze­ bedingte Gesundheitsrisiko. Doch auch dafür verweisen die Klimaszenarien auf eine dramatische Änderung der aktuellen Wetterverhältnisse. Bislang sind Tropennäch­ te die Ausnahme. Der Sommer 2003 brachte in Zürich deren drei; 2015 stieg die Zahl bereits auf sieben an. Und die nächste Generation wird sich eventuell an über ein Dutzend gewöhnen müssen. • Paul Knüsel, stv. Chefredaktor, Redaktor Umwelt/Energie

Anmerkungen 1 Impact of the warm summer 2015 on emergency

hospital admissions in Switzerland; Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut, Universität Basel, 2019. 2 Potenzialabklärung für natürliche Lüftung unter Berücksichtigung, Statusseminar «Forschen für den Bau im Kontext von Energie und Umwelt» des adaptiven thermischen Komforts, Brenet 2014.

Foto: Keys tone / Ruper t Oberhaeuser

Aktualisierungsbedarf für die Hitzevorsorge


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Energiebeauftragte/r 70 – 80 % Ihre Aufgaben Schlüsselfunktion zur Erarbeitung und Begleitung der städtischen Zielsetzung bezüglich Energiestadt®Gold Koordination der Abteilungen und Ämter bezüglich dem Aktivitätenprogramm Energieberatung für private Bauherrschaften und deren Planer Betreuung der Förderprogramme und der städtischen Vollzugsverordnung Mitarbeit bei der Formulierung von kommunalen Regelwerken (BZO, Baustandards, Sondernutzungspläne usw.) Betreuung der kommunalen Energieplanung Grundlagenarbeit zur Energiestrategie der städtischen Gebäude (z.B. GEAK Plus, Werterhaltungskonzepte, Betriebsoptimierungen, Standards) Fachprojektleitung «Energie» an städtischen Hochbauprojekten Sekretär/in der Energiekommission Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Pflege der städtischen online-Angebote zur Energie Interne Schulungen zu Themen von Energiestadt®Gold Ihr Profil Abgeschlossenes Hochschulstudium vorzugsweise im Fachbereich Architektur, Bau-, HLKKS-Ingenieurwesen oder ähnliches Certificate of Advanced Studies (CAS) in Energie- und Ökologieberatung oder gleichwertige Zusatzausbildung im Bereich Energie und Umwelttechnik mit Schwerpunkt Gebäudehülle und Gebäudetechnik Technische Kenntnisse bezüglich energetischer Massnahmen an Bauvorhaben GEAK-Experte und evtl. zur privaten Kontrolle befugt Nachweis einer mehrjährigen Tätigkeit im Energiebereich oder ähnliches Berufliche Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung von Vorteil Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsgeschick, Belastbarkeit, Flexibilität und ein hohes Verantwortungsbewusstsein Teamfähigkeit, Loyalität und ausgeprägtes Dienstleistungsverständnis Wir bieten Schlüsselstellung zur Mitgestaltung und Umsetzung städtischer Energiethemen Eigenverantwortliche Tätigkeit und ein breites Aufgabenspektrum Ein kameradschaftliches und einsatzfreudiges Team Einen attraktiven Arbeitsplatz im Zentrum von Dietikon Fortschrittliche Anstellungsbedingungen Weiterbildungsmöglichkeiten Bewerbung und Auskunft Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, die Sie bitte mit Foto, Lebenslauf und Zeugniskopien an das Personalamt der Stadt Dietikon, Bremgartnerstrasse 22, 8953 Dietikon richten. Peter Baumgartner, Leiter Hochbauabteilung (Tel. 044 744 36 15, peter.baumgartner@dietikon.ch) steht Ihnen für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung. Mehr über die Stadt Dietikon erfahren Sie im Internet unter www.dietikon.ch.

Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität

Die GEOTEST AG ist ein führender Anbieter von Dienst­ leistungen in Erdwissenschaften in der Schweiz. Wir bieten sorgfältige Auftragsanalysen, individuelle Beratun­ gen und ganzheitliche Lösungen. Wir investieren gezielt in die Ausbildung unserer Mitarbeiter sowie in die Infrastruktur und bieten ein attraktives und abwechslungs­ reiches Wirkungsfeld. Für das Team Geotechnik in unserer Filiale Horw suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine/n

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Kost + Partner AG, Schubiger AG Bauingenieure und Trachsel AG Bauingenieure in Sursee und Luzern sind innovative Ingenieurunternehmen mit einer breiten Tätigkeitspalette und rund 120 Mitarbeitenden. Zur Ergänzung und Führung unseres Teams Verkehr in Sursee suchen wir eine initiative Persönlichkeit.

BAUINGENIEUR/IN 80 — 100% ALS STV. BEREICHSLEITER/IN Zu Ihren Aufgaben gehören: • Selbstständige Bearbeitung von Projekten inkl. Termin- und Kostenkontrolle im Tief-, Werkleitungs- und Verkehrsanlagenbau • Pflege und Aufbau von Kundenbeziehungen • Erstellung von Ingenieur-Offerten • Leitung des Teams sowie Stellvertretung des Bereichsleiters Sie verfügen über: • Bauingenieur-Studium an einer anerkannten Hochschule (ETH/FH) • Berufserfahrung in der Projektleitung von Verkehrsanlagen und Werkleitungen • Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und unternehmerisches Denken • Natürliche Autorität, Team- und Kommunikationsfähigkeit Wir bieten: • Vielseitige Aufgaben bei interessanten Projekten • Bei Eignung Entwicklungsmöglichkeiten in der Firmengruppe Für weitere Informationen steht Ihnen Erich Odermatt, Bereichsleiter (Tel. 041 926 06 41) gerne zur Verfügung. Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an Beatrice Blättler, Ressortleiterin Personelles (beatrice.blaettler@kost-partner.ch). KOST + PARTNER AG Ingenieure und Planer Industriestrasse 14 | Postfach | 6210 Sursee T 041 926 06 06 | info@kost-partner.ch www.kost-partner.ch Ein Unternehmen der Firmengruppe KOST + PARTNER AG | SCHUBIGER AG | TRACHSEL AG

JUSTIZDIREKTION Bei der Abteilung Denkmalpflege und Archäologie ist die Stelle

einer Bauberaterin in der Denkmalpflege / eines Bauberaters in der Denkmalpflege (60 – 80 %) per 1. Januar 2020 oder nach Vereinbarung zu besetzen. Aufgaben: Beratung von kantonalen und kommunalen Planungs- und Baubehörden sowie privater Bauherrschaften in Fragen des Denkmal- und Ortsbildschutzes; Begleitung von Restaurierungsvorhaben; Bearbeitung der Beitragsgesuche von der Einreichung bis zur Auszahlung; Stellvertretung des Denkmalpflegers; Mitarbeit in Fachgremien und Kommissionen. Weitere Infos unter www.ur.ch/stellen und im Amtsblatt.

SEGELTÖRN Brechen Sie mit uns zu neuen Ufern auf.

Der Kanton Thurgau hat sich ambitionierte energie- und klimapolitische Ziele gesetzt. So bieten wir, das kantonale Kompetenzzentrum für Energie, eine breite Vielfalt von Dienstleistungen an, um langfristig eine nachhaltige Energieversorgung dank mehr Energieeffizienz und mehr einheimischen erneuerbaren Energien zu erreichen. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir eine/einen

Architektin/Architekten als Fachspezialist Energie, Pensum 100 % Ihre Aufgaben • Verantwortlich für den Betrieb der regionalen Minergie-Zertifizierungsstelle der Kantone TG und SH • Verantwortlich für Fragen rund um den Bauvollzug, Raumplanung und GEAK • Beratung des kantonalen Hochbauamtes, der Gemeinden und der Denkmalpflege in Fragen rund um Bauerneuerung, Einbindung von Solaranlagen und Vorbildfunktion • Betreuung der Förderprogramme Minergie und Gebäudesanierung nach GEAK-Effizienzklassen • Mitarbeit in kantonalen und interkantonalen Fachkommissionen • Im Rahmen der Produkteverantwortung ebenfalls für die Energiefachstelle des Kantons Schaffhausen Für diese spannenden und anforderungsreichen Aufgaben suchen wir eine initiative und kommunikative Persönlichkeit, deren Stärken in einer selbständigen und engagierten Arbeitsweise liegen. Sie fühlen sich in einem zukunftsorientierten Umfeld wohl und die Zusammenarbeit mit verschiedensten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern macht Ihnen Freude. Sie haben Erfahrung in der Projektleitung und zeichnen sich durch konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten aus. Sie verfügen über die Ausbildung als Architektin / Architekt (HTL, FH oder ETH) und haben idealerweise eine Aus- und/oder Weiterbildung im Bereich Energie und Umwelt und konnten darin bereits Berufserfahrung sammeln. Es erwartet Sie ein interessantes, vielseitiges Aufgabenfeld, moderne Kommunikationsmittel, ein interdisziplinäres Team sowie zeitgemässe Anstellungsbedingungen gemäss dem Personalrecht des Kantons Thurgau. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Andrea Paoli, Leiter Abteilung Energie, T 058 345 54 82 Interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Onlinebewerbung bis 25. Oktober 2019.


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© Comet Photoshopping, Dieter Enz

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Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) mit Sitz in Wettingen (AG) ist das technische Kompetenzzentrum der Schweiz für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geologischen Tiefenlagern. Rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich täglich für diese wichtige Aufgabe ein – aus Verantwortung für den langfristigen Schutz von Mensch und Umwelt. Umfassende Forschungsprogramme in zwei Schweizer Felslabors und eine intensive internationale Zusammenarbeit sichern die Kompetenz. Für unser Ressort Bau & Umwelt im Bereich Projektierung & Bau geologische Tiefenlager suchen wir eine/n

Projektleiter/in Felsmechanik und Tunnelbau 80 – 100%

Was wir von Ihnen erwarten Als Projektleiter/in leiten Sie das Projekt «Tunnelbauverfahren und Tunneldesign» im Rahmen des Standortevaluationsverfahrens für geologische Tiefenlager. Sie erstellen wichtige Grundlagen zur Konkretisierung der Lagerprojekte. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Evaluation der Vortriebsverfahren und dem Entwurf der Ausbaukonzepte, insbesondere hinsichtlich des Baus im Opalinuston in 500 – 900 m Tiefe. Sie sind verantwortlich für die technisch und wissenschaftlich korrekte Projektierung innerhalb der budgetierten Termine und Kosten. Hierzu beschaffen und leiten Sie die Auftragnehmer und vertreten die Ergebnisse gegenüber Behörden und Experten. Für diese Stelle suchen wir eine kompetente und durchsetzungsstarke Persönlichkeit mit einem Hochschulabschluss im Bereich Bauingenieurwesen mit Vertiefung in Geotechnik/Felsmechanik/Untertagbau. Sie verfügen über mehrjährige Erfahrung als Projektingenieur/in oder Projektleiter/in im Untertagbau. Praktische Erfahrung in Modellierung und Statik sowie eine Affinität zur Ingenieurgeologie und Wissenschaft sind von Vorteil. Gute Deutsch- und Englisch-Kenntnisse in Wort und Schrift setzen wir voraus.

Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle Hardstrasse 73 Postfach 280 5430 Wettingen Schweiz Tel +41 56 437 11 11 info@nagra.ch www.nagra.ch

Was Sie von uns bekommen Wir bieten Ihnen attraktive Arbeitsbedingungen in einem spannenden Umfeld, interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem motivierten Team sowie überdurchschnittliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn Sie gemeinsam mit uns an der Entsorgung radioaktiver Abfälle arbeiten wollen, schicken Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen per Mail an Frau Nadin Peterhans, Leiterin Personal (Bewerbungen@nagra.ch), Job-ID 20172. Für fachliche Auskünfte steht Ihnen der zuständige Ressortleiter, Herr Dr. Linard Cantieni (linard.cantieni@nagra.ch) zur Verfügung.

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Aufgrund der Pensionierung des Stelleninhabers offerieren wir Ihnen auf August 2020 eine Stelle als

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Entwurfsarchitekt/in ETH (100 %) Wir bieten Ihnen einen grossen Freiraum, um sich kreativ zu entfalten und nachhaltig weiterzuentwickeln. In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung prägen Sie unsere Architektur massgeblich.

Auskunft Christian Rohr, Rektor a.i. (christian.rohr@bbz-sh.ch), Andreas Graf, Prorektor Abt. Bau (andreas.graf@bbz-sh.ch) oder Christian Wäckerlin, Stelleninhaber (christian.waeckerlin@bbz-sh.ch)

Sie besitzen ein ausgeprägtes entwerferisches Talent und haben min­ destens fünf Jahre Berufspraxis in der Schweiz. Zudem beherrschen Sie ArchiCAD und verfügen über gute Deutschkenntnisse.

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Wir freuen uns auf Sie. Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen per Email an Markus Hotz, info@axess.ch (PDF, maximal 6 A4­Seiten).

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Erscheint wöchentlich, 40 Ausgaben pro Jahr ISSN-Nr. 1424-800X; 145. Jahrgang, verkaufte Auflage: 12 518 (WEMF-beglaubigt)

Adresse der Redaktion TEC21 – Schweizerische Bauzeitung Zweierstrasse 100, Postfach, 8036 Zürich Telefon 044 288 90 60, Fax 044 288 90 70 redaktion@tec21.ch, www.espazium.ch/tec21 Redaktion Judit Solt ( js), Chefredaktorin Doro Baumgartner (db), Redaktionssekretärin Nathalie Cajacob (nc), Co-Redaktionsleiterin espazium.ch Tina Cieslik (tc), Architektur/Innenarchitektur Daniela Dietsche (dd), Bauingenieurwesen/Verkehr Danielle Fischer (df), Architektur Laurent Guye (lg), Grafik und Layout Paul Knüsel (pk), Umwelt/Energie, stv. Chefredaktor Katrin Köller (kk), Grafik und Layout Franziska Quandt (fq), Architektur Christof Rostert (cr), Abschlussredaktor Hella Schindel (hs), Architektur/Innenarchitektur Antonio Sedda (as), Wettbewerbstabelle Peter Seitz (ps), Bauingenieurwesen Ulrich Stüssi (us), Bauingenieurwesen Anna-Lena Walther (alw), Leitung Grafik, Agenda

E-Mail-Adressen der Redaktionsmitglieder: Vorname.Nachname@tec21.ch TEC21 online www.espazium.ch/tec21 Herausgeber espazium – Der Verlag für Baukultur Zweierstrasse 100, 8003 Zürich Telefon 044 380 21 55, Fax 044 380 21 57 Katharina Schober, Verlagsleitung katharina.schober@espazium.ch Hedi Knöpfel, Assistenz hedi.knoepfel@espazium.ch Martin Heller, Präsident

Korrespondenten Charles von Büren, Bautechnik/Design, bureau.cvb@bluewin.ch Lukas Denzler, Umwelt/natürliche Ressourcen, lukas.denzler@bluewin.ch Thomas Ekwall, Bauingenieurwesen, info@tekwall.ch Hansjörg Gadient, Architektur/Landschafts­ architektur, hj.gadient@bluewin.ch Clementine Hegner-van Rooden, Bauingenieurwesen, clementine@vanrooden.com Daniela Hochradl, HLKS, daniela.hochradl@adz.ch Dr. Lilian Pfaff, Architektur/USA, lpfaff@gmx.net Markus Schmid, Bauingenieurwesen, mactec21@gmail.com Redaktion SIA Suzanne Coleman, Susanne Schnell, Rahel Uster, Ivo Vasella SIA, Selnau­strasse 16, Postfach, 8027 Zürich Telefon 044 283 15 15 E-Mail Vorname.Nachname@sia.ch HLK-Beratung Rüdiger Külpmann, Horw, Gebäudetechnik Grafisches Konzept Raffinerie AG für Gestaltung, Zürich Inserate Fachmedien, Zürichsee Werbe AG Seestrasse 86, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11, Fax 044 928 56 00 info@fachmedien.ch, www.fachmedien.ch Druck Stämpfli AG, Bern Einzelbestellungen Stämpfli AG, Bern, Telefon 031 300 62 53 abonnemente@staempfli.com, Fr. 12.– | Euro 8.– (ohne Porto)

Abonnementspreise www.espazium.ch Abonnements SIA-Mitglieder Adressänderungen: SIA, Zürich Telefon 044 283 15 15, Fax 044 283 15 16 mutationen@sia.ch

Nicht-SIA-Mitglieder Stämpfli AG, Bern Telefon 031 300 62 53, Fax 031 300 63 90 abonnemente@staempfli.com Trägervereine Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, SIA – www.sia.ch

TEC21 ist das offizielle Publikationsorgan des SIA. Die Fachbeiträge sind Publikationen und Positionen der Autoren und der Redaktion. Die Mitteilungen des SIA befinden sich jeweils in der Rubrik «SIA». Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieur-Unternehmungen, usic – www.usic.ch ETH-Alumni, Netzwerk der Absolventinnen und Absolventen der ETH Zürich – www.alumni.ethz.ch Bund Schweizer Architekten, BSA – www.bsa-fas.ch Fondation ACUBE – www.epflalumni.ch/fr/prets-dhonneur Nachdruck von Bild und Text, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und mit genauer Quellenangabe. Für unverlangt eingesandte Beiträge haftet die Redaktion nicht.


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Unvorhergesehenes

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BIM und der Bodenwischer

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ass du nur auf», riet mir einst ein Entwurfsassistent an der ETH. «Du gewinnst einen Wettbewerb für ein Schulhaus, und dann …» Gebannt hörte ich junge Architekturstudentin zu, wie er mir die schaurige Mär vortrug. Erschüttert sprach er von Lehrern, die ein Projekt blockierten, weil sie um ihre personalisierten Kaffeetassen im Pausenraum bangten; von zankenden Logopädinnen und Schulpsychologen; von unergründlichen Entscheiden der Feuerpolizei und barbarischen Budget­ kürzungen durch kleinliche Politiker. «Das Allerschlimmste aber», und seine Stimme senkte sich zu einem Raunen, «ist der Abwart. Die Ober-

flächen der Böden, Wände, Möbel, am Ende bestimmt alles er. Alles. Damit ihm das Putzen leichter fällt. Und du kannst einpacken.» Heute, viele Jahre später, geht immer noch die gleiche Angst um. Nur heisst der Feind nicht mehr Abwart, sondern Facility Manager. Zudem hat er aufgerüstet: Seine neue Waffe im ewigen Kampf zwischen Geist und Materie heisst BIM. Damit lässt sich das Facility Management schon in der Planungsphase im digitalen Gebäudemodell optimieren. Und ich behaupte: Genau das ist der Grund, warum so viele Architekten BIM ablehnen. Sie sind gar nicht gegen Digitalisierung. Sie haben immer noch Angst vor dem Abwart. •

F o t o : K e y s t o n e /  J e n s M e y e r

Text: Judit Solt


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Home Energy ist unsere modulare Lösung* für Ihr Eigenheim, mit der Sie Solarstrom eigenständig produzieren, effizient speichern und intelligent steuern können. Gleichzeitig steigern Sie Ihre Unabhängigkeit, sparen Geld und erhöhen den Wert Ihrer Liegenschaft. bkw.ch/home-energy * Erhältlich in AG/BE/BL/BS/NE/JU/SO/LU und bald auch in weiteren Teilen der Schweiz.


Durchstarten in der Immobilienwirtschaft Master of Advanced Studies in Real Estate Anmeldeschluss: 15. Januar 2020

CUREM – Bildung für die Immobilienwirtschaft Center for Urban & Real Estate Management, Telefon 044 208 99 99 oder www.curem.uzh.ch cur_23004_07_Tec21_MAS_Satzspiegel_200x270_cmyk.indd 2

17.09.19 14:04

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Sommerhitze: Was brauchts am Bau?  

Der Wärmeschutz unseres Gebäudeparks ist eine Selbstverständlichkeit – an den Raumkomfort haben wir uns gewöhnt. Dass dies für frühere Gener...

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