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BUSINESS

Im Mittelpunkt des Umbaus stand die Einrichtung Shop-in-Shops von Marc Cain im Eingangsbereich. Neu dabei sind auch Marken wie Basler, Airfield und Luisa Cerano.

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enn es um die Werbung für sein Modehaus und seinen Standorts geht, schreckt Jens Ristedt vor fast nichts zurück. So engagierte der geschäftsführende Gesellschafter des Bremer DOB-Geschäfts Ristedt beispielsweise vor sechs Jahren einen Kettensägenkünstler, der auf dem Ansgarikirchhof zwei Wochen lang aus einem Holzstamm eine Kopie des Bremer Wahrzeichens Roland fräste und schnitzte. „Ich bin nicht nur Modehändler, sondern gleichzeitig auch Entertainer“, erklärt Ristedt, der regelmäßig Kunden-Events wie Modenschauen, Weinproben, Shopping-Nächte und „Verwöhntage“ veranstaltet.

In diesem Jahr ließ der gelernte Werbekaufmann wieder Maschinen anschmeißen. Anlass war diesmal der komplette Umbau des 750 m2 großen Geschäfts in der Bremer Innenstadt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Laden präsentiert sich jetzt hell, modern und großzügig. So wurden etwa der Fußboden in moderner Betonoptik gestaltet, große Pendelleuchten angebracht und ein Kassenblock aus Soliddekor geschaffen. Die neu errichtete lilafarbene Treppe verbindet die beiden Stockwerke und bietet Nischen für die Präsentation von Accessoires. Mit dem Umbau ging auch eine Sortimentsveränderung einher. Neu dabei sind unter anderem Airfield, Backstage, Basler, Cinque, Creenstone, Gaastra, Luisa Cerano, Milestone, Nice Connection, Oakwood und Riani. Zudem präsentiert sich jetzt Marc Cain mit einem eigenen 60 m2 großen Shop. Dieser wird von der neuen Ristedt-Einkaufsleiterin Birgit Neu32

TextilWirtschaft 50 _ 2010

Der Entertainer von der Weser Local Business: Der DOB-Händler Ristedt will nicht nur verkaufen, sondern auch unterhalten

Jens Ristedt ist seit 2001 alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer des Modehauses Ristedt

barth betreut. Die 42-Jährige führte zuvor die Geschäfte des Bremerhavener Geschäfts Milani Mode. „Wir haben uns von Labels getrennt, in denen wir nicht genügend Differenzierungspotenzial sehen und konzentrieren uns verstärkt auf Marken, die in der Stadt noch nicht so stark gestreut sind“, erklärt Ristedt, der an der Hochschule Bremen das internationale Studium „Management im Handel“ absolvierte und seit 2002 im Präsidium des BTE sitzt.

Die Kunst bestehe darin, sich „in einer Nische interessant und spannend zu machen und sich zu unterscheiden.“ Die besagte Nische besteht bei Ristedt aus Premium- und Sportswear-Kollektionen für Frauen ab 35 Jahren. Damit hat er einen wichtigen Schritt in Richtung Neupositionierung gemacht, die er bereits vor Jahren angestoßen und schrittweise verfeinern will. Zur Erinnerung: Das Modehaus Ristedt galt früher als Experte für Klassik, Großkonfektion und Trauermoden. Nach dem Umbau sieht sich der 42-Jährige, der das 1867 gegründete Familienunternehmen seit 2002 in fünfter Generation führt, „gut und zukunftsorientiert aufgestellt“. Die aktuellen Zahlen geben ihm Recht. Das Geschäftsjahr 2009 hatte Ristedt wegen der schwierigen Konjunktur und dem Wegfall wichtiger Lieferanten wie Delmod noch mit einem Pari abgeschlossen. 2010 kann er sich über einen „tollen Zuwachs im zweistelligen Bereich“ freuen. „Das zeigt, dass die Richtung stimmt“, sagt der waschechte Bremer. : BERT RÖSCH

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