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Die Zerstörung des Kalifats

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DESBARMHERZIGEN DESERBARMUNGSVOLLEN IM NAMENALLAHS E x p l i z r tB u c h z r 4 z z 1 1H . . - zoor n. Chr.

Zur Übersetzun g des Qw'an W i r r r r ö c h t e ldi a r a u f ' h j n n ' c i s e nd,a s sd c r Q u r ' a n ,d a s W o r t A l l a h s .a u f G r r " r n d t t ' r d e nk a n n . N u r i n s e i n c rE i r r z i s a r t i g k cni ti c h t i r . ra n d e r eS p r a c h c ni i b e r s c t z w s e i r r cO r r i q i r r a l s p r a c.l \rr. r' ,b i s c hi ,s te r . r u l h t ' r r t il sr u. n d : r l sQ r l r " : l zl u b e z t ' i c i t n . Ber dcr Wicdergaber,on Qru-'ar-Versorin dcr.rtsclrer Sprlche kann es daher nur um einerrnsefäirreErläuterungder Bedeutunghandeln. DieRedaktion www.exp 1i zi t-i sIant.d t'

Kürzelerklärung (:): leal;, "der Erhabene".Attribut Gottes,dasman als Zeichcndet Ehrerbietung eo;'r,

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"rrögc Allah seine Gnade und seinen Frieden irber (=l: sallallahu alavhi n: -s;1./,rrn, ihn komrnen lassen", Respcktforrnel,die man als tsittgeltctbci der Erwähnung des Narnens dcs Propl-retenN'luhalnrnad :: aussprechenso1l. '.Friede auf ihm", Respcktfor.mel,die man zumeist bei der ("--): alavhis-sa/;rnl, Erwähr.rungdes Namcns eines friil.rerer.rPropheten ausspricht. 'anhu, "Möge (.:.\: radi,vallahu Allahs Wohlwollen über ihn l<ontnten". Respektforniel, die man bci der Envähnung des Namens eines Prophetengefährten ar.rss pricht.

A1-Iftilafah Publications P.O.Box rroo, LondonCR4zZR

EINLEITU NG Das vorliegende Buch stellt eine Zusammenfassung des Werkes "Kaifa hudimat Al-Khilafa" ('Wie das Kalifat zerstört wrrrde ), vom Islamgelehrten Scheich Abdulqadim Zallum dar. Es gibt in Kurzform die wichtigsten Ereignissewieder, die letztendlich zur Zerstörung der politischen Institution des Islarn und somit zur Eliminierung des Islam als Staats-und Gesellschaftssystemgeführt haben. Dabei spielt für uns keine Rolle, dass es sich um die Zerstörung des Osmanischen Kalifats in Istanbul handelt, denn es geht hier keineswegs um nationalistisch-patriotischeGefuhlswallungen, sondern um die Offenlegung des von langer Hand vorbereiteten Planes,um die wichtigste Institution des Islam zu zerstören. Diese Institution wurde zu dieser Zeit eben von den Osmanen repräsentiert. Unsere Aufmerksamkeit gilt ihnen also nicht in ihrer Eigenschaft als "Türken" oder "Osmanen", denn für einen Muslim spielt die Volkszugehörigkeit eine denkbar geringe Rolle. Vielmehr legen wir unser Augenmerk auf dre Tatsache,dass sie als Träger des islamischen Kalifats, |ahrhunderte lang die Repräsentantendes Islamischen Regierungssystemsgewesensind. Natürlich hat es vor a1lemin der Spätzeitder Osmanen - aber nicht nur da - Verfehlungen, missbräuchliche Anwendungen des Islam und viele Versäumnisse seitens des Staatesgegeben, seine Bezeichnung als ,'kranker Mann am Bosporus" kam nrcht von ungefähr. Trotzdem war es der Staat des Islam, der ihn repräsentierte,den Mrrsfirnen außen- und innenpolitische Sicherheit und Schutz gab und sie vor allem davor bewahrre, zunr Freiwild für ausbeutungshungrige Kolonialmächte zu werden. All diese Ve.rfehlungenhaben *"ä", realpälitisch, und schon gar nicht islamrechtttch eine Zerstörung des Staatesgerechtfertrgr. N e i n ' d e r S t a a tw a r r e f o r m u n d v e r b e s s e r u n g s b e d ü r f t i ge.r w a r a u c h - k u r z vor seiner Zerstörung noch - verbesserungsfahlg,wenn sich verantwortungsbewussteMuslime mit aufrichtiger Entschlossenheitdafür eingesetzt hätten. Leider fehlte den meisten von ihnen - wenn nicht a[en - das richti-


ll Die Zerstörur

Und so erkanntensie nicht die Gefahr Gesetzewiilkürlich anzuwenden,habenwir die pflicht, jene person ge Islam-bzw. Politikverständnis. aufzudie durch ihre Passivitätwie ein Damoklesschwertüber sie hereinzLr. stellen,die von uns autorisiertwird, dasGesetzAllahs zu vollziehen.Diese brechendrohte. Personeben ist der Kalif. Traumreisein einq Das Kalifat ist aber nicht irgendeineRegierungsform Die Idee des Kalifatsist nicht bioß eine nostalgische mit einem Kalifen an märchenhafteVergangenheit,sie stellt eine der größten göttlichen Pflich. der Spitze.Sie stelit-vielmehrein einzigartigesStaatssystem dar, das mit ten dar,die Allah:.5den Muslimen in ihrem irdischenDaseinauferlegthat keinem anderenauf dieserwelt vergleichbarist. Es ist kein Königreich, innerhalbder a1leir: denn der Kalif stehtnicht wie der König über dem Siebildetdie umfassendeStaats-und Regierungsform, Gesetz,er hat keinerlei realisiertwerden können Immunität und kann genausogesetzlichgeahndet alle islamischenGesetzeund Lebenssysteme werden wie jeder an_ Denn die zahlreichenGebotein der Offenbarung,die das Wirtschafts-, dereBürgerauch.Der Kalif kann nicht nach eigener wilikür regieren,wie Gesellschafts-, Staats-und Strafrechtbetreffen,können und dürfen nur esvor allem bei KönigenfrühererZeit und teilweiseheute noch (siehe/orvollzoger danien,Saudi-Arabienund Marokko)der Fall ist, durch den Kalifen,als Regentund islamischesStaatsoberhaupt, viejmehr ist er den Ge_ werden.Er alleinhat dasRechtund die Pflicht,dasGesetzGottesauf Erder setzendes Islam unterworfen.Der Karifhat auch keine privilegienwie ein zu implementieren.So hat der GesandteAllahs gesprochen:"Das Voll König.Es gibt auch keineThronforgeim Isram,sondernjene öersonwird Israel wurde von Propheten betreut, immer wenn ein Prophet starb, folgtt zum Kalifen,die von den Musrimendafur die Bai a erhalienhat. ihm ein anderer. Nach mir aber wird kein Prophet mehr kommen. Es wer den aber Kalifen folgen, und deren Zahl wkd groß sein." Man fragte ihn Das Kalifat ist auch keine Republik. Denn das republikanischeSystem ,Und was befiehlst du uns?' Er antwortete: "Erftillt die Bai'a ffreueeid) der basiertauf dem demokratischenprinzip, bei dem äas Recht (die Gesetzjeweils ersteren und gebt ihnen ihr Recht, denn Allah wird sie (hernach gebung)vom Volk ausgeht.Deswegen gibt in jeder Republikein parra". ausfragen über das, was er ihnen als Treuhand übergeben fiarl!."(Muslim) ment als voiksvertretungmit gesetzgeüerischer Funktio;. Im Isram geht das Rechtallein von Allah :*.,aus. Er ist der Gesetzseber: Das Regierenallein nach den islamischenGesetzenstellt ein eindeutige, und klaresgöttlichesGebotdar. So hat Allah:s befohlen:

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"und richte unter ihnen mit dem, was Nrah herabgesandthat!,, (sura AIMa'ida 5, Aya 48).

"Und richte unter ihnen nadt dem, was Nlah zu dir herabgesandt het, un( folge ihren Neigungen nicht. Und nimm didt vor ihnen in acht, dass si es im republikanischenSystemerne Regierungmit Ministern, 1Th ,gibl dich ia nicht von einigem abbringen, was NIah zu dfu herabgesandt hat! wo jeder Minister in Eigenverantwortung für ein bestimmtesRessortzuständigist. Im Islam ha1der (SuraAl-Ma'ida 5, Aya 48) Kalif die GEsamtverantlvortung inne. Er hat Assistenten(Mu'awinun),die ihn bei seinenAufgabenunterstützen.Sie Dieser göttlicheBefehl,der an den Propheten-+ ergangenist, steilt it agierenaber nicht in einem eigenenRessortunabhängig, sondernsind gleicherWeiseeinen Befehlan uns dar. Denn jeder Befehl,der von Allrl TätigkeitenRedä.,nJa,r*o.t schuidig. Es gibt im Karifat ll^iTl itt^th.re Ratsversammlung :E an den Prophetenergeht,ergehtin gleicherWeisean seine (Jmma,s( (M aj tisat_rJmma),r; h;; ro.t.ott. ::i. :"" langees dafür keine Beschränkunggibt. Hier gibt es aber keine noch s, }tnd Beratungsfunkti ion, und ist keinesfails eine "ilr"rr"r, gesetzgeberische gearteteBeschränkung, deshalbist es ein klarer Befehian uns, nach der Institution. GesetzenAllahszu regieren.Da wir als Einzelpersonen und Gemeinschaf gar nicht in der Lagesind,geschweige denn dasRechthaben,die göttlicirel Auch hat das Kalifatmit einem Imperium nichts gemein.Denn in einem ts-.


Imperium sind nicht alle Völker und Herrschaftsgebiete gleichgestellt. Vielmehr kommt dem Zentrum des Imperiums mit seinem Kerngebiet eine politische,wirtschaftlicheund finanzielle Sonderstellungzu. Beispiele daftir sind das RömischeImperium der Antike und das BritischeKolonialimperium der Neuzeit. So eine Sonderstellunggibt es im Kalifat keine. Vielmehr steht das Regierungssystemim Islam konträr dazu. Denn alle Bürger des Staates sowie alle Staats$iete haben die gleichen Rechte. Weder die Hauptstadt, noch sonst irgendein Kerngebiet genießt politische, wirtschaftliche oder anders geartete Sonderrechte.Demzufolge macht das nicht zu Kolonien, die nach Strich und Faden Kalifat seine Staatsgebiete ausgebeutetwerden, damit irgendein versnobtesKerngebietim wahrsten Sinne des Wortes zu einer "Insel der Seligen"wird, während andereTeile in bitterster Armut dahinsiechen.Vielmehr hat der Kalif fur das Wohl aller Bürger zu sorgen, auch wenn sie Nichtmuslime sind. "Der Imam (Kalif) ist ein Hüter, und er ist verantworttidr ftir seine Pflegschaft!', wie es der Prophet# formulierte. Das Kalifat ist auch kein foderativer Bundesstaat,in dem jedes Bundesgebiet eine gewisse Form von Unabhängigkeit oder Autonomie besitzt. So sind die Finanzen des gesamtenStaateseinheitlich. Die Gelder werden gemäß den islamischenGesetzenvom Staateingehobenund nach Bedarffiir das Allgemeinwohl der Bürger auf die verschiedenenGebieteverleilt. Der Umstand,dassaus einem Gebietdem Staatmehr Geld zugeflossenist, bedeutetnicht, dassdiesemGebietdeswegenein Mehr an staatlichenZuwendungen zusteht. Die Ausschüttungen stehen nicht in Relation zu den Einnahmen, sondern sind eine reine Funktion des Bedarfs. Auch gibt es keine gesetzgeberische Autonomie im Kalifat,wie es bei Bundesstaatender Fall ist. Dort kann es durchaus üblich sein. dassin einem Bundesstaatdie Todesstrafe gilt, wohingegen sie im Nachbarstaatabgeschafft wurde, oder für die gleichen Delikte verschiedenStrafen festgesetzt sind. Im Kalifat ist die Regierungsformzentralistisch,wo der Kalif die volle Kontrolle über jeden Winkel des Staateshat und die Einheit des Staatesin keiner Weisegefährdetwerden darf.Zur besserenund effektiverenBetreuung der Bürgerangelegenheiten kann die Verwaltung aber dezentralangelegt sein, solange es der Einheit des Staateskeinen Abschnitt macht. Es zeigt sich also,dassdas Kalifat eine einzigartigeStaatsformist, die mit den heute existierendenStaatsformennicht zu vergleichenist. Sie muss 4

Die Zerstörungdes Kalifats einzigartig sein, weil sie keinem fehlbaren menschlichenGeist ent_ auch springt, sondern das reine Ergebnis göttlicher Offenbarung ist. Im vorliegendenBuch wollen wir uns mit den ursachen und Hintergründen beschäftigen,die zum Niedergangdes Kalifats geftihrt haben. und zwai nicht um der Vergangenheitnachzutrauern, sondern um aus den Fehlern unserer vorfahren zu lernen und wichtige Erkenntnissezu erlanfen, dle ftir eine erfolgreicheNeugründung dieseieinzigartigen institution unabdingbar sind.

Die Redaktion


ll Die Zerstörunq des Kalifats

DIEZERSTORUNG DESKALIFATS Der Niedergang der wichtlgsten islamischen Institution ist ein multikausaler Prozess,der schon früh in der islamischen Geschichteeinsetzte.Vieli: unterschiedliche Faktoren summierten sich im Laufe der Geschichtederart auf, dass das Ende des Garanten ftir die Praktizierung des Islam unweigerlich eintreten musste. Den Muslimen \4,arim Jahre r9z3 nicht voll bewusst,welche fatalen Folgen die Aufhebung der islamischen Verfassung nach sich ziehen sollte. Heute, knapp 8o f ahre später,erfährt die Idee von einem Islamischen Staat,der in allen Bereichen des öffenthchen Lebens die Gesetze der Schari'a praktiziert, eine nicht zu übersehende Renaissance.Dies ist ein Grund dafür, sich mit den ,ristorischen Ereignissen, die unmittelbar mit der Zerstöruns des Kalifats vor 78 )ahren in Zusammenhang stehen, auseinander ztr setzen. Der Islamische Staatdominierte das Weltgeschehen über ro Jahrhunderte: hinweg. Die Einheit der Muslime, die aus ihrer starken Giaubensüberzelrgung resultierte, war ein Garant fur die Stabilitat des Staates.Selbst fataic Ereignisse, wie die Kreuzzüge oder die Mongolenstürme, konnten nicht die Zerstörung des islamischen Staates herbeiführen. Die Verschiebunq des Kräftegleichgewichtszugunsten der europäischen Mächte, die mit denr äg,vptischenFeldzug von Napoleon Bonaparte im )ahre 1798 eingeiäutet wurde, kündigte den bevorstehenden Weltmachtwechsel und die damit verbundene Zerstörung des Islamischen Staatesan. Die Muslime, der-'n Zustand am ehesten mit Stagnation charakterisiert werden konnte, warell nicht imstande, auf die starken dynamischen Veränderungen in Europa clit' sich mit dem Beginn der industriellen Revolution und den neu konstituierten Nationalstaatenabzeichneten,ausreichend schnell und flexibel zu anlworten. Dies ist sicherlich ein Zeichen daflir, dass die ideologischeund i1Ausrichtung der Muslime nicht stark genug war, aus dem isletellektr-reile mischen überzeugungsfundament heraus neue Ansätze zu entwickelp, die den begonnenen Niedergang unter Umständen hätten aufhalten können. Die Uisachen für diese ideologischeund intellektuelle Schwächesincj vielfältig und mitunter früh in der islamischen Geschichte zu suchen.

Der nachfolgende historische Überblick wrrd diese Ursachen nur am Rand e d i s k u t i e r e n .V i e l m e h r s o l l e n d i e u n m i t t e l b a r e n h i s t o r i s c h e nE r e i g n i s s e . d i e m i t d e r Z e r s t ö r u n g d e s I s l a m i s c h e n S t a a t e si n V e r b r n d u n g s t e h e n , untersucht und dre Auswirkr,rngenauf die heutige muslimische Gemeinschaft dargestelltwerden.

Bewegung unddieWahhabitische Großbritannien Mit Sicherheit würde der Islamische Staatherrte noch existicren, hätten die Europäer auch weiterhin ihre mrttelalterhche Zlr'ictracht gelr'ahrt.so dass s i e s i c h n i c h t u m d e n I s l a m i s c h e n S t a a th ä t t e n k i - i m m c r n k ö n n c n . D o c h die fatalen Folgen des Dreißieyährigeren i(rieges fiihrten zur Erkenntnis, dass solche Kriege auf Dauer die europäischen Mächte derart schwächen w ü r d e n , d a s s d i e M u s l i m e ü b e r k u r z o d e r l a n g d e n S i e g ü b e r E L r r o p ad r vontragen würden. Der Westlälische Fricden von r648 ntarkierte das Endeder blutigen Unruhen zwischen Protestanten und Katholiken r.rndebnete für die europäischen Mächte eine neue Marschronte, die auf die cnclgültige Vernichtung des muslimischen Feindes abzielte.Die Gebrirt der christl i c h e n e u r o p ä i s c h e n" F a m i l i e " n u r d e d u r c h d i e z w ' e i t em u s l i r n i s c h e B e l a g e r u n g W i e n s 1 6 8 3 b e s c h l e u n i g t .E i n e i n s e i t i g e sm i l i t ä r i s c h e sV o r g e h e n gegen die Muslime genügte jedoch ntcht. Vielmehr mussten die Säulen d e s I s l a m i s c h e n S t a a t e sz e r s t ö r tw e r d e n . Die ethnische Einheit und der unerschütterlicl"e Glaube kennzeichneten seit jeher die Muslime und ihren Staat. Eine endgültige Zerstörung cles Islamischen Staatesmusste zw'angsiä'fis a'ch die Einheit der Mr-rslime vernichten und ihr vertrauen ri ale Funktio.artität der islamischcn Lebensordnung erschüttern. Demgemäss entwickelten die europäischen Mächte unterschiedliche Strateeiei, u- cliese beiclen wichtigen Faktoren auszuschalten.Die Wahhabitische Beweqr_rng bot hierzu einen möglichen Ansatz, den sich die Briten später zu Nuize machten. Die wahhabitische Bewegune wurcle clurch den Gelehrten r,rnciRechtsausleger (Mudschtahidi tr,lirhammad ibn Abcl A1-wahhab in dcr arabischen Halbinsel ins Leben gerufen. Der hanbalrtrscheGelehrte k'tis i e r t ed i e n a c h s e i n e r M e i n u n g f e h l g e r e i t e t ep r a k t i z i e r u n g e t l i c h e r i s r a m i scher Gesetze.


Die Zerstörungdes Kalifats Beispielsweisekämpfte er gegen die übliche Praxis vieler Muslime, das übernahmseine Grab des Propheten Muhammad + in Medina zu besuchen, und bezeich. r-ro2verstarbMuhammadibn Abd Al-wahhab,sein Sohn zu dem Zeitbis wurden n e t e e i n s o l c h e sV o r g e h e n a l s B i d ' a . d . h . e i n e u n z u l ä s s i g eN e u e r u n g i r 1 i.iiär"tr". GroßeTeileder arabischenHalbinsel Bewegunskontrolliert' Islam. Auch die Meinungen anderer Gelehrter in vielen Fragen ignoriertq der Wahhabitischen ;;;il ";" er und kämpfte fortan vehement für seine Rechtsauffassungen. Darüber hinaus sah er in der Duldung der Missachtung islamischer Ge. setze ein Versäumnis, welches der Osmanische Staat in seiner Eigenschaft als Islamischer Staatzu verantworten hatte. n40 rral Muhammad ibn Abd 'Anza, M u h a m m a d r b n S a ' u d ,i n A l - W a h h a bm i t d e m F ü h r e r d e s S t a m m e s Kontakt, und erläuterteihm seine Sicht der Dinse. Der Stammesfürst fand Gefallen an den Rechtsauffassungendes Rechtsauslegersund lud ihn ein, fortan bei ihm zu leben und seine Auffassungen zu verkünden. Sieben Jahre später verkündete der Fürst seine Übereinstimmung mit den Ansichten von Muhammad ibn Abd Al-Wahhab in der Öffentlichkeit, und fortan wurde die Ausbreitung dessen Meinungen und Auffassungen forciert. Die Wahhabitische Bewegung war geboren. Allerdings blieb ihr Einzugsgebiet auf den Herrschaftsbereichdes Muhammad ibn Sa'ud beschränkt, so dass die Dynamik der Bewegung schnell zum Erliegen kam.

nnien gegen Großbrita Intervention Frankreichs

zeigten sich durch die Entwicklunsen auf der Die europäischen Mächte insbesonHalbinsel beunruhigt. Diese Beunrtrhigune nahm ;;;-hä war, die Lage der in man sah, dass der Oimanische Staat nicht ä"r"'r", Bag"fr und ttnd Damaskus' Medina arabischenTruppen zurückzttschlaqen' fielen' kurlr". ZerI in die Hände der wahhabitischen Truppen ärJ Ui.rr-r"r-r die arrf die neuen Entwicklunrr"rkr"i.h war clieerste europäischeMacht, Muhammad Ali' Gouverneur Verbündeten gen reagierte.Es konnte seinen Wahhabiten überreden' obdie gegen von Agypten, zu elnem Vorgehen ein solchesVorgehen abfür wohl letzterer zuvor die Bitte cler Osmanen

schlug.MuhammadAlientsandteseinenSohnTosun,deriml-au|eder aus ihren neuen Eroberungen verdränJahreäle Wahhabiten schrittweise der ägyptischenArmee Medina eroSern. Eii"r, ko.,rrt". r8rz konnte er mit len zweiten Feldzug gesen die Wahhabiten im |ahre r8i6 befehiigte Ca. 4o Iahre später erfuhr die Wahhabitische Bewegung einen neuen Auf- Ibrahim, ein weiterei Sohr'ruo.r Muhammad Ali, in diesem konnte er die 'Anza, Abd Wahhabiten vernichtend schlagen. Im )ahre r8r8 gaben die Wahhabiten schwung, als im Jahre ry87 der damalige Fürst des Stammes AI-Aziz ibn Sa ud, den Anspruch auf das Kalifat erhob und seinen Sohn, endgültig auf, sodassder englische Einfluss vorerst verschwand, S a ' u d , z u m n e u e n r e c h t m ä ß i g e nH e r r s c h e r ü b e r a l l e a r a b i s c h e nS t ä m m c ausrufen wollte. Viele Araber fanden Gefallen am Vorhaben des Fürsten Es war zu dieser Zeit nicht zu übersehen, dass die Mushme immer stärker und unterstützten seine Pläne. Insbesondere der damais noch lebende an politischer Autorität verloren hatten. Frühere Konflikte innerhaib der RechtsauslegerMuhammad ibn Abd Al-Wahhab bejahte das Vorgehen dt-s islamischen Gemeinschaft waren immer geprägt von religiösen oder poliFürsten. Ein Iahr später rüstete Abd A1-Azizeine neue Armee auf und ero- tischen Motiven. In den seltenstenFällen konnten verfcindete oder auswärberte Kuwait, das auch von den Briten beansprucht wurde. Die Eroberung tige Mächte die Muslime zu polttischem Verrat motivieren. Im I.aufe des Kuwaits rückte die Wahhabitische Bewegung in ein neues Licht. Die Ara- r9.Iahrhunderts nahm jedochdie Bereitschaftmuslimischer Führer zu, die ber wurden durch die religiös motivierte Eroberung anfmerksam. Die Eng- politischen Machenschaftendes Westens gegen den Islamischen Staat zu unterstützen. Diese Bereitschaftresultierte haufig nicht aus Böswilligkeit, länder begannen Sa'ud, den Nachfolger von Abd Al-Aziz, mit Waffen unJ Munition zu unterstützen, weil die Wahhabiten ihnen mit der Eroberung sondern vieimehr aus manseincler politischer Weitsicht und notwendiger Kuwaits einen großen Dienst erwiesen hatten. Zum einen hatten die Sensibilität. Diese Bereitschaftsteiserte sich im zo. )ahrhundert zu politigroßen europäischen Mächte, Frankreich, Russland und Deutschland, eirrer s c h e r U n m ü n d i g k e i t . D i e h e u t i g e n I l c r r s c h e r u n d F u h r e r d e r M u s l i m e Einmischung Großbntanniens in Kuwait bis zu diesem Zeitpunkt verhin- stellen im Prinzip nur noch Vasallen des Westens dar und setzen dessen dert. Andererseits konnte der Osmanische Staat in seiner Eigenschaft als p o l i t i s c h eV o r g a b e nk o n s e q u e n tu m . Islamischer Staat eine Invasion abwenden. Dadurch wurde die Wahhabitische Bewegung fur Großbritannien zu einem wichtigen politischen Faktor. 8

Ein klassischesBeispiel für diese Tendenz hefert der Feldzug Muhammad


Die Zerstörung des Kalifats A 1 i sg e g e n d e n O s n r a n t s c h e nS t a r t . D r . r r c hs e i t t c n E r f o l g g c l l l e n d e t ,l i e ß t ' r sich yon seinem Verbr,indetenFralkreich zu ciriem Vorgel'rcn gegen dcll I s l a m i s c h e n S t a a tü b e r r e d e n . E r v e t r k ü n d e t es c i n e L o s l ö s u n gv o m l ( a l i { l r t r - r n de r k l ä r t ed e m O s m a n i s c h e nS t a a td e n i ( r i c g . r 8 3 r f u h r t c c r e i n e n F c l d z u g g e g e n G r o ß s y r i c n , d a b e i k o n n t e e r P a l ä s t i n a ,L i b a n o n r - r n d S v r i e r r e r o b e r n . D i e F ü h r u n e d e s K a l i f a t s i n I s t a n b u l a n t w ' o r t e t ea, l s M u h a m m l r t l A l i v c r s u c h t e ,s i c h A n a t o l i e n sz u l t e r n ä c h t i s c n .E s k a m m i t U n t e r s t i i t z t t t l l Großbritanniens, Russlands Lu'td Deutschlands zu einem RückzLrq Mr-thammad Alis nach Agr-ptett.wo er sich ciarnit abfand, als GouverntltLr rm Amt zr-rbleiben.

- DieZentren desSeparatismus Beirut undlstanbul D a s i s l a m i s c h e G l a u b e n s f r - r n d a m e nptr ä g t d a s D e n k e n r - r n dd a s H a n d c l r l d e r M u s l i m e . S e i n e S t ä r k e g a r a n t i c r t ej a h r h r - r n d e r t e l a ndgc t r Z u s a n t n t i ' t r ' . i c R c i n h e i t d i c s e sG l a r , r b c n s h a l t u n d d i e M a c h t d c s I s l a m i s c h e nS t a a t e s D fundamentes galt r-tndgilt es auch her-ttenoch zu beu'ahren,um Stagnatiorr r,rndDcgcneration bei den Mr-t,slimertzr-rvet.hindern. Schon de'r qroße Gt' l e h r t e l l t n K h a l d L t nc r k a n n t e ,d a s s c i r t z i g r - r n da l l e i n e i n s t a l k e - sl i n d v i t a l t ' . Glar-LbensfundamentDegeneratiot"tltnd Nicdergang verrneidct.lkann. Dt'r I s l a m m i t s e i n e n k l a r e n I d e e n t r n d V o r s t e l l t r n g c nü l t e r D i c s s e i t st t n d f t l n s e i t s f i i h r t e d i e M u s l i m e i n d e r F r i i h z c i t d e s l s l a m i s c h e n S t a a t e sz u c i t . t , ' t Z r v r l i s a t i o n .D c r i l e g i r t n d e s N i c d e r g a n g c sd t ' ' damals l'rochentwickelten f i c i n t c l l e k t r t e l i eS c h n ä c h e c l t ' r I s l a r n i s c h e nS t a a t c si r n M r t t e l a l t c r i s t a r - r d r i t d e m f e h l e n d c nV e r s t ä n d r r i s M u s l i r - n ez u r ü c k z u f r - i h r c nd, i e r - r n r n i t t e l b am f i r r d i e i s l a m i s c h e nI d e e n u n d V o r s t e l l u n g c nq c k o p p e l ti s t . D i e N l u - s l i r n es e l b s t s p r - r r t e nd e n N i e d e r g a n g ,a b e r n u r r , r ' c n i g ee r k a n t t t t ' r l . c r g r o ß c G e l c h rt , ' n c h n ' ä c h eD d e n Z r , r s a r n m e n h a n rql l t d e r i n t c l l c k t r - r e l l eS w ' e n i q e n , d t e s i c h d e r i n t e l l e k t u e l l e nS t a g t r l I b n T ; t ; ' n j , v a w a r e r i n e rd e r t i o n e . t r t g e g e n s c t z t c nD.o c h d i e M e h r h e t t d e r M u s l i m e a h n t e n i c h t s v o r r d e m , r v a s z r - rB e q i n n d c s z o . J a h r h t t n d e r t sc i n t r e t e n s o l l t c . D i e e l r r ( ) p . r ' zrvischt'rl i s c l ' r e 1I ( o l o n i a l m a c h t ch r n g c q c n c r k a n n t e n c l c nZ r - t s a m t n c n h a n g d e r S t ä r k ed e s I s l a r n i s c h e nS t a a t e sr , t n dd e r R c i n h e i t d e r i s l a m i s c h e nL , c h r , ' . I h n c n w a r b e w l t s s t ,d a s s s i e i n c r s t c r L i n i c d i c k l a r e n i s l a m i s c h e n l d t ' t ' r t u n d l ( o n z e p t e i n s W a n k e n b r i n g c n m L L S S t e nn,' e n n s i e d t - n I s l a m i s c l l t ' t t trnd ze'rstrircnuollten. Staat schlr..ächen Fortan versuchten insbesondcrc Frankreich trnd Großbritannien, nt'Lt" I d e e n u n d V o r s t c l l r t n s e nb e i d t n M u s l i m e n z l t e t a b l i e r c n .D a b e i s o l l t t ' t i

B e i r r . rut n d I s t a n b r - rel i n e m a ß g e b l i c h e R o l l c i n d e r V e r b r e i t t r n gv o n $ ' e s t l i c h e n G e d a n k c n t r n d V o r s t e l l t t n g c . ns p i e l c n . B e r e i t si m t 6 . . [ a h r h l t n d e r tw u r d e a u f M a l t a c i n g r o ß e s M i s s i o n s z e n t m r n e r r i c h t e t ,v o n w ' o a t r sd i c M i s s i o n s t ä t i e k e i ti n d c r i s l a m i s c h e nW e i t k o o r d i n i e r t w u r d e . A l l e r d i n e s e r k a n n t e m a n s c h n e i l d i e N o t v r ' e n d i e k e i td.i e M i s s i o n s a r b e i ti m I s l a m i s c l ' r e nS t a a ts e l b s ta u s l r l ) e l lz l l m i - i s s e ns, o d a s s d i e - s e s auf Malta errichtetc Ze'ntrum im Jahre r6z5 nach Grofisyrien (hcLrtc: S y r i e n ,L i b a n o n , P a l ä s t i n au n d j o r d a n i e n ) v e r l e g tw . u r d e .V o n d o r t v e r s r r c h t e n d i e e u r o p ä i s c h e nM i s s i o n a r e i m m e r w i e d e r d r - r r c hd i s k r e t e M a ß n a h m e n s i c h z u e t a b l i e r e n ,\ 4 ' a si h n c n i n d i e - s e rZ c i t n i e r i c i r t i g g e l a n q . r ; 7 3 w u r d e n c i i e s eV e r s u c h e e i n g c s t e l l t . B i s a u f - k l e i n e S c h u l u r u n d c i n i g c S c h r i f t e n k o n n t e m a n v o n k e i n e r r i n e n n e n s \ \ r e r t e nE i n f l u s s d i e s e r M i s s i o n s t ä t i g k e i st p r e c h c n .

wirdZentrum derMissionierung Beirut r 8 z o w u r d e n d i e M i s s i o n s t ä t i g k c i t e nn c u e n t f a c h t , i n d e . m i n B e i r u t e i n n e u e s M i s s i o n s z e n t r u m e r r i c h t c t r v u r d e . B c - i r t r ts o l l t e a l s B n i c k e f h r d i c v e r b r e i t u n g r n ' e s t l i c h eir( r - r l t u ru n d l d e e n i n s b e s o n d e r ei n d e n a r a b i s c h s p r a c h i g e n T e i l e n d e s I s l a m i s c h c n S t a a t e sd i e . n e n . D o c h e r s t m i t d c r u n t e r s t ü t z u n g d e s d a m a l i g e n G o u v e r n e u r s l b r a h i m P a s c h a ,s o l l t e n s i c h r 8 3 4 M i s s i o n a r ei n a l l e n L a n d e s t c i l e nG r o ß s v r i c n sv e r t e i l e . nD . er negati'e E i n f l u s s d i e s e r M i s s i o n a r e a r - r fd a s L e b e n d e r M L r s l i m e ,s o l i t e n a c h d e n r R ü c k z u g I b r a h i m P a s c h a si m j a h r e r 8 4 o a i , r sG r o ß s ' r i e n i n E r s c h e i n ' . g t r e t e n . D u r c h d a s s e p a r a t i s t i s c h eGr e d a n k e n g t r t ,n , e l c h e sd i c N { i s s i o n a r e , p r e d i g t e n ,w u r d e d i e E i n h e i t d e r ß e w o h n e r C r o ß s y r i e n sq e l ä h r d e t . I n s b e s o n d e r ec h r i s t l i c h e ,h b a n c s i s c h - s r . r i s c hGee b r l d e t eb c t c i l i g t e ns i c h e n der Missionstätigkeit ,nd traten im Laufe cler Zcit offen-si\,. für die übcre u r o p ä i s c h e nG e d a n k e n s r , r t us n d e ' r . p ä i s c h e r w i s s e n s c h a f t l i c h e r :.,h-" r ' r k e n n t n i s s ee i n . M i t d e m I s l a m a l s i d e n t i t : i t s s t i f t e n c l e n Irrktor konnten sie.naturgemäß *,enig anfangen, sodass sie clic ersten Verf-cchter eincr Säkularisierungder arabischen We lt n'urden. Die nationali. Iciccn-ar fr-ir-cie etneemanzipatorischc. M r - r s l i m eh i n g e g e n , < j i ea n d i e s e n Z i r k e l n p a r t i z i p l e r t e n ,v e r b a n d e n m i t d e m B e e r i f f d e r a r a b i s c h c nN a t i o n c i n e R e a l i s i e r r u n g d e s K a l i f a t sS. i e c r i n n e r t c ns i c h r n d a s r t ' r r n e i n t l i t hh i ' t o r i s c h eF r b , . qer Araber und sahcn in der Absetzung clerOsmanischcn I(alifen einen ,.elormansiltz, u m t l c n S t u r zd e s l ( a l i l a t sz r s t ( , p p e nA. n c l t ' r r , V e r t r e t ec rl e s arabischen N a t i o n a l i s m ' s m a c h t c n s i c h f i i r d i e D e z e n t r a l i s i e r u n gc l e - s II


Die Zerstörunq des Kalifats K a l i f a t ss t a r k .

ische GesetzeEinzug in die Gesetzgebungdes Kairfats hielten.

r 8 6 o z e i c h n e t e ns i c h e r s t e e r n s t h a f i e F o l g e t ' rd i e s e r M i s s i o n s t ä t i g k e i ta 1 r Nach Einholung einer Fatrva,die die neuen Gesetze"islamisch" legitimierC r o f ( U n r u h e n u n c l b ü r g e r k r i e g s ä h n l i c h eU m s t ä n d e k e n n z e i c h n e t e n te, wurden z. B. das Osmanische Strafgesetzß57 n. Chr. und das Rechtss y r i e n .D i e e u r o p ä i s c h e nM ä c h t e n a h m e n d i e s eU n r u h e n z u m A n l a s s ,i h r t ' und Handelsgesetz1858 n. Chr. eingeführt. Im Zuge weiterer Reformen Streitkräftein der Region zu postieren und damit indirekt zu inter-venteren. wurde die Justiz in zivilrechtlrche und Schari'a-Gerichte unterteilt. r876 Die Missronare bauten unter Ar-rfsicht der europäischen Schr-rtzmächtt' wurde schließlich eine liberale Verfassune verabschiedet die die Ein i h r e r T ä t i g k e i t a u s . j e s u i t e n u n d a n d e r e c h r i s t l r c h eM i s s i o n a r ee r r i c h t e t . ' r r ftihrung eines Parlaments und die Abschaffung des islamischen Strafz a h l r e i c h en e u e S c h u l e n u n d M i s s i o n s s t ä t t e n ,u m d t e M r " r s l i m ei n t e l l e i < - r e c h t s b e i n h a l t e t e . D i e s e U m o r i e n t i e r u n g d e s K a l i l a t s i n R i c h t u n g t r - r e izl u s c h w ä c h e n .D a s w o h l b e k a n n t c s t eM i s s i o n s z e n t r u m w a r d a s S r r Nationalstaatwurde r878 durch den Kalifen Abdulhamid II. unterbrochen, i a n P r o t e s t a n tC o l l e g e ,d i e h e u t i g e A r n e r i k a n i s c h eU n i v e r s i t ä t l n B e i r L r t . als dieser nämlich die r876 r'erabschiedeteVerfassung für nichtig erklärte w e l c h e si m J a h r e 1 8 6 6 i n s L e b e n s c r u f e n w u r d e . A l l e g r o ß e n M ä c h t e d e r und das Parlament suspendierte. Abdulhamid versuchte den Prozess der d a m a l i g e n Z e i t , G r o ß b r i t a n n i e n , c l i e U S A , f r a n k r e i c h , R u s s l a n d r - r n d Degenerierung im Kalifat zu stoppen. Er sah in der Übernahme europäischer Konzepte keine Perspektive zur Reform des Kalifats, und besann P r c u ß e n ,b e t e i h g t e ns i c h a n d e r M i s s i o n s a r b e i t .D i e F o l g e n d i e s e r P o l i t r k F t a b u n d d i e A n s i c h t e n sich wieder auf die Fundamente des Islam. So erfolste unter ihm ein forn a t i o n a l s e p a r a t i s t i s c h e r \ Ä ' a r e nd i e S t ä r k u n g r o r l g e p r ä g t L i b a n o n h e u t e i s t d e r cierter Ausbau des staatiichen Schulwesens,clasrgoo dr-rrchdie Grünciung N o c h l i e m n g r n , e s t l i c h - s ä k u l a rIedre e n . der ersten modernen Staatsuniversitätdes Vorderen Orients in Istanbui 13ürgerkriegenund Unruhen. gekrönt wurde. Die Verwaltuns des Kalifats wurde wieder zentralisiert und effektiviert. Sultan Abdulhamid versuchte durch die Herv'orhebung der I in lstan bu Reformversuche muslimischen Einheit von Arabern und Türken, beide zu reintegrieren und die Abspaltung autonomer Gebiete von der Zentralmacht in Istanbul D i e t ü r k r s c h e nu n d a r a b i s c h e nN a t i o n a l i s t e nb i l d e t e n d i e M o s a r k s t e i n ed, i c zu unterbinden, was ihm allerdings nicht überall gelang. Abdulhamids von den europäischen Mächten in ein Gesamtkonzept inteqriert wurdcrl. Politik stieß nicht nur auf Zuspruch. m i t d e m Z i e l , d e n l s l a m i s c h e n S t a a tn i c h t n u r r n i l i t ä r i s c h z u s c h w ä c h c t r , s o n d e r n i h n a u s d e m B e w u s s t s e i nd e r M u s l i m e z u v e r t r e i b e n . r889 fand sich in Istanbul ein oppositioneller Studentenzirkel zusammen, der mit einer Gruppe osmanischer Oppositioneller in Verbindung trat, die Die rruestlichorientierten Inteliektuellen ltnd Politiker im Kalilat w'aren tlt't' tm Pariser Exil lebten und dort dre Zeitung "La leune Turquie,'herausg e r V c r f a s s u n gu n d d e r G e s c t z , ' M o t o r f ü r e i n r ' s c h r i t t u ' e i s eV e r ä n d e r r - r n d brachten. Dieser Studentenzirkel bildete einen Teil jener opposition, die d c s i s l a m i s c i r e n S t a a t e sh i n z u e i n e r e t L r o p l i i s c h e nG e s e t z -t t n d V e r f : r : man in Europa unter dem Begriff "Iungtürken,' zLrsamrnenfasste. s u n e s g e b u n g .I 8 l 9 ü b e r n a h m A b d - e l - M a d s c h i dI . a l s r 6 - i ä h r i e e r d a s I ( l l i f ' c n a m t i n I s t a n b u l . D i e s e n U m s t a n d n a h m e n e i n i g e I n t e l l e k t u e l l e ,u n t ( ' f i h n e n R a s c h i d P a s c h a ,d e r z u m B e a u f t r a g t e nf i - r r A u ß e n p o l i t i k e r n a r r r l t w u r d e , z u m A n l a s s ,d e n l ( a l i f e n n r i t F o r d e r t l n q e nz u t o r p e d i e r e n ,e i n e I ? c ' form einzuleiten. Das Pro r-tndContra einer solchen Reform beherrschtc irr d e n d a r a u f f o l g e n d e nI a h r e n d i e i n n e n p o l i t r s c h e nD i s k u s s i o n e n .M r - t s l i t r r i s c h e i n t e l l e k t u e l l eu n d d e r I ( a l i f s a h e n i n d e r I n t e s r a t i o ne u r o p ä i s c h e rV t ' r f a s s r - r n g sr --r n dG e s e t z g e b u n ge i n e n W i d e r s p r u c h z u m I s l a m u n d b l o c k i t ' r . och der außen- und innuit c n l a n g e Z e i t e i n e n s o l c h e n R e f o r r n a n s a t zD zu mi-issen, sowie das matthandeln Geftihi, oolrtrsche Druck und das ließen l(alifen, es zu, dass er-rr,rp.igclnde Dr,rrchsetzungsvermögendes

Von Igoo an wurde verstärkt von Saloniki aus Einfluss auf diese Gruppe a u s g e u b t ,s o d a s s s i c h d i e s e r 9 o 7 e n t s c h l o s s ,d e n N a m e n , ' K o m i t e e f ü r Föderation und Fortsch ritt" 6i- t ttihad w.aAl-Taraqqi ) anzuneirmen. r 9o6 revoltiertensie gegen Sultan Abdulhamid IL und r*ir.g". ihn, die r876 ernach europäischem Vorbild gcstaitete Verfassr_rngwiederherzu:1::,t-t", und das Parlament einzuberufen. Eine spätereGegenrevolte Abdr_rl;:i:i tT April i9o9 wurde unter Zuhilfenahme uo,-r Trippen aus Saloniil,a}T Är vereiteit. Abdulhamid II. wurcle abgesetztund ins Exil geschickt.


Die Zerstörungdes Kalifats in Folgeder zivilisatorischen Enfwicklungrles MenschenaufDie Übernahme von Elementen der europäischen Rechtssprechung war Gar" von den Gelehrten behandeltr-rndam Endedurch den Vorsicherlich die Folge der Unfähigkeit der Muslime, auf neue Problenrs raIen,konnten durch Ableitung neuer Gesetze aus den vorhandenen islamischen Recht-*- zangdesIdschtihadgelöstwerden.In der Zeit der Abbasidenwurden die EsentstandengroßeWerke, quellen zu antvvorten.Diese erschreckendeUnfähigkeit resultierte aus dcr ärundlagenfur den Idschtihadsystematisiert. und Gesetze für wrchtiee und das zentrale Verstehen das Bereichedes Staatsdie fur Sprache, Rechtsnormen der arabischen Unkenntnis die zu Beginn beinhalteten. ist. Schon Studium der islamischen Rechtsquellenunabdingbar wesens des Osmanischen Staatesim Iahre r5t7 wurde auf Anraten des Scheikfi-ri1Islam die fatale Entscheidung getroffen, die arabische Sprache durch dic Mit dem Wegfallder arabischenSpracheim OsmanischenStaatging die desidschtihadweitgehendverloren.Die meistenMuslime waren türkische abzulösen. Die Bedeutung der arabischen Sprache ist vielcn Fähigkeit ln Muslimen auch heute noch nicht bewr-rsst.Durch die Infiltrierung des is1.r-nicht mehr im Stande,neue Probleme durch Rechtsauslegunqen Maße zu behandeln.Das Prinzip des ldschtihadn'urde m i s c h e n G l a u b e n s f u n d a m e n t sm i t n a t i o n a l i s t i s c h e nI d e e n , s i n d d i e M r r s ' ausreichendem lime der Auffassung, die arabische Sprache sei ein ethnisches Attribut dttr durchdie sogenannteFatwaerselzt.Die Fatwzselbstist nicht mehr als ein eines Gelehrtenzu einem Problem,wobei es nicht mit Rechtsgutachten Araber und deshalb für nichtarabische Muslime unbedeutend. aus den islamischenRechtsquellen Beweisen belegtwird. S i e v e r k e n n e n d i e T a t s a c h e ,d a s s d e r Q u r ' a n u n d d i e S u n n a i n a r a b i s c h c r Weltkrieg alsVorbote desUntergangs Spracheoffenbart wurden, und dass der Prophet ausdrücklich betonte, die Dererste Beherrschung der arabischen Sprache sol1te eine Eigenschaft allcr Musiime sein. Alle Muslime sind aufgefordert, den Qur'an, das Wort Nach der Absetzung Sultan Abdulhamids II. übernahmen die Jungtirrken Allahs ",'i,aufmerksam zu lesen, zu verstehenund sich nach seinem Inhalt die Macht in Istanbul und setzten die Verfassung aus dem Jahre r876 zu richten. Die Autorität des Qur'ans und die absolut gültige Beweiskraft wieder in Kraft. Allerdings bedeuretediese Tatsachenicht, dass das Kalifat seiner Verse beziehen sich aber nicht auf die Inhalte, die eine menschliche damit aufgelöst sei. Noch immer bestimmte ein Kalif offiziell die GeInterpretation aus ihnen herausliest, sondern auf den genauen Wortlaut s c h i c k ei m S t a a t . S u l t a n M e h m e t v . R e s a t ,d e r b i s r 9 r 8 d i e s e s A m t b e kleiden soilte, musste sich jedoch dem Willen der des Origrnaltextes. Jungtürken beugen. Innerhalb der Iungtürken dominierten Talat pasa als Außenminister, Die Rechtsgelehrten (Mudschtahidin) zirierten bei ihren Auslegungen clie l,nver Pasaals Kriegsminister und Cemal pasa als Gouverneur von Syrien. bei der Beweisführung herangezogenen Qur'an-Stellen im Wortlaut. Der Die.Jungtürken beirieben eine Turkifizie^rng des osmanischen Staates, Idschtihad selbst stellt die Bemühunsen der Gelehrten dar, Rechtsnorlrer] weil sie glaubten, dessen Zerstörung clurch eine türkisch-nationaristisch aus den Beweisquellen, Qur'an, Sttnna, Konsens der Gefährten des Pro-orientierte Politik aufhalten zu können. Selbst in den Landesteiren des pheten und dem Analogieschluss /Qryas/, auszuarbeiten und rechtiiche IslamischenStaates,in denen die arabrscheSprachedominierte, wurde der Vorschriften zur Anwendung zu bringen. Diese Wissenschaft legt zuerr-rn't'ebrauch der türkischen Sprache in den Schr-rlen,bei den Gerichten und de, dass derlenige, der ldschtihad vornimmt, die Beweisquellen exakt vcr' in der Verwaltung forciert. Somit wurde der ',Arabismus" gestärkt, der ja zuvor nur von s t e h e nm u s s , w a s n u r g e l i n e t ,w e n n e r d r e a r a b i s c h eS p r a c h ei n u m f a s s t ' n chiistlichen libanesisch-syrischenIntellektuellen getragen -(at Es bildeten sich Gruppen wie z.B. der "Literarische K1ub,, iun. der Form beherrscht. Es genügt nicht, den Qur'an-Text in einer nicht-lra:i9. radabal'adabi). b i s c h e nÜ b e r s e t z u n gz u z i t i e r e n . t9o9 gegrunäet, die " eahtan- Gesellschaft', 1at-1am,i,va al'!ilt!.n.iyya1. aus der später r914 die Geheimgesellschaft Der Bund /a1ahdl hervorging, In den ersten Jahrhunderten des Kahfatslebte eine Vielzahl von Gelehrten' der unzufriedene Offizierc aus Syrien und Irak angeu n d d i e J u n g a r a b i s c h eC e s e l l s c h a f t die die Quaiifikation besaßen, den Idschtihad anzuwenden. Dadurch wal 1 a l - C a m ' i y aa l - ' a r a b i y ee l f a t a ) . ;-'-tvtehrheit ;:':: immer garantiert, dass Verfassung, Gesetzer-rndRechtsnormen innerhliLr der Gruppen wollte keineswegs die Trennung von Istanbul des i(ahfats durch dre islamischen Beweisquellenbelest waren. Neue Pro' " u e r g ä r d i e Z e r s t ö r u n g d e s I s l a m i s c h e n S t a a t e s .V i e l m e h r s t r e b t e n s i e t1

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nachAutonomie. Sie sahendarin daseinzigeMittel, die Politik der Turkifi fats ajs Staats-und Regierungssystem. zierung aufhalten zu können. pie militarischen Auseinandersetzungendes Osmanischen Staatesrx11 Nachdemeine VereinbarungzwischenCemalPasaund den Entente-Mächnahmen im Laufedes r9. )ahrhundertsund zu Anfang de1 ten vor allem am Widerstand Englands nicht zustande kam - England Nachbarstaaten vot gsimmteeiner Erhaltung des Kalifatsund der osmanischenStaatsgebiete: zo. fahrhunderts zu. Dies war mitunter eine Folge des Einma^rsches führten di1 Großsyrien,Palästina,Iraq und der arabischenHalbinsel nicht zu - suchte Russland Mit 1798. NapoleonBonapartein Agypten im f ahre Insbeson ß77178. Muslime den t<iimkrieg und einen weiteren im lahre rnan nach anderen Persönlichkeiteninnerhalb der osmanischenArmee, Gruppen,die zumeistvon Groß die den britischen Interessenmehr entgegenkamen. deream Balkankriseltees. Separatistische britannien und Österreich-Ungarnuntersti.itztwurden, sowie die zuneh mende militärische Stärkeder europäischenMächte reduziertenden euro In der Schlachtvon Gallipoli führte MustafaKemal die osmanischenTrupoäischenTeil des Islamischen Staatesauf ein kleines Gebiet rund un pen bei "Anaforta",einem der strategischgefahrlichstenPositionenin der istanbul. r9o8 annektierteÖsterreichBosnienund Herzegowina'Bulgar Nähe der Dardanellen,an. Die Kämpfe konzentrierten sich auf eine Anien erklärtJ sich unabhängig.Kretawurde Griechenlandangegliedert'Ital höhe,an deren Fuß sich die Briten und an deren Spitzesich die Türken beien fiel rgrr in Libyen ein, und Igrz erklärtendie Balkanstaatendem Os fanden.Die Briten versuchten,die strategischwichtige Spitze zu erstürmanischen Staatden Krieg. Schließlichbrach der r. Weltkrieg aus, in det rnen. Die Kämpfe dauerten mehrere Tage an, ohne dass eine der beiden der osmanische Staatim oktober r9r4 an der seite Deutschlandseintrat Seitendie Schlachtfür sich entscheidenkonnte. Die jeweiligen Positionen wurden gehaltenund die Kämpfe fortgesetzt.Monatelangging es so weimilitärr einer nach nicht sah es ter; bis die Briten in einer Nacht plötzlich ihre Stellungen räumten und Trotz der insgesamtwidrigen Umstände, die Briter sich waren Auch aus. ldammheimlich verschwanden.Der strategischwichtige Küstenstreifen schenNiederlagedes IslamischenStaates bewusst,dass die Nadelstiche,die Sharif Hussein dem Islamischen Staa Gallipolis,den sie vorher eroberthatten,wurde kampflos aufgegeben.Die zufugte,nicht zu seinerZerstörung führen würden. Der Schlüsselfür ein Kriegsschiffewurden in einer erstaunlichenSchnelligkeitbeladenund abmögl"icheVernichtung lag in den Händen der mächtigen Offiziere des Oi gezogen.Dieser Rückzugwar es, der die Schlachtvon Gallipoli zugunsten manischen Staates."lbtt. Insbesonderezwei Personen machten keiner der Türken beendete. Hehl aus ihrer Unzufriedenheitüber die Teilnahme am Krieg an der Seit Deutschlands:Cemal Pasa und Mustafa Kemal. Mustafa Kemal spieh Mit dieser Schlachterstrahlte Mustafa Kemals Stern am Himmel. Er erallerdingszu Anfangdes Kriegeskeine große Rolle, obwohl er ehrgeizt lmgt" einen großen Ruhm innerhalb der osmanischen Streitkräfte.Die bt Sthlachtwurde mit einer breit angelegtenWerbekampagneumgeben, in seine H-andenach där Macht ausstreckte.Er war ein kleiner offizier, der Mustafa Kemal als großer petJtrerrund ruhmrelc-hei Siege,über die islamisch kannt für seine westlichen Ansichten, seine Revolte gegen de Engländergefeiertwurde. Dieser Siegändertejedoch nichts d"r skeptiIdeen,seineverbundenheit mit den Engländernund seineAblehnung "n schen Gall der Halbinsel auf Haltung Landungsunternehmens Mustafa des Kemals gegenüber DeutschIm Laufe dem Kriegspartner Deutschen. la|d' Landkampf Seeund Gestärkt ausgefochtenen durch verlustreicti seinen positiven in Sieg und der Resonanz Istanbul poli und der äußerst scheute versucl r916, zum er rgr5 bis auch Februar nicht, diese Meinune öffentlich zu vertreten rind mit der 9. |anuar um die Dardanellenvom rg. rt' politischenElite in Istanbul Kontakt iufzunehmen. ten die Entente-Mächteimmer wieder den Kontakt zu cemal Pasa, l"lg i; dem Ziel, den Krieg zu ihren Gunstenzu beendenund die Einheit des Isli Dbltiber Cet'tti hinaus deutetenzwei weitere Ereignissedarauf hin, dassMustafa mischen Staateszu zerstören. TroIz der prinzipiellen Bereitschaft Einigutl eine beabsichtigte, scheiterte einzugehen, Entente die Regierung in Istinbul zu stirzen und aus dem der Vorschläge Pasas,auf die ;1ttal Certt' der die Bedingungen, Mittelmächte an den Entente herauszutreten.Das erste Ereignis spielte sich ab, der zwischen Cemal Pasaund ustafa formuliert' Abkommens Kemal möglichen sich im Kaukasusaufhielt.Zur gleichenZeit plante ein Pasafür das Zustandekommeneines Kal des Beibehaltung Maior Yakup Cemil Bey mit einigenGesinnungsgenossen einen die Unversehrtheitdes IslamischenStaatesund die , i l l

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Die Zerstörungdes Kalifats putsch gegen die osmanische Regierung.Auf die Frage hin, wen der Majorui, ,,"n".t Regierungschefeinsetzenwürde, verwies er ohne zu Zögernauf Mustafa Kemal.Allerdings flog die Gruppe auf, und sie wurden entiprechend bestraft. Mustafa Kemal erreichtedie Nachricht über diese Ereignissedurch einen gewissenDr. Hilmi Bey,der am Komplott beteiligt war und nun Zuflucht bei Mustafa Kemal suchte.Die Weigerung Mustafa Kemals, Dr. Hilmi Bey an die Zentralregierung Istanbuls auszuliefern, interpretierteman als Signal,dass Mustafa Kemal wirklich gegendie Regierung,in Istanbul zu opponierenschien. Beim zweiten markanten EreignisverweigerteMustafa Kemal noch deutli cher den Gehorsamgegenüberder Zentralregierungin Istanbul. Im Laufe desKriegeserlitten die Truppen des IslamischenStaateseine empfindliche Schlappegegen Russland,das die Stadt Erzurum in Nordostanatolienbesetzenkonnte. Kurz danachim März rgrT erobertendie englischenTruppen mit Hilfe der indischen Armee Bagdad.Schließlich drangen sie bis Mosul vor. EnverPasagerietals verantwortlicherKriegsministerunter starken innenpolitischen Druck. Dabei wurde offen über seine Ablösung durch Mustafa Kemal spekuliert.]edoch erinnerte man sich an die offenkundige Auflehnung Mustafa Kemalsgegendie Politik des Osmanischen Staatesund beließ Enver Pasain seinem Amt. Enver Pasa bat die verbündeten Deutschen um Unterstützung, welche diese ihm auch gewährten.Generai volkenheim wurde mit einer Reihe von Beraternbeauftragt,Teile der OsmanischenArmee zu restrukturieren. In Aleppo wurde das neue Hauptquartier aufgeschlagen.Mustafa Kemal wurde dabei zum Generalernannt. Trotzdem ließ er kaum ei.neGelegenheit aus, die osmanische Politik zu kritisieren und das Ende der Zusammenarbeitmit den Deutschenzu fordern. Er weigerte sich sogar, Befehle Volkenheims entgegenzunehmenund beharrte auf seiner Meinung, dass eine WiedereroberungBagdadssinnlos sei. Mustafa Kemal opponiertedeutlich gegendie Zentralregierungin Istanbul. Suitan Mehmet V. Resatstarb am 3. Juli r9r8. Die Nachfolgetrat Sultan Mehmet V. an. Mustafa Kemal nutzte seineBeziehungenzum neuen Kaiifen fur einen Versuch aus, seinen Ansichten Geltung zu verschaffen.Er forderte den Kalifen auf, das Bündnis mit Deutschlandaufzugebenund sich aus dem r. Weltkrieg herauszuziehen.Obwohl der neue Kalif den 'Worten Mustafa Kemals Cehör schenkte,änderte sich an der Politik und r8

Sfrut.gl"des OsmanischenStaatesnichts. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, was Mustafa Kemal wirklich im Schildeführte.

undderendgültige Aufstieg DasEndedeserstenWeltkrieges Kemals Mustafa Der Verlauf des ersten Weltkriegesin Europawar wechselhaft.Am Ende iedochbesiegtedie Entente mit Hilfe der Vereinigten Staatendie Miitelmächte.Deutschlandund Österreich-Ungarnwaren besiegt. Im Spätsommerr9r8, also kurz vor Kriegsende,mobilisiertendie Briten alleihre vorhandenenKräfte gegenden IslamischenStaat.Ein Teil der britislhen Flotte postiertesich vor Palästina,das noch von Streitkräftender Muslime kontrolliert wurde. Der deutsche General Volkenheim wurde durch den deutschenGeneral Lieman von Sandersersetzt,der weiterhin die Unterstützung Deutschlandsfur die Truppen des IslamischenStaates sichernsollte.Lieman von SandersübereabMustafa Kemal die Verantworttuig über die siebenteArmee. Am r9. Säptemberr918 startetendie Briten eineGroßoffensive.Mustafa Kemal stelltesich nicht zum Kampf, sondern zog sich in einem ersten Schritt östlich des Jordanszurück. Danach zog MustafaKemal mitsamt der ganzenArmee nach Damaskusweiter. Liemanvon Sandersforderte Mustafa Kemal auf, eine Verteidigungslinie in der Nähevon Damaskusaufzubauen.MustafaKemal ledochsah in einer solchenMaßnahme keinen Sinn und schlug statt desseneinen Rückzug nachAleppo vor. Trotz der Vorbehaltevon Sanders,der Syriennicht ohne weiteresden Engländernüberiassenwollte, zog sich Mustafa Kemal nach Aleppozurückr.rndtib"rnrhm fur dieseEntschäid,r.rgdie vol1eVerantwor!1ng. Er rechtfertigtediesen Verrat mit der Notwendigkeit,das türkische Territorium des Isi"amischenStaateszu verteidigen.Zeitgleichkontaktierte er den Sultanund versuchteihn für die Umgestaltungder Regierungzu 8elüinnen.Im Rahmen dieser Umgestaltu.rgü""nrp*Ihte er fur sich den PqstendesVerteidigungsministers. DieserVerratMustafaKemalsist offensichtlich. Es gibt einigeIndizien,die 4$ir sprechen,dasser mit den Briten kooperierte:So z.B. seineindirekte \*5;taktaufnahmemit Lawrence ("von Arabien'), dem Offizier des britiC"tt"imdienstes. Dieser Kontakt erfolgte durch die mit den Engffi r9


Die Zerstörungdes Kalifats nicht seineendgültigeZerstörungbedeutenwürde, weil dies einen Staates stärkerenWiderstandprovozierthätte. Denn die Idee des Kalifatshätte in denHerzen der Menschenweitergelebt.Es wäre lediglich eine Frageder Zeit, bis die Muslime den Widerstand gegen die Okkupanten formiert hätten sie dann die Errichtung einesneuen Islahätten.Selbstverständlich eines Kalifats Staates, angestrebt.Nein, die Zerstörungdes Isiamischen musste so der Wille der Engländer- endgültig sein. Von Staates mischen fortan der Reihe nach wurden die Abspaltung der arabischenTerridaher torienvom OsmanischenStaat,die Absetzungdes Sultans,die Zerstörung des Kalifats und die Errichtung einer neuen türkischen Republik angestrebt.Um dies zu realisieren,unternahmen die Briten zahlreicheVorsrößeinnerhalbdes OsmanischenStaatesdurch ihre Mittelsmänner.Dasollte Mustafa Kemal eine ganz zentraleRoile spielen.Mustafa Kemal bei Wenig späterwar der ersteWeltkrieg mit der Niederlagedes Osmanischen einer der wenigen Menschenim OsmanischenStaat,weiche die Zerwar Staatesbesiegelt.Die Briten begannennun die Früchte ihrer Separationsstörungdes Kaiifats befurworteten.Viele Muslime taten sich bereits mit aus dem f ahre r916 politik zu ernten. Ein Teil des Sykes-Picot-Abkommens wurde nun umgesetzt. Das Abkommen sah eine Aufteilung des Nahen der Vorstellung schwer,dass sich die arabischsprachigenGebietedes OsmanischenStaates,wie Syrien,der Hidschazu.a. abspaltenwürden, keiner vor. GroßOstensunter Engländernund Franzosenin Interessensgebiete - bis auf unrühmliche Ausnahmenwie Mustafa Kemal - konnte sich iedoch Mesopotamien von Bagdad bis zum Persischen Golf erbritannien sollte halten. Für Frankreichwurde der Libanon, das westliche Syrien und das eineAbschaffungdes Kalifatsvorstellen. südöstlicheAnatolien vorgesehen.In Palästinasollte zwischenAkko und Gaza eine internationale Zone eingerichtetwerden. Um die Interessen l9r9 besetztendie GriechenIzmir und richtetenunter der Bevölkerunglzmirs ein abscheuiichesBlutbad an. Die Szenen,die sich dort ereigneten, Russlandsscheinbarzu befriedigen,wurden ihm die Dardanellenund der erinnern an die Massaker,die die SerbenMitte der neunziger fahre des Bosporuszugesprochen. vorigenfahrhundertsin Bosnien-Herzegowina begingen.MustafaKemal trafkurz danach in der Region ein, um den Widerstand gegendie Griechen Nach dem Ende des r. Weltkriegesschlosssich Großbritannien mit den zu formieren. Die Briten unterstützten indirekt diesen widerstand, indem Separatisteninnerhalb des IslamischenStaateskurz und ermöglichteüber sie alles daran setzten, die Person Mustafa Kemals zu heroisieren. Von den direkteVerhandlungenmit ihnen die Errichtung der heutigenkünstlichen wahren Absichten Mustafa Kemals, das Kalifat zu zerstören, konnte Staatenin der islamischenWelt. DiesesVerhaltenwar völkerrechtswidrig, damalsnoch niemand ahnen. MehrereEreignissetrugen dazu bei, den Ruf da die meisten Gebietenoch zum OsmanischenStaatgehörtenund eigentN4rrstafa Kemalsals Befreierund Held zu fördern. lich direkte Verhandlungen mit dem Sultan in Istanbul hätten gefuhrt werden müssen. Nach und nach entstandenvon den Briten unterstützte Die Briten ließen durchsickern,dasssie die Okkupation von Sivasüber den Regime, deren Herrscher, wie Abdullah, Faisal oder die Familie Saud SchwarzmeerhafenSamsun ins Ause fassten. fortan treu den Briten ergebenwaren.Diese" Loyalität"ermöglichteerst die -Samsrrn Mustafa Kemal beorderte Mitstreiter Rifat Pascha ,r"ch und gab ihm die Anweisung, lginen Zerstörung des Islamischen Staatesund später die Errichtung Israels im Samsunum Preis zu verteidisen.Als die enslische Flotte Samsun ieden Herzen der islamischenWelt. erreichte,waren die Truppen Rifat iascha, Es kam jedoch zu ".rrv"r"i-,d. Konfrontation, da die Briten den Hafen kampflos verließen.Sofort Die Entente-Mächtehatten durchaus die Möglichkeit, den Osmanischen fh:t Wrde dieser Abzug zur Propagandagenutzt. Die Briten hatten angeblich wal Staatvollständigzu besetzenund ihn unter sich aufzuteilen.)edoch den Briten mehr als bewusst,dasseine bloße Okkupation des Islamischen ffit und hätten rln d"r*"gei zrrrulkgezogen.Samsunund Sivaswaren ländern kollaborierendenarabischenFürsten,die ihm ein Ende des Kriegesund einen separatenFriedenmit den Alliierten vorschlugen.Ferner ist sein kampfloser Rückzug aus ganz Syrien zu erwähnen und die de facto Übergabedes Landesan die Briten unter dem Vorwand, bei Aleppo eine Verteidigungslinieerrichten zu wollen, um den türkischen Teil des Islamischen Staateszu verteidigen.Darüber hinaus hat er nur die türkischsprechendenSoldatenaus der islamischenArmee nach Aleppo abgezogen. Dies sind alles Indizien, die eine KontaktaufnahmeMustafa Kemals mit den Briten wahrscheinlichmachen.Auch sein feiger Abzugaus den heiligen StättenPalästinasist ein ungeheurerVerrat, der in der Folge die Errichtung des StaatesIsraelermöglichte.

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Die Zerstörungdes Kalifats damit gerettet. Die Griechen, die Izmir weiterhin besetzthielten, drangen nun tiefer ins Hinterland Kleinasiensein, was die Muslime mit heftigem Widerstand beantworteten.Mustafa Kemal entsandte seine Mitstreiter in die zahlreichen Dörfer, um die Menschendort fur den Widerstand zu gewinnen. Daraufhin drangen seineTruppen ins griechischeviertel Izmirs ein und zerstörten es. Die Antwort der Griechen folgte prompt. sie begannen systematischdie türkischsprachigenMuslime in Izmir zu töten. Die Briten protestiertenbei der Zentralregierungin Istanbul gegen das Vorgehen Mustafa Kemals.Der Sultanfordertevon Mustafa Kemal, seine Scharmüt' zel gegendie Griechenzu beenden.Als diesersich weigerte,setzteihn der Sultanab. f edochwar der Einfluss MustafaKemalsbereitsso groß, dasser die Macht weiterhin in Händen hielt. Fast parallel hierzu wurde im August rgrg in der Stadt Erzurum eine kleine Konferenzabgehalten,in der sich fiihrende Politiker Ostanatoliens zusammenfanden.Ziel der Konferenz war die Suche nach Maßnahmen, um die Einheit des OsmanischenStaateszu wahren. Dabeiwurde Mustafa Kemal trotz Abwesenheitzum Vorsitzendender aus der Konferenz ent' standenenOrganisation gewählt. Die Organisation erkannte den Sultan und seine Regierungsowiedie islamischeVerfassungan. DieseKonferenz war der Vorboteder KonferenzvorrSivas,die weitreichendeKonsequenzen nach sich ziehen sollte.

vonSivas DieKonferenz Die Situationdes Kalifen in Istanbulwar äußerstheikel. Zum einen spürte er, dass Mustafa Kemal und seine Mitstreiter einen Widerstand gegen Istanbul formierten. Zum anderen machten die Briten dem Kalifen unmissverständlichdeutlich, dass sie eine Zerschlagung der Bewegung von Mustafa Kemal unter keinen Umständendulden würden.

nierte diesenPostenfür sich, ohne sich zuvor mit den anderenKonferenzmilnehmern abzustimmen.Als dann Kritik an seinem diktatorischenFühnrngsstil geübt wurde, raffte sich Mustafa Kemal zu einer propagandistischenRedeauf und konnte somit seine Kritiker verstummen lassen. Die erste Hälfte der Konferenzverlief nicht so recht nach Mustafa Kemals Geschmack.Die Teilnehmer weigertensich,von einer neuen Regierungin Sivaszu sprechen.Darüber hinaus wurden Stimmen laut, sich mit den um über die Zukunft des Osmanischen Amerikanernzusammenzusetzen, Staateszu reden.Viele der Teilnehmer sahen in einem Bündnis mit den USA keine Gefahr fur die Unabhängigkeitdes OsmanischenStaates.Sie misstrautenden Briten, die sie fi-ir die Misere des OsmanischenStaates und seine Niederlageim r. Weltkrieg verantwortlich machten. Vor allen Dingenwaren sich die Konferenzteilnehmerin einer Sachemehr als einig. Ihre Loyalitätgalt weiterhin uneingeschränktdem Kalifen und dem Kaiifat. Niemand,außer MustafaKemal,konnte sich eine Zukunft ohne das Kalifat und somit quasi ohne den Islam vorstellen. Währendder Konferenzkam es zu Protesteneiniger kurdischer Stämme gegendie Zentralregierungin Istanbul,die Mustafa Kemal sofort zur FormulierungeineseigenenProtestesnutzte. Er forderte eine neue Regierung ir1-lqtanbul. Trotz eines deutlich zu vernehmendenMurrens konnte Mustafa Kemal diese Forderung in Form eines Abschlussdelretesden Konferqnzteilnehmernabringen, was allgemein als Erfolg für Mustafa Kemal interpretiert wurde. Iedenfallskonnte Mustafa Kemal zwei wesentlicheErkenntnisseaus dem Konferenzverlaufziehen. Zurn einen war er der wohl einzige im ganzen Land,der - nicht öffentlich - für eine Aufhebung des Kalifatseintrat. Zum anderenmusste er sich der Unterstützuns des Militärs sicher sein. Denn otrnediesewäre ein Vorgehengegendie Rägierungin Istanbulundenkbar. Deswegenwar Mustafa-Kemalgemeinsammit den Briten bestrebt,sich (lre-seUnterstützung durch geschickte politisch-taktische Schritte zu sichern .'ri

DörVerlaufder Konferenzwurde in Istanbulanderswahrgenommen.Man Der Kalif konnte demnachnur zuschauen,wie sich am z. August r9t9 tilttrpretierte die Konferenzals Revolteund war von der angeblichenZuMustafa Kemal und weitere Politiker aus Ostanatolienin der anatolischen stirnmung der Teilnehmer - sie lag in Wirklichkeit nicht vor - mehr als beStadt Sivaszu einer Konferenz einfanden. Mustafa Kemal beabsichtigte, durch die Konferenzseinen verräterischenWiderstand gegenden Kalifen diese Revolte niederzuschlagen.Die im r. Weltkrieg siegreichen und somit gegenden Islam zu legitimieren. Diese Absicht wurde bereits 'Mächte im Alleemeinen und die Briten im Speziellenhinderten bei der wahl des Konferenzpräsidentendeutlich. Mustafa Kemal prokla' 2)


Die Zerstörungdes Katifats den Kalifen massiv daran,diese Bewegungmilitärisch zu bekämpfen,ein deutlichesIndiz dafür, dassdie Engländerin Mustafa Kemal ihren Mann hatten und ihn um jeden Preis halten wollten. Mehr noch, sie gestalteten aktiv das Mosaik, welchesMustafa Kemal zum angeblichenHelden hochstilisierte.

Ankara wirdzumselbsterwählten Stützpunkt Mustafa Kemals Gestärktdurch den fur ihn halbwegspositivenAusgang der Konferenzin Sivasbegann Mustafa Kemal seinen Widerstand gegen Istanbul auf eine neue populistischeFormel zu bringen. Er forderteeine neue Regierung,da er die Unabhängigkeitder damaligen Regierungnicht mehr gewahrt sah. Er warf der Regierungin Istanbul vor, dasssie von fremden Mächten dirigiert wurde. Mit anderenWorten: Mustafa Kemal scharteseineAnhänger mit der Forderung nach Unabhängigkeitum sich und verschleiertesomit seinewahren Motive für das Vorgehengegenden Kalifen.

zeitynkt nicht eingriffen, führt prägnant vor Augen, dass sie es waren, die Mustafa KemalsRückenstärkten,seine pläne vorbereitetenund sie initiierten. Ein Guerillakriegbrach gegendie Alliierten aus,was dazu frthrte, dassdie italienischeGarnisonaus Biria, die französische,und die britische aus Anatolien evakuiert wurden. London und paris verlansten ein absolutes Stop der militärischen operationen, was alleemein"unbeachtet blirb. Am7.März r92o zwangendie Alliierten Ali Reza,zurückzutreten.Er wurde vom Minister der KriegsmarineSalih paschaersetzt,der einen Monat späterauch zurücktrat. Nun zielten alle Maßnahmen auf die militärische BesetzungIstanbuls ab. Paris und Rom stimmten darin überein, dass Großbritannien,Frankreichund Itaiien an dieser Aktion teilnehmen sollten. |edoch schickte Großbritannien allein ihre Marine, und sie nahm Istanbulerfolgreichein.

HieraufinterveniertenFrankreichund Italien, um daseigenmächtigeHandeln Großbritannienszu unterbinden,und das Gleichgewichtder"Machte Im weiterenVerlauf desf ahresr9r9 fanden Parlamentswahlenstatt,die ais zuobewahren. In diesem sinne forderten sie die Teilnihme an der RegieErgebniseine neue Regierungunter der schwachenFührung von Ali Reza was rung, aber die Briten nicht zuließen.So marschiertendie Briten in die Paschazur Folgehatten. Mustafa Kemal war zu dem Zeitpunkt bereits in stadt ein, vereinnahmten die Regierungsgebäudeund verhafteten eine seinerWahlheimat Ankara,wo er zuvor von den Einwohnernder StadtbegroßeAnzahl von vertretern der partei ti,tustafaKemals, sowie den pregeistertempfangenworden war. Dort wählte man ihn auf Anhieb zum Abmierminister Said Halim. Istanbul war nun von Alliierten besetzt,die das geordnetenund zum Vertretervon Ankara.Allerdings kam er der Bitte der Kriegsgesetz deklariertenund die Zensur in presse,post und Regierung BevölkerungAnkarasnicht nach, das neue Parlamentin Istanbul zu eröffdtnchsetzten. Diese Maßnahmenwurden vom sultan unterstützt,was allnen. Fortan versuchteer weiter gegen den Kalifen vorzugehen,ohne jegerneineine nachteiligewirkung auf sein Ansehen hatte. Anschließend doch Zuspruch zu erhalten. wurdedas Parlamentoffiziell aufgelöst. .: wirdzurHauptstadt derkemalistischen Ankara Parallelregierung Damad Ferid Pascha,der Nachfolgervon Salih pascha,bildeteauf wunsch clorBriten am April rgzo eine-neue Regierungund ftihrte das Land in Mustafa Kemal entschiedsich zu einem zweiten Anlauf, nachdem er jede cespotischem5. stil. Im Anschluss daran värhängie der Sultan die TodesHoffnung verlorenhatte,durch das Parlamentin Istanbul an die Macht zu strafeüber Mustafa Kemal und seine Helfer. Daraufhin befahl Mustafa kommen. Er statteteseineTruppen aus und bereitetesie auf einen Kampf der türkischen Garnison, die Briten anzugreifen und die Stadt l-tTtl vor, während ihm Gelder und Waffen aus Istanbul zugeschicktwurden, takisehir zu belagern,in der ein britischer Zug stationiertwar. Den türkiohne dass die in Kenntnis gesetztenbritischen und französischenHigh schenTruppen gelanges, die Stadtzu besetzenund die alliierten Mächte Commissionersintervenierten. aus ganz Anatolien evakuiertwerden. Hierbei ist es wichtig fest*l::1"" d"ss es keine kriegerischeKoliision mit den Briten gab,lediglich lnjll.:, es Trotz der Überwachung des britischen High Commissioners gelang cmenkleineren Zusamm"tritoß mit den Italienern bei KonyalDurch diese Mustafa Kemal, mit Waffen und Munition gefullte Lastwägenauf der unerationen wurde die Konstellationin beiden Lagern augenscheinlich: Halbinsel Gallipoli zu sammeln. Die Tatsache,dass die Briten zu diesern 24

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Die Zerstörungdes Kalifats Die Briten, unterstütztvom Kalifen und der Regierung,auf der einen Seite, und Mustafa KemalsPartei, als Befreierder Nation', fur die das ganze Volk eintrat, auf der anderenSeite. So kam Mustafa Kemal, den das Volk als Anfuhrer im Befreiungskampf zur Regierung.Inmitten diegegendie Briten sah,in die Oppositionsrolle ser günstigen Ausgangslageergriff er im Interessedes Parlamentskomitees,welches nicht aufgelöstwurde, die Gelegenheit,neue Wahlen anzukündigen. Auch verspracher, dassdas neue Parlamentkeine Verbindung zu der alten Versammlung haben werde und, dass es kein osmanisches Parlament sein werde, sondern eine nationalistische,gesetzgebende Institution mit beispielloserMacht. SeineSitzungenfanden in Ankara, das als Machtzentrum ausgewähltwurde, statt. Es fanden aber keine Wahien im eigentlichenSinne statt,sondernkünstliche Aktionen, die lediglich den Scn-eineines Wahlvorgangeshaben sollten. Diese umstrittenen "Wahlen" waren ftir die Kemalistendoch ein Erfolg,da sie als logischeSiegerdaraus hervorgingenund somit die Repräsentantender Nation wurden.

Nationalversammlungernannt wurde. Die Nationalversammlungtraf eine Reihewichtiger Entscheidungen,z. B. erklärte sie alle Handelsabkommen 66{ unterschriebenenVerträge zwischen der Regierungin Istanbul und den fremden Ländern ftir null und nichtig. Ein weiterer Beschlusssetzte fa$, dassalle Staatseinnahmenunter das Verfügungsrechtder Regierung in Ankara gestelltwerden sollten.

Selyurdeeine Regierungin Ankara ausgerufen,die ein Parlament,staatlicheAbteilungen und eine Armee besaß.Der Kalif stand nun vor der Entsdheidung,die neue Regierungentwederabzuschaffen,oder sich ihr zu ergeben.Eine bewaffneteKonfrontationder beiden Lagerwurde unvermeidlich. Der Kalif schickteTruppen in verschiedeneRegionenaus, um die MBnschenfur den Kampf gegenMustafa Kemal zu gewinnen.Außerdem foüderteer auch die ganze Umma auf, das Kalifat zu verteidigen.Zu diesemZeitpunkt war die Loyalitätgegenüberdem Kalifennoch sehr groß, sodassalle Provinzenihm den Rückenstärkten. So war die Armee des Kalifen in der Lage,Mustafa Kemals Streitkräfteüberall zu schlagen.Mustafa Kemalund seineGefolgsleutegerietenin Ankara in eine Notlage,vielevon Am 23.April rgzo fand die Nationalversammlungstatt,die mit religiösen ihnen dachten darüber nach, sich dem Kalifen zu ergebenund sich ihm Feierlichkeiten eingeleitet wurde. Während ihrer Vorbereitung brachte anzuschließen.Zu diesem Zeitpunkt hins Mustafa Kemals Leben an eihemseidenenFaden.Genauzu dem fiir ih"ngünstigenZeitpunkt wurden Mustafa Kemal den Regierungsstabnach Ankara und führte somit den dieBedingungendeswaffenstillstandsvertrages, dort ein. Ferner kaufte er eine Presseund ein IournaRegierungsapparat der über ein f ahr zuvorin Pdris unterschrieben Zeilung herauszugeben. worden eigene war, wie um u. a. eine listenteam, ein Paukenschlagim ganzen Land gegeben. $.3nnt und zur All diese Maßnahmenbezweckten,Ankara zum Regierungssitz '. Hauptstadtdes Landeszu machen.Mustafa Kemal legtedamit den GrundISS". dies der Vertragvon S6vres,den der Kalif akzeptiertund den der PtdlnierministerDamad Ferid Paschaunterschriebenhatte. Die türkische stein für die türkische Republik.DieseInitiative führte er mit größter VorSÜtölkerunghatte keine Ahnung von den bewusst geheimgehaltenenBedurch,unter dem Vorwand,dassdieserKampf sichtund Verschwiegenheit ein Kampf gegendie fremde Besatzungund ein Krieg gegendie ausländi- $fBungett, die erst in dieser NotlageMustafa Kemals,nach über einem schenMächtesei.WährendseinerAntrittsredezur Nationalversammlung J:thr,gezielt ans Licht der öffentlichkeit gebrachtwurden. erklärte er, dassalle notwendigenMaßnahmen fur die Aufrechterhaltung des Kalifats getroffenwerden würden. Da der Kalif in seinenAugen wederein freier Herrscherwar, noch irgend' eine Souveränitätgenoss,verordneteer, dass die obersteNationalver' sammlung sich vorläufig um die Angelegenheitendes Landeskümmern Komiteeaufgestellt sollte:Aufgrund dessenwurde ein geschäftsführendes und mit den Angelegenheitendes Landesbeauftragt.Mustafa Kemal wurde zu dessen Präsidentengewählt,nachdem er zuvor zum Sprecherder z6

zwielichtige Umstand war zweifellos von den Briten eingefädelt 27


worden,um MustafaKemalaus dieserschwierigenSituationzu retten und dem Kalifen einen Schlagzu erteilen, so dass eine zweite Regierungiq Land geschaffenwerden konnte. Aufgrund dessenlösten sich die Men. schenvom Kalifen und schlossensich Mustafa Kemal an. Die Macht des Sultansreduzierte sich auf ein Minimum und die Armee des Kalifen war besiegt.Die Menschen schworen Rachean Damad Ferid Pascha,der den Vertragunterschriebund damit das Land aufgab.Infolge. dessengewann Ankara die Kontrolle über die Situation zurück und Mus. tafa Kemal wurde zur Erlöserfigurhochstilisiert,so dasser sich der Unter. stützung des Volkes in der Realisierungseiner Pläne gewisssein konnte. Der Grund fur diesegewaltigeVerbitterungdesVolkes bestanddarin, dass die entsetzlichenKlauselndes Vertragesdas Ende des osmanischenReiches besiegeltenund die Türkei auf Gebiete unter britischen, französi schen und italienischenEinfluss reduzierten.Somit gewann Mustafa Ke. mal die zweite Phase,welche die Schaffungeiner zweiten Regierungim Land mit Ankara als ihr Zentrum zur Folge hatte. Schließlichgewann er die Oberhandüber das Land und die Armee.

Britendie Kemalbereitet mitUnterstützungder Mustafa desKalifats vor Abschaffung

.ütrerdie Bedeutungdes Kalifatsauslöste.Mustafa Kemal war gezwungen, üflter dem Druck der überwältigendenMehrheit in der Nationalversammlurrg, deutlich in der Verfassungdarzulegen,dass das Kalifat aufrechterhalten bliebe. Jedochweigertesich der Sultan, die Nationalversammlung rgrd die von ihr entworfene Verfassung anzuerkennen, da ihre Äüerkennung die effektive Beseitigungdes Kalifats bedeutethätte, auch s[6nn die Verfassung seinen nominellen Schutz beinhaltete.Zusätzlich septedie Verfassungfest,dassdie Nation der Ursprung der Gesetzgebung sei'und dass die Nationalversammlungdas absolute Rechtbekomme, die Souveränitätdes Volkes zu repräsentieren.Ferner entscheidesie über Kriegund Frieden.Für den Sultanwar es folglich unmöglich, dieseVerfasstiYrgzuakzePtieren. Als Großbritannien zur Konferenz aufrief, sandte es Mustafa Kemal im Nbmen der Alliierten eine direkte Einladung nach Ankara. Dieseswurde alseine deutlicheAnerkennungder Ankara-Regierungdurch die Alliierten betrachtet, so dass schließlich zwei Delegationen an der Londoner Koriferenzteilnahmen, die im Februar rgzr stattfand.Tawfiq Paschawar der Kopf der Delegationdes Kalifen,während Bakir Sami ney die AnkaraDelegationanführte.Tawfiq Paschaübertrug Bakir Sami Beydas Recht,für beideDelegationenzu sprechen,so dass Istanbul ruhig blieb und nur die StimmeAnkaras erhobenwurde.

So endetedie zweite Phasemit der Gründung einer zweiten Regierungin Ankara, das zum Träger der Macht wurde. Inzwischen war die Regierung Errstellt sich die Frage,welche Position die neue Ankara-Regierungeinin Istanbul machtlosund ohne Autorität. Kaum hatte sich die zweiteRegie' utilam,die noch kein einziger Staatanerkannthatte.und warum sie zu der rung etabliertund die Kontrolleüber das Land gewonnen,rief Großbritan' ir*emationalenKonflereniinseladenwurde. Ist das nicht ein ausreichennien auch schon infolge der Ereignissezur Konferenzvon London a:uf,an dür Beweisdaftir, dassdie Grti"ndungdieser Regierungin Ankara von den welchereine Anzahl von Vertretern Griechenlandsund der Türkei teilneh' Stlten inszeniertwurde, um sie ,r"rit an den Friedeniverhandlungenteilmen sollten. Die Absicht für das Abhalten der Konferenz, die als offizielle mhtmenzu lassenund sie dannzumalleinigen Unterhändlerüber äie endFriedenskonferenzvorgesehenwar, sei die Suche nach einer Lösung für Sltigen Friedensbedingungen zu machen?Der Kalif hätte die Teilnahme die Krise im Osten.Daskonnte nur die Prüfung der Friedensbedingungerc (&lr Ankara-Regierungneben seiner Regierung ablehnen müssen, denn des Vertragesvon Sövresbedeuten,der erneut zum Gegenstandder Dis' sonstbedeutetedies ihre offizielle Anerkennrttg. Anß"rdem legte die Präkussion wurde. Dieser hatte nämlich zuvor keine Wirkung, da kein ein' senzzweier Regierungenim Land, die dem Feind gegenüberstanden und ziger Artikel erftillt werden konnte, was verdeutlicht,dassGroßbritannieti tlbbr-Friedensb"edittgungen verhandelten,extreme Schwächeoffen. Tatihn nur zur Realisierungihrer eigenen Ziele nutzte. Diese Tatsachezg9 cthlich duldete der"ralif es, was aber nicht das Versagender Konferenz hrhindern konnte. Diese wurde beendet, große Aufmerksamkeit auf sich, denn das egebnisdes Vertrageswar z[' ohne irgenäetwaserreicht zu lllben, außer gunsteq Großbritanniens,das jetzt eine Überprüfung verlangte. dassFrankreichund Italien g"r*rrrrg"nermaßen GebieteabQ€n mussten. In dieserZeit gingdie Nationalversammlungin eine dauerhafteVersamfll' llifö,1 lung über. Sie entwarf auch eine Verfassung,die eine große Diskussiotl


Die Zerstörungdes Kalifats Ungeachtetder Präsenzder legitimen Regierungdes Kalifen, stellte Mus. tafa Kemal Kontaktemit anderen Staatenher, die wiederum mit ihm ver. handeitenund auch Verträgemit ihm unterschrieben.So stärkten Frankreich und Italien, die nicht im geringstenmit dem Ausgangder Konferenz zufrieden waren, und Russland,das Kemai fur sich gewinnenkonnte, seinen Rücken. Infoigedessenblieb nur eine Angeiegenheitoffen, nämiich die Griecheniandkrise,die Kemal durch einen Krieg lösen wollte. Da machte er sich daran,aufzurüstenund sein Heer zu vergrößern.Frankreich evakuierteCilicia und zog seineTruppen von dort zurück, wo Kemal sein Heer aufstelite.

einen Gegenangriff,worauf schließlich Großbritannien, Frankreich und ItalienWaffenstillstandforderten.Diesertrat am n.9:922 in Kraft, so dass detKriegzwischenGriecheniandund der Türkei zu einem Endekam.

Der Rückzug der Griechenwar keine Konsequenzeiner entscheidenden Schlachtzwischen ihnen und Kemai, da sie zu dem Zeitpunkt die Oberhandüber die Situation hatten. Auch war die türkische Streitmacht besiegt,ihre Moral am tiefsten Punkt angelangt,und Verzweiflungbegann sichbreit zu machen.Es steht außer Frage,dassein internationalerDruck auf den Griechen lastete,welcher sie zwang, sich zurückzuziehen.Dieser Druck wurde unzweifelhaft von den Alliierten ausgelöst, weil DieseTatsachebeunruhigtedie Griechen,die bemerkten,dassdie europä- Großbritannien,Frankreichund Italien es waren, die den Waffenstillstand ischen Staatensie im Stich ließen, besondersGroßbritannien.Daher veflangten. So trat der Waffenstillstand ein. Die Briten nutzten die furchteten sie, dassdie Türkei gegen sie einen Schlagvorbereitenwürde. Schlachtenzwischenden Griechen und Türken als ein Mittel für Kemai, Aufgrund dessenentschlosssich Griechenland,einen Angriff gegen die das Kalifat abzuschaffen. Besonders Großbritannien machte viel Türkei zu starten,ohne auf die Erlaubnis der Alliierten zu warten, die es Propagandafur Kemal innerhaib und außerhalb der Türkei, bis er gegensich vermutete.Als die Alliierten dies wahrnahmen,versuchtensie, schließlichais der Siegerund Eroberergefeiert wurde, der die Griechen eine Annäherung zwischen sich und der Türkei herbeizuführen. Jedoch und die Alliierten vertrieb. Das ermöglichte ihm, sich im Land zu schien es für die Griechennur eine Verzögerungstaktikzu sein, mit dem etablieren,was sich fatal auf die Muslime und die Herrschaft des Islam Ziel, den Türken die Möglichkeit zu geben, weiter aufzurüsten. Daher auswirkensollte. griffen sie die Türkei umgehend an, sodassein Krieg zwischen ihnen Als Frankreich,Italien und Großbritannien arn 15.j.rgzr ihren neutralen ausbrach,der anderthalbIahre dauerte. Standpunkterklärt hatten, errichteten sie ein neutrales Gebiet, das sich Kaum waren diese Feindseligkeitenausgebrochen,erklärtendie Alliierten vom Bosporusbis zu den Dardanellenküstenerstreckte.Beide Streitparoffiziell ihre Neutralität. Dies schien äußerst merkwürdig, da der teiendurften diesesGebietnicht passieren.Tatsächlichaberversuchtendie OsmanischeStaatnochunter britischerBesatzungstand.Daherhätte sich Griechen, bevorsie Istanbulbesetzenwollten,dieseZone zu passieren. jeder Kampf, der in der Türkei stattfand,zweifellos auf die Position der GeneralHarrington, Oberkommandantder alliierten Kräfte, hinderte sie Besatzerausgewirkt.Geradein dieserkritischenSituationeinenneutralen daran.Auch KeÄal ignoriertediesesVerbot, so dasser bis in die Nähe der Standpunkteinzunehmen,war unverständiich.Zwar bot sich die britische Dardanellenvorrückie. Daraufhin bereitetesich General Harrington auf Regierung an, a1sVermittler zwischen Griechenlandund der Türkei zu eine endgültige Auseinandersetzungvor. Obwohi er der Türkei eine fungieren, aber Griechenlandlehnte es kategorischab, da es hinter Kemal Warnung sctriltt", die von den Alliierten unterstützt wurde, schenkteihr nemal keine Beachtung.Großbritannien rüstete die Briten vermutete.So wurde weitergekämpft. auf und verlangte,dass Frankreichund Italien seinem Beispiel folsen. Diese aber lehnten es ab Der Kampf hatte seine Höhen und Tiefen und ging von einem bloßen W ,og"tt sich ausder neutralen ZoÄ" zurrilk, so dassGroßbritannienauf srchallein Guerillakrieg gegen die Griechen in einen wohlorganisiertenKrieg über, sestelltwar. V/ährenddessenfandensinnloseVerhandlungenmit den Griechenstatt,in Die.Angelegenheit denen ihnen Kemal eine Menge Zugeständnissemachte,die aber a1leab' war nicht mehr eine Angelegenheitder Türken und der nrulerten, vielmehr eine Angelegenheit r.i..h"r, den Türken und den gelehntwurden.Als am 7.g:922 die Nachrichtkam, dassdie Offensiveder ohhn allein. Die türkischen Streitmächtetrafen auf die britischen.Iedoch Griechenscheiterteund sie sichzurückzog.en, startetedie türkischeArmt'e 3o

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fanden keine Zusammenstößezwischenbeiden Seitenstatt,obwohl Großbritannien mit seinen Landtruppenin der Lage gewesenwäre, das türkische Heer eine vernichtende Niederlageerleiden zu lassen. Es standen Kampfflugzeugeund Schiffe in Bereitschaft,womit Kemal nicht dienen konnte. Die britischenTruppen schienenverwirrt zu sein, da die Befehle, die sie erreichten,zum einen beinhalteten,dasssie die Türken vom Passieren der Zone abhaltensollten, und ihnen zum anderenverbaten,Waffen einzusetzenund Gewaltanzuwenden.Nachdemein französischerGesandter Kemal zusicherte,dassdie Griechensich zurückziehenwürden, befahl Kemal seinenTruppen, ihr Vorrücken zu stoppen.Die Alliierten stimmten dem zu und vertrieben die Griechen, so dass die Ankara-Regierungdie Zngel der Macht wieder in Händen hielt. So war keine fremde Garnison mehr in der Türkei vorhanden,außer der britischen Armee. Dies wurde auch als Sieg Kemalsüber die Alliierten gefeiert,obwohl ein vernünftiges Urteil bestätigenwürde, dass diese theatraiischenHandlungen mit den Briten arrangiertwaren, um ihre Verbündetenzu entfernen und schließlich allein im Land zu bleiben. Damit war die Phaseder Inlandsaktionenbeendet,und Kemal machte sich daran, seine wahre Absicht zu realisieren,nämlich die Abschaffung des Kalifats.Als Poiitiker und Offiziere dies wahrnahmen,bildeten sie gegen ihn in der Nationalversammlungeine überwältigendeMehrheit. Dabei machten sie deutlich, dass sie und auch ein Teil der Armee, der ebenso dachte,sich in dieserkritischen Angelegenheitgegenihn stellen würden. Daraufhin erklärte Kemal, dassdie Verfassungnicht endgültig sei und sie vielmehr eine Menge allgemeinerPrinzipien zur Führung beinhalteteund eine Richtschnurftir diejenigensei,die das Land in einem demokratischen System,frei von Chaos,regierenwollen. Er bezeichnetediejenigen,die in Wirklichkeit seine wahren Absichten durchschauten, als realitätsfern. Diese Erklärung hatte seineWirkung, so dasssich der Sturm wieder legte. Kemalwusstenun, dasser, bevorer sein Vorhaben,nämlich die Gründung einer Republik,in Angriff nehmen konnte, ein großesHeer bräuchte,das ihm blind ergebenwar. Nachdemer ein solchesHeer vorbereitethatte und durch die Propagandader Briten in der Türkei und in der islamischenWelt unterstützt wurde, kam sein Vorhabendem Ziel ein Stücknäher.

DasEndedesKalifats Allein durch die Überprüfung all der in der Türkei stattgefundenen \2

Die Zerstörungdes Kalifats -{ ,,irp., uon dem Mondros-Waffenstillstandbis zur ersten Konferenz von wird augenscheinlich,dass die Briten mit äußerster Gefa+t^nnr, sclrir*lichkeit eine schmutzige Rolle bei der Zerstörung des Kalifats spielten.Der britische General Harrington war der Oberbefehlshaberder juiurt"n Armee, der die totale Kontrolle über Istanbul und die türkischen Gebieteinne hatte. Dieses bedeutetezugleich, dass die Türkei von der restlichenislamischenWelt isoliert war. So war die Zeit zum Handeln Die britischenAktivitäten konzentriertensich auf die Zerstörung e-lrßstig. äCIKalifatsund die Entfernung ihrer Verbündetenaus der Türkei. Großbrftannien initiierte seine Manöver mit Böswilligkeit und größter Gesddcklichkeit,wobei es nicht einmal vor dem Ausbruch eines Bürgerkriggeszurückschreckte.Mustafa Kemal war der Mann, dem in diesem sduecklichenVorhabendie Schlüsselrollezukam. Ohne seine Hilfe wäre Verschwörungzum Scheiternverurteilt gewesen.Den Hauptkontakt diq,qe hatteer mit Harrington, der die Kontrolle über alle Angelegenheitenhatte und als höchste Autorität in der Türkei betrachtetwurde. So wurde die letztePhaseder Zerstörung des Kalifats eingeleitetund ihm der tödliche Stoßversetzt. Naehdem Eintretendes Waffenstillstandsim fuli 1922 war das Land frei von.fremdenBesatzern- mit Ausnahme der Briten. Demzufolgewar Harrirygtonder alleinigeVermittler, durch dessenEinflussdie Popularitätund NleghtKemals nun ihren Höhepunkt im ganzen Land erreichte. In der Z'{fuichenzeit war die Regierungin Istanbul nur mehr eine nominelle Regienrng,die kein Mitspracherechtmehr in den Staatsangelegenheiten besa&"aadie volle Autorität in den Händen der Regierungin Ankaralag. Wfhend der Sultanunbeachtetin seinem Palastblieb, bemitleidetenihn dn'Btiten und. gabenihm von Zeitzu Zeit Geld, um die leere Kassezu !th-. Inmitteridieses Status Quo in der Türkei schicktendie alliierten Shrten, Großbritannien,Frankreichund Italien, am 17. Oktober rgzz sorbhl der Ankara-Regierungals auch der Regierungdes Sultansin Istanol*-tine Einladung,an der Konferenzin Lausanneteilzunehmen,um den rtHensvert r ag zu unterschreiben. &r' \fe Eirrt"aungder beidenRegierungenim Land wurde von der Nationaiv$ltnmlune ii Ankara, die dieser Situation und somit ihrer Zweitrolle eWnde ,"ti"n wollte, verärgert zur Kenntnis genommen. So hatte der Versuch begonnen, das Kalifat abzuschaffen.Einige Vertreter sogardie Fusionbeider Regierungenvor, wobeider Kalif auf eine ))


Die Zerstörungdes Kalifats konstituelle Funktion mit Kemal als seinen Premierminister beschränft1 werden sollte. DieserVorschlagwurde dann in der Nationalversammlunp NachseinerAbreisewurde sein Cousin Abdelmaiidnach Zustimmung der diskutiert und von den Anhängern Kemalsals die einzigeRettungder Tür. viele AnNationalversammlungzum Kalifen ernannt. Daraufhin eilten kei angepriesen.In dieserheftigen Debatteerklärte Kemal sein Vorhaben, zuzusichern ihre Unterstützung zu thm, um ihm offen Kalifats hängerdes das Sultanatvom Kalifat zu trennen. Überraschtnahmen die Abgeordne. untder ganzenWelt zu demonstrieren,dass sie dem Kalifat gegenüber ten diesen Vorschlag,der die Gefahr für das bedrohte Kalifat deutlicl loyalsind und der Kalif auch weiterhin präsentist. MustafaKemal gab sich offenlegte,zur Kenntnis.Nach heftigen Debattenwurde die Angelegenheit einstweilenmit der Trennung des Kalifats vom Sultanat zufrieden und an das Komitee fur auswärtige Angelegenheitenweitergeleitet,das aus rnachtesich, nachdemer die politische Macht in Händen hielt, daran, die einer Gruppe von Anwälten und Gelehrten bestand. Es verbrachteviele Friedenskon f etenz vorzubereiten. Stunden damit, die Trennung des Sultanatsvom Kalifat zu untersuchen. SeineMitglieder zogen sowohl Texteaus Qur'an und Sunna,als auch Bei. spieleaus der Geschichteder Kalifen heran. unddie desKalifats machen dieAbschaffung DieEngländer Nach einer eingehendenUntersuchung fanden sie weder in der Offenba. rung, noch in der islamischen Geschichteein Argument, das eine Tren. nung des Kalifats - als religiöse Autorität - vom Sultanat- als politische Autorität - befürwortenwürde. Demzufolgelehnte sie den Vorschlagein. stimmig ab. Wütend darüber drohte Kemal den Mitgliedern des Komitees mit dem Tod, woraufhin sie verämgstigtdie Angelegenheitan die Natio. nalversammlungweiterleiteten.Aber auch die Mehrheit der Nationalver. sammlung erklärte ihre Ablehnung des Vorschlags und drückte ihren Groll dagegenund auch gegen Mustafa Kemal aus. Außer sich vor Wut sammelteKemal seinebewaffnetenAnhängerum sich und verlangte,eine weitere, offene Wahl durch Handheben durchzufuhren, was die Abge. ordneten jedoch ablehnten.Daraufhin schrie Mustafa Kemal sie an und drohte,währendseineAnhängerihre Hände auf ihre Pistolenlegten:"lch bin sicher,dassdie Versammlungden Vorschlageinstimmig annehmen wird, es reicht für die Abstimmung das bloße Hanheben!" Obwohl nur wenige die Hand hoben, wurde das Ergebnisder Wahl unter lautstarkerl Protestenals eine allgemeineZustimmung bekannt gegeben.

füreinen zurBedingung desStaates Säkularisierung Friedensvertrag Am zo. Novembertgzz fand die Konferenzvon Lausannestatt,die im Auftrag des OsmanischenStaatesabgehaltenwurde. Hier erschien aber nur einevon Ismet Inönü geführte Delegationder Ankara-Regierung.Curzon, der britische Außenminister und Kopf der britischen Delegation, setzte vier Bedingungenfest, um die Unabhängigkeitder Türkei anzuerkennen. Diese Bedingungen waren: Die totale Abschaffirng des Kalifats, die Ausweis-ungdes Kalifen jenseits der landesgrenzen, die Besdrlagnahmung sfünesVermögens und die ErHärung der Säkularisierung des Staates. Der Eqfolgder Konferenz stützte sich auf die Erfüllung dieser Bedingungen. Iqöch ging sie am 4. Februar 1923zu Ende,ohne ein Resultatzu erztelen. Deswegenwurde sie als Misserfolg betrachtet.

Iggretkehrte in die Türkei zurück und erstatteteKemal über die Verhandlqg"tt Bericht. Die Vertreter der Nationalversammlungsamt Regierung, u$er Führung des MinisterpräsidentenRa'uf starteteneinen heftigen AnFünf Tage, nachdem die Entscheidung gefallen war, inszenierte Rifaat ffiauf Ismei, indem sie ihn beschuldigten,ungeschicktin den VerhandPaschavor den Augen Harringtonseinen plötzlichenmilitärischenPutsch lungen mit Curzon eehandeltzu haben. Auch kritisierten sie seine Entsendungohne ihre /ustimmung, sodasssie schließlichseine Entlassung in Istanbul, durch den er mit Hilfe der Armee die Zügel der Macht in del qurch eine Wahl und die Bestimmung einesNachfoigers,der die VerhandHauptstadtübernehmenkonnte. Somit zerstörteer die Regierungdes Sul' in Lausannewiederaufnehmensollte, bewirken wollten. Mustafa tans, der den Vorfall mehrere Tage lang ignorierte. Anschließendbat det l$.n SultanHarrington um Hilfe und versicherteihm, dasser sich in Lebens' \pal schäumte vor Wut, machte Drohungen und hetzte die Vertreter gefahr befende.Zwei Tage später,am 17. November r9zz, brachten mall Seneinander auf, bis er es schaffte,die Enlscheidungüber eine EntlasSultanWahiduddin auf einem britischen Kriegsschiffnach Malta ffig Ism"tt zu vereiteln. Dieser war nämlich sein zuverlässigsterund )4

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treuesterGesandtein seinem Kontakt mit den Briten und der Mann, der ihm bedingungslos gehorchte. Einen anderen zu schicken hätte seine Plänegefährdenund sein eigenesEnde bedeutenkönnen. Aus Sorgeum das drohende Ende des Kalifatsverbündetensich nun die Vertreter der Nationalversammlungim kemalistischenAnkara mit der Mustafa Kemals,die ihm in Opposition.Viele der treuestenWeggef,ährten den schwierigstenZeiten zur Seitegestandensind, formierten sich jetzt unter der Führung Ra'ufs gegen ihn. Unter ihnen waren Rihmi, Adnan, Kazim Kara Bekir, Rifaat,Ali Fouad, Nouruddin und viele andere. Kemal reaiisierte, dassseineNiederlagein der Nationalversammlung unter diesen Umständeneine Gewissheitwäre.Dieshättedie Fortsetzungder Friedenskonferenz in Lausanneunmöglich gemacht,da sie an die Erfullung der vier Bedingungen,die Curzon festgesetzthatte,geknüpft war.

DerTodesstoß Kemalmusstealsodie Erfullung der Bedingungenermöglichenund eine Entscheidungvon der Nationalversammlungerhalten, die die Ausrufung einer Republik und die Abschaffung des Kalifatsgutheißen sollte. Ferner wollte er zum Präsidentender Republik gewähltwerden. Da es aber ziemlich unwahrscheinlichwar, dass die Nationalversammlung seine Pläne durchfuhren würde, dachteer über die Auflösung der Nationalversammlung und über Neuwahlen nach. Dies nahm er auch sofort in Angriff. Jedochwar auch die neue Versammlung gegenihn, was ihn dazu veranlasste, gegen sie vorzugehen.So inszenierte er eine politische Ver' schwörung,um eine Krise zu schaffen,die er für seine Zweckenutzte. Er lud die Ministerzu einemAbendessen bei sichein und besprachmit ihnen die Situation in der Nationalversammlungin allen Aspekten. Zuletzt schlug Mustafa Kemalvor, dassdie Minister allesamtzurücktretensollten, um die Versammlungdadurchin die Verlegenheitzu bringen,eine neue Regierungaufstellenzu müssen. Der Vorschlagwurde angenommenund am darauffolgendenTagerklärteder gesamteMinisterratvor der NationalversammlungseinenRücktritt. Nun wurde die Nationalversammlungeinberufen, um eine neue Regie' rung aufzustellen.Dazu war sie aber nicht in der Lage.Die Abgeordneten konnten sich auf keine Regierungeinigen,es kam zu heftigem Wortwech' sel, Streit und sogar Handgemenge.feder von ihnen war auf seinen 16

Die Zerstörungdes Kalifats .---. Vorteil bedachtund versuchte,seinen Standpunktmit Gewalt irsönlichen td*chzusetzen. Zwei Tagespäterlud MustafaKemal seineengstenFreunein. Unter ihnen waren Ismet, Fathi ä abermalszu einem Abendessen von der Zwickmühle in der sich die Natioüd Kem"lrddin. Man sprach sie nicht im Standewar, sich auf eine und dass befand än"rr"*-lung ergriff Mustafa Kemal das Wort und Zum Schluss einigen. n"*i"-trg zu Chaos ein Ende zu bereiten.Morgen sÄe: "Es ist an der Zeit, diesem *äa." wir die Republikausrufen, denn sie ist der Ausweg aus all diesen Fathi,du musst morgen die Nationalversammlungso gut Schwierigkeiten. esdir möglich ist in Aufruhr versetzen,die Abgeordnetengegeneinander aufwiegelnund fur Chaos sorgen. Sodann schlägstdu Kemaluddin vor, dsssich herangezogenwerde, um die Angeiegenheitin die Hand zu nehmen und die Nationaiversammlungaus ihrer Zwickmühle zu befreien!" t\:

Anr nächstenTag wurde allesso durchgefuhrt,wie man esvereinbarthatte. Bie Nationalversammlunghielt ihre Sitzung ab, es kam zu bösen wortge{bchtenund fast zu Rangeleienunter den Abgeordneten.Am Höhepunkt dir Auseinandersetzungmachte Kemaluddinden Vorschlag,Mustafa Kemal mit der Regierungsbildungzu beauftragen.Die Abgeordnetenwaren darniteinverstanden,nachdem sie ihren Streit mit ihm offenbarvergessen bntten.MustafaKemallehnte zuerstaustaktischenGründen ab. Daraufhin cüchtetendie Abgeordnetenein schriftliches Gesuch an ihn, indem sie cin'gestanden, aus eigener Kraft die Regierungskrisenicht bewältigen zu Lbnnen. Mustafa Kemal stellte jedoch die Bedingung, dass die lhtionalversammlungseine Meinung ohne jeglicheEinwändeakzeptieren üfiiisste,andernfalls sei er zu einer Regierungsbildungnicht bereit. Die lübgeordneten erklärtensich damit einverstanden. fli:,,r

{* ,g. Oktober I9z3 wurde nun die Nationalversammlungzu einer richtigen Tagung einberufen. Mustafa Kemal hielt eine Rede in der er Sne Entscheidungverkündete,eine Republikmit einem gewähltenPräsi&nten ausrurufe,i da der Ursprung där Krise ein fundamentaler Fehler ilh Systemsei. Um eine handlungsfähigeRegierungzu haben, dürfe die Nationalversamlungnicht gleichzeitig legislativesund exekutivesOrgan 8üi[, meinte er. Vielmehr müsse die Türkei eine Republik werden, mit gewähltenPräsidentenan ihrer Spitze.Die Abgeordnetenwaren $m Uutäubt"undsprachlos,als sie diese unerwartete,schrecklicheEntscheiAb$qg vernahmen. obwohl vierzig Prozent der Abgeordnetenan der pnmung nicht teilnah-"n, *rrrä" der bereitsvorgefertigteBeschlussan-


Die Zerstörungdes Kalifats erkannt und Kemal zum ersten Präsidentender Republik gewähit. Kemal machte sich nun daran, das Kalifat abzuschaffenund die Säkularisierung des Staatesdurchzusetzen.Die Menschenbegannennun zu spüren, was Kemai im Schildefuhrte. Die öffentlicheMeinung begannihn an. zugreifen. Es wurde überall verbreitet,dassdie neuen Regierendenin Ankara Kuffar (Unglaubige) seien. Auf Flugblättern, Karikaturen und von Predigernwurde er heftig angegriffen.Fernerverließenviele Vertreterund berühmte Personen Ankara, um sich in Istanbul um den Kalifen zu scharen. In dieserheiklen Situationgabenihm die Engländererneut eine Waffe in die Hand, die er gegendie Anhänger des Kalifatseinsetzenkonnte. Während der stärkstenanti-kemalistischenKampagnenämlich, schickten die beiden indisch-muslimischenAnfuhrer Agakhan und Amir Ali im Namen der Muslime Indienseinen offiziellenProtestbriefan MustafaKemal, in dem sie verlangten,die SteilungdesosmanischenKalifen,des Kalifen aller Muslime zu respektieren.Agakhanwar der Anführer der Ismaeliten. Bei den Muslimen in der Türkei und anderswowar jedochbekannt, dasser ein Freund der Engländerund deren Agent war. Das Schreiben wurde in den IstanbulerZeitungen veröffentlicht,bevor es die Regierung in Ankara erreichte.Mustafa Kemal nutzte nun diese Gelegenheit,um in der ruhmlosen GeschichteAgakhansherum zu wühlen. Er zeigteauf, dass er in Englandlebte,seine Pferdeauf englischenRennstreckeneinsetzte,in den Kreisen der englischen Politiker und Botschafterverkehrte und als verlässlichesü/erkzeugbenützt wurde, um die indischen Muslime gegen die Türkei aufzuwiegeln,wann immer es ihnen recht war. Mustafa Kemal fuhr fort, diesenTrumpf auszuspielen, um die öffentlicheMeinung gegen den Kalifen aufzuherzen So erklärte er den Leuten beispielsweise:"England, dieser hinterlistige Erzfeind, als es nicht im Standewar, die Türkei mit Hilfe der Griechenzu vernichten,versuchtes nun auf dem gewohnten Weg der Verschwörungen.Sie benützt ihr WerkzeugAgakhan,um sich mit dem Kalifen zu verbündenund die Türken in zwei Lagerzu spalten!" Nun wandte sich die öffentlicheMeinung gegenden Kalifen.Von Mustafa Kemal aufgestachelt, hetztejetzt auch die Nationalversammlunggegendas Kalifat,gegenreligiöseWürdenträgerund gegendie Opposition.Es wurde sogarein Gesetzesentwurf gutgeheißen,nach dem jede Oppositiongegen die Republikund jedeVerbundenheitmit dem abgesetzten Sultanais ein 38

stand.Als einige AbHochverratbetrachtetwurde, auf den die Todesstrafe versuchten, den diplomatischen Nationalversammlung der in oeordnete wurden sie von den AnTürkei aufzuzeigen, fur die Kalifats des frutr"n Rednerpult und sagte: Kemal stieg zum niedergeschrien. hängernKemals qfllar es nicht das Kdifat, der Islam gnd die religiöse Autorität, für das die tärlosdren Dörfler gekämpft haben und wlihrend fünf fahrhunderten sestorben sind? Es ist an der Zeit, dass sich die Ti.irkei ihren eigenen irrt t rt.tt zuwendet, die Inder und Araber ignoriert und sich vor der Fiihrung der islamisdren Staaten rettet!" Trotz dieserwilden Angriffe auf das Kalifat, gab es noch viele Persönlichkeiten,die strikt gegeneine Abschaffungwaren. Vor allem in der Armee, war die Loyalitätgegenüberdem Kalifat noch ungebrochen.Eine Tatsache von der sich Kemal selbst bei einem Besuchder Streitkräftein der Nähe von Izmir überzeugenkonnte. Deshalbwandte er jetzt Einschüchterung und Terror als Mittel an, um sein Vorhabendurchzusetzen.Als ein Abgeordneterwährend einer der Sitzungenhartnäckigopponierte,beauftragte Kemal jemanden, ihn in der gleichen Nacht noch zu ermorden. Einem anderenAbgeordneten,der in einer Rededen Kalifen unterstütze,drohte el mit dem Galgen, sollte er noch einmal seinen Mund mit ähnlichem öffnen. Er beorderteauch Ra'uf aus Istanbul zu sich und zwang ihn, vor dem Hauotkomitee der Volkspartei,ihm und der Republik die Treue zu aus Partei schworen.Ansonstendrohte ihm Kemalmit dem Rausschmiss er einen strengen und Komitee. Dem Gouverneur von Istanbul schickte Befehl, keine Erscheinungen von Pracht und Größe um den Kalifen während der Verrichtung des Gebetes mehr zuzuiassen. Außerdem reduzierteer sein Gehalt auf das Mindeste und warnte seine Anhänger davor,ihn weiter zu unterstützen. Ih dieserAtmosphäredes Terrors und der Einschüchterung,der Gerüchte uhd der Negativpropaganda,trat die Nationalversammlungam t. März I$e4 zusammen. Die Einführungsrede konzentrierte sich auf die Notüundigkeitder Zerstörung des Kalifats,was auf heftigenWiderstand stieß. Mustafa Kemal Iegte der Nationalversammlungeinen Gesetzesentwurf lhr, der die Zerstäng des Kalifats,die Ausweisungdes Kalifen und die Säkularisierunsdes Staatesvorsah. Er wandte sich an die Abgeordneten ühd sagte:"DiJbedrohte Republik muss um ieden Preis geschützt werden frrd auffesten. säkularistischen Fundamenten aufbauen. Der Kdifund die alten, religiösen Gerichte ffberUteibsel der osmanen müssen gehen. Die


Die Zerstörungdes Kalifats und ihre Geseue müssen durdr moderne Gerichte und Gesetze ersetä werden und die religiösen Schulen staatlich-laizistisöen Platz machen!" Zwei Tage dauertendie Sitzungender Nationalversamlung,unter hitzigen Debattenund heftigem Worfwechselan, ohne zu einer Einigung zu gelangen. Erst am Morgendes3. März 1924,nach Diskussionen,die die ganze Nacht über andauerten,wurde bekannt gegeben,dassdie große Nationalversammlung der Abschaffung des Kalifats und der Trennung von Religion und Staatzustimmte. In der selben Nacht schickteKemal einen Befehl an den Gouverneurin Istanbul, dassder Kalif Abdulmajid die Türkei vor der Morgendämmerungdes nächstenTageszu verlassenhabe.Sowurde der Kalif mitten in der Nacht von einer'Abordnung der Polizeiund der Armee in die Schweizgebracht,ausgestattetmit einem einzigen Koffer und einigen Geldscheinen.Zwei Tage später versammelte Kemal alle Prinzen und Prinzessinnen,und verwiessie des Landes.Alle religiösen Funktionen wurden gestrichen,indem z.B. die religiösen Schulen in staatlicheumgewandeltund die Awqafstiftungen der Muslime verstaatlicht wurden. Auf diesem Wege erfüllte Kemal die vier Bedingungen,die der britische Außenminister Curzon für einen Friedensvertragfestgesetzthatte. Nun gab es kein Hindernis mehr, das der Einberufung und dem Erfolg der Friedenskonferenzim Weg stand. So schickte Ismet Inönü, türkischer Außenministerund Kopf der Delegation,am 8. März r9z4 ein Schreiben an die Konferenz,mit der Bitte, die Verhandlungen wiederaufzunehmen. Die Alliierten stimmten dieser Bitte zu. Am 4. Aprll ry24 trat die Konfercnzwieder zusammen,um sich über die Friedensbedingungen zu einigen. Der Vertrag von Lausannewurde am z4.Juli r9z4 unLerzeichnet. Die Staaten erkannten die Unabhängigkeit der Türkei an, sodasssich die Briten aus Istanbul und den Meerengen zurickzogen und auch General Harrington schließlich die Türkei verließ. Englands Außenminister Curzon erkiärte, nachdem ein Parlamentsabgeordnetergegen die Anerkennung der Unabhängigkeitder Türkei protestierte,folgendes:"Es ist eine Tatsache, dass die Ttirkei erledigt ist und sich nie wieder erheben wird, weil wir ihre spirituelle Kraft, das Kalifat und den Islam, zerstört haben!" Auf dieseWeisewurde die Zerstörungdes Kalifatsvollendet.Eswurde vollkommen abgeschafft,und dadurch verschwand der Islam als staatliche

Ursprung der Gesetzgebungund Lebensordnungfür die ?off"rrrrng, als Katastrophewaren die Briten unter tatkräftiger U*a".Verursacher dieser und VerrätersMustafa Kemal. Die BehaupAgenten ihres ünterstützung und aufrichtiger Muslime, dass die Briten der denkender äe bewusst tCoo?a"rKufr, des Unglaubens,unter allen Kufr-Staatensind, kommt also Islam, der ,i.trt uott ungefähr: Sieverkörperntatsächlichden Erzfeinddes über dwch die Zerstörung der islamischenLebensordnung,sovielunheil Briten die gegen Ablehnung sollten Die Musiime brachte. die Muslime hegen,die es geschaffthaben, das Kalifat und den Islam durch Kemal zu den Muslimen auf der ganzenWelt und besondersden Musli""ätöt"n, rnen in der Türkei zumTtorz. Auf dieseWeiseverschwanddas GesetzAllahs, das Er offenbarte,aus dem kben der Menschen.Was blieb und bis heute gebliebenist, sind die von MenschengemachtenGesetzeund Systeme,die Gesetzedes Unglaubens, öe die Menschenbeherrschenund überall auf der Welt angewendetwerden.Wie lange noch?

aufTododer Maßnahme unddieentscheidende DieFxistenzlragen L0ben Nun stellt sich fiir uns die Frage:War es den Mächten des Unglaubens Wirklictrso einfach,das Kalifat zu zerstören,und den Islam aus der politislhen Realität zu entfernen, wo die Muslime doch hunderte Millionen warenund nicht bereit ihren Giaubenund ihre politische Existenzzr ver!öjdigenl Die Antwort darauf ist klar: )awohl, mit dieser Leichtigkeithat es der Unglaubenvermocht,das Kalifatzu zerstörenund den Islam aus der politiRealitätzu entfernen. Die Muslime waren nicht bereit, sich diesem -sEtren V-örhabenwirklich entgegenzustellen oder zumindest zum letzten Schlag Besiegten dafur liegt in der Tatsache,dassder O"r Grund auszuholen. {ö! i$lamischenUmmah die Existenzfrage,die entscheidendeMaßnahmen lüf Tod oder Lebenerfordern, wahreid diesem fatalen Ereignisnicht be{"üsstwaren. Sie erkanntenicht, dasses sich bei dieserKatastropheum ei.neSchicksalsangeiegenheit fur sie handelt, die existenzbedrohendist war sie auch $d ihr überleberiode"rUntergangdavonabhängt.Deswegen t bereit,entschlossene Maßnahmenzu setzen,die in solchenSituationotwendig sind, nämlich Maßnahmen auf Tod oder Leben' Dadurch lr-"el

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des Kalifats

Schonder Selbsterhaltungsinstinkt im Menschen schreibtjedem Volk auf dieser Erde und jeder Nation vor, Existenzfragenzu besitzen,fur die es allzeit bereitist, sein Blut - ohne jeglichesZögernund ohne Diskussion- mit aller Hingabe zu opfern. DieseAngelegenheitensind stetssolche,die mit dem Verlust des Lebensoder dessenErhaltungoder der ExistenzeinesVolkes oder dessenZerstörungverbunden sind. Es sind fast die gleichen Existenzfragenbei allenMenschenoder zumindestsehr ähnliche,bei denen es immer um die spürbareBedrohungder Existenzgeht.Die Maßnahmen, die man bei solchenAngelegenheiten setzt,sind auchbei allen Menschen annähernddie gleichen;nämlich der totaleEinsatzaufTod oder Leben,um die Existenzzu erhalten.

in der Geschichtedes Islam immer wieder zu Ereignissenkam, die brrr "rExistenzbedrohten,liegt in der Natur der Sache. )edeBewegung,vor seine handelt, Verbesserungsbewegung um eine aufrichtige es sich wenn allem des Seit der Frühzeit ausgesetzt. ist Existenzgefahren und Gegner hat ihre dem Unglauben, bis Kufr, mit dem Islam wird die Auseinandersetzung aufs Außerste gefuhrt. DieseAuseinandersetzungist für beide Seitenein Existenzkampf,wo es um das Schicksaldes Kufr und das Schicksaldes Islam geht. Nach der Gründung des IslamischenStaatesin Medina,kam die blutige noch dazu. Auseinandersetzung, zur intellektuell-ideologischen des Islam als Schicksal das wo es um war Existenzkampf, ein Auch dies eine unfür Muslime Existenzfragen Deswegen sind Lebensordnungging. die von die Maßnahmen, Sache.Und abdingbareund selbswerständliche ihnen diesbezüglichgesetztwerden müssen, nämlich Kampf auf Tod oder Leben,sind genausounabdingbarund selbstverständlich.

Nun sind die Existenzfragenaber nicht nur jene, die mit dem Selbsterhaltungsinstinkt verbundensind. Es gibt auch andere Existenzangelegenheiten bei den Menschen,die andersartigmotiviert sind. Diese hängen eines Menschen zusammen und sind fedoch mit der Lebensanschauung deswegenbei den Menschennicht allegleich.Siesind fe nachLebens-bzw. Weltanschauungbei den Völkern unterschiedlich gesetztund auch die diesbezüglichen Maßnahmensind je nach Lebensauffassung verschieden. Die Muslime, als eine Ummah, haben zweifelsohneauch ihre Existenzangelegenheiten.Und diese Existenzfragen,seien sie durch den Selbsterhaltungs-Arterhaltungs-oder reiigiösenInstinkt motiviert, werdendurch ihre Lebensanschauung vorgeschrieben, mit anderenWorten,durch den Islam. Der Islam ist es also,der die Existenzfragen für die Muslime vorschreibt und auch die Maßnahmen,die sie diesbezüglichzu setzenhaben.

Nun stellt der lihad eine der größten Pflichten dar, so hat der Gesandte+ gesagt:"Das Haupt ist der Islam, die Sätrleist das Gebet und die Speerrpitze ist der lihad" Der lihad wird auch fortgesetztbis zum |üngsten Gericht, wie es der Gesandtei.=ebenfallsfestlegte:"Der lihadwirdfortgesetzt, ron dem Zeitpunkt an, als midr Allah d# mit der Botschaft entsandte, bis die leEten meiner Umma den betrügerischen Christus (N-Masih N' Dajjal) bekämpfen werden, ohne dass er durdr die Ungerechtigkeit eines Ungeredrten oder die Geredrtigkeit eines Geredrten ausgeseEtwirl" Er + sagteauch: "Der lihadwird fortgesetzt,mit dem Gerechtenund Ungerechten (Herrscher)!" Deswegenhaben die Muslime keinen Moment inne gegehalten,wenn es um die Verteidigung der Existenzangelegenheiten gengenist und kein Bisschengezögert,die erforderlichenMaßnahmenauf Tod oder Lebenzu serzen.

Der Islam hat den Menschendie Existenzfragenklar definiert und auch die entscheidendenMaßnahmen auf Tod oder Leben, die diesbeziglich zu setzensind, verpflichtendvorgeschrieben. Deswegenhabendie Muslime auch keine Wahl bei der Festlegungihrer Existenzfragen.Denn das, was der Islam als Existenzfragebetrachtet,muss ftir sie auch eine solchesein. Und die diesbezügliche Maßnahme,nämlich der totale Einsatzauf Tod oder Leben,ist für sie ebenfallszwingend erforderlich.Denn der Islam hat die Existenzfragenfestgelegt,genausowie er auch die diesbezüglicherforderlichen Maßnahmen festgelegthat.

währendder KreuzAls ihre Existenza\sIJmmaund Gesellschaftsordnung Büge bedroht war, haben sie entschlosseneMaßnahmen auf Tod oder Ieben gesetztund gegendie Kreuzritterüber ein Iahrhundertlang einen blutigei Krieg gefuLri i.r d"r.t es ihr gelungen ist den Todesstoßvon sich 4bzuwenden.Ahnliches haben sie auch während der Mongolenkriege getan. Die Einfalle der Mongolen, die weite Teile der islamischen welt inklusive Baedad'der Hauptstadtdes Kalifats,überrannt und ein Meer der il,€rwüstung"zurückgelassen haben,wurde von der LJmmaals existenzbe&ohend be"trachtet,-deshalb war sie entschlossen,Maßnahmen auf Tod l}$.r Leben zu setzen. Die Muslime fuhrten gegen die Mongolen einen

war es dem Unglauben erst möglich, das Kalifat zu zerstören und den Islam als Lebensordnung zu eliminieren.

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ihrer blutigstenKriege,und opfertendaftir bereitwillig ihr Leben,bis ihnen der klare Sieebescherrwar.

firtgelegt. Eine Maßnahme eben auf Tod oder Leben.Der Prophet # hat desagt:"Wer seinen Glauben (den Islam) wechselt, so tötet ihn!" Ferner äagteer: "Das (Vergießen) des Blutes eines Muslim, der bezeugt, dass es kJn"tt Gott gibt außer Allah und dass ic.h sein Gesandter bin, ist außer in folgenden drei Fällen nicht erlaubt Verheiratete, die Unzudrt begehen, ein Leben für ein anderes Leben (bei Mord) und derjenige, der von seinem Glauben ablässt und sich (somit) von der Gemeinsdraft abkehrt!"

Den Muslimen warenalsoihre Existenzfragen bewusstund sie setztendafur jene Maßnahmen,die notwendigsind, nämlich Maßnahmenauf Tod oder Leben.Denn das,was der Islam als Existenzfragedefiniert hat, war fur sie eineunumstößlichewahrheit, die sie festumklammerten.Sie erkannten sofort die Gefahr,die davonausging.Deshalbwar es gar nicht denkbar, dassetwasvorfällt, was ihre Existenzbedrohtund sie dagegennicht die erforderlichen Maßnahmen auf Tod oder Leben setzten. Als jedoch das Islamverständnisbei den Muslimen fast bis zur Irreleitung nachließ und die Gottesfurcht in ihren Herzen so schwachwurde, dass sie das Aufkommen des offenen Kufr duideten, verloren fur sie diese Dinge den stellenwert,Existenzfragenzu sein. Deswegenwurden dafur nicht die erforderlichenMaßnahmenauf Tod oder Lebengesetztund es kam in Folge zu gravierendenEreignissen,die wirklich existenzbedrohendwaren. Die Muslime waren nicht mehr bereit, ihr Blut und Lebenzu opfern, um diese Gefahrenabzuwenden,und so kam es zur zersrörungdes Kalifats, zur Abschaffung der Islamischen Lebensordnungund zur Bedrohung, dass die Islamischeumma als einzigartigeGemeinschaftaufhört zu existieren.

DieseAngelegenheitwar für die Muslime eine klare Sache,die sie mit aller Entschiedenheitdurchführten. Die Gef;ihrten des Prophetenvollzogenes zu seinen Lebzeitenund nach seinemTode. So taten es auch die Muslime nach ihnen. Yon Abu Musa wird berichtet: "...dassder Prophet6 ihn (als Weh) in den femen entsandte. Bald darauf schidcte er Muath Ibn labal nach.Manbradrte einen Mann nt AbuMusa, dervom Islam abtri.innig geworden war. Er lud ihn fast zvranzig Näctrte Lang dant ein, zum Islam alräd<zukehren. Als Muth ankam, lud auch er ihn dazu ein. Nachdem der Mann auf seine Apostasiebestand,ließ er ihm den Kopf abschlagen!" (Abu Dawud)Audr der Kaßf Abu Balrließ eine Frau hinrichten, die, trotz Bekelrnrrrgsversuche,auf die Apostasie bestand, wie es von Al-Baihaqi und Al-Daraqutni überliefertwird.

Für die Muslime ist es deshalb notwendig, die Existenzfragenvom islamischen Standpunkther zu begreifen,so, wie sie in eur,an und Sunna festgelegtsind. Ferner ist es für sie notwendig,die diesbezüglichverpflichtenden Maßnahmenzu verstehen,wie sie im eur'an und in den Hadithen desPropheten5 dargelegtwurden.Dadurchwird dasrichtigeBewusstsein flir die Existenzfragenund fur die dazu verpflichtenden Maßnahmen erzeugt, was ein weiteres Ausschweigenüber die Hegemonie des Ku& unmöglichmacht.

DieExistenztragen ausderSichtdeslslam wer den Qur'an und die sunna untersuchtwird feststellen,dassder Islam die Existenzfragenftir die Muslime und die diesbezüglichnotwendigen Maßnahmenklar definierthat. und zwar in einer weise, die keinen Zweifel mehr zurück lässt.So hat er beispielsweise spielsweisedie Apostasie, Apostasie,d. h. die Abtrünnigkeit vom Islam, sei es von rr einer Einzelpeison Einzelpersonoder von einer Gruppe begangen,zu einer Existenzfrage zfrageerklart erklärt und die dazu notwendige Maßnahme, nämlich Rückkehr rrIr1"- (Tauba) oder den Toä, , +4

Sosehenwir, dassdie Muslime, beginnend mit dem Propheten---,seinen Gefährten,den Tabi'un und den nachfolgendenGenerationenvon Kalifen, dieses Gebot vollzogen haben. Sie gingen mit voller Entschlossenheit heran,weil ihnen bewusstwar, dasses sich hierbei um eine Existenzfrage ffir die Muslime handelt,die keinesfallsvernachlässigtwerdendarf. Als die Kalifenaber schwachwurden und dasallgemeineIslamverständnisimmer rttiter zurückging, wurde man beim Vollzug der Todesstrafefür Apostasie tnrmer nachlässiger.Dadurchwurden die Fällevon Apostasieund Ketzerei iktmer zahlreichär.Es ging sogarsoweit, dass einige Apostatenneue Geüeinschaften gründeten,mit einem anderen Glauben als den Isiam. Das fuhrte dazu, diss die Muslime Schwächebefiel, obwohl es sich hierbei um eine Existenzfragefi.11r sie handelt,wo jede Nachsichtund jedes Mitgefühl fthl am platz istl Jri

Ebswegendarf es auch niemanden wundern, wenn jemand wie Mustafa &rn"l de- Islam den Krieg erklärt,Apostasiebegehtund sich niemand uädet, der das Islamische Gesetzan ihm vollzieht. Denn die Frage der lbostasie hatte für die Muslime den Stellenwerteiner Existenzfrage ver-

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Die Zerstörungdes Kalifats loren, und so kam es zur Katastrophe.Deswegenmuss diese Frageden Stellenwertzurückerlangen,der ihr tatsächlichgebtihrt, nämlich den, eine Existenzfragezu sein, auch wenn es zahlreicheMenschenlebenfordert. Dies bedeutet aber nicht, dass man übereilt jemanden der Apostasie bezichtigtund die strafe vollzieht. Vielmehr muss unzweifelhafterwiesen sein,dassein Muslim Kufr begangenhat. Sobaldnoch die Möglichkeitbesteht,nur für einen Prozent,die Aussageeiner Personals islamischakzeptabelauszulegen,auch wenn neunundneunzigProzentdagegensprechen, gilt die Personals Muslim, nicht als Apostat,und das Gesetzdarf nicht vollzogenwerden. Die Apostasiemuss aiso für den vollzug des Gesetzes eindeutig erwiesen sein. Andererseits darf aber nicht tückenhaft nach einem vorwand gesucht werden, nur um die Strafe auszusetzen.Denn dies würde ihre Eigenschaftals Existenzfrageuntergraben. Wenn der Musiim also etwas tut, was ihn unzweifelhaft zu einem Apostatenmacht, wie beispielsweisein einer Kirche mit den christen gemeinsam ihre Gebetezu beten oder etwas sagt, was ihn zum Apostaten macht,dassz.B.die Geschichtevon lbrahim*,,]rim eur'anerlogen ist, weil es daftir keinen historischen Beleg gibt oder etwas glaubt, was ihn zum Apostatenmacht,dassbeispielsweise der Islam fur die moderneZeit nicht mehr brauchbarist oder etwaseindeutigesanzweifelt,wie der Zweifel, dass der Qur'an Gotteswort ist, in solchenFällenist er ohne jeden Zweifel ein Apostat,und die Angelegenheitmuss als Existenzfrageangesehenwerden. Hierfür ist allein die Maßnahme auf Tod oder Leben zu setzen.also entweder Besinnungund Rückkehr zum Islam oder den Tod. In gleicherweise hat der Islam die Einheit der ummaund die des Staates zu einer Existenzfrageerklärt und die dazu erforderliche Maßnahme ebensoals Maßnahme auf Tod oder Lebenfestgeiegt.DieseTatsachezeigt sich in zwei Angelegenheiten:Erstens,wenn mehrere Kalifen gleichzeitig existierenund zweitens,wenn sich eine personengruppemit waffengewalt gegenden Kalifen wendet. Yon Abdullah lbn Amr lbn Al-As wird berichtet, dass der Prophet # sagte: "Wer einem Imam (I(alifen) die Bai,a (Treueeid) leistet, ihm seinen Handschlag (darauO gibt und die "Frucht seines Herzens" (seine Zuneigung), so soll er ihm gehorchen, wo er nur kann. wenn nun ein anderer kommt und ihm (dem Kalifen) die Regentsclraft streitig macht, so schlägt dem anderen den Kopf abl" Abu saa elKhudari berichtet, dassder Prophet + sagte:"wenn zwei Kalifen dte Bai'a a6

Eäeben wird, so tötet den letzterenvon beiden!" Damit hat der Islam die von alser dasVorhandensein zur Existenzfrage,erklärt, des,staates [intt"l,

der äehr"ten Kalifen verbat und befahl, denienigen zu töten, der nach Von ipaltu.tg des Kalifatstrachtet,soilteer davon nicht Abstandnehmen. "Wer Arftg" wird berichtet,dasser den GesandtenAllahs '+ sagenhörte: seid vereint Mannes eines Führung wenn ihr unter der kommt, nr euch aufzuteilen, eure Gemeinschaft oder eure Einheit zu spalten undversucht, go tötet ihn!" Die Einheit der Umma und des Staatesist somit zu einer Existenzfrageerhoben worden, als der Prophet * die Spaltung der Ger.neinschaftverbat und befahl, denjenigen,der danach trachtet, zu töten, wenn er davon nicht Abstandnimmt. Was diefenigen anbelangt, die sich gegen den Kalifen auflehnen /A/Bughah),so hat Allah:€ folgendesentschieden: I a>!-t ,

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"lJnd wenn zwei Gruppen von Gläubigen miteinandet kämpfen, so stiftet Friden zwischen ihnen. Wenn eine die andere emeut angreift, so hkämpfr die angreifende, bis sie sich Nlahs Gebot ftgt!" (Sura aL'Huiurat 49, aya 9i Wenn also jemand als Kalif der Muslime feststeht,ist es nicht erlaubt,die Waffe gegenihn zu erheben.Dies würde nämlich zur Teilung der Muslime, zu Blutvergießenund dem Verlust ihrer Güter führen. Der GesandteAllahs * hat gesagt:"Wer gegenmeine Ummavorgeht, wenn sie vereint ist, so sdrlägt ihm mit dem Sdrwerte den Kopf ab, egal wer er ist!" Diejenigenalso, die sich gegenden Kalifen erheben,sind Bughah,die d.urchDialog zur Vernunft gebrachtwerden müssen,um eventuellvorhandeneMissve"rständnisse auizuheben.Wenn sie auf ihr Vorhabentrotzdem bestehen,müssen sie bekämpft werden. Durch diese strengenVerbotehat Allah:5 die Einheit des Staatesund die Einheit der Ummäzur Existenzfrage erhoben,indem er die diesbezüglich äu setzendeMaßnahmeals Maßnahmeauf Tod oder Lebenfestgelegthat. fy'erso eine Übertretungbegeht,muss sich entwederzur Vernunft bringen ihssen und davonAbstand,r"h-"n oder getötetwerden.Die Muslime führdies auch durch und betrachtetenes als eine der gefährlichstenAnge+/


Die Zerstörungdes Kalifats e7

legenheitenüberhaupt, bei der man keinesfallsNachsichtüben darf. So übte Afi (;,.) als Kalif keine Nachsicht mit Mu'awia, als dieser sich gegen ihn stellte,noch übten er, die Omalyaden oder die Abbasiden Nachsicht mit den Khawarij, als diese sich gegendas Kalifat erhoben. Es war ihnen bewusst,dasses sich hierbei um eine Existenzfragehandelt, bei der jede Nachsichtfehl am Platzist. Die diesbezüglichenBerichtesind so zahlreich, dass man sie gar nicht erfassenkann. Als die Kalifen jedoch Schwäche befrehi und das Islamverständnisschlechtwurde, nahm man es hin, dass sich einige islamischeGebietevon der staatlichenEinheit des Kalifats abspaltetenund die Muslime dadurch geteiltwurden. So entstandenmehrere Staatenin der islamischenWelt, obwohl die Abspaltungvom Kalifat eine Existenzfrageist, die uns vor die alleinigeWahl stellt: EntwederRückkehr in die staatlicheEinheit oder Krieg, egal,wie viel Geld und Menschenleben das kostet. DieserZustandverschlimmertesich weiter,sodassdie Muslime in zahlreiche unabhängigeStaatenaufgeteilt wurden. Manche von ihnen riefen sogar zu einer islamischenLiga auf, in welche der Staatdes Kalifats und alle anderen Staaten,die sich von ihm abgespaltethaben, eintreten sollen und das Kalifat somit ganz offiziell die Unabhängigkeitdieser Staatenanerkennt. Man verlangtealso,die Spaltungder islamischenEinheit und die Zerspiitterung der Muslime in verschiedeneVölker und Nationen zu unterstützen,ja sogarzu legalisieren.Dies,obwohies sich dabeium eine Existenzfragehandelt, und die Hadithe in diesem Fall deutliche Worte sprechen,nämlich entweder Besinnung und Rückkehr zur Einheit, oder den Tod. Deswegendarf es nicht verwundern,wenn jemand wie Mustafa Kemal die Türkei von der restlichenislamischenWelt abtrennt und sogar offen verkündet,die anderenislamischenLänderden ungläubigen Staaten zu überlassen, damit sie ihr Schicksalbestimmen.Denn dieseAngelegenheit hatte nicht mehr den Stellenwert,eine Existenzfragezu sein. Somit war es den Muslimen ein Leichtes,ihre Aufteilung in mehrere Staatenund ihre Spaltungin verschiedeneVölker und Nationenhinzunehmen. A1lesnur, weil die Einheit des Staatesund die Einheit der Umma nicht mehr als Existenzfrageangesehenwurde, für die es nur eine einzige Maßnahme gibt, namlich Einsatzauf Tod oder Leben.Deswegenmuss auch dieseFrageden Stellenwertzurückerlangen,der ihr gebührt,nämlich den, eine Existenzfragezu sein. Die Abspaltung irgendeinesLandes von der staatlichen Einheit des Kalifats muss unter allen Umständen vera8

lind.tt werden und wenn es zu pduslimendas Lebenkostet'

jahrelangenKriegen fuhrt und Millionen

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(Unglauben)im ßbensohat der Islam das Aufkommen des offenen Kufr keinen Umdie unter erklärt, Existenzfrage zu einer lslamischen Staat zu ergreifende, ist die hier ständen hingenommen werden darf. Auch kompromisslose Maßnahme auf Tod oder Leben durch den Islam festgelegtworden. Die Angelegenheitselbst und die dazugehörigeMaßnahäe sind also in gleicher Weise bestimmt. Muslim berichtet von Auf Ibn Malik, dass der Prophet * sagte:"Es werden Herrscher folgen, einige ihler Taten werdet ihr gutheißen, andere werdet für anprangern. Wer (ihre rechten Taten) gutheißt, ist frei von Schuld und wer (ihre unrechten Taten) mprangert, bleibt unversehrt. Wehe demienigen aber, der sich zufrieden gibt unä (ihnen im Unredrten) folgt...'l Man fragte: "O GesandterAllahs, sollen wir sie nicht mit dem Schwertebekämpfen?" Er antwortete: "Nein, eolangesie unter euch das Gebetaufrecht haltenl" Al-Buchari berichtet von Ubaia Ibn Al-Samif "Der prophet 6 rief uns auf, und wir gaben ihm die $ai,a fireueeid). unter dem, was er uns an versprechen abnahm war: Dass wä hören und gehorchen, in dem was uns lieb und unlieb ist, in schwierigen und in leichten Zeiten, dass wir (die Herrscher) uns selbst vorziehen und den Befehlshabern ihre Befehlsgewalt nicht streitig machen, es sei d€nn, ihr seht einen offen aulkommenden Kuft, ibet den ihr von Allah Cinen eindeutigen Beweis habt!" Die Worte "...solangesie unter euch das 6ebet aufrecht halten!" im ersten Hadith sind ein Synonym fur die Aufrechterhaltung der islamischen Herrschaftsordnung. Der "offen aufhsmmende Kufr" im zweiten Hadith ist jener lfufr (unglaube),der in den Ftandlungen des Herrschers offen zutagetritt. Wenn er aiso mit dem Kufr regiert. &ie implizite Bedeutung(Mafhum)dieser Hadithe ist offenkundig: Wenn üte Resentendie Herrschaftsordnung des Islam und seine gottesdienlichen Eischeinunssformennicht mehi aufrecht halten, haben wir sie mit dem Schwertezu bekampfen.Und wenn wir den Kufr in ihren Handlun$en offen aufkommen,"i"n, so habenwir ihnen dieseHerrschaftstrittig xfl;hachen, sie also dafir zu bekämpfen.Im Rechtsbuch"Al-Fath"steht: hie celehrten sind sich einig, dassman dem Herrscher, der die Macht an Sü gerissenhat, gehorctrenmuss und mit ihm den fihad vollziehen muss' wenn vom Herrscher LDi. eirzige Au-snahme die sie festlegten ist die,

Kutr:ausgeht.In diesemFallmusser von jedernbekimpft werden, 49


Die Zerslörungdes Kalifats

der dazu im Standeist, wie esim Haditherwähntwird.,' Die Verpflichtung nach dem Islam zu regierenund das verbot nach dem Kufr zu regierenist demnacheine Existenzfrage, denn der Gesetzgeber (Allahd;) hat diesbezüglich die kompromissloseMaßnahmeauf Tododer Lebenfestgelegt.wer nicht nach dem Islam, sondern nach dem Kufr regiert, muss entweder zur Regentschaftdes Islam zurückkehren oder getötet werden. Die Muslime dürfen es niemals hinnehmen, wenn nicht nach dem regiert wird, was Allah herabgesandthat, denn dies ist fur sie eine Existenrfäg. Als die Gottesfurcht in ihren Herzen jedoch nachließ und ihr Islamver_ ständnisstark zurückging,war es ftir sie nicht weiter schlimm zu akzeptie_ ren, dassdie Kalifen und Regentenin einer Angelegenheitnach dem kufr regieren.Als die Schwächesie noch stärkerbefiehl, akzeptiertensie sogar, dassdie Regentenin einer Reihevon Angelegenheitennach dem Ku6 regierten.pie Folgewar, dassdie Regentensich schließlichanmaßten,ganz offenkuridig den Kuf als Gesetzgebungzu implementieren.So schwiägen sich die Muslime in Agyptenaus, als der Regentrgg3 das französische Zivilrecht einluhrte und damit die islamischen Gesetzeabschaffte.Die Muslime im IslamischenStaatschwiegensich aus, als dieser r9o9 die Kufr-Gesetzeals verfassungfestlegte.otwohl es anfänglicheinige pioteste gab,wurde es letztendlichdoch hingenommen. Deswegendarf es nicht verwrrndern,wenn jemand wie Mustafa Kemal das Kalifatlerstört und alle islamischenGesetzemit ihm und ganz offen den Kufr zur einziggültigen Rechtsquelleerklärt. Denn diese Angelegenheithatte bei den Muslimen den Stellenwerteiner Existenzfrageverloren und so kam, was kommen musste. Für die Muslime war es nicht weiter schlimm, dass der Kufrunter ihnen ganz offen aufkommt und sie das Schwertgegenihn nicht erheben. Es ist fur sie ein Leichtesgeworden,mit dem xifrlegiert zu werden,ohne ihn wenigstensanzuprangern.Mehr noch, ihre Mehrheit hat sogarGefallen an ru-cgsetzen gefunden,sich daran gewöhnt und gaä freiwillig auf {9n die islamischenGesetzeverzichtet.Man lst bereits soieit, sich mit den Kufr-Gesetzenzufrieden zu geben, sie sogar anzustreben,geschweige denn sie nur zu erduldenoder die waffe gegensie zu erheben.Äll di". ,r* aus dem einen Grund, weil die Fragedes Regierensmit dem system des Kuf nicht mehr als Existenzfrageangesehenwurde und die diesbezüelich 5o

rforderliche Maßnahme auf Tod oder Lebennicht gesetztwurde. Desweg.n -usr auch diese Fragedorthr-nzlfi$eefuhrt werden, wo sie hingef,Ott, tra-li.h eine Existenzfragefür die Muslime zu sein. Das Regieren pit dem Systemdes Ku.fr muss unter allen Umständenverboten werden trnd wenn es einen jahrelangen Kampf, Millionen von muslimischen Opfern und Millionen von Märtyrern erfordern würde' (Allah:tr) die der Gesetzgeber So verhieltes sich mit allen Existenzfragen, Maßerforderliche erklärt und determiniert und auch die diesbezüglich mehr richtig nahme auf Tod oder Leben festgelegthat. Sie wurden nicht begriffen, ihre verbin dung zur islamischen Aqida (Überzeugungsfundamänt1 löste sich auf, sie verloren ihren Stellenwert,bis sie letztendlich nicht mehr als islamische Gesetzevon foigenschwererWichtigkeit angesehenwurden, ftir die man ohne zuZögern die Waffe erhebenmuss. SoverlorendieseFragenjenen Stellenwert,den die Rechtslehreihnen gab, nämlich den, eine Existenzfragezu sein. Man erkannte nicht mehr, dass die Maßnahme, die der Gesetzgeberdafür unabdingbargemacht hat, die bewaffnete Auseinandersetzungist, um das Kufr-system wiedet abzuschaffenund dasislamischeSystemwieder einzuführen. Deswegenwurde die Frageder Zerstörungdes Kalifatsund die Abschaffungder islamischen Lebensärdnungnicht als Existenzfrageerkannt.Weder im Herzen, noch in der öffentlichen Atmosphäre dominierte sie ais Schicksalsfrage.Und so beging Mustafa Kemal seine Untat, zerstörtedas Kalifat und eliminierte den tslam aus der poiitischen Realität,ohne dassiemand die Waffe gegen ihn erhob oder ihn dafür bekämpfte. So einfach beseitigtendie Ungläubigen das Kalifat, radierten die islamischeLebensordnung aus,unter den Augen hunderterMiilionen Musiime. wenn den Muslimen zu dieserZeit bewusstgewesenwäre,dass es sich hierbei um eine Existenzfragehandelt, von der ihr Schicksalund das schicksaldes Islam abhängt,was die unbedingte Maßnahme des bewaffneten Kampfes gegenMuslafa Kemal erfordert, wäre es zu diesem tödlichen Schlag,rn äi"i"t schlimmen Katastropheund folgenschweremEreignis nicht gäko--"n. Die Tatsachea1so,dassdie Muslime dieseAngelegenheit ,ri.ht ,i, Existenzfrageangesehenhaben,die von ihnen die unbedingte, entschiossene Maßnihme iuf Tod oder Lebenerfordert,ist der eigenili.h" Grund, warum sie von solcheiner Katastropheheimgesuchtwerr den konnten. ir


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Die Zerstörungdes Kalifats

DESKALIFATS DIEERRICHTUNG UNDDAS HAT, NACHDEM,WASALLAH REGIEREN OFFENBART ISTDIEEXISTENZFRAGE DERMUSLIME Die Muslime befindensich heute in einer Lage,die schlimmernicht sein kann. Der AuswegausdieserprekärenSituationliegt zuallererstim richtigen Erkennenihrer gegenwärtigenProbleme,ob es sich dabei um Exhaben sie dann istenzfragenhandelt oder nicht. Bei jeder Existenzfrage auch die unabdingbareMaßnahmeauf Tod oder Lebenzu setzen,wie es ihnen der Islam vorgeschriebenhat. Vor aliem dann, wenn es sich handelt.Solangediese schlechthinum die allesumfassendeExistenzfrage Erkenntnis nicht klar und deutlich die Herzen erfüllt und die öffentliche Atmosphäredominiert,werden die Muslime in einer permanentenDekaverweilen,ohne die ihnen gebührende denz und Niedergeschlagenheit Bedeutungunter den Völkern zu bekommen. Deswegenist es zwingend notwendig für die Muslime, ihre Existenzfragen klar zu erkennen.DieseErkenntnismuss ihren Weg in ihre Herzen, ihre Seelenund in die öffentlicheAtmosphärefinden. Nur dann kann sie die und nie Muslime dazu bewegen,mit unerschütterlicher Entschlossenheit jene versiegendemEifer Maßnahmenzu setzen,die Existenzfragen eben erfordern,nämlich Maßnahmenauf Tod oder Leben.Das ist die eigentliche Frageund das ist auch die Grundlage,auf der die Muslime all ihre Tätigkeiten zur Veränderung ihrer gegenwärtigenSituation aufuauen müssen. Die heutige Realitätder Muslime ist für jeden Muslim erkennbar,ohne dass es weiterer Erklärungenoder Ausführungenbedarf. Ihre Ländern werdenmit den Systemendes Kufr regiert,somit sind sie ohne feglichen Zweifel allesamtStättedes ltufr (Dar Al-Kufr). Darüber hinaus sind sie in Sultanate,Emirateund mehr als vierzigStaatenaufgeteilt,in RepLrbliken, Scheichtümer.So sind sie zu schwach.als dass sie sich gegen die Unglaubigenstellenkönnten. Deswegenmuss das Ziel jedes Landesin der islamischenWelt sein,in eine StättedesIslam (Daral-lslam)umgewandelt und mit anderenislamischenLändernvereintzu werden Diese Fragerst ftir die Muslime, es ist für sie vielmehr die alles umeine Existenzfrage 52

fur die man die einzig zuiässigeMaßnahme,näm' fassendeExistenzfrage, Tod oder Lebensetzenmuss. auf die Maßnahme iich die Umwandlungder Länderin der islaAllerdingsist dieseExistenzfrage, mischenWelt in eine Stättedes Islam und ihre Vereinigungmiteinander, ein Ziel, das man zu erreichenanstrebt.Der Weg aberum diesesZieI zu erreichen,führt unwergerlichüber die Gründung des Kalifatsals Regierungssystem.Auf diese Weise werden die islamischenLänder in eine Stättedes Islam umgewandeltund können anschließendmiteinanderverschmolzenwerden.Das ist die Kernfraee,die uns heute als Muslime beschäftigenmuss. Es muss uns aber kiar sein,dasses dabei nicht bloß um die Aufstellung eines Kalifen geht, wo gesagtwerdenkann, dasses sich um eine Pflicht handelt,die lediglichzur Genügevon den Muslimen erfüllt werdenmuss, gemäß dem Hadith, den lbn Omar vom Propheten = berichtet: "'Wer stirbt, ohne dass der Imam einer Gemeinschaft vorhanden wäre, stirbt einen Tod der lahiliyya!" Dies wäre an sich keine Existenzfrage.Was die Muslime heute jedochbetrifft,ist die grundsätzlicheErrichtungdes Kalials Substitutfür die heutigenSysfats als Staats-und Regierungssystem, Kalifen.Es ist also eine andere eines die Aufsteliung teme und nicht bloß wird dre ErrichRealitätmit der wir umzugehenhaben.SelbsWerständlich tung des Kalifatszr-rrAufstellung eines Kaiifen führen. Die Errichtungdes Kalifatsist, wie erwähnt,zweifelsohneeine Existenzfrage. Denn sie führt nicht bloß dazu, unsere Länderin eine Stättedes lslarn (Daral-lslam)zuverwandeln,vielmehrwird sie auch die Zerstörung der Systemedes Kufr, des "offen aufkommenden Umglaubens" also,zur .'a eine klare Folge haben, was gemäß den Hadithen des Propheten ist. Sohat der Gesandte+ gesagt:"...und dasihr den MachtExistenzfrage habern füre Macht nicht strittig macht, es sei denn, ihr seht einen offen aufkommendenKufr.-," In einem anderenHadith heißt es: "Man fragte:,O Gesandter Allahs, sollen wir sie nicht mit dem Schwerte bekämpfenl' Er antwortete: ,Nein, solange sie das Gebet unter euch aufrecht halten!"' Dazu e realisieren, r a u se r g i b ts i c h ,d a s sd i e M e t h o d eu, m e i n e E x i s t e n z f r a g ja darstellt.Denn sie ist der unabdingbare selbstauch eine Existenzfrage realisierenzu können. Außerdem zeigt der Weg, um dieseExistenzfrage Rechtsbe*eisaus der Sunnadiesauf. Deswegenmuss die einzigzulässige Maßnahme,nämlich die auf Tod oder Leben,auchhierfi-irgesetztwerden. 5l


Die Zerstörungdes Kalifats Nachdem sich nun die Regentschaftdes Kufr in ihrer vollen Größe über die Muslime ausgebreitethat, und ihre Geschicke nunmehr von Ungläubigen,Heuchlern und Apostatengelenktwerden,versuchensie unentwegt,sich von der Hegemoniedes Unglaubens,seinerPatenund Verbündeten zu befreien.Allerdings ist ihnen nicht bewusst,dasses sich bei dieser Angelegenheitfür die sie kämpfen um eine Existenzfragehandelt,die einzig und allein die entschiosseneMaßnahme auf Tod oder Leben erfordert. Der Verlust genau diesesBewusstseinshat ihnen aber - als Gemeinschaftund Umma - die Bereitschaftgeraubt,Leid, Gefängnisund Foller zu ertragen,geschweigedenn Armut, Zerstörung und Tod. Dies sind jedochalles Opfer, welche der Kampf um Existenzfragenimmer erfordert und die untrennbar mit ihm verbunden sind. Deswegenwaren all diese Versuchezum Scheiternverurteilt und sind dem Ziel fnr das sie kämpfen keinen Schritt näher gekommen. Für die Muslime bedarfes keinesgroßen Denk- und Betrachtungsaufwandes um zu erkennen, dassdiese Angelegenheiteine Existenzfragefur sie darstellt.Vom ersten Moment an war klar, genausowie es heute fur jeden mit zwei Augen klar sein muss, dassder Unglaube, der Kufr, es dem Islam niemals ermöglichen wird, ins politischeLeben - d. h. an die Regrerungsmacht - zurückzukehren,solangeer noch ein Körnchen Kraft hat, gegen jenevorzugehen,die sich dafür einsetzen.Apostatenund Heuchlerwerden in dieserAngelegenheitnicht minder brutai und verbrecherischvorgehen, als der Unglaube selbst. Sie werden die ganze ihnen zur Verfügung stehendeKraft aufwendenund alle in ihrer ReichweiteliegendenMittel einsetzen,um jene Gläubigenzu bekämpfen,ja zu bekriegen,die ihnen die Regentschaftentreißen wollen, um die RegentschaftAllahs an ihrer Stelle zu errichten und um Allahs Verbotedurch Seine Strafgebotezu wahren. Deswegenkann jeder Versuch, den die Muslime in der Angelegenheit unternehmen,unmöglich fruchten, solangesie diese Angelegenheitnicht als Existenzfrageansehen,wo jeder Erfolg davon abhängt,die entschlossene Maßnahme auf Tod oder Lebenzu setzen.Da sich die Muslime der Natur dieser Auseinandersetzungnicht bewusstwaren und die wahrheit des diesbezüglichengöttlichen Rechtsspruchesnicht erkannten,versuchten sie sich auf eine weise zu befreien,die einer Existenzfragenicht entsprach.Es waren Versuche,die vielleichtfür normale Angelegenheitengeeignet sind, nicht aber für solche,wo es um sein oder nicht sein geht. Die 54

Maßnahmen,die sie diesbezüglichsetzten,waren entsprechendunter dem Niveau der erforderlichenMaßnahmen auf Tod oder Leben. Tatsächlichwerden jene Angelegenheiten,die von Natur aus schicksalhaft sind, wie die Beseitigungdes Kufr-Systemsund die Errichtungdes Systems des Islam - wurden sie nun auf dieser Basisbegriffen oder nicht - unmöglich von jemandemzu bewältigensein, egalwie stark er ist und egal wie sehr er sich auch dafur einsetzenmag, solangeer sich in seinerTätigkeit und Konzeptionihrer Natur nicht bewusstist und die erforderlichen Maßnahmen auf Tod oder Leben setzt, die ihre Natur ihm auch vorschreibt.Die Muslime, als Einzelpersonen und Gruppierungen,müssen sich offen eingestehen,dasskein Ausweg daran vorbeiführt,ihren Einsatz im Kampf gegen den Kufr auf die Grundlage eines Kampfesauf Tod oder Lebenzu setzen,weil die Natur dieserExistenzfrageihnen dies vorschreibt und weil die Gesetzgebungaus Qur'anund Sunnadies ebenfallsbelegt. Auch der Gesandte€ hat uns gelehrt,unsereAngelegenheitenklar zu defidie erforderlicheMaßnahme nieren und gegenüberjeder Schicksalsfrage auf Tod oder Lebenzu setzen.So hat er .<+,als ihn Allah:ts mit dem Islam entsandteund er durch intellektuelleAuseinandersetzungbegann,die Botals die Emporhebungdes Islam schaftzu verkünden,seineSchicksalsfrage auf Tod oder Leben geMaßnahme und dafur die erforderliche definiert Abu Talib, ihm setzt. Es wird berichtet,dassder Onkel des Prophetenr-,=, von der Forderungder Quraisch'(Stammder Mekkaner),er möge mit seinen Angriffen gegensie aufhören,erzählteund ihm sagte:"So verschone doch mich und dich selbst und lege mir keine Bürde auf, die ich nicht ertragen kann!" Daraufhin antvvorteteder Prophet: "O mein Onkel! Bei Allah, wenn sie die Sonne zu meiner Redrten und den Mond zu meiner Linken legen würden, damit ic-h diese Sadre aufgebe, nimmer wi.irde ich dies tun, bis Allah den Islam emporhebt, oder ic-hdabei umkomme!" Und als der Prophet # den Staatgründete und den lihad mit dem Schwerte als die Emporhebung vollzog, definierteer auch hier seine Schicksalsfrage des Islam. In gleicher Weise setzteer dafür die erforderlicheMaßnahme auf Tod oder Lebenfest. So wird berichtet,dassder Prophet #, als er auf dem Weg nach Mekka zur {Jmrawar und vom kriegerischenAuszug der Mekkaner gegen ihn erfuhr, folgendes sagte: "Was glaubt denn Qualsdrl Bei Allah, ich werde fortsetzen zu kämpfen fü,r das, mit dem mich Allatl entsandt hat, bis Allah diese Sadre (den Islam) emporhebt oder sidr dieses Haupt vom Rumpfe trennt!", dabei deutete der Prophetauf seinen Hals.


Die Emporhebungdes Islam war ftir den Prophetendemzufolgeeint' Existenzfrage, fur die er jederzeitbereitwar zu sterben. In beiden Fällenalso,sowohl beim Weitertragender Botschaftdurch die Auseinandersetzung, ideologisch-intellektuelle als auch beim Weitertragen durch den lihad mit dem Schwert,hat der Prophet j+ sein Ziel als die erEmporhebungdes Islam festgelegtund diesesZiel zur Existenzfrage klärt. Er hat in beiden Fäilendie dafür erforderliche,unabdingbareMaßnahme gesetzt,nämiich die Maßnahme auf Tod oder Leben. Die voile zu sterben.Im erstenFall hat er Bereitschaftalsofür diese Existenzfrage dies mit folgendemSatzbekundet:"...bis Allah den Islam emporhebt,oder ich dabeiumkomme!", im zweiten Fall mit dem Satz:"...bisAllah es emporhebt, oder sich dieses Haupt vom Rumpfe trennt!" Hätte der Prophet erhobenund dafür nicht die dieseAngelegenheitnicht zur Existenzfrage Maßnahmeauf Tod oder Lebengesetzt,wäreder Islam nieentsprechende mals hochgekommen,weder durch seineVerkündungauf dem Weg der intellektuellen Auseinandersetzung,noch durch seine Verkündung auf dem Weg des bewaffneten Kampfes. Genauso verhält es sich mit den Muslimen in ihrer heutigen Realität,nachdemsie mit den Systemendes Kufr regiert werden und sich die Ungläubigen und Heuchler ihrer bemächtigt haben. Solange sie diese Angelegenheitnicht zu elner Existenzfrageerheben und die dafur erforderliche Maßnahme auf Tod oder Leben setzen,werden ihre ganzen Bestrebungennicht von Erfolg gekröntsein und sie werdenkeinen einzigenSchrittvorankommen. Deswegenrufen wir jedenMuslim inmitten dieseserdrückendenKufr, der die Länderder islamischenWelt beherrscht,dazu auf, sich fur die Errichhrng des Kalifatseinzusetzen,ais Weg, sein Land in eine Stättedes Isiam zu verwandelnund es mit den ancierenLändernder Musiime zu verernen. Die islamischeBotschaftsoll er in alle Welt weitertragen,im Bestreben, diesenIsiam emporzuheben.Möge er in aufrichtigemIman, in erleuchtestetsdie Worte des Propheten ter Erkenntnisund korrektemBewusstsein # wiederholen: "Bei Allah, wenn sie die Sonnezu meiner Rechtenund den Mond zu meiner Linken legen wtirden, damit ich diese Sache aufgebe, nimmerwürde ich dies tun, bis Allah den Islam emporhebt, oder ictr dabei umkomme!" "Bei Allah, ich werde fortsetzen zu kämpfen firr das, mit dem mich Allah entsandt hat, bis Allah es hochhebt oder sich dieses Haupt vom Rumpfe trennt!"

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Explizit - Die Zerstörung des Kalifats  

Explizit - Die Zerstörung des Kalifats