Page 1

eine themenzeitung von mediaplanet

nr. 8 / september 2013

KMu-rAtgeber

expoRt schweizer Qualität im ausland

4

FactS ZUM KMU-LaND ScHWEIZ

stARt-up von der idee zum geschäft FACtoRinG Finanzierung, die sich auszahlt

GeneRatiOnenWechsel Daniel Kneuss berichtet über die familieninterne Nachfolge in einem Schweizer Traditionsunternehmen.

Foto: ZVG Anzeige

Firma die t! - kostenlos für jede 10. Wir schenken Ihnen Zei .– im Wert von CHF 600 «Sales Report Jahreslizenz» 3 201 10. 30. - Aktion gültig bis 41 ch oder Tel. 044 864 22 er. ob sch o@ inf er - Infos üb **** Kunden auf ndelte Facts über Ihre salesreport.ch = gebü einer Suchmaske!


2 · september 2013

eDitoriAl KMU Sie sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Foto: Corbis

WIR EMPFEHLEN Lieni Füglistaller geschäftsführer der stiftung Kmu next

S. 9

«die regelung der eigenen nachfolge ist die wohl schwierigste Führungsaufgabe eines unternehmers.»

Prozessoptimierung

S. 6

Konzentration auf das Kerngeschäft.

transport und Logistik

Wie bringen KMU ihre Waren sicher ins Ausland.

S. 15

seite 10

KMU sind sympathisch. Für breite Bevölkerungskreise stehen KMU zu Recht für Bodenständigkeit, Glaubwürdigkeit und sichere Schweizer Werte. Dass KMU eine hohe Glaubwürdigkeit geniessen und in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen werden, erfahre ich als KMU-Unternehmer, Politiker und als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv immer wieder.

Prof. Rico Baldegger direktor und professor für management und entrepreneurship an der hochschule für Wirtschaft Freiburg (hsW-Fr).

Die schweiz liebt ihre KMu

u

nd dieses Bild in der öffentlichen Wahrnehmung kommt nicht von ungefähr. 99,7 Prozent der Unternehmen in der Schweiz sind KMU, die rund zwei drittel aller Arbeitsplätze in der Schweiz anbieten und 70 Prozent der Lernenden ausbilden. Als Rückgrat der Schweizer Wirtschaft greift die KMU-Wirtschaft auch in Rezessionsphasen als Konjunkturpuffer stützend ein. Gerade kleine und mittlere Unternehmen erhalten auch bei rückläufiger Wirtschaftsentwicklung mehr Stellen und bauen nur sehr zurückhaltend Arbeitsplätze ab. Und KMU sind auch deshalb in der Schweiz so gut verankert und akzeptiert, weil sie häufig Unternehmen mit familiären Strukturen und nicht einfach nur Firmen, sondern ein Teil der Schweizer Identität und Kultur sind.

Wir fördern Unternehmertum

Diese positive Grundeinstellung gegenüber der KMU-Wirtschaft ist für Unternehmerinnen und Unternehmer in erster Linie ein Vertrauensbeweis und äusserst motivierend. Diese positive

Grundhaltung ist gleichzeitig aber extrem wichtig und ein zentraler Grund für unseren Wohlstand in der Schweiz und die aktuell beneidenswerte Situation der Schweizer Wirtschaft im europäischen Vergleich. Die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich gut. In den letzten drei Jahren konnten wir immer ein positives BIPWachstum von mindestens 1 Prozent verzeichnen, in der Schweiz herrscht mit einer Arbeitslosigkeit von circa 3 Prozent – auch bei Jugendlichen – Vollbeschäftigung und die Einkommen über alle Lohnstufen sind gestiegen. Viele europäische Länder,die mit Krisen und Rezessionen zu kämpfen haben,beneiden uns um diese hervorragende Ausgangslage. Das kommt nicht von ungefähr,besonders nicht in unser direkten Demokratie, in der das Volk die Richtung vorgibt. Die Schweizerinnen und Schweizer habe es in der Vergangenheit verstanden, auf die Stärken unserer Bürgerinnen und Bürger zu setzen, das Unternehmertum zu fördern und Arbeitsplätze und Wohlstand für die gesamte Gesellschaft zu schaffen.Entscheidend war,dass die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land

We make our readers succeed! KMU-RATGEBER ACHTE AUSGABE, SEPTEMBER 2013 Managing Director: Fredrik Colfach Produktions- und Redaktionsleitung: Michael Müller Editorial Manager: Benny Epstein Layout und Bildbearbeitung: Daniel Stauffer

Verantwortung übernommen, unter eigenem Risiko in Unternehmen investiert und damit Zukunftsperspektiven eröffnet haben.

KMU-LAND SCHWEIz

«die schweizer Wirtschaft entwickelt sich gut.»

Project Manager: Danilo Gerber tel.: +41 (0)43 888 73 15 E-Mail: danilo.gerber@mediaplanet.com

Die Schweiz steht hinter ihren KMU

Wir stehen heute aber auch so gut da, weil wir stetig gegen unnötige Regulierungen ankämpfen und unsere Unternehmen arbeiten anstatt administrieren lassen. Mit der 1:12 Initiative, der Mindestlohn-Initiative oder auch der Initiative zur Einführung einer Erbschaftssteuer wird die Schweiz in den kommenden Monaten ihre positive Grundhaltung gegenüber der KMUWirtschaft wieder unter Beweis stellen können. Die Bürgerinnen und Bürger werden sich für ihre Wirtschaft und für ihre Unternehmerinnen und Unternehmer aussprechen können. Und die Schweiz wird davon profitieren, dass das Volk Arbeit, Einsatz und unternehmerisches Engagement als wichtige gesellschaftliche Werte hochhält und das Unternehmertum nicht gegen staatliche Lohnkontrolleure, Bürokratie und eine Verkrustung des Arbeitsmarktes austauschen will.

Jean-François Rime nationalrat, präsident sgv

Distribution: Tages-Anzeiger Druck: Dzz Druckzentrum zürich AG Kontakt bei Mediaplanet: Jenny Schawalder tel.: +41 (0)43 888 73 17 E-Mail: jenny.schawalder@mediaplanet.com Folgen Sie uns auf Facebook und twitter:

www.facebook.com/MediaplanetSwitzerland www.twitter.com/MediaplanetCH Das ziel von Mediaplanet ist, unseren Lesern qualitativ hochstehende redaktionelle Inhalte zu bieten und sie zum Handeln zu motivieren. So schaffen wir für unsere Inserenten eine Plattform, um Kunden zu pflegen und neue zu gewinnen. Mit FreunDliCHer unterstÜtzung Von

Anzeige

3

Die Beschaffungsplattform für KMU Büroinfrastruktur

3

IT Service

Dienstleistungen

Offerten erhalten, kostenlos und schnell

2 1

Produkt auswählen

Offerten erhalten

Fragebogen ausfüllen

www.gryps.ch


Starten Sie mit einer Kreditkartenlänge Vorsprung.

Kartenzahlung ist das Selbstverständlichste der Welt. Mit SIX Payment Services als Partner zahlen Ihre Kunden einfacher, sicherer und schneller mit Karte: Am Ladentisch, an der Reception oder online. Informieren Sie sich, wie Sie Zahlkarten akzeptieren können und was Sie dazu brauchen. SIX wünscht Ihnen einen erfolgreichen Start. www.six-payment-services.com/startup

KMU beliefert KMU

— PUBLIREPORTAGE —

Der neue Onlineshop mit über 8 000 Artikeln und 80 Marken für KMU und Private. Der Onlineshop zeichnet sich durch eine sehr hohe Nutzerfreundlichkeit aus. Eine einfache Bedienung und eine schnelle, ausgeklügelte Volltextsuche berücksichtigen über 55’000 Druckermodelle und Varianten in den Ergebnissen. Eigene Profi le und individuelle Geräteinformationen können hinterlegt werden und er möglichen einen effi zienten Einkauf. Der Shop ist mit dem Qualitätslabel «thawte» ausgezeichnet und entspricht höchster Sicherheitsstufe. Heute bestellt, morgen geliefert Dank einer fundierten Erfahrung im Bereich der Logistik-Dienstleistung steht das breite Sorti-

ment von über 8’000 Verbrauchs- und Büromaterialien bis zu Speichermedien den Kunden schon in wenigen Stunden zur Verfügung. So werden Bestellungen bis 17.00 Uhr bereits am nächsten Tag geliefert. Schweizweit. easypedia – easy erklärt Alles Wissenswerte rund um Büro- und ITZu behör fi ndet man via easypedia. Den Nutzern wird hier eine Begriffserklärung von relevanten technischen Details in Form eines Fachlexikons rund um das Thema Drucken geboten. Die Ecomedia AG mit Sitz in CH-8606 Nänikon beliefert seit über 25 Jahren den nationalen Fachhandel mit Toner, Tinte, Papier und Speichermedien und beschäftigt 110 Mitarbeitende.

Bei Fragen hilft Ihnen unser kostenloser Kundendienst: 0800 88 44 11 oder service@easysupplies. ch Mo – Fr 8.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 17.30 Uhr PUBLIREPORTAGE Ihr Rabatt-Code: WELCOME Rabatt nicht kumulierbar. Gültig bis 31.12.2013. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

10% Rabatt Ihr Rabatt-Code: WELCOME Rabatt nicht kumulierbar. Gültig bis 31.12.2013. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

KLICK UND DA.

LEUCHTSTIFT ODER LAUTSPRECHER? ÜBER 8’000 BÜROARTIKEL ONLINE BESTELLEN. Jetzt neu! Der Bürofachhändler-Online-Shop. Ob Drucker- und PC-Zubehör, Speichermedien, Schreibwarenartikel oder Farbbänder, bei uns fi nden Sie alles. Fürs Geschäft oder privat. Bestellen Sie jetzt und wir liefern sofort.

WWW.EASYSUPPLIES.CH

walder, werber

easysupplies ist der erste Schweizer Onlineshop von über 50 easyPARTNERN – regionale Fachhändler im Bereich Büro und IT. Lanciert wurde die Plattform von der Ecomedia AG, der führenden Distributorin für Druckerzubehör in der Schweiz. Die Kunden, ob geschäftlich oder privat, profi tieren ab sofort von den Vorteilen eines rund um die Uhr geöffneten Einkaufsportals, wie auch von der Beratung und persönlichen Betreuung eines lokalen Fachgeschäfts in der Region. Denn im Verlauf des Bestellvorgangs wählen die Nutzer des Onlineshops einen der easyPARTNER in der Nähe aus, welcher ihnen bei Bedarf vor Ort zur Verfügung steht.


4 · september 2013

Eine Themenzeitung von Mediaplanet

news

1

fact

Bitte anschnallen!

SUCHEN SIE DIE HILFE VON EXPERTEN FÜR EINEN ERFOLGREICHEN START

Wer sich selbständig machen und damit langfristig Erfolg haben will, muss viele Hürden überwinden. Und sollte sich professionell helfen lassen.

Ich bin selbständig – klingt souverän. Ich bin mein eigener Chef – klingt wichtig. Ich habe mein eigenes Unternehmen – klingt erfolgreich. Aber Moment! Was bedeuten diese verführerischen Sätze überhaupt? Nicht viel. Wer sein eigenes Unternehmen gründen will,kann das hier und jetzt tun.Etwa, weil er unternehmerische Lust verspürt. Oder weil er sich mit seinem Spezialgebiet vom Mutterunternehmen abnabelt. Oder auch nur deshalb, weil sich der Arbeitslose dann nicht mehr «arbeitlos» schimpfen muss, sondern «selbständig» nennen darf.

Gründe fürs Scheitern

Es überrascht also kaum, dass viele Leute, die ihr eigenes Start-up-Unternehmen gründen, recht schnell wieder aufgeben. Aufgeben müssen. Die Gründe fürs Scheitern liegen auf der Hand. Längst nicht jeder besitzt das Talent, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen. Manchen fehlt die geistige oder körperliche Fitness, anderen ist nicht bewusst, wie viel Engagement der Schritt in die Selbständigkeit erfordert. Dies sind erst die persönlichen Defizite. Bei anderen Mutigen oder Übermütigen bleibt der Erfolg aus, weil ihnen das unternehmerische Knowhow fehlt. Fehlende Vision, kein Businessplan, ungenügende Markt- und Eigenanalyse. Auch dürfen die rechtlichen Aspekte bei der Firmengründung nicht vernachlässigt werden. Klingt «Ich bin selbständig» immer noch so souverän?

Hilfe für Start-ups

Start-up-Helfer ihre Unterstützung an. «Wir helfen Start-ups nicht nur Schritt für Schritt bei der Firmengründung,sondern auch in der entscheidenden Startphase danach», erklärt Simon May, Geschäftsleitungsmitglied des IFJ Instituts für Jungunternehmen. Solche Anlaufstellen für Start-ups bieten Beratung, rasche Firmengründung, Business- und Buchhaltungs-Lösungen, Kurse, eine Businessplan-Software, News, Referat-Events mit aktivem Networking sowie diverse Internet-Angebote als kostenlose Knowhow- und Informationsquellen. Auch betreibt jeder Kanton eine Wirtschaftsförderung, die Gründungswillige meist eine kostenlose Erstberatung bietet und über die lokalen Gegebenheiten, Netzwerke und Förderangebote für neue Unternehmen informiert.

Noch lange nicht am Ziel

Wer seine geniale Idee herauskristallisiert, den Markt sondiert, einen Businessplan erstellt, einen passenden Firmennamen gefunden, das Team zusammengestellt, die Infrastruktur aufgebaut, die Finanzierung geklärt, dann auch noch die geeignete rechtliche Form gewählt und sämtliche Formalitäten erledigt hat, ist auf dem richtigen Weg – aber noch lange nicht am Ziel. Ein Weg voller Hürden und Stolpersteine. May: «Die Start-up-Phase nach der Firmengründung beinhaltet die Beschaffung und Komplettierung interner Infrastruktur und der Instrumente für den Verkauf, den Start der kauf-

männischen, eine firmenkonforme Versicherungslösung, die Überwachung der Finanzen und die kontinuierliche Liquiditäts-, Personal- und Wachstumsplanung.» Im Endeffekt sei eine erfolgreiche Firmengründung aber immer auch von der Bereitschaft zu einem überdurchschnittlichen Einsatz abhängig.

Kunden müssen Fans werden

Und wann ist die Startphase beendet? Wann steht der Selbständige auf sicherem Boden? Kein Unternehmen wird von sich behaupten, absolut sicheren Boden zu haben. Jeder Unternehmer ist verpflichtet, mit Weitsicht, unternehmerischem Geschick, verkäuferischem Flair und überdurchschnittlichem Einsatz die Zukunft seiner Firma zu gestalten. Die ersten drei bis fünf Jahre sind schwierig. Wer sich seinen Platz im Markt erkämpfen und sich dort etablieren will, muss sich in dieser Zeit die ersten Kunden zu waschechten, treuen Fans machen. Erst wenn diese Phase erfolgreich überstanden ist werden Empfehlungen, Wiederkäufe und Zusatzverkäufe möglich und das Jungunternehmen kann unternehmerisch aus den Kinderschuhen wachsen. Es ist die knallharte Realität aller Gründer eines Start-ups. Für viele wirkt sie abschreckend. Zum Glück. Für die anderen ist sie ein Ratgeber und Wegweiser auf dem steinigen Weg zur Selbstverwirklichung. Benny Epstein

Für den erfolgreichen Start braucht es also eine zündende Idee, eine fundierte Marktanalyse, eine kompetent begleitete Gründung, das Vertrauen von Kunden und ein überdurchschnittliches Engagement. Damit die kühnen Träume vom Chef-sein nicht vorzeitig platzen, bieten

Simon May Betriebsökonom FH und Exec. MBA Mitglied der Geschäftsleitung von IFJ

redaktion.ch@mediaplanet.com

Mehr Informationen im Internet: www.ifj.ch www.gruenden.ch www.startup.ch

!

Anzeige

Mehr Finanzkompetenz für KMU Eidg. dipl. KMU-Finanzexperte – der Lehrgang für KMU-Finanzprofis • Für KMU: Finanzierungsfähigkeit sichern|

• Anerkannter Lehrgang mit eidgenössischem Diplom

Finanzierungen optimieren| geschäftliche und private Finanzen

Info-Abend: Dienstag|29. Oktober

abstimmen|Nachfolge regeln

2013|17.30 – 19.00 Uhr in Zürich.

Exportieren? Aber sicher. Besteht bei Ihren Kunden im Ausland das Risiko eines Zahlungsausfalls? Birgt das Exportland besondere wirtschaftliche oder politische Risiken? Wir versichern Ihre Exportgeschäfte und geben Ihnen die Sicherheit, dass Ihre Lieferungen bezahlt werden. Im Auftrag des Bundes decken wir Risiken, für die der private Markt keine Lösungen anbietet. Unsere Versicherungen und Garantien erleichtern es Ihnen zudem, Ihre Exporte zu finanzieren und so die Liquidität Ihres Unternehmens zu wahren. Sicher exportieren? Fragen Sie uns.

• Für KMU-Dienstleister: Services erweitern|hochwertig beraten|KMU-Kunden gewinnen

Alle Infos auf

und binden

www.kmu-finanzexperte.ch

 +41 58 551 55 55  info@serv-ch.com  www.serv-ch.com

IfFP Institut für Finanzplanung|Bernerstrasse Süd 169|8048 Zürich|058 800 56 00|info@iffp.ch|www.iffp.ch

SERV_Inserat_178x147_130627.indd 1

04.07.13 13:41


eine themenzeitung von mediaplanet

september 2013 · 5

8

berufliche Vorsorge für start-ups: Frühzeitig daran denken zahlt sich aus 1

TIPPS

Kräfte konzentrieren

Für die finanzielle stabilität ist es vorteilhaft, sich rechtzeitig mit der vorsorge auseinanderzusetzen. denn mit der passenden lösung wird später geld, zeitlicher und administrativer aufwand gespart.

■■Mit welchen Kosten muss ein Start-up für die berufliche Vorsorge rechnen?

■■Welche Faktoren bestimmen die berufliche Vorsorge?

Beispiel architektur GmbH:

Das Unternehmen,dessen Tätigkeitsgebiet und die Mitarbeiterstruktur sind die ausschlaggebenden Faktoren. Einen grossen Einfluss haben auch die gesetzlichen Vorgaben (Mindestleistungen, Mindestzins und BVG-Umwandlungssatz). Das Alter des Personals spielt eine Rolle sowie die Leistungen. Je älter die versicherte Person und je höher der Lohn, desto höher ist der Beitrag zur Vorsorge.

■■Existieren spezielle Risiken für ein Start-up bei der beruflichen Vorsorge?

Nein. Für Start-ups sind jedoch in der Regel Kosten häufig ein zentrales Anliegen. Deshalb ist eine Vollversicherung die ideale Lösung. Versichert werden mit dieser Variante alle Risiken. Eine Kapitalgarantie gehört dazu. Zudem schützen strenge gesetzliche Vorschriften das Alterskapital zu 100 Prozent.

■■Wie gross ist der zeitliche und administrative aufwand?

Der administrative Aufwand hängt davon ab, welche BVG-Lösung gewählt wird und wie stark das Unternehmen von einem Berater oder Treuhänder unterstützt wird. Zeit einsparen lässt sich auch durch eine Online-Lösung. Damit wird die Administration online selbstverwaltet. Beide Möglichkeiten reduzieren den Aufwand für ein Unternehmen. Monika Behr leiterin produkte unternehmenskunden von swiss life

SELBStStÄNDIGKEIt Wer seine eigene Firma aufbauen will, sollte einen genauen Plan haben. Foto: Corbis

Von grosser Bedeutung für die Höhe der Kosten sind die Branche, die Anzahl Mitarbeiter,das Durchschnittsalter und das Salär. Architekturbüro mit 2 Architekten (Mann, Frau) Rechtsform GmbH AHV-Löhne von je CHF 90 000.– Leistungen gemäss BVG-Minimum (gesetzliche Mindestanforderungen)

Kosten architektur GmbH:

Sparbeiträge: CHF 11 853.–, Übrige Beiträge (für Risikoleistungen und Verwaltungskosten) CHF 2799.–

■■Wie setzen sich diese Kosten zusammen?

Die Kosten beinhalten den Sparbeitrag für die Altersrente, die Risikoprämie für die Risiken Tod und Invalidität sowie die Kostenprämie für die Administration.

■■Kann bei der beruflichen Vorsorge Geld gespart werden?

Ja, das ist möglich. Es lohnt sich, vor dem Vertragsabschluss verschiedene Offerten zu vergleichen.Abhängig von der Risikobereitschaft eines Start-ups kann zwischen unterschiedlichen Lösungen gewählt werden. Falls ein «Sorglospaket» gewünscht wird,eignet sich die Vollversicherung am besten. Falls das Unternehmen gewisse Risiken übernimmt, gibt es sogenannte teilautonome oder autonome Lösungen. Diese sind oft günstiger als eine Vollversicherung,dafür wird beispielsweise das Anlagerisiko selbst getragen. Sparen kann man auch bei den Steuern: Mit dem Einkauf von Vorsorgelücken, die dann von den Steuern abgesetzt werden. Ferner kann der Arbeitgeber seine künftigen Beiträge bereits heute vorschiessen und auf einem separaten Konto führen lassen.Die so geäufneten Beiträge kann er von der Steuer abziehen.

Beschränken Sie sich voll auf diejenige unternehmerische Idee, die am meisten Erfolg verspricht.

Sich helfen lassen Start-up-Helfer verfügen über eine breite Erfahrung, über Knowhow und über gefestigte Beziehungen in der Branche. Nutzen Sie diese Chance.

2

Effizient arbeiten Sie müssen in der Lage sein, mit wenigen vorhandenen Mitteln das Maximum herauszuholen.

3

anders sein Sie gewinnen das Vertrauen der Kunden, indem Sie besser sind als andere, sich besser vermarkten können als andere – und indem Sie wirklich anders sind.

4

Zeit ist Geld Gewöhnen Sie sich daran, Entscheidungen schnell zu treffen und gemäss Prioritäten sofort umzusetzen.

5

Synergien nutzen Team-Player siegen. Sie profitieren von ihrem Netzwerk und lassen ihr Netzwerk von ihnen profitieren.

6

trends beachten Sie kennen Markt und Kundenbedürfnisse genau. Verfolgen Sie laufend die Entwicklung im Markt und im Umfeld und erkennen Sie die Trends!

7

alle für einen Ihr Partner (Ehemann, Ehefrau,Freunde etc.) und die Familie müssen vollumfänglich hinter dem Projekt stehen und Sie unterstützen. Auch allfällige Geschäftspartner und Mitarbeiter müssen voll in die Projektentwicklung integriert sein.

8

CLAuDiA CAVADini redaktion.ch@mediaplanet.com

Anzeige

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Prozesse ablaufen wie geschmiert!

Wir begleiten Sie in allen Anliegen rund um Prozessinnovationen. Generieren Sie hochwertige Produkte & Leistungen bei tiefstmöglichen Kosten. Besuchen Sie www.bbconcept.ch oder wählen Sie 043 211 04 80

DHL_ImpexCar_CH_231x143.indd 1

27.08.13 18:55


6 · september 2013

Eine Themenzeitung von Mediaplanet

news

2

fact

SPAREN SIE MIT OPTIMIERTEN PROZESSEN ZEIT UND GELD

Boris Blaser Treuhänder mit eidg. FA, Inhaber und Geschäftsführer der B&B Concept AG

Treuhand

Prozessoptimierung als Investition in die Zukunft «Straffe, zielorientierte Prozesse für ein nachhaltiges Wachstum.» KMU haben in der Optimierung von Abläufen noch viel Potenzial. Wachstum braucht Innovation.Und Innovation betrifft auch die internen Abläufe: «Bei der Prozessinnovation, auch Verfahrensinnovation genannt, steht nicht die Leistung selbst, sondern die Leistungserstellung im Fokus», erklärt Boris Blaser Ziel ist es, die Abläufe effektiver und effizienter zu gestalten.Mit der Analyse, Standardisierung und Dokumentierung von Arbeitsabläufen werden Kapazitäten frei und Kosten gesenkt. Es bietet sich an, für diese anspruchsvollen Herausforderungen eine externe Fachperson beizuziehen.

Erfolgsfaktor Mensch Internetsuche Sparen Sie Zeit und lassen sich von Offertenportalen bei der Suche unterstützen. Foto: Corbis

Delegieren, was nicht zum Kerngeschäft gehört Auch bei KMU-Betrieben habe der Trend zur Einkaufsrecherche im Internet in den letzten Jahren zugenommen, sagt Priska Schoch. Sie hat deshalb eine eigene Firma gegründet. ■■Sie haben gemeinsam mit Gaby Stäheli ein Unternehmen aufgebaut. Weshalb?

Eine eigene Firma zu gründen, war eine Chance, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Die Geschäftsidee mit dem Offertenportal war zudem perfekt. Damit haben wir einen ganz neuen Priska Schoch CEO von GRYPS Offertenportal AG

Gaby Stäheli CEO von GRYPS Offertenportal AG

Service aufgebaut und können KMU heute eine innovative Art der Beschaffung und der Kundengewinnung anbieten.

■■Sie betreiben ein Offertenportal für IT- und Büro-Equipment und Dienstleistungen für kleinere und mittlere Unternehmen. Wie sind Sie ausgerechnet auf diese Idee gekommen?

Auch bei KMU hat der Trend zur Einkaufsrecherche im Internet in den letzten Jahren zugenommen. Jedoch kostet es Stunden, sich durch die Fülle an Informationen durchzuklicken und das passende Angebot zu finden, insbesondere bei komplexeren Produkten. Es gab in der Schweiz bis dahin noch kein Angebot, das diesen Suchprozess vereinfacht hätte. Andere Länder waren hier schon einen Schritt weiter. Diese Marktlücke wollten wir füllen, und so haben wir die Idee für die Schweiz entsprechend umgesetzt.

■■Um eine Offerte einzuholen, muss ich online lediglich ein paar Fragen beantworten und

die Mail dann abschicken. Ist das nicht etwas gar einfach gestrickt?

Im Gegenteil. Unsere Plattform muss möglichst einfach sein, damit die Benutzer sie akzeptieren. Sie soll ihnen ja Zeit sparen, helfen und Vereinfachungen bringen. Unsere Interessenten werden auch bei komplexen Produkten oder Dienstleistungen so durch die Fragen geführt, dass wir alle wichtigen Anforderungen ans Produkt erfahren. Zudem können wir bei unserem persönlichen Rückruf offene Punkte klären.

■■Als Anfrager bezahle ich nichts für Ihre Dienstleistung, als Anbieter kostet mich das Ganze im Durchschnitt 50 Franken. Wie sind Sie auf diesen Kostenschlüssel gekommen?

Wir suchten nach einer günstigen Alternative zu herkömmlichen Werbeplattformen. Nehmen Sie als Beispiel eine Messe. Sie haben einen sehr kleinen Stand, der für eine zweitägige Messe CHF 10 000 kostet. Wenn es gut läuft, dann haben Sie vielleicht pro

Tag 30 Kontakte, vielleicht auch weniger, aber das Geld ist trotzdem weg. Da sind die Leads bei uns im Vergleich sehr viel günstiger und bereits vorqualifiziert. Der Käufer erwartet die Kontaktaufnahme von drei Anbietern und hat bereits konkretes Interesse.

«Ein guter Zeitpunkt, um Abläufe zu hinterfragen, ist ein Generationsoder Führungswechsel», meint Boris Blaser. Eine Prozessanalyse zeigt auf, wie die Ressourcen Energie,Rohstoffe und Arbeitskraft optimal genutzt werden können. In Zusammenhang mit den Mitarbeitenden stellen sich folgende Fragen: Befinden sich diese am richtigen Ort? Können sie ihre Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen? Bestehen Entwicklungsmöglichkeiten? Beim Beantworten dieser Fragestellungen entstehen neue Freiräume für Führungskräfte, und die Unternehmens­enwicklung wird gezielt gefördert.

Die richtige Software als Unterstützung

Sicher, wenn Sie nichts Wichtigeres zu tun haben und gerne einmal 10 Treuhänder abtelefonieren, bis Sie einen gefunden haben, der das gewünschte Buchhaltungsprogramm nutzt. Viel sinnvoller ist es doch, solche Aufgaben kostenlos an einen kompetenten Dienstleister zu delegieren und sich um das eigene Kerngeschäft zu kümmern.

Neben der Vereinfachung von Arbeitsabläufen bieten verschiedene Softwareprogramme nützliche Tools zur Prozessoptimierung. Mit einem CRM-System (CustomerRelationship-Management) lassen sich Kundendaten und Kundenkontakte zentral erfassen und bearbeiten. «Folglich wird die Kundenbeziehung systematisch aufgebaut und gepflegt,» führt Boris Blaser aus. Jederzeit können die Mitarbeitenden auf die aktuellen Kundendaten zugreifen. So können Unternehmen die Beziehung zu den Kunden optimieren und auf deren Wünsche gezielt eingehen, um den eigenen Umsatz zu steigern. Diese Mehrgewinne decken die Einführungskosten in nützlicher Frist. Das Unternehmen, die Mitarbeitenden und die Kunden profitieren letztlich von der gesteigerten Effizienz.

CHRISTIAN LANZ

redaktion.ch@mediaplanet.com

■■Weshalb soll ich Ihr Portal in Anspruch nehmen? Über die passende Telefonanlage oder das geeignete Buchhaltungsprogramm kann ich mich als KMU-Geschäftsführer doch selber schlau machen?

susanne meier redaktion.ch@mediaplanet.com


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

september 2013 · 7

news

Direct Marketing zum Anfassen

Direct Marketing eignet sich besonders gut, um den Empfänger zu überraschen. Dies speziell in der aktuellen Flut von E-Newslettern, Onlinebannern und den stark zunehmenden Mobile-Werbungen. ■■Welche Medien setzt die Post für den Dialog mit den Zielgruppen ein?

Grundsätzlich nutzt die Post alle Onund Offline-Werbekanäle. Entscheidend dabei ist,dass nicht immer alle Kanäle gleichzeitig eingesetzt, sondern abhängig von der Zielgruppe eine angemessene Ansprache und die passenden Kommunikationskanäle definiert werden.Eine wichtige Rolle im Dialog spielt

Reto Brotschi Leiter Direct Marketing, PostMail, Post CH AG

natürlich auch der Kanal, den wir selber im Fokus haben: Direct Marketing beziehungsweise. der Brief.

■■Weshalb ist der Brief wichtig?

Studien belegen, dass neun von zehn Briefen geöffnet werden. Das schaffen Sie mit keinem E-Newsletter. Zusätzlich spricht der Brief alle Sinne an. Er ist ein Medium zum Anfassen,

zum Anschauen oder sogar zum daran Riechen. Letzteres wird mithilfe von Duftstoffen erzielt. Ausserdem kann ein Warenmuster beigelegt werden. Deshalb bleiben Inhalt und Marke stärker im Gedächtnis des Kunden haften. Gemäss der WEMFWerbestatistik liegt der Anteil der Werbeausgaben für physische Werbesendungen am gesamten Werbemarkt in den letzten zehn Jahren zwischen 20 und 25 Prozent. Dies beweist: Der Brief wirkt und deshalb ist er wichtig.

■■Ist mit dem Brief eine individualisierte Ansprache möglich?

Selbstverständlich. Eine individuali-

sierte Ansprache bedingt allerdings, dass Absender ihre Zielgruppe beziehungsweise ihre Kunden namentlich kennen. Zusätzlich sind korrekte Adressen zentral. Ist das nicht der Fall, führt das zu Streuverlusten in der Zielgruppe. Im Umgang mit korrekten Adressen steht die Post mit diversen Adressaktualisierungsleistungen gerne beratend zur Seite. Eine individualisierte Ansprache kann auch mittels einfacher, adressierter Postkarte erfolgen.

■■Lässt sich Direct Marketing überhaupt mit digitalen Kanälen kombinieren?

glauben, dass eine junge Zielgruppe ausschliesslich digital angesprochen werden will. Auch die Jungen erhalten gerne physische Werbesendungen, was eine aktuelle Studie der ZHAW belegt. Direct Marketing lässt sich somit ideal für crossmediale Aktivitäten nutzen. Mittels eines physischen Katalogs starten beispielsweise Distanzhändler ihre Kundenansprache, weil eine physische Sendung das stärkste Kauf-Animationsmittel darstellt. Kombiniert mit Online-Instrumenten wird dann der Kauf direkt im Online-Shop des Unternehmens gefördert.

Auf jeden Fall. Es wäre ein Irrtum zu

susanne meier redaktion.ch@mediaplanet.com

Publireportage

Direktmarketing- & Digitaldrucklösungen von Trendcommerce:

Trendcommerce Group

Individuelle Botschaften schnell und effizient platzieren

Die Trendcommerce Group mit Sitz in St. Gallen wurde im Jahre 1996 von den beiden Inhabern Oliver P. Künzler und Filippo Zanchi gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen 180 Mitarbeitende in vier Kompetenzzentren und an drei Standorten (St. Gallen, Gossau und Schaanwald, FL).

Unterschiedliche Bedürfnisse innerhalb einer Zielgruppe erfordern eine individuelle Ansprache. So wird die Basis für einen erfolgreichen Dialog geschaffen. Eine Individualisierung in bislang unerreichtem Mass ermöglicht das St. Galler KMU Trendcommerce mit seinen Direktmarketing- und Digitaldrucklösungen. Trendcommerce bietet mit ihrem hoch modernen Digitaldruck- und Versandzentrum innovative Möglichkeiten und realisiert für ihre Kunden massgeschneiderte Lösungen. Ob regional angepasste, auf unterschiedliche Lebensumstände harmonisierte oder auf besondere Ereignisse ausgerichtete Vorteile; den Ideen für Direktmailings sind keine Grenzen gesetzt. Direktmarketing: individuell und schnell Die innovativen Unternehmer aus St. Gallen erweisen sich als professioneller Fullservice-Partner im Direktmarketing- und Digitaldruckbereich. Das Angebot reicht von der Adressbeschaffung und -aufarbeitung über den personalisierten Druck und die Ausrüstung bis hin zur Response-Verarbeitung. Trendcommerce übernimmt diesen gesamten Prozess aus einer Hand und setzt so Direktmarketing-Aktivitäten effizient und schnell um.

Digitaldruck: personalisiert und preiswert Die Hochleistungssysteme von Trendcommerce realisieren zudem Druckerzeugnisse jeglicher Art: Format, Auflage, Farbe, Material, Verarbeitung und Anwendung lassen sich individuell variieren. Und dies für Plakate, Poster, Bodenkleber, Mailings oder gar Tapeten gleichermassen. Zudem läuft die gesamte Produktion in einer hohen Geschwindigkeit von bis zu 122 Meter pro Minute und ermöglicht sogar im gleichen Arbeitsschritt Perforationen. Trendcommerce offeriert bedarfsgerechte und preiswerte Sofortlösungen, welche eine hohe Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit bieten. Ein wichtiger Erfolgsfaktor im heutigen Marktumfeld.

Die Kompetenzzentren Transaktionsdruck, Direktmarketing, Digitaldruck und Telefonmarketing umfassen unter anderem folgende Dienstleistungen: Beratung, Adressbeschaffung, Mailingproduktion, Lettershop, Farbdigitaldruck, Hartwarenund Document-Fulfillment, Hochsicherheits-Transaktionsdruck sowie In- und Outbound-CallCenter-Dienstleistungen.

Trendcommerce AG  Postfach  CH-9015 St. Gallen Besucheradresse: Wehrstrasse 12  CH-9200 Gossau Fon +41 71-242 90 60  Fax +41 71-242 90 61 info@tcgroup.ch  www.tcgroup.ch


8 · september 2013

eine themenzeitung von mediaplanet

insPirAtion Frage: Gehören Emotionen zu einer Übergabe? antwort: Ja, hoffentlich.

nachfolge im KMu: eine doppelte erfolgsgeschichte UNTERNEHMENSNACHFOLGE generationenWandel

Im aargauischen Mägenwil produziert ein Familienbetrieb frische Güggeli-Produkte – seit 53 Jahren. Während dieser Zeit wechselte der Stab bereits zweimal von einer Generation zur andern. Nach sechs Jahren unter Daniel Kneuss ist die Aktiengesellschaft um etwa 90 Prozent gewachsen. Unter dem Strich verlief die Übergabe des Unternehmens erfreulich. Im 2000 stieg Daniel Kneuss, gelernter Metzger und diplomierter. Betriebswirtschafter, als Verkaufsleiter in den Betrieb ein. Er beschreibt sich als kreative,proaktive und extrovertierte Persönlichkeit. Sein Bruder Thomas, der Techniker und EDV-Spezialist, setzt sich mit Expansion und Investition auseinander. Ihn charakterisiert sein Bruder als introvertiert,fein und exakt.«Die Mitarbeitenden fanden es cool, dass die jungen Kneussen, die neue Generation, da war», erzählt der CEO. Auch deshalb funktionierte der KnowhowTransfer reibungslos. Neben seiner Arbeit als Verkaufsleiter absolvierte er Weiterbildungskurse.Was er da lernte,setzte er im Unternehmen um. Weil das KMU wendig und dynamisch ist, konnte er auf der Schulbank Gelerntes ausprobieren. Misslang der Versuch, brach er ihn einfach wieder ab. Das brachte den Betrieb genauso vorwärts wie der Anzeige

externe Berater. Am Kneuss’schen Mittagstisch wird diskutiert und der verbale Familienkampf ausgefochten. Jeder steuert seinen Beitrag zum vorteilhaften Ergebnis bei. Offen und direkt ist der Kommunikationsstil und somit manchmal auch emotional.

PROFIL

Vom Einmannbetrieb zum KMU

Die Grosseltern bauten das Geschäft in den 60ern auf. Der Vater übernahm es und übergab den Betrieb an die dritte Generation. Hätten Daniel und Thomas Kneuss sich für eine andere Laufbahn entschieden, wäre das schweizweit tätige Unternehmen verkauft worden. Doch die Brüder wurden als Kinder mit Güggeli «infiziert» und «gebranded», wie das Daniel Kneuss nennt. Das bedeutet, dass etwa am Karfreitag, wenn ihre Freunde Fisch assen,zu Hause ein leckeres Pouletgericht auf dem Tisch stand. Das Thema Güggeli war allgegenwärtig. Für den CEO war klar, dass er in einem Familienbetrieb Geschichte schreiben kann – viel eher als in einem grossen Konzern. Sein Unternehmergeist kommt hier besser zum Tragen.Der Vater hat eine hohe Meinung von seinen Söhnen und lässt ihnen freie Hand. Die Übergangsphase unterstützte er stets mit seinem Fachwissen.Dieses bringt er nach wie vor bei der Arbeit in der Lebendtierplanung und der -betreuung ein. Dadurch begleitete er den Vorgang konstant. Dass der

Führungswechsel geplant wurde und vor allem früh genug begann, war für ihn relevant. Sukzessive gab er Verantwortung ab und schenkte Vertrauen.So gelang es ihm frühzeitig loszulassen. Binnen vier Jahren wurde der Wechsel vorbereitet und vollzogen. Die Stabsübergabe fand im 2007 statt.

Internes und externes Umfeld

Daniel Kneuss ■■ Position: CEO, Leiter Marketing und Verkauf, Delegierter des Verwaltungsrates, Mitinhaber und Aktionär

Daniel Kneuss erlebte die Übergangszeit als positiv und lehrreich. Er fühlte sich von seiner Umwelt verstanden und getragen – insbesondere von den Mitarbeitenden. Deren Anzahl nahm von 30 auf 131 Personen zu. 97 Prozent des Personals nimmt am Weihnachtsessen teil und verleiht dem Unternehmen den «Familienbetriebs-Bonus». Folglich ziehen alle am gleichen Strick und leisten ihren Anteil am Erfolg. Das spüren die Kunden. Diese schätzen sowohl die familiäre Atmosphäre als auch die Eigenständigkeit des Unternehmens. «Als Folge davon wollten einige Kunden nach der bekanntgegebenen Übergabe die Zusammenarbeitsstrategie fixieren», schildert der CEO. Sein Ziel nach einem Jahrzehnt an der Spitze: Für alle Beteiligten das Richtige tun und dass es dabei dem Güggeli-Betrieb gut geht. CLAuDiA CAVADini redaktion.ch@mediaplanet.com


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

september 2013 · 9

Ein Alleingang zahlt sich nicht aus Im Durchschnitt stehen innerhalb von fünf Jahren rund 20 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz vor der Unternehmensnachfolge. Die Nachfolgeregelung sei von grosser volkswirtschaftlicher Relevanz, sagt Lieni Füglistaller. «Leider stellen wir immer wieder fest, dass die Nachfolgefrage oft ungenügend geplant wird.» ■■Als neutrale Stiftung engagieren Sie sich für die zNachfolge in KMU-Betrieben. Was ist bei der Nachfolgeplanung zwingend zu beachten?

Oft wird versucht, die Nachfolgeregelung im Alleingang zu meistern.Wir empfehlen aber,für die Prozessbegleitung einen unabhängigen Experten beizuziehen. Nur eine fundierte Situationsanalyse gibt ein klares Bild über Sinn,Zweck und Zielsetzung.Abklärungen der familiären und geschäftlichen Situation sind enorm wichtig,ebenso die Definition des geeigneten Nachfolgerprofils.Nicht zu vergessen ist auch die Planung der eigenen ­Lebensphase danach,damit der Ablöseprozess gelingt.

■■Wie wird der Wert eines KMU geschätzt beziehungsweise bewertet?

Die Praxis zeigt,dass eine Unternehmensbewertung oft Erwartungshaltungen schafft,die im Nachfolgeprozess nicht eingelöst werden können. Es kann erfreulich sein, als Unternehmer zu wissen, wie viel Wert das eigene Unternehmen hat. Was aber macht letztlich den Transaktionspreis aus, also den Betrag, den der Übernehmer zu bezahlen hat? Solche Fragen müssen detailliert geklärt werden.

■■Welche Faktoren spielen für den Erfolg beim Nachfolgeunternehmen eine wichtige Rolle?

Ganz zentral scheint uns die Initialisierung der Nachfolgereinführung zu sein. Auch der kommunikativen Begleitung Lieni Füglistaller Geschäftsführer der Stiftung KMU Next

Daniel Kneuss Mit vorausschauendem Blick, die Nachfolge erfolgreich umgesetzt.

der Umsetzung kommt eine grosse Bedeutung zu. Sollte der frühere Chef noch im Unternehmen sein,dann muss für alle Mitarbeitenden klar sein, wie die Rollen und Verantwortungen verteilt sind. Symbolische Akte im Betrieb sind hier enorm wichtig, um den Führungswechsel emotional zu verankern.Um den Projekterfolg bei der Nachfolge sicherstellen zu können,empfiehlt es sich,auch in dieser Phase mit einem externen Begleiter zusammenzuarbeiten. Ebenso wichtig ist,dass Leistungs-und Knowhow-Träger dem Betrieb auch nach einer erfolgten Übergabe weiterhin erhalten bleiben.

■■Mit der Zunahme von familienfremden Übergaben hat sich in der Schweiz ein lukrativer Markt für Berater entwickelt.

Gerade deshalb ist eine seriöse und gleichzeitig kostengünstige Beratung bei der Firmenübergabe besonders wichtig.Dazu braucht es Transparenz. Neue Anbieter präsentieren sich regional oder branchenspezifisch im Markt. In diesem bewegten Markt sind neutrale und unabhängige Plattformen, welche die geeigneten Instrumente, Arbeitshilfen und ein Expertennetzwerk zur Verfügung stellen, enorm wichtig. Dabei geht es um Fragen wie Unternehmensorganisation, Personal,Familie,Vorsorge und Steuern.

■■Ein Nachfolgerprozess sollte nie auf der operativen Ebene, etwa mit Steueroptimierung oder einer Unternehmensbewertung, starten, betonen Sie. Weshalb?

Die Übergabe von Eigentum, Führung und Vermögen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge ist kein punktuelles Ereignis. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess. Wir sind der Ansicht, dass man sich dazu etwa fünf Jahre Zeit geben sollte. Die Regelung der eigenen Nachfolge ist die wohl schwierigste Führungsaufgabe eines Unternehmers. Die Art der Nachfolge spielt dabei eine wichtige Rolle. Reine Verkäufe an Dritte dauern in der Regel knapp zwei Jahre, Nachfolgeregelungen im Familienkreis wesentlich länger. Aber auch hier gilt es, die Nachfolgeregelung rechtzeitig zu planen. CHRISTIAN LANZ

Foto: ZVG

redaktion.ch@mediaplanet.com

Anzeige

Am meisten nervt mich der Chef bin ich jetzt selber. Das Leben ist voller Wendungen. Ohne mutige Firmengründer wäre die Welt um viele innovative Ideen ärmer. Swiss Life glaubt an die Zukunft der Jungunternehmer und hat speziell für sie eine günstige BVG-Onlinelösung entwickelt. www.swisslife.ch/startup

e ue Jetzt n ung lös e n i l n O ach f n i e : t es t e n u e m q un d b e

Code scannen und direkt zu Swiss Life Business Direct gelangen. Ins_KMU-Ratgeber_WS_Chef_4C_Ssp_290x143.indd 1

21.08.2013 17:07:31


10 · september 2013

Eine Themenzeitung von Mediaplanet

inspiration

3

fact

ACHTEN SIE AUF EINE GESUNDE WORK-LIFEBALANCE

Dr. Thomas Mattig Direktor Gesundheitsförderung Schweiz Betriebliches Gesundheitsmanagement

Stress muss nicht sein

Immer wieder hört man den Satz «Ich bin im Stress, ich habe zu viel zu tun». Unternehmen sollten sensibel auf Warnsignale reagieren. Denn die Gesundheit aller Mitarbeitenden hat oberste Priorität. Ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement hilft, präventiv vorzugehen.

Stress Auch Führungskräfte sollten sich mal eine Auszeit gönnen. Foto: corbis

Manager leiden häufig unter Stresssymptomen Nur ein gesunder Firmenchef oder Manager ist in der Lage, ein Unternehmen zu führen. Professor Rico Baldegger verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie, die zu entsprechenden Ergebnissen kommt. Die beiden Fälle haben die Schweiz erschüttert: Mit Pierre Wauthier, dem Finanzchef der Zurich Versicherung, und Swisscom-CEO Carsten Schloter haben sich in jüngster Vergangenheit gleich zwei Topmanager das Leben genommen. Schloter soll unter massiven Schlafstörungen gelitten haben – viele andere Kaderleute auch. Stress am Arbeitsplatz führt dazu, dass man nicht mehr richtig abschalten kann und keine Ruhe findet. Wenn Unternehmensführer nicht mehr in der Lage sind, Pendenzen auch einmal Pendenzen sein zu lassen,wird die anfallende Arbeit immer grösser – mit der Gefahr, dass einem das Ganze früher oder später über den Kopf wächst. Dies ist nicht nur bei Firmenchefs der Fall. Allgemein lässt sich festhalten, dass das Stressniveau bei Erwerbstätigen zugenommen hat. «Es ist deshalb enorm wichtig, dass man Aufgaben auch einmal ruhen lassen oder delegieren kann», betont Rico Baldegger.

Wer leidet, gilt als Versager

Die Studie, an der er sich beteiligt, geht von der Prämisse aus, dass eine verantwortungsbewusste Gesellschaft diejenigen schützt, die von gesundheitlichen Problemen am Arbeitsplatz bedroht sind. Das Leiden von Arbeitgebern aber sei zwar nach wie vor eine grosse Unbekannte und ein Tabu – doch leider Realität, sagt Baldegger. Gerade KMU-Manager sind oft Ge-

«Allgemein lässt sich festhalten, dass das Stressniveau bei Erwerbstätigen zugenommen hat.» Rico Baldegger Direktor und Professor für Management und Entrepreneurship an der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR)

fangene einer Ideologie, die Führungskräften alles abverlangt. «Wer führt, wird als Winner betrachtet.Wer bei der Arbeit leidet, gilt rasch einmal als Versager», so Baldegger. Dabei sind auch Manager in erster Linie Menschen – mit all ihren Stärken und Schwächen. Bis es allerdings so weit kommt, dass ein Mensch in eine suizidale Krise gerät, braucht es die entsprechende Vorgeschichte. Im Suizid selber manifestiert sich dann oft eine

Kurzschlusshandlung, die bei genauerer Betrachtung meist zu vermeiden gewesen wäre.

Dauerhafte Überlastung

Fachleute betonen in diesem Zusammenhang, dass der Mensch grundsätzlich keine Veranlagung hat, sich das Leben zu nehmen. Man ist dazu in aller Regel nur in der Lage, wenn man sich in einem psychischen Ausnahmezustand befindet, der etwa durch Stress,

Facts

Multiple Probleme ■■ Die Studie, an der Rico Baldegger beteiligt ist, zeigt unter anderem auf, dass rund acht Prozent der KMU-Manager täglich Medikamente nehmen, um überhaupt schlafen zu können. Nur gerade zehn Prozent der Befragten gaben an, nie das Gefühl zu haben, nervös und angespannt zu sein. Nur 37 Prozent wiederum gaben zu Protokoll, nie unter Niedergeschlagenheit und depressiven Verstimmungen zu leiden. 50 Prozent der Befragten räumten freimütig ein, regelmässig während sechs Tagen in der Woche

zu arbeiten. Fast 60 Prozent gaben an, meist auch am Sonntag zu arbeiten. Generell lässt sich sagen, dass das Stressniveau bei Erwerbstätigen zugenommen hat. Dabei kommt es nicht gross darauf an, welche Berufsgruppen befragt werden. Fachleute empfehlen, dass eine gut geplante Auszeit ab und zu sinnvoll ist. Diese führt erfahrungsgemäss zu einer höheren Effizienz, als wenn unablässig und ohne Pausen durchgearbeitet wird. Studie AMAROK Schweiz: Unternehmer und Gesundheit.

Schlafmangel oder auch übermässigen Alkoholkonsum begünstigt wird. «Auch ein KMU-Manager ist oft einer dauerhaften psychischen Überlastung ausgesetzt», betont Baldegger. Die Zentralisierung von Macht würde ihm eine unverzichtbare Rolle verleihen. Gerade bei grösseren Entlassungen könne ein KMU-Unternehmer rasch einmal das Gefühl bekommen, seine Mitarbeitenden verraten und im Stich gelassen zu haben. Für manchen Manager sei dies ein traumatisches Erlebnis, das zu zusätzlichem Stress führt, wenn es nicht verarbeitet werden. Vielfach fühlten sich Führungskräfte in solchen Situationen einsam und überfordert. Sie haben oft niemanden, dem sie sich anvertrauen können, nicht einmal den engsten Mitarbeitenden.

Rechtzeitig Hilfe holen

Wer Manager wird, geht davon aus, dass er ganz oben auf der Karriereleiter angekommen ist. Das stimmt aber nur zum Teil. Führungskräfte sind zwar in aller Regel fachlich bestens ausgewiesen. Wenn es aber darum geht, sich selber zu managen, zeigen sich oft grosse Defizite. Hinzu kommt, dass man in einer Topposition vielfach sehr einsam und auf sich alleine gestellt ist. Oft werden Führungsentscheide in alleiniger Kompetenz getroffen und müssen demzufolge auch alleine verantwortet werden. «Das führt zu grossem Druck, dem nicht jeder gewachsen ist», sagt Rico Baldegger. Dass schon längst alle Alarmglocken läuten, wird von vielen Topkadern oft ignoriert. Deshalb verpassen es viele, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.

Stress ist nicht immer negativ. Im Gegenteil, man kann sich täglich ohne Beeinträchtigungen in Stresssituationen befinden, solange ausreichende Erholungsphasen folgen. Allerdings berichten zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz über Stress oder Zeitdruck. Die Ursachen dafür sind vielfältig und können nicht immer nur dem Berufsleben zugeordnet werden. Auch im Privatleben gibt es Stressfaktoren, die sich für sich alleine oder in Kombination mit dem Arbeitsalltag negativ auswirken können.

Stress darf kein Tabu sein

Stress ist ein subjektives Empfinden, das ganz individuell wahrgenommen wird. Entsprechend gibt es zur Stressreduktion oder –prävention keine Standardlösung. Dennoch müssen die Massnahmen nicht aufwendig und ressourcenintensiv sein. Unternehmen, die systematisch betriebliche Gesundheitsförderung betreiben, profitieren von zahlreichen Synergien. Eine wichtige Voraussetzung für den Umgang mit Stress ist die Enttabuisierung des Themas. Und zwar über alle Hierarchieebenen hinweg, denn nicht nur bei den Mitarbeitern sollte Verhaltensprävention betrieben werden. Auch Kadermitarbeiter und die Geschäftsleitung müssen geschult und sensibilisiert werden. Dies vor allem in Bezug auf die Selbstreflektion,was Belastung und Stress betrifft.

Instrumentalisierung hilft

Wer nachhaltig Prävention bet­ reiben möchte, sollte ein syste­ matisches berufliches Gesundheitsmanagement in seiner Unternehmenskultur etablieren. «Viele Unternehmen reagieren zu spät, vor allem, wenn es um das Thema Stress und Überlastung geht. Mit dem kontinuierlichen Einsatz der richtigen Instrumente und Massnahmen kann ein Unternehmen negativen Entwicklungen vorbeugen bzw. diese bereits in der Entstehungsphase bereinigen.»umschreibt Thomas Mattig, Direktor Gesundheitsförderung Schweiz, die Grundproblematik der betrieblichen Gesundheitsförderung. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein Arbeitsschwerpunkt von Gesundheitsförderung Schweiz. Die Stiftung berät Unternehmen und stellt verschiedene Instrumente wie das kostenlose S-Tool oder KMU-vital zur Verfügung. Marc Häusermann

christian lanz redaktion.ch@mediaplanet.com

redaktion.ch@mediaplanet.com


eine themenzeitung von mediaplanet

september 2013 · 11

insPirAtion INKaSSO Für die gelieferte Dienstleistung sollten sie auch bezahlt werden. Foto: Corbis

Ausgelagertes inkasso ■■Frage: Was tut ein inkassospezialist? ■■antwort: den Forderungsprozess professionalisieren und dadurch ausstehende zahlungen effizient einziehen. Ist das Inkassoverfahren eingeleitet, wird mit vorrechtlichen Massnahmen versucht, das Betreibungsamt zu Marc christoffel executive mba hsg, ceo factor ag

vermeiden. Gelingt dies nicht, werden die Rechtsmittel des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) zur Zwangsvollstreckung eingesetzt. Dazu wird ein Betreibungsbegehren beim Betreibungsamt eingereicht. Daraufhin erhält der Schuldner einen Zahlungsbefehl. Bleibt dieser unbeachtet und erhebt der Schuldner keinen Rechtsvorschlag, wird die Zahlung mittels Pfändung vollstreckt. Ist dies nicht möglich, wird bei juristischen Personen der Konkurs eröffnet. Ergibt sich eine Restschuld, wird ein Verlustschein ausgestellt. Stoppt der Schuldner die Betreibung mittels Rechtsvorschlag, muss dieser vom Gläubiger via Gericht beseitigt werden.

ausländisches Inkasso

Befindet sich der Schuldner im Ausland, wird der Gläubiger mit Fragen rund um Gesetze und Mentalität konfrontiert. Überdies ist mit Mehrkosten zu rechnen. Diese entstehen durch die zusätzlich Beteiligten und die höheren Gebühren der Ämter.Ausserdem ist die Kommunikation aufwändiger. Marc Christoffel erklärt: «Ohne einen international vernetzten Inkassopartner wird es schwierig, die Ausstände einzufordern.»

Vorteile des Outsourcings

Das ausgelagerte Inkasso reduziert in der Organisation die Kosten und den administrativen Aufwand. Mahnver-

fahren, Betreibungen und Verlustscheinbewirtschaftung erfordern entsprechendes Knowhow. Alle Vorgänge müssen termingerecht erledigt werden und bedingen regelmässige Kontrolle. Darüber hinaus belasten offene Forderungen die Beziehung zum Kunden. Fachgerechtes Inkasso oder Forderungsmanagement kann die Liquidität eines Unternehmens positiv beeinflussen. Zudem wird dem Schuldner signalisiert, dass das Nichtbegleichen eines finanziellen Anspruchs mit Konsequenzen verbunden ist.

ner Spezialist, ist es sinnvoll, gleichzeitig das eigene Mahnverfahren straff und wirtschaftlich zu gestalten. Dies beinhaltet zeitgemässe Zahlungsfristen, Mahngebühren und Texte, Allgemeine Geschäftsbedingungen etc. Standardisiert werden sollen die Abgabe der Forderungen und das Reporting. «Der Inkassopartner sollte Branchenkenntnisse mitbringen, transparent abrechnen und dem Verband Schweizerischer Inkassotreuhandinstitute (VSI) angehören», rät Marc Christoffel.

Wichtige Punkte

CLAuDiA CAVADini

Übernimmt das Inkasso ein exter-

redaktion.ch@mediaplanet.com

Anzeige

Groupe Mutuel Unternehmen Hochwertiges Know-how für unsere Kunden Ein solider Partner auch für Sie: Heute vertrauen der Groupe Mutuel 16’000 Unternehmenskunden, die auf massgeschneiderte Lösungen und Dienstleistungen zählen können. Profitieren auch Sie vom Know-how des Spezialisten im Personenversicherungsbereich:

Krankentaggeldversicherung

Berufliche Vorsorge

Unfallversicherung

Kollektive Krankenpflegeversicherung

Kauf und Verkauf eines KMU – wie findet sich der passende Partner? Es gibt diverse Studien zum Thema Nachfolge. Alle kommen zum selben Resultat: Es gibt ein massives Nachfolgeproblem bei Schweizer KMU! Über 50 000 KMU mit rund 500 000 Angestellten werden in den nächsten fünf Jahren mit dem Generationenwechsel konfrontiert sein. Gerade Kleinstfirmen dürften dabei grösste Schwierigkeiten haben, ein neues Kapitel in ihrer Unternehmensgeschichte aufzuschlagen. Bei vielen dieser Firmen wird eine Stilllegung oder Liquidation wahrscheinlicher sein, wenn der Patron dereinst aussteigt. Die zahlreichen familiengeführten Betriebe bergen zudem viel Konfliktpotenzial und die Regelung der Nachfolge erfolgt immer häufiger ausserhalb der Familie. So oder so: Die Nachfolge, der Kauf oder Verkauf eines Unternehmens stellt alle Beteiligten vor eine grosse zeitliche, mentale und emotionale Herausforderung. Sorgfältige Planung, gründliche Vorbereitung und zielgerichtete Realisierung sind unerlässliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe.

OBT hat langjährige Erfahrung mit verschiedensten Kaufund Verkaufstransaktionen. Sei es eine familieninterne Nachfolge oder ein Verkauf an einen internationalen Konzern: Die erfahrenen Mandatsleiter bei OBT planen und koordinieren den gesamten Transaktionsablauf, suchen und evaluieren ernsthafte Interessenten, begleiten die Vertrags- und Preisgestaltung und führen die Verhandlungen zum erfolgreichen Abschluss. Die Stecknadel im Heuhaufen Es gibt zwar viele Verkaufsobjekte und auch sehr viele potenzielle Käufer. Das Finden und Zusammenführen der richtigen Partner stellt aber nach wie vor die grösste Herausforderung im gesamten Transaktionsprozess dar. Die OBT AG kann heute das umfassendste Angebot für die Unternehmensvermittlung in der Schweiz bereitstellen. Falls Sie ein Unternehmen oder einen Nachfolger suchen, eine grössere Publizität zu vergleichbaren Konditionen finden Sie kaum andernorts.

FIGAS www.figas.ch

OBT Unternehmensvermittlungsbulletin

companymarket

Versand per E-Mail alle 2 Monate

www.companymarket.ch

OBT

KMU Ratgeber

Kunden und Mitarbeitende

www.kmuratgeber.ch

UnternehmerZeitung 10x jährlich, Auflage rund 50’000 Ex.

Ihr Kontakt

Stefan Schlatter Leiter Verkauf Unternehmen Deutschschweiz Adresse ServiceCenter Zürich-Oerlikon Birchstrasse 117 – 8050 Zürich-Oerlikon Telefon 058 758 90 20 E-Mail stschlatter@groupemutuel.ch www.groupemutuel.ch/Unternehmen • www.corporatecare.ch

Fazit Die erfahrenen Mandatsleiter von OBT begleiten Sie Schritt für Schritt, angefangen mit der Suche nach potenziellen Käufern bis hin zur Vertragsunterzeichnung. Für alle Fragen stehen sie Ihnen mit ihrer Fachkompetenz beratend zur Seite, sei es bei allgemeinen Fragen zum Verkaufsprozess, zur Bewertung Ihres Unternehmens oder zu den möglichen Steuerfallen beim Unternehmensverkauf.

Thomas Züger Partner OBT AG thomas.zueger@obt.ch OBT AG | Hardturmstrasse 120 | 8005 Zürich | www.obt.ch

Felix Tenger Partner OBT AG felix.tenger@obt.ch


12 · september 2013

eine themenzeitung von mediaplanet

news

4

Fact

SIcHERN SIE IHRE LIQUIDItÄt MIt VERScHIEDENEN FINaNZIERUNGSFORMEN

FactORING Bringt den KMU mehr Liquidität und Sicherheit. Foto: Corbis

Factoring schafft die notwendige liquidität ■■Frage: Für welche unternehmen ist Factoring eine erfolg versprechende option? ■■antwort: Factoring eignet sich für Firmen mit klaren und verlässlichen geschäftsprozessen, die einen bedarf an liquidität haben. dieser liquiditätsbedarf kann verschiedene gründe haben, wie zum beispiel Wachstum, vorauszahlung der lieferanten oder längere zahlungsziele der debitoren. Roland M. Rupp leiter geschäftsstelle schweizerischer Kmu verband

Unter Factoring versteht man den regelmässig wiederkehrenden Kauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen sofortige Zahlung des Kaufpreises.Anders formuliert: Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft. Dafür wird dem Unternehmen sofort ein entsprechender Betrag gutgeschrieben,der sich auf 80 bis 90 Prozent des jeweiligen Ausstands beläuft. Der Rest wird bei Zahlungseingang überwiesen. Darüber hinaus übernehmen Factoring-Gesellschaften in der Regel das Ausfallrisiko sowie die gesamte Debitorenverwaltung inklusive Mahnwesen. «Factoring bringt für KMU den grossen Vorteil, dass der Unternehmer seine Rechnungen abtritt und in der Regel innerhalb

von 48 Stunden von seinem Factoringgeber den Grossteil des Fakturabetrages gutgeschrieben erhält», bringt Roland M. Rupp, Geschäftsstellenleiter des Schweizerischen KMU Verbands (SKV), die Sache auf den Punkt.

Vorteilhaftere Einkaufspreise

Gemäss Rupp lohnt sich Factoring für alle Firmen, die einen Liquiditätsbedarf haben. «Aber auch für Unternehmen, die sehr viele Rechnungen ausstellen müssen, ist Factoring interessant, weil hier die Gesamtsumme der gestellten Rechnungen sehr hoch sein kann.Zudem vereinfacht Factoring die Geschäftsbuchhaltung.» Das Modell,so Rupp,eigne sich für kleine Handelsbetriebe oder Maschinenhersteller ebenso wie zum Beispiel für Arztpraxen. Durch die sofortige Li-

quidität können die eigenen Lieferanten umgehend bezahlt werden. Ebenso lassen sich gewährte Skonti nutzen. Durch regelmässige und rasche Bezahlung der Lieferanten können zudem vielfach auch vorteilhaftere Preise ausgehandelt werden.

Mehr Sicherheit

Das Modell eigne sich zudem hervorragend für den soliden Aufbau und Schutz des Eigenkapitals. Gemäss Rupp arbeiten Lieferanten gerne und vorzugsweise mit Firmen zusammen, die ihre Rechnungen rasch begleichen. «Vor allem aber bietet die eigene Liquidität wesentlich mehr Möglichkeiten und Spielraum bei einer allfälligen Expansion oder der Vorfinanzierung von Waren und Materialien.» Dadurch,

dass der Factor die Rechnungen sofort bezahlt, hätten mittlere und grössere Betriebe nicht nur mehr Liquidität, sondern auch mehr Sicherheit. «Gleichzeitig kann sich ein KMU-Betrieb wieder vermehrt auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, da die aufwendigen administrativen Arbeiten vom Factoring-Unternehmen übernommen werden.» Tatsache ist, dass der Factoring-Markt in der Schweiz seit einigen Jahren kontinuierlich wächst. Viele Unternehmen können dank Factoring aus eigener Kraft wachsen, ins Ausland expandieren oder ihren finanziellen Handlungsspielraum erweitern. CHRistiAn LAnZ redaktion.ch@mediaplanet.com

Factoring von KMU Factoring AG Die KMU Factoring AG wurde von Unternehmern für UnLängere Zahlungsziele der Debitoren – ternehmer geschaffen. Seit 2003 bieten wir unsere individuUnternehmensübernahme / Nachfolgeregelung ellen Finanzierungslösungen an und sind mittlerweile einer der führenden bankenunabhängigen Factoring-Anbieter in Erzielung von Skontoerträgen der Schweiz. Wir bevorschussen Rechnungen, übernehmen die Delkredereabsicherung und entlasten das Debitoren- Was sind die Kosten? management. Gesamtkosten ab 1% des Umsatzes (abhängig von Volumen, Bonität und Debitorenstruktur) Für wen ist Factoring geeignet? Factoring nützt Schweizer Firmen mit einem Umsatz von Kontakt: CHF 500 000 bis CHF 50 Mio., die Bedarf an Liquidität ha- Stephanie Damm KMU Factoring AG Tel. 055 556 40 40 ben. Dies kann verschiedene Gründe haben: damm@kmufactoring.ch Wachstum – Reduktion von Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten oder Banken

www.kmufactoring.ch

Anzeige


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

september 2013 · 13

news

KMU-Finanzexperten sichern die Zukunft von Unternehmen Für Grossunternehmen gibt es weltweit ein riesiges Heer von theoretisch starken, teuren und meist akademisierten Unternehmensberatern. Sie sind oft wenig geeignet für die Problemlösungen von kleineren Unternehmen. Eidg. dipl. KMU-Finanzexperten schlies­ sen praxisnah die Beratungslücke für die kleinen und mittleren Betriebe. Grossunternehmen sorgen mit Köpferollen und Entlassungen, spektakulären Zusammenschlüssen, Innovationen, guten oder schlechten Ergebnissen oder Pleiten täglich für Schlagzeilen. Kaum beachtet von den Medien geht es in der Welt der kleineren und mittleren Unternehmen genauso dynamisch zu und her. Auch hier wird täglich um Finanzierungen, Erweiterungen, Innovationsprojekte, Zusammenschlüsse, Mitarbeitermassnahmen gerungen. Und auch hier haben die Unternehmen zur Entwicklung und finanziellen Absicherung der besten Strategie einen grossen Bedarf an Knowhow. Die Begleitung und Betreuung von KMU in Phasen des Umbruchs wird von speziell ausgebildeten und geprüften, eidg. dipl. KMU-Finanzexperten praxisnah sichergestellt.

und KMU-Finanzverantwortliche können mit Hilfe der praxisnahen Ausbildung ihre Kompetenzen und damit die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens stärken.

Arbeitsplätze sichern

In der Schweiz wird die überwiegende Zahl der Arbeitsplätzte durch kleinere und mittlere Unternehmen sichergestellt. Eine gute, praxisnahe und von den Unternehmern akzeptierte Begleitung der KMU dient daher dem Erhalt vieler Arbeitsplätze. Sie ist somit für die Zukunft der Schweizer Volkswirtschaft von erheblicher Bedeutung. Finanzexperte: Schwierige, finanzielle Entscheidungen muss man nicht alleine treffen. 

Mehr als ein «Berater“

Viele KMU haben eine Aversion gegen folienbewehrte Consultants. Sie erwarten nebst guten Ratschlägen auch eine handfeste Unterstützung bei der Umsetzung. Der KMU-Finanzexperte ist ein enger Begleiter des Unternehmers. Er unterstützt ihn bei der Bewältigung von Umbruchsituationen, wie sie sich im Leben einer KMU immer wieder ergeben: Ob Expansion, Restrukturierung, Kauf eines Konkurrenten oder Lieferanten, Ausgliederung von Unternehmungsteilen, Nachfolge – stets geht es darum, die richtige Strategie zu entwickeln und

Foto: corbis

Felix Horlacher

umzusetzen, deren Finanzierung sicherzustellen, und dabei die steuerlichen und rechtlichen Auswirkungen im Auge zu behalten.

Aus der Gesamtsicht

Die Ausbildung zum eidg. dipl. KMU-Finanzexperten ist eine auf die kleineren Unternehmen ausgerichtete Weiterentwicklung der modernen umfassenden privaten Finanzplanungslehre. Bei dieser wird besonders die Gesamtsicht, das «Aus-einem-Guss-Handeln», gepflegt. Deshalb stimmt der KMU-Finanzexperte die geschäftlichen und privaten Finanzen des Unternehmers

aufeinander ab. Und deshalb koordiniert er bei strategisch entscheidenden Projekten wie anspruchsvollen Finanzierungen oder der Nachfolge die Zusammenarbeit aller Beteiligten, wie etwa Bank, Versicherer, Treuhänder, Steuerfachleute, eigene Führungskräfte oder Ingenieure. Zudem begleitet er alle anspruchsvollen Verhandlungen. Die Ausbildung zum eidg. dipl. KMUFinanzexperten richtet sich somit an berufserfahrene Unternehmungsberater, Treuhänder, Wirtschafts- und Steuer­experten, Finanzplaner, Bankfachleute, Versicherungs- und Vorsorgefachleute. Auch KMU-Unternehmer

redaktion.ch@mediaplanet.com

Facts

Weiterbildungen à la carte Diese Lehrgänge vermitteln Kompetenzen in den Bereichen Strategie und Finanzen und sind spezifisch auf KMU zugeschnitten: ■■ Eidg. dipl. KMU-Finanzexperte: www.kmu-finanzexperte.ch ■■ DAS in KMU Management: www.kmu.unisg.ch ■■ Fachmann-frau Unternehmungsführung KMU mit eidg. Fachausweis: www.siu.ch

Anzeige

Bürgschaftsgenossenschaft für KMU Cooperativa di fideiussione PMI

«Wir ärken KMU» Der einfache Weg zur verbürgten Finanzierung. Die gewerblichen Bürgschaftsorganisationen fördern entwicklungsfähige Klein- und Mittelbetriebe (KMU) durch die Gewährung von Bürgschaften mit dem Ziel, diesen die Aufnahme von Bankkrediten zu erleichtern. Die Beanspruchung einer Bürgschaft steht allen Branchen des Gewerbes offen. BG OST · 9006 St.Gallen · Tel. 071 242 00 60 · www.bgost.ch

OBTG_Inserat_a5_NEU.indd 1

23.05.13 16:14


14 · september 2013

eine themenzeitung von mediaplanet

erFAHrungsberiCHt INtERNatIONaLISIERUNG KMU bringen Schweizer Qualität ins ausland. Foto: Corbis

Das 1994 gegründete technologieunternehmen JNJ automation Sa mit Sitz in Freiburg cH entwickelt und vertreibt Industriemaschinen und -automaten. 2008 wurde die Firma von drei Teilhabern übernommen und hat sich in Europa bereits einen Namen gemacht. Kürzlich hat sie den Schritt gewagt und ist auf dem kanadischen Markt eingestiegen.

erfolgreich ins Ausland ■■Braucht der Schritt ins ausland etwas Mut oder ist er reines Kalkül?

Es braucht nicht unbedingt Mut dazu, doch ein Unternehmen sollte zuvor in unmittelbaren Nachbarländern Fuss fassen. Mit den gemachten Erfahrungen und Erkenntnissen wird der Schritt ins weiter entfernte Ausland selbstverständlich. Zudem ist es für einen Firmenchef logisch, das Vorhandensein weiterer Märkte zu erkunden.

■■Wie lässt sich der Schritt ins ausland und das damit verbundene Risiko ermitteln? Worin bestand das Risiko für Sie?

Da wir bereits Maschinen im Ausland installiert hatten, verfügten wir über einen guten Einblick in die entsprechenden Kundendienstleistungen und den Kontakt mit europäischen Kunden. Zu den Zielsetzungen eines Unternehmens gehören dessen Fortbestand und Weiterentwicklung. Der Schritt ins Ausland birgt tatsächlich gewisse Risiken, wenn es bei der Zuverlässigkeit hapert. Doch unsere Maschinen sind sehr leistungsfähig und hochentwickelt, was die Risiken für uns erheblich reduziert.Wenn wir mit einem Servicepartner vor Ort zusammenarbeiten, muss dieser ein geeignetes, umfassendes Training durchlaufen, um die Erwartungen unserer ausländischen Kunden zu erfüllen und den Unterhalt unserer Maschinen sicherstellen zu können. Andere Länder wollen nicht von kostspieligen Serviceeinsätzen aus der Schweiz abhängig sein – deshalb braucht es einen gut geschulten Partner.

■■Gibt es ein allgemeingültiges Erfolgsrezept?

Nein, das gibt es nicht. Wenn man sich seines Produkts sicher ist und keine Zweifel an seiner Qualität hegt, bleibt der Erfolg mit Sicherheit nicht aus. Unser Unternehmen bewegt sich in einem Nischenmarkt und kann sich stets auf Kundenbedürfnisse einstellen. Diese Faktoren machen unsere Stärke aus.

EXPORT

«ein vorteil ist die relativ zentrale lage der schweiz innerhalb von europa.»

■■Wie erreichen Sie eine gesunde Balance zwischen rein lokalen anforderungen und dem richtigen Mass an Swissness?

Die Milchverarbeitungsindustrie in der Schweiz hat einiges mit derjenigen in Frankreich oder eben in Kanada gemeinsam. Diese Ähnlichkeiten haben uns auch dazu bewogen, in die entsprechenden Märkte vorzudringen. Da die Gewohnheiten unserer europäischen und kanadischen Nachbarn den unseren sehr ähnlich sind, können wir die natürliche Balance zwischen lokalen Anforderungen und dem richtigen Mass an Swissness herstellen.

■■Worin bestehen die Vor- und Nachteile eines Hauptsitzes im Exportland Schweiz?

Ein Vorteil ist die relativ zentrale Lage der Schweiz innerhalb von Europa. Die Distanzen zu vielen europäischen Orten sind kurz, sodass wir zunächst die Absatzmärkte rundherum abdecken können. Zudem befinden sich die Häfen für internationale Lieferungen ziemlich in der Nähe (Frankreich).

Sébastien Jaquier directeur administratif JnJ

Zu den Nachteilen zählt der starke Franken, doch unser Unternehmen bewegt sich wie gesagt in einem Nischenmarkt. So punkten wir mit den technischen Eigenschaften unserer Produkte statt mit dem Wechselkurs, der für unsere ausländischen Kunden etwas ungünstiger ausfällt.

■■Warum nach Kanada? Sind noch weitere Länder geplant und wie wählen Sie geeignete Märkte aus?

Kanada ist ein bevölkerungsreiches Land und wir haben festgestellt, dass die Ernährungsgewohnheiten der Einwohner vor allem in Quebec den unseren sehr ähnlich sind – insbesondere, was den Konsum von Käse und allgemein von Milcherzeugnissen betrifft. Zudem hatte Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec) den an Export interessierten Unternehmen speziell Kanada näher vorgestellt,sodass wir unsere Analysen darauf aufbauen konnten. Zusätzlich schauen wir uns die USA genauer an und sind in Kontakt mit einem möglichen Partner. Durch Gespräche im Vorfeld wollen wir ausloten, ob ein Bedarf für unsere Maschinen besteht und welche Verkaufsaussichten wir auf diesem Markt haben. Der für uns geeignete Markt ist unser eigener, also der Lebensmittel-Verpackungssektor.Wenn wir uns einen neuen Markt erschliessen, gehen wir deshalb in diese Richtung. Auch können allfällige Partner vor Ort zusätzliches Absatzpotenzial für unsere Maschinen ermitteln.

FACTS

Exportgeschäfte versichern? Wer als KMU im ausland expandieren will, muss über genügend Liquidität und Sicherheiten für unvorhergesehene Schadenfälle verfügen. Folgende Fragen helfen, eine geeignete Wahl über die Finanzierung und absicherung Ihrer Exportgeschäfte zu treffen: ■■ Welche Konsequenzen hätte ein zahlungsausfall oder zahlungsverzug für Ihr Unternehmen? ■■ Hat ihr Unternehmen die Liquidität, um diesen finanziell zu überbrücken? ■■ Verfügt Ihre Firma über finanzielle und personelle Ressourcen oder internes Know-how, um im Ausland ihre Forderungen einzutreiben? ■■ Mit welchen Kosten wäre die Abtretung einer Forderung verbunden (Banken, Inkassounternehmen)? ■■ Haben Sie die Möglichkeit, eine Bankgarantie zu erhalten, unter welchen Bedingungen? ■■ Ist Ihre Bank bereit, die Kreditlimite für Ihre Firma zu erhöhen? ■■ Lässt sich Ihr Exportgeschäft auf dem privaten Versicherungsmarkt absichern? ■■ Kann Ihr Geschäft durch die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV gedeckt werden?


eine themenzeitung von mediaplanet

september 2013 · 15

news

transport und logistik: Keine unüberwindbare Hürde Kenntnis der bedingungen des jeweiligen landes und exakt ausgefüllte zollunterlagen tragen zur termingerechten lieferung bei. genauso lohnenswert ist der prüfende blick auf handelsmodalitäten, haftungsübergang und versicherungslösungen. ■■Welche Bestimmungen gelten für transporte ins Inund ausland? chris Hillis managing director dhl express schweiz

Im In- und Ausland sind die gleichen Bestimmungen gültig. Die Zollvorgaben unterscheiden sich von Land zu Land. Die Vorschriften und Verbote sind vielfältig. Zu den zollrechtlichen Verboten wie etwa die Ein- und Ausfuhr von Waffen und Rauschmitteln kommen die Bestimmungen des jeweiligen Logistikdienstleisters hinzu.

■■Welches sind die wichtigsten Punkte beim transport ins Inund ausland?

Drei Fragen müssen vor dem Transport beantwortet werden: 1. Sind alle zollrelevanten Dokumente und Informationen vorbereitet? Wichtig dabei sind die vollständigen Angaben auf den Zolldokumenten. Sind

diese unkorrekt oder ungenau, kann der Zoll die Sendung festhalten, bis weitere Abklärungen getroffen wurden. Dies führt für den Empfänger zu Zeitverzögerungen. Das betrifft ebenso den Import von Sendungen in die Schweiz.Auch hier existieren Gesetze und Vorschriften,was in welchen Mengen eingeführt werden darf. Auskünfte über bestehende Restriktionen geben Handelsorganisationen, der Zoll und Logistikdienstleister. 2. Entspricht die Transportart den Anforderungen? Zu zeitkritischen Sendungen passt eine Kurier- oder Express-Lösung. Für weniger dringliche Sendungen kann eine langsamere und preisgünstigere Alternative gewählt werden. 3. Sind die Handelsklauseln zwischen

Empfänger und Versender abgemacht? Darunter fallen die Verantwortlichkeit bezüglich Transport sowie Haftung und Risiken auf dem Transportweg – die sogenannten Incoterms (International Commercial Terms).

■■Welche Dokumente benötigt der Zoll?

Je nach Ware und Empfangsland werden unterschiedliche Dokumente gebraucht. Zwingend erforderlich ist eine Handelsrechnung. Darauf sind Sendungsinhalt, Menge und Wert der Ware erfasst.Überbegriffe wie etwa Ersatzteile sind unzureichend. Ob ein Ursprungsnachweis notwendig ist,bestimmt der Inhalt.Die Höhe des Zolls hängt von verschiedenen Kriterien ab.Eine reibungslose Abfertigung be-

dingt Kenntnisse über die Anforderungen im Ankunftsland.

■■Wie versichert ein KMU den transport ins In- wie auch ausland?

Zusätzlich zu den Incoterms wird festgestellt, ob die Transportversicherung in der Versicherung des Transporteurs eingeschlossen ist. Zudem wer bei Beschädigungen forderungsberechtigt ist.Vorsichtig sollte man beim Interpretieren von Versicherungslösungen sein. Keine Folgeschäden beinhaltet die Versicherung des Warenwertes. CLAuDiA CAVADini redaktion.ch@mediaplanet.com

PublirePortAge

WIE KMU DAS WERBEBUDGET WIRKUNGSVOLL EINSETZEN

Publireportage

Werbung, die ankommt Jedes KMU muss dafür sorgen, neue Kunden zu gewinnen und bei bestehenden im Gedächtnis zu bleiben. Weil das Budget oft gering ist, sollten die Werbemassnahmen sorgfältig ausgewählt werden. Eine besonders grosse Wirkung erzielt nach wie vor persönliche Werbung per Post. Nie zuvor standen so viele elektroni­ sche und physische Werbemassnah­ men zur Auswahl. Gerade KMU tun sich mit dieser Fülle von Möglichkei­ ten oft schwer. Denn wer auf die fal­ schen Instrumente setzt, findet we­ nig Beachtung und erzielt mit seinem Werbefranken kaum den gewünschten Erfolg.

AUFFALLEN UND ANSPRECHEN Weil die Konsumentinnen und Kon­ sumenten mit Informationen heute richtiggehend überflutet werden, soll­ ten sie mehr denn je mit persönlicher Werbung angesprochen werden – mit Direct Marketing. Originell gestaltete Werbebriefe, Flyer und Postkarten fal­ len auf, bleiben im Gedächtnis und lö­ sen bei vielen Empfängern eine Hand­ lung aus. Dies belegen verschiedene Untersu­ chungen: Laut den Marktforschungs­ instituten GfK Switzerland AG und Polyquest AG nimmt die Mehrheit der Schweizer postalische Werbung posi­ tiver wahr als elektronische. Das liegt daran, dass Mailings auf Papier meh­ rere Sinne ansprechen und generell als seriöser angesehen werden. Während sich bei gedruckten Werbesendungen bis zu 95 Prozent aller Empfänger da­ ran erinnern, sind es bei elektroni­ schen nur gerade 5 Prozent. Zudem erzielen Unternehmen mit Mailings per Post viermal mehr Absatz als mit elektronisch verschickten – besonders

wenn sie mit einem speziellen Treue­ angebot, einem Gutschein oder einem Produktmuster verknüpft sind.

GEWUSST WIE Ob Direct­Marketing­Aktionen tatsäch­ lich für neue Kunden sorgen und die angestrebten Bestellungen auslösen, hängt in erster Linie von der kreativen Idee und der Umsetzung ab. Wer ei­ nige Tipps und Tricks beachtet, kann den Erfolg deutlich steigern. Weil sich längst nicht jedes Unternehmen eine Werbeagentur leisten kann, hat die Post speziell für KMU eine ganze Rei­ he von Broschüren, Hilfsmitteln und Seminaren geschaffen – zu Themen von A wie Adressbereinigung über P wie Postversand bis Z wie Zielgruppe.

Werbung per Post erzielt eine beson­ ders grosse Wirkung, weil sie auffällt.

SO GELINGT IHR DIRECT MARKETING Auch KMU mit kleinem Budget können erfolgreiche Werbeaktionen realisieren. Die Post unterstützt sie dabei: •

• •

DirectPoint: Informations­ und Wissensplattform mit kostenlosen Planungs­ instrumenten, praktischen Hilfsmitteln, Musterbriefen, Checklisten sowie zahlreichen Tipps und Tricks. www.post.ch/directpoint DirectGuide: Praxishandbuch zum Direct Marketing mit Grundlagenwissen, Anleitungen und vielen Ideen für erfolgreiche Werbeaktionen. www.post.ch/directguide DirectNews: kostenlose Kundenzeitschrift mit praktischen Tipps und ak­ tuellem Fachwissen rund ums Direct Marketing. www.post.ch/directnews DirectCalendar: nützliche Planungshilfe mit den Terminen aller wichtigen Messen und Events sowie den Schulferien und Feiertagen aller Kantone. www.post.ch/directcalendar

• •

Direct-Marketing-Seminare: 22 Seminare zu Themen wie Text, Kreation und Verkauf. www.post.ch/dm­seminare PostCard Creator: einfaches Online­Tool, um originelle Werbepostkarten zu gestalten und zu verschicken. www.post.ch/postcardcreator

LESERANGEBOT Bis 31. Dezember 2013 erhalten Sie den DirectGuide für nur 25 statt 34 Franken. Bestellung unter www.post.ch/directguide. Code: KMU­Ratgeber


Mit TCMswiss gegen Beschwerden am Arbeitsplatz Der Berufsalltag fordert die Menschen heraus. Hinzu kommt der Wechsel in die kalte Jahreszeit. Beides zusammen greift die Abwehrkräfte und die Seele an. Und bringt viele aus dem Gleichgewicht. Darunter leiden nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch der Arbeitgeber. Bald kommt der Winter. Mit ihm Kälte und die feuchte Luft. Für den Arbeitgeber kann das bedeuten, dass die Mitarbeitenden öfter krank sind, mehr fehlen und den Stress auf Teamkollegen abwälzen. Im Endeffekt leidet das Unternehmen, weil Fehlzeiten und Überbelastung dem Geschäftsgang schaden. Mit gezielter Prävention kommen Mitarbeitende gesund und kraftvoll durch den Winter. Zum Beispiel mit kombinierten Behandlungen von TCMswiss. Ganzheitlich angehen Kopfschmerzen entwickeln sich oft zu chronischen Leiden. Die Erkältung eines Kollegen belastet im Grossraumbüro das ganze Team. Die trübe Jahreszeit greift die Seele an, das macht dem einen oder anderen Mitarbeitenden zu schaffen, drückt auf seine Stimmung. Mit der Folge, dass seine Arbeitsmotivation nachlässt und sich im Team negativ auswirkt. Es gibt viele Gründe, warum Mitarbeitende im Berufsalltag fehlen oder mangelnde Leistungen erbringen. Sie können akut oder chronisch sein und auf unterschiedliche Weise auftreten. Aber in welcher Form auch immer, sie

drücken ein Warnsignal aus und dürfen sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber nicht unterschätzt oder gar ignoriert werden. Vielmehr sollten sie ganzheitlich angegangen werden. Diesen Ansatz verfolgt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die sich als Ergänzung zur Schulmedizin bewährt. Das junge Unternehmen TCMswiss AG bietet die entsprechenden Behandlungen in der deutschsprachigen Schweiz an. Sie verbindet dabei chinesische Tradition mit Schweizer Qualität. Auch für Sprechzeiten vor Ort steht TCMswiss zur Verfügung, entweder beratend oder präventiv. Bei Interesse: 044 444 18 31. «Ich hatte Beschwerden, war motivationslos, ohne Energie. Nach drei Monaten Behandlung bei TCMswiss spürte ich eine wesentliche Besserung», Karin Häfliger, Winterthur. Mit Nadeln oder Schröpfkugeln Die Akupunktur hat immer wieder eine starke und nachhaltige Wirkung. In der westlichen Welt ist sie die bekannteste chinesische Heilmethode. Der TCM-Arzt setzt dabei feine Einweg-Edelstahlnadeln auf genau definierte Punkte der Meridiane (Energiebahnen). Das bringt die gestaute Lebensenergie Qi wieder zum Fliessen – und den Organismus ins Gleichgewicht. Eine Alternative zur Akupunktur ist das Schröpfen. Schröpfkugeln sind kleine runde Gläser mit einer Öffnung. Sie werden kurz erwärmt und gezielt auf die Energiepunkte gesetzt. Der entstehende Unterdruck saugt die Haut an und zieht sie hoch. Dadurch weiten sich die

Blutgefässe und die Durchblutung wird stark angeregt. Das Schröpfen fördert den Qi-Fluss, verhärtetes Hautgewebe sowie verspannte Muskeln lockern sich. Wärme und Kräuter Auch Wärme kann helfen. TCMswiss setzt deshalb oft die Therapie Moxibustion ein, auch kurz Moxa genannt. Dabei werden bestimmte Meridiane mit Moxakraut (getrockneter Beifuss) oder mit einer Moxalampe gewärmt. So lösen sich Energie- und Blutstagnationen. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Kräutertherapie. Die Traditionelle Chinesische Medizin arbeitet seit mehr als 3‘000 Jahren mit Rezepturen aus über 5‘000 Kräutern. Diese natürlichen Substanzen stellen das Gleichgewicht von Körper und Seele – Yin und Yang – wieder her. Falls zur Unterstützung der Behandlung eine Phytotherapie sinnvoll erscheint, erhält jeder Patient bei TCMswiss eine individuell für ihn zusammengesetzte Kräutermischung.

TCMswiss-Praxen therapieren ausschliesslich erfahrene chinesische Ärzte mit Studienabschluss. Das Unternehmen setzt auf kontinuierliche Weiterbildung des Ärzte-Teams sowie auf Erfahrungsaustausch in internen Workshops und gemeinsamen Fallbesprechungen. TCMswiss ist in 15 Städten vertreten, darunter neu eine Praxis in Zürich Oerlikon.

15 Praxen – neu auch in Oerlikon TCMswiss hat den verschiedenen Beschwerden des Berufsalltags viel entgegenzusetzen, mit den einzelnen Methoden, insbesondere jedoch mit der individuellen Kombination dieser Methoden. Den Behandlungen voraus geht die ganzheitliche TCM-Diagnose. Dabei werden nicht nur die Art der Beschwerden angeschaut, sondern auch der Gesamtzustand des Patienten, sein Yin-und-Yang-Gleichgewicht und der Qi-Fluss. In allen

Im Einklang mit Körper und Geist. Praxis Bülach Praxis Frauenfeld Praxis Heerbrugg Praxis Küsnacht Praxis Romanshorn Praxis Spital Bülach Praxis St.Gallen Praxis Thalwil Praxis Uster Praxis Winterthur Praxis Zug Praxis Zürich beim HB Praxis Zürich Altstetten Praxis Zürich Höngg Praxis Zürich Oerlikon

Frust, keine Energie? Motivation zurückgewinnen

Akupunktur Kräutertherapie Schröpfen Tuina-Massage in h c u a Neu kon i l r e O Zürich 8 1 8 1 0 044 24

www.tcmswiss.ch

043 422 99 88 052 721 18 18 071 799 18 18 044 202 18 18 071 777 18 18 044 383 18 18 071 290 18 18 044 720 18 18 044 999 18 18 052 223 18 18 041 750 18 18 044 211 18 18 044 440 18 18 044 340 18 18 044 240 18 18

KMU-Ratgeber  

KMU-Ratgeber

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you