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linking cities Virtuelle Überbrückung von Raum in einem innerstädtischen Ausstellungskonzept

Alexander Hanke Mat. 439752 HAWK Hildesheim Fakultät Gestaltung / Kompetenzfeld CI-CD BA-Thesis SS2008


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Inhaltsverzeichnis

1. Einstieg

S. 07

Teil01 2. Theoretischer Ausgangspunkt 2.1 Was ist eine Stadt? 2.2 Städtepartnerschaft im Augenblick 2.3 Ausstellung im Allgemeinen 2.4 Kommunikationstheorie 2.5 Kommunikation in Ausstellungen 2.6 Kultur- und Fremdenfeindlichkeit

S. 09 S. 09 S. 11 S. 13 S. 14 S. 17 S. 20

3. Linking Cities 3.1 Die Idee der Ausstellung 3.2 Ausstellungsidentität 3.2.1 Philosophie 3.2.2 Zielgruppe 3.2.3 Besonderheiten 3.3 Träger der Ausstellung 3.4 Das Programm schafft den Rahmen 3.4.1 Zur Überbrückung von Raum 3.4.2 Nutzen und Umsetzung der Videoinstallation 3.4.2.1 Vorraussetzung der Realisierung 3.4.2.2 Mobilität und Ort 3.4.3 Blickpunkt Video

S. 24 S. 24 S. 25 S. 25 S. 26 S. 27 S. 27 S. 28 S. 28 S. 30 S. 32 S. 33 S. 34


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Der Grundstein für diese Arbeit wurde schon vor ca. drei Jahren bei einem Kongress der Universität Magdeburg gelegt. Bei diesem Symposium mit dem Titel : „inter-aktion-zukunft][ Kultur Bildung Technik“ ging es, wie der Name schon sagt, um Modelle, Vorhaben und Ideen, die die Zukunft unserer Gesellschaft prägen bzw. prägen könnten. Einer der veranstalteten Workshops befasste sich mit einem Kunstprojekt, das augenblickliche Veränderungen im urbanen Raum behandelt und wie diese auf den Menschen an sich, auf das Stadtviertel, sowie soziale Gefüge auswirken.

Weiterhin wurde die Frage behandelt, wie man von diesen Veränderungen profitieren und in Bildern erzählen kann. Als Veränderung ist z.B. der Bau eines Einkaufszentrums zu nennen und somit meist auch das Verdrängen von kleinen persönlichen Läden. Es wurden verschiedene Menschen in verschiedenen Städten bzw. Vierteln, mit Videokameras begleitet und es wurde festgehalten wie sich deren Alltag durch bestimmte Neuerungen ebenfalls verändert. Diese Filme dienten als Grundlage für einen Vergleich, bzw. dem Herstellen von Verbindungen zwischen den Menschen verschiedener Städte und wie sie sich in den unterschiedlichen Städten anpassen. Diese Gedanken des Verbindens von Menschen bzw. Städten bilden in gewisser Weise die Basis für diese Arbeit. Doch es stellte sich weiterhin die Frage danach, was Menschen in unterschiedlichen Städten außerdem verbindet. Diese Verbindung sollte etwas Übergeordnetes sein, etwas was über den Städten schwebt und doch an der Basis agiert. Hierbei ergab sich eine Verbindung zu dem Prinzip der Städtepartnerschaften, etwas was sich keine Bewohner direkt aussuche, bei dem es jedoch zumeist genau um sie geht. Letztendlich entstand die Idee, dies im Rahmen einer Ausstellung zu verwirklichen.


Somit soll diese Arbeit ein Ausstellungskonzept vorstellen, dessen Fokus weniger auf Veränderungen liegt, als auf dem Verbinden von zwei Städten und den Menschen. Sie soll ein Vorhaben aufzeigen welches auf der Idee und den Idealen, die hinter der Institution Städtepartnerschaft stehen, aufbaut. Punkte wie der kulturelle Transfer und der Abbau von Ressentiments soll die Ausstellung aufgreifen und bedienen. Somit ist sie eine Weiterführung und Realisierung einer Städtepartnerschaft. Weiterhin soll die Ausstellung selbst und ihre Komponenten ein modulares und mobiles System sein, welches sich auf jede bestehende Städtepartnerschaft anwenden lassen soll. Ebenso können aber auch Städte miteinander verbunden werden, die momentan im Aufbau einer Partnerschaft begriffen sind. Die Ausstellung selbst beinhaltet eine Vielzahl von Ebenen, die für ein möglichst authentisches Bild der jeweiligen Stadt sorgen sollen. So kann über Video, Audio, Fotografie, Text und Grafiken eine fremde Stadt erlebt werden und dadurch, was es bedeutet an diesem Ort zu leben. Gleichwohl soll dies immer im Kontext mit der Stadt, in der gerade ausgestellt wird, geschehen, so dass z.B. die Historien der einen mit der anderen in Verbindung gesetzt werden. Ebenso ist es ratsam, neben der eigentlich statischen Ausstellung, eine Reihe von weiteren aktiven Elemente wie Lesungen, Konzerte, Vorträge oder anderes Kulturgut der jeweiligen Stadt zu offerieren, so dass das Erleben der fremden Stadt noch umfassender und ebenso Alters- und Schichtübergreifend geschieht.

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Wie in der Einleitung bereits angedeutet wurde, besteht ein gewisser Klärungs- und Aufklärungsbedarf über das Prinzip der Städtepartnerschaft. Somit beschäftigt sich der folgende Abschnitt mit den Voraussetzungen, die für das Verständnis des Themas und des Hintergrundes der Ausstellung von Nöten sind. Dieser Teil soll einen globalen Überblick bieten und den Leser für diese Thematik sensibilisieren.

2.1 Was ist eine Stadt?

Zu Beginn dieses Teils soll die Stadt an sich erklärt werden, was sich hinter dem Begriff und somit dem Konstrukt verbirgt, daraus schlussfolgernd, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen bzw. welche Folgen die Herausbildung einer Stadt hat. Denn es stellt sich die Frage danach, was eine Stadt auszeichnet. Sind es die verschiedenen Bauwerke wie Wohnhäuser, Gebetsstätten oder die Erlebnisräume? Oder sind es Skulpturen und Denkmäler, die für den Charakter einer Stadt stehen? Alle diese Beispiele sind nicht auszuschließen, jedoch sind sie nicht die Eckpfeiler einer Stadt. Die Menschen sind es, die das Bild oder auch überhaupt erst eine Stadt prägen und gestalten. Hierbei sind es vor allem ihre Beziehungen zueinander, die entscheidend sind, welches Gesicht eine Stadt bekommt.


Per Definition ist eine Stadt eine zentralisierte, größere und abgegrenzte menschliche Ansiedelung mit eigenen Rechten.2 Ihr Ursprung selbst leitet sich aus dem mittelalterlichen Stadtrecht ab, welches ein Marktrecht, Recht auf Selbstverwaltung, Freiheit der Stadtbürger, das Recht auf Besteuerung, die Gerichtsbarkeit und einige weitere Aspekte beinhaltete. Darüber hinaus ist sie ein zentraler Ort mit vielfältigen ethnischen, sprachlichen, sozialen, kulturellen und konfessionellen Einflüssen. Aus diesem Umstand leitet sich auch die Tatsache ab, dass Städte per se durch die Verbindung der unterschiedlichen Menschen untereinander einen Netzwerk-Charakter besitzen. Gleichwohl ist hieraus zu folgern, dass es ein offenes System sein muss, welches sowohl von den inneren als auch von den äußeren Einflüssen geprägt ist, da Netzwerke auch über Stadtgrenzen hinaus Bestand haben. Der Charakter einer Stadt selbst wird durch die vielen alltäglichen Situationen beschrieben. Es werden Zentren gebildet, Trends und Meinungen geschaffen, welche wiederum über die Netzwerke mit Externen nach außen getragen werden. Mit Alltäglichem ist nicht gemeint, dass es lediglich die stupiden und meist eintönigen Aufgaben wie der Weg zur Arbeit oder dem Supermarkt sind, obwohl selbst diese Abwicklungen in jeder Stadt etwas anders ablaufen können. Denn so können „normale“ Gegebenheiten der einen Stadt „Exklusivität“ in einer anderen Stadt bedeuten. So sind Rikschas, Kopftücher, Minarette oder Tempelaffen für einen Deutschen etwas Ungewöhnliches und z.B. unsere Kirchen und Gründerzeithäuser wiederum für einen Inder ein nicht alltägliches Bild. Diese genannten Details beeinflussen das Leben in und das Bild von einer Stadt und kreieren hieraus einen typischen Charakter. Die Ausstellung soll genau diese Gegebenheiten darstellen und hierüber den Menschen ein Bild der Wirklichkeit liefern.

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Ein weiteres wichtiges Merkmal einer Stadt ist der Umstand, dass sie ein Erlebnisraum ist, welcher genährt und geformt werden will. Sicherlich sind ländliche Gebiete auf ihre Art auch ein Erlebnisraum, doch gerade durch das Zusammentreffen vieler unterschiedlicher Charaktere muss der Stadt eine besondere Erlebnisrolle zugesprochen werden. Für einige dieser Merkmale soll auch die Ausstellung einen Anknüpfungspunkt bieten, denn sie soll über die Maßen einen verbindenden Charakter besitzen und ein Netzwerk von Internen und Externen generieren. Ebenso soll auch ein Platz für den Austausch oder die Pflege bereits bestehender Verbindungen geboten werden. Alles in allem soll sie natürlich ein Erlebnis sein, die Besucher unterhalten und hierüber zur Kommunikation anregen. Denn der Charakter einer Stadt formt sich wie beschrieben aus ihren Bewohnern und den mit ihnen verbundenen täglichen Erlebnissen oder Abläufen.


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Ein ebenso wichtiger Aspekt, der innerhalb der Ausstellung aufgegriffen bzw. bedient werden soll, ist die Tatsache, dass sich nicht nur das Bild einer Stadt durch ihre Bewohner formt, sondern auch Bewohner sich bewusst mit einer Stadt identifizieren und das durch andere Bürger geschaffene Bild einer Stadt in gewisser Weise auf sie abfärbt. Somit darf die Stadt, in der die Ausstellung stattfindet, in der Ausstellung selbst nicht vernachlässigt werden. In gewisser Weise sollte immer ein Bezug geschaffen werden vom Ausgestellten zu seiner Umgebung, so können bspw. historische Verläufe beider Städte gegenüber gestellt werden. Durch diese offensichtliche Verknüpfung der beiden Städte wird erreicht, dass der Betrachter das Ausgestellte als nichts Exklusives ansieht und weiterhin immer einen Bezug zu seinem Leben findet. In gewisser Weise soll hierdurch Nähe erzeugt und im Idealfall die Unnahbarkeit des Fremden verringert werden.

2.2 Städtepartnerschaft im Augenblick

In dem nachstehenden Abschnitt soll geklärt werden, was unter dem Begriff der „Städtepartnerschaft“ zu verstehen ist. Dies geschieht in Anbetracht der Geschichte und der Gründe für das Entstehen dieser Beziehungen. Im Allgemeinen versteht man darunter eine Partnerschaft zwischen zwei Städten, die auf kulturellem und wirtschaftlichem Transfer beruht. Im Englischen beschreiben die Begriffe „sister cities“ oder „town twinning“ wie eng diese beiden Städte im Idealfall miteinander verbunden sein sollten. Ebenfalls beruht das Grundprinzip der Städtepartnerschaft, welches nach dem Ende des zweiten Weltkrieges entwickelt wurde, auf dem Zusammenführen der Menschen aus den unterschiedlichen Ländern Europas und soll weiterhin ein Grenzübergreifendes oder sogar Grenzen eliminierendes Element sein, um Erfahrungen und Kultur auszutauschen und beim Aufbau einer friedlichen

Gesellschaft zu helfen. Es gab zwar auch vor dem zweiten Weltkrieg vereinzelt Partnerschaften zwischen einzelnen Städten; die erste offizielle Partnerschaft, an der eine deutsche Stadt beteiligt war, geht bspw. auf das Jahr 1930 zurück und wurde zwischen Wiesbaden und Klagenfurt geschlossen. Diese Verbindungen können aber im Vergleich mit den heutigen als eher lose bezeichnet werden.


Heute ist die Zahl der Beziehungen auf ca. 30.000 angewachsen und beschränkt sich nicht nur auf Europa. Ferner ist ein weltweites Netz entstanden und sorgt für einen Austausch an vielfältigen Informationen. Die Gründe, warum eine Städtepartnerschaft eingegangen wird, können verschiedene sein. Zumeist sind es jedoch gemeinsame Eigenschaften der Städte, eine ähnliche Geschichte, religiöse Beziehungen, ähnliche Stadtnamen, wirtschaftliche oder geografische Ähnlichkeiten. Zuweilen kann auch eine gemeinsame und langjährige Arbeit von Vereinen oder Bürgern zu einer Städtepartnerschaft führen. Nachdem eine Partnerschaft geschlossen wurde, werden in der Folgezeit, je nach Engagement der Städte, oftmals jährliche Besuche organisiert.

Die Initiative hierzu geht entweder von der Stadtverwaltung, Vereinen oder gelegentlich auch von den Bürgern selbst aus. Die Besucher sollen in der Regel bei privaten Gastgebern untergebracht werden, was das Zusammenwachsen der Völker fördert. Genau diesen beschriebenen Charakter des Austauschs und mehr noch des Verbindens soll die geplante Ausstellung maßgeblich mittragen. Sie soll das Interesse an einer anderen Kultur wecken und zu einem Dialog, wie auch immer dieser ausfällt, ermutigen. Denn wenn auch nur ein Dialog nonverbal im Kopf des Betrachters oder verbal zwischen mehreren Betrachtern vollzogen wird, ist ein Kern der Ausstellung erfüllt. Denn der Dialog soll helfen, eine fremde Kultur zu verstehen und somit auch die Städtepartnerschaft zu legitimieren, da eine Partnerschaft nicht aus einer reinen Zweckmäßigkeit hervorgehen sollte.

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2.3 Eine Ausstellung im Allgemeinen

Für die Definition des Begriffs „Ausstellung“ ist wiederum ein Blick zur Wortbedeutung selbst dienlich. So sind zwei eng mit dem Verb „ausstellen“ verbundene Wörter, zum einen das Wort „vorzeigen“, als auch „exponieren“, zu beachten. In beiden Fällen geht es um das zur Schau stellen von Etwas. Dies können Gegenstände, aber auch Texte, sowie verschiedene Medien oder Lebewesen sein. Im Grunde sind dem „zur Schau“ stellen auch kaum Grenzen gesetzt, so lange das Dargebotene einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Somit beinhalten alle Ausstellungen die ihnen innewohnende Dialektik zwischen den Intentionen des Ausstellers und den Erfahrungen des Betrachters.

Die Frage „Wer präsentiert etwas für wen?“ ist immanent und zieht sich durch alle Bereiche der Ausstellung. Weiterhin offeriert das Ausstellen ein Grundgerüst aus Lernen, Erfahren oder Entdecken sowie dem Interagieren zwischen dem Betrachter und dem Betrachtetem. Sie nimmt den Betrachter mit auf eine Reise, macht Unzugängliches zugänglich und den Ausstellungsraum einzigartig. Dabei gibt es verschiedene Arten der Ausstellung. Zum einen gibt es dauerhafte Ausstellungen, zu den ständig zur Schau gestellte Sammlungen, beispielsweise aus dem Fundus von Museen, zählen. Eine thematisch und zeitlich begrenzte Ausstellung wird als Sonderausstellung bezeichnet. Wird diese nach dem Abbau an einem anderen Ort neu aufgebaut, so wird sie Wanderausstellung genannt. Die in dieser Arbeit vorgestellte Ausstellung beinhaltet einen Teil von jeder der genannten Formen, so soll sie eine Sammlung darstellen, wobei sie thematisch begrenzt ist, sich die Inhalte jedoch ändern können. Ebenso befindet sie sich an einem festen Platz, jedoch an zwei Orten gleichzeitig und das Grundgerüst soll an verschieden Orten Einsatz finden. Die genaue Beschreibung, wie dies geschehen soll, erfolgt später im Text.


2.4 Kommunikationstheorie

Der nachstehende Abschnitt befasst sich Schwerpunktmäßig mit dem Begriff der Kommunikation, um diesen jedoch vollständig und umfassend zu erklären, bedarf es etlicher Seiten Text. Aus diesem Grund sollen hier nur die Grundzüge dargestellt werden. Der Begriff Kommunikation leitet sich vom lateinischen Begriff „communicare“ ab und bedeutet soviel wie „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“ 3. Auf der menschlichen Alltagsebene definiert er ein gemeinschaftliches Handeln, in dem Gedanken, Ideen, Wissen, Erkenntnisse, Erlebnisse o.ä. mitgeteilt werden und auch neu entstehen. Somit basiert Kommunikation in diesem Sinne auf der Verwendung von Zeichen in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift, Bild oder Musik. Kommunikation ist weiterhin nicht nur das Mitteilen, sondern auch die Aufnahme, der Austausch und die Übermittlung von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen. Unter Kommunikation wird auch das wechselseitige Übermitteln von Daten oder von Signalen verstanden, die für die Teilnehmer der Kommunikation eine festgelegte Bedeutung haben. 14


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Eine erste einfache Darstellung ist das technische Modell für Kommunikation von Claude E. Shannon und Warren Weaver, die dieses 1949 für den physikalischen Vorgang der Nachrichtenübermittlung erstellt haben. Dabei geben sie die Übertragung einer Nachricht wie folgt wieder: „Die Nachrichtenquelle wählt aus einer Menge von möglichen Nachrichten eine gewünschte Nachricht aus (…). Die ausgewählte Nachricht kann aus geschriebenen oder gesprochenen Worten oder aus Bildern, aus Musik usw. bestehen. Der Sender übersetzt diese Nachricht in das Signal, welches dann über den Übertragungskanal vom Sender zum Empfänger übertragen wird. (…) Der Empfänger ist eine Art umgekehrter Sender, der das übertragene Signal in eine Nachricht zurückwandelt und diese an das Ziel weitergibt. (…) Während des Übertragungsprozesses werden leider meistens dem Signal bestimmte Dinge hinzugefügt, die von der Nachrichtenquelle nicht beabsichtigt waren. Diese unerwünschten Zusätze können Tonverzerrungen sein (in der Telefonie z.B.) oder atmosphärische Störungen (in der Funktechnik) oder Verzerrungen der Form oder des Schattens eines Bildes (Fernseher) oder Übertragungsfehler (Telegrafie oder Bildfunk) usw. Alle diese Veränderungen im übertragenen Signal werden Störungen genannt.“ 4

Da dies nun ein sehr technisches Model ist und bei der Kommunikation mit Menschen noch weitere Faktoren eine Rolle spielen, wurde dieses Modell 1970 von Stuart Hall zu seinem „Encoding Decoding – Modell“ weiterentwickelt. Es stellt gleichwohl einen Sender und einen Empfänger dar. Jedoch wird der vorhandene Zeichenvorrat des Kommunikators (Sender) und des Rezipienten 5 (Empfänger) berücksichtigt. Als Zeichenvorrat lässt sich wie beschrieben alles vorhandene Wissen, die Sprache oder der soziokulturelle Hintergrund ansehen. Somit bedient sich der Perzipient dieses Zeichenvorrats und schickt eine dadurch kodierte Nachricht an den Rezipienten. Diese wird dort mit dem vorhandenen Zeichenvorrat entschlüsselt und es wird eine Information extrahiert. Anschließend wird gegebenenfalls darauf reagiert. Sowohl bei dem Dekodierungsprozess, als auch bei den Übertragungen können nun jedoch Störungen und hierdurch Fehler entstehen. Häufige Störungen sind folgende: mangelnde Aufmerksamkeit, eingegrenzte Wahrnehmung, undeutliche Aussprache, die Selektion begrenzter Merkmale. Störungen wie: unterschiedliche Sprachen und Übersetzungsfehler, Mehrdeutigkeit oder Kulturelle Unterschiede sind eher auf einen nicht übereinstimmenden Zeichenvorrat zurückzuführen, als auf die eigentliche Form der Störung, die in gewisser Weise von außen an die Information gelangt.


Aufgrund dieser Vielfältigkeit an Fehlern und Kodierungs- oder Dekodierungshürden ist es wichtig, dass der Rezipient eine Rückmeldung oder auch Feedback an den Kommunikator abgibt, inwieweit er die Botschaft verstanden hat, was er damit zu tun gedenkt und welche Bedingung er daran knüpft oder welche Unterstützung er dafür braucht. In diesem Fall wird er wiederum zum Kommunikator und der Vorgang startet erneut. Noch weit reichender wird der Begriff der Kommunikation und vor allem auch welche Schwierigkeiten bei diesem Vorgang auftreten können in der Informationstheorie beschrieben. Hierbei steht vor allem die Information, also der Kern einer Nachricht, im Mittelpunkt. Bei der Analyse von Informationstheorien wird vordergründig ein wichtiger Aspekt, der bei den vorangegangenen Modellen noch keine Erwähnung fand, deutlich: dass nicht nur Zeichen, also rational – kognitive Informationen übertragen werden, sondern auch ästhetische, affektive Informationen übermittelt werden können. Dabei ist vor allem wichtig zu verstehen, dass die Wahrnehmung selbst nicht nur über die Augen geschieht, sondern auch über fast alle anderen Sinne, was für die Gestaltung einer Ausstellung von enormer Wichtigkeit ist. Zunächst soll aber noch einmal die Nachricht selbst und wie sie in der Informationstheorie wahrgenommen wird beschrieben werden:

„Eine Nachricht soll aus einer Folge von Elementen bestehen, die einem Repertoire entnommen sind. Die Information, die durch diese Folge übermittelt wird, deckt sich mit ihrer Originalität.“ 6 Hierbei ist gut zu erkennen, dass zwischen der Nachricht und der Information unterschieden wird und welche Bedeutung ihr zugesprochen wird. Die Information selbst, also die Essenz einer Nachricht, kann laut Horst Völz wie folgt gedeutet werden: „1. In wörtlicher Bedeutung heißt »informatio« das Verstehen von etwas mit einer Form, Gestaltung 2. Im übertragenen Sinne entspricht »informatio« dem deutschen Wort »Bildung«, was ja auch übertragen gebraucht wird (Form-, Gestaltgebung). Es lassen sich vom übertragenen Gebrauch wieder zwei Gruppen unterscheiden: 2.1 »Bildung« durch Unterrichtung, Unterweisung und Belehrung, wobei sowohl der Vorgang (z.B. Ausbildung) als auch das Ergebnis (z.B. Allgemeinbildung) gemeint sein können. 2.2 »Bildung« durch Darlegung, Erläuterung und Erklärung (jemandem etwas erklären).“ 7 Somit beinhaltet Kommunikation, für die an einer Kommunikation teilnehmenden Wesen, das Verstehen von einem Sachverhalt und hieraus weiterführend Bildung und Wissen über diese Angelegenheit. Hieran zeigt sich auch die Wichtigkeit des Verstehens vom Wesen der Kommunikation, um bestmöglich in der Ausstellung Wissen zu vermitteln. Einen Schritt weiter geht Niklas Luhmann mit seiner Beschreibung der Bedeutung von Kommunikation: „Gesellschaft besteht nicht aus Menschen, sondern aus der Kommunikation zwischen Menschen.“8 Auch wenn Kommunikation oft auch Missverständnisse mit sich bringt, hilft sie doch mehr beim Verstehen einer Kultur und der Ausbildung einer friedlichen Gesellschaft, als die Interpretation einer Kultur aufgrund von Massenmedien. Wie die Kommunikation speziell in Ausstellungen aussieht, soll Bestandteil des nächsten Abschnittes sein. 16


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2.5 Kommunikation in Ausstellungen

„Faßt man den Informationsbegriff nicht streng kybernetisch, sondern als Prozess im Sinne einer Kommunikation zwischen Objekten, kontexterklärenden Elementen und Menschen auf (…), so folgt daraus, dass jedes Objekt eine Vielzahl an Informationen, Botschaften, vermitteln kann. Welche dies im Einzelnen sind, hängt auch vom Besucher, von seinem individuellen gesellschaftlich sozialisierten Erfahrungshorizont ab. Neben so genannten intendierten Botschaften, also den tatsächlichen rationalen Inhalten und Kontexten, gibt es eine Reihe nebensächlicher, sachfremder Informationen durch Objekt, Kontext und Präsentationsmittel einer Museumsausstellung, die unbeabsichtigte Wirkungen im Sinne von Kommunikation haben. Daraus folgt, daß die gewollten Informationen klar erkennbar sein müssen, deutlich formuliert und präsentiert werden sollen.“ 9 Aufgrund dieser Tatsachen und der Vieldeutig- und Vielschichtigkeit von Texten und Objekten muss den Ausstellungsmachern eine fast wichtigere Rolle als den Exponaten selbst beigemessen werden. So können diese durch ihre Ausstellungskonzeption, die Auswahl und Ordnung der Exponate, die kontextklärenden Elemente und durch das Ausstellungsdesign den Kommunikationsprozess zwischen Ausstellungselementen und den Besuchern gemäß ihren Zielen bis zu einem gewissen Grad steuern. Somit sollte die Voraussetzung jeder kontextorientierten Ausstellungsplanung die Reflexion von Zielen und Botschaften der Ausstellung sein. Durch dieses Ausstellungskonzept werden die Informationen zielorientiert geplant und letztendlich auch umgesetzt. Die Kommunikation in einer Ausstellung ist natürlich nicht weitläufig anders als eine herkömmliche Kommunikation, jedoch gibt es einige Unterschiede, die zu beachten sind. Denn die Kommunikation in einer Ausstellung erfolgt z.B. nicht direkt zwischen zwei Personen. Sie entsteht in gewisser Weise erst durch die Interpretationen von bestimmten Gegenständen oder Umständen durch die beteiligten Personen. Maßgeblich hängt sie von dem Besucher, der Interpretation von etwas aufgrund seines Erfahrungshorizontes und dem Ausstellenden und seinen Möglichkeiten sich auszudrücken, ab.


Weiterhin muss die Rationalität der Objekte und Informationen transparent dargestellt werden, denn die Menschen, die eine Ausstellung betrachten, kommen zumeist völlig unvoreingenommen und ohne Vorbildung über das jeweilige Thema. Dies bedeutet, dass sie ihren Zeichenvorrat womöglich erst noch mit nötigen Informationen füllen müssen, um eventuell Ausstellungsstücke verstehen zu können. Wie dieses Füllen erfolgt, kann auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen, so dass es eine Informationsbeschilderung der Werke und Informationsbroschüren gibt, dass Exponate so angeordnet sind, dass über die Chronologie Eindrücke verarbeitet werden oder dass Führungen stattfinden, bei denen ein Kommunikator Informationen liefert. Eine genauere Beschreibung, wie dieser Zustand einer möglichst Besucherfreundlichen Ausstellung erreicht wird, beschreibt Roger Miles vom British Museum (NH), London, wie folgt: Holding visitor’s attention“ – die „Haltekraft“ eines Objekts kann erhöht werden, indem man mitteilt a) worum es bei diesem Ausstellungselment geht; b) dass es etwas mit ihnen selbst zu tun hat; c) dass es auf eine ganz bestimmte Art geplant worden ist; d) dass es auf eine bestimmte Art funktioniert (wenn bedienbar) „Recalling earlier knowledge“ – Anknüpfungen an die Welt des Besuchers und was er bereits wissen könnte, finden und darbieten „Presenting information“ – das Medium transportiert die Botschaft und hat als zentrale Aufgabe a) Dinge zu erklären; b) Beispiele (und Gegenbeispiele) zu geben; c) Nachdruck zu verleihen; d) dem Besucher zeigen, worauf er achten soll; e) die Information so zu ordnen und in Schritte zu zerlegen, dass der Besucher nicht überwältigt oder gelangweilt ist f ) den Besucher ermutigen sich zu beteiligen „Activation Response“ – hervorrufen einer Reaktion auf das Ausgestellte 10

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Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich aus all den letztgenannten Umständen die Tatsache ableiten lässt, dass zum einen der Besucher in den Mittelpunkt gerückt werden muss, da dieser ausschlaggebend für das Gelingen oder Scheitern einer Ausstellung ist. Zum anderen ist festzuhalten, dass die bloße Zurschaustellung von Gegenständen, Fotografien oder ähnlichen Objekten nicht nur für eine Verwirrung beim Betrachter sorgt, sondern gleichwohl die Ausstellung in ihrer Gesamtheit auswechselbar und unsinnig erscheinen lässt. Somit ist die sinnvolle Inszenierung der ausgestellten Exponate zwingend erforderlich, denn Objekte müssen mit Hilfe von Inszenierung so präsentiert werden können, dass sie nicht den Eindruck von monolithischen Ausstellungsstücken vermitteln. Neben dem Verständnis des Ausgestellten ist auch die Authentizität des Selbigen von enormer Wichtigkeit.

So kann eine falsch gewählte Konstellation von Gegenständen diese in einem völlig anderen, bisweilen falschen Licht erscheinen lassen. Wie es in dem Heft „Inszenierung an Museen und ihre Wirkung auf Besucher” heißt, wird gerade durch die Inszenierung primär auf die Authentizität des Exponates hingewiesen. Es entsteht im besten Fall sogar eine „Aura des Authentischen“.11

Diese Aura zu erzeugen und nicht die Präsentation von kostbaren Exponaten ist auch maßgeblich Aufgabe der hier vorgestellten Ausstellung, denn nur über die Ebene der Authentizität lässt sich ein Bild beim Betrachter generieren, was dem der dargestellten Stadt am ehesten entspricht und ihm weiterhin ein Gefühl des „NichtFremden“ am verständlichsten vermittelt.


2.6 Kultur- und Fremdenfeindlichkeit

Ein Hauptaugenmerk der Ausstellung, neben dem Liefern von Informationen über eine Stadt und deren Bewohner, ist es, über die Annäherung an eine bisweilen fremde Kultur, die Ressentiments gegenüber diesem „Fremden“ abzubauen. Es soll auf eine subtile, in gewisser Weise nicht offensichtliche Art den Besuchern dieser Ausstellung, ein authentisches Bild geschaffen werden, ein Bild darüber, wie der Alltag aussieht oder welche Geschichte hinter dieser Stadt bzw. dem Land stehen. Dies soll jedoch nicht wie in Zoos oder Museen geschehen, in denen

die Gegenstände oder die Geschichte meist extrahiert und entfernt von der eigenen Umwelt dargestellt wird und somit ebenso zu etwas Fremden wird. Es soll immer ein Verknüpfungspunkt zur eigenen Geschichte geboten werden. Gerade die Verbindung der Geschichte oder des Alltags des Betrachters mit dem Ausgestellten soll helfen, eine Beziehung zwischen dem Betrachtetem und dem Besucher aufzubauen. Über diese Verbindung ist es möglich, dass Vorurteile abgebaut und Intoleranz Einhalt geboten werden kann. 20


21 Die Ausstellung soll maßgeblich Fremdenfeindlichkeit vorbeugen, da dies ein weltweites Phänomen ist und Menschen daran hindert, gemeinsam Ziele zu verwirklichen und friedlich nebeneinander zu existieren. Dass dies kein zu vernachlässigendes Problem unserer Gesellschaft ist, soll der folgende Auszug zeigen: „Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassenhaß sind ein internationales Phänomen. In Belgien demonstrieren Neo-Nazis gegen die Anwesenheit der Arbeitsmigranten. 20 Jahre lang waren Frankreichs algerische Arbeiter Zielscheibe hunderter blutiger Anschläge, von Mißhandlungen und Diskriminierungen. Jetzt richtet sich die Aggression auch gegen die Juden, die vornehmlich aus Nordafrika kamen. In Griechenland, das 100.000 Gastarbeiter aus Afrika, Asien und dem Vorderen Orient hat, ertönen Warnrufe gegen eine Überfremdung. Der britische Generalstaatsanwalt prüft die Möglichkeit einer Strafverfolgung rechtsradikaler Judenfeinde wegen Aufhetzung zum

Rassenhaß. In den USA bereitet sich der Ku-KluxKlan in Trainingslagern auf einen „Rassenkrieg” vor. 21 indische Städte werden unter militärischen Ausnahmezustand gestellt. Orgien von Haß und Gewalt hatten bei Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems mehrere hundert Tote gefordert.“ 12 Eine weitere Umfrage zeigt, wie weit auch in Deutschland, trotz nationalsozialistischer Vergangenheit, Rechtsextremismus in der Gesellschaft vorgedrungen ist. Demnach „äußerten sich 30,1% der Befragten fremdenfeindlich, 7,6% rassistisch und 5,2% antisemitisch. 12,2% lehnten Homosexuelle, 10,2% Obdachlose und 2% Behinderte ab. 34,1% stimmten mit Etabliertenvorrechten, und 16,3% stimmten sexistischen Aussagen zu.“ 13 Trotz der Tatsache, dass diese Zahlen nur einen Ausschnitt zeigen, stellen sie doch dar wie wichtig Präventivarbeit an dieser Stelle ist.


Die Frage Warum und Wie Fremdenfeindlichkeit entsteht, kann und soll hier nicht umfassend beantwortet werden, denn neben den vielfältigen regional bedingten Hintergründen würde eine Ausarbeitung den Rahmen dieses Abschnitts übergehen. Jedoch sollen einige der Hauptpunkte genannt werden. Hierzu schreibt Hans-Gerd Jaschke in einem Text der Bundeszentrale für Politische Bildung: „Rechtsextremistische Einstellungen sind weniger Ergebnis der Aneignung einer politischen Programmatik denn das Verinnerlichen einer Weltanschauung. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung verfügen nach Umfragen über eine solche Einstellung und ein entsprechendes politisches Weltbild. Bei der Frage nach ihrer Entstehung lautet die Antwort: Prägende Erfahrungen in der Familie und ihrem Umfeld und später in Gleichaltrigen-Gruppen sind ausschlaggebende Faktoren. Soziale Ängste um praktische Fragen wie Arbeit, Wohnung und Lebensperspektiven können solche 22

Einstellungen verfestigen. Heute spricht man von “Modernisierungsverlierern”, die den Kern rechtsextremer Einstellungen auf sich ziehen: Menschen, die besonders stark unter der Konkurrenz um Arbeitsplätze leiden und die formal eher schlecht ausgebildet sind. Es sind mehr Männer als Frauen, bezogen auf das Wahlverhalten besonders die jüngeren männlichen, eher schlecht ausgebildeten Wähler mit prekären Positionen am Arbeitsmarkt. (…)Verbunden mit der Modernisierungstheorie ist die These der Individualisierung, wie sie etwa von dem Bielefelder Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer vertreten wurde. Demnach verlieren im Zuge der Ablösung der Industrie- durch die Dienstleistungsgesellschaft die alten gesellschaftlichen Milieus, vor allem das ehemalige Industriearbeitermilieu, an Stabilität und Bindungskraft. Der Einzelne muß abseits solcher traditioneller Bindungen sein Leben viel mehr auf sich selber gestellt entwerfen. Das bedeutet mehr Freiheit von überlieferten Zwängen und mehr Mobilität, heißt aber auch


23 mehr Risiko, mehr Unübersichtlichkeit und am Ende mehr soziale Ängste, zumal auch die Bindungskräfte der traditionellen Familie nachlassen. Rechtsextreme Deutungsangebote bieten hier einfache Antworten, klare Freund-Feind-Unterscheidungen, sie offerieren Stärke, Durchsetzungsfähigkeit und Anerkennung in der Gruppe.“ 14 Neben diesen teils neuartigen Erscheinungsmustern gibt es weiterhin die so genannte Xenophobie, ein entwicklungsgeschichtliches Überbleibsel aus menschlicher Urzeit, welches immer noch tief in der heutigen Menschheit verankert ist. Es beschreibt: „1. Die angeborene Neigung zum gruppenkonformen Verhalten; 2. die angeborene Neigung zur aggressiven Außenseiterreaktion und 3. die angeborene Fremdenfurcht.“ 15 Da dies jedoch weder eine Entschuldigung sein, noch schicksalhaft hingenommen werden soll, ist ein aktives Entgegenwirken gegen eventuelle xenophobe Tendenzen wichtig und somit Teil der Ausstellung.


3. Linking Cities 3.1 Die Idee der Ausstellung

Da in den vorangegangenen Abschnitten der theoretische Unterbau geschaffen wurde, soll es nun um die eigentliche Idee dieser Arbeit und deren Umsetzung gehen. Wie bereits im Vorwort erwähnt und was in den zuvor behandelten Zwischenpunkten ersichtlich war, soll hier ein Ausstellungskonzept vorgestellt werden. Eine Ausstellung, die den Grundgedanken sowie die Grundwerte des Prinzips der Städtepartnerschaft aufgreift und darbietet. Es sollen zwei Partnerstädte oder Städte, die auf dem Weg dorthin sind, miteinander verbunden werden. Im Grunde genommen sind es zwei zeitgleiche Ausstellungen an zwei verschiedenen Orten. Hierbei wird an Ort1 etwas über Ort2

erzählt und umgekehrt. Dies erfolgt über eine Vielzahl an Schnittstellen. So soll neben der Präsentation von Geschichte, Kultur, Eigenheiten und Alltäglichem, eine Videoinstallation die beiden Städte miteinander verbinden. Diese Installation hat die Aufgabe, das alltägliche Leben von dem entfernten Ort direkt an den Ausstellungsort zu senden. (Eine genaue Beschreibung dessen findet sich unter Punkt 3.4) Weiterhin soll den Menschen der jeweiligen Stadt in einem Rahmenprogramm aus Lesungen, Konzerten oder Vorträgen die gegenwärtige Kultur der präsentierten Stadt nahe gebracht werden. Dabei gilt es zu wissen, dass die Stadt, in der die Partnerstadt präsentiert 24

wird, immer als Anknüpfungspunkt gesehen wird. So werden bei der Vorstellung der möglicherweise unbekannten Geschichte immer auch Verbindungen zur Historie der Ausstellungsstadt geschaffen. Dies hat den Grund, keinen exklusiven Charakter des Ausgestellten zu erzeugen und hierüber Nähe zum Betrachter zu bewirken. Durch diese Nähe, die bspw. durch das Vorstellen und Erklären von Kultur, durch den Einbezug der jeweils eigenen Geschichte und durch die Verringerung von Entfernungen (mithilfe der Videoinstallation) erreicht werden kann, soll die Angst vor dem Fremden genommen und an Stelle dessen Wissen und Offenheit gesetzt werden.


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3.2 Ausstellungsidentität 3.2.1 Philosophie

Die Ausstellung hat vor allen voran das Bestreben, Informationen über eine womöglich fremde Kultur zu liefern, Eindrücke aus einer entfernten Stadt darzubieten und Anknüpfungspunkte für weitere Verbindungen zu offerieren. Darüber hinaus will sie für eine Verständigung der Völker sorgen, was über eine möglichst authentische Darstellung des Lebens in einer durch eine Partnerschaft verbundenen Stadt erfolgt. Hierbei sollen sich Informationen und Inszenierung die Waage halten, um ein möglichst echtes Abbild zu liefern. Ebenso will die Ausstellung Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken und Ressentiments gegenüber dem Unbekannten abbauen. Hierbei soll durch das Bestreben der Verständigung gleichwohl eine positive Globalisierung gefördert werden.

Ein weiteres Anliegen ist es gleichwohl, die regionale Verbundenheit einer Stadt zu stärken. Dies erfolgt mit der Unterstützung durch regionale Firmen bei der Realisierung der Ausstellung. So stellen regionale Anbieter der jeweiligen Ausstellungsstadt die Materialien für die Ausstellung her und werden somit in den Entstehungsprozess eingebunden. Das Ziel ist neben dem informellen Charakter das Aufbauen und Pflegen von Städtebeziehungen. Denn oftmals gibt es Städtepartnerschaftliche Projekte, die im Verborgenen liegen oder schlichtweg in Vergessenheit geraten sind. Die Ausstellung will das Grundprinzip des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs von Partnerstädten behüten und pflegen und auf langfristige Sicht endlich die Angst vor fremden Kulturen und Völkern nehmen, um ein freiheitliches und soziales Miteinander zu fördern.


3.2.2 Zielgruppe

An dieser Stelle gilt prinzipiell zu sagen, dass alle Einwohner einer Stadt mit allen Alterstufen und Schichten, sowie Touristen oder Pendler zur Zielgruppe gehören. Sie gehören in ihrer Gesamtheit zu der Zielgruppe, da die Ausstellung im öffentlichen Raum und an einem möglichst zentralen Ort stattfinden soll. Somit kommen jegliche Passanten zwangsläufig mit ihr in Berührung. Aus diesem Grund sollte die Ausstellung inhaltlich möglichst keine spezielle Zielgruppe im Fokus haben. Das Angebot an kulturellem Rahmenprogramm soll sich nicht angesprochen fühlende Gruppen wieder integrieren, um somit die Stadt in ihrer Gesamtheit zu erreichen. Dies passiert natürlich mit dem Wissen, dass eine hundertprozentige Integration aller Schichten und Altersklassen nur schwer zu erreichen ist, jedoch die Bestrebungen diesbezüglich vorhanden sein müssen. Ein nicht zu vernachlässigender Personenkreis ist die im Abschnitt 2.4 angesprochene Gruppe der so genannten „Modernisierungsverlierer”, welche zumeist fremdenfeindliche Einstellungen haben und somit für das Schüren von Ressentiments verantwortlich sind. Diese Gruppe sollte mit Hilfe von spezifischen Veranstaltungen angesprochen werden. Wie dies inhaltlich aussehen kann, muss aus soziologischer Sicht geklärt werden und soll nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. 26


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3.2.3 Besonderheiten

3.3 Träger der Ausstellung

Die Ausstellung soll neben der eigentlichen Aufgabe, dem Darbieten von Ausstellungstücken und Informationen, Anknüpfungspunkte für weitere Beziehungen bieten. Ebenso soll ein kulturelles Rahmenprogramm die Ausstellung begleiten. So können bspw. Filme aus der jeweils anderen Stadt, Region oder Land gezeigt werden. Weiterhin können Vorträge, Lesungen oder Konzerte stattfinden, die den informellen und unterhaltsamen Charakter der Ausstellung unterstützen. Es soll im Grunde eine Art Kulturfestival sein, deren Aufhänger sowie Dreh- und Angelpunkt die Ausstellung selbst ist. Ferner ist der Aspekt zu nennen, dass die Ausstellung sowohl in ihrer Realisierung als auch bei der späteren Betreuung aus einem Team aus Menschen beider Städte besteht. Dies hat den Grund, dass bereits Verbindungen geknüpft werden können und somit wesentlich besser auf kulturelle Unterschiede und Merkmale eingegangen werden kann. Wie sich dieses Team formt, ist Gegenstand des folgenden Abschnitts.

Da die Ausstellung in ihrer Gänze nicht nur den Spielraum dieser Arbeit übersteigt und gleichwohl eine Beschäftigung für eine Vielzahl an Personen bietet, ist es anzuraten, entweder dieses Projekt in einen bestehenden Verein oder Stiftung zu integrieren oder andernfalls einen gänzlich neuen Verein zu gründen. Dieser kann anschließend die Schirmherrschaft, den theoretischen Hintergrund sowie die Umsetzung einzelner Ausstellungen übernehmen. Die Begründung hierfür liegt ebenso an der Fülle an Material, die sich im Laufe der Zeit ansammeln wird, wie z.B. Ausstellungstechnik oder -mittel. Weiterhin sollen entweder Menschen aus dem Verein einzelne Ausstellungen begleiten und betreuen oder eigens hierfür Teams schulen, die anschließend vor Ort die Leitung übernehmen können. Da die Ausstellung selbst für die Besucher völlig unentgeltlich ist, ist der Verein sowie die Ausstellung auf Fördergelder und Sponsoren angewiesen. Auch dieser Umstand kann durch eine feste Trägerschaft weitaus besser koordiniert werden und plädiert somit für die Bildung eines Vereins bzw. für die Integration in bereits bestehende Strukturen.


3.4 Das Programm schafft den Rahmen

3.4.1 Zur Überbrückung von Raum

Neben dem bereits angedeuteten kulturellen Rahmenprogramm, welches für eine einzelne Ausstellung eher eine Besonderheit ist, soll in diesem Unterpunkt auf eine Besonderheit innerhalb der Ausstellung eingegangen werden. Im Grunde ist sie gleichzeitig der Aufhänger bzw. der Anziehungspunkt der Ausstellung. Wie im Vorwort bereits angedeutet, soll die Entfernung zwischen zwei Städten durch eine Videoinstallation in einem gewissen Maße verringert werden. Wie sich die Grundidee hierzu umschreiben lässt, ist Aufgabe der folgenden Punkte.

Zwei exemplarische Städte trennt, würde man sie mit einer geraden Schnur verbinden wollen, eine angenommene Entfernung von 1.000 km. Dazwischen sind verschiedene natürlich und unnatürlich gewachsene Vegetationen, Tiere, Menschen, Verkehrsmittel oder Landesgrenzen. Aufgrund moderner Kommunikation ist es für einen oder mehrere Menschen möglich, in Kontakt zu treten, um hierdurch weite Entfernungen zu überbrücken. Dies passiert aber meist, wie z.B. bei einem Telefonat, mit einem bestimmten Hintergrund und ist oftmals nur für einen kurzen zeitlichen Moment. Begrenzt deshalb, weil z.B. der Austausch an Informationen während eines Gesprächs sich erschöpft und dieses daraufhin beendet werden kann. Diese Informationen bieten gleichzeitig auch den Hintergrund für das Zustandekommen der Kommunikation.

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Ebenfalls ist es möglich, dass sich Sender und Somit findet zwar Kommunikation statt, jedoch an einer ganz anderen Stelle und gewisserweise Empfänger sehen, aufgrund von z.B. Videoteunterbewusst. Es soll keine direkte Kommunikation von einem Sender und Empfänger stattfinden. lefonie oder ähnlichen BildübertragungsmeDurch eine Videoinstallation soll zwar eine Verbindung zwischen Kommunikator und Rezipient thoden wie dem Internet. Es ist, als säßen sich hergestellt werden, diese ist jedoch allein bildlich und nur in eine Richtung existent. Die VerbinSender und Empfänger unmittelbar gegenüber dung ist aus dem Grund reduziert, da der Sender nur Informationen aussenden kann und der Empoder vielleicht in einem Nebenraum, jedoch fänger diese nur aufnehmen kann und es zu keinem Feedback kommt. Weiterhin werden Sender ist dies nur eine Scheinvorstellung, da sie sich und Empfänger darüber im Unklaren gelassen, dass sie im Grunde miteinander kommunizieren. etliche hundert Kilometer voneinander entfernt Dies erfolgt durch die Unwissenheit des Senders, da er nur darüber Bescheid weiß, dass etwas befinden. An dieser Stelle soll die Frage gestellt gefilmt wird, jedoch nicht darüberwas und wann aufgenommen wird. Ebenso sieht der Empfänger werden, wie es aber wäre, wenn es eine Verbinlediglich eine Abfolge von Bildern, von denen er weiß, wo sie entstanden sind; jedoch hat er keine dung geben würde, bei der der Hintergrund der Chance, sich mit dem Sender über das auszutauschen, was er sieht. Ziel ist es hierbei vorrangig, Kommunikation nicht bestehen würde, also der dass der Empfänger aufgefordert wird, sich stärker mit dem Gesehenen auseinander zu setzen und bewusste Wille zu kommunizieren nicht vorhan- ihm ein möglichst genaues Bild des Lebens in der gezeigten Stadt zu vermitteln. Der Sender selbst den wäre. Sicherlich würde weiterhin kommuspielt bewusst eine untergeordnete Rolle. Natürlich ist zu sagen, dass der Sender eine enorm niziert werden, denn wie Watzlawick sagt, ist es wichtige Rolle inne hat, er jedoch aus Gründen der Authentizität nichts davon wissen darf. nicht möglich nicht zu kommunizieren. 16 Denn je unwissender und hierdurch natürlicher sich der Sender verhält, desto authentischer ist das Abgebildete. Dies beruht auf folgender Tatsache: „Es muß ferner erinnert werden, dass das «Material» jeglicher Kommunikation keineswegs nur Worte sind, sondern auch paralinguistische Phänomene (wie z.B. Tonfall, Schnelligkeit, oder Langsamkeit der Sprache, Pausen, Lachen, Seufzen), Körperhaltung, Ausdrucksbewegungen (Körpersprache) usw. innerhalb eines bestimmten Kontextes umfaßt – kurz, Verhalten jeder Art.“ 17


3.4.2 Nutzen und Umsetzung der Videoinstallation

Dieser Satz des französischen Regisseurs Jean-Luc Godard soll als Sinnbild für den Nutzen, für die geplante Videoinstallation herhalten. Sicherlich mit der Berücksichtigung, dass sowohl die Fotografie und somit auch der Film gewisse Grenzen in ihrer Wahrheit haben. Denn jedes Bild lässt sich manipulieren und somit unwirklich machen. Da die Unwirklichkeit jedoch nicht der Hintergrund der Ausstellung ist, sondern die möglichst reelle Wiedergabe der Wirklichkeit, ist der Film das wohl umfassendste Mittel hierfür. Denn der Film kann schneller, weit reichender und präziser das abbilden, was wir Wirklichkeit nennen. Eine Fotografie zeigt einen noch geringeren Ausschnitt dieser Realität, der Geruch einer Stadt ist sicher genauso prägend, jedoch für die Wirklichkeitsinszenierung nicht ausreichend. Das Gleiche gilt für den Klang einer Stadt, der zwar ebenso einzigartig, aber für den Menschen und seine visuelle Prägung, für ein möglichst genaues Bild nicht hinreichend ist. Einzig der Film kann dem Anspruch gerecht werden, ein authentisches Bild zu erzeugen. Ein weiterer Umstand, der hierbei zu beachten ist, ist die Tatsache, dass wenn die Videoinstallation der authentischen Wiedergabe einer fremden Kultur dienlich sein soll, bzw. die möglichst unverfälschte Wiedergabe unterstützt, es zwingend erforderlich ist, dass das gefilmte Material in keiner Weise aufgezeichnet wird. Ganz abgesehen davon ist es auch aus rechtlicher und ethischer Sicht bedenklich, Videoaufnahmen von fremden Menschen zu archivieren.

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Der eigentliche Grund ist jedoch ein philosophischer, denn wie Benjamin es beschreibt, löst die Reproduzierbarkeit eines Kunstwerkes selbiges aus seiner Tradition der Einmaligkeit. 19 Das Kunstwerk ist in diesem Fall der Mensch, der zwar in gewisser Weise reproduziert bzw. geklont wird, jedoch diese Aufnahme einmalig bleibt und jeder Bruchteil einer Sekunde, jedes aufgenommene und wiedergegebene Bild Einmaligkeit ausdrückt und nicht wiederholt werden kann. Die Reproduktion, schreibt Benjamin weiterhin, nimmt die Aura von den Dingen, somithin die Einbettung in die Umgebung und Tradition und daraus folgend ihre Einzigartigkeit.


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Doch gerade die Einzigartigkeit soll wiedergegeben werden und hierdurch für Echtheit sorgen. Dabei sei jedoch auch zu berücksichtigen, dass das Video oder auch die Reproduktion selbst, denn der Film ist auf jeden Fall eine Art der Reproduktion, immer ein Stück weit unauthentisch bleibt. Denn kein Film kann die genaue Situation einfangen, die komplette Umgebung, Geräusche und Gerüche abbilden. Dies ist jedoch zu vernachlässigen, da die Videoinstallation nur ein Puzzelteil der Ausstellung ist, die in ihrer Gesamtheit einen möglichst hohen Grad an Authentizität erzeugen soll. Neben diesem Umstand soll weiterhin ein

Bruch mit den Sehgewohnheiten des Passanten erfolgen. Denn das Bild auf der Leinwand soll sich so präzise wie möglich, mit der Umgebung in der es steht, verbinden. So müssen u.a. Fluchtpunkte und Größenverhältnisse des Abgebildeten möglichst gut auf die Umgebung abgestimmt werden, um diesen Umstand zu erfüllen. Mit Hilfe der Metapher eines „Zeitfensters“ lässt sich am besten beschreiben, was im Kopf des Empfängers passieren soll. Er soll das Fremde in seiner gewohnten Umgebung wahrnehmen. Hierüber soll sich ein innerer Konflikt über das Gesehene anschließen, dass dieses Bild, welches er wahrnimmt, fremd ist, sich jedoch mit der Umgebung vereint, die ihm vertraut ist. Der Betrachter soll feststellen, dass es etwas Fremdes ist, dieses Ferne jedoch zur gleichen Zeit passiert, dass dort Menschen sind, die wahrscheinlich etwas Ähnliches machen wie der Betrachter selbst; einkaufen, flanieren, arbeiten o.ä. Vielleicht passiert jedoch auch etwas völlig Fremdes, etwas nie Gesehenes auf der Leinwand, was sich jedoch trotzdem in die Umgebung einfügt. Auch hier wird der Betrachter feststellen, dass es fremd ist, aber es zeitgleich passiert. Er kann es sehen und hierüber Nähe erfahren. Dies ist somit auch das oberste Ziel der Installation, Nähe zu schaffen, Nähe zu etwas Fremden und hierüber das Interesse wecken, mehr erfahren zu wollen.


3.4.2.1 Voraussetzungen der Realisierung

Wie bereits beschrieben ist es das Ziel, zwei Städte mit Hilfe von einer Videoinstallation miteinander zu verknüpfen. In diesem Abschnitt soll geklärt werden, welche Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen und welche technischen Hilfsmittel benötigt werden. Zunächst soll noch einmal der Aufbau im Groben zusammengefasst werden: jeder Standort besitzt eine Videokamera und eine Leinwand. Ort 1 nimmt eine Situation auf und sendet diese an Ort 2. Das Ganze erfolgt ebenso in umgekehrter Richtung, so dass Ort 2 ein Bild an Ort 1 schickt. Das Bild der Kameras wird via Internet an den jeweilig anderen Standort geschickt und auf eine Leinwand übertragen. Diese Leinwand befindet sich an einem ähnlich anmutenden Ort. Die Kameras bzw. die eintreffenden Bilder sind an den Orten so eingesetzt und ausgerichtet, dass sie sich in das normale Stadtbild integrieren (die Horizonte z.B. übereinstimmen). Somit befindet sich die Atmosphäre und in gewisser Weise auch alles auf dem Bild Vorhandene in der anderen Stadt und umgekehrt. Es erfolgt ein Bruch mit den normalen Sehgewohnheiten der Passanten, da sie eine Szene sehen, die normal sein könnte aufgrund der Tatsache, dass der andere Ort ähnlich aussieht. Sie merken jedoch, dass dort etwas Anderes zu sehen ist.

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Eine weitere Voraussetzung für die hier angedachte Übertragung von Videodaten ist ein Internetanschluss mit äußerst hohen Übertragungsraten. Hierbei ist zu nennen, dass ein über DVB-T übertragenes Signal einen Datendurchsatz von 2-3 Mbit/s pro Sekunde benötigt. Dies entspricht dem empfangenen Signal digitalen Fernsehens und würde ausreichen, dieses auf eine Leinwand der Größe 2300mm x 2300mm zu übertragen. Die Größe ergibt sich aufbauend auf den Maßen des Seecontainers. Für eine zügige Übertragung wäre somit mindestens ein so genannter VDSL Anschluss nötig, der einen Datenupload von 2Mbit/s zulässt. 20 Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass jegliche Codierung und Decodierung des Materials gewisse Zeit benötigt und somit eine Verzögerung zustande kommt. Wie hoch diese Verzögerung ist, ist zu diesem Zeitpunkt nicht abzuschätzen, da weder die zu benutzenden Geräte noch die vorhandenen Übertragungsmöglichkeiten in Gänze bekannt sind.


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3.4.2.2 Mobilität und Ort

Die Tatsache, dass sich die Ausstellung im Außenbereich befindet, sowie dass sie über die Maßen mobil sein soll, bringt den Umstand mit sich, dass hierfür ein geeignetes Konzept oder auch Vehikel gefunden werden müssen. Aus diesen beiden Gründen ist die Entscheidung für die Benutzung von zwei Seecontainern gefallen. Dies hat den Vorteil eines unkomplizierten Aufbaus der Videoinstallation, da die Leinwände direkt in den beiden Öffnungen untergebracht werden können. Weiterhin soll die gesamte Ausstellung mit allen benötigten Materialien wie Aufsteller oder Technik in einem Seecontainer Platz finden, was den Vorteil eines unkomplizierten Transports der Ausstellung selbst mit sich bringt. Über allem steht natürlich der Aspekt des Reisens, sowie des Verbindenden. Der Seecontainer ist als Sinnbild für das Mobile zu sehen, er verbindet nicht nur einzelne Orte miteinander, sondern gleichwohl den Land- sowie den Seeweg. Da aufgrund seiner Normung und weiten Verbreitung kein Umladen einzelner Bestandteile stattfinden muss, wird der Container im Ganzen verladen und kann weiter transportiert werden. Zuletzt bietet er durch sein Material und seine Wetterfestigkeit einen nicht unterschätzbaren Schutz der Bestandteile der Ausstellung. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist die Wahrung der Intimsphäre der Besucher, so wird zum einen kein gefilmtes Material aufgezeichnet und so wird weiterhin der Bereich der Ausstellung als „Video überwacht“ ausgeschrieben. Es müssen sich an möglichst vielen Stellen Schilder befinden, die eindeutig darauf hinweisen, dass der Bereich der Ausstellung in gewisser Weise Videoüberwacht ist, um die Möglichkeit der Meidung des Bereiches und somit der Ausstellung zu ermöglichen.


3.4.3 Blickpunkt Video

Bild des Seecontainers Weitere Ansicht auf Seite 63

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Bild des Seecontainers mit angedeuteter Zeitleiste.


Teil02

Kommunikationsmittel und Aussehen der Ausstellung


Inhaltsverzeichnis 4. 4.1 4.1.1 4.1.2 4.1.3 4.1.4 4.1.5 4.1.6

Bild der Ausstellung Ausstellungsdesign Der Name Logogestaltung Typografie Die Farben Bildwelt Key Visuals

S. 42 S. 42 S. 43 S. 45 S. 49 S. 54 S. 59 S. 61

4.2 Ausstellungskommunikation 4.2.1 Basiselemente 4.2.1.1 Seecontainer 4.2.1.2 Aufsteller 4.2.2 Ausstellungsmittel - schnelle Kommunikationsmedien 4.2.2.1 Plakate, Citylights, Laternenh채nger, Schablonen, Aufkleber 4.2.2.2 Postkarten/Flyer 4.2.2.3 Internet Banner, Anzeige 4.2.3 Ausstellungsmittel - langsame Kommunikationsmedien 4.2.3.1 Infoflyer, Brosch체re 4.2.3.2 Banner vor Ort, Plakate vor Ort/Infoplakate 4.2.3.3 Internetseite

S. 62 S. 62 S. 63 S. 64 S. 65 S. 65 S. 73 S. 74 S. 77 S. 77 S. 79 S. 80

5.

S. 81

Ausblick

Fussnoten Quellenverzeichnis Schriftliche Erkl채rung

S. 83 S. 85 S. 87

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4.1 Ausstellungsdesign

Nachdem sich der erste Teil dieser Arbeit mit dem theoretischen Unterbau für die Ausstellung beschäftigte und somit die Basis, die Identität für diese Arbeit schaffte, soll der nun folgende Teil Aufschluss über die Gestaltung der Ausstellung geben. Der Begriff Ausstellungsdesign formuliert hierbei eine aufeinander abgestimmte visuelle Darstellung der Ausstellung nach Außen. Dies betrifft jegliche Kommunikationsmittel wie Flyer, Plakate, die Internetseite und die Ausstellungsmittel wie Infowände, Schautafeln oder den Seecontainer. Einzig wenn alle Komponenten im Zusammenspiel harmonieren und ein geschlossenes Erscheinungsbild abgeben, ist das Ziel eines erfolgreichen Ausstellungsdesigns erreicht. Somit transportiert das Ausstellungsdesign die Idee der Ausstellung und stellt einen grafischen Spiegel der theoretischen Inhalte dar. Im folgenden sollen die Entstehung der Basiselemente beschrieben werden, die nachfolgend für das Aussehen und die Identität der Ausstellung verantwortlich sind.

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4.1.1 Der Name

Als Grundstein für die Ausstellung musste ein Name gefunden werden, über den und mit dem das Projekt beschrieben werden kann. Aus diesem Grund war dies womöglich eine der schwierigsten Aufgaben, da wie beschrieben mit der Findung und Bedeutung, Sinn und Anliegen des gesamten Projekts vermittelt werden. So gab es zu überlegen in welcher Sprache dieser erscheinen soll, ob er möglicherweise zweisprachig erscheint oder eine Kombination von Buchstaben ist und somit keine Übersetzung benötigt. Weiterhin ergab sich die Frage nach der Gewichtung der Inhalte, ob die Intention auf der Stadt als im Impulsgeber liegt oder auf dem Verbinden der Städte bzw. Menschen. Die erste Konstante, die sich aus der theoretischen Recherche im ersten Teil ergab, war die Tatsache, dass die Gewichtung des Inhaltes zu 65% auf dem verbindenden Charakter und zu 35% auf dem Schwerpunkt Stadt liegen sollte. Dies ergab sich aus der Tatsache, dass die Stadt selbst zwar als die Wurzel gesehen werden sollte, in der agiert wird und für die diese Ausstellung konzipiert ist. Jedoch würde dies

ein Hervorheben der Stadt selbst mit sich bringen und den eigentlichen Sinn, das Verbinden von Menschen, in den Hintergrund drängen. Doch der Sachverhalt des Verbindens ist der eigentliche Beweggrund von Städtepartnerschaften, er ist ebenfalls Auslöser für diese Arbeit gewesen und bedarf somit einer höheren Gewichtung. Als Zweites fiel die Entscheidung, einen englischen Namen zu wählen, weil Englisch als Sprache ubiquitäre Verbreitung genießt und weiterhin sehr prägnant in der Aussage ist. So können auch komplizierte Sachverhalte schnell und klar kommuniziert werden. Eine zweisprachige Variante fiel aus Gründen der Übersichtlichkeit weg, da zu viel Text entstehen würde, wenn der Name beständig in zwei Sprachen auftaucht. Weiterhin bringen die quasi wechselnden Bezeichnungen eine schlechtere Einprägsamkeit mit sich. Auch eine Kombination von verschiednen Buchstaben oder das Erfinden eines Neologismus fiel aus Gründen der einfachen Einprägsamkeit weg, da diese Kunstwörter nur durch häufiges Lesen und vorangegangenes Verstehen und somit schwieriger erlernt werden.

stadt city interface

town partner urban daily routin

sin sense connection profile intersection

link common

sense of the city linking cities city profile urban interface conexio urbis urban profile


Aus einer Vielzahl an Worten und deren Kombinationen entstand der Name „linking cities“, der in seiner geschriebenen Form eine Gleichwertigkeit der beiden Inhalte suggeriert und später jedoch in der Gestaltung einen eindeutigen Fokus auf linking legt, mit dem Verweis darauf was verbunden wird – Städte. Eine Verbindung zu dem Projekt „shrinking cities“ 21 ist nicht angedacht gewesen und ergab sich eher zufällig. Doch ist eine Verbindung zu diesem Projekt, welches sich ebenfalls mit der Stadt, aber hier mit deren Schrumpfungsprozessen beschäftigt, nicht negativ zu sehen. So haben beide Projekte den Menschen im Lebensraum Stadt im Fokus und stellen Eigenheiten und Gleichnisse im Stadtprozess dar. Dessen ungeachtet sind beide Ausstellungsnamen eigenständig genug, um nicht miteinander verwechselt zu werden und schon im Namen über das Anliegen aufzuklären. Zu dem eigentlichen Namen der Ausstellung gesellt sich der Slogan: „Städtepartnerschaft im Augenblick“, der darauf hinweist, worum es bei diesem Projekt geht. Natürlich nicht in Gänze, er soll jedoch neugierig machen auf das was passiert. Die Sprache des Mottos wechselt immer entsprechend der verbundenen Städte und taucht immerfort in beiden Sprachen auf. Somit gibt es die globale Verbindung des Projekts an sich in englischer Sprache und die regionale Verbindung durch den Slogan.

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4.1.2 Logogestaltung

„Over the past decade and a half, logos have grown so dominant that they have essentially transformed the clothing on which they appear into empty carriers for the brands they represent. The metaphorical alligator, in other words, has risen up and swallowed the literal shirt.”22 Dieses obige Zitat von Naomi Klein ist zwar auf den Bekleidungssektor zugeschnitten, zeigt aber deutlich, welche entscheidende Rolle ein Logo übernimmt. Alle Untergründe, auf denen das Logo angebracht wird, sind in gewisser Weise auswechselbar, denn ob es das beschriebene Kleidungsstück ist, das Plakat, die Hauswand oder eine Seite im Internet ist im Grunde egal, alles was zählt ist, was mit dem Logo in Verbindung gebracht wird. Denn erst durch die Anbringung eines Logos bzw. Signets erhält

ein Produkt seine Zugehörigkeit. Und genau aus diesem Grund ist es auch das Erste, was in dieser Arbeit nach den theoretischen Recherchen aus Teil 1 und der Namensfindung gestaltet wurde. Das Logo soll im besten Fall viel über das Unternehmen, die Musikgruppe oder das Produkt erzählen, für das es steht. Es soll ebenso neugierig machen oder eine bestimmte Zugehörigkeit ausdrücken. Im Falle dieser Arbeit sollte das Logo die beiden Worte „linking“ und „cities“ beinhalten. Weiterhin sollte es den Charakter des Verbindenden sowie der Offenheit und zugleich auch Geschlossenheit ausdrücken. Der Charakter des Verbindens und der Offenheit ergibt sich aus der eigentlichen Philosophie der Ausstellung, wonach der geschlossene Charakter für die Ausstellung selbst steht, die dem Konstrukt von Städtepartnerschaft einen Rahmen gibt, in dem sie agieren kann. Neben diesen Kriterien sollte es auch Elemente liefern, die für die spätere Gestaltung von Drucksachen o.ä. eingesetzt werden können. Das aus diesen Vorgaben entwickelte Logo stellt sich wie folgt dar:


Aufteilung und Bemessungen des Logos.

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4.1.3 Typografie

Zu Beginn dieses Abschnittes sollen zuerst die im Logo verwendete Schrift und deren Auswahlkriterien vorgestellt werden. Darauf folgend werden die Komponenten für die Wahl der Schrift für jegliche weitere typografische Kommunikation dargestellt. Es wurde hierbei mit zwei unterschiedlichen Fonts gearbeitet, da die im Logo verwendete Schrift zu eigensinnig ist und zu wenig Spielraum für die typografische Gestaltung gelassen hätte. Eines der Kriterien, welches nach vielen Logovarianten und Entwürfen aufgestellt wurde, war der Umstand, dass die im Logo verwendete Schrift gleichwohl Elemente für die weitere Gestaltung generieren und ebenso ein zurückhaltendes Erscheinungsbild besitzen sollte. Dies wurde aufgestellt, um durch das geschlossene Gesamtbild einen hohen Wiedererkennungsgrad zu erreichen und Durch ihre Rundungen bringt sie die geforderte Wärme mit sich und durch den Verzicht auf Serifen, Ornamente o.ä. und der hieraus entstehenden modernen, schlichten Anmutung erfüllt sie weitere gleichwohl einen sehr harmonischen Eindruck geforderte Punkte. Weiterhin ließ sich aufgrund des klaren und reduzierten „n“ ein Bogen für die zu liefern. Aus diesem Grund musste eine klare weitere Arbeit erstellen. Das gespiegelte „n“ in verschiedenen Längen ergibt aneinander gesetzt und reduzierte Schrift gefunden werden, die eine Kette, die wiederum eine Verbindung zwischen den einzelnen Buchstaben des Wortes „linking“ gleichwohl modern, aber nicht kalt und techerzeugt. nisch wirken sollte. Sie sollte Extravaganz und somit Eigenständigkeit besitzen, sich jedoch nicht in den Vordergrund drängen. Im Grunde sind dies sehr gegensätzliche Kriterien, die nichtsdestotrotz auf eine Vielzahl an Schrifttypen zutreffen. Die Wahl fiel letzten Endes auf die Schrift „Lady Ice“ von Graham Meade 23. Die in ihrer Anmutung sehr simple, andererseits jedoch durch Auffälligkeiten wie bei den „k“ Bögen, der angeschnittenen Ecke beim „c“ und auch aufgrund ihrer eng gestellten Buchstaben und der daraus resultierenden größeren Oberlänge sehr eigen wirkt.

linking cities 49


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Da die oberste Prämisse bei dem Verbinden der Städte und weniger bei den Städten selbst lag, wurde das „linking“ weitaus mehr hervorgehoben, jedoch ohne auf die Wurzeln der Stadt zu verzichten, wodurch „cities“ im Logo unter „linking“ und somit näher an der Basis steht. Beide Wörter finden sich zusammengefasst in einem Kreis wieder, der für den Rahmen steht, in dem sich alles abspielt. Der Durchmesser des Kreises und somit auch die Größe der beinhalteten Schrift ergeben sich immer aus der Breite eines Bogens, der ebenfalls auf den Medien auftaucht. Hieraus ergibt sich der Umstand, dass das Logo niemals ohne Bögen erscheint, was weiterhin den Wiedererkennungsgrad erhöht und zu einer besseren Einprägsamkeit beider Komponenten führt.

Die Schrift „Lady Ice“ ist für den hier vorgesehenen Einsatz in ihrer Anmutung zu fett und somit wurden die benutzten Buchstaben aus Gründen der besseren Lesbarkeit etwas verjüngt. Ebenfalls wurden die Bögen des „n“ nachgezeichnet und dem „c“ eine weitere Kante zugefügt, um eine gleichmäßigere Anmutung zu erreichen. Das Resultat dieser Veränderungen ist die bessere Lesbarkeit bei starker Verkleinerung, da zum einen etwas mehr Platz zwischen den einzelnen Buchstaben und hierdurch ein harmonischeres Schriftbild entsteht. Durch die Veränderungen am „c“ erhält der Schriftzug außerdem einen etwas moderneren und technischeren Charakter, der die Anmutung einer Stadt weitaus besser darstellt, ohne dabei dem gesamten Logo ein zu hohes technisches Niveau zuzusprechen.

Verjüngung und Begradigung anhand des kleinen „n“ = nachgezeichnetes neues „n“ = altes „n“


Die „Lady Ice“ ist, wie beschrieben, für Fliesstexte gänzlich ungeeignet und spielt dort zu stark ihren Charakter aus, somit musste eine weitere Schrift gefunden werden, die sich gut in den bereits bestehenden Rahmen aus Schlichtheit, Wärme, Moderne und Eigenständigkeit einfügt. Aus diesen Punkten ließ sich die zur Auswahl stehende Gruppe bereits auf die der serifenlosen Linear-Antiqua eingrenzen. Die erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandenen Schriften dieser Gruppe werden auch Grotesk-Schriften genannt, da die damaligen Leser sie im Vergleich zu den herkömmlichen Schriften als „grotesk“ empfanden.

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„Die Schriften weisen als besonderes Merkmal neben einer mehr oder weniger gleichmäßigen (linearen) Strichstärke den Verzicht auf Serifen und An- und Abstriche bei den Gemeinen auf, die Buchstaben sind also auf das Wesentlichste reduziert. Dies bewirkt einen sachlich-neutralen Eindruck und eine schnellere visuelle Erfassbarkeit.“ 24 Schriftarten wie Helvetica oder Univers sind hierbei aber zu monoton gestaltet und würden durch ihre Strenge und Starrheit nicht angemessen in das Konzept passen. Fonts wie Avantgarde oder Rotis hingegen sind zu hervorstechend durch ihre Eigenständigkeit und würden sich ebenfalls nicht passend ins Gesamtbild einfügen. Letzten Endes fiel die Wahl auf die Adobe’s „Myriad“ von Carol Twombly und Robert Slimbach, die nicht nur durch ihre weit reichende Fülle an Schriftschnitten, sondern vor allem durch ein sehr geordnetes und gleichmäßiges Schriftbild überzeugt. Die Myriad war die erste von Adobe entwickelte Sans-Serif-Schrift


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und wie ihre Verwandten Frutiger oder Syntax wird sie als humanistische Sansserif klassifiziert, weil sie keinen gleich starken Strich aufweist (wie zum Beispiel Futura), sondern einen Strichstärkenkontast. Das Vorbild hierfür sind die Antiqua-Schriften, somit ist die Myriad nicht geometrisch konstruiert wie viele andere Grotesk Schriften. Darüber hinaus überragen die Oberlängen von l, h, f, etc. die Großbuchstaben – wie bei vielen Serifenschriften. Natürlich weisen auch Myriads Italic-Schnitte die klassischen Eigenschaften auf: geschlossenes a, f mit Unterlänge und von Hand abgestimmte Kursivformen statt Schrägstellung. Ein weiteres Kriterium war die gute Anpassung in den vorgefertigten Gestaltungsrahmen, so musste sie mit der „Lady Ice“ harmonieren und doch eigenständig wahrgenommen werden. Ausschlaggebend hierbei sind die Ähnlichkeiten (im Condensed Schnitt) bei a, e oder l. Aufgrund der internationalen Auslegung der Ausstellung musste die Schrift eine Fülle an Sonderzeichen besitzen, was bei der Myriad durch eine später ergänzte Pro Variante erfüllt wird. So bietet sie im OpenType-Format nicht nur 4 Teilfamilien an: Myriad Pro (PDF mit allen Figuren und Schnitten), Myriad Pro Condensed (PDF mit allen Figuren und Schnitten), Myriad Pro Semi Condensed (PDF mit allen Figuren und Schnitten) und Myriad Pro Semi Extended (PDF mit allen Figuren und Schnitten), insgesamt sind dies

40 OpenType-Fonts, die umgerechnet rund 200 bis 300 PostScript-Schriften entsprechen. Jedoch enthält sie neben jeder Menge ExpertZeichen und Ziffern-Sätze auch alle griechischen und kyrillischen Buchstaben und ist somit zumindest für den europäischen Raum perfekt geeignet. Laut Font Shop ist sie auch aufgrund ihrer Vielfalt eine perfekte Schrift fürs Corporate Design, wo sie von der Visitenkarte bis zum Großflächenplakat funktioniert. Im „Kleinen“ löst sie alle typografischen Herausforderungen, auf den Titelseiten und Schutzumschlägen vermittelt sie Seriosität und Charakter. 25 Zwar wird sie bei „linking cities“ vorrangig im „Kleinen“, also bei Fliesstexten und Auszeichnungstexten benutzt, aber gerade dort muss sie ihr Potential ausspielen.

„An Adobe Originals design first released in 1992, Myriad has become popular for both text and display composition. Myriad has a warmth and readability that result from the humanistic treatment of letter proportions and design detail. Myriad Pro’s clean open shapes, precise letter fit, and extensive kerning pairs make this unified family of roman and italic an excellent choice for text typography that is comfortable to read, while the wide variety of weights and widths in the family provide a generous creative palette for even the most demanding display typography.” 26


„Das wichtigste Merkmal von Kreativität ist der Mut, Konventionen zu durchbrechen. Es gibt Konventionen der Farbgestaltung, die nur Klischees sind. Es gibt aber auch Konventionen der Funktionalität. Sie müssen beachtet werden, sonst ist die kreative Farbgestaltung nur sinnlose Merkwürdigkeit. Damit eine ungewöhnliche Farbgebung akzeptiert wird, muß sie 1. verständnisgerecht, 2. materialgerecht und 3. verbrauchsgerecht sein.“ 27 53


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5.1.4 Die Farben

Wie viel Farbe besitzt eine Stadt? Wie viel Farbe verträgt eine Stadt? Diese beiden Fragen gingen der allgemeinen Farbanalyse voraus und bieten hier den Einstieg in die Thematik. Denn die Frage: „Wie viel Farbe besitzt eine Stadt?“ ließ sich hervorragend durch die Zerlegung von Stadtfotos in deren fünf Hauptfarben herausfinden.

Der Grauanteil lag bei den Messungen bei 28%, darauf folgte Braun mit 20%, was bedeutet, dass sich fast die Hälfte aller Farben einer Stadt auf diese Beiden beschränken.


Neben der Tatsache, dass Grauwerte sowie braune Töne vorherrschend sind im Gesamtbild einer Stadt (siehe Abb.), ließ sich ebenso feststellen, dass jede Stadt eine leicht andere Farbigkeit besitzt. Die ist wiederum dem Umstand geschuldet, dass neben der Architektur auch Religion, Kultur, Wirtschaft oder Natur Einfluss nehmen und in der Stadtwahrnehmung eine Rolle spielen. Aus dieser Feststellung ergab sich die Konsequenz, dass eine Stadt am besten gar keine neue Farbe verträgt, um nicht das eigentliche Bild zu stören. Weiterhin soll die Stadt und deren Farbe, auch die Farbigkeit der Werbmittel bestimmen. Somit ergab sich nur noch der Platz für zwei unbunte Farben – Schwarz und Weiß. Da Schwarz jedoch in seiner Konnotation zu negativ und weiterhin zu schwer, dunkel und depressiv ist, blieb nur noch Weiß übrig. Somit sollte Weiß als einzige Farbe neben der Abbildung der Stadt und der damit verbundenen Farbigkeit zum Einsatz kommen.

Weiterhin ist Weiß physikalisch gesehen die Summe aller Farben und daher auch aller Stadtfarben. Weiß hat ebenso keinen negativen Zusammenhang, sie ist die vollkommenste Farbe. Weiß symbolisiert Licht, Glaube, das Ideale, das Gute, den Anfang, das Neue, Sauberkeit, Unschuld, Bescheidenheit, Wahrheit, die Neutralität, die Klugheit, die Wissenschaft, die Genauigkeit. Weiterhin können folgende Eigenschaften festgehalten werden: „Positive Assoziationen mit der Farbe Weiß: Unschuld, Sauberkeit, Weisheit, Heiliges, Leere Negative Assoziationen mit der Farbe Weiß: In unseren Kulturkreisen gibt es eigentlich keine negative Zuschreibung zu dieser Farbe, in China ist Weiß die Farbe der Trauer und des Todes. Die Bedeutung der Farbe Weiß in Kultur und Religion: Am Anfang war das Nichts, aus ihm gebar sich alles, sagen die heiligen Bücher der Asiaten. »Gott sprach: Es werde Licht« sagt die Bibel. Weiß ist das Gegenteil von Schwarz, dem Nichts, dem Chaos, das auf ordnende Gestaltung wartet, durch das Licht der Erleuchtung. Weiß ist die Heimat des Lichts, das alles Sichtbare gebiert. Diese Vorstellung durchzieht die meisten Religionen dieser Welt. In östlichen Kulturen wie z.B. Japan, ist Weiß die Farbe der Trauer und des Todes. In westlichen Kulturen ist die Braut oft in Weiß gekleidet. Frauen in Korea tragen Weiß zur Beerdigung. In der katholischen Kirche dient Weiß als Lichtfarbe, bei Herren- und Marienfesten. In der evangelischen Kirche an allen Christusfesten.” 28

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Da nun aber die stete Verwendung von Weiß zum einen ein zu enges Korsett für die Gestaltung schnüren würde und wie beschrieben in Regionen wie Asien mit dem Tod assoziiert wird, müssen nichtsdestoweniger weitere Farben gefunden werden. Zum Anderen kommt ein weiterer Punkt hinzu, der Einsatz von Weiß in Regionen mit einem hohen Anteil an heller bis weißer Architektur wie bspw. Griechenland würde zu einer stark beeinträchtigten Wahrnehmung der Werbung führen. Beide Punkte waren ausschlaggebend dafür weitere Farben zuzulassen. Diese Farben müssen jedoch in Ton und Sättigung zurückhaltend sein, da auch hier immer noch die Farbigkeit der Stadt Hauptthema sein soll und die Gestaltung die Schablone, die für das Verbinden sorgt. Ihre Auffälligkeit und Präsenz erhalten die Farben durch einen monochromen Auftrag und auch durch ihren ubiquitären Einsatz in der Gestaltung. Die Frage danach, welche Farbe in welche Stadt passt und ob überhaupt eine bunte Farbe verwendet werden muss, setzt eine weit reichende Analyse jeder Stadt voraus und muss regionale Farbpräferenzen berücksichtigen. Denn es wäre unsinnig, wenn z.B. Grün in muslimischen, sowie Orange in hinduistischen Regionen zum Einsatz kommt, da es in beiden Fällen zu Kontroversen mit der Religion kommen kann. Aufgrund dieser Fülle an zu berücksichtigenden Punkten fiel die Wahl auf folgende Farben:

C0 M1 Y3 K0 R254 G252 B245

C0 M100 Y0 K 68 R161 G41 B56

C0 M53 Y100 K4 R213 G127 B37

C0 M18 Y100 K19 R228 G185 B18

C20 M0 Y100 K19 R16 G172 B6

C59 M7 Y0 K0 R120 G183 B226


Die Farben sind durch eine Reduktion der Sättigung nicht aufdringlich. Sie sind nicht kalt und wirken dennoch frisch und modern. Weiterhin sind sie abgeleitet aus den Hauptfarben Cyan, Magenta und Gelb bieten somit eine genügend große Auswahl für einen weit reichenden Einsatz. Aus dieser Auswahl an Farben ergab sich auch der Punkt, dass das Weiß kein reines Weiß sein durfte, da dieses zu sehr hervorstechen und sich nicht in die Farbhamonie integrieren würde. Somit wurden es um einige Prozentpunkte mit Gelb und Rot versehen, was die Strahlkraft des Weißtons mildert ohne ihn vergrauen zu lassen. Weiterhin ist bei dem Einsatz der Farben zu beachten, dass jede Farbe nur allein in jeder Stadt eingesetzt wird. Es darf niemals zur der Benutzung verschiedener Farben an einem Ort kommen, da ein einheitliches Gesamtbild der Ausstellung gestört werden würde. Es ist jedoch legitim, dass die miteinander verbundenen Städte jeweils eine andere Farbe wählen, so dass Ort 1 komplett in Weiß dargestellt wird und Ort 2 sich aus bestimmten Gründen für eine Gestaltung in Blau entscheidet.

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Die Farbe für Texte soll Grau sein, da sie fast ausschließlich auf einem weißem Grund stehen und auf einer Metaebene die Stadt als solche darstellen sollen, da die Texte Übermittler der Informationen einer Stadt sind. Außerdem wird eine Stadt vorrangig mit Grau in Verbindung gebracht und auch bei der Analyse sticht Grau als Hauptfarbigkeiten hervor. Der Gebrauch der weiteren Ausstellungsfarben bietet sich hier nicht an, da die recht hellen Farben wie Gelb, Grün oder Orange auf einem weißen Untergrund nicht lesbar sind. Eine Lösung wäre die Wahl eines farbigen Untergrundes gewesen, was jedoch die Farbigkeit der Stadt zurückgedrängt hätte.

GRAU


5.1.5 Bildwelt

Da das Verbinden von zwei Städten das Hauptanliegen von linking cities ist und eine realitätsnahe Darstellung der Städte angestrebt wird, muss sich dieses auch in den verwendeten Bildern widerspiegeln. Die Stadt im Fokus oder Der Alltag der Stadt könnten Formulierungen lauten, die beschreiben, was auf den zur Ausstellung gehörigen Bildern zu sehen sein soll. Es sollen bewusst keine gestellten oder eingekauften Bilder verwendet werden. Die Bilder sollen jeweils zu Beginn einer jeden Ausstellung von einem Fotografen der Partnerstadt geschossen werden. Dies hat den Zweck, dass jemand, der die Stadt vielleicht zuvor noch nie gesehen hat, oftmals weitaus mehr Motive entdeckt und auch abwegige Situationen festhält. Denn es ist zu berücksichtigen, dass auch Ecken einer Stadt beleuchtet werden sollen, die normalerweise nicht fotografiert werden würden. Sicher soll auf den Fotos keine der beiden Städte in einem schlechten Licht erscheinen, doch oft gesehene Postkartenmotive stellen ein mitunter zu arg geschöntes Bild dar und sind kein Spiegel der Realität.

Die Fotos sollen nie über die Stadt selbst urteilen, sondern lediglich abbilden. Die Perspektive, aus der die Fotos geschossen werden, ist prinzipiell nicht ausschlaggebend, sofern z.B. Personen nicht unvorteilhaft abgelichtet werden. Somit schließen sich bspw. heroische oder erniedrigende Perspektiven aus. Alle Bilder sollten eine gewisse Dynamik besitzen, ohne dabei aufwühlend zu sein. Weiterhin ist auf verzeichnende Elemente, wie künstliche Unschärfe oder unnatürliche Farben zu verzichten. Unschärfen, die fototechnisch bedingt sind, z.B. Fokussierungen auf einen bestimmten Bildteil, sind durchaus möglich und oftmals nicht zu vermeiden. Zum Abschluss ist noch zu sagen, dass Bilder, die für die untere Hälfte der Kommunikationsmittel angedacht sind, eine bestimmte Bildaufteilung benötigen. Daher müssen sie in der oberen Hälfte immer einen möglichst monochromen Hintergrund besitzen, da anderenfalls die eingesetzte Schrift aufgrund des unruhigen Untergrundes schlecht oder gar nicht gelesen werden kann.

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Korrekte Bildaufteilung

Falsche Bildaufteilung und Anmtung


4.1.6 Key Visuals

Ein weiteres, jedoch weniger stark genutztes Element ist ein wiederum aus den Bögen resultierendes Zeichen, welches sich zwischen den verknüpften Stadtnamen befindet. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass es kein Schriftzeichen gibt welches die beiden Städte gleichwertig miteinander verbindet. So ähneln Bindestrich und Gedankenstrich zu sehr einem Minuszeichen und würden die hintere Stadt von der Vorderen subtrahieren. Der Schrägstrich bzw. senkrechte Strich würde beide Städte trennen und nicht verbinden, das Gleichheitszeichen zu viel Gleichnis schaffen und letztendlich würde das &-Zeichen bzw. +-Zeichen die zweit genannte Stadt hinten anstellen. Das neu entstandene Zeichen stellt eine leichte Trennung zwischen die Städte dar, bildet aber dennoch eine Verknüpfung ab und setzt sie letzten Endes auf eine gleichberechtigte Stufe.

Ein Key Visual lässt sich recht simpel mit Schlüsselbild übersetzen und zeigt hierbei auch das Anliegen eines solchen: es soll Schlüsselreize auslösen. Es ist ähnlich wie das Logo ein Motiv welches emotional arbeitet und eine Botschaft transportiert und hierdurch den Wiedererkennungswert z.B. eines Produkts, Unternehmens oder eben einer Ausstellung steigert. Es kann ein Teil aus dem Logo, wie in dieser Arbeit oder gänzlich von ihm getrennt sein. Ein Key Visual ist fast immer eine Form, vereinzelt kann es jedoch auch eine besondere Farbgestaltung sein. Im Rahmen dieser Arbeit werden die unteren Bögen des Logos zu einem Key Visual verarbeitet, in dem sie auf jeglichen Kommunikationsmitteln zum Einsatz kommen. Die Anmutung der Verbindung, die im Logo die einzelnen Buchstaben miteinander vereint, wird weiter getragen und potenziert. So werden bspw. die Städte auf den Kommunikationsmedien durch die Bögen miteinander verknüpft.

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4.2 Ausstellungskommunikation 4.2.1 Basiselemente

In dem nun folgenden Abschnitt sollen die benötigten Kommunikationsmittel aufgezeigt werden und wie sich diese gliedern lassen. Beginnend mit den Kernelementen der Ausstellung werden anschließend schnelle Kommunikationsmittel dargestellt. Schnell beschreibt in diesem Falle den Wirkungsgrad beim Kunden und die Intensität mit der Auseinandersetzung. So werden Plakate u.ä. im Vorbeigehen oder –fahren wahrgenommen und es müssen wesentliche Merkmale vermittelt werden. Hierbei tragen die Key Visuals zur besseren Einprägsamkeit bei. Der dritte Abschnitt stellt langsame Kommunikationsmittel dar. Dies sind Kommunikationsmittel, die mehr Zeit haben auf den Betrachter zu wirken, bzw. mit denen sich das Publikum stärker auseinander setzt und die auf diese Weise mehr Inhalt transportieren können und müssen. Zu den langsamen Medien zählen unter anderem die Webseite oder auch Informationsbroschüren, eine genauere Auflistung ist im Folgenden zu finden.


4.2.1 Kernelemente 4.2.1.1 Seecontainer

Der Container ist in gewisser Weise das Herzstück der Ausstellung und aufgrund seiner Ausmaße bzw. Inhalte ein Anziehungspunk. Neben der Videoinstallation bietet er in Anbetracht seiner großen Seitenwände weitere Flächen, die im Rahmen der Ausstellung genutzt werden können. So ist angedacht, auf einer Seite eine Zeitleiste und somit einen Abriss der Historie von den beiden verbundenen Städten darzustellen. Diese Zeitleiste behandelt wie beschrieben zu einem Großteil die Geschichte der Partnerstadt und stellt diese fortwährend in Bezug zur gegenwärtigen Stadt dar.

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4.2.1.2 Aufsteller

Neben dem Container bieten Infowände Informationen zur dargestellten Stadt. Die Aufsteller sind mehrfach zu verwenden und reisen mit der Ausstellung mit. So werden Abbildungen bzw. Texte aufgeklebt und lassen sich immer wieder entfernen. Die Inhalte werden jeweils vor Beginn einer Ausstellung durch die Ausstellungsteams zusammengetragen und können sich somit auch in diesem Hinblick von Ausstellung zu Ausstellung unterscheiden. Die Hauptaufgabe ist jedoch wie beschrieben das Veranschaulichen des alltäglichen Lebens und das Erklären von speziellen kulturellen Gegebenheiten in der Partnerstadt.


„Das Plakat ist das klassische Medium der Grafik,

4.2.2 Ausstellungsmittel - schnelle Kommunikationsmedien 4.2.2.1 Plakate

die definitive Möglichkeit, einer Aussage zu ihrem Punkt zu verhelfen, der Ursprung der Verwandlung

Wie wichtig das Plakat immer noch ist, zeigt das Zitat von Stefan Sagmeister, welches 2003 anlässlich des Buches „Die100 besten Plakate 03“ veröffentlicht wurde. Auch in dieser Arbeit ist das Plakat ein immanent wichtiger Teil. So geht alle Gestaltung von diesem Medium aus und wird von dort auf Flyer, Internetseite o.ä. umgebrochen.

von Wort und Bild. Und wenn das Wort fehlt, dann wird automatisch das Wort zum Bild.“ 29

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Citylights Die Citylights sind im Prinzip ein Mischwesen, so sind sie zum einen als Medium der schnellen Kommunikation zu sehen und zum anderen bieten sie auch Raum für näheres Betrachten. So können, wie dargestellt, die Innenseiten einer Haltestelle, die ein Ort zum Verweilen sind, mehr Informationen bieten und zum näheren Betrachten einladen. Ein weiteres Merkmal ist die Stanzung im Plakat selbst, die den Blick auf die Stadt ermöglicht, also eine noch bessere Verbindung der beiden Partnerstädte und eine Art Interaktion zwischen Plakat und Betrachter.


Laternenhänger,  Ähnlich wie bei den Citylights bieten auch die an Laternen o.ä. angebrachten Plakate die Möglichkeit der Stanzung und somit der Verbindung der beiden Städte. Aufgrund der Tatsache, dass aber eine nähere Auseinandersetzung bei diesem Medium nicht möglich ist, da sie zumeist aus dem Auto gesehen werden, bot sich die bei den Citylights verwendete Rückseite nicht an. Und gleichwohl war ein Umdrehen des Plakates nicht möglich, da es zu einer Verschiebung der Bögen kommen würde. Somit wurde eine dem Citylight bzw. Flyer ähnliche, schlichte und weiße Rückseite entwickelt, die eine optische Brücke zu den weiteren Medien herstellt. Die Bögen oberhalb wurden besser zum Vorschein gebracht, was den Zweck der besseren Verbindung der Bögen (als Key Visual) mit der Ausstellung hat, denn es ist immer eine Vorderund eine Rückseite der Plakate zu sehen.

Schablonen Einen gewissen Sonderfall bieten die Schablonen, die die oberen bzw. unteren Bögen der Gestaltung aufgreifen. Sie dienen der besseren Einprägung des Key Visuals und machen neugierig auf die Ausstellung. So können diese bspw. auf angemietete Plakatwände über die vorhandenen Plakate gesprüht werden und verbinden somit wiederum die Stadt mit der Ausstellung, da das Kulturangebot der Stadt zu bestimmten Teilen immer noch zu sehen ist. Sie stellen einen Sonderfall dar, weil sie nicht wie bei den weiteren Medien mit zuvor geschossenen Fotos arbeiten, sondern direkt mit den Farben der Stadt. Es ist somit, ähnlich der Stanzung, eine Weiterentwicklung der Idee, dass jede Stadt ihre „natürliche“ Farbigkeit mit in die Gestaltung einfließen lässt. 71


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Aufkleber Die Aufkleber sind im Grunde ähnlich wie die Schablonen dazu da, die Ausstellung durch Reduktion zu bewerben. Sie sollen das Interesse wecken und das Logo bzw. Key Visual verbreiten. Somit sollen die Aufkleber, die monochrom im Farbton der Ausstellung gehalten sind, dem Logo erst durch das Aufkleben einen bestimmten Farbton zuweisen, ähnlich wie dies auch auf den weiteren Medien passiert. Bei dem Aufkleber nimmt jedoch die Stadt bzw. der Aufklebende direkt Einfluss auf die Gestaltung und nicht wie bspw. beim Flyer oder Plakat das zuvor gemachte Foto einer Stadt.


4.2.2.2 Postkarten/Flyer

Ähnlich wie die Werbung an Haltestellen sind auch Flyer im Grunde ein Mischmedium. So sollen sie schnell wirken und den Betrachter zur Mitnahme animieren. Ist dies geschehen, müssen sie aber mehr Informationen bieten und den Betrachter an sich binden. Dies erfolgt zum einen durch einen erklärenden Text auf der Rückseite der Karte und zum anderen durch die Stanzung. Auch hier wird wieder damit gespielt, die Partnerstadt mit der gegenwärtigen Stadt in Verbindung zu setzen und ein Brücke zur Ausstellung zu schlagen.

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4.2.2.3 Internetbanner / Anzeigen

Ob das Internet selbst nun ein langsames oder schnelles Medium ist, darüber ließe sich vortrefflich streiten. Worüber es jedoch keine Streitigkeiten geben sollte, ist die Tatsache, das Werbebanner, ähnlich wie Anzeigen in Zeitungen und Magazinen, dem schnellen Medium zuzurechnen sind. So sollen sie den Benutzer schnellstmöglich dazu animieren, weitere Informationen zu verlangen. Dies soll jedoch nicht über ein blinkendes, grelles Logo oder Pfeile geschehen, da dies zum einen nicht in das restliche Bild der Ausstellung passen würde und zum anderen eher eine ablehnende Haltung beim Verbraucher hervorruft. Die Internetbanner sollen entweder durch Reduktion neugierig machen oder durch ihr zweifaches Auftauchen ähnlich wie bei den Anzeigen zum Anklicken animieren.


Anzeigen Bei den Anzeigen verh채lt sich dies 채hnlich; so wird durch ein Halbieren der eigentlichen Gestaltung und ein Verteilen auf einer bzw. mehrerer Seiten die gesamte Zeitung mit in den Gestaltungsprozess einbezogen und schafft eine Verbindung von Medium und Ausstellung. Andererseits kann nat체rlich auch auf klassische Anzeigenformen, wie in den Darstellungen zu sehen ist, zur체ckgegriffen werden.

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4.2.3 Ausstellungsmittel - langsame Kommunikationsmedien 4.2.3.1 Broschüre

Als weiteres ausführliches Informationsmedium neben der Internetseite, soll eine Broschüre die Inhalte der Ausstellung vermitteln. Der Titel des Heftes unterscheidet sich dahingehend von der vorangegangenen Gestaltung, als dass er nicht die bisher üblichen oberen Bögen aufgreift, sondern diese durch das Wort linking ersetzt. Dies hat den Grund, dass der Besucher weitaus mehr Zeit hat, den Titel zu lesen und sich mit ihm auseinander zu setzen. Hier kristallisiert sich auch der wesentliche Unterschied zu den schnellen Medien heraus: langsame Medien sollen vordergründig Informationen liefern und können hierdurch detaillierter sein. Wobei die Schnellen den Betrachter dazu auffordern sollen, sich weitere Informationen zu beschaffen, das visuelle Erscheinungsbild weiter zu verbreiten und infolgedessen, dieses beim Betrachter zu verankern. Der Innenteil ist ähnlich wie bei allen weiteren Medien in einen oberen und einen unteren Bereich gegliedert. Wobei der Obere eine Sprache und der Untere die jeweils andere Sprache abbildet. Er kann an beiden Orten genutzt werden, um zum einen Druckkosten zu sparen und zum anderen eine möglicherweise „fremde“ Sprache darzustellen.

„Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.”30 Dieses Zitat von Frank Harris ist zwar bezogen auf das Erlernen einer neuen Fremdsprache, was in diesem Fall nicht geschieht, jedoch beinhaltet es eine ähnliche Idee. Denn es ist zu sagen, dass die „fremde“ Sprache in diesem Fall nicht vordergründig dem Verständnis des Inhaltes dienen soll. Sie soll einen bestimmten und wichtigen Teil einer Nation aufzeigen, über den diese kommuniziert und sich dadurch auch identifiziert. Auch in diesem Fall soll durch das Aufzeigen des Fremden im Bezug zum Persönlichen Nähe geschaffen werden. Die Gestaltung der Broschüre lehnt sich dabei an die Idee der restlichen Medien an. So werden auch hier unterschiedliche Fotografien aus den beiden Städten in den Hintergrund gesetzt und bieten den Rahmen und Farbe für jede einzelne Seite. Der Inhalt bzw. die Schrift selbst liegt auf einem weißen Untergrund, der wiederum mit Hilfe von Durchbrüchen den Blick auf das darunter liegende Bild gewährt. Die Farbgebung des Titelblattes lehnt sich hierbei immer an die der Ausstellung an, wenn diese also mit dem ausgewiesenen Blau gestaltet ist, ändert sich auch dementsprechend die Farbigkeit des Titels. Einzig der Inhalt wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit immerfort mit dem angegeben Weiß gestaltet. 77


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4.2.3.2 Banner, Plakate 2.0

Neben einer zweiten Auswahl an Plakaten, die an Orten hängen sollen, an denen Menschen länger verweilen, sollen auch Banner bzw. Fahnen auf die Ausstellung hinweisen. Diese werden in der Nähe des Ausstellungsortes angebracht und weisen dem Betrachter von weitem den Weg zur Ausstellung. Auch hier kann „linking cities“, ähnlich wie bei der Broschüre, mit in die Gestaltung einbegriffen werden und bietet somit eine größere Vielfalt in der Gestaltung. Ähnlich verhält es sich mit den weiteren Plakaten die in z.B. Cafés oder Kultu-

reinrichtungen hängen sollen und somit an Orten an denen der Betrachter mehr Zeit hat, diese zu betrachten und es somit angebrachter ist die Plakate mit etwas mehr Information zu versehen.

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4.2.3.3 Internetseite 

Die Internetseite soll zum einen Plattform für jede einzelne Ausstellung sein und zum anderen Information über die gesamte Initiative aufzeigen. Die Gestaltung lehnt sich infolge der bisherigen Gestaltung an diese an und ist nur leicht modifiziert. Die Hauptseite zu linking cities ist im Hintergrund mit wechselnden Motiven von Städten, in denen die Ausstellung bereits war, versehen. Zu Beginn wird eine Auswahl an Stadtansichten dargeboten, die mit der Zeit mehr und mehr mit denen der Ausstellungsstädte selbst abgelöst werden. Die spezifischen Seiten zu einer Ausstellung zeigen Bilder aus den beiden verknüpften Städten. Aufgrund der Herkunft des Benutzers, die sich aus den Informationen des benutzten Browsers herauslesen lässt, passen sich die Bilder immerfort an und stellen die der möglichen Partnerstadt, wie auf den Plakaten o.ä., immer an die obere Stelle und die wahrscheinlich eigenen zu Unterst. So würde bei einer Ausstellung „Magdeburg Sarajevo“ ein deutscher User Bilder aus Sarajevo zu Oberst sehen und ein Bosnischer Bilder aus Magdeburg.

Neben den Fotos werden natürlich vorrangig Informationen zu den Städten zur Verfügung gestellt. Weiterhin kann hier das Programm oder auch Verlinkungen zu Vereinen oder Kulturstif-

tungen der jeweiligen Städte aufgezeigt werden. Die Auswahl an Sprachen ist jeweils an die Städte angepasst und bietet aus Gründen der Offenheit die Texte immer auch in Englisch an.


5. Ausblick „In der Werbung träumt unsere Gesellschaft. Von mehr Glück, mehr Liebe, mehr Zeit. Es geht immer um ein besseres Leben, eine bessere Welt und sicher um ein besseres Ich. Werbung formuliert unsere geheimen Sehnsüchte.“ 31

Die nebenstehenden Zeilen schrieb Peter Wippermann, Trendforscher und Professor für Kommunikationsdesign in der Mai-Juni 2008 Ausgabe des Greenpeace Magazins. Weiterhin schreibt er, dass genau dies aber das Dilemma der Werbung ist, denn sie muss das verkaufen, was produziert und nicht das, was beworben wird. Langsam beginnen die Menschen, dies zu durchschauen und strafen allzu dreiste Unternehmen ab. Der Mensch glaubt nicht mehr alles was ihm vorgesetzt wird. 32 Doch glaubt er umso stärker an eine Marke, ein Unternehmen, wenn ihr „Pimp my product“-Modell noch nicht aufgeflogen ist. Aus dieser starken Identifizierung mit Marken oder Produkten klappt eine Schere des Egoismus auf und entzweit die Menschen. Sie unterteilt, bzw. sie unterteilen sich selbst in Anhänger oder Nicht-Anhänger einer Marke. Diese Unterteilung fängt bspw. bei Betriebssystemen an und hört bei Schuhen auf. So trägt man Nike oder Adidas, so nutzt man Apple oder Linux und verbindet jeweils Werte und Gefühle mit einem Produkt. Weiterhin wird immer stärker um die einzelne Person geworben, um eine Pseudo-Individualisierung voran zu treiben. Es ist eine Pseudo-Individualisierung deshalb, weil der Mensch zwar mehr an sich glaubt, diesen Glauben jedoch aus Produkten und Marken zieht, die natürlich einen Massenmarkt ansprechen und vielfach verkauft werden. 81


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Trotzdem glaubt der Mensch individuell zu sein, bekommt oftmals gar narzisstische Züge und entfernt sich somit von seinen Mitmenschen. Diese Entfremdung wird durch ebenfalls pseudosoziale Netzwerke wieder hergestellt. Man sammelt 1000 Freunde bei myspace, facebook oder studiVZ. Und man lebt hier den Wunsch zur Gemeinschaft wieder aus, jedoch ohne die Zwänge und Tücken, die wirkliche Beziehungen und reale Zusammenkünfte mit sich bringen. Der Mensch chattet, schreibt Emails und ist mit Menschen quer über den Globus verbunden, was per se nicht schlecht ist und auch Vorteile birgt, aber auch den Umstand, dass die reale Gemeinschaft vernachlässigt wird. In gewisser Weise sind somit diese sozialen Netzwerke in sich selbst dialektisch und sind These und Antithese zu gleichen Teilen. Nur dass sie zu keinem höheren Wert gelangen, sondern in gewisser Weise zu einem Niederen und einen Stillstand der positiven Globalisierung bedeuten. Dies alles geschieht in einer Zeit, in der es nie einfacher war zu reisen. In einer Zeit in der ein wirklicher, ein ehrlicher Kontakt mit Menschen aus fremden Regionen möglich ist, zieht sich der Mensch zurück und verlagert seine Kontakte in eine Maschine.

Auf die berechtigte Frage, was dies nun aber alles mit dieser Arbeit zu tun hat, ist zu sagen, dass linking cities den beiden Trends, dem der narzisstischen Individualisierung und der Verlagerung von sozialen Gefügen in eine virtuelle Welt, entgegenwirken will. Die Ausstellung soll einen Kontrapunkt bieten, sie soll ein wirkliches, authentisches Abbild von einer Gesellschaft aufzeigen. Sie soll Menschen darstellen, die zwar unterschiedlich sind, doch im Grunde genauso sind wie man selbst. Sie soll wieder Berührungspunkte zwischen den Individuen schaffen, Kommunikation fördern und allen voran dazu animieren die reale Welt zu entdecken. Der Mensch soll sich eigene Meinungen bilden, welche wiederum ausgetauscht werden mit anderen Personen. Aus dieser Dialektik soll etwas Höheres geschaffen werden, was beim Ausbau einer globalen Gesellschaft ohne die Vernachlässigung regionaler Eigenheiten zu helfen. Denn die Öffnung von Grenzen und die Verbindung der Völker darf nicht mit Angst verbunden sein, sondern mit Neugierde und Offenheit.


Fussnoten

1 Hilbig, Wolfgang, Der Geruch der Bücher – Prosa und Gedichte, 2002, S.5 2 Bertelsmann Deutsches Wörterbuch 3 Bertelsmann Deutsches Wörterbuch 4 Shannon, C. E. , Mathematische Grundlage der Informationstheorie, 1967, S. 16-17 5 lat. “recipere” “annehmen, aufnehmen” 6 Moles, A., Informationstheorie und ästhetische Bildung, 1971, S. 32 7 Völz, S. 552 8 Pias, C., Kursbuch Mediekultur, 1999 S.15 9 Deutsches Museum (Hrsg.), Texte in Ausstellungen, 1995, S. 8 10 Vgl. Deutsches Museum (Hrsg.), Texte in Ausstellungen, 1995, S. 16 11 Vgl.Klein, H.J., Inszenierung an Museen und ihre Wirkung auf Besucher, 1990, S.11 12 Referat Herbert Leuninger 13 bpb – rechtsextremismus unter jugendlichen 14 Hans-Gerd Jaschke - bpb 15 Referat Herbert Leuninger 16 Vgl. Watzlawick, P., Menschliche Kommunikation, 2007, S.53 17 Watzlawick, P., Menschliche Kommunikation, 2007, S. 51 18 Zitat aus „Der kleine Soldat“ 1960 von Jean-Luc Godard, http://www.arikah.com/enzyklopadie/Jean-Luc_Godard 19 Vgl. Benjamin, W., Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit; aus Pias, C., Kursbuch Mediekultur, 1999 S.19 83


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20 http://www.cnlab.ch/perftest/ http://w1.siemens.com/press/de/pr_cc/2006/12_dec/ct200612002_1426061.htm http://de.wikipedia.org/wiki/Datendurchsatz http://de.wikipedia.org/wiki/Datenübertragungsrate

DVB-T: 2-3 Mbit/s (MPEG-2 Kodierung für Video) FireWire: FireWire 400: 400 Mbit/s, FireWire 800: 800 Mbit/s Fast Ethernet: 100 Mbit/s ADSL: 384 kbit/s Down- und 64 kbit/s Upstream (DSL „light“) bis 25 Mbit/s Down- und 1 Mbit/s Upstream (ADSL2+) VDSL: 50 Mbit/s Downstream

21 Vgl.: http://www.shrinkingcities.com Weltweit schrumpfen Städte! Schrumpfende Städte fordern uns kulturell heraus. In dem Projekt Schrumpfende Städte untersuchen Architekten, Wissenschaftler und Künstler die jüngere Entwicklung von Detroit, Ivanovo, Manchester / Liverpool und Halle / Leipzig. Und machen Vorschläge. Ein Initiativprojekt (2002-2008) der Kulturstiftung des Bundes unter der Leitung von Philipp Oswalt (Berlin) in Kooperation mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, der Stiftung Bauhaus Dessau und der Zeitschrift Archplus. 22 Klein, N., No Logo, 2005, S.19 23 CybaPee & Apostrophic Labs 24 Vgl. http://www.typo-info.de/ 25 Vgl. www.fontshop.com 26 http://store2.adobe.com/cfusion/store/html/index.cfm?store=OLS-UK&event=displayFontPackage&code=1706 27 Heller, E., Wie Farben wirken, 2002, S. 42 28 Vgl. http://www.lichtkreis.at/html/Wissenswelten/Welt_der_Farben/welt-der-farben.htm 29 Stefan Sagmeister in „Die 100 besten Plakate 03- Deutschland, Österreich und Schweiz“, 2004, S.8 30 Harris, F., Mein Leben, 1965, S.5 31 Peter Wippermann, Greenpeace Magazin 3.08, S. 80 32 Vgl. Peter Wippermann, Greenpeace Magazin 3.08, S. 80


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Bilder

Alle benutzten Bilder sind Eigentum des Verfassers.


Schriftliche Erklärung

Ich erkläre hiermit, dass ich meinen Beitrag zu Arbeit selbständig und ohne Verwendung anderer als die angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe. Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind kenntlich gemacht. Die Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegen.

Hildesheim, den 16.06.2008 Alexander Hanke

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