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9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275 / 7. Jahrgang / Preis Deutschland 1,80 €

Kultur Highlight

Eine Welt der Wunder entdecken mehr auf Seite I-IV

Chinesisches Neujahr – Jahr des Hasen

Shen Yun, ein göttliches Schauspiel In einem Augenblick erblühen Blumen, die eben noch unter Eis und Schnee versteckt waren: Genauso magisch ist das Erscheinen dieser jungen Künstler auf der Weltbühne. Shen Yun heißt die Sensation mehr auf Seite I aus New York.

Gott, Geld und Gewissen Puma-Chef Jochen Zeitz im Gespräch mit der Epoch Times: „Denn jeder denkt, Gott, Geld und Gewissen sind so nicht vereinbar. Es wird uns ja von Kritikern vorgehalten, dass wir eigentlich in vielen Dingen zu sehr einer Meinung sind.“

F O T O : PA U L A B R O N S T E I N /G E T T Y I M AG E S

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In farbenprächtigen Kostümen und natürlich mit chinesischem Feuerwerk feiert diese chinesische Tanzgruppe im thailändischen Bangkok am 3. Februar das neue Jahr des Hasen. Weil der chinesische Kalender nach dem Mond geht, fällt Neujahr jedes Jahr auf einen anderen Tag. Der Hase gilt als ruhig und friedlich.

Liebe Leser! Heute halten Sie vielleicht zum ersten Mal eine EPOCH TIMES in den Händen. Die EPOCH TIMES erhalten Sie, weil Sie in einem ausgewählten Gebiet der Städte Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf oder Hamburg leben, wo die EPOCH TIMES von nun an einmal monatlich verteilt wird. Wir leben in einer Zeit vieler Reize und müssen Neues schnell bewerten, um unseren Alltag gut zu bewältigen. Das chinesische Sprichwort links sagt: „Es braucht viele Meilen, um die Ausdauer eines Pferdes zu ermitteln und viele Tage, um das Herz eines Menschen zu erkennen.“ Genauso bleibt der Wert, den eine Zeitung für uns haben kann, dem ersten oberflächlichen Blick verborgen und erschließt sich erst mit der Zeit. Möglicherweise finden Sie nach einigen Ausgaben, dass die Epoch Times erfrischend anders ist und Ihr Leben auf die ein oder andere Weise bereichern kann. Wenn Sie nach dem Lesen neugierig geworden sind und auch die nächste Ausgabe nicht verpassen möchten, empfehlen wir Ihnen das Schnupperabo auf Seite 12. Einen guten Start ins Jahr des Hasen und viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre Epoch Times Redaktion

Komik kontrovers Frei nach dem Motto „Golda meir, so ich Dir“ bricht der deutsch-jüdische Autor, Komiker und Entertainer Oliver Polak Tabus wie andere das Brot. Das erste Buch des Wahl-Berliners „Ich darf das, ich bin Jude“ wurde ein Bestseller.

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Freiheitswille ist ansteckend Viele wundern sich, warum das chinesische Volk nicht das tun kann, was die Araber tun.

Xia Xiaoqiang

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ie „Jasmin-Revolution“, der Volksaufstand in Tunesien in diesem Jahr, der das Regime des ehemaligen Diktators Ben Ali im Januar stürzte, hat in vielen arabischen Ländern einen Dominoeffekt verursacht. Die Menschen in Ägypten, im Jemen, in Algerien, Jordanien und anderswo sind auf die Straße gegangen, um gegen die politische Herrschaft, die Korruption der Regierungen und die hohe Arbeitslosigkeit zu protestieren. Trotz einer massiven Polizeipräsenz und Warnungen der Regierung vor einer Niederschlagung, sind in den vergangenen zwei Wochen täglich Tausende von Ägyptern durch die Straßen von Kairo, Suez und Alexandria gezogen. Inspiriert durch den Aufstand in Tunesien, fordern sie politische Reformen und dass Präsident Mubarak das Land verlässt. Die Auswirkungen der sozialen Unruhen in Ägypten, die das Regime von Mubarak bedrohen, sind viel größer als die in Tunesien. Durch sein riesiges Territorium und seine militärische Macht spielt Ägypten eine wichtige Rolle in der arabischen Welt. Ägypten ist auch ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten

und nach Israel der zweitgrößte Empfänger von US-Militärhilfen. Daher spielt im Nahen Osten die Entwicklung in Ägypten eine besondere Rolle und ihr Einfluss geht weit über den Mittleren Osten hinaus. Nach dem ägyptischen Aufstand gingen am 2. und 3. Februar in ganz Jemen Regierungsgegner zu Hunderttausenden auf die Straße mit den Parolen: „Nein zur Korruption! Nein zur Diktatur!“ und forderten ein Ende der 32-jährigen Herrschaft von Präsident Saleh. Oppositionsgruppen in Syrien sagen auch, dass sie ihren eigenen „Tag des Zorns“ aus Protest gegen die diktatorische Herrschaft Präsident Bashar al-Assads planen.

Was ist mit China?

Auf der anderen Seite der Welt verfolgen viele Internetnutzer in China trotz Zensur der Medien sehr aufmerksam, was in Ägypten geschieht. Sie sind sehr daran interessiert, welche Auswirkungen all das auf China haben könnte. Am 29. Januar waren die Worte „Ägypten“ und „Kairo“ auf großen Mikroblogs wie Tencent, 163, und Sohu blockiert, aber nicht auf Sina. Das chinesische Regime will nicht, dass das chinesische Volk in einem Land nach dem anderen massive Demonstrationen gegen Diktaturen sieht. Es will nicht, dass Chinesen irgendwelches Gedankengut erhalten. Chinas staatlich kontrollierte Massenmedien haben über die Proteste in Ägypten nur sehr wenig berichtet. Xinhua hat keine Berichte mit den aktuellsten Nachrichten über die öffentlichen Proteste veröffentlicht. Weder

Im Nahen Osten spielt die Entwicklung in Ägypten eine besondere Rolle und ihr Einfluss geht weit über den Mittleren Osten hinaus – was manch andere Regimes fürchten.

ein Wort darüber, dass die Ägypter den Rücktritt des Präsidenten forderten, noch über die freundlichen Dialoge zwischen den Soldaten in den Panzern und den Demonstranten in den Straßen von Kairo. Laut inoffiziellen Webseiten veröffentlichten das Informationsamt des Staatsrates und das Ministerium für Öffentliche Sicherheit gemeinsam einen Hinweis, dass alle Medien nur Berichte von Xinhua zu verwenden haben und keine ausländische Übersetzungen. Die Bekanntmachung ordnete auch an, dass alle Websites ihr „Management ausbauen“ bezüglich ihrer Foren und Blogs, insbesondere den Mikroblogs. Ein Verstoß gegen die Richtlinie würde die Schließung der Website zur Folge haben, hieß es. Es ist die Zentrale Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei, die die chinesischen Medien kontrolliert. Wovor fürchtet sie sich? Ein Bericht der Epoch Times vom 20. Januar wies auf die vielen Ähnlichkeiten zwischen der tunesischen und der chinesischen Gesellschaft hin. Dabei ging es auch um die Unterschiede zwischen Reichen und Armen, den drastischen Anstieg der Nahrungsmittelpreise, hohe Arbeitslosigkeit, Korruption der Regierung, eine fest verwurzelte politische Diktatur und schwere soziale Unruhen. Fortsetzung auf Seite 6


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Deutschland

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

Es muss nicht immer Kaviar sein Er führt elf italienische Restaurants in München und unterstützt Europas größtes Drogenrehabilitationszentrum San Patrignano bei Rimini.

F o t o s : B E J A N de s i g n f ü r E p o c h T i m e s

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r kam, sah und … blieb in München. Der Südtiroler Gastronom Carlo Rieder lebt und arbeitet seit 1980 in München. Er führt elf verschiedene italienische Restaurants, unterstützt Europas größtes Drogenrehabilitationszentrum San Patrignano bei Rimini und ist Vater von zwei sechs und acht Jahre alten Töchtern. Bei einem Gespräch in seiner Wahlheimat München erzählte er, was für ihn das Wichtigste im Leben ist, warum er bei seinen Geschäftserfolgen auf Vertrauen setzt und weshalb er immer wieder Herausforderungen sucht. Epoch Times: Herr Rieder, was hat Sie dazu bewogen, San Patrignano mit Aktionswochen in Ihren Restaurants zu unterstützen? Carlo Rieder: Auf den Speisekarten hatte ich zuvor schon Weine aus San Patrignano und wusste nicht, von wem diese hergestellt werden. Ein Vertreter San Patrignanos stellte mir weitere Produkte und Weine vor. Er erzählte über San Patrignano, wie es entstand und nach welcher Philosophie dort gelebt wird. Ich hörte immer aufmerksamer zu und so bot er mir an, die Einrichtung zu besuchen. Mit meinem Lieferanten, über den ich die Produkte von San Patrignano beziehe, flog ich also nach Rimini, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Zuerst dachte ich, es gibt einen Haken, weil dort alles so diszipliniert und fröhlich abläuft. Es beeindruckte mich, wie die jungen Menschen aus der Drogenabhängigkeit ins Leben zurückgeführt werden. Mir wurden einzelne Schicksale erzählt; einen Schritt weiter und so mancher dieser jungen Menschen wäre weg gewesen! Sie hatten keinen Halt mehr, bevor sie in die Einrichtung kamen. Jetzt leben sie in einer Art Familie, in der es Rituale und einen gemeinsamen, geregelten Tagesablauf gibt. Epoch Times: Ist daraus zu schließen, dass der Mensch einen Rahmen, Disziplin und Gemeinschaft braucht? Rieder: Ganz genau! – Wenn ein Mensch nicht schon selbst einen gefestigten Grundcharakter hat. Jedem von uns geht es besser, wenn er gewisse Regeln einhält. Ich gehe zum Beispiel zum Fitnesstraining und ich muss vorher immer den „inneren Schweinehund“ überwinden. Doch hinterher merke ich, wie gut das tut. Und dies speichert der Körper, er „weiß“, dass dadurch der Motor läuft und er nicht träge wird. Zu sagen, heute nicht, vielleicht morgen, lässt eine gewisse Unzufriedenheit entstehen und blockiert. Epoch Times: Wie bekommen Sie alle Aufgaben unter einen Hut, Familie und die Leitung Ihrer Lokale?

Italienisch mit französischem Flair – das Menzingers in München. Rieder: Für meine Familie habe ich nicht so viel Zeit, doch die Zeit, die ich mit meinen Mädchen verbringe, ist sehr intensiv. Ich nehme mir generell den Sonntag für meine Kinder frei. Das wissen die Kinder ganz genau. Die Verlässlichkeit ist gerade für Kinder unerlässlich, wenn man etwas verspricht, kann man nicht einfach sagen, das geht jetzt nicht, da ist etwas dazwischen gekommen. Ein Geschäftspartner versteht das vielleicht, aber ein Kind nicht. In meinen Restaurants sind derzeit ungefähr 320 Mitarbeiter beschäftigt und auch wir sind wie eine Familie eng miteinander verbunden. Ich kann mich auf sie verlassen und sie sich auf mich. Manche Mitarbeiter sind schon seit 20 Jahren bei mir. Das Wichtigste ist, die Mitarbeiter aufzubauen und richtig einzusetzen. Es wäre die falsche Führung zu glauben, man sei selbst die wichtigste Person. Ich sehe mich manchmal wie den Trainer einer Fußballmannschaft. Der geht auch nicht und schießt selbst die Tore, sondern steht am Rand und stellt die Spieler auf. Wenn er sie richtig aufstellt, gewinnen sie das Spiel; stellt er sie falsch auf, kann er mit den gleichen Leuten ein Spiel verlieren. Ein Gefühl für die Mitarbeiter zu haben, wo setze ich sie ein, welche Schritte mache ich mit wem, um das geht es! Epoch Times: Sie setzen viel auf das Vertrauen zu Ihren Mitarbeitern. Rieder: Ja, ich habe von Haus aus sehr viel Vertrauen zu jedem Menschen. Da muss mich jemand erst enttäuschen, bis ich dieses Vertrauen nicht mehr habe. Damit bin ich immer gut gefahren und ganz, ganz selten wurde ich enttäuscht. Wenn jemand allerdings mein Vertrauen missbraucht, ist

es vorbei und es gibt kein Zurück. Es lohnt sich auf jeden Fall, zuerst Vertrauen zu schenken und es macht auch Spaß. Das motiviert die Mitarbeiter und andere Menschen. Aufstiegsmöglichkeiten gebe ich gerne weiter, denn was wäre ich ohne mein Personal? Epoch Times: Was gibt Ihnen die Energie und die Inspiration für Ihre Aufgaben? Rieder: Die Freude und der Spaß daran geben mir das. Meine „Mamma“ sagt oft: Jetzt hör‘ doch auf, jetzt ist’s genug! Und ich sage „Nein!“, denn ich mache das nicht, weil ich mehr Geld haben möchte. Es gefällt mir einfach. Jeder hat seine Aufgabe und solange er seine Aufgabe erledigt, rede ich niemandem drein. Dann kommt irgendwann der Moment, in dem es mir langweilig wird (lacht) und ich weiß, jetzt muss ich wieder ein neues Lokal aufmachen! Es ist eine neue Herausforderung, eine Idee umzusetzen, zu planen, wie soll das Lokal sein, welches Konzept soll es haben? Das ist zwar viel Arbeit und zwischendurch denke ich schon mal: Warum habe ich mir das wieder angetan? Aber wenn das Lokal fertig und eröffnet ist und alles gut läuft, vergesse ich den Stress und ich würde es sofort wieder tun. Eigentlich bin ich nicht so gerne in der Öffentlichkeit und ich mag mich auch nicht auf diese Weise verkaufen. Ich mag das einfach tun, weil es mir gefällt, das bin ich. Natürlich ziehe ich damit viele Leute mit. Epoch Times: Was ist für Sie das Wichtigste in ihrem Leben? Rieder: Die Gesundheit. Wenn jemand gesund ist, hat er tausend Wünsche, wenn man krank ist, gibt‘s nur einen Wunsch. Ich bin gesund und wünsche mir, dass ich selbst und meine Kinder gesund bleiben. Im Geschäft

Carlo Rieder im Gespräch mit The Epoch Times in München.

kann ich einiges schaffen, das ist viel der eigene Wille. Doch wenn jemand nicht gesund ist, fehlt die Kraft für etwas anderes. Für manche Leute ist es oft so selbstverständlich und sie sind unzufrieden mit dem, was sie haben. Ein Millionär kann unzufrieden sein und jemand mit wenig Geld kann total glücklich sein. Der eine braucht jeden Tag Hummer oder Kaviar zum Essen und der andere sagt „Nein“, wenn ich eine schöne reife Tomate habe, ist es das für mich. Auf alle Fälle sind Gesundheit und Zufriedenheit das Wichtigste im Leben. Epoch Times: Woran glauben Sie? Rieder: Jeder Mensch braucht einen Glauben. Man muss nicht unbedingt Katholik sein, in jedem Glauben ist etwas Gutes verpackt. Auch für die Gesundheit. Die Fastenzeit zum Beispiel ist gut für den Menschen, damit sich der Körper erholen kann. Es ist sehr gut zu wissen, dass es etwas Höheres gibt, woran ich mich halten kann, egal was im Leben passiert. Wenn ein Mensch diesen Glauben nicht hätte, würde er schnell sinken. Betet jemand beispielsweise in der Kirche, hat er wieder ein gutes Gefühl und bekommt wieder Hoffnung, Stärke und Hilfe. Ich glaube an Gott, aber ich bin aus der Kirche ausgetreten. In Italien ist Katholik zu sein ein bisschen anders als hier in Deutschland, wo das sehr auf das Finanzielle bezogen ist. In Italien geht mehr über freiwillige Spenden und ich gebe gerne direkt für den Unterhalt einer Kirche. Für einen Glauben sollte man nicht bezahlen müssen. Mich hat diese Kirchensteuer einfach gestört; die Kirche hilft ja nicht unbedingt armen Menschen mit dem Geld, das sie kassiert, sondern finanziert sich viele andere Sachen,

diese Politik der Kirche mag ich nicht. Steuern zahle ich gerne, weil der Staat Straßen baut, für die Sicherheit Polizisten einsetzt und für viele Sachen das Geld gut verwendet. Staatsmacht und Kirche sollten nicht miteinander verquickt werden. Ich sage nicht, dass jeder so denken soll, das ist eben meine Sichtweise. Epoch Times: Ist Glaube für Sie also eine Realität? Rieder: Für mich ist es eine Realität. Es gibt etwas Höheres, auch wenn es viele Menschen vielleicht zu wenig sehen. Viele fangen erst wieder an zu beten, wenn’s ihnen ganz schlecht geht und haben das vorher vergessen; ich gehöre manchmal auch dazu. Jetzt, da ich selber Kinder habe, versuche ich vermehrt, ihnen das vorzuleben. Deshalb gehe ich mit den Kindern am Sonntag in die Kirche, um ihnen etwas Wichtiges für ihr Leben mitzugeben. Natürlich gab es auch Zeiten, in denen ich nur an Ostern oder Weihnachten in die Kirche ging, aber trotzdem ein gläubiger Mensch war. Epoch Times: Welche Pläne haben Sie als Gastronom? Rieder: Als ich fünf Lokale hatte, wurde ich gefragt, ob ich aufhören würde. Bei jedem weiteren Lokal sagte ich, das wäre jetzt das letzte. Und bei zehn Lokalen sagte ich, es sei definitiv das letzte, weil ich nur zehn Finger habe. Auf jeden Fall sage ich das jetzt nicht mehr, denn es kann ruhig wieder passieren (lacht). Ob es zehn oder zwanzig sind, ist nun fast das Gleiche, weil ich genügend fähige Mitarbeiter habe und die Geschäftsphilosophie passt. So gibt es für mich wieder eine Herausforderung und für einen Mitarbeiter ist es eine Chance, weiterzukommen. Epoch Times: Herr Rieder, vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Anja Mayr.

Impressum Herausgeber Florian Godovits, Thomas Kalmund, Renate Lilge-Stodieck, Manyan Ng, Zhihong Zheng Chefredakteur Florian Godovits Art Direction Szilvia Akbar, Mihai Bejan (Beratung) Verantwortliche redakteure Renate Lilge-Stodieck (Deutschland), Sebastian Menke (International), Florian Godovits (Wirtschaft), Detlef Kossakowski (Wissen), Caroline Chen (Kultur und Unterhaltung), Anke Wang (The Epoch Styles) Layout Iris Lindenmaier, Johanna Loebig-Winnefeld, Dima Suchin redaktionelle Übersetzer Eckehard Kunkel, Franz Vogel, Eyline Martini

Verlag und redaktion Epoch Times Europe GmbH, Kurfürstenstraße 79, 10787 Berlin Tel.: +49(0)30/26395312/13, Fax: +49(0)30/31999684, E-Mail: Chefredaktion@EpochTimes.de Geschäftsführung Manyan Ng, Zhihong Zheng Anzeigen +49(0)30/26 39 5314 (Berlin Zentral), +49(0)163/200 5876 (Hamburg, Nina Hamrle - Anzeigenannahme: Mo - Fr. 9 - 12 Uhr Silvia Leist), +49 (0) 176/44 50 8661 (Cham, Min Teng-Schwägerl), +49(0)174/20 04 279 (Stuttgart, Walther Krickl), +49 (0) 176/22 80 86 93 (Frankfurt, Thomas Kalmund) e-mail Anzeigen@EpochTimes.de Abo-Bestellung Barbara Giesenkirchen, Breslauer Str. 11, D-31275 Lehrte, Tel./Fax: +49(0)30/36434994 E-Mail: Abo@EpochTimes.de Druck BVZ Berliner Zeitungsdruck, Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin


Deutschland

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

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Rotchinesischer Datenklau – Spionage und Verrat Renate Lilge-Stodieck

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abatte zum chinesischen Neujahr oder – wenn’s beliebt – zum Valentinstag, immerhin großzügig bemessen bis 50 Prozent, das bietet eine chinesische Firma auf Spionageartikel im Internet an. Freundlicher Hinweis auf Lieferengpässe zum chinesischen Neujahr inbegriffen. Beim Suchbegriff Spionage China poppen die Anzeigen auf die Spyware mit auf. Praktisch, kann man doch gleich einmal sehen, wie winzig heutige elektronische Spionagegeräte sind – James Bond gehört längst in die Reihe der Oldtimer. Da verstecken sich jetzt Kameras und Mikrophone im Kugelschreiber oder in der Armbanduhr, in Brillengestellen oder Schlüsselanhängern. In Deutschland ist es strafbar, das gesprochene Wort oder Bild heimlich aufzunehmen und Dritten zur Kenntnis zu bringen. Es kann mit Gefängnis zwischen drei und fünf Jahren bestraft werden, doch darauf fehlt jeder Hinweis. Doch ist es sicher nicht nur fehlendes Unrechtsbewusstsein, was heimliches Ausspionieren scheinbar leicht und ungefährlich macht, sondern auch die wachsenden Möglichkeiten des Transfers im Internet oder des Angriffs im Internet.

Chinesische Firma bietet Spionageartikel im Internet an. Freundlicher Hinweis auf Lieferengpässe zum chinesischen Neujahr inbegriffen.

„Ein altes, fast vergessen geglaubtes Thema begegnet uns heute in einem neuen Kleid. Das ist das Thema Spionage.“ Innenminister Thomas de Maizière

Die gemeine und geheime Spionage

Womit ein Thema angesprochen ist, das viele – auch im Bereich der deutschen Behörden – nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr für relevant gehalten haben. Gemeint ist die gemeine und natürlich geheime Spionage, die nicht nur die militärische Abwehr betrifft, sondern in zunehmendem Maße als Datenklau in Wirtschaft und Wissenschaft grassiert. „Ein altes, fast vergessen geglaubtes Thema begegnet uns heute in einem neuen Kleid. Das ist das Thema Spionage“, sagte Innenminister de Maizière dazu am 6. Dezember 2010 zum 60-jährigen Bestehen des Verfassungsschutzes. Sowohl offiziell als auch inoffiziell wird China den Zahlen nach auf diesem Gebiet als Haupttäter gesehen. Das Bundesinnenministerium erklärte Ende 2010, nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz seien „deutlich über die Hälfte der identifizierungsfähigen elektroni-

schen Angriffe mit unterschiedlicher Nachweisintensität auf staatliche Stellen in der Volksrepublik China zurückzuführen“. Eben dieses Bundesamt steigerte in seinen jährlichen Verfassungsschutzberichten allein die Seitenzahl über Spionage aus China von zwei Seiten im Jahr 2007 auf sieben Seiten im Jahr 2009. So bemerkte man 2007: „Mit dem Ministerium für Staatssicherheit (Ministry for State Security – MSS) verfügt China über einen der weltweit größten Sicherheits- und Aufklärungsdienste.“

Schutz der „Kronjuwelen“

„Wegen der Verflechtung von Staat und Unternehmen ist bei Ausspähungsversuchen von chinesischer Seite in der Regel schwer zu unter-

scheiden, ob es sich dabei um eine von einer staatlichen Stelle betriebene Wirtschaftsspionage handelt oder ob eine (private) Firma Konkurrenzausspähung verübt“, heißt es im Bericht von 2009. Geradezu flehentlich beschwören Verfassungsschützer die deutschen Firmen, die kostenlosen Beratungsangebote der Behörden anzunehmen, um Schaden von sich abzuwenden. So forderte Dr. Jörg Treffke vom Verfassungsschutz Brandenburg bei einem Forum über „Wirtschaftsspionage – Risiko für Unternehmen“ am 15. April 2010 in Potsdam vor allem die Firmenchefs auf, die „Kronjuwelen“ zu schützen. Er sagte: „Sich gegen einen gezielten Spionageangriff zu schützen, ist schwierig, aber nicht unmöglich. Häufig sind es nicht mehr als fünf Prozent der Firmendaten, die tatsächlich zu den „Kronjuwelen“ eines Unternehmens zählen. Diese sollten dann aber auch absolut sicher vor unbefugtem Zugriff geschützt sein.“ Zum Schluss kam die fast dringende Aufforderung: „Gerne sind die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes auch bereit, die Unternehmen in einem persönlichen Gespräch über Ziele und Vorgehensweise der ausländischen Nachrichtendienste zu informieren und bei der Initiierung geeigneter Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen.“

Gut Freund werden „Social Engineering“

Und wie läuft das Abschöpfen von Informationen? „Sie nutzen die offiziellen Niederlassungen ihres Hei-

matlandes zur Abtarnung entsandter Mitarbeiter. Neben der Botschaft in Berlin unterhalten sie Legalresidenturen in den Generalkonsulaten in Hamburg, Frankfurt am Main und München. Zudem besuchen sie öffentliche Veranstaltungen, Diskussionsabende, Seminare oder Industriemessen. Die Nachrichtendienstangehörigen bemühen sich um eine persönliche Beziehung, die sie durch wiederholte Treffen, Einladungen zu Restaurantbesuchen, Geschenke und persönlichen Zuspruch zu einer scheinbar freundschaftlichen Verbindung ausbauen. In einem langfristigen Prozess treiben sie ‚Social Engineering’ bei interessanten Wissensträgern, damit diese ihren vermeintlichen Freunden einen Gefallen erweisen oder sensible Informationen preisgeben.“ So beschreibt der Verfassungsschutz die Methoden chinesischer Nachrichtenbeschaffung.

Unbekannter Hintergrund in China

Was noch fehlt in dem Bericht, ist die Kenntnis über die Hintergründe chinesischer Informanten. Diese sind ja nicht alle als Spione geboren, aber sie werden zunächst einmal bei ihrer Ausreise registriert und im Ausland alle überwacht. Sie werden von „wohlmeinenden“ Stasis kontaktiert und häufig schon in China entweder bei ihrer patriotischen Ehre gepackt oder im Hinblick auf das Wohlergehen ihrer zurückbleibenden Familienangehörigen erpresst. Beliebt ist auch die „Sexfalle“, die nicht immer vorhersehbar ist.

Bekämpfung der „Fünf Gifte“ in Deutschland

Im Unterschied zur Informationsbeschaffung in den Bereichen Politik, Militär und Wirtschaft verhalten sich die chinesischen Nachrichtendienste bei der Aufklärung und Bekämpfung der „Fünf Gifte“ deutlich aggressiver. Die chinesische Regierung diffamiert die als größte Gefahren für die eigene Macht bewerteten Personengruppen als sogenannte Fünf Gifte. Sie bekämpft diese nicht nur in der Heimat, sondern späht auch die in Deutschland lebenden Anhänger aus. Betroffen sind vor allem die von China des Separatismus verdächtigten Uiguren und Tibeter sowie die Angehörigen der Meditationsbewegung Falun Gong. Darüber hinaus betrachtet die KPCh auch Mitglieder der Demokratiebewegung und Befürworter einer Eigenstaatlichkeit Taiwans als Staatsfeinde.

Die Angst läuft mit

Am 11. März 2009 gab Li Fengzhi, ein früherer Offizier des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit (MSS), in der Öffentlichkeit in Washington seinen Bruch mit der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bekannt und gab dadurch als Erster eine öffentliche Austrittserklärung aus dem Spionagesystem der KPCh ab. Es braucht eine Menge Mut, um seine wirkliche Identität zu verwenden, auch wenn derjenige, der widerruft, sich im Schutz eines freien Landes befindet. Li Fengzhi sagte unserem Reporter, dass er gar nicht aussprechen könne, in welcher Angst er und seine Familie in den USA leben, was ihnen zustoßen könnte, wenn ihr Aufenthaltsort entdeckt würde.

Ein Fall für den Generalbundesanwalt

Mit Fassungslosigkeit reagierten am

1. Februar die deutschen Angehörigen der Falun Gong-Bewegung, als bekannt wurde, dass der Generalbundesanwalt in Karlsruhe Anklage wegen Ausspähung erhoben hat gegen den Chinesen mit deutscher Staatsangehörigkeit, Dr. John Z. Sie hatten ihn als einen der Ihren angesehen, aber nun wird er beschuldigt, im Zeitraum von März 2006 bis April 2010 die deutsche Falun Gong-Bewegung ausgespäht und seine hierbei erlangten Kenntnisse an einen chinesischen Nachrichtendienst weitergeleitet zu haben. Von Januar bis Oktober 2009 ermöglichte er dem chinesischen Nachrichtendienst, auf sämtliche EMails aus dem Verteiler zuzugreifen. Nachdem deutsche Sicherheitsbehörden den Angeschuldigten mit dem Verdacht der geheimdienstlichen Tätigkeit konfrontiert hatten, stellte er Mitte April 2010 seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Nachrichtendienst ein. Das Verfahren wird in etwa drei Monaten vor dem Oberlandesgericht in Celle eröffnet werden. Der Spiegel hatte schon im Juni 2010 – wohl nicht zufällig vor einer Reise Merkels nach China – über das laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft detailliert berichtet. Wie beschreibt doch der deutsche Verfassungsschutzbericht von 2008 so treffend die Situation in China: „Neben einem beständigen Wirtschaftswachstum haben die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Stabilität und der Machterhalt der KPCh für die Staatsführung absolute Priorität. Sie unterhält deshalb einen umfangreichen Sicherheitsapparat, der ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen fördert, aber auch das gesellschaftliche Leben umfassend überwacht und unter Missachtung rechtsstaatlicher Normen Andersdenkende verfolgt.“

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WIRTSCHAFT

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

Eine neue Dimension des Nachhaltigkeitsgedankens zeigte sich in diesem Jahr hier in Düsseldorf. Zum Symposium waren Jochen Zeitz, Top-Manager und seit 17 Jahren Chef von Puma, gemeinsam mit Deutschlands bekanntestem Mönch, Benediktinerpater Dr. Anselm Grün, seit mehr als 30 Jahren Cellerar (wirtschaftlicher Leiter) der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg, als Redner eingeladen. Beide spüren ihre Verantwortung für die gemeinsame Welt und möchten sie mit ihren jeweiligen Möglichkeiten zum Besseren verändern. Aus dem Dialog dieser beiden Führungspersönlichkeiten und deren verschiedenen Erfahrungsbereiche und Berufswelten ist das Buch: Gott, Geld und Gewissen. Mönch und Manager im Gespräch entstanden. Sie gehen darin der Frage nach, inwieweit wirtschaftlicher Erfolg und Orientierung an traditionelle spirituelle Werte vereinbar sind und in unserer heutigen Zeit erfolgreich gelebt werden können. Epoch Times hat mit beiden vor Ort gesprochen.

Interview mit Jochen Zeitz: Epoch Times: Herr Zeitz, ich begrüße Sie zu unserem Gespräch. Sie haben gemeinsam mit Pater Anselm Grün ein Buch geschrieben „Gott, Geld und Gewissen. Mönch und Manager im Gespräch“, was hat Sie dazu motiviert? J. Zeitz: Das waren verschiedene Gründe. Auf der einen Seite bin ich ein sehr neugieriger Mensch und nachdem ich Pater Anselm vor fast drei Jahren kennengelernt habe, dachte ich mir, dass es eigentlich ganz spannend wäre, gemeinsame Themen, die uns aus unterschiedlichsten Blickwinkeln wie der Ökonomie und der Religion heraus wichtig sind, zu diskutieren. Auch unter der Fragestellung: Wo sind Gemeinsamkeiten, wo nicht? In meiner Generation ist man häufig mit folgender Definition groß geworden: Die Religion sorgt für die Werte, die Politik für die Rahmenbedingungen, die Wirtschaft für den Wohlstand und die Gesellschaft sorgt sich darum, dass alles im Einklang

Werte als sicherer Kompass durch Krisenzeiten Epoch Times: Ja, genau. Den Nachhaltigkeitsgedanken haben Sie bei Puma geprägt. Welche Wirkung hatte diese Ausrichtung in der Krise, sind Sie anders durch die Krise gekommen als andere Unternehmen? J. Zeitz: Ich würde nicht sagen, dass sich unser Verhalten deutlich geändert hat. Aber dadurch, dass wir uns klare langfristige Ziele gesteckt haben, geht man nicht mehr die Kompromisse ein, die man vielleicht machen würde, wenn man kurzfristig

„Und wenn wir sagen, dass wir im Unternehmen fair, ehrlich, positiv und kreativ vorgehen wollen, dann sind das Dinge, die bei uns weltweit gültig sind, egal ob in China, in Japan, in Europa oder in Lateinamerika.“ Puma-Chef Jochen Zeitz (Mitte). guten wie in schlechten Zeiten stellen und so gezielt Veränderungen herbeiführen.

Fair, ehrlich, positiv und kreativ – auch als GlobalPlayer z.B. in China?

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Spirituelle Werte – der Schlüssel für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg?

Epoch Times: Also ein verbindendes Element schaffen und erkennen, das eine ergänzt und bedingt das andere? J. Zeitz: Ja, denn jeder denkt, Gott, Geld und Gewissen sind so nicht vereinbar. Es wird uns ja von Kritikern vorgehalten, dass wir eigentlich in vielen Dingen zu sehr einer Meinung sind. Weil sowohl das Gewissen beim Geldverdienen eine wichtige Rolle spielen muss als auch Gott aufgrund unserer Erziehung in der Wirtschaft seinen festen Platz hat, aber das Geld natürlich auch in der Religion von Anfang an eine Rolle gespielt hat. Insofern gibt es da tatsächlich sehr viele Gemeinsamkeiten. Ich glaube, es ist uns ganz gut gelungen, mal vom Schubladendenken wegzukommen und uns zu fragen: Wie verbindet man diese drei Begriffe eigentlich miteinander? Epoch Times: Ganz spannend. Sie haben einen Satz gesagt: Geld macht mich nicht glücklich. Was macht Sie glücklich? J. Zeitz: Natürlich ist es ein beruhigendes Gefühl, wenn man sich keine existenziellen Sorgen machen muss und finanziell unabhängig ist. Aber glücklich zu sein ist nochmal etwas ganz anderes. Was macht mich glücklich? Es ist die Freude am Leben, das Leben heute ganz im Hier und Jetzt zu leben und auch mal den Augenblick zu genießen, ohne gleich immer an die Herausforderungen von morgen zu denken. Und die vielen Dinge, mit denen ich mich befasse, sowohl im Privaten wie auch im Geschäftlichen. Ich bin froh und glücklich darüber, heute die Dinge machen zu können, für die ich Energie, eine Passion und eine Leidenschaft habe. Ein Beispiel ist das Thema Nachhaltigkeit, auf das ich mich seit einiger Zeit neben anderem konzentriere und das ich bei meinen beruflichen und privaten Projekten voranbringen möchte. Epoch Times: Sich selbst, seinem Glauben und seinen Werten treu zu sein und die Freiheit zu haben, es sich erlauben zu können. Das muss kein Widerspruch sein – oder vielleicht gerade erst dadurch entsteht die Möglichkeit, es so machen zu können? J. Zeitz: Das ist mit Sicherheit richtig. Das Leben bietet gleichermaßen immer ein Auf und Ab, aber die Orientierung sollte sein, es im Positiven zu leben und zu gestalten.

Y I M AG E

Bereits zum dritten Mal fand am 26.11.2010 in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitstag mit Preisverleihung für „die Besten“ statt. Für Menschen, die Unternehmen so führen, dass sie sich dem Zeitgeist der Maßlosigkeit und Zerstörung von Mensch, Umwelt und Gesellschaft entgegenstellen. So strengen sie gemeinsames Denken und Handeln an, um wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Verantwortung und Schutz natürlicher Lebensgrundlagen jetzt und für künftige Generationen zu sichern. Einen Zeitgeist der Nachhaltigkeit zu fördern und Unternehmensführer dazu zu ermutigen, ist Ziel der Veranstalter, allen voran Initiator Stefan Schulze-Hausmann.

/G E T T

Das Gewissen muss beim Geldverdienen eine wichtige Rolle spielen

EAS R ENTZ

Nach mir die Sintflut – oder was?

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ist. Aber ich denke, dass es in Zukunft Zusammenrücken aller Akteure geben muss, um die Probleme, vor allem im Bereich Umwelt, gemeinsam zu lösen. Insofern fand ich den Dialog mit Pater Anselm von der Religion über die Wirtschaft bis hin zur gemeinsamen Verantwortung für eine bessere Welt sehr spannend und sehr inspirierend.

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urchweht von dem Zeitgeist: ohne Rücksicht auf Verluste erleben wir immer öfter, wohin Maßlosigkeit und kurzfristiges Gewinnstreben führen. Schmerzlich sind die Folgen, wenn sich zunehmend über Ethik und Moral hinweggesetzt und die Folgen des eigenen Verhaltens für andere ausgeblendet werden.

FOTO: CHRISTIAN LIE TZMANN

Gott, Geld und Gewissen (Teil 2)

orientiert ist. Und als Unternehmen sind wir vor allem nachhaltig, ökonomisch, ökologisch und sozial orientiert. Deshalb haben wir in guten wie in schlechten Zeiten eine klare Strategie und orientieren uns jetzt nicht nur an der Krise. Wir haben natürlich in allen Unternehmensbereichen umfassend darauf reagiert, aber ohne wirklich die langfristigen Ziele in Frage zu stellen. Insofern würde ich sagen, dass wir zwar kurzfristig Maßnahmen ergreifen mussten, aber nicht auf Kosten der Nachhaltigkeit. Epoch Times: Bedeutet das, diese Nachhaltigkeitswerte haben Sie durch eine schwerere Krisenzeit geleitet, ohne als Unternehmen die Orientierung zu verlieren? J. Zeitz: Das sehe ich so. Unternehmen müssen zwar immer auch langfristig denken und die Nachhaltigkeitsdebatte, die geführt wird, ist sicherlich auch eine Wertedebatte. Mit dem heutigen Kenntnisstand im Bereich Nachhaltigkeit muss man sich diesem Thema allerdings in

Epoch Times: Ihr drittes Quartal 2010 hat mit 16,5 Prozent Umsatzsteigerung abgeschlossen, das spricht ja auch für sich. Puma setzt sich dafür ein, Kreativität zu fördern, umwelt- und sozialverträglich zu handeln und zum Frieden beizutragen. Ihre Unternehmenswerte sind: fair, ehrlich, positiv und kreativ. Eine der Haupthoffnungen für die Weiterentwicklung setzen Sie auf Schwellenländer, u.a. auf China. Epoch Times steht für unzensierte Berichterstattung aus und nach China. Daher interessiert es uns besonders, welche Möglichkeit Sie sehen, dies in China zu leben? J. Zeitz: Also grundsätzlich sind wir ein global operierendes Unternehmen, das heißt wir sind auf allen Kontinenten weltweit aktiv. Bei der Frage, welches die wesentlichen Prinzipien oder Werte im Unternehmen sein sollen, haben wir großen Wert darauf gelegt, dass nicht nur westliche, christliche Werte Berücksichtigung finden, sondern dass wir unseren Unternehmenswertekanon auch vor den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen betrachten. Deshalb haben wir Philosophen, einen Psychologen und Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen und Kulturen angehört, um für alle einen verbindlichen gemeinsamen Nenner zu finden. Und wenn wir sagen, dass wir im Unternehmen fair, ehrlich, positiv und kreativ vorgehen wollen, dann sind das Dinge, die bei uns weltweit gültig sind und auch Anklang finden, egal ob in China, in Japan, in Europa oder in Lateinamerika. Damit wollen wir, ganz unabhängig von den vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Märkten, als Unternehmen unseren jeweiligen Verantwortungsbereich positiv beeinflussen. Epoch Times: Indem Sie diese Prinzipien, egal in welchem Land Sie tätig sind oder operieren, vor Ort auch leben? J. Zeitz: Absolut. Unsere vier

Schlüsselwerte dienen dabei nicht nur als Kompass für unser nachhaltiges Handeln, sondern auch als Maßstab bei der Mitarbeiterbeurteilung. Epoch Times: Diese Grundprinzipien entsprechen ja auch der traditionellen chinesischen Kultur. J. Zeitz: Ja, daher unser globaler Anspruch bei der Definition dieser Werte.

Verantwortung selbst in der Hand halten – zu 100 Prozent Epoch Times: Ab Januar 2011 übernehmen Sie in China das operative Geschäft wieder komplett, das heißt Sie übernehmen einen langjährigen chinesischen JointVenture-Partner Liberty China Holding Ltd. zu 100 Prozent. Ein wichtiger Schritt, um Ihre Unternehmensvision zu leben und umzusetzen? J. Zeitz: Ja, ein wichtiger und konsequenter Schritt, denn die regionale Expansion ist ja Teil unseres Wachstumsplans bis zum Jahre 2015. Aus jetziger Sicht ist es einfacher, wenn man die hundertprozentige Kontrolle über einen Markt hat und sich bei den anstehenden Investitionen dort nicht noch mit dem Partner abstimmen muss. Und da China für uns einer der großen Wachstumsmärkte ist, haben wir uns eben entschlossen, das operative Geschäft selbst in die Hand zu nehmen. Insofern wollen wir einerseits in China weiter wachsen, andererseits erreichen wir durch die Übernahme aber auch eine Vereinfachung, wenn es um die Umsetzung geht. Epoch Times: Noch einmal kurz zur Frage „fair, ehrlich, positiv, kreativ“ in Bezug auf China. 2007 war Epoch Times Mitveranstalter einer internationalen China-Konferenz zum Thema „Wirtschaftsinteressen und Menschenrechte“. Zur Menschenrechtssituation wurden schwerwiegende Themen angesprochen und diskutiert Ein wichtiger Punkt war der systematische Organraub an einer Meditationsgruppe, die genau diese christlichen bzw. universellen Prinzipien lebt, von denen Sie und Pater Anselm sprechen. Das ist ein sehr erschütterndes Thema. David Kilgour (ehemaliger kanadischer Parlamentsabgeordneter, Staats-

sekretär und Staatsanwalt) und David Matas (kanadischer Menschenrechtsanwalt mit Wirkungskreis auf internationaler Ebene) haben den Untersuchungsbericht zum Organraub an lebenden Falun Gong Praktizierenden in China unter dem Namen „Blutige Ernte“ veröffentlicht. Der Organraub geschieht nach wie vor. Viele Chinesen wünschen sich die Zuwendung zu grundlegenden Werten, die in der traditionellen chinesischen Kultur und im Glauben verankert sind. Auch das chinesische Gesetz sieht das Einhalten dieser Werte vor, doch die Realität in der Praxis ist eine andere. Möchten Sie als Unternehmer unseren chinesischen Leserinnen und Lesern zum Abschluss noch etwas sagen?

Veränderung fängt in uns selbst an, jeder Mensch kann einen positiven Beitrag leisten J. Zeitz: Ich denke, jede Veränderung fängt in uns selbst an und jedes Individuum, jeder Mensch kann einen positiven Beitrag leisten, indem er für sich definiert: Welches sind die Werte, nach denen ich lebe, nach denen ich mein Umfeld definiere und auch beeinflusse? Es geht jetzt gar nicht ums Unternehmen oder die Familie oder die Politik. Ich glaube, jeder Einzelne kann heute in unserer Umwelt, in unserem Umfeld einen positiven Beitrag leisten. Epoch Times: Jeder hat die Freiheit, umzudenken und sich zu entscheiden, welche Werte er lebt? J. Zeitz: Ich denke, am Ende sind wir alle Teil der Schöpfung, egal welchen religiösen oder kulturellen Hintergrund wir haben. Wer die Schöpfung ehrt, der sorgt dafür, dass damit jetzt und auch in Zukunft pfleglich umgegangen wird. Epoch Times: Ja. Die Schöpfung mit deren universellen Prinzipien und Werten. J. Zeitz: Genau. Epoch Times: Ich bedanke mich ganz herzlich, Herr Zeitz. J. Zeitz: Ich danke auch.

Das Interview führte Eva-Marie Schiffer


WIRTSCHAFT

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Vom chinesischen Wunschdenken der „Großen Zwei“

Günter Spahn

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m Umfeld des jüngsten Besuchs von Chinas Staatschef Hu Jintao in den Vereinigten Staaten haben sich vor allem die deutschen Medien mit der Lobhudelei gegenüber der angeblichen wirtschaftlichen Großmacht China hervorgetan. Hu Jintao, so einige Zeitungen und Magazine, sei inzwischen gar der mächtigste Mann der Welt. Diese Aussagen belegen fehlende Kompetenzen für volkswirtschaftliche Zusammenhänge. China habe geholfen, den Westen aus der Finanzkrise zu führen, sitze auf den größten Währungsreserven der Welt und sei die neue Supermacht.

Fakten sehen – nicht vor Ehrfurcht auf den Knien rutschen

Es ist angebracht, einige Fakten wieder zurechtzurücken. Gewiss ist China aufgrund des riesigen Menschenpotenzials und des enormen Nachholbedarfs seiner Bürger ein wichtiger Markt. Auch für deutsche Automobile. Und zweifelsfrei ist die chinesische Führung ehrgeizig, das überwiegend rückständige Riesenland auf eine höhere Stufe zu entwickeln; Chancen – neben der Automobilindustrie – für Firmen wie Siemens, Bosch, BASF und auch innovative Mittelständler. Aber muss man deshalb vor China und seinen Machthabern auf den Knien rutschen, muss man, wie die angesehene Tageszeitung „Die Presse“ (Wien) schrieb, „vor lauter Heißhunger auf ein Plätzchen im gigantischen chinesischen Hoffnungsmarkt“ sich die Bedingungen von China diktieren lassen? Keineswegs!

China ist nach wie vor ein Schwellenland

Zunächst darf daran erinnert werden, dass China nach wie vor ein Schwellenland ist. Dies sagte der Sprecher des Pekinger Handelsministeriums, Yao Jian, der darauf hinwies, dass Chinas Wirtschaftskraft auf dem Niveau eines Entwicklungslandes liege. Tatsächlich beträgt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf laut IVW bescheidene 3.678 US-Dollar und befindet sich auf der IWF-Liste gerade einmal auf Platz 99. Zum Vergleich: Das Pro-Kopf-BIP in den USA beträgt absolut 46.381 US-Dollar – zwischen der angeblichen neuen Wirtschaftsgroßmacht und der größten Volkswirtschaft der Erde, den USA, liegen Welten. Zwar stieg die Wirtschaftskraft Chinas im abgelaufenen Jahr 2010 um beeindruckende 10,2 Prozent auf 5.409.698 Millionen US-Dollar – aber im Vergleich zu den USA, mit einem BIP von 14.584.169 Millionen USDollar, ist der Abstand Chinas zu den USA auch in Totalsummen immer noch riesengroß. Die USA werden auf sehr lange Zeit weiterhin die größte Volkswirtschaft der Welt bleiben. Auch militärisch bleiben die USA unangefochten die Nummer eins. Während die Amerikaner im Berichtszeitraum 2009/2010 für Rüstung und Sicherheit 636 Milliarden US-Dollar aus-

gaben, betrug die entsprechende Ziffer für China – immerhin weltweit der zweitgrößte Rüstungsetat – gerade einmal 100,4 Milliarden US-Dollar (Quelle SIPRI). Unabhängig von diesen Zahlen kann China kein Vorbild sein. Das Land verbindet die kommunistische Unterdrückung mit den Vorteilen der Marktwirtschaft. Würden westliche Wertevorstellungen von der Freiheit der Bürger Gültigkeit haben, könnte man alle großen Infrastrukturprojekte der „Volksrepublik“ vergessen. China könne „Berge versetzen“, schrieb die FAZ und spielte auf den Bau des neuen Airports in der südchinesischen Millionenstadt Kunming an. Ohne Rücksicht wurden hier 50.000 Bauern zwangsumgesiedelt. Ein Regime, das mit derartigen Methoden den Status einer führenden Wirtschaftsmacht beansprucht, kann auch nicht ansatzweise mit den USA oder Deutschland verglichen werden. China gilt als Land des Abkupferns, des Technologiediebstahls, der Industriespionage und der Schikane gegenüber ausländischen Investoren. Immer noch werden die meisten chinesischen Firmen direkt und indirekt vom Staat kontrolliert und an der Wertschöpfung über das Bruttoinlandsprodukt partizipiert die chinesische Bevölkerung völlig unbefriedigend.

Es ist an der Zeit, mit den Chinesen energischer zu reden. Sie brauchen die USA und die deutschen Innovationen viel stärker als umgekehrt.

meister“ China exportiert zu wenig Produkte mit eigener Entwicklung und Wertschöpfung. Eigentlich produzieren die Chinesen Waren, deren Herstellung in klassischen Wirtschaftsnationen wie Deutschland und die Vereinigten Staaten zu teuer sind. China ist auf die USA angewiesen, nicht umgekehrt.

USA beanstanden Währungsmanipulation des Yuan

Die Vereinigten Staaten haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010

Güter aus China im Werte von 314 Millionen US-Dollar abgenommen, während die amerikanischen Exporte nach China lediglich ein Volumen von 82 Milliarden USDollar erreichten. Die Amerikaner werfen den Chinesen nach wie vor Währungsverzerrungen vor. Der künstlich niedrig gehaltene Wechselkurs des Yuan verbilligt chinesische Exporte. Einige Studien sehen den Yuan bis zu 30 Prozent bewusst unterbewertet. Der amerikanische Milliardär und Immobilienunternehmer Donald Trump rief jetzt neben weiteren einflussreichen Senatoren und Kongressmitgliedern zu einer harten Gangart über drastische Zölle gegenüber China auf, weil China seine Währung ma-

nipuliere. Trump: „Wenn wir nichts mehr aus China kaufen, wird deren Wirtschaft zusammenbrechen.“ Dies kann aber niemand wollen, denn das Schwellenland China könnte sich auch für die amerikanische Wirtschaft zum wichtigen Markt entwickeln. Für ein Hochjubeln einer Wirtschaftsgroßmacht China besteht absolut kein Grund – das Land hat immer noch zu viele Schwächen. Ein Vergleich mit den USA hinkt. Es ist an der Zeit, mit den Chinesen energischer zu reden. Sie brauchen die USA und deutsche Innovationen viel stärker als umgekehrt. Günter Spahn ist Herausgeber und Chefredakteur von Der WirtschaftsReport.

F O T O : M I K E C L A R K E /A F P/G E T T Y I M AG E S

Relativer Devisenbestand

Gleiches gilt für den angeblich größten Devisenbestand der Welt, den China mit 2,6 Billionen USDollar angibt. Niemand weiß, ob diese Zahl überhaupt realistisch ist. Wäre der Devisenbestand vorhanden, würde er sich schnell relativieren, wenn China die „faulen Kredite seiner Regionalbanken in Höhe von rund einer Billion US-Dollar bedienen“ (The Epoch Times) und endlich in das marode Gesundheitssystem investieren würde. Während die EU über den Zertifikatehandel durch übertriebene Vorgaben industrielle Strukturen in Deutschland etwa in der Stahlindustrie gefährdet, kräht in China kein Hahn, wenn in einer unvorstellbaren Art die Luft verschmutzt wird, wie westliche Geschäftsleute, die das Land auch außerhalb der „Glitzerwelt“ kennen, bestätigen. Die Anzahl der Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, die Heere von Wanderarbeitern, der drohende Kollaps in der künstlich aufgeblähten Immobilienwirtschaft – all dies birgt die Gefahr sozialer Zündstoffe. Immer noch ist das Land bei höherwertigen Produkten zu stark auf westliche Vorlieferungen angewiesen. Spielwaren, einfache Haushaltsprodukte wie Bestecke, Baumwolltextilien, Textilien ohne Baumwolle, inzwischen auch Möbel – all diese Güter haben einen zu hohen Anteil am chinesischen Export. Und wenn sie dann mal Stahlgerüste für ein Kraftwerk in Nordrhein-Westfalen liefern, stimmt prompt die Qualität nicht. Der Stahl wurde inzwischen ausgetauscht und nicht mehr von China bezogen.

Der Regional-Jet C919 kommt nicht aus den Startlöchern

Zwar verkündet die staatliche Propaganda immer wieder spektakuläre Durchbrüche in der Entwicklung höherwertiger Hightech-Produkte etwa beim Aufbau einer nationalen Flugzeugindustrie, aber die Passagiermaschine C919 – ein Kurz- und Mittelstreckenjet – kommt einfach nicht aus den Startlöchern. Jetzt soll die Maschine als neuer Hoffnungsträger 2014 ihren Erstflug absolvieren. „Exportwelt-

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Muss man vor lauter Heißhunger auf ein Plätzchen im gigantischen chinesischen Hoffnungsmarkt sich die Bedingungen von China diktieren lassen? Keineswegs!

Realistisch gesehen bleiben die USA die führende Volkswirtschaft der Welt. Ein Symbol dafür ist das derzeit im Bau befindliche „One World Trade Center“ in New York – „Big Apple“ setzt mal wieder die Maßstäbe.


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Internationales

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Klima, Klima und kein Ende... Die Menschheit steht vor einer Bedrohung ohnegleichen – der globalen Erwärmung. Gleichzeitig steht sie vor der größten Gefährdung der sozialen, ökonomischen und politischen Freiheiten unserer Generation. Grant R. Jeffrey

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ie Bedrohung ist eine massive Kampagne der Erderwärmungs-Panikmacher, die eine sozialistische, globale Kontrolle über Nationen, Unternehmen und unseren Lebensstil erreichen möchten. Sozialisten antworten mit ihrer progressiven Agenda auf die mutmaßliche Gefährdung einer menschengemachten globalen Erwärmung. Die Panikmacher einer Anthropogenic Global Warming (AGW) machen für die steigenden Temperaturen hauptsächlich Kohlenstoffdioxid-Emissionen fossiler Kraftstoffe verantwortlich. Der frühere tschechische Präsident Václav Klaus, der unter dem Kommunismus aufwuchs, warnte, dass die Umweltbewegung bereits von sozialistischen Kommunisten unterwandert wurde. Diese würden die „grüne Bewegung“ zur Rettung der Erde als geeignete Plattform ansehen, hinter der sie ihre wahren Absichten verstecken könnten: Ihre Mitbürger mittels Umweltgesetzen und -regulatorien zu versklaven, die alle Aspekte des Zusammenlebens, der Arbeit und der Freiheit kontrollieren. Er schrieb: „Die heutige Debatte über die Erderwärmung ist in Wirklichkeit eine Debatte über Freiheit. Die Umweltschützer würden gerne jeden nur möglichen (und unmöglichen) Aspekt unseres Lebens im Griff haben.“ Die Denkfabrik der Globalisten, der Club of Rome, veröffentlichte 1993 „Die erste globale Revolution“, die den Plan der globalen Elite klar aufführt. Sie möchte mittels der erfundenen Krise der „globa-

Wo bleibt meine Eisscholle? Mit Bildern wie diesen werden unsere Ängste vor einer massiven Umweltzerstörung angesprochen. len Erwärmung“ verhindern, dass unter der Menschheit eine Massenpanik ausbricht bezüglich ihres wahren verborgenen Ziels ‒ einer globalen, sozialistischen Regierung. Die kühle Sprache spiegelt die zynischen Propagandapläne jener wider, die eine globale, sozialistische Regierung über jedermann verhängen wollen: „Auf unserer Suche nach einem gemeinsamen Feind kamen wir darauf, dass Umweltverschmutzung, globale Erwärmung, Hunger und Wassermangel ins Programm hineinpassen würden. In ihrer Gesamtheit und Interaktion machen diese Phänomene eine gemeinsame Bedrohung aus und müssen von allen gemeinsam konfrontiert werden.“ Die Taktiken der Erderwärmung werden unseren Lebensstandard unausweichlich verringern, und unser Privatleben und unsere Arbeit unter massive behördliche Aufsicht stellen.

Wird der Lösungsvorschlag des IPCC („Weltklimarat“ der Vereinten Nationen), den CO2-Ausstoß zu verringern, die globalen Temperaturen bis 2100 signifikant senken? Die Antwort lautet Nein. Wissenschaftler, die das KyotoProtokoll unterstützen, stimmen überein, dass die CO2-Reduktion über 90 Jahre nur zu einer Temperatursenkung von einem Sechstel Grades Celsius bis 2100 führen dürfte. Das wäre das Ergebnis nach einem Jahrhundert massiver ökonomischer Verluste und der Verringerung des Lebensstandards der Amerikaner. Tausende veröffentlichter Computerdateien und E-Mails von Großbritanniens angesehener Climatic Research Unit (CRU), haben aufgedeckt, dass Übertreibungen stattgefunden hatten; manipulierte oder gelöschte Daten führten dazu, dass viele die Panikmache der AGW hinterfragten.

Die Erderwärmungs-Panik wird unseren Lebensstandard unausweichlich verringern, während sie uns andererseits massive behördliche Aufsicht über unser Privatleben und unsere Arbeit beschert.

Welche Motivation steckt hinter den radikalen Strategien der Energiereduktion, der CO2-Steuern und den merklichen Begrenzungen der ökonomischen Freiheit von Regierungen, Firmen und Einzelbürgern? Peter Foster schrieb in Canada‘s National Post: „Linke neigen dazu, an den Klimawandel zu glauben, weil ihre Problemlösung dafür - zentrale Kontrolle und Reduzierung des Wohlstandes -, Dinge sind, die sie schon längst begehren.“ Die IPCC-Vorhersagen der UNO von einer menschengemachten globalen Erwärmung entstammen ausschließlich Computer-Klimamodellen, die eine zukünftige Klimaänderung nicht akkurat wiedergeben können. Diese sogenannten General Circulation Models (GCM), die an Klimastudien-Zentren laufen, sind die besten derzeit verfügbaren Werkzeuge zur Vorhersage, wie sich Erhöhungen

des Kohlendioxids auf Temperaturunterschiede zwischen heute und 2100 auswirken könnten. Obwohl die Sonne der wichtigste Energiemotor unseres Sonnensystems ist, können die Computer-Klimamodelle die Sonneneinstrahlung nicht erfassen. Eine akkurate Vorhersage des Klimas auf der Erde ist jedoch nicht möglich ohne den Einfluss von Wolken, Vulkanen, El Niño und der Sonneneinstrahlung mit in die Rechnung einzubeziehen. Die Menschheit produziert nur drei Prozent des jährlich entweichenden Kohlendioxids. Sogar das IPCC gibt zu, dass die Menschheit auch dann nicht nennenswert zur Temperaturminderung beitragen könnte, wenn sie komplett auf das Verbrennen fossiler Brennstoffe verzichten würde. Die falsche Bekanntmachung der EPA (unabhängige Behörde der US-Regierung zum Schutz der Umwelt), CO2 wäre umweltschädlich, erlaubt der Regierung, Regulierungen und Steuern einzuführen und jeden Aspekt unseres Lebens zu kontrollieren. Der menschengemachte Anteil an Kohlendioxid ist so klein, dass es nahezu unmöglich ist, dass unsere fossilen Kraftstoffe die Hauptursache für eine angenommene Temperaturerhöhung von einem halben Grad Celsius von 1860 bis 1997 sein können. Seit 1998 geht die globale Temperatur Jahr für Jahr zurück. Professor Phil Jones, Leiter der angesehenen Climatic Research Unit, wird am 14. Februar 2010 in der Daily Mail zitiert: „In den letzten 15 Jahren hat keine ,statistisch signifikante‘ Erwärmung stattgefunden.“ Bemerkenswert ist: Die kontinuierliche Abkühlung wurde von keinem der Computer des IPCC vorhergesagt, hat aber die globale Erwärmung somit vollständig getilgt, die während des vergangenen Jahrhunderts stattfand. Sie hat somit die Temperaturen wieder auf den Stand vom Jahre 1900 gebracht. Es ist sicherlich an der Zeit, innezuhalten und unsere Annahmen der Klimaforschung zu überdenken, ebenso unsere Energiepolitik. Grant R. Jeffrey ist Autor von „The Global-Warming Deception“.

Freiheitswille ist ansteckend Fortsetzung von Seite 1 Eigentlich herrschen in allen arabischen Ländern, die jetzt Aufstände erleben, diese Bedingungen. Im Artikel wurden auch einige Experten erwähnt, die ein ähnliches Ergebnis in China für möglich halten. Wenn es in einem Land, vor allem einem mit einer totalitären Diktatur, zu großen öffentlichen Protesten kommt, die große politische Veränderungen hervorrufen könnten, spielt das Militär oft eine wichtige Rolle dabei, wie es endgültig ausgeht. Schauen wir darauf, wie sich das Militär in Ägypten entschieden hat. Am 31. Januar versprach es, nicht auf friedliche Demonstranten zu schießen. In der Tat hatten sich die Soldaten, die in Kairo einmarschierten, schon auf die Seite des Volkes gestellt, noch bevor das Militär die offizielle Erklärung abgab. Ein Reporter von Associated Press sagte am Ort des Geschehens, ein Polizist, der seine Uniform ausgezogen hatte, um sich dem Protest anzuschließen, wurde von jubelnden Demonstranten auf den

Wenn chinesische Soldaten hätten sehen können, was in Ägypten geschieht, wären sie sicherlich schockiert und davon betroffen. Schließlich würden auch sie sich sehr wahrscheinlich dafür entscheiden, ihre Waffen nicht mehr auf das chinesische Volk zu richten ...

Schultern getragen. Das war ein denkwürdiges Ereignis, das man in Ägypten seit 30 Jahren nicht mehr beobachten konnte. Wenn chinesische Soldaten hätten sehen können, was in Ägypten geschieht, wären sie sicherlich schockiert und davon betroffen. Schließlich würden auch sie sich sehr wahrscheinlich dafür entscheiden, ihre Waffen nicht mehr auf das chinesische Volk zu richten, wodurch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die Kontrolle über das Militär verlieren würde. Dies wäre sofort das Ende der geschichtlichen Epoche, in der die KPCh rücksichtslos Gewalt gegen das chinesische Volk anwendet. Das chinesische Militär könnte dazu übergehen, nicht mehr die KPCh zu schützen, sondern seine Heimat und sein Volk zu verteidigen. Die chinesischen Behörden haben alle Anstrengungen unternommen, das Tiananmen-Massaker von 1989 herunterzuspielen und die Erinnerung daran zu löschen. Gleichzeitig vertiefen sie durch den Einsatz von Terror und Kugeln in begrenzten Konflikten ständig die Angst der Menschen vor dem Regime.

Singen für die Freiheit Die ägyptischen Protestler singen auf Kairos Tahrir-Platz, dem Platz der Befreiung. Sie verlangen auch am 6. Februar, am 13. Tag ihres Protests gegen die Regierung, den Rücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak.

Allerdings hilft die rasante Entwicklung des Internet und der Anti-Filter-Software im Ausland dem chinesischen Volk, immer mehr unzensierte Informationen zu erhalten. Der unterdrückte Wunsch nach Freiheit wurde ebenfalls immer stärker. In einem nachdenklichen Kommentar „The Quest for Dignity“ (Die Suche nach Würde) vom 1. Februar sprach David Brooks von der New York Times (NYT) über den großen Trend, der auf der

ganzen Welt vor rund 50 Jahren begann. Die Menschen erwarteten, anders behandelt zu werden und „fingen an, für eine zugängliche Regierung und Demokratie auf die Straße zu gehen“. In dem NYT-Artikel stand: „Mehr als 100 Nationen haben in den letzten Jahrzehnten demokratische Aufstände erlebt. Mehr als 85 autoritäre Regierungen sind gefallen. Etwa 62 Länder wurden, lose definiert, zu Demokratien.“ Außerdem hätten uns die

Erfahrungen ein paar Lektionen gelehrt, von denen eine besagt, dass „Autokratien bei weitem zerbrechlicher als jede andere Regierungsform sind ... und dass bei allem Pessimismus und aller Nervosität, die ein Wandel mit sich bringt, die meisten Länder, in denen es zu Aufständen kam, am Ende besser dastanden“. Wenn jeder Chinese seine Ängste ablegen würde, könnte eine „Jasmin-Revolution“ in China einen „Neuen Frühling“ einleiten.


Internationales

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Die jüngst in Deutschland ausgebrochene Kommunismus-Debatte hat uns zu einem längeren Gespräch mit dem Historiker Professor Konrad Löw bewogen. Er gilt als Experte in der Forschung über Karl Marx, als der er auch in der ZDFReihe II zu „Karl Marx und der Klassenkampf“ befragt wurde. Er ist Verfasser des „Rotbuchs über den Kommunismus“.

Epoch Times: Marx hatte, wie wir hörten, keine besonders gute Beziehung zu seinen Eltern und eigentlich ja auch eine eher pragmatisch-freundschaftliche Beziehung zu seinen Mitstreitern. Er war natürlich niemand, der dem Staat gehorchte. Prof. Löw: So kann man sagen, also wer beispielsweise die „Neue Rheinische Zeitung“, deren Chefredakteur er war, 1848/49 liest, der begegnet einem Revolutionär durch und durch, der eben nicht für die Demokratie gekämpft hat, sondern für die Diktatur. Und wenn es da heißt, Diktatur des Proletariats, dann könnte man versucht sein zu sagen, nun ja, die Proletarier waren drauf und dran, die Mehrheit zu stellen, also ist das nicht eine echte Demokratie, wenn die Mehrheit dann das Sagen hat? Aus seinen Schriften ist klar zu entnehmen, dass nicht der Einzelne vollwertig sein sollte, sondern dass über der großen Masse die Philosophen thronen und dass deren Vorstellungen von der großen Masse umzusetzen sind. Also so, wie es dann tatsächlich in der Sowjet-

union der Fall gewesen ist, die nannte sich ja auch Diktatur des Proletariats, aber kein Lenin hat daran gedacht, die Stimme eines gewöhnlichen Arbeiters für gleichwertig zu erachten. Epoch Times: Marx wollte am Anfang auch mit der Bourgeoisie zusammenarbeiten, aber letztendlich sollte sie nach dem Sieg des Proletariats ebenfalls bekämpft werden, kann man das so sehen? Prof. Löw: Das ist richtig. Zusammenarbeit, wenn es sein muss, mit den Bürgerlichen, aber gleich nach dem gemeinsamen Sieg über die Monarchisten, dann der Kampf gegen die Bürgerlichen, um schließlich bei der Diktatur des Proletariats anzukommen, die aber dann letztlich wiederum eine Diktatur der Elite sein sollte, der wenigen, die die Einsicht in die Erfordernisse der Geschichte den anderen voraus haben. Epoch Times: Das wurde so auch in China umgesetzt – die Bürgerlichen wurden zunächst erst einmal mit einbezogen. Wie war das damals mit den Bürgerlichen in Europa? Prof. Löw: Marx hat ja damals praktisch keine Rolle gespielt. Marx, da meint man immer, er sei ein einflussreicher Politiker oder Denker gewesen. Das trifft weder zu für das Jahr 1848 noch für die folgenden Jahre. Der Einfluss von Karl Marx, der kam dann eigentlich erst mit dem Erstarken der Sozialdemokratischen Partei. Auf Umwegen müsste man sagen, also in der Zeit nach 1875. Die SPD wurde eine marxistische Partei, der Theorie nach, in der Praxis nie. Also in der Praxis haben sich Leute wie Bernstein durchgesetzt, die der Gewalt abgeschworen hatten und auf friedliche Weise die Macht erlangen und ausüben wollten. Epoch Times: Es gibt ein berühmtes Buch aus Frankreich,

F o t o : J a s o n WA N G / T h e E p o c h T i m e s

Interview: Karl Marx, der „Vernichter“

Marx-Forscher Löw das ist das Schwarzbuch des Kommunismus, und Sie haben das Buch „Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie“ verfasst. Da haben Sie ganz klar reingeschrieben, Marx und Engels: Die Väter des Terrors. Das Rotbuch nach dem Schwarzbuch: Welche Lücke in der Marxforschung wollten Sie eigentlich durch dieses Buch füllen? Prof. Löw: Der Hauptherausgeber des Schwarzbuchs des Kommunismus ist Stéphane Courtois. In seinem Vorwort heißt es, dass man Karl Marx mit den Verbrechen der Kommunisten nicht gleichsetzen darf. Und als ich das gelesen hatte, da kamen mir sehr viele Marx-Texte in Erinnerung. Also ich setzte alle diese MarxTexte zusammen, die gleichsam als Legitimation für gewaltsame Ausübung der Herrschaft angesehen werden können. Als das Buch ziemlich fertig war, hatte ich das Vergnügen, die Ehre, die Freude mit Stéphane Courtois zusammenzutreffen. Ich habe ihm aus dem Gedächtnis einige Marx-Zitate offeriert. Er hat große Augen gemacht und gesagt: Die waren mir unbekannt. Ich kann nur Französisch und in französischer Sprache sind sie nicht veröffentlicht oder ich habe sie nicht wahrgenommen.

“Aus seinen Schriften ist klar zu entnehmen, dass nicht der Einzelne vollwertig sein sollte, sondern dass über der großen Masse die Philosophen thronen und dass deren Vorstellungen von der großen Masse umzusetzen sind.” Prof. Konrad Löw

Naja, sage ich, wenn dem so ist, dann können Sie ja das Vorwort zu meinem Rotbuch der kommunistischen Ideologie verfassen – und er hat spontan Ja gesagt. Ein sehr bemerkenswerter Mann, der eben nicht festhält an einer einmal gewonnenen Überzeugung, sondern der offen ist für eine Belehrung. Ähnliches habe ich in Bremen erleben dürfen. Einer meiner Schüler, der später Pastor wurde, hat beantragt, man möge doch die Marxstraße und die Engelsstraße umbenennen. Daraufhin Zeter und Mordio in Bremen. Wie kann man nur den Antrag stellen. Es seien doch ehrwürdige Persönlichkeiten. Ja, was soll ich machen? Meine Empfehlung war ein Streitgespräch. Einerseits er, also ich für ihn, und andererseits ein Befürworter der Marx- und der Engelsstraße. Es kam zu dieser Veranstaltung. Das Streitgespräch begann, wir wurden vorgestellt, dann erhielt mein Kontrahent das Wort und nun sagte er, inzwischen habe ich das Rotbuch der kommunistischen Ideologie gelesen und ich kann nicht länger die Marxund die Engelsstraße verteidigen. Ich habe mich eines Besseren belehren lassen. Die Veranstaltung war zu Ende, kaum dass sie begonnen hatte. Epoch Times: Das heißt also, in Bremen gibt es keine Karl-MarxStraße mehr? Prof. Löw: Doch, doch, denn das hat natürlich nicht durchgeschlagen. Die große Masse hat die Veranstaltung kaum zur Kenntnis genommen und die Mehrheit im Stadtrat dachte nicht daran, eine solche Korrektur vorzunehmen. Eine solche Korrektur gab es in einigen Städten in den neuen Bundesländern und insbesondere, wenn Sie daran denken, in Karl-Marx-Stadt selbst. Karl-MarxStadt hieß ja früher Chemnitz und heißt jetzt wieder Chemnitz.

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Epoch Times: Wie wichtig ist es eigentlich, die Namen, die Straßennamen bei ihren ursprünglichen Namen, wie zum Beispiel Karl-Marx-Straße zu belassen, oder sie zu ändern? Prof. Löw: Insbesondere in Berlin, gleich im Zentrum vor dem Roten Rathaus: Marx und Engels und dann natürlich auch in München eine Karl-Marx-Allee und so weiter. Es wäre wünschenswert, wenn hier die kritische Aufarbeitung einsetzte. Also, gerade wenn man an die Sozialdemokraten denkt, die hatten ja über Jahrzehnte hinweg ein völlig idealisiertes Marx-Bild. Karl Max wurde ja 1891 von den Sozialdemokraten wörtlich als „unser großer Führer“ verehrt. Und da fällt es natürlich schwer, diesen großen Führer wieder von seinem Podest herunterzuholen und zu sagen, wir haben uns geirrt. Die SPD sah das ein, die führenden Leute, also gleichsam der Braintrust der SPD hat 1957 bei der Verabschiedung des Godesberger Programms gewusst, wir müssen uns von Marx trennen. Man hat dann auch nicht mehr auf Marx Bezug genommen, aber man hat es unterlassen, den einfachen Mitgliedern zu sagen, warum man sich von Marx getrennt hat. Und deshalb haben die einfachen Mitglieder gemeint, das war ja ein Verrat an Marx. In Wirklichkeit hat man nur die Notwendigkeit eingesehen, sich von dem Mann zu trennen, der nicht nur ein Antisemit war, der nicht nur ein Hasser der slawischen Völker war, sondern ein Vorkämpfer des Totalitarismus. Epoch Times: Vielen Dank, Herr Professor Löw, für das Gespräch. Das Interview führte Lea Zhou. Das Interview in ganzer Länge wurde online veröffentlicht unter www.epochtimes.de

Neun Kommentare über die kommunistische Partei Der Erste der Neun Kommentare: Was ist die Kommunistische Partei? (Fortsetzung) Der Einsatz von Gewalt mag unvermeidbar sein zur Erringung politischer Macht, aber es gab wohl niemals ein Regime, das so wie die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) darauf aus war zu töten, selbst in Perioden, die im übrigen friedlich verliefen. Die seit 1949 von der KPCh durch Gewaltanwendung verursachte Todesrate übersteigt inzwischen die Gesamtzahl der Toten während der Kriege zwischen 1927 und 1949. Ein herausragendes Beispiel für die Gewaltbereitschaft der kommunistischen Partei sind die kambodschanischen Roten Khmer, die von der KPCh mit ganzer Kraft unterstützt wurden. Nachdem die Roten Khmer an die Macht gekommen waren, wurde ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung, darunter viele mit chinesischer Abstammung, ermordet. Um die Rolle der KPCh bei den Verbrechen der Roten Khmer zu vertuschen, hindert die KPCh die internationale Gemeinschaft bis heute daran, die Roten Khmer vor Gericht zu bringen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die KPCh enge Beziehungen zu einigen der weltweit brutalsten politischen Bewegungen und Regimes unterhält. Neben den Roten Khmer sind dies die kommunistischen Parteien in Indonesien, den

Chinesische Soldaten beim Rezitieren der „MaoBibel“. Über Generationen hinweg ist die politische Indoktrination eines der wichtigsten Machtinstrumente der Kommunistischen Partei. Philippinen, Malaysia, Vietnam, Burma, Laos und Nepal – sie alle wurden von der KPCh unterstützt. Viele ehemalige Funktionäre dieser kommunistischen Parteien sind Chinesen; viele von ihnen verstecken sich bis zum heutigen Tag in China. Andere kommunistische Parteien, die sich auf den Maoismus berufen, sind der südamerikanische Leuchtende Pfad und die Japanische Rote Armee, deren Gewalttaten von der Weltöffentlichkeit verurteilt werden. Die KP wendet den darwinistischen Lehrsatz „Kampf ums Dasein“ analog auf den Klassenkampf in der Revolution der menschlichen Gesellschaft an. Sie ist der Überzeugung, dass der Klassenkampf die einzig treibende Kraft für gesellschaftliche Entwicklung sei. So wurde der Kampf zum fundamentalen Dogma der KP erhoben ‒ als Werkzeug, mit dem politische Macht gewonnen und erhalten werden kann.

Maos berühmte Worte „800 Millionen Menschen, wie kann das ohne Kampf gehen?“, verraten diese Logik des Überlebens des Stärkeren. Ebenso berühmt ist ein anderer Ausspruch Maos: „Die Kulturrevolution sollte sich alle sieben oder acht Jahre wiederholen“ Ununterbrochene Gewaltanwendung ist das vorherrschende Mittel der Partei zu ihrer Machterhaltung mit dem Zweck, die Menschen in ständiger Angst zu halten. Jeder Kampf und jede Kampagne diente zur Einprägung von Angst, sodass das chinesische Volk im Innersten erzitterte und nach und nach unter der Kontrolle der KPCh versklavte. Heute ist der Terrorismus zum Hauptfeind der zivilisierten und freien Welt geworden. Der Einsatz von Terror und Gewalt seitens der KP ist durch ihre Verknüpfung mit dem Staatsapparat noch wesentlich umfassender, anhaltender und im Resultat verheerender. Heute, im einundzwanzigsten Jahrhundert, dürfen wir nicht vergessen, dass dieser genetische Grundfaktor der Kommunistischen Partei mit Sicherheit zu gegebener Zeit die Entwicklungsrichtung der KPCh bestimmen wird.

2. Lügen als Schmiermittel für die Gewalt

Der Grad einer Zivilisation lässt sich an dem Grad des Einsatzes von Gewalt durch das jeweilige Regime messen. Die kommunistische Gesellschaftsform ist offensichtlich ein riesiger Rückschritt für die menschliche Zivilisation. Dennoch ist es der KP eine Zeit lang erfolgreich gelungen,

die Menschen glauben zu lassen, dass die Kommunistische Gesellschaftsform ein Fortschritt sei. Diese Menschen meinten dann, die Anwendung von Gewalt sei ein notwendiger und zwingender Prozess des gesellschaftlichen Fortschritts. Es kann nicht verneint werden, dass dies gerade das Resultat des beispiellosen Lügens und Betrügens der Kommunistische Partei ist. Lügen und Betrügen stellen einen weiteren genetischen Grundfaktor der Kommunistischen Partei dar. „Von Kindheit an betrachteten wir die Vereinigten Staaten als liebenswertes Land. Unserer Meinung nach liegt das nicht nur daran, dass die USA China niemals besetzt haben, sie haben China auch nie angegriffen; im Grunde genommen schätzt das chinesische Volk die USA wegen ihres demokratischen und offenen Charakters.“ Dieser Ausschnitt stammt aus einem am 4. Juli 1947 erschienenen Leitartikel der offiziellen Zeitung der KPCh, Xinhua Ribao. Kaum drei Jahre später schickte die KPCh Soldaten nach Nordkorea, um dort gegen amerikanische Soldaten zu kämpfen, wobei sie die Amerikaner als die schlimmsten Imperialisten der Welt bezeichnete. Jeder Chinese der VR China wäre sehr erstaunt, wenn er diesen Leitartikel, der vor über 50 Jahren geschrieben wurde, heute zu Gesicht bekäme. Daher muss die KPCh alle Publikationen, in denen ähnliche Passagen aus früheren Veröffentlichungen zitiert werden, beschlagnahmen und verbieten. Seitdem sie an die Macht kam, hat die KPCh in ihren Kampagnen

zur Beseitigung von Konterrevolutionären immerzu die gleichen Mittel eingesetzt, bei der „Sozialistischen Transformation von Industrie und Handel“, der Anti-Rechts-Kampagne, der Kulturrevolution, dem Tiananmen-Massaker und zuletzt bei der Verfolgung von Falun Gong. Das schändlichste Beispiel ist die Verfolgung der Intellektuellen im Jahre 1957. Die KPCh rief die Intellektuellen auf, ihre Meinung über die KPCh zu äußern, aber dann ver-

folgte sie genau diese Personen als „Rechte“, indem sie deren eigene Aussagen als Beweis für ihre Verbrechen verwendete. Als diese Verfolgung als geheime Verschwörung kritisiert wurde, entgegnete Mao öffentlich: „Das ist keine geheime Verschwörung, sondern eine offene.“ Fortsetzung folgt. Den vollständigen Text der Neun Kommentare finden Sie unter: www.epochtimes.de/neun-kommentare

i Am 18. November 2004 veröffentlichte die „The Epoch Times“ erstmals die Neun Kommentare über die Kommunistische Partei Chinas (KPCh). Darin werden die Herkunft, die Geschichte und das Wesen der KPCh dokumentiert und analysiert. Die Veröffentlichung der Neun Kommentare hat dazu geführt, dass täglich rund 25.000 Chinesen ihren Austritt aus der KPCh, dem Kommunistischen Jugendverband und den Jungen Pionieren erklären. Laut den Parteisatzungen der KPCh ist ein Austritt nur mit Einwilligung des Parteikomitees möglich. Die Rückverfolgbarkeit des Absenders auf einer derartigen Erklärung würde aber unberechenbare Konsequenzen nach sich ziehen, die bis hin zu Arbeitslager und Mord gehen könnten. Die Festlandchinesen treten deshalb unter Angabe eines Pseudonyms auf der von der „Epoch Times“ eigens dafür eingerichteten Webseite aus. Die großteils per Telefon, Fax oder E-Mail erklärten Austritte werden von drei „Tuidang“ (Austritts)-Centern gesammelt und im Internet auf der Webseite http://quitccp.org veröffentlicht. Zudem werden in China selbst an verschiedenen Orten wie an Bushaltestellen Austrittserklärung angebracht oder sogar direkt auf Geldscheine geschrieben.

88.876.848 Menschen

haben mit dem Stichtag 4. Feb. 2011, ihre Austrittserklärung auf der Webseite http://quitccp.org veröffentlicht.


KULTUR & UNTERHALTUNG

Petrenkos packender Puccini

Der Maßstab im Herzen

I

n China gibt es einen Witz, der ein wirklicher Klassiker ist und seit Generationen weitergegeben wurde: Ein Vater und sein Sohn ritten auf dem Rücken eines Esels. Plötzlich zeigten die Leute auf der Straße auf sie und sagten: „Dieser Vater und sein Sohn sind wirklich grausam, sie lassen den Esel so hart arbeiten, dass er noch nicht einmal Zeit zum Atmen hat.“ Also stieg der Vater ab. Dann zeigten die Leute wieder auf seinen Sohn und sagten: „Sieh mal, wie respektlos dieser Sohn ist. Er reitet auf dem Esel, während sein Vater zu Fuß gehen muss.“ Also stieg der Sohn vom Esel ab und ließ seinen Vater reiten. Wieder riefen die Leute: „Schaut, wie gemein der Vater ist, lässt seinen Sohn gehen, während er auf dem Esel reitet.“ Der Vater stieg wieder vom Esel ab und ging mit seinem Sohn. Den Esel führten sie an der Leine hinterher. „Diesmal sollten wir keine Vorwürfe bekommen“, dachte er. Aber kurz danach sagte ein Passant: „Seht, wie dumm Vater und Sohn sind. Sie bevorzugen zu gehen, statt auf dem Esel zu reiten, das ist wirklich dumm.“ Wenn jemand sein Herz nach den buddhistischen Prinzipien richtet, werden seine Worte seine Gutherzigkeit widerspiegeln. Wenn er den Vater und seinen Sohn auf dem Esel reiten sieht, würde er sagen: „Was für ein guter Esel. Er trägt eine schwere Last, ohne sich zu beschweren.“ Wenn beide zu Fuß gehen und ihren Esel an der Leine führen sieht, würde er sagen: „Der Vater und sein Sohn sind sehr gutherzig, sie wollen nicht, dass der Esel müde wird.“ Eine barmherzige Person hat einen barmherzigen Maßstab in ihrem Herzen, um die Dinge positiv zu beurteilen. Sie hat die Kraft, die schönen Seiten der Dinge in der Welt zu erkennen. Eine negative Person hat einen schlechten Maßstab im Herzen. In ihren Augen kann sie nur erkennen, diese barmherzigen Menschen seien „Opfer“ ihrer eigenen Selbstlosigkeit.

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2010 / Nr. 275

Weisheiten aus dem alten China

Ab 2013 wird er GMD der Bayerischen Staatsoper und Bayreuths nächster „Ring“-Dirigent sein: An der Oper Frankfurt verhalf Kirill Petrenko schon mal der neuen „Tosca“ zum gefeierten Start. Rosemarie Frühauf

N

ur zwei Tage nach ihrem 111. Geburtstag („Tosca“ „ wurde am 14. Januar 1900 uraufgeführt), erlebte Puccinis Oper eine Neuinszenierung in Frankfurt. Andreas Kriegenburg löste Alfred Kirchners alte Tosca ab, die seit 2001 ganze 77 Mal in der Mainmetrople gespielt worden war. Bühnenbildner Harald Thor baute als Schauplatz einen nüchternen Kubus aus Holz und Glas. Jedoch nicht ganz ohne technische Tricks, es gab Hub-Effekte und ein überdimensionales Madonnenbildnis als Videoprojektion (Bibi Abel). Die minimalistische Andeutung der Kirche klappte am besten. Die Lichtregie Frank Kellers gab sich stylisch, doch unromantisch kühl.

F O T O : M O N I K A R I T T E R S H A U S I M A U F T R AG D E R O P E R

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Musik, die süchtig macht

Es sollte der Abend des Dirigenten Kirill Petrenko werden. Schon die Anfangsakkorde elektrisierten; fünf Töne, mit denen Puccini die Zuhörer in die Grundsituation der Oper wirft: Gewaltherrschaft, Spionage, Polizeiterror. Wir befinden uns in Rom, Sommer 1800. Nach der Vertreibung von Napoleons provisorischer Regierung ist Baron Scarpia als Chef der Geheimpolizei eingesetzt, um pro-napoleonische Kräfte im Kirchenstaat auszumerzen. Ein Künstlerpaar, die Sängerin Floria Tosca und der Maler Mario Cavaradossi, gerät in die Fänge des Despoten und verliert innerhalb weniger Stunden sein Leben. Petrenko und das Orchester kosteten die düsteren Klänge gedehnt aus, ohne sie in Blech und Schlagwerk zu ersticken. Jeder Akkord bekam eine andere Textur und es war sofort klar, dass hier jemand mit dem Wunsch antrat, die Partitur von ihrem Schocker-Image zu lösen. Mit Transparenz und kammermusikalischer Sensibilität arbeitete sich Petrenko aus dem Herzen der Tosca-Musik, strömender Melodiosität, in ihre Grenzbereiche und Abgründe vor. Das Orchester folgte ihm prägnant, temperamentvoll und farbenprächtig. Puccini war entschlossen, sein Publikum mit allen Mitteln zu packen, um ihm die Erfahrung von plötzlichem Ausgeliefertsein, Lebensgefahr und Gewalt mitzuteilen. Plötzliche Stimmungswechsel, von lyrisch, quirlig und süß zu den Schrecken des menschlichen Daseins, waren ihm Mittel zum Zweck. Man muss sich einlassen können auf Puccinis heiligen Ernst; Petrenko und das Orchester konnten. Jeglichen Kitschverdacht ließen sie als gleichberechtigte Partner der Sänger weit hinter sich. Und diese gaben alles, um den musikalischen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Nur die szenische Umsetzung Kriegenburgs bremste ab dem zweiten Akt Toscas theatrale Urgewalt.

Ein Fest der Stimmen

Das Ensemble aus Mitgliedern der Oper Frankfurt lieferte eine Spitzenleistung, die durch Homogenität bestach. In Timbre und Gesangskultur war die Besetzung perfekt aufeinander abgestimmt und entfaltete bis in die Nebenrollen vokalen Glanz. Das begann mit Vuyani Mlinde als Ausbrecher Angelotti in Todesangst und setzte sich mit dem verschrobenen Mesner von Franz

Gerechte Strafe: Tosca´s Mord an Bösewicht Scarpia wurde eine der berühmtesten OpernSzenen (Erika Sunnegardh und Jason Howard). Mayer fort. Einen ersten Höhepunkt bildete Cavaradossis Auftrittsarie. Aleksandrs Antonenko gab ein Versprechen von Schmelz und italienischer Strahlkraft, das er den ganzen Abend lang halten konnte. Verspielt flirtete er mit Tosca, die Erika Sunnegardh mit leuchtendem Sopran und filigranen Höhen wirklich als die vom Himmel begnadete Sängerin verkörperte. Ihre edlen Legati waren zu Petrenkos leichtfüßigem Dirigat der vollendete Puccini-Genuss. Die hysterischen Ausbrüche der Heldin streute sie wohldosiert und hielt die elegante Linie durch bis in die extremsten Momente ihrer Partie. Beeindruckend die Schlußszene des ersten Aktes. Dank des hochästhetischen Kostümbilds von Tanja Hofmann wurde sie zur infernalischen Prozession in Rostrot, Braun und Pinktönen. Der tadellose Kinderchor, einstudiert von Michael Clark, wurde begleitet von einem soliden Chor und Extrachor (Leitung: Matthias Köhler). Die Choreografie der Massen gelang diskret und wirkungsvoll.

Zweifelhafte Schwammfolter

Der dunkle Lord

Warum jedoch inszenierte Kriegenburg, eigentlich ein Meister der leisen Töne, manche Stellen so opernhaft, dass es dem Drama die Schubkraft nahm? Oft ließ er seine Sänger im entscheidenden Moment an der Rampe singend ins Publikum starren. Im Fall von Toscas Mord an Scarpia unfreiwillig komisch: „Jetzt ist er tot!“, schleudert sie ins Publikum, ohne sich auch nur einmal nach ihm umgeschaut zu haben. Wo Puccinis Heldin nicht ohne Genugtuung beim Gehen feststellt, dass „vor dem da“ ganz Rom zitterte, kann sich Kriegenburgs Protagonistin (wie vom Stockholm-Syndrom gebannt) scheinbar nicht von ihrem Peiniger trennen. Statt ihm ein Kruzifix auf die Brust zu legen, schenkt sie ihm sogar ihr Halskettchen. Gänsehaut und PianissimoGrusel gab es dazu aus dem Graben.

Schaurig wird´s, wenn man beginnt, den Bösewicht gut zu finden: Mit Jason Howard als Scarpia bekam Antonenkos Cavaradossi einen Gegenspieler, der ihn stimmlich noch überragte. Im ersten Akt in der Maske der Bescheidenheit ließ Howard das Gewaltpotenzial seiner Figur nur untergründig glühen. Puccini charakterisierte den unberechenbaren Polizeichef mit ständig wechselnden Ausdrucksnuancen. Kaum machbar, denkt man, aber Howard, dessen üppiger Bariton über eine enorme Breite von Klangfarben verfügt, meisterte diese Skrupellosigkeiten faszinierend und mit düsterer Noblesse. Seine „Liebeserklärung“ an Tosca gelang so verführerisch feurig, dass jeder Tenor neidisch werden müsste. Der Verzicht auf die Brutalo-Masche wirkte: Scarpia war eher ein Gambler-Typ, der als cool durchgehen könnte. Wenn er nicht mit Menschenleben spielen würde.

Nachdem Kriegenburg im ersten Akt mit vielen subtilen Details erzählt hatte, entglitt ihm die Dramatik, sobald es richtig ernst wurde. Spaß am Foltern hatte nicht nur Scarpia, sondern auch seine Handlanger Spoletta (Michael McCown) und Sciarrone (Dietrich Volle). Mit einem Schwamm träufelten sie rote Farbe aus einem Eimer auf Cavaradossi. Dieser wurde als Opfer der eigenen Angst dargestellt. Aber ist ein Mann, der im ersten Akt in den höchsten Tönen schwört „und gelte es mein Leben, ich helfe euch“ so schwach, dass er sich mit einem plumpen psychologischen Trick – sprich Simulation – hereinlegen lässt? Die im Wortsinn doppelbödige Darstellung (das alles passierte auf einem herabsenkbaren Podium) brachte einem die eigentlich erschütternde Szene menschlich nicht näher. Die Darsteller gaben unter Petrenkos rasantem Dirigat ihr Bestes.

Mit dem Instinkt der Rampensau

Ein Alptraum aus Kiefernholz

Im dritten Akt fand das Regie-Kon-

zept seinen hölzernen Höhepunkt: Kriegenburgs Kubus zeigte Klaustrophobie statt Einsamkeit und einen Raum, in dem Töten nur noch Routine ist. Das Erschießungskommando vertreibt sich die Zeit bis zur nächsten Hinrichtung auf Kiefernholzkisten. Solch einen Sarg bietet denn auch der Schließer (Zoltán Winkler) Cavaradossi als Schreibunterlage für seinen Abschiedsbrief an. Ein Soldat wischt gemächlich eine Blutlache vom Boden auf. Gut, dass er damit vor der berühmten Arie fertig ist. „E lucevan le stelle“ wurde von Aleksandrs Antonenko stilvoll und verhalten gesungen. Doch ähnlich seiner Kollegin Tosca, gelang auch ihm das „Außenrum“ seiner Partie spannender als das große Solo. Der präzise artikulierende Knabenalt Frederik Callies als Hirte legte sich nicht nur ins Zeug, sondern in seinem schneeweißen Anzug auch in die Blutpfütze. Stellte er einen Genius des Todes dar? Zuletzt gestaltete sich Toscas Abgang schwierig. Als Mörderin entdeckt, ist sie ausweglos vom Chor umstellt. Aber wohin springen im Holzkubus? Ein Seidenvorhang, der am Ende wie ein Blutstrom herabrauschte, ließ keinen Zweifel am Tod der Heldin.

Triumph für Petrenko

Wirklich gepackt hatte Kriegenburgs Inszenierung die Zuschauer leider nicht und so blieb der Applaus freundlich, aber reserviert. Die großartigen Nebendarsteller erfuhren relativ wenig Anerkennung. Publikumslieblinge waren Erika Sunnegardh und Aleksandrs Antonenko; der brillante Jason Howard bekam als Bösewicht Applaus-Abzug. Allein Kirill Petrenko und dem Orchester schlugen reichliche Bravo-Rufe und einhellige Begeisterung entgegen. Wenige Buhs, gemischt mit Anerkennung für das Regieteam, schlossen den musikalisch perfekten Abend ab. Alle Vorstellungen bis März sind ausverkauft. Der Vorverkauf für die drei „Tosca“-Vorstellungen im Mai und Juni hat begonnen.


KULTUR & UNTERHALTUNG

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2010 / Nr. 275

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Komik kontrovers Ü

ber den Holocaust macht man keine Witze!“ empört „ sich so mancher beim deutschen Reiz-Thema Nummer Eins. Das Trauma, dass das deutsche und jüdische Volk schicksalhaft verbindet, gehört laut politically correctness an ausgewählten Daten mit bleierner Betroffenheit behandelt und danach wieder in die Vitrine der unantastbaren Themen gestellt.

Der Fall ist ernst

Reicht einmal im Jahr Gedenken zur Reichspogromnacht aus, um echtes Bewusstsein für Zivilcourage, Polit-Terror und Menschenrechte wachzuhalten? Hitler als Inkarnation des Bösen schlechthin lässt manchen Deutschen gemütlich vergessen, welch grausame Regime und deren Anführer heute unter verschiedenen Vorwänden Menschen terrorisieren und welche Verantwortung wir Mitmenschen haben. Bigotte Bequemlichkeit dieser Art wird von Komiker und Entertainer Oliver Polak bewusst gestört. Indem er mit Reizwörtern wie „Holocaust“ betont flapsig umgeht, macht er kuschlige Le-

thargie unmöglich. Das passt nicht jedem, muss es aber auch nicht. Getreu dem Motto „Wenn das Lachen im Halse stecken bleibt, hat man länger etwas davon“ bricht Polak Tabus. Darf er das oder sollte ihn die Humorpolizei verhaften? Die Frage nach der political correctness erübrigt sich, denn es liegt in der Natur der Sache, dass Humor provokant ist und gerade bei Reizthemen zeigt, dass diese noch emotionaler Verarbeitung bedürfen.

Wie hätten Sie ihr Opfer denn gern?

Wenn sich eine Person der Kategorie „Opfer“ nicht so verhält, wie man es von ihr erwartet, ist die Empörung groß und die Sympathiewerte gehen fix gegen Null. Diese Erfahrung musste Polak oft machen, Marke: „Wie kann er als Jude nur Witze darüber machen?“. Ein sehr großes Thema für ihn ist jüdisch sein in Deutschland, alltägliche Irritationen, die ihm begegnen. „Das ist ein Thema, weil sich das mein Leben lang natürlich angestaut hatte und wo ich mir dachte, o.k., ich mache eine Show daraus. Und das ist jetzt die Show. Natürlich geht es in dieser Show auch um andere Sachen, um Pappenburg, oder um Pantomimen, Straßenhüt-

„Küssen kann man nicht alleine“

M

Jetzt gibt es also dieses Album. Annette Humpe hat es produziert, Max Raabe und Annette haben zusammen die Songs geschrieben. Seit 25 Jahren macht Max Raabe Musik und er hat durchaus schon einige Lieder selbst komponiert, zum Beispiel den großen Erfolg „Kein Schwein ruft mich an“, aber noch nie eine ganze Platte. Es ist eine Premiere. Die Zusammenarbeit dieser drei Künstler − Christoph Israel, Arrangeur unter anderem des Palast Orchesters und langjähriger Pianist von Max Raabe, ist der dritte – lag irgendwie in der Luft. Annette Humpe ist mit „Ideal“ berühmt geworden, der Erfolgsgruppe der „Neuen deutschen Welle“. Mit „Ich + Ich“ wurde sie sozusagen ein zweites Mal berühmt. Sie hat als Produzentin unter anderem mit DÖF, Rio Reiser und Udo Lindenberg Erfahrungen gesammelt. Wenn jemand auf Deutsch singt und einen unverwechselbaren Stil besitzt, dann ist das eindeutig ein Fall für Annette Humpe. Mit Max Raabe verbindet sie der gemeinsame Sinn für Ironie, für fein dosierte Zwischentöne und eine Weltsicht, die man vielleicht „heitere Melancholie“ nennen könnte. Vielleicht könnte man diese Weltsicht aber auch völlig anders nennen.

Lieder zwischen Witz und Wehmut

Das Album enthält zwölf Titel. Die meisten davon handeln von der Lie-

FOTO: UNIVERSAL CL ASSICS & JA Z Z /OL AF HEINE

Kreativ und schön: Max Raabe ab Februar mit neuem Album auf großer Deutschlandtournee.

Raabes Premiere: Die neue Platte mit ausschließlich selbst komponierten Liedern.

be und erzählen eine kleine nette Geschichte. Darunter ist das, mit hoher Wahrscheinlichkeit, erste deutsche Liebeslied, in dem, außer Leidenschaft, ein Papst, Günter Grass, der Eisbär Knut und Günther Jauch vorkommen. Auch ICE-Schaffnerinnen, deren erotische Ausstrahlung den Fahrgast so sehr überwältigt, dass er ärztlicher Hilfe bedarf, gehören nicht unbedingt zu den Klischees der Liebeslyrik. Wenn Max Raabe einen Geheimagenten auftreten lässt, dann ist dies natürlich kein lässiger Verführer wie James Bond, sondern ein schüch-

„Wenn euch meine Show gefällt, empfehlt sie unbedingt weiter. Nicht dass hinterher wieder jemand sagt: Ich habe von nichts gewusst!“

„Für Deutschland vielleicht wichtiger als die Autobahn“ Stermann & Grissemann, deutsch-österreichisches Satiriker-Duo über Polak

chen-Spieler, die einen belästigen. Aber das deutsch-jüdische Verhältnis steht sehr im Vordergrund und dazu gehört nun mal auch die Geschichte.“ Wer einen Abend voller Betroffenheit oder politisches Kabarett erwartet sei gewarnt, denn er bekommt statt dessen Circus mit Clown, Luftballons und Konfetti. Polak lässt Klischees wie böse deutsche Schäferhunde durch seinen Reifen springen und nimmt sich auch selbst auf die Schippe. Spätestens beim Lied „Lasst uns alle

Juden sein“ wird klar, der Mann tritt an als Entertainer. Seine viel verwendete Fäkalsprache und grenzwertigen Scherze sind nichts für zarte Gemüter, trotzdem findet man zwischen den Zeilen mehr als plakative Comedy. Oliver Polak regt auf − und zum Nachdenken an. Der Komiker und Autor hat übrigens eine Bitte: „Lesen Sie dieses Buch nicht aus schlechtem Gewissen oder politischer Korrektheit. Kaufen Sie sich für diesen Zweck lieber ein zweites Exemplar.“

Vom Idol zum besseren Menschen

an muss sich das so vorstellen: Eines Tages, Ende 2008, ruft Annette Humpe bei Max Raabe an. Die beiden kennen sich damals noch gar nicht lange, ein paar Monate. Annette sagt, ihr sei kürzlich eine Songzeile eingefallen, eine gute Songzeile, so gut, und gleichzeitig so wahr, also, man wundert sich, dass noch keiner darauf gekommen ist. Die Zeile heißt: „Küssen kann man nicht alleine“. Das klinge doch wie ein Chansontitel aus den Zwanzigern. Das klinge doch wie – Max Raabe!

Erstmals ausschließlich Eigenkompositionen

FOTO: GER ALD VON FORIS

Anke Wang

terner Mensch, der ganz in seinem Beruf aufgeht. Es sind Lieder, die auf dem schmalen Grat zwischen Witz und Wehmut balancieren. Sie amüsieren und schmeicheln dem Ohr und enthalten trotzdem eine Ahnung davon, wie sehr die Liebe weh tut, wenn sie in Abwesenheit jener zweiten Person stattfindet, die, wie man ganz trocken feststellen muss, zum Küssen zwingend erforderlich ist. Trotz höchster Kreativität und Schönheit in den Kompositionen, ist es doch ein Wehmutstropfen, dass die Musik nicht mit dem Palastorchester eingespielt wurde und mit teilweise seichten synthetischen Klängen auskommen muss. Raabes charmanter Bariton in Kombination mit dem Palastorchestersound sind eben ein unverwechselbares Markenzeichen und einfach schön. Das Album erscheint als Jewel Case, in einer aufwendigen Deluxe Edition einschließlich exklusivem Bonusmaterial und am 13. Februar wird in Hamburg mit „Küssen kann man nicht alleine“ Deutschland-Premiere gefeiert. Eine Tournee durch Deutschland, Europa, Asien und die USA schließt sich bis 2012 an. Zum großen Heimspiel in Berlin werden Max Raabe & Palast Orchester am 20. August 2011 in der Waldbühne auftreten. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. (red)

Eine Sonderausstellung mit Objekten über die Menschenbilder der frühen Hochkulturen: Seit Jahrtausenden sucht der Mensch nach dem Sinn seines Lebens – manchmal genügt es schon andere zu verstehen, um ein bisschen an der Verbesserung der Welt mitzuwirken. Veronika Müller

J

a, ich glaube, dass der Mensch seit seiner Entwicklung immer an Idole geglaubt oder sich „immer Idole geschaffen hat. Der Mensch braucht etwas Greifbares und ist auch greifend veranlagt. Wir verstehen einfach das, was man anfassen kann, und dazu gehören auch kleine Figuren, die die „Götterwelt“ symbolisieren“, sagt Dr. Frank Hildebrandt (33), klassisch ausgebildeter Archäologe, der zugibt, kein spiritueller, aber ein gläubiger Mensch zu sein. Seine Ausstellung, „Götter, Götzen und Idole“, die vom 28. Januar bis zum 30. April 2011 im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen ist, wurde in Zusammenarbeit mit dem Winckelmann-Museum Stendal, ins Leben gerufen. Sie zeigt Figuren aus ungefähr zehn Jahrtausenden in unterschiedlichsten Materialien wie Ton, Stein, Marmor, Alabaster, Bronze und Edelsteinen. Diese Idole – wie sie in der wissenschaftlichen Sprache bezeichnet werden –, stammen aus Gebieten wie dem Vorderen Orient, Ägypten, dem Jemen, Griechenland, Italien und Norddeutschland. Die meist stilisierten und abstrakten Figuren stellen Götter, Menschen oder Tiere dar. Reduziert auf wenige charakteristische Eigenheiten sollen sie

für wichtige Lebensabschnitte der frühen Menschen gedient haben. Nach der Wiederentdeckung der antiken Kunst in der Renaissance erwachte auch erst das wissenschaftliche Interesse an den geheimnisvollen Götterfiguren und Idolen. Was erzählen die Figuren über das Leben und das Weltbild der Menschen in antiken Kulturen, über die Urformen von Kult und Religion und über das Bestreben der Menschen, Ideen und Wünschen eine Gestalt zu geben? Über die Gründe für ihre Entstehung und ihre Bedeutung und Funktion im kultischen Brauchtum rätseln Wissenschaftler noch heute. Für zahlreiche Künstler der Moderne, wie etwa Pablo Picasso und Amedeo Modigliani, stellten sie eine wichtige Inspiration dar und waren Anlass für ihre Ansätze in der Kunst. Wer also ein Fan der Renaissance ist und sein Idol eher im David von Michelangelo sieht, als in einem Brettidol aus dem dritten Jahrtausend vor Christus, der wird von dieser Ausstellung enttäuscht sein. Doch wer Grenzen durchbrechen möchte und herausfinden will, ob die Menschen, die vor vielen Jahrtausenden lebten, mit uns heute lebenden Exemplaren etwas gemeinsam haben, ist hier genau richtig. „Denn viele Grenzen, die wir heute vermeintlich zu haben glauben, existieren nicht. Uns allen sind viele Ideen, Ansätze und Ge-

Uschebtis wurden mit in das Grab gelegt, konnten aber auch an heiligen Orten deponiert werden, wodurch der Verstorbene oder eine Person symbolisch an diesem Ort anwesend sein konnte.

danken gemeinsam – und das sollte doch, auch wenn es verwegen klingt, der Ausgangspunkt für eine bessere Welt sein. Die ganzen Konflikte, die wir heute haben, sind doch behebbar vor dem Hintergrund, dass wir so viel gemeinsam haben. Wir schauen immer nur auf die Unterschiede, aber nicht auf die Gemeinsamkeiten“, so der Wunsch für die Wirksamkeit der Ausstellung von Dr. Frank Hildebrandt, Leiter der Antikensammlung.

FOTO: WEN JI ANG/ THE EPO CH TIMES

Frei nach dem Motto „Golda meir, so ich Dir“ bricht der deutsch-jüdische Autor, Komiker und Entertainer Oliver Polak Tabus wie andere das Brot. Als Kind der einzigen jüdischen Familie in der niedersächsischen Stadt Papenburg aufgewachsen, sind für ihn seine Kindheit und Jugend als Jude ein unerschöpflicher Quell von Scherzen. Das erste Buch des Wahl-Berliners „Ich darf das, ich bin Jude“ wurde zum Bestseller, seine Show „Jud Süß Sauer“ ist jetzt auf CD erschienen.


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Wissen

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

Polumkehr des Erdmagnetfelds erwartet F o t o : S E Y L L O U D I A L L O /A F P/G etty I m ages

Auch Landebahnmarkierungen müssen wegen Verschiebung des magnetischen Nordpols geändert werden Detlef Kossakowski

A

Links: Was passiert, wenn das Magnetfeld der Erde, unser Schutzschirm von der Sonnenstrahlung, wegfällt. Sind wir ihr schutzlos ausgeliefert? Rechts: Zwar wird ein Kompass nur bei sehr alten Maschinen oder im äußersten Notfall benutzt, aber die Start- bzw. Landebahnbeschriftungen müssen korrekt die Himmelsrichtung relativ zum magnetischen Nordpol angeben.

Foto: NASA

m 13. Januar 2011 wurde wegen der raschen Änderung der magnetischen Nordrichtung die Beschriftung an den Rollbahnen des Flughafens in Tampa, Florida, korrigiert. Auch der nördlich von London gelegene Flugplatz Stansted ließ im Sommer 2009 die Beschriftung der Start- und Landebahnen ändern – weniger bekannt dürften dieselben Maßnahmen am Sylter Flughafen im Jahr 2006 sein. So, wie das gesamte Erdmagnetfeld ständig Veränderungen unterworfen ist, ändert sich auch die Lage der magnetischen Pole. Gegenwärtig ist die Lage des südlichen Magnetpols vor der Küste der Antarktis gegenüber von Australien (Kangaroo Island) zwar noch stabil, aber der arktische Magnetpol verschob sich innerhalb der letzten 200 Jahre um 1.100 Kilometer. Mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 Kilometern pro Jahr wandert er derzeit von Kanada in Richtung Russland und würde theoretisch im Jahr 2050 Sibirien erreichen. Gleichzeitig mit der beschleunigten Verschiebung des magnetischen Nordpols ist eine Abnahme der Stärke des gesamten Magnetfeldes zu verzeichnen; in den letzten 150 Jahren nahm sie um ca. zehn Prozent ab.

Seit 730.000 Jahren haben der nördliche und südliche Pol des Erdmagnetfeldes ihre Position inne. Eine Polumkehr ist, wie Wissenschaftler festgestellt haben, überfällig; solche Ereignisse haben in den letzten 400 Millionen Jahren im Durchschnitt alle 250.000 Jahre stattgefunden. Das kann man an den Schweißnähten der Ozeanrücken feststellen, wo der erstarrenden Lava die damalige Magnetfeldrichtung aufgeprägt wurde. Ein Merkmal einer Polumkehr ist, dass der Hauptanteil des Magnetfeldes – der einem Stabmagneten ähnlich ist – vollständig verschwindet. Bei diesem Prozess würde die Erde auch ihren „magnetischen Schutzschirm“ verEine Umpolung des lieren, der verhindert, dass ProErdmagnetfeldes steht bevor tonen und Elektronen, die von der In der Geowissenschaft ist man Sonne mit einer Geschwindigkeit sich einig, dass die beiden erwähn- von mehreren hundert Kilometern ten Fakten auf eine anstehende pro Sekunde ausgesendet werden, Polumkehr hindeuten. bis zur Erde vordringen.

Bei einem existierenden Magnetfeld werden diese geladenen Teilchen gezwungen, sich senkrecht zu den Magnetfeldlinien zu bewegen, wodurch sie zu den Polarregionen geleitet werden. Dort machen sie sich bei großen Sonnenstürmen durch Polarlichter bemerkbar.

Keine Panik! – Das Magnetfeld des Sonnenwindes umfängt und schützt die Erde

Keine Angst vor der Sonnenstrahlung: Trotz des fehlenden Magnetfelds wird hoch oben in der Atmosphäre eine magnetische Schutzschicht aufgebaut.

Horrorszenarien von einer Erde ohne Magnetfeld, die dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert wäre und im Chaos aus verbrannten Menschen, Stromnetzhavarien und Computerausfällen versinkt, wären somit denkbar. Vor allem wird angenommen, dass eine Änderung der Polarität sich über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende erstreckt. Infolgedessen wäre die Erde einem langandauernden Teilchen-Bombardement ausgeliefert, was in der Geschichte jedes Mal ein Massensterben verursacht haben

müsste. Die Geologen haben aber nie Spuren eines Massensterbens aus Zeiten, in denen eine Polumkehr der Erde stattfand, feststellen können. Auch war die Suche nach Mutationen in der Tier- und Pflanzenwelt und nach erhöhter Radioaktivität in Ablagerungen erfolglos. Diese Tatsache kann die Wissenschaft aufgrund von Forschungsergebnissen über die Venus, die kein eigenes Magnetfeld hat, erklären. Durch den Aufprall des Sonnenwindes auf ihre Atmosphäre wird ein magnetischer Schutzschirm aufgebaut. Dasselbe bestätigten auch Computerberechnungen für die Erde. Ein solches Magnetfeld würde sich auf der Tagseite innerhalb von nur einer Stunde in 350 Kilometern Höhe in der Atmosphäre aufbauen. Also selbst bei totalem Ausfall des terrestrischen Magnetfeldes wäre die Erde dem Sonnenwind wegen ihrer vom Schwerefeld gehaltenen Atmosphä­re nicht schutzlos ausgeliefert.

i Erklärung Erdmagnetfeld In einem äußerst komplexen Prozess, der erst in den Neunzigerjahren von Geowissenschaftlern auf Großrechnern nachgestellt werden konnte, werden die von der Sonne kommenden Magnetfeldlinien im leitfähigen flüssigen äußeren Erdkern wie Gummibänder von lockenwicklerähnlichen Strömungsstrukturen verdreht und gleichzeitig gestreckt. Die Streckung der Magnetfeldlinien, welche ihre Energie aus der Rotation der Erde und dem Wärmetransport aus dem Erdinneren bezieht, bedeutet eine lokale Verstärkung des Magnetfeldes. Durch einen weiteren Mechanismus werden Magnetfeldlinien ausgelöscht und wieder verknüpft, wodurch ein dem Erdkörper eigenes, über ihn hinausgehendes Magnetfeld erst entstehen kann.

Uralte Lebewesen in Salzkristallen entdeckt 34.000 Jahre alte lebende Organismen in Salzkristallen entdeckt

Stephanie Lam

I

n einer vor Kurzem veröffentlichten Studie der Geologischen Gesellschaft im Journal „GSA Today“ war zu lesen, dass Wissenschaftler im Death Valley Prokaryoten entdeckt haben, von denen angenommen wird, dass sie noch am Leben waren, als sie vor 34.000 Jahren in Salzkristalle eingeschlossen wurden. „In den Salzkristallen waren die Organismen permanent wie in kleinen Zeitkapseln eingeschlossen“, erklärte Tim Lowenstein, Professor an der geologischen Fakultät der Universität Binghamton in einem Interview mit „OurAmazingPlanet“. Brian Schubert von der hawaiianischen Universität in Manoa, der die äonenalten Organismen entdeckte, betonte gegenüber der Web-Seite: „Das war tatsächlich eine riesige Überraschung für mich! Sie leben, aber sie benutzen keinerlei Energie, um herumzuschwimmen, sie reproduzieren sich auch nicht“, führte Schubert

weiter aus. „Sie machen überhaupt nichts, außer sich selbst am Leben zu erhalten.“ „Mikroben leben unterhalb der Erdoberfläche, zum Beispiel in den Sedimenten von Ozeanböden oder der Kontinental- und Ozeankruste in Tiefen bis zu drei Kilometern“, war im Forschungsbericht zu lesen. „Die Prokaryoten (einzellige Organismen ohne Zellkern und andere membrangebundene spezialisierte Strukturen) sind in diesem unterirdischen Wasser-Lebensraum in Sedimentporen und Felsenrissen zu finden.“ Laut diesem Bericht wurden auch in Gletschern Organismen gefunden, die bis zu acht Millionen Jahre alt waren. „Insgesamt haben diese Entdeckungen den Bereich der Biosphäre auf die Erdkruste ausgeweitet und gleichzeitig Hoffnungen geweckt, Leben unterhalb der Oberfläche von anderen Planeten, Monden und Asteroiden unseres Sonnensystems zu finden, auf denen die derzeitigen Oberflächen-Bedingungen sehr unwirtlich sind,“ steht im Bericht. Die Forscher Drs. Tim Lowenstein und Michael Timofeeff von der Universität Binghamton sowie Dr. Brian Schubert von der Universität in Manoa (Hawaii) – der zur Zeit der Studie an der Universität Binghamton arbeitete – waren in der Lage, die Organismen unter

Uraltes Leben: Ein Blick durch das Mikroskop mit starker Vergrößerung zeigt die relativ großen Algen (weiße Pfeile) und die kleineren Prokaryoten (schwarze Pfeile). F o t o : B r ian S c h ube r t

Laborbedingungen zum Wachstum anzuregen. „Diese Organismen mit Namen ‚Archaea‘ gehören zu einem der zwei prokaryotischen Bereiche; der andere Bereich umfasst die Bakterien“, berichtete Lowenstein der Epoch Times. „Wir waren die erste Gruppe, die das Innere des Salzkristalls betrachtete, bevor wir versuchten, daraus Mikroben zu züchten“, fügte Timofeeff hinzu. „Neben ihnen ist noch eine Algenart mit dem Namen Dunaliella

eingeschlossen, die die Nahrung zum Überleben der Archaea produziert – den Zuckeralkohol Glyzerin“, berichtete Lowenstein bei seiner Erklärung, warum die Organismen so lange überleben konnten.  Es kann jedoch kein Licht – notwendig für die Ernährung der Algen – in die Kristalle eindringen, weshalb die Algen nicht überlebten und die Archaea seit dem Moment, in dem sie eingeschlossen wurden, mit dem vorhandenen Glyzerin auskommen mussten. Da sich die Archaea in

einem isolierten System befanden, war die Reproduktion schwierig, was die Forscher vermuten lässt, dass die Organismen, die sie lebendig vorfanden, dieselben sind, die vor 34.000 Jahren im Kristall eingeschlossen wurden (und nicht deren Nachkommen). „Sie können sich reproduzieren, aber ab einem bestimmten Zeitpunkt werden sie alle Ressourcen verbraucht haben und die Lebensbedingungen werden kritisch“, sagt Timofeeff. Verglichen mit ihren modernen Artgenossen sind diese uralten Organismen runder und schmaler. „Wir glauben, das ist ein Beweis dafür, dass sich die Zellen in eine Art Überlebenzustand ohne Nahrungsaufnahme versetzt haben und dadurch kleiner wurden“, sagte Timofeeff. „Wenn die Bedingungen zum Leben ungünstig werden, können manche Mikroben in solch einen Fastenzustand übergehen und sich verkleinern. Neben dem Fund der 34.000 Jahre alten Mikroben wurden auch Mikroben in Salzkristallen entdeckt, die vor 63.000 Jahren gebildet wurden. Aber die Forscher waren sich nicht sicher, ob die eingeschlossenen Organismen noch leben. „Die einzige Methode, mit der wir hundertprozentig feststellen können, ob beobachtete Mikroben innerhalb eines flüssigen

Einschlusses lebendig sind, ist, ihnen günstige Wachstumsbedingungen anzubieten und zu sehen, was passiert“, so Timofeeff. „Es gibt viele Gründe, warum Mikroben, die sich in Einschlüssen befinden, nicht wachsen. Die Faktoren für die Fähigkeit zu überleben, kennt man nicht so gut. Was wir wissen ist, dass sie genügend Glyzerin haben sollten, um es zu schaffen.“ Die Forscher bemerkten außerdem, dass in einer früheren Studie behauptet wurde, man hätte Bakterien gefunden, die in Kristallen aus dem Perm (der Zeitraum vor 299 bis 251 Millionen Jahren) überlebt haben sollen. Aber diese Studie ist kontrovers, da manche glauben, die Bakterien seien erst im Labor in das Kristall gelangt. „Obwohl wir beginnen, die Gattung der Mikroorganismen innerhalb neuer und sehr alter flüssiger Einschlüsse zu verstehen, muss noch vieles darüber erforscht werden, wie sie überleben“, schreiben die Forscher in der Zusammenfassung ihres Berichtes. „Dieses Wissen wird für die weitere Erforschung des Lebens – in den Tiefen der Erde und überall im Sonnensystem, wo es Materialien geben könnte, die Mikroorganismen beherbergen, die Millionen und sogar Milliarden Jahre alt sein könnten – von eminenter Bedeutung sein.“


WISSEN

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

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Piere Luigi Ighina – Genie und Erfinder Der weithin unbekannte Forscher scheint tiefer in die Materie eingedrungen zu sein als alle heutigen Wissenschaftler. Seine Erkenntnisse könnten für das Leben auf diesem Planeten von fundamentaler Bedeutung sein.

Leonardo Vintiñi

Magnetische Magie

Seine Studien der magnetischen Felder brachten Ighina im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Erfindungen ein, die auf Vibrationen von Atomen basierten (genauer auf der Variation der Frequenzen der nuklearen magnetischen Vibration von spezifischer organischer Materie und ihrer typischen Frequenz). Außerdem arbeitete er mit der Interaktion von Magnetfeldern zwischen der Sonne und der Erde und verwendete deren Energie mit Hilfe von Resonatoren nutzbringend zur Regeneration kranker Zellen. Mit dieser Energie ist es laut Ighina möglich, alle Krankheiten zu heilen, Metalle in bestimmter Entfernung zu schmelzen, Elektrizität zu produzieren, Strahlungen zu neutralisieren, unterirdisches Öl und Wasser zu finden, landwirtschaftliche Erträge zu steigern und vieles mehr. Zu Ighinas zahlreichen Erfindungen, die diese Energieform nutzten, zählt ein auch Bett mit passivem Resonator, ein ErdbebenNeutralisierer und ein seltsames Gerät mit dem Namen „Elios“, das Nahrung auf atomarer Ebene innerhalb seines Wirkungsbereiches (sogar bei radioaktiver Belastung) reinigen kann. Aber vielleicht hat keine dieser faszinierenden Entwicklungen ihm so viel Freude bereitet, wie sein magnetischer Wolkenbrecher. Er war entzückt von dessen Fähigkeit, an wolkigen Tagen neugierige Zuschauer zum Staunen zu bringen. 1998 besuchte der international bekannte Journalist Maurizio Costanzo Ighina wegen eines Interviews und sah einen seltsamen Propeller, der sich in der Nähe seines Hauses in Imola, Italien, drehte. Costanzo beschreibt, wie sich in den Wolken langsam ein Loch bildete

FOTO: THE EPOCH TIMES

FOTO: THE EPOCH TIMES

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eismische Geräte, Apparate zur Reinigung des Umfeldes und eine Technik, die in der Lage ist, die molekulare Struktur von Organismen umzuwandeln: Betritt man die Welt des Pier Luigi Ighina, begegnet man einer Wissenschaft, die kaum Verbreitung fand und in der Mystik und Wirklichkeit auf eine Art und Weise miteinander verwoben sind, die sowohl bezaubernd als auch zermürbend ist. Es ist unmöglich, über diesen ungewöhnlichen Erfinder zu sprechen, ohne seinen Lehrer und Kollegen, den gefeierten Guglielmo Marconi, zu nennen, bekannt geworden durch die Entwicklung des Radios, aber auch durch viele andere kuriose Innovationen. Ighina arbeitete mit Marconi bis zu dessen Tod im Jahr 1937 zusammen und trat später als „Eingeweihter“ das wissenschaftliche Erbe seines Lehrers an und setzte dessen Studien fort. Obwohl Ighina niemals etwas erfand, das so bekannt wurde wie das Radio, brachte sein Talent Maschinen mit weitaus erstaunlicheren Fähigkeiten hervor, die sich kaum jemand vorstellen konnte. Es ist sogar schwer vorstellbar, dass derartige Dinge überhaupt möglich sind.

WOLKENBRECHER: Der Journalist Maurizio Constanzo beschreibt, was er bei seinem Besuch bei Ighina beobachtete. Nach dem Einschalten von Ighinas Apparatur bildete sich langsam in den Wolken ein Loch. Innerhalb von wenigen Minuten spaltete sich die Wolkendecke der Länge nach und gab den Blick auf den blauen Himmel frei. und innerhalb von Minuten sich die Wolkendecke über dem Propeller der Länge nach spaltete. Bei einem anderen Interview gestand Ighina ein, dass das „Klatschen und die Bravorufe“ von Kindern, die der magischen Öffnung der Wolkendecke zusahen, die größte Genugtuung in seinem ganzen Leben war. Jener Wolkenbrecher – der mit Wilhelm Reichs Cloudbuster verglichen werden kann – war sicher eine großartige Leistung. Dennoch scheint die Krone von Ighinas Entdeckungen etwas zu sein, das die Wissenschaft niemals zuvor in Betracht gezogen hatte – ein unscheinbarer aber fundamentaler Partikel, den er „das magnetische Atom“ nannte.

Von Aprikosen zu Äpfeln

Über vier Jahre seiner Forschungstätigkeit investierte Ighina alle seine Kräfte in die Klassifizierung der nuklearen magnetischen Vibrationen von Atomen verschiedener Materie, die er in der Natur vorfand. Während er das Ausmaß, mit dem diese kleinen Partikel Licht absorbieren, beobachtete, kam Ighina zu der Überzeugung, dass den Wissenschaftlern ein großer Fehler bei der Konzeption der fundamentalen Struktur von Atomen unterlaufen war. Er beteuerte, dass es unmöglich sei, einen Partikel, der sich fortwährend in Bewegung befindet, zu studieren, ohne ein falsches Ergebnis zu erhalten. Daher erfand Ighina einen Mechanismus, mit dessen Hilfe er jedes gewünschte Atom isolieren konnte. Die Atomfalle bestand aus mehreren Schichten von Materialien mit abnehmender Absorptionsrate. Während dieser Untersuchungen (für die er ein Mikroskop nach eigenen Plänen mit 1,6-milliardenfacher Vergrößerung entwickelte), entdeckte Ighina das magnetische Atom – einen extrem energiereichen Partikel – der überall in der organischen Materie vorkommt. Nach 40 Jahren anstrengender Arbeit im Labor erkundete Ighina die grundlegendste Eigenschaft der

Materie – Atome oszillieren nicht, sondern pulsieren. Diese Offenbarung führte zu einer seiner eher kuriosen, brillanten Erfindungen – dem magnetischen Feldoszillator. Der Wissenschaftler fand heraus, dass eine Änderung der Vibration einer Gruppe von Partikeln zur Umwandlung des Materials selbst führt. Was darauf folgte, war eine Reihe phantastischer Experimente, bei denen der Feldoszillator eine wesentliche Rolle spielte. Bei einer Gelegenheit baute Ighina seinen Apparat vor einem Aprikosenbaum auf. Er änderte die atomare Vibration so, dass sie langsam den Wert eines Apfelbaums annahm (Beide Werte hatte er vorher bei Experimenten bestimmen können). Nach 16 Tagen stellte er fest, dass der Aprikosenbaum vollständig zu einem Apfelbaum mutiert war. Nach diesem Experiment riskierte Ighina, seine Erfindung auf Tiere auszuweiten. Er änderte den Vibrationszustand eines Rattenschwanzes und wandelte ihn innerhalb von vier Tagen in den Schwanz einer Katze um. Obwohl die Ratte nach dieser Behandlung starb, war dies die Grundlage für ein weiteres noch aufschlussreicheres Experiment: Nachdem er durch Untersuchungen die Vibrationen des gesunden Knochens eines Hasen bestimmt hatte, behandelte er die Atome der gebrochenen Läufe eines anderen Hasen und heilte diese in Rekordzeit. So stellte Ighina fest, dass die Heilung kranker Zellen jeglicher Art (einschließlich Krebszellen) einfach durch eine Änderung ihres Vibrationsindexes, sofern dieser korrekt berechnet wird, möglich ist. Kurz gesagt, hatte Ighina eine Maschine entwickelt, die Wunder bewirken konnte. Er wurde jedoch trotz seiner langen Liste von Erfindungen und der mystischen Anekdoten in den akademischen Kreisen nie als wirklicher Wissenschaftler anerkannt. Vielmehr wurde er für seine kühne Arbeit ignoriert oder belächelt.

Das Klatschen und die Bravorufe der Kinder, die der magischen Öffnung der Wolkendecke zusahen, waren die größte Genugtuung in seinem ganzen Leben.

Aber einige seiner Kollegen ein Vermächtnis, in dem Wissenerkannten sein Genie. „Der Um- schaft und Magie miteinander zu stand, dass an etwas nicht geglaubt verschmelzen scheinen. Er hinterwird, entsteht durch die Tatsache, ließ eine Fülle mysteriöser Ideen dass es nicht die nötigen Hilfs- und unverständlicher Artefakte, mittel gibt, um es zu verstehen“, die sicher die Grundlage für weibemerkte einmal Guiliano Prepa- tere Forschungen in der Zukunft rata und verteidigte dadurch Ighi- bilden werden. nas Arbeit. Obwohl Ighinas Erfindungen keine Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt fanden, würVorschau digten ihn befreundete Wissenschaftler als großen Pionier und bezeichneten sein Werk als BeiXenoglossie: Beweis für trag zum italienischen Erbe. Heute vergangene Leben? gibt es nicht nur Stiftungen, StraMenschen können unter ßen und Konferenzen, die seinen Hypnose andere Sprachen Namen ehren, auch das Interesse sprechen, aber wann haben an seinem Gesamtwerk ist größer sie diese Sprache gelernt geworden. und was ist mit denen, die Ighina verließ diese Welt am völlig unbekannte Sprachen 8. Januar 2004 und nahm sein sprechen? Leonardo Vintiñi bedeutendes, aber leider missverhat sich dieses faszinierenstandenes Vermächtnis mit sich, den Themas angenommen.

Aus Aprikose wird Apfel: Wie Magie oder Zauberei scheinen viele Experimente Ighinas weit über den heutigen Kenntnistand der Wissenschaft hinauszugehen. Bei einem Versuch konnte er einen Aprikosenbaum in einen Apfelbaum transformieren. Er meintem er wäre der heutigen Wissenschaft um 30 Jahre voraus gewesen.


Menschen & meinungen

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

F o t o : j i a n x i n wa n g / T h e E p o c h T i m e s

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Die gegen den Strom schwimmt Elischeba Wilde blickt mit nur 35 auf 12 erfolgreiche Jahre als Model zurück und ebenso lange ist sie glücklich verheiratet. Von 2008 bis 2010 amtierte sie als Mrs. Germany.

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on sich selbst behauptet die gebürtige Kölnerin und leidenschaftliche Hobby-Taucherin, dass sie immer mehr gegen den Strom schwimmt, je älter sie wird. An dieser Frau ist alles echt. Von ihrem sozialen Engagement bis zu ihrem Appetit auf Thai-Küche. Epoch Times: Was ist der Unterschied zwischen Miss und Misses Germany? Elischeba Wilde: Der Unterschied ist, dass die Misses verheiratet sein muss. Trauschein und deutsche Staatsangehörigkeit sind die Voraussetzung. Mein Management hat mir erzählt, dass es der Großvater von Paris Hilton vor 17 Jahren gegründet hat. Ihm ist aufgefallen, dass Frauen, die verheiratet sind und Kinder haben, so eine besondere Ausstrahlung und Lebenserfahrung haben. Er war selbst einmal Gast bei einer Miss-Wahl und da war eine Frau, die sehr hübsch war und mitmachen wollte, der aber gesagt wurde, nein, das ist nur für Ledige. Das fand er schade und gründete etwas nur für Ehefrauen. Nur für Ehefrauen fand ich gut, weil mir der Jugendwahn aus dem Business manchmal auf die Nerven ging ... Epoch Times: Darf ich fragen, wie lange Sie schon verheiratet sind? Wilde: Zwölf Jahre. Ich habe übrigens in Las Vegas geheiratet. Mein Mann hat mir im Flugzeug nach Amerika den Antrag gemacht und schon die Ringe

mitgebracht. Das war so süß, da konnte ich nicht Nein sagen ... Epoch Times: Was haben Sie als Mrs. Germany gemacht? Wilde: Ich hatte vorher schon bei World Vision ein Patenkind im Senegal und mich für verschiedene Sachen eingesetzt. Aber mit solch einem Titel kann man viel mehr als nur Geld spenden. Man kann viele Aktionen machen, hat mit Presse und Fernsehsendern zu tun und dadurch die Möglichkeit, was zu bewegen. Ich habe vorher schon die Sachen von Fair Trade eingekauft, weil ich die Idee dahinter gut finde. Dann habe ich die Pressesprecherin von Fair Trade kennengelernt und sie hat mir von Fair Trade Couture, also der Mode erzählt. Dann haben wir überlegt, dass ich davon Botschafterin werden kann um zu zeigen, dass es nicht öko-mäßig ist. Man sieht nicht aus wie aus dem vorigen Jahrhundert! Ich bin bei allem, was ich mache, sehr authentisch und zeige mich einfach so wie ich bin. Ich möchte gern was Positives bewegen. Man hört in den Nachrichten so viele negative Sachen und ich versuche einfach, einen positiven Blog zu machen. Epoch Times: Was ich großartig finde und was man an Ihrer Website so schön sehen kann, das ist die gelebte Begegnung und echte Ehrfurcht vor der Natur. Besonders wenn Sie vom Tauchen erzählen. Wilde: Beim Tauchen hat

man das Gefühl, in ein anderes Universum einzutauchen. Man kommt komplett weg von allem: Kein Handy, keine Geräusche. Einfach nur dieses schwebende Gefühl. Das ist sehr entspannend. Man ist eins mit der Natur, den Fischen und der Unterwasserwelt. Man ist selbst da unten, die Fische gucken einen an und dann hat man so eine ganz besondere Verbindung zu ihnen. Ich durfte auch schon mal mit einem 16 Meter langen Walhai zehn Minuten unter Wasser sein. Ich habe geschnorchelt und er war direkt unter mir. Ich hatte das Gefühl, dass er mich so richtig gemustert hat. Als wenn er Kontakt mit mir aufnimmt. Eine ganz besondere Erfahrung. Epoch Times: Was denken Sie, können wir Menschen von der Natur lernen? Wilde: Diese Rücksichtnahme. Unter Wasser ist es so, dass die schwachen Tiere gefressen werden. Wenn der Fischhandel nach dem Prinzip handelt: „So viel Geld machen wie möglich” dann werden Fische gefangen, die noch gar nicht richtig groß geworden sind. So einen Egoismus haben Tiere nicht. Epoch Times: Wie möchten Sie die Leute zu mehr Verantwortungsbereitschaft animieren? Wilde: Bei Fair Trade zeige ich, dass es nicht weh tun muss, zu helfen. Man kann schöne Kleider kaufen, die vielleicht ein zwei Euro teurer sind, womit man aber sehr viel Gutes mit bewirken

kann. Man kann durch Kleinigkeiten schon viel erreichen. Epoch Times: Seit wann arbeiten Sie als Model? Wilde: Seit zwölf Jahren. Das kam zeitgleich mit meinem Mann. Als Model entdeckt wurde ich schon mit 13 oder 14 Jahren. Aber mein Vater war damals strengstens dagegen. Ich war damals sehr lieb und habe mich nicht durchgesetzt. Als ich meinen Mann kennenlernte, habe ich im Büro gearbeitet und ihm erzählt, dass ich gern was Künstlerisches machen würde. Er hat mir dann die Motivation gegeben. Da war auf einmal einer, der mir sagte, komm zieh das durch, das ist dein Traum und ich unterstütz dich dabei. Und so habe ich Traumjob und Traum-Mann gleichzeitig bekommen. Epoch Times: Ist Modeln für Sie der Traumjob? Wilde: Das Modeln alleine nicht, aber in Kombination. Durch das Modeln bin ich dann an tolle Sachen rangekommen. Zum Beispiel wurde ich fürs Tauchsportmagazin unter Wasser gebucht und bin nun die einzige weibliche Moderatorin für SeaStar TV. Das Moderieren macht mir großen Spaß und mittlerweile habe ich darin eine Art Berufung gefunden. Epoch Times: Was ist Schönheit für Sie? Wilde: Für mich ist Schönheit, wenn jemand eine sehr natürliche Ausstrahlung hat. Der Ausdruck der Augen,

wenn jemand von innen strahlt. Ich persönlich bin mehr der natürliche Typ. Für Jobs werde ich manchmal extrem geschminkt, zum Beispiel total schwarz um die Augen. Es ist schön, mal für einen Tag in diese Rolle zu schlüpfen, aber das bin dann nicht ich. Ein Mensch wird schön, wenn er mit sich selbst im Reinen ist. Dass er fröhlich ist, positiv denkt, auch an das Wohl von anderen. Epoch Times: Stößt eine Frau wie Sie nicht auch auf Neider? Wilde: Ich ziehe eigentlich mehr positive Menschen ab. Aber es ist schon mal vorgekommen, dass im Internet Artikel über mich veröffentlicht wurden, wo die eine oder andere Dame drunter schrieb, dass ich viel zu dünn bin, knochig wäre und bestimmt nur Salatblätter esse. Was natürlich nicht stimmt, wie Sie gerade selbst sehen. (lacht) Aber auch bei meinen Wellness- und Beauty-Blogs verkörpere ich die natürliche Schönheit. Meine Tips für gute Haut zum Beispiel: Nicht rauchen, viel an die frische Luft gehen und gesunde Ernährung. Das ist viel besser, als sich unters Messer zu legen und Botox zu spritzen. Epoch Times: Mrs. Germany ist verheiratet. Für gewöhnlich ist das Bild bei Misswahlen eher eines des „Objektes der Begierde“. Welchen Typ Frau wollen Sie als Mrs. Germany repräsentieren? Wilde: Ich denke mir, ich verkörpere einfach eine glückliche Beziehung.

Dazu möchte ich erwähnen, dass der eine oder andere mir schon geraten hat, auf meiner Moderatorinnen Homepage totzuschweigen, dass ich verheiratet bin. Es ist auch so, dass Manager ihren Moderatorinnen oft sagen: „Erzähl bloß nicht, dass du einen Freund hast. Wenn der Geschäftsführer mit dir essen geht und denkt, du bist eventuell noch zu haben, bucht er dich vielleicht eher als Moderatorin.“ Epoch Times: Muss man bei diesen kleinen Tricks der Branche mitspielen? Wilde: Nein muss man nicht. Ich bin auch authentisch erfolgreich. Ich präsentiere meinen Mann auf der Homepage, da ich ihm so viel zu verdanken habe. Ich sage das ganz offen. Und werde trotzdem gebucht. Epoch Times: Das ist nicht unbedingt ein Rollenbild, das in den Medien gefördert wird. Wie ist die Resonanz darauf? Wilde: Eher positiv. Meinem Mann habe ich zu verdanken, dass er mir sehr viel Freiraum lässt und trotzdem so unterstützend wirkt. Er ist immer da, so wie diese sprichwörtliche starke Schulter zum Anlehnen. Wir lassen uns gegenseitig viel Freiraum, genießen aber total die Zeit, wenn wir zusammen sind. Mein Mann ist ein Hobby-Gourmetkoch. Am Wochenende, oder wenn es besonders gut schmecken soll, kocht er. Die Fragen stellten Rosemarie Frühauf und Florian Godovits.

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9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275 / 7. Jahrgang

Kultur Highlight

FOTOS: SHEN YUN PERFORMING ARTS 20 0 9

Eine Welt der Wunder entdecken

In einem Augenblick erblühen Blumen, die eben noch unter Eis und Schnee versteckt waren: Genauso magisch ist das Erscheinen dieser jungen Künstler auf der Weltbühne.

Rosemarie Frühauf

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hen Yun Performing Arts heißt die historische und künstlerische Sensation aus New York. Und ihr Name, der übersetzt „die göttliche Schönheit” bedeutet, ist ihr Programm. Die fast unglaubliche Geschichte von Shen Yun begann 2007, als eine Gruppe von Künstlern sich unabhängig vom chinesischen Mutterland zusammenschloss, um die Renaissance einer freien chinesischen Kultur zu gründen. Ihr Ausdrucksmittel: Eine ebenso virtuose wie inspirierende Tanzgala mit jährlich wechselndem Programm. Mitreißende Tänze vor prachtvollen Bühnenbildern und berührende Gesangsnummern fügen sich zu einer einzigartigen Zeitreise durch die 5000-jährige Geschichte Chinas. Als Ensemble mit neunzig Mitwirkenden trat „Shen Yun Performing Arts“ erstmals an die Weltöffentlichkeit. Mittlerweile verfügt Shen Yun über drei Tanzgruppen mit begleitenden Orchestern, die gleichzeitig auf Tour gehen.

Seitdem feiern sie international Erfolge auf vielen der renommiertesten Bühnen der Welt.

Shen Yuns Bedeutung für den klassischen chinesischen Tanz

Der klassische chinesische Tanz ist das komplexeste und älteste Tanzsystem der Welt. Er verfügt über eine völlig eigene Bewegungssprache und Lehrmethodik, subtilste Ausdrucksmittel und einen anspruchsvollen Kanon akrobatischer Sprünge. In den alten Zeiten Chinas wurden Musik und Tanz als Geschenke der Götter angesehen. Durch das Tanzen konnten Menschen den Göttern näher kommen und für Augenblicke die Schwerfälligkeit ihres irdischen Körpers überwinden. Darum wurde im chinesischen Tanz wie sonst nirgendwo ein leichtfüßiger und geschmeidiger Ausdruck kultiviert: Die Herren scheinen mühelos durch die Luft zu springen, während die Damen mit schwerelosen Trippelschritten schweben. In der Kulturrevolution jedoch wurde selbst die Tanzkunst Chinas einer Vereinheitlichung und

Ideologisierung im Sinne des Kommunismus unterworfen. Dies hatte eine Verstümmelung der Technik und den Verlust ihres poetischen Charakters zur Folge. Shen Yun Performing Arts ist die weltweit erste Künstlergruppe, die den klassischen chinesischen Tanz wieder in seiner Ursprungsform pflegt. Dies betrifft alle Aspekte der Aufführung. Nicht nur die Choreografien der Tänze, auch die prachtvollen Kostüme und Inhalte entspringen der klassischen Tradition: Chinas Volkstänze, Götter- und Heldenlegenden bilden das Herz der Aufführung. Geschichten, die jahrtausendelang Moral und Werte vermittelten und die Zuschauer von den höchsten Himmeln bis hinab zu den staubigen Ebenen des Reichs der Mitte führen. Und spätestens, wenn sich in den Reigen farbenfroher Volkstänze auf einmal Tibet mischt, wird klar, dass die Künstler von Shen Yun eine grenzensprengende Botschaft der Liebe und der Freiheit transportieren. Und mehr als das – ihnen gelingt es, sogar Ereignissen aus dem heutigen China auf bewegende Weise gerecht zu werden.

Dieser zeitlose Appell an Menschlichkeit und Toleranz, der durch die Aufführungen der Gruppe vermittelt wird, begeisterte bereits Hunderttausende Zuschauer. Wegen der Sprengkraft dieses friedlichen Plädoyers versucht die Kommunistische Partei Chinas rund um den Globus durch gezielten Druck auf Theater, Konzertveranstalter und Politiker die Tournee zu behindern, doch ohne Erfolg. Wenn man ein Kunstwerk an der Universalität seiner Botschaft und der Hingabe seiner Interpreten misst, gehört „Shen Yun“ zu den großartigsten Kunstwerken unserer Zeit. Zahllose Zuschauerreaktionen, die die Medienpartner Shen Yuns (The Epoch Times und New Tang Dynasty Television) in den letzten Jahren veröffentlichten, zeigen, dass es die engagierten Künstlerinnen und Künstler wahrhaftig verstehen, die Welt in Erstaunen zu versetzen. Im deutschsprachigen Raum wird Shen Yun in diesem Jahr in der Frankfurter Jahrhunderthalle, in Ludwigsburg bei Stuttgart, in Bregenz am Bodensee und in der Wiener Stadthalle auftreten.

i Bustouren zu Shen Yun 2011 Auf der Webseite der „Freunde von Shen Yun“ findet sich eine Liste von Bustouren, die von verschiedenen Städten aus zu Shen Yun-Auftritten organisiert wurden. Ausfürliche Informationen unter: www.fo-sy.de Rückfragen jederzeit möglich unter: kontakt@fo-sy.de • • • • • • • • • • •

Cham nach Frankfurt am Main am Sa 26.2.2011 Regensburg nach Frankfurt am Main am Sa 26.2.2011 Köln nach Frankfurt am Main am Sa 26.2.2011 und am So 27.2.2011 Bonn nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 Dortmund / Essen nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 Düsseldorf nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 Kronach nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 Pirmasens / Kaiserslautern nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 Gunzenhausen / Ansbach nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 Windeck nach Frankfurt am Main am So 27.2.2011 München nach Bregenz am Sa 05.03.2011


II

SHEN YUN PERFORMING ARTS

Kunst kennt keine Grenzen F

ür so manchen westlichen Zuschauer, der an Ballett gewöhnt ist, stellt die erste Begegnung mit chinesischem Tanz eine völlig neue Erfahrung dar. Shen YunTänzer Chen Yungchia findet, dass gerade der klassische chinesische Tanz universell verständlich ist: „Kunst kennt keine Grenzen. Etwas, das rechtschaffen und traditionell ist, ist etwas sehr Schönes und Reines. Genau das ist es, was Zuschauer aller Nationalitäten wertschätzen können. Die heutige Gesellschaft befindet sich im moralischen Abstieg. Unser Publikum liebt unsere Shows, weil alles, was wir präsentieren, von Aufrichtigkeit und Mitgefühl handelt. Und selbstredend von Tradition.” „Hoffentlich werden wir auf dieser Tournee in Europa noch mehr Zuschauern Chinas 5000-jährige Kultur näherbringen können. Jedes Jahr erarbeiten wir brandneue Stücke, um unserem westlichen Publikum verschiedene Tänze und Tanzstile zu präsentieren. Weil wir die kulturelle Kluft zwischen Ost und West überwinden möchten.” Chen Yungchia blickt auf eine 27-jährige Karriere als Tänzer und zahlreiche Auszeichnungen zurück. Er ist stellvertretender Choreograf und ist als Erster Tänzer der Shen Yun Performing Arts Touring Company auf der Europa-Tournee von Shen Yun dabei. Chen sieht seine Mission als Tänzer und Lehrer darin, den klassischen chinesischen Tanz international zu fördern und an zukünftige Generationen weiterzugeben.

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar -22. Februar 2011 / Nr. 275

Eine Fee mit Berufswunsch Sekretärin

Schwerelos: Wenn Michelle Ren im Feen-Kostüm über die Bühne schwebt, beginnt das Publikum an Wunder zu glauben.

Westliches Ochester – fernöstliche Klänge I

FOTOS: SHEN YUN PERFORMING ARTS

n den Pausen oder nach den Auffüh„ rungen kommen oft Zuhörer zu uns, um uns zu sagen, wie wundervoll sie die Musik fanden“, erzählt Chen Ying, die eigentlich Flötistin ist. Sie leitet als Dirigentin eines der mittlerweile drei Orchester, die Shen Yun mit ihrem einzigartigen Klang begleiten. „Musiker aus den USA, Europa oder Asien sind unglaublich fasziniert davon, wie gut es uns gelingt, westliche und chinesische Musik miteinander zu verbinden.“ Traditionelle chinesische Instrumente lassen sich mit ihren westlichen Geschwistern nur schwer kombinieren, weil sie sehr charakteristische Klangfarben besitzen und

im Gegensatz zur westlichen Harmonielehre pentatonisch gestimmt sind. Das Shen Yun-Orchester löst dieses Problem, indem asiatische Instrumente die Melodie übernehmen und das westliche Orchester die Begleitung spielt: „Also verwenden wir zwar formal ein westliches Orchester, aber die Musik selbst erhält einen einzigartig östlichen Inhalt und Zauber.“ Um „asiatische Raffinesse und westliche Größe“ perfekt zu mischen, betreibt man bei Shen Yun enormen Aufwand. Chen erklärt: „Zuerst legen wir ein Grundkonzept fest für den Ausdruck, den wir haben wollen. Wenn die Musik geschrieben ist, müssen wir die Partitur mit den Choreografen ausarbeiten.

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ls ich klein war, träumte ich davon, Büroarbeit zu machen, wenn ich einmal groß bin“, lächelt Michelle Ren. Gut, dass es anders kam. Auf den ersten Blick sieht man der grazilen Chinesin an, dass sie ihr Leben lang getanzt hat. Dabei nennt sie ihr Alter „ein Geheimnis“. Bereits mit sechs Jahren wurde sie in Festlandchina in artistischer Gymnastik trainiert. Mit zwölf Jahren fing sie an zu tanzen und gewann eine Reihe von Auszeichnungen, bevor sie Erste Tänzerin und Choreografin bei Shen Yun Performing Arts wurde. Im Jahr 2007 wurde sie Gewinnerin in der Damenklasse des Internationalen Klassischen Chinesischen Tanzwettbewerbs von New Tang Dynasty Television. Das zeigt, dass Michelle Ren wie kaum eine andere Technik und Ausdruck des chinesischen Tanzes beherrscht. Choreografie mag sie, weil sie anderen beim Tanzen zuschauen kann. Da sie die direkte Beziehung zum Publikum schätzt, tritt sie aber auch selbst gern auf: „Vieles von dem, was wir machen, ist für die Menschen sehr bewegend, weil wir es mit unseren Herzen machen und das Publikum das spürt”, sagt Ren über die magische Ausstrahlung der Shen Yun-Tänzerinnen und Tänzer. „Manchmal gibt es beim Tanzen einen Augenblick – da hat man das Gefühl, dass alle unsere Herzen eins sind. Dieser Moment ist dann wirklich heilig.“ Shen Yuns Botschaft bringt Ren wie folgt auf den Punkt: „Das Ziel ist der Ausdruck der traditionellen Kultur, der göttlich inspirierten Kultur, der reinen Schönheit.“ Und sogar nach über 500 Shen Yun-Vorstellungen findet sie, dass jede Show etwas Besonderes ist. „

Die außergewöhnlichste Sportart der Welt „

Es geht darum herauszufinden, welcher Klang gebraucht wird, wo das Ab und Auf und wie der künstlerische Effekt sein soll. Die Shen Yun-Komponisten und Tänzer arbeiten also gemeinsam mit den Musikern am „volkommenen Kunstwerk“. Auf der diesjährigen Europa-Tournee wird übrigens Chen Rutang, Chen Yings Vater, einst berühmter Cellist und früherer Leiter des Zentralen Philharmonie Orchesters Chinas, das Shen Yun-Orchester dirigieren.

M

ir macht der chinesische Tanz sehr viel Spaß“ sagt Tim Wu, einer der Solotänzer von Shen Yun. Er wurde in Shanghai geboren und zog mit seinen Eltern in die USA, als er vier Jahre alt war. „Ein professioneller Tänzer zu sein ist ziemlich hart”, erzählt er: „Wir stehen fast jeden morgen um sechs Uhr dreißig zum Frühtraining auf. Das ist im Prinzip ein körperliches Ausdrauertraining: Jeden Tag machen wir wechselweise hundert Tornado-Kicks oder hundert Butterfly-Kicks. Dann joggen wir vier Runden um den See, das sind fast 6,5 Kilometer. Das Training ist sehr anstrengend und manchmal muss ich viermal täglich oder öfter das Hemd wechseln.“ Als Tim mit dem Tanzen anfing, hatte er viel Spaß am Herumspringen und Erlernen der Techniken.

Aber als er reifer wurde, lernte er, dass es mehr darum geht, eine Rolle zu spielen. Wenn er sich heute auf eine Rolle vorbereitet, stellt er sich sogar noch abends beim Einschlafen vor, was er dem Publikum sagen möchte, und wie. „Wenn man auf die Bühne geht, muss man sich wirklich in die Person, in diesen Charakter hineinversetzen“, sagt Tim. Zum Entspannen spielen er und seine Kollegen neben dem Training gerne noch Basketball.


SHEN YUN PERFORMING ARTS

obert Stromberg gewann mehrere Auszeichnungen als Designer für visuelle Spezialeffekte. Darunter einen Emmy für „Star Trek“ und den Oscar 2010 für James Camerons Science-Fiction Erfolg „Avatar“. Er sagte nach der Aufführung: „Die Show war absolut wunderschön. Es war so inspirierend – ich glaube, ich habe auch ein paar neue Ideen für den nächsten Avatar bekommen.“ „Es war unglaublich, dieses Zusammenspiel der vielen verschiedenen Künste zu sehen. Alles wurde zu einem großen poetischen Ereignis. Die Farben, das Licht, die Bewegungen. Die Darsteller waren fantastisch. Ich fand es wundervoll.” Er fügte hinzu, dass die Shen Yun-Tänze Elemente hätten, die ihm noch nie zuvor begegnet seien: „Besonders gern mochte ich die Tänze, bei denen sie synchron Geräusche mit den Kostümen gemacht haben,

F O T O : J A S O N M E R R I T T/G E T T Y I M AG E S F O R H O L LY W O O D AWA R D S

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die Frauen mit dem Silberschmuck und die Männer mit den Bambusstäbchen. Das wäre mal eine tolle Tanzszene für einen Film. Diese Landschaften und Hintergründe, die Farben und die Farbmischung zusammen mit den Kostümen, das war sehr einzigartig und inspirierend.“ Als Designer hat Stromberg viel über China und dessen Landschaften recherchiert. Shen Yun als traditionelle Aufführung mit authentischen Bühnenbildern brachte für ihn alles zusammen. „Das Interessante für mich ist diese Kombination aus Alt und Neu. Es ist interessant, die Entwicklung von Kultur zu beobachten und einige Medien neu zu benutzen. Also bin ich schon gespannt, was in ein paar Jahren aus dieser Verschmelzung wird und freue mich schon, sie nächstes Jahr wiederzusehen ...“

Shen Yun in Hollywood S

F O T O : G A B R I E L B O U YS /A F P/G E T T Y I M AG E S

tars und große Namen wie Priscilla Presley, die Eltern von Sylvester Stallone, Frank und Jackie, waren unter den Prominenten, die auf dem roten Teppich dabei waren, als

Shen Yun Performing Arts in Los Angeles gastierte. Die Schauspielerin und Sängerin Anne Jeffreys sagte über Shen Yun: „Wenn die Show in Ihrer Nähe ist, sollten Sie hingehen und sie sich ansehen. Sie kommt nicht oft. Das ist nicht nur eine kulturelle Erfahrung, sondern auch ein Erlebnis von Schönheit und Liebe und Präzision, Tanz und prächtigen Kostümen. Wenn sie in Ihrer Nähe ist, schauen Sie sich die Show an. Sie werden es bedauern, wenn Sie sie verpassen. Ich bin froh, dass ich hier gewesen bin.“ Harvey Guillen erlebte in seiner Kindheit viele Musicals – jetzt spielt er die Hauptrolle der ABCSerie Huge. Über Shen Yun sagte er: „Diese Show ist unglaublich. Und jeder ist einfach perfekt. Es ist fantastisch gemacht. Es ist einfach wunderbar. Gehen Sie hin.“

Shen Yun bezaubert die ganze Familie D

ie chinesische Kultur ist so „ reich und voller Geschichte – das kommt in jedem einzelnen Stück zum Ausdruck.” Mauricio Arellano und seine Frau Anitza sahen Shen Yun im Shea’s Performing Arts Center in Buffalo, New York. „Wir lieben es”, sagte Arellano, Präsident von Greatbatch Medical, einer New Yorker Firma, die Technologien für medizinisches Equipment entwickelt und herstellt. Der gebürtige Mexikaner erklärte, dass er sich sehr für China und dessen Kultur interessiere: „Das auf der Bühne zu sehen ist geradezu unglaublich, ich habe es einfach nur geliebt.” „Es ist absolut bezaubernd, die Farben, die Energie, die Harmonie, einfach unglaublich”, stimmte ihm seine Frau zu: „Wir haben viel über die Dynastien gelernt und es wurde sehr interessant präsen-

modernen und dem traditionellen China sieht man auch auf der Bühne. Das gibt der Show eine zusätzliche Dimension, die es sehr speziell macht. “ Anitza Arellano bemerkte, dass das computeranimierte Bühnenbild besonders junge Menschen ansprechen würde. „Für unsere Kinder war es enorm attraktiv, dass hier so viele Dinge lebendig werden”, sagte sie.

Leiterin der Kunsthochschule Dallas: „Fantastsisch!“ J

Jennia Fredrique, Schauspielerin, sagte: „Die Präzision, der Tanz, die Technik waren erstaunlich. Glückwünsche für einen äußerst gut gemachten Job. Heute Abend werde ich einige der Bewegungen zu Hause ausprobieren.“ Schauspieler Philip Rodriguez lobte die Perfektion der Darsteller: „Sie waren alle synchron. Ich finde es wirklich kraftvoll. Sowohl Anmut als auch Kraft und wie sie über ihre Kultur erzählen. Wirklich großartig. Es war wirklich, wirklich gewaltig anzuschauen.“

tiert. „Besonders beeindruckt war sie von einer Geschichte über die Terrakotta-Armee, die vor über 2000 Jahren in der Qin-Dynastie erschaffen wurde. „Jedes Stück hat etwas ganz Besonderes und wir haben alle genossen” – meinte Arellano. „Die Jahrtausende alte Geschichte, aber auch das moderne China werden zum Leben erweckt. Und diese Kombination aus dem

FOTO: THE EPOCH TIMES

Robert Stromberg inspiriert für nächsten „Avatar“

III

acqueline Porter, Intendantin des Dallas Conservatory for the Arts fand Shen Yun „fantastisch“: „Eine totale Überraschung, und so klug gemacht. Wie die Kulisse mit dem Bühnenspiel verknüpft war – einfach fantastisch.“ Frau Porter sagte, sie sei wirklich erstaunt vom Shen Yun-Orchester: „Wundervoll. Ich war mit einem Dirigenten verheiratet und ich schätze Musik sehr, und die Musik war fabelhaft, fabelhaft gespielt. So schön. Und fesselnd.“ Als Intendantin eines Konservatoriums schätzte sie auch die Feinheiten der Tänze: „Ich konnte das umfangreiche Training dieser Tänzer spüren. Es ist unglaublich. Diese Präzision. Einfach fabelhaft.“ „Wenn Sie Broadway-Shows mögen, dann erleben Sie hier etwas völlig anderes. Es bringt Sie in eine Welt voller Begeisterung.Von nun an bin ich eine Liebhaberin

des klassischen chinesischen Tanzes“, sagte sie und empfiehlt jedem, die Show anzusehen. Sie war erfreut zu hören, dass Shen Yun im Januar im Lincoln Center in New York und im Kennedy Center in Washington auftreten würde und sagte richtig voraus: „New York und Washington werden Shen Yun lieben.“

F O T O : T H E D A L L A S C O N S E R VAT O R Y.O R G

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar -22. Februar 2011 / Nr. 275


IV

SHEN YUN PERFORMING ARTS

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar - 22. Februar 2011 / Nr. 275

Meigui Fu

K

unstvoll, elegant und trotzdem beruhigend natürlich wirkt der chinesische Tanz auf die Zuschauer. Durch seinen reichhaltigen Bewegungsschatz können die unterschiedlichsten Gefühle und Charaktere dargestellt werden. Der chinesische Tanz entwickelte sich über eine Zeitspanne von fünf Jahrtausenden. Vom Volk überliefert gelangte er an den kaiserlichen Hof und in die Operntradition. Es entwickelte sich ein Trainingssystem, das nicht nur Körperbeherrschung und Beweglichkeit lehrt, sondern gleichzeitig großen Wert auf die geistige Qualität der Darstellung legt. Diese Tanzkunst besteht aus drei Komponenten: Form, Haltung und Technik. „Form“ bezieht sich auf hunderte komplizierte Posen und Bewegungen. Obwohl manche davon einfach aussehen, spielt stets der ganze Körper mit. Sogar

die Richtung der Augen und die Fingerhaltung sind darin akkurat vorgeschrieben. „Haltung“ bezieht sich auf die innere Einstellung des Tänzers, die dem Tanz Seele und Ausdruck gibt. Sie ist neben der äußeren Form das entscheidende Merkmal des chinesischen Tanzes. Dank unterschiedlicher innerer Haltungen können zwei Tänzer, die mit den gleichen Bewegungen tanzen, trotzdem Gegensätzliches zum Ausdruck bringen – die Darstellung eines alten und eines jungen Menschen zum Beispiel. Mit „Technik“ sind zahlreiche komplizierte Sprünge gemeint, die solch fantasievolle Namen tragen wie „Schmetterlingsschlag“ oder „Karpfensprung“. Bei den Pirouetten gibt es nicht nur die horizontale Pirouette, sondern auch achtförmige Drehungen und solche, bei denen die Körperachse diagonal geneigt ist. Viele der virtuosen Sprungtechniken wurden im zwanzigsten Jahrhundert aus ihrem Bedeutungskontext gelöst und in die Sportgymnastik übertragen, da die kommunistische Führung Chinas die Sportwelt mit etwas nie Gesehenem verblüffen wollte. In Wahrheit ist Chinas Mutterkunst der klassische Tanz, aus dem Kampfkunst und Akrobatik entwickelt wurden.

Inspiriert vom Glauben

Viele Posen des chinesischen Tanzes entstammen direkt dem

Buddhismus und Taoismus, da Tänze in alten Zeiten vor allem zu religiösen Festen und an wichtigen Feiertagen aufgeführt wurden. Die beiden großen Denkschulen verankerten jahrtausendelang Werte wie Weisheit, Mitgefühl und Toleranz im chinesischen Volk. Diese kulturelle Essenz des Tanzes wurde in den 60-er Jahren zum Angriffsziel der sogenannten „Kulturrevolution“. Da die Kommunistische Partei Chinas plante, das Volk geistig zu entwurzeln, setzte sie eine Verstümmelung des Tanzes durch, um ihn für propagandistische Zwecke zu nutzen. Den traditionellen „Yangge“ Volkstanz zum Beispiel, hielt sie als Tanz „der bäuerlichen Klasse“ für geeignet, um ihn in ganz China als „revolutionären Tanz“ bei Massenveranstaltungen zu verwenden. Außerdem kontrollierte Maos Frau, dass nur noch fünf bestimmte „revolutionäre Geschichten“ in China als Tanzdramen aufgeführt werden durften. Diese waren verdrehte Versionen traditioneller Stücke oder von der Partei neu erfunden. Indem die Künstler von Shen Yun beschlossen, den klassischen Tanz und seine ursprünglichen Inhalte wiederzubeleben und zu pflegen, legten sie einen Grundstein für die Renaissance einer freien chinesischen Kultur im 21. Jahrhundert.

i Klassischen Chinesischen Tanz kann man derzeit an den Fei Tian Kunstakademien in New York, San Francisco und in Taiwan erlernen. Hier treffen sich Studenten aus aller Welt, um an einem einzigartigen Trainingsprogramm in klassischem Tanz, Musik und den schönen Künsten teilzunehmen. Gleichzeitig absolvieren sie hierbei eine qualitativ hochwertige akademische Ausbildung. www.feitianacademy.org

FOTO: SHEN YUN PERFOR MI

Ein altes chinesisches Ideal besagt, dass ein Künstler zuerst innere Schönheit besitzen muss, bevor er Schönheit erschaffen kann.

NG ARTS 200 9

Kleine Geschichte des chinesischen Tanzes

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„Absolut schön ...

Ich glaube, ich habe auch ein paar neue Ideen für den nächsten Avatar gefunden.“ — Robert Stromberg, Orscar-Preisträger und Emmy-Award Gewinner; Bühnenbildner für den Film „Avatar“

„Definitiv inspirierend,

da waren starke Persönlichkeiten auf der Bühne.“ — Gregor Hatala, Erster Tänzer, Wiener Staatsoper

26.-27. Februar 2011 JAHRHUNDERTHALLE FRANKFURT Tickets: 01805 / 69 74 69* www.ticketonline.de 4.-6. März 2011 FESTSPIELHAUS BREGENZ Tickets: +43 (0) 5574 / 4080 www.v-ticket.at 20.-21. April 2011 FORUM AM SCHLOSSPARK - LUDWIGSBURG Tickets: +49 (0) 711 / 25 55 555 www.easyticket.de 1.-4. Mai 2011 WIENER STADTHALLE Tickets: +43 (0)1 / 79 999 79 www.stadthalle.com

Präsentiert vom Deutschen Falun Dafa Verein e. V. (Hrsg.)

www.ShenYunPerformingArts.org

*) 14 Cent/Min. a. d. dt. Festnetz, Mobilf. max. 42 Cent/Min


Die Öko-Stadt der Zukunft an Ecuadors Küste ist eine Schönheit mit Tiefgang

BAHIA DE CARAQUEZ

Dr. Bernd Kregel

FOTO: DR. BERND KREGEL

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in Indianer kennt keinen Schmerz? Dieser schon! Auf einem robusten Holzfloß erreichte er einst aus der Weite des Pazifischen Ozeans kommend die ecuadorianische Küste - mit all ihren Naturschätzen ein paradiesisches Land. Nun aber muss er mit ansehen, wie es durch Naturzerstörung, besonders durch Abholzung, stark gelitten hat. Eine Träne läuft ihm über die Wange. So oder ähnlich könnte ein TV-Werbespot aussehen, mit dem Patricio Tamariz seine ecuadorianischen Landsleute auf die drängenden ökologischen Probleme seines Landes aufmerksam machen will. Am eigenen Leibe hatte er erfahren müssen, was die Zerstörung der Lebensgrundlagen für eine Region und ihre Bewohner bedeutet. Denn gerade einmal zehn Jahre ist es her, als der berüchtigte „El Nino“ seine Heimatstadt Bahia de Caraquez mit Wassermassen und Schlammlawinen unter sich begrub. Die gesamte Infrastruktur der Stadt und der fjordähnlichen Bucht mit ihren Mangrovenwäldern und Shrimp-Aufzuchtbecken war zerstört. Und was sich der zerstörerischen Natur noch hatte widersetzen können, wurde bereits wenig später von einem ungewöhnlich starken Erdbeben in die Knie gezwungen. Todesopfer waren zu beklagen, Verzweiflung machte sich breit unter der obdachlosen Bevölkerung. Und heute? Wer sich der Stadt Bahia mit der Fähre nähert, ahnt nichts von ihrem einstigen Schicksal: neue Wohnhäuser, eine gepflegte Wasserfront, ein attraktives Museumsgebäude, ja sogar ein neuer Yachthafen. Welchem Motor ist diese enorme Wiederaufbauleistung zu verdanken? Sicherlich setzt der Überlebenswille einer ganzen Stadtbevölkerung ungeahnte Kräfte frei. In aussichtslosen Zeiten wie dieser jedoch bedurfte es einer Vision, die für den notwendigen Motivationsschub sorgte. Sie stammte von Patricio Tamariz, der sich noch heute darüber wundert, wie sie ihm inmitten von Schlamm und Trümmern so schnell vorschweben konnte: Bahia wieder aufbauen als „Öko-Stadt“! Und so wurde der kommunale Wiederaufbau nach ökologischen Gesichtspunkten konzipiert. Grundlegend dabei waren Naturschutz, Wiederaufforstung, Recycling und Energiesparen. Auf diese Weise wollte Bahia auch zu einem besonders attraktiven Reiseziel werden. Eine Stadtbesichtigung mit Patricio beginnt am Aussichtsturm, der in Kreuzesform auf einem Hügel über der Stadt thront. Von hier aus fällt der Blick über die gepflegten und belebten Straßen hinweg, auf der auffallend viele Öko-Fahrradtaxis verkehren. Und weiter gleitet der Blick hinaus aufs offene Meer und wieder zurück über die Bucht von Caraquez. Inmitten der Bucht wird eine Grünfläche deutlich erkennbar, eine Mangroveninsel, die wegen ihrer fast herzförmigen Gestalt den Namen „Isla Corazon“ trägt. Doch ist sie keine natürliche Insel, sondern das

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Ergebnis liebevoller Wiederaufforstungsarbeit der Einwohner Bahias. Dieses Naturschutzgebiet haben sie für Besucher zugänglich gemacht. Ein bequemer Laufsteg führt durch das Dickicht des Mangrovenwaldes zu einem hohen Aussichtsturm, von dem aus sich das Panorama der Bucht über das Blätterdach hinweg erschließt.

Sportlich, kulturell spannend und ökologisch – so zeigt sich Bahia seinen Gästen.

Erkundungen des Mangrovenwaldes im Kanu führen zu der faszinierenden Wasservogelwelt dieser Insel. Elegante weiße Reiher und wendige Sturmvögel bevölkern lautstark kreischend die Baumwipfel des Mangrovenwaldes mit ihren Brutkolonien. Welch ein Erfolg ist diese Wiederherstellung eines natürlichen Lebensraumes! Um den Öko-Tourismus in Bahia de Caraquez auf hohem Niveau auszubauen, bedarf es natürlich eines attraktiven Angebots an Unterkünften und Freizeitmöglichkeiten. Ein Musterbeispiel für öko-kulturellen Urlaub bietet die romantische Cabana-Anlage „Chirije“. An einem unberührten Strandabschnitt des Pazifik gelegen, ist

sie geradezu ein paradiesisch anmutendes Refugium für puren Natur- und Urlaubsgenuss. Einzigartig schon die Anfahrt zur Anlage bei Ebbe auf dem Watt, das die brausende Gischt des Meeres gerade erst wieder freigegeben hat. Die Anlage selbst mit ihren wohnlichen und von Blüten bewachsenen Bambus-Cabanas lädt dazu ein, zunächst in einer Hängematte nach vorüber ziehenden Walen Ausschau zu halten oder ecuadorianische Köstlichkeiten zu genießen. Aber mit der Brandung vor der Tür ist natürlich auch Schwimmen und Surfen angesagt oder ein Ausritt am Strand mit dem Pferd. Und da die Anlage innerhalb eines präkolumbianischen Ausgrabungsfeldes liegt, bietet sich hier die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung einmal Heinrich Schliemann zu spielen, um die Sammlung des Chirije-Museums mit neuen Fundstücken zu vervollständigen. Vielleicht entdeckt man dabei sogar eine der vielen Roten Dornenaustern, die auffallend häufig in präkolumbianischen Erdschichten freigelegt werden. Diese wunderschöne Auster, mit dem lateinischen Namen „Spondylus“, war damals für die indianischen Küstenbewohner ein Tauschmittel auf ihren alten Handelsrouten, das mit Gold und Silber aufgewogen wurde. In Anspielung auf diese kulturelle Vergangenheit nennt sich die Küstenregion Ecuadors heute „Ruta del Spondylus“. In Anlehnung daran konzipiert auch die Stadt Bahia Angebote für interessierte Besucher, die die natürlichen und kulturellen Schätze der Region erleben und genießen wollen. Urlaub in Bahia de Caraquez? Wer unberührte Küstenstreifen, beeindruckende Naturschutzgebiete, kulturelle Zeugnisse, freundliche Menschen und eine Stadt mit Modellcharakter sucht, der ist hier bestens aufgehoben. Yachtsegler aus aller Welt haben dieses Ziel für sich bereits entdeckt!

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VI

gesundheit

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar -22. Februar 2011 / Nr. 275

F o t o : A l e x ande r H a s s en s tein / G ett y I m age s

Kontaktlinsen: „Modelinsen“ können das Auge beschädigen

Jack Phillips

K

ontaktlinsen, die dekorativ und rezeptfrei sind, wie im Dunkeln leuchtende oder gestreifte Linsen, können laut der American Academy of Ophthalmology (AAO) schädlich für das Auge sein. Das Tragen der Linsen kann zu Infektionen, Entzündungen, Sehverlust und genereller Schmerzentwicklung führen, fügte die AAO hinzu.

Viele der dekorativen Linsen werden als Modeaccessoires, Spielzeug oder Kosmetikartikel umworben. Forscher hingegen sagen, dass die Linsen von einem Augenarzt angepasst werden müssen. Während Karneval und Halloween kaufen sich viele junge Menschen skurril gefärbte Linsen um ihr Kostüm aufzupeppen. „Viele Leute glauben, dass dekorative Linsen nicht dieselben Anforderungen haben“ sagte Thomas Steinmann, Doktor der Medizin und Professor für Augen-

heilkunde an der Case Western Reserve University in Cleveland und ein Forscher am AAO, in einem Statement. „Tatsächlich können permanente Augenschädigungen durch den Gebrauch von rezeptfreien Linsen auftreten“ fügte Dr. Steinman hinzu. „Jede Art von Kontaktlinse ist ein medizinisches Produkt, das ein Rezept und ein sachgemäßes Anpassen durch einen Augenarzt benötigt.“ Oftmals werden sie mit „one size fits all“ (Einheitsgröße) be-

worben oder es wird behauptet, man „müsse keinen Spezialisten aufsuchen“. Die AAO bezeichnet dies als Werbung, die dem eigentlichen Maß an Sorgfalt und Beachtung nicht gerecht wird, da die Linsen rezeptfrei und im Internet gekauft werden können. „Die Konsumenten müssen wissen, dass permanente Augenschäden durch den Gebrauch von rezeptfreien Linsen auftreten können“ sagte Dr. Steinman. „Ich persönlich habe zu viele ernste Fälle bei Kindern und Erwachsenen

Schicke Augenblicke können langwierige Folgen für die Augen haben.

durch die Verwendung von dekorativen Linsen gesehen. Mein letzter Fall war ein Patient, der gerade erst 12 Jahre alt war.“ Wenn Linsen nicht sachgemäß angepasst sind, können sie das Auge zerkratzen oder wenn sie nicht gereinigt sind, können sie Infektionen hervorrufen und zur Anschwellung von Blutgefäßen in der Hornhaut führen. Die AAO rät dazu, sich beide Augen von einem Spezialisten ausmessen zu lassen, bevor man sich Kontaktlinsen kauft.

Einfache Wege zur Verbesserung der Gehirnfunktionen Dr. John Briffa

K

örperliche Übungen werden traditionell für ihren gesundheitlichen Nutzen gelobt. Eine Studie, deren Ergebnisserie im Juli in der Zeitschrift „Frontiers in Aging Neuroscience“ veröffentlicht wurden, bringt Laufen mit einem erhöhten Vernetzungsgrad im Gehirn in Verbindung. In dieser Studie wurden eine Gruppe vielsitzender Personen zwischen 59 und 80 Jahren auf ihre Gehirnfunktionen hin getestet. Die gewonnen Erkenntnisse scheinen für das „alternde Gehirn“ von besonderer Bedeutung zu sein. Laufen scheint Veränderungen in der Gehirnaktivität abzuschwächen, die im Alter auftreten können und die Lebensqualität beeinträchtigen. Ein einfacher Grund warum das Training Gehirnfunktionen verbessern kann, ist, dass es hilft die Blutzufuhr zum Gehirn zu erhöhen. Es ist im Allgemeinen so, dass Gewebe, inklusive der Gehirnmasse, bei erhöhter Blutzufuhr besser funktioniert. Ein gutes Maß an Sauerstoff und Nährstoffen hilft ebenfalls die bestmögliche Funktionalität dessen zu sichern, wofür das Blut bestimmt ist. Eine kürzlich durchgeführte Studie untersuchte die Wirkung der Einnahme von Vitaminen und Mineralien auf bestimmte Gehirnfunktionen und den Einfluss auf den mentalen Zustand, Stimmung und Müdigkeit. Diese Studie, die im August in der Zeitschrift Human Psychopharmacology veröffentliche wurde, untersuchte 215 Frauen zwischen 25 und 50 und ließ sie nach dem Zufallsprinzip ein Multivitamin- und Mineralienpräparat (mit

dem Namen Supradyn) oder ein Placebo über einen Zeitraum von 9 Wochen zu sich nehmen. Zu Beginn und Ende der Studie wurden die Gehirnfunktionen der Frauen durch eine Auswahl an Aufgaben, inklusive Aufgaben zur Beurteilung der Multitaskingfähigkeit, untersucht. Die Wirkung der Tests auf die Stimmung und das Energielevel wurde ebenfalls untersucht. Die Frauen, die die Vitamine und die Mineralien zu sich genommen hatten, zeigten bessere Ergebnisse bei der Multitaskingfähigkeit sowie bei der Untersuchung der Gehirnfunktionen, inklusive mathematischer Abläufe. Diese Frauen hatten auch in Bezug auf ihre Stimmung und Belastbarkeit bessere Ergebnisse nach den mentalen Tests. Diese Studie liefert gute Beweise dafür, dass Nährstoffergänzungen das Potenzial haben, Gehirnfunktionen zu verbessern. Hier sind einige Punkte ohne bestimmte Reihenfolge, die helfen können unser Gehirn in einem guten Zustand zu halten: •

Trinken Sie genug. Dehydrierung kann einen ernsten Abfall geistiger Leistungsfähigkeit nach sich ziehen. Trinken Sie täglich genug um die Farbe des Urins in einem hellen Gelb zu halten. Essen Sie eine ursprüngliche Diät. Das ist eine Diät, die reich an Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Nüssen, Samen, nichtstärkehaltigem Gemüse und einigen Früchten ist. Das garantiert eine konstante Versorgung mit Kraftstoff für das Gehirn. Außerdem bie-

tet das Protein Aminosäuren, die die Bausteine für Neurotransmitter im Gehirn sind. •

Nehmen Sie ausreichend Omega-3 Fettsäuren zu sich. Omega-3 Fettsäuren wie EPA und DHA sind wichtig für optimal arbeitende Gehirnfunktionen. Sie kommen in Fisch (besonders in öligem Fisch wie Makrele, Hering, Sardine, Lachs und Forelle) und in Beilagen vor.

Schlafen Sie genug. Schlafmangel kann schnell zur Verschlechterung der Gehirnfunktionen führen. Versuchen Sie acht Stunden pro Nacht (je nach Bedarf) zu schlafen und versuchen Sie wann immer es möglich ist, etwas früher zu Bett zu gehen.

Seien Sie aktiv. Ein oder zwei Spaziergänge am Tag, besonders in grüner Umgebung, können ausreichen, um die Stimmung und die Gehirnfunktionen zu verbessern.

Versorgen Sie sich mit ausreichend Sonnenlicht. Ein Mangel an Sonnenlicht im Winter ist ein Hauptgrund für schlechte Stimmung und schlechte geistige Leistungsfähigkeit. Selbst an einem trüben Tag macht es Sinn, sich etwas Sonnenlicht direkt in die Augen scheinen zu lassen. Manche sollten in Betracht ziehen, sich ein Gerät anzuschaffen, das das Sonnenlicht simuliert.

F o t o : J e w e l Sa m ad /A F P/G ett y I m age s

i Dr. John Briffa Er ist ein aus London stammender Arzt und Autor mit Interesse an Ernährung und natürlicher Medizin. Seine Website lautet Drbiffa.com

Sonnenlicht ist eine Möglichkeit Gehirnfunktionen zu verbessern.


kulinarisch

The Epoch Times Deutschland / 9. Februar -22. Februar 2011 / Nr. 275

VII

Pikante Garnelen aus dem Wok M

Pikante Garnelen aus dem Wok für 4 Personen • • •

Erdnussöl oder PAM Cooking Spray 15 ml Knoblauch, in Scheiben geschnitten 5 ml gehackter Ingwer

• • •

250 ml Rote Zwiebel, in Scheiben geschnitten 125 ml Karotte, in dünne Scheiben geschnitten 1/8 Teelöffel Chiliflocken

• • •

60 ml Frühlingszwiebeln, in Scheiben geschnitten 500 ml Chinakohl, in dünne Scheiben geschnitten 454 g Garnelen, roh, geschält, ausgenommen & aufgetaut

125 ml VH General Tao Stir-Fry Sauce oder: 2 Esslöffel dunkle Sojasauce 1 Esslöffel Reisessig 2 Teelöffel chinesischer Reiswein oder trockener Sherry 1 Esslöffel Zucker 3 Esslöffel Hühnerbrühe oder Wasser 1 Esslöffel gewürfelter Ingwer 2 Teelöffel gewürfelter Knoblauch Nach Wunsch: 2 Teelöffel Maisstärke, um die Sauce anzudicken

• • • • • • • •

Foto: Ne ws Canada

it großer Begeisterung feiern Alt und Jung rund um die Welt das chinesische Neujahr. Glanzvolle Dekorationen, bunte Kostüme und Tänze gehören ebenso dazu wie köstliches Essen. Das fünfzehntägige Fest kann zu Hause mit der Familie ebenso aufregend sein. Für die Kinder sind natürlich die Geschenke am wichtigsten, aber gekrönt wird das Ganze von einem Festschmaus aus der traditionellen chinesischen Kochkunst. Am 3. Februar 2011 beginnt nach dem Mondkalender das Jahr des Hasen, und das ist auch im Westen eine willkommene Gelegenheit, die heimische Küche mit üppigen Gerüchen und Geschmacksrichtungen aus dem Fernen Osten zu bereichern. Feiern Sie das chinesische Neujahr in diesem Jahr mit Stil, indem Sie Ihre Freunde und Familie mit einem chinesisch inspirierten Gericht verwöhnen. Für eine Mahlzeit, die schnell und leicht zuzubereiten ist und garantiert Festtagsstimmung verbreitet, eignet sich dieses pikante Garnelen-Rezept. Die unten genannte VH General Tao Stir-Fry Sauce kann übrigens leicht mit einer eigens angefertigten Soße aus frischen Zutaten ersetzt werden. Etwas für Liebhaber des pikanten Geschmacks.

Pikante Garnelen sind in Wok oder Pfanne schnell zubereitet.

Sprühen Sie eine große Pfanne oder einen Wok über mittlerer Flamme mit PAM Cooking Spray oder Erdnussöl ein. Fügen Sie Knoblauch, rote Zwiebeln, Ingwer, Karotten und Chili-Flocken hinzu. Ungefähr 3-5 Minuten anbraten oder mindestens solange, bis die Zwiebeln weich sind. Chinakohl hinzufügen und das ganze weitere 3-5 Minuten braten. Garnelen und VH General Tao Stir-Fry Sauce bzw. frische Soßenmischung hinzufügen; nochmals 2-4 Minuten braten, bis die Garnelen rosa werden und alle Zutaten mit Soße bedeckt sind. Mit Frühlingszwiebeln garnieren und auf Reis serviert genießen.

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CATERING

DELICATESSEN

GASTRONOMIE

CULINARY-NETWORK

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The Epoch Times Deutschland 09-02-2011  

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