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Sportliches und dynamisches Fahren der erste Kontakt im professionellen Umfeld Lange bereits bestand meinerseits ein großes Interesse am Motorsport, weswegen ich lange Zeit auf der Suche nach einem guten Einstieg in den Sport gesucht habe. Leider waren freie Plätze immer schnell vergeben, doch durch Zufall bin ich dann über ein BMW-Forum über eine Signatur auf den Drift-Fahrer Ralph Munzinger gestoßen, der sich als Trainer selbstständig gemacht hat. Nach einem kurzen Anruf stand einer Anmeldung zum Training dann nichts mehr im Weg. Endlich hatte ich einen freien Platz bei einem professionellen Training ergattert. Die Vorfreude stieg ins Unermessliche. Und dann war am 01.07.2012 endlich der lang ersehnte Tag gekommen. Meine beiden Freunde Tobias Sigert und Michel Männel, die auch sehr an Motorsport interessiert sind, schlossen sich mir beim Training an und begleiteten mich. Bereits früh morgens ging es los auf den Weg nach Ottobrunn bei München. Zu Beginn leider mit sehr schlechtem Wetter und etwas Verspätung, ging es dann trotz alle dem um kurz nach Sieben Uhr morgens los auf die Straße. 150km lagen vor uns. Zu Beginn mit sehr schlechtem Wetter, doch glücklicherweise brach nach einer halben Stunde die Sonne durch und es begann ein wunderschöner Tag. Bereits die Hinfahrt war daher eine sehr schöne 2 stündige Tour... Um 9 Uhr war es dann soweit. Zu dritt trafen wir auf dem Übungsplatz ein und lernten dort die restlichen Teilnehmer, unseren Coach Ralph Munzinger und unseren Fotograf Christian Wimmer kennen, der das Training bildlich für die Ewigkeit festhalten würde. Nach einem kurzen Kennenlernen ging es mit gleich einem kurzen theoretischen Briefing los. Jeder bekam ein Walkie-Talkie für die Kommunikation und anschließend ging es dann direkt ab zurück hinters Lenkrad. Doch zuerst alle losen Gegenstände aus dem Auto entfernen, damit diese keine Geschosse wurden und zu Unfällen führen könnten. Die erste Übung bestand darin das Cockpit richtig einzurichten und alles in die richtige Position zu bringen. Leider hab ich bereits gleich hier feststellen müssen, das mein bisheriger eher „lässiger“ Fahrstil in diesem Fall wohl sehr fehl am Platz war und für ein dynamisches Fahren eher kontraproduktiv ist. Daher Lenkrad und Sitze neu ausrichten und und das bevorstehende Training anpassen. Allerdings merkte man dann gleich nach den ersten Metern Fahrt, dass sich durch ein gute Fahreinstellung ein viel bessere Kontrolle über das Fahrzeug die Folge war. Die Grundlage für sportlicheres Fahren ist also gelegt und es kann endlich losgehen... Auf gehts... Motor starten, alle in Reihe und Glied an der Startlinie aufstellen und dann Fuß in Richtung Gaspedal bewegen.


Vollbremsung an vorgegebenes Ziel (Gerade Anfahrt) Vollbremsung an vorgegebenes Ziel (Anfahrt aus Kurve heraus) Alles begann scheinbar einfach mit einer einfachen Vollbremsung, einmal durch gerade Anfahrt und einmal aus einer Kurve heraus. Der einzige Kniff war es nicht einfach voll in die Eisen zu steigen sondern das Auto an einem bestimmten, markierten Punkt zum Stillstand zu bringen. Was einfach klingt erwies sich als schwieriger als gedacht, doch nach ein paar Anläufen näherte auch ich mich dem Optimum.

Kleiner Slalom für Training der richtigen Lenktechnik Um die Sicherheit der Fahrzeugführung noch weiter zu steigern und um ein besseres Gefühl für die neu erlernte Lenktechnik zu bekommen wurde ein kleiner Slalom aufgebaut. Diese Übung wurde gezielt mit niedrigem Tempo ausgeführt, nicht um schnell Hindernissen auszuweichen, sondern lediglich als Übung zur Verinnerlichung der Lenktechnik. Nach ein oder zwei Versuchen konnte ich dann auch von mir selbst endlich sagen, dass alles langsam wieder sitzt und ich endlich Gespür dafür bekomme und mein Auto sicher fahren kann.

Kreisbahn für Training von Kurvengeschwindigkeit und Gefühl fürs Gaspedal Wie viel hält mein Auto aus? Welche Kurvengeschwindigkeit ist möglich? Fragen die man sich oft stellt, allerdings kaum die Möglichkeit hat dies im Straßenverkehr wirklich sicher auszureizen und zu probieren. Im Training hatte ich dank einer Kreisbahn hier die perfekte Gelegenheit das Auto in der Kurve richtig an seine Grenzen zu bringen. Zudem konnte man durch Spielen am Gaspedal gut sehen wie sich der Kurvenradius verändert, sprich wie man in Kurven lenkt ohne das Lenkrad zu bewegen.


Vollbremsung mit Ausweichmanöver (Fest vorgegeben) Kaum hatte man sich an die Situation gewohnt hatte, wurde der Druck durch eine weitere Schwierigkeit verstärkt. Dieses mal wurde das ganze mit einem anschließenden Ausweichmanöver kombiniert. Ein starker Bremsimpuls und dann … ZACK … das Lenkrad drehen und möglichst gekonnt ausweichen und wieder in die Spur zurück. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und ein paar Versuchen begann dann die Phase das Auto etwas spielerisch zu nutzen und beim Einscheren ein leichtes Übersteuern zu provozieren um einen kurzen Drift und etwas Dynamik in das Manöver zu integrieren. Dank Feedback und anregender Kritik über Funk von unserem Coach stimmte sich langsam ein richtig gute Dynamik ein und der Fahrspaß stieg immer weiter.

Vollbremsung mit Ausweichmanöver (Kurzfristige Richtungsvorgabe) Da jedoch ein vorgegebene Schwierigkeit im echtem Leben selten vorkommt, steigerte unser Trainer dann anschließend die Schwierigkeit, in dem er die Ausweichrichtung erst kurz vor dem Hindernis vorgab. Dadurch wurde die Situation sehr real und dadurch auch um einiges schwieriger als man vermuten mag. Leider musste ich dann leider sehr schnell feststellen, das ich bisher keine derartige Situation hatte und daher die ersten Versuche eher schmerzhaft für manche Pylonen ausgingen. Doch durch scharfe Kritik hatte auch ich mich nach ein paar Versuchen so weit zusammengerissen, dass ich auch hier Erfolge verzeichnen konnte. Nach der üblichen Eingewöhnungsphase an die neue Fahrzeugeinstellung und den üblichen Startschwierigkeiten wurde es immer spaßiger, da sich langsam die Übung bemerkbar macht und sich die Bewegungen und Abläufe einprägten. Aber alles braucht seine Zeit und viel Übung. Daher konnte man auch Fehler schnell wegstecken und freute sich immer wieder auf den nächsten Durchlauf der Übungen um sein Können weiter zu steigern.

Um jedoch nicht nur den ganzen Tag hinter dem Steuer zu verbringen ging es dann mittags zum Essen und einem kurzen offenen Gespräch unter den Teilnehmern in einen Biergarten in der Nähe. Eine kurze Verschnaufpause, gutes Essen und ein nettes Gespräch in der Runde gaben neue Kraft für die zweite Hälfte des Trainings.


Großer Slalom als Lastwechseltraining für Unter- und Übersteuern des Wagens Um die Sicherheit der Fahrzeugführung noch weiter zu steigern und um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen wie sich das Auto bei starken Lastwechseln verhält war nun ein weiterer Slalom als Übung vorgesehen. Für mich persönlich eine sehr gute Übung um die Lenktechnik weiter zu vertiefen und alles zu verinnerlichen. Zudem war hier dann als weiteres Ziel vorgegeben, eine möglichst ideale Linie zu fahren und gleichzeitig eine gute Dynamik ins Spiel zu bringen. In diesem Fall Wann beschleunige ich, wann und wo? Wann bremse ich und wie dosiere ich die Bremskraft?

Parkour für Kombination und Vertiefung aller Übungen Leider neigte sich der Tag und das Training sehr schnell dem Ende zu, wie es leider immer ist, doch er wird noch lange im Gedächtnis bleiben. Als guten Ausklang zum Training und um ein Fazit des Trainings zu ziehen und seine eigene Leistung besser einschätzen zu können gab es zum Schluss einen Durchlauf in einem kompletten Parkour. Dadurch konnte man einen besseren Eindruck der eigenen Leistung gewinnen und zudem alle vorangegangenen Übungen noch einmal in Kombination anwenden.

Alles in allem ein sehr gutes Training, sowohl um das eigene Auto besser kennen zu lernen, als auch als gute Grundlage für weitere Trainingseinheiten und mehr Sicherheit auf der Straße. Ich persönlich kann es jeden empfehlen der sich für den Motorsport interessiert und seine Kenntnisse in diesem Bereich zu verbessern oder um einfach das eigene Auto besser einschätzen zu können und es sicher und möglichst sportlich von A nach B zu bewegen. Ich freue mich bereits jetzt auf mein nächstes Training im kommenden Monat =) Daher spreche ich hiermit ein großes Lob an den Coach Ralph Munzinger für das geniale Coaching aus ;) Wen ich natürlich auch keines Wegs außer Fort lassen möchte, ist Christian Wimmer, der sich große Mühe damit gegeben hat dieses unvergessliche Ereignis für die Ewigkeit festgehalten hat und den ganzen Tag das Training mit seiner Kamera begleitet hat. Ein weiteren riesigen Dank auch für das Fotoshooting das Sie nach dem Training noch angeboten haben =) Freue mich bereits jetzt sehr auf die Bilder von meinem Auto und auf unser nächstes Treffen im August in Österreich =)


Zum Abschluss daher natürlich auch einen großen Dank an alle Teilnehmer den Tag mitgeprägt haben.

Daher weiterhin gutes sportliches Fahren, Kevin Brych

Bildmaterial: © Christian Wimmer - www.wimmerfotografie.de

Erfahrungsbericht Fahrdynamik Training 01.07.2012  

Fahrdynamik-Training in Ottobrunn bei München

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