Page 1

1:07 FEBRUAR 2007

A D A S

V I N E Y A R D

M A G A Z I N

Endzeit - The Presence of God MARTIN BÜHLMANN

I N D E R G EG E N WA R T G OT T E S L E B E N

KONTROVERSES ISRAEL

MARCEL REBIAI


BESTELLUNGEN

TELEFON

S

ORDER

CH: 031 327 11 77 EU: 0049 (0)6232 980 118

ON-LINE

BRANDNEU!!!

w

MORE THAN EVER V I N E YA R D M U S I C U S A Stecke Anbetungsleiter einige Tage zusammen in ein Camp um Gott zu suchen. Dies ist das Resultat ‘Live aus den Rocky Mountains’. ¥ 15.95

CHF 29.80

BACK TO OUR ROOTS – STORIES OF THE VINEYARD E R Z Ä H LT V O N C A R O L W I M B E R (ENGLISCH!) Im Bonus-Teil mit Auszügen aus Predigten von John Wimber. ¥ 17.95

CHF 32.80

Hörbeispiele unter...

NEU !

NEU !

ALL FROM YOU

UNFAILLING LOVE

GRACIAS POR LA CRUZ

YO CLAMO A TI

MIT SAM LANE & DEBORAH CLARKE

MIT DER ANBETUNGSBAND DER TRENT VINEYARD IN NOTTINGHAM

NEUE SPANISCHE ANBETUNGSLIEDER

SPANISCHE ANBETUNG LIVE AUS COSTA RICA

¥ 15.95

¥ 15.95

¥ 15.95

¥ 15.95

CHF 29.80

NEU!

CHF 29.80

NEU!

CHF 29.80

CHF 29.80

NEU!

TURN IT ALL DOWN

YOU ARE A HOLY GOD

AWAKENED

SWEETLY BROKEN

10 REFLEKTIONEN ÜBER INTIMITÄT MIT BRENTON BROWN, SAM LANE & NIGEL BRIGGS

10 GEDANKEN ÜBER HEILIGKEIT MIT MARC JAMES, BRENTON BROWN, KATHRYN SCOTT U.A.

BEIGEISTERNDE NEUE ANBETUNGSLIEDER AUS DEM MITTLEREN WESTEN

DIE 13 BESTEN NEUEN US SONGS DES LETZTEN JAHRE

¥ 12.95

¥ 12.95

¥ 15.95

¥ 15.95

CHF 24.80

CHF 24.80

BRANDNEU !

CHF 29.80

CHF 29.80

BRANDNEU !

Cover fehlt und ist angefordert worden

I’M A FOOL FOR CHRIST – WHOSE FOOL ARE YOU?

SCHNUUFE

GIB MIR FLÜGEL

JESUSMÄSSIG!

DER ERSTLING DER VINEYARD OLTEN

12 BRANDNEUE SONGS AUS DER VINEYARD NEUNKIRCHEN

12 AUSDRUCKSSTARKE DEUTSCHEN LIEDER DER VINEYARD BERN

¥ 15.95

¥ 15.95

¥ 15.95

JOHN WIMBER

¥ 7.50

CHF 15.–

Fr o m t h e C h u r c h , f o r t h e C h u r c h

CHF 29.80

CHF 29.80

CHF 29.80


C : februar 2007

3

4:06

1:07

Liebe Leserin, lieber Leser Gerade hat das Vineyard Leitertraining begonnen. Als Einstieg schauen wir auf DVD eine Predigt von John Wimber, dem Gründer der Vineyard Bewegung. Seine Worte treffen mich mitten ins Herz, Tränen rinnen mir die Wangen hinunter. Gleiches geschieht einige Tage

4 8

später, als ich ein Interview mit seiner Frau Carol verfolge: «Es ging uns nicht um Krafterfahrungen, um Musik oder sonst irgendetwas. Wir waren einfach hungrig nach seiner Gegenwart.» Wie gut sie das beschreibt! Dieser Hunger nach der Gegenwart Gottes treibt mich an. Wo will ich die Ewigkeit verbringen? In seiner Gegenwart. Wo will ich heute leben? In sei-

10 14

ner Gegenwart. Anfang und Ende allen Lebens und Strebens ist seine Gegenwart. Was bringt mich diesem Ziel näher? «Seid allezeit bereit», sagt Jesus zu seinen Jüngern. Und an einer anderen Stelle: «Wenn ihr

16

alles getan habt, was Gott euch befohlen hat, dann sagt: Wir sind Diener, weiter nichts; wir haben nur getan, was uns aufgetragen war.» Bereit zu sein, bedeutet also, im Hier und Jetzt als seine Diener zu leben und einfach zu tun, was er uns aufgetragen hat! Und was geschieht mit einem Diener? Die Diener waren beim Wunder an der Hochzeit in Kana die Einzigen, die wussten, was geschehen war (Johannes 2,9). Diener erhalten die Hin-

17 20

tergrundinformationen, sie haben sozusagen einen Backstagepass! Mehr noch als das: Diener sind in unmittelbarem Kontakt mit ihrem Herrn und sind in den Prozess einbezogen. So waren die Brote und die Fische in den Händen der Jünger, als sie sich vermehrten! Und so erzählt John Wimber aus den Anfängen der Vineyard: «Wir wussten damals noch nicht, dass die Kraft Gottes und die Gegenwart Gottes das gleiche sind.» Auch diese Aussage sitzt! Es geht einfach um ihn, nur um ihn. Um nichts anderes.

21 22

feature In der Gegenwart Gottes leben MARTIN BÜHLMANN

focus Die ’wahre’ Eschatologie – eine Übersicht P E T E R D AV I D S

focus Kontroverses Israel MARCEL REBIAI

interview Interviews zur Pfingstkonferenz CHRISTIAN ZACKE

word study Die letzten Tage P E T E R D AV I D S

leadership insights Leiten in den letzten Tagen RICHARD CLINTON

aus den vineyards Träume und eine Entscheidung für Jesus IRIS FRANK

training Jesusmässig – UP – eine Bewegung zu Gott MARCUS B. HAUSNER

tagträume Endzeit – am Ende der Zeit MARTIN BÜHLMANN

Marius Bühlmann

Thema der nächsten Ausgabe, Mai 2007: Einheit – Gemeinsam, wie denn sonst

«Equipped» ist das Magazin der Vineyard Bewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Artikel geben die Meinungen der Autorinnen und Autoren wieder und müssen sich nicht mit jenen der Vineyard D.A.CH decken. Herausgeber Vineyard D.A.CH, Zeughausgasse 14, Postfach 5424, CH-3001 Bern, Tel. +41 (0)31 327 11 77, Fax +41 (0)31 333 15 19

Druck / Anzeigen Jordi AG, Belp, +41 31 818 01 25, maya.lanz@jordibelp.ch

Chefredaktion Martin Bühlmann

Bankverbindung Deutschland Vineyard D.A.CH, Deutsche Bank, Lörrach BLZ: 68370024 Konto: 0305789 00 IBAN: DE08683700240030578900 BIC / SWIFT: DEUTDEDB683

Leitender Redaktor Marius Bühlmann

Mitarbeiter: Richard Clinton, Peter Davids, Marion Dörig-Kieffer, Iris Frank, Claudia & Marcus B. Hausner, Connie Kosewähr, Oliver Merz, Matthias Miro, Marcel Rebiai & Christian Zacke

Bankverbindung Schweiz Vineyard D.A.CH, Valiant Bank, 3001 Bern BC: 6300 Konto: 16 6.537.864.04 IBAN: CH95 0630 0016 6537 8640 4 SWIFT: VABECH22 Bankverbindung Österreich Vineyard Music D.A.CH Raiffeisenbank am Bodensee Konto: 3.838.489 BLZ: 37431

Erscheint viermal jährlich Auflage 2500 Abonnement CHF 24.–, bzw. € 16.– Gestaltung und Layout fortissimo : think visual Wädenswil


4

C :feature

«Wir wußten damals noch nicht, dass die Kraft Gottes und die Gegenwart Gottes das gleiche sind.» (John Wimber)

IN DER GEGENWART GOTTES

LEBEN

Wir leben in der spannenden Zeit des angebrochenen und noch nicht erfüllten Reiches Gottes – in der Endzeit. Prof. Oscar Cullmann1) versteht darunter den Abschnitt der Geschichte, der mit dem Neuen Testament begonnen hat. In seinem Verständnis ist die Endzeit mit dem ersten Kommen von Jesus Christus angebrochen und wird mit seinem zweiten Kommen erfüllt. Mit jedem Tag rückt die Wiederkunft von Jesus Christus um einen Tag näher. Mit Interesse beurteilen wir die Geschehnisse in der Welt: Seuchen, Erdbeben, Kriege, Hungersnöte, Konflikte um Israel und die Araber. Wir versuchen zu verstehen, was das mit der biblischen Apokalypse, den letzten Tagen zu tun hat. Gleichzeitig sind wir erstaunt über viele Menschen, für die das Wort «Endzeit» und die Beobach-

tung der Geschehnisse in der Welt wichtiger geworden sind, als Jesus nachzufolgen und ihn in der Welt zu bezeugen. Ich möchte in diesem Artikel einige Gedanken aufnehmen, die mir für die heutige Zeit wichtig geworden sind. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und komme auch nicht von einem Ausgangspunkt logisch durchdachter Theologie her. Mit diesen bruchstückhaften Gedanken möchte ich ein Bild zeichnen, das – so hoffe ich – uns etwas vom Herzen Gottes für die Menschen unserer Zeit vermittelt.

Was ist Endzeit? Wenn wir von der Endzeit sprechen, müssen wir uns zuerst klären, was wir damit meinen. Sprechen wir von der

Zerstörung des Planeten durch die Menschheit? Sprechen wir von einem Gericht Gottes über den Menschen? Sprechen wir von Gottes zeichenhaftem Wirken, damit die Menschheit durch die Liebe, Annahme und Vergebung, die durch Jesus Christus ermöglicht wurde, in die Gemeinschaft mit dem Vater im Himmel zurückgeführt wird? Wie wir die Frage auch beantworten, sie ist aus biblischer Sicht in ihrem Wesen immer Heilsgeschichte. Endzeit beschreibt also die Geschichte des Heils, das Gott der Menschheit schenken will. «Was ist die Absicht Gottes mit den Menschen?» Je länger ich als Nachfolger von Jesus lebe, desto wichtiger wird mir diese Frage. Die Bibel gibt dazu eine gleichbleibende, vertrauenswürdige Antwort: «Ich will euer Gott


5

GEGENWART GOTTES sein, und ihr sollt mein Volk sein» (vgl. 2. Mose 6,7; 29,45; 3. Mose 25,38; 26,12; Jer. 7,23; 11,4; 30,22; 2. Kor. 6,16; Offb. 21,3 usw.). Die ganze Bibel spricht also vom Ringen Gottes um die Gemeinschaft mit den Menschen, mit anderen Worten: Gott will in meinem Leben in jedem Bereich gegenwärtig sein, ja, es bereitet ihm Freude, in meinem Leben gegenwärtig zu sein.

genwart. Die Absicht und der Wunsch Gottes bleiben gleich: Er will bei den Menschen sein, die bei ihm sein wollen. Dieses Geheimnis ist unglaublich, deshalb spricht Apostel Paulus in Eph. 3,1-6, dass die Zusagen nicht nur dem Volk Israel gelten, sondern jetzt allen Völkern. Wer zu Gottes Volk gehören will, der wird erleben, wie Gott sein Gott sein wird.

Die Gegenwart Gottes Diese Gegenwart gilt aber nicht nur mir als Individuum. Sie gilt einem ganzen Volk. Wegen des Sündenfalls wählte Gott zuerst vor allen Menschen ein Volk aus, Israel, um bei ihnen gegenwärtig zu sein. Durch den Ungehorsam dieses Volkes kam er selbst in diese Welt, um dieses Volk und damit alle Völker wieder in die Gemeinschaft mit sich zu führen. Das Fehlverhalten und die Abkehr der Menschen vom Schöpfer soll durch dieses eine Opfer von Jesus Christus gesühnt, geradegebogen, vergeben sein. So wird Jesus Christus die Hoffnung der ganzen Welt (Matth. 12,21; Röm. 15,11). Die Welt soll frei werden von Schmerz, Tod, Hilflosigkeit, Ungerechtigkeit und Scham.

Dieses Verständnis hat meine Beziehung zu Gott revolutioniert. Er will mich, er liebt mich, er will mein Gott sein, er will mein Versorger sein, er will mein Beschützer sein, er will mir alle meine Ängste nehmen, er will mich versorgen, er will mich heilen, er will mich führen, er will mich brauchen, er will mir jede Scham abnehmen, er will mich halten im Sturm des Lebens. Er ist FÜR mich! Diese Tatsache ist unfaßbar schön.

Es ist diese Gegenwart, die in der Bibel immer wieder ein Thema wird. Wir lesen von seiner Gegenwart durch die Bundeslade in der Stiftshütte bzw. im Tempel in Jerusalem. Die Gemeinde von Jesus wird Tempel genannt (Röm. 8,9+11; 1. Kor. 3,16+17; 6,19; 2. Kor. 6,16; Eph. 2,21). Damit ist die Gemeinde von Jesus Christus der Ort seiner Ge-

Wiederkunftserwartung Der Inhalt der Heilsgeschichte ist: Gottes Beziehung zum einzelnen Menschen und damit zur ganzen Menschheit. Durch die Entscheidung des Menschen, sich von Gott zu entfernen, liegt die Konsequenz den ewigen Tod auf ihm. Um ihn von dieser Konsequenz loszulösen, wirkt er durch die Person von Jesus Christus - von IHM und durch IHN wurde alles geschaffen und wird alles erlöst. In Johannes 14,6 lesen wir: «Jesus antwortete: ‘Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.’»

In Jesus Christus wird also jedes menschliche Sehnen nach Sinn, Leben, Erlösung und Zukunft erfüllt. Der in der Schöpfung gegenwärtige Christus, der gekreuzigte Christus, der Herr des Reiches Gottes wird in seiner Wiederkunft für alle Menschen sichtbar werden. In der Endzeit zu leben bedeutet also nichts anderes, als in der Naherwartung seines Kommens zu leben und zu wirken. Der Kern der Erwartung der Wiederkunft von Jesus Christus, der damit die Heilsgeschichte erfüllen wird, ist die Gegenwart Gottes selbst – «Ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.» Die Gegenwart Gottes ist immer im Zusammenhang mit dem Aufeinandertreffen der erlösungsbedürftigen Menschen mit dem Erlösung gebenden Gott. Seine Gegenwart setzt Naturgesetze außer Kraft, sie setzt sich über die Schwachheit des «gefallenen» Menschen hinweg und macht Gottes Liebe, Annahme und Vergebung, seine Barmherzigkeit sichtbar.

Gemeinschaft mit Gott Die Texte in der Offenbarung sprechen eine deutliche Sprache über die finalen Absichten Gottes für die Menschheit. Wir lesen im Kapitel 21: «Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der vorige Himmel und die vorige Erde waren vergangen, und auch das Meer war nicht mehr da. Ich sah, wie die Stadt Gottes, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam: festlich geschmückt wie


6

C :feature

eine Braut an ihrem Hochzeitstag. Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: ‘Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.’ Der auf dem Thron saß, sagte: ‘Sieh, ich schaffe alles neu!’ Und mich forderte er auf: ‘Schreib auf, was ich dir sage, alles ist zuverlässig und wahr.’ Und weiter sagte er: ‘Alles ist in Erfüllung gegangen. Ich bin der Anfang, und ich bin das Ziel, das A und O. Allen Durstigen werde ich Wasser aus

der Quelle des Lebens schenken. Wer durchhält und den Sieg erringt, wird dies alles besitzen. Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Kind sein.’» Offb. 21,1-7 Hier lesen wir eine einmalig schöne Beschreibung des Lebens in der Gemeinschaft mit Gott. Wo seine Gegenwart ist, gibt es keine Tränen, keinen Tod, kein Leid, keine Klage, keine Schmerzen, keinen Durst. Alles wird neu sein, für alles wird gesorgt sein. Der Friede Gottes wird seinen Weg zu den Menschen gefunden haben. Es wird in diesem Text aber auch klar, dass diese Zukunft denen gehört, die Jesus zugehörig leben. Darauf möchte ich hier aber nicht weiter eingehen.

Im 22. Kapitel der Offenbarung lesen wir weiter: «Nun zeigte mir der Engel den Fluß, in dem das Wasser des Lebens fließt. Er entspringt am Thron Gottes und des Lammes, und sein Wasser ist so klar wie Kristall. An beiden Ufern des Flusses, der neben der großen Straße der Stadt fließt, wachsen Bäume des Lebens. Sie tragen zwölfmal im Jahr Früchte, jeden Monat aufs Neue. Mit den Blättern dieser Bäume werden die Völker geheilt. In der Stadt wird nichts und niemand mehr unter dem Fluch Gottes stehen. Denn der Thron Gottes und des Lammes steht in ihr, und alle Einwohner werden Gott dienen. Sie werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, und seinen Namen werden sie auf ihrer Stirn tra-


7

gen. Dort wird es keine Nacht geben, und man braucht weder Lampen noch das Licht der Sonne. Denn Gott, der Herr, wird ihr Licht sein, und sie werden immer und ewig mit ihm herrschen.» Offenb. 22,1-5 Nachdem wir im 21. Kapitel der Offenbarung gelesen haben, was nicht mehr sein wird, lesen wir hier, was sein wird. Gottes Versorgung wird umfassend sein. Diese Versorgung ist in direktem Zusammenhang mit seiner Gegenwart.

Gottes Absicht heute Was hat das für nun uns heute zu bedeuten? Die Absicht Gottes bleibt immer gleich, sowohl in der Schöpfung, in der Erwählung Israels, im stellvertre-

tenden Opfer für unsere Gottesferne, in seinem verborgenen Herrschen im Reich Gottes und im Wiederkommen es geht immer um seine Gegenwart. Wie können wir im Spannungsfeld des bereits angebrochenen und noch nicht erfüllten Reiches Gottes in seiner Gegenwart leben? Wie können wir in der Spannung wachsender Naturkatastrophen, von Kriegen, Ungerechtigkeit usw. in dieser Gegenwart Gottes leben? Wie können wir auf dem Boden biblischer Realität bleiben und uns von den sichtbaren Zeichen der nahenden Wiederkunft Jesu Christi nicht von unserem eigentlichen Auftrag abhalten lassen? Ich denke, dass es uns so geht wie den ersten Christen. Sie waren von der nahen Wiederkunft Jesu genauso überzeugt, wie wir es heute sind. Sie wollten jederzeit bereit sein und so leben, dass Jesus Christus am gleichen Tag hätte zurückkehren können. Im Lukasevangelium 11,20 lesen wir: «Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch hingekommen.» Wo Gottes Gegenwart kommt, wird die Kraft Gottes wirksam. Diese Kraft übersteigt sogar die Kraft der Naturgesetze. Wo die Gegenwart Gottes kommt, werden Zeichen des kommenden Reiches Gottes sichtbar. Menschen werden geheilt, befreit, getröstet, erleben Gerechtigkeit, sie werden ermutigt und in ihrem Sein freigesetzt. Die Gegenwart Gottes wirkt zeichenhaft bereits jetzt so, wie sie einmal umfassend wirken wird.

rechtigkeit, Gebundenheit und Gottesferne stellen. In der Gegenwart Gottes zu leben bedeutet, sich dem Willen des Vaters im Himmel anzuvertrauen, ja diesen Willen zum eigenen Lebensauftrag zu machen. Das macht einen Menschen zu einem wahren Anbeter Gottes (Joh. 4,24). Unser Auftrag in diesen, der Wiederkunft Jesu Christi nahenden Tagen ist klar: wir rufen als Botschafter von Jesus Christus die Menschen auf, sich mit Gott zu versöhnen (2. Kor. 5,20). Wir beten für die Heilung Kranker, wir befreien die Gebundenen, besuchen die Gefangenen, helfen den Armen, setzen uns für soziale Gerechtigkeit ein, kümmern uns um einen würdigen Umgang mit der Schöpfung. Wir leben in einer Zeit der globalen Herausforderung. Nicht mehr die Frage des eigenen Seelenheils, sondern des Wohles der ganzen Gesellschaft, ja der Welt treibt den Menschen von heute um. Dieser globalen Sorge steht eine Botschaft von globaler Dimension gegenüber – es ist die Botschaft des Reiches und damit der Gegenwart Gottes. C MARTIN BÜHLMANN Leiter Vineyard Bern Leiter Vineyard Bewegung Deutschland, Österreich, Schweiz

1 Prof.

Oscar Cullmann, 1902-1998, Professor für

Neues Testament, alte und neue Kirchenge-

Unser Auftrag In der Gegenwart Gottes, den Realitäten des zukünftigen Reiches Gottes zu leben bedeutet, sich von den Nöten der Menschen berühren zu lassen und auf das Hereinbrechen der Kraft des kommenden Gottesreiches zu vertrauen. Dabei wird die Gegenwart Gottes besonders dort sichtbar, wo sich Menschen voll und ganz der liebenden Versorgung Jesu Christi anvertrauen und sich den Realitäten der gefallenen Schöpfung, Krankheit, sozialer Unge-

schichte in Straßburg; Basel; Sorbonne, Paris; Gastprofessor an der Waldenser Fakultät und am Union Theological Seminary in New York. Beobachter am 2. Vatikanischen Konzil. Autor vieler Werke, für die Vineyard Bewegung von Bedeutung: «Christus und die Zeit» (Heilsgeschichte) – 1946 und die Studie «Einheit durch Vielfalt» (Oekumene) – 1986.

IN DER GEGENWART GOTTES LEBEN


iijii 8

C :focus

DIE WAHRE ESCHATOLOGIE M GE SICH BITTE ER

ö

Eschatologie wird als «die Lehre der letzten Dinge» definiert. Der Inhalt dieser Lehre ist jedoch so unterschiedlich, wie die Anzahl der Gruppen, die darüber lehren. Die Sicht der orthodoxen Juden ist, dass am Ende der Zeit der Messias (der keine übernatürliche Erscheinung ist) kommt, welcher das Volk der Juden in ihrem (verheissenen) Land wiederherstellen und sie in ein Zeitalter des Friedens und des Wohlstandes führen wird. Auch wenn darin Armut und Reichtum bestehen werden, so wird es doch einfach sein, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Das Hauptaugenmerk ist auf der Erwartung, dass die Juden als freies Volk in ihrem Land leben und dass sich Frieden auf der ganzen Erde ausbreitet. Manche orthodoxen Juden glauben, dass der Messias den Tempel wieder aufrichtet. Das konservative Judentum ist sich weder sicher, ob der Messias «in persona» zu verstehen sei, noch betonen sie eine Erwartung auf dessen Erscheinen. Sowohl Reformjuden als auch Rekonstruktionisten beziehen sich nicht mehr auf einen Erlöser. Der Islam baut sowohl auf dem Judentum als auch auf dem Christentum auf. In vielen Strömungen des Islam bezieht sich die Lehre auf eine Zeit, in der – unter Gott – der al-Mahdi (Messias) erscheint und die Muslime vereint. Dann wird der al-Masih al-Dajjal (der falsche Messias) kommen und fehlgeleitete Muslime völlig in die Irre führen. Der Kampf zwischen seinen Mächten und denen des al-Mahdi wird mit dem Erscheinen des Propheten Isa ben Marjam (Jesus) beendet, der den al-Dajjal tötet und alle seine Anhänger besiegt. Nach einem erneuten Aufbegehren des Bösen, wird Jesus – gemeinsam mit dem al-Mahdi – allen Krieg beenden und in eine Zeit des Friedens füh-

ren. Zu diesem Zeitpunkt wird die Auferstehung der Toten stattfinden und das Jüngste Gericht mit der Belohnung der Gläubigen und der Bestrafung der Ungläubigen (wobei dies für jeden, der mindestens einen Funken Glauben in seinem Herzen trägt, nur vorübergehend sein wird). Bei den Christen steht Jesus im Zentrum des endzeitlichen Gedankens. In den sehr liberalen Kreisen wird dies mehr symbolisch verstanden, nämlich dass die Christen im Geiste Jesu eine Zeit des Friedens und der Gerechtigkeit schaffen. Diese Position war zu einer Zeit besonders populär, als der Optimismus über den menschlichen Fortschritt vorherrschte. Im Protestantismus wartet man auf die sprichwörtliche Rückkehr Christi vom Himmel herab. Mit dieser Rückkehr wird das Königreich Gottes in seiner ganzen Fülle herbeigeführt, mit einer neuen Erde und einem neuen Himmel (meist geht man von einer erneuerten Version des jetzt schon Bestehenden aus). Zu diesem Zeitpunkt werden die Auferstehung der Toten und das Jüngste Gericht stattfinden, wobei über die Details seit 2000 Jahren gestritten wird. Im 19.Jahrhundert wurden verschiedene christliche Endzeit-Lehren entwickelt, die sowohl die allgemeine evangelikale als auch die charismatische Theologie beeinflussten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Juden einer anderen Zukunft als der der christlichen Gemeinde entgegengehen, denn sie werden vor dem Schlusskampf mit dem personifizierten Bösen, dem Antichristen, nach Israel zurückkehren. Christus selbst wird wiederkommen und den Antichristen zerstören. Danach wird er die verstorbenen Gerechten von den Toten auferwecken und sie in sein 1000-jähriges Herrschaftsreich auf Erden führen. Am

Ende dieser Zeit wird es zu einem letzten Aufstand gegen ihn – Jesus – kommen. Dann wird er erneut vorherrschen, die Weltgeschichte zu einem Ende bringen und den Tag des Jüngsten Gerichts einsetzen und einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, die vielleicht nur geistlich ist und nicht stofflich. Die verschiedenen Endzeitverständnisse hängen davon ab, welche Bibelstellen wir auswählen, wie wir sie zusammenfügen und welche Interpretationsweise wir wählen und ob wir uns dazu entscheiden, spätere Offenbarungen zugunsten von früheren abzulehnen oder zuzulassen. Dies führte zu einem verstärkten Interesse am Zionismus, zu wiederkehrenden Spekulationsrunden darüber, wer der Antichrist sei, und zu endlosen Mutmassungen, ob nun dieses oder jenes Ereignis ein Vorbote des Endes sei. Die evangelikale Variante hat eine Bücherflut über sogenannt identifizierte Spieler des Endzeitgeschehens ausgelöst, welche sich jedoch alle als nicht zutreffend erwiesen haben. Die charismatische Version hat eine ebenso problematische Serie an Prophetien produziert, so dass sich innerhalb der Gemeinden Gruppen von «geistlichen» und weniger «geistlichen» Menschen bildeten. Beide Sichtweisen haben problematische und unrühmliche Auswüchse gezeigt, heisse Verfechter aller Versionen gehabt und zum Schluss doch nicht Recht behalten. Das einzige offizielle Vineyard-Statement zu diesem Thema kann im Glaubensbekenntnis der Vineyards der USA gefunden werden, welches sich so zusammenfassen lässt: «Gottes Königreich ist in Jesus gekommen, wird im Heiligen Geist – durch die Gemeinde – fortgesetzt und in der Wiederkunft Jesu vollendet. Christus kommt, um zu


j j j i i i i j i j i j i i j i j i j i i i i j i i j j i j i j j i j ijijijiij j i jiiijijijjjijijiij i j i j 9

RHEBEN

herrschen und um den Satan und seine Geschöpfe und Günstlinge endgültig zu besiegen. Die Auferstehung der Toten, das Jüngste Gericht mit der Belohnung der Gläubigen und der Verdammnis der Gottlosen wird geschehen und ebenso die Erfüllung des Reiches Gottes im neuen Himmel und der neuen Erde.» Dies ist sehr nahe an der überlieferten protestantischen Sicht. In der weiteren Ausführung darüber, halten wir folgende Punkte fest. Es gibt ein Königreich Gottes, das mit dem ersten Kommen Jesu angebrochen ist und seine Vollendung in der Zukunft findet. Es gibt keine unterschiedliche Zukunft für Juden und Christen – alle, die an Jesus glauben, sind Teil des Gottesvolkes, in dem es «weder Juden noch Griechen» gibt. Die Schrift spricht klar davon, dass Jesus zum Herrschen wiederkommen wird und dass er alles Böse ausrotten wird. Er wird die Toten auferwecken (denn der Tod ist auch ein Übel, das er auslöschen wird) und alle Völker richten. Dies ist die einleitende Massnahme, die für die Vollendung des einen Königreiches notwendig ist.

Das einzige, wozu die Schrift die Christen in Anbetracht der Wiederkunft Christi ermutigt ist, treu ihren Glauben an Jesus zu leben. Sie werden nicht ermutigt dieses oder jenes zu tun, um die Rückkehr Jesu zu erwirken, darüber zu spekulieren, wer der Antichrist ist (in der Vergangenheit vielfach identifiziert im Papsttum, Napoleon, Mussolini, Hitler, Stalin und anderen – was zeigt, dass unsere Sicht der Geschichte zu kurzsichtig ist, um solche Dinge zu erkennen). Sie werden ermutigt so zu leben, als ob Jesus jeden Moment zurückkehrt und dann darüber erfreut ist, wie sie ihr Leben führen. Hinzu kommt, dass sie ihr Leben im Hinblick auf das Jüngste Gericht leben und im Wissen darum, dass nur die «himmlischen» Investitionen Bestand haben und ewigen Segen bringen werden und dass alles andere vergänglich ist. Die Zukunft der Christen wird nicht im Himmel, sondern auf einer erneuerten Erde stattfinden. Was wir erben, ist im Himmel aufgehoben, aber es wird erst dann «offenbart», wenn Christus «offenbart» ist; das bedeutet, dass es den Christen noch auf dieser Erde gegeben wird. Deswegen ist die Auferste-

hung der Toten eine solch zentrale Lehre, denn nur in einem auferweckten, unverweslichen Leib können wir auf einer erneuerten Erde dienen und Freude haben. Nun bleibt die Frage, ob wir die Ereignisse der «letzten Tage» richtig erfassen und ob unser jetziger Lebensstil davon Zeugnis gibt, dass Jesus wiederkommt und dass wir für die kommende Vollendung seines Königreiches leben, nicht für den Vorteil in der Gegenwart. C

PETER DAVIDS Theologe, Professor St. Stephen’s University St. Stephen, Kanada


Propheten, Apostel und Gelehrte des jüdischen Volkes haben fast die Hälfte der heutigen Menschheit in irgendeiner Weise mit ihrem Denken und Glauben geprägt. Trotzdem bringt kein anderes Volk das Blut der Völker so sehr in Wallung wie das jüdische; entweder wird es vergöttert oder gehasst. Sein Verhalten wird immer wieder als stolz, stur und rücksichtslos empfunden, absolut ungeeignet für Diener in Gottes Königreich, von dem es heisst, dass es heilig, gerecht und wahrhaftig ist. Israel wird als Konfliktherd gesehen: gewalttätige Besatzer, unbelehrbare Rassisten, sture Gesprächspartner – so stellen es die Medien dar; kein Anhaltspunkt, kein Zeichen, keine Voraussetzung für die Bildung eines Königreichs des Messias! Das Phänomen, das viele irritiert, ist, dass dieses Volk trotz Jahrtausenden voller Vernichtungswellen und Verfolgungen immer noch existiert. Auch die Gemeinde Gottes aus den Nationen ringt immer wieder um das Verständnis für die Bedeutung und Berufung des jüdischen Volkes und fragt: Was hat das jüdische Volk heute noch für eine heilsgeschichtliche Bedeutung, falls es überhaupt eine hat? Viele verstehen die Aussage von Paulus in Römer 9,8 so, dass mit dem Kommen Jesu Gottes Verheissung an das geschichtliche

Hat Israel noch eine heilsgeschichtliche Bedeutung?

ISRAEL

C :focus

KONTROVERSES

10

Israel zur Erfüllung gekommen sei und durch Jesus ein neues geistliches Israel geboren wurde, welches das geistliche Erbe des jüdischen Volkes übernommen hätte. Was den Juden und Israel bleibe, sei schlicht, sich zu Jesus zu bekehren und sich in die neue Christusgemeinde einzuordnen, wie alle anderen Nationen auch. Im Neuen Testament steht nicht viel über die heilsgeschichtliche Bedeutung des jüdischen Volkes, aber es steht genug!

Ein Königreich von Priestern Ich möchte im folgenden nur einen Aspekt betrachten. In 2. Mose 19,6 wird die Berufung Israels klar umrissen: «Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein». Die Aufgabe eines Priesters ist es, für das Volk vor Gott einzutreten, um Vergebung von Schuld zu bewirken, aber gleichzeitig auch dem Volk den Willen, das Wesen und die Absichten Gottes zu bezeugen. Ein Priester ist die Schnittstelle zwischen Gott und den Menschen. In seinem Amt bringt er die Offenbarung Gottes und die Umkehr der Menschen zusammen. Der Priester ist ein Zeuge sowohl der Schuld der Menschen, wie auch der Vergebung Gottes. Darum heisst es in Jes. 43,10 und 44,8 über Israel: «Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr».

Der Priester musste aber selbst Reinigung und Vergebung erfahren, bevor er für die anderen eintreten konnte. Darum enthält die Botschaft aller Propheten Israels immer wieder den Hinweis auf die Zeit, in der Israel als Volk die Voraussetzungen für sein Amt erfüllt (Jer. 31,31-34; Hes. 36,22-27; Mal. 3,1-5). Gott wird Israel von seiner Schuld reinigen, und das wird das Volk befähigen, Gott zu erkennen, um ihn der Welt zu bezeugen. Dabei geht es bei diesem Priesteramt nicht um das Individuum, sondern um Israel als Nation, als historisches Volk, das zu einem Königreich von Priestern für Gott werden soll. Durch den Opfertod des Lammes Gottes Jesus für die Schuld Israels und für die Schuld der Welt wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass Israel in diese seine Berufung eintreten kann.

Eine übernatürliche Zeugniskraft Die Erstlingsfrucht Israels (d.h. die Jesus-gläubigen Juden) hat diese Berufung bereits angetreten und das Einbringen einer Erstlingsfrucht unter den Völkern ausgelöst. Wo wäre die Gemeinde Christi heute ohne die Hingabe der jüdischen Apostel und Missionare? Doch Gott hat Israel als Nation berufen, um Nationen Zeugnis abzulegen und Nationen zur Umkehr zu


11

rufen! Dieses Ereignis steht noch aus, aber Gott wird sein Wort halten; der Tag wird kommen, wo Israel als ganze Nation durch den einen Hohepriester Jesus Vergebung und Reinigung erfahren wird (Jes. 53; Hes. 36; Jer. 31; Mal. 3,1-4) und unter der Herrschaft dieses Hohepriesterkönigs Jesus ein Königreich von Priestern und Zeugen sein wird. Wenn eine ganze Nation gereinigt und geheiligt im Willen Gottes steht und direkten Zugang zum Thron Gottes hat, wird eine so übernatürliche Zeugniskraft entfaltet werden, dass Paulus es nicht anders beschreiben kann als «Auferstehung aus den Toten». (Röm. 11,15) Es wird eine unglaublich geballte Zeugniskraft sein, die direkt aus der Gegenwart Gottes in diese Welt einbricht und sich entfaltet und alles Bisherige an Tiefe und Zeugniskraft übertreffen wird. Ich denke, dass die Zeit des Einbringens der Erstlingsfrucht (nach meinem Verständnis die Zeit der Brautwerbung Jesu) ziemlich bald zu einem Abschluss kommt. Die Zeit, wo Gott sich durch Israel den Nationen zuwendet, hat meines Erachtens schon begonnen. Daher auch die Wiederherstellung Israels als Nation. Nun heisst das nicht, dass etwa jeder Jude – nur weil er Jude ist – automatisch Teil des messianischen Israels sein wird. Paulus sagt in Römer 11,23 klar, dass Gott nur diejenigen wieder einpropfen wird, die nicht im Unglauben verharren. Der Prophet He-

sekiel sagt, dass Gott alle, die sich gegen ihn auflehnen, aus der Mitte seines Volkes aussondern will, so dass sie nicht in das verheissene Land kommen, d.h. in die Nation, die ein Königreich von Priestern sein wird (Hes. 20,37-38). Jesus sagt: «Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater» (Joh.15,23). Wenn das Volk sich unter den Messias beugt und so Vergebung und Reinigung erfährt, wird es zu einer Nation, die den andern Nationen das Angesicht des Messias widerspiegelt. Israel wird als ein demütiges Volk von seinem Gott Segen empfangen, den es an die Völker weitergeben wird.

Schlussfolgerung Was ist also die heilsgeschichtliche Bedeutung Israels? Gott hat unglaublich grosse Pläne mit Israel, und er wird sie auch umsetzen. Sollte die Gemeinde, die Braut Christi, eifersüchtig sein auf die Berufung Israels, des jüdischen Volkes? Das wäre ein eigenartiger Gedanke. Nach Paulus müsste eigentlich genau das Gegenteil der Fall sein. Israel müsste der Braut Christi nacheifern, weil es an ihr etwas vom Messias sehen müsste, nach dem sich Israel immer noch sehnt. Braut Christi - was für eine Berufung! Als seine Braut haben wir einen ganz intimen Platz am Herzen des Messias. Sollten wir als die Braut Christi nicht seine Leidenschaft für das jüdische Volk und Israel als Nation, die er berufen hat, sein Königreich zu sein, teilen? Sollten wir nicht mit jeder Faser unseres Seins darauf hin fiebern, dass ganz Israel wieder hergestellt wird, das jüdische Volk zum Messias

umkehrt und endlich in seine Berufung kommt, damit die Auferstehungskraft, von der Paulus spricht, für die ganze Welt freigesetzt wird? Die kontroverse Haltung vieler Christen gegenüber dem Volk Israel hat meines Erachtens in erster Linie damit zu tun, dass sie ihre eigene Berufung als Teil der Braut Jesu noch nicht begriffen haben. Israel ist berufen, ein Ort der Offenbarung Gottes, ein Licht für die Völker zu sein, und wir als Gemeinde aus den Nationen wurden durch Jesus an dieser Berufung beteiligt in einem ganz speziellen Sinne – als Erstlingsfrucht, um die Erstlingsfrucht aus Israel und den Nationen einzubringen. Doch die grosse Ernte unter den Völkern, das glaube ich zumindest, wird durch das messianische Israel eingebracht. Das Grosse und Überwältigende kommt erst noch, wenn Israel zu Jesus, seinem Messias, dem König der Juden, heimgefunden hat. Beten wir, dass es bald geschehen möge. Um der Sehnsucht Gottes willen und um der leidenden Welt willen!

MARCEL REBIAI Gründer und Leiter der «Gemeinschaft der Versöhnung» Jerusalem, Israel


Agenda

13

Pfingstkonferenz 2007

Schweiz

Endzeit – The Presence of God

Vineyard Aarau, Tel.: (062) 822 67 87, info@vineyardaarau.ch Vineyard Basel, Tel.: (061) 681 94 20, vineyard@basileia.ch

mit John Paul Jackson, Marcel Rebiai, Jackie Pullinger-To, Peter Davids, Eduardo Kiakanua, Barry Segal und Bene Müller

Vineyard Bern, Tel.: (031) 327 11 77, office@vineyard-bern.ch Vineyard Francophone de Berne, Tel.: (031) 327 11 77, office@vineyard-bern.ch Vineyard Biel, Tel.: (032) 397 13 28, jupfister@dplanet.ch

Bern

Vineyard Burgdorf, Tel.: (034) 422 17 45, vineyard.burgdorf@freesurf.ch

25. bis 28. Mai 2007

Regio Vineyard Bülach, Tel.: (043) 333 43 56, buelach@regiovineyard.ch

Mit dem ersten Kommen von Jesus Christus ist die Endzeit angebrochen. Diese wird mit dem zweiten Kommen von Jesus Christus erfüllt. Wir leben in der spannenden Zeit des angebrochenen und noch nicht erfüllten Reiches Gottes – in der Endzeit.

Vineyard Genf, Tel.: (022) 771 02 44, vineyard.ge.fr@abacsell.com Vineyard Langenthal, Tel.: (062) 965 44 32, info@lavine.ch Vineyard Liestal, Tel.: (061) 923 23 55, office@vineyard-liestal.ch Vineyard Luzern, Tel.: (041) 362 13 26, info@vineyard-luzern.ch Vineyard Olten, Tel.: (062) 296 96 00, info@vineyard-olten.ch

Mit jedem Tag rückt die Wiederkunft von Jesus Christus um einen Tag näher. Mit Interesse beurteilen wir die Geschehnisse in der Welt, Seuchen, Erdbeben, Kriege, Hungersnöte, Konflikte um Israel und die Araber. Wir versuchen zu verstehen, was das mit der biblischen Apokalypse zu tun hat. Gleichzeitig sind wir erstaunt über viele Menschen, für die das Wort Endzeit und die Beobachtung der Geschehnisse in der Welt wichtiger geworden sind als das Zeugnis des Volkes Gottes in der Welt und besonders in lokalen Gemeinden.

Vineyard Solothurn, Tel.: (032) 621 33 80, christoph.keller@vineyard-solothurn.ch Vineyard Thun, Tel.: (033) 437 78 75, info@vineyard-thun.ch Regio Vineyard Uster, Tel.: (043) 333 43 56, uster@regiovineyard.ch Regio Vineyard Zürich, Tel.: (043) 333 43 56, zuerich@regiovineyard.ch Vineyard Netzwerk Zürich, Tel.: (044) 371 71 51, office@vineyard.ch

Deutschland: Vineyard Aachen, Tel.: (024) 15 01 444, leitung@vineyard-aachen.de Vineyard Augsburg, Tel.: (0821) 907 68 27, vineyard.augsburg@gmx.de Vineyard Netz Berlin, Tel.: (030) 64 09 47 02, info@v-n-b.de Metro Vineyard Berlin, Tel.: (030) 36 44 87 15, zieger@cvmx.de Vineyard Chiemgau, Tel.: (08681) 47 99 05 Vineyard Dresden, Tel.: (0351) 843 86 81, office@vineyard-dresden.de

Coaching Kids & Youth für Gottes Reich mit Dale Kauffman (King’s Kids) & Gareth Burley (Vineyard Südafrika)

Vineyard Egelsbach, Tel.: (06103) 43 867, hbmueller@gmx.net Vineyard Enztal, Tel.: (07042) 96 04 52, ChristlicheGemeinde@Vineyard-Enztal.de Brandstifter Vineyard Filstal, Tel.: (07161) 504310, info@brandstifter.de Vineyard Freudenstadt, Tel.: (07441) 1653, juke@vineyard-freudenstadt.de

Bern

8. bis 10. November 2007

Diese Mitarbeiterkonferenz für Mitarbeiter unter Kindern, Teenagern und Jugendlichen gibt eine begeisternde Sicht, wie wir Kindern und Jugendlichen fördern und ihnen helfen können, Verantwortung in Gottes Reich zu übernehmen.

Vineyard Friedrichshafen, Tel.: (07541) 58 46 69, info@vineyard-fn.de Nehemia Gemeinde Friesenheim, Tel.: (07821) 99 55 79, info@nehemiagemeinde.de Vineyard Hamburg-Altona, Tel.: (040) 430 922 37, vineyard-altona@gmx.de Vineyard Hamburg-Bergedorf, Tel.: (040) 724 10 455, gemeinde@vineyard-bergedorf.de Vineyard Hamburg-Harburg, Tel.: (040) 765 68 65, leitung@vineyard-harburg.de Vineyard Hof, Tel.: (09281) 47 85 83, vineyard-hof@gmx.de Vineyard Kulmbach, Tel.: (09221) 84 414, vineyardkulmbach@freenet.de Vineyard Landsberg, Tel.: (08191) 94 31 81, office@vineyard-ll.de

Sent to the world …

Vineyard Lüdenscheid, Tel.: (02392) 50 89 89, vineyard-luedenscheid@gmx.de

Zeichen und Wunder heute erleben! mit Teams aus Deutschland, der Schweiz, Spanien und den USA

Vineyard GGP Mainz, Tel.: (06131) 618 725, info@vineyard-mainz.de

Vorbereitungsseminar in Bern Iasi, Rumänien

13. bis 14. Juli 2007 13. bis 26. Juli 2007

Vorbereitungsseminar in Oradea Ungheni, Moldawien Craiova, Rumänien Sibiu, Rumänien

27. bis 29. Juli 2007 27. Juli bis 07. August 2007 27. Juli bis 07. August 2007 27. Juli bis 07. August 2007

Vineyard München, Tel.: (089) 693 495 40, mail@vineyard-muenchen.de Vineyard Neunkirchen, Tel.: (06821) 8025, office@vineyard-saar.de Vineyard Nürnberg, Tel.: (0911) 47 44 538, office@vineyard-nuernberg.de Vineyard Puchheim, Tel.: (08142) 506 510, info@vineyard-puchheim.de Vineyard Ravensburg – Gemeinschaft Zion, Tel.: (0751) 352 57 01, kontakt@gemeinschaft-zion.de Vineyard Schmidmühlen, Tel.: (09474) 94 040, vineyardolli@hotmail.com Vineyard Schwäbisch-Hall, Tel.: (07944) 95 02 00, kontakt@vineyard-sha.de Vineyard Soltau, Tel.: (05191) 714 22, vineyard.soltau@gmx.de Vineyard Speyer, Tel.: (06232) 26996, info@vineyard-speyer.de Vineyard Staufen, Tel.: (07633) 82388, info@vineyard-staufen.de Vineyard Stendal, Tel.: (03938) 828 325, info@vineyard-stendal.de Vineyard Stuttgart, Tel.: (07024) 92 99 52, U100013@stuttgart.de

Zeichen und Wunder sind zu einem festen Bestandteil unserer Einsätze geworden. So haben wir erlebt, dass Hunderte ihr Leben Jesus übergeben haben, blinde Augen geöffnet wurden, mehrere Lahme wieder gehen und Taube wieder hören konnten. Es gab Dutzende Heilungen und Befreiungen – das Reich Gottes in Kraft!

Lässt du dich auch davon anstecken? Komm einfach mit … Informationen und Anmeldung unter: info@vineyard-speyer.de oder +49 (0)6232 26 996

Österreich und Italien: Vineyard Graz, Tel.: (0316) 694754, graz@vineyard.at Vineyard Initiative Lavanttal, Tel.: (04352) 36094 77, lavanttal@vineyard.at Vineyard Innsbruck, Tel.: (0660) 300 4777, innsbruck@vineyard.at Vineyard Rheintal, Tel.: (05578) 71 206, vineyard.rheintal@gmx.at Vineyard Wien, Tel.: (01) 350 44 63, info@vineyard-wien.at

Webauftritte der einzelnen Vineyards finden Sie unter: www.vineyard-dach.net


14

C :feature 2

1 Mit der Endzeit hat die Vineyard ein kontroverses Thema für die Pfingstkonferenz 2007 gewählt: Immer wieder prallen in christlichen Kreisen die verschiedenen theologischen Ansichten aufeinander. Worauf kommt es den Rednern der Konferenz an? Ich hatte Gelegenheit, einige von ihnen dazu zu befragen. Bene Müller, der gemeinsam mit Barry Segal den Lobpreis leiten wird, liegt die Einordnung des Begriffs am Herzen. Der Kerngedanke der Veranstaltung ist für ihn, eine gesunde Perspektive zu entwickeln: Die Endzeit wird nicht irgendwann in der Zukunft stattfinden, sie hat bereits vor zwei Jahrtausenden mit der Geburt von Jesus begonnen. Wir stecken also mittendrin, und das Thema geht jeden an! Daher richtet sich die Konferenz ganz klar nicht nur an Pastoren oder Theologen; Zielgruppe sind alle, die Jesus nachfolgen. Auch Peter Davids möchte mit seinem Vortrag ein möglichst breites Publikum erreichen. Der Fokus auf Ereignisse wie das Jüngste Gericht verzerrt nach seiner Überzeugung den Blick auf das, worauf es hier und heute ankommt: Unser Leben so zu gestalten, dass uns Jesus zum Zeitpunkt seiner Wiederkunft «bei der Arbeit» vorfindet. Peter Davids wünscht sich, ein besseres Verständnis dafür zu wecken, wo wir in der Heilsgeschichte stehen, und dadurch eine neue Bereitschaft zur bedingungslosen Nachfolge von Jesus zu bewirken. Eine gesunde Perspektive setzt ein gesundes Fundament voraus. Deshalb will Martin Bühlmann einen grundsätzlichen «biblischen Rahmen» abstecken. Ihm fällt auf, dass es eine zunehmende Offenheit für endzeitliche Vorstellungen gibt. Doch theologisch ein-

seitige Deutungen von aktuellen Entwicklungen in der Weltpolitik oder Naturkatastrophen können durchaus verunsichernd wirken. Hier soll die Konferenz eine Hilfestellung bieten, um sich besser auf dem «Markt der Meinungen» zurechtzufinden. Gleichzeitig geht es auch darum, den Blick für die Verantwortung der Christen bei der Bezeugung unseres Glaubens, der Mitgestaltung der Gesellschaft und der Durchsetzung von Gerechtigkeit zu schärfen. Diese Verantwortung findet ihren konkreten Ausdruck im Handeln der lokalen Gemeinde und des einzelnen Christen an dem Platz, an den er von Gott gestellt wurde. Beide Aspekte – Gerechtigkeit einerseits und die Einordnung von weltweiten Ereignissen andererseits – werden in der Konferenz ihren Niederschlag finden. John Paul Jackson befaßt sich unter anderem mit der spirituellen Dimension von Ereignissen, die ihren Niederschlag in den Nachrichten finden. Ein zentraler Punkt ist hierbei der fortwährende Konflikt zwischen Israel und dem Islam. Außerdem wird sich sein Vortrag damit beschäftigen, wie sich die Gemeinde für die Anforderungen, die die Endzeit mit sich bringt, wappnen kann.

Jackie Pullinger-To wird sich in ihrem Referat mit sozialer Gerechtigkeit auseinandersetzen und darauf eingehen, wie sich Christen ihrer diesbezüglichen Verantwortung in der Praxis stellen können. Viel wichtiger als die Frage, wie denn das Jüngste Gericht konkret aussehen könnte, ist für sie, welchen Einsatz unserer Gaben und Talente wir dann vorweisen können. Die Weise, mit der wir den Armen, Kranken und Unterdrückten begegnen, ist ein Dienst an Jesus selbst. Gleichzeitig ist sie auch ein Ausdruck unseres Bewußtseins für seine Liebe. Die Gründerin der St. Stephen’s Society will die Besucher der Konferenz deshalb neu motivieren, hinauszugehen und Jesus unsere Hände und Füße zur Verfügung zu stellen: vor unserer Haustür genauso wie an den Enden der Welt.

CHRISTIAN ZACKE Student Vineyard Dresden

KONFERENZIN BERN VOM 25 BIS 28 MAI 2007

eNDZEIt

THE PRESENCE OF GOD


15

.. AUS DEM ALLTAG EINER GEMEINDEGRUNDUNG

VINEYARD THUN TEIL ELF

In die Sommerzeit fiel die «Stadtwoche 2006», ein sozialdiakonisches Projekt der Evangelischen Allianz Region Thun. Wir wirkten tatkräftig mit. 150 Christen putzten Fenster, reinigten Stadtpärke usw.. Ein Sponsorenlauf im Fussballstadion zugunsten vier sozialer Projekte der Stadt bildete den Abschluss. Wir liefen rund CHF 40’000.– ein! Konkret sozial-verantwortlich leben ist uns wichtig, und die kostenlose Lebensmittelabgabe ein kleines Zeichen dafür. Zwei Jugendliche fahren wöchentlich mit einer gesundheitlich angeschlagenen Frau einkaufen. Christliche Gemeinschaft wird allmählich Kontrastgesellschaft! Hat jemand «Generationen-Probleme» gesagt?

Im September fragte mich der TV-Sender 3sat für einen Beitrag in der Sendung «Kulturzeit» an. Anlass war die Ausstellung im Kunstmuseum Thun zum Thema «Choosing my Religion». Gefragt waren Statements aus christlicher Sicht zu brisanten religiösen Themen. Die Veränderung meiner Arbeitssituation und eine verschärfte Finanzlage zwangen uns zur Standortbestimmung. Kurz darauf öffnete Gott eindrücklich neue Geldquellen. Meine Teilzeitanstellung musste nicht gekündigt werden. Eine junge Frau entschied sich kürzlich für ein Leben mit Jesus. Freunde machen konkrete Schritte auf Jesus

und unsere Gemeinschaft zu. Vereinzelt tauchen neue Weggefährten auf und integrieren sich. Wir erholen uns anscheinend langsam von der Ernüchterungsphase im Gründungsprozess.

www.broccolis-journey.blogspot.com

OLIVER MERZ Leiter Vineyard Thun

3

KONFERENZ APRIL 2007 IN ACCRA GHANA

t

C :aus den vineyards

In den Vineyards in den zentral- und westafrikanischen Ländern entsteht eine begeisternde Dynamik. Initiiert durch Flüchtlinge, die in der Schweiz und in Deutschland Jesus begegneten, sind in den vergangenen Jahren mehr als 100 Vineyards in Togo, Ghana, Kamerun, Kongo (Brazzaville), Kongo (Kinshasa), Angola, Kenia, Burundi, Ruanda, Namibia etc. entstanden. Die Zahl wächst sehr schnell, da Gott uns viele visionäre Leiter geschenkt hat, die unsere Familie bereichern. Gleichzeitig ist die Not und Armut enorm: Die meisten Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, viele leiden unter unvorstellbarem Hunger, und einer unserer Leiter ist gar gestorben, weil wir ihm nicht schnell genug Geld (CHF 20.–, ? 12.–) für Medikamente schicken konnten! Wenn wir als Vineyard davon sprechen, eine Familie zu sein, bringt dies eine Verantwortung mit sich! Es ist Zeit, unsere Augen für die Familienmitglieder in Afrika zu öffnen!

Wir können die grosse Not nicht beseitigen und wollen sicher keine Abhängigkeitsbeziehungen entstehen lassen. Aber was wir tun können, das wollen wir tun! Deswegen unterstützen wir Gemeindegründungen, trainieren die Leiter und lancieren Projekte zur Selbsthilfe (Mikrokreditprojekte). Als sichtbarer Meilenstein führen die Vineyards in Zentral- und Westafrika vom 24. bis 28. April 2007 in Zusammenarbeit mit der Vineyard Südafrika und der Vineyard D.A.CH eine grosse afrikanische Vineyard Konferenz in Accra, Ghana, durch! Thema der Konferenz ist «Das Königreich Gottes in seiner Fülle und seine Auswirkungen auf das Alltagsleben». Bereits haben Costa Mitchell (Leiter Vineyard Südafrika), Alexander Venter (Autor und Leiter

einer Vineyard in Südafrika), Martin Bühlmann und Eduardo Kiakanua ihre Teilnahme zugesagt. Das Engagement der Vineyard in Afrika ist nur durch grosszügige Unterstützung der Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich! Auch du kannst dazu beitragen!

Fragen und Unterstützungsmöglichkeiten: marius.buehlmann@vineyard-bern.ch

MARIUS BÜHLMANN Bereichsleiter Vineyard Bern


iijii j j j i i i ijiji 16

DIE

C :word study

L E T Z T E N TAGE Es gibt unheimlich viele Überlegungen über die «letzten Tage»: Wann sind sie, was sind ihre Zeichen, was passiert dann? Fingen sie um 1000 an oder mit Napoleon, mit Adolf Hitler oder Stalin? Oder was passiert jetzt? Leider gründen diese Überlegungen oft nicht in der biblischen Theologie. Aus der Schrift geht klar hervor, dass wir jetzt in «den letzten Tagen» leben. Petrus sagte in Apg. 2,17, dass die letzten Tage schon an Pfingsten waren: «Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch.» Der Geist wurde an Pfingsten ausgegossen, d. h. wir befinden uns also schon in den letzten Tagen. Heb. 1,2 lehrt, dass Jesus in den letzten Tagen offenbart wurde: «… hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.» Das heisst, dass die letzten Tage mit der Geburt Jesu anfingen. Wir können also sagen, dass wir in den letzten Tagen leben, weil wir die Lehre Jesu haben, weil Jesus für uns starb (1. Petrus 1,20) und wir den Geist erfahren. Die letzten Tage sind aber nicht nur positiv. Es gibt auch Negatives: 2. Tim. 3,1 oder 2. Petrus 3,3 oder Judas 18 reden über Gegner und Abfall «in den letzten Tagen»; Gegner und Abfall, die schon bekannt waren, als diese Briefe geschrieben wurden. Antichristen sind schon vor 2000 Jahren gekommen (1. Joh. 2,18). Auch Spötter sind schon gekommen, die allerlei Spott getrieben haben (2. Petrus 3,3). Die Reichen und die Mächtigen tun Böses (Jak 5,3). Dies sind «schlimme Zeiten» (2. Tim 3,1), ja schon seit Jesus gekreuzigt wurde. Es steht nicht, dass schlimme Zeiten kommen werden, sondern dass sie schon gekommen sind. Jesus hat den Satan überwunden, aber der Satan ist noch aktiv und sucht so viel der Nachfolger Jesu als möglich zu verführen und / oder zu zerstören (Off. 12,17). Die letzten Tage sind gefährlich, und es ist nicht leicht, Christ zu sein.

Doch es gibt noch ein anderes Wort von Jesus: «Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte.» (Off. 1,17; vgl. 2,8; 22,13). Jesus, der Erste, existierte als das Wort, noch bevor die Welt erschaffen war. Das Wort wurde Fleisch und lebte unter uns in der Welt. Mit diesem Ereignis fingen die letzten Tage dieses Zeitalters an. Und Jesus ist auferstanden und bleibt bei uns im Geist, solange diese letzten Tage dauern. Am Ende dieses Zeitalters kommet er wieder, um einen Schlussstrich zu ziehen und volle Gerechtigkeit auf der Erde zu etablieren. Weil er der Letzte ist, können die letzten Tage nicht länger dauern als er. Zweitausend Jahre waren nicht lang genug, ihn zu ermüden. Es ist nicht nötig zu wissen, wann und wie genau er diese letzten Tage zu Ende bringt. Es ist nur nötig zu wissen, dass er es ist, der diese letzten Tage beenden wird. Gott hat wahrscheinlich seinen Plan verschoben, weil er Geduld mit uns hat (2. Petrus 3,9). Jesus kommt aber wie ein Dieb in der Nacht – ohne Vorwarnung. Für uns ist es also wichtig, bereit zu sein. Wir sollen nicht auf Spötter oder Abgefallene oder Antichristen hören oder auf die, die für ihren Besitz leben. Dann wären

wir nicht bereit, wenn Jesus kommt. Wir sollen so leben, als ob Jesus möglicherweise heute kommen könnte. Wir sollen erfüllt von Gottes Geist leben. Wir sollen im Gehorsam gegenüber der Lehre Jesu leben. Wir sollen im Bewusstsein leben, dass Jesus uns erkauft hat und dass wir deshalb seine Sklaven sind. Wir sollen im Bewusstsein leben, dass die letzten Tage schon seit 2000 Jahren angefangen haben. Dann macht es uns nichts aus, wenn Jesus morgen kommt oder wenn die letzten Tage noch 2000 Jahre dauern. Wir leben in Bereitschaft. C

PETER DAVIDS Theologe, Professor St. Stephen’s University St. Stephen, Kanada


i j i i j i j i j i i i i j i i j j i j i j j i j ijijijiij j i jiiijijijjjijijiij i j i j C :leadership insights

LEITEN IN DEN LETZTEN TAGEN

LEITEN IN DER ENDZEIT Wie können wir die schwierigen Fragen beantworten, die aus dem weltumspannenden Klima der Furcht entstehen? Wie kann ein Leiter in diesen «letzen Tagen» leiten? Wie können wir mit dem Spannungsfeld der Ereignisse in unserem Umfeld fertig werden? Als ich etwa zwölf Jahre alt war, gehörten meine Eltern einer konservativen dispensationalistischen Baptisten-Gemeinde an. Während eines ganzen Jahres hat der Pastor Vers für Vers über das Buch der Offenbarung gelehrt. Ich kann mich an nichts Konkretes mehr erinnern. An was ich mich hingegen erinnere, ist folgendes: Es machte mir Angst! Chaos, Zerstörung, Böses, Drachen, Seuchen, Tod, blutige Schlachten! Ich kam zum Schluss: Dieses Buch der Bibel werde ich niemals wieder lesen. Vor etwa drei Jahren empfahl mein Vater im Rahmen einer Predigtserie ein Buch von Darrell Johnson, welches «Discipleship on the Edge» (Jüngerschaft am Rande des Abgrunds) heisst und sich auf das Buch der Offenbarung konzentriert. Zuerst wollte ich mir diese Predigtserie nicht anhören. Obwohl ich die Offenbarung in der Zwischenzeit schon mehrmals gelesen hatte, war es interessant zu ent-

decken, dass diese Kindheitseindrücke und Ängste immer noch so stark vorhanden waren. Doch Gott hat dieses Material benutzt, um mich von meiner Angst vor der Endzeit zu befreien. Gott hat mich durch diese Unterlagen vorbereitet, zu einem besseren Leiter zu werden. Wie hat Gott das getan? Gott gebrauchte das letzte Buch der Bibel, um mir die Frage zu stellen: Wie klar kannst du erkennen, wer Jesus in Person und Wesen, ist? Gott zeigte mir, dass das letzte Buch der Bibel nur über Jesus spricht. Falls du im letzten Januar am Leiterkongress in Berlin warst, weißt du in etwa, was mir geschah (und sich noch fortsetzt). Die drei Botschaften, die ich in Berlin weitergab, haben sich auf diesen Punkt konzentriert. Um ein wirkungsvoller Leiter in «diesen letzten Tagen» zu sein, musst du ein klares Bild und Verständnis von Jesus haben, von seiner Person, seinem Wesen und seinem Tun. Was für ein Bild hast du von Jesus? Um ein wirkungsvoller christlicher Leiter in unserer komplexen Welt zu sein, ist es aus meiner Sicht unabdingbar, einen noch klareren Blick dafür zu bekommen, wer Jesus ist, wie Jesus ist und was Jesus heute in der Welt tut.

Apostel Johannes hat als junger Mann seinen Kopf an die Brust Jesu gelegt. Er war einer der Jünger, die Jesus am nahesten standen, vielleicht sogar am nächsten. Es war Johannes, an den sich Jesus wandte und ihn bat, sich um seine Mutter zu kümmern. Und nun, beinahe 60 Jahre später, erlebte Johannes das Spannungsfeld der «letzten Tage». Johannes, nun als alter Mann, brauchte eine klarere Sicht für Jesus. Er musste Jesus noch einmal «sehen» und erfahren. Als Gefangener auf der Insel Patmos, schrie er zu Gott. Und Jesus antwortete ihm … persönlich, direkt und kraftvoll. Jesus sagte zu Johannes, «lass mich dir zeigen, wie ich wirklich bin und was alles vor sich geht». Johannes schrieb auf, was Jesus ihm zeigte. Du und ich leben im selben Spannungsfeld. Wir leben in den «letzten Tagen» wie schon Johannes. Und wenn wir zu Jesus um Hilfe rufen, wird er uns in der Art antworten, wie er es bei Johannes getan hat. Es ist sogar so, dass der Heilige Geist, der in uns wohnt, uns auf das letzte Buch in der Bibel verweist und fragt: Kannst du Jesus klar erkennen? Kannst du sehen, was wirklich geschieht? Eine klare Sicht dessen, wer Jesus ist und was Jesus tut, gibt dir alles, was du benötigst, um ein wirkungsvoller Leiter in einer komplexen Welt zu sein. C

RICHARD CLINTON Leiter Regio Vineyard Zürich Mitglieder Leitungsteam Vineyard D.A.CH

17


20

C :aus den vineyards 1

¨ TRAUME UND EINE ENTSCHEIDUNG ¨ JESUS FUR

Auf die Traumdeutungs-Kurse 201 und 202 in Bern hatte ich mich riesig gefreut: mehr zu erfahren über die Stimme Gottes, wie sie in unsere Träume hineinspricht und wie wir sie interpretieren können. Ich genoss den Ausblick auf eine Woche mit super Lehre und guten Freunden meiner Vineyard Familie.

Für Dienstag hatten sich Birgit Winzer (Vineyard Dresden) und ich verabredet, da wir uns vieles zu erzählen hatten. McDonald’s schien uns für einen Salat in einer lockeren Atmosphäre das Richtige zu sein. Während Birgit sich anstellte, fahndete ich nach einem freien Tisch, der sich in dem randvollen Lokal dann doch fand. Am Nachbartisch saß eine Chinesin, die sich nach dem Tischgebet interessiert nach unserer Religion befragte. Birgit und ich erzählten ihr von unserer persönlichen Beziehung zu Jesus und der Notwendigkeit, die Kluft zwischen dem Vater und uns durch Jesus zu überbrücken.

2

ZUG VERPASST… An einem gewöhnlichen Donnerstagmorgen fuhr ich mit der Bahn zur Schule. Als ich aus dem Zug ausstieg und die Treppe hochging, kam mir ein etwa 50-jähriger Mann entgegen gelaufen, der seine Bahn noch erwischen wollte. Doch die Türen schlossen sich vor seiner Nase, worauf er kehrtmachte und die Treppe wieder hochkam. Er wiederholte dabei mehrmals «Nur Pech» und machte einen total zerstör-

3

Die Chinesin erzählte von ihrem Leben, ihren Depressionen und ihren Selbstaufmunterungsübungen. Wir fragten sie, ob sie ihr Leben Jesus übergeben und dies durch ein Gebet besiegeln wollte. Ja, sie wollte. Gesagt, getan. Dann beteten wir für den Heiligen Geist. Gleich danach meinte sie, es würde eine tiefe Freude in ihr aufsteigen. Auf ihre Äußerung hin, dass sie für ein paar Monate nach China reisen würde, befahlen wir sie noch Gottes Schutz an. Am Ende der Mittagspause strahlte uns ein asiatisches Augenpaar entgegen, und zwei zierliche chinesische

ten Eindruck. Ich ging zu ihm und sagte: «Gott liebt dich trotzdem!» Ich überlegte nicht, was ich da tat, ich hatte einfach das Bedürfnis, diesem Menschen zu helfen. Er reagierte sehr verwundert, und so kamen wir ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass dieser Mann auf der Suche nach Gott war. So erklärte ich ihm mitten im Bahnhof, dass jeder Mensch Gott finden kann, wenn er Gott nur darum bittet. Wir redeten etwa zehn Minuten, bis seine nächste Bahn kam, und ich gab ihm zum Schluss noch die Adresse unserer Gemeinde. Erst danach realisierte ich, wie Gott mich gerade als Werkzeug benutzt hatte. C

EINE TRAGISCHE FAMILIENGESCHICHTE BEWEGT Eine Familie mit zwei Söhnen verlor vor fünf Jahren den älteren unter mysteriösen Umständen. Er ist bis heute vermisst trotz der bis anhin größten polizeilichen Suchkampagne in der Geschichte Baden-Württembergs. Eine TV-Produzentin des hessischen Rundfunks wollte daraufhin illustrieren, wie eine Familie so einen Schicksalsschlag verarbeitet. Die Familie beschrieb wiederholt den Glauben an Jesus Christus und den Rückhalt in

ihrer Kleingruppe als entscheidende Faktoren, warum die Familie und die Ehe nicht auseinander gebrochen ist. Darum wurde die Frau auf die Vineyard Gemeinschaft aufmerksam. Das Fernsehen wollte einen Kleingruppenabend für die Dokumentation aufnehmen, und so wurde unser Wohnzimmer zum Ort des Geschehens. Licht, Ton, Kamera, Menschen umringten eine Handvoll Christenmenschen,

Hände drückten uns ganz fest. Mein Austausch mit Birgit hat in der geplanten Form nicht mehr stattgefunden. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. C

IRIS FRANK Leiterin Vineyard Stuttgart

MATTHIAS MIRO Schüler Vineyard Hamburg-Bergedorf

die Jesus anbeten, über den verlorenen Sohn sprechen und gemeinsam Abend essen … Beim Abbauen fragen wir das Fernsehteam, ob wir ihnen noch was «Gutes» tun dürfen – leicht irritiert sagen sie ja. Wir beten für sie und segnen sie für ihre Arbeit. Sichtlich bewegt, jedoch umso herzlicher verabschieden sich die Hessen von den Schwaben und fahren etwas reicher nach Hause. C MARCUS UND CLAUDIA HAUSNER Trainer Personal- und Organisationsentwicklung, Leiter Brandstifter Vineyard Filstal

3


.. JESUSMASSIG EINE BEWEGUNG

UP

ZU GOTT

UP

Teil 1 von 3

Eine der Grundfragen, die uns beschäftigt, wenn wir Gemeinde bauen und für Menschen Verantwortung tragen, ist doch: Was heißt das eigentlich – Jüngerschaft? Wie gelingt dieses Phänomen, dass ein Mensch Gehorsam gegenüber dem Reden Gottes in seinem Leben einübt? Man kann es nicht herbeirufen, anweisen oder erzeugen. Dieser Gehorsam ist ein Reflex auf die Liebe, mit der Gott uns zuerst geliebt hat. Aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihrer Wegführung drücken Menschen diesen Reflex unterschiedlich aus. Das ist gut so. Unterschiedlichkeit wird aber dann ungesund, wenn sie einseitig ist und bleibt. Aus der mönchischen Tradition (bspw. Benedikt von Nursia) lernen wir, wie wesentlich Maß halten ist oder, um ein zeitgemäßeres Wort zu verwenden: Balance. Dieses Maß halten ermöglicht Reife und Ganzheit. Maß halten bedeutet nicht Mittelmässigkeit, sondern Ausgeglichenheit. Das Leben Jesu verkörpert für mich eine Balance in drei Grundbewegungen. Alle Bewegungen lebte er leidenschaftlich, kraftvoll und kompromisslos: UP – eine Bewegung zu Gott IN – eine Bewegung zur Gemeinschaft OUT – eine Bewegung in die Welt Wir leben in der Vineyard als Bewegung: international, national, regional und lokal und persönlich. Eine Bewegung wird zusammengehalten von geteilten Werten, einer Vision, der sich alle verpflichtet wissen, und gesunden authentischen Beziehungen. Nun – wohin bewegen wir uns? Zu Gott, zur Gemeinschaft und in die Welt. Mit den 12 jesusmässigen Gewohnheiten wollen wir beschreiben, wie diese Bewegung auf der persönlichen Ebene aussehen kann. Dort ist der Anfang – dort ist das Wesentliche. Nur was sich im eigenen Leben ereignet, findet seinen Niederschlag auf den anderen Ebenen. Mit den nachstehenden vier jesusmässigen Gewohnheiten können wir unsere Grundbewegung zu Gott einüben und erweitern.

C :training

– Anbetung – Geistliche Übungen – Bibel – Finanzen

Vision Beziehungen Werte

IN

– Identität – Beziehungen – Ehe, Freundschaft und Familie – Mentoring

– Barmherzigkeit – Power Ministry – Glauben teilen – Life Skills

OUT

12 gesunde Gewohnheiten für Jesusnachfolger Anbetung Ein Lebensstil der Anbetung und der Innigkeit mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist – Anbetung als Lebensstil – was bedeutet das für dich? – Anbetung ist auch inniges Gott Erleben. Wie nah kommst du ihm? – Welche Schritte kannst du gehen, um in der Anbetung mit Denken, Herz, Handeln und Musik weiter zu reifen? Geistliche Übungen Ein Lebensstil, der gesunde geistliche Gewohnheiten entwickelt wie Hören auf Gott, Fürbitte, Fasten, Einsamkeit und Gehorsam – Pflegst du deine Gottesbeziehung regelmäßig? – Kennst du deine Schwächen, wenn es um geistliche Gewohnheiten geht? – Hörst du seine Stimme auch, wenn du mit ihm sprichst?

Mit UP nimmt alles seinen Anfang. Mit unserer Hinwendung zu Gott vollziehen wir immer wieder einen Herrschaftswechsel – persönlich oder mit anderen gemeinsam. Der König Jesus ruft in die Nachfolge, in den Gehorsam, und wir reagieren mit unserer (Lebens-)Zeit, mit unserer (Lebens-) Kraft und mit unserem Geldbeutel. Gewohnheiten helfen uns dabei, diese Bewegung nicht aus unseren täglichen Stimmungen, sondern aus unseren Überzeugungen (u.a. Werten) heraus zu gestalten. C

Bibel Ein Lebensstil, der biblische Prinzipien widerspiegelt und die Schrift als Fundament für Glaube und Leben versteht. – Welche Rolle spielt die Bibel in deinem Leben? – Läßt du sich durch die Bibel in eine lebendige Gottesbeziehung führen? – Was hält dich davon ab, die Aussagen der Bibel in deinem Alltag anzuwenden? Finanzen Ein Lebensstil der Verwalterschaft von finanziellen Gütern, der sich von Schulden freihält und andere an der von Gott geschenkten Versorgung teilhaben lässt. – Was geht dir beim Thema Finanzen durch den Kopf? – Wie kannst du mit positiver Haltung Selbstverzicht einüben im Wissen, dass Gott sowieso alles gehört? – Welche Konsequenzen hat ein selbstsüchtiger Umgang mit Geld?

MARCUS B. HAUSNER Trainer Personal- und Organisationsentwicklung, Leiter Brandstifter Vineyard Filstal

21


22

C :martins tagträume

: : ENADMZENEDEIT: : : : DER ZEIT

«Hat die Entrückung ohne mich stattgefunden?» Georgia ist ja wohl kein Engel, aber ich erinnere mich daran, wie mir als junger Mann zu Mute war, wenn ich nach Hause kam und Georgia nicht gleich fand. Ich fürchtete mich davor, dass die Entrückung der Jesus zugehörigen Menschen stattgefunden hätte, Georgia dazugehörte und ich zurückgelassen worden sei. Wie war ich dem Himmel dankbar, wenn sie dann plötzlich auftauchte! Ich wurde in einer Zeit Christ, wo das Thema Endzeit und Entrückung den Glauben vieler Menschen prägte. Viele waren davon überzeugt, dass Jesus noch in den 70er Jahren zurückkehren würde. Auf der einen Seite war es eine herrliche Wiederkunftserwartung, auf der anderen Seite war diese Zeit von Angst geprägt. Was, wenn man nicht dazugehörte? Dazu kam die Überzeugung vieler Christen, dass die «böse Welt» sowieso verloren gehe und das Gewinnen von Jesus fernstehenden Menschen darum nicht so wichtig sei. Dasselbe galt für die Erhaltung der Schöpfung: Es wird sowieso alles vergehen, deshalb muß man sich nicht um die Schöpfung kümmern. Dieses Bild der Endzeit prägte meine Sicht. Es gab da nur negative Erwartungen, und die Lektüre der Texte

in Lukas 21 oder in Matthäus 24 schienen diese Sichtweise total zu bestätigen. Sie führte in meinem Leben zu einer Form von Fatalismus, einer Gleichgültigkeit gegenüber Gottes Schöpfung, den Menschen, die nicht glaubten, ja gegenüber der Gesellschaft. Es wäre mir nie eingefallen, mich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen, weil die Ungerechtigkeit sowieso ein Zeichen der Endzeit und deshalb unveränderbar war.

Gottes Absichten sind Liebe Da stolperte ich eines Tages über den Text von Johannes 3,17: «Gott hat nämlich seinen Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie zu retten.» Und gleich davor: «Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.» Die Haltung des Vaters im Himmel gegenüber der von ihm abgefallenen Schöpfung ist immer von Liebe geprägt! Das Gericht Gottes hat eher mit dem Ungehorsam der Menschen zu tun als mit dem direkten, strafenden Gericht Gottes - der Mensch richtet sich durch seinen Ungehorsam selbst. Ein gutes Beispiel ist die Zunahme von Unwettern wegen der Klimaveränderung. Das Gericht geschieht nicht aus dem Eingreifen Gottes, sondern daraus, dass Gott dem Menschen den freien Willen gegeben hat. Wenn der Mensch aber seinen Willen unabhän-

gig von Gott auslebt, dann hat das offensichtlich Konsequenzen. Umweltkatastrophen sind also eigentlich ein Spiegel für die Menschen, der ihnen die Konsequenz ihres Ungehorsams Gott gegenüber zeigen sollte. Dasselbe gilt für Kriege. Gott schickt keine Kriege, sondern läßt es zu, dass die Menschen ihrer Habgier und ihrem Hass freien Lauf lassen und damit Zerstörung in die Welt bringen.

Unsere Verantwortung in der Endzeit Genau dort liegt aber die endzeitliche Verantwortung des Volkes Gottes. Die Endzeit hat mit dem ersten Kommen von Jesus Christus begonnen und wird mit seiner Wiederkunft erfüllt werden. Nach dem Wiederkommen von Jesus Christus wird das Reich Gottes in dieser Welt sichtbar sein und unter den Menschen wohnen. Das endgültige Gericht über alle Menschen wird erst anschliessend stattfinden. Diese spannungsgeladene Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen von Jesus Christus ist die Zeit der Gemeinde Jesu, die Gottes Heilsplan für alle Menschen sichtbar ausleben und weitergeben soll. Das tut die Gemeinde Jesu mit der ständigen Erwartung, dass Anzeichen dieses kommenden Reiches Gottes bereits heute sichtbar werden. Deshalb


23

MARTIN BÜHLMANN Leiter Vineyard Bern Leiter der Vineyard Bewegung Deutschland, Österreich und der Schweiz

beten wir für kranke Menschen und vertrauen auf göttliche Heilung. Deshalb erwarten wir Zeichen und Wunder, sozusagen als Vorwegnahme dieses kommenden Friedensreiches, von dem Offenbarung 21 erzählt. Die Zeichen, von denen wir in Lukas 21 und Matthäus 24 lesen, sind also nichts anderes als eine Mahnung für das Volk Gottes, den eigentlichen Auftrag Jesu in dieser Welt konsequent zu leben. Sie sind uns nicht gegeben, damit wir über den Zeitpunkt der Wiederkunft spekulieren, sondern uns bewusst werden, dass sie mit jedem Tag einen Tag näher rückt. In den Texten von Johannes 3,16 und 17 haben wir gelesen, dass die Motivation des Vaters im Himmel immer die Liebe zu den Menschen ist. Eine fatalistische Haltung gegenüber Jesus fernstehenden Menschen oder gegenüber der Schöpfung ist also ein Ausdruck von Ungehorsam. Die Rolle der Gemeinde Jesu in der Endzeit ist immer geprägt von der Verkündigung der Liebe Gottes zu allen Menschen und von einer großen Radikalität im Ausleben der von Jesus gesetzten Werte von Gemeinschaft. Wo die christliche Gemeinschaft nicht JESUSMÄSSIG lebt, verpaßt sie ihren Auftrag vollständig und verliert die erste Liebe. Wer die erste Liebe verliert, der wird lau und wird konsequenterweise Schritt für Schritt von der Nachfolge Jesu abfallen

und verloren gehen. Damit die Nachfolger Jesu nicht verloren gehen, sollten sie sich die Wiederkunft Jesu immer vor Augen halten, ja die Wiederkunft täglich erwarten. So wird die Erwartung der Wiederkunft Jesu, also das Bewusstsein in der Endzeit zu leben, zu einem motivierenden Faktor für die Nachfolge.

Wir sind Botschafter Wenn wir uns also Gedanken über die Endzeit machen, geht es nicht um die Spekulation, wann Jesus wiederkommen wird, oder um die Genugtuung des Gerichts Gottes über die bösen Menschen, sondern darum, dass wir als Botschafter vom Reich Gottes die Menschen zur Versöhnung mit dem Vater im Himmel aufrufen. Denn Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten. «Als Botschafter Christi fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Laßt euch mit Gott versöhnen! Wir bitten euch darum im Auftrag Christi. Denn Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und Menschen werden, die Gott gefallen.» (2. Kor. 5,19-21) Die Nöte und Katastrophen dieser Welt sind nichts anderes als Zeichen dafür, dass der Vater im Himmel sich nichts mehr wünscht, als dass die Men-

schen sein Versöhnungsangebot annehmen und die Nachfolger Jesu die Realitäten des kommenden Reiches Gottes vorleben. Aus diesem Grund kann die Gemeinde Jesu nicht anders, als den Armen dienen. Sie kann nicht anders, als dem Unrecht dieser Welt begegnen. Sie muß sich für die Armen dieser Welt einsetzen und die Ungerechtigkeit dieser Welt bloßstellen. Sie muß die Welt herausfordern und sich politisch engagieren. Sie kann es nicht lassen, sich der Not des Nächsten anzunehmen, dies im Wissen um die eigene Schwäche und die endlose Kraft der Gegenwart Gottes durch seinen Heiligen Geist. Die Gemeinde Jesu fühlt sich von der Liebe Gottes gedrängt, kompromißlos in der Vergebung und in gegenseitiger Liebe zu leben, weil sie vom Verlangen beseelt ist, die ewige Liebe Gottes in dieser gefallenen Schöpfung sichtbar zu machen. Heute muß ich mich nicht mehr fürchten, zurückgelassen zu werden, wenn Jesus Christus kommt. Ich bin vollständig ausgefüllt vom Gedanken: «Jesus komme bald und laß mich als dein treuer Diener deine Werke in dieser Welt tun!» C


COMING UP NEXT…

Endzeit - The Presence of God  

Endzeit - The Presence of God

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you