Page 1

100 Jahre

1911 – 2011


Festschrift zum Jubil채um der Realschule Syke

3


Das alte Volksschulgebäude an der B6, in dem 1911 alles begann‌

4


Inhalt „Winterimpressionen 2011“

4

Eindrücke vom Betriebspraktikum

66

Vorwort des Schulleiters

5

Schülerfirmen - wozu?

67

Grußworte

6

Kunst hat schon was ...

70

„Paula in Syke“

72

100 Jahre Realschule - eine Zeitreise 14

The White Horse Theatre

73

Schulleiter der RS

19

Wenn das Theaterfieber ausbricht ... 74

„Schulgeschichte kurzgefasst“

20

„Spiel, Sport und Spaß“

77

Das Kollegium von 1988

21

Sport an der RS Syke

78

„Künstlerische Vielfalt“

22

„3clean“

80

Das Kollegium von 1996

23

„Mädchen und Jungen stärken“

81

Die Realschule im Spiegel der Presse 24

„Wir sind stark“

82

Sporterfolge Ehemaliger

30

Schulsozialarbeit an der RS Syke

83

Ein ganz persönlicher Rückblick

35

„Rhythm & Blues“

84

„Der Schulträger…

36

Schüler und Lehrer stehen Kopf

85

Zeitfenster: zwischen OS und…

38

Arbeitsgemeinschaft Schach

86

Schulinspektion

42

Einblicke ins Schulleben

88

„Inspektionstango“

44

Schülerlotsendienst

89

Schulprogramm der RS Syke

46

10 Jahre Schulsanitätsdienst

90

- Leitbild der RS Syke

47

Arbeitsgemeinschaft Mofa

92

- Entwicklungsziele

48

„Lehrer mal ganz anders“

94

Was sich alles bewegt ...

49

„Mädchen für alles“

95

Schulabgänger 2011

59

Von der Bleistiftradierung…

97

Impressionen vom „Spektakel“

62

Unsere Schulkleidung

98

Das Kollegium 2010/11

63

„Kunst am Bau“

99

Berufsorientierung, -vorbereitung

64

„So schön kann Schule sein“

Auszug aus der Festrede

10

100

5


Winterimpressionen

2011 6


R E A L S C H U L E

S Y K E

In dieser Festschrift haben wir versucht, Einzelbeiträge wie ein Mosaik zu einem lebendigen Bild der Realschule Syke zusammenzufügen. Aus unterschiedlicher Perspektive möchten wir Einblicke in unsere pädagogische Arbeit und das Schulleben geben. Dabei haben wir bewusst darauf verzichtet, die 100-jährige Geschichte der Realschule Syke so ausführlich darzustellen, wie es anlässlich des 75-jährigen Jubiläums geschah. Im Vordergrund vieler Beiträge steht das Schulleben. Es bereichert den Schulalltag, fördert soziales Lernen und trainiert Teamkompetenzen. Unser „Hauptgeschäft“ ist jedoch auch heute noch das Unterrichten. Unseren großzügigen Sponsoren und allen, die an dieser Festschrift mitgearbeitet haben, möchten wir herzlich danken. Unser besonderer Dank gilt unserer Kollegin Christa Meyer, die sich, unterstützt von Maud Rehbein, als Lektorin betätigte und das Projekt „Festschrift“ koordinierte. Bedanken möchten wir uns auch für die Unterstützung und Akzeptanz, die unsere Schule immer wieder seitens der Elternschaft, des Schulträgers und der Schulbehörde erfahren hat. Die Geschwindigkeit, in der Schulreformen entwickelt und umgesetzt werden, hat sich in den letzten 100 Jahren beträchtlich erhöht. Wir Lehrkräfte der Realschule Syke sind von unserer Schule überzeugt und wollen sie auch zukünftig als Realschule erhalten und weiter entwickeln. Für das Kollegium der Realschule Syke

(Klaus Wendler / Schulleiter)

7


100 Jahre Realschule Syke – Schule schafft Zukunft! Hochverehrter Herr Schuldirektor Klaus Wendler, wertgeschätzte Con-Rektoren Herr Heinz-Wilhelm Clausen und Frau Maud Rehbein, sehr verehrtes und außerordentlich sympathisches Schulkollegium, sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler unserer Bildungsanstalt. Mit dieser altertümlich anmutenden Anrede grüße ich Sie und gratuliere im Namen von Rat und Verwaltung zum wunderbaren Ereignis unserer Schulgründung im Jahre 1911. Kaiser Wilhelm II. war Staatsoberhaupt in Deutschland. Der Deutsche Reichstag lehnte die Einführung der Schriftart Antiqua als Amtsschrift ab und entschied sich für die Beibehaltung der Frakturschrift. Das voller Dynamik springende Niedersachsenross zierte noch nicht die Niedersachsenfahne, denn unser Bundesland wurde erst 1946 aus den Ländern Hannover, Schaumburg-Lippe, Oldenburg und Braunschweig zu Niedersachsen geformt. In der 6. Auflage von Meyers Großem Konversationslexikon von 1905 ist Syke als Marktflecken und Kreisort im preußischen Regierungs-Bezirk Hannover erwähnt. Am 1. April 1911 wurden an der damaligen Volksschule, neben der 1885 erbauten Christuskirche, die ersten beiden „gehobenen Klassen“ im 2.300 Seelen

großen Flecken Syke eingerichtet. 1929 war das Geburtsjahr der Stadt Syke und der preußische Minister für Wirtschaft, Kunst und Volksbildung gab dieser Bildungsanstalt den Status der Mittelschule. 1965 bestimmt die Verwaltungsvorschrift „Bek. D. Nds. KultM. vom 17.3.1965 - III 155/65 – GültL. 170/23“ die Bezeichnung „Mittelschule“ durch „Realschule“ zu ersetzen. Das Besondere: Mit der Umbenennung wurde die Stadt Syke Schulträger und hatte die finanziellen „Lasten“ zu schultern. Die „neuen“ Lehrer mussten sich sogleich mit dem Kurzschuljahr und Lehrermangel ihrer Realschule wacker schlagen. Ein ständiges Ärgernis blieben die baulichen Mängel, die der Chronist in der Festschrift zum 75. Jubiläum beschrieb. Dies ist auch Teil der Schulgeschichte - der Freitod vom Rektor Werner Haufe 1978. Viele Eltern gingen auf die Straße, um für die „Stiefkinder der Stadt“ bessere Schulbedingungen einzufordern. Die Realschule war die beliebteste Schulform in der Stadt mit ihrem anerkannten qualifizierten Abschluss. Der Rat, der Stadtdirektor Karl-Heinz Wodtke, der Oberkreisdirektor, das Kultusministerium und der Schulelternauschuss stritten um das Für und Wider von Mobilbauten und einem Neubau. 1982 schrieb

100 Jahre Realschule Syke – Schule schafft Zukunft!

8


der Redakteur Detlev Voges: „So die Bauarbeiter auch weiterhin so fleißig sind, das Gebäude nicht auf einer Wanderdüne steht, kein zweiter ‚schwarzer Freitag’ an der Börse erfolgt und die Eiszeit noch auf sich warten lässt“, dann wird es wahr. Am 28. April fand „still und leise“ das Richtfest eines gelungenen Bauwerkes statt.

fen zum Wohl unserer Kinder, jetzt und in Zukunft. Ich wünsche unserer RS SYKE für die Zukunft weiterhin verantwortungsbewusstes pädagogisches und schulpolitisches Handeln in der komplizierten Schullandschaft voller Reformen und uns allen viel Freude bei den Jubiläumsfeiern.

So viele wunderbare Dinge über diese Bildungsanstalt, über ihre ausgezeichneten Pädagogen und engagierten Elternschaften könnte ich jetzt benennen. Mich beeindruckt beispielsweise die vorbildliche Mitarbeit im deutsch-französischen Jugendwerk und die Freundschaft, die 1975 mit dem Collège Jules Ferry in SaintCalais, unweit unserer Partnerstadt La Chartre, geknüpft wurde. Vive la France et vive l’Europe. Es ist das Verlangen nach Völkerverständigung im friedlich vereinten Europa, welches in die jungen Herzen gepflanzt wurde. So ist diese Bildungsanstalt eine allumfassende Schule für das Leben.

Mit den besten Wünschen Ihr

Es erfüllt mich mit Stolz, Schulträger zu sein und mit unserem Rat und der Verwaltung der Stadt Syke mitgestalten zu dür-

Dr. Harald Behrens

100 Jahre Realschule Syke – Schule schafft Zukunft!

9


Grußwort für die Festschrift der Realschule Syke Die Wurzeln der heutigen Realschule Syke reichen bis in das Jahr 1911 zurück. Das intensive Interesse des für die Stadt Verantwortung tragenden damaligen Bürgermeisters, den Kindern „seiner“ Stadt und denen der umliegenden Ortschaften einen mittleren Bildungsabschluss zu ermöglichen, führte zur Einrichtung einer sogenannten gehobenen Abteilung an der allgemeinen Volksschule. Im Jahre 1986 feierte die Realschule Syke ihr 75-jähriges Bestehen endlich in einem eigenen Gebäude. Die Schule hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Mit der Einführung der Orientierungsstufe wurde sie auf die Jahrgänge 7, 8, 9 und 10 zurückgefahren. Seit Auflösung der Orientierungsstufe nimmt sie wieder Kinder im fünften Jahrgang auf. Ein Blick auf die Namensliste des Kollegiums im Jahr 2011 zeigt, dass viele Kolleginnen und Kollegen bereits seit 25 Jahren an der Schule tätig sind. Sie alle sind maßgeblich beteiligt an der Prägung des pädagogischen Geistes dieser Schule. Neue Lehrkräfte sind im Laufe der Zeit hinzu gekommen. Es sind zum Teil Kolleginnen und Kollegen, die von der Schule selbst ausgewählt werden konnten, weil diese Aufgabe mit der Einführung und Betonung der Eigenverantwortung auf die Schule übertragen wurde.

10

Allen aktiven Lehrkräften und ebenso den bereits im Ruhestand weilenden gebührt für ihr Engagement und ihr pädagogisches Wirken an der Realschule Syke ausdrücklich Dank! Sie haben der Schule ein Profil gegeben! Ich wünsche den Schülerinnen und Schülern, die die Schule jetzt besuchen und in den nächsten Jahren besuchen werden, Freude am Lernen in der Schulgemeinschaft – und gute Grundlagen für das Leben in unserer demokratisch verfassten Gesellschaft. Den Lehrerinnen und Lehren wünsche ich trotz hoher Anforderungen und Belastungen im Alltag Freude an der Ausübung ihres Berufes an dieser Schule.

Ursula Reimers Schulfachliche Dezernentin NLSchB AST Syke


Grußworte Zum 100-jährigen Bestehen der Realschule Syke gratuliert der Schulelternrat im Namen aller Eltern zu diesem feierlichen Jubiläum. Im Wandel des letzten Jahrhunderts erlebte die Realschule Syke viele Entwicklungen, welche die Arbeit von Schulleitern und dem Kollegium prägten, sowie Schülerinnen und Schüler weiterbildeten und Eltern in die Arbeit der Schule mit einbezogen. Heute erhalten Schülerinnen und Schüler neben der erweiterten Allgemeinbildung eine vielfältige Berufsorientierung, um sich auf die spätere Berufsausbildung oder ein künftiges Studium vorzubereiten. Der Schulelternrat wünscht sich auch für die Zukunft eine weiterhin so konstruktive Zusammenarbeit mit Schulvorstand, Schulleitung, Kollegium, Schülervertretung, Schülern und Eltern, damit auch in Zukunft unsere Kinder Spaß am Lernen in ihrem Lebensraum Schule haben. Lutz Budelmann (Schulelternratsvorsitzender)

Liebe Leserin, liebe Leser, der Förderverein der Realschule Syke e.V. gratuliert zum 100-jährigen Jubiläum der Realschule Syke und wünscht weiterhin eine erfolgreiche und gute Zusammenarbeit. Den Mitgliedern des Vorstandes ist es eine Herzensangelegenheit, die Schülerinnen und Schüler und die Arbeit an der Realschule Syke weiterhin gezielt zu unterstützen. Wir freuen uns, die Veröffentlichung dieser Festschrift mit einer beachtlichen Spende mit auf den Weg gebracht zu haben und wünschen alles Gute für die Zukunft.

Der Vorstand des Fördervereins der Realschule Syke e. V. i. A. Hartmut Köster

11


Auszug aus der Festrede anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Udo Quak, Ministerialrat i.R.

Zur Geschichte der Realschulidee Als 1699 der Gründer der Halleschen Waisenhausstiftung, der Prediger und Universitätslehrer August Hermann Francke (1633-1727), zum ersten Mal Überlegungen anstellte über eine schulische Einrichtung zwischen der Elementarschule und dem Gymnasium, umriss er die Idee einer solchen mittleren Schule als „Pädagogium für Kinder, die nur im Schreiben, Rechnen, Latein und Französisch und in der Ökonomie unterrichtet werden und die Studia nicht continuieren“ (zitiert nach R. W. Keck). Die neue mittlere Schule sollte curricular unterhalb des Gymnasiums angesiedelt sein. Zugleich skizzierte Francke auch die mögliche berufliche Verwendung für die Absolventen einer solchen „mittleren Schule“. Sie sollen „zur Aufwartung bei vornehmen Herren, zur Schreiberei, zur Kaufmannschaft, zur Verwaltung der Landgüter und nützlichen Künsten gebraucht werden“ (zitiert nach R. W. Keck). Praktische Überlegungen und Gedanken über die Verwendbarkeit, letztlich arbeitsmarktpolitische Überlegungen spielen also eine Rolle bei Franckes Ideen zu einer „mittleren Schule“. Aber zunächst blieb es bei der Idee und ganz vorsichtigen Anfängen. Mehr als 310 Jahre alt ist also der Versuch, die Idee einer Mittelschule zu konkretisieren. Bis dahin gab es für das gemeine Volk die Armenschulen, die Landschulen, die ihre Schüler, kaum Schülerinnen, in die Lage versetzen sollte, die Bibel, den Katechismus und das Gesangbuch zu lesen und einfachste Rechenoperationen durchzuführen. Und

12

für eine dünne Oberschicht gab es in den größeren Städten oder bei kirchlichen Einrichtungen die Gelehrtenschulen mit den alten Sprachen Latein und Griechisch als Grundlage und Voraussetzung für ein Studium. Erst mit dem Aufkommen des merkantilistischen Wirtschaftssystems verstärken sich die Überlegungen, wie die in der Wirtschaft, im Handwerk und in der Manufaktur gebrauchten Menschen zweckmäßig auszubilden seien. Der mit dem wirtschaftlichen Wandel verbundene langsame Aufstieg einer Mittelschicht zwischen dem Adel und den Dienstleuten gibt diesen Gedanken zusätzlichen Schwung. Der Berliner Theologe und Pädagoge Johann Julius Hecker (1707-1759), Schüler von A. H. Francke, spricht zum ersten Mal von einer „ökonomisch-mathematischen Realschule“, mit deren Gründung er dann 1747 beauftragt wurde. Diese Schule soll Fähigkeiten vermitteln, die über die „einfache Allgemeinbildung“, ein damals noch ungebräuchlicher Begriff, hinausgehen. Die 1750 von ihm gegründete schulische Einrichtung enthält „bereits vier Zeichenklassen, zwei mathematische, drei Briefschreibeklassen, je eine anatomische, physikalische, ökonomische, Manufaktur-, Buchhaltung-, Mechanik-, Zivilund Militärbau-Klasse“ (zitiert nach R. W. Keck). Die inhaltliche Ausrichtung und die curriculare Zielsetzung einer solchen Anstalt sind allerdings noch nicht klar umrissen. Sie ist, wie Rudolf Keck feststellt,


zum einen „Ergänzungsschule“ der gängigen Gelehrtenschule, zum andern ist sie „eine Spezialschule für eine spezifische Schicht handwerklicher Aufsteiger, dem „Mittelstand“, der in der herkömmlichen niederen Schule (…) keine bedürfnisadäquate Beschulung erhält“, und nicht zuletzt kann man sie als eine „Vorform einer Gewerbe- und Techniker-Fachschule“ betrachten. Diese begriffliche Schwankungsbreite hält sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, dennoch spricht man immer öfter von „Bürgerschulen“ oder „Mittelschulen“. Erst in der Dessauer Schulordnung von 1770 wird zum ersten Mal von einem dreigliedrigen Schulwesen gesprochen. Der Philanthropist Johann Bernhard Basedow (1724-1790) will die Schüler, und nun auch die Schülerinnen, auf der Grundlage der immer noch ständisch geprägten Gliederung der Gesellschaft analog in drei Gruppen unterrichten und bilden: - die große Mehrheit wird in den Armenund Landschulen beschult; das ist die „Große Schule“ für den „großen Haufen“, für Bauern, kleine Handwerker und Tagelöhner; - zwischen dieser „Großen Schule“ und dem Philanthropinum, das dem Gymnasium entspricht, siedelt er die „Kleine Schule“ an. Ihr Lehrplan ist gegenüber der Elementarschule, aber auch gegenüber dem Gymnasium vor allem durch die Realien erweitert. Diese Schule nennt Basedow deshalb „Realschule“, gleichbedeutend mit Bürgerschule; - eine Minderheit besucht das Philanthropinum, ein neuer Typ der alten Latein-

und Gelehrtenschule, als Voraussetzung für ein Studium. Von Seiten der Gelehrtenschulen wird dem neuen Schultyp Realschule schnell „pädagogischer Utilitarismus“ vorgeworfen. Nach Meinung der Kritiker stehen Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit, praktische Verwendbarkeit in einem Beruf, im Vordergrund, was nicht der wahren Bildung entspreche. Während es in den Gelehrtenschulen um das „Ideale“, um Sprache, Geschichte und Philosophie geht, stehen in den neuen Realschulen die auf Erfahrung und wirklicher Sachkenntnis basierenden „Realien“ auf dem Lehrplan. Der erste preußische Kultusminister Karl Abraham von Zedlitz (17311793) umschreibt diese „Realien“ so: „Naturgeschichte, praktische Meßkunst, Mechanik, Physik, vaterländische Geschichte und Erdkunde. Landesverfassung und Landesgesetze sowie Übungen im Zeichnen und Anleitung zur industriellen Tätigkeit, zur Seidenkultur, Wollspinnerei u. a., Sachkenntnisse also, die der Zeit als brauchbar, gemeinnützig und nützlich erschienen“ (zitiert nach R.W. Keck). In einem Conversationslexikon von 1826 liest man: „Das Wesen [dieser neuen Schulen] ist, daß sie Mathematik, Geschichte, Naturwissenschaft und was sonst in unserer Civilisation jetzt gemeinnützig erscheint, lehren mit Ausscheidung der alten Sprachen und aller Kenntnisse, welche nicht direkt auf Geist und Herz des Lernenden veredelnd wirken.“ Die weitere Entwicklung des neuen Schultyps wird durch den beginnenden wirtschaftlichen und industriellen Aufbau im frühen 19. Jahrhundert bestimmt.

13


Das aufstrebende Bürgertum mit seinen ökonomischen Interessen braucht eine für seine Tätigkeiten adäquate schulische Bildung. Mehr und mehr versteht sich die Realschule als „Höhere Bürgerschule“ für die Kinder des gehobenen Mittelstandes. Eine Konsolidierung erfährt sie dann im frühen 19. Jahrhundert in Preußen, allerdings stark in Richtung einer niederen Gelehrtenschule. Maßstab für die Bildung auch an den „Höheren Bürgerschulen“ wird die Zulassung zum einjährigen Militärdienst und die Berechtigung zum Eintritt in die qualifizierten Behörden- und Verwaltungsberufe. Das erfordert nach sechsjährigem Schulbesuch einen Abschluss, dessen Niveau dem der Untersekunda eines Gymnasiums entspricht. Da ist es kein Wunder, dass Latein auch an der „Höheren Bürgerschule“ zur Pflichtfremdsprache wird. Die zunächst hoffnungsvolle Entwicklung einer eigenständigen Realschule als Bildungsanstalt für die Mitte der Gesellschaft endet mit der „Unterrichts- und Prüfungsordnung“ von 1832 und stärker noch von 1859 in einer ursprünglich nicht gewollten Gymnasialisierung dieser Schulform. Es geht in Preußen in Richtung Oberrealschule und Realgymnasium. Die anderen deutschen Länder vermeiden bis zur Reichsgründung 1871 eine solche Entwicklung und verfolgen weiter das Projekt einer mittleren Bürgerschule. Mit den „Allgemeinen Bestimmungen“ Preußens vom Oktober 1872 wird auch das Realschulwesen neu definiert und die Eigenständigkeit dieser „mittleren Schule“ gefestigt. Es entsteht der neue Begriff der „Mittelschule“, ein Begriff,

14

der sich dann über 70 Jahre hält und erst 1959 im „Rahmenplan“ wieder durch das Wort „Realschule“ abgelöst wird. Diese Mittelschule bietet ein gegenüber der Volksschule erweitertes Lernangebot in allen Fächern und eine obligatorische Fremdsprache, meistens Englisch, an. Damit setzt sie sich in der Zielsetzung durch ein Mehr an Allgemeinbildung und eine Pflichtfremdsprache sowie durch die Schuldauer (bis Klasse 10) von der Volksschule ab, zugleich aber auch vom Gymnasium durch einen stärkeren Bezug auf die wirtschaftliche Verwendbarkeit ihrer Absolventen. Die günstige wirtschaftliche Entwicklung vor der Jahrhundertwende bewirkt einen großen Aufschwung der Mittelschule und führt schließlich ab 1911 neben dem Zugang zu mittleren Berufen auch zur „Berechtigung zur mittleren Reife“, und damit zu einem möglichen Übergang in das Gymnasium. Zugleich wird durch die Einrichtung „gehobener Volksschulklassen“ der Übergang von Volksschulen in Mittelschulen ermöglicht und gefördert. Diese Möglichkeit haben schließlich auch die Gründerväter der Realschule Syke vor hundert Jahren genutzt. In der Weimarer Republik differenziert sich die Mittelschule nach Berufssparten: Berufe in Handel und Gewerbe, in Technik und, vor allem für Mädchen, in soziale und hauswirtschaftliche Berufe. Die Mittelschule soll mit ihren Lernangeboten den beruflichen Anforderungen gerecht werden, die „zwischen mechanisch-manuellen und abstraktgeistigen Tätigkeiten anzusiedeln sind“ (R. W. Keck). Nach 1933 wird aus ideologischen


Gründen die Wirkungsbreite der Mittelschule wieder eingeengt. Mit den „Bestimmungen zur Neuordnung des mittleren Schulwesens“ vom 1. Juli 1938 bekommt die Mittelschule eine neue Struktur und neue Inhalte. Sie umfasst nun nur noch 4 Jahre nach dem 6. Volksschuljahr und sie muss sich neben der ideologischen Ausrichtung fast aller Fächer zusätzlich mit biologischer Lebenskunde und mit der Rassenlehre befassen. Nach 1945 werden zunächst die Verhältnisse aus der Weimarer Republik wieder hergestellt. Die sechsjährige Mittelschule wird in fast allen der entstehenden Länder, natürlich curricular angepasst, weitergeführt. Erst der „Rahmenplan für das deutsche Bildungswesen“ von 1959 bereitet die Ordnung vor, mit der wir im Wesentlichen noch heute leben. Der Begriff

Mittelschule verschwindet nun in den Annalen der Schulgeschichte, die Anstalten des mittleren Bildungsweges heißen nun wieder „Realschule“. Diese sechsjährige Realschule bietet eine Pflichtfremdsprache und eine Wahlfremdsprache an, ist in ihrem Bildungsangebot mit Wahlpflichtunterricht, Wahlfächern und Arbeitsgemeinschaften hoch differenziert, lässt für die Schülerinnen und Schüler Schwerpunktbildung zu, und ihre Abschlüsse ermöglichen sowohl eine Berufsausbildung wie auch den Übergang in Fachschulen oder in das Gymnasium. Literatur: Rudolf W. Keck: Das Selbstverständnis der Realschule im historischen Wandel. Zur Diskussion ihrer bildungshistorischen Perspektiven. In: Jürgen Rekus (Hrsg.): Die Realschule. Alltag, Reform, Geschichte, Theorie. Weinheim und München 1999

„Cut-out“ nach Henri Matisse; Tomke Korporal, Michelle Zilinka, Kl. 7c, 2010/11

15


100 Jahre Realschule Syke – Eine Zeitreise Im Nachfolgenden befindet sich eine fragmentäre Zusammenstellung über die vergangenen 100 Jahre an der Realschule Syke - für ausführliche Informationen zu unserer Schulgeschichte sei auf die Chronikausgaben zum 75., 80. und 85. Jubiläum verwiesen.

dem BdM genutzt, Unterrichtsinhalte veränderten sich, bisheriger Wandschmuck musste durch Kunst des dritten Reiches ausgetauscht werden. Reden des Führers Adolf Hitler wurden in die Turnhalle, in der sich alle Schüler einzufinden hatten, per Volksempfänger übertragen.

Unsere heutige Realschule startete am 1. April 1911 als „gehobene Abteilung“ der Volksschule. Begonnen wurde mit zwei Klassen, in denen 55 Kinder beschult wurden, wobei damals jahrgangsübergreifender Unterricht stattfand.

Kurz vor Kriegsausbruch wurde der Neubau der Mittelschule ins Auge gefasst, weil es umfangreiche Mängel am Altgebäude gab. Der Krieg verhinderte dieses zunächst; vollzogen wurde aber 1939 die Trennung der Rektorate von Volks- und Mittelschule. Bernhard Dierking übernahm das Schulleiterzimmer der Volksschule, während Wilhelm Kuck dieses in seiner Dienstwohnung einrichtete.

Die Eltern von Syker Schülern entrichteten ein Schulgeld von achtzig Mark pro Jahr, auswärts lebende Familien zahlten einhundert. Zu Ostern 1922 beschloss der Schulvorstand, die „gehobene Abteilung“ in ein Mittelschul-System umzuwandeln, um den begehrten Berechtigungsschein zum „Einjährigen - Dienst“ aushändigen zu können. 1929 vollzog das Preußische Ministerium offiziell die Umbenennung in „voll ausgestaltete“ Mittelschule. Diese Entscheidung trug dazu bei, den Schulstandort Syke noch attraktiver zu gestalten und zog einen Anstieg der Schülerzahlen nach sich. Kurze Zeit später wurde auch eine Turnhalle für die Schule errichtet. In den kommenden Jahren wurde Englisch bereits zur ersten, verbindlichen Fremdsprache und Französisch als zweite, wahlfreie eingeführt. Die Räumlichkeiten wurden in den 30er Jahren auch von der Hitlerjugend und

16

Wegen der angeordneten Unterbringung von 800 polnischen und russischen Zwangsarbeitern ruhte der Unterricht ab Ostern 1945 für mehrere Monate. Das Gebäude und der Schulhof befanden sich in einem katastrophalen Zustand. Die ersten Nachkriegsschüler mussten sogar Sitzgelegenheiten von zu Hause mitbringen und lange Zeit teilweise ohne Schulbücher auskommen. Bis zu 48 Kinder saßen in einem Klassenraum, alle nur erdenklichen Möglichkeiten wurden zu Unterrichtszwecken genutzt, vom Werkraum, Keller, Schulleiterzimmer bis hin zur Anmietung von Räumen in Gaststätten. Der Stundenplan sah bis zu 42 Unterrichtsstunden pro Woche vor. Wahlen zum Elternrat und für Klassensprecher fanden 1948 erstmalig statt.


1950 kam es dann endlich zum ersehnten Umzug in neue Räumlichkeiten, in den sog. „Verwaltungstrakt“, der sich hinter der alten Volksschule befand.

Zum Schuljahr 1965/66 gab es eine offizielle Umbenennung aller Mittelschulen in Niedersachen, die von da an Realschulen hießen. Zu diesem Zeitpunkt ging die Schulträgerschaft auf die Stadt Syke über. Der Einschulungstermin für Schüler wurde von Ostern auf den Sommer verlegt, woraus sich zwei Kurzschuljahre ergaben. Heftige Klagen über „Lehrermangel“ wurden bereits 1966 geäußert, als damals für 14 Klassen lediglich 329 Lehrerstunden zur Verfügung standen, was sich auf die durchschnittliche Wochenstundenzahl drastisch auswirkte: nur ca. 23 Stunden statt der vorgesehenen 30 (bzw. 34 incl. Französisch). Das Schulgebäude litt unter vielen Baumängeln, z.B. bröckelnder Putz von den Wänden, defekte Elektroleitungen im Hauswirtschaftsbereich, herabstürzende Schultafel in einem Klassenzimmer … Zur Unterstützung der Verwaltungsarbeit bekam die Realschule 1968 eine Stelle für eine Sekretärin zugewiesen und im selben Jahr fand die erste Wahl eines Schülersprechers statt, die Heinfried Schumacher für sich gewann. Für die Schülerschaft

änderte sich zudem die Form der Zeugnisniederschrift, erfolgte diese bisher noch in einem Zeugnisheft, gab es ab sofort nur noch ein Zeugnisblatt. Für die inhaltliche Ausgestaltung des Lehrplanes in den einzelnen Fächern waren nun die neu eingerichteten Fachkonferenzen mit zuständig, an diesen wurden ab 1970 auch Eltern- und Schülervertreter beteiligt. Der positive Zuspruch an Schüleranmeldungen hatte zur Folge, dass die Schule räumlich schließlich so beengt war, dass 1973 die ersten sechs Mobilbauten aufgestellt werden mussten. Seit 1975 erfuhr die Schule durch den gegründeten Elternförderverein vielfältige Unterstützung, über die sie sich (bis heute!) sehr freute. Der 1950 bezogene Mittelschulbau der Schule musste zur Verwunderung vieler bereits 1978 wegen drohender Einsturzgefahr wieder abgerissen werden, deshalb wurden weitere acht Mobilbauten aufgestellt. Nicht nur, aber sicherlich auch wegen des zermürbenden Kampfes um bessere Schulbedingungen wählte der damalige Realschulrektor Haufe den Freitod, wobei er sich vor dem Haupteingang des Schulgebäudes verbrannte. Sein Nachfolger, Bernd Schröder, trat am 12.3.1979 seinen Dienst an. Nach vielen Querelen kam es 1982 endlich zur Grundsteinlegung für den Bau des neuen Schulgebäudes an der La Chartre Straße.

17


Fand der Unterricht bis dato immer jede Woche von montags bis samstags statt, wurde zum Schuljahr 1979/80 ein unterrichtsfreier Samstag pro Monat eingeführt; diese Regelung wurde 1981/82 auf zwei freie Samstage erweitert. In diesem Jahr bildete sich aus dem Elternförderverein die Fördergemeinschaft der Realschule Syke e.V., welche die erste Veröffentlichung eines Jahrbuchs der Schule mit unterstützte. Im Oktober 1982 war es dann endlich soweit, der Neubau der Realschule im Schulzentrum konnte bezogen werden. In diesem Zuge wurde das alte Volksschulgebäude an der B6 in Syke abgerissen. In den 80er Jahren wurden in der schulischen Arbeit für viele, noch heute durchgeführte Veranstaltungen, der Grundstein für unser Schulleben gelegt: Drogenprävention, Erste Hilfe Kurse, Betriebspraktika, Frankreichaustausch, Bundesjugendspiele, Projektwochen, gemeinsame Ausflugsfahrten mit der ganzen Schule. Außerdem konnte die erste Beratungslehrkraft, Gudrun Schwinge, für unsere Schule ausgebildet werden. 1986 feierte die Realschule mit einem umfangreichen Programm ihr 75-jähriges Jubiläum. Der Höhepunkt war der große Ehemaligenball im Forum und Innenhof, wo bis in die Nacht hinein gefeiert wurde. Die elektronischen Medien wurden 1988 mit der Einrichtung eines Computerraumes an der Schule ergänzt, der neben dem Informatikunterricht auch die anderen Unterrichtsfächer bereicherte.

18

Mit Berthold Nietschke bekam die Realschule am 31.8.1989 ihren ersten Schulassistenten, der aber auch für die Hauptschule mit tätig war. Seit 1993/94 müssen Schüler generell nur noch an fünf Tagen in der Woche zum Unterricht das Schulgebäude aufsuchen. Zur Unterstützung beim Lösen von Konflikten zwischen Schülern wurde eine Streitschlichterausbildung durchgeführt, die Schüler befähigte, sich gegenseitig bei der Problembeseitigung zu helfen. 2001 richtete die Schule im Keller einen Raum her, in dem sich eine Tischtennisplatte befand, inzwischen erweitert durch ein Sofa und Trimmräder, damit sich die Schüler dort in Freistunden aufhalten können. Nach gemeinsamen Schulfahrten in den Harz, nach Porta Westfalica und ins Sauerland erfuhr das Gemeinschaftsgefühl 2002 eine erneute Stärkung durch einen Schulausflug nach Cuxhaven. Alle Schüler reisten mit Bussen an, liefen unter fachkundiger Leitung durch das Watt nach Neuwerk, von wo sie mit einem eigens gecharterten Schiff zurück zum Festland fuhren.


Kollegium 2006: obere R. v. l.: Herr Heuer, Herr Apel, Herr Wille, Frau Hogrefe, Frau Möhring, Frau Wriedt, Frau Falk, Frau Welp, Frau Widderich, Frau Wehinger, Frau Bantje, Herr Bülter, Herr Dunker, Herr Buchwald mittl. R. v. l.: Herr Pasch, Herr Hoffmann, Frau A. Meyer, Frau Robbers, Frau Müller-Kracke, Frau Hoffmann, Herr Claus, Frau Flor, Herr Wendler, Frau Früchtenicht, Herr Ihsen, Herr Clausen untere R. v. l.: Herr Brünjes, Frau Ch. Meyer, Herr Wassermann, Frau Ahsendorf, Frau Wittneben, Frau Guse, Frau Rehbein, Frau Reuter, – nicht abgebildet: Frau Eggers, Frau Werner, Herr Riechers, Herr Sels, Herr Weber

Dass die Deutschunterrichtsthematik „Hörspiel“ auch mit Erfolg gekrönt sein kann, erfuhr 2003 die Klasse 7a unter der Leitung von Frau Früchtenicht, denn ihr selbst geschriebenes und dann aufgenommenes Hörspiel wurde in einem Wettbewerb erfolgreich bewertet. Durch die Zuweisung einer AQUA-Kraft war es 2004 möglich, die Bücherei wieder regelmäßig in den Pausen für die Schüler zu öffnen. In der Presse war zu lesen, dass die Stadt Syke 2004 als Schulträger überlegte, die Trägerschaft der Schule an den Landkreis abzutreten. Nach klärenden Gesprächen zwischen Eltern-, Schülerschaft, dem

Kollegium und der Politik der Stadt Syke ist bis heute weiterhin die Stadt Syke Träger der Realschule Syke geblieben – zu unserer Zufriedenheit. Mussten bisher die Eltern die Lehrbücher für ihre Schüler selbst kaufen, kam es 2004 zur Lehrmittelfreiheit, die gegen eine Leihgebühr erlaubte, die Bücher für einen gewissen Zeitraum zu „mieten“. Zum Schuljahr 2004/2005 wurde die Orientierungsstufe aufgelöst und es wechselten 9 Kolleginnen und Kollegen zur Realschule: Frau Bantje, Frau Budelmann, Frau Harre-Kahl, Herr Pasch, Herr Riechers, Frau Robbers, Herr Rodiek, Frau Widderich, Frau Wriedt.

19


Nun wurden die Klassenstufen 5-10 an der Realschule unterrichtet und es zeigte sich bald, dass Eltern ihre Kinder hier gerne anmeldeten, denn die Schülerzahl lag zeitweise über der 600er-Marke. Das bisherige Schulleitungsteam, vertreten seit 1997 durch den Rektor Herrn Hartmut Stummeier und dem Konrektor Heinz-Wilhelm Clausen (seit 1989), wurde durch die Einrichtung einer zweiten Konrektorenstelle, die Maud Rehbein einnahm, erweitert. Durch die neu hinzu gekommenen Lehrkräfte wurde es im Lehrerzimmer immer enger. Weil es aber für alle Pädagogen besonders wichtig war, einen Raum zu haben, in dem sich alle treffen und austauschen konnten, gelang es mit Hilfe der Stadt, 2005 durch eine Umbaumaßnahme das Lehrerzimmer zu erweitern. Die Einrichtung eines zweiten Computerraumes ermöglichte, dass dieses Medium immer weiter Einzug in den Unterricht hielt. In der Schulleitung wurde die Stelle des Rektors zum August 2006 neu besetzt, nachdem Hartmut Stummeier in den vorläufigen Ruhestand (Blockmodell) trat. Klaus Wendler wurde als sein Nachfolger im August begrüßt. Mit der Einführung der eigenverantwortlichen Schule fand eine Verschiebung der Zuständigkeiten der bisherigen Gremien statt. Ein Schulvorstand musste gegründet werden, der alle wichtigen Entscheidungen zu treffen hat. Die erste Sitzung fand am 13.11.2007 statt.

20

„Terrasse“ nach van Gogh, Lajana Bormann, 9 b, 2007/08 Nachdem die Realschule seit 25 Jahren die Räumlichkeiten an der La Chartre Straße nutzte, wurde dieses Jubiläum mit einer kleinen Feierstunde und einem „Tag der offenen Tür“ 2007 gewürdigt. Eine Schulkleidung wurde gefunden und 2008 den Schülern vorgestellt. Das Tragen ist auf freiwilliger Basis vereinbart worden. 2009 freuten wir uns über die Zuweisung einer Sozialpädagogin. Am 1. April 2011 feiert die Realschule Syke ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt am Gründungstag und freut sich, ihre „Freunde“ dazu begrüßen zu dürfen. Maud Rehbein


Die Schulleiter an der Realschule Syke Leitung der Volksschule Syke, einschließlich der gehobenen Abteilung: 1911 – 1923 Rektor Otto Schlemm 1923 – 1925 Rektor Friedrich Schneemilch Leitung der Volksschule und Mittelschule: 1925 – 1936 Rektor Friedrich Schneemilch 1936 – 1939 Rektor Wilhelm Kuck Leitung der Mittelschule / ab 1965: Realschule 1939 – 1945 Rektor Wilhelm Kuck 1946 – 1953 Mittelschulrektor Arnold Wellhausen 1953 – 1967 Mittelschulrektor Gerhard Molzahn 1968 – 1978 Realschulrektor Werner Haufe 1979 – 1996 Realschulrektor Bernd Schröder 1997 – 2006 Realschulrektor Hartmut Stummeier seit 2006 Realschulrektor Klaus Wendler Kommissarische Schulleiter: 1939 – 1945 Mittelschulkonrektor Arnold Wellhausen (Rektor Kuck war beim Militär) 1967 / 1968 Realschullehrer Werner Kiank und Realschulkonrektor Gustav Wolf (nach dem Tode von Realschulrektor Molzahn) 1978 / 1979 Realschulkonrektor Heinrich Möhlmann (nach dem Tode von Realschulrektor Haufe) 1996 / 1997 Realschulkonrektor Heinz-Wilhelm Clausen (Interimszeit)

v.l. Herr Clausen, Herr Schröder, Herr Stummeier, Bgm. Dr. Behrens, Herr Wendler

21


Schulgeschichte kurzgefasst Gedankensprünge

Ein Jah R hundert H E rmannstraße Pl A tzmangel Mobi L bauten Ein S turzgefahr Standortwe C hsel ? Herr Sc H röder Umz U g steht fest L a Chartre Straße Syk E von Tanja Werner und Martina Wriedt

Das alte Schulgelände an der Hermannstraße (heute Standort des Rathauses)

22


23

Kollegium 1988 obere R.v.l.: Ulrich Fricke, Katharina Bischoff (heute: Wittneben), Gerda Lange, Holger Fricke, Wilfried Kettler, Christel Baudisch, Rolf Bischoff, Eva Wiebe, Frau Dames, Bernd Schr旦der mittlere R.v.l.: Hans Berkowitz, Heinz-Albert B端lter, Gudrun Schwinge, Christa Meyer, Lucian Plitt, Hans-Dieter Huppelsberg, Delia Oeltjen, Meike Reuter untere R.v.l.: Reinhard Ihsen, Wolfgang Sels, Elisabeth Hoffmann, Dieter Wassermann, J端rgen Hoffmann nicht abgebildet: Marika Eggers, J端rgen Heuer, Beate Zitzlaff


künstlerische…

…Vielfalt 24


25

Kollegium 1996: obere R. v. l.: Dieter Wassermann, J端rgen Heuer, J端rgen Hoffmann, Hans Berkowitz, Reinhard Ihsen, Wolfgang Sels mittl. R. v. l.: Christa Meyer, Barbara Gerke, Holger Fricke, Heinz-Albert B端lter, Ingrid Schnier, Elisabeth Hoffmann, Herbert Ehlers Beate Zitzlaff, Ulrich Fricke, Berthold Nietschke untere R. v. l.: Delia Oeltjen, Eva Wiebe, Gerda Lange, Heinz-Wilhelm Clausen, Bernd Schr旦der, Katharina Wittneben, Gudrun Schwinge, Meike Reuter, Ines Tillmann nicht abgebildet: Marika Eggers, Lucian Plitt


Die Realschule im Spiegel der lokalen Presse Die folgende Zusammenstellung von Schlagzeilen, z.T. mit Untertiteln - so wie sie in der örtlichen Presse veröffentlicht wurden - erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, spiegelt aber dennoch die Vielfältigkeit dessen, was die Schule und alle an ihr Beteiligten in den letzten 60 Jahren bewegt, verändert, erfreut und manchmal auch geärgert hat. (Anmerkungen des Verfassers stehen in Klammern.) Ostern 1950

„Einweihung des neuen Mittelschulgebäudes neben der Volksschule“

Januar 1953

„Neuer Rektor der Syker Mittelschule gewählt. Der Mittelschulzweckverband wählte gestern einstimmig den Mittelschullehrer Gerhard Molzahn zum neuen Rektor“

Juli 1967

„Bewährter Pädagoge starb. Erinnerung an den Realschuldirektor Gerhard Molzahn“

Februar 1968

„Ein neuer Mann regiert. Gustav Wolf wurde Konrektor an der Syker Realschule“ „Ein ehrlicher Makler sein. Realschulrektor Haufe in sein Amt eingeführt“

1975

„Franzosenbesuch an der Hache. Erster deutsch-französischer Schüleraustausch an der Realschule“ (Der deutsch-französiche Austausch besteht mit Unterbrechungen bis heute fort).

April 1977

„Ordnungsgemäßer Unterricht war nicht möglich – Realschule Syke geschlossen“

Februar 1978 April 1978

„Einsturzgefahr im mittleren Trakt der Syker Realschule“ „Syke: Rektor als brennende Fackel vor seiner Schule“ „Die Realschule ist eine Schande für die Stadt Syke“

„Realschule Syke hat einen neuen Rektor. Bernd Schröder trat sein Amt an“ März 1979 Dezember 1979 „Für 1,6 Mill. DM werden Mobilklassen aufgebaut“ Juni 1981 Oktober 1981

„Neue Realschule: Fachausschuß stimmte gestern dem Planungs- Vorentwurf zu“ „Realschule soll in alten Räumen bleiben.“ „SPD-Fraktion besteht auf acht Mobilbauten“

Februar 1983

„Wanderfahrt im Sonderzug. Ausflug der Realschule an die Porta“ „Rowdies stürzten im Neubau der Realschule Mauern um“ September 1983 „Neues Gebäude im Schulzentrum wurde offiziell übergeben. Großer Tag für die Syker Realschule“ (fast ein Jahr nach dem Umzug!) Januar 1984

26

„Keine Computer-Spezialisten züchten, sondern in die neue Technik einführen. Geräte im Wert von 12 000 DM werden in Kürze installiert“


Juli 1985

„‚Chaoten‘ trübten mit ‚Farbangriffen‘ Abschiedsfeierlichkeiten in Realschule. 158 Jugendliche wurden entlassen“

Februar 1986

„Mit dem Partywagen in den Harz. Syker Realschule veranstaltet Winterfahrt am 2. Februar“ „185 Realschüler entlassen. Zwei Drittel haben keine Lehrstelle“ „Syker ‚Börsenmäuse‘ spekulierten am besten im Lande Niedersachsen“

Juli 1986

„Realschüler belegten die drei ersten Plätze beim Planspiel Börse“ Februar 1987 September 1987 „75 Jahre Realschule: Realschul-Jubiläum klingt mit Ehemaligen-Disco aus“ „‚Die glorreichen Sieben‘ sechster Landessieger im Börsenspiel“ „Singender Pädagoge wurde zur ,Entdeckung des Jahres‘. Hans-W. Berkowitz gewann den ,Syker Kleinkunstpreis‘ 1987“ „Realschüler unter den drei besten Spielgruppen des Planspiels Börse“ „Kampf um die Realschule war größte Herausforderung. Letzter Schultag für Juni 1988 Konrektor Möhlmann am 14. Juli“ Dezember 1988 „Schreibmaschinen heiß begehrt. Realschule bekommt 15 elektronische Schreibmaschinen“ „Wenn Geld lockt, ist Moral nichts mehr wert. Eine erfrischende Aufführung der Theatergruppe der Realschule Syke“ „Heinz Wilhelm Clausen Konrektor an Realschule“ Februar 1988 März 1988

„Für 24 Realschüler stand der ,Schneepflug‘ im Stundenplan. Erster Ski-Kompaktkurs der Realschule in den bayrischen Alpen“ „Vierte bis sechste Stunde: Waldlauf im Friedeholz. Gestern erster Mai 1989 „Trimm-Trab“ der Realschule“ „Lehrer drücken wieder die Schulbank. Die acht MS DOS-Computer der Syker Juni 1989 Realschule werden ständig genutzt“ September 1989 „Zwei Schulen teilen sich den „Tüftler“ für ihre Mediotheken. Berthold Nietschke neuer Schulassistent für Haupt- und Realschule“ März 1989

„Schüler entwarf Münze für Europa. Andreas Ruff wurde Landessieger“ Mai 1990 „Mahnwache für Menschenrechte. Realschüler und ai: Aktion zu China“ Juni 1990 Dezember 1990 „Realschule sammelte für Russland“ „Erst 80 Jahre und ganz schön weise. Realschule feiert Geburtstag schwungvoll“ Oktober 1991 „Syker Realschule beklagt Raumnot“ Dezember 1991 „Turnhallenteilung ist ein fauler Kompromiß. Syker Grund- und Realschüler werden durch einen Kunststoffvorhang voneinander getrennt“ Mai 1991

„Rauschgift: Im Schulzentrum kocht die Gerüchteküche. Schüler brachte Joint nach Hause/Realschulrektor reagierte prompt/Bisher keine Anhaltspunkte auf Handel und harte Drogen“ November 1993 „Zeugin der Nazizeit zu Gast. Humanistin Sonja Sonnenfeld (81) diskutiert mit Realschülern“ März 1993

Mai 1994

„Im Chemie-Zirkus durfte es mal puffen und knallen. Projektwoche ,Kreativität‘ endet heute in Realschule“ (Projektwochen werden an der Realschule im zweijährigen Turnus durchgeführt.)

27


August 1995

„Frohe Kunde für die Syker Realschule. BBS-Sporthalle hilft Probleme lösen“

Februar 1996 Juni 1996

„Mit Sonderzug in den Schnee“ (Die ganze Schule bevölkert den Harz!) „Projekttag zur Geburtstagsfeier. Realschule Syke feiert ihre Gründung vor 85 Jahren“ „Auf glattem Börsen-Parkett. Die besten Nachwuchs-Spekulanten reisten nach Frankfurt. Syker Realschüler erreichten den 3. Platz im Planspiel Börse“

August 1996

September 1997 „Das Zusammenspiel ist wichtig. Gespräch mit dem neuen Realschulrektor Hartmut Stummeier“ „Solaranlage ist für den Unterricht wertvoll. Sonne liefert im günstigsten Fall ein Kilowatt fürs Netz der Realschule“ September 1999 „Schüler sollen jetzt Streit selber schlichten. Psychologen bilden junge Konfliktvermittler an Haupt- und Realschule aus“ „Gewalt gegen Mädchen war Thema. Workshop in einer Realschulklasse/ Zusammenarbeit mit ,Zebra Orange‘“ Juni 1999

Januar 2000

März 2000

„Mit bloßen Händen hunderte von Erlen ausgerupft. Realschüler bringen zusammen mit Lucian Plitt Biotop auf Vordermann“ „Biotop-AG der Realschule mit Umweltpreis ausgezeichnet: Stiftung würdigte beispielhaften Schülereinsatz“ „Urkunden für die Erdkunde-Asse. Die besten Realschüler, die am internationalen Geographiewettbewerb teilgenommen haben, erhielten ihre Urkunden von Lehrerin und Organisatorin Marika Eggers“ „Die sollen ruhig mal richtig Gas geben. Mofafahren in Theorie und Praxis: Kursus an der Syker Realschule erfreut sich großer Beliebtheit“ (Der Mofa-Kurs ist bis heute ein echter Renner.) „Die leckerste Seite der Realschule: Honig. ,Lebendiger‘ Biologieunterricht: Bienenvolk auf dem Dach des Schulgebäudes angesiedelt“

Dezember 2001 „In schwindelnder Höhe die Kirchenlampen geputzt. Realschüler schwärmten geschlossen zu guten Taten/Schule: Drückeberger gab es am ersten Projekttag nicht“ März 2002 April 2002 Juni 2002 Oktober 2002 Mai 2003

28

„Die Freistunden gehören bunten Fischen und Fröschen. Schüler erhalten die beiden neuen Aquarien der Realschule selbst in Schuss“ „Auch Auszubildende stellten ihre Berufe vor. Realschule startete Großoffensive in Sachen Berufswahl“ (Der Expertentag entwickelte sich zu einer festen Einrichtung und findet nach wie vor einmal jährlich in der Realschule statt.) „Bunte Unterwasserwelt statt grauer Trafotristesse. Malaktion der Syker Realschule sorgt für mehr Farbe am Riederdamm/ Unterstützung durch die Avacon“ „Am Anfang war die Verkehrszählung. Realschüler zählen im Auftrag der Stadt/Grundlage für Entwicklungsplan“ „357 Kisch-Reporter starten durch. Kreiszeitung in der Schule: Zum Auftakt Pressefrühstück und Medien-Café in der Realschule Syke“ (Seit 2003 wird Kisch alljährlich von der Kreiszeitung und der Kreissparkasse angeboten. Wenn möglich, macht die Realschule mit.)


„Fließendes Blut und Ohnmachtsanfälle? Kein Problem. Syker Realschule hat einen Sanitätsdienst/Ausweise überreicht“ (Der Schulsanitätsdienst ist zu einer festen Einrichtung in der Schule geworden und tut in jeder großen Pause Dienst.) November 2003 „Realschüler als Helden und Ganoven. Selbst erfundenes Ende einer TKKGGeschichte der Klasse 7a von Profis aufgezeichnet“ „Die Tendenz geht zur Legehennenbatterie. Im Lehrerzimmer ist kein Platz mehr frei“ Juni 2003

Februar 2004 Juni 2004

Juli 2004 Januar 2005

März 2005 Oktober 2005

„Zwei Syker Schulen für den Landkreis. SPD und CDU bieten Schulträgerschaft für Haupt- und Realschule an“ „Gütesiegel für acht Schulen. Realschule berufswelt- und ausbildungsfreundlich“ „Sykerinnen sind kreativ. Realschülerin belegt in ihrer Altersklassen den ersten Preis beim Jugendwettbewerb der Volksbanken“ „Kehrtwende bei großer Koalition. Antrag auf Abgabe der Schulträgerschaft zurückgezogen“ „Warmer Regen aus Hannover. Realschule bekommt 10 000 Euro zur Aufrüstung ihres Computerbestandes“ „Verschlafener Weihnachtsmann. Theater-AG feierte Premiere mit selbst verfasstem Stück“ „Realschüler jetzt drahtlos im Datennetz. TUI-Stiftung und Stadt Syke ermöglichen den Einsatz von neun neuen Laptops“ „In Erdkunde kennt er sich aus. Sebastian Zerbe Schulsieger im National-Geographic-Wettbewerb“ „Etwas Eigenes aufbauen. Schülerfirma „Sellen Buy“ tummelt sich im Internet“ (Diese Schülerfirma bestand bis 2010 und arbeitete überaus erfolgreich.)

„Die jugendlichen Alltagsprobleme der „Bremer Stadtmusikanten“. Theater-AG der Realschule macht aus dem Märchen ein modernes Stück“ „Die Welt entdeckt: Schüler für Kunst prämiert. Realschüler aus Syke beim Juni 2006 internationalen Wettbewerb „jugend creativ“ geehrt“ „Prima Klima an der Realschule. Dreimal Bestnote bei Schulinspektion“ Juli 2006 „Mit Logo werben. Realschule prämierte Schülervorschläge“ „‚Es hat leise geklingelt‘: Realschule verabschiedet „Stummi“. Fröhliche Feier für Rektor Hartmut Stummeier im Forum“ „Neuer Schulleiter. Klaus Wendler übernimmt als Nachfolger von Hartmut August 2006 Stummeier die Leitung der Syker Realschule“ „Wir haben sehr motivierte Schüler dazubekommen. Realschule nach Auflösung der Orientierungsstufe vor neuen Herausforderungen“ Oktober 2006 „Autos zählen am Krusenberg. Schüler der Syker Realschule sammeln Daten zum Verkehrsverhalten“ Dezember 2006 „Vom Schullogo bis zum Streitschlichter: Der Förderverein übernimmt Aufgaben“ „Mona Diederichs las am besten vor. Siegerin im Wettbewerb der Realschule“ (Der Vorlesewettbewerb wird bis heute jährlich durchgeführt.) Februar 2006

29


„Rocker als Börsenspekulanten. Siegerehrung beim Planspiel Börse der Kreissparkasse Syke. Realschüler belegten 3. Platz“ „Gewaltverzicht durch Selbstbewusstsein. Modellprojekt der Syker RealschuMärz 2007 le gestartet/Ansatz: Mädchen und Jungen arbeiten getrennt“ (Dieses Projekt wird alljährlich mit den 8. Klassen durchgeführt.) „Süchtig wird niemand über Nacht. Anti-Drogen-Projekt an der Realschule mit Release und der Elternschaft/Start in den fünften Klassen mit Thema Rauchen“ (Auch dieses Projekt wird alljährlich in den Klassen aufsteigend unter dem Namen „3-clean“ durchgeführt.) „Massenbewegung im Stadion. 600 Realschüler liefen, radelten oder Mai 2007 joggten“ „Realschule Syke ,humanitäre Schule‘. Gestern Auszeichnung in Hannover Juni 2007 durch DRK-Präsidenten Dr. Rudolf Seiters und Horst Horrmann“ September 2007 „Für die Fahrpraxis: Mit drei Motorrollern übers Schulgelände. Realschule bekam Ersatz für überalterte Mofas“ Dezember 2007 „Schönes Ende nach langem Streit. Realschule feiert Jubiläum: 25 Jahre an der La Chartre Straße“ Januar 2007

„Paula ist auch in Syke. Gestern eröffneten 10a und 10d der Realschule ihre Ausstellung in der KSK“ „Alkohol kann töten. Anti-Drogen-Projekt zum 2. Mal an der Realschule“ März 2008 „Lernen über das Spiel auf der Bühne. Englischsprachiges White Horse Theatre begeisterte Realschüler“ (Das White Horse Theatre ist alle zwei Jahre an der Realschule zu Gast.) „Svenja wandelt auf Paulas Spuren. Bürgermeister Harald Behrens kauft Mai 2008 Syker Realschülerin Bild ab/Ehrenplatz im Rathaus“ „Klimawandel im Klassenzimmer. Vier Klassen der Realschule und der Juli 2008 Ganztagsschule nehmen am niedersächsischen Schulwettbewerb ,Klima-Checker‘ teil“ September 2008 „Deutschland kennen lernen. Zum ersten Mal Austausch mit Schülern aus der polnischen Parnerstadt Wabrzezno“ (Leider ist es bei diesem einen Mal geblieben, da von Seiten unserer Schüler und Eltern zu wenig Interesse bestand.) Januar 2008

„Hiphop zum ,Kisch‘-Auftakt. Mit kreativer Zeitungskunst eröffneten Schüler und Lehrer der Realschule das Kisch-Projekt“ (Kisch = Kreiszeitung in der Schule; Projekt im Rahmen des Deutschunterrichts.) „Schick und warm und kuschelig weich. Realschule hat seit dieser Woche einheitliche Schulkleidung/Freiwillige Identifikation statt Uniformzwang“ September 2009 „Wie serviert man Suppe im Dunkeln? Projektwoche an der Realschule – 33 Projekte zum Thema ,Mit allen Sinnen erfahren‘“ „Dritte Auszeichnung in Folge. Syker Realschule bekam vom DRK erneut den Titel ,Humanitäre Schule‘ verliehen“ Dezember 2009 „,Verdacht nach Acht‘ bei Hörspielnacht. Fünfte Klassen der Syker Realschule als Nachwuchs-Detektive beim bundesweiten Radiokrimi“ März 2009

Januar 2010 März 2010

30

„Händchen für Aktien bewiesen. Realschüler erreichten zweiten Platz beim Planspiel Börse“ „Realschule hat Pressesprecherin. Lehrerin Christine Garlisch (28) pflegt die Kontakte“


„Da staunte am Ende selbst der Kaiser. ,Die Weiber von Weinsberg‘: Realschüler verabschieden sich mit aufwändiger Theaterproduktion in die Ferien“ September 2010 „Wenn die Klasse zur starken Herde wird. 30 Syker Realschüler lernen gemeinsam mit der Polizei sich gegen Gewalt zur Wehr zu setzen“ Oktober 2010 „ ‚MakeCake‘ hilft mittwochs aus. Schülerfirma der Realschule arbeitet nach den Herbstferien im Café an der Waldstraße/15 Neuntklässler aktiv“ „Schüler berichten aus Landtag. Radio-Projekt an der Syker Realschule/ Schüler produzieren für ein Internet-Radio“ „Dreharbeiten in der Erlenschule. Begegnung durch Filmprojekt: Realschüler filmen Unterricht und Freizeit von Jugendlichen mit geistiger Behinderung“ Dezember 2010 „Skateboard, Sex und Schwangerschaft. Schauspieler Carl von Hollen las gestern in der Stadtbibliothek vor Realschülern aus Nick Hornbys Bestseller ‚Slam‘“ (Alle drei 10. Klassen waren begeistert!) Juni 2010

Februar 2011

„Die Weste bleibt weiß. Schachteam der Realschule Syke holt souverän den Bezirkstitel“ (Die Schach-AG ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Schullebens.) „Elektronische Tafeln für die Realschule. In den Naturwissenschaften wird künftig an Smartboards unterrichtet“ „Realschule feiert ihren 100. Geburtstag. Jubiläum erstreckt sich über sieben Monate“ Marlene Früchtenicht

,,Kisch“-Reporter schauten hinter die Kulissen (2004) Wie kommt Farbe in die Zeitung, was wiegt eine Rolle Papier, wie viele Menschen arbeiten in einem modernen Verlag? Fragen über Fragen stellten gestern die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 8 a der Syker Realschule. Die 8 a beteiligt sich am Projekt „Kisch“ (kurz für ,,Kreiszeitung in der Schule“) und schaute gestern mit ihrer Lehrerin Marlene Früchtenicht am Hauptsitz des Verlags am Ristedter Weg vorbei.

31


Sportliche Erfolge von ehemaligen Schülern und Schülerinnen der RS Syke Zahlreiche ehemalige Schüler und Schülerinnen der Realschule Syke konnten schon während ihrer Schulzeit bzw. in den Folgejahren außerordentliche sportliche Erfolge feiern. Gemeinsam mit ihnen, mit ihren Eltern und Trainern und Vereinen erzählen auch die Mitschüler und Lehrkräfte jeweils mit Stolz von großartigen Leistungen, die immer nur mit hoher Leistungsbereitschaft, unendlich viel Training und gewissem Talent möglich waren. An dieser Stelle möchte ich eine kleine Nico Bartsch & Daniel Haffki Auswahl unserer Ehemaligen kurz vorstellen, die natürlich keinen Anspruch Vizetitel bei den Norddeutschen. 1999 auf Vollständigkeit erheben kann. Ebenso wurde Daniel 4. bei den Deutschen Meiskann ich leider nur einen kleinen Aus- terschaften. Drei Jahre später gewann schnitt ihrer jeweiligen Erfolge auflisten, Daniel den 3. Platz als Junior und 2004 nämlich den, der in der hiesigen Presse wurde er in der Kreiszeitung vorgestellt veröffentlicht wurde. als Teilnehmer des Bundes-C-Kaders und Lehrgangsteilnehmer der JuniorenNico Bartsch & Daniel Haffki Europameisterschaften. Daniel Haffki war Neben zahlreichen sportlichen Talen- über viele Jahre das Aushängeschild des ten hat sich Nico schon während seiner Gewichtheber-Verbandes unserer Region. Schulzeit einen Namen im Gewichtheben gemacht. So errang er 1997 den Titel bei Ina und Ines Hansemann den Landesmeisterschaften und den 2. Die beiden Schwestern haben sich ganz Platz bei den Norddeutschen Meister- dem Reitsport verschrieben. Am 15. Juli schaften der B-Jugendlichen. Zwei Jahre 1999 wurden sie den hiesigen Lesern als später nahm er an den Deutschen Meis- Teilnehmer bei den Landesmeisterschafterschaften teil und erzielte dort den 9. ten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt Platz. gemacht. Daniel errang auch im Gewichtheben in der B-Jugend bereits 1995 mit 15 Jahren Sven Hassler den 5. Platz bei den Deutschen Meister- Auf Sven Hassler´s Talent als Fußbalschaften. In der A-Jugend gewann er ge- ler, dass seine Trainer und Sportlehrer nau wie sein Trainingspartner Nico 1997 längst erkannt hatten, wurde erstmals den Landesmeistertitel und auch den in einem größeren Artikel am 20.07.2000

32


hingewiesen, als er zu einem U13-Sichtungslehrgang des Niedersächsischen Fußballverbandes eingeladen wurde. Zum SV Werder Bremen wechselte er erst im Jugendalter und erhielt im B- und A-Kader das leistungsorientierte Training und den Einsatz in den jeweiligen Bundesligen relativ spät. Im Seniorenbereich wechselte Sven in die Regionalliga zunächst nach Holstein Kiel und schließlich in die Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt. Kerstin Hellström Kerstin Hellström hat sehr früh den Motorsport für sich entdeckt. Als Rallyefahrerin machte sie bereits als 15-Jährige auf sich aufmerksam. Anfang der 90er Jahre errang Kerstin zahlreiche Erfolge in den Junior-Rallye-Cross-Rennen. Hier konnte sie sich häufig gegen die überwiegend männliche Konkurrenz durchsetzen. In den Jahren 1997/98

Ihre Haltung verrrät Entschlossenheit, ihre Auszeichnung sportlichen Erfolg: Kerstin Hellström beendete den Mégan-Cup 1979 als schnellste Frau

belegen zahlreiche Presseartikel ihre hervorragenden Platzierungen in der Damenwertung des Renault-MeganeCups (Coupe de Dames). Rainer Klöß Rainer Klöß errang im Jahre 2000 in Bremen bei den Norddeutschen Meisterschaften im Judo den Vize-Titel und qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften. Zwei Jahre später wurde Rainer nochmals Bremer Meister. Mona Martens Mona glänzt seit vielen Jahren gleich in zwei sehr unterschiedlichen Sportarten, nämlich im Schwimmsport und im Korbball - eine seltene und bemerkenswerte Ausnahme. 2006 stand Mona als Korbballerin zur Wahl als“Sportlerin des Jahres“. In den Folgejahren erkämpfte sie sich unangefochten viele Kreis- und Bezirksmeistertitel im Schwimmsport. So war es nicht verwunderlich, dass Mona 2008 erneut zur Wahl „Sportlerin des Jahres“ – diesmal als Schwimmerin - nominiert wurde und den 3. Platz belegte. Während der Entlassungsfeier der Realschule Syke im Jahre 2007 wurde Mona Martens als erste und bisher einzige Schülerin mit dem neu geschaffenen Sonderpreis „Pierre de Coubertin“ für großartige sportliche und hervorragende schulische Leistungen und hohes Engagement in einem sozialen Bereich ausgezeichnet. Saskia Mauckisch Saskia hat sich von Klein an für das Fußballspielen begeistert. Zunächst hat sie den Jungen das Fürchten gelehrt.

33


Im Jugendalter begann ihre Karriere dann im zunehmend akzeptierten Damenfußball. Ersten Erfolgen im TuS Sulingen schlossen sich die Wettkämpfe in der Regionalligamannschaft von Jahn Delmenhorst an, bis sie schließlich zum SV Werder Bremen, ihrem Traumverein, in die Bundesliga wechselte.

dortiges Sportinternat, um z.B. mit ihrem Idol Steffi Nerius trainieren zu können. Sarah vertrat den Deutschen Leichtathletik Verband bei den U18-Europameisterschaften und erreichte dort den 10. Platz. 2006 errang sie dann den 2. Platz bei den Deutschen B-Juniorinnen, 2007 folgte der Titel bei den Deutschen Jugend- Hallenmeisterschaften und damit die Qualifikation für den U20-Länderkampf gegen Spanien. Sarah führte die Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an. 2008 wurde sie im Sommer Deutsche A-Jugend-Vizemeisterin, und im Winter warf sie den Speer zum Titel in der Halle bei den A-Jugend-Meisterschaften mit 53,58 m und nahm damit an der U20-WM in Polen teil.

Deutsche Jugendmeisterin im Speerwerfen: die Heiligenfelderin Sarah Nöh

Sarah Nöh Die größte mediale Aufmerksamkeit unserer Ehemaligen erreichte die Heiligenfelderin Sarah Nöh. Angefangen hat alles mit 11 Jahren in der Leichtathletik-AG der Orientierungsstufe, doch schon bald trainierte sie in Bremen. Bereits bei den Deutschen Schülermeisterschaften 2004 errang sie den Titel im Speerwurf und schaffte mit 44,44 Metern einen Bremer Landesrekord. Ein Jahr später wurde sie in Sindelfingen auch Deutsche B-Jugendmeisterin. Es folgten die Bremer Landestitel im Kugelstoßen und Speerwurf und der Sieg bei den Norddeutschen Meisterschaften. Inzwischen zog Sarah in die Leichtathletik-Hochburg nach Leverkusen in ein

34

Timo Perthel Timo hat seit 2009 einen Profivertrag beim Bundesligisten und hat so in den beiden letzten Jahren die Auftakt-Trainingslager des SV Werder mitgemacht. Hier kam er häufig im Mittelfeld zum Einsatz und konnte u.a. dem heutigen Superstar von Real Madrid, Mesut Özil, als Vorlagengeber dienen. Seit 2010 spielt er in der Österreichischen Bundesliga beim SK Sturm Graz erfolgreich Fußball.


Der SV Werder Bremen hat ihn für 1 Jahr ausgeliehen, um ihm mehr Spielpraxis zu ermöglichen. Timo‘s Fußballkarriere begann im TuS Syke und führte ihn schon im Schüleralter zum SV Werder. Der Durchbruch gelang ihm 2006 mit der ersten Einladung zum DFB-Lehrgang und anschließendem Einsatz in der U18-Nationalmannschaft, deren Kader er nun kontinuierlich angehörte. Parallel spielte er in Bremen als Stammspieler der U19-Junioren und wurde mit Lob und Auszeichnungen als bester Spieler geehrt. Leider warfen ihn immer mal wieder Verletzungen zurück, so dass Timo beispielsweise die Europameisterschaften absagen musste. Sein bisheriger Höhepunkt war die Einladung zur U20-WM in Ägyten im Jahre 2009. Johanna Rathmeyer Johanna Rathmeyer hat sich voll und ganz dem Judosport verschrieben und neben vielen Turniererfolgen den Bremer Landestitel 2010 errungen. Christian Rettke Christian Rettke machte im Ausdauersport auf sich aufmerksam. Er trainierte seinen Körper sowohl im Laufen, Radrennen und im Schwimmen. Verschiedene Wettkämpfe im Duathlon und Triathlon waren jahrelang seine Domäne. Sein größtes Erlebnis war sicher die Teilnahme an den BiathleWeltmeisterschaften 2004. Daniel Romanowski Daniel Romanowski ist schon in jungen Jahren zum Golfsport geführt worden. Bereits als 14-Jähriger erspielte er sich

2000 den Herren-Meistertitel seines Syker Golfclubs. Aus zahlreichen nationalen und internationalen Turnierteilnahmen ragt sicher die Qualifikation und Teilnahme 2004 in Marbella/Spanien heraus, die er überraschenderweise sogar mit einem Sieg beenden konnte. Meike Sawatzki Meike Sawatzki wiederum ist eine sehr erfolgreiche Leichtathletin. Ihr Name taucht ab 2007 erstmals durch die Teilnahme an Landesmeisterschaften auf. Meike tritt als Allrounderin häufig bei Mehrkampfmeisterschaften auf Kreis-, Landes- (6. Platz im Siebenkampf) und sogar Bundesebene (15. Platz bei den Deutschen MehrkampfMannschaftsmeisterschaften) auf. Ein besonderes Erlebnis war für Meike sicher auch ein internationaler Wettkampf in Amsterdam. Zuletzt erreichte sie bei den Leichtathletik-Landesmeisterschaften in der Halle 2011 den 6. Platz im 60m Hürdensprint und einem 5. Platz im Kugelstoßen. René Schiller René Schiller möchte ich nicht wegen seiner standardisierten sportlichen Leistung aufführen, sondern wegen einer „exotischen Herausforderung“ erwähnen, die er im Jahre 2002 unternahm. In der hiesigen Presse überraschte uns am 20. September nämlich folgender Bericht: „Ein Syker Jung realisiert seinen Lebenstraum und erklettert die höchsten Gipfel im Himalaja.“

35


Catharina Stelling In den Jahren von 2000 bis 2005 machte sich Catharina Stelling einen Namen als Dressurreiterin. Sie erzielte viele Erfolge auf Turnieren und errang auch mehrfach den Kreismeistertitel. Kreismeisterin Dressur Junioren und Junge Reiter: Catharina Stelling (RFV Diek Bassum) auf „Wad Madani“

Lisa Stiem Lisa Stiem hat sich ebenfalls dem Reitsport verschrieben. Sie errang im Jahre 1998 als 16-Jährige den Deutschen Meistertitel im Westernreiten.

sportliche Erfolge erringen konnte ist beeindruckend. So gelang ihm 1999 sowohl mit dem Luftgewehr als auch mit dem Kleinkalibergewehr das Erringen

Sicherte sich 1999 sowohl mit dem Luftgewehr aus auch mit dem Kleinkalibergewehr über 100 Meter den Landesverbandsmeistertitel bei den Junioren: Der körperbehinderte Christoph Winkelmann vom Schützenverband Ristedt.

der Landesverbandsmeisterschaft bei den Junioren und damit die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft, von der er mit einem 6. Platz zurückkehrte. Sönke Schmidt Sönke ist auf dem besten Weg zu einer RennsportProfi karriere. Mal sehen, was wir von ihm noch hören…

Sarah Wiesner Sarah Wiesner konnten wir einige Jahre als erfolgreiche Judoka wahrnehmen. Sie erkämpfte sich in den Jahren 2002 bis 2004 zunächst die Bremer Meisterschaft und zweimal den Titel einer Norddeutschen Vize-Meisterin. Christoph Winkelmann An Christoph Winkelmann ist zunächst einmal bemerkenswert, dass er als sog. „Contergan-Kind“ ein Leben lang mit einer Behinderung leben muss. Besonders imponierend war für mich schon die Tatsache, dass er seine schulische Laufbahn völlig problemlos gemeistert hat. Dass Christoph dann auch noch besondere

36

Wir wünschen allen unseren sportlichen Talenten für ihren weiteren Werdegang viel Erfolg!

Heinz-Wilhelm Clausen


Ein ganz persönlicher Rückblick auf meine „ersten 10 Jahre“ an der Realschule Syke Ein Spruch, der mich sehr geprägt hat: „Nimm Dir Zeit um glücklich zu sein. Zeit ist keine Schnellstraße zwischen Wiege und Grab, sondern Platz zum Parken in der Sonne.“ (Phil Bosmans) Glücklich bin ich darüber, dass ich mit der Realschule Syke einen Arbeitsplatz nicht nur in der Nähe meines Wohnortes gefunden habe, sondern einen, an dem ich mich wohl fühle. Seit nunmehr zehn Jahren bin ich bereits an dieser Schule tätig und die Hälfte der Zeit als Konrektorin an der Seite von Heinz-Wilhelm Clausen. Blicke ich zurück auf den Februar 2001, in dem alles für mich in Syke begann, so muss ich feststellen, wie schnell diese Jahre vergangen sind. Jahre, in denen sich einiges in der Schulpolitik gewandelt hat. Neben der Auflösung der Orientierungsstufe kam es zur „eigenverantwortlichen Schule“, zur Umwandlung der hierarchischen Strukturen in der Schule, zur Umstrukturierung der Landesschulbehörde, zur Einführung eines Arbeitszeitkontos, zu „schulscharfen“ Stellenausschreibungen, Änderungen in der Lehrerausbildung, zur Senkung der Besoldungsstufe für Realschullehrkräfte, zur Einführung von Kerncurricula und Lernkompetenzen für Schüler, Lernentwicklungsbögen, Vergleichsarbeiten und der zentralen Abschlussarbeiten …, um hier nur einige Dinge zu nennen, die den Schulalltag als Lehrer/in und als Mitglied der Schulleitung erheblich verändert haben und immer noch beeinflussen. Eine Arbeitsstätte lebt und wird geprägt durch die Rahmenbedingungen, die räum-

liche und finanzielle Ausstattung und durch die personelle Situation. Ich durfte erfahren, dass es an der Realschule Syke ein nettes Kollegium gab, in das man schnell hineinwachsen konnte. Gegenseitige Akzeptanz war gegeben, gemeinsame Diskussionen zu pädagogischen, fachbezogenen und organisatorischen Themen wurden geführt und die daraus resultierenden Entscheidungen zusammen getragen. In diesen zehn Jahren gab es viele personelle Veränderungen durch die Auflösung der Orientierungsstufe, Pensionierungen, Versetzungen und Abordnungen. Wie sich die Situation in den kommenden Jahren weiter entwickeln wird, ist nicht absehbar. Dazu bedarf es des Zusammenspiels aller Persönlichkeiten, die an der gemeinsamen Arbeit beteiligt sind. Heute kann ich nur für mich resümieren, dass ich die zehn Jahre gerne an der Realschule Syke tätig war, und ich hoffe, dass es mir in der Zukunft ebenso ergehen wird.

Maud Rehbein

37


„Der Schulträger – das unbekannte Wesen“ Als die Realschule vor nunmehr 100 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, waren der Schulleiter und seine Lehrer unbestritten die wichtigsten Personen. Das hat sich in den folgenden Jahren bis heute nicht geändert. Schüler und Eltern nehmen auch 2011 naturgemäß Herrn Wendler und seine Lehrerschaft vorrangig wahr. Das ist richtig und wichtig so, da sie natürlich die wichtigsten Personen für die Bildungsvermittlung für unsere Kinder sind. Es liegt immer am Lehrer, wenn der Schüler eine „Fünf“ kassiert, und immer am Genie des Schülers, wenn es mal eine „Zwei“ wird – er ist nicht immer dankbar, der Lehrerberuf. Nicht immer erleichternd hinzu kommt, dass der Dienstherr in Hannover ständig mit neuen Ideen zur Verbesserung der Bildungsvermittlung aufwartet, die von Herrn Wendler und seinem Team umgesetzt werden müssen. Damit die Lehrerschaft sich intensiv auf die Bildungsvermittlung konzentrieren kann, arbeiten viele Menschen an und mit der Schule, die im Schulalltag von den Lehren, Schülern und Eltern nicht so sehr wahrgenommen werden.

Anke in Aktion

Am bekanntesten sind sicher die Schulsekretärin Frau Anke Merk und die Schul-

38

hausmeister Herr Herbert Grotjan und Herr Bernd Aufderheide. Sie kümmern sich täglich um die Schülerverwaltung und um das Gebäude, in dem der Unterricht und der Sport stattfindet. Sie sorgen dafür, dass Pflaster geklebt und Lampen ausgewechselt werden. Sie sorgen dafür, dass die Räume gelüftet und geheizt sind. Von der Schulleitung werden sie als die wichtigsten Rädchen im Getriebe der Schule geschätzt – und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird versucht, mehr von ihnen zu bekommen.

Unsere „guten Geister“: Herr Aufderheide, Frau Brandt, Herr Grotjan

Wohlwollend wahrgenommen werden sicherlich auch die Reinigungskräfte, von denen einige schon seit vielen Jahren gegen Ende des Schulvormittags anrücken und dafür sorgen, dass am nächsten Morgen alle Räume und Flure wieder begehund vorzeigbar sind. Richtig unbekannt im Schulleben sind dann die Mitarbeiter des Schulträgers, die im Rathaus dafür sorgen, dass das Gebäude funktioniert und die Rechnungen bezahlt werden können. Herr Bernd Siemers von der Hochbauabteilung hat alle Hände voll damit zu tun, dass das mittlerweile


über dreißig Jahre alte Gebäude Tag für Tag als Schule zu benutzen ist. Neue Fenster und Toiletten müssen eingebaut werden, Malerarbeiten sind zu koordinieren und die Abgaswerte der Heizung sind zu beachten. Von der Schulverwaltung wachen Frau Walbelder und Frau Wark darüber, dass die Schule ausreichend Geld zur Verfügung hat, damit Lehr- und Lernmittel für den Unterricht angeschafft werden können. Das der Schulleitung zur Verfügung stehende Budget wird jährlich anhand der Schülerzahlen ermittelt. Die Verwendung dieser Mittel wird dann im Schulvorstand abgesegnet. Die Rechnungen werden von der Stadtkasse bezahlt. Neben den Geldern für Lehr- und Lernmittel gibt es dann immer noch besondere Notwendigkeiten und Wünsche der Schule, die die Schulleitung extra beantragt, z.B. die Sanierung des naturwissenschaftlichen Fachraumes. Über diesen Antrag berät sich dann der Schulausschuss der Stadt Syke mit seinem Vorsitzenden, Herrn Erich Rieckers.

Ob die Mittel für die Raumsanierung in den Haushaltsplan eingestellt werden, entscheidet abschließend der Rat der Stadt Syke, bestehend aus 31 von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Syke gewählte Männern und Frauen, denen das Wohl der Stadt Syke am Herzen liegt. Einer davon ist der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt, Herr Dr. Harald Behrens. Der Rat und der Bürgermeister der Stadt Syke sind stolz darauf, Schulträger für fünf Schulen in der Stadt zu sein. Gerade auch Träger der Realschule zu sein wird als wichtiger Standortfaktor für die Darstellung der Stadt als Mittelzentrum gesehen. Intentionen, die Schulträgerschaft für die Schule an den Landkreis zurück zu geben, waren daher nicht mehrheitsfähig. Auch deshalb erfüllen die genannten Mitarbeiter gerne ihre Aufgaben im Hintergrund, damit den Schülern, Eltern und Lehrern das Leben an der Schule angenehm ist. H.-D. Hüppe, Fachbereichsleiter der Stadt Syke für Bildung, Jugend und Kultur

Die Krankenkasse für Berufsstarter gratuliert der Realschule Syke zum 100-jährigen Jubiläum! Ihr Ansprechpartner für den Berufsstart und die Kranken- und Pflegeversicherung

Matthias Rieken BARMER GEK Syke Hauptstr. 61 28857 Syke Telefon oder: E-Mail:

0421 36671 54 - 6700 0160 9045 6486 matthias.rieken@barmer-gek.de

Besuchen Sie unsere Homepage unter: www.barmer-gek.de

39


„Gefangen im Netz…“ von Christian Tresp, Kl. 6a, 2006/07

Zeitfenster: zwischen Orientierungsstufe und Oberschule / 2004 - 2011 Während Schülerinnen und Schüler im damaligen „PISA“-Vorzeigeland Finnland möglichst lange in einem gemeinsamen Klassenverband verblieben, entschieden sich die Bildungspolitiker/innen in Deutschland dafür, bereits nach der 4. Klasse schulformbezogen zu selektieren. In Niedersachsen wurde deshalb die Orientierungsstufe im Jahre 2004 abgeschafft. Den Grundschulen fällt seitdem die Aufgabe zu, Eltern und Kindern eine möglichst prognosesichere Empfehlung für die weitere Schullaufbahn an die Hand zu geben.

40

Nach Auflösung der Orientierungsstufen nahmen die Realschulen in Niedersachsen in Bezug auf die Schülerzahlen mächtig an „Gewicht“ zu: Der 5. und 6. Schuljahrgang musste eingeschult und integriert werden. Glücklicherweise war es an der Realschule Syke räumlich machbar. Aber nicht nur 169 Fünft- und Sechstklässler kamen neu an die Realschule Syke, sondern auch 9 Orientierungsstufen-Lehrerinnen und –Lehrer. Im Schuljahr 2004/05 besuchten insgesamt 703 Schüler/innen die Realschule, sie wurden von 42 Lehrkräften unterrichtet.


Von Beginn des Schuljahres 2004/05 hieß es nun, Schülerinnen und Schüler bereits ab Klasse 5 schulformbezogen hinreichend zu fordern und zu fördern. – Dieser Auftrag löste eine Vielzahl „innerbetrieblicher“ Aktivitäten aus: Die neuen Schüler/innen mussten „ankommen“ und integriert werden, spezielle Unterrichtsangebote für diese Altersstufe erarbeitet, Unterrichtsmaterialien hergestellt und das „Zusammenleben“ zwischen jüngeren und älteren Schüler/innen gestärkt werden. Darüber hinaus musste das Kollegium zusammenwachsen, um gemeinsame Ziele verwirklichen zu können. Rückschauend lässt sich konstatieren, dass das „neue“ Kollegium diese Herausforderung meisterte: Die neuen Schüler/ innen wurden sorgsam in die Schulform Realschule eingeführt und begleitet. Fachpläne, Inhalte und Methoden wurden an die der 7. bis 10. Klassen „angedockt“, eine produktive Zusammenarbeit zwischen ehemaligen Orientierungsstufen-Lehrer/innen und Realschullehrer/ innen stellte sich ein. Mit Kabinettsbeschluss von April 2005 wurde die Niedersächsische Schulinspektion errichtet. Im Jahre 2011 sollte die erste Bestandsaufnahme aller Schulen abgeschlossen sein. Die Ergebnisse der Schulinspektion sollten evaluiert und für gezielte Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung von Schule und Unterricht genutzt werden. Auch die Eltern sollten eine Antwort darauf bekommen, ob ihr Kind eine gute Schule besucht.

Im Juni 2006 wurde die Realschule Syke inspiziert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. (Es wird an anderer Stelle dieser Festschrift erläutert.) Ab Juni 2007 wurden in Niedersachsen an Realschulen, Hauptschulen, Gesamtschulen, Förderschulen erstmalig zentrale schriftliche Abschlussprüfungen in den Fächern: Deutsch, Englisch und Mathematik durchgeführt. – Unsere Schülerinnen und Schüler bewältigten die Aufgaben im Vergleich zu den Landesleistungen insgesamt gut. Die anfängliche Aufregung wich. Durch gezielte Vorbereitung und Informationen über den Ablauf der Prüfungen seitens der Fachlehrkräfte stellte sich Gelassenheit ein. Die Prüfungsaufgaben werden den Schulen samt Audiodateien und Auswertungsunterlagen kodiert per Mail zugeleitet. - Glücklicherweise verfügten wir bereits über einen „nagelneuen“ HochleistungsFotokopierer, denn für die damaligen fünf 10. Klassen benötigten wir insgesamt knapp 9.000 Fotokopien. Nach Auswertung und Zensierung der Prüfungsarbeiten werden dem Kultusministerium die Ergebnisse detailliert rückgemeldet. Im August 2007 traten die gesetzlichen Bestimmungen über die Eigenverantwortlichkeit der Schulen in Kraft. Die Gesamtkonferenz der Realschule Syke mit bis zu 60 stimmberechtigten Mitgliedern tritt seitdem stark in den Hintergrund. Der Schulvorstand entscheidet über die wesentlichen Angelegenheiten der Schule.

41


Aktuell setzt er sich zusammen aus: 6 Lehrervertreter/innen (z.Zt. Christa Meyer, Maud Rehbein, Tanja Werner, Emanuel Pasch, Dieter Wassermann und Klaus Wendler), 3 Elternvertreter/innen (z.Zt. Kirsten Hahn, Ulrike JadallahSteiner, Bettina Kehlhar) und 3 Schülervertreter/innen (z.Zt. Kiara Bösl, Marvin Bertram, Sebastian Rohlfs). Bei Stimmengleichheit im Schulvorstand entscheidet der Schulleiter. Das deutet schon darauf hin, dass die Stellung des Schulleiters in der Eigenverantwortlichen Schule gestärkt wurde: Er trägt die Gesamtverantwortung für die Schule und für deren Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung. Seine Entscheidungsspielräume wurden erweitert und er ist Vorgesetzter aller an der Schule tätigen Personen. Das gewandelte Berufsbild des Schulleiters vom „primus inter pares“ hin zum „Schulmanager“ birgt jedoch nicht nur Vorteile: Für die Erfüllung einer großen Anzahl neuer Aufgaben stehen nahezu keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung. Im Zuge der Einrichtung der Eigenverantwortlichen Schule erhöhte sich darüber hinaus der Arbeitsumfang der Schulsekretärinnen sowie der Lehrkräfte. Auch letztere bekamen in der “Eigenverantwortlichen Qualitätsschule“ eine Fülle von neuen Aufgaben: So lösten z. B. kompetenzorientierte Kerncurricula die Lehrpläne ab, vorliegende, gerade erprobte Fachlehrpläne mussten erneuert werden. Gemeinsam wurde ein Schulprogramm mit Leitbild und Entwicklungszielen erarbeitet.

42

Unter fachkundiger Anleitung entwickelten wir auf einer Fortbildungsveranstaltung die Grundlage für unser Schulprogramm.

In unserem Schulprogramm ist auch unsere gezielt präventive Arbeit verankert. Unsere von Stufe 5 an kontinuierlich aufbauenden präventiven Maßnahmen im Gewalt-, Sucht- und Sicherheitsbereich betrachte ich mit Verlaub als eine besondere Stärke der Realschule Syke. Für Gewalt-, Sucht- und Gefahrensituationen bieten Sozialpädagoginnen, Psychologen, Polizisten und Lehrkräfte in verschiedenen Projekten altersgemäße Hilfen an. – Für besondere Krisensituation in der Schule wurde in Zusammenarbeit mit der Polizei ein sogenannter „Notfallplan“ erarbeitet und eingeführt. Nach Auflösung der Orientierungsstufen trat im Oktober 2004 der neue Erlass „Die Arbeit in der Realschule“ in Kraft, im Oktober 2010 wurde dieser Erlass wiederum erneuert. Zentrale Veränderung im Jahre 2010 ist die Bildung von „Profilen“ im Wahlpflichtbereich der 9. und 10. Klassen.


Jede Realschule muss demnach mindestens zwei von folgenden vier Profilen anbieten: • Wirtschaft • Technik • Gesundheit und Soziales • Fremdsprachen Dadurch soll die Berufsorientierung und Vorbereitung auf die Fachoberschulen intensiviert und eine Kooperation mit berufsbildenden Schulen angestrebt werden. Der musische Bereich wird analog gekürzt. Das Profil „Fremdsprachen“ ist durch die an den Realschulen erteilte zweite Fremdsprache, i.d.R. „Französisch“, generell als Profil naheliegend. Im Bereich „Wirtschaft“ bietet die Realschule Syke ihren Schüler/innen bereits seit vielen Jahren ein sehr umfangreiches Angebot, das ohne Frage als Schwerpunkt, sprich: Profil bezeichnet werden kann. So gesehen können wir zwei Profile durch wenige organisatorische Maßnahmen abdecken. Nachgedacht wird an der Realschule Syke derzeitig, ob noch ein drittes Profil eingerichtet werden sollte. Insbesondere im Bereich „Gesundheit und Soziales“ verfügen wir schon heute über ein stattliches Angebot.

Im Jahre 2011 steht in Niedersachsen die Einführung der Oberschule im Mittelpunkt der Diskussionen über Schulreformen. Die Haupt- und Realschulen sollen zusammen gelegt, Haupt- und Realschüler also in gemeinsamen Klassen unterrichtet werden, wobei in den Langfächern Deutsch, Englisch und Mathematik in Kursen differenziert wird. Der Schulträger soll über die Einrichtung von Oberschulen entscheiden. Unser Kollegium hat sich mit dem Modell der Oberschule auseinandergesetzt und vertritt einstimmig die Meinung, dass die „Realschule Syke“ „Realschule Syke“ bleiben sollte: Wir sind davon überzeugt, dass unsere Realschule eine gut funktionierende Schule ist, die ihre zentrale Aufgabe, auf Beruf und den Übergang zu weiterführenden Schulen des Sekundarbereichs II, einschl. der gymnasialen Oberstufe vorzubereiten, nachweislich erfolgreich erfüllt. Wir statten unsere Schülerinnen und Schüler mit einem soliden Fundament an Wissen aus und bemühen uns darüber hinaus, deren Persönlichkeit nachhaltig zu stärken. Klaus Wendler / Schulleiter

43


Endlich ....war es soweit! Der Tag war gekommen... Alle freuten sich, dass sie nun durchgeführt werden sollte, die lang angekündigte

SCHULINSPEKTION! Im Mai 2005 war die Niedersächsische Schulinspektion (NSchl) mit Sitz in Bad Iburg eingerichtet worden. Nun sollte nach vielen anderen niedersächsischen Schulen im Juni 2006 auch die RS Syke mit ihrem Schulleiter Hartmut Stummeier untersucht und auf Kopf, Herz und Nieren geprüft werden. Das Inspektionsteam wurde von Frau Schulinspektorin Hildegard Armerding geleitet. Alle freuten sich, dass endlich die Qualität des Unterrichts an der RS Syke durch „Analyse der Stärken und Schwächen bzw. der Verbesserungspotenziale auf der Grundlage eines standardisierten Qualitätsprofils“ offiziell ermittelt werden würde. A L L E ? Nun, eine kleine Gruppe von Zweiflern sträubte sich noch, den Sinn der Veranstaltung und/oder ihre Nachhaltigkeit zu erkennen... Dann aber, nach Eintreffen des sogenannten „Erhebungsbogens“, brach allenthalben - wie zuvor an den meisten anderen inspizierten Schulen - eifrige oder gar hektische Betriebsamkeit aus, galt es doch, eine umfangreiche „Liste möglicher Schuldokumente“ einzureichen bzw. an den Inspektionstagen bereit zu halten. Unter Punkt 4 (=Besondere pädagogische Konzepte oder Beschlüsse) fielen z.B.:

44

Förderkonzept - Beratungskonzept Fortbildungskonzept - Medienkonzept - Präventionskonzept - Schulregeln Beschwerderegelung - Vertretungsregelung - Kooperationsvereinbarungen mit anderen Schulen und außerschulischen Partnern - Umgang mit Absentismus - Konzept zur Personalentwicklung schuleigene Lehrpläne - Methodenkonzept - Konzept zu Schlüsselkompetenzen - Regelungen/Beschlüsse zur Leistungsbewertung - Konzept zur Arbeitssicherheit - Gesundheitsschutz - etc. Auch Pressespiegel, Dokumente zu besonderen Erfolgen der Schule, Fachkonferenzordner, Gesamtkonferenzbeschlüsse der letzten 3 Jahre, Gebäude, Schulhof, Klassenräume, Ausgestaltung der Flure sollten mit in die Evaluation einbezogen werden. Nach Info-Vorgesprächen mit der Schulleitung und Schulöffentlichkeit am 30.05.06 erfolgten vom Mi.,14.06. bis Fr.,16.06.06 die „Unterrichtseinsichtnahmen“. Hierzu wurden bei „mindestens 50% der Lehrkräfte“ pro Unterrichtsbesuch ca. 22 Min. veranschlagt. Außerdem wurden nach vorgegebenem Zeitplan Gespräche mit den schulischen Mitarbeitern sowie mit Eltern, Schülerinnen und Schülern, der Schulleitung und den Lehrkräften geführt.


Ausgewertet wurde mit „festgelegtem Instrumentarium“, bewertet nach „vorgegebenen Kriterien“. Am Freitag ca. zwischen 12 und 14 Uhr erfolgten dann die Rückmeldungen, erst an den Schulleiter, dann an die Schulöffentlichkeit. Geschafft!!! Summa summarum fiel das Zeugnis für die RS Syke in den meisten Kriterien positiv aus. Die Lage der Schule sowie die räumliche und sächliche Ausstattung wurden als „überwiegend ausreichend und gut“ empfunden, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Schulträger als „angenehm und konstruktiv“ beschrieben. „Die Schule genießt einen guten Ruf als anspruchsvolle Schule, in der auch auf Erziehung Wert gelegt wird. Das wurde in allen Gesprächen deutlich. Sie ist in der Schullandschaft Sykes klar positioniert und in ihrer Arbeit in hohem Maße anerkannt.“ ... „Alle fühlen sich in der Realschule Syke wohl und identifizieren sich mit der Pädagogischen Arbeit. Lehrerinnen und Lehrer werden als freundlich, fair und gerecht empfunden.“... „Lobenswert ist auch die Unterstützung durch den Förderverein und die Mitwirkung weiterer einsatzbereiter Eltern in der Schule.“... „Die überwiegend positiven Voraussetzungen stellen eine solide Grundlage für die qualitative Weiterentwicklung der RS Syke dar.“...

„Mit den Anfängen der Arbeit am Schulprogramm haben sich die Lehrkräfte auf den Weg gemacht, die Unterrichtsqualität weiterzuentwickeln. Selbstständiges Lernen und größeres Methodenrepertoire, bezogen auf den Erwerb von Kompetenzen, bilden neben dem Schulprogramm Arbeitsschwerpunkte, die in Zukunft gestärkt und ausgebaut werden können.“ Fußnote: Das Kollegium hat inzwischen u.a. schon 2 Fortbildungen im Bereich „Kooperatives Lernen- schülerzentriertes Unterrichten“ erfolgreich absolviert.

„Es ist vollbracht!“ Die Inspektorinnen Frau Busch, Frau Armerding und ein erleichterter Schulleiter Herr Stummeier

Nach all den Anstrengungen und Bergen von Papier musste natürlich die Phase der Entspannung folgen, getreu dem Motto: „Wer arbeitet, darf auch spielen und tanzen...“. Eigens zu diesem Anlass wurde nach der Melodie des bekannten „Kriminaltangos“ der I N S P E K T I O N S T A N G O kreiert. Natürlich eröffnete unser Schulleiter den Ehrentanz mit der 1. Inspektorin und alle sangen und tanzten mit...

45


Der Inspektions-Tango (musikalischer Beitrag des Kollegiums zur Verabschiedung unseres Rektors Hartmut Stummeier) Inspektions-Tango in unsrer Schule, dunkle Gestalten und rotes Licht. Refrain:

Und sie tanzen einen Tango Stummi und die Inspektorin, und er sagt ihr leise: „Baby, wenn ich trink, machst du ´nen Strich!“ Dann bestellt er zwei Manhattan, und sie öffnet ihre Liste, trägt was ein und lächelt schelmisch: „Ja, so gründlich bin nur ich!“

Inspektions-Tango in unsrer Schule, da hält es niemand lang auf dem Stuhle, denn die Regierung schickt Inspektoren und die zwei Damen bring‘n uns auf Trab. Refrain:

Und sie tanzen einen Tango ...

Qualitätsprüfung so heißt das Motto, das gilt für Heide und für Hans-Otto. Stunde für Stunde dreh‘n sie ihre Runde, glühende Spannung liegt in der Luft ... Refrain:

Und sie tanzen einen Tango ...

Inspektions-Tango heut in der Schule, ja, da bleibt niemand kleben am Stuhle, Lehrkörper drängeln raus durch die Türe, denn heute will niemand der Letzte sein ... der Letzte sein ... Katharina Wittneben

46


„Blumenwiese“, Gruppenarbeit WPK-Kunst Kl. 8, 2010

Wandbild in Spachteltechnik, Gruppenarbeit der AG „Gestaltung“, 2006

47


Schulprogramm der Realschule Syke Unsere Schule Die Realschule Syke blickt auf eine lange Tradition als anerkannnte Schulform zurück, denn bereits im Jahre 1911 wurde mit der Einrichtung von zwei „Gehobenen Volksschulklassen“ der Grundstein dafür gelegt, das Bildungsangebot für den ländlichen Raum rund um die Kleinstadt Syke zu erweitern und die Zugangsberechtigung zu höheren Bildungseinrichtungen zu erteilen. 1929 folgte die Anerkennung der Mittelschule als „voll ausgestaltete Anstalt“, 1965 die Umbenennung zur Realschule. In den 70er Jahren galt es für unsere Schule turbulente Zeiten zu überstehen: ständig wachsende Raumnot, Einsturzgefahr der maroden Gebäude, Querelen um die Aufstellung von Mobilbauten und den geplanten Neubau. Erst 1982 kehrte mit dem Umzug an den heutigen Standort La Chartre Straße wieder die Ruhe ein, um erfolgreich weiter arbeiten zu können. Zurzeit besuchen 546 Schülerinnen und Schüler, in 19 Klassen, unsere Schule. Sie werden von 38 Lehrkräften, darunter ein Lehramtsanwärter, unterrichtet.

48

Eine Sekretärin, zwei Hausmeister, eine Schulassistentin und eine Sozialpädagogin (letztere jeweils mit halber Stelle) sowie eine Teilzeitkraft in der Schülerbücherei unterstützen die pädagogische Arbeit. Der Unterricht findet i. d. R. von 8:00 Uhr bis 13:15 Uhr statt. Nachmittags bieten wir wahlfreie Kurse, Arbeitsgemeinschaften, Hausaufgabenhilfe und besondere Fördermaßnahmen an. Im Bericht der Schulinspektion aus dem Jahr 2006 werden im Qualitätsprofil unserer Schule von den 15 Qualitätskriterien drei mit „stark“ und zehn mit „eher stark als schwach“ bewertet. Diese positive Rückmeldung ist für uns Motivation, kontinuierlich an der Qualitätsentwicklung unserer Schule weiterzuarbeiten und unsere Stärken weiter auszubauen. Das folgende Leitbild und die daraus abgeleiteten Entwicklungsziele spiegeln die Einstellungen und Haltungen des Kollegiums wieder, nach denen unsere Schule gegenwärtig und in nächster Zukunft gestaltet werden soll.


Leitbild der RS Syke 1. Wir legen Wert auf eine Atmosphäre von Vertrauen und Offenheit, in der sich alle Beteiligten wohl fühlen. Deshalb gehen wir freundlich und respektvoll miteinander um, halten uns an Regeln und Absprachen und unterstützen uns gegenseitig. Wir dulden keine Gewalt und treten ihr entschieden entgegen; Konflikte lösen wir in Gesprächen. 2. Wir fordern und fördern verantwortungsbewusstes Handeln für sich selbst, für andere und für unsere Umwelt. Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, Offenheit gegenüber Neuem und Toleranz gegenüber Andersartigem sowie der schonende Umgang mit den Ressourcen sind für uns wichtige Erziehungsziele. 3. Wir legen Wert auf einen gesunden Umgang mit Körper, Geist und Seele. Deshalb fördern wir die Freude an Sport

und Bewegung, gesunde Ernährung sowie die Teilnahme am kulturellen Leben. Wir nutzen unsere Stärken und lernen, mit unseren Schwächen umzugehen. Dazu entwickeln wir Strategien zur Festigung der Persönlichkeit und zur Stressbewältigung ohne Zugriff auf Drogen. 4. Wir fordern und fördern ein hohes Maß an Lern- und Leistungsbereitschaft. Neben einem tragfähigen Grundwissen vermitteln wir unseren Schüler/innen Methoden und Arbeitstechniken, die sie befähigen, selbstständig und im Team zu arbeiten, um an weiterführenden Schulen und im späteren (Berufs-) Leben zu bestehen. 5. Wir sind stolz auf die Auszeichnung als „Humanitäre Schule“ und das Gütesiegel „Ausbildungsfreundliche Schule“ und werden uns auch in Zukunft darum bemühen.

49


Entwicklungsziele der RS Syke Unterrichtsentwicklung Unsere schuleigenen Curricula werden fortlaufend weiterentwickelt. Wir leiten die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Lernen und Arbeiten an. Wir fördern die Fähigkeit zum Problem lösenden Denken. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen und erproben selbstständiges Denken und Handeln. Erziehungsarbeit a) Entwicklung sozialer Kompetenzen Wir vermitteln den Schülerinnen und Schülern einen respektvollen Umgang mit anderen. Wir lehnen Gewalt in jeglicher Form ab und treten ihr entschieden entgegen. b) Entwicklung personaler Kompetenzen Wir stärken das Selbstwertgefühl unserer Schülerinnen und Schüler. Wir vermitteln den gesunden Umgang mit Körper, Geist und Seele. Wir fördern die speziellen Neigungen und Interessen unserer Schüler und Schülerinnen. Wir regen die Schüler und Schülerinnen an, Fremdsprachen zu erlernen und andere Kulturen kennen zu lernen. Schwerpunkt: Berufsorientierung / „Ausbildungsfreundliche Schule“ Unsere Schülerinnen und Schüler werden aktiv auf das Arbeits- und Wirtschaftsleben vorbereitet, um eine fundierte Berufswahl zu treffen und im Berufsleben bestehen zu können.

50

Schulleben Wir stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl aller an unserer Schule beteiligten Menschen und die Identifikation mit der Schule. Wir stellen die Arbeit der Schule positiv und transparent nach außen dar. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung Wir arbeiten systematisch an der Weiterentwicklung unserer Schule und ihrer Qualitätsverbesserung. Ausgehend von den Ergebnissen der Schulinspektion wird unsere Steuergruppe den Prozess der Schulentwicklung koordinieren und begleiten. Unser Schulprogramm wird kontinuierlich fortgeschrieben. Die Qualität unserer Arbeit wird jährlich evaluiert.

„Blumenwiese“ WPK-Kunst Kl. 8, 2010


„Der Tanz“ nach Henri Matisse; Paula Kacprzak, Kl. 10 a, 2009

Was sich alles bewegt… Einblicke in den Schulalltag Liebe Freunde der Realschule Syke, im Folgenden möchte ich Sie über einige Personalia informieren und versuchen, Ihnen ein Bild davon zu vermitteln, was sich so alles im Laufe von 1-2 Schuljahren in der Realschule Syke ereignet, damit Sie sich einen Eindruck von unserem Schulleben und den vielfältigen besonderen Aktivitäten machen können. Eingeschult in die fünften Klassen wurden am 5. August 2010 86 Schülerinnen und Schüler, so dass wir drei Klassen einrichten konnten. Unsere neuen Schüler/innen wurden in einer kleinen Feier von Schü-

ler/innen der 6. Klassen mit Tänzen und Musik begrüßt und in ihren Schulalltag an der Realschule Syke begleitet. Als Schülersprecher wurde im Schuljahr 2009/10 Finn Korte (Kl. 10d) gewählt. Seine Vertreter/innen waren Artur Hyrapetyan (Kl. 10e ), Marina Denisko (Kl. 9b) und Kemal Cinkaya (Kl. 7b). Die derzeitig amtierenden Schulsprecher (2010/11) sind: Harun Uludasdemir (Kl.10b), Marina Denisko (Kl. 10b) und Kemal Cinkaya (Kl. 8b). Frau Manuela Siegmann arbeitet seit dem 08.09.2008 als Schulassistentin

51


an unserer Schule. Ihr Vertrag wurde zwischenzeitlich bis zum 31.07.2011 verlängert. Wir wünschen uns, dass sie auch darüber hinaus an der Realschule Syke beschäftigt wird. - Seit Mai 2009 freuen wir uns über unsere Sozialpädagogin Frau Brunhilde Maskos. Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit und besonders auch der Stadt Syke wurde es möglich, eine befristete Stelle für sie an unserer Schule einzurichten. Wir sind sehr froh darüber, dass beide unseren Schüler/innen und den Kolleg/ innen in berufsbezogenen, aber auch sehr persönlichen Situationen weitere Hilfen und Unterstützung anbieten können. Herr Bernd Aufderheide wurde am 07.01.2010 von der Stadt Syke für die Realschule eingestellt und unterstützt seitdem unseren Hausmeister, Herrn Herbert Grotjan. Unser bisheriger Hausmeister, Herr Bernd Stöver, veränderte auf eigenen Wunsch seinen beruflichen Einsatz für die Stadt Syke. In den Herbstferien, im Oktober 2010, wurde von Mitarbeiter/innen der Stadt der sogen. „Lehrerparkplatz“ umgestaltet. Die Feuerwehrzufahrt wurde zur Ausfahrt erklärt. So hoffen wir, insbesondere bei schlechten Witterungsbedingungen die Sicherheit unserer Schüler/innen zu erhöhen und Staus zu verhindern. Frau Annelore Meyer hat bereits seit 2006 die Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten an unserer Schule übernommen. Ein differenzierter „Notfallplan“ wurde in Abstimmung mit der Polizei im März 2010 festgelegt.

52

Zu Beginn des Schuljahres 2009/10 wurde Frau Christine Koop an die Realschule Syke versetzt. Sie studierte die Fächer Mathematik und Textiles Gestalten. Engagiert übernahm sie im März des letzten Jahres die Aufgaben einer Pressesprecherin der Realschule Syke. Als Referendar ist Herr Andreas Gewiß mit den Fächern Mathematik und Politik seit November 2009 Mitglied unseres Lehrerkollegiums. Sein Vorgänger, Herr Marco Campen, absolvierte am 13.09.2010 mit Erfolg seine 2. Staatsprüfung. Seit November 2010 erteilt Herr Norbert Waldmann als „Feuerwehrkraft“ vornehmlich Unterricht im Fach Französisch, den er von Herrn Ihsen übernahm. Herr Reinhard Ihsen und Herr Heino Riechers wurden Ende Januar 2011 offiziell vom Kollegium in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Tief betroffen erreichte uns die Nachricht, dass unser lieber Kollege Heino Riechers wenige Wochen nach seiner Verabschiedung plötzlich und unerwartet verstarb. Die Realschule Syke wurde im letzten Jahr zum 4. Mal in Folge vom Jugendrotkreuz Niedersachsen als „Humanitäre Schule“ zertifiziert. Um das Zertifikat zu erlangen, nahmen Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen am Planspiel „h.e.l.p.“ teil und engagierten sich anschließend in einem selbst gewählten humanitären Projekt. Betreut wurden sie von Frau Maud Rehbein. Dank des Einsatzes von Herrn Heinz-Albert Bülter, Fachkonferenzleiter „Wirtschaft“,


wurde der Realschule Syke zum 2. Mal in Folge das Gütesiegel „Berufsweltund ausbildungsfreundliche Schule“ verliehen. Es ist ein Zertifikat für Schulen, die ihre Schüler und Schülerinnen in vorbildlicher Weise auf die Berufswelt vorbereiten und ihnen den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern. Die Zertifizierung erfolgt durch eine Jury aus Vertretern von Unternehmen, Verbänden, Schulaufsicht, Gewerkschaften u. a. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist eine bodenständige Kooperation mit Firmen, die Durchführung berufsbezogener Projekte und Praktika und weitere schulische Aktivitäten im Bereich Berufsorientierung und -vorbereitung. Feste Bestandteile dazu sind an unserer Schule: der „Expertentag“, der „Beruf des Monats“, ein Bewerbertraining (gesponsert von der Kreissparkasse Syke – Herzlichen Dank!), Besuche eines Großbetriebs, z.B. IKEA oder Mercedes, die Berufsinformationsbörse (BIB) der BBS Syke und erstmalig im September 2010 der Besuch der Fachmesse für Ausbildung und Studium „Vocatium“ in Bremen. Weitere Informationen dazu entnehmen Sie bitte dem gesonderten Artikel in dieser Jubiläumsschrift. Am 01.12.2009 besuchten 60 interes-

sierte Schülerinnen und Schüler unserer 10. Klassen mit Frau Maskos und Herrn Wendler die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Sie lernten den Uni-Betrieb kennen und nahmen an einer eigens für diesen Anlass konzipierten Vorlesung von Professor Dr. Hübner teil. Bisher konnten unsere Schülerinnen und Schüler vier Fremdsprachen lernen bzw. kennenlernen: Englisch und Französisch als reguläres Unterrichtsfach, Russisch als Wahlpflichtkurs und zeitweise Spanisch als AG. In Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Syke wurde dieses Angebot im letzten Schuljahr durch eine „ChinesischAG“ erweitert. Frau Li Li gab an zehn Nachmittagen Einblicke in die chinesische Sprache. „Brush up your English“ war das Motto einer AG für die 10. Klassen, die Frau Christa Meyer im letzten Schuljahr anbot. Im 1. Halbjahr lag das Hauptziel darin, schwächere Schüler/innen zu fördern, bestehende Lücken aufzuarbeiten und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im 2. Halbjahr wandte sich die AG besonders an die Schüler/innen, die mit dem erweiterten Sekundarabschluss das (Fach-) Gymnasium oder eine ähnliche weiterführende Schule besuchen möchten.

53


Am 11. Dezember 2010 war das „White Horse Theatre“ aus Soest im Forum zu Gast mit den Stücken: „The Tiger of the Seas“ für alle 5./6. Klassen, „The Slug in the Shoe“ – einem typischen „Teenie“Stück für den 7./8. Jahrgang und dem sozialkritischen Musical „Lip Gloss“ für die 9./10. Klassen. Alle drei Aufführungen kamen gut an und boten eine hervorragende Gelegenheit, Englisch von „echten“ Engländern zu erleben.

Seit vielen Jahren organisiert Frau Martina Wriedt immer im Dezember für die Schüler/innen unserer 6. Klassen den Vorlesewettbewerb. Die Kinder wählen sich selbst die Bücher aus, aus denen sie vorlesen wollen. Siegerin wurde 2009 Alina Wiedenmann (Kl. 6b). Im Dezember 2010 überzeugte Ayat Ramadan (Kl. 6a) die Jury mit einer spannend vorgetragenen Gespenstergeschichte.

Die Teilnehmer am Vorlesewettbewerb 2010/11; in der hinteren Reihe die Jury v.l.: Herr Budelmann (Elternvertreter), die Vorjahressiegerin Alina Wiedenmann, Frau Wriedt (Organisatorin) und unsere Konrektorin Maud Rehbein. Vorn Mitte: Ayat Ramadan Alle Klassensieger erhielten ein kleines Buchgeschenk.

Im Februar 2010 führte die Theatergruppe „Weimarer Kulturexpress“ in unserer Schule das Stück „Die weiße Rose“ auf. Von dem anspruchsvollen 2-PersonenStück über die letzten Tage der Geschwister Scholl waren unsere Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen sehr beeindruckt.

54

Am 27.11.2009 veranstaltete Frau Koop mit den Klassen 5b und 5d eine „Kriminacht“, zu dem die ARD-Rundfunkanstalten aufriefen. Unsere Schüler/innen übernachteten im Forum unserer Schule, verfolgten gespannt die Radiosendung und veranstalteten eine Rallye mit Taschenlampe durch die dunkle Schule.


„Kriminacht“ im Forum Im Dezember 2010 beteiligte sich eine Schülergruppe unter Leitung von Herrn Apel an dem Projekt: „Schulinternetradio Niedersachsen“. Kiara Bösl, Vanessa Boschen, Nicole Krajewski und Lutz Stöver aus der Klasse 10 c ließen sich als Radioreporter/in ausbilden und berichteten in der Zeit vom 9. – 11. November 2010 live aus dem Plenarsaal der Landeshauptstadt.

Unser Verkehrsobmann, Herr Wassermann, bietet alljährlich eine Mofa-AG an, in der unsere Schülerinnen und Schüler den Mofa-Führerschein erwerben können. Darüber hinaus betreut er Schülerlotsen, die am Fußgängerüberweg am Riederdamm regelmäßig Dienst haben, und organisiert alljährlich eine Fahrradkontrolle der Polizei. Ein wahres Highlight ist das „Überschlagsmobil“, mit dem unsere Schüler/innen der 10. Klassen im Rahmen der Unfall-Prävention an Grenzerfahrungen teilhaben können. Zum Abschluss unserer Projektwoche zum Thema: „Mit allen Sinnen die Welt erfahren“ feierten wir am Freitag, den 4. September 2009, mit vielen Gästen „Das Fest der Sinne“. Unsere Schülerinnen und Schüler präsentierten Ergebnisse aus 33 verschiedenen Projektgruppen.

Eröffnungsveranstaltung zum „Fest der Sinne“ im Forum

55


Die Sinne und sinnliche Wahrnehmung waren nicht zufällig Thema: Auch wenn wir unseren Schülerinnen und Schüler zunächst einmal ein solides Fundament an Fachwissen vermitteln möchten, bieten wir zur Stärkung und Ausbildung ihrer Persönlichkeit immer wieder auch sogenannte affektive Lernsituationen an. Wie schon in vielen Jahren zuvor fand im Frühjahr 2010 an drei Tagen das Projekt „3-clean“ statt. In Zusammenarbeit mit Herrn Michael Elsner vom e. V. Release sowie dem hiesigen Kriminalkommissar, Herrn Ingo Müller, entwickelte unser Initiatorenteam Frau Hoffmann, Herr Apel und Herr Sels mit unseren Kolleginnen und Kollegen ein erlebnisorientiertes Projekt. Es soll unsere Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, mit sich selbst in teilweise unbekannten Situationen zu experimentieren und gegenüber anderen couragiert „nein“ zu sagen. Greifen soll hier unsere präventive Arbeit bereits in der 5. Stufe mit dem Schwerpunktthema „Rauchen“, dem Thema „Alkohol“ in der 6. Stufe und in der 7. Stufe mit Inhalten wie z. B. „Essstörungen“, „Selbstverletzung“, Computer-Spielsucht u. ä. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei den Eltern, die uns mit ihrem Zuspruch nicht nur Mut machten, sondern uns auch aktiv als Projektleiter/in oder als Helfer/innen in der Projektwoche und während des „3-clean“- Projekts unterstützten. Die 8. Klassen besuchten am 15.03.2010 zum Thema „Umgang mit dem Internet“ das Theaterstück: „Helden im Netz“.

56

Zwischen August und November 2010 nahmen unsere 8. Klassen jeweils an vier Tagen in der Zeit von 12.00 – 15.00 Uhr am Projekt: „Mädchen und Jungen stärken“ statt. In geschlechtsspezifischen Gruppen wurden unsere Schülerinnen und Schüler von erfahrenen externen Fachleuten angeleitet, sich selbst und andere wahrzunehmen, sich eigener Stärken und Schwächen bewusst zu werden, Grenzen zu ziehen, Verhalten im Umgang mit anderen auszuprobieren und Mädchen und Jungen gegen Ausgrenzung und Gewalt zu schützen. Die Mädchengruppen wurden im Mädchenkulturhaus „Zebra Orange“ betreut, die Jungengruppen in den Räumen von „Intakt“ in Syke. Herzlichen Dank der „Kreissparkasse Syke“ für die großzügige finanzielle Unterstützung bei der Durchführung des Projekts „Mädchen und Jungen stärken“ und des Theaterstücks „Helden im Netz“. Im September 2010 führten wir erstmalig in unseren 7. Klassen das Projekt „Wir sind stark“ durch. Auf Wunsch der Klassenlehrer/innen schlossen sich im Januar 2011 auch die 6. Klassen an. - Das Projekt ist ein Programm zur Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche, das von der Polizei, Fachbereich Jugend, entwickelt wurde. Es möchte konkrete Erfahrungen vermitteln, wie man Gefahrensituationen des Alltags bewältigen und Zivilcourage für sich und andere leben kann. Frau Maskos und Herr Wendler ließen sich dafür als Moderatoren ausbilden. Bisher wurde es von Frau Maskos


und Herrn Ingo Müller von der hiesigen Kriminalpolizei geleitet. Am 11./12.02. 2010 sowie am 2./3.03. 2011 wurde in den 5. Klassen in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt die Untersuchung „Fit in Klasse 5“ durchgeführt, bei der die Schüler/innen gemessen und gewogen werden und ihr Impfschutz überprüft wird. Im März/April 2010 gaben wir unseren Schüler/innen der 9. und 10. Klassen erstmalig Gelegenheit, auf freiwilliger Basis an einem Hörtest teilzunehmen. Im Mai 2011 findet der 2. Durchgang in unseren 9. Klassen statt. Mit beiden Aktionen möchten wir auch einen Beitrag zur präventiven Gesundheitsförderung leisten. Seit vielen Jahren bieten wir den Schülerinnen und Schülern unserer 9. Klassen in engagierter Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Diepholz, einen Erste-Hilfe-Kurs an, in diesem Jahr Ende Juni / Anfang Juli. Für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Kurs erhalten alle Teilnehmer/innen eine Bescheinigung, die u. a. bei der Führerscheinprüfung oder zum Erwerb des Jugendgruppenleiterscheines vorgelegt werden kann. Ein Highlight für viele Schülerinnen und Schüler sind auch immer wieder sportliche Veranstaltungen, Turniere und Wettbewerbe: Am 23.09.2009 fanden Bundesjugendspiele statt. Die Organisatoren, Herr

Clausen und Herr Wassermann, konnten unsere insgesamt 536 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mit 242 Siegerurkunden und 116 Ehrenurkunden belohnen.

„Na, wie schnell war ich?“ Im Oktober 2010 löste ein Spieleturnier viel Begeisterung bei den Schüler/innen aus. Da Schwimmen zu unserem regulären Sportunterricht gehört, bieten wir den Nichtschwimmer/innen dazu nachmittags eine zusätzliche AG an. Im Rahmen des Faches „Wirtschaft“ nahmen unsere Schülerinnen und Schüler wiederum mit viel Erfolg am „Planspiel Börse“ der Kreissparkasse teil: Im Jahr 2010 erreichten sie zweimal den 2. Platz, jeweils einmal den 6. und 7. Platz. Unsere Schach-AG unter Leitung von Herrn Hoffmann erreicht auf Turnieren immer wieder hervorragende Plätze: Im März 2010 belegte sie im Bezirksfinale in Obernkirchen den zweiten Platz und verpasste nur knapp den in 2009 erreichten ersten Platz. Am 27. Januar 2011 trat Herr Hoffmann mit zwei Mannschaften zur

57


Deutschen Schulschachmeisterschaft in Barnstorf an. Die siegreiche Mannschaft mit Nico Schikora, Timm Schreiber, Jannik Böttcher und Simon Reinecke holte sich mit 14 : 0 den Turniersieg und damit die Fahrkarte nach Springe, wo am 9. Februar das Bezirksfinale stattfand. Dort errangen Nico Schikora, Timm Schreiber, Jannik Böttcher und Pascal Mahlstedt den Sieg.

Nichtsdestotrotz verfahren wir zweigleisig und verzichten auch in den o. g. Räumen nicht auf die „gute alte Kreidetafel“. Seit März 2010 verfügen wir in unserem Veranstaltungsraum, dem Forum, über eine 4 x 3 Meter große elektrisch zu bedienende Projektionsleinwand sowie einen entsprechend leistungsstarken Beamer. Diese Technik hat sich schon bei etlichen Veranstaltungen bewährt und verleiht unserem Forum bei Bedarf „KinoAtmosphäre“. Am 09.03.2010 nahm unser gesamtes Lehrerkollegium an einer Fortbildung zum Thema „Schülerzentrierte Unterrichtsformen“ teil, am 01.09.2010 folgte der zweite Teil zum Thema „Teamkompetenzen“.

„Zug um Zug zum Sieg“ Damit erreichten Schülermannschaften der Realschule Syke zum 5. Male die Teilnahme am Landesentscheid des Schachturniers in Hannover. Mittel aus dem Konjunkturprogramm II sind zwischenzeitlich in Gestalt modernster Technik auch in unserer Schule angekommen: Im Februar 2011 wurden unsere naturwissenschaftlichen Räume und der Kunstraum mit vier „SMART-Boards“ ausgestattet. An Pylonen aufgehängt laden sie dazu ein, modernste Technik für den Unterricht nutzbar zu machen. Ein weiteres Whiteboard ist für den Musikraum vorgesehen. - Interessierte Lehrkräfte wurden sofort nach dem Aufbau in die Benutzung der elektronischen Tafel eingewiesen.

58

Am 22.04.2010, dem „Zukunftstag“, konnten Mädchen und Jungen Berufe erkunden, die sie selbst meist nicht in Betracht ziehen. Mädchen haben so z. B. die Möglichkeit, „typische Männerberufe“ in Technik und Naturwissenschaft kennen zu lernen, Jungen sollen die eher „typischen Frauenberufe“, z. B. aus den Bereichen Pflege und Erziehung, entdecken. Die Teilnahme am Zukunftstag am 14.04.2011 muss wie bisher über die Klassenleitung rechtzeitig beantragt werden. Am Samstag, den 08.05.2010, luden wir unsere zukünftigen Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen und alle Freundinnen und Freunde der Realschule Syke zum „Tag der Offenen Tür“ ein. In diesem Jahr öffnen wir am 14.05.2011, 9.30 – 12.00 Uhr, unsere Türen und laden erneut herzlich dazu ein.


Am 18. Juni 2010 erreichten unsere damaligen 119 Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen folgende Abschlüsse: - 53 (davon 28 Mädchen) = 44,5 % den „Erweiterten Sekundarabschluss I: Realschulabschluss“, der zum Übergang zum Gymnasium berechtigt - 61 (davon 31 Mädchen) = 51,3 % den „Sekundarabschl. I: Realschule - 5 (davon 3 Mädchen) = 4,1 % den „Sekundarabschl. I: Hauptschule“: Nicht ohne Stolz konnte ich bei der Verabschiedung unserer 10. Klassen feststellen: „Das Ergebnis spricht für sich. Es kann sich sehen lassen!“ 2011 finden die schriftlichen Abschlussprüfungen im Fach Deutsch am 16.05., Mathematik am 19.05. und Englisch am 23.05. statt, die mündlichen Abschlussprüfungen in der Zeit vom 06. – 10. Juni 2011. Die Schülerinnen und Schüler unserer jetzigen 10. Klassen werden am 1. Juli 2011 entlassen. Dann wird nicht nur abends beim Abschlussball gefeiert! Vom 20. – 27.05.2011 besuchen uns 21 Schüler/innen aus unserer französischen Partnerstadt Moulin-le-Carbannel. Sie wohnen in den Familien von Schülern unserer 6., 7. und 8. Klassen. Die französischen Gäste nehmen an zwei Tagen am Unterricht der Realschule Syke teil und werden am 26.05.2011 mit einer kleinen Fete verabschiedet. Am Sonntag, den 22.05.2011, 20.00 Uhr, laden wir alle Interessierten zu einem Konzert ins Forum unserer Schule ein. Raphael Muller, ein französischen Musiker,

singt „Französische Lieder“. Karten sind auch im Vorverkauf erhältlich. In der Zeit vom 30.05. – 12.06.2011 findet im Forum unserer Realschule die Ausstellung „Perspektivwechsel“ statt. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen, haben ca. 90 junge Menschen an sieben Standorten in Niedersachsen verschiedene Exponate zum Thema Ausgrenzung und Diskriminierung erarbeitet. Auch Schülerinnen und Schüler der Realschule Syke waren daran beteiligt. Die entstandenen Bilder, Installationen, Filme usw. wurden anschließend mit professioneller Unterstützung zu einer (Wander-)Ausstellung zusammengestellt. Unsere Aktivitäten, unser Schulleben werden immer wieder vom persönlichen Einsatz der Eltern und den Mitgliedern des Fördervereins getragen und maßgeblich unterstützt. Ob Theaterstücke, Vorträge, Projekte, Probleme bei der Klassenfahrt, besondere Anschaffungen oder Präsenz bei Schulveranstaltungen: der Förderverein hilft hier und an anderer Stelle stets sofort und unmittelbar. Für diese engagierte Arbeit möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Lange Jahre war Frau Christiane Decke im Förderverein der Realschule Syke außerordentlich aktiv. Auch ihr gebührt mein Dank. Für den Fall, dass Sie Mitglied in unserem Förderverein werden möchten: In unserem Sekretariat oder auf unserer Homepage www.rssyke.de erhalten Sie ein Eintrittsformular (Mindestbeitrag: 6,- € jährlich).

59


Bedanken möchte ich mich auch herzlich bei den Mitgliedern unseres Schulelternrates. Die Zusammenarbeit war und ist stets offen, kooperativ und engagiert. Von 2006 – 2010 war Frau Ulrike Jadallah-Steiner 1. Vorsitzende des Schulelternrates, 2. Vorsitzender Herr Jörn Häusler. Im November 2010 übernahm Herr Lutz Budelmann den 1. Vorsitz und Frau Kirsten Hahn den 2.Vorsitz. Das herausragende Ereignis an der Realschule Syke ist in diesem Jahr zweifellos unser „100-jähriges Jubiläum“. Am 1. April 2011 werden wir dieses mit einer kleinen Feierstunde im Forum begehen. Am Samstag, den 01.10.2011, laden wir ein zum großen „Ehemaligentreffen“.

Vom 05. – 09.09.2011 führen wir im Rahmen des Jubiläums eine Projektwoche mit dem Thema: „Zeitreise“ durch. Diese Projektwoche endet am Freitag, den 9. September 2011, 16.00 – 19.00 Uhr mit einem „Tag der offenen Tür“. Auch dazu…

Klaus Wendler / Schulleiter

…manchmal müssen auch Lehrer zuhören…

60


61

2010/11 - Klasse 10a - Frau Früchtenicht: obere R. v. l.: Philipp Wachsmann, Laura Michelle Eulenbruch, Viola Mellenthin, Lena Karnebogen, Tobias Titz, Alicia Wachendorf, Jens Rüdiger, Marco Skrodzki, Pascale Matis, Burak Degirmenci, Jan-Niklas Westermann, Stefan Pleuß mittlere R. v. l.: Pia-Marie Pottrick, Jessica Patzer, Stina Ganske, Stanislav Skulinec, Frau Früchtenicht, Niklas Kulla, Sascha Fechner, Hendrik Helms, Jannis Webel untere R. v. l.: Anika Pollack, Nadine Unger, Jana Lange, Sabrina Kaltenbach, Kristina Fleitling, José-Carlos Ribeiro, nicht abgebildet: Carolin Gerking, Bjarne Sievers, Christian Tresp, Nick Voßmann


62

2010/11 - Klasse 10b - Frau Meyer: obere R. v. l.: Lennard Schmidt, Metehan Öztürk, Paul Meyer, Malte Schröder, Natascha Dodt, Muriel Dreier, Lea Skirde, André Fieseler, Sebastian Rohlfs, Steven Ulbrich, Mona Diederichs, Kevin Schwerdt, Alexander Jacob mittlere R. v. l.: Jan Hendrik Kothe, Sabrina Burkardt, Ezgi Cobanoglu, Stanislav Telis, Marina Denisko, Frau Ch. Meyer, Harun Uludasdemir, Andre Meyer, Nina Fisahn, Jan Erik Barneföhr untere R. v. l.: Jean Ghassan, Annika Rammel, Jaqueline Starck, Stella Glandorf, Majbritt Leue, Steffen Quast nicht abgebildet: Marie Schade, Jacqueline Schmidt


63

2010/11 - Klasse 10c - Herr Wassermann: obere R. v. l.: Marvin Bertram, Tiebe Frerichs, Alena Hopfgarten, Josina Löbnitz, Vanessa Boschen, Nicole Krajewski, Dennis Häsker, Tim Brinkmann, Tobias Schröder, Matthias Leimann, Björn Rohlfs mittlere R. stehend v. l.: Herr Wassermann, Sabrin Chehade, Michelle Oppermann, Sina Hämmerling, Antje Steinbüchel, Kristina Karamyschew, Cylja Büwer, Alina Meyer, Yanik Wiedenmann, Ole Wagenfeld, Hannes Heinrich mittlere R. sitzend v. l.: Mirko Garlich, Stefan Ott, Malte Finke, Leon Iburg, Lutz Stöver, Chris Speckmann, untere R. v. l.: Kevin Petrat, Kiara Bösl, Bogdan Maul


Impressionen vom „Spektakel“ Fast schon traditionell belagern unsere Zehntklässler kurz vor ihrer Entlassung das Olympia-Stadion und nehmen ihre Lehrerinnen und Lehrer „auf die Schippe“…

64


65

Kollegium 2010/11 obere R. v. l.: Herr Clausen, Frau Möhring, Herr Sels, Herr Ihsen, Frau Merk, Herr Wendler, Frau Wehinger, Herr Claus, Frau Siegmann, Herr Tezlaw, Herr Hoffmann, Herr Heuer mittlere R. v. l.: Herr Pasch, Frau Reuter, Frau A. Meyer, Frau Robbers, Frau Ch. Meyer, Frau Hoffmann, Frau Widderich, Herr Wassermann, Frau Früchtenicht untere R. v. l.: Frau Flor, Frau Welp, Frau Budelmann, Frau Rehbein, Frau Wittneben, Frau Ahsendorf, Frau Werner, Frau Wriedt, Frau Koop nicht abgebildet: Frau Bantje, Frau Eggers, Frau Müller-Kracke, Herr Apel, Herr Buchwald, Herr Bülter, Herr Campen, Herr Gewiß, Herr Riechers


Berufsorientierung und Berufsvorbereitung im Fach Wirtschaft

So fing es vor Jahrzehnten an: „Seit Schuljahresbeginn 1980/81 sind Betriebspraktika fester Bestandteil des Arbeit/ Wirtschaftunterrichts. Die Syker Realschüler kamen allerdings schon einige Jahre früher in den Genuß, für 3 Wochen die Schulbank mit einer Werkbank zu tauschen. Herr Gärtner, damals Klassenlehrer einer Abgangsklasse, setzte dies mit großem Engagement durch - zu der Zeit eine kleine Revolution!“ (aus: Festschrift der Realschule zur 75-Jahr-Feier)

Und was geschieht heute an unserer Schule? Natürlich sind Betriebspraktika inzwischen eine Selbstverständlichkeit im Fach Wirtschaft. Seit einigen Jahren absolvieren unsere Schüler und Schülerinnen zwei 2-wöchige Praktika: in Kl. 8 und in Kl. 9. Im 8. Jahrgang geht es vorrangig darum, das Arbeitsleben allgemein kennen zu lernen, während im 9. Jahrgang die konkrete Berufswahl im Vordergrund steht. Die Praktikumsberichte fließen entscheidend in die Note für das Fach Wirtschaft ein und werden von den meisten Schülern sehr sorgfältig und mit großem Engage-

66

ment angefertigt. Nicht ohne Grund haben wir die maximale Länge auf zehn Seiten begrenzt. Die Firmen stellen unseren Schülern ein standardisiertes Zeugnis aus - meist fällt es überaus positiv aus und hilft bei späteren Bewerbungen. Was geschieht außerdem? Jeder Schüler besucht im 9. Schuljahr das BIZ (Berufs-Informations-Zentrum) in Verden. Viele Informationen sind zwar übers Internet abrufbar, ein Vormittag in der Arbeitsagentur mit Unterstützung durch unseren Berufsberater hat aber ein größeres Gewicht. Der Berufsberater kommt regelmäßig an unsere Schule, stellt sich vor, nimmt ggf. am Unterricht teil, und die Schüler können individuell einen Termin vor Ort mit ihm vereinbaren - während der Unterrichtszeit. Unsere Sozialpädagogin verwendet einen großen Teil ihrer Arbeitszeit für den Bereich Berufswahl. Sie unterstützt zum Beispiel bei der Suche von Praktikumsplätzen, hilft bei Bewerbungsschreiben und führt in Klasse 9 einen professionellen Berufseignungstest


durch. Seit etwa einem Jahr organisiert sie den Beruf des Monats. Hier werden interessante Berufe von denjenigen vorgestellt, die sie selbst ausüben: Azubis, ehemalige Schüler, erfahrene Mitarbeiter eines Unternehmens… Ab Klasse 8 können unsere Schüler nach Anmeldung an dieser Veranstaltung teilnehmen und gewonnene Informationen gezielt an ihre Mitschüler weitergeben. Seit vielen Jahren gehört ein professionelles Bewerbertraining in der KSK Syke zum Unterricht der 9. Klassen. Hier lernen die Schüler, wie man ein klassisches Bewerbungsschreiben, das sie aus dem Fach Deutsch kennen, so verbessert, dass sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen. Außerdem werden Vorstellungsgespräche simuliert. Damit unsere Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig erfahren, was die Wirtschaft von ihnen erwartet, beginnen wir mit Betriebserkundungen ab Klasse 8. Zum Beispiel besuchen wir im Rahmen der Unterrichtseinheit „Verbraucherverhalten/ Zahlungsverkehr“ regelmäßig eine Bank. (Betriebs)-Erkundungen sind Bestandteil des Unterrichts bis Ende der 10. Klasse. Zu vielen Unternehmen halten wir Kontakt und wir sind dort gern gesehene Gäste. Eine jahrzehntelange intensive Verbindung besteht z. B. zum Ausbildungsbereich des Mercedes- Werks in Bremen. Im 10. Jahrgang besuchen die Schüler an einem Tag entweder die Uni Oldenburg, einen Großbetrieb oder nehmen am individuell gewählten Unterricht der Berufsschule teil. Hier können Beziehungen konkret auf einen Beruf bezogen vertieft werden, die evtl. bereits im Rahmen der Berufsinformationsbörse (BIB) der BBS,

auf der sich alle Neuntklässler informieren, geknüpft wurden. Eine neue positive Form einer Berufsmesse - die „vocatium“ in Bremen - haben wir 2010 erstmals kennen gelernt und mit den Zehntklässlern besucht. Und wir haben uns für das kommende Jahr bereits wieder angemeldet. Hierfür bewerben sich Schülerinnen und Schüler individuell um Gesprächstermine bei ihren Wunschfirmen - eine Situation, die einem klassischen Vorstellungsgespräch sehr nahe kommt. Insgesamt bemühen wir uns, unseren Schülern viele Hilfen zu geben, um das zukünftige (Arbeits-)Leben zu meistern. Dazu gehören der Besuch der Schuldnerberatung ebenso wie unser Expertentag, zu dem jedes Jahr zehn bis fünfzehn Vertreter aus verschiedenen Betrieben und Institutionen zu uns kommen, um von den Schülern des 10. Jahrgangs befragt zu werden: Polizei, Bundeswehr, Fachgymnasium, Betriebe aus unterschiedlichsten Bereichen… Die jährliche Teilnahme am Börsenspiel und zwei Schülerfirmen, von denen eine mit dem Café der VHS in der Waldstraße kooperiert, sind ebenfalls feste Bestandteile. Auf Elternabenden sind wir bemüht, Eltern über unsere Aktivitäten zu informieren und sie mit einzubinden. Letztlich zeigt das Gütesiegel „Ausbildungsfreundliche Schule“, das uns 2010 bereits zum zweiten Mal verliehen wurde, worauf wir natürlich auch stolz sind, dass in den letzten 25 Jahren einiges unternommen wurde, um Schülerinnen und Schüler gut auf das Berufsleben vorzubereiten. Heinz-Albert Bülter

67


Eindr端cke vom Betriebspraktikum

68


Schülerfirmen – wozu? Schülerfirmen gibt es an der Realschule Syke seit etlichen Jahren. Sie beschäftigen sich überaus erfolgreich mit dem OnlineVerkauf von Kommissionsware. Das Geschäftsmodell ist so gestaltet, dass die Schüler und Schülerinnen nach einer gewissen Einarbeitungszeit in der Lage sind, selbstständig die Abwicklung von Aufträgen zu planen, durchzuführen und abzurechnen. Die Lehrkraft zieht sich nach und nach zurück und greift nur ein, wenn die Schüler das wünschen. Das ist unserer Ansicht nach der Idealfall einer Schülerfirma. Wie genau eine Schülerfirma gegründet wird und wie sie arbeitet, soll im Folgenden am Beispiel unserer neuen Schülerfirma „MakeCake SGmbH“, die es seit August 2010 an der Realschule gibt, erläutert werden. Die Gründung der Schülerfirma erfolgte, nachdem die Satzung erarbeitet und von

der Schulleitung genehmigt worden war. Alle Schüler des Wahlpflichtkurses Hauswirtschaft Klasse 9 sind Gesellschafter der Firma, auch wenn sie kein Kapital in die Firma einbringen. Als Geschäftsführer sind Nadine Weber und Hilmar Sommer aus der 9a von der Gesellschafterversammlung gewählt worden. Sie verwalten das Firmenkonto, machen die Buchführung, erstellen die Arbeitseinsatzpläne, kümmern sich um die Einhaltung der HACCP(Hazard Analysis and Critical Control Points)-Richtlinien und rechnen die Aufträge ab. Die Schülerfirma „MakeCake SGmbH“ arbeitet eng mit dem Café „Alte Posthalterei“, Waldstr. 3 in Syke zusammen. Sie bietet einen „Mini-Catering-Service“ an und übernimmt einmal in der Woche den Service im Café. Dieses Café wird ehrenamtlich betrieben,

Das Team vor dem Café „Alte Posthalterei“

69


d. h. alle im Café Beschäftigten arbeiten unentgeltlich. Aufgabe der Schülerfirma ist es, im Rahmen ihrer sehr begrenzten Möglichkeiten Kuchen und kleinere Speisen an das Café zu liefern oder auch Aufträge anderer Kunden zu bearbeiten. Jeden Mittwochnachmittag übernehmen vier SchülerInnen des WP-Kurses im zweistündigen Schichtdienst den Service im Café. Eine Bezahlung gibt es zwar dafür nicht, aber es ist vorteilhaft, dass diese Arbeit bei Bewerbungen als besondere Praxiserfahrung mit angeführt werden kann. Um überhaupt in dieser Weise tätig werden zu können, wurde im Vorfeld die Schulküche vom Veterinäramt abgenommen und jedes Mitglied der Schülerfirma musste im Gesundheitsamt an der „Belehrung gemäß §43 Infektionsschutzgesetz“ teilnehmen. Auch diese Bescheinigung kann für die Bewerbung für ein anstehendes Schulpraktikum in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe genutzt werden. Damit den SchülerInnen der Service im Café keine Schwierigkeiten bereitet, wurden sie im Oktober im Café geschult. Die Schulung wurde von einer bewährten Lehrkraft durchgeführt, die auch die Servierlehrgänge für die jeweils neuen Servicekräfte des Hotel- und Gaststättengewerbes (DeHoGa) in unserem Landkreis leitet. Das Zertifikat, das am Ende der Schulung ausgehändigt wurde, kann ebenfalls als besondere Qualifikation bei Bewerbungen angeführt werden und kann darüber hinaus hilfreich sein bei der Suche nach einem Ferienjob in der Gastronomie. Da Schulungen dieser Art teuer sind, sind wir dem Förderverein der Realschule sehr dankbar für die Übernahme der Kosten.

70

Was lernen die SchülerInnen dabei? Sie lernen - die Geschäftsform und Arbeitsweise einer Firma kennen, - Aufträge entgegenzunehmen und entsprechende Arbeitspläne zu erstellen, - ein Firmenkonto zu verwalten, - die Buchführung gewissenhaft durchzuführen, - Rechnungen anhand von Lieferscheinen zu erstellen, - Gebäcke und kleine Speisen rationell herzustellen und professionell für den Verkauf herzurichten, - gemäß den Hygienevorschriften des Veterinär- und Gesundheitsamtes zu arbeiten, - den richtigen Umgang mit Kunden, - professionelles Servieren, Abkassieren und Abrechnen im Café - selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Aber nicht nur derart professionelle Arbeitsweisen lernen die SchülerInnen kennen. Wichtig sind auch die ganz einfachen Alltagskompetenzen, z. B. - Pünktlichkeit - Zuverlässigkeit bei Zusagen in Bezug auf Lieferungen und Arbeitseinsätzen, - zügiges Abarbeiten von Aufträgen in einem begrenzten Zeitrahmen, - Bareinzahlungen und Überweisungen bei der Bank vornehmen, - Buch über Einnahmen und Ausgaben führen und erkennen, wozu das wichtig ist. Die Erfahrungen mit diesem Geschäftsmodell sind sehr positiv. Wie erwartet, arbeitet die Geschäftsführung inzwischen sehr selbstständig, erledigt die


„Lagebesprechung“ im Café“ Bankgeschäfte und die Verwaltungsaufgaben. Ein Problem bereitet die Erstellung der Arbeitspläne für die Küche, da den SchülerInnen an dieser Stelle die hauswirtschaftliche Erfahrung fehlt. Auch die Arbeit in der Küche läuft eher wie im normalen Hauswirtschaftsunterricht ab. Speisen die öfters nachgefragt werden, können selbstständig und ohne Hilfe von den SchülerInnen hergestellt werden, da hat sich bereits eine gewisse Routine eingestellt. Bei neuen Rezepturen brauchen die SchülerInnen die Anleitung durch die Lehrkraft.

die Gäste zufrieden sind und sie das auch wissen lassen. Inzwischen ist der Schülerservice so etabliert, dass die Gäste während der Ferienzeiten schon verwundert nachfragen, wo denn die netten jungen Leute sind.

Der Service im Café macht den SchülerInnen besonders viel Spaß. Beim ersten Mal gibt es natürlich Ängste auf Kunden zuzugehen, nach ihren Wünschen zu fragen und die Bestellung aufzunehmen. Diese Hemmung legt sich aber sehr schnell und die SchülerInnen genießen es, wenn

Für unsere Schule hoffen wir, dass die Schülerfirmen weiterhin Bestand haben werden. Es wäre schade, wenn die Schüler und SchülerInnen auf diese wertvollen Erfahrungen verzichten müssten.

Schülerfirmen sind sehr in Mode. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn die Schüler und Schülerinnen für sich selber darin einen Nutzen fürs Leben erkennen. Dann stehen sie auch mit ganzem Herzen hinter der Geschäftsidee und bringen sich ein.

Marlene Früchtenicht

71


Kunst hat schon was ...

Hier werden gerade Farben am Tageslichtprojektor gemischt, um Rhythmuseffekte für den Schattentanz zu erzielen.

72

Dass im Kunstunterricht Flure dekoriert, Wände gestaltet, Bilder gemalt, gebastelt, gezeichnet, getöpfert, fotografiert und auch gefilmt wird, das gehört mittlerweile zum Alltag. Aber es gibt auch einige zusätzliche „Highlights“, die den Kunstunterricht betreffen und bereichern. Solche Projekte bieten sich für fächerübergreifenden Unterricht an, ermöglichen einen intensiven sozialen Austausch unter den Beteiligten (häufig in Gruppenarbeit), verschaffen Erfolgserlebnisse und machen den Kindern eine Menge Spaß.

anderen Beiträgen eine Lightshow zum Schattentanz-Theater arrangiert wurde.

Ein Beispiel ist das „Fest der Sinne“ zum Abschluss unserer letztjährigen Projektwoche, bei dem neben musikalischen und

Bereits zu Zeiten der inzwischen abgeschafften Orientierungsstufe haben 12-jährige Schüler an der La Chartre Straße

Ein aktuelles Projekt ist die Illustration eines deutsch-polnischen Sagenbandes in Zusammenarbeit der jetzigen Klassen 6b und 7a unserer RS Syke mit dem Gymnasium Nr. 1 in Wabrzesno / Polen. Unsere Bilder zu den Sagen aus dem Raum Syke sind inzwischen fertig gestellt und zu unserer Partnerstadt nach Polen geschickt worden. Der Druck ist in Arbeit und wir warten auf die Übersetzung ins Deutsche.


Acryl- und Aquarellfarben unterschiedlich große Keilrahmen kunterbunt an. Unterstützt werden sie dabei von der Syker Künstlerin Liane Gerull, so dass auch Außenkontakte - in diesem Fall zur Malschule genutzt werden. Ein paar Schüleräußerungen Liane Gerull gibt Tipps vom „Profi“ mögen verdeutliein Kinderbuch geschrieben und illustriert: chen, mit welcher Begeisterung alle dabei „Die Schwalbe Lena“ - die Geschichte sind: einer Küstenseeschwalbe, die auf ihrem „Wir hatten zuerst ein komisches Gefühl, Flug nach Afrika verschiedene Klimazonen mit den kräftigen Farben auf der weidurchquert und viele Abenteuer erlebt. ßen Leinwand loszulegen. Aber als wir dann den Mut hatten, ging‘s richtig ab!“ Auch die Wahlpflichtkurse bieten Freiräu- (Michelle) me für besondere Aktivitäten. Als 2008 „Das macht echt Spaß, und ich hab noch in Bremen die viel beachtete Sonderaus- tausend Ideen!“ (Celine) stellung „Paula Modersohn-Becker“ lief, „Toll ist, dass wir uns gegenseitig dabei hat Herr Wendler mit den Arbeiten sei- helfen können.“ (Merrit u. Florinda) nes damaligen WP-Kurses (Jahrgang 10) „Ich bin schon bei Bild 3. Hoffentlich kau„Paula“ kurzerhand nach Syke geholt und fen mir meine Eltern noch mehr Rahmen!“ eine beeindruckende Ausstellung in der (Nadja) Kreissparkasse Syke veranstaltet, die von vielen anderen Schulklassen besucht und Wie man sieht und hört, sind wir noch in bestaunt wurde. vollem Gange. Alle Beteiligten finden, dass es eine tolle Idee sei, den Gewinn aus der Im WPK „Kunst“ des derzeitigen 7. Jahr- Versteigerung der Bilder für das Kindergangs bereiten wir zur Zeit eine Verkaufs- hospiz Löwenherz zu spenden, und so hofausstellung zu Gunsten des Kinderhospiz fen wir auf einen erfolgreichen Abschluss Löwenherz vor. Angeregt durch eine gro- des Projekts. ße Auswahl an Vorlagen, z.B. von Franz Marc, bemalen hier die SchülerInnen mit Vera Robbers

73


Das Bild „Mädchenkopf vor einem Fenster“ (1902), gemalt von Svenja Niehaus, Kl. 10 a, zierte die Einladungskarte zur Ausstellung im Foyer der KSK Syke. Heute hängt Svenjas Originalbild im Rathaus der Stadt Syke.

Paula war nicht nur in Bremen, sondern auch in Syke. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 a und 10 d der Realschule Syke arbeiteten im Schuljahr 2007/08 im Kunstunterricht auf den Spuren Paula Modersohn-Beckers. Inspiriert von den Ausstellungen „Paula in Paris“ in der Bremer Kunsthalle und „Paula Modersohn-Becker und die ägyptischen Mumienportraits“ im Paula Modersohn-

74

Becker Museum malten sie im Kunstunterricht von Klaus Wendler Paulas Bilder. Dank der freundlichen Unterstützung der Kreissparkasse Syke konnte die Idee einer Ausstellung verwirklicht werden.

Klaus Wendler


The White Horse Theatre – Englischunterricht einmal anders

„Autogrammstunde für die Jüngsten“, Spielerische Sprachkunde“, „Erfolgreiche Verbrecherjagd auf Englisch“… so oder ähnlich klingen die Überschriften der Zeitungsartikel, die über das englische Theater berichteten, das an der Realschule Syke seit 2006 alle zwei Jahre gastiert. Die englischsprachige Theatergruppe „White Horse Theatre“ aus Soest, meist bestehend aus einem vierköpfigen Ensemble, präsentiert bei jedem Besuch drei unterschiedliche Stücke, die thematisch auf die jeweilige Altersgruppe abgestimmt sind. Mit einfachen, aber raffinierten Bühnenbildern, starken Schauspielern und viel Musik werden die Aufführungen im Forum der Realschule inszeniert. So gibt es je eine Vorstellung für die 5./6. Klassen, sowie für die 7./8. Klassen und für den 9./10. Jahrgang. Darunter waren bislang unter anderem ein Musical, eine Detektivgeschichte und vor allem Geschichten, in denen altersgerecht Thematiken wie Jugendkriminalität, Eltern-Kind-Beziehungen oder Freuden und Probleme des Erwachsenwerdens aufgegriffen wurden. Das Publikum wird dabei jedes Mal mit einbezogen. Die Schauspieler sind häufig und zum großen Vergnügen aller Anwe-

senden mitten unter den Zuschauern zu finden. Nicht selten werden auch die Lehrer nach vorheriger Absprache in die Stücke eingebunden und stehen urplötzlich als überführte Meuchelmörder oder Fan eines berühmten Popstars auf der Bühne. Das Fazit von Schülern und Lehrern war bislang stets durchweg positiv. Die Schüler erleben den Unterricht einmal anders. Sie lernen die Sprache in einem anderen Umfeld kennen und merken dabei, wie viel Englisch sie schon verstehen. Besonders aufregend ist jedes Mal die „Autogrammstunde“ nach den jeweiligen Stücken. Die Schüler haben so die Möglichkeit, einen kleinen Plausch auf Englisch mit den Schauspielern zu halten. Auch die Lehrer begrüßen das Lernen über das Spiel auf der Bühne. Zudem bietet das „White Horse Theatre“ umfangreiche Begleitmaterialien an, mit denen die unterschiedlichen Themen gut im Unterricht aufgearbeitet werden können. In Zukunft sollen die Aufführungen weiterhin alle zwei Jahre stattfinden und wir sind gespannt, was uns noch erwartet… Byrthe Ahsendorf

75


Der Innenhof wird zur Spielstätte

Wenn das Theaterfieber ausbricht ... Es gibt einen Raum in dieser Schule, der könnte Geschichten erzählen: Sieht man sich um, kann man schon erahnen, was sich in den vielen Kartons in den Regalen verbirgt. Dicke Aufschriften verraten den Inhalt: Hosen, Röcke, Westen, Kleider, Umhänge, grobe und feine Stoffe, Tüllgardinen, Leder, Kissen, Gürtel, Schuhe, Schmuck, Frauen- und Männerhüte, Masken, Schafsköpfe, Schinken, Torten, Käse, Brezel, Brote, Lammkeulen … Mein Gott, die müssen doch schon stinken! - I wo, Plastikbehälter, Pappe, Laken, Papier, Kleister und Farbe waren die Materialien, mit denen die Schülerinnen und Schüler in vielen Stunden die Requisiten oder Wandbil-

76

der für ihre Theaterstücke herstellten. Das Geld war knapp, deswegen musste man sich immer etwas einfallen lassen. Aus einem Plastikeimer wurde eine Kirchenglocke, alte Herrenhüte waren die Schablonen für die Soldatenhelme, aus Weidenstöcken schnitzten die Schüler Pfeil und Bogen für das mittelalterliche Heer. Eine besondere Herausforderung waren die Schafs- und Kuhköpfe: Aufgeblasene Luftballons bildeten hier die Grundlage, die mit Kleister, Papier, Gipsbinden, Farbe und Fellen ummantelt wurden. Die Schülerherzen schlagen jedes Mal höher, wenn sie in den Kartons stöbern


können, um für sich die passende Kleidung für ihre Theaterrolle herauszusuchen. Der Weihnachtsmann findet einen roten Mantel und verschiedene Bärte, die Bremer Stadtmusikanten suchen braune Kleidung für den Hund, graue für den Esel, die Katze kleidet sich ganz in Schwarz-Weiß und der Hahn brilliert mit einem farbenprächtigen Umhang, besetzt mit Pfauenfedern. Verschiedene Kronen für Kaiser und König sind in einem besonderen Karton aufbewahrt, prachtvolle glänzende Umhänge für den Herrscher oder Herold, ein schwarzer Mantel, besetzt mit weißen Rüschen für den Tuchhändler oder elegante Kleidung für die feine Hochzeitsgesellschaft. Koch, Bäcker, Fischer, Torwächter, Marktfrauen oder das einfache Volk, alle würden die passende Kleidung finden. Sogar die Soldaten eines mittelalterlichen Heeres oder der römische Adel in seiner weißen Toga könnten sich einkleiden.

Das „gemeine“ Volk im Mittelalter Einige Wochen vor der Aufführung eines Theaterstückes war immer Kostümanprobe. Der Textil- und der gegenüberliegende Gruppenraum wurden zu einer Theaterwerkstatt umfunktioniert. Tatkräftige Mütter rückten mit ihren Nähmaschinen an

und brachten Faden, Nadel und Fingerhut mit. Aus Stoff- oder Lederresten, Spitzen, Rüschen und Bändern wurde neue Kostüme genäht oder alte Kleidungsstücke umgeändert.

„Hereinspaziert in die Märchenwelt“ Nach einem festen Zeitplan erschienen die Schüler zur Anprobe. „Welche Rolle hast du? Was brauchst du für dein Kostüm?“ – Nun ging die Suche nach dem passenden Kleidungsstück los. „Der Rock ist zu kurz. Gibt es einen anderen?“ – „Die Jacke passt haargenau.“ – „Ich seh` unmöglich aus!“ „ Nein, die Sachen stehen dir ausgezeichnet, nur die Bluse passt nicht ganz im Farbton. Die färbe ich dir um. Jetzt fehlt nur noch die Kopfbedeckung.“ „Neele, ich habe hier einen schicken Hut, genau in dem Farbton deiner Jacke. Perfekt!“ Ein kritischer Blick in den Standspiegel und ein zufriedenes Nicken beendete die Anprobe. Ach, nein, ein Griff in die Schmuckkiste vervollständigte das Kostüm. Daniel packte die Fische aus Pappe in die Fischreuse, Alena und Jeanette bekamen noch eine Gürteltasche aus Leder. Vorsichtig schnitten sie die passenden Riemen zu und die Soldaten rissen aus grau gefärbten Stofflaken ihre Beinwickel. Alle waren beschäftigt, denn der Termin der Aufführung

77


rückte immer näher. Der Erstanprobe folgte eine Zweitanprobe, denn alles musste sitzen oder an einem bestimmten Ort abgelegt oder angebracht werden. Jede kleinste Aufgabe musste organisiert, eingeteilt und festgelegt werden. Eine Gruppe war für die Kulissen zuständig, die anderen für die Musikanlage, für den Bühnenaufbau, für Plakate oder für die Scheinwerferanlage. Auch für das Schminken gab es fleißige Helfer. Es brachte uns allen viel Spaß und das Theaterfieber hatte uns gepackt. Man musste sich immer wundern, mit welcher Disziplin alle Schüler und Schülerinnen bis zum Schluss dabei waren. Und dann kam der Abend der Premiere, der spannende Augenblick. Die Eltern und Freunde strömten ins Forum, voller Erwartung, was ihnen nun geboten werden würde. Hinter den Kulissen ging es zu wie in einem Ameisenhaufen. Hier noch etwas Schminke ins Gesicht, das Kopftuch neu gebunden, das Kissen in die Hose gestopft, damit der Bürgermeister besonders wohlhabend aussah, schnell noch ein Blick ins Drehbuch und dann ging es los. Die Sprecherin trat vor den Vorhang: „Liebe Eltern, liebe Gäste, wir freuen uns sehr, dass Sie so zahlreich zu unserer Premiere gekommen sind . . .“ Man musste immer wieder staunen, welch unerkannte Talente an unserer Schule herumliefen und immer noch laufen. Es war jedes Mal ein Erlebnis, solch eine Theateraufführung, und zur Freude der Eltern, der Lehrer und Schüler ein paar amüsante Stunden. Jeder konnte seine Rolle und spielte sie so überzeugend, dass der Beifall oft nicht enden wollte.

78

Vielleicht kann sich der eine oder die andere an ein Theaterstück erinnern: „Die unsichtbaren Gäste“ „Als der Weihnachtsmann Feuer fing“ “Masken sprechen lassen“ „Die Bremer Stadtmusikanten in alter und moderner Fassung“ „Die Weiber von Weinsberg“ oder die Projekte: „Märchenstandbilder zum Leben erwecken“

„Stadtmusikanten“ live in Syke Die zuletzt genannten Aufführungen fanden bei traumhaftem Wetter im Innenhof statt. Diese Anlage eignet sich fantastisch als Freiluftbühne. Die Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler beim Theaterspielen sammeln und erlernen sind immens wichtig: Gemeinschaftsgefühl, Teamgeist, Kreativität, Freude, Sprachkompetenz, Ausdrucksfähigkeit, Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Anerkennung und Selbstvertrauen, um nur einige Punkte zu nennen. Theaterspielen ist ein unbedingtes „Muss“ an jeder Schule und wir hoffen, dass diese Möglichkeit auch an unserer Schule weiterhin bestehen bleibt. Elke Widderich


Spiel, Sport und SpaĂ&#x;

79


Sport an der RS Syke Der Sportunterricht an der Realschule Syke zeichnete sich schon immer durch eine große Vielseitigkeit aus. Neben den traditionellen Disziplinen Leichtathletik, Geräteturnen und Schwimmen wurden von den großen Sportspielen Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und auch Hockey unterrichtet, teilweise koedukativ und als Sportkurssystem. Unsere Sportlehrkräfte bildeten sich permanent fort und konnten Badminton lehren, eine Einführung in das sichere Inlineskating und im Schuljahr 2008/09 sogar zum ersten Mal eine AG „Einführung in das Golf spielen“ anbieten. Ebenso wurden mehrmals Skikurse für Anfänger im Rahmen eines einwöchigen Lehrgangs in den bayerischen oder österreichischen Alpen durchgeführt. In den 90er Jahren veranstalteten wir insgesamt siebenmal im Syker Friedeholz einen Trimm-Trab von ca. 4 km Länge, an dem alle Schüler/Innen und Lehrer/Innen teilnahmen. Seitdem die Trimm-Welle überall deutlich abebbte, organisieren wir jährlich ein großes Spiele-Turnier, an dem alle Schüler teilnehmen, indem sie in den Klassen Teams für Basketball, Badminton, Korbball und Fußball bilden und ihre Jahrgangssieger ermitteln. Daneben fanden und finden im Bereich der Leichtathletik die Bundesjugendspiele statt. Einen gewissen Schwerpunkt legen die Sportlehrkräfte auf die Abnahme der DLRG- Schwimmabzeichen. Bis heute wurden insgesamt 453 Leistungsabzeichen in Bronze, 150 in Silber und sogar 2 in Gold vergeben. Auch bei der Abnahme des

80

Sportabzeichens wurden gerade in den letzten Jahren zahlreiche Erfolge erzielt, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass die Realschule seit August 1998 eine „eigene“ Turnhalle besitzt. Wir bekamen von unserem Schulträger, der Stadt Syke, die Olympiahalle zugewiesen, und auf diesem Weg möchten wir dafür noch einmal „Dank sagen“. Die provisorischen Verhältnisse und eingeschränkten Bedingungen der 80er und 90er Jahre gehörten der Vergangenheit an. Die nachfolgende Übersicht unterstreicht, dass sich durch die verbesserten Bedingungen zahlreiche Erfolge einstellten. 2000 Fußball-Kreispokal: Die RS Syke belegt Platz 2 (Kl. 9/10) Teilnahme am Fußballturnier in Brinkum - Platz 2 (Kl. 7/8) 1. Platz Sportabzeichenwettbewerb Landkreis DH 2001 Fußball-Kreispokal: RS Syke 1. Platz (Kl.7/8) 1. Platz Sportabzeichenwettbewerb Landkreis DH und 1. Platz Sportabzeichenwettbewerb Bezirk Hannover und 2. Platz Sportabzeichenwettbewerb in Niedersachsen 2002 Fußball-Kreispokal: Platz 1 für RS Syke (Kl. 9/10) Teilnahme am Fußballturnier in Brinkum - Platz 1 (Kl. 9/10)


2003 Fußball-Kreispokal: Platz 1 für RS Syke (Kl. 9/10) Für die Klassen 7 und 8 richtet die Realschule ein eigenes Turnier aus und wird hierbei Zweiter. 2004 Fußball-Kreispokal: dieses Mal scheidet die Mannschaft der RS (7./8. Kl.) leider nach dem Viertelfinale aus 1. Platz Sportabzeichenwettbewerb im Landkreis DH; dabei belegt die Klasse 7b den 12. Platz bei der Klassenwertung. 2005 2. Platz Sportabzeichenwettbewerb im Landkreis DH Teilnahme am Fußballturnier in Brinkum - Platz 2 (Kl. 5/6) Bei den Bundesjugendspielen mit 657 Teilnehmern konnten wir 320 Sieger- und 154 Ehrenurkunden verteilen. 2006 Die Realschule erreicht in diesem Jahr mit knapp 30% der abgenommenen Sportabzeichen nur Platz 4. 2007 Hurra!!! Wieder den 1.Platz beim Sportabzeichenwettbewerb belegt. 2008 Sportspieleturnier der RS Syke

2009 Am Mittwoch, 23.09.2009, finden für die 5.-9. Klassen die Bundesjugendspiele statt - Die 10. Klassen hatten ihre Wettbewerbe vorgezogen und waren dieses Mal Riegenführer. Bereits zum dritten Mal erhielten die schnellsten Läufer der Realschule Wanderpokale. In den Jahrgängen 5-7 betrug die Siegerzeit für 1000 m bei den Jungen 3 :18 Min. Im Jahrgang 8/9 war die Zeit nur eine Sekunde besser. Die Siegerin bei den Mädchen lief 800 Meter in nur 2:49 Min.

2010 2. Platz Sportabzeichenwettbewerb im Landkreis DH 2011 Auch in diesem Jahr nimmt die Realschule am Sportabzeichenwettbewerb teil - und alle geben ihr Bestes, damit im Jahr des 100-jährigen Bestehens wieder ein Sieg errungen wird.

Dieter Wassermann

81


„3Clean“ – unser Drogenpräventionsprojekt

Ich muss nicht rauchen, ich muss nicht saufen, doch wenn du Lust hast, dann können wir nach Regeln raufen ( „3Clean“ Rap) „3Clean“ ist ein Antidrogenprojekt an unserer Schule, an dem und mit dem seit 2005 intensiv gearbeitet wird. Das Projekt wird zur Zeit in den Klassen 5 bis 7 an drei Vormittagen nach den Osterferien durchgeführt. Ziel des Projektes ist es, die Schülerinnen und Schüler stark zu machen und sie dadurch vor den Verlockungen des Drogenkonsums zu schützen. Grundsätzlich geht es uns darum, das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Erfahrungen haben gezeigt, dass in sich gefestigte Menschen seltener in eine Drogenabhängigkeit abgleiten als labile Menschen. Wobei Drogenabhängigkeit hierbei durchaus auch die legalen und „akzeptierten“ Drogen wie Alkohol, Nikotin, Tabletten und Computerspiele beinhaltet. Mit unterschiedlichen Methoden üben die Schülerinnen und Schüler, Gefühle zu er-

82

kennen, zu benennen und zuzulassen. Sie erproben den Umgang mit Gefühlen, das bewusste Nein-Sagen, den Umgang mit Gruppendruck, das Verhalten in Stresssituationen, den Abbau von Stress und noch einiges andere mehr. Aber auch die Entspannung kommt nicht zu kurz. Besonders beliebt sind Fantasiereisen und kleine Massagen. Parallel hierzu werden in Biologiesequenzen die Wirkungen der verschiedenen Drogen erläutert. Schwerpunkte sind hier in Klasse 5: Nikotin, in Klasse 6: Alkohol und in Klasse 7: illegale Drogen, Computerspielsucht und Essstörungen. Der 8. Jahrgang ist in dieses Projekt nicht mit einbezogen, da für diese Schülerinnen und Schüler ein Projekt mit außerschulischen Anbietern zum Thema „Mädchen und Jungen stärken gegen Ausgrenzung und Gewalt“ stattfindet. In diesem Jahr nimmt zum ersten Mal auch der 9. Jahrgang an dem Projekt teil. Die inhaltliche Planung läuft zur Zeit noch. Wir bedanken uns bei allen, die unser Projekt tatkräftig bei der Planung und Durchführung oder finanziell unterstützen. Besonders erwähnen möchten wir: • den Verein „Release“ aus Brinkum • die Polizei des Landkreises Diepholz • den Judoverein Weyhe • die „Wilde Bühne“ Bremen • die Kreissparkasse Syke • den Förderverein der Realschule Syke • alle Eltern, die dieses Projekt aktiv unterstützt haben Elisabeth Hoffmann


„Mädchen und Jungen stärken gegen Ausgrenzung und Gewalt“ Ein geschlechterreflektierendes und transkulturelles Präventionsprojekt „Mädchen und Jungen stärken“ ist ein Präventionsprojekt, das an der Realschule Syke seit 2007 in allen 8. Klassen durchgeführt wird. In geschlechtshomogenen Workshops erfahren Mädchen und Jungen außerhalb der Schule einen „(Schutz) Raum und Zeit“, um sich mit sich selbst, Gewalt- und Ausgrenzungen, den eigenen Bewältigungsstrategien, der eigenen (Geschlechts)Rolle und ihrer Lebensrealität auseinander setzen zu können. Ziel ist die Förderung der allgemeinen Lebenskompetenz. Die Jugendlichen werden sensibilisiert und bestärkt, sich im Alltag einzeln und gemeinsam für Ihre Themen und Rechte ein- und durchzusetzen. In Gesprächen und erlebnisorientierten Übungen erfahren sie, welche Handlungsmöglichkeiten ihnen in Konflikt-, Bedrohungs-, Gewalt- und Diskriminierungssituationen offen stehen. An ausgewählten Inhalten werden Alltagserfahrungen der Jugendlichen aufgearbeitet, um ihnen Hilfen an die Hand zu geben, sich selbst besser zu schützen und gewaltfreie Lösungsstrategien zu entwickeln. Die teilnehmenden Mädchen und Jungen selbst bestimmen nach und nach die Schwerpunkte, an denen in den Workshops gearbeitet wird. Es können akute Mobbingfälle, Übergriffe durch andere Jugendliche oder Erwachsene u. ä. sein. Ziel dabei ist, respektvollere und einfühlsamere Formen von Wertschätzung für sich selbst und gegenüber anderen in der Gruppe zu erleben. Die Jugendlichen spüren in der Gruppe, was sie belastet und betroffen macht und an welchen Gewaltstrukturen sie selbst beteiligt, bzw. aktiv Ausübende sind.

Als Modellprojekt „Genderorientierung in der Jugendhilfe“ des Landes Niedersachsen 2007 gestartet, haben inzwischen 366 Mädchen und Jungen aus den 8. Klassen der Realschule Syke an den jährlich durchgeführten Workshops teilgenommen. Ermöglicht wird diese Kontinuität durch die maßgebliche finanzielle Förderung der Stadt Syke und Sponsoren. Auch bei den Eltern findet das Projekt hohe Akzeptanz und Unterstützung. In enger Kooperation und Kontinuität mit der Schulleitung, den Klassenlehrer/innen und den Eltern wird die Nachhaltigkeit der präventiven Arbeit kontinuierlich ausgewertet und weiterentwickelt. Ein breites Kooperationsbündnis macht die Fortführung des Projektes möglich: Realschule Syke Stadt Syke Agatha Große Macke Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Syke Renate Bühn, Dipl. Sozialarbeiterin (Mädchenkulturhaus Zebra Orange / Verein für sozialpädag.Hilfen im LK Diepholz) Sara Appelhagen, interkulturelle Pädagogin (Intakt: Verein zur Förderung ganzheitlicher Bildung e. V.) Paul Th. Ewert, systemischer Psychotherapeut (Fachstelle für Gewaltprävention Bremen) Johannes Hofmann, Dipl. Psychologe

Renate Bühn

83


„Wir sind stark“ Ein Projekt für Zivilcourage und Gewaltprävention Das Projekt „Wir sind stark“ ist ein Programm zur Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche, das von der Polizei, Fachbereich Jugend, entwickelt wurde. Es möchte konkrete Erfahrungen vermitteln, wie man Gefahrensituationen des Alltags bewältigen und Zivilcourage für sich und andere leben kann. So werden z. B. Gewaltsituationen im Bus und auf einsamen Wegen nachgestellt. Die Schülerinnen schlüpfen unter Anleitung der Projektleitung in die Opferoder Helferrolle und üben, solche „Gewaltsituation“ ohne Schaden zu überstehen. Wichtig dabei ist auch die Erfahrung, dass niemand Bedrohungen für sich behalten, sondern Eltern oder anderen Vertrauenspersonen davon erzählen sollte. Erlebnisorientierte Arbeitsmethoden motivieren die teilnehmenden Schüler/innen, sich im präventiven Sinne zu öffnen und mit ihrem eigenen Verhalten zu experimentieren. Die Arbeit in diesem Projekt soll: • die Klassengemeinschaft fördern, • das Vertrauen in die Klasse stärken, • Anti-Gewalt Strategien anbieten, • „Nein-Sagen“ üben, • Zivilcourage und eigene Grenzen • erfahrbar machen. Die Realschule Syke verfügt über zwei von der Polizei für dieses Projekt ausgebildete Moderatoren. Zur Zeit wird es von Herrn Müller, Kriminalkommissar, Polizei

84

Syke, und Frau Maskos, Sozialpädagogin, Realschule Syke, geleitet. Im September 2010 wurde das Projekt erstmalig an der Realschule Syke durchgeführt. Auf Wunsch der Klassenleitungen nahmen die Schülerinnen und Schüler unserer 7. Klassen teil, im Januar 2011 wird ein Kurs für die Schülerinnen und Schüler unserer 6. Klassen angeboten. Das Projekt „Wir sind stark“ stieß auch bei unseren Eltern auf eine sehr positive Resonanz. Das Projekt wird im Klassenverband durchgeführt. Es findet an zwei Tagen, jeweils 5 Stunden, außerhalb der Schule statt. Der außerschulische Lernort soll die Bereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler fördern, sich zu öffnen und unbefangen mitzuarbeiten. Brunhilde Maskos / Klaus Wendler


Schulsozialarbeit an der Realschule Syke Am 01.Mai 2009 wurde die Stelle einer Schulsozialpädagogin an der Realschule Syke installiert. Diese Stelle war zunächst auf ein Jahr befristet und wurde im April 2010 für ein weiteres Jahr genehmigt. Die Tätigkeit der Schulsozialpädagogin beinhaltet zwei Arbeitsschwerpunkte: 1. der Bereich der Berufsorientierung: Die Aufgabe liegt darin, die Schüler/innen während ihrer Berufsorientierung zu beraten und zu begleiten. Erste Gespräche und die Orientierung auf den Internetseiten der Arbeitsagentur finden bereits in Klasse 8 statt. Die Schüler/innen werden bei der Suche nach Praktikumsplätzen in Klasse 8 und 9 unterstützt.

Mit der Arbeitsagentur und dem Berufsberater, der regelmäßig in der Schule ist, findet eine intensive Zusammenarbeit statt. Betriebe werden in die Schule eingeladen, um die Schüler/innen über Berufe und ihre Ausbildungen zu informieren. 2. allgemeine Schulsozialarbeit: • Beratung und Begleitung von Schüler/ innen bei schulischen oder familiären Krisensituationen (Scheidung der Eltern, Ausgrenzung, gefährdete Versetzung) • Konfliktberatungen mit zwei oder mehreren Schüler/innen • Schülerberatung bei Konflikten und Unsicherheiten mit Lehrer/innen • Projektarbeit mit ganzen Klassen (Sozialtraining), um die Klassengemeinschaft, die Wahrnehmung des Einzelnen und die individuelle, soziale Verantwortung zu stärken • Aufklärung und/oder Kontaktvermittlung zwischen Schüler/innen und/oder Eltern an verschiedene Beratungsstellen • Angebot an Elterngesprächen

Das Erstellen von Bewerbungsunterlagen für Praktikumsplätze und Ausbildungsplätze wird intensiv durch Beratung begleitet. Vorstellungsgespräche werden vorbereitet und Verhalten und Auftreten genau analysiert und geübt.

• Information und Vertiefung von relevanten Sachthemen (z.B. ADHD, Schulverweigerung, Drogenmissbrauch, Cybermobbing, LRS/Dyskalkulie) Brunhilde Maskos

85


„Rhythm & Blues“

86


Bei unseren Zehntklässlern steht ein Discobesuch am Wochenende hoch im Kurs. Es sei ihnen gegönnt - doch leider lesen wir in der Zeitung auch immer wieder von schlimmen Unfällen, die sich im Anschluss daran ereignet haben. Um hier aufzuklären und präventiv zu wirken, bekommen wir einmal im Jahr Besuch von der Polizei, die CHRISSY im Gepäck hat. Das Überschlagsmobil gehört seit einigen Jahren zum festen Projektangebot für die 10. Klassen der Realschule. Neben den Schülern muss dann auch schon mal der Klassenlehrer in den New Beetle einsteigen und beweisen, dass er das Aussteigen nach einem Überschlag beherrscht. Polizeioberkommissar Wolfgang Rehling dreht mit seiner Kollegin das Überschlagsmobil und alle Insassen stehen Kopf. Nun muss man sich abstützen, die Gurte lösen und dann kann man aussteigen.

Schüler und Lehrer stehen Kopf… …aber nur manchmal !

Das Überschlagsmobil „CHRISSY“ ist Bestandteil der Präventionsarbeit der Polizei im Landkreis Diepholz

Das hört sich einfacher an, als es ist, denn man verliert bei dem Überschlag völlig die Orientierung und muss mühsam sortieren, wo oben und unten ist. Dieter Wassermann

87


Arbeitsgemeinschaft Schach

Urkunden und Medaillen für unsere „klugen Köpfe“ Im Jahr 1979 wurden an der Realschule erstmals Arbeitsgemeinschaften eingerichtet. Von dem jungen Kollegen Jürgen Hoffmann wusste man, dass er Schach spielen konnte, und so fragte man ihn, ob er nicht eine AG anbieten wolle. 18 Schüler (leider keine Schülerin) fanden sich zusammen, um dem „Königlichen Spiel“ zu frönen. Da kein Schachmaterial existierte, mussten sie ihre eigenen Schachbretter und -spiele mitbringen. Schach zu spielen und zu lernen machte viel Spaß, und das sprach sich herum. Im folgenden Schuljahr verdoppelte sich daraufhin die Zahl der Teilnehmer und stieg danach noch einmal auf fast 40. Damit die Schlepperei mit dem Material aufhörte, wurden endlich 10 Schachspiele gekauft und der Förderverein schaffte noch 10 weitere an. In zwei Klassenräumen wurde fleißig geübt. Viele Schüler legten Prüfungen des Deutschen Schachbundes ab und erreichten das Bauern-, Turm- oder Königsdip-

88

lom. Meisterschaften wurden organisiert. Der erste Schulmeister hieß 1980 Detlef Regenstein. Auch Mädchen fanden nun zum Schachspiel und 1984 wurde Ilona Dunekacke als erstes und bisher einziges Mädchen unangefochten Schulmeisterin. 1983 gab es für die Schach-AG starke Konkurrenz. Die ersten Computer wurden an der Realschule angeschafft und die Schüler strömten in die PC-Kurse. Die Schach-AG schrumpfte wieder auf unter 20 Teilnehmer. Mitte der 90er Jahre fehlten an der Schule Lehrerstunden, etliche Arbeitsgemeinschaften (so auch Schach) wurden eingestellt. Erst 2003 konnte wieder eine AG angeboten werden. Die alte Begeisterung kehrte zurück und bald nahmen die Schachfans an ersten Turnieren gegen Schüler anderer Schulen teil. Dabei stellten wir fest, dass wir durchaus mit anderen Schachspielern mithalten konnten. 2005 entwickelte sich eine starke Schachgruppe, sodass wir uns trauten, erstmals am


„Übung macht den Meister“ – in der Pause wird jede Gelegenheit genutzt Schulschachwettbewerb teilzunehmen. Auf Anhieb wurde 2006 in der Wettkampfgruppe HR (Haupt- und Realschulen) in Hannover der Bezirksmeistertitel errungen, der dazu berechtigte, am Landesfinale in Bückeburg teilzunehmen. Im noblen Ambiente des historischen Rathauses schaffte das Team der Realschule die Sensation: Syke wurde mit den Spielern Anders Potthast, Marcel Heyken, Malte Bajohr und Dimitri Emil auf Anhieb Landes-Vizemeister. 2007 konnte dieser Erfolg fast wiederholt werden. Erneut wurde der Bezirkstitel gewonnen. Auf Landesebene erreichte das Team von AG-Leiter Jürgen Hoffmann einen guten dritten Platz. Die Entscheidung war aber denkbar knapp. Lediglich ein Spiel entschied über Platz 1 oder Platz 3. 2008 schließlich der Höhepunkt. Die Realschule nahm mit vier Mannschaften am Schulschachwettbewerb teil. Beim Vorrundenturnier in Barnstorf dominierte Syke deutlich das Geschehen und belegte die

Plätze 1, 3 und 4. Zwei Mannschaften hatten sich für das Bezirksfinale qualifiziert und reisten nach Hannover, wo das Team Syke I souverän den Bezirkstitel verteidigte. Zum dritten Mal in Folge durfte die Realschule am Landesfinale teilnehmen und dieses Mal gelang der große Coup: Nach spannenden Kämpfen holte das Realschulteam erstmals den Landesmeistertitel nach Syke. Inzwischen haben die starken Spieler die Schule verlassen, aber der Nachwuchs sitzt in den Startlöchern. Die Spielstärke der jungen Spieler bekamen 2011 bereits die Schachteams des Regierungsbezirks zu spüren. Die Bezirksvorrunde und auch das Bezirksfinale in Springe wurden im Februar klar gewonnen. Demnächst fahren die siegreichen Schachspieler zum fünften Mal zum Landesfinale, das in diesem Jahr in Walsrode stattfindet. Jürgen Hoffmann

89


Einblicke ins Schulleben

90


Schülerlotsendienst Wenn wir uns auf dem Weg zur Schule treffen, um nicht allein gehen zu müssen, werden erst mal die wichtigsten News ausgetauscht. In der Schule angekommen, schnappen wir uns Schülerlotsenjacke und Kelle und machen uns auf den Weg zum Zebrastreifen. Dabei erfanden wir den „Schülerlotsenkellenpopoklatscher“, denn wir sind immer mit Spaß bei der Sache. Beim Zebrastreifen allerdings gehen wir ernsthaft unserer Pflicht nach und bringen Schüler und alle möglichen Leute sicher über die Straße. Wir finden, dass unsere Aufgabe sehr wichtig ist, weil man mit dunkler Kleidung leicht übersehen wird. Spaß macht es trotzdem, besonders wenn sich die Leute freundlich bedanken oder einfach nur nett grüßen. Um 8 Uhr ist Schichtende! Wir verlassen unseren Posten und machen uns auf den Weg in den Unterricht. Mit ein paar „Schülerlotsenpopoklatschern“ startet es sich doch gleich viel besser in den Tag! Wir üben diesen Dienst wöchentlich aus, weil wir nur eine kleine Gruppe sind. Mit unserem Dienstplan läuft es rund. Und da wir alle eine Ausbildung bei „Polizist Thomas“ absolviert haben, treten wir sicher im Straßenverkehr auf. Als Lohn für unseren Dienst machen wir jedes Jahr mit der ganzen Gruppe einen Ausflug. Im Dezember 2010 fuhren wir nach Hamburg ins „Miniatur Wunderland“ und danach wurde „fett geshoppt“. Währenddessen mussten die anderen Schüler zur Schule gehen! Haha! Unsere Schülerlotsenzeit ist eine schöne Zeit! Iris Nürnberg, Kl. 9 a

Ergänzung: Schülerlotsen gibt es an der Realschule schon seit dem Umzug in das neue Schulgebäude an der La Chartre Straße. Zuerst übernahmen unsere Lotsinnen und Lotsen den Dienst am Fußgängerüberweg „Am Lindhof“, später dann half das Gymnasium dort mit und jetzt teilen wir uns den Dienst so auf, dass unsere Schülerinnen und Schüler den Fußgängerüberweg „Am Riederdamm“ betreuen. Ich hoffe, dass wir – auch in Zukunft – genügend Freiwillige finden, die bereit sind, morgens etwas früher aufzustehen, um den Schülerlotsendienst gewissenhaft auszuführen, damit noch vielen Personen das sichere Überqueren der Straße ermöglicht wird.

Dieter Wassermann

91


10 Jahre Schulsanitätsdienst an der Realschule Syke

Aktive „Schulsanis“ 2009/2010 Seit Februar 2001 gibt es an der Realschule Syke den Schulsanitätsdienst (SSD), der sich aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 7-10 zusammensetzt und von unserer Konrektorin Maud Rehbein gegründet wurde. Zum Beginn eines Schuljahres können sich die Schülerinnen und Schüler für die Arbeitsgemeinschaft, die immer dienstags in der Zeit von 13.30 bis 15.00 Uhr stattfindet, anmelden. Alle haben einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, damit sie für ihre künftigen Aufgaben vorbereitet sind. Hierzu erhält die Realschule Unterstützung vom Deutschen Roten Kreuz Syke des Kreisverbandes Diepholz. Nach dem erfolgreichen Abschluss der

92

Ausbildung dürfen sie als Schulsanitäter auftreten und den Dienst in den großen Pausen im Krankenzimmer übernehmen. Dort kommen häufig Schüler vorbei, die ein Kühlpack benötigen, weil sie sich gestoßen haben, oder ein Pflaster haben wollen, weil etwas blutet. Um zu erfahren, wie es mit einer verletzten Person weiter geht, wenn eine Versorgung im Krankenzimmer nicht ausreicht, hat der Schulsanitätsdienst einmal im Jahr Besuch von der Rettungswache Leeste . Till Bigalke, Rettungsassistent, kommt dann zumeist mit einem Krankenwagen zur Schule. Das Beund Entladen von Verletzten mit der Trage, aber auch der Umgang mit dem Tragestuhl wird gezeigt und geübt. Außerdem erfährt


„Die erste Truppe des SSD“ beim JKR-Wettbewerb in Leeste 2002 die Gruppe, wie ein Tragetuch angewendet wird oder wie eine Luftkammerschiene funktioniert. Der Fachmann hat auch einige Medikamente und Infusionen dabei, um zu demonstrieren, wie eine Infusion vorbereitet oder eine Spritze aufgezogen wird. Nach der Versorgung einer verletzten Person wird diese zumeist in ein nahe stehendes Krankenhaus gebracht. Somit versucht Frau Rehbein auch immer mal wieder, einen Besuch des Krankenhauses „Links der Weser“ zu organisieren, um sich die dortige Ambulanz anzuschauen und um zu erfahren, wie

…ganz schön realistisch, oder ?

die Person vom Unfallort mit dem Krankenwagen zum Krankenhaus gefahren und zunächst in der Aufnahmestation „gesichtet“ wird. Danach entscheidet sich, auf welche Station die Person kommt, wenn sie im Krankenhaus bleiben muss. Neben diesen Aktivitäten freut sich die Truppe jedes Jahr darauf, an den Kreiswettbewerben des Jungendrotkreuzes teilzunehmen. Zweimal in Folge holte die Startgruppe den zweiten Platz in ihrer Altersstufe. Dann sind alle, die mit möchten, für ein Wochenende unterwegs. Hinzu kommt, dass im Haus des Jugendrotkreuzes in Einbeck jedes Jahr ein Wochenendseminar speziell für Schulsanitätsdienstgruppen angeboten wird. Außer dem Wiederholen von „gespielten“ Unfallsituation und dem Üben des Umgangs mit der Trage lernt die Gruppe auch, selber Wunden zu schminken. Das Darstellen und Versorgen von gestellten Situationen macht den Schülerinnen und Schülern viel Spaß, wie aus der Gruppe berichtet wird. Maud Rehbein

93


Arbeitsgemeinschaft Mofa Im September 2007 erhielt die Realschule Syke drei neue Vespa Piaggio Roller, gesponsert durch die Kreissparkasse Syke, die Verkehrswacht Grafschaft Hoya und den örtlichen Zweiradhändler K. Heinrich. Somit konnte die jahrelange erfolgreiche Arbeit der Arbeitsgemeinschaft, die zum Erwerb der Mofa-Prüfbescheinigung führt, fortgesetzt werden. Im Rahmen der AG werden neben theoretischem Wissen auch praktische Inhalte vermittelt. Zunächst einmal ermitteln die Teilnehmer den Benzinverbrauch und vergleichen das Mofa mit anderen Verkehrsmitteln. Gleich zu Beginn des Kurses wird die Wirtschaftlichkeit dieses Fahrzeugs angesprochen. Auf dem Programm der kommenden Unterrichtsstunden stehen dann u.a. folgende Fragen: Welche Zubehörteile sind sinnvoll, welche verbessern das Fahrverhalten, welche sind verboten? Wo ist die Sicherheitsbekleidung am günstigsten? Welche Arbeiten am Mofa kann man noch selber ausführen, welche sollte man – auch unter Sicherheitsaspekten – besser einen Fachmann ausführen lassen? Da noch zwei alte Mofas vorhanden und z. Zt. eingeschränkt fahrbereit sind, müssen die Schüler auch öfter diese reparieren. Praktisches Arbeiten und Ersatzteilbeschaffung gehören also auch dazu. Welche Versicherungsformen werden für Mofaroller angeboten? Wenn ich mit dem Roller stürze, werde ich dann in Regress genommen?

94

Einhaltung von Regeln beim Fahren bzw. Wiedergutmachung eines Schadens, der vorsätzlich herbeigeführt wurde, sind ebenso Inhalte. Manche Teilnehmer haben deshalb auch schon am Nachmittag die intensive Vorbereitung für Ausbesserung kleinerer Lackschäden kennen gelernt. Diese Aspekte lernen die Schülerinnen und Schüler der AG kennen, bevor sie dann leider auch erfahren, dass für die Prüfung und die spätere Bearbeitung der Prüfbescheinigung Gebühren anfallen. Wie viele in diesem Jahr die Prüfung bestehen werden, das stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber in den letzten 25 Jahren, in denen ich die Mofa AG durchgeführt habe, bestanden ungefähr 500 Schülerinnen und Schüler die Mofaprüfbescheinigung. D. Wassermann Und hier nun ein aktueller Erfahrungsbericht, zusammengestellt von den Teilnehmern des Mofakurses aus dem 1. Halbjahr 2010/11. Wir freuen uns schon auf morgen, denn dann ist Mittwoch, endlich wieder Mofa AG. Zum Glück haben wir Praxis und keine Theorie. In einer der letzten Stunden hatte einer unserer Mitschüler einen Unfall. Zum Glück ging aber alles gut und niemand wurde verletzt, (außer unserem Kursleiter, Herr Wassermann, dem es „in der Seele weh tat“, dass der schöne Mofaroller an zwei Stellen abgeschrammt war). In einer unserer Theoriestunden stellten wir einen Unfall nach, um zu wissen, wie wir uns in so einer Situation verhalten müssen.


Das Rollenspiel hierzu hat sehr viel Spaß gemacht. Das Ausfüllen der Theoriebögen macht nicht so viel Spaß, aber was sein muss, muss sein. Insgesamt mussten wir 18 Doppelstunden machen, und ehe wir uns versahen, war der Kurs auch schon fast vorbei. Vorher aber kam die praktische Prüfung, die wir alle gut bestanden.

Herr Wassermann war zufrieden. Hoffentlich ist er das auch Mitte Februar!!! Denn in der vorletzten Doppelstunde erfuhren wir, dass in vierzehn Tagen die theoretische Prüfung sein wird – und die Aufregung steigt. Also müssen wir jetzt wohl noch fleißig die Übungsbögen bearbeiten. Florian Voß, Angelina Wessels, Mario Wehrenberg, Rika Wachtendorf

„Clowns“ - WP Kunst, Kl. 7, 2007/08

95


„Lehrer mal ganz anders…“

96


„Mädchen für alles“ – Der Job einer Schulassistentin Im August 2007 erhielt ich einen Brief vom Arbeitsmarktservice, worin stand, dass ich mich bei der Stadt Syke für einen „1 EuroJob“ in der Realschule Syke für die Bücherei bewerben soll. Zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht damit gerechnet, dass ich hierdurch die Chance bekommen würde, später den Job meines Lebens zu erhalten. Am 10.09.2007 fing ich als Aushilfe in der Bücherei an und merkte sehr schnell, dass mir die Arbeit in der Schule sehr viel Spaß machte. Wenn in der Bücherei nicht soviel zu tun war, versuchte ich, mich auch anderweitig nützlich zu machen, um das Sekretariat und die Lehrerschaft zu unterstützen. Es war ein gutes Gefühl zu spüren, dass meine Arbeit anerkannt und geschätzt wurde. Und so habe ich dann auch nicht lange gezögert, mich zu bewerben, als es im Frühjahr 2008 hieß, es wird eine Schulassistentin benötigt. Mein Start als neue Schulassistentin nach den Sommerferien 2008 verlief ruhig. Ich kannte ja schon vieles und konnte mich auch in neue Bereiche schnell einarbeiten. Durch meine kaufmännische Ausbildung entdeckte ich dabei auch einiges, was sich verbessern ließ. Als ich die Kolleginnen und Kollegen darauf ansprach und meine Ideen und Vorschläge vorbrachte, stieß ich meistens auf offene Ohren, und alle merkten, dass ich meinen Job gerne und auch gewissenhaft ausübe. Heute kann ich mich vor Arbeit kaum retten! Wenn ich früh morgens komme, gehe ich

als erstes in den Kopierraum, um die Kopierer mit Papier aufzufüllen bzw. den Raum aufzuräumen. Dann kommen auch schon die ersten Kollegen, die etwas für den Unterricht benötigen oder Hilfe beim Kopieren brauchen. Ich bin für die Wartung und Instandhaltung der Geräte zuständig. Das bedeutet, wenn z.B. bei einem Overhead-Projektor oder bei den Fernseh-Wagen nichts mehr geht, legen die Kolleginnen bzw. Kollegen einen Zettel in mein Fach, wo vermerkt ist, welches Gerät defekt ist und in welcher Klasse es steht. Sofort in der Pause schaue ich nach, woran es liegt, und meistens ist nur eine Glühlampe durchgebrannt oder ein Kabel locker, was sich schnell beheben lässt. Somit kümmere ich mich um kleinere Störungen am Kopierer oder Drucker, wenn‘s mal wieder „piept“, und helfe auch bei der Bedienung unserer Camcorder bzw. sorge dafür, dass die Akkus immer aufgeladen sind. Auch für die Vorbereitung bei der Neuanschaffung von Geräten bin ich zuständig, recherchiere im Internet und starte etliche Anfragen. Anschließend wird entschieden, welches Gerät für uns am sinnvollsten ist. Mittlerweile hat es sich in der Schule herumgesprochen, dass ich gern und viel auf Sonderangebote achte. So werde ich auch angesprochen: „Manuela, wir brauchen

97


mal wieder …“ - egal, ob es sich um Kaffee oder Büroklammern handelt. Auf dem Weg zur Arbeit denke ich morgens oft, heute kannst du dieses bzw. jenes erledigen. Aber es kommt immer anders, als man denkt, und ich schaffe nie alle Arbeiten, die ich mir vorgenommen habe. An solchen Tagen wünschte ich mir, ich hätte eine Tarnkappe. Herr Wendler hat z.B. immer seine Tür offen, und selbst wenn ich ins Sekretariat schleiche, kommt schon mal der Spruch:„Frau Siegmann, heute sind sie aber leise! Aber gut, dass Sie da sind! Könnten Sie mal gleich ...“ Da war ich wohl leider nicht leise genug! Wenn ich durchs Lehrerzimmer gehe, kommt aus irgendeiner Ecke garantiert der Satz: „Ach Manuela, wo ich dich grad sehe, kannst du mal eben ...“ Aber manchmal höre ich auch: „Manuela, fahr einen Gang runter und flitze nicht immer im 6. Gang durch die Schule.“ Daraufhin kann ich nur erwidern: „Wenn ich langsamer bin, schaff ich ja gar nichts!“ Dadurch, dass ich viel im Schulgebäude unterwegs bin, finde ich so nebenbei auch manches wieder, was verloren oder verlegt wurde. In den großen Pausen betreue ich immer noch die Bücherei. Hier erfährt man viel über die Schüler – Schulisches und Privates. Man merkt, dass die Schüler auch gerne zu einem kommen, um ihr Herz auszuschütten, oder nur jemanden brauchen, mit dem sie mal reden können. Ich höre öfters: „Du kannst ruhig weiterreden, das ist Frau Siegmann, die ist ganz lieb.“ Manchmal habe ich das Gefühl, die Schüler sehen mich nicht als Respektsperson, sondern als Kumpel, der für sie da ist und ihnen hilft. Aber trotz-

98

dem wissen sie, wenn sie mich ärgern oder ich sie bei Dummheiten erwische, kann ich sehr wütend werden und sie müssen mit Konsequenzen rechnen. Meistens kommen sie aber mit handfesten Wünschen zu mir: „Frau Siegmann, mein Drucker wollte nicht und ich brauche die Unterlagen dringend für mein Referat, können Sie es mir bitte ausdrucken?“ Oder sie betteln ganz aufgeregt vor dem Unterricht: „Sie müssen mich retten, ich stehe in Bio zwischen 3 und 4 und soll heute ein Referat halten, nur jetzt habe ich meine Bilder zu Hause vergessen. Können wir kurz in den Computerraum gehen und noch mal im Internet nach Ersatz suchen?“ Ich helfe gerne und wo ich kann, aber manchmal muss ich auch passen. Es kommt schon mal vor, dass ich die Aufsicht führe, wenn Schüler eine Arbeit nachschreiben. Dann fragen sie mich, ob ich nicht mal eben im Internet etwas für sie nachlesen kann, aber das geht natürlich nicht. Zwei Tage später, wenn ich über den Flur gehe, höre ich von hinten: „Frau Siegmann, nur wegen Ihnen habe ich jetzt eine „4“ geschrieben!“ Aber damit kann ich leben ... An drei Tagen im Jahr herrscht nicht nur für die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, sondern auch für mich „Stress pur“, nämlich vor den schriftlichen Abschlussprüfungen in Deutsch – Englisch – Mathematik. Am Tag vor den Prüfungen ist der Kopierraum ab 12.00 Uhr für jeden gesperrt, denn ab mittags stehen die Prüfungsaufgaben im Internet zur Verfügung, müssen runtergeladen und ausgedruckt werden. Für Deutsch und Englisch gibt es noch eine MP-3 Version für Hörverstehen, die für jede Klasse auf CD gebrannt wird. Ich bereite für


jede Klasse und für jedes Fach einen Karton vor, hier lege ich die jeweilige Klassenliste, Sitzplan, leere Arbeitsblätter und Prüfungsbestimmungen für die Lehrer rein. Danach gehört der Kopierraum mir ganz allein. Für das Hörverstehen baue ich mir CD-Player auf, um alle CDs durchzuhören (aber ich höre nicht wirklich zu), ob sie auch fehlerfrei gebrannt sind. Währenddessen werden die Abschlussarbeiten für jeden Schüler - pro Fach ca. 20 Seiten - kopiert, zusammengeheftet und in die jeweiligen Kartons gepackt. Anschließend werden alle Kartons weggeschlossen.

An diesen Tagen könnte ich sehr viel Hilfe bekommen, denn fast alle Schüler der 10. Klassen bieten sich an, mir bei dieser Arbeit zu helfen, was ich selbstverständlich ablehnen muss! Die Arbeit einer Schulassistentin ist sehr vielseitig und interessant - und manchmal eben auch stressig. Aber Gott sei Dank höre ich häufig Sätze wie: „Gut, dass wir dich haben! Ohne dich läuft hier gar nichts mehr!“ Und deshalb bin ich sehr gerne hier! Manuela Siegmann

Von der Bleistiftradierung zum ersten Schul-Logo In den 80er Jahren kam die Idee auf, dem Briefkopf der Realschule ein Bild o.ä. hinzuzufügen - ein Gedanke, der unsere damalige Kunstlehrerin Beate Zitzlaff sofort inspirierte. Sie legte eine Bleistiftradierung vor, die das Schulgebäude von der Seitenfront zeigte. Fast 20 Jahre lang zierte dieser Entwurf sämtliche Briefbögen, die Zeugnisse und alle Ankündigungsschreiben, die im Schulalltag anfielen. 2006 wurde dann – angeregt durch die Fördervereinsvorsitzende Christiane Decke – unsere Schülerschaft eingeladen, sich an einem Schullogo-Wettbewerb zu beteiligen.

Weit über 20 Entwürfe wurden eingereicht, die besten drei von einer Jury prämiert. Letztendlich entschieden sich die beteiligten Gremien für die Vorlage von Fabian Witt (Kl.7), und unser neuer Schulleiter Herr Wendler sah es als seinen „Arbeitsauftrag“ an, daraus ein druckfähiges Logo entwickeln zu lassen. Seit 2008 prangt nun unser neues Erkennungszeichen mit der Syker Bärentatze und in schwarz-rot-gelb auf allen offiziellen Schriftstücken, auf unserer Schulkleidung. …und auf jeder Seite dieser Festschrift. Maud Rehbein

99


100

Quelle: Kreiszeitung vom 11.03. 2009


„Kunst am Bau“

„…wie kommt der Taucher auf´s Trafohäuschen?“ Dass Pädagogen und die ihnen anvertrauten „Kids“ ganz besonders motiviert und kreativ sind, wenn es um „Verschönerungsaktionen“ geht, beweist ein „kleines“ Projekt, das Frau Rehbein und Frau Wittneben 2002 mit der Klasse 7a durchführten. Im Kunstunterricht entstand bereits im Herbst 2001 die Idee, das triste graue Trafohäuschen an der Einfahrt zu unserem Parkplatz am Riederdamm mit Pinsel und Farbe in eine Unterwasserwelt zu verwandeln. Die Firma AVACON war einverstanden, spendierte

das Material und schon konnten die kleinen Künstler ihrer Phantasie freien Lauf lassen .... wenn das Wetter denn mitgespielt hätte. Die Schüler/innen mussten einige verregnete Wochen und schließlich den ganzen Winter über abwarten, bis sie endlich loslegen konnten. Aber es hat sich gelohnt! Die Anwohner vom Riederdamm freuen sich über den Farbfleck in ihrer Straße. Christa Meyer

101


…so schön kann Schule sein!

102


Impressum Herausgeber: Realschule Syke La Charte Str. 7 28857 Syke Tel. 04242 5454 Fax: 04242 5455 E-Mail: realschule@syke.de www.rssyke.de Redaktion: Christa Meyer Maud Rehbein Druck: die drucker, Syke Layout: Web & Grafik, Syke

103


Wir gratulieren der Realschule Syke zum 100-j채hrigen Jubil채um.

104

Jubiläum Realschule Syke  

Broschüre der Realschule Syke zum 100järigen Jubiläum Layout: Web & Grafik, Syke

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you