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Inhaltsverzeichnis

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4 Ausgangslage

Case Summary

HarmoS Problemstellung im Kanton Basel-Stadt

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Die Lรถsung aus Architektur und Realisierung

Architektur und Planung

8 Modul-System

10 Fertigung

12 Montage

14 Impressionen

16 Beteiligte


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Case Summary Hirzbrunnen-Schule, Basel

«Temporäre Schulgebäude bieten ein gesundes Arbeits- und Lernumfeld» HarmoS sowie Neu- und Umbauten lösen Schulraumbedarf aus Die interkantonale Schulharmonisierung „HarmoS“ führt in mehreren Kantonen zu wachsendem Schulraumbedarf. Dies erfordert eine Reihe von Neu- und Umbauten – auch im Kanton Basel-Stadt. Um den regulären Schulbetrieb mit gleichbleibender Qualität sicherzustellen, entscheidet sich die Stadt Basel für eine geeignete Lösung mit temporären Schulgebäuden. Diese müssen flexibel sein, rasch realisiert werden, den MINERGIE-Standard erfüllen, demontierbar und dislozierbar sein. Und nicht zuletzt sollen sie der Lehrerschaft und den Schülern ein angenehmes Ambiente bieten. Das Hochbau- und Planungsamt des Kantons Basel-Stadt plant im Auftrag des Erziehungsdepartements die bauliche Umsetzung der Schulreform HarmoS. Das Architekturbüro L. Guetg wurde mit dem Entwurf des Gebäudetyps, der Schulanlagen und der Ausschreibung sowie den dazu notwendigen Planungsschritten der „Temporären Schulbauten“ beauftragt. Die Firma ERNE AG Holzbau hat die Generalunternehmer-Ausschreibung gewonnen und war für die Realisierung verantwortlich. Entstanden ist ein Gesamtkonzept, das ganz auf die Bedürfnisse der Stadt Basel zugeschnitten ist. Zwischen 2012 und 2019 werden mehrere ModulAnlagen im ERNE Modulbau-System geliefert, disloziert und neu aufgebaut. Die ersten sechs Pavillons aus je 36 industriell vorfabrizierten Raum-Modulen wurden im August 2012 von der Hirzbrunnen-Schule in Basel und der Hebel-Schule in Riehen in Betrieb genommen. Weitere drei dreigeschossige Gebäude aus je 54 Modulen wurden im Erlenmattquartier erstellt und per Juli 2013 der Bläsischule übergeben. Weitere dreigeschossige und baugleiche Pavillons werden bis 2014 realisiert und in Basel stationiert. Bis 2014 werden insgesamt 432 Raummodule den notwendigen Schulraum für die Stadt Basel liefern. Das Hochbauamt und das Erziehungsdepartement Basel-Stadt sind überzeugt, mit diesen hochwertigen temporären Schulgebäuden den Schülern und der Lehrerschaft einen anregenden Unterricht zu ermöglichen – in einem funktionalen, hellen und ansprechenden Umfeld.


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Ausgangslage HarmoS-Logo

«Lernende und Lehrerschaft sollen sich auch in den temporären Schulen zuhause fühlen.» HarmoS, Demografie und Sanierungsbedarf HarmoS steht für die Harmonisierung der obligatorischen Schulen und hat zum Ziel, ein interkantonal einheitliches Schulsystem zu generieren: acht Jahre Primarstufe und drei Jahre Sekundarstufe I. In manchen Kantonen kann allein dieser Punkt extreme Änderungen an Schulraumbedarf auslösen. Hinzu kommen die demografische Entwicklung, energetische GebäudeOptimierungen und neue Raumbedürfnisse, die zum Teil zeitbegrenzte Schulraum-Spitzen hervorrufen. Zu den neuen Raumbedürfnissen gehört insbesondere auch die Schaffung von Tagesstrukturplätzen.

Problemstellung im Kanton Basel-Stadt Auch der Entscheid des Kantons Basel-Stadt, das HarmoS-Konkordat umzusetzen, bringt eine Reihe notwendiger baulicher Massnahmen an verschiedenen Standorten mit sich: den Bau von vier neuen Schulhäusern wie auch die Gesamterneuerung bestehender Anlagen. Um während der Bauphasen den regulären Schulbetrieb mit gleichbleibender Qualität sicherzustellen, sollen geeignete temporäre Schulgebäude bereitgestellt werden. Die temporären Lösungen müssen mehr können als ein „ContainerDorf“. Sie müssen den unterschiedlichen Standorten angepasst sein, gleichzeitig den verschärften baulichen Anforderungen genügen und den MINERGIE-Standard erfüllen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen sollen sich auch in den temporären Schulen zuhause fühlen. Die GebäudeModule müssen einfach zu transportieren sein, rasch und emissionsarm auf- und abgebaut und nach den örtlichen Gegebenheiten an einem neuen Standort wieder flexibel zusammengebaut werden können. Zur Schaffung von Spezialzimmern, Kindergarten- oder Tagesstrukturplätzen müssen Räume zusammengelegt, oder auch unterteilt werden können.


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Bläsi-Schule: Sicht auf Block A, B und C des dreigeschossigen Modul-Gebäudes


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Die Lösung aus Architektur und Realisierung Visualisierung Hirzbrunnen-Schule

«Eine schlichte, sachliche und funktionale Umsetzung ohne temporär Charakter.» Architektur und Planung Entwurfsansätze für das Projekt der temporären Schulbauten sind in ferner Vergangenheit zu finden. Schon früher setzte man sich mit zeitbegrenzten Bauaufgaben auseinander. Aus heutiger Sicht sind temporäre Bauten komplexe Gebäude, die sowohl den neuesten energetischen Standards als auch den ursprünglichen Bedürfnissen der Vergangenheit entsprechen: transportfähig, schnell aufbau- und demontierbar, geringes Gewicht. Die Aufgabenstellung für die Schulharmonisierung sah die Entwicklung von zweigeschossigen Modulbauten vor. Einerseits sollten diese temporären Gebäude spezifisch auf die Schulraum-Bedürfnisse der Stadt Basel ausgelegt sein, andererseits sollten sie nach Gebrauch demontiert und an anderen Standorten zur Weiterverwendung montiert werden. Massgebend für den Erfolg dieses Grossprojekts waren nicht nur architektonische, funktionale und konstruktive Aspekte. In Anbetracht der immens kurzen Realisierungszeit von sechs Monaten war das Einbeziehen aller Bezugsgruppen und Koordinieren der Fachstellen genauso ausschlaggebend. Die proaktive Projektkommunikation und das Zusammenbringen der Anforderungen aller Beteiligten wie Baudepartement, Projektleiter, Erziehungsdepartement und Schulleiter waren entscheidend für eine tragende, bedürfnisgerechte Lösung. Die Anlagen bestehen je nach Standort aus Pavillons, einem Mensagebäude und einem Pausenhof. Das Erscheinungsbild der Anlagen sollte schlicht und sachlich sein, ohne einen Container-Charakter zu vermitteln. Die autarken Raumzellen sind in sich abgeschlossene Einheiten, die auch bezüglich Haustechnik einzeln bedienbar sind. Eine spätere Demontage und Dislokation sowie die Änderung des Erscheinungsbildes werden so einfach ermöglicht.


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Eine weitere wichtige Auflage betraf die Grösse der Fensterflächen. In einem Grössenverhältnis von 25% zur Bodenfläche stellen sie ein wichtiges Wohlfühlelement in der täglichen Nutzung dar. Auch bei temporären Lösungen wird dem energetischen Aspekt Rechnung getragen. Die gesamten Modul-Anlagen sind in MINERGIE-Standard (ohne Lüftung) realisiert. Das Erdgeschoss ist rollstuhlgängig und mit einer IV-Toilette ausgestattet. Für die Erschliessung des zweiten Geschosses wurde die Möglichkeit evaluiert, einen mobilen Lift an das Gebäude anzudocken. Das Raumprogramm sah pro Baukörper eine innere Erschliessung inklusive Nasszellen und einer Haustechnikzone vor. Mindestens acht Unterrichtsräume sollen an dieses Kerngebäude angeschlossen werden. Die Herausforderung für die Entwicklung der einzelnen Baukörper lag nicht primär in der Raumanordnung, sondern vielmehr in der Aufteilung der Modulteile und deren Ausarbeitung unter dem Aspekt der Transportfähigkeit, Montier- und Demontierbarkeit. Die konstruktive wie auch technische Ausarbeitung der Schnittstellen war eine weitere Anforderung, die ökonomisch wie auch ästhetisch gelöst wurde. Das gleiche galt für die haus- technische Erschliessung aller Räume. Die Raummodule ermöglichen eine beliebige Vergrösserung der Unterrichtsräume in einem Raster von drei Metern. Die Gebäude sollten einladend, hell, widerstandsfähig und mechanisch belastbar sein. Grosse Schiebefenster sorgen für lichtdurchflutete Räume. Ausgeglichene Raumproportionen und geometrisch eindeutige Formen sowie hellblaue Nasszellen vermitteln Leichtigkeit und Frische. Verschiedenfarbige Sonnenschutzelemente heitern das Gebäude zusätzlich auf. Und vielleicht das wichtigste Ziel: Die temporären Schulgebäude sollen für Schüler und Lehrerschaft ein behagliches, gesundes Klima in ihrem Unterrichtsalltag schaffen. Schliesslich soll der Aufenthalt in dieser speziellen Umgebung in guter Erinnerung bleiben.


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Modul-System Das modulare Schulraum-System

«Speziell auf die individuellen Anforderungen der Stadt Basel zugeschnitten.» Modul-System Der Schultyp TSB – Temporäre Schulen Basel – wurde neu entwickelt und auf die individuellen Anforderungen der Stadt Basel zugeschnitten. Neben formschönem Design, grosszügigen und flexiblen Grundrissen sowie hochwertigen Materialien bietet diese temporäre Lösung ein angenehmes, gesundes Raumklima für konzentriertes Lernen und Arbeiten. Dank diesem standardisierten, flexiblen Modul-System konnte sämtlichen Anforderungen entsprochen werden: Demontierbarkeit, rasche Realisierung, flexible Grundrissgestaltung, wahlweise Zwei- oder Dreigeschossigkeit, raumhohe Fenster und MINERGIE-Standard. Die Stellung der Module, die Mensa sowie die Erschliessung und der Pausenhof schaffen ein optimales Gesamtsystem, das trotz des temporären Charakters ein ästhetisches, funktionales und auf den Nutzer zugeschnittenes Konzept darstellt.

Pavillon-Konzept >> >> >> >> >>

Inhalt des Auftrags: 12 baugleiche Pavillons Jeder Pavillon verfügt über acht Klassenzimmer à 60 m2 Pro Geschoss stehen vier WC-Anlagen zur Verfügung Die Obergeschosse sind mittels einer Innentreppe erschlossen Die Fenster sind raumhoch und mit einem Parallel-Schiebe-Kipp-Beschlag ausgestattet >> Die Pavillon-Abmessungen: 26.4 x 12.6 m, Raumhöhe im Licht 2.8 m >> Jeder Pavillon ist aus 36 oder 54 Modulen zusammengefügt >> Die Pavillons sind so konzipiert, dass sie einfach dislozierbar sind


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Besondere Ausstattungen >> >> >> >> >> >> >> >>

EDV-Racks und UKV-Verkabelungen Telefonanlagen Evakuationsanlagen Uhrenanlagen Pausensignal Automatische Nachtschliessung der Aussentüren Autonome Wärmeerzeugung mittels Luft/Wasser-Wärmepumpe Wärmeverteilung mit Heizradiatoren

Zusätzlicher Auftragsbestandteil Lieferung von zwei Mensas. Diese zeichnen sich durch eine grossflächig Verglasung und die offene Raumgestaltung aus. Im Zentrum des eingeschossigen, quadratischen Baukörpers sind die WC-Anlagen sowie der Bereich für die Essensausgabe und die Geschirrückgabe untergebracht. Mensa-Ausführung: Holz-Elementbau Mensa-Abmessungen: 18.7 x 18.7 m, Raumhöhe im Licht 2.8 m

Aufbau Pavillon mit Modul-Raster

Aufbau Modul


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Fertigung Element-Fertigung in der ERNE Halle

«Effizient, wirtschaftlich und in konstant hoher Qualität und Präzision.» Fertigung Die TSB-Module wurden in der ERNE eigenen Produktions- und Montagehalle produziert. Das Herzstück der Fertigung ist das vollautomatisierte CNC-Fertigungscenter. Hier wurden unter kontrollierten Umweltbedingungen, effizient, wirtschaftlich und in konstant hoher Qualität und Präzision die Wand-, Boden- und Deckenelemente für die 432 Raummodule produziert. Anschliessend folgte der Zusammenbau der einzelnen Elemente zu fixfertigen Raummodulen. Auf einer 70 m langen Rollenbahn findet fliessbandähnlich der gesamte Innenausbau statt: Malerarbeiten, Sanitär- und Elektroinstallationen, Bodenbelag und Fenstereinbau. Regelmässige interne Qualitätsaudits und von unabhängigen Institutionen durchgeführte Zertifizierungen wie das Europäische RAL-Gütezeichen für „Mobile Raumsysteme“, „Montage“ und „Herstellung“ sind Garant für eine geprüfte Qualität. Vom Zusammenbau der einzelnen Elemente zu Raummodulen bis zum gesamten Innenausbau erfolgt alles durch das hauseigene erfahrene Team von Spezialisten. Zudem ermöglichte das effiziente LogistikKonzept in diesem engen Terminplan eine just-in-time Auslieferung und Montage am Zielort.

Facts >> >> >> >> >> >>

Elementproduktion Modul-Zusammenbau und -Ausbau Produktionsbeginn ca. Ende April 2012 / 2013 Inbetriebnahme Schulen Mitte August 2012 / 2013 2012 Produktions-Output: 234 Raum-Module (inkl. Ausbau/Montage) 2013 Produktions-Output: 162 Raum-Module (inkl. Ausbau/Montage)


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Zusammenbau der Module

Aneinander gereihte Module in der Montagestrasse

Innenausbau im Werk


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Montage Just-in-time Montage

«Ausgereiftes Logistik-Konzept, termingerechte Lieferung und Montage.» Facts >> >> >> >> >>

Anlieferung und Montage innert zwei Tagen Wenige zusätzliche Tage für das Finishing vor Ort Alle zwei Wochen wurde ein Pavillon montiert Mitte Mai 2012: Montage erster Pavillon Inbetriebnahme Schulen: 13. August 2012

Zeitplan temporärer Einsatz Standort Hirzbrunnen-Schule >> Drei Schulpavillons und eine Mensa >> Einsatzdauer: fünf Jahre Standort Hebel-Schule >> Drei Schulpavillons >> Einsatzdauer: ca. 1.5 Jahre >> Anschliessende Dislokation zur Hirzbrunnen-Schule Standort Bläsi-Schule (Erlenmatt-Quartier) >> Drei Schulpavillons mit drei Stockwerke >> Anschliessende Dislokation zur FMS Engelgasse

Gesamtplanung 2012 – 2019 >> >> >> >> >> >>

Total sechs Pavillons à 36 Raum-Module Total vier Pavillons à 54 Raum-Module Total 432 Raum-Module Dislokationen von 360 Modulen Acht Standorte 8´000 m2 temporärer Schulraum


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Raum-Module stehen fĂźr den Abtransport bereit

Taktgenaue Lieferung auf die Baustelle

Punktgenaues Absetzen der RaumModule

Nach zwei Tagen Montagezeit ist das neue Schulgebäude zusammengebaut


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Impressionen «Mit unglaublichem Engagement wurde das Konzept Schritt für Schritt in die Realität umgesetzt.» Stephan Hug, Leiter Schulraumplanung, Erziehungsdepartement Basel-Stadt

«Basel hat eine neue und attraktive Generation an temporären Schulbauten zur Verfügung.» Ramon Ebri, Projekt Manager, Baudepartement Basel-Stadt

Mensa Hirzbrunnen-Schule mit Rampe

Eingangsbereich mit Treppenaufgang und Uhr-Anlage

Helle, grosszügige und funktionale Schulzimmer


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«So helle und akustisch optimal eingerichtete Schulräume hatten wir noch nie.» Soshya Kaufmann, Schulleitung Primarstufe Hirzbrunnen, Basel

«Dass in dieser Zeit so viel Gutes zustande kam, ist Verdienst von vielen am Bau beteiligten Menschen.» Lorenzo Guetg, Architekturbüro, Basel

Hebel-Schule Basel: Sicht auf Gebäude drei und zwei (v.l.n.r)

Hirzbrunnen-Schule Basel: Sicht auf Gebäude drei, zwei und eins (v.l.n.r)

Eingangsbereich Hebel-Schule mit Rollstuhl- Rampe


Papier: 100% FSC-Recycling Eine bewusste Entscheidung.

Bau - und Verkehr sdepar tement Basel -Stadt Münsterplat z 11 4 0 01 Basel T + 41 61 267 4 8 4 8 w w w.bvd.bs.ch bvdgs@bs.ch Erziehungsdepar tement Basel -Stadt Leimenstrasse 1 4 0 01 Basel T + 41 61 267 8 4 0 0 F + 41 61 267 8 4 4 8 w w w.ed -bs.ch ed@bs.ch

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