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Kirche und Welt Die Zeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche der Schweiz

Der Bericht der Distriktsvorsteher/in mit Fokus auf die EMK in Frankreich

In einer la誰zistischen Gesellschaft Zeugnis geben Seite 10/11

Jesus ruft Menschen in die Nachfolge

Das Evangelium verst辰ndlich bezeugen

Offene T端ren in Adelboden

Ein algerischer Muslim wird Christ Seite 7

Aus dem Bericht des Auschusses f端r Theologische Fragen Seite 14

50 Jahre Hotel Alpina Seite 22/23

The United Methodist Church


Inhaltsverzeichnis

Am 27. April startete in Bern die JUFGRUF Loungebar

Kirche auf andere Art bekannt machen Aus der Arbeit der Pastorinnen in Osteuropa (Teil 2: Serbien)

«Suche nicht nach Ausreden!» Eine algerischer Muslim wird Christ

Jesus ruft Menschen in die Nachfolge

Konferenzsonntag am 9. Juni im Kursaal Bern

Eine Reise in die Hauptstadt

Der Bericht der Distriktsvorsteher/in mit Fokus auf die EMK in Frankreich

In einer laïzistischen Gesellschaft Zeugnis geben Aus dem Bericht der Arbeitsgruppe Gemeindegründungen

Leiterbildung für Gemeindeentwicklung Aus dem Bericht des Kirchenvorstands

Miteinander Kirche gestalten

Aus dem Bericht des Auschusses für theologische Fragen

Das Evangelium verständlich bezeugen Aus dem Bericht der Kommission Bildung+Beratung

Innovative Ideen kommen in die Gemeinden

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Takano-Kommission und Fachstelle berichten

Netzwerk, Schulung, Freizeiten und Veränderungen 16 Impulstage des FrauenNETZwerks in Interlaken

Sieh doch einen Anfang . ..

Eine Arbeitswoche im Jugendhaus Ramsern

Fit für den Sommer 50 Jahre Hotel Alpina

Offene Türen in Adelboden Eilige Gedanken nach der Erleichterung

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Einfränkler-Nächstenliebe24

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Kirche und Welt  Nr. 6/2013


Editorial Liebe Leserin, lieber Leser

Die Jährliche Konferenz vom 6.– 9. Juni ist im Fokus dieser Ausgabe. Einige Berichte drucken wir auszugsweise ab. Sie geben Einblicke in die vielfältige Arbeitsfelder der EMK in der Schweiz, in Frankreich und Nordafrika.   Die Berichte haben vielfach ein gemeinsames Thema: «Menschen in die Nachfolge Jesu führen, auf dass die Welt verändert wird». Der Bericht der Distriktsvorsteher/in zeigt, wie das in Frankreich geschieht – und unter welchen Rahmenbedingungen. In der Schweiz hilft der Kirchenvorstand, gute Rahmenbedingungen für diesen Auftrag zu schaffen. Die Arbeitsgruppe Gemeindegründungen unterstützt mit verschiedenen Angeboten Gemeinden und Bezirke, dass sie den Auftrag (neu) anpacken können. Und der Ausschuss für theologische Fragen sucht und beschreibt, wie das Zeugnis von Jesus gelingen kann.   Andere Beiträge in dieser Ausgabe sind «persönlich»: wie einzelne den Ruf Jesu gehört haben oder welche Wechsel in einigen Arbeitsbereichen stattgefunden haben und stattfinden werden. Und ganz persönlich wird es ja auch mit dem Thema der Jährlichen Konferenz: «Würde wäre wenn...» Kommen Sie auch nach Bern?!

Ihr

Sigmar Friedrich Redaktor

Ein-Wurf Von Markus Da Rugna

Eben habe ich vier wertvolle Tage im Kloster erlebt und in Exerzitien eine tiefe Spiritualität kennen gelernt. Ich stehe noch in einer einsamen Ecke des Abfahrtsbahnhofs. Plötzlich steht eine jüngere Frau (zu!) dicht neben mir. Sie spricht vehement und gezielt auf mich ein. Sie sucht Arbeit und Hilfe. Niemand wolle ihr helfen, schon gar nicht die offiziellen Ämter. Sie spricht ständig davon, was Gott von ihr wolle und was nicht. Letztlich möchte sie Geld von mir. Ich fühle mich überrumpelt, und nachdem sie merkt, dass da nichts zu holen ist, zieht sie fluchend von dannen. «Eine steile Rückkehr in den Alltag», geht es mir durch den Kopf.   Mit dem Konferenzthema könnte man fragen: was wäre nun Würde für sie, und wie sieht sie für mich aus? Ich kann nur Vermutungen darüber anstellen, was diese Frau erlebt hat und warum sie so überfahrend ihr Recht einholen will. Ganz subjektiv wurde ihre Würde verletzt. Und nun stand auch ich mit genau diesem Gefühl da.   Nach dieser Begegnung tauchte bei mir rasch der Gedanke auf, was mir da mein Gott zeigen möchte. Für mich wurde nochmals klar: zu einer lebendigen Spiritualität gehört die Herausforderung, auf die Menschen zu reagieren oder auf sie zuzugehen. Auch wenn das spontan nicht immer einfach ist. Kommt nicht da zum Ausdruck, was wir glauben? Ja, wer wir eigentlich sind? 

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Umschau

Bern: Auftakt für die JUFGRUF Loungebar mit selbstgeschriebenen Songs und genialen Drinks.

Am 27. April startete in Bern die JUFGRUF Loungebar

Kirche auf andere Art bekannt machen Von Kira Bechtiger

Die Kerzen brannten. Die Türsteher

wegt Drinks, die über die Theke gingen wie warme Semmeln und echt genial aussahen!

standen bereit. Die Getränke warteten nur darauf, in einen leckeren Drink gemixt zu werden. Die erste

Ein voller Erfolg!

ten Loungebar Event. Ein voller Erfolg! Wir hoffen dass dies weiterhin so sein wird.   Die nächste JUFGRUF Bar wird am 6. September stattfinden wird.

JUFGRUF Loungebar war bereit zum Starten.

Die Drinks sahen genial aus

Stimmungsmacher Mit ihren tollen selbstgeschriebenen Songs schuf das Singer- und Songwriter-Duo Vera & Tobi eine gemütliche Stimmung. Ihre Gitarren und Klavierklänge füllten den Raum und machten die Bar noch lebendiger. Das Publikum liess es sich gut gehen auf den gemütlichen Sofas und applaudierte den Musikern begeistert. Nach einer kurzen Pause gab es glücklicherweise noch eine Zugabe des Duos.

Am Freitag, 27. April wartete das JUFGRUF Team gespannt, wieviele Gäste kommen würden. Gegen 20.15 Uhr trudelten dann die ersten ein. Schnell füllte sich der Saal, und dank DJ Kris gab es auch keine unangenehme Stille. Die Barkeeper mixten unent-

Volltreffer Nicht nur für junge Leute will die JUFGRUF Loungebar sein. Es sind immer alle herzlich willkommen! Daher freute sich das Team sehr, dass am ersten Abend auch ein paar Leute, der älteren Generation herein schauten. Über 50 Personen besuchten den ers-

Die JUFGRUF Loungbar ist ein Projekt von Jugendlichen der EMK Bern. Ziel der Loungebar Events ist es, Jugendlichen der Region Bern einen Ort zu bieten, sich zu treffen, Freunde in einen lockeren Rahmen einzuladen und so Kirche auf andere Art bekannt zu machen.

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Background Die JUFGRUF Loungbar ist ein Projekt von Jugendlichen der EMK Bern. Drei bis viermal im Jahr finden die Events mit Barbetrieb, Lifemusic und DJ statt. Im Rahmen des Connexio Wettbewerbs an der Jugendkonferenz wurde das Projekt finanziell unterstützt. Weitere Informationen erhalten Sie bei Matthias Fankhauser (fx@ emk-schweiz.ch)


Zentralkonferenz

Maria Durovka (links): «Ich kann zu Gottes Hand, Auge oder Ohr werden.»

Aus der Arbeit der Pastorinnen in Osteuropa (Teil 2: Serbien)

«Suche nicht nach Ausreden!» Von Maria Durovka

Mehrmals habe ich den Ruf ins Predigtamt gehört. Zum Beispiel, als ich davon träumte, in die «Dritte Welt» zu reisen, um den armen Menschen dort zu dienen.

Als ich mit meiner Pastorin über diese Gedanken sprach, sagte sie mir: «Am schwierigsten ist es, hier zu bleiben und den Menschen dieses Landes zu dienen.» Mir wurde neu bewusst: Dieselben armen Gebiete gibt es auch hier in Serbien. Und wir haben hier dieselben Bedürfnisse. Wir müssen nur einen Ruf hören.

Wir müssen nur den Ruf hören Gottes Ohr Ich treffe viele Menschen, die durch schwere Zeiten gehen, und die in den dunklen Tälern ihres Lebens nach Gott fragen oder die Hilfe anderer Menschen suchen. Ihnen kann ich zu Gottes Hand, Gottes Augen, Gottes Ohren werden.

Gefährliche Einsamkeit Ich denke an eine Frau. Sie vermied die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Ich spürte, wie gefährlich diese Einsamkeit für sie war, und begann sie zu besuchen. Oft sass ich in ihrem Zimmer – und spürte, wie sehr sie an ihren inneren Verletzungen litt. Sie war enttäuscht von sich selber, von ihrem Leben, von der Tatsache, ihre Kinder nicht mehr verstehen zu können. Ihre Ehe war gescheitert. Sie hatte kein Vertrauen mehr.

er liess sie eine Liebe spüren, als sie sich nicht geliebt fühlte. Gott befähigt Es ist nicht immer leicht, auf Gottes Ruf mit einem Ja zu antworten. Aber noch schwerer ist es, sich einer Antwort zu verweigern. Wenn Gott dich ruft, suche nicht nach Ausreden! Wenn er uns sendet, befähigt er uns auch. Er beschenkt uns mit jenen Gaben, die wir brauchen.

Wertvolle Arbeit Wir erlebten Gott

Tatkräftige Liebe In den Begegnungen mit dieser Frau habe ich etwas davon gespürt, wie wichtig es ist, Zeit zu haben – und auch einmal die Tränen zu teilen. Wie wichtig es ist, christliche Liebe auf ganz praktische Weise erfahrbar zu machen. Wir sprachen und beteten zusammen – und wir erlebten Gott. Er schenkte der Frau ein neues Selbstwertgefühl. Er erfüllte die leeren Räume ihres Lebens mit Frieden. Er schenkte ihr eine Hoffnung. Und

Maria Durovka ist 30 Jahre alt. Sie ist verlobt und Pfarrerin der EMKGemeinde in Pivnice (Serbien), zu der als sozialdiakonische Einrichtung auch ein Kindergarten gehört. Connexio unterstützt mit der Sammlung für die Pastorengehälter in Osteuropa auch ihre Arbeit und die der anderen 11 Pastoren in Serbien. Connexio 044 299 30 70, connexio@emk-schweiz.ch PC 87-537056-9

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Ihre Meinung

Agenda Do.– So., 6.– 9. Juni Würde wäre wenn ... Jährliche Konferenz 2013 Bern (Informationen s. S.9) Samstag, 29. Juni Von Lausanne nach Morges Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg in der Romandie Kosten: CHF 20.­– Infos / Anmeldung: Walter Wilhelm, 061 311 35 86, walter.wilhelm@emk-schweiz.ch Samstag, 29. Juni Dynamo – Theologie für die Gemeindepraxis Altes Testament 9.00 –12.30 Uhr EMK Zürich 4 Infos/Anmeldung: Fachstelle Bildung+Beratung, 044 299 30 87, bildungundberatung@emk-schweiz.ch Samstag, 29. Juni Wort zum Sonntag mit Walter Wilhelm Fernsehen SRF Sa.– Sa., 3. – 10. August 50 Jahre Hotel Alpina Erlebniswoche mit Markus und Eliane Müller und Paul Bieren Hotel Alpina, Adelboden Kosten pro Person: ab CHF 644.– Infos / Anmeldung: Hotel Alpina, Tel. 033 673 75 75, info@alpina-adelboden.ch Sa.– Sa., 3. –10. August Hoffnung Bibel-Ferienwoche mit Bernard u. Elisabeth Lehmann Hotel Artos, Interlaken Kosten pro Person: ab CHF 847.– Infos / Anmeldung: Hotel Artos, 033 828 88 44, mail@artos.ch Samstag, 17. August Von Morges nach Rolle Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg in der Romandie Kosten: CHF 20.– Infos / Anmeldung: Walter Wilhelm, 061 311 35 86, walter.wilhelm@emk-schweiz.ch 6

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Zu KuW 5.2013, S.17

Wieder vertreten bei SRF Mich freut, dass unsere Kirche wieder vertreten ist im Programm von «Wort zum Sonntag» bei SRF Schweiz. Zwölfmal war ich selber Sprecher am Bildschirm und erinnere mich gerne an jene Zeit. Es hat mich viel gekostet, hat mir auch viel eingebracht. Eine grosse Hörerschaft ist über dieses Medium zu erreichen. Kontrovers waren die Reaktionen. Einmal schickte mir eine Zuschauerin zehn Franken, um mir für die freundlichen Worte zu danken. Manches Telefon kam gleich nach der Sendung mit guten Worten zu mir und erwähnte, dass ich nur so weiter machen soll. Aber ich erinnere mich auch an Bemerkungen, dass ich ein Frömmler sei. Oder es sei bedauerlich, dass ich als «ungläubiger Pfarrer» so schöne Worte finde. Selten wurde mir so deutlich bewusst, wie es nicht möglich ist, dass wir es allen Leuten recht machen können. Ich gratuliere Walter Wilhelm für die Beauftragung zum Sprecher beim «Wort zum Sonntag». Ich wünsche ihm Freude und gute Erfahrungen. Ernst Gisler, Winterthur

Zu KuW 5.2013, S.24

Spürbare Nestwärme Warum wohl berühren mich die Alltagserlebnisse von Urs Schweizer? Er schreibt, wie es ist, einfach, ohne Überhöhung, voller Liebe zu seinen Kindern. Die Nestwärme ist spürbar, eine Kindheit, die man jedem Kind wünschen würde. Demokratie hin oder her. Danke, Urs Schweizer! Lily Baumann-Steiner, Ortschwaben

Zu Inseraten in «Kirche und Welt»

Dringend überprüfen! Mit der EMK-Zeitschrift «Kirche und Welt» sind in den vergangenen Monaten wiederholt Spendenaufrufe von Hilfswerken ohne direkten Bezug zur EMK verschickt worden. Ziel war wohl, zusätzliche Erträge für die Finanzierung der EMK-Zeitschrift zu generieren. Es ist davon auszugehen, dass so aus Sicht der «EMK-Familie» letztendlich ein Spendenmittel-Abfluss provoziert wurde. Ist es wirklich sinnvoll und zielführend, dass die EMK-Kommunikationskanäle im hart umkämpften Spendenmarkt Drittorganisationen zur Verfügung gestellt werden, wenn gleichzeitig direkte EMK-Leistungsträger (Gemeinden, Connexio, Takano, usw.) grosse Efforts erbringen müssen, um die eigene Spenderbasis zu erhalten und weiter zu entwickeln? Die diesbezügliche Strategie von «Kirche und Welt» sollte aus meiner Sicht dringend überprüft werden. (...) Für Ihre wertvolle Arbeit danke ich Ihnen bestens und wünsche weiterhin viel Erfolg, Freude und Segen. Thomas Meier, Maur


Aus dem K abinett

Einblicke: Daniel Nussbaumer ist vom Bischof mit der Aufsicht für die Arbeit in Nordafrika beauftragt.

Eine algerischer Muslim wird Christ

Jesus ruft Menschen in die Nachfolge Von Daniel Nussbaumer

Ich bin fasziniert zu sehen, wie Gott sich auch heute noch offenbart und wie er spricht, um sein Volk zu rufen.

ser Mann ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Er wird dich strafen.› Ich bekam Angst und rannte davon, immer wieder zurück schauend, um zu sehen, ob er mir folgen würde.

(Hebräer 1,1–3)

Ein Mann, in eine muslimische Familie in Algerien geboren, sein Vater Lehrer und Imam und später in der Armee engagiert, bevor die Familie 1962 in die Heimat nach Frankreich zurückgebracht wird, berichtet: Ein übler Mensch «Als wir eines Tages mit der Schule unterwegs waren, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Kruzifix. Ich erkannte die Nägel an den Händen und Füssen. Da sagte ich mir: ‹Dieser Mann muss ein übler Mensch gewesen sein, dass er so behandelt worden war.› Ich spuckte auf ihn. Aber da kam ein Mädchen zu mir und sagte: ‹Die-

Ein grosses Licht Einige Jahre später sprachen Kollegen in der Mensa der Schule über Gott. Victor, der seine Wurzeln in Martinique hatte, fragte mich, ob ich ihn begleiten würde, um das Evangelium zu hören. Ich sagte ja. Am Abend, als ich allein in meinem Zimmer war, erschien ein grosses Licht. Ein ganz in weiss gekleideter Mann sagte mir: ‹Komm und folge mir.› Ich gehorchte, und er führte mich in einen grossen Saal, den ich nicht kannte. An der Mauer war ein Schild befestigt mit der Aufschrift: Mein Haus wird ein Gebetshaus für alle Völker sein. Der Mann sagte zu mir: ‹Setz dich hier in die Mitte und hab keine Angst.› Dann

ging er, das Licht verschwand – und ich sass auf meinem Bett, ohne zu wissen, was ich über all dies denken sollte. Ein klarer Ruf Am folgenden Dienstag lud mich Victor ein, Gottes Wort zu hören. Der Saal, in den er mich brachte, das Schild an der Wand und andere Einzelheiten, die mir aufgefallen waren – alles war genau gleich wie in meiner Vision. Ich blieb eine ganze Stunde auf den Knien und betete. Als ich die Predigt hörte, hatte ich den Eindruck, dass der Pfarrer zu mir persönlich sprach. Ich glaubte zuerst, Victor könnte ihm von meinem Leben erzählt haben. Aber es war der Herr, der mich rief und zu sich zog. Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich, dass ich geliebt war.»

Aus dem Reisekalender des Bischofs im Juni: 30.5–2.6. 5. 6.–9. 13.–16.

Jährliche Konferenz Tschechien–Slowakische Republik in Prag, CZ Plattforme Nordafrika in der Schweiz Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich, Bern Jährliche Konferenz Polen, Klarysew

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Kurz Notiert

Verstorben Dora Hunziker (88) Baden am 3.2.2013 Abraham Wäfler (96) Frutigen-Adelboden am 25.2.2013 Albert Hugentobler (93) Region Zimmerberg am 26.2.2013 Röseli Traber-Zumstein (77) Region Schaffhausen am 27.2.2013 Jakob Zurbrügg (92) Frutigen-Adelboden am 10.3.2013 Sr. Vreni Sigg (84) Birsfelden am 13.3.2013 Anna Christen-Hässig (95) Burgdorf-Breitenegg am 15.3.2013 Hanni Hauri (89) Worb am 16.3.2013

Nein zur Verschärfung des Asylgesetzes Die Kirchen der Schweiz lehnen die geplanten Verschärfungen des revidierten Asylgesetzes ab, über die an der Volksabstimmung vom 9. Juni entschieden wird. In einer gemeinsamen Medienkonferenz im Asylzentrum in Köniz BE bekräftigten Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz, des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, der Christkatholischen Kirche Schweiz und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz, dass die geplanten Änderungen im Gegensatz stünden zum Kernanliegen des Asylrechts, Verfolgte zu schützen. Quelle: www.sek-feps.ch Argumentarium: www.10antworten.ch/de/asylgesetz

«Vitamin» gewinnt Foto-Kamera Zur Fastenzeit vor Ostern hat der Teenager-Club Vitamin aus der Evangelischmethodistischen Kirche (EMK) in Sevelen ein Videoclip produziert und damit eine Foto-Kamera gewonnen. Vor Ostern führt das Blaue Kreuz jeweils eine time:out-Aktion durch, die Menschen motivieren soll, freiwillig auf Gewohnheiten zu verzichten. In diesem Jahr wurden am Ende dieser Aktion die besten time:out-Clips prämiert. Der Teenagerclub Vitamin der EMK Sevelen beeindruckte mit seinen zwei Filmen «mehr und weniger» und «lass es los» die Jury des Blauen Kreuzes. Mit der gewonnenen Fotokamera können die Vitaminler nun ihre nächsten Ideen, Projekte und das normale Vitamin-Leben dokumentieren.

Otto Bolz (91) Biel am 19.3.2013

Quelle: EMK News Clips: is.gd/tnlQbo

Marie Elise Luterbacher-Plüss (89) Basel Neubad am 29.3.2013

Zusammenschluss in Basel

Ruth Woodtli (86) Zofingen am 30.3.2013 Gertrud Wolf (84) Lyss-Aarberg am 2.4.2013 Marga Marion Schneider (91) Aarau am 6.4.2013 8

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Die Stiftungsräte des Diakonats Bethesda und des Alterszentrums WesleyHaus in Basel sind übereingekommen, die beiden Stiftungen rückwirkend auf den 1.1.2013 zu fusionieren. Nach dem Zusammenschluss soll der operative Betrieb des Wesley-Hauses mit sämtlichen Mitarbeitenden auf die Bethesda Alterszentren AG, eine Tochtergesellschaft der Bethesda Stiftung, ausgegliedert und unter dem bisherigen Namen Wesley-Haus und unter der bisherigen Leitung weitergeführt werden. Das Wesley-Haus ist und bleibt ein im Kleinbasel fest verankertes Alterszentrum mit 84 Pflegeplätzen und 44 Alterswohnungen. Es feiert 2014 sein 50-jähriges Jubiläum. Quelle: www.bethesda.ch


Jährliche Konferenz

Konferenzsonntag am 9. Juni im Kursaal Bern

Eine Reise in die Hauptstadt Von Beat Bachmann

Die Stadt Bern ist immer eine Reise

wird Andrew Bond ein Konzert zum Konferenzthema «Würde» geben – und zwar für alle Generationen!

wert. Ganz besonders am Sonntag 9. Juni, an dem nicht nur der Frauenlauf stattfindet, sondern auch die Jährliche Konferenz 2013 mit einem abwechslungsreichen

Programm

abgeschlossen wird.

Schon die fantastische Aussicht vom Kursaal über die Altstadt von Bern bis in die Alpen wird zum Erlebnis werden. Sollte es wider Erwarten bewölkt sein, wird dafür das musikalische Programm vom Vormittag mit Andrew Bond und der lateinamerikanischen Gruppe der EMK Genf viel Freude bereiten. Konzert zum Thema Andrew Bond zählt heute mit über 500 000 verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Kinderliedermachern und Musikern der Schweiz. Fast alle Kinder kennen und singen seine Lieder. Am Gratiskonzert im Bern, gesponsert von der Zahlstelle der EMK,

Buntes Programm Über Mittag gibt es Gelegenheit die Ausstellung «Würde» in der nahen EMK an der Nägeligasse zu besuchen, sich mit selber mitgebrachtem Lunch oder in einem der Restaurants zu verpflegen.   Für Kleinkinder und Kinder wird am Nachmittag während des Ordinationsgottesdienstes ein Spezialprogramm angeboten. Die Jugendlichen können am Programm der Erwachsenen teilnehmen, haben die Gelegenheit sich in der Takano-Lounge zu treffen und über Mittag an einer Spezial-Führung der Ausstellung «Würde» teilzunehmen. Für diese Kinder- und Jugendangebote sind keine Anmeldungen nötig.

Das Programm 10.00 Andrew Bond – ein Konzert für alle Generationen 11.15 Lateinamerikanische Gruppe EMK Genf mit Musik 12.15 Mittagspause – Besuch der Ausstellung «Würde» in der Nägeligasse (EMK) möglich 13.45 Treffpunkt Kinderprogramme (0-4 Jahre, 5-11 Jahre) 14.00 Ordinationsgottesdienst 15.45 Gemeinsamer Abschluss mit allen Generationen

Reisemöglichkeiten Basel ab 08.17 Uhr Zürich ab 08.06 Uhr vom Bahnhof Bern mit der Buslinie 10 Richtung Ostermundigen. Parkmöglichkeiten für Autofahrer: www.parking-bern.ch

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Distriktsvorsteher

Aufsicht: Das Kabinett übt die geistliche und seelsorgerliche Leitung auf der Ebene der Jährlichen Konferenz aus.

Der Bericht der Distriktsvorsteher/in mit Fokus auf die EMK in Frankreich

In einer laïzistischen Gesellschaft Zeugnis geben Von Etienne Rudolph, Claudia Haslebacher, Jörg Niederer, Martin Streit

Im ersten Teil ihres Berichts an die Jährliche Konferenz gehen die Distriktsvorsteher auf die Frage ein, wie eine Minderheitskirche in einer gleichgültigen Welt ihr Zeugnis leben kann. Das ist die Perspektive des District francophone, genauer gesagt Frankreichs.

Frankreich ist, was seine Beziehungen zur Religion anbelangt, ein Sonderfall. Die Trennung von Staat und Kirche durch das Gesetz vom 9. Dezember 1905 ist das Ergebnis eines langen – und schmerzhaften – Prozesses, der mit der französischen Revolution anfing. 1958, in der neuen französischen Staatsverfassung, bildet der Laïzismus nunmehr die Grundlage des republikanischen Bündnisses und garantiert die nationale Einheit. Tragende Säulen Wie kann der Laïzismus definiert und beschrieben werden? Generell werden drei grosse juristische Säulen des Laï-

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zismus in den Vordergrund gestellt und von allen akzeptiert: 1) Die Neutralität des Staates: Der Staat garantiert die Rechtsgleichheit aller Bürger ohne Unterschiede oder Diskriminierungen. 2) Die Gewissensfreiheit: Der Staat kann sich nicht zu den geistlichen Entscheidungen der Personen äussern und muss jedem die Möglichkeit garantieren, diese Freiheit auszuüben. 3) Der Pluralismus: Anerkennt der Staat keine Religion, so soll er auch keine verkennen, und er anerkennt den religiösen Tatbestand. Der Staat, Garant der Religionsfreiheit, hat folglich die Minderheits-Religionsgemeinschaften gegen Diskriminierungen zu schützen.

Der Staat anerkennt keine Religion

Tendenzen im Alltag Wie sieht das im alltäglichen Leben aus? Der Laïzismus, als Einigungsfaktor der Nation geschaffen und konzi-

piert, kann auch zum Bollwerk jener werden, die ihren Glauben oder generell ihr «Recht auf Unterschiedlichkeit» betonen. Religiöser Rückzug Im Verlauf der letzten dreissig Jahren haben in der westlichen Gesellschaft mehrere wichtige Änderungen stattgefunden. Wenn in Frankreich bis dahin trotz aller traditionellen Gegensätze eine gewisse nationale Einheit festgestellt werden konnte, so ist inzwischen eine Tendenz zur Bildung ethnischer und religiöser Zusammenschlüsse zutage getreten. Eine der Gefahren dieser Tendenz ist ein Rückzug der Menschen in ihre ursprüngliche Religion. Das schwächt das Miteinander und zerstört echte Religionsfreiheit. Laïzismus am falschen Ort Eine weitere gesellschaftliche Entwicklung ist der jede Wahrheit ablehnende Relativismus, der jedoch eben diese Ablehnung als endgültige Wahrheit aufzwingt. Die Behauptung einer Gewissheit oder gar einer Abso-


Distriktsvorsteher

lutheit wird unmöglich und wird sofort als Fanatismus bezeichnet.   Eine Konsequenz dieser Entwicklung zeigt sich in einer immer häufigeren Form eines aggressiven, religionsfeindlichen Laïzismus. An sich ist das in Frankreich nicht neu. Hingegen ist neu, dass das Phänomen an Bedeutung gewinnt und auch da sichtbar wird, wo es überhaupt nichts zu suchen hat, etwa in Behörden und Verwaltungen. Beispielsweise verweigert ein Bürgermeister «im Namen des Laïzismus» einer lokalen Kirchgemeinde, einem in diesem Ort offiziell eingetragenen Verein, das Recht, den örtlichen Gemeindesaal zu mieten. Der Zentralstaat gibt keine Antworten und lässt den öffentlichen Gremien auf lokaler Ebene freie Hand, was von einer Region zur anderen zu Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten führt. Eine Mini-Kirche In Frankreich ist die Evangelisch-methodistische Kirche als Verband registriert: die Union de l’Eglise Evangélique Méthodiste de France (UEEMF). Gegenwärtig haben wir in Frankreich 21 Gemeindebezirke: drei in der Pariser Region, einen in Metz, sieben im

Elsass, sieben in Südfrankreich und drei im Südwesten. Hinzu kommen die mit unserer Union verbundenen Werke. Die UEEMF zählt rund 2000 Personen. Das heisst dass wir in Frankreich, einem Land mit 65 Millionen Einwohnern, mit 0,003% Methodisten eine verschwindend kleine Kirche bilden!

Nah an den Sorgen der Menschen Dessen bewusst und diesen Tatbestand akzeptierend, wird das Zeugnis der Kirche in Form eines lokalen Einsatzes konkret innerhalb des Quartiers, wo sich die Gemeinde befindet, vielleicht im Dorf oder in der Stadt. Diese Realität birgt eine interessante Herausforderung: lokal bezeugen, da wo es Christen gibt, ganz in der Nähe ihrer Kirche, nahe an den Sorgen ihrer Zeitgenossen. Kreativität, Einfallsreichtum und Willensstärke sind nötig, um ein solches Ziel zu erreichen. Die Welt verändern Dies sind einige der Aktionen die in Frankreich von Gemeindebezirken, entweder im Alleingang oder in Ver-

bindung mit anderen Kirchen, durchgeführt werden: • In Strassburg: eine Bibelausstellung in den Sommermonaten • In Bischwiler: eine evangelistische Tür-zu-Tür Aktion • In Colmar: ein Home-Camp für Kinder des Quartiers • In Codognan: ein 10-12-tägiges Glaubensfestival mit Konzerten, Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder • In Agen: ein Treffpunkt, «entre2cours» (zwischen2Kursen) für Gymnasiasten und Studenten Diese Beispiele zeigen den Willen der EMK-Christen in Frankreich, auf das Gesamtziel «Menschen in die Nachfolge Jesu Christi zu führen, um so die Welt zu verändern» hin zu wirken. 

Vollversion Dies ist eine stark gekürzte Fassung des Berichts. Nach der Tagung der Jährlichen Konferenz ist der ganze Bericht der Distriktsvorsteher/in als Download verfügbar unter www.emk-schweiz.ch.

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Theologische Fragen

Überzeugend: verständlich und authentisch von Jesus reden.

Aus dem Bericht des Auschusses für theologische Fragen

Das Evangelium verständlich bezeugen Von Stefan Moll

Der Ausschuss hat sich in diesem Konferenzjahr ausschliesslich mit den ersten Schritten zur Umsetzung des Projekts «Soteriologie» befasst, dem die Jährliche Konferenz an ihrer letzten Tagung zugestimmt hat.

Im Projekt soll eine Sprache gefunden werden, wie in der heutigen Zeit die Botschaft vom Evangelium als rettende Kraft erlebt und gehört werden kann. Welche Sprache erreicht Menschen, die nicht kirchlich sozialisiert sind? Wie können heutige Menschen auf Sünde und Erlösung angesprochen werden? Weiter entwickeln Solche Sprachfelder gibt es bereits. In Gemeinden, in Begegnungen oder in der Spitalseelsorge gelingt Sprache. Darum werden solche Praxisfelder aufgebaut, die ihre (positiven) Spracherfahrungen einbringen. Die Inhalte dieser Sprache werden im Gespräch mit der Theologie analysiert und weiterentwickelt. So soll das

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Heilsgeschehen in heutiger Zeit den Menschen erreichen. Allerdings verleitet die Suche nach Sprache zu einem Missverständnis: es geht nicht darum, verständlichere Formulierungen zu sammeln, die bei Bedarf in Gesprächen oder Gottesdiensten übernommen werden können. «Sprache» wird im Projekt sehr weit gefasst. Es geht um die Kommunikation des Evangeliums im weitesten Sinn. Die Bibel verwendet dafür den Begriff «Zeuge sein». Neu beschreiben Auf Wunsch von Bischof Dr. Patrick Streiff wurde das Projekt noch einmal überdacht, um mit Operativen Teams nach SLI (Spiritual Leadership) zu arbeiten. Das ist sinnvoll, weil • SLI sich für Prozesse mit unbekanntem Ausgang eignet • SLI prozessorientiert arbeitet • SLI für Leitungsaufgaben ausgelegt ist • SLI tief in christlicher Spiritualität verankert ist, ohne aber einer bestimmten theologischen Haltung verpflichtet zu sein.

Bei der genaueren Prüfung zeigte sich, dass dies für die Organisation und Durchführung des Projektes umfassende Anpassungen verlangt. Das führte dazu, dass das Projekt noch einmal neu beschrieben werden musste, was zu einer gewissen Verzögerung bei der Projekteingabe und Umsetzung führte. Gespräche führen Im Moment ist der Ausschuss dabei, die geeigneten Leute für das Team zu finden. Diese vertreten sowohl Praxisfelder als auch die Theologie. Zur Zeit der Abfassung des Berichtes laufen diese Gespräche.   Für die Leitung des SLI-Inkubators ab August 2013 steht Claudia Haslebacher zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Finanzierung des Projektes geklärt sein und die eigentliche Arbeit im Team kann beginnen. Ich freue mich darauf.


Bildung+Beratung

Engagiert: Vreni Schertenleib geht in den Ruhestand. Die Fachstellenleitung übernimmt Andreas Benz.

Aus dem Bericht der Kommission Bildung+Beratung

Innovative Ideen kommen in die Gemeinden Von Vreni Schertenleib

Die Fachstelle Bildung+Beratung (B+B) ist sowohl Dienstleistungsstelle für Bezirke und Gremien als auch Drehscheibe für Anfragen der Gemeinden und Bezirke zu den Anbieterteams und den Beauftragten für B+B.

In einer Erhebung zuhanden des Strategierates habe ich eruiert, dass sich in den 18 Angeboten unter dem Dach von B+B ca. 65 freiwillig Mitarbeitende engagieren mit einem enormen zeitlichen Einsatz (zwischen 650 und 1000 Std. jährlich). Euch allen spreche ich meinen herzlichsten Dank aus für eure Arbeit, euren unentwegten Einsatz, eure innovativen Ideen und die gute Zusammenarbeit! Gefragt Die Anfragen an die Fachstelle haben in den letzten zwei Jahren stark zugenommen: 2009 hatten Verena Schmid und ich insgesamt 25 Einsätze in Bezirken und bei gesamtschweizerischen Anlässen. 2011 hatten Andreas

Benz und ich 63 Einsätze; 2012 waren es 55 Einsätze. Um den Anfragen aus den Bezirken auch in Zukunft gerecht zu werden, hat die Fachstellenleitung zwei Pools erarbeitet, einen Moderatoren-Pool und einen Berater-Pool. Die Kommission B+B hat im Februar 2013 die beiden Pools als neues Gefäss bei B+B in Kraft gesetzt. Für diese beiden Pools suchen wir ab sofort Leute aus der EMK mit Fachkenntnissen in Erwachsenenbildung oder in Beratung. Die Triage der Anfragen läuft immer über die Fachstellenleitung.

die Strukturen in der Fachstelle und als Koordinationsstelle für Anfragen von einzelnen und aus Gemeinden aufbauen. Dass ich die Fachstellenleitung Ende Juni Andreas Benz übergeben kann, freut mich sehr. Ich wünsche Dir, Andreas, viel Freude, Elan und Gottes Segen bei der neuen Aufgabe. Ein herzlicher Dank für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung in meiner Arbeit geht an die Kommission B+B.

Wechsel in der Leitung B+B ein Gesicht geben

Weitergeben Vor acht Jahren habe ich die Fachstellenleitung übernommen und stand seither auch als Beauftragte für Bildung und Beratung den Gemeinden und Bezirken zur Verfügung. Die Fachstelle war damals ein Jahr alt. In der Aufbauphase konnte ich der Fachstelle B+B ein Gesicht geben, die Zusammenarbeit mit Anbieterteams und

Vreni Schertenleib wird nach acht intensiven Jahren der Mitarbeit bei B+B ab 30. Juni den wohlverdienten Ruhestand antreten. Für ihr grosses Engagement und für die geleisteten Dienste, die für uns äusserst wertvoll waren, danken wir Vreni an dieser Stelle herzlich! Wir freuen uns, dass Andreas Benz neben seiner Tätigkeit als Beauftragter für B+B ab 1. Juli auch die Fachstellenleitung (20%) übernehmen wird. (M.Isenring)

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Takano

Abschied: Jonathan Gimmel hat als Vorsitzender die Arbeit der Takano-Kommission geprägt.

Takano-Kommission und Fachstelle berichten

Netzwerk, Schulung, Freizeiten und Veränderungen Von Martin Streit

Das

vergangene

Konferenzjahr

brachte für die Takano-Kommission einige zusätzliche Aufgaben mit sich. Einerseits bedingt durch den Strategiebeschluss der Jährlichen Konferenz und den damit verbundenen Aufträgen des Strategierates an die Takano-Kommission, andererseits durch personelle Veränderungen.

Erfreulicherweise konnten trotzdem viele Ziele erreicht werden. Nur durch die ausgesprochen flexible Mitarbeit in der Takano-Kommission und durch die Fachstellenleiter konnten die geforderten Aufgaben erledigt werden. Dafür gilt den Fachstellenleitern Beat Bachmann und Reto Nägelin, allen Mitarbeiter/innen der Fachstelle sowie den Kommissionsmitgliedern ein ganz grosses Dankeschön. Wechsel bei Mitarbeitenden Die personellen Veränderungen in der Takano-Kommission begannen letzten Spätsommer. Jonathan Gimmel, langjähriger Vorsitzender der Kom-

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mission, bat aus privaten Gründen um eine Auszeit bis nach Weihnachten 2012. Ad interim übernahm Distriktsvorsteher Martin Streit die Aufgabe des Vorsitzenden. Leider teilte uns Jonathan Gimmel im Januar 2013 mit, dass er den Vorsitz nicht wieder übernehmen werde. Wir danken Jonathan Gimmel für die langjährige und sehr kompetente Führung der TakanoKommission.   Als neuen Mitarbeiter wurde im Oktober 2012 Martin Schwarz auf der Fachstelle angestellt. Er ist für die administrativen Belange verschiedener Events zuständig. Zugleich übernimmt er Aufgaben im Jungscharbereich.   Ende Jahr hat Ursi Bär ihre Arbeit beendet. Wir danken Ursi Bär ganz herzlich für ihren Einsatz und freuen uns sie bei einzelnen Anlässen wieder zu sehen. Zurzeit wird diese Stelle nicht neu besetzt. Eine weitere Stellenreduktion steht auf Ende 2013 in Aussicht. Zusammen ergibt das bis Ende 2013 eine Reduktion von 50-Stellenprozenten.

Von Reto Nägelin, Beat Bachmann

Aus der Fachstellenarbeit Kontaktstelle, Beratung, Austausch, externes Wissen nachhaltig verfügbar machen, Schulung, Austausch, Camps, Motivations- & Netzwerktage… Einige Stichworte aus der Arbeit unserer Fachstelle, die die aktuellen Prioritäten aufzeigen.   Im Berichtsjahr beschäftigten uns neben den Dienstleistungen auch die Fragen des Strategierates. In einer umfassenden Produkte-Segmentierung zeigten wir auf, was, wo und wieviel die Arbeit der Fachstelle die Kirche kostet. Diese Segmente sind: Beratung & Schulung, Innovation & Projekte, Ressourcen, Netzwerk und Freizeiten.

Was, wo, wieviel kostet

Weniger Ressourcen Zurzeit sind wir mit dem Strategierat in einem Prozess, die geforderten Sparmassnahmen und den damit verbundenen Leistungsabbau zu realisieren.


FrauenNETZwerk

NETZwerkerinnen: Die Teilnehmerinnen zeigen, wie viel sie von den EMK-Verknüpfungen wissen.

Impulstage des FrauenNETZwerks in Interlaken

Sieh doch einen Anfang ... Von Nicole Gutknecht

Über 40 Frauen trafen sich vom 27.–30. April zu den Impulstagen mit

sich, dass Gott selber Fäden zu uns spannt und uns begleitet, wo wir Versuche machen, Beziehungen zu andern Menschen zu knüpfen.

dem Thema «Netze knüpfen». Wie sieht mein Beziehungsnetz aus – trägt es, oder nicht? Wie spanne ich

Der Faden reisst nicht

neue, tragende Fäden?

«Posten 3: Ordne zu, welches Bild von Personen aus der EMK zu welchem Namen passt.» Mit einem Parcours wurden alle Teilnehmerinnen eingeladen, ein Netz zu knüpfen. Die einzelnen, bunten Fäden konnten sie sich verdienen mit Geschicklichkeit oder auch mit Wissen um EMK-Verknüpfungen.

Welches Netz trägt mich? Gott spannt feine Fäden Welches Netz trägt mich? Wo gilt es, neu zu knüpfen? Wie tun dies Menschen in der Bibel? Hanna Wilhelm erzählte im Gottesdienst die Geschichte von Ruth, Orpa und Noëmi. Alle drei Frauen erlebten, was es heisst, tragende Netze zu verlassen und neu anzufangen. Dabei zeigte

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Beziehungen knüpfen Gottes feine Fäden zu uns zu ergreifen und eigene Weiterknüpf-Möglichkeiten auszuprobieren, dazu lud Hanna Wilhelm mit Referaten, Interviews und einem Stationenweg ein. Einige Frauen gestalteten mit einer goldenen Schnur den tragenden Faden in ihrem Leben: ihre Beziehung zu Gott. Darin eingeknüpft sind Gegenstände, die für Stationen im eigenen Leben stehen: leicht, schön, zart die einen Symbole, schwer, drückend, notvoll andere. Doch der Faden reisst nicht, sondern trägt.   Einen Seidenschal filzen, Kaffee trinken, zusammen wandern oder spielen, gemeinsam feiern … die Impulstage boten viel Raum, auch untereinander Beziehungen zu knüpfen.

Weltweit vernetzt Liljana Sjanta und Johanna Fazekas liessen die weltweite Vernetzung erleben, indem sie Bilder aus der Frauenarbeit in Serbien zeigten. Sie erzählten, wie sie beide in Serbien neue Beziehungsnetze knüpfen mussten: Liljana Sjanta wuchs in Makedonien auf und Johanna Fazekas ist Österreicherin.   Der Sendungsgottesdienst machte Mut, trotz Schwierigkeiten und Enttäuschungen das Knüpfen von Beziehungen neu zu wagen. Eine Liedstrophe fasste dies zusammen: «Gott spannt leise, feine Fäden, die du leicht ergreifen kannst. Sieh doch einen Anfang, wo es zu vertrauen gilt, auch wenn die Erfahrung dir das Gegenteil befiehlt. Sieh doch einen Anfang und fang zu vertrauen an.»


Selbständige Werke

Bautrupp: Mitte April waren freiwillige Helfer/innen zur Arbeitswoche auf dem Beantenberg.

Eine Arbeitswoche im Jugendhaus Ramsern

Fit für den Sommer Von Deborah Wehrli-Faes

Klopfende Hammergeräusche und das Kreischen von Sägen ertönten Mitte April aus dem Jugendhaus

len. Es ist das Ziel, dass Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene in diesem Haus Gemeinschaft und Erfahrungen im Glauben mit Gott erleben können.

Ramsern auf dem Beatenberg. 23 Erwachsene und fünf Kinder brachten das Haus in einer Arbeitswoche wieder auf Vordermann, damit Kinder und Jugendliche hier im Sommer wieder Gott erfahren können.

«Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen» (Kol 3,23), war am 15. April im «Familienfreund» zu lesen. Ein passender Aufruf am Beginn unserer alljährlichen Arbeitswoche im Jugendhaus Ramsern. Die 28 Helfer/innen zwischen zwischen 2 und 79 Jahren machten das Haus für die Sommersaison fit. Bestes Frühlingswetter mit optimaler Bergsicht waren eine zusätzliche Motivationsspritze. Zielvorgabe 1951 wurde die Pension Waldegg gekauft und der Verein Sonntagschulferienheim Waldegg gegründet. Der Zweck war und ist auch heute noch ein Haus für Kinder- und Jugendlager der EMK zur Verfügung zu stel-

Teamarbeit Im Haus gab es viel Bauarbeit zu erledigen: Brandschutztüren und -wände mussten eingesetzt, in einem Teil des Hauses weitere Brandmelder an den Zimmerdecken montiert werden. In fünf Teams, die sich jeweils aus Profis und Helfern zusammensetzten, wurde Täfer entfernt, Vermacell eingebaut, verputzt und gestrichen. Das grosse Acht-Bett-Zimmer im 1. Stock erhielt eine Fluchttüre. Dazu musste ein Durchgang zwischen Raum und Korridor aus der Wand gesägt werden.

Frühjahrsputz mit zusätzlichem Kick Endergebnis Zugleich stand der Frühlingsputz an. Auch hier war Teamarbeit gefragt: Fenster putzen, Schränke reinigen, Betten frisch machen, Böden schrubben… Dazu als zusätzlicher Kick der

ganze Baustaub. Oft wurde bis spät in die Nacht gearbeitet. Trotzdem fanden wir immer noch Zeit für schöne Spaziergänge, «en Jass z´chlopfe» und gemütliches Beisammensein.   Nach einer intensiven Woche mit viel Arbeit, Staub, Schweiss, Sonne, Freude, Gemeinschaft und gutem Essen steht unser Haus in alter Frische bereit für neue Gäste.

Haus und Verein Das Jugendhaus Ramsern auf dem Beatenberg wird von einem Verein getragen. Der Verein ist ein selbständiges Werk der EMK. Haus und Verein werden von Ehrenamtlichen geführt, die dafür besorgt sind, das Lagerhaus instand zu halten. So werden regelmässig Arbeitswochen durchgeführt mit freiwilligen Helfer/innen. Finanziert wird der Unterhalt durch Mitgliederbeiträge, Spenden und den Einnahmen aus der Vermietung. www.ramsern.ch

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Selbständige Werke

Einladend: Die Zimmer der Alpina sind zeitgemäss ausgestattet.

50 Jahre Hotel Alpina

Offene Türen in Adelboden Von René Müller

Das Ferien- und Familienhotel Alpina in Adelboden feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Verschiedene Anlässe laden zum Mitfeiern ein – und das moderne Hotel näher kennenzulernen..

Am 19. Juni 1961 trafen sich Mitglieder und Freunde des Jugendwerks der Evangelischen Gemeinschaft zum Spatenstich des heutigen Ferien- und Familienhotel Alpina in Adelboden. Der amerikanische Bischof und damalige Konferenz-Vorsitzende Kaebnick und der Direktor der Jugendarbeit unserer Kirche in Amerika Dr. W. Hartmann vollzogen den ersten Spatenstich des neuen Jugendhauses auf dem noch unberührten Bauplatz im Lismi in Adelboden. Mit diesem Spatenstich gaben sie das Startsignal zu zwei Jahren Bauarbeiten unter der Leitung des Bauführers Reinhard Ziefle und des Architekten Karl Pfister und der Mithilfe von vielen Freiwilligen. Auf der damals noch fast unverbauten «Schattseite» entstand ein Jugendhaus mit drei Massenlagern, Gästezimmern und Gruppenräumen.

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Von Anfang an Im Sommer 1963 konnte das Jugendhaus Alpina der Evangelischen Gemeinschaft in Betrieb genommen werden. Anlässlich der feierlichen Eröffnung am 22. September waren wiederum viele Vertreter des Jugendwerks und der Gesamtkirche anwesend. Emil Trummer, Präsident des Jugendwerks predigte damals über offene Türen: offene Hotel-Türen und offene Herzens-Türen. Dieses Credo lebt auch 50 Jahre später noch in der Alpina. Gott sei Dank.

Ein beliebtes Ferienziel

Jahre des Wandels Die als Jugendhaus gebaute Alpina, die einfache Hotelzimmer und Schlafräume unter einem Dach vereinigte, wurde schon bald zu einem beliebten Ferienziel nicht nur für Jugend- und Kinderlager. Die kleinen Zimmer und die Gemeinschaftsnasszellen gaben Anlass zur Kritik. Der Verwaltungsrat und das Leiterehepaar Eliane und Markus Müller stellten sich den neuen Anforderungen. Durch verschiedene Erweiterungsbauten und Renovations-

etappen entwickelte sich das Jugendhaus in den 70er und 80er Jahren zum Familienhotel. Heute entsprechen alle 55 Zimmer dem 3-Sterne Standard, und das Saalangebot eignet sich bestens für Bankette, Feste und Seminare. Das Ferien- und Familienhotel Alpina hat sich in der Adelbodner Hotellandschaft gut integriert und ist mit den beiden anderen christlichen Hotels ein starker Partner von Adelboden Tourismus geworden. Alpina heute Seit 50 Jahren bietet das Familienhotel Alpina Adelboden ganzheitliche Erholung, Komfort und Ruhe. Dank der umsichtigen Führung und stetiger Renovationen hat das Hotel keinen Staub angesetzt. Modern ausgestattete Zimmer und eine zeitgemässe Infrastruktur bieten den Rahmen für erholsame Ferientage. Motivierte und aufmerksame Mitarbeiter und eine hohe Dienstleistungsqualität sind Kennzeichen des Hotels. «Regional und umweltschonend» heisst der Leitsatz der Küche. Dem Gast werden viele regionale Produkte aus Adelboden serviert. Die Gäste werden nicht nur auf ihrer äusseren Reise begleitet, sondern auch auf ihrer Inneren. Christlich geprägte


Selbständige Werke

Wandel: Vom Jugendhaus hat sich die Alpina zum beliebten Ferienhotel entwickelt.

Gastfreundschaft und ein besinnliches Rahmenprogramm gehören zum Angebot. Offene Hotel-Türen und offene Herzens-Türen. Das Credo prägt auch 50 Jahre nach der Einweihung die Leidenschaft der Alpina-Verantwortlichen und Mitarbeitenden.

Jubiläumsfest Mit verschiedenen Anlässen feiert die Alpina ihr 50-jähriges Bestehen. Feiern Sie mit! Zum Beispiel in der Erlebniswoche vom 3.–10. August, geleitet von Eliane und Markus Müller zusammen mit Elsbeth und Paul Pieren. Besuchen Sie das Jubiläumsfest vom 9. –11. August. Alle Freunde und Gäste der Alpina sind herzlich eingeladen. Neben einem Jugendabend am Freitag und einem Tag der offenen Türe mit Familienfest am Samstag findet am Sonntag ein Festgottesdienst statt.

Chronik Hotel Alpina, Adelboden Baujahr: 1962 –1963 Eröffnung: 1963 als Jungendhaus und Heimstätte Bauherrschaft und Trägerschaft: Stiftung Jugendhaus Alpina der Evangelischen Gemeinschaft Seit 1968 Freies Werk der Evangelisch methodistischen Kirche Seit 1992 Genossenschaft Ferien- und Familienhotel Alpina Leiter: 1963–1967 Ernst und Helene Pauli 1967–2000 Markus und Eliane Müller seit 2000 René und Heidi Müller Umbauten und Erweiterungen: 1972 Bau Personalhaus mit Personalzimmern und Direktionswohnung. 1974 Umbau Dachstock Ost, Massenlager «Lohner» wird zu Zimmern umgebaut 1980 Anbau 1. und 2. Stock: 10 Neue Zimmer mit Dusche und WC und Umbau von 12 kleinen Doppelzimmer in 6 Zimmer mit Dusche und WC 1982 Umbau der beiden Massenlager «Niesen» und «Wildstrubel» zu Zimmern mit Nasszellen 1986 Anbau Süd mit Umbau Bettentrakt. 6 neue Zimmer und 10 umgebaute Zimmer alle mit Nasszellen. 1990 Erwerb und Umbau des Chalets Annemarie als neue Direktionswohnung 1995 Dachstockumbau Ost, die letzten Zimmer werden mit Nasszellen ausgestattet. 2000 Einbau einer Saunalandschaft 2001 Anbau West mit neuer Rezeption, neuem Seminarraum, Speisesaalerweiterung und 8 neuen Zimmern. 2003 – 2012 Alle Zimmer werden in diversen Etappen saniert

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Eilige Gedanken nach der Erleichterung

EinfränklerNächstenliebe Von Urs Schweizer

Der Druck war gewaltig, und ich hatte das unaufschiebbare Verlangen, meine inneren Werte der Stadtzürcher Abwasserentsorgung anzuvertrauen. Das Problem war nur, dass ich in einer S-Bahn sass, in welcher die entsprechenden Räumlichkeiten zur Gewinnung einiger Stehplätze ausgebaut worden waren. Wahrscheinlich hätte es ja am anderen Ende des Zuges schon noch irgendwo einen Topf gehabt, doch schien ein Bummel durch die überfüllten Waggons nicht gerade der Weisheit letzter Schluss zu sein. Es galt also zu improvisieren. Als die S-Bahn im Bahnhof Stadelhofen einfuhr, sprang ich vorzeitig aus dem Zug, um mich – den Piktogrammen folgend – in den Untergrund zu begeben. Und während ich Blumen-, Bücher- und Lebensmittelläden passierte, ohne wirklich zu wissen, ob ich noch in die richtige Richtung ging, fiel mir auf, dass es zwischen «jemandem zu Hilfe kommen» und «jemandem zu Hilfe eilen»

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einen nicht unwesentlichen Unterschied gibt...   Endlich stand ich vor der Tür zum gekachelten Download-Bereich. Zur allgemeinen Erheiterung war diese Tür aber mit einem Drehkreuz gesichert, das nur nach Einwurf eines Einfrankenstücks passiert werden konnte. Immerhin: Hinter einem Gitarren-Plektrum versteckte sich tatsächlich ein erforderliches Exemplar. Selten zuvor war ein Einfränkler von so hohem Wert gewesen...   Später krallten sich ein paar Fragen in meinem Kopf fest: Wie oft hatte ich eine Bitte um Hilfe oder ein offenes Ohr schon mit der vertröstenden Aussage «Ich komme gleich!» beantwortet, ohne dass das «gleich» auch wirklich gleich gewesen wäre? Worin hatte die Anmassung gegründet, immer genau zu wissen, wann etwas durchaus auch noch ein wenig warten konnte? Und: Baue ich Schranken für beladene Menschen, oder schenke ich ihnen – im übertragenen Sinn – Nächstenliebe in Form von Einfränklern?

Kirche und Welt 06/2013  

Die Zeitschrift für Mitglieder und Freunde der EMK in der Schweiz.

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