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ERFOLG DAS LESEN ERFOLGREICHE

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2 / 2017

SOCIAL MEDIA STAR GARY VAYNERCHUK ÜBER ERFOLG UND INTERNET

GERHARD SCHRÖDER SYMPATHIE STEPHEN COVEY DISZIPLIN FRAUKE LUDOWIG IM RAMPENLICHT

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Ralf Dümmel Brian Tracy im Interview

40%&/,&/ &3'0-(3&*$)& Erfahren Sie, wie die erfolgreichsten Menschen der Welt denken und handeln

BILDER: MANFRED ESSER, ANDRÉ KOWALSKI, FRANK EIDEL CHRISTIAN HOLTHAUSEN, VAYNERMEDIA, DS-PRODUKTE, BRIAN TRACY

BACKHAUS VERLAG

5 EUR


Bild: Ismail Gök

Editorial

Julien Backhaus Verleger und Herausgeber

„Geh da raus und setz‘ den Scheiß um“

Keiner kommt hier ­lebend raus Jeder von uns hat Dinge auf dem Zettel stehen, die er gerne machen möchte. Wobei einige es noch immer nicht zu Papier gebracht haben. Schade, denn erfolgreiche Menschen denken schriftlich. Ein beschriebenes Stück Papier ist ein Stück Materie und damit Realität. Es gab einmal ein Universitätsexperiment, bei dem Studenten kurz vor dem Abschluss gefragt wurden, ob sie ihre Ziele schriftlich notiert hätten. Nur rund drei Prozent bejahten das. Lange Zeit später wollte man herausfinden, was aus den Studenten geworden war. Die, die Ziele hatten, sie aber nicht schriftlich formuliert hatten, verdienten schon um einiges mehr, als der Rest. Beeindruckt war man jedoch von den drei Prozent, die sich Ziele notiert hatten. Sie verdienten so viel, wie die anderen 97 Prozent zusammengenommen. Etwas zu erreichen hat einerseits etwas mit Zielen zu tun. Andererseits natürlich mit der Bereitschaft, etwas umzusetzen. Diese Bereitschaft ist bei den meisten von uns gehemmt, durch Faulheit, aber besonders durch Angst. Angst vor, naja, wo vor eigentlich? In der Regel denken wir das nicht zu ende. Wenn wir das täten, würde uns auffallen, dass eigentlich gar nichts Schlimmes passieren kann. Im Gegenteil, je mehr Dinge wir in Angriff nehmen, desto höher ist die Chance, dass vieles davon klappt.

Impressum Erfolg Magazin ISSN 25057342 Redaktion/Verlag Backhaus Verlag EMail: info@backhausverlag.de Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus Redakteurin und Satz Martina Schäfer Projektmanagerin EvaMaria Backhaus EMail: info@backhausverlag.de Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus Bremer Straße 24, D31608 Marklohe Anschrift: Waffensener Dorfstr. 54, 27356 Rotenburg Telefon (0 42 68) 9 53 04 91 EMail info@backhausverlag.de Internet: www.backhausverlag.de

Freunde, dieses Leben ist keine Generalprobe. Es ist die einzige Aufführung, es gibt keine Wiederholung. Niemand kommt hier lebend raus. Wo vor sollten Sie also Angst haben? Sie sind nicht geboren worden, um uns anderen die Luft weg zu atmen. Sie sollen das tun, was in Ihrem Herzen ist. Sie können noch Tausend Jahre faul rumliegen, aber jetzt laufen die paar Jahrzehnte, in denen Sie was bewegen können. Die Garantie, ob Sie morgen wieder aufwachen, wird Ihnen keiner geben. Darum dürfen wir auch nicht alles auf morgen verschieben. Morgen wird nichts besser sein, außer wir verändern heute etwas. Logisch ja? Gary Vaynerchuk würde jetzt sagen „Geh da raus und setz‘ den Scheiß um“. Und nichts anderes werden wir vom ERFOLG Magazin tun. Wir werden unser Bestes geben, Ihnen die Nummer eins Quelle für Erfolgswissen und Motivation zu sein. Schreiben Sie uns auf facebook und Instagram, was bei Ihnen läuft. Alles Gute und maximale Erfolge Ihr Julien Backhaus

Folgen Sie uns auch auf Druck BerlinDruck GmbH + Co KG OskarSchulzeStraße 12 28832 Achim Telefon: (04 21) 4 38 710 Telefax: (04 21) 4 38 7133 EMail: info@berlindruck.de Vertrieb Axel Springer Vertrieb, Süderstraße 77, 20097 Hamburg Telefon (0 40) 34 72 40 41

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Erfolg magazin . Ausgabe 02/2017 . www.erfolgmagazin.de

Autoren (Verantwortliche i.S.d.P) Die Autoren der Artikel und Kommentare im Erfolg Magazin sind im Sinne des Presserechts selbst verantwortlich. Die Meinung des Autoren spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Trotz sorgfältiger ­Prüfung durch die Redaktion wird in keiner Weise Haftung für Richtigkeit geschweige denn für Empfehlungen übernommen. Für den Inhalt der Anzeigen sind die Unter­nehmen verantwortlich. Vervielfäligung oder Verbreitung nicht ohne Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.




Inhalt 2/2017 Erfolg

Leben 

Psychologie der Superreichen . .................... 6 Ralf Dümmel im Interview............................ 8 Scooter Braun: Entdecker Justin Biebers..............................10 Gerhard Schröder: Sympathie-Stratege.....................................12 Tim Ferris: Peter Thiel...................................................14 Manager-Ernährung....................................17 Steve Jobs: Harnäckigkeit..............................................18 Roger Rankel: Via Negativa...............................................20

Diemar Hopp..............................................39 Nina Ruge im Interview...............................40 Frauke Ludowig im Interview......................42

Story

Einstellung Jürgen Höller: Ziele erreichen............................................44 Stephen Covey: Disziplin befreit...........................................46 Bodo Schäfer: Liebe das Geld............................................48 Scheiß drauf!..............................................50 Udo Jürgens: Nur dieser Weg!.........................................52

Bilder: Luepertz/Depositphotos, Vaynermedia, Christian Holthausen, Tracy, Wilkens, Ken Shipp-Doe

Christian LIndner: Gründergeist...............................................22 Bill Gates: Führungsstil................................................24 Claudia Enkelmann: Charisma gewinnt.......................................26 Die Samwer-Brüder.....................................28 Jacky Chan.................................................30 Der Wassermillionär....................................32 Vom Obdachlosen zum Facebook-Star.....................................33 Menderes: Never give up..............................................34 Daniela Katzenberger im Interview................................................36

Gerhard Schröder

SympathieStratege

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Gary Vaynerchuk

Ins Handeln kommen

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Wissen  Leon Windscheid: Gegen die Spirale der Angst........................54 Maxwell: So denken Erfolgsmenschen.......................58 Oliver Kerner: Strategie gegen die Firmenpleite.................60 Wolf of Wall Street gibt‘s bei uns nicht.......61 Gary Vaynerchuk Komm ins Handeln.....................................62 Brian Tracy: Ziele setzen.................................................64 Warum wir Stress brauchen........................66 Warren Buffett: Investmentgeheimnisse...............................68

Frauke Ludowig Im Rampenlicht

42 Brian Tracy

Ziele setzen

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Bill Gates

Führungsstil

Daniela Katzenberger Im Interview

36 Erfolg magazin . Ausgabe 02/2017 . www.erfolgmagazin.de

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Erfolg Bild: Depositphotos/DmBaker

Dr. Rainer Zitelmann

Superreiche

Es gibt kaum eine Eigenschaft, die allen Hochvermögenden gemeinsam ist, aber es gibt viele ­Muster, die immer wieder auftauchen – darunter diese sechs.

ticken anders 

www.erfolgmagazin.de . Ausgabe 02/2017 . Erfolg magazin


Erfolg

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Viele Hochvermögende hätten in großen Unternehmen keine Karriere gemacht, weil sie dafür zu schwierig sind. Sie sind nicht selten unangepasst, hatten oft schon in ihrer Schulzeit harte Auseinandersetzungen mit den Lehrern. Weil sie sich nicht vorstellen konnten, als Angestellte zu arbeiten, wurden sie Unternehmer. „Ich meine, ich bin ein schwieriger Mensch und früher war ich noch viel schwieriger, als ich es heute bin. … Ich musste mir meine Hörner abstoßen. Ich musste die Erfahrung sammeln, die ich heute gesammelt habe. Und ich wäre nie zum Erfolg gekommen, hätte man mich irgendwo versucht … Da hätte man mir Tabletten geben müssen.“ „Ich hätte nie als Angestellter arbeiten können. Ich hätte auch sicherlich nie Karriere gemacht. Glaube ich nicht…. Nur in der idealen Welt sind alle Vorgesetzten toll und hervorragende Leute, zu denen man hochblicken kann, und wenn dann Leute da sind und man sich fragt, was ist das denn für ein Dödel und dann sich zu verkrümmen, tolle Idee, Herr Meyer, was Sie da wieder ...“

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Viele Hochvermögende haben sich schriftliche Ziele gesetzt, was sie finanziell erreichen wollen – und mit mentalen Methoden (wie etwa Visualisierung) gearbeitet. Das trifft nicht für alle zu, aber erstaunlich viele berichteten in den Interviews, das sie so ähnlich vorgegangen sind, wie es etwa in dem Klassiker von Napoleon Hill „Denke nach und werde reich“ empfohlen wird. „Und dann habe ich mir aufgeschrieben, mit 40 möchte ich also mehr als zehn Millionen Mark – Mark waren es damals ja noch – haben. Das habe ich auch hingekriegt. Also ziemlich genau als Punktladung sogar… Ich hatte mein Haus damals von einer FengShui-Beraterin umstellen lassen. Muss auch sagen, dass das mir sehr viel gebracht hat. Also sehr viele Blockaden, wo dann das nicht geklappt hat und das nicht geklappt und das nicht geklappt hat, und nach Feng Shui hat es auf einmal geklappt. Jetzt kann man sagen, Self-Fulfilling-­Prophecy. […] Das ist mir auch scheißegal. Also das Ergebnis zählt und das hat dann funktioniert. Und die hat mir eine „Reichtumsecke“ gemacht. Wo ich also jeden Tag so eine Minute irgendwo hingehen soll sozusagen zum Beten und da hing ein entsprechendes Bild. Und es war hinter das Bild geklebt. Also hinter das Bild geklebt. Ist auch alles mit, können Sie sagen, mit tödlicher Präzision eingetreten.“

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Die meisten Hochvermögenden betonen, dass sie sich mehr auf ihr Bauchgefühl als auf Analysen verlassen. Das Bauchgefühl ist aber nichts Angeborenes. Es ist das Ergebnis von Lernprozessen, die Psychologen als „implizites Lernen“ bezeichnen, das zu „implizitem Wissen“ führt. Man könnte auch sagen: Die Schule des Lebens ist wichtiger als die akademische Bildung – und das Bauchgefühl ist wichtiger als die Analysen, wie man sie etwa im BWL-Studium lernt. „Also fast alle meine Entscheidungen hängen ja mit Menschen zusammen. Wenn ich in eine Firma investiere, tolle Zahlen, aber ich sage immer nur: „Traue ich denen? Traue ich denen das zu?“ Sagen wir so, die Menscheneinschätzung, die können Sie ja nicht wiegen, messen, zählen. Da können Sie nicht sagen, wo ist der Stempel? Kann der Wirtschaftsprüfer noch mal den Charakter durchrechnen, ja? Man kann den Charakter nicht durchrechnen. Und also immer da, wo hinter einer Unternehmung oder einem Investment vor allem es auf die Menschen ankommt, ist das eine Gefühlsentscheidung, nehmen sie Bauchentscheidung.“

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Viele Hochvermögende sind nicht besonders verträglich und ausgesprochen konfliktbereit. Sie haben keine Angst vor Auseinandersetzungen, manche lieben sogar den Konflikt. „Ich mag das einfach, die Rauferei. Ich mag das. Ich streite mich mit jedem, also im Positiven. Ich sehe das eher sportlich, muss ich sagen, ne? Also ich will mich durchsetzen, ne? Und ob es meine Meinung ist, oder ob es im Markt ist, oder ob es beim Fahrradfahren ist.“

Die Zitate sind dem Buch „Psychologie der Superreichen. Das verborgene Wissen der Vermögenselite“ entnommen. In dem Buch werden die auf Band aufgenommenen Aussagen der Interview­partner 1:1 wiedergegeben und nicht sprachlich ­geglättet. Dr. Rainer Zitelmann, Psychologie der Superreichen. Das verborgene Wissen der Vermögenselite, FinanzBuch Verlag, München 2017.

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Viele Hochvermögende sind ausgesprochene Nonkonformisten, die ihren Erfolg darauf zurückführen, dass sie oft gegen den Strom geschwommen sind. Manchen macht es sogar ausgesprochen Freude, sich gegen die Mehrheitsmeinung zu stellen – anderen ist sie schlicht egal. Wer immer nur das tut, was alle tun und das denkt, was alle denken, bekommt auch nur das, was alle bekommen – und wird bestimmt nicht reich. „Es gibt also das schöne Beispiel, wenn eine Kuhherde sozusagen auf eine Weggabelung kommt und auf der linken Seite ist die grüne Wiese und da gibt es eine Kuh, die auf die weniger grüne Wiese, auf die fast vielleicht ein bisschen abgegraste Wiese geht, gell? Und auf der anderen sind natürlich, sagen wir, 100 Kühe, die diese schöne Wiese abgrasen im Nu und die andere hat die Wiese, wo weniger drauf ist sozusagen, weniger Gras, aber kann in Ruhe und gemächlich da ihrem Graskonsum da nachgehen.“

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Hochvermögende übernehmen selbst die Verantwortung für Krisen und Rückschläge, statt andere Menschen oder äußere Bedingungen dafür verantwortlich zu machen. Dass sie selbst die Verantwortung übernehmen, gibt ihnen ein Gefühl von Macht. Sie sehen sich nicht als Opfer, sondern als Herren ihres eigenen Schicksals. „Ich bin einmal in die Insolvenz geraten. Und wissen Sie, das Schlimme ist, ich wusste­ ja, dass es so kommt. […] Wenn man dann hinterher sich selber analysiert und die Kraft hat, zu sagen: „Was hast du falsch gemacht? Und wieso ist das ­passiert?“ Und da unterscheiden sich, glaube ich, zwei Menschengruppen. Die einen sagen dann: „Ich habe zu wenig­ Geld bekommen und der hat nicht pünktlich bezahlt und sonst etwas.“ Und die anderen sagen: „Was habe ich falsch gemacht? Was war mein Fehler?“ Und die, die sagen: „Was war mein Fehler und das war meine Chance“, die haben eine ganz gute Chance, die haben eine ganz gute Möglichkeit, das im zweiten Schritt besser zu machen…. Wir sind ja der Fehler. Alles was passiert, außer schwere Krankheiten und sonst etwas, und da könnte man sich noch drüber unterhalten, hat man sich ja selber eingebrockt, ja? Ich habe große Probleme in der Erziehung meines Sohnes gehabt und dann überlegt: „Was hast du falsch gemacht“. Nicht: „Was hat der Sohn falsch gemacht?“ Und an dem Tag, wo ich das geändert habe, was ich falsch gemacht habe, ist mein Sohn toll geworden.“

http://psychologie-der-superreichen.de/

Erfolg magazin . Ausgabe 02/2017 . www.erfolgmagazin.de




Erfolg

Ralf Dümmel Unternehmer aus Überzeugung

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Bild: Tony Robbins; Cover: FBV

err Dümmel, Sie sind ja ein richtiger Vollbluthändler. Seit den 80ern sind Sie Verkäufer und dies merkt man heute noch bei „Die Höhle der Löwen“. Wie ist denn der Weg vom Verkäufer zum Unternehmer? Denn daran scheitern viele, oder? Ich habe nie geplant: „Oh, ich will Unternehmer werden“, sondern ich wollte Spaß bei der Arbeit und Erfolg haben. Ich hatte durch meinen damaligen Zieh­vater, der DS Produkte gegründet hat, eine Möglichkeit bekommen. Aber ich müsste in einem tollen Unternehmen nicht zwingend der Unternehmer oder der zweite oder dritte Mann sein. Wenn man im Team arbeitet und Spaß hat, würde mir das auch reichen. Dieses auf Zwang: „Ich muss Unternehmer werden und jetzt muss ich eine Idee haben“, ist der falsche Ansatz. Vielleicht scheitern einige Start-Ups deshalb. Man muss ein gutes Team haben. Das besteht auch nicht aus Platz Eins, Zwei und Drei oder der Visitenkarte, auf der ein Titel steht. Deswegen ist es ja ein Team. Jeder hat seine Aufgabe, die muss ihn ausfüllen und ihm Spaß machen und man erarbeitet gemeinsam etwas. Wenn ich mit zwei verantwortlichen Mitarbeitern bei einer Entscheidung mal unterschiedlicher Meinung sind, dann machen wir auch das, was die anderen wollen, da wird einfach im Team diskutiert und entschieden. Hat sich denn schon vor „Die Höhle der Löwen“ bemerkbar gemacht, dass Sie nicht nur Produkte verkaufen, sondern sich auch an Unternehmen beteiligen wollen? Ja, wir haben immer schon mal branchefremde Themen aufgenommen und auch in Unternehmungen investiert, die nicht in DS waren. Wir haben mit Tri Top damals ein Getränkesirup gemacht, obwohl wir bis zu dem Zeitpunkt nichts mit Getränken zu tun hatten. Innerhalb eines Jahres haben wir die Marke zum Markt-



führer in Deutschland gemacht. Wir haben Interesse und diesen Geschäftssinn, links und rechts zu gucken, wo Bedarf ist, wo der Kunde schreit und wo er kauft. Was treibt Sie als Unternehmer an? Geld kann es ja nicht sein. Erfolg zu haben ist etwas Schönes. Aber Erfolg mit einem Team von 400 tollen Mitarbeitern zu haben und gemeinsam feiern, Misserfolge und Probleme gemeinsam lösen - das macht dem Team einen enormen Spaß. Ich könnte ohne diese ganzen tollen Mitarbeiter, die für mich den ganzen Tag

DS-Geschäftsführer Ralf Dümmel und Verleger Julien Backhaus im Gespräch.

durchs Feuer gehen, nicht so erfolgreich sein. Da geht es nicht immer nur um Geld. Unternehmerisch muss man Geld verdienen. Wir investieren viel und gehen Risiken ein, auch im normalen geschäftlichen Ablauf. Das geht mal gut, aber auch mal nicht gut und das gehört dazu. 400 Mitarbeiter haben das Recht ein Gehalt zu bekommen und das möchten Sie pünktlich am Ende des Monates haben. Aber wenn Geld der alleinige Antrieb ist, dann hat das wenig Aussicht auf Erfolg. Jetzt haben sie schon gesagt, dass Sie eine große Mannschaft haben. Fällt es ihnen denn leicht Aufgaben zu delegieren? Es fällt mir insofern leicht, da wirklich die richtigen, vertrauenswürdigen Menschen

an den richtigen Positionen sitzen. Nichts desto trotz geht, wenn du größer wirst und wächst, ein bisschen Familiäres verloren. Ich kenne das Unternehmen noch, als du von jedem Mitarbeiter wusstest, ob er ein Haustier hat und wie das heißt, wie die Freundin heißt usw. Da war das sehr familiär. Wir versuchen, das immer wieder aufzubauen, aber wir haben in unserem Laden auch Musik und Action, dann geht manchmal das Familiäre verloren. Das ist schade, lässt sich aber leider nicht ändern. Größer werden, an Bedeutung gewinnen, im Handel eine gewisse Marktmacht oder auch als Lieferant eine große Anerkennung zu kriegen, ist auch etwas Tolles. Wie finden Sie denn die richtigen Leute für ihr Team? Also wenn Sie Gute haben, immer her zu uns. Wir suchen ständig und überall, da wir am Wachsen sind. Wir sind stolz darauf, mit 85 % eine unglaublich hohe Quote an Auszubildenden nicht nur angestellt zu haben, sondern auch zu behalten und zu übernehmen. Leute, die drei Jahre im Unternehmen gelernt haben, verstehen eher, wenn der Kunde anruft und sagt: „Ich brauch heute 5000 Stück“ und ob ich die in einer Stunde packen kann oder nicht. Wenn andere, die noch nie am Packtisch standen, vielleicht sagen würden: „Wir haben ja genug Leute da, die werden das schon machen“. Insofern haben die Auszubildenden nochmal ein anderes Verständnis für jede Abteilung, weil sie im Zweifel die Person und auch die Abläufe in den einzelnen Abteilungen kennen. Wir haben ganz viele, die hier gelernt haben und schon 18 Jahre im Unternehmen sind. Das macht viel für die Teamfähigkeit aus. Die gehören dann wirklich auch zur Familie. Dürfen die Leute bei ihnen Fehler machen? Ja Fehler sind erlaubt, ich finde es menschlich. „Der macht zwar nur Fehler, aber der ist halt nett“, geht in einem Unternehmen

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aber auch nicht. Natürlich dürfen Menschen Fehler machen. Und lieber entscheidet man mal etwas, als sich immer nur auf andere zu verlassen oder andere zu fragen. Dass das mal schief geht ist völlig menschlich und das gehört auch zur Ehrlichkeit dazu. Ich habe früher mal gesagt: „Wenn ihr am Wochenende einen über den Durst trinkt, dann ruft nicht montags an und sagt, ihr seid erkältet. Ruft an und sagt ihr seid voll und habt 2,4 °% und kommt Dienstag zur Arbeit“. Das finde ich ehrlich. Und wenn das nicht jeden Montag der Fall ist, dann finde ich das auch absolut ok. Damit leben wir ganz gut und ich glaube das wissen die Mitarbeiter auch. Entscheiden Sie nach Bauchgefühl oder sind Sie eher Kopfmensch? Mehr Bauch. Wenn aber einer nur nach dem Bauch entscheidet, dann wird es irgendwann schwierig. Oft ist es im Leben eine Frage der Sympathie. Wenn man sich ein paar Minuten kennen gelernt hat, dann hat schon so ein Gefühl, ob man mit der Person mal ein Bier trinken gehen wür-

Unternehmen gibt es auch nicht nur gute Dinge, sondern auch mal negative Dinge. Aber das sind Aufgaben, die man sich stellen muss und auch gerne stellt.

de oder nicht, dieses: „Oh, sympathischer Mensch, der kann was und mit dem will ich was erreichen“ und das gleiche zählt auch beim Produkt. Nachdem das Bauchgefühl ein positives Signal gesendet hat, muss der Kopf auch wirtschaftlich durchdenken, ob es passt und der Markt dafür da ist, der Preis stimmt und der Verkaufspreis für den Handel der Richtige ist. Sie haben mal gesagt, das Unternehmen ist ihr Leben. Das ist eine große Schwierigkeit in vielen Unternehmer-Familien. Müssen ihre Lieben sich damit abfinden oder haben sie da ein Arrangement? Nein, die kennen mich und ich hoffe, die mögen mich so, wie ich bin. Ich fahre seit fast 29 Jahren jeden Tag gerne her und freue mich auf die Leute, auf die Arbeit, auf die Herausforderung. Ich habe noch nie gedacht, dass ich zur Arbeit muss. Das mag sich für einige blöd anhören, aber wenn du dann irgendwann zum Unternehmer wirst, hat man auch eine gewisse Verantwortung für Mitarbeiter und dahinterstehende Familien. In so einem großen

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Es gibt ja viele Menschen, die gerne ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen würden. Sie geben diese Ratschläge sogar weiter z.B. auf Veranstaltungen wie dem „Start Up Camp“ in Berlin. Was geben Sie den Leuten als Wichtigstes mit auf den Weg? Das ist schwer so pauschal zu beantworten. Es gibt erstmal gewisse menschliche Voraussetzungen. Immer auf dem Boden bleiben, nie abheben und nie denken, man sei etwas Besseres oder man kann irgendwas Besseres. Es gibt so viele Menschen die toll sind, die Gutes können. Und da muss man sich selbst nicht überschätzen. Risikofreudig! Ehrlich! Fleißig! Gerade wenn man ein Unternehmen gründen will, was heute schwieriger ist, weil in der gesamten Handelsszene, von großen Konzernen dominiert ist. Du sagst: „ich habe eine gute Idee“. Rufst du irgendwo an, zum Beispiel beim Großkonzern? Wenn du es schaffst in die richtige Abteilung durchgestellt zu werden und sagst: „Mensch, Hallo hier bin ich, habe eine gute Idee“, bist du nur einer von 300 Leuten am Tag und jeder hat eine gute Idee. Das ist heute nicht mehr ganz so einfach. Dann mit dem Risiko, Vorfinanzierung, Ware einzukaufen. Wo kaufe ich sie ein, kommt sie vernünftig an, stimmt die Qualität und solche Sachen. Läuft es? Habe ich zu viel Ware, zu wenig Ware usw. Und da gehört unwahrscheinlich viel Fleiß zu. Das bedeutet Verzicht. Verzicht auf einen Tag Urlaub im Jahr, vielleicht auch mal auf den Feierabend und auch mal eine Stunde länger arbeiten. Das gehört dann dazu, dem muss man sich aber stellen. Es ist toll Unternehmer zu sein. Aber es ist auch toll leitender Angestellter oder Mitarbeiter zu sein. Da kommen wir wieder zum Anfang zurück. Spaß bei der Arbeit. Das muss mich auch ausfüllen. Es gibt Menschen, die sagen: „Freizeit ist für mich wichtig. 15:00 Uhr Feierabend.“ Das ist legitim und toll. Und dann gibt es Menschen, die sagen: „Ja, ich mag es zu arbeiten, ich mag es noch ein bisschen erfolgreicher zu sein“ und das ist auch legitim. Jeder muss seinen Weg finden. Aber wenn man ein Unternehmen gründen will, sind die Grundvoraussetzungen verzichten, fleißig sein, Risikobereitschaft und ein unglaublicher Wille. Überzeugt sein ohne abzuheben, aber von sich überzeugt sein. Von seinem Thema oder Produkt oder von seiner Produktidee überzeugt sein.




Erfolg

Scooter Braun

Der Erfolgsmach

Bild: fotowerft, Cover: FBV

Der Unternehmer hinter Justin Bieber

Es war nicht allzu lange her, dass Scott „Scooter“ Braun, der Mann, der Justin Bieber in die Musikbranche einführen würde, seinen Unterhalt als Party-Promoter in Atlanta verdiente. Heute ist der 32-jährige Besitzer von SB Projects, die mehr als 10 weltberühmte Musikkünstler verwalten, eigene Filme produzieren und in verschiedene Tech-Unternehmen investieren, auf dem Vormarsch. Braun, Sohn eines Ärztepaares, wuchs behütet in Greenwich auf, der Millionärsstadt in Connecticut. Während des Studiums an dem Greenwich HighSchool in Connecticut, trat er einem Video-Dokumentarfilm Wettbewerb für den National History Day bei. Der Film trug den Titel: „The Hungarian Conflict“ und handelte über die Juden in Ungarn, während und nach dem Holocaust. Der Film gewann in regionalen und staatlichen Wettbewerben und Braun platzierte damit den dritten Platz. Ein Mitglied von Brauns Familie schickte den Film an Steven Spielbergs Büro, der seinerseits Brauns Video dem Holocaust Memorial Museum in den USA überreichte. Braun hat gesagt, dass Spielbergs Antwort einer der inspirierendsten Momente in seinem Leben war. Er bewies schon früh sein Organisationstalent: Während der Schulzeit war er Klas-

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Scooter Braun kennen wenige, seine Entdeckungen jeder: Stars wie Justin Bieber verdanken ihm ihren Erfolg. Auch mit seiner Fernsehserie „Scorpion“ bewies er einen guten Riecher für den Geschmack des Publikums.

sensprecher und neben seinem BWL-Studium an der Emory University in Atlanta, richtete er Partys am College aus. 2002 gründete er seinen eigenen Partyservice, Promis wie Britney Spears und Eminem wurden darauf aufmerksam. Braun leckte Blut und wollte mehr. Gemeinsam mit R‘n‘B-Star Usher gründete er das Label „RBMG“ und suchte dafür einen jungen Künstler. Gefunden hat er 2008 schließlich Justin Bieber. Der kanadische Sänger war damals 13 Jahre alt und fiel durch seine YouTube-Videos auf. In kurzer Zeit machte Braun aus ihm einen Te e n i e - S c h w a r m , verkaufte nicht nur seine Songs, sondern auch Parfums, Bettwäsche und zahlreiche weitere Merchandise-Artikel. Braun setzte auf das Internet und benutzte dafür die SocialMedia-Kanäle. Der Erfolg war gigantisch, trotzdem sagt er: „Am Ende des Tages kann man ein noch so

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Erfolg

er

guter Vermarkter sein, doch du bist immer nur so gut wie das Produkt oder die Person, die du vermarktest.“ Braun kontaktierte Biebers Mutter Pattie Mallette, die sich bereit erklärte, ihren Sohn nach Atlanta zu bringen. Irgendwann überzeugte Braun sie, dauerhaft von Kanada in die Vereinigten Staaten zu ziehen. Schließlich unterschrieb Ushers Mentor, Musikchef L. A. Reid, Bieber zu einem Deal mit Island Def Jam. Im Jahr 2007 gründete Braun SB Projects (kurz für Scooter Braun Projects LLC), eine Full-Service-Unterhaltungs- und Vermarktungsgesellschaft, die eine Reihe von Ventures wie Schoolboy Records, SB Management und Sheba Publishing umfasst. Die Gruppe umfasst auch RBMG, ein Joint Venture zwischen Braun und Usher. School Boy Records hatte eine spezielle Vereinbarung mit Universal Music Group und später mit Republic Records für den Vertrieb. Auch in schwierigen Zeiten hält er konsequent zu seinen Schützlingen. „Man muss sie die Fehler machen lassen und dann da sein, um ihnen zu helfen, wenn sie abstürzen“, erklärte er kürzlich. Stets dem Künstler zur Seite stehen, das ist Brauns Philosophie und Erfolgsrezept. Ist man einmal in seinem Team gelandet, gehört man fortan zur Familie, einer Großfamilie aus Social-MediaManagern, Marketing-Profis, Produktmanagern, Rechtsanwälten, persönlichen Assistenten und einer Designerin. Braun bleibt in verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen beteiligt, die darauf bestehen, bestimmte Erträge aus seinem Geschäft zu spenden. Viele der Künstler die er unterzeichnet, nehmen auch an verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen teil. Braun und Bieber haben zur Unterstützung der Organisation zusammengearbeitet. Die Wohltätigkeit hat dazu beigetragen, mehr als 200 Schulen in Asien, Afrika und Lateinamerika zu bauen. Scooter Brauns Vermögenswert wird derzeit auf 40 Millionen Dollar geschätzt. Mittlerweile hat Braun ein weitverzweigtes Imperium aufgebaut und ist Inhaber der Firmen School Boy Records (Plattenlabel), SB Consulting (Beratung) und SB Management (Betreuung). Auch die Liste der Künstler, die er betreut, ist gewachsen. Zu seinen Talenten gehören Stars wie die Singer/Songwriterin Carly Rae Jepsen, das koreanische YouTube-Wunder Psy und NickelodeonSternchen Ariana Grande, die gerade zwei MTV Europe Music Awards gewonnen hat. Sich bei Scooter Braun zu bewerben ist allerdings zwecklos - er sucht alle zukünftigen Familienmitglieder selber aus.

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Bilder: Depositphotos, S. Bukley, CBS

Vom Studienabbrecher zum respektierten Musik-Insider - nun ist er einer der erfolgreichsten Entrepreneure in den USA.


Gerhard Schrรถder 12

Sympatie-Stratege

Erfolg

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Erfolg

I

»Ich bin einer von Euch!«

n meinen Trainings oder nach meinen Vorträgen werde ich immer wieder gefragt, ob Sympathiegewinnung für Politiker und Politikerinnen wichtig sei. Meine Antwort darauf ist immer dieselbe: Ja, natürlich. Vielleicht sogar mehr als in vielen anderen Bereichen. Menschen, die sich politisch engagieren, haben große Herausforderung. Sie müssen sowohl die Herzen ihrer Parteimitglieder erobern als auch das Vertrauen ihrer potentiellen Wählerschaft gewinnen. Kein einfaches Unterfangen, welches nur den wenigsten Menschen auch tatsächlich gelingt.

Bild links: Depositphotos/360ber, Bild oben: Roland Magunia Krafft Angerer

Die Sympathie-Bilanz Sie müssen sich Sympathiegewinnung wie eine Bilanz vorstellen. Fließt Ihnen Sympathie auf der einen Seite zu, dann kostet Sie das auf der anderen Seite Pluspunkte. Sie dürfen, egal in welchem Bereich, keine Scheu davor haben, Ihr Profil „scharf “ genug darzustellen. Traditionelle Sympathiestrategien wollen dafür sorgen, jedem Menschen in jedem Augenblick zu gefallen. Trennen Sie sich bitte von dieser Vorstellung, denn sie ist eine Illusion. Wenn Sie danach trachten, möglichst vielen zu gefallen, erodiert Ihre Position nachhaltig. Viel wichtiger ist, dass Sie wissen, wofür Sie stehen und wie Sie Ihre Zielgruppe sympathisch aktivieren und ausbauen. Die Sympathie-Strategie Sympathie bei der eigenen Zielgruppe kostet Sie Sympathien bei einer anderen Zielgruppe. Das alles Entscheidende ist, wie Sie Ihre Kernzielgruppe Schritt für Schritt erweitern. Dazu müssen Sie jedoch provozieren und eine andere Gruppe angreifen. Das kostet Sie Sympathien bei der „angegriffenen“ Gruppe, hebt Ihren Sympathiegrad jedoch bei der anvisierten Zielgruppe. Jemand, dem dies sehr gut gelungen ist, ist der ehemalige deutsche Bundeskanzler Dr. Gerhard Schröder. Ihm gelang es als einem der Wenigen, Sympathien zu erzeugen und gleichzeitig unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen (Agenda 2010). Dies nämlich ist die wahre Kunst der Sympathie. Den Menschen nach dem Mund zu reden und so Sympathie zu erzeugen, ist auf Dauer alles andere als zielführend. Wie wir wissen, ist „everybody`s darling, everybody´s Depp“. Viel eher geht es darum, Vertrautheit und Vertrauen aufzubauen. Nett ist zwar nett, entwickelt jedoch nicht die Durchschlagskraft, die man sich erwartet. Aufbau von Nähe Um Sympathien bei der eigenen Zielgruppe aufzubauen und auf weitere Zielgruppen zu übertragen, eignen sich zwei kommunikative Strategien besonders gut: Die „Ich bin einer von euch-Strategie“ und die „Ich bin keiner von denen-Strategie“. Wie

Einende Sympathie schafft Schröder auch heute noch auf internationalen Konferenzen, wie hier auf dem Hamburg ­Summit - China meets Europe.

werden diese nun von Gerhard Schröder umgesetzt? Hier ein paar Beispiele: • „Man kann es so oder so machen. Ich bin für so.“ • „Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft!“ • „Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: Raus, und zwar schnell.“ • „Frauenpolitik und so Gedöns.“ • „Hol‘ mir mal ‚ne Flasche Bier, sonst streik ich hier, und schreibe nicht weiter!“ Das letzte Zitat hat es sogar durch die musikalische Untermalung von Stefan Raab in

Michael Jagersbacher ist Doktor der Erwachsenenbildung und Magister der Philosophie. Als Verhaltens und Wirtschaftstrainer mit den Kerngebieten Motovation, Kommunikation, Verkaufsgespräche und Selbstpräsentation.

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die Charts gebracht. Es signalisiert, dass Gerhard Schröder ein Mensch mit alltäglichen Bedürfnissen ist. Diese Aussage bringt ihn uns näher. Zumindest dem biertrinkenden Teil der Gesellschaft. Dieses Zitat ist somit in der Kategorie „Ich bin einer von euch!“ einzuordnen. Eine andere Strategie ist es, eine Gruppe – indirekt – anzugreifen oder sich über sie lustig zu machen. „Frauenpolitik und Gedöns“ würde in die Strategie: „Ich bin keiner von denen!“ fallen. Natürlich brachte ihm diese Aussage massiv Kritik. Doch je größer die Kritik auf der einen Seite wird, desto mehr Befürworter gibt es auf der anderen Seite. Wir erinnern uns, dass Sympathie wie eine Bilanz funktioniert. Jemand, der diese Strategie bis zum „Exzess“ auslebt und Erfolg damit hat, ist der amerikanische Präsident Donald Trump. Auch bei ihm kommt es immer wieder zum Wechsel zwischen diesen beiden grundlegenden Strategien. Um Ihren Sympathiegrad nach oben zu schrauben, überlegen Sie sich bitte, wem Sie eigentlich sympathisch sein wollen und weshalb. Lernen Sie Ihre potentielle Zielgruppe besser zu verstehen und versuchen Sie Sympathien über Antipathien zu gewinnen. Agieren Sie jedoch nicht nach dem Motto: „Koste es, was es wolle!“. Dies könnte Ihnen bei Ihrer Zielgruppe auch wichtige Sympathiepunkte kosten. Verdeutlichen Sie lediglich Ihre Standpunkte auf einem möglichst hohen Niveau. Viel Erfolg dabei!

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Erfolg

 Gegen    den Trend  14

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Bild: Göker, Cover FBV

Peter Thiel


Erfolg

P

eter ist bekanntermaßen Meister des Debattierens. In meinen Podcasts beantwortete er Fragen von meinen Fans, die auf Facebook hochgevotet wurden. Beachten Sie, wie oft er Fragen umformuliert (also prüft, ob auch die richtige Frage gestellt wurde), bevor er sie beantwortet. Wie er Formulierungen dabei in ihre Einzelteile zerlegt ist oft ebenso interessant wie seine Antwort. Die »Tools« in diesem Profil geben Peters Denke wieder – und seine übergreifenden Überzeugungen, an denen sich Tausende kleinerer Entscheidungen orientieren. Seine Antworten sollten Sie ruhig alle mehr als einmal lesen und sich danach fragen: »Wenn ich das glaube, wie wirkt sich das dann auf meine Entscheidungen in der nächsten Woche aus? Und in den nächsten sechs bis zwölf Monaten?«

Bild:Fortune Brainstorm Tech, Stuart Isett

Was hättest du gern schon vor 20 Jahren über die Wirtschaft gewusst? »Wenn ich zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre zurückgehen könnte, dann gern in dem Wissen, dass man nicht abwarten muss. Ich ging aufs College, ich studierte Jura. Ich arbeitete als Jurist und als Banker, wenn auch nicht sehr lange. Doch erst mit der Gründung von PayPal wurde mir so richtig klar, dass man nicht abwarten muss, um etwas Neues anzufangen. Wenn Sie also in Ihrem Leben irgendetwas vorhaben und Ihr Ziel mit einem Zehnjahresplan erreichen möchten, sollten Sie sich fragen: Warum geht das nicht in sechs Monaten? Manchmal ist es tatsächlich nötig, die ganze, komplexe, zehnjährige Laufbahn zu durchlaufen. Doch man sollte sich zumindest gefragt haben, ob das wirklich so ist – oder ob man sich das nur selbst vormacht.« Wie wichtig sind Misserfolge im Geschäfts­leben? »Ich glaube, Misserfolge werden total überbewertet. Die meisten Unternehmen scheitern aus mehr als einem Grund. Geht eine Firma pleite, kann man daraus oft gar nichts lernen, weil das Scheitern über­ determiniert war: Sie denken vielleicht, die Sache ging aus Grund eins schief, doch in Wirklichkeit waren es die Gründe eins bis fünf. Ihr nächstes Unterfangen scheitert womöglich aus Grund zwei, das übernächste aus Grund drei und so weiter. Deshalb meine ich, dass die Menschen aus Misserfolgen gar nicht so viel lernen. Ich glaube, sie sind langfristig eher schädlich und demoralisierend. Für mich ist jeder Niedergang eines Unternehmens tragisch.

»Der nächste Bill Gates würde kein Betriebs­system entwickeln, und der nächste Larry Page oder Sergey Brin keine Suchmaschine. Der nächste Mark Zuckerberg würde kein soziales Netzwerk aufbauen. Wer diese Leute kopiert, hat nichts von ihnen gelernt.« Peter Thiel

Ich sehe darin keine ansprechende Ästhetik­, sondern ein Blutbad. Doch so funktioniert Fortschritt. Ein lehrreicher Imperativ ist das aber nicht. Ich halte Pleiten daher weder für darwinistisch noch für einen solchen lehrreichen Imperativ. Sie sind schlicht und ergreifend stets eine Tragödie.« Welche großen Tech-Trends werden ­Ihrer Ansicht nach die Zukunft prägen? »Den Begriff ›Trend‹ höre ich gar nicht gern, denn sobald ein Trend vorhanden ist, gehen viele in dieselbe Richtung. Und sobald viele in dieselbe Richtung gehen, gibt es viel Konkurrenz und wenig Differenzierung. Ende der neunziger Jahre hätte wohl niemand gern den vierten Onlineshop für Tiernahrung aufgemacht. Und in den letzten zehn Jahren hätte keiner gern

Peter Thiel Peter Thiel ist als Unternehmensgründer ein Serientäter (PayPal, Palantir), als Investor schon Milliardär (erster externer Investor in Facebook und über hundert weitere Unternehmen) und hat als Autor Zero to One geschrieben. Seine Ausführungen zu Differenzierung, Wertschöpfung und Wettbewerb allein haben mir zu manchen der besten Anlageentscheidungen meines Lebens verholfen (etwa bei Uber, Alibaba und anderen).

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als zwölfter Anbieter Dünnschicht-Solarmodule vertrieben. Man möchte nicht das x-te Unternehmen in einem bestimmten Trend sein. Trends sollte man meiner Ansicht nach daher eher meiden. Mir ist ein gewisses Sendungsbewusstsein viel lieber als ein Trend. Ich möchte hören, dass Sie an einer einzigartigen Lösung arbeiten, die sonst keiner bieten kann. Als Elon Musk SpaceX gründete, verfolgten er und sein Team die Mission, zum Mars zu fliegen. Dieses Leitbild mag Ihnen zusagen oder nicht, doch SpaceX strebte eine Lösung für ein Problem an, an dem sonst keiner arbeitete. Das wussten alle, die dort arbeiteten, und es motivierte sie ungeheuer.« Was sagst du, wenn dir zu deiner Einstellung zum Studieren Heuchelei unterstellt wird, weil du ja selbst zwei Abschlüsse aus Stanford hast? Du hast ja jungen Menschen 100.000 Dollar angeboten, die etwas Neues entwickeln wollen, statt im Hörsaal zu sitzen«. »Wie ich es sehe, finden die Leute immer Einwände. Wäre ich nicht in Stanford gewesen oder hätte nicht Jura studiert, würden sie sagen, ich wüsste ja gar nicht, was mir entgangen sei. Irgendwer findet immer ein Haar in der Suppe. Ich finde meine Haltung nicht scheinheilig, weil ich nie behauptet habe, dass ein Weg allein selig macht. Würde ich sagen, dass keiner aufs College gehen sollte, dann wäre das heuchlerisch. Ich habe aber nur gesagt, dass nicht jeder den gleichen Weg gehen muss. An einer Gesellschaft kann doch etwas nicht stimmen, wenn die begabtesten jungen Leute alle dieselben Eliteunis besuchen und am Ende alle eines von wenigen Fächern studieren und eine von wenigen Laufbahnen einschlagen. Das ist meiner Ansicht nach eine sehr engstirnige Herangehensweise an die Frage, was Menschen mit ihrem Leben anfangen sollten. Das engt unsere Gesellschaft und auch die Studenten selbst enorm ein. Das gilt durchaus auch für mich selbst, wenn ich auf meine Jahre in Stanford und an der juristischen Fakultät zurückblicke. Vielleicht würde ich das wieder so machen. Doch wenn ich noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde ich mir mehr Gedanken darüber machen. Ich würde Fragen stellen wie: Warum mache ich das? Nur, weil ich gute Noten und Testergebnisse habe und mir davon ein gewisses Prestige verspreche? Oder weil ich leidenschaftlich gern Anwalt werden möchte? Darauf gibt es meines Erachtens richtige und falsche Antworten. Und rück­blickend war ich mit

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Anfang zwanzig viel zu sehr auf die falschen Antworten fokussiert.« Wie sieht deiner Ansicht die Zukunft der Bildung aus? »Das Wort ›Bildung‹ mag ich gar nicht, denn es ist so außerordentlich abstrakt. Ich spreche viel lieber vom Lernen. Qualifikationsnachweise oder die Abstraktion namens ›Bildung‹ beurteile ich sehr skeptisch. Dann sind da all die granularen Fragen wie: Was lernen wir eigentlich? Warum lernen wir es? Geht einer aufs College, weil er vier Jahre Party feiern will? Ist es eine Konsumentscheidung? Oder eine Anlageentscheidung, mit der man in die Zukunft investiert? Ist es eine Versicherung? Oder ist es ein Wettbewerb, in dem man andere schlagen möchte? Und sind Eliteunis wirklich so eine Art Studio 54, wo es zugeht wie in einem exklusiven Nachtklub? Ich glaube, wenn wir von der Bildungsblase wegkommen, in der wir heute leben, liegt vor uns eine Zukunft, in der sich Menschen klarer dazu äußern können.« Was würdest du an dir am liebsten verändern oder verbessern? »Das ist immer schwer zu beantworten, denn es zieht ja unwillkürlich die Frage nach sich, warum ich das noch nicht getan habe. Mit Blick auf meine jüngeren Jahre würde ich sagen, ich war auf einem ungesunden Kurs und ungesund wettbewerbsorientiert. Wer so ist, erreicht auf dem Gebiet, auf dem er gegen andere antritt, gute Leistungen – doch auf Kosten vieler anderer Dinge. Wer ein ehrgeiziger Schachspieler ist, spielt womöglich irgendwann richtig gut, vernachlässigt aber andere Entwicklungen, weil er sich so darauf konzentriert, seine Gegner zu schlagen, statt etwas Wichtiges oder Wertvolles zu tun. Starken Konkurrenzkampf sehe ich, glaube ich, heute viel bewusster und kritischer. Wir werden dabei

Tim Ferris ist internationaler Bestseller und hat mit der Tim Ferris Show einen der erfolgreichsten Potcasts der Welt. Dieses Interview ist ein Auszug aus „Tools der Titanen“, FBV

in Rivalitäten verstrickt. Und ich möchte nicht behaupten, dass ich mich heute davon vollkommen freigemacht habe. Das ist daher etwas, worüber ich jeden Tag nachdenken und mir überlegen sollte: ›Wie kann ich weniger wettbewerbsorientiert und dadurch erfolgreicher werden?‹« Du hast im Bachelor Philosophie studiert. Was hat das mit der Geschäftswelt zu tun? Und inwiefern hat dich das ­Philosophiestudium bei der Kapitalanlage und im Beruf weitergebracht? »Ich bin nicht sicher, wie bedeutsam ein formelles Philosophiestudium ist, doch

die grundlegende philosophische Frage ist eine, die für uns alle Bedeutung hat – und stets dieselbe: ›Was glauben die Menschen aus rein konventionellen Gründen, und was ist die Wahrheit?‹ Es herrscht ein gewisser Konsens darüber, was die Menschen für wahr halten. Vielleicht trifft die gängige Meinung ja zu, vielleicht aber auch nicht. Und wir sollten nie zulassen, dass eine Konvention an die Stelle der Wahrheit tritt. Wir müssen uns stets fragen: Stimmt das? Und darauf zielt grundsätzlich meine indirekte Frage ab: ›Erzähl mir etwas, das wahr ist, doch worin nur sehr wenige Menschen deiner Meinung sind.‹«

3 Fragen von 7 Sieben Fragen empfiehlt Peter allen Unternehmensgründern. Hier die drei, die ich mir am häufigsten stelle:

Die Geheimnisfrage: Haben Sie eine einzigartige Chance entdeckt, die andere nicht erkennen? Die Vertriebsfrage: Können Sie Ihr Produkt nicht nur herstellen, sondern auch an den Mann bringen?

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Bild: Tim Ferris, Bild Thiel: TechCrunch50

Die Monopolfrage: Fangen Sie mit einem großen Anteil an einem kleinen Markt an?


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Futter für Macher – Was Manager nachts am Flughafen essen Ein stressiger Lebensstil bedeutet oft schlechte Ernährung. Benedikt Fleig hatte die Nase voll und gründete ein Startup für dieses Problem

Besprechungsraum noch unterwegs kann ich mir einen gesunden Salat zubereiten. Und 10-Liter-Pulverfässer Protein will ich auch nicht schleppen. Ich wollte immer etwas Kleines, Nahrhaftes und natürlich Leckeres finden, was auf meinen Lebensstil zugeschnitten ist. Ich bin kein Bodybuilder, daher kamen auch die klassischen Energieriegel nicht in Frage. Irgendwann hatte ich die Nase voll“, sagt Fleig.

gelernt, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist. Daher sollten unsere SnackProdukte hochwertig sein. Kein Aspartam zur Süßung, keine genmanipulierte Molke,

Macher-Gründer Benedikt Fleig

keine künstlichen Farbstoffe, vorwiegend deutsche Qualitätsproduktion. Sie sollten in gewissem Maße „gesund“, praktisch verpackt und natürlich lecker sein. Genuss gehört für mich zum Essen dazu.“ Fleig war nicht bereit, Abstriche zu machen, sondern wollte das Optimum bekommen für seine Kunden. Dabei herausgekommen ist ein perfekter Mahlzeitenersatz in Form von Shakes und Riegeln, die unter der „Macher“-Flagge angeboten werden.. Top-Seller ist ein Riegel, der gleichzeitig ein bisschen Sünde ist. Vanille-Karamell-Protein-Kern, dicke Erdnussschicht und überzogen mit weißer Schokolade bei nur 350 Kcal. Der Kommentar eines Managers: „Es macht mich

richtig glücklich, wenn ich den unterwegs esse und für die nächsten 6 Stunden bin ich perfekt satt.“ Neben Glücksgefühlen haben die Produkte des Startups aber noch andere Nebeneffekte. Im Gegensatz zu Kohlenhydraten werden Proteine nicht als Fett eingelagert. „Macher“ ist im Sommer 2016 gestartet und versammelt bereits eine riesige Fangemeinde hinter sich. Mit Produkten wie dem Green Smoothie, Soja-ProteinShakes, einem besonders verträglichen Reisprotein, Molke-Proteine in verschiedenen Geschmacksrichtungen - dazu passendes Equipement für Unterwegs – und den Riegeln, hat „Macher“ genau das Richtige für Macher entwickelt. Und typisch Manager: Fleig und seine Kollegen verbessern die Palette stetig. Und zwar im direkten Austausch mit den Kunden. So wurden schon gesunde Kekse und Pralinen getestet. „Wir wollen perfekt angepasst an den Bedarf unserer anspruchsvollen Kunden produzieren. Weil wir immer viel Wert auf die Details gelegt haben, haben wir aus unserer Sicht passende Produkte und zufriedene Kunden“, sagt Fleig. Na dann, guten Appetit. Alle Produkte sind im Onlineshop erhältlich: www.macher-performance.de

Wie in so vielen Erfolgsgeschichten begann es auch bei Fleig mit einem beherzten „dann mache ich es eben selbst“. Er gründete zusammen mit einem Anwalt und einem Unternehmer – die ebenfalls etwas suchten – das Startup „Macher“, das sich um das Ernährungsproblem von Managern kümmern sollte. Was schnell klar wurde: Es sollte schwierig werden, die hohen Erwartungen von Fleig zu erfüllen. „Ich habe schon von meiner Mutter

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Bild: Macher

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achts um eins am O’Hare International Airport in Chicago. Der Tag war lang und stressig. Und natürlich: Am Flughafen hat kaum noch etwas offen. Ein Burger vielleicht, aber gesund ist was anderes. Ein Ernährungsexperte würde wohl eher empfehlen: Rührei zum Frühstück, frischer Lachs mit Reis zum Mittag und abends 150g Rinderfilet mit Salatbeilage. Aber die Realität ist leider doch oft eine andere. Fast zwei Millionen Kilometer hat Benedikt Fleig in den letzten fünf Jahren mit dem Flieger zurückgelegt. Und kennt das Problem mit der mangelnden Ernährung unterwegs nur zu gut. „Ich bin Partner einer internationalen Unternehmensberatung. Ein Meeting nach dem anderen. Weder im


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steve jobs

Bild: flickr, Charlie Wollborg, CC BY-SA 2.0 Ausschnitt, Bilder Kreuter: Kreuter

„W

eine lektion in hartnäckigkeit

ir haben da diesen merkwürdigen Typen. Er sagt, er geht nicht, bevor wir ihm einen Job geben. Also müssen wir entweder die Polizei rufen oder ihn wohl oder übel einstellen,“ sagt der Personalchef eines Unternehmens, das Videospiele entwickelt, über einen Bewerber. Er wird eingestellt. Ein junger Mann benötigt einen Kredit für das weitere Wachstum seines Unternehmens. Ein Investor ist bereit darüber nachzudenken und möchte noch eine Referenz einholen. Jeder weniger entschlossene Mensch hätte gesagt: „In Ordnung, ich frage dann in ein paar Tagen noch einmal nach“ und wäre gegangen. Der Unternehmer aber weigerte sich, das Büro zu verlassen, ehe der Investor den Anruf getätigt hatte. Er erhielt den Kredit. Ein Unternehmer war beeindruckt von der Werbekampagne eines Wettbewerbers. So etwas wollte er auch. Also kontaktierte er den Chef der verantwortlichen Werbe­ agentur. Der verwies ihn dann aber sofort an den zuständigen Sachbearbeiter für das Neugeschäft. Der erklärte dem Anrufer, dass sein Unternehmen viel zu kein sei und er sich die Agenturhonorare überhaupt nicht leisten könne. Seine Anfrage wurde abgelehnt. Der Unternehmer akzeptiere das „Nein“ des Sachbearbeiters nicht und rief jeden Tag bei ihm an, bis dieser sich bereit erklärte, sich das Unternehmen persönlich anzuschauen. „Als ich zu dieser Garage hinüber fuhr, dachte ich bei mir: Heiliger Himmel, was mag das bloß für ein Typ sein? Wie stelle ich es wohl an, so wenig Zeit wie möglich mit diesem Clown zu verbringen, dabei nicht ausfallend zu werden und dann auf dem schnellsten Weg wieder zu einträglicheren Dingen zurückzukehren“ waren die Gedanken des Sachbearbeiters. Die Anfrage des Unternehmers wurde wieder abgelehnt.

Jetzt rief der junge Mann jeden Tag beim obersten Chef der Werbeagentur an. Drei bis viermal pro Tag. Irgendwann war die Sekretärin so genervt, dass sie ihren Chef überredete, mit dem Anrufer zu sprechen. Der junge Mann schaffte es tatsächlich einen persönlichen Termin mit dem Chef zu vereinbaren. Doch auch bei diesem persönlichen Treffen auf Entscheiderebene wurde seine Anfrage abgelehnt. Die Reaktion des Unternehmers: Die gleiche Taktik, die ihm auch auch seinen Job bei der Videospielefirma vor ein paar Jahren eingebracht hatte: Er weigerte sich zu gehen. Zusammenarbeit oder Polizei. Der Werber stimmte einer Zusammenarbeit zu. Happy End? Oh nein, jetzt brauchte der Unternehmer noch das Geld für die teure Werbeaktion. Er suchte sich einen Investor. Der wollte ihm aber nur dann das Kapital zur Verfügung stellen, wenn der Unternehmer einen richtigen MarketingProfi in seinem Unternehmen beschäftigt. Nur wen? Nun rief der junge Mann seinen Kapitalgeber jeden Tag drei bis viermal an, bis ihm dieser den Kontakt zu drei passenden Kan-

didaten gab. Er stellte den richtigen MarketingMann ein und erhielt das Kapital für seine Werbeaktion. Dieses Verhaltensmuster zieht sich durch die Biografie dieses Mannes. Lesen Sie seine Geschichte. Für mich ist sie sehr inspirierend! Doch ich lese seine Story durch die Verkäuferbrille und entdecke dann diese Anekdoten in seiner Vita. Nun fragen Sie sich, wer dieser Verkäufer ist? Und... ja! Er ist ein VollblutVerkäufer! Die Geschichte handelt von Steve Jobs und Apple Computer in den Jahren 1974 bis 1977. Die älteren Leser unter uns verbinden mit Jobs den Erfinder des Macintosh. Die Jüngeren denken an iPod, iPhone und iPad. Alle denken an einen Kreativen, an einen Visionär. Ich denke an einen sensationellen Verkäufer! Fazit: Wie hartnäckig sind Sie als Verkäufer? Wie sehr wollen Sie den Erfolg wirklich? Bleiben Sie an Ihren Zielen und Kunden wirklich dran? Ohne den Verkäufer Steve Jobs gäbe es Apple heute nicht. Und es wäre nicht das wertvollste Unternehmen auf diesem Planeten. Steve sagt: „Stay hungry, stay foolish.“

Dirk Kreuter

ist vielfach ausgezeichneter Redner und hat als Autor schon über 50 Bücher, Hörbücher und DVDs produziert.

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Bild: Depositphotos, NadaK2

Via Negativa

Die Kunst des Weglassens 20

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eien wir ehrlich. Jeder strebt auf irgendeine Weise nach Glück, Ruhm und Erfolg. Manche Menschen insgeheim, andere ganz offensichtlich. Doch was ist eigentlich der Schlüssel zum Erfolg? Was macht mich, mein Produkt, meine Company, meine Marke erstklassig? Und vor allem: Wie werde ich zum absoluten Spitzenreiter? Die Antwort ist so simpel wie erhellend. Und, die Antwort ist die Grundlage aller Erfolgsstorys: Lassen Sie erst mal alles weg, was Sie nicht zum Erfolg führt. Streichen Sie alle Dinge, die Sie nicht brauchen. Sie denken, dass ist banal und einfach? Ist es aber nicht. Das wussten schon die großen Meister: Michelangelo wurde bei der Enthüllung seiner Davidstatue 1504 gefragt: Wie hast du es geschafft, aus einem Marmorblock dieses Kunstwerk zu meißeln? Seine überlieferte Antwort: „Ich habe alles, was nicht zu David gehört, weggelassen, also weggeschlagen.“ Ähnlich sah das auch Mark Twain. Über seine Schriftstellerkunst sagte er: „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Recht hatte er. Denken Sie immer noch „banal und einfach“? Doch Achtung: Weglassen ist schwerer als ergänzen Sie lesen einen guten Artikel, besuchen einen Kongress, sprechen mit einem HighPerformer oder bekommen sonst wie gute Ideen und Impulse. Was machen Sie? Die besten Ideen in Ihr Leben, in Ihren Alltag zu integrieren. Soweit so gut. Doch wir sind ja eh schon alle „Land unter“. Machen eher zu viel als zu wenig. Tanzen auf zu vielen Hochzeiten, verzetteln uns. Das kann nicht gut gehen. Oft ist es nur blinder Aktionismus und der innere Hamster im Laufrad, der sagt: Leg‘ noch eine Schippe drauf! STOPP: Das muss nicht sein! Es geht auch anders! Weg mit dem Ballast. Das ist der Knackpunkt. Obwohl wir alle wissen „Wer aufsteigen will, muss Ballast abwerfen“, fällt es uns so schwer. Obwohl wir alle wissen „weniger ist mehr“, wollen wir stets noch dies, das und jenes dazunehmen, statt erst mal im konstruktiven Sinne das Unnötige wegzulassen.

»Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.« Mark Twain

Genau das trennt die Spreu vom Weizen. Den Erfolgsmenschen von der Arbeitsbiene. „Via Negativa“ – die Kunst des Weglassens. Bedeutet für Sie: Radikale Inventur. In der Natur wäre es der regelmäßige Häutungsprozess Nehmen Sie sich dafür die Zeit. Prüfen Sie Ihre täglichen Aufgaben. Drehen Sie jeden Stein um. Hinterfragen Sie Ihre Routine: „Muss das wirklich sein?“ Entrümpeln Sie Ihr Handlungsfeld. Lassen Sie alles fallen, das Sie aufhält. So schwer es ist, liebgewonnene Gewohnheiten noch die nächsten zehn Jahre zu machen. Auch wenn sie schon längst nichts mehr bringen. Also, sind Sie mit sich selbst gnadenlos, rigoros! Geben Sie auf und lassen konsequent alles weg, was nicht zum Erfolg führt. Es lohnt sich! Das ist das größte und wichtigste ­Geheimnis der Big Player Schauen wir uns moderne Erfolgsstorys an. Mark Zuckerberg. Sie ahnen was? Er startete mit einer einzigen Idee. Ein digitales Jahrbuch. Und blieb dabei. Die ersten Jahre von „the facebook“ standen unter einer klaren Devise: Keine Ablenkung! Spot auf das Produkt. Ohne Anzeigen. Keine Nutzerbeiträge. Purer Dateninhalt. Sogar den Namen verschlankte er schließlich – „facebook“. Klare Ansage, cleanes Logo, schlichtes Design. Und der Laden brummt.

Roger Rankel

ist der Rockstar unter den Marketingexperten. Seine Bücher werden Bestseller, seine Unternehmensgründungen schreiben Erfolgsgeschichten mit seiner mehrfach ausgezeichneten Methode der Kundengewinnung.

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Die Kraft der kreativen Zerstörung Denken Sie an Steve Jobs und das AppleUnternehmen. Alle Produkte konzentrieren sich aufs Wesentliche: Bedienung & Design. Die Marke ist absoluter Entschlackungsprofi. Das ist ihr Erfolgsrezept. Und macht sie zum Vorreiter. Jobs Präsentationen in Jeans und Rollkragenpulli rückten Neuheiten zusätzlich in Szene. Und schon bemerkt? Auch Zuckerberg tritt als Person mit einem dezenten Stil zu jeder Zeit hinter sein Produkt zurück. Das ist deren Definition von „Via ­Negativa“. Was ist Ihre? Nun. Nutzen Sie diese Erkenntnis und überlegen erst konsequent, was Sie weglassen können. Im zweiten Schritt treiben Sie voran, was Sie zum gewünschten Erfolg führt. Machen Sie aus dem Weniger mehr. Endkonsequent!

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Gründergeist und

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Christian Lindner

err Lindner, die FDP war fast immer eine Nischenpartei, bei der letzten Bundestagswahl sind sie dann sogar untergegangen. Sie brauchen doch jetzt diesen Gründergeist par excellence. Ein Comeback mit 20 Prozent, das wäre doch mal was. Gründergeist ist das richtige Stichwort. Für uns ist Freiheit wichtiger als Gleichheit und das sieht nicht jeder so. So what? Es ist in der Demokratie ja auch notwendig, dass es Unterschiede gibt. Gründergeist zum einen, weil wir selbst ja eine Art Start-Up sind. Die FDP hat sich neu erfunden, mit klassischen Werten, aber eben doch neuen Methoden. Wir haben auch die Dosis an Liberalität im Programm erhöht, Bildung ganz vorne als wichtigste Voraussetzung

Warum sind die etablierten Parteien so zögerlich und leise, ihre Programme zu verkaufen? Ich bin überhaupt nicht zögerlich und leise. Ich halte es für falsch, dass wir in Deutschland eine Erbschaftssteuer bekommen, wie die große Koalition sie vorschlägt. Diese führt dazu, dass ein Milliardär mit Betriebsvermögen überhaupt keine Steuern zahlt, aber enorm bürokratisch belastet wird. Hier ist mein Deal: Du zahlst 10 Prozent auf die Erbschaft, hast aber dafür keinerlei Bürokratie. Sie können handeln und sich auf andere Zeiten einstellen. Gleichzeitig gibt es keine Privilegien mehr für den, der privat ein Haus vererbt oder ein Unternehmen eine Generation weitergibt. Wo ist das Problem mit klaren Positionen? Ich habe keins.

nanziellen Möglichkeiten, um Bildung zu modernisieren, dass digitale Lernmethoden endlich in den Schulen ankommen. Nicht nur in den privaten, auch in den öffentlichen Schulen. Haben Sie denn noch irgendwas für die Gründer, für die Unternehmer? Ein bürokratiefreies erstes Jahr für die Gründer und generell eine Reduktion. Fragen Sie doch mal Gründer, ob sie damit zufrieden sind, dass sie Umsatzsteuer­ voranmeldungen machen müssen, obwohl sie noch gar nicht am Markt sind. Nein, generell ist das Problem Bürokratie in Deutschland eine Gefahr für unseren Wohlstand. Warum nicht mal anders herum denken? Konkret: Wir schaffen das deutsche Arbeitszeitgesetz ab und übernehmen die europäische Regelung. Unser deutsches Arbeitszeitgesetz sagt ja, dass ein Arbeitnehmer nur acht Stunden am Stück arbeiten darf und dann muss er 11 Stunden warten, bis der nächste Arbeitstag beginnt. Warum gehen wir nicht auf eine Wochenarbeitszeit, wie die europäische Richtlinie sie vorsieht? Dann können die Beschäftigten selber entscheiden, ob sie vielleicht einmal 14 Stunden ranklotzen und dafür am nächsten Tag ganz frei machen oder nur am Nachmittag arbeiten. Also mehr Freiheit, insbesondere Freiheit von lästiger Bürokratie.

Bild:FDP

Rückkehr der FDP mit 20 %? für ein selbstbestimmtes Leben. Zudem Erneuerung der Marktwirtschaft mit weniger Bürokratie für den Mittelstand, jedoch mit klaren Regeln für Banken und SiliconValley-Unternehmen. ­Unser Gründergeist steht auch dafür, dass wir denen, die etwas eigenes gründen möchten, die Hürden aus dem Weg räumen wollen.

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Die FDP will den Bildungsföderalismus in Deutschland reformieren. In 16 Ländern muss jedes Mal das Rad der Bildungs­ politik neu erfunden werden. Die Wahl ist doch, dass Deutschland im Wettbewerb zu Nord­amerika und China steht. Wir brauchen mehr Mobilität, mehr Vergleichbarkeit und auch den Bund mit seinen fi-

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Aber wenn Sie jetzt als Vertreter Ihrer Wähler, einen Fehler machen und diesen vertuschen oder transparent damit umgehen, das ist schon ein Unterschied. Ja, wenn Sie das unter Transparenz zu verstehen, klar. Aber wenn Transparenz heißt, dass man keine Privatsphäre mehr hat, dann würde ich davor warnen. Auch Politiker haben ein Recht darauf, nicht alles geht die Öffentlichkeit etwas an.

der FDP. Es gab auch guten Zuspruch und dann bin ich auf dem Weg aus dem Saal heraus von mindestens einem Dutzend Leuten angesprochen worden. Der Tenor war: Was Sie gesagt haben, war gut, warum sagen Sie das nicht auch einmal öffentlich? Sie hätten das Gefühl, wir würden schweigen und sind deshalb nicht so oft im Fernsehen. Leider ist es so, dass die uns die parlamentarische Bühne Bundestag fehlt, deshalb sind wir nicht so oft im Fernsehen. Wir müssen immer wieder erklären, dass wir uns nicht zurückhalten, nicht schweigen, sondern dass so vielleicht die Regeln des Spiels in der Mediendemokratie sind, dass man nicht so oft im Fernsehen zum Zuge kommt. Ich glaube, das ist kaum zu kompensieren. Das zerrt im Moment an meinen Nerven.

Sie sind ja auch nur ein Mensch wie jeder andere auch. Was ist denn das Nervigste am Politikerdasein? Das Nervigste ist so eine Situation, wie ich sie neulich in Höxter bei einer Rede hatte. Da waren 600 Leute, zu denen ich gesprochen habe, Rekord-Besucherzahl bei diesem Wirtschaftstag. Heute war man offensichtlich neugierig auf die Position

Was ist Ihre langfristige ­Vision? Wir wollen wieder eine starke, respektierte, auch parlamentarische Kraft werden. Und damit auch das politische Gespräch in Deutschland bereichern. Ich bin der Meinung, dass selbst diejenigen, die nicht alles, was wir sagen, teilen, ein Interesse daran haben müssten, dass die FDP wieder in Parlamenten vertreten ist, weil es ja gar keine wirksame Opposition gibt.

»Für uns ist Freiheit wichtiger als Gleichheit«

Freiheit Was für Menschen werden überhaupt Politiker? Ich kann mit der Verallgemeinerung „die Politiker“ nicht viel anfangen, aber ich kann Ihnen sagen, wie es bei mir war. Mit 18 wollte ich zu Hause ausziehen, mein eigenes Auto haben und ich wollte bei niemandem Danke dafür sagen, dass er es bezahlt, sondern das Geld selbst verdienen. Deshalb habe ich ein Gewerbe angemeldet. Das war mein Lebensgefühl, diese Freude darauf, auf eigenen Beinen zu stehen. Und weil ich mich politisch engagieren wollte, war ich Schulsprecher meiner Schule. Bei übergeordneten Fragen ist man sofort in der Kommunal- oder Landespolitik. Da habe ich mir die Parteien angeschaut und zu meinem Lebensgefühl, also anpacken, Neugier auf die Zukunft, zu diesem Lebensgefühl passte nur die FDP. Und weil ich dieses Lebensgefühl schätze, möchte ich es auch für viele Menschen verteidigen, die es teilen. Wir leben in einer Zeit, in der die Politik oder die Regierung den einzelnen doch zu oft bürokratisieren, bevormunden, bespitzeln und vor allen Dingen abkassieren will. Das kostet uns sehr viele Freiheiten, sehr viele Möglichkeiten, das eigene Leben selbstbestimmt zu führen.

vielleicht sogar besser regeln können als Regierungen.

Was ist Ihr Elevator Pitch? Was ist die langfristige Vision, wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern über die nächsten fünf Jahre sprechen? Um ihr Bild aufzunehmen ist beim Elevator­ Pitch ja zunächst mal eine Frage: Was ist das Produkt? Das Produkt ist Politik, die den einzelnen groß macht, durch beste Bildung, moderne, digitale Bildung ohne Reibungsverluste des Föderalismus, mehr Autonomie in der einzelnen Schule und auf der anderen Seite Schutz vor Bevormundung, Bespitzelung, Bürokratisierung, Abkassieren. Also den einzelnen groß machen. Klare Marktregeln, das Wettbewerbsprinzip ist unangenehm für den Anbieter. Für den Verbraucher ist es großartig. Das muss geschützt werden indem wir uns zum Beispiel auch mit den

Was war es, was die Leute an Ihrer Rede toll fanden? Glasklare marktwirtschaftliche Positionen. Einsatz für individuelle Freiheit. Das gibt es heute in der Form nicht mehr. Die Politik von Ludwig Erhard hätte im Deutschen Bundestag noch nicht einmal mehr auf dem CDU-Bundesparteitag eine Mehrheit und trotzdem gibt es Leute, die gerne Positionen hören wie, dass Kaisers, Tengelmann und Edeka nicht fusionieren sollten, weil das den Wettbewerb im Lebensmittelbereich einschränkt. Leute hören gerne Positionen, dass Banken auf Kosten von Eigentümern und Gläubigern abgewickelt werden müssen, wenn sei scheitern und nicht auf Kosten Christian Lindner, FDP Bundesvorsitzender, im Gespräch mit des Steuerzahlers. Verleger Julien Backhaus. Die Leute hören gerne, dass man sagt, wir können zeitweilig Hilfskredite Googles, Apples, Amazons, Starbucks und in Europa geben, aber das Ziel muss Ikeas dieser Welt beschäftigen. Also die wieder die finanzpolitische Eigenstänklassisch liberale Position, an der muss digkeit sein. Die Leute sind die Büroman nichts ändern, das ist ein attraktives kratie leid und freuen sich, dass es eine Produkt. Partei gibt, die ihnen vertraut, dass sie in eigener Verantwortung Dinge klug und Vielen Dank, Herr Lindner.

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Bild: Ismail Gök

Muss ein Politiker 100 Prozent transparent sein? Nein. Ich bin es nicht und ich will es auch nicht. Ein Politiker darf auch Fehler haben. Ein Politiker darf Fehler machen, private Leidenschaften und Privatsphäre haben.


Bild: Ken Ship Doe, Zitelmann: Privat, Cover: Redline-Verlag

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ill Gates ist in mancher Hinsicht das genaue Gegenteil dessen, was in der Managementliteratur propagiert wird. Er war dafür bekannt, den Mitarbeitern (die oftmals bis spät in die Nacht arbeiteten) mitten in der Nacht Mails zu schicken, die beispielsweise so begannen: „Das ist aber das blödeste Stück Code, das mir je unter die Augen gekommen ist.“ Die Mitarbeiter sprachen von „Flammenpost“ – seine Botschaften waren „oft grob und sarkastisch“. Schon vor der Gründung von Microsoft war er für seine Tobsuchtsanfälle bekannt, so heißt es in seiner Biografie. Als er noch mit dem Unternehmen MITS zusammenarbeitete, so erinnert sich dessen Chef, gab es ständig Szenen wie etwa diese: „Er kam in mein Büro und schrie aus Leibeskräften, dass ihm seine Software rechts und links nur geklaut und dass er selbst nie was dran verdienen würde und dass er keinen Finger mehr krumm machen würde, wenn ich ihm nicht ab sofort ein festes Gehalt zahlte.“ So wie viele Chefs war Gates sehr ungeduldig, und dies formulierte er oftmals so, dass es von anderen als verletzend empfunden werden musste. Ein ehemaliger MicrosoftManager erinnert sich, dass Gates gleich während seiner ersten Woche zu ihm ins Büro gestürzt gekommen sei und ihn angeschrien habe: „Wie können Sie bloß so

lange für diesen Vertrag brauchen? Machen Sie ihn endlich fertig!“ In Diskussionen, so berichten seine Biografen, „setzte er seine überlegene Intelligenz wie eine Schlagwaffe ein. Er konnte grob und sarkastisch, ja beleidigend sein, wenn er seine Meinung durchsetzen wollte ... Hatte­ er dann den Finger auf einen solchen wunden Punkt gelegt, ließ er es nicht dabei bewenden, sondern machte seinen Gesprächspartner verbal fertig.“ Gates, so berichten sie, schaukelte oft in seinem Stuhl hin und her, starrte dabei ins Leere, als ob er mit seinen Gedanken woanders sei. „Dann plötzlich, wenn er etwas hörte, das ihm nicht passte oder das ihn ärgerte, hörte er auf zu schaukeln, setzte sich gerade hin und wurde sichtlich wütend, wobei er manchmal seinen Bleistift hinwarf. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, schrie er und schlug mit der Faust auf den Tisch.“ Ein Produktmanager von Microsoft erinnert sich: „Er tyrannisierte die Leute. Wenn man einen Menschen mit seiner intellektuellen Überlegenheit plattmacht, hat man die Schlacht noch lange nicht gewonnen, aber das wusste er nicht.“ Als ihm eine Führungskraft erklärte, er könne nicht gleichzeitig ein Projekt managen und den Code dafür schreiben, explodierte Gates, haute mit der Faust auf den Tisch und schrie aus Leibeskräften. Eine Mitarbeiterin berichtet, Gates habe ständig eine aggressive Grundhaltung ge-

»(Bill Gates) kam in mein Büro und schrie aus Leibeskräften . . .«

Auszug aus dem Buch „Setze dir größere Ziele“

Bill Gates: Sein wahrer Führungsstil 24

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habt. „Ich habe ihn immer erst mal schreien lassen, so lange er wollte, und wenn er dann aufhörte, haben wir geredet. Gelegentlich schickte er mir wütende E-Mails.“ Schwer hatten es auch die Assistentinnen bei Bill Gates, er behandelte sie „oft mit verletzender Herablassung, wenn er sie nicht gerade anblaffte, was auf alle, die sich nicht an die bei Microsoft herrschende Streitkultur gewöhnt hatten, befremdlich wirkte“. Eine Mitarbeiterin erinnert sich, alle wären „immer richtig erleichtert (gewesen), wenn Bill außerhalb zu tun hatte“. Gates hatte einen eigenartigen Humor. Ein Besucher von Microsoft erinnert sich: „Wir verließen das Gebäude gegen acht Uhr abends, als auch ein Programmierer gerade ging. Er sagte: ‚Hey, Bill, ich bin zwölf Stunden hier gewesen.‘ Bill sah ihn an und sagte: ‚Aha, also wieder Halbtagsarbeit, was?‘ Es war komisch, aber man merkte, dass er es halb ernst meinte.“

Obwohl es also nicht immer einfach war, mit Gates auszukommen, schätzten es seine Mitarbeiter, dass man bei ihm stets wusste, woran man war. Ein Mitarbeiter berichtet: „Viele Leute sind mit ihren Jobs unzufrieden, weil sie kein Feedback

Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und mehrfacher Buchautor.

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kriegen. Da gab’s bei Microsoft keine Probleme. Man wusste immer genau, was Bill von der Arbeit hielt, die man machte.“ Und selbstverständlich sind die Berichte über die cholerischen Ausbrüche von Gates nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite verstand er es wie kaum ein anderer Unternehmer, seine Mitarbeiter für ein gemeinsames Ziel zu begeistern und zu motivieren. Kein Mensch kann nur mit Druck Spitzenleistungen bei seinen Mitarbeitern erzeugen. Bill Gates, auch wenn er für seine oftmals aggressive Haltung bekannt war, verstand es ebenso sehr, Mitarbeiter anzuspornen, gab ihnen einen großen Freiraum zur Entwicklung ihrer Kreativität und erzeugte eine inspirierende Arbeitsatmosphäre, einen Pioniergeist und eine Aufbruchsstimmung bei Microsoft, die auf viele intelligente und ambitionierte junge Menschen äußerst anziehend wirkte.

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Gegen Worte kann man sich wehren, nicht aber gegen die persönliche ­Ausstrahlung!

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arbara Schöneberger, ­ Barack Obama, Joachim Gauck und Helene Fischer: Sie alle haben es – das gewisse Etwas. Sie alle sind faszinierende Persönlichkeiten. Charismatische Menschen verzaubern uns, und das liegt nicht daran, dass sie klüger wären oder bessere Argumente hätten! Charismatische Menschen überzeugen eben nicht nur mit wohlgesetzten Worten, sondern vor allem mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrer Ausstrahlung: Charisma lebt vom Vergleich mit anderen. Wenn Sie die Wahl zwischen zwei Kandidaten haben, dann wählen Sie immer die charismatischere Person.

Ein Mensch mit einem starken positiven Charisma reagiert nicht aggressiv, sondern behält in allen Lebenslagen die Fassung. Er versteht es, Menschen durch Lebensfreude, Ruhe und Humor ein starkes Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Hektik und Nervosität sind große Feinde von Charisma. Deshalb sind Gelassenheit und der Ausdruck innerer Ruhe unverzichtbare Grundvoraussetzungen für eine gewinnende Ausstrahlung. Ein hektischer Mensch mag sehr unterhaltsam sein, doch wirklich charismatisch ist so ein Mensch nicht. Entscheidend ist, zu begreifen, dass jeder Mensch sein persönliches Charisma stärken kann. Charisma ist kein Zufall! Es ist keine angeborene Gabe – Charisma speist sich aus einer unaufdringlichen Begeisterungsfähigkeit kombiniert mit ganz speziellen Eigenschaften, die sich erlernen und trainieren lassen!

Bekanntheit und der Glanz großer Namen können ebenso eine Quelle für Charisma sein wie das Amt, die Position oder ein Titel. Darüber hinaus beeindrucken uns bewiesene Leistungen und Ausdauer ganz automatisch. Alles Einflussquellen, die neben der persönlichen Ausstrahlung einer faszinierenden Vision das gewisse Etwas verleihen. Ein kluger Kopf wird all diese Quellen nutzen, um sich unvergesslich zu machen, schließlich ist Charisma eine machtvolle Eigenschaft, die Türen und Herzen öffnet. Charisma zu besitzen bedeutet jedoch nicht, dass alle Menschen einen bewundern, sondern vielmehr den Mut zu haben, anders zu sein und zu polarisieren. Charismatische Menschen sind begeistert von einer ldee und schenken den Men-

schen ein Versprechen. Das Versprechen, das die Zukunft für alle besser wird, wenn man nur bereit ist, sie zu unterstützen und ihnen zu folgen. Sich der ansteckenden Lebensfreude­ dieser Menschen zu entziehen ist fast unmöglich. Schlechte Laune und Herumgejammere sind daher echte Charisma-Killer. Zuversichtlich, zukunftsorientiert und leidenschaftlich bei dem, was Sie tun – in den Situationen, die wirklich wichtig sind –, das hilft, damit Sie auch von innen strahlen können.

Dr. Claudia E. Enkelmann

aus Königstein/Taunus ist Autorin, Trainerin und Expertin für Charisma, Selbstvertrauen und Erfolg.

Ihr einzigartiges Charisma zu entwickeln macht glücklich! Plötzlich bekommen Sie von den Menschen ein positiveres Echo und man traut Ihnen immer mehr zu. Man übersieht Sie nicht mehr und Sie werden unvergesslich. Vor allem aber ist Charisma ein Karriereturbo, der Ihnen Chancen eröffnet, die Herzen der Menschen im Sturm zu erobern und die Welt positiv zu beeinflussen.

Charisma 26

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Erfolg

Barbara Schöneberger, eine Frau mit Charisma

Tipps für mehr Charisma

Bild: Enkelmann, Cover: Linde

Charismatische Menschen wissen, wie wichtig die persönliche Begegnung ist. Sie tragen das leise Lächeln eines Siegers (nicht zu verwechseln mit einem Dauergrinsen), schenken dem Gegenüber einen längeren, wohlwollenden Blick, besitzen ein unglaubliches Namensgedächtnis und sind sehr interessierte Zuhörer. Sie haben keine Angst andere Menschen um Hilfe zu bitten, zu loben oder gar zu ermutigen. Charismatische Menschen versuchen nicht perfekt zu sein, sondern lassen ihr Gegenüber glänzen. Bei all ihrer öffentlichen Präsenz sind sie in der persönlichen Begegnung unglaublich warmherzig und doch entblößen sie nie all ihre Gedanken und Gefühle. Charismatische Menschen haben einfach eine wunderbare „anti-depressive“ Wirkung auf uns!

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Story

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ereits seit einigen Jahrzehnten blickt Deutschland auf eine Historie aus vielen erfolgreichen Einzelhandelsunternehmen wie Aldi, Lidl, Tengelmann, Rewe, Otto, dm oder Rossmann zurück Firmendynastien, hinter denen erfolgreiche Unternehmer stecken, die das Antlitz der deutschen Wirtschaft prägten, den Aufschwung der Bundesrepublik begleiteten, sich aber trotzdem mit dem digitalen Geschäft nach wie vor schwertun. Wie kommt es, dass drei Brüder aus Köln all diesen Superreichen, diesen Urgesteinen des Handels, vormachen, wie das Verkaufen zur Zeit des Internets funktioniert? Denn die Samwers mauserten sich als Macher hinter Deutschlands erfolgreichstem ECommerceUnternehmen Zalando zu waschechten Händlern und passen inzwischen in diese Reihe prominenter Einzelhändler. Sie sind es, die mittlerweile die Zukunft des Handels gestalten und damit zu einer Art »AldiBrüder der Gegenwart« avancieren. Mit Zalando erbrachten sie den Beweis, dass sie zu den ersten deutschen Unternehmern zählen, die auch mit den veränderten Marktmechanismen des Internets in der Lage sind, einen relevanten Einzelhandel zu etablieren. Alexander, Marc und Oliver Samwer sind nichts Geringeres als die ersten relevanten Gründerpersönlichkeiten seit der Entstehung von SAP. Sie gehören in eine Reihe erfolgreicher Unternehmerdynastien, zu denen Konzerne wie die OttoGruppe, der SpringerVerlag, das Familienunternehmen Tengelmann, das AlbrechtImperium, der SiemensKonzern oder eben SAP und einige andere zählen. Und dabei haben sie nicht nur im Technologiesegment Erfolg, sie treten gleichzeitig das Erbe erfolgreicher Händlerdynastien an. Der Themenkomplex Samwer ist durch deren unternehmerische Vision und die damit verbundene inhaltliche Brisanz nicht nur spannend und kontrovers, sondern auch mysteriös.

Die

Paten

Zalando, Jamba, Groupon: wie die Samwer

führer etabliert, der wirtschaftliche Erfolge feiert und weltweit das Gründungsgeschehen systematisch dominiert. Gleichzeitig drängen sich unterschiedliche Fragen auf: Was genau ist das Erfolgsgeheimnis der Samwers und ist es replizier-

Gesetzen, die einander bedingen und deren Funktionieren nicht mehr gewährleistet wäre, würde ein Element fehlen. Auch andere Erfolgsgründer der letzten 100 Jahre waren sicherlich keine Engel. Aber im Gegensatz zu vielen von ihnen scheren sich die Samwers herzlich wenig um ihr Bild in der Öffentlichkeit, was ihnen ein wenig den typisch deutschen Un t e r n e h m e r schliff verleiht. Es ist daher auch so schwer, sie für Oliver Samwer ein Interview zu gewinnen, geschweige denn ein Buchprojekt zu ihnen zu starten.

»Ich bin der aggressivste Mann im Internet ich würde sterben, um zu gewinnen, und von euch erwarte ich das Gleiche!«

Gleichzeitig sind die Samwers der breiten Bevölkerung bisher kaum bekannt, obwohl ein Großteil der Bundesbürger bereits Kontakt mit ihren Produkten hatte. Immer wieder ist in den Medien zu hören, dass die Deutschen, sonst das Volk der Dichter und Denker, im Internet und Technologiebereich keine Rolle spielten. Dabei haben die Samwers mit ihrem Großprojekt Rocket Internet längst einen Weltmarkt-

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bar? Bedarf es bestimmter negativer Charakterzüge, um derart erfolgreich zu sein? Wie sähe ihre Schaffenskraft aus, wenn sie ohne diese destruktiven Komponenten agierten? Um es vorwegzunehmen: Das System Samwer funktioniert nach bestimmten

Oliver Samwer ist es, dem in diesem Konstrukt die Anführerrolle über zwei nicht minder hochbegabte Brüder zukommt. Er ist jener grandiose Umsetzer, der es vermag, tiefgehende Analysen mit gekonnter

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Bild: Rocket Internet, Cover: FBV

Story

Oliver Samwer

des Internets

r-Brüder das größte Internet-Imperium der Welt aufbauen und messbarer MarketingPower zu verbinden, dessen Intelligenz und operatives Geschick weit über den Durchschnitt hinausgehen und der nicht nur schnell im Kopf, sondern auch schnell in der Umsetzung ist. Ein Mann, der sich körperlich bis an die Grenzen der Belastbarkeit tastet und einen gewissen Masochismus zeigt, wenn es darum geht, (über andere) zu triumphieren. Dem es gleichzeitig aber auch an einem moralischen Kompass oder einer für Unternehmer üblichen Wirtschaftsethik fehlt. Der unbedingte Wille zu gewinnen ist es, der ihn antreibt und ihn oftmals zu einer gewissen Kurzfristigkeit drängt. Stellen Sie sich Oliver Samwer und seine Brüder auf einem dreidimensionalen Kontinuum aus Umsetzungsstärke, strategischanalytischer Intelligenz und überbordendem Verkaufstalent vor. Während Alexander Samwer den höchsten Grad an Intelligenz und Strategiegespür aufweist und Marc Samwer insbesondere durch sein Verkaufsgeschick zu überzeugen weiß,

füllt Oliver Samwer alle drei Dimensionen aus und arbeitet wie eine menschgewordene Umsetzungsmaschine. Fragt man Mitstreiter des Clans, ist er es, dem die meisten eine ähnlich erfolgreiche Karriere zutrauten, auch ohne seine Brüder. Die Kehrseite von Oliver Samwers operativer Exzellenz liegt allerdings darin, dass sein unbedingter Siegeswille bei ihm jene Kurzfristigkeit des Handelns hervorruft, die dem eher besonnenen Alexander Samwer dagegen weitestgehend fremd ist. So erklärt sich auch, warum dem unglaublichen Erfolg auf wirtschaftlicher Ebene nicht selten ein moralischer Verfall auf gesellschaftlicher Ebene gegenübersteht. Als Brüder sind sich die Samwers dennoch weitgehend ähnlich. Sie alle sind bestens ausgebildete Gewinnertypen, die es durch ihr einnehmendes Wesen und eine gute Erziehung vermögen, jeden Menschen für sich zu gewinnen. Die Samwers sind so etwas wie die Paten einer Branche, und der Wille zu gewinnen zählt

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zu ihren wesentlichen Antriebsmotoren. Sie alle verbindet ihre hohe Intelligenz, ein charismatisches Wesen und ein trotz ihrer analytischen Fähigkeiten ausgeprägter Opportunismus sowie ein nicht zu verachtender Hang zum Pragmatismus. Jeder Samwer bringt seine eigene Vorgehensweise mit, zusammen aber bilden sie eine kompakte, fein abgestimmte Einheit, die jede Angelegenheit mit sich selbst ausmacht und niemanden zwischen sich lässt.

Auszug aus dem Buch „Die Paten des Internets“ von Joel Kaczmarek, FBV

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Story

Vom Schulabbrecher zum Wasser-Millionär Die Geschichte eines Einwanderers, der sich ­vorgenommen hatte, das Trinkwasser für Menschen in Deutschland zu verbessern

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Bilder: Walutec

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egonnen hat alles 1992. Paul belegt Deutschland Platz 57, noch hinter Burhof wanderte mit sei- Bangladesch. ner Familie aus Kasachstan nach Deutschland aus, als er Wie sind Sie auf das Thema Wasserfiltrazwölf war. Russlanddeutsche, tion gekommen, Herr Burhof? Paul Burhof so nannte man die Einwanderer aus dem „Ich fand es zukunftsweisend, mich mit Ostblock. Dass aus ihm einmal ein Groß- der Veredelung des Wassers zu beschäftiunternehmer und Millionär wird, hatte gen. Ich habe das als riesigen Markt begrifdamals keiner erwartet. Die Schule in fen. Menschen trinken das Leitungswasser Deutschland hätte kaum schlimmer sein sogar pur, nur weil sie gar nicht wissen, en und eine eigene Filiale im Unternehkönnen. Mit dem Hauptschulabschluss in was sich darin alles befindet. Denn kaum men zu leiten. Doch es kam anders. Die der Hand, hatte er wenige Möglichkeiten. jemand lässt sein Wasser auf Schwermetale Firma zerbrach. Also entschloss ich mich Alles, was ihm angebonach drei Jahren mein ten wurde, war als Proeigenes Unternehmen duktionshelfer in einer »Glückliche Kunden und motivierte Mitarbeiter namens WALUTEC zu Möbelfabrik zu arbeiten. gründen. “ sind das Geheimnis unseres Erfolges« Durch Engagement und Der Familienvater ließ Paul Burhof (WALUTEC) Zielstrebigkeit hat er ein Wassersystem entsich in knapp zwei Jahwickeln, das durch sogeren bis zum Produktionsleiter hochgear- oder chemische Substanzen prüfen.“ nannte Umkehrosmose und Schungit-Filbeitet. Der Wunsch nach Unabhängigkeit Sauberes Wasser – ein Geschäft mit Zu- tration Keime, Bakterien und Schwebstoffe und finanzieller Freiheit war so groß, dass kunft, dachte Paul Burhof. „Von Anfang wie Medikamentenrückstände aus dem er sich als Handelsvertreter in die Selb- an hatte ich das Ziel, ein Team aufzubau- Wasser entfernt. Zudem liefert es ausgeständigkeit wagte. In einem Unternehmen, zeichnetes Trinkwasser, was den Wasserdas sich mit sauberem Wasser befasste. kauf überflüssig macht und viel Geld einsIn Deutschland wuchs das Bewusstsein part. Das kleine Gerät steht mittlerweile in damals, dass das Leitungswasser im HausTausenden Haushalten und hat nicht nur halt nicht so rein ankommt, wie es die Paul Burhof reich gemacht. Wasserwerke verlässt. Die kilometerlangen Rohrleitungen und Hausanschlüsse, Worauf haben Sie bei der Unternehaber auch die Schadstoffe, die im Wassermensgründung besonders Wert gelegt, werk nicht gefiltert werden, verunreiniHerr Burhof? gen das Wasser teilweise so stark, dass es „Meine Leidenschaft ist es, Menschen die gar nicht mehr als Trinkwasser bezeichMöglichkeit zu geben, erfolgreich zu wernet werden darf. Trotzdem benutzen die den, ihnen zu helfen, Sie zu fördern und Menschen das Wasser für die Zubereitung Sie beim Wachsen zu unterstützen. Ich von Essen, Kaffee und Tee. Und sogar für habe damals einen Karriereplan und ein System entwickelt, das es jedem ermög­ Babynahrung. Das Kochen des Wassers kann jedoch licht, unser Partner zu werden und sich höchstens Bakterien abtöten. Aber Schadmit dem Vertrieb von WALUTEC-Prostoffe wie Schwermetalle oder Medikamendukten in einer zukunftssicheren Branche tenrückstände werden dabei noch konzenein hohes Einkommen aufzubauen.“ triert, denn sie können nicht verdampfen. Das Wachstum ist ihm aber nicht nur Die Wasserqualität in Deutschland ließ auf Kundenseite wichtig. „Wir entwickeln also auch damals schon zu wünschen übständig neue Produkte, wie den eL-Café, rig. Die Bundesrepublik belegt im internader unseren Kunden nicht nur reines Wastionalen Vergleich einer UNESCO-Studie ser bietet, sondern leckeren Kaffee automanicht mal die Top 10 oder 20. Tatsächlich Alle Produkte im Shop unter Walutec.eu tisch mit gefiltertem Wasser zubereitet.“


Story

Vom Obdachlosen zum facebook Star

Bilder: Mhamad, Salih Usta Photography

Er war ein hoffnungsloser Fall und war obdachlos. Heute ist er Unternehmenslenker und Social Media Star. Die Geschichte von Samer Mohamad begann vor rund 20 Jahren in einem Asylbewerberheim in Hannover.

S

ein Weg sollte eigentlich in die Gosse führen. Der junge Syrer flüchtete mit seiner Familie nach Deutschland. Von Schlaraffenland keine Rede. Wer die Mülleimer nach Pfandflaschen durchsuchen muss, hat keine Zeit für Bildung. Eines hat er aber früh gemerkt: Wer sich anstrengt, kann auch was bewegen. Er begann, Zeitungen auszutragen und Parfüm an seine Mitschüler zu verkaufen. Später klotzte er auf Baustellen ran, heuerte im Call-Center an. Später kam der erste Versuch, selbstständig zu sein. Aber er fiel tief. Schulden, Frust, erloschene Aufenthaltsgenehmigung. Er floh ins Ausland, ohne Dach über dem Kopf und ohne Hoffnung.

„Ich bin irgendwann aufgewacht und habe mich erinnert: Egal, ob du ein schlechtes

»Bildung ist einer meiner wichtigsten Werte geworden.« Blatt auf der Hand hast, nimm was du hast und mach was draus“, sagt der heute 34jährige. Er kam zurück nach Deutschland und fing von vorne an. Er spürte die Aufbruchstimmung in den sozialen Medien

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und nahm die Gelegenheit beim Schopf. Er wurde zu Mister Promotion. „Aus dem Nichts konnte ich beginnen, mir etwas aufzubauen. Mit meinem markanten Gesicht und meiner Stimme. Und natürlich meiner Story. Bei facebook und Co. hat jeder eine Chance. Es ist im besten Sinne sozial.“ Mit seinem Unternehmen berät er heute große Konzerne und Stars, sich online erfolgreich zu platzieren. Auch seinen Fans liefert er täglich wertvollen Content. Und er selbst entwickelt sich laufend weiter. „Bildung ist einer meiner wichtigsten Werte geworden. Ich lerne ständig mehr. Lese jeden Tag Bücher, besuche Seminare und ziehe mir Podcasts der großen Stars rein.“

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Story

DSDS Dauerkandidat Menderes Bagci (32) ist ein Beispiel für außergewöhnliches Durchhaltevermögen.

Menderes: »Never give up«

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u bist einer der bekanntesten DSDS-Teilnehmer überhaupt. Mit welchen Gedanken bist du damals in die erste Staffel gegangen? Ich habe mir damals nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Ich habe das als große Plattform gesehen und meine große Chance, die ich nutzen wollte. Es war nämlich schwierig, sich im Internet selber zu präsentieren. Damals gab es kein YouTube oder Facebook. Ich wollte immer Musik machen. Schon in der ersten Klasse habe ich immer gesungen und wollte erfolgreich

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werden mit der Musik. Ich wollte wissen, wie man in die Charts kommt und einfach ins Musikgeschäft eintreten.

Spaß macht und vielleicht auch, weil ich sehen wollte, wie andere Leute darauf reagieren.

Weißt du noch warum? Möchtest du gerne Leute unterhalten oder möchtest du dich gerne selber in der Öffentlichkeit sehen? Gibt es dafür irgendeinen Grund? Ich bin eigentlich eher zurückhaltend und habe mich nicht getraut, vor anderen Leuten zu singen. Der Lehrer damals in der neunten Klasse hat mich gebeten, ich solle jetzt mal singen. So auf Knopfdruck konnte ich das aber nicht. Ich habe gesungen, wenn ich es wollte. Weil es mir

Seit dem bist du in jeder Staffel gewesen und musstest mit herber Kritik umgehen. Warst du darauf vorbereitet? Belanglose Kritik, wie wenn so jemand sagt: „Du kannst gar nichts, lass es sein“, das bringt mich nicht weiter. Solange es konstruktive Kritik ist kann ich damit arbeiten. Die bringt mich vorwärts, ich kann mich weiterentwickeln und an meinen Defiziten arbeiten. Ich nehme gerne Tipps an und bin offen dafür.

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Bilder: Jessica Wilkens/Erfolg Magazin

Story

Dieter Bohlen ist ein harter Kritiker. Kann man durch seine Kritik etwas lernen? Nicht immer. Dieter Bohlen hat halt diese lustigen Sprüche, mit denen man nicht immer etwas anfangen kann. Aber als er mir zum Beispiel gesagt hat, dass ich mir einfachere Songs aussuchen soll, war das ein guter Tipp. Er hat mir den Rat gegeben, dass ich „You are not alone“ von Michael Jackson singen soll, das hat mir schon weitergeholfen, weil ich gemerkt habe, dass das besser zu mir passt. Aber ich habe auch selber hinter den Kulissen geguckt, welche Defizite ich habe und daran habe ich gearbeitet. Bist du schon immer jemand gewesen, der sich nicht entmutigen lässt? Ja, ich bin vom Sternzeichen Skorpion und das sind Hartnäckige, die geben nicht so schnell auf. Schon in der Ausbildungszeit gab es Phasen, in denen sie gar keinen Spaß machte. Aber wenn ich etwas angefangen habe, dann will ich es auch bis zum Ende durchziehen. Ich bin sehr zielstrebig und ausdauernd und lasse mich nicht unterkriegen. Ich mich schon als sehr hartnäckig bezeichen. Gab es bestimmte Momente, die dein Leben beeinflusst haben? Meine Krankheit zum Beispiel. Das hat Ende 2004 angefangen und hat mein Leben gewissermaßen verändert. (Menderes leidet an einer chronischen, unheilbaren Darmentzündung, Anm. d. Red.) Als Mensch habe ich mich im Laufe der Jahre charakterlich verändert und das war auch keine einfache Zeit. Auch mein erster Recall bei DSDS hat vieles verändert. Da habe ich dann allen gezeigt, dass, wenn ihr etwas erreichen wollt, es auch schaffen könnt. Keiner hat an mich geglaubt. Und dann, nach zehn Jahren, hat es plötzlich geklappt. Mittlerweile habe ich fünf Recall-Zettel. Ich mache meine eigene Musik, die auch noch gut klingt und den Leuten gefällt es. Dafür bin ich dankbar. Aber ich bin nicht zufrieden, denn wenn man zufrieden ist, wird man sich auch nicht weiterentwickeln. Das gehört dazu. Dein Motto ist „Never give up“. Wie sehr bist du trotzdem Realist? Man muss ehrlich zu sich selbst und realistisch sein. Ich mir natürlich bewusst, dass ich nicht die beste Stimme und nicht die idealen Voraussetzungen fürs Musikgeschäft habe. Aber man muss auch groß träumen. Man muss zu sich selbst ehrlich sein, aber auch sein Glück versuchen. Sei optimistisch, es gibt immer eine Nische, wo du reinpasst. Und man braucht Publikum. Ich bin realistisch genug, um zu

erkennen, wie weit ich gehen kann und natürlich gibt es auch gewisse Grenzen im Leben. Braucht man Menschen, die Ratschläge von außen geben? Es tut schon gut, wenn mal einer sagt: „Hey mach das mal lieber so.“ Aber letztendlich bin ich immer gut damit gefahren, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Damit bin ich am weitesten gekommen und hatte den meisten Erfolg. Karriere im Showbiz zu machen ist sehr viel anstrengender, als viele glauben. Wie

kann man langfristig erfolgreich sein? - Man muss nicht, aber man kann sich immer wieder neu erfinden. Ich würde sagen, wenn man eine bestimmte Zielgruppe hat, dann kann man bei einer Stilrichtung bleiben. Aber es gibt auch Leute, die haben ein kleines Publikum und wenn sie ihr Publikum vergrößern wollen, dann müssen die etwas Neues ausprobieren. Bei mir war

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es auch so, dass ich verschiedene Sachen ausprobiert habe. Ich habe auch deutsche und nicht nur englische Musik gemacht. Wenn man einfach am Ball bleibt und gewisse Dinge unbedingt machen möchte, kannst du damit irgendwann erfolgreich werden. Manchmal ist es Glück, es kann sich spontan zu etwas ganz Großem entwickeln. Manchmal hast du einen Masterplan und denkst dir: „Das mache ich so und so, das ist perfekt.“ Und das klappt dann nicht. Es gibt Leute, die studieren Musik und es klappt einfach nicht. Dann gibt es aber Leute, die zum Beispiel Schauspieler bei „GZSZ“ sind, covern einen Song und sind damit extrem erfolgreich. Obwohl die nie Musik gemacht haben. Ich habe keinen Masterplan. Ich würde nur sagen, mach das, was du für richtig hältst und mach das, was dir Spaß macht. Mach aber keine Dinge, die du nur um erfolgreich zu werden machst. Wenn du etwas machst, was dir Spaß macht, dann ist es auch nicht mehr mit einer normalen Arbeit vergleichbar. Was willst du unbedingt noch erleben? - Die Fantasie ist grenzenlos. Ich stelle mir oft vor, dass es schön wäre, wenn ich irgendwann mal auf der Bühne stehe, wo Leute nur wegen mir da sind. Meine eigenen Konzerte und kein normaler Clubauftritt. Und mein ganz großer Traum ist natürlich irgendwann mal in den Charts zu sein. Ein eigenes Album in den Top 10 oder sogar Nummer eins. Es ist aber nicht mein größtes Ziel im Leben. Es wäre

Menderes Bagci im Gespräch mit Verleger Julien Backhaus.

schön, wenn ich das mal schaffe, aber mein Ziel ist, einfach glücklich zu sein. Das wichtigste im Leben ist Gesundheit. Wenn du nicht gesund bist, dann kannst du alles andere vergessen.

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Story

Daniela Katzenberger Die bekannte TV-Blondine spricht ßber Karriereziele, Selbstvermarktung und ­ihren Respekt vor Angela Merkel.

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Story

Ich hatte keinen  „Plan B“

Das Interview führte Julien Backhaus Bilder: Christian Holthausen Photography

Daniela, du bist die bekannteste Blondine Deutschlands. Kannst du dich noch daran erinnern, wann in dir der Wunsch gewachsen ist, vor der Kamera zu arbeiten? Die Kamera war eigentlich nur Mittel zum Zweck. Ich hatte damals keine Kohle, nur einen Job als Kellnerin und wollte unbedingt Hugh Heffener kennenlernen! Die Flüge nach Amerika hätten mich 1200 Euro gekostet und ich dachte, wenn ich beim Fernsehen bin, bezahlen die das alles. Vor der Kamera zu stehen, das habe ich dann einfach gemacht. Ich habe nie darüber nachgedacht, weil ich nichts zu verlieren hatte. Also hattest du auch keinen Plan B? Nein, einen Plan B hatte ich nie. Die meisten erfolgreichen Leute haben nur einen Plan A. Ist das so? Ich dachte, nur ich sei so leichtsinnig und naiv. Ich wusste, dass ich immer zu meiner Mama kann. Falls irgendwas sein sollte, könnte ich wieder anfangen zu kellnern. Denn meine Mutter ist meine Mutter und nicht meine Chefin, die würde mich wieder auffangen. Um über Jahre und Jahrzehnte erfolgreich zu sein, egal wo, braucht man Disziplin und Arbeitseinstellung. Du bist BestsellerAutorin, Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin, Werbeikone, Gastronomin, du hast eine Schuhkollektion, verkaufst Wohnaccessoires, Parfüm, bist Markenbotschafterin, vermarktest ein

Haarpflegeprodukt und hast eine App entwickelt. Vergiss nicht zu erwähnen, dass ich Mutter bin, das ist der härteste Job. Fiel dir das schon immer leicht, viele Bälle in der Luft zu halten? Ja. Stell dir vor, du stehst in einer Kneipe und hast 20 Leute vor dir an der Theke sitzen und musst versuchen, dich mit jedem zu unterhalten. Du musst so reden, dass sich jeder angesprochen fühlt. Das konnte auch Marilyn Monroe. Man erzählt, dass alle immer das Gefühl hatten, sie spricht mit einem persönlich obwohl ganz viele Menschen im Raum waren. Dafür war die Gastronomie die beste Schule, weil ich schon früh meine Bühne hatte mit Leuten, die mir zugehört haben. Je mehr du dich mit den Leuten unterhalten hast, desto mehr Trinkgeld gab es, desto tiefer der Ausschnitt, desto größer die Klappe. (lacht) Es war alles offenherzig und immer ehrlich. Vielleicht sah es so aus, als wäre ich schnell zu haben, aber ich war es nie. Dieses Gefühl zu vermitteln, hat mir meine Mutter in der Gastronomie beigebracht. Gab es Vorbilder, von denen du lernen konntest? Von jedem ein bisschen. Heidi Klum ist für mich ein ganz bodenständiger Mensch aus Bergisch Gladbach und sie hat das Beste draus gemacht. Michelle Hunziker ist immer so positiv. Alles blonde Powerfrauen. Natürlich gehören auch Marilyn Monroe und Angela Merkel dazu, obwohl die eher dunkelbiond ist. Die stehen ihren Mann,

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besonders Angela Merkel. Und mein größtes Vorbild in Sachen Power war natürlich immer meine eigene Mutter. Drei Kinder, mit 17 Jahren das erste, mit 19 kam ich und mit 25 meine Schwester. Alleinerziehend, wenig Geld und versuchen, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Sie musste sich durchboxen, mit Dekolleté und einer Riesenklappe. Wie entwickelt man sich als Persönlichkeit weiter in einem so krassen Umfeld wie das, in dem du arbeitest? Ich habe mit 21 Jahren relativ jung angefangen für das Fernsehen zu drehen und hatte nur den Wunsch, nach Amerika zu gehen. Kein Geld, kein Plan B, aber Träume. Ich wusste nie, was draus wird, nur, dass ich da drüben eine Chance hätte. Und die Chance hat man mir gegeben. Aber egal wie viel Kohle du hast, du kannst mit keinem Geld der Welt die Sympathie der Menschen kaufen. Ich musste mir alles selbst erarbeiten. Aber du hattest schon immer eine Wirkung auf Menschen. Am Anfang war die eher so: „Was soll das jetzt?“ oder „Was macht die denn hier?“, also bestimmt viel negativer als jetzt, aber die Wirkung war da (lacht). Ich war den Menschen nie egal.

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Story

Deine Karriere lief eigentlich wie am Schnürchen in den letzten Jahren, von 20 auf 30 hast du richtig Vollgas gegeben. Du hast jung viel Geld verdient und hast erst jetzt eine Familie gegründet. War das geplant? Ja, ich wollte aber eigentlich noch viel später ein Kind bekommen. Lukas kam dazwischen. Mein Traumalter für ein Baby wäre 33 gewesen eine schöne Schnapszahl und schon was erreicht im Leben. Nun kam es dann doch anders. Und es ist das Schönste, was es gibt.

Aber deswegen hast du solche unabhängigen Unternehmen wie deine App gegründet, oder? Das sind doch Dinge für die Zukunft. Ja, aber das ist nicht so wie bei C&A, Adidas oder Puma, die auch ohne ein Gesicht funktionieren. Bei mir muss man das Gesicht zum Produkt kennen und auch

Du bist in Deutschland eine echte, erfolgreiche Unternehmerin geworden. Davon gibt es recht wenige. Fehlt den Frauen der Mut? Ich unterhalte mich manchmal mit Frauen, die gerade auf dem Weg sind und sagen: „Ich möchte es auch so haben wie du“. Und was sagst du denen? Hast du da so einen generellen Tipp? Versucht euch nicht zu verstellen und versucht nicht, mich nachzumachen. Die sagen: „Oh, ich mache mir jetzt die Haare blond“ oder „ich schminke mich mehr, mache mir die Wimpern die du hast, ich kaufe mir den selben Lippenstift, ich lasse mir auch die Brüste machen, dann bin ich wie du und es klappt schon“. Denen sage ich, dass das doch bekloppt ist, denn mich gibt es ja schon. (lacht) Wir sind hier nicht bei „I, Robot“, wo alle Das ansteckende Lachen ist eins der Markenmaßgefertigt vor die Kamera gestellt zeichen von Daniela Katzenberger, hier im werden. Wie gesagt, die Sympathie der Gespräch mit Verleger Julien Backhaus. Menschen fliegt dir nicht zu. Die musst du erst überzeugen. Und das geht nur, wenn Du Du selbst bist. mögen. Es ist abhängig von der Präsenz, der Sympathie und dass die Leute einfach Kannst du dir vorstellen, als Unterneh- gerne hingucken. Mit der Präsenz kommt merin noch mehr aufzubauen? eben auch das Interesse für die App oder Ja, noch einiges. Aber ich glaube, wenn dass die Leute mich einfach gerne im Fernman das öffentlich sagt, wirkt das schnell sehen sehen. Wenn ich ein Lied rausbringe gierig. Aber Erfolg schmeckt einfach gut und mich kann kein Arsch mehr sehen, und viele Sachen, die ich mache, mache dann willst du auch kein Lied von mir höich auch für meine Fans, wie meine App ren. Deswegen versuche ich authentisch Love&Style zum Beispiel, die freuen sich zu sein und nur die Dinge zu machen, von darüber. Als ich als junge Frau den Wunsch denen ich überzeugt bin. hatte, zum Playboy zu gehen, bekam ich viel Gespött und einige haben mich aus- Könntest du dir also auch vorstellen, gelacht. Erfolg ist ja auch eine süße Rache. noch andere Dinge aufzubauen, die un(lacht) Trotzdem weiß ich, dass es sehr abhängig von deinem Gesicht sind? schnell wieder vorbei sein kann, gerade in Ja, so etwas wie jetzt meine App Love&Style. meiner Branche. Aber bis dahin habe ich Ich bin manchmal erschrocken über meinoch viele Pläne. ne eigene Courage und meinen Mut. Aber

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ich denke nie darüber nach. Außer, wenn ich schwarz auf weiß die Download oder Verkaufszahlen sehe oder wenn ich extrem viel Resonanz bekomme, wenn sich beispielsweise Leute beschweren, dass etwas ausverkauft ist. Das macht mir wirklich Gänsehaut, denn das betrifft mich als Unternehmerin. Und hier bieten sich natürlich auch Möglichkeiten, die nicht unbedingt mit meinem Gesicht zusammenhängen. Ich möchte jetzt zum Beispiel junge Designer und kreative Menschen fördern. Ich bekomme oft so tolle Sachen geschickt und denke, das muss man doch bekannt machen. Fühlt es sich dann wie Druck an, dass du permanent weiterliefern musst? Nein, das tue ich sowieso. Ich bin niemand, der sich lange ausruhen kann. Ich bin automatisch um 7 Uhr wach und denke: „Okay, wann kommt das Kamerateam?“. (lacht) Ich mache gerne was. Die App muss laufen und Facebook mit meinen 2,6 Millionen FacebookFreunden wird mit Livevideos bedient. Ich glaube, in Deutschland hat niemand so viele Freunde wie ich (lacht). Und trotzdem sind nur mein Mann und meine Tochter an meiner Seite. Aber natürlich nehme ich mir Zeit für meine Familie. Meine kleine Tochter ist das Wichtigste in meinem Leben. Du gibst dich aber auch sehr nahbar. Ich bin ja auch nahbar. Jeder Erfolgreiche hat irgendwann sein Talent erkannt und alles andere angefangen zu delegieren. Fällt dir so was leicht? Nein, ich habe gerne die Kontrolle. Was das betrifft, bin ich ein bisschen Freak, dass ich mir manchmal sogar das Bild bei einem Interview zeigen lasse. Ich glaube, mein großes Talent ist, dass es locker und leicht aussieht und deswegen sagen auch viele: „Och Gott, was die kann, das kann ich ja sowieso.“ Aber es ist alles andere als leicht und es ist mir nicht in den Schoß gefallen. Wenn ich sage, dass ich vor der Kamera arbeite, dann muss ich mir viele dumme Sprüche anhören. Ich weiß auch, was Arbeit ist und habe Kisten geschleppt und gekellnert bis nachts um 3 Uhr. Man muss auch wissen, was diese Art der Arbeit bedeutet, um da mitreden zu können.

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Leben Story

Sie gehören zu den sehr aktiven Stiftern in Deutschland. Woher nehmen Sie die Zeit? Meine Engagements als Investor, Sportförderer und Stifter halten mich schon sehr auf Trab, so dass ich jeden Tag viele Stunden am Schreibtisch und in Gesprächen verbringe. Ich habe mir aber vorgenommen, mir mehr Zeit für meine Hobbies zu nehmen. Sie fördern viele Bildungsprojekte. Ist der „Rohstoff Wissen“ wichtiger als Öl? Meine Stiftung hat vier Förderbereiche: Sport, Medizin, Bildung und Soziales. Bil-

dung hat dabei einen hohen Stellenwert und ist zum Teil integraler Bestandteil, z. B. im Sport oder im Sozialen. Um nur einige Beispiele zu nennen: „Anpfiff ins Leben“, die „Ballschule Heidelberg“ und das „Haus der kleinen Forscher“. Ich würde mir wünschen, dass viele Institutionen der Förderung von jungen Menschen verschreiben und hier insbesondere die Kinder und Jugendlichen im Blick haben, die von der öffentlichen Hand nicht die notwendige und mögliche Förderung erhalten. Sehen Sie noch Potenzial nach oben, was die Anzahl deutscher Stiftungen angeht? Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftung boomt das Stiftungswesen seit den 90er Jahren, was erfreulich ist. Und ich wünsche mir noch viele weitere Mitstreiter für die „gute Sache“; Für mich gilt: „Eigentum verpflichtet – Reichtum noch mehr“. Aber nicht jedem ist es möglich, hohe Summen zu spenden. Ne-

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ben dem finanziellen zählt auch bürgerschaftliches Engagement, welches in anderer Weise zum Tragen kommt. Gerade im Förderbereich Sport meiner Stiftung sehen wir, mit welch großem Engagement in Vereinen in hervorragender Weise ehrenamtliche Jugendarbeit leisten. Dies rechne ich mindestens ebenso hoch an, wie ein finanzielles Engagement. Es ist erstaunlich, was Sie schon alles erreichen konnten im Leben. Gibt es etwas, das Sie gern noch erreichen möchten? Das Wichtigste für mich ist, Frieden in der Welt und dass es meiner Familie gut geht und wir uns an unseren Enkelkindern erfreuen dürfen. Es gibt natürlich darüber hinaus noch Wünsche, deren Erfüllung mir aber nicht allein obliegt, wie z. B. den sportlichen Erfolg der TSG 1899 Hoffenheim und der tollen jungen Golfspieler in dem von mir gegründeten und gebauten Golfclub St. LeonRot.

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Bild: Dietmar Hopp Stiftung

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err Hopp, Sie haben eine der bekanntesten Stiftungen in Deutschland gegründet. Erinnern Sie sich noch an den „Moment“, wo Ihnen der Gedanke kam, eine Stiftung zu gründen? Es war kein konkretes Ereignis, sondern eine Entwicklung führte zur Stiftungsgründung. Was ist wichtig im Leben? Meine Antwort auf diese Frage lautet: Die Gesundheit. Diese führte dazu, dass ich bereits während meiner aktiven SAPZeit gespendet habe. Mit Gründung der Stiftung im Jahr 1995 konnte ich dann mehrere Vorhaben bündeln: die Umsetzung gemeinnütziger Projekte in den von mir festgelegten Bereichen und gleichzeitig S­icherung des SAP Aktienpakets, das ich der Stiftung als Kapital zur Verfügung gestellt habe.

Dietmar Hopp Mit Stiftung gezielt fördern


Leben

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ie haben „Der unbesiegbare Sommer in uns“ geschrieben und Sie sind eine der bekanntesten TVModeratorinnen in Deutschland. Sie kennen Hollywood und sind mit den Stars dieser Welt per Du. Man erwartet ja nicht unbedingt ein spirituelles Buch von einem Kopfmenschen wie Ihnen. Oder sind Sie keiner? Ich bin ein Kopfmensch und ein Mensch, der auf der Suche ist. Und das auch schon Zeit meines Lebens, zumindest, seit ich einigermaßen bewusst denken kann. Ich habe schon ganz früh als Kind, und das beschreibe ich auch in dem Buch, ange-

nen und Sport machen und all diese tollen Sachen, aber da verliert man sehr schnell einen vielleicht ursprünglichen Bezug zur Spiritualität, den Kinder natürlich auch haben. Und wir sind jetzt eine Generation und vielleicht sind auch viele der Jüngeren genauso drauf, die beginnen zu suchen und zu sagen, ich möchte diese Sehnsucht, die ich in mir spüre, nach einem erfüllten Leben, einem farbigeren Leben, vielleicht sogar mit weniger Thrill, ich möchte der nachgehen. Sie schreiben in Ihrem Buch auch über Stress und sog. Gedankenmoskitos. Stress und Burnout sind ja gerade in der Wirtschaft heute Reizthemen. Haben Sie Ansätze gefunden, wie man mit diesem Stress klarkommen kann? Wenn man das Buch liest, wird man feststellen, dass es sich letztlich um einen sehr individuellen Instrumentenkasten handelt. Ich denke, heute gibt es keine Pauschalreisen mehr, die Leute wollen Individualreisen. Das heißt, jeder muss seinen eigenen Instrumentenkasten zusammenbauen, um dahin zu kommen. Um es sehr einfach zu formulieren, den unbesiegbaren Sommer in sich zu erkennen und die Tore nach innen aufzumachen, sodass man sich verbinden kann mit dieser Kraft, die in uns allen

»Ist alles nur kopfgesteuert?« fangen zu leiden. So ein bisschen Sehnsucht zu entwickeln nach einem Leben, das so voll, so rund ist, in dem ich mich ohne Angst gut fühle. Und so hat mich diese Suche ein Leben lang begleitet und ich habe jetzt erst im zweiten Lebensabschnitt gewagt, das aufzuschreiben. Ein bisschen auto­biografisch, weil ich kein spiritueller Lehrer sein kann. Sondern nur von dem, was ich an eigener Lebenserfahrung reflektiere, nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen und im Bauch, berichte. Eine kleine Anmerkung zu Hollywood: Es gibt relativ viele der großen Stars, die sehr spirituell sind. Nur sie hängen es nicht an die große Glocke. Denken Sie an Richard Gere beispielsweise. Aber es gibt noch viele mehr. Gerade dann, wenn man sehr viel arbeitet, vielleicht auch von Ruhm und Erfolg und Geld sehr viel hat, umso mehr schaut man, was ist wirklich wichtig im Leben oder aber, man verflacht.

Nina Ruge

 Geld ist nicht

Viele Angehörige Ihrer Generation setzen sich ja mittlerweile intensiv mit ihrem Inneren auseinander. Woran liegt das? Ich habe den Eindruck, wie Sie sagen, es gibt immer mehr Menschen, die sagen, es kann nicht alles sein. Geld und Erfolg kann nicht alles sein, aber auch vor allem, ich denke, also bin ich. Dieser Satz, ist der wirklich wahr? Ist alles nur kopfgesteuert? Gibt es da nicht eine Welt, die viel tiefer ist? Ich habe nichts Neues erfunden, ich klaue ja nur, beim Buddhismus, beim Christentum in der Bibel. Früher wurde man intensiv an Glaubensfragen herangeführt. Ob man das dann lebte und spürte, das war natürlich die Frage der Persönlichkeit. Aber heute haben wir fast keine Lebensschule. Es gibt zwar Religionsunterricht, aber es gibt so vieles, was Kinder und Jugendliche ablenkt, und auch so viel, was man tun muss, um erfolgreich zu sein. Ler-

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Im Interview spricht die Moderatorin über Spiritualität, Charity und die Medienwelt. Außerdem erklärt sie, warum Wirtschaft und Ruhe sich nicht ausschließen müssen. Das Interview führte Julien Backhaus. wohnt. Von der wir auch alle spüren, dass sie da ist, aber die meistens in irgendeiner Ecke liegt und nicht wirklich wahrgenommen wird und nicht ins Leben geholt wird als Kraftquelle. Und das Buch beschäftigt sich mit genau dem, was ich für mich gefunden habe, an Methoden. Wie ich in einer Welt, die immer unsicherer wird, immer weniger vorhersehbar und immer schneller, wie ich durch die Konzentration

auf die große heilige Kraft, die in uns ist, wie ich da gut bestehen kann. Ihre heimliche Leidenschaft ist ja die Wirtschaft, Innovation, Technik, solche Dinge. Passt dieses Innehalten und diese innere Ruhe überhaupt zusammen? Ich liebe Kopfarbeit, ich finde es total spannend, die Welt zu verstehen. Ich finde es als Journalistin total spannend, zum Beispiel

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Leben

Unicef weitet den Horizont. Auf unserer Homepage, der Unicef Homepage, kann man schon wirklich wahnsinnig viel erleben, über die Krisenregionen dieser Welt und die Situation der Kinder dort. Allein die Lager mit syrischen Flüchtlingen im Irak. Wir haben ganz großartige Mitarbeiter, die dort sind, und die unglaublich intensiv berichten von dort. Auch die zum Teil in Syrien sind, wenn das überhaupt noch von der Sicherheitslage her möglich ist. Aber das ist natürlich nicht das einzige. Kongo, die Situation der Menschen und der Kinder in diesem vom Bürgerkrieg absolut zerstörten Land. Für mich waren die Projektreisen in diese Länder auch persönlich wahnsinnig wichtig, wobei meine Aufgabe natürlich ist, dann darüber hier bei uns in Deutschland zu sprechen und zu informieren, wie Unicef arbeitet. Wie intelligent Unicef arbeitet und es macht Sinn, diese Organisation zu unterstützen. Ich habe jetzt gesagt, ich würde gerne wieder Projektreisen machen und würde das gerne so organisieren, dass wir wirklich einen Medienpartner dabei haben, der ganz intensiv berichtet. Das ist nicht einfach, weil gerade die öffentlichrechtlichen Sender sich nicht festlegen dürfen, sich nicht verheiraten dürfen mit einer Spenden­organisation. Und so müssen wir schauen, wie wir es hinkriegen können, dass wir Me dienp ar t ner mitnehmen, berichten und das Ganze wirklich sehr effizient für alle Seiten möglich ist.

alles  Industrie 4.0, also die neue Generation digitalisierter Produktion, zu verstehen und das auch politisch zu werten. Auch unsere Zukunftschancen, die Zukunft des Euro, viele andere Themen zu begreifen, finde ich wahnsinnig spannend. Das ist die eine Seite. Und die andere Seite ist die, erfüllt zu leben. Meine Haltung der Dankbarkeit, diesen Job machen zu dürfen, diese spannenden Aufgaben leisten zu dürfen, die fließt ganz unterschwellig auch in meine Arbeit ein. Auch in meine Interviews, in die Podiumsdiskussionen, die ich mache, oder auch in die Moderationen. Weil ich Wertschätzung, Respekt, nüchterne und sachliche Auseinandersetzung ohne Häme, all diese Werte, außerordentlich wichtig finde.

Gerade im Journalismus, weil ich sie vom Herzen lebe. Und das spüren auch viele. Sie sind viel mit Unicef unterwegs. Wie sind da Ihre Erfahrungen in den letzten Jahren gewesen und was konnten Sie für sich mitnehmen?

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Nina Ruge im Gespäch mit Verleger Julien ­Backhaus.

Verändern sich die Medien denn gerade stark? Auf der einen Seite die ÖffentlichRechtlichen und die Privatsender im linearen Fernsehen, auf der anderen Seite die neuen Online-Konzepte. Was halten Sie davon? Das ist nicht aufzuhalten. Man weiß auch gar nicht, wie lange es das terrestrische Fernsehen überhaupt noch geben wird. Was hoffentlich in irgendeiner Form dann noch gegeben sein wird, ist die Qualität, die wir an ÖffentlichRechtlichen haben und ich glaube die auch weltweit Maßstäbe setzt. Die ist teuer. Wer will dann bezahlen? Bezahlfernsehen funktioniert bisher noch nicht so gut. Klar, es gibt Sky, das funktioniert langsam. Aber im Internet wird es schwierig. Das brauchen wir aber, um gute Dokumentationen liefern zu können. Ich bin ein Riesenfan von Dokumentationen. Ich bin Fan von arte, von 3-Sat, von den dritten Programmen, von Phoenix. Wenn ich fernsehe, dann schaue ich die Dokumentationen dort. Und das ist eine so unglaublich wertvolle Information für Bauch und Herz und Kopf, das finde ich einfach unersetzlich und ein hervorragender Journalismus, wie die ÖffentlichRechtlichen ihn liefern, den hätte ich gerne auch noch in 30 Jahren.

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Bilder: Ismail Gök

»Ich liebe Kopfarbeit!«


Leben

Wie war denn das bei deinen ersten hochkarätigen Interviews. Wie hast du dich da gefühlt und vorbereitet? Ich war schon ein bisschen nervös, natürlich. Ich würde jetzt lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das alles kalt gelassen hat. Aber ich habe mir auch als Jugendliche nie die bravo-Starschnitte übers Bett gehängt und ich hatte auch nie ein Idol. So gehe ich heute noch ohne eine große Erwartungshaltung an Interviews ran. Eine

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Während der Fashion Week in Berlin trafen sich Star-Moderatorin Frauke Ludowig und Julien Backhaus zum Gespräch.

gewisse Vorstellung kann man natürlich nicht ganz abschalten. Aber es ist ganz gut, relativ offen in Interviews zu gehen. In jedem Beruf versucht man ja auch besser zu werden. Wie läuft denn das ab, wenn man wie Frauke Ludowig werden will. Was muss man da beachten, wo muss man da besser werden, wie kann man da überhaupt an sich arbeiten? Man ist ja erstmal, wer man ist. Egal in welchem Alter sollte man prinzipiell einfach immer an sich arbeiten. Ich würde nie sagen: „Ich mache diesen Beruf jetzt schon einige Jahre und ich bin jetzt fertig“, sondern ich versuche, jeden Tag ein Stück dazuzulernen. Ich probiere, mich immer wieder auf neue Situationen einzulassen, auch wenn es manchmal hart ist, wenn ich eine riesen Veranstaltung moderiere zu einem Thema, das ich in meinem Leben noch nicht moderiert habe. Da kommt schon mal der Gedanke hoch: „Och, du könntest jetzt auch daheim bei deiner Familie auf dem Sofa sitzen und dich ein bisschen vom Fernseher berieseln lassen“. Wenn es dann aber fertig ist, stelle ich fest, dass ich jetzt wieder etwas dazu gelernt und vielleicht wieder eine neue Branche kennengelernt habe. Man darf einfach nicht stillstehen. Ich für mich kann nur sagen, dass mich das auch frisch und jung hält und ich kann es jedem nur raten, egal ob man 17 ist oder 70. Gibt es vielleicht ein oder zwei Dinge, die du dir in den letzten Jahren neu angeeignet hast, die du vielleicht vorher noch nicht konntest? Ich bin jetzt hier auf der Fashion Week von Marc Cain und ich begleite heute diese Produktion von morgens bis abends. Das habe ich zum Beispiel vor 20 Jahren noch nicht gemacht. Als meine Kinder auf die Welt kamen, war für mich der Zeitpunkt, dass ich nochmal was Neues machen muss, dass ich wieder mehr vor Ort machen will. Viele machen es ja genau umgekehrt, arbeiten erst als Reporter und gehen dann in die Moderation. Ich war relativ früh in der

Moderation. Ich habe dann erkannt, dass ich noch mehr machen möchte. Und ich werde eben auch für Event Moderation angefragt. Neulich hatte ich eine Anfrage von einer Chemie Firma. Das ist eine Branche, mit der ich sonst nicht so viel zu tun habe. Aber das war spannend, weil ich mich einlesen musste, und das ist interessant. Fragen stellen ist ja auch eine wahre Kunst. War das denn auch bei der jungen Frauke schon so, dass sie lieber Fragen gestellt hat und Dinge rausfinden wollte? Ich weiß gar nicht, ob ich so ein neugieriges Kind war und viele Fragen gestellt habe. Ich weiß nur, dass ich das heute total in mein Privatleben übertrage und meine Familie manchmal mit mir schimpft, wenn zum Beispiel Klassenkameraden meiner Kinder kommen und ich die erstmal total ausquetsche. Meine Kinder sagen dann immer: „Mama, du bist aber jetzt nicht im Büros, sondern Zuhause, also frag nicht so viel“. Neugierig zu sein ist irgendwie negativ behaftet. Ich bin wissbegierig, das ist für mich etwas Frisches und das sollte man sich beibehalten. Kannst du dich an zwei, drei Begegnungen oder Persönlichkeiten erinnern, die dich nachhaltig beeindruckt haben oder vielleicht sogar etwas verändert haben? Ich habe viele große Interviews mit sicherlich tollen Leuten geführt. Ich glaube, von ihnen hat mich niemand verändert, aber vielleicht haben Situationen mich verändert. Ich habe häufig große Stars und vermögende Menschen interviewt, bin aber eben nicht zu dem Punkt gekommen, zu denken: „Mit denen möchte ich jetzt tauschen“. Eigentlich habe ich eher immer umgekehrt gedacht: „Mensch ist es schön, dass du wieder nach Hause fährst, in deine kleine heile Welt“. Das hat mich eigentlich immer viel glücklicher gemacht. Ganz zu Anfang, in einem Interview mit Prinzessin Stéphanie, im Fürstenhaus von Monaco, habe ich so für mich gedacht: „Ja, das ist irgendwie schön, das gemacht zu haben“. Allerdings war ich wirklich froh, dass ich hinterher nicht mit ihr tauschen musste, sondern wieder nach Hause konnte.

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Bilder: Wilkens

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rauke, du bist die wohl bekannteste High Society Moderatorin im deutschen Fernsehen. Sah das dein Karriereplan gleich von Anfang an schon so vor? Ich habe Menschen immer bewundert, die einen Karriereplan haben. Ich hatte das nie. Ich war erst auf ganz anderen Wegen unterwegs. Nach dem Abitur machte ich eine Banklehre, da ich erstmal kaufmännisch ein Fundament haben wollte, was mir auch jetzt in meinem Beruf immer noch dienlich ist. Ich leite eine Redaktion, bin verantwortlich für ein Budget und muss jeden Tag mit Geld umgehen. Insofern war es für mich keine verlorene Zeit, ganz im Gegenteil. Rückblickend war es der genau richtige Weg für mich. Was ich bislang gemacht habe, hat wahnsinnig Spaß gemacht und ich glaube auch das, was noch kommt, wird immer noch gut.

»Ich habe Menschen immer bewundert, die einen Karriereplan haben.«


Leben

 Frauke Ludowig

»Ich bin wissbegierig« Erfolg magazin . Ausgabe 02/2017 . www.erfolgmagazin.de

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Einstellung

Jürgen Höller

„Warum Du nicht erfolgreich sein wirst“

Erfolg – ein großes Wort. Die einen eifern diesem Gedanken krampfhaft nach, andere glauben, dass sie nie erfolgreich sein können. Zwar gibt es kein allgemeingültiges Rezept oder eine Erfolgs-Formel. Die Basis bildet aber immer ein Zusammenspiel verschiedener Komponenten aus Persönlichkeit und fachlicher Kompetenz. Und genau hier musst du ansetzen und an dir arbeiten. Alle erfolgreichen Menschen, die ich je in meinem Leben kennengelernt habe, hatten und haben eines gemeinsam: ein klares Ziel vor Augen, gepaart mit dem felsenfesten Glauben an sich selbst und an die eigene Idee. Außerdem haben sie immer auf ihr Bauchgefühl gehört und nie aufgehört zu lernen oder sich stetig zu verbessern. Viele Menschen stehen sich oft auf dem Weg an die Spitze selbst im Weg und machen die klassischen Fehler, die sie daran hindern so richtig erfolgreich zu sein.

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Du hast keine großen Ziele Ziele zu haben, die es zu erreichen gilt, sind wohl die stärksten Antriebskräfte, die

Erfolgreiche Menschen ­setzen sich richtig große  Ziele   es gibt. Allerdings müssen alle Beteiligten Personen auch in die Festlegung mit einbezogen werden. Wenn du deinem Team Zielvorgaben einfach nur „aufdrückst“,

musst du dich nicht wundern, wenn einzelne Teammitglieder nicht richtig mitziehen. Denn nur, wenn bei einer Kutsche die einzelnen Rösser gemeinsam in eine Richtung ziehen, gewinnt die Kutsche schnell an Fahrt. Ziehen alle Pferde in unterschiedliche Richtungen, bleibt die Kutsche entweder stehen, zerreißt oder wird vom stärksten Ross mit viel Anstrengung in eine Richtung gezogen. Viele Menschen haben sicherheitshalber erst keine Ziele, da sie Angst haben, diese ohnehin nicht zu erreichen. So werden sie auch nie erfolgreich sein! Erfolgreiche Menschen setzen sich die richtig großen Ziele! Es hilft aber durchaus, diese in kleine, messbare Einheiten aufzuteilen und schriftlich festzuhalten. So kannst du überprüfen, ob du deine Zwischenetappen auch erreicht hast. Je mehr dieser kleinen Ziele erreicht werden, desto stärker wird auch dein Selbstbewusstsein.

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Einstellung

Du konzentrierst dich nur auf die negativen Dinge Statt zu resignieren und zu jammern, dass die Umsätze zu niedrig ausfallen oder die Auftragslage schlecht aussieht, solltest du lieber proaktiv und konzentriert handeln. Hier geht es um das bisschen ‚Mehr‘, das

Nur eine gute Idee allein reicht nicht!  

du deinem Unternehmen oder auch Kunden gibst. Angefangen bei Veränderungen bei Kundenprojekten oder Produktionsabläufen bis hin zu deiner persönlichen Mehrleistung in einem Arbeitsprozess.

Bilder: Jürgen Höller Akademie

Du handelst nicht Nur eine gute Idee allein reicht nicht! Eine Untersuchung in den USA hat gezeigt, dass nach 72 Stunden die Motivation zur Umsetzung einer Idee oder Handlungsabsicht schwindet und die Quote dann bei 1:99 liegt, das Vorhaben noch zu beginnen. Um einer Idee auch Taten folgen zu lassen, muss nur der erste Stein ins Rollen gebracht werden. Wie beim Laufen über heiße Kohlen, eine Übung, die ich auch in meinen Seminaren durchführe, kostet der erste Schritt Überwindung und man kann den Gang auch verweigern, wird dann aber nie von der Erfahrung profitieren können. Traut man sich, den ersten Schritt zu gehen, gibt es kein Zurück mehr.

Du wandelst Angst nicht in Mut um Angst lähmt, blockiert und raubt wertvolle Energie und Zeit. Je größer die Angst, desto kleiner wird die Persönlichkeit. Erfolgreiche Menschen stellen sich ihren Ängsten, nehmen sie an und handeln trotzdem. Das beweist Mut. Wer an sich glaubt, strahlt dies auch aus. Durch das tägliche Vorsprechen aufbauender positiver Sätze vor dem Spiegel, wie „Im Jahr 2025 haben wir die Auszeichnung als Unternehmen des Jahres erzielt!“, manifestiert sich das Selbstbewusstsein auch im Unterbewusstsein. Die positive Wirkung dieser von Wissenschaftlern als Autosuggestion bezeichneten Methode, ist mittlerweile von zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigt worden. Bereits Muhammad Ali brachte diese Technik Michael Jackson bei, als dieser noch ein Kind war. Auch dieser Methode verdankt der Popstar seinen späteren Erfolg.

Jürgen Höller gilt als einer der führenden Erfolgsund Motivationstrainer Europas und brachte über 60 Bücher, DVDs und Audioprodukte heraus. Bereits mit 19 Jahren eröffnete er sein erstes Unternehmen und gründete in der Folgezeit 12 weitere erfolgreiche Firmen. Nachdem er alles verlor, startete er 2004 ein fulminantes Comeback. Die 6,6 Millionen Schulden, tilgte er innerhalb von nur 3,5 Jahren komplett. Weitere Informationen unter

www.juergenhoeller.com

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Die letzten 5 Prozent Perfektion kosten dich 95 Prozent Anstrengung Perfektion ist manchmal unabdingbar, allerdings lähmt sie zeitlich. Vor allem verbrauchen wir oft für die letzten paar Prozent zur Perfektion viel mehr Energie und Zeit, als wir letztendlich anschließend an Output zurückerhalten. Achte also nicht unbedingt immer auf Perfektion, wenn sie nicht zwingend notwendig ist. Du strebst nicht immer den Sieg an Im Sport geht es nie darum, Mittelmaß oder gut zu sein. Wettstreiter treten immer mit dem Ziel an zu siegen. Dass es nicht immer klappt, ist dabei selbstverständlich, wer es aber gar nicht erst anstrebt, hat bereits den letzten Platz belegt. Wie im Sport solltest du immer versuchen, die Nummer eins zu werden und zu bleiben. Dafür musst du dich und dein Unternehmen regelmäßig selbst in Frage stellen und darüber nachdenken, welche neuen Ideen, Wege oder Maßnahmen helfen können, noch erfolgreicher zu werden.

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Einstellung Bild: Stephen Covey privat

Stephen R. Covey ist Autor des Weltbestsellers „Sieben Wege zur Effektivität“, der 25 Millionen mal verkauft wurde. Er zählte laut Time Magazine zu den 25 einflussreichsten Amerikanern und war sowohl Berater für Unternehmen als auch für die US-Regierung.

Nur mit Disziplin bist du frei 46

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Einstellung

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inmal trainierte ich im Fitnessstudio gemeinsam mit einem Freund, der einen Doktor in Leistungsphysiologie besaß. Ihn interessierte besonders das Krafttraining. Er bat mich, ihm zu assistieren, während er seine Übungen im Bankdrücken machte, und ihm auf ein Zeichen hin das Gewicht abzunehmen. »Aber nicht, bevor ich es sage«, ermahnte er mich. Ich schaute also zu und wartete, während ich mich darauf vorbereitete, das Gewicht zu übernehmen. Das Gewicht ging rauf und runter, rauf und runter. Und ich konnte sehen, wie es ihn immer mehr Mühe kostete. Aber er ließ nicht locker. Er setzte mit der nächsten Aufwärtsbewegung an, und ich dachte: »Keine Chance.« Aber er schaffte es. Dann senkte er das Gewicht langsam wieder und begann von Neuem. Auf und ab, auf und ab. Als ich sein Gesicht sah, wie er sich abmühte und ihm die Adern beinahe aus der Haut sprangen, dachte ich: »Diesmal wird es fallen und ihm die Brust zerdrücken. Vielleicht sollte ich das Gewicht übernehmen. Vielleicht hat er die Kontrolle verloren und weiß nicht einmal, was er tut.« Aber er brachte das Gewicht heil herunter. Dann fing er wieder an. Ich konnte es nicht glauben. Als er mich schließlich anwies, das Gewicht zu übernehmen, fragte ich: »Warum hast du so lange gewartet?« Und mein Freund erwiderte: »Fast der ganze Nutzen der Übung stammt aus der allerletzten Phase, Stephen. Ich versuche, mir Kraft anzutrainieren. Und dazu ist es erforderlich, dass die Muskelfasern kleine Risse bekommen und die Nervenfasern den Schmerz registrieren. Die Natur macht den Schaden anschließend mehr als wieder gut, und binnen achtundvierzig Stunden sind die Muskeln stärker als zuvor.« Dasselbe Prinzip gilt auch für unsere emotionalen Muskeln wie beispielsweise die Geduld. Indem wir unsere Geduld über ihre Grenzen hinaus beanspruchen, erreichen wir, dass die emotionale Faser reißt. Nachdem die Natur das mehr als wieder gut gemacht hat, ist die Faser anschließend stärker als zuvor. Disziplin kommt von lateinisch discipulus, der Schüler, auch im Sinne von Jünger, Anhänger – Anhänger einer Philosophie, Anhänger bestimmter Prinzipien, Anhänger bestimmter Werte, Anhänger eines übergreifenden Ziels oder eines Menschen, der dieses Ziel verkörpert. Ich strenge mich jeden Morgen an, einen, wie ich es nenne, »privaten Sieg« zu errin-

gen. Ich trete mindestens dreißig Minuten lang in die Pedale meines Trimmdichrads, während ich gleichzeitig in der Heiligen Schrift lese. Dann schwimme ich stramme fünfzehn Minuten im Pool und mache weitere fünfzehn Minuten lang im flachen Teil des Pools Yoga. Anschließend bete ich mit der inneren Einstellung des Zuhörens; ich lausche meinem Gewissen, während ich mir den Rest des Tages durch den Kopf gehen lasse: was es Berufliches zu tun gibt, wie sich meine Beziehungen zu meinen Familienangehörigen, Arbeitskollegen und Kunden gestalten werden. Ich lebe nach korrekten Prinzipien und verfolge wertvolle Ziele.

Die meisten Menschen sagen, ihr Hauptfehler sei ein Mangel an Disziplin. Bei genauerer Betrachtung halte ich das für falsch. Ihr Grundproblem liegt darin, dass ihre Prioritäten noch nicht tief in ihrem Hirn und Herz verwurzelt sind.

Als Stephen R. Covey im Juli 2012 starb, hinterließ er ein reiches Erbe in Form von Gedanken und Lehren zu Themen wie Führung, Zeitmanagement, Effektivität, Erfolg bis hin zu Liebe und Familie. Jetzt erscheint posthum die Sammlung „Seine Weisheiten und Prinzipien“, welche gewissermaßen seine komprimierte Weisheit enthält. Diesem Buch ist der Auszug auf dieser Seite entnommen.

Privater Erfolg kommt vor öffentlichem Erfolg. Selbstbeherrschung und Selbstdisziplin sind das Fundament für gute Beziehungen mit anderen.

Hören Sie in einer Sache, von der Sie wissen, dass Sie sie tun sollten, auf Ihr Gewissen. Beginnen Sie klein – geben Sie sich ein Versprechen und halten Sie es. Geben Sie sich dann ein etwas größeres Versprechen und halten Sie es ebenfalls. Irgendwann werden Sie feststellen, dass Ihr Ehrgefühl stärker ist als Ihr innerer Schweinehund, und das verschafft Ihnen die Zuversicht und den Antrieb, mit anderen Bereichen fortzufahren, in denen Ihnen Verbesserungen wünschenswert erscheinen oder in denen Sie sich nützlich machen möchten. Viele Leute setzen Disziplin mit fehlender Freiheit gleich. Tatsächlich aber trifft das Gegenteil zu: Nur disziplinierte Menschen sind wirklich frei. Die undisziplinierten hingegen sind Sklaven ihrer Stimmungen, Gelüste und Leidenschaften.

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Die Organisation auf wöchentlicher Basis liefert wesentlich mehr Ausgewogenheit und Rücksicht auf den Kontext als tägliche Planung. Es scheint eine implizite kulturelle Anerkennung der Woche als einzelner, vollständiger Zeiteinheit zu geben. Das Wirtschaftsleben, Erziehung und Ausbildung und viele andere Facetten der Gesellschaft operieren innerhalb des wöchentlichen Rahmens und setzen gewisse Tage für gezieltes Engagement und andere für Entspannung oder Inspiration fest.

Treiben Sie sich die Angewohnheit des ständigen Aufschiebens und all die vielen Undiszipliniertheiten aus. Tun Sie das, wenn Sie für sich sind – und ich sage Ihnen, Sie werden schwitzen; das ist kein einfaches Unterfangen – es gehört sogar zum Schwierigsten überhaupt – aber Sie sollten sich wirklich die Zeit dafür nehmen, und dann werden Sie feststellen, wie allmählich die Heiterkeit und die Kraft wieder Einzug halten in Ihr Leben. Vor Jahren waren wir alle fasziniert von den Mondreisen. Superlative wie »fantastisch« und »unglaublich« reichen nicht aus, um diese ereignisreichen Tage zu beschreiben. Was an diesen Himmelsreisen erforderte die meiste Kraft, die meiste Energie? Der etwa eine viertel Million Meilen lange Flug bis zum Mond? Die Rückkehr zur Erde? Die Umkreisung des Mondes? Das Abheben vom Mond? Nein, das war es nicht – nicht einmal alles zusammen. Es war das erste Abheben von der Erde. Die ersten Minuten nach dem Start, die ersten Flugmeilen, kosteten mehr Energie als eine halbe Million Meilen in den folgenden Tagen. Von Gewohnheiten geht ebenfalls eine gewaltige Gravitationskraft aus. Um tief verwurzelte Gewohnheiten wie ständiges Aufschieben, Ungeduld, Kritiksucht, ein Leben in Exzessen oder Selbstsucht zu durchbrechen, braucht es mehr als ein bisschen Willenskraft und ein paar kleinere Veränderungen im Leben.

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Einstellung

Bodo Schäfer

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err Schäfer, Sie sind Europas bester Geldcoach. Immer noch ist Geld ein Tabuthema. Was haben wir eigentlich gegen das Geld? Wir haben etwas gegen Geld, da wir glauben, es korrumpiert uns und verdirbt den Charakter. Religiöse Menschen denken, man kommt dann nicht in den Himmel, um es in der religiösen Sprache zu sagen. Ich bin religiös aufgezogen worden und ich war mit 26 Jahren pleite, weil ich diese ganzen Vorurteile und Glaubenssätze hatte. Diese Dinge sind also durchaus ernst zu nehmen. Es ist nicht so, dass irgendjemand irgendetwas erfindet, sondern das sind gewachsene Glaubenssätze, die durch Elternhäuser, Schulen, unsere Gesellschaft und auch durch die Medien genährt werden. Die Medien zeichnen fragwürdige Bilder von Reichen, die Geissens als Stichwort. Dann denkst du: „Naja, will ich wirklich so werden?“. Und so hat sich ein Gedanke verfestigt, dass Geld tatsächlich etwas ist, wofür ich einen Preis zahle und der Preis ist, dass

Liebe Bodo Schäfer ist Money Coach und Bestsellerautor. An seinem 7-Jahres-Kurs zur finanziellen Freiheit haben bereits über 10.000 Menschen teilgenommen. Bodo Schäfer hat schon vor über 800.000 Menschen Seminare gehalten. Melden Sie sich jetzt zum gratis VideoCoaching von Bodo Schäfer an und erfahren Sie, ob es wirklich möglich ist, finanziell frei zu werden!

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ich kein guter Mensch mehr bin und keine Freunde mehr habe. Ich glaube es ist wichtig, dass wir den Menschen etwas ganz Einfaches an die Hand geben. Damit wir verstehen, dass es gar nicht um Geld geht, denn jeder, der dem Geld hinterherjagt, hat es schwer. Sondern dass wir einen Wert schaffen, wie zum Beispiel Ihr Magazin, das hoffentlich den Menschen hilft, sich mit dem Thema Erfolg besser auseinander zu setzen, es tiefer zu verstehen, Vorurteile abzubauen und durch andere Glaubenssätze zu ersetzen. Also, Sie schaffen einen Wert und dann ist es auch richtig und wichtig, wenn dem Wert Geld folgt und das Geld verwandeln wir dann wieder in Werte. Und Werte sind einmal Beziehungen mit Menschen, sind Investitionen in uns selbst, dass wir stärker werden, und

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Einstellung

sind natürlich auch Assets, also Investments, die uns einen Return bringen. Eine persönliche Frage: Wie war das denn bei dem kleinen Bodo? Hat man schon immer gesagt: „Der wird mal irgendwas mit Geld machen“? Da hat man gesagt: „Der spinnt.“ Ich habe ab dem sechsten Lebensjahr gesagt, dass ich mal reich werden will und anderen zeigen will, wie man auch reich wird und das in einer religiösen Familie. Meine Mutter hat davor wirklich Angst gehabt. Als ich dann später mein Studium geschmissen habe, hat meine Mutter den Pfarrer ins Haus geholt. Der sollte mit mir sprechen und mir vor allem ins Gewissen reden. Er hat mich gefragt, was ich machen will und ich habe ihm geantwortet, dass ich etwas mit Geld machen und reich werden will. Er wollte mir Ratschläge­ geben, ich habe ihn aber unterbrochen und gefragt: „Herr Pfarrer, können Sie mir sagen, wie viel Sie verdienen?“. Da fing er an mir zu sagen, dass es darum gar nicht ginge. „Doch“ sagte ich, „darum

Was kann man denn unmittelbar tun, um besser mit Geld zu werden? Wenn Sie jetzt erwarten, dass ich einfach schnipse und dann fällt der Goldstaub über Sie, das ist natürlich Unsinn und das wissen wir alle. Das wäre auch nicht seriös. Es gibt sechs Schritte und die brauchen Zeit. Also, der erste Schritt besteht darin, reich zu denken und seine Gedanken, also die

anderer in drei schaffen, aber seriös wäre zu sagen, dass man es in sieben Jahren schaffen kann. Definieren Sie persönlich Erfolg auch über Geld, darf man sowas an erster Stelle schreiben? Ich glaube wir müssen das sogar an erster Stelle schreiben, zumindest, wenn wir mit einem Money Coach reden. Und das hat einen ganz einfachen Grund. Alles, was wir sonst als Erfolg beziffern könnten, wäre nicht messbar. Wenn Sie also sagen, dass Sie ein glücklicher Mensch sind, dann freut mich das für Sie. Aber woher weiß ich, dass Ihre Aussage stimmt. Wie kann das irgend jemand nachprüfen? Bei Geld ist das ganz einfach. Du guckst auf deinen Kontoauszug und dann weißt du Bescheid. Wobei ich nochmal sagen kann: Geld ist nicht wichtig, wichtig ist der Wert, den wir damit schaffen. Und der Wert, den wir vorher schaffen. Denn wenn wir am Ende wieder Wert investieren, dann sind wir wieder wertvoller, verdienen also auch wieder mehr Geld. Das ist also eine Positivspirale. Aber ja, lassen Sie es mich noch deutlicher sagen. Würden Sie sagen, dass es okay ist, Geld zu lieben? Viele Menschen sagen dazu klar „nein“. Und jetzt kommt meine Frage: Wenn Liebe die stärkste Kraft im Universum ist und ich sage nicht klar: „Ich liebe Geld“. Ja was mache ich denn dann? Dann sage ich, dass Geld nicht so wichtig ist oder ich sogar ein misstrauisches Verhältnis zu Geld habe. Ich habe damit erstmal nicht die wichtigste Kraft des Universums auf meiner Seite, um meine Vermögensziele zu erreichen, frei zu sein, meine Träume zu verwirklichen und anderen zu helfen, denn dafür brauche ich Geld. Immer wenn ich einen positiven Glaubenssatz nicht habe, dann habe ich möglicherweise sogar einen anderen negativen, der mich auch noch stärker hemmt. Also ja, Geld kann man lieben und all das, was es erreicht. Der zweite wichtige Glaubenssatz ist, dass Geld nicht alleine das Wichtigste ist. Fünf Bereiche sind wichtig und Geld ist einer davon. Aber die Leute, die sagen, dass Geld nicht wichtig ist, sind meistens die gleichen, die damit in Wahrheit ausdrücken, dass Geld für sie überhaupt nichts ist und sie damit nicht zurechtkommen. Und das ist gefährlich, deswegen sage ich: „Nimm Geld nicht als das Wichtigste, aber als so wichtig, dass es zu einer unterstützenden Kraft in deinem Leben wird.“

»Ich nehme mir ein Ziel und das nehme ich einfach mal zehn.« Glaubenssätze, zu ändern. Das ist das Erste und gleichzeitig das Schwierigste, denn wir müssen eigentlich denken wie ein Reicher, obwohl wir gar nicht reich sind. Aber wenn uns das nicht gelingt, dann wird es auch nicht funktionieren. Nehmen wir nur mal die Ziele. Normale Menschen machen gar keine großartigen Ziele. Die Mittelschicht hat realistische Ziele und die Reichen, die setzen sich Ziele mit dem Faktor zehn. Die sagen: „Ich nehme mir ein Ziel und das nehme ich einfach mal zehn.“ Und dann ist es riesig groß. Das ist entsetzlich für die

Das Geld Lerne »reich« zu denken

geht’s, denn wir reden schließlich um meinen Job und da ist Einkommen wichtig. Also sagen Sie mir, wie viel Sie verdienen.“ Da sagte er nur, dass er nicht viel verdiene. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir das wie folgt machen: „Als Vorbild für Einkommensfragen möchte ich Sie nicht hinzuziehen aber wenn ich in spirituellen Dingen Rat haben möchte, dann komme ich wieder zu Ihnen“. Da fing er zu lachen an, was mich überrascht hat, und sagte „Da haben Sie eigentlich recht“. Sie haben das wohl erfolgreichste deutsche Buch über Vermögensaufbau geschrieben. Sind Ihnen viele Menschen begegnet, die Ihnen nachher bestätigt haben, dass die Methode tatsächlich funktioniert? Ich habe jedenfalls 36.000 Briefe bekommen von Menschen, die mir Feedback geben, dass sie entweder finanziell frei geworden oder auf einem guten Weg dahin sind. Das ist natürlich ein gigantisches Feedback.

meisten Menschen, dieses „reich denken“. Dann müssen wir schon lernen zu sparen, ohne dass es weh tut, also den Gürtel nicht enger schnallen. Da habe ich Systeme, die automatisch zum Millionär machen. Und dann müssen wir natürlich planen, denn

wir müssen auch mehr verdienen. Wir müssen investieren und es auch genießen, es ausgeben. Und das braucht Zeit. Seriös kann ich sagen, in sieben Jahren kann jemand finanziell frei sein. Bei mir waren es viereinhalb Jahre, vielleicht kann es ein

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Bild: Bodo Schäfer Akademie, Jan.con

Das Interview führte Julien Backhaus


Einstellung

Scheiß darauf, wenn‘s nicht funktioniert Wenn man mich heute fragt: „Katja, wie werde ich erfolgreicher?“ ist meine Antwort: „Mach mehr Fehler.“ Dummerweise wird uns genau das Gegenteil beigebracht. Wir leben in Deutschland in einer „Nullfehlerkultur“, nach dem Motto: „Mach lieber gar nichts, ehe was schief geht.“ Schon in der Schule kriegen wir beigebracht: Wer Fehler macht, wird bestraft. Später im Job heißt es dann: Wer Fehler macht, fliegt raus. Ob in der Schule oder später im Beruf, wir lernen: Du darfst nichts falsch machen. Und das ist der Beginn des Misserfolgs. Stell dir doch mal vor, du wärst mit diesem Fehlervermeidungsverhalten auf die Welt gekommen. Du wärst heute noch im Krabbel-und Kriechmodus unterwegs. Beim ersten gescheiterten Gehversuch hättest du das Handtuch geschmissen. Du hättest es

versucht, hättest mutig ein Bein vor das andere gesetzt, irgendwas wäre schief gegangen und du: „Autsch, Fehler! So ein Mist. Das funktioniert nicht mit dem Laufen! Ich lass das, das sollen mal schön die anderen machen. Ich bleib liegen, das ist sicherer.“ Laufen lernen wir aber nur durch laufen.

Wir sind weniger bereit etwas zu riskieren und wir werden immer vorsichtiger. Das Ganze nennen wir dann Vernunft. Die Folge unserer Vernunft? Wir versuchen es nicht einmal. Vor lauter Angst, es könnte schief gehen. Oder wir versuchen es und sobald etwas schief geht, geben wir auf! Wir werfen das Handtuch und dann kommt einer meiner Lieblingssätze: „Es hat halt nicht geklappt. Es sollte wohl nicht sein.“ Hallo? Wer sagt das? Und wie wäre es mit: Einfach noch mal probieren?

»Mach mehr Fehler.«

Scheitern ist nicht schlimm Ich fuhr mit 25 Jahren den ersten Porsche und war eine der abschlussstärksten Immobilienverkäuferinnen. Auf meinem Konto stehen über 50.000 geführte Cold Calls aus dem Berliner Telefonbuch und mehr

Bilder: Hour Of Power

Und das gilt für alles andere im Leben auch. Wir lernen nur, in dem wir es tun. Und hinfallen gehört nun mal zum Tun dazu. Dummerweise sind wir immer weniger bereit auf die Klappe zu fallen, je älter wir werden.

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als 7000 Verkaufsgespräche. Ich weiß, wie man sich in einem hart umkämpften Markt durchsetzt und sich den Erfolg holt, den man haben will. Aber ich kenne nicht nur Erfolg. Ich kenne auch das Gegenteil. Mit 30 Jahren war ich das erste Mal pleite. Ich habe mein Geld nicht mehr bekommen, meine Auftraggeber haben mich nicht mehr bezahlt. Von einem Tag auf den anderen. Peng! Das ist mir insgesamt zweimal in meinem Leben passiert. Jetzt kann man sagen: „Oh wie blöd.“, oder: „Was für Arschlöcher.“ oder „Das war aber Pech, da hat dir das Schicksal aber böse mitgespielt.“, was auch immer einem dazu einfällt. Aber darum geht es nicht. Wen interessiert es, wie ich da rein gekommen bin? Und was ändert es, dass ich wusste, wer mich in diese Situation gebracht hat? Fakt ist: Ich war pleite, den Umstand konnte ich nicht ändern. Nur weil ich die Schuldigen kannte, hat es an den Folgen nichts geändert. Ich war ich immer noch pleite. Ich hatte nur eine einzige Chance: Die Umstände zu akzeptieren und das Beste aus ihnen zu machen. In dieser Zeit habe ich die für mich wichtigste Lektion in meinem Leben gelernt: Scheitern ist nicht schlimm. Es geht immer irgendwie weiter. Egal wie ausweglos eine Situation auch scheint. Das einzige was zählt ist, das du wieder aufstehst. Fehler und vermeintliches Scheitern sind immer nur eine Momentaufnahme. Beides gehört zum Leben dazu wie die Luft zum atmen. Für mich sind Fehler sind nichts anderes als ein notwendiger Schritt auf dem Weg zum Ziel. Hätte ich meine „Fehler“ nicht gemacht, wäre ich heute nicht da wo ich bin. Und das wäre verdammt schade. Scheiß auch aufs Talent Genauso wenig wie Fehler verantwortlich für Misserfolge sind, sind Talent, Begabung, Glück verantwortlich für Erfolg. Erfolg ist auch kein Geburtsrecht und schon gar nicht das Ergebnis günstiger Umstände. Jeder Mensch hat die Chance in seinem Leben erfolgreich zu sein- immer und zu jeder Zeit. Die beiden einzigen Voraussetzungen hierfür sind: 1. das du es wirklich willst und 2. das du es zulässt. Und hier steht uns wieder unsere Angst vor Fehlern im Weg. Wenn wir Angst haben, ob etwas funktioniert oder nicht, wenn wir keine Fehler machen wollen, dann lassen wir es eben nicht zu. Vor lauter Angst sehen wir nur das was schief gehen könnte. Wir sehen die Probleme und nicht die Lösungen. Wir sehen die Hindernisse und

nicht die Chancen. Erfolg funktioniert weder im Problemfokus noch im daraus resultierenden Angstmodus. Erfolg funktioniert aber auch nicht, wenn wir nicht wissen, was wir wirklich wollen, was uns antreibt. Frage ich meine Teilnehmern nach ihren

zufriedenes Leben?“ Wenn ich aber „ziemlich zufrieden“ fokussiere, werde ich „richtig geil“ nicht bekommen. Wir bekommen immer, was wir erwarten im Leben. Unser Handeln folgt nun mal unserem Fokus. Wenn du Probleme erwartest, wirst du sie bekommen. Wenn du denkst, das wird doch sowieso wieder nicht funktionieren, wird es das auch nicht. Das ganze Prinzip Katja Porsch ist Motivational Speaker, Verkaufsfunktioniert expertin und Autorin. Sie war eine der abschlussaber zum stärksten Immobilienverkäuferinnen Deutschlands Glück auch und kämpfte sich erfolgreich aus zwei Pleiten in die andezurück zum Erfolg. re Richtung. Wenn du denkst: „Ich schaff das! Zielen kommen oft so Wischiwaschi-Aus- Ich krieg das hin!“ wirst du das auch tun, sagen wie: „Na ja, über die Runden kom- früher oder später. Du musst nur durchhalmen.“ „Sich was leisten können.“, „Zufrie- ten. den sein.“ usw. Was genau bedeutet das? Je unklarer unser Bild von dem ist, was wir Ich werde immer wieder gefragt, wie ich es haben wollen, umso unklarer ist, ob wir es geschafft habe, mich aus zwei Pleiten wiejemals erreichen. Das Gegenteil von Angst der raus zu holen und so erfolgreich zu werist Freude. Nur keine Angst zu haben hilft den. Die Antwort ist simpel: Ich habe meinicht. Wir müssen im Gegenzug auch wis- nen Fokus geändert. Nicht mehr und nicht sen, was uns im Leben wirklich antreibt, weniger. Oft investieren wir unsere Energie, was unser Traum bzw unsere Vision ist. indem wir versuchen unser Umfeld, die Ohne Traum kein Motor und ohne Motor Menschen und die Umstände zu ändern. kein Antrieb, so einfach ist das. Ein sinnloses Unterfangen. All das können wir nur schwer beeinflussen. Was wir aber Achte auf Deinen Fokus beeinflussen können, sind unsere GedanDer einzige Unterschied zwischen erfolg- ken, sie entscheiden über unser Handeln reichen Menschen und denen, die es gerne und damit über das Ergebnis.

Wenn ich „ziemlich zufrieden“ fokussiere, werde ich „richtig geil“ nicht bekommen. wären, sind ihre Gedanken- nicht mehr und nicht weniger. Erfolg ist in erster Linie eine Frage des richtigen Fokus. Ich habe letztens eine Studie gelesen, in der Deutsche gefragt wurden, wie glücklich sie mit ihrem Leben sind. 59 % sagten, sie seien „ziemlich zufrieden“. Hallo, was bitte ist „ziemlich zufrieden“? Was heißt das? Was genau ist das für ein Zustand? Klar kannst du jetzt sagen: „Mensch Porsch, jetzt komm mal runter. Wir leben in Deutschland, da ist ziemlich zufrieden schon fast euphorisch. Aber ehrlich, willst du auf deinem Grabstein stehen haben: „Ich führte ein ziemlich

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Jetzt kennst du die vier Gesetze, die du verfolgen musst, wenn du erfolgreich oder noch erfolgreicher werden willst: 1. Ändere Gedanken: Fokussiere dich immer auf die Lösung, nicht auf das Problem. 2. Sei bereit Fehler zu machen: Fehler sind ein notwendiger Schritt auf dem Weg zum Ziel/Erfolg. 3. Finde Deinen Traum: Ohne Motor wirst du dich nicht in Bewegung setzen. 4. Erwarte, dass du es schaffst: Nur wenn du glaubst, dass du es schaffst, wirst du stark genug sein, mit Niederlagen umzugehen und immer wieder aufzustehen.

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Udo JĂźrgens

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Nur dieser Weg!

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Entweder ich schaffe es mit der Musik oder ich gehe mit ihr unter.

Bild Jürgens: Pressebild, Klapheck: Goldeck

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iele Menschen könnten deutlich mehr Erfüllung in ihren Beruf bringen, als das im Moment der Fall ist. Nämlich dadurch, dass sie sich auf ihre wahren Stärken besinnen und den Mut finden, jetzt die richtigen Schritte einzuleiten. Wir beschränken unser Denken viel zu häufig auf die klassischen Wege und lassen unseren Verstand von vornherein viel zu viele Optionen ausschließen. So wie einst ein schottischer junger Mann. Er arbeitete als Milchmann, Baggerfahrer und Bademeister, bevor er sich auf das Lackieren und Polieren von Särgen spezialisierte. Erst als er sich auf einen Weg konzentrierte, den sein Verstand zuvor ausgeschlossen hatte, wurde er erfolgreich und weltberühmt. 1999 wählte ihn das ­PeopleMagazin zum Sexiest Man des Jahrhunderts. Ich spreche von Sean Connery. Nicht jeder hat das Zeug zu einer Weltkarriere und nicht jedem würde sie Spaß machen. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich viele Menschen deutlich verbessern und deutlich mehr selbst verwirklichen könnten, wenn Sie festgefahrene Gedanken­bahnen mutig verlassen. Und Sie können mir eines glauben: Bei mir klingelt auch niemand an der Tür, um eine große Kiste abzuladen und mich aufzufordern: »Hallo, Martin, hier ist ein ganzer Karton voller höchst lukrativer Aufträge. Greif kräftig rein und such ein paar Hände voll aus.« Auch ich muss handeln und brauche manchmal Geduld und einen langen Atem. Viele Musiker, die heute von Millionen Fans umjubelt werden, haben mal ganz klein angefangen – und in ihrer besch... eidenen Lage alles an Aufträgen angenommen, was sie kriegen konnten. Die USSängerin Lana del Rey etwa, die mit ihren melancholischen Songs inzwischen einige ChartHits gelandet hat, musste erst mal sieben Jahre durch die Provinz tingeln: immer kurz vorm Abgrund, finanziell wie künstlerisch. Bis 2010 endlich der Durchbruch kam. Paul Potts war Smartphone-Verkäufer für die Einzelhandelskette The CarphoneWarehouse und sang eher hobbymäßig.

Udo Jürgens (rechts), erzählte Martin Klapheck (Mitte) bei einem Treffen 2010 von seinem langen Weg zum erfolgreichen Musiker.

Seinen großen Durchbruch erlebte er nach seinem Auftritt bei der britischen Castingshow »Britan‘s Got Talent« am 9. Juni 2007. Allein in Deutschland verkaufte er 3,5 Millionen Alben. Oder Udo Jürgens, den ich 2010 persönlich kennenlernte. Er erzählte mir, dass er fast 15 Jahre lang ausschließlich Negativ­ erlebnisse hatte bei dem Versuch, bekannt zu werden. Ursprünglich sang er während Unterhaltungsshows Schlager anderer Interpreten. Als er sich irgendwann weigerte, das weiterhin zu tun, weil ihm seine eigene Musik am Herzen lag, kündigte seine Schallplattenfirma sogar den Vertrag mit ihm. Er war sich unsicher, ob ihm der Durchbruch gelingen würde. Aber er sagte: »Ich schaffe es mit der Musik oder gehe

 Sicherheit kann Sie im Stich lassen – Ihre Stärken hingegen lassen Sie nie im Stich. 

Martin Klapheck

„Der Piano-Referent“ ist KeynoteSpeaker, Buchautor, Unternehmer und preisgekrönter Pianist. Er gehört zu den führenden Experten für Erfolg und kreatives Handeln.

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mit der Musik unter, aber das wäre immer noch besser, als in einem Büro zu versauern.« Udo Jürgens hat an seiner Musik festgehalten und als er 1966 beim Grand Prix Eurovision mit »Mercie Cherie« den ersten Platz erreichte, folgte der lang ersehnte internationale Durchbruch. Mit über 100 Millionen verkaufter Tonträger war er der kommerziell erfolgreichste Unterhaltungsmusiker im deutschen Sprachraum. Müssen Sie für Ihr Geld nicht ohnehin viel Engagement aufbringen? Oder vielleicht sogar krampfhaft darum kämpfen? Wie wäre es, wenn Sie diese Kraft gleich da investieren, wo Sie im Gegenzug sofort mit Freude und Erfüllung belohnt werden – und nicht nur mit Geld? »Solide« Brotund-Butter-Jobs vermitteln allenfalls eine Scheinsicherheit.

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Leon Windscheid

Gegen die Spirale der Angst Mein „Wer wird Millionär?“-Abenteuer begann in Unterhosen und endete auch mit Günther Jauch in Unterhosen. Buchauszug aus „Das Geheimnis der Psyche“ von Leon Windscheid, Ariston Verlag

Der Kerngedanke bei der Spirale der Angst ist, dass sich unsere Angstreaktion aufschaukeln kann. Genau das hatte ich bei meinem Referat in der Uni erlebt. Ein kleines Anzeichen von Angst bringt uns in Habachtstellung. Jetzt sind wir besonders sensibel für alles, was eine Gefahr sein könnte: Ich denke, dass ich schwitze. Das ist peinlich. Alle sehen das. Jetzt steigt mein Angstniveau. Sofort wird mir noch wärmer. Jetzt sehe ich, dass ich unter den Achseln schon zwei Schweißpfannekuchen auf dem Hemd habe. Die Mädels in Reihe drei fangen an zu kichern, oder? Für mein Hirn sind das alles Gefahren. Was tun bei Gefahr? Noch mehr Angst! Ich fange an, mich zu verhaspeln. Mein Vortrag wird in einem Fiasko enden! Es kommt zu einem Aufschaukeln zwischen Reizen aus der Umgebung, die man als Gefahr interpretiert, und unserem Hirn, das uns mit Angst auf die Gefahren vorbereiten möchte – und alles (anscheinend) nur noch schlimmer macht. Sobald man in den Strudel der Spirale gezogen wird, geht es immer weiter nach oben, wie in einem

Tornado. Wenn man einem Spinnenphobiker ein Krabbeltier auf den Kopf setzt, schießt die Angstkurve Richtung Himmel. Gefühlt wird diese Kurve nach oben niemals abflachen und die Angst immer schlimmer. Nachdem unsere Dozentin die Idee hinter der Spirale der Angst erklärt hatte, zückte sie wieder den dicken Edding. Energisch zog sie einen waagerechten Strich durch

gegen die falschen Gefahrensignale aufzubauen. Und das geht am besten, indem sie mit der vermeintlichen Gefahrenquelle konfrontiert werden. Das nennen wir Psychologen Exposition. Vereinfacht gesagt, wird einem der Auslöser der Angst so lange vorgehalten, bis die Angst von allein abnimmt. Dabei ist klar, dass ein Profi jemandem mit Spinnenphobie niemals unvermittelt eine Vogelspinne auf den Kopf setzen würde. Im Gegenteil. Die Exposition beginnt ganz unten. Genau wie die Spirale der Angst. Vielleicht mit dem Foto einer Biene. Die ist immerhin schon ein Insekt. Schrittchenweise geht es dann weiter bin zum Spinnenfoto. Dann eine ganz kleine Spinne im Käfig und irgendwann vielleicht die Vogelspinne auf dem Kopf. Bei jedem einzelnen Schritt lernt der Patient seine Angst ein wenig besser kennen und beginnt, mit ihr umzugehen. Dadurch nimmt die Angst ab. Für mich war die gemalte Spirale auf dem Flipchart ein Psycho-Schlüsselmoment. Und zwar aus drei Gründen. Erstens habe ich hier zum ersten Mal richtig verstan-

 Da sitzt man dann zu Hause   auf der Couch und denkt:  »Mensch, ist der doof!«

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die gemalte Spirale. Was Psychotherapeuten ihren Angstpatienten klarmachen, ist, dass die Spirale der Angst ein natürliches Ende hat. Irgendwann ist Schluss. Angst flacht ab. Man gewöhnt sich an alles. So unangenehm der Weg dahin auch ist und so unmöglich es einem am Anfang erscheinen mag. In der Therapie lernen Angstpatienten, ein »Angstimmunsystem«

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Wissen

Bilder: Stefan Gregorowius

Der Moment als Leon Windscheid die EineMillion-Euro-Frage richtig beantwortet.

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Wissen

den, warum Psychologie den Leuten helfen kann. Zweitens wurde mir klar, dass es vollkommen egal ist, ob man tatsächlich an einer psychischen Störung leidet oder nicht. Die Grundideen vieler psychotherapeutischer Ansätze kann man wunderbar auch dann auf sich selbst anwenden, wenn man seine Psyche in einem bestimmten Bereich besser in den Griff bekommen möchte. Und drittens, weil mir erstens und zweitens zu einer Million Euro verholfen haben. Nachdem ich nämlich damals im Seminar von der Spirale der Angst gehört hatte, setzte sich ein Gedanke in meinem Kopf fest: Man kann seine Ängste überwinden, wenn man nur lange genug trainiert. Sie können sich vorstellen, dass eine Kandidatur bei Wer wird Millionär? auch mit extremer Aufregung zu tun hat. Bevor ich mich bei Günther Jauch auf den Stuhl setzen würde, so hatte ich es mir fest vorgenommen, würde ich mich auf diese Aufregung vorbereiten. Etwas Adrenalin ist gar nicht schlecht für unser Gehirn. Aber was meinen Sie, warum Kandidaten oft schon bei Fragen unter 500 Euro ihre Joker zücken müssen oder im schlimmsten Fall rausfliegen? Da sitzt man dann zu Hause auf der Couch und denkt: »Mensch, ist der doof!« Aber mit doof hat das (zumindest meistens) gar nichts zu tun. Der wahre Grund dafür, dass jemand auf dem Schlauch steht, ist Aufregung, Ve r u n s i c h e r u n g oder tatsächlich blanke Angst. Dafür kann Herr Jauch gar nichts. Es ist die besondere Umgebung im Studio und die Situation vor den Kameras. Um mich also entsprechend zu wappnen, bereitete ich mich schon im Vorfeld auf diese Angst vor. Und zwar, gemäß dem Ansatz der Angsttherapie, durch Exposition. Zwar hatte ich keinen Schlüssel zu einem Fernsehstudio und auch keine Kameras oder Scheinwerfer zu Hause. Aber ich hatte einen Stuhl. Einen Schreibtischstuhl mit Armlehnen, so ähnlich wie der bei Wer wird Millionär?. Es war aber noch mehr erforderlich, um die Aufregung auszulösen, mit der ich im Studio fest rechnete. Und so setzte ich mich vor die Mitbewohner aus der WG meines Bruders auf den Stuhl – in Unterhose. Die Jungs löcherten mich dann mit typischen Wer wird Millionär?-Fragen. Sie können sich vorstellen, dass diese Situation unangenehm und irgendwie peinlich war. Genau das war Ziel der Freikörperübung.

Das Geheimnis der Psyche. Wie man bei Günther Jauch eine Million gewinnt und andere Wege, die Nerven zu behalten“ von Leon Windscheid, Ariston Verlag

Natürlich gehören zum Millionengewinn Fragen, die zu den eigenen Wissensstärken passen, ein wohlgesonnener Günther Jauch und nicht zuletzt eine ordentliche Portion Glück. Bekommen Sie das alles nicht, könnten Sie den ganzen Tag in Unterhose durch die Stadt laufen, um Ihre Nervosität abzubauen. Es würde nicht helfen. Bei mir kam alles zusammen. Und

So verbinde ich meine Million besonders eng mit Psychologie und zwei Unterhosen. Die zweite Unterhose bekam ich nach der Sendung zu sehen. In der Maske hatte ich am Nachmittag eine lange Stange mit unzähligen Jauch-Anzügen an Bügeln gesehen. Die würden zum Großteil nur ein einziges Mal in der Sendung getragen, erklärte mir die freundliche Garderoben-

 Etwas Adrenalin ist gar nicht   schlecht für unser Gehirn. 

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ich bin mir sicher, dass mir der »Unterhosentrick«, wie ihn die BILD-Zeitung nachher nannte, sehr geholfen hat. Wenn Sie also demnächst bei Günther Jauch sein werden, probieren Sie die Sache mit der Unterhose einfach vorher aus. Der Trick mit der Exposition funktioniert aber nicht nur zur Vorbereitung auf Quizshows. Wenn man eine Rede oder einen Vortrag halten muss und schon vorher Angst hat, rot anzulaufen und vor lauter Aufregung keinen geraden Satz herauszubekommen, sollte man einen Strich durch die Spirale der Angst ziehen, indem man seine Ängste kennenlernt und trainiert, mit ihnen umzugehen. Sie müssen nicht gleich in Unterhose vor anderen üben. Fangen Sie mit Ihrem Spiegelbild an und steigern Sie sich dann langsam. Egal, wie gut das Training läuft, Sie werden sich verbessern.

dame auf Nachfrage. Das fand ich doof. Verschwendung ist nicht mein Ding. Kurzerhand fragte ich den Quizmaster, nach dem Feuerwerk zur gewonnenen Million, ob er mir seinen Anzug nicht schenken wolle, statt ihn wegzuhängen. Er sagte zu. Gegen alle Regeln der Wer wird Millionär?-Studios in Köln durfte ich dann mit in Günther Jauchs Wer wird Millionär?Büro. Ein bescheidener Raum mit einem eher popeligen Schreibtisch, Kleiderständer, Schrank und Raufasertapete. Überhaupt nicht besonders. Da zog er sich dann aus, als wäre es das Normalste der Welt, während er mir Hinweise gab, was mich nach dem Millionengewinn alles erwarten würde, und schenkte mir Jackett, Hemd, Krawatte, Gürtel und Hose. Seine Unterhose behielt er an.

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NACHHALTIGE INVESTMENTS Gute Rendite mit guten Gewissen Der Markt der nachhaltigen Geldanlage boomt – egal ob bei Aktien-, Renten- oder Mischfonds. Nicht mehr nur Kirchen oder Stiftungen wollen ihr Geld ökologisch und ethisch korrekt anlegen – auch immer mehr Privatanleger folgen diesem Trend. Und das aus gutem Grund: Neben dem guten Gewissen bringen nachhaltige Fonds oftmals mehr Rendite als herkömmliche Investments.

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Wissen

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er Philosoph Bertrand Russel sagte eines Tages: „Man sollte schon fähig sein, sich eine Zeitlang zu konzentrieren. Das ist unverzichtbar, wenn man auch Schwieriges erreichen will.“ Der Soziologe Robert Lynd bemerkte: „Wissen ist Macht, aber nur wenn ein Mensch weiß, um welche Fakten er sich nicht zu kümmern braucht.“ Fokussiertes Denken schiebt alles Ablenkende, alle geistigen Abfallprodukte beiseite, damit man sich auf ein Thema konzentrieren und klar denken kann. Sehen Sie hier, was fokussiertes Denken für Sie bewirken kann.

Fokussiertes Denken bündelt Ihre Energien auf ein einziges Ziel hin Konzentration kann Energie und Power bringen, egal was man macht, ob es sich um eine körperliche oder geistige Beschäftigung handelt. Wenn Sie gerade lernen, wie man einen Baseball richtig schlägt und wenn Sie einen guten Kurvenball hinkriegen wollen, erreichen Sie durch konzentriertes Denken beim Üben eine Verbesserung Ihrer Schlagtechnik. Wenn Sie sich vorgenommen haben, den Herstellungsprozess Ihres Produktes zu optimieren, hilft Ihnen fokussiertes Denken dabei, die beste Methode zu finden. Wenn Sie ein schwieriges mathematisches Problem lösen wollen, kommen Sie dank fokussiertem Denken irgendwann auf die richtige Lösung. Je komplizierter ein Problem oder ein Thema ist, desto mehr fokussiertes Denken und Zeit benötigen Sie, um es zu lösen.

So denken Erfolgsmenschen Bilder: nikopress

Auszug aus „So denken Erfolgsmenschen“, Books4Success Verlag

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Bild: Depositphotos/adrenalina, Maxwell: Lauren Liebermann

Wissen Fokussiertes Denken gibt Ideen ausreichend Zeit, sich zu entwickeln Ich liebe es, neue Ideen zu haben und sie zu entwickeln. Ich hole mein Team oft zusammen, wir machen miteinander Brainstorming und kreatives Denken. Wenn wir zusammenkommen, versuchen wir zunächst einmal, so gründlich nachzudenken, dass wir so viele Ideen wie möglich einsammeln können. Oft ergibt sich ein möglicher Durchbruch, wenn wir viele gute Vorschläge miteinander diskutieren. Aber wenn Sie einzelne Ideen auf die nächsthöhere Ebene heben wollen, müssen Sie im Geiste umschalten – vom expansiven hin zum selektiven Denken. Ich habe herausgefunden, dass aus einer guten Idee eine hervorragende Idee werden kann, wenn Sie ihr ausreichend konzentrierte Aufmerksamkeit und Zeit einräumen. Natürlich kann es sehr frustrierend sein, sich über lange Zeit hinweg auf nur eine einzige Idee zu konzentrieren. Ich selbst habe schon ganze Tage damit zugebracht, mich mit nur einem Einfall zu befassen und ihn auszubauen, nur um festzustellen, dass ich ihn irgendwie nicht verbessern konnte. Aber manchmal hat sich meine Hartnäckigkeit, bei einer Idee zu bleiben, gelohnt. Das macht mich dann sehr glücklich. Denn auf dem Höhepunkt des fokussierten Denkens reift nicht nur meine Idee, sondern ich selbst kann mich weiterentwickeln! Fokussiertes Denken lässt das Ziel klarer vor Augen stehen Golf ist eines meiner liebsten Hobbys. Es ist ein ebenso wundervolles wie anspruchsvolles Spiel. Ich mag es auch deswegen, weil die Ziele dieses Spieles so schön klar sind. Professor William Mobley von der Universität von South Carolina sagt über das Golfspiel: „Eines der wichtigsten Dinge an Golf ist die klare Zielvorgabe. Man sieht die Nadeln, man kennt die Schlagzahl – es ist alles andere als einfach, aber es ist auch nicht unerreichbar, man kennt seine durchschnittliche Punktezahl und es gibt einen interessanten sportlichen Wettkampf – gegen die Schlagzahl, gegen einen selbst und die anderen Spieler. Diese Ziele geben einem etwas, worauf man hinarbeiten kann. In der Arbeit, wie beim Golfen, sind Ziele dazu da, einen zu motivieren.“ Eines Tages traf ich auf dem Golfplatz einen Spieler, der nach dem Putten immer vergaß, den Flaggenstock wieder zurück ins Loch zu stecken. Was war die Folge? Weil ich mein Ziel nicht klar erkennen konnte, konnte ich mich nicht richtig darauf konzentrieren. Meine Konzentration verwandelte sich bald in Frustration – und ich spielte miserabel. Ein guter Golfer kann nur sein, wer sein Ziel klar vor Augen hat und sich voll darauf konzentriert. Dasselbe gilt auch fürs Nachdenken. Konzentration

John C. Maxwell ist Autor von bis dato 70 Büchern, Redner und Pastor. Sein Haupt­ thema ist Führung.

hilft Ihnen dabei, Ihr Ziel zu erkennen – und es zu erreichen. Fokussiertes Denken bringt Sie ein Niveau höher Niemand erreicht Großes, indem er ein Generalist wird. Man feilt nicht an einer Begabung, indem man seine Aufmerksamkeit teilt. Die einzige Möglichkeit, die nächsthöhere Ebene zu erreichen, ist Konzentration. Egal ob es Ihr Ziel ist, ins nächsthöhere Spielniveau eines Computerspieles zu gelangen, an Ihrem BusinessPlan zu feilen, Ihren Gewinn zu mehren, Ihre Untergebenen zu schulen oder Ihre persönlichen Probleme zu lösen, Sie müssen Ihre Konzentration aufs Wesentliche beschränken. Der Autor Harry A. Overstreet schreibt: „Ein unreifer Geist hüpft von einem Gegenstand zum nächsten; ein reifer Geist versucht, an einer Sache dran zu bleiben.“ Worauf sollten Sie Ihr Denken konzentrieren? Verdient jeder Ihrer Lebensbereiche dieselbe Aufmerksamkeit, Zuwendung und Konzentration? Natürlich nicht. Seien Sie wählerisch, nicht verschwenderisch, was Ihr fokussiertes Denken angeht. Ich persönlich denke nur über vier Bereiche meines Lebens richtig intensiv nach: Über Führungskompetenzen, Kreativität, Kommunikation und bewusstes Networking. Wahrscheinlich treffen Sie, liebe Leser, eine ganz andere Wahl. Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, welche, finden Sie

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im Folgenden ein paar Vorschläge. Legen Sie Ihre Prioritäten fest Überlegen Sie sich zunächst Ihre Prioritäten – für Sie selbst, für Ihre Familie und Ihr Team. Der Autor, Unternehmensberater und preisgekrönte Denker Edward DeBono spöttelte einmal: „Immer wenn man müde wird, über ein Thema weiter nachzudenken, trifft man eine Entscheidung.“ Leider setzen nur allzu viele Leute ihre Prioritäten an der Stelle, wo sie mit ihrer Energie am Ende sind. Ich hoffe, Sie machen es nicht so. Sie wollen doch nicht, dass andere über Ihre Tagesordnung bestimmen, oder? Es gibt viele Methoden, Prioritäten festzulegen. Wenn Sie sich selbst gut kennen, fangen Sie bei Ihren persönlichen Stärken an, bei dem, was Ihre Fähigkeiten und gottgegebenen Begabungen am besten zur Geltung bringt. Sie können aber auch das nehmen, was Ihnen am meisten Geld und/oder Anerkennung einbringt. Tun Sie, was Ihnen am meisten Spaß macht und was Sie am besten können. Wie wär’s mit der 80:20-Regel? Stecken Sie 80 Prozent Ihrer Kraft in die 20 Prozent Ihrer Aktivitäten, die Ihnen am wichtigsten sind. Eine andere Möglichkeit ist, sich auf außergewöhnliche Chancen zu fokussieren, die versprechen, besonders einträglich zu werden. Letzten Endes geht es nur um das Eine: Widmen Sie Ihre beste Zeit denjenigen Projekten, die am erfolgversprechendsten sind.

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Tipps, die mich vor der Firmenpleite bewahrten

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as Thema Scheitern oder Misserfolge ist gerade bei uns in Deutschland nicht gerne gesehen. Nur wie will man ohne Rückschläge erfolgreich werden? Ich spreche da aus bester Erfahrung, nachdem ich 2007 mein erstes Unternehmen in der Schifffahrt gründete und wir binnen kürzester Zeit Millionen Umsätze machten, kam es 2008 zum Lehmann Crash. Auch in der Schifffahrt, hat diese Krise ihre Spuren hinterlassen hat. Als dann noch 2011 eine Bremer Großreederei pleiteging und wir von einer Sekunde auf die andere 400.000 Euro verloren haben, war mein Tiefpunkt erreicht. Viele hätten vielleicht damals das Handtuch geworfen oder wären in die Insolvenz gegangen. Wir haben einen

und Glauben an mich hatte, war ich damals ziemlich niedergeschlagen. Dann kam der Wendepunkt, der mich erkennen ließ, dass es Zeit ist, wieder aufzustehen. Durch einen Kollegen begann ich, die Ereignisse noch einmal genauer zu betrachten. Denn obwohl es klar ist, dass man einen verlorenen Betrag von 400.000 Euro nicht so wegsteckt, habe ich eingesehen, dass wenn ich besser aufgepasst hätte und Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hätte, es vielleicht nicht so weit gekommen wäre. Rückblickend kann ich sagen, dass mir dieser Fall gutgetan hat. Dieser Moment hat mir gezeigt, dass wenn man an die Spitze will, es nicht immer einfach ist. Das Leben verläuft nicht gradlinig und ganz besonders nicht, dass jeder dein Freund ist und dir nur Gutes will.

Oliver Kerner ist Unternehmer und trainiert heute auch andere Unternehmen im Vertrieb.

Streue das Risiko und versteife dich nicht auf einen oder zwei Großkunden. Wir haben uns damals nur auf die Großkunden (Großreedereien) konzentriert. Nun waren es aber genau die, die bei der Weltwirtschaftskrise richtig ins Wanken gerieten. Warum soll ich mich von einem Kunden abhängig machen? Ich streue lieber das Risiko und bin gerne für Projekte da, die ich langfristig betreuen kann. Damit ohne das Risiko haben zu müssen, dass wenn der Kunde pleitegeht oder sich ganz simpel anders orienteiert, ich meine Existenz verliere.

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Wer nicht plant, der plant sein Versagen! Damit meine ich nicht, dass man Alles bis ins kleinste Detail zu planen hat. Damit meine ich vielmehr, dass man genau wissen muss, wo man steht. In finanzieller Hinsicht, als auch in vertrieblicher Hinsicht. Daher plane, wie viel Rücklage du für Krisenzeiten aufbauen musst. Außerdem plane, wie viele Calls oder Kundenbesuche du haben musst. Definiere, wie hoch dein Ertrag sein muss, um dein Unternehmen nachhaltig am Markt zu platzieren.

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Setze dir Ziele! Es hört sich abgedroschen an, ist aber so. Also fing ich an, mit einem Tagesplaner zu arbeiten und mich jeden Morgen zu fragen: „Was sind meine drei Ziele für den heutigen Tag, was würde den Tag wundervoll machen und für was bin ich dankbar?“ Monatlich und wöchentlich werden dabei auch Zwischenziele gesetzt, die mich zu den Jahreszielen bringen sollen. Diese setze ich regelmäßig für das Folgejahr. Dies hilft ungemein dabei, sich zu fokussieren und dank der Planung, seinem Erfolg näher zu kommen. Deshalb ist eine der größten Fragen: „Welche Ziele hast Du?“ Definiere sie genau und vor allem, warum du diese Ziele erreichen willst.

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anderen Weg gewählt. Wir hatten ca. 140.000 Euro Verbindlichkeiten und sahen uns dazu in der Lage, dieses Problem zu lösen. Obwohl ich immer den Willen

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Drei Dinge sind es insbesondere, die ich meinen Teilnehmern und Kunden, zu denen auch zahlreiche Start-Ups gehören, mitgeben will.

Das sind drei Punkte, die mir geholfen haben, wieder aufzustehen. Ich hoffe, dass sie auch dir helfen können.

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Wissen

„Wolf of Wall Street“ gibt‘s bei uns nicht

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ie Zeiten, wo jeder, der atmet, mit auf ein Anwerbungsseminar geschleift wurde, sind lange vorbei. Jeder 18 bis 80-jährige wurde überredet, die Produkte zu kaufen und zu vertreiben. Das geht heute professioneller. Unsere Mitarbeiter sind zwischen 25 und 50. Schließlich investieren wir heute viel Geld in eine gesunde Ausbildung – das muss sich für unsere Seite ja auch rechnen. Deswegen kommen heute auch sehr viel ernsthaftere Kandidaten zu uns. Früher hat man die Leute schließlich dazu gebracht, ihren Bekanntenkreis abzugrasen. Das läuft heute rein über Empfehlungsmarketing. Zufriedene Bestandskunden beginnen ganz von selbst, den Service weiterzuempfehlen. Das ist in uns Menschen so drin. Wir haben zudem ein VIP-Statussystem entwickelt, das scheinbar einzigartig ist. Die Vergünstigungen und Anerkennungen – wie bei Lufthansa Miles&More – haben bei uns gar nichts mit unserem Produkt zu tun. Sondern der Kunde erhält beispielsweise Vergünstigungen in Geschäften und Restaurants. Oder wir schicken den Kunden eine Woche in den Urlaub. Ganz ohne Hintertür. Früher hat man den Kunden gedrängt, die Namen seiner Freunde aufzuschreiben. Wir haben aber in den letzten Jahrzehnten festgestellt, dass uns ein glücklicher Kunde lange erhalten bleibt und uns ganz freiwillig weiterempfiehlt. Wenn Ihre Freunde fragen, warum Sie so braun sind, und Sie ihnen antworten „weil mein Finanzberater mir einen Urlaub geschenkt hat“, dann macht das automatisch die Runde. Der Ausbildungsstandard ist heute sehr hoch. Das haben wir auch dem Gesetzgeber zu verdanken, der heute klare Qualifikationen von Finanzberatern fordert – den Sachkundenachweis. Die interne Ausbildung ist dadurch sehr viel intensiver geworden. Auf den Tischen tanzen ist heute vorbei. Da rauchen richtig die Köpfe, da-

Sönke Reintjes ist Generalmanager beim FBDD-Finanz Beratungsdienst in Deutschland. Er ist seit 30 Jahren im Geldgeschäft und gilt als Top-Speaker seiner Branche. Er arbeitet in Flensburg.

mit der Kunde letztlich optimal beraten werden kann. Andererseits war es auch dem Marktumfeld geschuldet. Früher im Strukturvertrieb ist man mit einem Produkt losgerannt und hat es jedem aufs Auge gedrückt. Der Kunde heute soll nur noch bekommen, was er wirklich gebrauchen kann. Da er uns als umfassenden Ansprechpartner haben möchte, müssen wir extrem viel Fachwissen aufbauen. Der Gesetzgeber verlangt es sowieso. Im Beratungsprotokoll muss genau angegeben werden, zu welcher Risikoklasse der Kunde zählt und warum er nun explizit diesen fondsgebundenen Rentenplan oder jene Versicherung wünscht. Menschen wollen nach wie vor Karriere im Finanzsektor machen. Ein wichtiger

Mehr Informationen unter anderem zu aktuellen Karrieremöglichkeiten finden Sie unter www.fbdd.de

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Bild: Trendwerk- Fotografie

Die Bilder großer Finanzvertriebe, tanzend auf den Tischen und die Dollarzeichen in den Augen, kennen viele. Alles egal, Hauptsache der Kunde unterschreibt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Die Finanzbranche hat einen krassen Wandel hinter sich, weiß Sönke Reintjes, der im Finanzvertrieb finanziell unabhängig wurde. Ein Blick hinter die Kulissen.

Grund ist, dass es noch immer die best bezahlte Branche ist. Zwar muss man hart arbeiten und viel Wissen aufbauen – aber es lohnt sich eben auch. Wer zusätzlich zur Beratung einen Mitarbeiterstamm aufbaut, schafft sich ja auch einen Vermögenswert. Denn er wird nicht mehr nur auf die eigene Leistung bezahlt, sondern auch auf die seiner Mitarbeiter. Für solch eine finanzielle Unabhängigkeit muss jemand normalerweise viel Geld in z.B. eine vermietete Immobilie investieren, um ein dauerhaftes Einkommen zu erhalten. Generell ist Geld natürlich auch ein spannendes Spektrum. Wer sich für Finanzen, Steuernsparen oder Immobilienfinanzierung interessiert, fühlt sich von diesem Geschäft angezogen. Auch das Thema Persönlichkeit ist ein Grund, warum sich viele für unsere Branche entscheiden. Man weiß ja, dass wir erfolgreiche Mitarbeiter auf die Bühne stellen. Vor anderen zu sprechen und Menschen zu begeistern ist ein großes Geschenk. Viele wünschen sich das, anderen etwas mit auf den Weg zu geben.

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Gary Vaynerchuk

Komm ins hand Das Interview führte Julien Backhaus. Gary, trotz all deiner Bücher und Videos neigen die Leute dazu, dir immer wieder die gleichen Fragen über Erfolg und Social Media zu stellen. Leben wir in einer Welt, in der wir gerne alles auf einem Silbertablett serviert bekommen und nicht selbst die Zeit und die Arbeit investieren wollen? Ich denke, dass die Welt schon immer so war. Harte Arbeit ist weder lustig, noch fällt es den meisten Leuten leicht. Ich glaube nicht, dass dieser Aspekt etwas Neues ist oder wir damit heutzutage häufiger Probleme haben, als vor 50 oder 70 Jahren. Wir hatten immer Leute, die nur zu reden wussten und welche, die faul waren und sich beschwert haben. Also ja, ich denke, das ist die menschliche Natur, da es sehr schwierig ist, erfolgreich zu sein.

ein unterhaltsamer Ort und ich habe viel Respekt vor der europäischen Union und deren Märkte. Ich bin gespannt darauf, in Zukunft mehr Geschäfte in Europa zu machen.

Bilder Interview: Backhaus, Bild groß: Vaynerchuk

Ist es ein Problem, dass Social Media uns suggeriert, dass wir viel Erfolg mit wenig Arbeit erreichen können? Klar, aber die Medien waren schon immer so. Heutzutage präsentieren eine Menge Leute Lamborghinis und Uhren auf Instagram. Das war einst der Lifestyle für die reichen, berühmten Menschen und gleichzeitig Inhalt der Dauerwerbesendungen. Wieder hat sich nichts verändert, die Menschen tun immer noch das gleiche. Das Medium hat sich zwar verändert, aber das Verhalten ist gleichgeblieben. Dein Hauptfokus ist offensichtlich VaynerMedia und Sie haben gerade Ihr Büro in London eröffnet. Ist Europa ein interessanter Markt für Sie? Ja, denn es gibt eine große Menge von Menschen in Europa. Es ist einer der wichtigsten und stabilsten Kontinente und auch der Ort, wo ich geboren wurde. Ich stamme aus Weißrussland und Osteuropa. Und nicht zu vergessen, dass ich im Weingeschäft aufgewachsen bin. Deswegen war es Westeuropa, wo ich Geschäfte gemacht habe. Es ist ein sehr wichtiger, aber auch

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Kommunikationswertes aufzubauen, welcher sich in einem Jahr schon ändern könnte? Sie sind beide wichtig. Alles ist wichtig. Wenn du keine Werte hast, hast du nichts. Aber wenn du kein Bewusstsein für diese Werte hast, hast du ebenfalls nichts. Und wenn Sie nicht nach diesen Werten handeln, dann bist du ein Heuchler. Deswegen ist alles bedeutend. Jeder ist auf der Suche nach dem, was am wichtigsten ist. Ich rede immer wieder über die Wichtigkeit des Handelns. Aber weißt du was? Wenn du keine gute Strategie

Gary Vaynerchuk und Verleger Julien Backhaus trafen sich am Rande der Hamburger Online Marketing Rockstars 2017.

Die Welt verändert sich ständig und bewegt sich schnell. Das erschwert es, eine Marketing- oder Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Ist es heute wichtiger, einen Firmenwert anstelle eines

hast und nur unnötige Dinge tust, dann ist das genauso schlecht. Der Grund, warum ich mich darauf konzentriere, ist die Tatsache, dass die Menschen nichts tun. Aber am Ende ist alles entscheidend.

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eln! Gary Vaynerchuk ist ein amerikanischer Unternehmer, Speaker und internationaler Internetstar. Als Autor wurde er viermal New York Times bestselling author. Im Sommer erscheint sein erstes Buch in Deutschland „#ASKGARYVEE“ im Finanzbuchverlag.

»Wenn du keine    Werte hast,    hast du nichts.«

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Was ist der wichtigste Grund, warum Menschen ihre Ziele nicht erreichen? Den meisten Menschen wurde die Wichtigkeit von Zielen nie beigebracht. Mit dem Ergebnis, dass sie auch niemals Ziele setzen. So wie die meisten nichts über Vitamine wissen. Deshalb nehmen die meisten Leute niemals welche zu sich. Manchmal haben sie auch Angst vor dem Scheitern. Sie setzen also keine Ziele, um nicht zu versagen. Manchmal haben Menschen auch Angst vor Zurückweisung. Sie setzen also keine Ziele, um nicht kritisiert zu werden. Aber Fakt ist: Menschen, die Ziele setzen, erreichen immer viel mehr, als die, die keine Ziele setzen. Und die Kosten, sich Ziele zu setzen, sind null. Es kostet nichts. Heute dreht es sich überall um Effizienz. Das Resultat ist aber oft Stress. Können wir effizient sein, ohne Stress dabei zu empfingen? Es gibt zwei Arten von Stress. Es gibt gesunden und ungesunden Stress. Bei gesundem Stress hast du klare Ziele, und du bist motiviert, deine Ziele zu erreichen bzw. deine Arbeit fertig zu stellen. Das ist gesund! Es gibt dir Energie und vergrößert deine Vorstellungskraft. Negativer Stress macht dich unglücklich bei dem, was du tust. Und du erzielst keine Resultate. Du fühlst dich fremd gesteuert, statt selbst Kontrolle zu haben. Das ist negativer Stress. Also stelle immer sicher, dass du eine Arbeit machst, die dir selbst wichtig ist. Das wird zwar auch für Stress sorgen, aber für gesunden Stress.

Brian Tracy

»Die meisten w    wie man Ziele Im Rahmen der österreichischen LEADX University sprachen Veranstalter Karl Michael Pilsl, Millionärscoach Paul Misar und Verleger Julien Backhaus mit Trainerlegende Brian Tracy, der zum Thema Ziele und Führung einen Vortrag hielt.

nicht besonders gut in dem, was sie tun. 90 Prozent deines Erfolges im Leben wird bestimmt durch die Qualität deiner Arbeit. Im Geschäftsleben werden 90 Prozent deines Erfolges bestimmt durch die Qualität deiner Produkte und Dienstleistungen – im Vergleich zu deiner Konkurrenz. Das ist es.

Was ist der Unterscheid im Erfolgsdenken zwischen den USA und Deutschland? Das ist interessant. Übrigens sind die Deutschen sehr ehrgeizig. Vielleicht sogar mehr als alle anderen Länder Überall wollen Leute mehr Geld verin Europa. Ich arbeite schon 20 Jahre dienen. Warum erreichen die meisten mit den Deutschen und habe in 150 Menschen trotzdem nicht ihre finanAuftritten zu einer Million Menschen ziellen Ziele? gesprochen. Und haben eine sehr Die Leute verstehen nicht, dass hinter positive Einstellung zum Erfolg. Die dem Geldverdienen ein System steckt. verbinden Erfolg mit guten Dingen Seit Tausenden von Jahren haben Men– gutes Familienleben, schönes Zuschen gelernt, wie man Geld verdient. »Sorge für gesunden Stress« hause. Es gibt andere Länder, in denen In einer freien Gesellschaft wie der unverbinden die Menschen Erfolg – insrät Brian Tracy, oben im Gespräch mit Karl seren verdient man Geld, in dem man besondere finanziellen Erfolg – mit etProdukte oder Dienstleistungen ande- Michael Pilsl von LEADX und Paul Misar, unten was Schlechtem. Alle wollen finanziell ren Menschen anbietet, die ihnen hel- mit Julien Backhaus. erfolgreich sein. Aber wenn dann mal fen, ihr Leben zu verbessern. Und du jemand finanziell erfolgreich ist, dass verbesserst deine Produkte und Leistungen wird er kritisiert. Also fürchten sich viele ständig, damit sie besser sind, als die der anzubieten. Und das ist immer schon der vor der Kritik von Freunden und Familie Konkurrenz. Und du wirst permanent Schlüssel. Der Grund, warum Leute ihre und versuchen gar nicht erst, erfolgreich besser darin, diese Produkte und Dienste finanziellen Ziele nicht erreichen: Sie sind zu werden.

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Bild: Brian Tracy, Backhaus

B

rian Tracy ist einer der größten Erfolgslehrer der Welt. Er ist der meistverkaufte Buchautor zum Thema Ziele weltweit. Insgesamt hat Tracy 70 Bücher geschrieben. In 70 Ländern erreichte er bisher fünf Millionen Menschen mit seinen Vorträgen. Zu seinen Beratungskunden zählen die größten Unternehmen der Welt.


SuperFrauen Wissen

issen nicht, setztÂŤ

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Warum

Stress sein muss Vor ein paar Tagen hatte ich ein interessantes Gespräch über Stress, Ärger und Unzufriedenheit. Die Haltung meines Gesprächspartners: Anstrengung, Ärger, negative Gefühle etc. seien Hinweise auf ein schlecht geführtes Leben. Wer darunter litte, müsse unbedingt etwas verändern, sonst drohten schlimme Langzeitfolgen. Meine Haltung hingegen: Stress, Ärger, Unzufriedenheit etc. gehören zum Leben dazu. Wer ernsthaft versucht, sie dauerhaft zu vermeiden, ist ein neurotisches Weichei. Ups! „Neurotisches Weichei“? Ja, genau so meine ich es. Denn hinter dem Anspruch, das Leben möge bitteschön bequem sein, stecken oft tief sitzende Ängste: vor dem eigenen vermeintlichen Unvermögen mit Herausforderungen klarzukommen, mit Mitbewerbern, Stress, Niederlagen und so

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weiter. Das „Lebensprinzip Bequemlichkeit“ ist also im Kern von Angst vor Anstrengung getrieben und die eigene Stimmung somit in höchstem Maße abhängig von der Außenwelt: „Ist da draußen alles okay, geht es mir gut.“ „Ist es da draußen unbequem, geht es mir schlecht – WEIL es da draußen unbequem zugeht.“ Bemerken Sie den Denkfehler? Nicht neurotischen Menschen geht es in der Regel gut. Und zwar UNABHÄNGIG von der Welt „da draußen“. Sie sind emotional stabil, ruhen in sich. Dem Neurotiker geht es selbst dann schlecht, wenn es „da draußen“ nur ein wenig ruckelt. Könnte es also sein, dass unsere ach so gemütlichen Lebensansprüche massenhaft Neurotiker produzieren? Ziele müssen heute realistisch sein, Boni gut, Lehrer fair, Chefs nett, Bezahlung gerecht, Urlaube perfekt, Kinder pflegeleicht, Straßen

sicher, Körper schön und gesund, Aufgaben machbar, Lebensläufe gerade, Arbeitszeiten geregelt, … Die Liste ließe sich fortsetzen. Das Problem dabei: Wenn wir ernsthaft erwarten, dass uns stets gebratene Tauben in den Mund fliegen, konstruieren wir einen systematischen Grund für dauerhafte Unzufriedenheit und Leid. Denn im Leben geht es nun mal oft holprig zu! Wer das verleugnet, wird chronisch unzufrieden – ein neurotisches Weichei. Er konzentriert sich auf das was fehlt, statt auf alles was da ist. Er lebt im Zustand von Mangel, Leid, Verlust und ständiger Begrenzung. Er ist immer arm dran. Wer hingegen akzeptiert, dass Stress, Frust, Ärger, Unzufriedenheit zum Leben dazugehören, hat die Chance, sich mit ihnen zu arrangieren. Er integriert sie in seine Vorstellung vom Leben, nimmt sie

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Dr. med. Stefan Frädrich

ist Psychiater und hat sich u. a. mit Verhalten, Coaching, Rhetorik, Verkaufen, Kommunikation und Management beschäftigt. Als Trainer, Speaker und Moderator gibt er wertvolle Erfolgstipps, die auch in seinen Büchern nachzulesen sind.

Bild: Depositphotos/oneinchpunch, Frädrich: Privat

als unveränderliche Bestandteile an – und hat deshalb keinen Grund, unter ihnen zu leiden: „Wozu jammern? Gehört doch alles dazu.“ Wer so denkt, gibt Problemen keine Macht, weil sie nur Hinweise sind, wo etwas noch verbessert oder akzeptiert werden muss. Er weiß was noch entstehen kann, sieht daher Chancen, Fülle und Aufgaben – und ist somit immer reich. Vielleicht denken Sie jetzt: „Was, wenn man unter einer Situation dauerhaft leidet? Soll man dann seine schlechten Gefühle ignorieren?“ Stichworte Burnout, Traumata, Sinnkrisen. Nein, natürlich nicht! Wem es dauerhaft schlecht geht, weil es dafür einen wichtigen Grund gibt, muss sich seinen Gefühlen stellen: Was wollen sie sagen? Was ist zu verändern? Aber der Fokus sollte auf der eigenen Macht sein, statt auf Leid und Hilflosigkeit.

Sind Sie ein neurotisches Weichei?

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Im Prinzip kann man recht simpel unterscheiden: Dauerhafter Stress und Unzufriedenheit machen uns krank: Wir entwickeln körperliche uns psychische Störungen und können ernsthaft aua und gaga werden. Zwischenzeitlicher Stress und Unzufriedenheit aber halten uns fit: Sie trainieren unsere Frustrationstoleranz und erweitern unsere Komfortzone. Wir entwickeln unsere Resilienz weiter und werden körperlich und psychisch gesünder. Ständige Reizarmut und Stressfreiheit hingegen lassen uns körperlich und psychisch verkümmern. Wir werden – genau! – zu neurotischen Weicheiern. In diesem Sinne: Wo erfahren Sie zurzeit Stress, Ärger und Unzufriedenheit? Dann versuchen Sie doch mal, dafür auf tiefstem Herzen dankbar zu sein! Schließlich ist klar: Nur die Harten kommen in den Garten. Amen.

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Warren Buffet

Der nette Onkel aus Omaha Die Erfolgsgeheimnisse des Investment-Milliardärs

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Bild: Flickr/Stuart Isett/Fortune MPW

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Wissen Er ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten und einer der reichsten Männer des Planeten. Seine Anlagephilosophie ist eher schlicht: Er beteiligt sich nur an Firmen, wenn er deren Geschäft versteht und wenn die langfristigen operativen Aussichten gut sind. Sein Mantra: »Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.« Damit machte er ein Vermögen von 66,7 Milliarden Dollar. Was hat man ihm nicht schon für Namen gegeben. »Mozart der Finanzwelt« etwa. Oder »Orakel von Omaha«, »Superstar des Kapitalismus«. Für viele seiner Fans ist er schlicht der »Guru«. Er wird mit dem Papst und mit dem Dalai Lama verglichen, mit einem Propheten oder mit König Midas, dem König der griechischen Sage, der alles, was er anfasste, in Gold verwandelte. Bei Amazon sind 3400 Bücher über ihn gelistet, wer bei Google seinen Namen eingibt, stößt auf fast 16 Millionen Einträge. Der Buffett-Kult treibt manchmal seltsame Blüten: Ahnenforscher wollen sogar herausgefunden haben, dass US-Präsident Barack Obama und Warren Buffett über einen französischen Vorfahren aus dem 17. Jahrhundert entfernte Cousins sind. Zu den Aktionärsversammlungen seiner Investmentholding Berkshire Hathaway im Kongresszentrum von Omaha pilgern jedes Jahr Zehntausende, um ihm zu lauschen. Von der Hausfrau bis zum Hedgefonds-Manager. Um aus seinem Munde zu vernehmen, wie es weitergeht an den Märkten. Es ist eine Mischung aus Gottesdienst, Bergpredigt, Wallfahrt und Popkonzert, ein Woodstock für Kapitalisten.

Hier in Omaha, wo Buffett lebt und sich das Hauptquartier seiner Holding befindet, ist die Wall Street ganz weit weg. Wogende Maisfelder statt Häuserschluchten. Hier, im »Heartland«, schlägt das Herz des konservativen Amerikas. Warren Buffett, inzwischen 86 Jahre alt, sitzt dann auf der Bühne, ein freundlicher, netter Herr in einem meist schlecht sitzenden grauen Anzug, der Cherry Cola trinkt (er hält Anteile an Coca-Cola in Milliardenhöhe) und seine Erkenntnisse verkündet. Dazwischen

oder später wird es dazu kommen.« Sein wohl berühmtestes Zitat: »Sei ängstlich, wenn die anderen gierig sind. Sei gierig, wenn die anderen ängstlich sind.« Kein Vertrauen hat er in Derivate (»Massenvernichtungswaffen«) oder Gold (»Nutzen hat es keinen«), und auch von Luftfahrtaktien hält er nichts (»Wie wird man Millionär? Man fängt als Milliardär an und investiert in eine Fluggesellschaft«). Sein wichtigster Rat an die Anleger: »Regel Nummer 1: Verliere dein Geld nicht. Regel Nummer 2: Vergiss Regel Nummer 1 nicht.« Niemand würde in dem netten Onkel »Sei ängstlich, mit der dicken Brille einen der reichsten des Planeten vermuten, den  wenn andere gierig sind,  Menschen erfolgreichsten Investor aller Zeiten. Seit über 40 Jahren ist er der Chef bei  und sei gierig, wenn Berkshire Hathaway (wer 1965 tausend  andere ängstlich sind.« Dollar in den Fonds investierte, besitzt heute über sieben Millionen Dollar). Wer von Buffett zu einem Power-Lunch gibt er auch schon mal ein Ständchen und im New Yorker Steakhaus Smith & Woler spielt, begleitet von einer Country- lensky eingeladen werden möchte, muss Band, auf seiner Ukulele, singt traurige tief in die Tasche greifen. Die Einladungen Western-Balladen von vergangener Liebe werden versteigert, regelmäßig werden und gebrochenen Herzen. Und gelegent- mehrere hunderttausend Dollar geboten. lich spielt er eine öffentliche Runde Bridge Dem chinesischen Hedgefonds-Manager Zhao Danyang war ein Platz am Tisch des mit seinem Freund Bill Gates. Geduldig beantwortet Buffett die Fragen Star-Investors sogar 2,1 Millionen Dollar der Aktionäre, würzt seine Antworten im- wert. Die Erlöse spendet Buffett für die mer wieder mit seinen längst in die Bör- Obdachlosenhilfe. Seine Karriere liest sich sengeschichte eingegangenen Lebensweis- wie das Drehbuch für einen Hollywoodheiten. Etwa: »Wer sich nach den Tipps Film über den »American Dream«. Er war von Brokern richtet, kann auch einen Fri- in Omaha aufgewachsen. Sein Vater, ein seur fragen, ob er einen neuen Haarschnitt Aktienhändler, wurde in der Großen Deempfiehlt.« Oder: »Investiere nie in eine pression arbeitslos. Das Geld war so knapp, Firma, die nicht auch von einem Vollidi- dass die Mutter oft auf ihr Essen verzichteoten geführt werden könnte. Denn früher te, um die beiden Kinder satt zu bekom-

Warren Buffetts fünf Regeln des Börsen-Erfolgs Regel Nr. 1: Informieren Sie sich gut! Beim Investieren sollte man sich immer auf sein Wissen verlassen. Die »nackten Fakten« sind entscheidend. Bei Fonds und Zertifikaten die Website der herausgebenden Bank studieren: Dort können Anleger sehen, welche Strategie der Fonds verfolgt, wie das Zertifikat funktioniert und ob es zu den eigenen Vorstellungen passt. Bei Aktien hilft immer ein Blick auf die Website des Unternehmens in dem Bereich »Investor Relations«. Dort kann man viel über die Chancen und Pläne des Unternehmens lesen. Regel Nr. 2: Schwimmen Sie nicht mit der Masse! Kaufen Sie eine Aktie immer dann, wenn sich die breite Masse nicht dafür interessiert. Man kann nicht etwas kaufen, was

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beliebt ist, und damit Erfolg haben – so verliert man an der Börse. Beispiel TelekomAktie: Als auf dem Höhepunkt des Hypes jede Putzfrau die »Volks-Aktie« kaufen wollte, war damit kein Geld mehr zu verdienen. Regel Nr. 3: Haben Sie Geduld! Anleger müssen einen langen Atem haben. Eine Aktie, die man nicht zehn Jahre zu halten bereit sei, solle man nicht einmal zehn Minuten behalten. Der Anleger müsse von den langfristigen Perspektiven des Unternehmens, in das er investiert, überzeugt sein. Regel Nr. 4: Konzentrieren Sie Ihre Investments! Buffett: »Wenn Sie über einen Harem mit 40 Frauen verfügen, lernen Sie auch keine rich-

tig kennen.« Aber lediglich auf ein oder zwei Titel zu setzen, sei gefährlich. Denn wer sich mit diesen Investments irre, der riskiere viel Geld. Ideal sei deshalb der »Arche-Noah-Ansatz«: Das Depot sollte niemals einem bunt gemischten Zoo gleichen, sondern aus Anlagen bestehen, die sich ergänzen und das Risiko so gut wie möglich minimieren. Regel Nr. 5: Kaufen Sie nur, was Sie auch verstehen! Man soll nur in Firmen, Fonds, Zertifikate und andere Papiere investieren, wenn man diese Geldanlage auch wirklich versteht. Der Anleger muss sich zum Beispiel fragen, was die Firma produziert, in die er investieren möchte, womit sie ihr Geld verdient und wie die Zukunftsperspektiven aussehen.

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men. Warren handelte bereits als Sechsjähriger mit Coca Cola-Flaschen, später trug er Zeitungen aus, vermietete Flipperautomaten und verkaufte gebrauchte Golfbälle. Mit zehn Jahren hatte er fast alle Bücher zum Thema Kapitalanlage gelesen, die er in der Stadtbibliothek finden konnte. Ein Jahr später kaufte er für 38,25 Dollar seine ersten drei Aktien – Vorzugsaktien von Cities Service (die spätere Citgo Petroleum) –, die er für 40 Dollar verkaufte. Seine erste Steuerklärung machte er mit 13. Er schrieb darin sein Fahrrad im Wert von 35 Dollar als Betriebsausgabe ab. Als Warren 17 war, kaufte er zusammen mit zwei Freunden einen gebrauchten Rolls Royce für 350 Dollar und vermietete ihn für 35 Dollar am Tag. 2003 hätte er beinahe noch die Finanzen des Staates Kalifornien saniert. Gouverneur Arnold Schwarzenegger holte ihn damals als Berater in sein Team. Als Buffett aber Steuererhöhungen zur Rettung des maroden Staatshaushalts vorschlug, wollte Arnie nicht mehr auf seinen Rat hören. Buffett hatte an der Columbia University in New York seinen Master in Finanzwissenschaft gemacht. Einer seiner Professoren war Benjamin Graham, der Vater der Fundamentalanalyse. Buffett wurde sein Musterschüler, er war der einzige Student, dem Graham jemals zum Abschluss

die Bestnote verlieh. Mit 25 machte sich Buffett als Fondsmanager selbstständig. Von 1956 bis 1969 erreichte er ein durchschnittliches jährliches Anlageergebnis von 29,5 Prozent. 1969 bot er seinen Investoren an, ihr Geld in Anteile des von ihm gekauften Textilunternehmens Berkshire Hathaway zu tauschen – die Firma diente ihm als Investitionsvehikel, das er in eine Holdinggesellschaft mit Schwer-

»Ich lebe viel besser als die Superreichen, ich vermisse nichts«  punkt im Versicherungsgeschäft umwandelte, mit inzwischen 66 eigenen Unternehmen und vielen Beteiligungen. Dieses gewaltige Finanz- und Industriekonglomerat, das Buffett in den vergangenen Jahrzehnten zusammen mit ein paar Mitarbeitern aufgebaut hatte, ist an der Wall Street inzwischen mit über 200 Milliarden Dollar bewertet. In den 1980er-Jahren machte Buffett Schlagzeilen mit dem Kauf größerer Aktienbestände von Coca Cola, American Express und Gillette. 1991 rettete er das durch einen Skandal in existenzielle Not geratene Wall-Street-

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­ nternehmen Salomon Brothers vor dem U Untergang. 2009 erwarb er für etwa 44 Milliarden Dollar den US-Eisenbahnkonzern Burlington Northern Santa Fe. Es war sein bisher größter Deal. Der Aktienkurs seiner Holding Berkshire Hathaway schlägt seit Jahrzehnten den Vergleichsindex S&P 500 deutlich. Das hat viele seiner Aktionäre reich gemacht – und auch Warren Buffett selbst, dessen Vermögen auf 66,7 Milliarden Dollar geschätzt wird. Zeitweise war er der reichste Mann der Welt. 85 Prozent seines Vermögens will er nach und nach für wohltätige Zwecke spenden, den größten Teil an die Bill & Melinda Gates Foundation. Der Multimilliardär wohnt nach wie vor in einem einfachen Haus in Omaha, das er 1958 für 31.500 Dollar gekauft hatte. Er lebt von einem Jahresgehalt von 100.000 Dollar plus 100.000 Dollar Aufwandsentschädigung. Jeden Morgen um 8:30 Uhr fährt er in sein kleines Büro in Downtown Omaha, liest fünf Zeitungen und denkt nach. Einen Computer besitzt er nicht. Gelegentlich kommt Bill Gates zu Besuch, dann spielen sie zusammen Bridge. Er ist ein Fan des örtlichen Baseball-Clubs Omaha Royals (an dem er beteiligt ist) und isst am liebsten Fast Food. Auf dem Nummernschild seines Autos steht »Thrifty« (geizig). »Ich lebe viel besser als die Superreichen«, sagt er. »Ich vermisse nichts«.

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Bilde: Flickr/AsaMathat, Fortune MPW

Buchauszug aus „Die Erfolgsgeheimnisse der Börsenmillionäre“, FBV


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Im ERFOLG Magazin lesen Sie alles, was erfolgreicher macht.

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