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Enno Ahrens

Texte, Zeichnungen, Malereien und Fotos

2020 Copyright Enno Ahrens – Nick: Epiklord – D-31832 Springe

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Ich habe in dieser Texte+Bildersammlung neue Texte, Zeichnungen, Grafiken und Fotos zusammengestellt, in beliebiger Anordung. Auf eine Vita, über mich, habe ich bewusst verzichtet, da es für künstlerische Kreationen unerheblich erscheint; es sei denn, Sie, lieber Leser, wären gleichzeitig analysierender Psychologe. Enno Ahrens

Bebilderte Lesebücher I-IV+Heft 5 u. Bildersammlung 1 auf issuu.com/epiklord zum Blättern www.enno-ahrens.de

Meine Philosophie ist, dass jeder seine Welt ist. Alle anderen kommen lediglich darin vor. * Den indigenen Häuptling hatte man durch Deutschland kutschiert in einem wunderbaren Auto, erzählte er, zuhause wieder angekommen, seinen Stammesangehörigen. Die fragten, ob der Häuptling berauscht gewesen sei bei der Fahrerei ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Der Häuptling sprach davon, dass die Deutschen gerne Autos produzieren, sich jeder eins leisten könne, und von der Abwrackprämie. Nur im Land der Dichter und Denker hatten sie nicht bedacht, dass so viele Fahrzeuge irgendwann die Straßen verstopfen würden. Und so redeten die Indigenen noch lange am Lagerfeuer vom „Stau“ und berauschten sich dabei amüsiert. * Humor hilft nicht gegen die Krise. Humor hilft durch die Krise. Für unsere gesellschaftliche Zukunft bedeutet dies, wir werden sehr viel Humor benötigen. (Humor ist das Instrument in uns. Wir müssen es nur bespielen, wie die Musiker beim Untergang der Titanic.) * Ruhestand = vorgezogener Tod

Alle Nachdrucke sowie Verwertung in Film, Funk und Fernsehen und auf jeder Art von Bild-, Wort- , und Tonträgern honorar- und genehmigungspflichtig. Alle Rechte vorbehalten. Das Urheberrecht liegt beim Autor Enno Ahrens.

1. Auflage (unkorrigiertes Arbeitsheft) © 2020 Enno Ahrens © Alle Bilder vom Autor

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Inhalt: Deisterspaziergang mit Karin, Geschichte……………………………………………………………………………………………..…………..4 Entsetzt, Gedicht……………………………………………………………………………………………………….……………………………….……..6 Gefährliche Verarsche, Meinung……………………………………………………………………………………………………………………….6 Ein fast blindes Date, Erzählung………………………………………………………………………………………………………………………..7 Rückkopplung mit Korrektur; Wir liebten ihn, Gedichte………………………..………………………………………………………….8 In Gedanken, Gedicht, (Neubearbeitung)…………………………………………………………………………………………………….…….9 XXX; Feldversuchungen, Gedichte, Ansicht, Satire……………………………………………………………………………………..……..9 Im Vollrausch, Gedicht; KI, Groteske………………………………………………………………………………………………………………..10 Blinder Fleck, Gedicht………………………………………………………………………………………………………………………………………11 ###, Zu scharf gestellt, Gedichte, Betrachtungen ………………….………………………………………………………………………..11 Zwickmühlen, O. T.,Gedichte..…………………………………………………………………………….……………………………………….….12 Mathematischer Adventskalender zum Basteln …………………………………………………………………………………………….12

Was ist …, Gedicht…………………………………………………………………………………………………………..……………….13 Weihnachten mit Opa, Anekdote, Haiku, Vorfahrn………………….………………………………………………………13 Hilft alles nichts, musste durch…, Kolumne……………………………………………………………………………………..14 Mit Köpfchen, Gleichnis……………………………………………………………………………………………………………………14 Meine Trauma-Eule + Version II + Ein Leben lang, Gedichte……………………..………………….…………..…….15 Lebensinhalt, Interpretation………………………………………………………………………………………………………..…..16 Spaziergang im Lenz, Gedicht, Das Paradoxon meiner Lebensfreude, Wahre Größe, Monologe….…17 Kulturbursche, Gedicht (Neubearbeitung), Wir wollen…, Gedicht…….……………………………….……………18 Adventskalender, Am Meer, Kurzgedicht…………………….………………………………………………………..……19/20 Gehaltvoll, Posse, Aufruf Coronavirus 2020………………………………………………………..…………………………..20

Mimosenextrakt in dem man mich gebadet kein Drachenblut drin Hältst du dich auch für felerfrei, sprich es nicht aus, es könnte ein Fehler sein.

Die Hühnerschlüsseltheorie O Mensch

obliegt den Feldversuchungen der Hasen beim Wiedereintritt zwischen den wogenden Halmen der Gerste entlang der Spannungslinien im Hasenpanier der voraus flatternden Rebhühner deren Stärkefeld statistisch gesehen im Mittel zwischen den punktuellen Wellenbewegungen der Mistkratzer im offenen Vollzug und der mit Spatzen durchsetzten beim Ausgang der Stallungen innerhalb der betonierten Bodenerhebung liegt wie sich aus den Beobachtungen mit dem Feldstecher aus den adäquaten Probestichen ergab

du bist nicht geboren unter einer Herde von Schafen um friedlich zu grasen bist ein Jäger unter Jägern wirst selber zum Gejagten die Ruhe liegt dir nicht wie dem Wolf bist ein Getriebener unterwegs auf dem Weg zu den Schafen ein Schlachter bist du und für den lieben Gott gibt‘s ein Opferlamm 3


Deisterspaziergang mit Karin (gekürzte Neubearbeitung) Der kühle Ostwind trieb bereits Ende Oktober riesige Schneemassen in unser Tal, viel zu früh, und schon tauten sie wieder ab. Im Stadtwald war ein Geräusch, als wenn tausende Wasserhähne tropften. Vereinzelt lagen Schneeplacken herum wie eine versprengte Schafherde. Und mit der aufkommenden Dämmerung schlichen graue Dunstschwaden umher. Etwas Luftbewegung kam auf, vertrieb den Nebel. An den Ästen der Bäume klammerten sich noch einige Blätter, in den Wipfeln säuselte ein leichter Wind, und für einen Moment war mir, als hörte ich eine weibliche Stimme meinen Namen rufen: „Enno, Enno – gogo!“ Wanderer hatten immer wieder von einer umhergeisternden Karin berichtet. Hinter einem verwaisten Hausbrunnen schlenderte ich über eine Wiese, die abschüssig an einem Bachlauf endete. Inzwischen verzauberte der Halbmond mit seinem gedimmten Licht die Landschaft. Bauchhoch versank die Flur in silbernen Nebelschleiern. Wie durch ein Getreidefeld watete ich darin herum, blickte staunend über die dunstende Fläche weit hinauf in einen gigantischen Sternenhimmel, tauchte ein in die Unbegreiflichkeit dieses endlosen Raumes. In der Feuchtwiese am Waldrand war es still. Zarte Nebelgespinste krochen den Boden entlang, und etwas später hinter einer Anhöhe tauchten in der Ferne verschwommen die Lichter von einem Bauernhof auf. Ruhig und verschlafen lag er da, wohlig an den Süllberg hingeschmiegt. Auf der Bank dort saß Karin, eine engelsgleiche Gestalt. Nach einer Weile stakste sie davon, zog das rechte Bein etwas nach. Über einen verwilderten Pfad quälte sie sich hinauf ins Gebirge. Mein Atem ging schwer und Greif, mein Hund, ein Kromfohrländer, stellte urplötzlich einem Hasen nach, hetzte einen Moment hinter ihm her, vorbei 4


an einer jämmerlichen Esche, ließ aber genauso schnell wieder ab von seiner Jagd. Aus Greifs hechelnder Schnauze stoben wie aus einer Dampfpfeife winzige Wolken hervor. Durchs dichte Unterholz von der Anhöhe her brannten sich Karins Augen wie zwei glühende Kohlen in die Nacht, und über uns plötzlich die klagenden Schreie verspäteter Wildgänse, die rasch am Halbmond vorbeiflogen, unwirklich, aneinandergebundene Papierdrachen, die magisch davongezogen wurden. Wie Geisterfiguren nun die dumpfen Silhouetten der Zaunpfähle, die verschleierten Weidenstümpfe und bizarren Baumskelette am Bach. Begann es jetzt zu spuken? Ein verdorrter Ast erschien mir plötzlich wie der drohende Arm eines Elfen. Unheimliche Stille. Durch meinen Körper schauderte der Ruf eines Kauzes aus einem nahen Buchenhain. Das lichte Wäldchen hatte sich nun in eine schwarze Festung verwandelt. Und ins Gestrüpp davor sah ich gerade noch einen Fuchs davon schnüren. Greif drängte nach Hause. Unser einsames Gehöft am Rande des Tales erschien vom weitem wie ein riesiger Scherenschnitt. Eine Schleiereule schwebte dicht über uns hinweg, wir schreckten auf, denn ihr leichter Luftzug und ihr Schatten überraschten uns wie ein Schlag aus dem Nichts; sie glitt weiter um den Giebel des Hauses und es hörte sich an, als würde sie meinen Namen rufen: „Enno, Enno – gogo!“ Fröstelnd öffnete ich die Eichentür zu meiner Diele; eine heimelige Wärme strömte uns entgegen. Am Kamin saß Karin, der schmale Körper verschluckt von einem zu groß geratenen, alten Mantel, aus dem dies bleiche zierliche Gesicht hervorlugte, von seidigen blonden Haaren umfangen. Ich verspürte einen unfehlbaren Instinkt in mir, und wusste sofort, es wäre sinnlos sich zu wehren. Mit einem Kartoffelschäler trennte sie mir ein Auge raus, zerhackte blind vor Wut meine Beine, sowie man es vor Jahren mit ihrer Tochter getan hatte, nachdem sie vergewaltigt worden war. Man konnte nie den Täter ermitteln. Karin hatte damals mit ihrem Leben Schluss gemacht. 5


Von Draußen der Ruf eines Kauzes und hier in der Stube Greifs Winseln. Nun beende ich meine Aufzeichnung, lege den Stift beiseite und mich zum Sterben, wie alle Wanderer, die Karin früher oder später begegnen und von ihr hingemetzelt würden oder doch nur Opfer einer grundlosen Angst sind, wie das Rotkäppchen, das in Wirklichkeit nicht vom Wolf (die mögen keine Menschen) verschlungen worden war, sondern von ihrer Furcht vor jenem.

Entsetzt Unfreiwillig erwischte es mich auf der Autobahn, dieser Tag-Albtraum im Sekundenschlaf, ein historisches Ereignis, als säße man in einem Zug, der bereits in Bayern eintrudelte, während man sich gleichzeitig in Hannover befand. Wie Waggons klebten die Autos aneinander, der allererste Giga-Stau im Lande, welch ein Spektakel ergab sich, als mein Chef mich am Münchener Hauptbahnhof erwartete, dringend, und ich ihm per Handy mitteilte, ich wäre ganz hinten am Ende im letzten Abteil, würde mir aber zu Fuß den Weg bahnen nach vorn.

Gefährliche Verarsche Jene dialektische Rede, welche schon immer zur Verdummung, zur Volksverhetzung, zur Propaganda eingesetzt wurde, falsche Analogien benutzt, verführt nach wie vor Massen, die sie zu Mitläufern macht. - Da werden uns Atommülllager zu Entsorgungsparks präsentiert. - Kurz nacheinander sind zwei Fälle von Totschlag von Jugendlichen an Alten passiert, und schon steht in der Presse verallgemeinernd, was ist los mit unserer Jugend? - In Halle hatte es ein Einzeltäter auf eine Synagoge abgesehen. Und schon meldet sich ein Politiker, wir Deutschen 6


müssten uns alle schämen. Solche Rede führt aber zu einer Volksverhetzung mit umgekehrten Vorzeichen, genauso, wenn ein Muslim zum Terroristen wird, und man würde alle Muslimen auffordern sich deswegen zu schämen.

Ein fast blindes Date "Hierin sind all die Männeraugen enthalten, die sie auf mich warfen“, stand auf dem Etikett der gläsernen Schatulle. Die Dame hatte also Sinn für Humor. Und sexy würde sie bestimmt auch aussehen, bei der Augenmenge. Ich war gespannt, schaute mich weiter um in dem großzügigen Empfangsraum ihres Anwesens. Zwei Stunden ließ Fabienne mich warten. Die Haushälterin führte mich in ein Kellergewölbe. Im Dämmerlicht sah ich ein großes Weinfass mit einem Aufkleber "Hierin ist all mein Herzblut, was ich für die Männer vergoss“. Ich schmunzelte. Dann eine gruftige Stimme. Fabienne, eine aufgetakelte Frau mit Engelshaar und bösem Blick, begrüßte mich. Sie war eine Schönheit, jedoch war ihr Gesicht einseitig entstellt und vernarbt, was auf die Folgen von einem Unfall hindeutete. Ich war angewidert. Da packte mich die Haushälterin hinterrücks und beide fesselten mich mit einem Kälberstrick, waren im Begriff, mir die Augen rauszuschälen. Ich konnte mich mit einem Indianertrick befreien, schnürte die Frauen. Nun begab ich mich zu der Kiste mit den Männeraugen, von denen ich annahm, sie wären nicht echt, sondern aus Kunststoff. Eine Fehleinschätzung. Voller Wut trabte ich zurück in die Kellergruft zu den Damen, öffnete das große Weinfass. Nicht ein einziger Tropfen Blut von Madame befand sich darin. Kurzentschlossen schabte ich der Haushälterin die Augen aus. Fabienne ließ ich zur Ader, legte eine Leitung von ihrer Halsarterie zum Fass. Dann ging ich. Drei Monate später sah ich mein Phantombild in der Tageszeitung, mit der verräterischen Tätowierung, einem Davidstern auf meiner linken Wange. Die Haushälterin gab an, dass Madame eine verbitterte Frau gewesen sei, weil ein ehemaliger Geliebter ihr Gesicht zerstört habe. Und sie wollte sich an allen Männern rächen, die sie angewidert anschauten. Die Kerle wurden gefesselt und man tat so, als wollte man ihnen die Augen entfernen, kratzte ihre Tränensäcke blutig und legte ihnen Daumenschrauben an. Anschließend karrten sie die Verängstigten nach draußen und ließen sie frei. Beim letzten Mal sei es schiefgelaufen… Die Augen in dem Kästlein stammten aus der hauseigenen Schweineschlachterei. Der Wunsch etwas zu besitzen gehört nicht zum Besitz, auch nicht zum geistigen. (Du behauptest, der Wunsch wäre bereits Besitz, der dem Besitz des Fahrrads voraus ginge. Dem widerspreche ich, denn, wenn sich der Wunsch nach dem Fahrrad erfüllt und du das Fahrrad besitzt, müsstest du ja auch noch im Besitz des Wunsches sein. Der hat sich aber aufgelöst. Es müsste also korrekt sprachlich heißen, das Wünschen und nicht der Wunsch. Solange der Wunsch nicht erfüllt ist befindet er sich ja noch im Stadium des Begehrens, Verlangens.) 7


Wir haben nicht zu wenige Wohnungen. Wir haben zu viele Menschen. Der Mensch ist in der Lage, wenn es ihm juckt, NICHT zu kratzen. Das hebt ihn heraus aus den anderen Säugern und ist ein Teil seiner Kultur. Es gelingt nicht immer. Die Dunkelrate des Arschkratzens liegt in der Verdunkelung.

Rückkopplung mit Korrektur

Wir liebten ihn.

Noch schmauste die Herde auf grüner Au. Jedoch immer mehr Zähne säumten den Weg zur Hölle, mit gespitzten Mäulern. Ungespeiste Bescheidenheit.

Dann der Flugzeugabsturz mit unserer Cessna. Er tot. Was war zu tun für Ulli, Kurt und mich. Was hatte man in den 70ern getan, nach dem Absturz des Rugby-Teams, dort auf dem eisigen Berg in den Anden.

Auf kahler Prärie lauschte man dem nachwachsenden Gras. Die Erde war zu einem Apfel der Versuchung verkommen.

Sollten wir den Steifgefrorenen essen? Augenzwinkernd hatten unsere Mütter einst gesagt,: “Von dem, da könnt ihr euch noch ‘ne Scheibe abschneiden!”

Noch bevor der einsame Baum in feuriger Wüste seinen neuen Jahresring anlegte, die Fische den siedenden Meeren entflohen, flehten die Menschen gen Himmel um Rettung, erhielten alsbald Gottesasyl,

Sein Geist war da längst überreich gewesen an Lebensfülle.

und ihre Gerippe warfen Schatten auf mickrige Stoppel. Immenser Gebissausfall.

Alle Sensoren sind nun abgeschaltet, die Sinnlichkeit, seine Körpermasse, die ihn erdete,

Der Planet erholte sich, alles versank gemächlich in uralter Glückseligkeit.

lässt er nun zurück auf dem Pfad in die Göttlichkeit.

Nur zwei Überlebende Adam und Steve.

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In Gedanken (Neubearbeitung) war ich zurückgerudert mit meinem Raumschiff bis dicht an den Urknall dort stand eine unüberwindbare Mauer mit einem Tor darin und der Aufschrift „Für Menschen unpassierbar“

Feldversuchungen Beim Tiefflug über die wogenden Köpfe des Schlafmohns entlang der Spannungslinien im Hasenpanier des voraus flatternden Kamerateams berauschten sich unsere Mauerblümchen

dahinter würde sich eine total andere Welt auftun die unserem Denken und Sinnen verschlossen sei eine ohne Anfang und Ende

mit den Zweibeinhasen flogen sie steil hinauf rissen den Himmel auf stürzten sich durch trübe Wolken bis sie zerschellten am Berg ohne Wiederkehr

vielleicht sind wir auch schon durchs Tor gekommen und tappen herum ohne es zu bemerken

XXX „Nimm keine Mäuse aus der Welt. Sie werden von vielen gemocht. Nimm den Menschen heraus. Den braucht keiner.“ „Oh, nein, gar anhänglich sind dessen Darmbakterien, und auf seiner Haut siedelt blühendes Leben.“

aßen sie die steifgefrorenen Bunnygirls von deren Schönheit sie sich immer schon eine Scheibe erträumt hatten

Ansicht Sie, 1,55 m, fühlte sich unendlich winzig, litt arg darunter, und suchte einen Psychiater auf. Der verschrieb ihr Kontaktlinsen, welche ihre Umgebung kleiner erscheinen ließen und sie entsprechend größer. Im Wartezimmer traf sie auf einen Mann, der trotz ihrer Kontaktlinsen ziemlich groß aussah. Sie liebte solche Kerle und sprach ihn an, erzählte von ihrem Leiden, fragte ihn im Verlauf des Gespräches: „Weshalb sind Sie hier? Doch offensichtlich nicht wegen Probleme mit ihrer Größe.“ „Oh, doch!“ klagte er, „ich bin unglücklich wegen meines Riesenwuchses. Mir hat der Therapeut Kontaktlinsen gegeben, welche meine Umgebung größer erscheinen lassen und 9


mich dadurch kleiner.“ Noch am selben Abend gingen sie zusammen Essen und ins Bett. Sie schaute ungläubig an ihm herunter. Ach, ja ihre Kontaktlinsen machten ja alles so klein. Also raus damit. Nützte nichts. Ihm war es peinlich. Sie lächelte: „Könnten Sie mir mal kurz ihre Kontaktlinsen ausleihen.“ Frauen können überraschend unprätentiös sein.

Im Vollrausch Wir tanzen auf glühenden Kohlen, denken nicht daran umzufallen. Psst. Herr Munk ist auf Jagd; das Wild hat sich versteckt im Unterholz.

KI

Wieder zuhause aus den Schuhen und neuen Socken heraus fällt ihm dann doch noch eine Horde Wollmäuse vor die Füße.

„Hilfe, Hilfe, …“ Oh Mann, was hatte Opa geschrien. Für die herbeigerufenen Ingenieure vom Haushaltshilfesystem „Fräulein Martha“ war es ein Beweis für dessen Eigenständigkeit. Sie fühlten sich nicht verantwortlich für Marthas Tat.

Die Investmentgeschäfte überschreiten ihren Zenit, die Sonne zeitigt eruptiv erste Anzeichen von Blähbauch. In Deutschland tobt ein Bürgerkrieg. Die Aktien stehen schlecht. Die letzten Affen in Amazonien besaufen sich am Palmwein. In China fällt kein Sack Reis um.

Kurz darauf holte Opa die aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Panzerfaust aus ihrem Versteck hervor, und die Nachbarn riefen die Polizei, als Martha kopflos im Vorgarten herum irrte.

Noch schmaust die Herde auf grüner Au. Jedoch immer mehr Zähne säumen den Weg zur Hölle, mit gespitzten Mäulern. Ungespeiste Bescheidenheit.

Opa rechtfertigte sich für seine Selbstjustiz, weil Marthas Entwickler ihm mitgeteilt hatten: „Sie müssen sich nicht bei uns beschweren, ebenso wenig wie sie sich beim lieben Gott, also dem Schöpfer einer Bediensteten aus Fleisch und Blut beschwert hätten, wäre Ihnen von jener an den Sack gegriffen worden.“

Auf kahler Prärie lauscht man dem nachwachsenden Gras. Herr Munk macht sich keine Sorgen, sammelt seine Wollmäuse ein. Der Planet erholt sich schon. Herr Munk hat sich chic gemacht für den Tanz auf den glühenden Kohlen 10


Blinder Fleck BETRACHTUNGEN

Da ist dieser verdeckte Moment wenn mir der Ball zugespielt wird aus der gegenwärtigen Situation ich aufsteige in die Zukunft da ist dieser verdeckte Moment in der Nische zwischen den Zeiten wo der Hütchenspieler zuschlägt in diesem verdeckten Moment die Kugel umlenkt und mich ins Leere springen lässt

Gestrandet ist er die Träume schwimmen davon der Tod hat geflaggt

Es ist nicht so, dass ich immer einen Sprung Rehe in der Natur auf ästhetische Weise betrachte, also mich an deren Schönheit labe, die ich möglicherweise auch nur in sie reintrage und an dem friedlichen Bild dieser meiner Mitgeschöpfe. Ich kann meine Betrachtung augenblicklich korrigieren zu einer rationalen, indem ich nur noch die Rehe zähle und/oder nur den Schaden sehe, den sie den Ackerfrüchten auf dem Feld des Landwirts zufügen. Ohne den schöngeistigen romantischen Blick wäre mein Leben ziemlich trostlos. So bin ich froh, mir einen Sinn dafür bewahrt zu haben. Wahr sind beide Betrachtungsweisen.

Zu scharf gestellt ###

sehe ich die Milbenmonster auf den Bettbezügen wie sie deine Schönheit bedecken

Manchmal fliegen mir Gedanken zu, schön wie Paradiesvögel;

lese deine Gedanken

zwischen ihnen möchte ich mir ein Nest bauen.

lupenrein drängen sie sich mir auf

Manchmal fliegen mir Gedanken zu, schön wie Paradiesvögel;

in den Gesichtszügen zwischen den Zeilen

aus denen möchte ich die Welt zimmern.

liegen deine Charakterzüge blank

Manchmal fliegen mir Gedanken zu, schön wie Paradiesvögel;

und ich verfluche den Optimierungs-Sensor in meinem Gehirn

in die ich mich einhülle, unter der Brücke, in meinem muffigen Schlafsack.

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Zwickmühlen Die Deutschen sind ein friedliches Volk. Sie würden gerne auf Waffen verzichten. Aber die Umstände lassen es nicht zu. Die Russen sind kein kriegerisches Volk. Sie würden ohne Waffen besser dastehen. Aber die Umstände lassen es nicht zu. Die Amerikaner sind eigentlich friedliebend. Aber die Umstände, die bösartigen Umstände … Alle würden gerne dem Klima zuliebe auf Viehwirtschaft verzichten. Aber die Umstände lassen es nicht zu.

Über mir lag dunkler November als du mir dein Senkblei zuwarfst meine Seele auszuloten und die Tannenmeise aus dem Gebüsch vor uns keck in mein Bewusstsein gesprungen war klangen sie wieder fröhlich auf die alten Kinderlieder

Ich würde gerne mein Auto abschaffen. Aber die Umstä…

© Autor Enno Ahrens

(siehe Seiten 19/20)

Freuen würde ich mich, wenn bei diesen Zahlenrechnereien überraschend ein Kind mit dem Rechnen per Taschenrechner ein Schema entdecken könnte, obwohl das Kind noch kein Rechnen mit negativen Zahlen kennt. Kommt ja erst ab 5. Klasse. Nichtsdestotrotz könnte das Kind rauskriegen, dass man immer nur von der großen Zahl die beiden anderen abzuziehen braucht und wenn das Display ein Minusvorzeichen anzeigt, dieses ignorieren kann. Es ist dann das zu ermittelnde Datum. Und das Kind auf jeden Fall pfiffig. 12


Was ist er mir Vorfahrn

gewesen, einst, der volle Mond?, ein Romantiker, Liebesgeläut in verklärendem Schein.

Ein Ahne ward ihm geboren, den Vater hatte er verloren. Der war auf der Überholspur, als der Tod ihn totfuhr.

Nun hängt er nutzlos ab, dort droben, an seinem rostigen Nagel, wirft ein stumpfes Licht durchs Dachbodenfenster, neben Omas alten Pisspott.

Haiku Drohne am Morgen etwas beschlagen ihr Blick Farbtümpel getupft

Weihnachten mit Opa Opa wollte kurz nach Weihnachten wieder nach Hause. Wir hatten ihm das Gästezimmer feierlich geschmückt. Dennoch hatte er zu Meckern: „Ihr hättet mich ja warnen können, dass die Kinder erkältet sind, eine Gefahr für Senioren. Und dann dieses zaumlose Herumgeschnäuze vom Jüngsten.“ „Du warst mit drei Jahren sicherlich nicht anders.“ „Wir wurden damals noch zu eiserner Disziplin erzogen. Und sowas hätten wir uns nie erlaubt.“ „Ach, Opa, aber doch nicht mit drei Jahren.“ Leider hatte Opa sich eine Erkältung eingefangen, mit leicht erhöhter Temperatur. Und wir boten ihm an, seinen Aufenthalt bei uns zu verlängern, bis er genesen sei. „Das ist ja auch wohl das Mindeste, was ihr für mich tun könnt. Und wenn ihr den Einkauf macht, vergesst nicht Mandarinen für mich mitzubringen.“ Er triezte uns über Gebühr herum, weidete unser Schuldgefühl schamlos für sich aus. Am Spätnachmittag hatten wir alles erledigt. Ich ging zu Opa ins Gästezimmer und erschrak. Hatte er doch das alte Quecksilberthermometer aus dem Verbandskasten genommen, sich aufs Bett gelegt und es sich in den Mund geschoben. Ich kam nicht mehr dazu, ihn eines unserer digitalen Thermometer anzubieten. Unsere Fünfjährige kam mir zuvor: „Oh, Opa, das alte Thermometer steckt man nicht in den Mund. Unser Waldi hat es immer in den Po bekommen.“ Und plötzlich schnellte Opa hoch, sprang von seinem Krankenlager auf, ein Spontangeheilter, sonderte noch einige Flüche ab, packte flott seinen Koffer und verschwand ohne Abschiedsgruß. Ich war eigentlich erleichtert und schnaufte durch: „Na, geht doch!“

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Hilft alles nichts, musste durch… Die meisten Erkältungen gibt es in der Zeit, in der auch die meisten Mandarinen, Orangen und Co. verkauft werden. Und es gibt den hartnäckigen Glauben, die Südfrüchte würden vorbeugend bzw. zur Behandlung des Schnupfens helfen. Wäre es der Fall, könnte mein erster Satz nicht zutreffen, dass die meisten Erkältungen in der Zeit stattfinden, wo auch die meisten Mandarinen vertilgt werden, weil die Orangen und Zitronen Erkältungen verhindern bzw. heilen sollten. Weil nun aber nach wie vor immer noch so viele erkältet sind, muss mein zweiter Satz, dass die Südfrüchte vor Erkältungen schützen, falsch sein. Man braucht nur einmal mit dem Linienbus zum Weihnachts-Einkauf in die Stadt fahren, da begegnen einem unzählige prustende, hustende Leute, Mütter mit verschnupften Kindern in Kinderkarren, deren Einkaufsnetze sicherlich auch schon vor Ausbruch der Schnupfenwelle prall mit Clementinen befüllt wurden. *

Lieber einen Fisch an der Angel, als keinen in der Reuse. *

Mit Köpfchen Das Huhn, welches sehnsüchtig durch den hohen Maschendrahtzaun linste, zum Futter auf der anderen Seite, wusste, es musste über sich hinauswachsen. Den gerade verlaufenden Zaun hatte man zur Seite des Huhns an beiden Enden hin winkelig umgebogen. Das Huhn würde also, um an das Futter zu kommen, dieses Stück umlaufen müssen und dabei den Blick vom Futter wenden, was nicht Hühnerart ist. Nun kam aber dem Huhn zufällig ein sich von hinten anschleichender Fuchs zu Hilfe. Es erschrak sich, flatterte kopflos herum und befand sich auf einmal auf der Futterseite. Der Fuchs wurde bei dem Gegackere des Huhns vom dadurch alarmierten Hofhund vertrieben. Wie das Huhn nun genau auf die Futterseite gekommen war, konnte es nicht benennen. Aber es forschte fortan an der Stelle des Zauns, wo sich der Fall zugetragen hatte. Im Prinzip ist es nicht anders, als bei uns Menschen. Nur wir können jede Entdeckung, jeden Fortschritt dokumentieren, während die Hühner, ohne diese Erinnerungen, immer wieder erneut zurückfallen und von vorne beginnen müssen.

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Meine Trauma-Eule diese lichtscheue Angstfresserin wohnt in meiner Unterwelt im Totenschädel eines Zyklopen

Ein Leben lang dieses ewige Ringen um Nahrung der Kampf gegen wuchernde Mietpreise gegen die Rodung der Regenwälder die Überbevölkerung

Wie aus einer versteinerten Kuckucksuhr kommt sie nächtens hervor aus dunkler Augenklappe ätzt sie mir ihr unverdautes Gewölle ins Bewusstsein

und die Sehnsucht nach Weltfrieden erfüllten sich nicht Version II

O du, meine Trauma-Eule,

So wollte er sich befreien von seiner Körperlichkeit

meine lichtscheue Angstfresserin, Geliebte, in deren Gefieder ich Schutz suchte, wenn wir in die große Stadt flogen.

die Verwundbarkeit abschütteln mit der alle Sorgen davonflögen

Du wohnst in meiner Unterwelt, im Totenschädel eines Zyklopen.

Die Augen blickten voller Zuversicht „Endlich ein freier Geist“

Wie aus einer versteinerten Kuckucksuhr kommst du nächtens hervor; aus dunkler Augenklappe würgst du mir dein Gewölle ins Bewusstsein,

und sein Lächeln erstarrte

die unbewältigten Fragmente meiner Ängste.

Unser Problem ist, dass der Geist sich nicht über den Körper hinwegzusetzen vermag. Der Körper bildet dessen Existenzgrundlage, Fressen und Scheißen sind die wichtigsten Funktionen. Erst dann kommt das Geistige. 15


Lebensinhalt Ich habe mal bei Verwandten und Bekannten nachgefragt, wie ihre kürzlich verstorbenen Angehörigen gelebt haben; ob sie im Laufe ihrer Berufstätigkeit aufgestiegen waren, und ob sie sich privat mit der Zeit immer wieder mal verbessert haben, mit Anschaffungen, wie etwa PKWs oder modernes Mobiliar, Fernsehgeräte usw. Viele hatten sich in ihrem Job nicht verändert. Aber allen war gemein: Sie hatten sich permanent neue Güter geleistet oder waren oft verreist. Und dieses Streben nach vermeintlichem oder tatsächlichem Komfort/Luxus schien mir das Wesentliche ihres Glückes ausgemacht zu haben. Habengesellschaft? Da denke ich an Erich Fromm. Bei meinen Recherierten könnten auch einige Freizeitdichter dabei gewesen sein, allerdings keine/r aus dem Blauen Bock von uns hier. Aber das Fabulieren fand ja früher meistens im stillen Kämmerlein statt und man hing es nicht gerne an die große Glocke. Und wenn man heutzutage mitteilt, man sei in einem Schreibforum im Internet, wird man eher bemitleidet. Und tatsächlich hat das Geschriebsel wohl mehr einen therapeutischen Effekt beim Schreiberling zum Ausgleich stupider Arbeit als einen Wert für die Gesellschaft. Gehört für mich auch mehr in den Bereich utopischer Tagträume nach dem Prinzip Hoffnung (Bloch).

Aufruf: Liebe Lyriker, ich habe gerade mit Schwedengreta kommunizert, per meiner alten Blechtrommel, und wir waren uns einig, dass ab sofort alle Lyriker ihre Werke nur noch online darbieten sollten. Lyrik ist ja das einzige Produkt, von dem mehr hergestellt als verkauft wird. Lyrik ist den Leuten weniger wert als das Papier auf dem sie bedruckt wird. Also, verirrte Dichter, der Umwelt zuliebe, keine gedruckte Lyrik mehr! Danke. Gedrucktes kommt ja nicht beim Bürger an. Es wäre schön, wenn die Plattformen fixpoetry und signaturen bekannter gemacht würden, auch dem normalen Fußvolk. Online könnte man Gedichte auch schmackhafter bereiten mit Video, wie „Vereinsamt“ von Nietzsche auf youtube z. B.

Vorsicht ! Das Gehirn verwaltet bzw. verarbeitet die Erlebnisse, freudige Erfahrungen wie traurige, den Tod der Mutter oder Gedanken und Furcht vorm eigenen Tod, anders als es in einer Behörde geschieht mit ihren einzeln voneinander getrennten Zuständigkeitsrefugien, erfasst es jeweils das ganze Bewusstsein. Es dauert immer eine gewisse Zeit, bis unsere zuständigen Stellen im Gehirn die Trauer- oder überschäumenden Glücksgefühle abgelegt haben, sie sich legen. Eine Depression kann sich manifestieren, wenn diese Verwaltung nicht funktioniert und dieser Trauergedanke etwa, sich in unserem Bewusstsein festsetzt. Dann haben wir ja das Gefühl, unser ganzes Dasein sei trostlos, weil das ganze Bewusstsein hierauf fokussiert ist. Unser Leben besteht aber auch aus schönen Erfahrungen, aus vielem Erleben, was uns Freude gemacht hat. Darauf müssen wir uns nun besinnen und es hervorholen, um das Trauergefühl, was unser Bewusstsein überflutet, zu relativieren. Tun wir dies nicht, könnte eine krankhafte Depression sich manifestieren. 16


Spaziergang im Lenz Osterglocken am Straßenrand, in prächtigem Gelbton, läuten den Frühling ein. Auf der Schafswiese am Ortsausgang erste Lämmer. Der Baum der Freiheit ist beschnitten. Wieder einige Zweige weg politischer Sensemann. Herrn Hansen von nebenan wurde zur gleichen Zeit ein Bein abgenommen. Die Nichtraucher redeten von einem Raucherbein, die anderen hatten Zweifel. Mein Handy klingelt im Todesglockenton. Das Frühchen meiner Nichte hat nicht überlebt.

Das Paradoxon meiner Lebensfreude Da war dieses Schlüsselereignis, das mich rausgerissen hatte bei Orkanstärke, als einer Mutter das Baby aus dem umgestürzten Kinderwagen fiel und von einer mächtigen Windhose durch die Luft geschleudert, davongetragen wurde. Ich konnte den über die Straße trudelnden Schnuller gerade noch stoppen und gab ihn der verzweifelten Mutter. Dabei merkte ich, wie gut es mir dabei ging, obwohl ich ein sehr empathischer Typ war, oder gerade deswegen. Ich grinste die Frau ins Gesicht und sie warf mir den Schnuller in meins. Es machte mir nichts aus. Endlich war da ein Mensch, dem es total beschissen ging, genau wie mir. Ich fühlte mich immer schon permanent beschissen. Und nun war ich glücklich: War ich doch nicht mehr der einzige Unglückliche.

Ich komme am Schlachterladen vorbei. Kein Appetit auf Osterlamm. Wahre Größe Du musst dich nicht klein fühlen unterm Sternenzelt. Gehst du von deinem Wohnzimmer ins kleinere Gästezimmer macht es dich doch auch nicht größer. Du hast deine eigene Größe, bist das Maß aller Dinge. Und wenn du Ehrfurcht oder Demut empfindest, doch nicht deswegen, weil sie sich aus der Relation bemessen Mensch 1,80 m zu unendlich Weltenraum. Vor einem winzigen Blümchen am Wegesrand könntest du ebenso viel Ehrfurcht haben, walten in ihm doch auch alle Kräfte und Geheimnisse des Kosmos. Warum haben wir aber mehr Respekt vor dem All? Ganz einfach, es rührt aus unserer Erdvergangenheit her, wo wir mächtigen Raubtieren und Naturgewalten ausgeliefert waren, was uns Angst machte, während wir die Blümchen immer im Griff hatten. Unser Gehirn funktioniert ja noch immer auf diese Weise, wenn man uns mit mächtigen Waffen bedroht, sind wir beeindruckt. 17


Er war ein Kulturbursche Wir wollen werden

küsste niemals Frösche wach leckte am Morgen nicht den Tau von den Rosen als Beweis seiner Liebe zur Natur beherbergte er weder Giftschlangen noch Skorpione in seinem Bett lag eine Puppe aus Silikon Einmal versuchte er es mit der Jagd das Wild hielt sich versteckt nur eine Laus war ihm über die Leber gehuscht zuhause aus den Schuhen und neuen Socken heraus fiel ihm dann doch noch eine Horde Wollmäuse vor die Füße

alle Brüder: ICH Erdogan Putin und Trump Merkel eine Schwester Was würde rauskommen am Ende: Bruderkriege? Wir wollen werden alle Liebende Merkel im Bett Erdogan Putin und Trump Was würde rauskommen am Ende: Rosenkriege? Wir wollen werden alle Weltbürger Was würde rauskommen am Ende: Bürgerkriege?

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Am Meer Ich habe in den Ozean gepisst. Am Himmel eine Meeresspiegelung, Fischaugen, unzählig wie Sterne, glotzen schamlos auf mich herab. 19


Gehaltvoll Bernhard beneidete seinen Cousin Hans. Bei ihm gab es keine halbleeren Gläser. Selbst als man ihm ein Bein zur Hälfte amputierte, zählte für ihn nur der erhaltene Stumpf. Und Bernhard überlegte, wie er Hans, den scheinbar Unerschütterlichen, zu Fall bringen könnte. Er spannte dem Hans seine bessere Hälfte aus, die Marie, welche schon längst ein Auge auf Bernhard hatte. Dann hätte der Hans nur noch ein halbleeres französisches Bett. Als Bernhard aber nun glaubte, Hans getroffen zu haben, wurde er enttäuscht, denn einer wie Hans ließ sich durch nichts erschüttern, schon garnicht durch eine untreu gewordene Ehefrau, und er rauchte relaxt eine Zigarette in seinem halbvollen Bett.

Aufruf anlässlich Coronavirus an alle über sechzig: Tretet eure Enkel nicht in den Arsch, wenn sie euch besuchen wollen. Haltet Abstand! 20

Profile for Enno Ahrens

Texte- und Bildersammlung IIIA  

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