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Kirche und Welt Die Zeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche der Schweiz

SchöpfungsZeit zum Lebensraum Gewässer

Tropfen, Pfützen, Gurgelbäche Seite 8/9

Kompetente Unterstützung «Dieser Weg in Krisensituationen soll es sein!»

50 Jahre unter Gottes Segen

Krisenbewältigung in der EMK Schweiz Seite 4/5

Das Hotel Alpina feierte sein Jubiläum Seite 22/23

The United Methodist Church

Weshalb für Sarah Bach ihr Praktikum wichtig war Seite 17


Inhaltsverzeichnis Krisenbewältigung in der EMK Schweiz

Kompetente Unterstützung in Krisensituationen Eine Umfrage bei den Leser/innen

Ihre Meinung zählt

Schöpfung und Erlösung gehören zusammen

Den Glauben «erden»

SchöpfungsZeit zum Lebensraum Gewässer

Tropfen, Pfützen, Gurgelbäche

Der Paradiesstrom «fliesst» durch die ganze Bibel

Wasser, das Leben bringt

Familie Fankhauser ist in die Schweiz zurückgekehrt

«Die Gastfreundschaft hat uns beeindruckt» Neuer Beauftragter für Bildung+Beratung

Eine gemeinsame Sicht entwickeln

Die Region Zimmerberg und ihr Projekt «Offene Kirche im Dorf» (Teil 3)

Die Pfarrerin im Schpatzenäscht Nein zu Sonntags- und Nachtarbeit

Ein deutliches Signal setzen Weshalb für Sarah Bach ihr Praktikum wichtig war

«Dieser Weg soll es sein!»

«Leben mit Bewegung» am Allschwilerplatz in Basel

Wenn die Älteren im Zentrum stehen

Das Hotel Alpina feierte sein Jubiläum

50 Jahre unter Gottes Segen Ein Stolperstein beim Gurgelbach

Hippo auf dem Mond

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Kirche und Welt

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Editorial Liebe Leserin, lieber Leser Der Badesee in unserem Wohnort hat wegen des moor­ haltigen Untergrunds ein bräunlich gefärbtes Wasser. Lange ging unsere Tochter deswegen lieber ins Schwimm­ bad. Jetzt bringt sie von ihren Schwimmausflügen oft Mu­ schelschalen mit nach Hause und erzählt begeistert von den vielen Pflanzen und Tieren am und im Wasser. Nur die Stechmücken mag sie nicht besonders. Das Wasser als Lebensraum und seine vielfältigen Be­ wohner rückt mit der «SchöpfungsZeit» in diesem Jahr in unser Blickfeld. Dabei geht es ganz real um das Element Wasser – aber auch um die Sehnsüchte, die in der Bibel in diesem Bild ausgedrückt werden. Nicht Tiere sind im «Schpatzenäscht» in Wädenswil zuhause, aber Eltern, Grosseltern und Kinder finden dort eine offene Gemeinschaft und ein offenes Ohr. Das Ange­ bot ist Teil des Projekts «Offene Kirche». Am anderen Ende des Alterspektrums bewegt sich der Bezirk Basel Allschwilerplatz. Mit dem Projekt «Leben in Bewegung» ist die Gemeinde Ort der Begegnung und des gemeinsamen Feierns für Menschen im Alter 50+. Die Vielfalt der Angebote ist beeindruckend – und wird ganz offensichtlich auch im Quartier wahrgenommen und ge­ schätzt. In diesem Sinne nimmt diese Ausgabe Sie mit durch ver­ schiedene Lebensräume. Lassen Sie sich überraschen!

Ein-Wurf Von Heiner Studer

Als Christen sind wir mitverantwortlich für den Schutz von Gottes Schöpfung. Die Erde ist eine Leihgabe, die wir in Verantwortung vor unserem Schöpfer und zum Nutzen der Menschen zu verwalten haben. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass Christen schon lange vor der grünen politischen Bewegung immer wieder ein besonderes Gespür für Umweltfragen entwickelten. Bereits 1944 zeigte Nationalrat Paul Zigerli mit seinem Postulat «Rettet die Gewässer» auf, dass sich da ein ernsthaftes Problem anbahnte. Ende der 50er Jahre mahnte Theologieprofessor Fritz Blanke, damals Mitglied des Zürcher Kantonsrates, vor der Problematik des Atommülls und vor den Gefahren des Blei-Benzins. Dieses frühe Gespür wirkt erstaunlich. Der Schutz von Gottes Schöpfung gehört mit zu den vorrangigen Aufgaben für uns Christen. Dabei geht es nicht nur um politische Entscheidungen, so notwendig sie sind. Wir alle haben im Alltag unzählige Möglichkeiten, uns konkret einzusetzen.

Sigmar Friedrich Redaktor

Kirche und Welt

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KIRCHENVORSTAND

Agenda SAMSTAG, 14. SEPTEMBER «Das Entscheidende geschieht zuhause» Eltern-Motivationstag 9.45–16.15 Uhr EMK Niederuzwil Kosten: ab Fr. 30.– Infos/Anmeldung: Takano-Fachstelle EMK, 062 205 70 00, www.takano-online.ch

Legende: und was danach folgt …

SAMSTAG, 21. SEPTEMBER Dynamo – Theologie für die Gemeindepraxis Führen + Leiten 9.00-17.00 Uhr EMK Zürich «Zelthof» Infos/Anmeldung: Fachstelle Bildung+Beratung, 044 299 30 87, bildungundberatung@ emk-schweiz.ch MITTWOCH, 25. SEPTEMBER Essstörung oder Störung des Essverhaltens? Diakoniewerk Bethanien, Zürich Infos: www.bethanien.ch > Veranstaltungen

Krisenbewältigung in der EMK Schweiz

Kompetente Unterstützung Von Martin Streit

Erinnern Sie sich noch an den tödlichen Unfall eines achtjährigen Mädchens in einem Cevi-Pfingstlager 2011? Die Medien schauten mit kritischem Blick auf den Verband und die

SA., 18. SEPTEMBER – SA., 5. OKTOBER

verantwortlichen Leiter. Wohin wür-

Jesus – das Licht und die Quelle des Lebens Herbst-Bibelwoche mit Josua und Elisabeth Buchmüller Hotel Alpina Adelboden Kosten pro Person: ab Fr. 714.– Infos / Anmeldung: Ferien- und Familienhotel Alpina, 033 673 75 75, info@alpina-adelboden.ch

den Sie sich wenden, wenn sich auf

SAMSTAG, 19. OKTOBER Gefällt mir: EMK auf Facebook, Twitter und Co. 9.00–13.00 Uhr EMK Bern Infos / Anmeldung: Barbara Streit-Stettler, 044 299 30 86, barbara.streit@emk-schweiz.ch SO.–SA., 3.–9. NOVEMBER Geistige Fitness dank Gehirnjogging mit Ruth Baur Hotel Artos, Interlaken Kosten pro Person: ab Fr. 762.– Infos / Anmeldung: Hotel Artos, 033 828 88 44, mail@artos.ch

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Kirche und Welt

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Ihrem Bezirk ein tragischer Unfall ereignet? Die Helpline der «Krisenintervention Konkret» (KIK) ist die neue, zentrale Anlaufstelle in der EMK Schweiz.

Eine einzige Nummer Eine ad­hoc­Arbeitsgruppe bestehend aus Barbara Streit, Christian Schmutz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe KIK, und Martin Streit hat im vergangenen Jahr auf Grund der Unterlagen der Re­ formierten Kirche Zürich ein Konzept für den Einsatz des Krisenstabes er­ arbeitet. Daraus ergaben sich auch für KIK Änderungen, die im neuen Kon­ zept «Krisenbewältigung in der EMK» festgehalten wurden. Im Frühjahr 2013 hat der Kirchenvorstand dem neuen Konzept für die «Krisenbewäl­ tigung in der EMK» und der Einset­ zung eines Krisenstabs zugestimmt. Es werden zwei Ziele verfolgt:

Nach einer Weiterbildung bei den Re­ formierten Medien in Zürich zur «Kommunikation in Krisensituatio­ nen» hat das Kabinett zusammen mit Ereignisse mit Barbara Streit, der Beauftragten für Blaulicht-Einsatz Kommunikation und Medien, festge­ stellt, dass es in unserer Kirche bei einer ausserordentlichen Krisensitu­ 1. Eine einzige Notfalltelefonnummer ation kein geeignetes Gremium gibt. (Single point of contact) für die ganze Gedacht ist dabei vor allem an Ereig­ EMK Schweiz wird durch die Helpline nisse, bei denen die Polizei, der Ret­ von KIK betrieben. tungsdienst oder die Feuerwehr (Blaulicht­Organisationen) involviert 2. Durch den Krisenstab soll eine zeit­ sind. In solchen Fällen besteht ein re­ nahe, angemessene und professio­ lativ grosses Medieninteresse. nelle Kommunikation gegenüber Be­ hörden und Medien möglich sein.


KIRCHENVORSTAND

☎ 062 205 70 06 in Krisensituationen Bekanntes ausgebaut Den Jungscharen und Jugendmitar­ beiter/innen der EMK Schweiz ist die Helpline der Krisenintervention Kon­ kret (KIK) bereits länger bekannt. Ur­ sprünglich wurde KIK für Notfälle in der Jungschararbeit eingesetzt. Im Laufe der Zeit hat sich der Adressa­ tenkreis für KIK immer weiter ausge­ dehnt. Durch die enge Zusammenar­ beit von KIK mit der Arbeitsgruppe gegen Gewalt und Missbrauch (AgGM) und dem neu eingesetzten Krisenstab ist die Helpline in der Zwi­ schenzeit für alle Notfälle in der EMK Schweiz die einzige Anlaufstelle.

ventionskampagnen verantwortlich und pflegt Kontakte zu Fachpersonen und Fachstellen. Vorsitzender der Ar­ beitsgruppe KIK ist Christian Schmutz. Der Krisenstab setzt sich aus ver­ schiedenen Fachpersonen aus den Be­ reichen Kommunikation, Recht, Care­ Team, EMK EMK­ Schweiz und Logistik zusammen. Zurzeit ist Distriktsvor­ steher Martin Streit Leiter des Krisen­ stabs.

Anlaufstelle für Notfälle

Krisenbewältigung konkret Wer macht was? Was geschieht nun bei einer Krisen­ Die Helpline wird durch Mitglieder situation? – Verantwortliche oder der Arbeitsgruppe KIK rund um die betroffene Personen wählen die Uhr besetzt. Im Turnus wechselt die Notfalltelefonnummer der Helpline zuständige Person. Diese Person sorgt (062 205 70 06). Die Fachperson der dafür, dass entsprechende Fachperso­ Helpline schafft sich einen ersten nen, Fachstellen oder/und der Krisen­ Überblick und nimmt bei bestimmten stab informiert werden. Bei sexuellen Ereignissen zwingend Kontakt mit Übergriffen wird zwingend die Fach­ dem Leiter des Krisenstabs der EMK stelle MIRA beigezogen. Die Helpline Schweiz auf. Gemeinsam wird ent­ der EMK Schweiz (KIK) ist erreichbar schieden, ob der Krisenstab einberu­ fen wird oder nicht. Sobald der Kri­ unter 062 205 70 06. Die Arbeitsgruppe KIK gewährleistet senstab einberufen ist, übernimmt er den Betrieb der Helpline. Ausserdem die Kommunikation gegenüber den ist sie für Schulungsangebote und Prä­ Behörden und Medien. Bei einem Not­

fall, bei dem keine Blaulicht­Organi­ sation beteiligt ist, wird der Vorsit­ zende des Krisenstabs nach Abschluss des Ereignisses informiert. Gut vorbereitet Wir hoffen, dass der Krisenstab, aus­ ser zu Schulungs­ und Übungszwe­ cken, nie einberufen werden muss. Im Ernstfall aber stellt «Krisenbewäl­ tigung in der EMK Schweiz» ein durchdachtes Konzept, KIK eine funktionierende Notfallnummer und der Krisenstab ein Gremium zur Ver­ fügung, das beim Umgang mit der Krise hilft.

DIE NUMMER Die Nummer der Helpline der EMK Schweiz (KIK) ist rund um die Uhr erreichbar unter 062 205 70 06.

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IN EIGENER SACHE

Lesermeinung Zu KuW 8.2013, S.6–11, Thema Lebensrecht der Schwächsten Eine kirchliche Auseinandersetzung mit der Thematik pränatale Diagnostik und der damit zusammenhängenden ethischen Fragestellungen ist wichtig, eine Veröffentlichung in Kirche und Welt mutig und ebenso notwendig. Im Wissen, dass eine Stellungnahme als nicht direkt Betroffener heikel ist, unterstütze ich die im Artikel gemachte Aussage grundsätzlich, wonach eine Verurteilung – auch im Fall einer Abtreibung – in jedem Fall unangebracht ist. Die einfühlsame Schilderung der Prozesse, wie sie am Beispiel von Familie Dähler mit ihrer stark behinderten Tochter Aziza zum Ausdruck kommt, macht Mut. Für mich ein starkes Zeichen von Menschenwürde und gleichsam ein eindrückliches Zeugnis, in dem die Achtung vor dem Schöpfer in Erscheinung tritt. Wenn die im Artikel erwähnte individuelle Zumutbarkeits- und Tragbarkeitsfrage eines Elternteils oder des Paares zur Leitfrage wird und eine höhere Gewichtung erfährt als die Menschenwürde und das Lebensrecht des Schwächsten und Schutzbedürftigsten überhaupt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Behinderte in unserer Gesellschaft zunehmend Ablehnung und Ausgrenzung erfahren. Ebenso wenig können wir überrascht sein, wenn in naher Zukunft bei unheilbar Kranken oder Schwerleidenden die Zumutbarkeits- und Tragbarkeitsfrage noch stärker in den Fokus rückt. Eine wesentliche Aufgabe der Kirche und von uns Christen besteht meiner Meinung nach darin, darauf hinzuweisen, dass Abtreibung mit der Menschenwürde und der Achtung des Lebens, wie sie durch Jesus gelehrt und vorgelebt wurde, generell nicht zu vereinbaren ist. Ich möchte lernen, zunehmend Jesus zu vertrauen, der die Vorstellungen meines Verstandes, meiner Gefühle und überhaupt meiner Ressourcen weit übersteigt, und ihm in meiner Schwachheit und oft erlebten Ohnmacht auch meine eigene Zumutbarkeitsfrage anvertrauen. Rolf Nussbaumer, Herisau

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Umfrage: Mit einem Fragebogen bitten die Verantwortlichen um ein Feedback.

Eine Umfrage bei den Leser/innen

Ihre Meinung zählt Von Sigmar Friedrich

«Danke, lustig, mutig, Blickwinkel,

ten möglichst alle, die einen Fragebo­ gen erhalten, diesen ausfüllen und zu­ rück schicken.

Betrachtungsweise, erstaunlich – Alles Gute. T», stand auf einer Karte, die die Redaktion Anfang August erhielt. Die Stichworte bezogen sich auf den Cartoon der Juliausgabe auf Seite 2. Herzlichen Dank für die Rückmeldung.

In diesen Tagen haben einige Leser/ innen von «Kirche und Welt» einen Umfragebogen erhalten. Verschickt wurde diese Umfrage im Auftrag des Ausschusses für Medien­ und Öffent­ lichkeitsarbeit. Fachlich kompetent begleitet wird die Umfrage durch die Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Rückmeldung erhalten Die Antworten helfen, um die Zeit­ schrift zu verbessern, weil sie zeigen: Wer liest «Kirche und Welt»? Was inte­ ressiert? Was weniger? Was wird ge­ schätzt? Was fehlt? Der Fragebogen wurde nicht an alle Leser/innen verschickt. Vielmehr wurde eine repräsentative Gruppe per Zufall ausgewählt. Damit die Umfrage auch wirklich aussagekräftig ist, soll­

Ergebnisse vorstellen Die zurück gesandten Fragebögen werden anonym erfasst und ausge­ wertet. In einer der kommenden Aus­ gaben werden in «Kirche und Welt» die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt. Herzlichen Dank allen, die bisher schon ihre kritische und ermutigende Rückmeldung gegeben haben. Und Herzlichen Dank allen, die den Frage­ bogen ausgefüllt zurück schicken und so die Qualität der Zeitschrift verbes­ sern helfen.


AUS DEM K ABINETT

Patrick Streiff: «Achten Sie auf die vielen Verbindungen, die unser Glaube an Jesus Christus mit unserer Welt hat!»

Schöpfung und Erlösung gehören zusammen

Den Glauben «erden» Von Bischof Patrick Streiff

Ganz zentral ist in der Kirche das Evangelium vom Heil in Jesus Christus, die Erlösung. Sie gehört ganz eng mit der Schöpfung zusammen. Die «Schöpfungszeit» ruft das in Erinnerung.

Heil – ein ganzheitliches Gesund-Werden Die Verkündigung des Evangeliums und die Feier der Sakramente von Taufe und Abendmahl gehören inhalt­ lich unverzichtbar zur Gemeinschaft von Menschen, die sich Kirche nennt, auch wenn die Formen sich im Laufe der Zeit ändern. Das etwas altertüm­ liche Wort «Heil» drückt dabei besser aus, dass es um ein ganzheitliches «Heil­Werden», Geheilt­Werden, Ge­ sund­Werden geht und nicht nur um eine innerliche Gewissheit von Erlö­ sung oder eine Vertröstung auf das Jenseits. Elementare Zeichen Erlösung und Schöpfung gehören mehr zusammen, als uns in der Regel bewusst ist. Das Heil vollzieht sich

mitten in der Schöpfung, denn so sehr hat Gott den «Kosmos» (so das griechi­ sche Wort in Joh. 3,16) geliebt. Es gibt keine Taufe ohne Wasser, das sowohl Todesflut als auch Lebenswasser sein kann. Es gibt kein Abendmahl ohne Brot und Wein, die sowohl elementare Lebensmittel sind, aber auch zeichen­ haft für Konsum­ und Saufsucht sein können. Jede Feier von Taufe und Abendmahl ist Ausdruck unserer Leiblichkeit und zugleich des Heils, das uns und alles Geschaffene verän­ dern kann. Es gibt keine Verkündi­ gung ohne Menschen von Fleisch und Blut und anderen Eigenheiten, die das Wort von Gott weitergeben. Erlösung und Schöpfung gehören zusammen, denn wir glauben an den dreieinen Gott, der Schöpfer, Erlöser und Voll­ ender ist.

Das Heil verändert alles Geschaffene Geerdete Hoffnung Der Monat September ist im kirchli­ chen Kalender «Schöpfungszeit». Ich lade Sie ein, in diesem Monat beson­ ders aufmerksam zu sein, auf die vie­ len Verbindungen und Auswirkun­ gen, die unser Glaube an Jesus Christus mit und auf unsere Welt, die Schöpfung, hat. «Bewahrung der Schöpfung» tönt dann nicht mehr nach einem politischen Programm, sondern wird den Glauben «erden» und Hoffnung pflanzen.

AUS DEM REISEKALENDER IM SEPTEMBER 7.–8. 9.–13. 13.–18. 20.–22. 25.– 30.

Strategierat, Bienenberg World Methodist Council, London Fund Mission in Europe und Europäischer Rat methodistischer Kirchen, Wuppertal Kabinett Tschechien-Slowakei, Bratislava Ständiger Ausschuss für Zentralkonferenzen, Budapest

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THEMA

Lebensraum: Fliessende und stehende Gewässer sind Heimat vieler Pflanzen und Tiere wie dem Wasserläufer oder dem Wasserfloh.

SchöpfungsZeit zum Lebensraum Gewässer

Tropfen, Pfützen, Gurgelbäche Von Sigmar Friedrich

Wenn jemand sich fühlt wie ein Fisch im Wasser, dann muss es dieser Person rundum gut gehen. Allerdings ist der Lebensraum Wasser im Schweizer Mittelland stark verbaut und bietet für seine Bewohner keine gute Qualität.

Die «SchöpfungsZeit» lenkt den Blick auf das Wasser als Lebensraum. Eine grosse Vielzahl von Pflanzen und Tie­ ren lebt ganz oder teilweise im Was­ ser. Kleinste Lebensformen gehören dazu, die nur bei starker Vergrösse­ rung sichtbar werden, und grössere Arten, bekannte und weniger be­ kannte: Grünalgen, Bachmuschel, Laichkraut, Posthornschnecke, Was­ serfloh, Libellenlarve, Hornblatt, Gelbrandkäfer, Süsswasserpolypen, Teichläufer, Schilfrohr, Wasserspinne, Seerose, Forelle, Stockente … Das Wasser «wimmelt von lebendigen We­ sen» (Gen 1,20). Stehend oder fliessend Die Vielfalt und die Arten der Bewoh­ ner wechseln je nach Gewässer: Han­ delt es sich um Fliessgewässer wie Flüsse oder Bäche? Oder um stehende

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Gewässer wie Tümpel, Teiche, Seen und Pfützen? Oder um das Grundwas­ ser? Führen die Gewässer ständig Wasser wie die Flüsse und grösseren Bäche? Oder führen sie nur periodisch Wasser wie manche kleineren Bäche oder viele Tümpel? Oder führen sie gar nur gelegentlich Wasser wie Pfüt­ zen, die nach starken Regenfällen auf Wiesen entstehen?

Das Wasser wimmelt

Voller Leben Der grösste Artenreichtum findet sich in der Regel in natürlichen Weihern. Das sind kleinere stehende Gewässer, die weniger als zwei Meter tief sind. Sehr viele Pflanzen wachsen hier – auch auf dem Grund der Weiher. Der Sauerstoffgehalt ist sehr hoch. Der meist schlammige Boden bietet vielen Schnecken, Insektenlarven, Würmern und Muschelarten Nahrung und Ver­ steck. Bei Fliessgewässer verändern sich die Lebensbedingungen auf dem Weg von der Quelle bis zur Mündung: die Wassertemperatur, die Wassertrü­ bung und der Nährstoffgehalt nehmen

in der Regel zu. Gefälle und Fliessge­ schwindigkeit nehmen eher ab. In Ge­ wässern mit hoher ökologischer Qua­ lität gibt es überall Pflanzen und Tiere, die sich an die jeweiligen Ver­ hältnisse angepasst haben. Die Was­ serqualität lässt sich auch anhand der darin vorkommenden Arten bestim­ men. Ziemlich verbaut An sehr vielen Orten sind die Gewäs­ ser menschlichen Eingriffen ausge­ setzt: Dünger und andere Fremdstoffe verändern den Nährstoffgehalt von Gewässern. Sumpfgebiete werden tro­ cken gelegt. Von den etwa 60 000 km Fliessgewässern in der Schweiz sind rund 15 000 km hart verbaut.* Wehre, Schleussen und Staudämme verhin­ dern Fischwanderungen. Die Renatu­ rierung ist die dringende Aufgabe der kommenden Jahre.

15 000 km sind verbaut Vielfältiges Lob Der Lebensraum Wasser ist vielfältig. Gen 1,20 hat wie Ps 104,25 das Meer im Blick. Dass es aber im Wasser nur


THEMA

so von Leben «wimmelt», trifft auch für die Süssgewässer zu. Die Vielfalt zeugt von der überfliessenden Güte des Schöpfers. Ps 104,10­12 schildern in anschaulichen Bildern, wie der Fluss zur Lebensader wird – von der Quelle bis zur Mündung: «alle Tiere des Feldes» trinken daraus. Der Mensch hat in dieser Ordnung seinen eigenen Platz: Er gestaltet die Erde mit (Ps 104,23) und lobt durch sein ganzes Leben den Schöp­ fer (Ps 104,24.33.34). Oder er stört und beeinträchtigt diese Ordnung und gräbt sich damit letztlich selbst das Wasser ab (vgl. Psalm 104,35a). Einzustimmen in das Lob und die Erde zu bebauen und zu bewahren, ist eine immer neu zu treffende Entschei­ dung: «Lobe den HERRN, meine Seele. Hallelujah.» (Ps 104,35b) * «Tropfen, Pfützen, Gurgelbäche», SchöpfungsZeit-Magazin, Beilage zur Reformierten Presse 18/2013, S.3

WUSSTEN SIE, DASS … … mehr als die Hälfte der Schweizer Tierarten an und in Gewässern vorkommt? … im internationalen Vergleich der Anteil der bedrohten Fischarten in der Schweiz besonders hoch ist? … schon um 1880 im Mittelland mehr als die Hälfte der Quellen eingedolt waren? Inzwischen sind es über 95%. … die Bachmuschel heute zu den bedrohten Arten gehört? Anfang des 20. Jahrhunderts war sie noch die häufigste Grossmuschelart der Schweiz.

… in der Schweiz in unterirdischen Karstquellen bislang rund 100 Tierarten nachgewiesen wurden, die sich auf diesen Lebensraum spezialisiert haben? … ein Gewässer mit guter ökologischer Qualität nicht immer auch eine hygienisch gute Qualität hat?

Quellen: Arbeitsdokumentation SchöpfungsZeit 2013, BAFU, www.isska.ch

SCHÖPFUNGSZEIT Seit 2007 empfehlen die Schweizer Kirchen, jedes Jahr die Zeit zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils zu widmen. 2013 hat «oeku Kirche und Umwelt» die Gewässer in den Mit-

telpunkt der SchöpfungsZeit gestellt. Kirchgemeinden und Pfarreien könnten mithelfen, «den Wert lebendiger Gewässer ins öffentliche Bewusstsein zu bringen», schreibt oeku. Weitere Infos:

www.oeku.ch

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THEMA

Der Paradiesstrom «fliesst» durch die ganze Bibel

Wasser, das Leben bringt Von Felix Wilhelm-Bantel

Wo Wasser ist, wird Leben möglich. Darum wird das Wasser in der Bibel auch zu einem Bild, mit dem die Sehnsucht nach einem Leben in Fülle aufgenommen wird.

Wasser kommt am Anfang der Bibel in verschiedenen Formen und Sinn­ Zusammenhängen vor: Nach Gen 1 schwebt der Geist Got­ tes über der Urflut. Dieses Wasser be­ deckt alles und hält alles ungeordnet und ungeformt in sich fest. Gott teilt die Urflut. Er macht aus einem Teil der Urflut das Meer. Und das Meer macht er zum Lebensraum für grosse und kleine Tiere. In der Schöpfungsgeschichte von Gen 2 erscheint Wasser zuerst als Wasserschwall (v.6). (Die Überset­ zung des hebräischen Wortes ist un­ sicher. Es muss sich auf jeden Fall um Süsswasser handeln.) Dieses Wasser bewässert den Erdboden, lange bevor es regnet. Dann ist die Rede von ei­ nem Fluss, der in Eden entspringt. Der bewässert zunächst den Garten und teilt sich dann in die vier grossen Paradiesströme – Wasser und Leben für alle Welt (v.10).

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Gott spendet Wasser Mit den einen Wassern in den bibli­ schen Schöpfungserzählungen kann man sich effektiv nass machen. An­ dere Formen von Wasser jedoch gehö­ ren zu den Vorstellungen, mit denen man im alten Orient die unbekannte Welt erklärt hat. Solche Vorstellungen gehörten damals zum Weltbild wie für uns heute etwa die Kenntnis des Son­ nensystems. Die Vorstellung von vier Strömen, die an einem gemeinsamen Ort entspringen, gehört dazu. Man hat davon bildliche Darstellungen aus der Zeit von 1500 v.Chr. in Assur gefun­ den. Die Ströme fliessen da aus einem Gefäss, das der Berggott vor sich auf der Brust hält. Er ist so der Garant des Lebens. In Genesis 2 sind die vier Para­ diesströme nicht so direkt mit Gott verbunden. Aber auch sie verteilen das (Süss­)Wasser überallhin, so dass üppiges Leben auf der Welt möglich ist. In Psalm 104 kommt die grosse Freude der Menschen über den Gott zum Ausdruck, der den bedrohlichen Chaoswassern Grenzen gesetzt hat und Menschen, Tieren und Pflanzen Wasser und damit Leben in Fülle schenkt.

Wasser mit Lebenskraft Das Leben auf der Erde hängt elemen­ tar vom Wasser ab. Diese Erfahrung führte und führt die Menschen dazu, Wasser als Bild für Wahrheiten zu brauchen, die nicht mit Händen zu greifen sind. So finden wir die Vorstel­ lung von den Paradiesströmen in ab­ gewandelter Form wieder in Ezechiel 47. Da entspringt ein Strom an der Schwelle des Tempels, also gewisser­ massen zu Füssen Gottes. Die Lebens­ kraft dieses Wassers ist so stark, dass es sogar das Wasser des Toten Meeres heilt. Dieses füllt sich mit Lebewesen. (Ez 47,8+9). Und an den Ufern dieses Stromes wachsen Bäume, die jeden Monat Früchte tragen. Auf diese Form des uralten Bildes vom Paradiesstrom greift der Schluss des letzten Buches der Bibel zurück: Offb. 22,1–4. Da geht der Strom vom Thron Gottes und von Christus aus. Gott ist die Quelle des Lebens, das stärker ist als der Tod. Der Strom bringt Gottes Lebenskraft überall hin. Die Bäume an seinem Ufer tragen im­ mer Früchte. Es ist an einen Strom ge­ dacht, den niemand und nichts auf auf­ halten kann. Man kann daraus Wasser schöpfen, soviel man will. Man kann sogar Wasser ableiten,


THEMA

Lebensadern: Der wasserreiche Fluss wird in der Bibel zu einem Bild, das elementare Sehnsüchte ausdrücken kann.

ohne dass der Strom deswegen klei­ ner wird. Dieser Strom fliesst und fliesst und fliesst und versiegt nicht. Bilder der Sehnsucht Das alte Bild vom Paradiesstrom, der Leben in Fülle schenkt, berührt un­ sere Sehnsucht nach Leben im Frie­ den und in Sicherheit. Es ist die Sehn­ sucht nach einem Leben, in dem man genug hat und gut gehalten ist. Es geht bei dieser Sehnsucht einmal

ganz elementar um Essen und Trin­ ken, um Gesundheit und Güter des täglichen Bedarfs. Wobei es immer auch ein Bisschen mehr sein darf! Und es geht dann auch um die Sehn­ sucht nach Frieden mit Gott, mit den Mitmenschen und mit sich selber.

VIER STRÖME Eine Abbildung der im Text erwähnten Gottheit findet sich unter is.gd/NQ5tHR

BIBELTEXTE Genesis 2,10–14 Und in Eden entspringt ein Strom, um den Garten zu bewässern, und von da aus teilt er sich in vier Arme. Der eine heisst Pischon. Das ist jener, der das ganze Land Chawila umfliesst … Und der zweite Fluss heisst Gichon. Das ist jener, der das ganze Land Kusch umfliesst. Und der dritte Fluss heisst Chiddekel. Das ist jener, der östlich von Assur fliesst. Und der vierte Fluss, das ist der Eufrat. Ezechiel 47,1.8–9 Dann brachte er mich zurück an den Eingang des Hauses. Und sieh, Wasser quoll unter der Schwelle des

Hauses hervor, nach Osten, denn die Vorderseite des Hauses war nach Osten gerichtet. Und unter der südlichen Seite des Hauses, südlich vom Altar, floss das Wasser hinab. Und er sprach zu mir: Dieses Wasser fliesst hinaus in den östlichen Bezirk, strömt hinab in die Araba und fliesst dann ins Meer, ins Meer fliesst das hinausgeleitete Wasser, und das Wasser wird geheilt. Und alle Lebewesen, von denen es dort überall wimmelt, wohin die beiden Flussarme kommen, werden leben, und die Fische werden überaus zahlreich sein. Wenn dieses Wasser dorthin kommt, dann wird es geheilt werden,

und wohin der Fluss kommt, da wird Leben sein. Offenbarung 22,1–2 Und er zeigte mir den Fluss mit dem Lebenswasser, der klar ist wie Kristall, und er entspringt dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen der Strasse und dem Fluss, nach beiden Seiten hin, sind Bäume des Lebens, die zwölfmal Frucht tragen. Jeden Monat spenden sie ihre Früchte, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.

aus: Zürcher Bibel 2007

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CONNEXIO

Zurück: Familie Fankhauser ist wieder in der Schweiz.

Familie Fankhauser ist in die Schweiz zurückgekehrt

«Die Gastfreundschaft hat uns beeindruckt» Von Carla Holmes

Vor fast vier Jahren reiste Familie Fankhauser nach Bolivien aus, um dort im Auftrag von Connexio Projekte zu begleiten und den Methodistenkirchen in Bolivien, Argentinien und Chile beratend zur Seite zu stehen. Nun sind sie in die Schweiz zu-

sehen werden, das ist schon sehr schön. Natürlich auch zu merken, dass die beratenden Unterstützung in den verschiedenen Projekten oder in Gremien der Kirche gewünscht wird, gehört zu den Highlights. Besonders aber hat uns die Gastfreundschaft sehr beeindruckt, die wir in Bolivien, Argentinien und Chile erlebten.

rückgekehrt.

Lukas und Rahel, was waren für euch in den vier Jahren in Bolivien in Bezug auf eure Arbeit besondere Highlights? Es ist unmöglich, bei den Highlights nur von der Arbeit zu sprechen. Land und Leute kennezulernen bei der Ar­ beit und bei kleineren und grösseren Ausflügen, war sicher eine grosse Be­ reicherung für uns alle. So war es im­ mer wieder ein spezielles Erlebnis, ein Aptapi (Teilete) auf dem Land zu erleben, bei dem alle etwas zum Es­ sen mitbringen und so alle reichhal­ tig essen können. Zu erleben, dass das Vertrauen der Einheimischen zu uns immer grösser wird und wir nicht mehr in erster Linie als Fremde, son­ dern als Teil der Gemeinschaft ange­

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Was waren für euch besondere Herausforderungen in dieser Zeit? Die erste Zeit war vor allem geprägt von den administrativen und bürokra­ tischen Hindernissen, um unsere Visa zu erhalten. Das war ein sehr gutes Training, um sich in Geduld zu üben. Durch die vielen Strassenblockaden und Demonstrationen haben wir ge­ lernt, dass man in Bolivien nicht sa­ gen kann: «Ich geh noch schnell das und das machen». Eher war man ge­ zwungen zu sagen: «Heute mache ich das und das.» Umso schöner war dann das Gefühl, wenn man sein Ziel nach zwei Stunden schon erreicht hatte. Eine andere Herausforderung war es, sich als Schweizer an den Südame­ rikanischen Lebensrhythmus zu ge­

wöhnen, da die Zeit einfach eine un­ tergeordnete Rolle spielt. Die grösste Herausforderung war es jedoch her­ auszufinden, wem man wie fest Ver­ trauen kann. Da waren wir manchmal auch etwas enttäuscht. Lukas, wie hast du die Zusammenarbeit mit den drei Partnerkirchen in Südamerika erlebt? Welche Unterschiede gab es? Ich erlebte die Zusammenarbeit mit allen drei Kirchen als sehr positiv. Zu den Verantwortlichen der verschiede­ nen Kirchenleitungen hatte ich sehr gute Kontakte und spürte auch ein grosses Vertrauen, das sie mir entge­ gen brachten. Welche Wirkung hat die Methodistenkir Methodistenkirche in Südamerika in der Gesellschaft? Wenn man die Projektliste aus Latein­ amerika studiert, sieht man schnell einmal, dass viele Projekte einen so­ zialen Hintergrund haben. Die Kir­ chen haben eine relativ grosse Wir­ kung in der Gesellschaft. Vor allem in Bolivien ist die Methodistenkirche am wachsen. Dies hängt zum einen mit dem sozialen Engagement zusammen,


CONNEXIO

Angetippt

Abgeschlossen: Vier Jahre hatte Lukas Fankhauser Connexio-Projekte in Südamerika begleitet.

zum anderen aber auch mit der guten Beziehung, die die Kirche zur aktuel­ len Regierung hat. Nicht selten kommt es vor, dass der bolivianische Präsi­ dent und der Bischof der Methodisten­ kirche über die aktuelle Lage des Lan­ des diskutieren. Was konntet ihr in den vier Jahren Einsatz in den verschiedenen Ländern bewirken? Es ist gelungen, die Projektabwick Projektabwick­ lung zu strukturieren und zu verbes­ sern. Da es alle zwei Jahre einen Wechsel bei den verantwortlichen Personen gibt, ist es schwierig zu be­ urteilen, wie nachhaltig diese Verbes­ serung sein wird. Wichtiger scheinen uns die Rück Rück­ meldungen der Menschen, die uns er­ mutigten, so zu bleiben, wie wir sind, weil wir ihnen ein gutes Beispiel ge­ worden seien. Ganz unbewusst haben wir durch unsere Art wie wir als Ehe­ paar und als Familie miteinander leb­ ten und auf die Menschen vor Ort ein­ gingen, dazu beigetragen, dass sich einige unseren Lebensstil als Vorbild genommen haben.

Wie hat der Einsatz euch verändert? Sicher hat uns der Lebensstil der Bo­ livianer geprägt, der viel beziehungs­ bezogener und weniger leistungs­ oder zielorientiert ist. Das Leben mit weniger materiellem Besitz hat uns gelehrt, im Alltag zu improvisieren, wo es nötig ist. Wie geht es für euch jetzt weiter? Für uns gab es nebst dem Kultur­ und Landeswechsel auch einen grossen Wechsel im Familienleben. Rahel wird neu 100% als Primarlehrkraft an der Unterstufe in Zofingen unterrich­ ten, während Lukas vor allem als Hausmann daheim sein Bestes geben wird. Daneben wird er Connexio auf Mandatsbasis noch eine Zeit lang bei der Begleitung der Projekte in Süd­ amerika unterstützen.

Facebook, Twitter und Co. als Teil der Gemeindearbeit nutzen? Ein Schulungsangebot von Bildung+Beratung mit Pascal Huber von den Reformierten Medien zeigt Chancen und Risiken der neuen Medien . Neulinge und alte Hasen erhalten Impulse und können ihre Fragen einbringen. Anmeldung bis 10. Oktober bei Barbara Streit, 044 299 30 86, barbara. streit@emk-schweiz.ch

Mittlerweile der sechste «Methodist Movie» ist inzwischen erschienen. Sarah Bach schaut auf die schnelllebige Zeit und lädt ein zum Glauben an Jesus, der unveränderlich bleibt. Die Methodist Movies sind zu finden auf Youtube und Facebook unter «MethodistMovie».

«Jeden Tag findet ein 11. September statt solange Vergewaltigungen, Plünderungen und Zwangesvertreibungen gezielt als Kriegswaffen in den östlichen Regionen der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt werden», sagten Verantwortliche des «United Methodist Board of Church and Society». Sie brachten tiefe Besorgnis zum Ausdruck angesichts der neuen Welle von kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten Kongos. www.umcconnections.org

UNTERSTÜTZEN PC-Konto 87-537056-9 EMK in der Schweiz Connexio, Zürich www.connexio.ch

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BILDUNG+BERATUNG

Dienstleister: Als Beauftragter von Bildung+Beratung will Emanuel Fritschi Gemeinden in der Umsetzung ihres Auftrags fördern.

Neuer Beauftragter für Bildung+Beratung

Eine gemeinsame Sicht entwickeln Von Emanuel Fritschi/Andreas Benz

Ab 1. September wird Emanuel Fritschi als Beauftragter für Bildung+ Beratung (40%) Gemeindebezirken und Leitungsgremien mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Emanuel Fritschi, 45 Jahre alt, wohnt mit seiner Frau, seinen drei Söhnen und einer Pflegetochter in Dorf im Zürcher Weinland. Seine geistige Hei­ mat ist die EMK Flaach. Bei mehreren Hochs und Tiefs in seinem Leben er­ fuhr er, wie wichtig die Beziehung zu Jesus und die Zugehörigkeit in einer Gemeinde ist.

Stärken erkennen und einsetzen Gemeinsam unterwegs Als Beauftragter für Bildung+Beratung ist es sein brennender Wunsch, dass Gemeinden, Leitungsgremien und Gruppen eine gemeinsame Sicht in ih­ rem Auftrag entwickeln und leben können. Dabei sollen unterschiedliche Gaben und individuelle Stärken jedes Mitglieds erkannt werden und in der Gemeinde zum Einsatz kommen. Ziele

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sind einerseits die Freude auf dem ge­ meinsamen Weg und andrerseits die Erfahrung, in schwierigen Situatio­ nen füreinander da zu sein. Diese Art von Gemeinschaft soll Aussenste­ hende «gwundrig» machen, auch ein Teil der Gemeinde Jesu zu sein. Zielorientiert und kreativ Neben seiner Tätigkeit als Beauftrag­ ter für Bildung+Beratung leitet Ema­ nuel Fritschi ein eigenes Unterneh­ men. Dort berät er Organisationen in Führungs­ und Teamentwicklungsfra­ gen und führt Kommunikations­ und Verhaltenstrainings durch. Als Beauf Beauf­ tragter für Bildung+Beratung versteht er sich hauptsächlich als Dienstleister für Gemeinden und Gruppen, als För­ derer von deren Kompetenzen in der Umsetzung ihres Auftrages nach in­ nen und aussen. Auch das Begleiten von Gemeinden in Veränderungspro­ zessen und Neuorientierungen sieht er als seine Aufgabe. Ihm sind wich­ tig, die Bedürfnisse, Ziele und Rollen aller Beteiligten zu Beginn einer Be­ ratung zu klären. Bei der Umsetzung leitet er zielorientiert und ermutigend und lässt dabei auch Raum für Krea­ tivität. Auf Stärken und Neigungen der Beteiligten nimmt er Rücksicht.

Gegenseitiges Verständnis und Res­ pekt sind ihm wichtig.

Ziele und Rollen klären Willkommen Als Kommission Bildung+Beratung wünschen wir Emanuel Fritschi einen guten Start in seiner neuen Aufgabe, viel Freude in der Begegnung mit den Menschen vor Ort sowie Gottes Weis­ heit und Segen. Herzlich willkommen!

KONTAKT Emanuel Fritschi, Beauftragter für Bildung+Beratung Fachstelle B+B: 044 299 30 87 bildungundberatung@ emk-schweiz.ch Büro Dorf direkt: 052 317 01 12 emanuel.fritschi @emk-schweiz.ch


UMSCHAU

Hanna Läng

Treffpunkt: Das Schpatzenäscht bietet einen ungezwungenen Rahmen zum Austausch.

Rahel Baumann

Die Region Zimmerberg und ihr Projekt «Offene Kirche im Dorf» (Teil 3)

Die Pfarrerin im Schpatzenäscht Von Stefan Weller

Im Rahmen des Projekts «Offene Kirche im Dorf» lädt die EMK-Gemeinde Wädenswil seit Oktober 2012 zum

Rahel, was bedeutet dir das Schpatzenäscht? Erstens ein regelmässiger Treff, dann guter Austausch, spielen, reden, gemüt­ lich beieinander sein …

«Schpatzenäscht» ein. Das ist ein Treff für Eltern und Grosseltern mit kleinen Kindern. Organisiert wird er von Pfarrerin Hanna Läng gemeinsam mit Elisabeth Bachmann, die selbst ihre beiden jüngeren Kinder mitbringt.

Bis zu sechs Mütter und ihre Kinder treffen sich jeden Donnerstagvormittag in den Räumen der Rosenbergkapelle. Zum Teil gehören sie zur EMK EMK­ Ge­ meinde, zum Teil sind sie aufgrund der öffentlichen Einladungen und der Stadt auf das Angebot aufmerksam gewor­ den. Hanna Läng ist alle zwei Wochen mit Liedern, einem Thema oder einer Aktion dabei. Am 11. Juli wurde mit Luftballons gebastelt und zusammen­ getragen, was den Müttern das Schpat­ zenäscht bedeutet. Rahel Baumann ist seit 2010 verhei­ ratet. Das zweite Kind ist unterwegs. Die Familie lebt auf einem Hof in Wä­ denswil.

Hast du die anderen Frauen, die hierherkommen, schon gekannt? Nein, bis auf Elisabeth. Aber lustig war: wir haben hier drinnen gehockt, und es hat einfach geredet. Alle sind offen auf die anderen zugegangen. Wir ha­ ben uns schnell kennengelernt. Über was redet ihr? Alles. Kochen, Putzen, Kinder erziehen, Männer … Und es ist schön: Wenn eine ein Problem hat, zum Beispiel mit dem Kleinen, dann kann sie das in die Runde werfen. Und dann heisst es: Ich mache das so. Und ich so. Macht es einen Unterschied, dass das in der Kirche stattfindet? Grundsätzlich kann es überall sein. Wir haben uns auch schon anderswo getroffen – bei Elisabeth oder im Park. Wir finden überall den Draht. Aber hier sind die Räumlichkeiten. Es ist alles vorhanden.

ine der beiden Frauen, die das Schpatz Schpatznäscht organisieren, ist eine Pfarrerin, die keine eigenen Kinder mitbringt. Welche Rolle spielt sie? Hanna hält die Gruppe beieinander. Manchmal kommt sie fast nicht zu Wort. Aber sie ist flexibel und weiss ja, wie das mit kleinen Kindern ist: Da brüllt das eine. Und dann ist dort das Mami weg … Alle zwei Wochen berei­ tet sie etwas Inhaltliches vor. Manch­ mal gibt sie nur eine Frage in die Runde, das reicht schon. Und wir fan­ gen an zu erzählen. Jede bringt ihre schönen und traurigen Erlebnisse. Es braucht nicht viel, und sie macht das super.

OFFENE KIRCHE Wie es zum Projekt «Offene Kirche im Dorf» des Bezirks Region Zimmerberg kam, können Sie nachlesen in der Juliausgabe von Kirche und Welt unter issuu.com/emk_schweiz.

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KIRCHE UND GESELLSCHAFT

Ruhetag: Die Öffnungszeiten der Tankstellenshops sollen begrenzt bleiben – zum Schutz des Sonntags.

Nein zu Sonntags- und Nachtarbeit

Ein deutliches Signal setzen Von Heiner Studer, Ausschuss Kirche und Gesellschaft

einem Ja würden politische Schritte folgen, die noch weitgehendere Kon­ sequenzen hätten.

Am 22. September stimmen die Schweizer Stimmberechtigten ab über die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops.

Dass der Sonntag kein Werktag wird

Bei Annahme dieser Gesetzesvorlage dürften Tankstellenshops die ganze Nacht unter der Woche und am Sonntag offen halten, heute nur bis 1 Uhr früh.

Sonntag als Ruhetag

Die Sonntagsallianz, der mit Be­ schluss der Jährlichen Konferenz 2012 auch die EMK angehört, ergriff dagegen das Referendum. Macht die­ ses Referendum Sinn? Ja, denn es geht um eine unmissverständliche Si­ gnalwirkung: Mit dieser Änderung hätte erstmals eine Gruppe von De­ tailhändlern ihr Geschäft die ganze Nacht und am Sonntag offen. Umge­ hend käme die Forderung, auch an­ dere müssten das gleiche Recht auf Nacht­ und Sonntagsöffnung haben. Entsprechende Vorstösse hatten im Parlament bereits eine Mehrheit. Bei

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Den Ruhetag schützen Nacht­ und Sonntagsarbeit muss Aus­ nahme bleiben. Für uns als Kirche ist der Schutz des Sonntags als Ruhe­ und Feiertag ein echtes Anliegen. Dass der Mensch nach Gottes Willen sechs Tage arbeiten und an einem Tag ruhen soll, ist nach wie vor sinnvoll. Dass dies nicht ein beliebiger Tag der Woche sein soll, ist für die Familie und die Gemeinschaft von Bedeu­ tung. Für uns als Christen steht die Zeit für den Gottesdienst im Zent­ rum. Sonntagsarbeit behindert das So­ zial­ und Familienleben. Der arbeits­ freie Tag ermöglicht gemeinsame Ak Ak­ tivitäten. Das Verbot grossen Lärm verursachender Tätigkeiten ist eine Wohltat. Ruhezeiten bewahren Wir sind auf dem Weg zu einer 24­Stunden­Gesellschaft. Ist dies

wirklich wünschenswert? Macht es nicht nach wie vor Sinn, dass der Tag vor allem dem aktiven Leben und zu­ mindest einige Stunden der Nacht der Erholung dienen? Helfen wir mit, dass durch eine durchgehende Öffnung der Tankstel­ lenshops kein Druck auf andere Be­ reiche des Lebens entsteht. Helfen wir mit, dass der Sonntag nicht zum gewöhnlichen Werktag wird und die gewöhnliche Nacht nicht zur Dauer­ aktivität drängt. Die Evangelisch­methodistische Kirche empfiehlt, die Änderung des Arbeitsgesetztes abzulehnen.

MEHR LESEN Weitere Informationen und Argumente finden sich unter www.emk-kircheundgesellschaft.ch


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Umzug: Sarah Bach nimmt ihren Hut – und zieht zum Studium nach Reutlingen

Weshalb für Sarah Bach ihr Praktikum wichtig war

«Dieser Weg soll es sein!» Von Sigmar Friedrich

Ein Jahr lang war Sarah Bach als Praktikantin auf dem Bezirk UzwilFlawil. Eine gute Zeit. Jetzt geht sie zur Ausbildung an die Theologische Hochschule Reutlingen (THR). Ein

endlich zu dieser Überzeugung ge­ führt haben, dass ich von Gott in die­ sen Dienst berufen bin. Vor etwa einem halben Jahr war es für mich einfach klar, dass es dieser Weg sein soll. Ich konnte mir etwas anderes gar nicht mehr vorstellen.

Blick zurück und nach vorn.

Ich konnte mir nichts anderes vorstellen Praktikum – was hat die Zeit Dir gebracht? Die Zeit im Praktikum hat mir sehr viel gebracht! Ich durfte während die­ sem Jahr merken, dass ich in diesem Beruf und auch in dieser Kirche am richtigen Ort bin und auf dem Weg, den Gott für mich vorgesehen hat. Es ist sehr hilfreich, dass man im Prak Prak­ tikum alle Arbeiten, die man als zu­ künftige Pfarrperson auch macht, be­ reits durchleben darf, die schönen, aber auch die herausfordernden Sei­ ten an diesem Beruf. Berufung – woran machst Du das fest? Ich hatte kein eindeutiges «Beru­ fungserlenis». Für mich waren es viele einzelne Momente, die schluss­

Studium als Grundlage

Studium – braucht es das? Du hast doch auch so schon eine gute Arbeit gemacht! Ja, diesen Satz habe ich auch schon oft gehört. Warum noch eine Ausbildung, wenn ich nun während einem Jahr eben jene Arbeit doch schon gemacht habe? Ich sehe das Studium für mich als eine essentielle Grundlage für die­ sen Beruf an. Obwohl ich jetzt schon einen grossen Einblick in diesen Be­ ruf hatte, bin ich doch auch schon oft an meine Grenzen gestossen. Sei dies in der Predigtvorbereitung, wenn mir das theologische Hintergrundwissen zu einem Bibeltext gefehlt hat, oder in Situationen mit anderen Menschen, wo ich nicht wusste, wie ich beispiels­ weise auf ihre Probleme angemessen reagieren kann. Ich erhoffe mir vom

Studium, dass es mir genau in diesen Momenten eine Sicherheit gibt. Ausserdem denke ich, dass das Stu­ dium mich auch in meiner Person wei­ terentwickeln und verändern wird. Reutlingen – gibt es in der Schweiz keine guten Ausbildungsstätten? Weshalb an die THR? Natürlich gibt es auch in der Schweiz sehr viele gute theologische Ausbil­ dungsstätten, von denen ich mir ei­ nige auch angesehen habe. Für mich war es klar, dass ich ein Studium der Theologie machen möchte, bei dem ich einen international anerkannten Abschluss erhalte. Die Universitäten in Bern oder Zürich waren mir dann aber zu theoretisch, das Fachwissen stand im Vordergrund und nicht der gelebte Glaube an Jesus Christus. Dies durfte ich in Reutlingen anders erfahren. Die Themenbereiche wer­ den professionell und auf neuestem Stand betrachtet, aber auch immer mit einer Verbindung zur Praxis und dem eigenen persönlichen Glauben. Deshalb habe ich mich für die THR entschieden.

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«Leben mit Bewegung» am Allschwilerplatz in Basel

Wenn die Älteren im Zentrum stehen Von Sabine Mühlemann, Marthely Zmoos, Barbara Schär

Die EMK Gemeinde am Allschwilerplatz in Basel setzt sich mehrheitlich aus Personen im Alter 50+ zusammen. Mit dem Projekt «Leben in Bewegung» will die Gemeinde ganz bewusst Anlaufspunkt für Menschen dieser Altersgruppe im Quartier sein.

lancierten wir unser Projekt «Leben mit Bewegung». Wir wollten und wol­ len unsere Arbeit mit und für ältere Menschen gestalten. Zudem ist es uns ein Anliegen, dass ältere Menschen im nächsten Umfeld einen Anlauf Anlauf­ punkt für Zusammenkünfte, Gottes­ dienste, Seelsorge und Beratung finden und der zunehmenden Verein­ samung entgegengewirkt wird.

Einige Einblicke in die Erfahrungen, die der Bezirk dabei macht.

In unsere Gemeinde sind Menschen, die älter als 70 Jahre sind, in der Über­ zahl. Das hat uns vor einigen Jahren zum Umdenken bewogen: Mehr als 13 Jahre lang haben wir für viele Kinder intensiv Kinderarbeit durchgeführt. Für das Gemeindewachstum hat dies keine Früchte getragen. Wegzüge von jungen Familien und die Schliessung der reformierten Kirchgemeinde Oekolampad in nächster Nähe liessen uns über unseren Auftrag als EMK im Quartier nachdenken. In Bewegung bleiben Wenn schon keine «junge» Gemeinde, dann aber die Lebendigkeit und Be­ weglichkeit der bestehenden Ge­ meinde erhalten und ausbauen. So

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Zugänglich werden Durch den Einbau eines grossen Lifts konnten wir Kirche und Gemein­ schaftsräume verbinden. Damit wurde der Besuch unserer Anlässe auch für jene Menschen möglich, de­ nen die Eingangstreppe ein unüber­ windliches Hindernis ist oder die sich für Hilfe schämten. Seitdem kommen Menschen wieder oder neu zum Got­ tesdienst, die keine Treppe bewälti­ gen können. Am anschliessenden Kir­ chenkaffee nehmen sie gerne teil. Treffpunkte schaffen Zum bewegten Leben gehören bei uns vielfältige Gottesdienste. Senioren­ nachmittage, wöchentliche Bibel­ stunde, Hauskreise und Frauenfrüh­ stück sind weitere feste Bestandteile unseres Gemeindelebens. Nach der

Schliessung unserer reformierten Nachbarkirche hat sich ein «Frauen­ Kränzli» bei uns angegliedert und fühlt sich hier wohl. Geselligkeit, Spiele, erzählen stehen im Vorder­ grund. Einzelne der neuen Freunde kommen auch zu Gottesdiensten und anderen kirchlichen Anlässen. Seit dem Projektstart bieten wir zwei kulinarische Anlässe an: «Ge­ nuss und Geselligkeit» und ein monat­ liches Mittagessen nach der Bibel­ stunde. Beide Angebote werden hoch geschätzt und sind altersmässig gut durchmischt: Berufstätige und Senio­ ren treffen sich, reden miteinander, Menschen schliessen neue Kontakte, geniessen die Atmosphäre und das Zusammensein. Im Sommer ist auch unsere alte Kirchenbank im Ein­ gangsbereich der Kirche ein wichti­ ger Treffpunkt, der rege genutzt wird. Wahrgenommen werden Viele unserer Senioren engagieren sich nach ihren Kräften in diesem Projekt: in der Küche, beim Servieren, im Besuchsdienst, bei der Vorberei­ tung der Weihnachtsboutique. Da, wo ihre Kräfte nicht reichen, sind auch immer die Jüngeren, die Berufstäti­ gen zur Stelle, deren Alltag sonst


INSERATE

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Beweglich: Am Allschwilerplatz in Basel ist die Gemeinde zum Anlaufpunkt für Begegnung und Feier geworden.

An Grenzen stossen Und die Schattenseiten einer Ge­ meinde mit dem Schwerpunkt Senio­ renarbeit? Das zeitliche und kräftemässige En­ gagement einzelner Gemeindemitglie­ der ist enorm. Das liegt daran, dass für die vielfältigen Angebote nicht un­ beschränkt Mitarbeitende zur Verfü­ gung stehen, die sich ihre Zeit frei einteilen können oder wollen. Für die Pfarrperson ist die Anforde­ rung an Präsenz und Flexibilität sehr hoch. Im Umgang mit älteren Men­ schen braucht man viel Zeit und die Bereitschaft, ihnen dann zur Verfü­ gung zu stehen, wenn sie ein Gegen­ über brauchen. Die Begleitung vor und zu einem Al­ tersheimeintritt, auf sogenannten Wartestationen (Passerellen), im Spi­ tal und in der Sterbebegleitung ist be­ lastend. Die Betreuung der Angehöri­ gen oft zeitintensiv. Und doch tragen all diese Begegnungen viel Beglü­ ckendes und Bereicherndes in sich.

Der Not begegnen Der finanzielle Aufwand für unser Projekt war und ist hoch. Wir sind sehr dankbar, dass Mitglieder und Freunde diese Arbeit unserer Ge­ meinde unterstützen. Grosszügig wa­ ren auch die Spenden verschiedener Stiftungen in Basel für den Einbau des Lifts, ohne den wir nie hätten starten können. Im Gegensatz zum Altersbild in manchen Publikationen gehören «unsere» Senioren nicht oder nicht mehr zur «golden generation». Die Betreuung in der vielgepriesenen und sogenannten Selbstständigkeit frisst Erspartes, sofern es je vorhan­ den war, auf. Andere landen in der Armutsfalle. Die Schnelllebigkeit

macht Angst, und alte Menschen sehen oft keinen Ausweg. Verheissungen leben Wir schätzen die Arbeit mit und für unsere älteren Mitmenschen sehr und haben Freude daran. Es wäre wün­ schenswert, wenn auch auf Kirchen­ leitungsebene neu über Solidarität mit jenen Gemeinden nachgedacht wird, die sich für das Wohl alter Men­ schen in unserer Gesellschaft einset­ zen. «Auch bis in euer Alter bin ich der­ selbe und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.» (Jes. 46,4) Diese Zusage wollen wir Menschen spüren lassen.

INSERAT

stark ausgelastet ist. Ein gutes Mitei­ nander bereichert das bewegte Leben. Im Quartier werden wir als EMK durch unsere Offenheit, unser Enga­ gement, unsere Anlässe wahrgenom­ men. Menschen von ausserhalb der eigenen Reihen besuchen unsere An­ gebote und fühlen sich wohl bei uns.

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INSERATE

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Haben Sie sich schon Gedanken gemacht wo und wie Sie die Festtage verbringen werden? Wir laden Sie herzlich ein, Weihnachten und Neujahr im Hotel Artos zu geniessen. Diverse weihnächtliche Konzerte, Bildvorträge und Andachten finden über die Festtage statt. 11 Tage geniessen, 10 Tage bezahlen! Und wer über Neujahr hinaus bleibt, profitiert bereits ab dem 4. Januar von den tiefen Nebensaisonpreisen!

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Bei uns finden Sie immer aktuelle Stellenangebote im christlichen Umfeld! 2013 1./2. Mai

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„Zwischenland“ – eine Anspielung auf Gottes Volk zwischen ägyptischer Gefangenschaft und dem verheißenen Land. Viele Gemeinden und Mitarbeitende befinden sich in einer Art Übergangsstadium. So wird es in Leipzig auch um Zeiten kleiner Anfänge und Durststrecken gehen; darum, dass Gott uns Wüste zumutet, wenn er uns dem neuen Land entgegenführt. Der Kongress macht deutlich, wie man mit kleinen Zahlen, einer unsicheren Zukunft und Zagen und Zögern in einer Gemeinde umgeht. Vor allem aber will der Kongress Mut machen: Gottes Verheißungen gelten, er verliert das Ziel für uns und unsere Gemeinden nicht aus den Augen. Der Kongress wird eine wertvolle Zeit von Orientierung und Standortbestimmung, von Begegnung und Ermutigung: Wir wollen im Wandel Gottes Wege finden – seien Sie dabei!

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Verstorben Hans Frey-Amman (91) Region Zimmerberg am 9.6.2013 Emil Moser-Graf (84) Uzwil-Flawil am 12.6.2013 Rudolf Wegmann-Weber (80) Zürich Nord am 3.6.2013 Martha Schmid-von Gunten (93) Frutigen-Adelboden am 16.6.2013 Heinrich Lippuner (74) Birsfelden am 17.6.2013 Richard Stratton (74) Windisch-Brugg am 23.6.2013 Walter Tanner-Thüler (81) Lyss-Aarberg am 1.7.2013 Elisabeth Müller (88) Region Zimmerberg am 2.7.2013 Anni Nabulon-Stricker (79) Herisau am 4.7.2013 Erna Indinger-Weber (90) Solothurn am 4.7.2013 Ruth Bussinger-Madörin (92) Gelterkinden am 8.7.2013 Hanni Tschaggelar-Rüfenacht (101) Worb am 12.7.2013

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Feiern: Bei strahlendem Wetter konnten die zahlreich erschienenen Gottesdienstbesucher am Sonntag Grussworte und Input verfolgen.

Das Hotel Alpina feierte sein Jubiläum

50 Jahre unter Gottes Segen Von René Müller

Das Ferien- und Familienhotel Alpina, Adelboden feierte das 50-JahreJubläum. Am Wochenende vom 9.–11.

Gott und sein Segen, der die Alpina 50 Jahre erfolgreich bestehen liess. Der dankbare Rückblick durchzog die Anlässe beim Jubiläumsfest Anfang August.

August durften die Verantwortlichen der Alpina dankbar zurückblicken.

Im Vorwort zur Festschrift hatte der Gemeindepräsident von Adelboden zum anstehenden Jubiläum geschrie­ ben: «Na und …? In einem Traditions­ kurort wie Adelboden eigentlich nichts Besonderes, möchte man mei­ nen! Im Falle des Hotels Alpina ver­ hält es sich aber anders. Es brauchte viel Mut, um auf der sogenannten Schattseite ein Hotel bauen zu lassen. Die Überzeugung muss schon damals gross gewesen sein, dass sich mit viel Innovationsgeist eine Oase des Wohl­ fühlens und der Begegnung einrich­ ten liesse, welche sich im touristi­ schen Adelboden durchsetzen würde.» Gott vertrauen Es war nicht nur der Innovationsgeist und der Mut der Gründer der Alpina. Es war vor allem ihr Vertrauen auf

Erinnerungen teilen Am Freitagabend fand im Zelt der Zeltmission ein Jugendabend statt. Junge und Junggebliebene hörten spannendes aus dem Leben von Chris­ toph Kunz, Paralympics Goldmedail­ lengewinner 2010. An der Blue Cock Cock­ tail Bar des Blauen Kreuzes kam es zu Begegnungen bei alkoholfreien Drinks. Bei herrlichem Sommerwetter tra­ fen sich am Samstag Einheimische und Gäste zu einem fröhlichen Fami­ lientag bei Spiel und Spass mit Hüpf Hüpf­ burg, Bungee­Trampolin ­­Trampolin und Harras ­ senstapeln. Den ganzen Tag konnten interessierte Besucher das Hotel Alpina besichtigen und in der Ausstel­ lung «50 Jahre Hotel Alpina» viele Erinnerungen auffrischen. Die Alpina­Crew sorgte an verschiedenen Verpflegungsständen für das leibliche Wohl.


UMSCHAU

Impressum Zeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz: Erscheint monatlich Redaktor: Sigmar Friedrich Redaktionsgruppe: Martina Läubli, Michael Schwaller Redaktionsadresse: Kirche und Welt, Postfach 1344, 8026 Zürich Telefon 044 299 30 85 redaktor@emk-schweiz.ch

Gottesdienst feiern Über 400 Gäste erlebten am Sonntag­ vormittag einen eindrücklichen Got­ tesdienst im Zelt. Dank des sonnigen Wetters konnten die Zeltwände zum Teil entfernt werden, so dass auch die Besucher den Gottesdienst mitverfol­ gen konnten, die keinen Platz im Zelt fanden. Daniel Etter und Matthias Fank Fank­ hauser teilten mit den versammelten christlichen Gemeinden von Adelbo­ den ihre Gedanken zu den Buchsta­ ben «a l p i n a». Sie verdeutlichten in diesem Input, wie wichtig die christ­ lichen Werte für die Alpina sind. Da­ raus nur ein kurzer, aber wesentlicher Abschnitt: «N wie Nächstenliebe – Ein Haus wie die Alpina soll immer neue Wege suchen, um Menschen das gute Evangelium zu bringen, um auch den Kern des Evangeliums, die Liebe zum Nächsten, zu leben. Darum muss es gehen – auch in Zukunft.» Wertschätzung erhalten Grussworte von Robert Seitz, ehema­ liger Präsident der Genossenschaft, Jürg Blum, Gemeindepräsident von Adelboden, und Claudia Haslebacher, Distriktvorsteherin der EMK, unter­ strichen die Wertschätzung, die der Alpina an diesem Wochenende entge­ gen gebracht wurde. Musikalisch

wurde der Gottesdienst von einer Lob­ preisband, den Bläsern der Heilsar­ mee Adelboden und den Posaunenchö­ ren Frutigen und Stein sowie von Alphornbläsern umrahmt. Der Aperitif für alle Gottesdienst­ besucher bot nochmals Gelegenheit zum gemütlichen Zusammensein, «Dorfen» und zum Geniessen der herr­ lichen Aussicht bei der Alpina. Die ehemaligen Stiftungs­­ und Ver ­ waltungsräte, Behördenvertreter und Nachbarn genossen anschliessend ein feines Festmenu in der Alpina, wo auch das Gespräch und der Austausch von Erinnerungen nicht zu kurz kamen. Gesegnet sein Am Schluss des Wochenendes sind sich alle einig: es war ein sehr schö­ nes Fest. Wie in den letzten 50 Jahren war Gottes Segen in verschiedensten Formen sichtbar. In grosser Dankbar­ keit schauen die Verantwortlichen auf das Vergangene zurück und gehen hoffnungsvoll in die Zukunft.

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Kirche Kircheund undWelt Welt Nr. Nr.12/2011 9/2013

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Ein Stolperstein beim Gurgelbach

Hippo auf dem Mond Von Urs Schweizer

«Wie hiess der erste Mensch im Welt­ Welt raum?» Unsere beiden Söhne hatten sich in letzter Zeit ab und zu mit der Raumfahrt befasst, weshalb der Jün­ Jün gere nicht lange nachdenken musste, um auf die Frage seines grossen Bru­ Bru ders antworten zu können: «Juli Ga­ Ga gari!». Mit leuchtenden Augen schaute er mich an. Mein leiser Versuch, dar­ dar auf hinzuweisen, dass dieser sowjeti­ sowjeti sche Kosmonaut nichts mit einem Sommermonat zu tun hätte und dass am Schluss zudem ein Buchstabe feh­ feh len würde, scheiterte ziemlich erbärm­ erbärm lich an der Tatsache, dass sofort die nächste Frage folgte. «Und wie hiess der erste Mann auf dem Mond?» Damit hatte sich der Ältere allerdings gleich selbst aufs Abstellgleis gefahren, denn die Antwort wollte ihm plötzlich nicht mehr einfallen: «Neil … Neil …» Sein jüngerer Bruder wusste aber auch hier Rat und sagte ohne zu zögern: «Nil­ pferd!» Diese originelle Assoziation führte in Kombination mit der daraus

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Nr. 9/2013

resultierenden allgemeinen Erheite­ rung dazu, dass die Frage vorläufig unbeantwortet blieb … Kurz darauf las ich einen Artikel zur «Schöpfungszeit 2013» – eine Ak Ak­ tion, mit welcher der Wert lebendiger Gewässer in Erinnerung gerufen und deren Schutz gefördert werden soll. Dabei stolperte ich über die im Slogan erwähnten «Gurgelbäche». Und ich fragte mich, weshalb in den Kirchen über etwas nachgedacht werden soll, das zwar lustig tönt, im allgemeinen Sprachgebrauch aber kaum anzutref anzutref­ fen ist (selbst Tante Wikipedia weiss zum Beispiel über «Bischof Patrick Streiff» zehnmal mehr zu berichten als über «Gurgelbäche»). Es war für mich eine neue Anre­ gung, darüber nachzudenken, wie ich vom «lebendigen Wasser» erzählen kann, so dass es von Menschen unse­ rer Zeit verstanden wird. Ohne dass es zu falschen Assoziationen führt, die so viel Sinn machen wie ein Nilpferd auf dem Mond.

Kirche und Welt 09/2013  

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