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Store Konzepte // Handel

Store-Konzepte

Helden im Handel Optimismus, Know-how, Engagement und Kreativität sind die Werkzeuge, mit denen Unternehmer-Persönlichkeiten ihre Visionen wahr machen. Neue StoreFormate regen den Stoffwechsel unifomer Innenstadt-Gefüge an. Die Anlieger und Geschäftsleute sind stolz auf ihr Projekt ‚Ansgari-Quartier‘, dessen erfolgreiche Modernisierung am 15. April endlich gefeiert werden konnte: Mit neuen tiefroten Sonnenschirmen als optischer Klammer, mit Buchsbäumen in Kübeln und einer hölzernen Bühne für Musik- und Kulturdarbietungen zeigt sich der Platz am Ansgarikirchhof in Bremen nun aufgewertet und freundlich. „Das schafft Identifikation mit unserem Quartier und stärkt das Zusammenhörigkeitsgefühl der Anlieger“, meint Peter Schöler, Sprecher vom Lenkungskreis BID Ansgari und einer der Handvoll Anlieger, die die Verschönerungsmaßnahme des Business Improvement Districts Ansgari (www.ansgari-bid.de) initiierten und mitfinanzierten. Zuvor war der traditionsreiche Platz am einen Ende der Bremer Fußgängerzone dem freien Spiel der von InvestorenInteressen geprägten Standort-Entwicklung in der Bremer City preisgegeben – mit den entsprechenden Folgeerscheinungen: Ausgeblichene Schirme mit nicht-lokaler Brauereiwerbung, unruhiges Erscheinungsbild, vernachlässigter, ungemütlicher Gesamtauftritt. „Eine tolle Geschichte, die unser Quartier erheblich attraktiver macht, zum Bummeln und Verweilen einlädt. Darauf sind die Anlieger sehr stolz“, freut sich Jens Ristedt, Inhaber des Modehaus Ristedt und einer der tatkräftigen Anlieger. Standorte sind eben nicht per Zufall ‚gut‘ oder ‚schlecht‘, sondern werden ‚geformt‘. Store-Unikate auch. Zwar ähneln sich viele Haupteinkaufsmeilen durch ihren deckungsgleichen Store-Besatz nach wie vor bis zur Austauschbarkeit. Und starre Marken-Strategien wie die von Hollister, die den absolut identischen Auftritt an allen Standorten

anstreben und damit großräumig expandieren, betonieren diesen Zustand eher, als dass sie ihn ändern würden. Doch es gab schon eintönigere, investitionsärmere Zeiten im Handel. Viele Zeichen sprechen für zunehmende Diversifizierung: Einige große Player weichen von ihrer Einheitsdenke ab und setzen ihre Architekten darauf an, neue lokale Erlebnisräume zu schaffen. s.Oliver zum Beispiel verwandelt nicht nur seine Flagship-Stores in einzigartige Fantasie-Welten, sondern kreiert in ausgegliederten Mini-Stores zauberhaft heimelige Schmuckkästchen für die Accessoires-Linien. Auch die Supermarkt-Betreiber testen neuerdings kleinere, wendige Geschäftstypen, in denen sie mit begrenzten Sortiments-Ausschnitten konkrete Kundengruppen ansprechen, anstatt die Allesfür-alle-Strategie weiter auszubauen. In vielen Orten, auch in Klein- und Mittelzentren, bilden sich neue städtische Oasen, Muse-Plätze für Shopping und soziale Interaktion um einzelne zugkräftige Stores – oder auf Initiative lokaler mittelständischer Unternehmer wie bei Ristedt. Eine örtliche Identität, das Einkaufen 'vor der Haustür' beim lokalen Händler, gewinnt an Zuspruch. Überhaupt scheint bewusstes, aktives und strategisches Konsumieren als echter Ausdruck der Zeit deutlichere Gestalt anzunehmen. Die wachsende Bedeutung karitativer, fairer oder anderswie ethisch-moralisch basierter Aspekte in den Einzelhandel ist nicht mehr von der Hand zu weisen. TM zeigt auf den folgenden Seiten aktuelle Beispiele eindrucksvoller Handelskonzepte, die von starken Unternehmer-Persönlichkeiten initiiert und gesteuert werden.

TM Mai 2011 // 195

RISTEDT - Im Gespräch  

Presseartikel RISTEDT

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